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fftOFBRTT Of
1817
AKTES SCIENTIA VERITAS
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Musikalisches Wochenblatt.
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Organ für Musiker und Musikfreunde
HerauBgegeben von
B. W. FRITZ SCH.
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IMüt Beiti*ägren
von
Max Arend in Cöln, Dr. H. Behn in Stuttgart, Louis Bödecker in Hamburg, Dr. Ludwig Braeutigam in Bremen,
Dr. Hugo Dinger in Dresden, Dr. Peter Druffel in Trier, Franz Friedrich in Sondersbausen, Bmil Fritzsch in Hannover,
Dr. Carl Fuehs in Danzig, Paul Garwen in Berlin, E. Grüel in Potsdam, Dr. Theodor Helm in Wien, Dr. E. Kauffmann
in Tübingen, Prof. H. Krause in Leipzig, Prof. Dr. H. Kretzsehmar in Leipzig, Dr. Johannes Merkel in Königsberg i. Pr.,
Prof. Dr. C. Müller in Kiel, A. Nlggli in Aarau, F. R. Pfau in Leipzig, Dr. P. Pfltzner in Zwickau, Dr. Riehard Pohl in
Baden-Baden, Eduard Reuss in Carlsrube, Dr. Hugo Rlemann in Wiesbaden, Dr. Heinrich Schenker in Wien, Dr. Rudolf
Schlösser in Leipzig, Scholasticus in Magdeburg, Julius Schuch in Graz, Dr. Arthur Seidl in Weimar. Arthur Smolian
in Garlsrubie, Dr. Hans Sommer in Weimar, F. A. Sorge in Hoboken, Riehard Timmersoheidt in Cöln, Moritz Vogel
in Leipzig, Paul Graf Waldersee in Königsberg in Franken, G. H. Witte in Essen a. d. R., Moritz Wirth in Leipzig
und vielen Ungenannten.
Leipzig,
Verlag von E. W. Fritzsch.
1892.
[AI-
INHALTS-YERZEICHNISS
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XXIII. JAHRGANaE DES MUSIKALISCHEN WOCHENBLATTES.
(Die den Seitenzahlen beigefugten Buchstaben a und b bezeichnen die betreffende Spalte.)
I. Grössere Aufsätze etc.
Arend (Max), Bemerkungen zur Pädagogik der Schlüssel-
Lehre in der Musik 173 a. •
Druff el (Dr. Peter), Das Lied von den sieben Worten des
Erlösers am Kreuze la, 13 a, 25 a, 37 a, 49 a.
FaehS (Dr. Carl), Fünfzig Thesen und Aphorismen zur Ver-
ständigung über Dr. Hugo Riemann's Phrasirungsreform
485 a, 497 a, 513 a, 525 a, 537 a, 549 a, 561a, 577 a, 593 a.
Grüel (E.), Zur Vereinfachung der Tonschlüssel-Lehre 238a.
K — P (C.), Die Stellung der Musik in der griechischen Tra-
gödie 365 a.
Merkel (Dr. Johannes), Zur Vereinfachung der Tonschlüssel-
Lehre 250 a.
Pohl (Richard), Anton Eubinstein als Schriftsteller 38a,
50 b, 62 b.
Reuss (Eduard), Schumanniana 298 a.
Riemann (Dr. Hugo), Ein Wörtchen über Wiederbelebung
und Vortrag alter Vocalmusik 387 a, 349 a.
Schlösser (Dr. Rudolf), Zu „Köni^ Marke" 499a.
Scholasticus. Schulgesangunterncht 381a, 393a.
Seidl (Dr. Artnur), Die Sage von „Tristan und lolde" bei
E. Wagner 105a, 121a, 133a, 149a, 161a, 189a, 201a,
213a, 225a, 237a, 249a, 261a, 273a, 285a, 297a, 309a, 325a.
Sorge (F. A.), Schulgesangunterncht 61a, 77 a.
Waldersee (Paul Graf), Zur Passionsmufiäk nach dem Evan-
gelisten Lucas von Johann Sebastian Bach 605 a.
Wirth (Moritz), Brangäne. Eine neue Probe des „andeuten-
den Verfahrens" 449 a, 461a, 473 a.
II. Recensionen.
Arend (Max), Die Schlüssel- und Transpositionslehre in der
Musik 443 a.
Systematisches Lemprincip für die Schlüssel- und
Transpositionelehre in der Musik 443 a.
Bayreuther Taschenkalender 1892 257a.
Behn (Hermann), Lieder und Gesänge 654a.
Bendlx (Victor), Lieder, Op. 3 468 b.
Berger (Wilhehn), Fünf Lieder, Op. 41 468a.
Boeekelmann (Bern.), Romance pour Violon ou Violoncelle,
Op. 2 317a.
Brahms (Johannes), Fünf Gesänge für gemischten Chor a
capella, Op. 104 409a, 425a, 437a.
Brandt (G. W.), Drei Lieder, Op. 5 468 a.
Brendel (Franz), Geschichte der Musik etc. Siebente Aufl. 51 4 a.
Bulthaupt (Heinrich), Dramaturgie der Oper 366 a.
Cesack (Hans A.), Barcarole für Violine, Op. 9 317a.
Chamberlaln (Houston Stewart), Das Drama R. Wagner's 505b.
Cui (Cäsar), Drei Lieder, Op. 37 481a.
Dwelshauvers-Dery (Dr. F. V.), „Tannhäuser und der Sänger-
krieg auf der Wartburg" 432a.
Dinger (Dr. Hugo), „Die Meistersinger von Nürnberg", eine
Studie zur Einfuhrung in das Werk 418 a.
Dorn (Alexander), Zwei Lieder, Op. 137 481a.
Dreher (Dr. Eugen;, Die Physiologie der Tonkunst 629 b.
Eltz (Carl). Da« mathematisch-reine Tonsysteni, gemeinver-
ständlich dargestellt 621a, 638 a.
Engl (Johann Ev.), Festschrift zur Mozart-Centenarfeier in
Salzburg 15.— 17. Juli 1891, 175a.
Fiehtner (0.),5esangunterricht tUr deutsche Volksschulen 360 a.
Forst (D. C), Cliorgesangschule 486 b.
Freisauf (R. von), Mozart's „Don Juan" 1787—1887. Ein
Beitrag zur Geschichte dieser Oper 175 a.
GJellerup (Carl), Richard Wagner in seinem Hauptwerk
„Der Ring des Nibelungen" 589b.
Glasberger (A.), Theoretisch-praktische Gesangschule zum
Gebrauche für höhere Lehranstalten 376 a.
Glasenapp (C. Fr.), Wagner-Encyklopädie 387 a.
Richard Wagner «3s Mensch 387 b.
Goepfart (Carl), „Camilla", komische Oper 2a.
Grftdener (Hermann), 2. Ciavierquintett, Op. 19 214 b.
Grässner (A.)^ Der Volksschulgesang. Eine Anleitung für
Seminaristen und Lehrer 402 a.
u. Kropf (R.), Volksliederbuch 403b.
GröSSler-Heim (L^onie), Lieder, Op. 1—3 468 b.
Gruber (Franz), Wanderlieder 481a.
Grüel (Eugen), „Die Nesselkönigin", Op. 28, Märchenmusik
433 b.
Hausegger (Dr. Friedrich), Richard Wagner und Schopen-
h fl.11 AT* o90 A.
Heckel (Carl), Ueber Wagner^s „Tristan und Isolde" 584 b.
„Die Bühnenfestepiele zu Bayreuth" 520 a.
Heintz (Albert), „Der King des Nibelungen". Geschichtliches
über Rieh. Wagner's Tetralogie 520a.
Herold (Henri), Nocturne für Violine oder ViolonceU, Op. 12
817a,
Herrmann (Eduard), Vier Lieder, Op. 16 600a.
Heuser (Ernst), Vier Lieder, Op. 13 481b.
Höf 1er (Alois), Der Festspiel-Cyklus „Tristan — Meistersinger
— Parsifal" 520 a.
Hoftaiann (Heinrich), Sechs Ciavierstücke, Op. 101 156a.
Jahn (Otto), W. A. Mozart, 8. Aufl. 175 a.
Jahrbuch für 1892, Kirchenmusikalisches, herausge
feben von Dr. Fr. X. Haberl 190a.
ulius), Wagner 's „Tristan und Isolde" und das Kunst-
werk der Zukunft 584 a.
Katechismen, Max Hessens musikalische 89a.
Keiser (Reinhard), Suite von Tanzstücken, aus seinen Opem-
zusammengestellt von Dr. Friedrich Zelle, Clavier-
bearbeitung von William Wolf 156 a.
Kirehner (Theodor), „NachtbUder" &it Ciavier, Op. 25 I56a.
Kistler (Cyrill), „Eulenspiegel«, Komödie 14b.
Klauwell (Otto), Musikalische Bekenntnisse. 2. Aufl. 463a.
Kleffel (Arno)^ Sechs Gesänge, Op. 86 481b.
Klose (F.), Elegie für Violine oder Bratsche, Op. 7 317a.
*Kramm (G.), Zwei Lieder, Op. 10 600a.
Kretsehmar (Max), Gesänge und Lieder Op. 4, 5 u. 11 615 a.
Kufferath (Maurice), „Parsifal'' de Richard Wagner, Legende-
Drama. — Partition 585 b.
„Lohengrin". Essai de critique, litt6raire, esth6tique
et musicale 585 b.
Kulke (Eduard), Richard Wagner und Friedrich Nietzsche 887 b.
Lassen (Per), Zwei Lieder 555 a.
Llnge (Albert), „Liedergarten". Eine Sammlung ein-, zwei-
u. dreistimmiger Lieder für Schulen 388 b.
Llnnarz (Robert), „Soli Deo gloria!" Eine Auswahr religiöser
Gesänge für gemischten C'hor. Zum Gebrauche für
höhere Schulen u. Kirchenchöre bearbeitet 388 b.
Mayerhoff (Franz), Lieder Op. 5, 6, 9 u. 10 555 b.
Meinek (Dr. Ernst), „Die sagenwissenschaftliohen Grundlagen
der «Nibelungen» -Dichtung Richard Wagner's" 505a.
Meister, Neue, Sammlung ausgewählter Cla vierstücke zu
zwei Händen 144 a.
Menzel (Arthur), „Das Märchen vomNusszweiglein", ()p.3 4d2b.
Merklin (Rudolf), „Zur Schulreform". Eine Erweiterung des
deutschen Lehrstoffes etc. 504 b.
Mey (Curt), „Der Meistergesang in Geschichte und Kunst" 521 a.
Miekwitz (H. von), Deux Romances pour Piano, Op. 8 52 Ib.
Mohaupt (Franz), Sechs Lieder, Op. 1 555a.
Motta (Jos6 Vianna da), Capriccio für Ciavier, Op. 6 34b.
Müller-Reuter (Theodor), Clavierstücke, Op. 6 10 a.
Gesänge, Op. 7 600a.
Muneker (Franz), „Richard Wagner" 505 b.
Nesvera (Josef), Zehn Eklogen für Violine, Op. 48 317 a.
Palme (R.), »Sang und Klan^". Auswahl geistlicher und
weltlicher Gesänge viei-stimmig bearbeitet 388 a.
Petri (Henri), Sechs Lieder, Op 4 480 a.
Pf 0hl (Ferdinand), Führer durch Richard Wagner's „Tann-
häuser" 521a.
Führer durch Richard Wagner's deutsche Nationaloper
„Die Meistersinger von Nürnberg" 5*21 a.
m
Poske (F.), „Richard Wsigner und die deutsche Cultur" 604a.
Reckendorf (Alois), 24 Etüden für Glavier, Op. 10 34a.
Rehbaum (Theobald), Drei Lieder, Op. 22 600 a.
Relneeke (Carl), „Schneeweisschen und Rosenroth", Op. 208
482b.
Relnhold (Hugo), Romanze und Menuett fiir Violoncell,
Op. 42 3l7a.
Ritter (Alexander), „Wem die Krone", Oper 16 a.
Ritter (Hermann), „Richard Wagner a& Erzieher". Ein
Volksbuch 268 a.
Rtlbner (Cornelius), „Friede, Kampf und Sieg!" Symphonische
Dichtung, Op. 20 668 b.
Seharwenka (Philipp), Pianoforte- Werke 156b.
Zwei Tanz-Impromptus, Op. 86 166 b.
Sehilling (Ferdinan^, Lieder Op. 20, 25, 30, 32 u. 33 600 b.
Sehlegel (Leander), Claviercompositionen, Op. 4—6 116 a.
Sehmidt (Otto), Ciavierstücke. Op. 63 99a.
Sehneider (Paul), „lieber das Darstellungsvermögen der
Musik 629 a.
Sehatky (Fr. Jos.), Drei Lieder, Op. 22 616 a.
— — „Wers nur verstände", Op. 26 615a.
Schütz (Max), Fünf Lieder 616b.
Sehüz (Dr. Alfred), Die Greheimnisse der Tonkunst 657.
Schwalm (Robert), „Frauenlob", Oper 14b.
183 ein- und zweistimmige Lieder nebst einer kurz-
gefassten Chorgesangschule, herausgegeben 388 b.
Schytte (Ludwig), Kleine Phantasien für Ciavier, Op.61 46 b.
Seifhardt (Wilhelm), „Stimmungsbilder" ftlr Ciavier Op. 6 48 a.
SherWOOd (Wm. H.), Allegro patetico, Op. 12 10b.
Sinding (Christian), Alte Weisen, Lieder und Gresänge, Lieder
600 b.
Spitta (Philipp), „Zur Musik". Sechszehn Au&ätze 668.
Steinhäuser fE.), Lieder für Kinder und Erwachsene 376a.
Sturm (Wilhelm), G^sangstudien für Mittel- und Oberschulen
376 b.
„Tannhäuser-Nachklänge", mitgetheilt aus den „Bay-
reuther Blättern" 520 b.
Tausch (Julius), Zwei Charakterstücke für Ciavier, Op. 20 46 b.
Fünf Lieder, Op. 21 616 b.
Vier Jagdlieder 61 5b.
Tyson-Wolff (Gustav), Zwei Sonatinen, Op. 11 156b.
Waldapfel (Otto), „ueber das Idealschöne in der Musik und
cUe 2i£ittel zu dessen künstlerischer Wiedergabe" 629 b.
Weiss (Josef), Drei ungarische No veUetten für Ciavier, Op. 8 46 a.
Werner (C. L.), Romanze aus dem Violinooncert von Gade und
Larghetto aus dem Violinooncert von Beethoven, be-
arbeitet für Violine und Orgel 621b.
Widmann (S.), Die noth wendigsten technischen Singübungen
flu- Schulanstalten 388 a.
Wiel-Lange, -Märchenbilder" für Ciavier 99 b.
Witzmann (Ferd.), „Aschenbrödel" 433b.
Wolzogen (Hans von), Erinnerungen an Bichard Wagner
387 b.
Zimmer (Fr. und D. F.), Christliche Volkslieder aus alter
imd neuer Zeit fiir den Schulgebrauch gesammelt 388 b.
III. Biographien nebst Portraits.
Freund (Robert) 175b, 202a.
Hilf (Arno) 5l5a.
Leisinger (Elisabeth) 487b.
Maszkowski (Kafeiel) 2b, 16a.
Das Prill-Quartett (die HH. Carl Prill, Hjalmar v. Dameck,
Bernhard ünkenstein und Georg WiUe 339 a, 351a.
Rummel (Franz) 639a.
IV. Feuilleton.
Dr. Hans von Bülow's Ansprache an das Publicum des
10. Pilharmonischen Concertes zu Berlin 203 a.
Die „Cavalleria rusticana" in ihrer Heimath. — „Lohengrin"
in Bologna. Von Dr. phil. Rudolf Schlösser 3(58 a, 382 a.
Zum Dresdener „Rienzi^-Juoiläum 588a.
Sprachliches 204 a.
V. Musikbriefe und Berichte.
AltenbUFg. Concert des Kirchenchores unter Leitung
des Hm. Franke am 6. April fFrl. Schnittmann und Hr.
Homeyer) 217a. Basel. Ausführung von Fr. He^r's
.Manasse*', durch den Gesangverein. Beginn der Saison,
Concerte der Allgemeinen Musikgeseuschaft No. 1 und 2
(Novitäten derselben: 2. Symphonie von Dvoiik, Suite aus
„Peer Gynt" von Grieg, Solisten: Frls. Davies, Hiller und
Leisinger) 78 b. No. 3 (Frau Menter), No. 4 (Mozart-Feier, Frau
Huber), No.6 (Hr. Plank), sonstige Concerte (Bläsergesellschaft
Taffanel), bevorstehendes Jubiläum des Hrn. Bargheer 90 a.
Benefizconcert des Hm. Dr. Volkland („Todtenvolk" von Hegar,
Hr. Hildach), die übrigen Concerte der Musikgesellschaft
(u. A. Reinecke's Ouvertüre zu „Zenobia" und Tschaikowsky's
Gdur-Suite) 274b. Solisten der fiinf Concert« (Frau Sanderson,
HH. Krasselt, Perron, Rosenthal und Heermann, Frl. v. Si-
cherer), Quartett-Soireen 286 a. Gesang vereinsconcerte im
Februar ^,Stabat mater" von Dvoi&k) und Juni (Baches
Johannis- Passion), die Duo- Abende der HH. Huber und
Bargheer, das Festspiel zur Baseler Vereinigungsfeier (Dich-
tung von Wackemagel, Musik von Hans Huber) 500b.
Bayreuth. Die ersten vier Festspielaufführungen 896a.
Weitere sechs Aufführungen 412 a. Bericht aus anderer Feder
über die 4. Aufführung des „Parsifal", von „Tristan und
Isolde'^ am 5. Aug., die 2. „Tannhäuser''- Aufführung, die des
„Parsifal" am 8. Aug. 413a. Bayreuther Künstler — Bay-
reuther Schule 826 b. Aiiffilhrungen des „Parsifal" am
II. Aug., des „Tannhäuser" am 12. Aug., der „Meistersinger"
am 14. Aug. 427a. Aufführung des „Parsifal" am 15. Aug.,
Rückblick auf den G^sammtverlauf der Aufführungen 438a.
Berlin. Mozart- Cyklus im k. Opernhaus, 3. Abend des
Joachim-Quartetts unter Mitwirkung des Hm. Dr. Brahms
(AmoU-Trio für Ciavier, Clarinette und Violoncell, HmoU-
Quintett für CUarinette und Streichinstrumente), 2. Concert
das Hm. v. Sliwinski, der kleine Görardy, Hr. S. Blumner
mit Hm. HaUr, Beethoven-Feier der k. Capelle ob. 1. Auf-
führung der Oper „Boabdil" von Moszkowski 226b. Jahres-
bericht des Löwe- Vereins, Pastor Dr. Runge, der Gründer
und Vorsitzende des Vereins, eifriger Sammler über Löwe
580 a. Bremen. Die Oper, Frau v. Hübbenet und Hr. Ernst
neu engagirt, Hr. Scheuten, die Feier des hundertjährigen
Bestehens einer ständigen Bühne, Kammermusikabende der
HH. Bromberger und ökalitzky, Solisten in voriger Saison,
Hm. Bromberger's künstlerische Thntiffkeit, 1. Conc. dieser
Saison 540 b. Carlsruhe. Ueberblick der musikalischen Er-
eignisse von Ostern bis Weihnachten 1891, die Hofoper,
Personalbestand, Novitäten: „Murillo" von F. Langer, „Caval-
leria rusticana^ von Mascagni, Neueinstudirung: „Francesca
da Rimini" von Goetz, Geburt*<tagsfeiem, Mozart-i'eier, Mozart-
Concert des Hoforchesters 79 b. Drei Abonnementconcerte
des grossherzogl. Hoforchesters (Damen Hoeck-Lechner und
Mailhac und HH. Heermann, Stavenhagon und Thomson),
Kammermusikabende der HH. Deccke imd Gen., der HH.
Reuss und Gen., Solistenconcerte (Hr. Krasselt mit Frl.
Rucquoy und Hrn. Werner, Frau Hoeck-Lechner mit den
HH. Pauer luid Hugo Becker, Frl. Barbi mit Frl. Wurm,
Hr. A. Wolf mit den HH. Buhlmann imd Römhildt, Otto
Hegner mit Frl. Merck), Vereinsconcerte (Caecilien- Verein,
„LiederhaHe", „Liederkranz" [öOjähr. Jubiläum] etc.), das
Conservatorium 90b. Festaufführung der Oper „Der Cid"
von P. Cornelius 241a. Die Abonnementconcerte des Hof-
orchesters (Frau Reuss, HH. Th. Reichmann und Ahner,
Frl. V. Schöhafzoff), MottVs Verdienste um Einbürgerung
neuer Werke, Concert am Palmsonntag („Christus am OeP
berge" und 9. Symphonie von Beethoven), Kammermusiken
der HH. Deecke und G«n., Concerte des Philharmonischen
Vereins unter dem neuen Dirigenten Hm. Rübner 883 a.
Zwei Concerte des Caecilien- Vereins, Concerte des Vereins für
evangelische Kirchennmsik und des Katholischen Kirchen-
musik-Vereins, Concerte des Hm. Römhildt mit Frau Uzielli
und des Ehepaares Röe, Schlussprüfungen des Conservatorium»
898 a. Das 50jährige Stiftimgsfest das Männergesang Vereins
„Liederhalle ('arlsruhe" 414a. Die Hofoper, Lücken in der
Besetzung, Gastspiel der Gesellschaft der }Ul. L. Midier und
R. Schultz aus Wien (Pantomime „Der verlorene Sohn",
Musik von Wormser), Frl. Fritsch nach ihrer Genehmig ge-
feiert, AuffUhnmg der „Götterdämmerung" von Wagner am
Geburtstag des Meisters 428b. „Der faulo Hans", Oper von
A. Ritter, erstmalig aufgeführt 438b. „Der Cid" von Peter Cor-
nelius 461 a. Cöln. Standpunct des Berichterstatters, die Volks-
symphonieconcerte und die Philharmonischen Concerte im
Volksgarten 488 a. Eröffnung des Stadttheaters, Zustände des-
selben, die Capellmeister, der Regisseur, der Chor, die Solisten
499b. Darmstadt. Auffuhrung oesBühnenspiels „Lorelei" von
Hans Sommer 564a. Dessau. Auffiihrung von Verdi's Re-
quiem durch die Singakademie, zwei Concerte der Hofcapelle,
Kammermusik 6CSb. Dortmund. Zweites WostfÄlisches Musik-
IV
test zu Dortmund am 22. und 23. Mai 1892 310b, 326«l.
Dresden. Aufführung der „Nibelungen"-Tetralogie v. Wagner
in der Hofoper am 23., 26. und 30. Jan. und 2. Febr. 94a.
Auffuhrung von Draeseke's Oper „Herrat" 166a. Grosse
Musikauffuhrung im k. Opemhause am Palmsonntag (9. Sym-
phonie von Beethoven und Bruchstücke aus„Parsifar*v. Wagner)
227 b. „Meistersinger"- Aufführung zu Gunsten der Platen-
Stiftun^ 253 a. Mascagni's Oper „Freund Fritz" erstmalig
aufgefiärt 399 a. Vorbemerkungen zur regelmässigen Bericht-
erstattung, die Bedeutung der Dresdener Hofoper, das Orchester,
die Chöre, die scenische Ausstattung, das Solopersonal, Auf-
führungen des „Tannhäuser" und der „Cavalleria rusticana"
439b. „Tristan und Isolde" nach zweijähriger Abwesenheit
wieder erschienen 464b. Frankfurt a. M. Wachsendes
Interesse an der Saison der Museumsconcerte (Novitäten:
3. Concert v. Bruch, „Tod und Verklärung" von R. Strauss,
Ouvertüre-Phantasie ,,Romeo imd Julie" von Tschaikowsky,
Solisten: Frauen Lilli Lehmann und Heink, Hr. Gregorowitsch)
3 b. Quarte tt-Matin6e des Joachim-Quartetts aus Berlin, Con-
cert der Soci6t6 de musique de chambre pour instruments k
vent aus Paris, die drei ersten Kammermusiksoir6en der Mu-
seumsgesellschaft (Quintett v. Sinding, Clavier-Violoncellsonate
von Grieg), Aufführung von Tinel's „Franciscus" durch den
Rührschen Chor, Aufführung von Beethoven's Ddur- Messe
durcb den Caecilien- Verein loa. Concert des Gesangchors des
Lehrer- Vereins (Otto Hegner), zweites Concert des Theater-
orchesters, die Oper, ihr bedauerlicher Zustand, „Golo" von
B. Scholz 26a. Novitäten: Ballade „Das Glück von Edenhall"
von Humperdinck und Sonate für Pianoforte und Violine von
A. Urspruch 163 a. Die fünf letzten Museumsconcerte (HH.
Emil Sauer und Lamond, Frau Carreno, Frl. Wietrowetz, HH.
Heermann und Hugo Becker. Frau Sanderson, Frl. Barbi), die
vier letzten Kammermusik-Soir6en (Frl. Rouge, HH. Waller-
stein, Heermann, Kwast, Mannstädt imd Becker) 177 a. Die
Oper „Freund Fritz" von Mascagni 840 a, 351b. Programm-
Entwurf der Museumsconcerte, befremdliche Wahl eines 'neuen
Dirigenten der Theater - Abonnementconcerte an Stelle des
verstorbenen Dessoff, in Aussicht stehende Aufführungen des
Rühl'schen Gesangvereins, des Caecilien- Vereins, desSänger-
chores des Lehrer-Vereins, Kammermusiken des Heermann*-
scben Quartetts, die Museumsconcerte, Mängel in der Zw
sammenstelhmg des Orchesters, 1. Museumsconcert („Faust"-
Ouverture von Wagner, Hr. Halir), 2. Concert (Frl. Kleeberg,
Hr. Birrenkoven) 594a. Zwei Kammermusikabende der Mu-
seumsgesellschaft (u. A. GmoU-Trio Op. 1 von H. v. Bron-
sart), 1. Ciavierabend des Hrn. Max Schwarz, 2. Abonnement-
Concert der Theatercapelle (Hr. Scheidemantel), die Oper 607 a.
Genf. Veränderungen in der Verwaltung des Theaters und
der Abonnementconcerte, vier Concerte vor Neujahr, darunter
eine Mozart-Feier, die drei ersten Kammermusiksitzungen des
Quartett Sternberg unter Mitwirkung des Hrn. W. Rehberg,
das Theater 66 b. Das Hinscheiden des Hm. H. de Senger,
Ernennung des Hm. W. Rehberg zum Capellnieister der Abonne-
mentconcerte, Concerte im neuen Jahre (HH. Hugo Becker
und E. Ysaye, Frl. Montalant, HH. Stavenhagen und Halir,
Kammermusiksitzungen des Quartett Stemberg mit Hm. W.
Rehberg 228 a. Concert der Soci6t6 de Chant du Conserva-
toire, Aufführung von Liszt's „Legende von der heiligen
Elisabeth" durch den gen. Verein in Gemeinschaft mit der
Soci6t6 de Chant sacrö, Concert der HH. Poulin und Doret
mit französischen Werken, Concerte der HH. Barblan und
Jaques - Dalcroze (Letzterer mit eigenen Werken), des Frl.
Doria, Prüfungen im Conservatorium, Opemnovitäten, Abgang
des Hrn. Stemberg 371a. Gera, 2. Concert des Musikali-
schen Vereins (u. A. symphonische Phantasie „Des Meeres imd
der Liebe Wellen" von ICleemann, Hr. Zeller), Concert des-
selben Vereins am 25. Januar („Am Niagara" von Tschirch,
„Tasso" von Liszt, Hr. C. Thomson), ä)iree desselben am
14. Dec., zwei Kammermusikabende der HH. Kleemann u. Gen.
81a. Concert des Musikalischen Vereins am 17. Febr. (HH.
Wendling [Jank6-Claviatur] u. Kiessling), Concert der „Lieder-
tafel" am 9. März, 3. Kammermusikabend, Aufführung der
„Jahreszeiten" von Haydn als 200. Concert des Musikalischen
Vereins 192 a. Kleines Concert am 5. April („Der Rose Pilger-
fahrt" von Schumann etc.) 217 a. „Fi delio"- Aufführung, zum
Theil mit Leipziger Gästen 595 b. Graz. Bericht über die Spiel-
zeit 1891/92, die Oper, deren Personal, der Steiermärkische
Musikverein, Neuheiten (u. A. Ländliche Symphonie von G.
Peters), Solisten (HH. Peters, Rossi, Frl. Scotta etc.), die
Musikschule des Vereins 453a. Der Grazer Singverein, der
Männer-Gesangverein, der Deutsch -akademische Gesangverein,
der Gesangverein „Typographia", fremde Künstler (HH. Sauer,
Koczalski, d* Albert, Ehepaar R6e, HH. Labor, Sarasate und
Frau Marx, Frls. Panteo und SgarameUi, Frau Matema, HH.
Bulss und Masbach 463 b. Einheimische Künstler (Hr. von Zois,
Compositionsabend des Hrn. M. Plüddemann mit HH. Stöckel
und Dr. Posener, Hr. Perdacher etc.), Kammermusik (Musik-
abend der HH. Rosö und G^n. aus Wien [D dur-Streichquartett
von Tschaikowsky und Gdur- Streichquintett von Brahms],
Concert des Hm. G.Peters (mit seinem Cmoll-Quartett), Kirchen-
musik, der Wagner- Verein, verschiedene Mozart-Feiern 476 a.
Greifswald. Thätigkeit des Singvereins, des akademischen Ge-
sangvereins „Guüelmia", des Concertvereins, letzte Aufführung
des Singvereins (Frl. Stade) Sommerfest der ,,Guilelmia" 399b.
Hambarg. 5. Abonnementconcert unter Leitung des Hm.
V. Btüow (Damen Schmitt-CsÄnjri und Wietrowetz), Mozart-
Feier der mit der Singakademie vereinigten Philharmoniker,
1. Kirchenconcert des Hrn. Armbrust, Kammermusiken des
Hrn. Fiedler und des Frl. Marstrand, Concert der Geschwister
Burmester, Frau Joachim's historische Liederabende, Opern-
neuheit: ,,Des Königs Schwert" von Th. Hentschel 52 a.
6. Neues Abonnementconcert unter Leitung des Hm. v. Bülow
(Fdur-Symphonie von d* Albert, Hr. d'Albert), 6. imd 6. Phil-
harmonisches Concert (u. A. „Peer Gynt"- Suite von Grieg),
Aufführung der Missa solemnis von A. Mehrkens durch den
Bach -Verein, des Requiem von Verdi durch den Caecilien-
Verein, Kammermusiken im Januar, Solistenconcerte, Theater :
Opern „Eugen Onögin" von Tschaikowsky und „Philemon
und Baucis" von wunod etc. 109 a. Scmussconcerte unter
Leitung des Hm. H. v. Bülow imd der Philharmoniker, sonstige
grössere Concerte, zwei Ciavierabende des Hm. H. v. Bülow,
sonstige Kammermusiken 206a. Drei neue Opern: „Lorle"
von A. Förster, „Der Traum" von Bruneau und „Isora von
Provence" von Mancinelli 288a. Symphonieconcert zur Feier
des 77. Geburtstags des Fürsten Bismarck imter Leitung des
Hm. H. V. Bülow, Aufführung der Matthäus -Passion von
S. Bach durch die Philharmoniker, geistliches Concert im
Stadttheater (u. A. „Te Deum" von A. Brückner), letztes
Philharmonisches Volksconcert, Soir6e des Quartettvereins der
HH. Kruse und Gen. (u. A. Brahms' Op. 116) 343 b. Feier
des 25jährigen Bestehens des Tonküjistlervereins, Concert der
Dresdener Liedertafel, Rückblick auf die Thätigkeit der
PoUini'schen Theater in Hamburg und Altena 355 b. 1. Con-
cert unter Leitung des Hrn. H. v. Bülow (Frau Soldat),
1. Concert der Philharmoniker (Frau Krebs), Beginn der
Saison im Stadttheater 580 b. Hannover. Aufführung der
Opern „Hiame" von I. v. Bronsart und „La Basoche" von
A. Messager 107a. Gastspiele in der Oper, 2.— -4. Abonnement-
concert der k. Capelle, Solistenconcerte, Concert des Kirchen-
chors der Marktkirche, Concert des Hrn. Metzdorlf mit eigenen
Werken, Musikabende des Hm. Lutter, 1. Musikabend des
Richard Wagner- Vereins, Concert des Hannoverschen Männer-
gesangvereins zur Vorfeier von des Kaisers Geburtstag 13f)a.
Zweimalige scenische Auffährung der „Legende von der
heiligen Elisabeth" von Liszt durch die Musikakademie, die
vier letzten Abonnementconcerte der k. Capelle (Frau Sander-
son, HH. Stavenhagen, GiUmeister und Popper, Frl. Jahn,
Hr. Prof. Joachim, Frau Koch-Bossenberger) 311 a. Drei
Concerte der Schaumburg-Lippischen Hofcapelle unter Lei-
tung des Hrn. Sahla (Hr. Evers, Frau Schmidt-Köhne, Hr.
Zarneckow, „RÖverie" von MetzdorfF), Kirchenconcerte, zweites
Orgelconcert des Hm. Wuthmann, Orgelconcert des Hm.
Pfannstiehl aus Leipzig, Kirchenconcert des Frl. Bors 340 b.
Auswärtige Künstler (Frau Gerster, Hr. Liebling, HH. Wil-
helmj und Niemann), einheimische Künstler (HH. Lutter,
Sahla, Frl. Schotel, Hr. Braune, Hr. Klose), Kammermusik-
abende der HH. Haenflein und Gen. und Küler und Gren.,
Kammermusikabende für Blasinstrumente, 2. Vereinsabend des
Richard Wagner-Vereins, Concert des Hannoverschen Männer-
gesangverein.s, die k. Oper, Gastspiele (u. A. des Hm. Emil
Qoetze) 363a. 1. Abonnementconcert der k. Capelle (Frau
Beck-Radecke und Hr. Vizthum), der neue Dirigent der Musik-
akademie Hr. Frischen, Concert des Hrn. H. Kunke, 1 . Kammer-
musikabend der HH. Haenflein und Gen., 1. Kammermusik-
abend für Blasinstrumente der HH. Herbort und Gen.
(Quintett von Scheck, Trio Op. 188 von Reinecke eto.)»
Abschiedsconcert des Hrn. Bietzacher, Oper, Einweihung
des Sängerheims des Hannoverschen Männergesangvereins,
1. Musikabend des Richard Wagner- Vereins 578 a. Heidel-
berg. Concerte des Bach- Vereins: No. 1, Frau Bächi-Fähr-
mann, No. 2, Prof. Joachim (8. Concert von Brach), Ouvertüre
„Der faule Hans" von A. Ritter, Mozart -Gedenkfeier 28b.
Kiel. Eiiiwickeluug der Musik in den beiden letzten
Decennien, Oper und Kirch enmnsik halten nicht s^leichen
Schritt mit derselben, Concertmusik, Frls. Spies und Jeppe,
Frauen Sanderson und Essipoff und HH. Gregoro witsch und
Fontaine, Frau Gerster und Hr. Liebling, Frau Schmidt-
Köhne 429a. Abonnementconcerte des Gesangvereins: No. 1,
Frl. Jordan und Kleeberg, No. 2, Frl. Kretma, No. 5, Händers
„Samson", No. 6, Frl. Burmester, zwei grössere Concerte des
St. Nicolai-Chors (HH. Lorleberg und C. Borchers, Frl. Ristow),
der Richard Wagner -Verein 44 la. Königsberg i. Pr. Zwei
Künstlerconcerte des Hm. Hübner (Frls. Heymann und Kleeberg
und HH. Sliwinski, von Zur-Mühlen und Kem6ny), Symphonic-
coucert des Hm. Brode (Hr. Stavenhagen), Concerte der Musi-
kalisclien Akademie und des Brode'schen Streichquartetts 642 a.
Leipzig. Abonnementconcerte im Neuen Gewandhaus: No. 9
(Hr. Paur als Componist und Pianist, Frl. Spies) 5a. Neu-
jahrsconcert (Hr. Homeyer, der Thomanerchor, Chorlieder
von Rust) 17 a. No. U (Frl. Brammer, Hr. Demuth) 28 a.
No. 12 (Orchesterlegenden von A. Dvof&k, Frls. Leisinger und
Eibenschütz). 51 b. No. 13 (Symphonische Variationen von
Nicod6, A moll-Violoncellconcert von J. Klengel, Frau Bau-
mann und Hr. Klengel) 64b. No. 14 (Hr. Moriz Rosenthal)
65 a. Festconcert am 4. Februar (Frau Schmitt-Csanyi und
Hr. Prof. Reinecke) 93b. No. 15 und 16 (Hr. Prof. Joachim,
Frl. Joachim, Frau von Knappstaedt) 107b. No. 17 (1. Sym-
phonie von Äeinecke, FrL Minor und Hr. Hilf) 124 a. No. 18
(„Christus der Auferstandene" von G. Schreck) 137 b. No. 19
(Frl. von Poznanska) 151a. No. 20 (mit Werken und unter
Leitung und Mitwirkung des Hm. A. Rubinstein) 179 a.
No. 21 (Ouvertüre „Hilarodia" von L. Grill, HH. Messchaert,
PriU und Hilf etc.) 191b. No. 22 (u. A. 9. Symphonie von
Beethoven) 206 b. Einweihung des Mendelssohn -Denkmals
imd Festconcert im Neuen Gewandhaus 287 a. Concert zu
Ehren der 10. Wanderversammlung des Verbandes deutscher
Architekten- und Ingenieur -Vereine am 80. August 455 a.
No. 1 mit dem Amsterdamer a capeUa-Chor unter Leitung
des Hm. D. de Lange 516a. No. 2 (Frl. Wietrowetz) 527 b.
No. 3 (Frau Mielke, Vorspiel zur „Stindfluth** von Saint-Saens)
539 a. No. 4 (Hr. Stavenhagen) 551 b. No. 5 (Frl. Leisinger
und Hr. Wille) 567 a. No. 6 (Werke von Schumann) 607 b.
No. 7 (Frl. Jordan, Hr. Prill), No. 8 (B dur-Symphonie von
Herzogenberg etc.) 628 b. No. 9 (Brahms- Abend, Frau Matz-
Langsdorff, Hr. Freund) 640 b. Akademische Orchester-
concerte: No. 4 mit Werken von Weber, Spohr und Schubert,
Hr. Hilf 64b. No. 6 (slavische und französische Compo-
nist en, Frau Kretzschmar auf dem Janko-Flügel) 108 a. No. 6
(Werke neuerer Zeit, Hr. Hausmann) 150a. No. 1 (von
Gabrieli bis Bach und Händel) 567 a. No. 2 (Cesti, Piccini,
Gluck, Viotti, Hr. Zajic) 623a. Liszt-Verein: 3. Concert
(„Mazeppa** von Liszt, „Tod und Verklärung" von Rieh.
Strauss, Hr. Siloti) 164 b. 4. Concert unter Leitung des Hrn.
Weingartner (Dante-Symphonie von Liszt etc. , HH. Gausche
und Schuster) 313 a. 5. Concert (C moll- Symphonie von
Klughardt, Symphonie-Bruchstück von Ansorge, Hr. Staven-
hagen und Frl. Schämack Ho5a. 1. Concert („Macbeth" von
Rieh. Strauss etc.) 566 b. Riedel -Verein: 1. Concert mit Werken
der Venetlanischen Schule 12db. 2. Concert (13. Psahn von
O. Taubmann, und Deutsches Requiem von Brahms) 165 a. Con-
cert am 2. Juni (die deutsche Schule) 312b. Aufführung
von Draeseke's Fis moU-Messe 608 a. Bach -Verein: Concert
am 81. Januar 80 b. 2. Kirchenconcert 191a. Hausconcert
(u. A. „Weihe der Nacht" von Herzogenberg, HH. Klengel
und Consolo) 276a. 1. Kirchenconcert (Weihnachtsoratorium
von S. Bach) 664 b. Singakademie : Aufführung von Schumann's
„Paradies und Peri" I37a. Auffuhrung der „Jahreszeiten"
von Haydn am 7. Nov. 579 b. Universitäts- Sänger verein zu
St. Pauli: Concert im Neuen Gewandhaus (u. A. „Die ver-
lassene Mühle" von T. Streng) 123 b. Concerte am 17. und
18. Juli bei Gelegenheit des 70jährigen Stiftungsfestes 385 b.
„Arion": Concert am 9. Februar 108 b. Sommerfest (u. A.
Akademische Festouverture von Draeseke) 370a. Lehrer-
Gesangverein : 16. Stiftungsfest (u. A. „Columbus" von H.
Zöllner) 137 b. Concert am 9. Juli 37( b. Concert am 12. No-
vember (Nummern aus der 2. Messe von Volkmann, Frau
Baumann, Hr. Hilf) 579 b. Concert des „Arion" aus New- York
am 14. Juli (Frl. Powell und Hr. Rummel) 370 b. Kammer-
musiken im Neuen Gewandhaus: No. 4 (HH. Prill und Gen.)
28a. No. 6 (HH. Hilf und Gen. unter Mitwirkung des Hrn.
Prof. t)r. Reinecke, u. A. Streichquartett Op. 211 von Reinecke)
66b. No. 6 (HH. Prill imd Gen.) 108a. No. 8 (HH. Prill
und Gen.) 165b. Extrakammermusik unter Mitwirkung des
Hrn. A. Rubinstein (G moU-Clavierquintett von Rubinstein)
179a. Letzte Kammermusik („Der Rose Pilgerfahrt." von
Schumann etc.) 205 a. No. 1 (HH. Hilf und Gen., u. A. B dur-
Streichquartett von Brahms) 640 a. No. 2 (HH. PriU und
Gen., Clarinetten-Quintett von Brahms, E moU-Streichquartett
von Verdi etc.) 579a. No. 3 (HH. Hilf und Gen.) 624 b.
No. 4 (HH. Prill und Gen., Blasoctett von C. Reinecke) 640b.
Kammermusikverein: 3. und 4. Soiree (Ciavierquartett Op. 14
von R. Kahn et«.) 205 b. 1. Musikabeud (Streichquartett von
Affemi, Frl. Hoppe) 579b. 3. Musikabend (Ciavierquartett
Op. 75 von H. v. lierzogenberg) 641a. BLammermusiken im
Riedel -Verein: No. 168 (u. A. „Rosen und Myrthen", Lieder-
cyklus von C. Piutti) 206 a. Populäre Kammermusikabende
von Hm. von Böse und Gen.: No. 3 52a, No. 1 540a, No. 2
641 a. Gründungsconcert des Grieg -Vereins (Frl. Polscher)
276b. Kammermusik der HH. Prof. Barth, de Ahna und
Hausmann aus Berlin 65b. Geistliche MusikauffUhrungen:
Hauptmann-Feier in der Thomaskirche, von den Thomanern
veranstaltet 528a. Concert des Hrn. Pfannstiehl mit den
HH. E. Schneider und Müller 540 a. Concert des Frl. Gross-
schupf mit den HH. Gerhardt und Schlemüller 540 a. Char-
freitagsaufftihrung der Matthäuspassion von S. Bach 240 a.
Concerte des Amsterdamer a capella-Chors unter Leitung des
Hrn. Daniel de Lange am 23. Juni 343 a und 12. Oct. 627b.
Concert zum Besten der Gemeindepflege in der Lutherparochie
(Frau Steinbach-Jahns, Fritz Brückner, HH. Weidenbach und
von Böse) 66a. Verschiedene Orchesterconcerte: Zum Besten
der Arbeitelosen (Frl. Polscher ^ Hr. Field) 165b. American
Composer's Concert unter Leitung des Hrn. Arens 216a.
Concert zu Ehren des Congresses f&r innere Medicin 240 b.
Matinee zur Begründung des Pensionsfonds der Aspiranten
des städtischen Theater- und G^wandhausorchesters (,,Don
Quixote" von Rubinstein, Hr. Rosen thal) 240b. Zwei Con-
certe des Hrn. Meyder mit seiner Oapelle aus Berlin 500 b.
Wohlthätigkeitsconcert in der Musikhalle des Krystell-Palastes
unter Leitung der HH. C. Schröder und von Woyisch (unter
Mitwirkung des Frl. Mark und der HH. Perron und Halir) 527 a.
Concert des Vereins ehrenvoll verabschiedeter Militärs (Hr.
Prof. Reinecke und Frl. Walther) 608 b. Concert des Orchester-
vereins der Musikfreunde (Symphonie von Ferd. Thieriot etc.)
623 b. Solistenconcerte: des Hm. Sarasate 66 a, des Hrn. Moriz
Rosenthal 94 a, der Frau Formhals 151 a, des Ehepaares Röe 165 b.
2. Concert des Hm. Moriz Rosenthal 178b. Musikauffiihrungen
des Hm. Pfannstiehl am 10. April 216b und 4. Dec. 64 Ib.
Concert des Hrn. Wild mit Werken eigenen Verlags (Frls.
Polscher und Brammer) 276 b. Concert der Frau Lillian
Sanderson mit Frau Soldat -Roeger und Hm. Staven-
hagen 640 a. Concert des kleinen Pianisten Raoul Ko-
czsuski 640 a. Matinee der Frls. Rosa Paghell i und Polly
Hofmann 654b. Aufführungen des k. Conservatoriums:
I. OefFentliche Prüfung (9. Symphonie von Beethoven) 124a.
Die übrigen neun PrSungen 240b, 252a. Vorführung von
Schülerinnen der Frau Unger- Haupt 287 b. Musikfiuische
Soir6e des Frl. Götze am 26. Oct. 661 a. Die Oper: Frl. Doen^
als Agathe im „Freischütz" 17 b. Mozart-Feier, einschliesslich
eines Concert/cs, sonstige Vorkommnisse im November und
December 39 a. Fünf Wagner- Abende, „DerBlita" und „A'ida"
neueinstudirt 108b. Ereignisse im Februar: Wiederauftreten
des genesenen Hm. Schelper, „La Basoche" von Messager,
Neueinstudirungen, 100. Geburtetag Rossini^s, „ Meistersinger" -
Aufführung am 14. Febr. ete. 261a. Vier Wagner- Abende
im März 263 a. Ereignisse im April 277 a. Ereignisse im
Monat Mai („Casilda" von Ernst, Herzog von Sachsen-Coburg-
Gotha, Gastspiele ete.). Hauptvorkommnisse seit Anfang
Juli („Der Gouverneur von Tours" von Reinecke u. s. w.) 4l4b.
„Gringoire" von I. Brüll 464a. Lübeck. 1. Aufführung der
neuen komischen Oper „Der Gouverneur von Tours" von
C. Reinecke 67a. Magdeburg. Der Tonkünstlerverein, Con-
certe des Kirchengesangvereins, des Brandt^schen Gtesang-
vereins, Künstlerconcerte (Hr. Oberhauser mit Frls. v. Pilgrim
und V. Schönwald, Frl. Nikita mit den HH. de Mlynarski
und M^er-Mahr), Gesellschaftsconcerte (Kaufmännischer
Verein, Lo^e Ferdinand) 609a. MOlhelm a. d. Ruhr. Der
Gesangverein unter der Leitung des neuen Dirigenten Hrn.
StroncK 277 b. Oldenburg. 1. Abonnement-Concert der Hof-
capelle (Hr. Ernst) 624a. Paris. Concerte der HH. Colonne
und Lamoureux, Berlioz und Wagner nehmen die Hauptstelle
ein, Novitäten französischerComponisten(Saint-SaÖn8'„Africa",
Charpentier's „Eindrücke aus Italien", Erinnerung an die
Verdienste Victor Wilderes) 622a. Plauen i. V. Die Cantate
Op. 20 von Aug. Riedel, bei Einweisung dos neuen Superin-
VI
tendenten aufgeführt 416b. Schwerin. Hofcapellmeister
Alois Schmitt verlässt Schwerin infolge von Differenzen mit
der Intendantur 138 b. Sondershausen. AufftLhrang von
Carl Schröder^s Oper .Aspasia" 138 b. 2. und 3. Lohconcert
(u. A. „Romeo und Julia" von Tschaikowsky, Ouvertüre zu
„Christoforus" von Bheinberger und „Todt^ntanz" von G.
Hiemenschneider) 344 a. 4. Lohconcert und Extraconcert am
28. Juni (Balletmusik aus „Aspasia" von 0. Schröder). 5. Loh-
concert (Phantastische Symphonie vonBerlioz, „Liebesn-ühlin^"
von Rückbeil), Weggang des Solo Violoncellisten Hm. Martm
372a. 6.— 15. Lohconcert (HH. Corbach und Martin) 477b.
16. und 17. Lohconcert (HH. Martin imd Corbach) 601b.
Stettin. Aufführung des Chorwerks „Krösus" von 0. A. Lorenz
durch den Stettiner Musikverein 161b. Stuttgart. Erste
Auffühnmg von Cornelius' Oper „Der Barbier von Bagdad"
288b. Utrecht. 17. Generalversammlung und Musikfest des
Niederländischen Tonkünstlervereins (Hr. Petri) 313 b.
Weimar. Aufführung von Wagner's „Tristan und Isolde" 53a.
Gastspiel des Hrn. Alvary als Tannhäuser und Walther von
Stolzin^ 95 a. 1. Aufführung von Hans Sommer's Oper
„Lorelei" 327 a. Kurze Zusammenstellung der Vorkommnisse
in der letzten Saison, Kammermusikabende der HH. Lassen,
HaHr und Gen. (Hr. Giessen), Musikabend der HH. Eoesel
und G«n. (Hr. Bucha) 369 a. Concert der Frau Hessenland-
Formaneck, Aufführung von Berlioz' Requiem in der
Stadtkirche, Solisten der Theaterconcerte (HH. Staven-
hagen und Joachim, Frau Margarethe Stern), die Orchester-
leistungen in den Theaterconcerten 385 a. Erste Auffüh-
rung in Deutschland von Massenet's Oper „Werther" 596a.
Wien. Philharmonische Concerte No. 1, No. 2 (Mozart-Feier,
Frl. Baumeyer) 27a. No. 3 (C moll-Symphonie von Brückner)
4b, 16b. No. 4 (u. A. „Don Juan" v. Rieh. Slrauss) 122b.
No. 5, No. 6 (Suite a. „Esclarmonde** von Massenet), Ausser-
ordentliches Concert (Ouvertüre „Husitska** von Dvor&k,
„Sommernächte** von Berlioz, Hr. Rossi etc.) 136 a. Ende des
Cyklus, No. 7 (Ouvertüre „Im Herbst" v. Grieg und „Vene-
zianische Nächte" für Ciavier und Orchester von Pirani, ge-
spielt vom Componisten) , Ausserordentliches Concert zum
Besten des Hofopernpensionsfonds 204 a. Concerte der Ge-
sellschaft der Musikfreunde: 2. Mozart -Festconcert (HH. G.
Peters und G. Walter etc.), 1. Mozart-Festconcert 27 b. Drei
Ordentliche und ein Ausserordentliches Concert (Hr. Wessely,
„Das Lied von der Glocke" von M. Bruch etc.) 164 a. No. 4
(Mendelssohn's „Walpurgisnacht", S. Bach's Pfingstcantate und
Dvol&k's D dur-Suite) 178a. Concert des Hm. A. Rubinstain
zum Besten der Armen am 31. Jan. mit eigenen Werken (G moll-
Symphonie, Es dur-Clavierconcert) 92 b. Aufführung der Missa
solemnis von Beethoven durch den Singverein 239 a. Kirchen-
concert der Singakademie 239 b. Aufführung von MendeLs-
sohn's „Antigone"-Musik durch den Männergesangverein und
das Hofopernorchester 178b. Kammermusik: Quartett Rosö,
Mozart-Feier 27b. Ciavierquartett Op. 18 von Rieh. Strauss,
Streichquintett Op. 111 und Clarinettenquintett von Brahms
122b. Joachim -Quartett aus Berlin 123 a. 10. Renaissance-
Abend der HH. Dr. Hirschfeld und Köstinger 239a. Virtuo-
senconcerte: HH. Rosenthal, Sauer und d^Albert., Frl. Poz-
nanska, Hr. Knutzen 239 b. Concerte des Frl. Kemdl mit
den HH. von Stocla und Luka, des Frl. Mandlich mit den
HH. Radnitzky und Luka und des Frl. Dürmberger mit den
HH. Rosö und Hummer, Frl. von Timoni, Hr. Stavenhagen,
die Wunderknaben Koczalski und Spielniann 262 a. Gebrüder
Thern, Hr. und Frau R6e, HH. Joachim (Concerte v. Bruch
[No. 3] und Joachim [No. 2]) und Ondriiek, Damen Panteo und
Scotti, Frau Amann-Neusser, Frl. von Brennerberg, Frau
Breitner, HH. Breitner, Lewinger, Sara.sate, Frau B. Marx
275 a. Liederconcerte der Damen Sanderson, Barbi, Finken-
stein und Pattini, der HH. Bettini, Bulss und Reichmann
299b, sowie des Hrn. G. Walter u. der Frau Nicklas-Kempner,
über Hugo Wolfs Lieder, Hr. F. Löwe, HH. Gärtner und
Savart (Hornconcert Von R. Strauss) 312a. Oper: Der
Mozart-Cyklus 63 a. „Siegfried "-Aufführung am 13. Febr. mit
Hrn. Dippel als Siegfried I23a. Novitäten: „Die Liebenden
von Teruel" von Breton, „Ritter Pasman" von Job. Strauss
342a. „Werther" v. Massenet, „Freund Fritz" v. Mascagni
353b. Von der internationalen Musik- und Theater- Ausstel-
lung, 1. und 2. Festconcert, die Populären Symphonieconcerte
454a. Gastdirigenten HH. F.H. Cowen aus London mit eigenen
Werken, F. Löwe (D moll-Symphonie von Anton Brückner),
Miisikaufführung des Akademischen Wagner -Vereins unter
Leitung des Hm. J. Schalk einige Wochen zuvor (Esdur-
Symphonie von Anton Brückner, Ovationen fiir Brückner)
476 b. Concert mit Werken amerikanischer Componisten
unter Leitung des Hm. F. X. Arens, Gttötdirigenten HH.
Mancinelli und Svendsen mit eigenen Werken, Nachschrift
189 b. Gastdirigent Hr. Heuberger, „Die Eroica" in einem
Populären Concert unter Jjeitung des Hm. Grädener 616a.
Die Historischen Concerte, darunter drei von dem Amster-
damer a capella-Chor unter Leitung des Hm. D. de Lange,
Concerte des Ambrosius-Vereins und aer Wiener Singakademie
526 b. Fremde Opern im Ausstellungstheater: die czechische
Oper („Die verkaufte Braut" und ,, Dalibor" von Smetana,
„Dimitrij" von A. DvorÄJk, das Melodram „Pelop*s Braut-
werbung" von Fibich), die italienische Oper (Mascagni's „Ca-
valleria rusticana" und „Amico Fritz" ^ „I Pagliacci" von
Leoncavallo 550a. „Mala Vita" von Giordano u. s. w., die
polnischen Opemvorstellungen: „Halka" von Moniuszko, das
Singspiel „Krakowiaken und Goralen" von Kurpinski 565 a.
ZwiCKau. Die Aufführung der 9. Symphonie von Beethoven
das Hauptereigniss der Saison, 1. Muslkvereinsconcert als
Mozart-Feier, Hr. Vollhardt als Pianist, Frl. Schauseil, zwei
Kammermusikabende des Hm. Türke, Kirchenmusik, Ein-
weihung der grossen Orgel in der Marienkirche, Aufführung
von Mozart's Requiem am 22. Nov. 53b. Die letzten zwei
Musikvereinsconcerte (B dur-Symphonie von Svendsen, Ouver-
türe zur Oper „Hertha" von Curti, Frl. Polscher, HH. R.
Zwintscher und Hilf), HH. W^ilhelmj und R. Niemann,
3. Kammermusik des Hm. Türke, Verdienste dieses Herrn
um die Pflege der Kammermusik 263 b. Zwei Concerte der
Pauliner aus Leipzig, der Zwickauer Lehrer -Gesangverein,
die kleinen Kirchenmiusiken des Hm. Vollhardt, Schlussconcert
des a capella-Vereins, „Selig aus Gnade" von A. Becker 277 b.
VI. Concertumschau.
In jeder Nummer.
VII. Engagements und Gastspiele in Oper und
Concert.
In jeder Nuiomer.
VIII. Kirchenmusik.
In jeder Nummer.
IX. Opernauffahrungen.
No. 1—4, 6—9, 11—13, 15, 17—21, 24, 25, 27, 41—43, 46,
47-61.
X. Aufgeführte Novitäten.
No. 1, 3, 6, 9, 11, 18, 14, 16, 19, 21, 26—30, 36, 36, 38, 40,
41, 44, 47, 49, 61.
XI. Musilcalien- und Büchermarlct.
9a, 183b, 346a, 402a, 492a, 503a.
XII. Vermischte Mittheilungen und Notizen.
In jeder Nummer.
Daraus im Besonderen:
Auszeiehnungen: de Ahna 71a. AUögre 115b. Auber^
gier 71a. Aubrun 115b. Bär 504b. J. Bamby 432a. L.
Bas 71a. A. Bauer 245 b. Frl. Baux 71a. P. Benoit 614 b.
E. Bertrand 402b. v. Bezecny 630b. B. Bilse 619a. Frau
Blavet 71a. J. C. Boers 479a. A. Brodsky 57b. H. v. Bron-
sart 143 b, 544 a. M. Brucb6o7b. Brument 115 b. Büttner 83 b.
Dr. H. Bulthaupt 281b. Frl. B. Carante 71a. Frau Ca-
stillon 71a. Ohabaud 115 b. Frl. C. Chaminade 71a. Chapiiis
ll5b. Chavaffnat 115b. Chevillard 115b. Chimöne 115b.
CUerc ll5b. A. CoUongues 71a. de Corteuil 116b. Cossira
7la. G. Cusins 468 b. Delaunay 115 b. L. Desjardins 71a.
J. Diamand 196 b. Donnay 115 b. A. v. Dommer 876 b.
Doppler 317b. F. Draeseke 233b. Frau Duverdray 71a.
A. Bichbom 860b. A. Felchner 418b. G. Ferling 20b.
Fichot ll5b. Fischer 169b. Fritsch ll5b. Frl. Fritsch 281 b.
Gaene 115 b. Gazier 115 b. Gianni 71a. Gillard 115 b.
Goldberg 333b. Gresse71a. Guillaume 115b. A. Hal6vy7la.
Halir 504b. Handloser 268b. Frau Heink 33b. J. Hellmes-
berger sen. 33 b. Hennig 376 a. Graf v. Hochberg 71a,
268b. Hohlfeld 33b. H. Huber 418b. V. d'Indy 33b.
Jacobson 456 b. Jahn 33 b, 530 b. JuUien 115b. feeiser
360b. Kempter 599b. de Kervöguen 115b. Knapp 281b.
Knüpfer i55b. Koch 115b. Kohl 115b. Anton Krause 645b.
M. Krause 376 a. E. Kretschmer 238 b. Kruse 466 b.
JLacoste 71a, 115 b. Lagier 71a. Th. Lammers 57 b.
Laurent 115b. Laveissi^re (gen. Nouvelli) 115b. Lematte
vn
llBb. Ligner 115b. Louvat I15b. Frau Luc ll5b. Lyon
116 b. Madoulö 116 b. New -Yorker Männergesangverein
„Arion" 387 a. Marcbal 116 b. Marmontel 10 b. Marquart
115b. Martel 115b. Martin 116b. A. Meissner 86b, 5d0b,
628 a. A. Messa^r 46 a. Metius 268 b. J. Meyer 402 b.
Mottl 268b. F. Müller B7b. de Ifattes 115b. Dr. E. Nau-
mann 664a. J. Nestier 888b. W. F. Nicolai 479a. Opitz
919b. Paladilhe 376b. W. Parrat 468b. P6not 115b.
Perdu 115b. Perri6 115b. Piödeleu 71a. Pirodon 71a.
Pourcel 115 b. E. Prager 654a. A. Bandegger 185 b. Frl.
Baoult 115 b. B^s 115 b. Frau Eenaua-Maury 116 b.
O. Reubke 165 b. E. Reyer 33 b. Frau L. de EiU6 71a.
Rosenberg 281b. E. Rüdiger 245b. Frau Sallard 71a. P.
de Sarasate 376a. Frl. Scherenberg 10b. A. Schott 196b. A.
Schwartz402b. Prof. L Seiss 360b. S6v6n6ry 402b. Sicard
115b. J. Smith 530b. Staegemann I15b, 645b. Staven-
hagen 554a. W. Steinhart 245b. W. Steinway 360b. F.
Stockhausen 166b. Stoumon 33 b. Strauss 5l9a. Sucher 85 b.
A. Sullivan 468b. E. Thuillier 71a. Turban 115 b. Unger
268b. Urban 219b. Frau Vaucorbeil 116b. de Vaux 116b.
P. V6ronge de la Nux 402 b. Frau Therese Vogl 376 a.
Weingartner 85b, 504b. C. Wendling 493b. Ch. Widor
402 b. Wieprecht 466 b. Wünzer 860 b. Prof. A. Zamara
804 b. Zumpe 360 b.
Nekrolog: Robert Franz 554a.
Todtenllste: Heinrich de Ahna 646 a. J. Allen 482 b.
A. Artus 219b. A. Aulagnier 304b. Frau Cl. Bartolini 67b.
E. Behnke 504 b. E. Berger 185 b. G. Bergmann 387 b.
J. Blaes 67b. A. Bottero 115b. O. Bottero 418b. A. Bouvier
804b. Frau Brandt-Görtz 219b. Marie Breidenstein 291b.
Prof. G. Brückner 599 b. H. Brückner 360 b. L. Buti 98 b.
Ch. Buzian 443b. A. Capanna 57 b. W. 0. Carpenter 432b.
Frau A. Cataneo 71a. A. Cellier 20 b. Frau Chturton-Demeur
667b. Chollet 46a. G. Ciampi 219b. Abb6 F. CoUin 10b.
D. Cortesi 360b. R. Costa 186b. H. Cr^mieux 519a. J.
Cyriax 519 a. Rosa CziUag 115 b. A. Desrousseaux 628 a.
O. Dessoff 654a. A. Didot 256b. Th. Dodds 156b. F. Dol-
metsch 256b. Frl. M. Donne 317b. H. Dom 34a. J. Duprato
291b. Ch. Duvois 144a. G. BhrUch 196b. J. S. Evans 85b.
J. Farley 338b. C. Faust 479a. Ch. Ferlus 333b. G. Fiori
10 b. H. Franke 564 a. Dr. Robert Franz 544 a. A. Gambara
268b. B. Gamucci 98b. Ch. N. E. Gand 115b. A. Garzoni
98b. Th. Gaugier 468b. A. W. Gihner 317b. P. S. Gümore
519a. A. Gouzien 443b. Grandjany 20b. H. Greve 268b.
E. Guiraud 268b. A. E. Hablawetz 493 b. F. J. Hager 504b.
W. HaUe 317b. M. Hanisch 258b. G. Hartmann 209b. C.
Hauer 186 b. Henseler 614 b. F. Herv6 570 b. Frau E. von
Herzogenberg 33b. J. Heyberger 116 b. Th. H. W. Hül 20 b.
Prof. E. Hille 20 b. F. Hinrichs 554a. T. Hohler 317 b. B.
Hopstock 814b. Ed. Horak 646a. R. Ibach 418b. Frau
H. Jadassohn 84 b. Prof. G. Janke 245 b. G. J. Japha 143 b.
L. Jungmann 604b. A. Jungmann 699 b. H. Kahl 418 b.
Frau Th. Kalliwoda 233b. C. Kammerlander 443b. M.
Earasowski 246 b. H. Klahre 71a. Frau Z. Kotschetoff
245b. Dr. E. Krause 196b. Frau Krüte-Wüst 657b. F.
Krug 584 b. J. JLallemand 20b. Th. Lalliet 291b. E. Lalo
246b. J. Lambert 143b. Dr. W. A. Lampadius 219b. F.
Lamperti 245 b. Dr. W. Langhans 317 b. R. Larwill 466 b.
M. Laufer 155b. Lauwers 169 b. A. Leduc d33b. A. Lim-
nander de Nieuwenhove 443 b. G. Lobero 418 b. G. Lom-
bardo (Lombardini) 383 b. C. Lucca 504 b. Hannsfeldt 86 b.
L. Massart 128b. Ch. W. Melville 196b. L. M6nard 614b.
A. A. Mercuri 156 b. Frau Sarah Metzger 432 b. Michel
570 b. Dr. P. Mirsch 468 b. F. Mittelhauser 699 b. Morel
614b. G. W. Morgan 402b. E. Morlais 360b. A. Mutel
144a. J. Ifagel 519a. F. Niest 128b. L. Oertel 165b.
J. Cid ll5b. Baron B. Orczy 85 b. A. Panizza 833b. E.
Pasquö 185b. H. S. PauUi 71a. J. F. Pester 115b. H.
PhiHppi 817 b. Pickaert 418 b. F. Poise 281b. H. de la
Pommeraye 20 b. V. de Pontigny 144 b. C. Pontoglio 169 b.
T. auilez 360b. B. Razzetti 143b. Frl. A. Richardson 85b.
H. Riedel 376 b. F. Riga 67 b. Frau S. Rosen 98 b. Frau
Rossi-Caccia 333b. J. fiuczek 57 b. J. Ruelle 466b. Prof.
Dr. W. Rust 245b. A. C. Ryder 479a. F. Sangalli 519a.
A. Sangiovanni 57 b. Prof. G. Scharfe 347 a. W. Schauseil
664a. C. Scheel 86b. A. Schubert 85b, 115b. J. Schubert
148 b. H. de Senger 46 a. E. Sheppard 482 b. A. Sinsoilliez
347b. J. N. Skraup 268b. F. Z. Shnihersky 443b. Marianne
Spohr, geb. Pfeiflfer 57b. J. StahUmecht 46 a. Ch. E. Stephens
418b. F. Strauss 876b. FrL M. Tayau 466b. P. Tharaud-
Mainvielle 876b. Frau Theisen (Edith Ploux) 155b. E. W.
Thomas 670b. G. Thomas 18öb. 0. Tiersch 684b. H. C.
Tinmi 604b. C. Tingry 402b. L. Tofanelli 98b. F. Toms
238 b. Zelia TrebeUi-Bettini 432 b. W. Tschirsch 33 b. F.
Tetta 418b. Ch. L. A. Vogel 493b. Vogl 71a. Frau Viguier
98 b. A. Wallerstein 196 b. Dr. A. E. Wendler 281b. R.
Westühal 432b. Ch. A. White 219b. V. Wüder 468b.
C. Will 443b. Dr. A. Wogritsch 504b. Frau A. Worgitzka
185b. J. E. Wurm 209b. J. G. Zahn 584b. J. B. Zerbolini
57 b. Zimmermann 10 b. G. Zucchini 196 b.
XIII. Offener Sprechsaal.
Zum Capitel der „Nachempfindung". Von Robert Franz 20a.
Erwiderung des Hrn. Dr. Reimann 45 a.
Nochmals zum Capitel der „Nachempfindung". Von Robert
Franz 57 b.
Erwiderung des Hm. Dr. Reimann 71a.
Zimi Capitel der „Nachempfindung". Von Robert Franz 85 b.
Brief des Hrn. Moriz Rosenthal an den Redacteur 85 b.
Erklärung des Hm. H. Ehrlich 98 b.
Erwiderung des Hm. Moriz Rosen thal 99 b.
Noch einmal die „Camilla" des Hm. Carl Goepfiart. Von
A. Smolian 220 a.
Kurzer Brief des Hm. H. v. Bülow 245 b.
Zu meiner Methode der Schlüssel-Lehre. Von Max Arend 479 b.
Marke Tristan's Ohm. Erwiderung an Hrn. Dr. Rudolf
Schlösser. Von Moritz Wirth 519 b.
Hr. Concertagent Hermann Wolff in Berlin und seine Be-
handlung unberühmter Künstler. Von A. Siloti 600 a.
Protest gegen unwahre Beschuldigungen. Von E. W. Fritzsch
614b.
Brief des Hm. A. Siloti 628 a.
Berichtigung des Hrn. Dr. H. Reiniann und Erwiderung von
E. W. Fritzsch 628b.
Ein Preisausschreiben. Von Th. Graff 646 a.
XIV. Berichtigungen und Ergänzungen.
281b, 304 b, 360b, 418b, 443b, 499a, 544b, 646a.
XV. Abbilduna.
Das Felix Mendelssohn Bartholdy-Denkmal in Leipzig 301.
XVI. Briefkasten.
In jeder Nummer.
XVII. Anzeigen.
(Die Nummernangabe gilt nicht der Anzeige selbst, sondern
dem Blatt.)
Jos. Aibl Verlag (München) No. 8, 15, 25, 43, 47, 51, 52.
W. Auerbach Nachf (Leipzig) No. 1, 4, 5. 6, 25, 37, 39, 41,
43, 45, 47, 49, 51. Aufruf! No. 46. Chr. Bachmann (Hannover)
No. 15. Aug. Batschari (Baden-Baden) No. 40, 41, 42. C.
Bechstein (Berlin) No. 1, 3, 6, 8, 9, 10, 11, 13, 14, 16, 17, 19,
21, 22, 24, 25, 28, 29/30, 32, 33/34, 35, 36, 38, 41, 43, 45, 46,
47, 49, 50, 52. M. P. Belaieff (Leipzig) No. 5, 6, 7, 8, 9, 12.
Felix Berber (Magdeburg) No.50. Hedwig Bernhardt (Breslau)
No. 49, 51. Irma Betteea (Leipzig) No. 41, 43, 45, 47^ 49, 51.
Ludwig Bleuer (Berlin) No. 26. J. Blüthner (Leipzig) No. 1 — 52.
Job. Aug. Böhme (Hamburg) No. 42, 44 46, 48, 50, 52. J. G.
Boessenecker (Regensburg) No. 32. Bodo Borchers (Leipzig)
No. 1—48, 50, 51, 52. Gustav Borchers (Leipzig) No. 2, 6,
10, 15, 17, 24, 28, 41, 45, 50. Fritz von Böse (Leipzig) No. 38,
39. F. Bosse Musikalienhandlang (Leipzig) No. 4, 5. May
Brammer (Leipzig) No. 24. Breitkopf & Härtel (Leipzig)
No. 2—8, 10, 11, 13, 15, 17—28, 24—36. 38, 40, 41, 43—52.
H. Brett (Leipzig) No. 23. C. A. ChaÜier & Co. (Berlin)
No. 10, 20, 41. Das Gomite zur Errichtung eines Denkmals
für Ferdinand Möhring No. 6. Welcher Componist von
Ruf? No. 50. Scharwenka-Ganservatorium (Berlin) No. 37.
Conservatorium für Musik (Carlsruhe) No. 10, 11, 81, 32.
Conservatorium der Musik (Cöhi) No. 8, li?, 18, 28. Kgl.
Conservatorium der Musik (imd Theaterschule) (Dresden)
No. 29/30. Raff- Conservatorium (Frankfurt a. M.) No. 11,
32. Königliches Conservatoriimi der Musik (Leipzig) No. 8,
9. 29/30, 31. Oonservatoriimi der Musik (Mainz) No. 31, 35.
Fürstl. Conservatorium der Musik (Sondershausen) No. 8, 9,
13, 29/30, 32. Städtisches Conservatorium für Musik (Strass-
burg i. Eis.) No. 33/34, 35. Conservatorium für Musik (Wies-
baden) No. 18, 33/34. 35. Spangenberg'sches Conservatorium
für Musik (Wiesbaden) No. 89. Städtische Cur-Direction
gViesbaden) No. 10, 11. Margarethe David (Leipzig) No. 1.
udolf Dietrich (Leipzig) No. 44. Dirigentengesuch No. 40,
41, 42. Dirigent gesucht No. 19, 21. Nicola Doerter (Mainz)
vm
No. 26. Verlag der „Dresdener Wochenblätter" No. 47.
Sbner^sche Hoi- Musikalienhandlung; (Stuttgart) No. 39.
Eduard Ebert-Buchheim (Strassburg i. E.) No. 39, 40, 41, 42,
43. Adolf Eismann (Dresden) No. 22, 26, 28, 32, 35, 37, 39,
41, 43, 45, 47, 49, 51. Fräulein Margarethe Eussert No. 24.
Expedition dieses Blattes in fremden Angelegenheiten: Ein
prächtiger, ganz neuer grosser Concert- Flügel No. 13, 14
Eine Verlagshandlune No. 14, 16. Ein Musikdirector No. 2L
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gesangverein No. 41. Wer kauft ein einactiges Opernlibretto
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Jacobus Stainer - Geige No. 10. Der Gemeinde -Kirchenrath
der St. Johanniskirche (Memel) No. 19, 20, 21. Gesucht wird
sofort ein begabter Componist No. 12. Gnevkow & v. Gell-
hom, Musikalienhandlung (Kiel) No. 36. Gnevkow & Stern-
berg (Berlin) No. 1, 2, 10, 22, 23, 24, 60. Franzisca Gondar
(Leipzig) No. 44, 46, 46, 48, 49, 50, 61, 62. Joh. Gross (Inns-
bruck) No. 1. Alfred Grünfeld (Wien) No. 21, 22, 23, 49, 50.
51, 52. Ludwig Grünfeld No. 21, 22, 23, 49, 60, 51, 52. Carl
Grüninger (Stuttgart) No. 11, 17, 18, 19, 33/3i, 35. Moritz
Alb. (Sitter (Markneukirchen) No. 87. Julius Hainauer,
k. Hofmusikalienhandlung (Breslau) No. 7, 8, 9, 10, 20, 21,
22, 45, 46, 47 48, 49, 50, 61, 52. Carl Halir (Weimar) No.
17, 18, 19, 52. Wilhelm Hansen (Leipzig) No. 2, 3, 4, 5,
7—26, 27, 28, 31—52. Ein Harfenist No. 3. Prof. Hugo
Heermann (Frankfurt a. M.) No. 23, 24. Anna Heinig (Leipzig)
No. 2 86^ 37, 38, 39, 41, 42, 43, 44, 46, 47, 49, 60, 51. Heinrichs-
liofen s Verlag (Magdeburg) No. 10, 44. Rudolph Herfurth
(Berlin) No. 46, 47, 48. Max Hessens Verlag (Leipzig) No. 43,
44, 46, 46, 47, 48, 49, 60, 61, 52. Fräulein Sophie Heyden
No. 18. Jenny Heymann No. 16. Frau Meta Hieber No. 22.
Fritz Higgen (Bremerhaven) No. 36—52. Eugen und Anna Hil-
dach No. 22, 23. Fräul. Hoffelt (Dessau) No. 24. Johanna
Höfken No. 23. L. Hoflarth (Dresden) No. 20, 60. A. Hoff-
mann (Striegau) No. 5. Friedrich Hofmeister (Leipzig) No. 38.
Das herzogt. Hoftheater (Braunschweig) No. 19, 20. Clara
Hoppe (Frankfurt a. 0.) No. 2, 6, 11, 15, 19, 22, 24, 28, 32,
36, 86, 37^ 38, 39, 40, 44 46, 4ö 47, 48, 49, 60, 51, 52. R.
Hoppen (Cassel) No. 27, 28. Otto Junne, Musikverlag (Leipzig)
No. 19, 20, 43, 44, 46, 46, 47, 48, 49. 60, 51, 52. Rieh. Kahle's
Verlag (Dessau) No. 18. A. Kell's Buchhandlung (Plauen i. V.)
No. 3. Fr. Kistner (Leipzig) No. 1—52. C. A. Klemm
(Leipzig, Dresden, Chemnitz) So. 44, 47. Carl Klinner, Musik-
verlag (Leipzig) No. 39, 40. Frau B. von Knappstaedt (Leipzig)
No. 27. Alfred Krasselt ^Baden-Baden) No. 1, 2, 20—62. Gustav
Krausse (Leipzig -Gohlis) No. 44. Frau Krebs - Brenning
(Dresden - Strehlen) No. 4, 6, 8, 10. Frederic ILamond No.
22, 23. E. Lanz, Musikverlag (Bern) No. 46. Commissions-
Verlag v. C. F. Leede (Leipzig) No. 44. Maurits Leffson
(Philaäelphia) No. 32. Robert Leideritz (Ticipzig) 51, 62.
F. E. C. Leuckart (Leipzig) No. 1, 6, 9, 11, 12, 13, 14, 15,
17, 18, 24, 26, 26, 32, 37, 38, 89, 42, 44, 46, 46, 48, 50, 61,
52. Hans Licht (Leipzig) No. 18. Lippert'sche Buchhandlung
(Halle a. S.) No. 47. Eduard Mann (Dresden) No. 40, 41,
43, 46, 47, 49, 51. Georg Maske (Oppeln) 52. Concert-
direction Daniel Mayer (London) No. 21, 23, 25, 26, 29/30,
82, 37. Carl Merseburger (Leipzig) No. 2, 6. Job. Messchaert
(Amsterdam) No. 32. Carl Meyer No. 23. Anna Münch
(Leipzig) No. 1, 37, 38, 39, 40, 41, 42, 48, 44, 45, 46, 47, 48,
49, 50, 51. Ein akademisch gebildeter Musiker No. 37. Klind-
worth'sche Musikschule (Berlin) No. 35. Grossherz, sächsische
Musikschule (Weimar) No. 7, 9. Königliche Musikschule
(Würzburg) No. 33/34, 40. Musikverein (Linz, Ober-Österr.)
No. 29/30, 31. Mimi Ifaber (Cöln-Düren) No. 37, 39, 4L 48, 45,
47, 49, 61. Nagel's Musikalien- Verlag und -Sortiment (Leipzig)
No. 9, 10, 11, 12, 18, 14, 15, 16, 17, 18, 19. Der Oberbürger-
meister (Aachen) No. 33/34, 41. Der Oberbürgermeister (Cöln)
No. 8, 36, 60. Für den Oberbürgermeister (Düsseldorf) No.
27, 28. Martin Oberdörffer (Leipzig) No. 37. ' Herrn. Oester-
witz (Dessau) No. 18. Opemtext (romant. Dichtung) zu ver-
geben No. 42. Für ein Orchester in Irland No. 83/34, 85.
P. Pabst's Musikalienhandlung (Leipzig) No. 2, 3, 4, 6 — 15,
17, 18— 26, 28— 37, 39, 41, 42—62. A. H. Payne (Lei^^)
No. 50. Helene Perl (Sondershausen) No. 35—44, 46—62.
C. F. Peters (Leipzig) No. 11, 17, 50, 51, 52. Heinrich
Petersen (Leipzig) No. 46. Martin Plötner (Chemnitz) No.
)lscher (Leipzig) T
Wühehn Posse (Berlin) No. 1, 3, 6, 6, 10, U, 15, 19, 23, 28,
14. Clara Polscher (Leipzig) No. 38, 39, 40, 42, 43, 47, 51.
32, 36, 38, 40, 43. Praeger & Meier (Bremen) No. 3, 6, 11.
Der Präsident des Schiürathes (Glarus) No. 23, 24. Carl
Prill (Leipzig) No. 4 — 40. 4|uittuiig und Dank No. 1, 7,
16. Baabe & Plothow [M. Raabe] (Berlin) No. 6, 6, 8, 10,
16, IV, 18, 44, 45, 46, 47. D. Rahter (Leipzig) No. 2, 3, 6, 8,
10, 12, 16. Der Rath der Stadt Leipzig No. 12, 46. Louis und
Susanne R6e (Wien) No. 26. Willy Rehberg (Genf) -No. 1—52.
Feodor Reinboth, Verlag (Leipzig) No. 31. Dr. Hugo Rie-
mann (Wiesbaden) No. 14, 28. Ries & Erler (Berlin) No. 2,
3, 5, 10, 11, 13, 14, 15, 18, 21, 22, 23, 24. 26, 41, 42, 44, 46,
46, 47, 49, 50, 51. Max Röder (Mülheim [Ruhr]) No. 42. Max
Ronneburger (Dresden) No. 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15. Arnold
Ros6 rWien) No. 21, 22, 23. Franz Rummel No. 23. Fräu-
lein Clara Schacht No. 28. Anna Schimon-Regan (München)
No. Ij 41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48, 49, 50, 51, 62. Arthur P.
Schmidt (Leipzig und Boston) No. 6, 7, 11, 13. Dorothea
Schmidt No. 22. Ernst Schneider (Leipzig-Reudnitz) No. 48,
51, 52. Katharina Schneider (Dessau) No. 1, 2. 3, 4, 6, 6, 7 8, 9,
10, 11, 12, 14, 16, 18. Schott fr^res (Brüssel) = Otto Junne
(Leipzig) No. 1, 9, 10, 11, 12, 43, 44, 45, 48, 49. B. Schott's
Söhne (Mainz) No. 12, 16, 17, 24, 88/34, 43, 44, 46, 46, 47,
49, 50, 51. Hofcapellmeister Prof. Schröder (Sondershausen)
No. 29/30, 31. J. Schuberth & Co. (Leipzig) No. 32—52.
Richard Schulz -Domburg (Würzburg) No. 20, 21, 22. C.
Schwalbach (Leipzig) No. 1, 2, 3, 4, 6—22, 24—26, 28—36,
88, 39 41—62. Schweers & Haake (Bremen) No. 26. Schwei-
zerische Verlagsdruckerei (Basel) No. 61. C. F. W. Siegel's
Musikalienhandlung [R. Linnemann] (Leipzig) No. 1, 4, 6,
6, 7, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 16, 20, 21, 23, 24, 26, 26, 38,
40, 41, 42, 44, 46, 47, 48, 49, 60. Felix Siegel (Leipzig)
No. 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 10, 12, 14. A. Süoti (Paris) No. 11,
13, 15, 17, 19, 21, 2a 26, 27, 29/30, 32, 88/34, 36, 37, 39, 40,
42, 44, 46, 48, 60. Carl Simon, Musikverlag (Berlin) No. 23,
24, 26, 26. Anton Sistennans No. 22, 23. Emil Sommer-
meyer, Musikalienhandlung (Baden-Baden) No. 20, 21, 22, 38.
Der Stadtrath (Ehrenfriedersdorf) No. 45. Margarethe Stahl
(Dresden) 51, 62. Steingräber Verlag (Leipzig) No. 37—46.
Stern & Ollendorf (BerBn) No. 46—62. Steyl & Thomas
(Frankfurt a. M.) No. 4, 5, 8, 15, 41. Clara Strauss-Kurzwelly
No. 52. Ein kreuzsaitiger Stutzflügel No. 10. Hermann
Teibler's concess. Musiklehranstalt (Aussig a. Elbe) No. 61.
Dr. Thilenius (Wiesbaden) No. 32. P. J. Tonger (Cöln) No. 2.
Verein Bremischer Musikfreunde No. 33/34. Der Verein zur
Errichtung eines Denkmals für Felix Mendelssohn Bartholdy
(Leipzig) No. 20. Zu verkaufen: Eine Stradivarius-Geige No. 43.
Verwaltungsrath der Bühnenfestspiele (Bayreuth) No. 37, 38.
Ein routinirter Violinist No. 19. Ein conservatorisch gebil-
deter vorzüglicher Violoncellist No. 16, 17. Agnes Wahls
(Leipzig) No. 41 — 62. Constantin Wild's Verlag (Leipzig und
Baden-Baden) No. 28—39, 41, 49, 50, 51, 62. Frau Emilie Wirth
No. 22, 23. Herrn. Wolff (Berlin) No. 1-62. O. A. Zumsteeg
(Stuttgart) No. 40, 41.
Beilagen
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M. P. Belaieff in Leipzig zu No. 8,
Breitkopf ÄHartel in Leipzig zu No. 6, 16, 24, 42, 45, 47,
E. W. Fritzsch in Leipzig zu No. 40,
E. Hatzfeld in Leipzig zu No. 48,
Max Hesse's Verlag in Leipzig zu No. 48,
Gebrüder Hug in Leipzig zu No. 41,
Otto Junne in Leipzig zu No. 39,
Fr. Kistner in Leipzig zu No. 20,
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F. E. C. Leuckart in Leipzig zu No. 60,
C. F. Peters in Leipzig zu No. 35 und 41,
der Jos. ß ethischen Verlagshandlung in Stuttgart »u No. 49,
C. F. W. Siegels Musikanenhandlung (R. Linnemann) in
Leipzig zu No. 29/80, 36, 37, 47
Steingräber Verlag in Leipzig zu No. 41.
Druck von C. O. Röder, Leipzig.
Leipzig, am 31. Deoember 1891.
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^w^ö^ för Musiker und Musikfreunde. ^/^
V* yerantwortlicher ßedaoteur und Verleger: ^ß
für Musiker und Musikfreunde.
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Daa Hurikalitcha WoehenbUtt encheint Jährlich in 63 Hummani. Der Äboimeiiiaitibateftff
fSr du Qurtal von 13 Nammem üt S Hark ; eine einMine Nnmmar koatet 40 Pfennige. Bm
Wut Y L 1 directer frankirter KreuEbandaendnng treten nachetebende TiertehUuliche Abounementi-
lAili. JäDrS* Ef^i*« '" ^^^-^ S »Kk 60 Pf. fflr dai Dent«;be Reich nnd Oetterreicb. — 3 Uark 7& Pf.
^^-1 für weitere L&nder dei Allgemeinen PoitTereiiie. — Jahrewbonoement* vetden unter
Zognindel^onK vontebender BemgtbedinnLugen bereclmaL
Die loeerlionigeD Obren Hr den Baum einer geapaltenen FebtHÜe betragen 90 Pfennig«.
Inhalt; Du LIsd toh dM sieban Wortan du BrlHun am Erenu. Von Dr. Fet«r DrnffSL — KilUk: Oarl i
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[No. 1.
aKl^uI
lang» nüd MotiiBa. •
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Einladung zum Abonnement
seinen dreiundzwanzigsten Jahrgang,
/m- weieAmt zaAlratoA« üti&rMSiuU« SSoiiräffe »do» jeixi iereU lUgan.
%«r 'UrUersmohmfaU erbUtot oAteh ßiT d»t^ neuon Jakrgam^ aainot SSlaÜM, da» in d«r Mondän»
und ^ffiehhaZti^k«Uf »owi» in daf äussoran i^ussiaüiin^ und der S$erechnunff ^ama ,Aend«nm^ er/ahrat
ttiird, di» ffvnti des munia^ei«» ^uSUeuant und ladet xnt aMteiüffmn o^ionnaneni a^ datmiB» «m.
E. W. FRJTZSCH.
Das Ued von den sieben Worten des Erlösers
am Kreuze.
Ton Df. PetoF DraffeL
Litteratnr.
1) H. Hoffmann von Fallersleben: „Oeechiobt« des deut-
schen Kirohenliedea bis auf Lntber's Zeit". Breslau
1883.
S) Job. Eebreis: „Kirchen- nnd religiöse Lieder ans dem
13. bis 16. Jahrhundert". Paderborn, 1853,
5) Ph. Wackernagel: nDas dentache Kirchenlied vonder
ältesten Zeit bis zum Anfang« des 17. Jahrhonderts".
Leipzie;, B. O. Teabner. I. iSiU. II. 1867.
4) £. Weiler: „Die deutsche Litteratur im ersten Viertel des
16. Jahrbnnderte«. NOidlingen, 1864.
6) W. B&nmker: „Das kathoUiBche deutsche Kirchenlied in
seinen Singweisen von den frttheeten Zeiten bis gegen
Ende des 17, Jahrhonderts". Fieibarg i. Br. Herder,
6) F. U. B&hme: .Altdeutsches Liederbuch". Leipzig, Breite
köpf A Hftrtsl, 1877.
7) A. de Waal: „Das Kleid des Herrn auf den frAbohrist-
Uohen Denkm&lem". Freiburg i. Bi. Herder, 1891.
Hsig die Eigenart jedes dentichen Stammes noch so
ausgeprägt, die Kluft Ewischen den religiOs«! Bekennt-
nissen noch so gross nnd die Anschauung dar politischen
Parteien noch so mannig<ig sein — swei fundamen-
tale Dinge sind dennoch, in welchen sich die äbarwie-
gende Mehrheit des deutschen Volkes einig fOhlt: Chri-
stenthum and Deutschthum. Dieser gemeinsame
Doppelboden gab uns von jeher unsere geistig-ideale
Nahrang, gibt sie ans auch heute noch.
Wohl Nichts darfle uns hieran so deutlich gemahnen,
wie unsere alten ehrwürdigen kirchlichen Volksgeelnge:
jene Lieder, die weit alter, als die Glaabensspoltang,
sich, bis zur Stande noch, sowohl bei den Y olkssUmmen
des — im Allgemeinen — protestantischen Nordens, wie bei
denen des katholischen Südens erhalten haben. Darum
sollten^gerade sie, als Eines der kostbarsten Vermächt-
nisse unserer Vorfahren, uns besonders theuer sein und
bleiben, und so begrüssen wir mit aufrichtiger Freude
das allmählich wachsende Verständniss für diese ideale
Seite unseres Volkslebens; gern erklären "wir den Heraus-
gebern neuer Gesangbücher unsere Zustimmung zu dem
offenkundig dargelegten ernsten Bestreben, jene alten
Weisen dem Volke dauernd erhalten und, wo sie im
Laufe der 2ieit verunstaltet worden, in ihrer ursprüng-
lichen Reinheit wieder herstellen zu wollen. Und das
Volk? Nun, ein Volk, das Jahrhunderte hindurch seine
alten Lieblinge vom Vater zum Sohne fortzuerben ver-
mochte und selbst dann nicht untergehen liess, wann
seine „Tonangeber^ längst die alten Weisen aufgegeben
hatten, ein solches Volk ist wohl werth, in dieser Hin-
sicht nachdrücklich unterstützt zu werden: sonst erlahmt,
sinkt und unterliegt am Ende auch das edelste.
Nicht der letzte Platz gebührt, unter jenen alten
kirchlichen Volksgesängen, dem sich in der ergreifenden
phrygischen Tonart bewegenden Liede von den sieben
Worten des Erlösers am Kreuze, da es — selbst in
einer verdorbenen, verstümmelten und verschnörkelten
Form — bei Manchem schon in seiner Jugend einen
tiefen Eindruck hinterlassen hat. Als Dichter des Liedes
galt bisher Johann Böschenstain (1472 bis nach
1536), als Erfinder seiner Melodie ein fast zur selben
Zeit lebender gewisser Peter Boland. Beides aber
ist unrichtig.
Gedruckt finden wir den Text des Liedes zuerst
im Anfange des 16. Jahrhunderts auf verschiedenen flie-
genden Blättern. Später ging er über in die Kirchen-
Oesangbücher, und zwar in der Fassung J. Böschen-
stain's in die evangelisch-lutherischen, in der Umarbei-
tung Georg Wizel's (1501 — 1553) in die katholischen.
Die ältesten Gesangbücher dieser Art sind:
1) Das Gesangbuch von Vehe 1537 (k.),
2) Das Gesangbuch von Schumann 1539 (ev.),
3) Das Magdeburger Gesangbuch 1540 (ev.),
4) Odae Christianae von Wizel 1541 (k.),
5) Psaltes ecclesiasticus von Wizel 1550 (k.).
In keinem dieser Druckwerke befindet sich die Me-
lodie des Liedes.
(Fortsetzung folgt.)
Kritik.
Neue Bühnenwerke.
Carl Goepfart. »GamiUa". Komische Oper in 3 Acten.
Leipzig, Bureau der Genossenschaft dramatischer Autoren
und Componisten.
Robert Schwalm. „Frauenlob''. Oper in 4 Aufzügen.
Mainz, B. Schott's Söhne.
Cyrili Kistler. „Eulenspiegel''. Komödie in 2 Acten.
Kissingen, Verlag der „Musikalischen Tagesfragen''.
Alexander Ritter. „Wem die Krone?" Oper in 1 Act.
München, Jos. Aibl.
Das erste dieser Werke, Carl Goepfart's „Camilla",
ist ein künstlerisches Nichts in des Wortes vollster Be*
deutung und wäre zur Lecture solchen Leuten zu em-
pfehlen, bei denen eine gewisse Elrregbarkeit der Nerven
durch absolute Laingeweile gestillt werden soll. Wenn
dem Componisten wirklich Etwas einßlllt, was eigentlich
nur zwei Mal in der dreiactigen Oper, also mindestens
ein Mal zu wenig der Fall ist, so ist das entweder ein Ge-
danke, den Andere ihm schon besser vorgedacht hatten
(wir meinen hier die auch von Liszt seiner Gondoliera zu
Grunde gelegte Canzone des Peruchini), oder aber ein
hübscher eigener Gedankenkeim (das der Camilla beige-
gebene zweitaktige Thema), der jedoch völlig unfruchtbar
bleibt, da Goepfart Nichts mit demselben anzufangen
weiss, als ihn unaufhörlich wiederzukäuen und ihn dabei
abwechselnd von dem tonischen Vordergebiss auf die do-
minirenden Backenzähne zu schieben. Allerdings vermag
die „Camilla" ausser zur Langeweile auch noch zu einer
herzhaften Heiterkeit anzuregen. Letzteres jedoch nur in
jenen Exemplaren, denen der Autor seine schwungvolle
Mittheilung „An meine Freunde" beigegeben hat. Wer
sich nicht entblödet, die Namen eines Wagner und eines
Liszt auf seinen Schild zu setzen, wenn er für ein Werk
wie die „Camilla" streiten will, der beweist damit nur,
dass ihm jegliches Verständniss für die Geistesthaten
unserer Grossen fehlt, und wir können ihm somit kaum
ernstlich ob seiner Selbstbegeisterung zürnen, da ihm
eben jeder Maassstab zur Schätzung eines musikalischen
Werkes zn fehlen scheint Wäre Goepfart Dillettant und
fein manierlich und bescheiden, so würden wir seine
„Camilla" mit nachsichtsvollem Schweigen aus der Hand
gelegt haben; da er aber Musiker von Fach sein will,
sich öffentlich auf Liszt's Antheilnahme an seinen musi-
kalischen Nothdürftigkeiten beruft und laut vor aller
Welt für sich in die Reclametrompete stösst, so gebührt
ihm eine Antwort, die wir denn auch, damit er uns ja
verstehe, mit einigem Blech instrumentirt haben. Die
sehr harmlose und bisweilen recht ungeschickte Dichtung
von Robert Herold harmonirt vortreflFlich mit Goepfart^s
Musik, und so erscheint wenigstens eine gewisse Stilein-
heit in der „Camilla" gewahrt.
(Schluss folgt.)
Biographisches.
Rafaei Maszkowski.
(Mit Portrait.)
Als vor anderthalb Jahren musikalische Fachblätter
die Nachricht brachten, dass zum Nachfolger Max Bruch's
Hr. R. Maszkowski als Dirigent der Breslauer Orchester-
vereins-Concerte ernannt worden sei, haben sich gewiss
sehr viele Musiker und Musikfreunde gefragt, wie es wohl
komme, dass die Wahl auf einen bis dahin so wenig be-
kannten Künstler gefallen sei. Sogar in Leipzig, wo doch
das weitgehendste Literesse für Alles, was mit der Musik
zusammenhängt, vorhanden ist, konnte man über den
Künstler, mit dem sich diese Zeilen eingehender beschäftigen
wollen, so gut wie Nichts in Erfahrung bringen. Kaum
aber hatte die nächste Concertsaison begonnen, als mit
Einem Male die glänzendsten Berichte über die erstaun-
liche Leistungsfähigkeit des neuen Breslauer Dirigenten
überall bekannt wurden und den Wunsch laut werden
liessen, Näheres über seine bisherige künstlerische Thätig-
keit zu erfahren.
8
Hafael Maszkowski wurde 1838 in Lemberg geboren.
Trotz seiner ausgesprochenen Begabung für Musik, welche
sich schon in jungen Jahren bei ihm zeigte, widmete er
sich auf den Wunsch seiner Eltern zunächst technischen
Studien und bezog -1854 das Polytechnikum zu Wien.
Um sich im Violinspiel, das er frühzeitig angefangen hatte, zu
vervollkommnen, trat er gleichzeitig als Schüler Hellmes-
berger*8 ins dortige Musikconservatorium ein. Hier fand
er reiche Gelegenheit, gute Musik zu hören; insbesondere
wurde für ihn die Bekanntschaft mit Schumann's Com-
positionen verhängnissvoll, indem dieselben auf ihn einen
derartigen Eindruck machten, dass er beschloss, Musiker
zu werden. Zu diesem Zwecke ging er 1859 nach
Leipzig, wo er bis 1862 als Schüler des damals berühm-
testen Musikconservatoriums den Unterricht David's,-
Hichter's und Hauptmann's genoss. Aus dieser Zeit da-
tirt sein erster grösserer Erfolg als Orchester -Dirigent.
1860 dirigirte er in einer Abendunterhaltung der Hoch-
schule Schumann*s Gdur-Symphonie mit solchem Schwung,
dass Ferdinand David auf sein Talent aufmerksam wurde
und ihm eine glänzende Zukunft als Dirigent prophezeite.
Damals hat sich wohl der junge Künstler nicht träumen
lassen, dass er so viele Jahre auf eine, seiner Begabung
entsprechende Stellung werde warten müssen.
Nach beendigten Studien ver]iess Maszkowski Leipzig
und ging nach Hamburg, wo er als Stellvertreter Julius
Stockhausen's mehrere Aufführungen der Philharmonischen
Gesellschaft, sowie die Singakademie leitete. In Einem
dieser Concerte musste er auf besonderen Wunsch der
Frau Clara Schumann ohne vorhergegangene Probe Beet-
hoven's Clavierconcert in Esdur dirigiren, was er mit
solcher Sicherheit und Umsicht that, dass die grosse
Künstlerin sich veranlasst fühlte, ihn an der Hand vor
das Publicum zu führen xmd so an den Ehren des Bei-
falls Theil nehmen zu lassen. Seine erste feste Anstellung
fand Maszkowski 1865 als Director des „Imthumeums"
zu Schaffhausen, welche er fünf Jahre bekleidete. 1869
vertauschte er diese Stelle mit dem Directorat des Mu-
sikinstituts zu Coblenz.
Hier fand er bei seinem Antritt die musikalischen
Verhältnisse sehr im Argen voi; für seine Winterconcerte
standen ihm ein äusserst mangelhaftes, aus Militärmusikern
zusammengesetztes Orchester und ein ebenso untauglicher
Chor im städtischen Gesangverein zur Verfügung. Man
muss einen Einblick in die Concertprogramme aus Masz-
kowski's Coblenzer Thätigkeit gethan haben, um zu be-
greifen, wie ungemein vorsichtig der Künstler anfangs
vorgehen musste, wie er dann nach und nach immer
grössere Aufgaben sich stellte, bis er endlich durch rast-
losen Fleiss seinen Musikapparat so weit gebracht hatte,
dass er mit ihm die schwierigsten Werke mit Erfolg auf-
führen konnte. Als ein echter Künstler, dem seine Kunst
heilig ist, hat er es stets unter seiner Würde gehalten,
schlechte Musik zu machen; wurde er mit der Vorberdtung
eines anspruchsvollen Werkes bis zur festgesetzten Zeit
nicht fertig, so führte er es nur '/um Theil, jedenfalls
nur so weit auf, als er es vor seinem künstlerischen Ge-
wissen verantworten konnte. Wie viele Werke hat er in
Coblenz wiederholt zur Aufführung gebracht, deren Auf-
führung vor ihm geradezu für unmöglich gehalten worden
war: als die bedeutendsten seien Bach's grosse Passionen
nach Matthaeujs und Johannes, Händeis „Messias'* und
Beethoven's neunte Symphonie erwähnt, welch Letzere er
für ständig in sein Repertoire aufnahm. Wie gewaltig Masz-
kowski die musikalischen Verhältnisse in Coblenz gehoben
hat, lä88t sich für den mit den dortigen Musikverhältnissen
nicht Vertrauten am besten aus einer sehr bemerkenswer-
then Thatsache erkennen. Während nämlich früher Göblenz
von den grossen Künstlern fast ängstlich gemieden wurde,
kamen sie später zu Maszkowski in seltener Vollzählig-
keit. 'Joachim, Sarasate, Sauret, Marsick, Clara Schu-
mann, d'Albert, Friedheim, Stockhausen, Georg Henschel,
Hermine Spies, ja sogar Bruch und Brahms haben in
seinen Concerten, sowie in den von ihm begründeten
Kammermusikabenden mitgewirkt
Die grösste Anerkenniug für sein künstlerisches
Streben mochte wohl Maszkowski darin erkennen, dass
der Grossmeister der lebenden Gomponisten wiederholt
seine Concerte durch seine Mitwirkung als Componist und
Pianist oder auch nur als Zuhörer auszeichnete. Um
Brahms hat sich aber auch Maszkowski in seltenem Maasse
verdient gemacht, sind doch sämmtliche grösseren Instru-
mental-Compositionen dieses von ihm aufs Höchste be-
wunderten Meisters durch ihn in Coblenz zu Gehör ge-
bracht worden. Grosse Verdienste hat er sich auch um
Wagner und besonders um Liszt erworben, von dessen
Werken die „Legende von der heiligen Elisabeth*' und die
symphonischen Dichtungen „Tasso" und „Les Pr^ludes" in
seinen Programmen vertreten sind.
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Frankfurt a.
'•»
im DecemDer.
Die mit dem ersten Museumsconcert so verheissungs-
voll begonnene Saison gewinnt immer mehr an Glanz und
Interesse. Bx. Capellmeister Kogel hat bei seinem ersten
Debüt nicht die besten Trümpfe ausgespielt, sondern gerade
in den folgenden Museumsconcerten auch diejenigen über-
wunden, welche der mehr modernen Richtung des Dirigenten
gegenüber ein gewisses Misstrauen nicht imterdrücken zu
ürfen glaubten. Es ist kaiun möglich, Haydn*s Cdur-
Symphonie (Nr. 7 der Breitkopf & HärteFschen Ausgabe) ohne
jedes geistigeForciren mit grösserer Liebenswürdigkeit, firoh^-
mutherem Humor imd pikanterer Grazie (namentlich im
Menuett) wiederzugeben. Auch die „Egmont" - Ouvertüre,
sowie die zum Gedächtniss des imsterblichen Meisters vorge-
führten Werke Mozart's (insbesondere die Ouvertüre ziu:
„Zauberflöte" und die Jupiter-Symphonie; im TJebrigen war
das Programm der Feier sehr anfechtbar) wichen trotz allen
Schwunges in der dynamischen (Gestaltung nicht so von der
traditionellen Auffassung ab, dass die passiven Vertreter der
Olassicität daran hätten Anstoss nehmen können. Befremd-
licher mögen ihnen manche Nuancen der „Freischütze-Ouver-
türe gewesen sein, aber dieselben standen in vollem Einklang
mit der Interpretation Rieh. Wagner's LUeber das Dirigiren"),
dem einst die Wittwe Weber's unter Thränen gedankt hatte,
dass sie die Werke ihres Mannes erst durch ihn wieder in
seinem Geiste imd nach seiner Art gehört habe. An Novi-
tÄten erfreuten wir uns bisher der Ouvertüre zu „Benvenuto
Cellini" von Berlioz, der „Pr61udes" von Liszt, der symphoni-
schen Tondichtung „Tod und Verklärung" ^n B. Strauss,
der Ouvertüre-Phantasie „Bomeo und Julie*^ von Tscha'ikowsky
und des Dmoll-ViolinconcertesOp. 68 von Max Bruch. Mögen
uns die ersteren Meister verzeihen, dass wir ihnen M. Bruch
angehängt: es ist kaum ein grösserer Gegensatz denkbar; bei
Berlioz, Liszt und Strauss das edelste Gestein in selbstge-
schaffener, durch den Stoff bedingter Form, bei dem Berliner
Classiker unechte Steine in brillanter Fassung, eine Art Talnii-
Musik, bei welcher nur die Mache einigen Werth beanspruchen
kann. Aber dieses ist es fferade, was fhr den Geeclimaok des
grösseren PubUcums GtefiE3iren in sich schliesst, Alles klingt
schön und abgerundet, zumal es nicht ohne Pr&tension aiu-
tritt und den Schein aes Bedeutenden hat, aber leider auch
nur den Schein, denn der feingebüdetere Kunstfreund kann
über das hohle, nichtssagende Fathos, über das rein Formale
dieser Bruch^scnen Kunst nicht im Zweifel sein. Das Concert
Op, 68 ist überdies von ermüdender Länge und vermochte
mcht einmal unter der Aegide des G«i£erköxiigs Joachim
zu fesseln. Freilich schien uns der berimmte Slünstler auch
nicht sonderlich disponirt, seine Technik und Intonation ent-
sprachen nicht übeiall seinem Weltrufe und Hessen manchen
Wunsch imbefriedigt. Erst in einifi;en Bach'schen Stücken
und namentlich in dem gesangreichen Adagio aus Viotti's
AmoU-Concert üsuiden wir Dasjenige wieder, woran uns der
^osse Geiger gewöhnt hat. Eine hochbedeutende Erscheinung
ist die in Eisenach auf der TonkünsÜer- Versammlung von
dem Componisten vorgeiRÜirte und in der Stimmung an den
8. Act von „Tristan und Isolde" imd die Schlussscene der
„Götterd&mmerung" erinnernde Tondichtung „Tod und Ver-
klärunfl^ von B. Strauss. Ein grosser 2iUg geht durch das
ganze Werk, die glänzendste Ins&umentation und eine merk-
würdig klare Form sind mit poetischem Erfassen des Stoffes
ffeeint. Mag vielleicht motivis<m die „Don Juan^-Tondichtunff
aes Künstlers noch hervorragender sein, deutlicher ohne auf-
dringliche Realistik kann die Tonkunst kaum sprechen. Wir
sind daher auch sehr im Zweifel, ob es des als Programm nach-
geschaffenen Gedichtes von Alexander Bitter bedurft hätte, zu-
mal uns dasselbe dasBeich des Idealen nicht erschliesst, sondern
unsere Phantasie alltäglich in eine -ärmlich kleine Kranken-
kammer mit leise tickender Wanduhr^ bannt. Wie nüchtern er-
scheint diese moderne naturalistische, fast pathologisch ange-
hauchte Interpretation gegenüber der ^ossartigen Erhabenheit
des einleitenden CmoU-Lar^, dem Nichts von der Atmosphäre
einer Krankenstube anhakt! Hier hätte wohl ein Lord
Byron den richti^n Ton getroffen. — Des russischen Ton-
künstlers Phantasie läset dagegen ein Programm schmerzlich
vermissen, das „d'aprto Shakespeare" erweckt Hoffaun^n,
welche nicht erfüllt werden. Soll dieses immerhin ^istreiche
und interessante, aber doch an vielen Stellen slavische Bru-
talität mit französischem Raffinement verbindende Werk das
hohe Lied der Liebe sein, welches' einst der geniale Britte
eesungen? Unmöglich lässt sich annehmen, dass der Componist
dem ooch nur nebensächlich in Betracht kommenden Kader
der Montecchi und Capuletti einen so breiten, das Ganze be-
herrschenden Baum hat gestatten wollen; was bedeutet also
das Allele giusto in Hmoll, dessen oft von den Flöten und
Geigen m hoher Lage wiederholte chromatische Sechszehntel
und Achtel (so z. B. b e es d, fis f e etcO einen infernalischen
Charakter haben und an eine Wolraschlucht oder einen
Hezensabbath mahnen? Das Werk hat einzelne sehr schöne
Klangwirkungen und Partien, vor Allem das einleitende,
traeisch erhabene Andante und den Desdur-Satz mit den con
soraini spielenden Streich-Instrumenten. Ais Ganzes jedoch
wirkt die Ouvertüre peinlich-gewaltsam \md fällt gegen die
dem grossen Britten congeniale Schöpfung von Berlioz unend-
lich ab. Hr. Gapellmeister Kogel hat übris^ens die beiden
äusserst schwierigen Werke von Strauss und Tschaikowskv
meisterhaft klar und prägnant vorgeführt und den poetisch
erhabenen Inhalt der Strauss'schen Tondichtung ohne jeden
wohlfeilen Effect so vornehm wiedergegeben, dass der Wunsch
einer Wiederholung in dieser Saison schon jetzt laut ge-
worden ist. Als Solisten traten in den letzten drei Museums-
concerten Frau Lilli Lehmann (Ocean-Arie aus „Oberon"),
Frau Emestine Heink (Arie „Ach nur einmal*^ aus „Titus^)
und Hr. Charles Gregorowitsch auf. Während erstere
Künstlerin ihren grossen Buf auch hier rechtfertigte, war der
Erfolg der Frau Heink trotz ihres herrlichen Organes nicht
einwandfrei und bewies wieder einmal, dfuss eine treffliche
Bühnensängerin trotz aller Intelligenz eine weniger hervor-
ragende Concertsängerin sein kann. Die Tonbildung der ge-
nannten Dame erschien unfrei, und der Tonansatz entbehrte
der Bestimmtheit — mö^cher Weise die Folge einer vorüber-
gehenden Indisposition. Hr. Gregorowitsch ist ein vorzüglicher
«iger ohne Ladividualität und besondere charakenstische
Eigenschaften. Er brachte Mendelssohn'sEmoll-Concert tadel-
los und mit ausserordentlicher technischer Verve zu Gehör:
wozu aber das unglaubliche Verhetzen des letzten Satzes?
Die zeitgenössischen Virtuosen, Sarasate an der Spitze, haben
es sich anscheinend zur Aufgabe gesteUt, das Aüegro molto
vivace zu einem Wettrennen zu oenutzen, ohne Rücksicht
darauf, ob die Blasinstrumente in dem rapiden Tempo über-
haupt noch erkennbare Töne wiedergeben können. —
(Schluss folgt.)
Wien.
Es dürfte wohl nicht zu häufi|; vorkommen, dass die erste
Symphonie eines berühmten Tonmchters erst volle 26 Jahre
nach ihrer Entstehung zur AnfEÜhrung gelangt, dabei nach
vier später geschaffenen „Schwestern*' und na^dem der Com-
ponist selbst 67 Jahre geworden ist. Sie haben wohl schon
errathen, dass ich von der Erstaufführung der Bruckner*-
schen Cmoll-S^mphonie im 8. Philharmonischen
Concert der Saison — am 13. Deoember 1891 — spreche.
1866—66 in Linz componirt, wurde das Werk daselbst zwar
probeweise 1868 im engen Kreise dortiger Musiker vorge-
nommen, aber mit so unzureichenden orchestralen Kräften,
dass von einer wirklichen Aufführung, einer Darstellung
eigentlich ^ar nicht die Bede war. Seither ruhte die Symphonie
jahrelang im Musikschranke ihres Autors, der beispiellos ver-
wirrende Eindruck jener Linzer „Probe** schreckte Bruclmer
zurück, das Werk der Oeffentlichkeit vorzulegen, nur Wenigen
seiner intimsten Freunde und Schüler gewährte er Einsicht in
die Partitur. Einer der getreuesten und berufensten darunter
ist nun Hr. Ferdinand läwe, Concertpianist und Lehrer des
Clavierspiels am Wiener Conservatonum. Hr. Löwe weiss
Brückner am Ciavier wiederzugeben, wie etwa F. MotU Wag-
ner*s „Tristan^ oder „Parsifal^: damit ist wohl Alles gesagt
So verstand er denn nun auch die unendlich kühne Polyphonie
der Erstlingssymphonie seines Lieblingsmeisters in einen Cla-
vierauszu^ zusammen zu drängen, der mit erstaunlicher Be-
stimmtheit das Wesentliche sagt. Leider ist dieser Clavier-
auszufi; nicht veröffentlicht. Prof. Löwe spielt seit Jahren die
Symphonie ohne vorliegende Noten mit Mwunderungswürdi-
eer Gedächtnisstreue auswendig. Als nach den grossen Er-
folgen der 4. und 7. Symphome in Wien Hofcapellmeister
Hans Bichter nach weiteren „Bruckneriana^ spürte, die
mian vor das Publicum bringen könnte, liess er sich von Hm.
Löwe mehrere ihm noch unn^Eannte^ymphonien vorspielen,
und merkwürdiger Weise machte ihm die erste, vor einem
VierteljXhrhündeH compönirte den grössten Eindruck. Indem
er den bei besagter Ciavierinterpretation selbst anwesenden
ereisen Tondichter stürmisch umarmte, sagte er: Brückner,
die Symphonie müssen Sie mir zur Auffuhrung überlassen,
denn als Sie die geschrieben haben, waren Sie verliebt!
„Das war ich ja immer**, entgegnete in seiner naiven Treu-
herzigkeit der Componist. Aber von einer öffentlichen Auf-
führung seines Erstlingswerkes wollte er Nichte hören, er
hielt es für ein unvorbereitetes Publicum zu kühn, zu sehr
aus dem gewohnten Geleise heraustretend und darum unver-
ständlich. Es kam auch dunals wirklich nicht zu der von
Hans Bichter drinfi;end gewünschten Aufführung, sondern
es wurde an der Stelle der ersten die dritte, B. Wagner gewid-
mete Dmoll-Symphonie gespielt, welche — wie die Leser sich
vielleicht erinnern •— gerade vor Jahresfrist dem Wiener Phil-
harmonischen Publicum (am 21. Dec. 1890) stürmischen Bei-
fall abzwang. Nun trat Hans Bichter neuerdings wegen
Ueberlassung der „Ersten** mit Brückner in Unterhandlung und
nischen Concerte fand, bezeugt am besten, wie Bruckner's
Ansehen in Wien gestiegen, besonders seit seiner kürzlich
erfolgten Ernennung zum Ehrendocter der hiesigen Univer-
sität, ein Ereigniss, welches unsere akademische Jugend in
einem von Notaoilitäten aller Art besuchten glänzenden Fest-
commers noch besonders feierte. Vor 10— 16 Jahren wäre eine
derartig die Aufmerksamkeit und Geduld der Hörer in An-
spruch nehmende Novität, wie Bruckner's Linzer Symphonie,
von einem Publicum, welches dem des Leipziger Cbwand-
hauses an conservativem Sinn kaum nachsteht, ja überdies
zum Theil nur wegen der Mode in diesen Concerten erscheint,
ohne Weiteres abgelehnt worden — oder vielmehr, man hätte
schon nach dem ungewöhnlich langen und verwickelten ersten
Satz in hellen Scharren Beissaus genommen. Diesmal rührte
sich fast Niemand vom Platee: als Hans Bichter das Zeichen
zum Anfang der Symphonie gab, herrschte eine Todtenstille
im Saale, wie etwa die, welche man in früheren Jahren im
Bavreuther Festepielhause zu beobachten Gelegenheit hatte.
Jeaer hielt sozusagen den Athem zurück. Sodann folgte
jedem Satze starmieolier Applans, wenn aach vielleicbt mebr
von den „Wiesenden", duröli Prof. Löwe'a häufige ClaTier-
InteTpretattonen Yorbereitetan, als vom ganzen PiiBlioum ans-
gehend, aber immerhin ansgibig genag, am harzlichaten und
«llgemeinsten offenbar bei dem prächtigen ScheTso — wiefitst
immer bei Bmokner der klarste und aogeruDdetste Sata — ,
sodann boi dam wunderschön verklingenden Adagio, nach
welchem dem Componisten auch ein mächtiger Loroeerkranz
überreicht wnrd«.
{Fortsetitmg folgt.)
Wenn Hr. Paur eich durch das vorgetragene Scherzo caprio-
cio als Componist legitimiren wollte, so Hat er damit höchst
bedenklich debutirt und vor Allem einen merkwürdigen
Mangel an Selbstkritik mit der Wahl dieses f^edanklich kind-
lichen, zum Theil verwassert Hendelesohnisch klingenden
Opas, wie es jeder halbäügge UnsikschUler componiren kann,
bewiesen. Gterade von Hrn. Paur, dem begeiaterten Verehrer
Beetboven's und B. Wagner's, h&tte man eine derartige Ge-
schmacksverirrung nicht erwartet. Als Pianist hatte sich Hr.
Paur übrigens eines schönen Erfolges zu erfreuen. In dieser
Rafael Itaszkowski.
Berichte.
Nei
Leipzl?. I>a8 9. Abonnementconcert
Gewandhaus machte seine Beencher mit Hm. Theater-
capellmeister Paur in dessen pianistisohem und compositori-
schem Können bekannt. Der ^nannte Künstler hatte ruseinen
VortrÄgen, denen ein ansgeEetchneter Blüthner-Flügel sehr zu
Statten kam, Ibahms" herrliches, stets von Neuem begeistern-
des Bdur-Concert, ein eigenes Scherzo capricoio und Desdur-
Noctume und Asdnr-Polonaise von Chopin gew&hlt. Dass
Hr. Paur ein vielseitiger und überall tüchtiger Musiker ist,
weiss man bereite Ihngät; ob er aber nicht besser tbftte, die
Lorbeeren, naoh denen er als Concertpianist strebt, Anderen
xa übertaten, ist eine Frage, die auch bei diesem Antass
offen blieb, denn nm ernstlich mit den Clavierspielem und
Olavierepielerinnen, die man im Gewandbaus gewohnt ist,
in Concurrenz treten lu könneuj bedürfte er vor Allem einer
ausgegliohenwsn und zuverl&eaigeren Technik, als er sie in
'WiäEehkeit besitzt und wie sie (üx seine capellmeisterischen
Arbeiten au<äi ausreichend ist. und dann müsste er weniger auf-
güegt beim Spiel sein. Musikalisch hat er ja das Meiste sehr
annenrnbar, mit Gtoist und Empfindung vorgetragen, aber was
ist ihm In anderer Beziehung, ganz besonders in der Polo-
siUse, nicht Alles possirtl Für gewisse dynamische Steige-
rungen gebricht es ihm überhaupt an der physischen Kraft.
Beziehung hatte ihm neulich Hr. d' Albert nicht Viel voraus.
Allerdings Iftsst der Letztere sich auch etwas mehr als manch
Anderer nöthigen, bevor er einem zweitmali^n Hervorruf
Folge leistet. Neben Hm. Pant war Frl. Hermine Spies ans
Wiesbaden eolistisch in dem Ooncerte thfttig. Sie sang die
von E. Frank etwas stil- und zeitwidrig instrumentirte Haydn'-
sche Cantate „Ariadne auf Nazoe" und Lieder von Schobert,
Br^ms und d Albert so herzbewegend, wie nur je, und gross
war der Beiiall, den sie namentlich mit den Liedern entfachte.
Hoffentlich bestätigt sich das Gerücht, dass Frl. Spiee nach
ihrer demn&chst bevorstehenden Verheirathung dem Conoert-
singen entsagen werde, nicht: Sllngerinnen ÜLTer Art sind zu
selten, als dass man sie venniasen möchte. Die vorerwähnten
Solovortrbge hatten ihren Platz im Programm zwischen Oade's
in der Wirkung gar nicht mehr recht verfangen wollender
„Ossian" -Ouvertüre und Beetboven's ewig jung bleiben wer-
dender 8. Symphonie erhalten, welche beiden Werke unter
Leitung des Hm. Prof. Dr. Beinecke eine ganz vortreffliche
Ausführung erfuhren.
BerUD, 17. Dec. Der Hozart-Cyklos im königl. Opern-
hause hat, wie das bei den BUhnen gar keine Seltenheit,
leiderzugaterletztnocheine kleine Aenderung erfahren müssen.
Frau Slaudigl war nämlich wieder einmal krank geworden,
und so mnsste der „Titos" um zwei ^Tage verschoben werden.
So bildete denn diese Oper am Dienstag den Schluss des
Cvklos, nnd ihr wurde dann natürlicli auch das scenische
l^hspiel angehängt, das an der Hand einer von vier Musen
gesprochenen Diditung von Emil Taubert prachtvolle lebende
Silder zur Verherrlichung des unsterblichen Meisters vor dem
Auge heraufbeschwor. — Ben Mittelpunct der Goncerte der
Woche bildete der dritte Abend des Joachim-Quartetts,
vornehmlich um deswillen, weil zwei Manuscriptwerke von
Joh. Brahms zur AufftQirung gelangten und Dr. Brahms selbst
sich an der Ausfährung betheiligto. Beide Werke sind sehr
eigenartig schon deshalb, weileine Clarinette darin th&tigist,ein
in unseren Concertsftlen in solcher Weise recht selten noch be-
schäftigtes Instrument. Ein AmoU-Trio fi&r Glavier, Clarinette
und Violoncell bildete den AnÜEuag des Abends, seine vier Sätze
sind sänmitlich knapp gehalten, nehmen insgesammt incL der
kleinen Pausen dazwischen kaum eine halbe Stunde in An-
spruch. Einem Idaren, lebendigen Allegro in Amoll folgt ein
melodiöses Adagio in Ddur, ein Zwiegesang zwischen Ulari-
nette und Violoncell, zu dem das Glavier den harmonischen Hin-
tergrund bietet; ein ^^z reizendes Andantino in Adur, das sei-
nem Beiworte „graziöse" buchstäblich entspricht, und dessen
heitere Grazie einen wahren Sturm von BeiÜEdl hervorrief, bildete
den dritten Satz, und ein thematisch meisterhaft gearbeitetes
AileffTO in Anxoll den vierten, ümüem^reicher ist das zweite
Werk, ein Quäitett in HmoU für Clarinette, zwei Violinen,
Viola und Violoncell. Ein ernstes Allegro in Hmoll. ausge-
zeichnet durch die gleichartige Verwerthung aller füni Instru-
mente, die einander in dem thematischen Geflecht vollkommen
ebenbürtig erscheinen, was eine aussergewöhnliche Kenntniss
der Natur jedes einzelnen voraussetzt, eröffnet den Reigen.
Ihm folgt ein Adagio in Hdur, das zu dem Eigenarti^ten
fshört, was wir seit langer Zeit gehört haben. J^ liebliches
ottumo möchte maus nennen. Hier tritt auch die Clari-
nette besonders bevorzugt auf; in einem Piü lento ergeht sie
sich in ihrem ganzen Umfiamge in einer Art, die an den
virtuosen Hirten erinnert, der sein unaussprechliches Ver-
gnügen in die Lüfte hinaufirjubelt. Der dritte Satz, ein Presto
non assai, ma con sentimento, Hmoll, eingeleitet durch ein
kurzes Andantino in D dur, bietet einen wirkunjKSvollen Gegen-
satz zu dem Adagio. Das Finale in Hmou aber ist ein
iVMiaüonensatz^ in dessen Ausftihjrung Brahms eine Meister- ^
Schaft besitzt, die als unübertroffen längst anerkannt ist.
Und nun denke man sich den Meister mit dem ehrwürdigen
grauen Vollbart in dem Trio selbst am Ciavier sitzen, und
man wird sich eine Vorstellung davon machen können, welch
ein Jubel die Bäume der Singakademie erfüllte. Dass die
anderen Herren, im Verein mit dem Kammervirtuosen Hm.
Mühlfeld aus Meininsen, ihre ganze eminente Kunstfertig-
keit daransetzten, die Werke unter den Augen des Meisters
mit möglichster Vollkommenheit auszuführen, ist selbstver-
ständlich. — Hr. Josef v. Sliwinski hat noch ein zweites Con-
cert gegeben und sich in demselben als ein recht tüchtiger Cla-
vierspieler bewährt, der sowohl die Technik, wie den Ausdruck
in gleichem Grade beherrscht. Er spielte auch Beethoven's
Sonate in Ddur Op. 28 vortrefflich, und das ist nicht Jeder-
manns Sache. Im Uebrigen bestand sein Programm aus Chopin,
Schumann, Sgambati, Scarlatti, Mendel^hn, Bubinstein,
Heymann und Liszt, und man sieht daran, dass er in allen
Sätteln fest ist. Dass daneben die Altistin Frl. Martha
Schwarz unter Mithilfe einer ganzen Reihe von Mitwirken-
den ein Concert gegeben und bei den Zuhörern Beifall ge-
funden hat, mag mit vermerkt sein. Interessanter war aber
jedenfalls die Erscheinung eines Knaben von dreizehn Jahren,
Jean G4rardy mit Namen, der das Violoncell spielt, welches ihn
an Grösse fast überragt. Und wie spielt er es! Da ist auch
nicht die Spur von Eingelerntem, nicht ein Atom von Dressur;
eine echte und wahre Künstlernatur scheint in diesem Kna-
ben zu wohnen und im Aufblühen begriffen. Wir hörten
von ihm das Concert in Amoll von doltermann und das
Andante aus dem Violoncellconcert von Rubinstein, technisch
tadellos, selbst gelegentlich der schwierigen Doppelmffpassa-
^en; aber was mehr werth ist: der Junge hat eine Musikseele,
die er in seinem Spiel zum Ausdruck zu bringen vermag.
Aus Dem kann etwas Grosses werden, mag die Muse ihn in
ihren besonderen Schutz nehmen! — Der Piiuiist Sigismund
Blumner, der Bruder unseres Sin^kademie-Directors, ist
nach langen Jahren der Abwesenheit nach Berlin zurückge*
kehrt uiä hat, wie er seinerzeit die eingegangenen, aber
ehemals viel genannten Montagsconcerte für Kammermusik
gründete, jetzt etwas Aehnliches begonnen. Leider unter
nicht günstigen Aoapicien, denn da der Saal nicht anders
mehr zu haben war, so hat er die l^gakademie für einige
Sonntag-Mittage für seine neuen Kammermusik -Veranstal-
tungen wählen müssen, und wo da das zahlende Publicum
herkommen soll, ist uns noch nicht recht verständlich. Gut
war der Anfsmg, das muss man sagen: Mit Carl Halir zu-
sammen die Kreutzer-Sonate von Beethoven und nach einigen
Solostücken Mozart*s Quintett für Ciavier und Blasinstrumente
(königL Kammermusiker), das ist ein vielbedeutender Finger-
zeig mr DaSj was kommen soll. Möge es dem wackeren
Pianisten gdingen, denn so etwas fehß uns in Berlin recht
sehr. — Gütern Abend endlich gestaltete diekönigl. Capelle
ihr fönftes Symphonienconcert zu einer besonderen Beethoven-
Feier, würdig und schön. Sucher dirigirte den ersten Theil:
Ouvertüre zu „Egmont** und Symphonie No. 8 in Fdur.
Weingartner den zweiten: 8. Ouvertüre zu „Leonore*' und
Symphonie No. 7 in Adur, und diesem Theil schickte FrL
iilisabeth Leisinger die Arie „Ah, perfido" vorauf, die sie
mit einer Meisterschaft sang, wie sie uns seit Jahren nicht
gegenüber ^treten ist. Dass sie einen unglaublichen Beifekll
land, war indessen doch nur bedingt er£eulich, denn die
rasende Klatscherei ist seit einiger Zeit in unseren Concert»
Sälen zu einer förmlichen Plage geworden, die dem feiner
Empfindenden einen soeben gehabten Genuss völlig verleiden
kann. — i.
Concertumschau.
Aachen . Versammlungen des Instrumental ver. (Seh wicke-
rath): No. 16. 8. Symph. v. Schumann, „Charfreitagszauber^
a. „Parsifi&l" v. Wagner, zwei Sätze a. der 1. Suite v. F. Lach-
ner. No. 17 m. Compositionen v. Mozart nnt. Mitwirk, der
Sängerin FrL Dussel a. Cöln. Jupiter-Symph., ^Zauberflöten*'*
Ouvert. etc.
Altona« 1. Conc. der Singakad. (Prof. Krug) m. Handelns
„Messias" unt. solist. Mitwirk, der Frls. (Verlach a. Düsseldorf
u. Schacht a. Berlin u. der HH. Hermann und Sistermans a*
Frankfurt a. M.
AmstePdam. d. Soiröe f. Kammermusik der Maatschappij
tot Bevord. der Toonkunst: Adur-Clavierquint. v. Dvof&k,
daviertrio Op. 1| No. 2, v. Beethoven, Clav.-Violoncellsonate
V. Grieg. (Ausrahrende: Frau Boemans-Benedictfl [Clav.] u.
HH. Cramer, Frowein, Hofmeester u. Bosmans [Streicher].)
Angers. 6. Abonn.-Conc. der Assoc. artist. (Fr6maux):
3. Symnh. v. Beethoven. „Tannhäuser^'-Ouvert. v. Wagner^
Vorspiel zu „Eloa** v. Ch. Lefebvre. Entr'actea. „Philemon
et Baucii}** v. Ch. Gounod, Ungar. Marsch v. Berlioz.
Asohersleben. 8. Abonn.-Conc. des Hrn. Finzel: „Les
Pr^ludes" v. Liszt, „Ein norwegischer Künstler-Cameval'' f.
Dreh. v. Svendsen, Ouvertüren v. Beethoven (No. 3 zu .Leo-
nore") u. Wagner („Tannhäuser**^, Streichorchesterstücke v.
Massenet („Cröpuscule**) u. Delibes (^Pizzicato**), Ghesang-
vortrage des Frl. Doenfi;es a. Leipzig („Wie berührt mich*' v.
Bendel, „Komm aus der engen Stodt** v. H. v. Koss etc.).
Bamberg« 99. Musikabend des Musikal. Ver.: Es dur-
Streichquart, v. Mozart, AmoU-Clav.-Violinson. v. Beethoven,
altböhm. Gesänge „Krieger des Herrn" u. „Dem die Sternen-
beere", f. gem. Chor v. C. Biedel etc.
Berlin. 2. Conc. des Hm. Gura a. München m. G^esang«
soll V. H. So mm er („Wemer*s Lieder aus Welschland"), Schu-
bert u. Löwe. — 3. Quartettabend der HH. Prof. Joachim,
de Ahna, Wirth und Hausmann unter Mitwirk, der HH. Dr.
Brahms a. Wien (Clav.) u. Mühlfeld a. Meiningen (Clar.):
HmoU-Quint. f. Clar. u. Streichquart, u. Amoll-Trio f. Clav.,
Clar. u. Violonc. v. Brahms, Gdur-Streichquart. v. Mozart-. —
Conc. des dreizehnjähr. Violoncellisten Jean G^rardy unt. ge-
sangsolist Mitwirkung des Frl. Saak u. des Hm. Greene am
12. I)ec.: Soli f. Ges. v. Mascagni („Blumenorakel"), Grieg^
(„Das alte Lied"), Haynes („Gute Nacht") u. A. u. f. Vio*
lono. V. Goltermann (AmoU-Conc), Bubinstein (And.)^
J. Görardy (Bdverie), de Swert (Seren.) u. Popper („Pa-
pillen").
Boston. 2. Conc. des Boston Philharm. Orch. (Listemann):
„Le Bouet d^Omphale" v. Saint-Sa6ns, „Sakunta]a"-Ouvert.
V. Goldmark. Entr'acte-Gavotte v. Gillet, „Cinderella" v.
Bendel, Melodrama „Bergliot" v« Edv. Grieg (Declam.: Hr.
Biddle), Ddur-Violincono. v. Tschalkowsky ^9t. Listemann).
Breslau. 6. Abonn.-Conc des BresL Dreh.- Ver. (Masz-
kowsld): GmoU-Symph. V.Mozart, Ouvertüren v. Mendelssohn
u. Beethoven (No. 8 zu „Leonore"), Ciaviervorträge der Frau
Carreno (Conc. v. Grieg etc.). — 10. &fmph.-Conc. der Bresl.
Ck)ncertcapelle (Riemenschneider) m. Compositionen v. Mozart
unt. Mitwirk, der Fi'au Biemenscbneider, der Frls. Michalke
u. Höbich u. der HH. Paul u. Steinitz am 8. Dec.: Jupiter-
Symph., div. Ouvertüren, Dmoll-dayierconc. etc. — 3. Musik-
abend des Tonkünstlerver. : Esdur-Clavierquint. v . M e t z d o r f f ,
div. C/ompoflitionen v. Mozart. (Ausföhrende: Frl. Strassner
g^es.] u. HH. Kuron, Bensch, Besse, Dambitsch, Fabian, Dr.
oldscbmidt, Scholz, Steinitz u. Wendel.)
Brlghton. Mozart-Feier der Brighton and Hove Choral
and Orchestral Society (Dr. Sawver): Jupiter-Symph., Bequiem
(Solisten: Damen Moore und Child und HH. Heidgecock und
Ward) etc.
Buohholz. 2. Odeonconc. (Stiehler): 2. Symph. v. Beet-
hoven, ^Dinorah"-Ouvert. v. Meyerbeer u. a. Orchesternum-
mem, Gesangvorträge der Frau Schmidt-Köhne a. Berlin („Schlaf
nur ein** v. Ad. Jensen, „Die Bekehrte" v. Stange etc.).
Cambridge (Massach.). 3. Oonc. des Boston Symph. Orch.
(Nikisch): 7. S3rmph. v. Beethoven, Amoll-Suite v. £. A. Mac-
Do well, Gdur-Ckvierconc. v. Bubinstein (Frau Hopekirk).
Constanz. 2. Abonn.-Symph.-Conc. des Hm. Handloser:
Gmoll-Symph., „Zauberflöten*' -Ouvert. u. Yariat. a. dem Quart,
concert. f. Ob., Olar., Hom u. Fag. v. Mozart, Orchestersuite
a. „Peer Gynt" v. Grieg, Violin vortrage des Frl. Wietro wetz
a. Berlin (Conc. v. Beethoven, Bomanze v. Bruch u. Polon.
V. Wieniawskij.
Danzig. 1. Aufföhr. des Gresangver. (Schumann) unter
Solist. Mitwirk, der Frau Küster, des Frl. Suhr u. der HH.
Reutener u. Bud. v. Milde: 9. Symph. v. Beethoven, 3. Ab-
theil, der „Faust*'-Scenen v. Schumann.
Darmstadt. 2. Oonc. des Musikver. (de Haan^ unt. sollst.
Mitwirk, der Frau Schubart-Tiedemann a. Frankfurt a. M.^
des Frl. Bau v. hier, der HH. Müller a. Frankfurt a. M. und
Lievermann a. Mannheim u. A. m.: „Erlkönigs Tochter** v.
Gade, Scenen a. .Parsifal" v. Wagner.
Dessau. 4. Conc. der Hofcap. (Elughardt) m. Compositio-
nen V.Mozart: Gmoll> Symph., zwei Ouvertüren, Ddur-Flöten-
conc. (Hr. ünger), zwei Arien (Hr. Feuge).
Dresden. Mozart-Feier im k. Oonservat. f. Musik unter
Leit. des Hm. Prof. Bappoldi u. sollst. Mitwirk, der Frls. Bi-
schoff u. Freitag u. der HH. Mann u. Gässner am 9. Dec:
Bequiem u. Jupiter-Symph.
DaMlB. Mezart-Feier der Unirersity of Dublin Choral
Society (Stewart): Bequiem (Solisten: Damen Craig u. Elslner
u. HH. Bobertson u. Weldon) u. »Ave verum".
Genf. 3. Kammennusik des Quart. Stemberg (Hr. Stern-
berg, Frl. Dorsival u. HH. Bulson u. Ad. Behber^) u. des Hm.
W. Behberg (Clav.): Emoll-Clavierquint. v. Sin ding, Gmoll-
Streichquartett v. Tolkmann, Ddur-Clav.-Violinsonate von
W. Rehberg.
Gera. 197. Conc. des Musikal. Ver. (Elleemann): 8. Symph.
V. Beethoven, svmphon. Phant. „Des Meeres und der Liebe
Wellen" v. C. Kleemann, „ Wasserträger" -Ouvert. v. CJheru-
bini, Gesangvortrftee des Hrn. Zeller a. Weimar (Lohengrin's
Erzählung u. Abscnied a. „Lohengrln" v. Wagner u. „Wie
sollten wir geheim sie halten", „firelt über mein Haupt" u.
„Ständchen" v. B. Strauss).
Hanau. 1. Abonn.-Conc. des Oratorienver. (Fleisch aus
Frankfurt a. M.) m. Compositionen v. Mozart unt. sollst. Mit-
wirk, der Frau Adler-Hugonett u. des Frl. Grote a. Frank-
furt a.M., sowie der HH.^JiaMlsteinu.Wassmuth: Bequiem,
„Ave, verum corpus" u. „Laudate Dominum".
Herzogenbuseh. Am 3. Dec. Aufführ. v. Haydn's „Jahres-
zeiten" durch die (^angvereenig. (Bouman) unt. Solist. Mit-
wirk, des Frl. v. Sicherer a. München u. der HH. Litzinger
a. Düsseldorf u. Spoel a. dem Haag.
Jena. 3. Aloid. Conc. (Prof. Dr. Naumann) m. Compo-
sitionen V. Mozart unt. sollst. Mitwirk, der Frau Detmer, der
Frls. Schoder a. Weimar u. Schwarz u. der HH. Bobert und
Bucha a. Weimar, Dr. Paul u. Pfau: MaurerischeTrauermusik^
Prolog (Hr. Dir. Drescher), Jupitersymph., „Don Juan"-Ouv.
u. div. Opemfragmente.
Klagenfort. Mozart-Feier des Musikver. f. Kärnten am
6. Dec: Prolog v. Prof. Braumüller (Hr. Dobernig), Esdur-
Svmph., Fragmente a. dem Bequiem und der „Zauberflöte",
3iännerchöreu
Königsberg !• Pr. Conc des Sängerver. (Schwalm) unt.
sollst. Mitwirk, des Frl. Oberbeck a. Berlin u. des Hm. Birn-
baum von hier: „Zauberflöten"-Ouvert. v. Mozart, „Fingal"
f. Soli, Männerchor u. Orch. v. Arn. Ktne, Männerchöre v.
Mozart, F. Hegar („Schlafwandel") u. A^, Gesangsoli v. Schu-
mann, Brahms („Ständchen") und M. Blumser („Vöglein,
mein Bote").
Laibaoh. 1. Kammermusikabend der Philharm. Ctosell-
schafb m. Compositionen von Mozart: C moll-Streichquintett,
Gmoll-Clavierquart. u. Ddur-Streichquart. (Anführende: KH.
Zöhrer [Clav.], Gerstner, Nlckerl, Moravec, Till und Lasner
[Streicher].)
Leipzig« Mozart-Feier des Ver. der Musiklehrer und
-Lehrerinnen zu Leipzig: „Laudate pueri" f. Chor u. Orch.,
Vortrag des Hrn. Weidenbach : „Welche geistigen BeriÜirungs-
Suncte finden wir in Mozart's Charakter als Mensch und
lünstler für (?) die praktischen und ^eoretischen Bestrebun-
gen unseres Vereins", „Laudate Dominum" f. Sopransolo (Frl.
Grossschup^ Chor u. Orch., Fmoll-Phant. f. Ciavier zu vier
Händen (HH. Weidenbach und Dr. Stade), Ddur-Divert. für
Streichinstrumente u. zwei Homer (HH. Beyer, Weber, Heintzsch,
Hansen. Wolschke, Müller und Zeumer). — 166. Kammer-
musik-Aufftihr. im Biedel- Ver.: Streichquartette Op.l8, No. 2,
u. 132. sowie Kreutzer-Son. v. Beethoven. (Ausführende: KH.
PaurfClav.], PriU, v. Dameck, TJnkensteinu. Wille TStreicher].)
— 4. Musikabend des Kammermusikver.: Ddur-Ciavierquint.
V. F. Thieriot (HH. Buthardt, Payne, Löwenthal, Klesse u.
Thieriot), Ddur-Streichquart. v. Borodin (HH. Payne, Lö-
wenthal, Klesse u. Haagmans), Amoll-Clav.- Violinsonate von
AI. B ecken dorf(HH.Suthardt u. v. Dameck), Lieder „Him-
melfahrt" u. „Und kommst du nicht" v. F. Draeseke u. „An
der Linden" v. Ad. Jensen (Frl. Langhammer). — Abend-
unterhalt, im k. Conservat. der Musik am 11. Dec.: AUegro
marc, Pastorale u. Fuge f. Org. von Hm. Fe j a. Neumünster,
Schüler der Anstalt = der Comp., G dur-Streichquartett von
Haydn=HH. Wasshausen a. New- York, Schochardt a. Merse-
burg, Hundhammer a. Beichenbach i. V. u. Haagmans a. Hotter-
dam, FismoU-Clavierconcert v. F. Hiller = Hr. Haan aus
Brooklyn, Polon. f. Clav. u. Violonc. v. Chopin = Frl. Peters
a. Hamburg u. Hr. Haagmans, Litrod. u. Yariat. f. Clav. a.
Op. 114 V. Jadassohn = Frl. Vosburgh a. Clinton (Iowa),
Lieder „Der Wanderer" und „Der Kreuzzug" v. Schubert =
Frl. Malier a. Höchst a. M., And. spin. u. Esdur-Polon. für
Ciavier v. Chopin — Frl. Doane a. Brooklyn, Ddur-Sonate f.
zwei Claviere v. Mozart = HH. Turner a. South- Hampstead
u. Hamilton a. Chiselhurst (England).
London. 7. Crystal Palace Conc. (Manns): 7. Symph. v.
Beethoven, Ouvert. „Llmd of the Mountain and the iE^loKKl" v.
H. McCnnn, Scherzo capricc. v. A. Dvof&k, Solovorträge
des Frl. Walker (G^) u. des Hm. Stavenhagen ((31av., Gdur-
Conc. V. Beethoven, Intermezzo v. Brahms etc.). — Conc.
der Musical Guild am 3. Nov.: Fdur-Qulnt. v. Brahms, £s-
dur-Trio f. Ciavier, Clar. u. Bratsche v. Mozart, „Frühlines-
gedanken" f. Clav. u.VioLv. Kreuz, „Legenden" v.Dvotak
(f. ?) (Frl. Grimson u. Hr. Sewell), „Serbisches Liedersplel"
V. G. Henschel. — Mozart-Feier in Albert Hall (Bamby u.
Henschel): Jupiter-Symph., Bequiem (Solisten: Damen üen-^
schel u. Patey u. HH. Lloyd u. Mills) etc. — 9. Crystal Pa-
lace Conc. (Manns) m. Compositionen von Mozart: Jupiter-
Symph., Bequiem (Solisten: Damen Williams u. Mackenzie u.
HH. Piercy u. Salmond) etc«
Magdeburg« 3. Lo^nconc. (Kauffmann) unt. Mitwirk«
des S&ngerpaares Hildacn aus Berlin: 8. Symphonie von
Schumann, „ Meistersinger" -Vorepiel v. Wagner, Yocalduette
V. F. Hiller („Abends" u. „Zwiegespräch"), AI. Hollaen der
(,^rühlingsahnung") u. £. Hildach („Nun bist du worden",
j^aues Stemelein" u. „Im blühenden Garten"), Vocalsoli v.
Beinecke („Voer de Goeren") u. A.
Mlünz« 6. Symph.-Conc. der stftdt. Capelle (Steinbach):
Gmoll-Symph., „2!auberfiöten"-0uvert., Andante a. der CmolU
Seren, f. Bhisinstrumente, Maurerische Trauermusik u. Larg-
hetto f. V^iolonc. (Hr. Vollrath) v. Mozart, Vorspiel u. „Isol-
dens Liebestod" (Frau Ende-Andriessen a. Cöln) a. „Tristan
und Isolde" von Wagner, weitere Vorträge der Genannten
(„Komm, wir wandeln zusammen" v. Cornelius etc.).
Mannheim« 3. Akad.-Conc. (Frank): Oceansymphonie v.
Bubinstein, „L'Arlösienne" v. Bizet, Huldigungsmarsch v«
Wagner, Gesangvorträge des Frl. von Sicherer a. München
(Arie a. dem „Feuerkreuz" v. Bruch, „Feldeinsamkeit" von
Brahms, Mallied v. Beinecke etc.).
Melmngen. 1 . Kammermusikabend des Singver. m. Compo*
sitlonen v. Schubert: Clavierquint., AmoU-Streichquart, Vanat.
a. dem Dmoll-Streichquart.. Gesangsoli. (AusftUirende: HH.
Dr. L. WüUner [Ges.]. Steinbach [Clav.], Fleischhauer, Abbass,
Funk, Wendel u. Bohnert [Streicher].) — 1. Abonn.-Oonc. der
Hofcap. (Steinbach): 8. Symph. v. Beethoven, „Tannhäuser"-
Ouvert. V. Wagner, Orchestervariat. über ein Haydn'sches:
Thema v. J. Brahms', Gesangvorträge des Hrn« Perron aus.
8
Dresden („Mainacht'' und „Meine Liebe ist grttn" von
Brahms etc.).
MiddelbUFg. Conc. des Gresangver. „Tot Oefenin^ en Uit-
spanning*^ (Cleuver) am 1. Dec.: Ouvertüre zu „Iphigenie in
Aulis" V. Gluck m. R. Wagner's Schlnss, OmoÜ-±tequiem v.
Chembini, Psalm 114 v. Mendelssohn, Violinvortr&gedesHm.
Dessau a. Rotterdam (1. Conc. v. Bruch etc.).
Mflnohen. 8. Abonn.-Conc. der Mnsikal. Akad.: S.Symph.
V. Beethoven, symph. Stimmungsbild „Sonnenuntergang" nir
"Orch. V. A. öorter, Schauspielouvert. v. Ad. Sandberger,
"Geftuigvorträge des Hm. Walter.
SaaPbPflcken. dO.StifkmgsfestdesMusikver. „Eintracht"
(Krause): 4. Symph. v. Schumann, Jubelouvert. v. Weber, Vor-
spiel u. Arie a. Jtfurillo" v. F. Langer. Altniederl&ndjsche
Volkslieder, f. Soli, Männerchor u. Orch. oearbeit. v. Kremser,
gem." Chöre v. Bruch („Jubilate, Amen"), Mangold (Seren.)
u. Wagner (Einzug der GMlste auf Wartburg a. „Tann-
häuser*^.
Stettin. 2. Kammermusikabend des Hm, Wild (Yiol.)
'Unt. Mitwirk, der HH. Schumann a. Danzig (Clav.), Sandow
n, Heese a. Berlin (Streicher): Ciavierquartette von Mozart
<Gmoll) u. G. Schumann (CmoU), Clav.-Violoncellsonate v.
Grieg.
Worms. Conc. der Musikgesellschaft u. Liedertafel (Kie-
bitz): „Erlkönigs Tochter" v. Gade (Solisten: Frls. Polscher
a. Leipzig u. Clotz v. hier und Hr. Keller a. Ludwigshafeo),
„Ostermorgen" f. Männerchor m. Sopransolo (Frl. Pofecher) v,
F. Hill er, Solovorträge des Frl. Folscher („Dort unterm
'Fliederbusch" v. Umlauf t, Wiegenlied v. Hart h an u. „Ach,
w«r doch das könnte" v. Berger) u. des Hm. Keller („Bettler-
liebe" von Bungert, „Komm, wir wandeln zusammen" von
Cornelius u. Seren, v. Bruch).
Zeitz. 4. Aufflihr. des Concertver.: Ciaviertrios v. Beet-
hoven (Op. 70, No. 1) u. Rubinstein (Bdur), Soli f. Ges. v.
Lassen („In der Nacht";, Lessmann („Du schaust mich
an"), Wagner („Träume"), Thuille („Es klingt der Lärm")
u. A., f. Clav. u. f. Violonc. v. Bruch („Kol Sidrei"), Mo-
niuszko (Valse m61anc.) u. Wihan (Wiegenlied). (Ausföh-
rende: Frl. Marsala a. Berlin [Ges.], Frau Stern a. Dresden
SHav.] u. HH. V. Voigtländer a. BerUn [Viol.] u. Wihan aus
Ünchen (Violonc.].)
Zürich. Am 24. Nov. Aufführung v. Händel's -Josua"
"durch den Gem. CJhor Zürich (Dr. Hegar) unt. Solist. Mitwirk,
der Frls. v. Sicherer u. Kloppenburg und der HH. Lederer,
Jakob u. Sistermans.
S^ VeraUete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen volmändig unbeachtet bleiben l
Engdgements und GSste in Oper und Concert.
CarläPUhe. Dem letzten Concert des Instrumental- Ver-
-eins verlieh einen strahlenden Glanz das Violinspiel des Hm.
Hofconcertmeister Hohlfeld aus Darmstadt, das jene reife
•Meisterschaft zeigte, welche selbst das Minderwerthige künst-
lerisch veredelt. — Cöln. Im 5. Gürzenichconcert trat der
Violoncell virtuos Hr. Rensburg aus Bonn nach langer Zeit
wieder vor das hiesige Publicum, das ihn von seiner Lehr er-
thäti^keit am Conservatorium her noch in ehrender £rinne-
rung hatte. Hr. Bensburg ist mittlerweile] Kaufmaim gewesen,
jetzt aber wieder zur Kunst zurückgekehrt. Er trug ein
eigenes, seinem Instrument angepasstes, im Mittelsatz zu wirk-
* licn poetischer Stimmung gelangendes Concert vor und bewies
sich hierbei als der vor^nliche Meister von ehemals. Neben
ihm wirkte noch Hr. Perron aus Dresden solistisc]i mit und
entfesselte mit seinem Gesänge ordentliche Beifallsstürme.
Als Fidelio erÖfEhete am 19. Dec. FrauMielke, das ehemalige
beliebte Mitglied unseres Theaters, ein kurzes Gastspiel an
demselben. Als weitere (j^äste sind die HH. Heydrich aus
' Aachen, imser zukünftiger Heldentenor, und Hr. Oberhauser
aus Berlin zu nennen. Letzterer sang den Bossini*schen Fi-
garo, doch war seine Darstellung recht matt. — Heilbronn.
Um die gelungene Durchfährung der vom hiesigen Singkranz
' veranstalteten Mozart-Feier machte sich von den Solisten be-
sonders der Leipziger Baritonist Hr. Gau sc he verdient, in
-dessen von einem vorzüglichen Organ unterstützten Vortrag
sich ausgezeichnete Gesan^bildimg und musterhafte Decla-
mation mit grosser Intelbgenz und Wärme der Auffassung
'aufs Schönste verbanden. — Nürnberg. Dem Publicum des
«. CJoncei:ts des /Philharmonischen Vereins wurde durch Ge-
sinnung des Leipziger Pianisten Hrn. Wendling Gelegen-
heit geboten, das epochale Jank6-Clavier von einem fertigen
Künstler gespielt zu hören. Hr. Wendling trug auf einem
herrlichen Blüthner-Flügel dieser Construction das Gmoll-
Concert von Saint-Saöns u. A. m. vor und stellte mit der aus-
gezeichneten Wiedergabe der Stücke sich und der genialen
^Neuerung im Clavierbau, deren Vorzüge auch dem blödesten
Auge und Ohr wahrnehmbar werden mussten, das glänzendste
Zeugniss ans. — Philadelphia. Hr. Alfred Grünfeld, der
exc^ente Wiener Claviervirtuos, hat kürzlich in der Academy
of Musik, in einem von dem Boston Symphony Orchestra ^
gebenen Concert, einen brillanten Erfolg mit seinem Spiel
errungen und das Publicum in ganz enthusiastische Stimmung
versetzt. — Sehwerin« In der Oper gastirte mit einem seinen
decimirten Stimmmitteln entsprechenden Erfolg Hr. Ant4>n
Schott. Von den hiesigen Mitgliedern möchten wir hier des
Hm. Hu n gar rühmendste Erwänung thun, der seit seinem
Eintritt in das Ensemble enorme Fortschritte in seinen Dar-
stellungen gemacht und neuestens namenüioh als Wotan
(„Walküre") und Simeon („Joseph in Egypten") hochbefrie-
£gende Leistungen geboten hat.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 24. Dec. Thurmchoral v. Vier-
ling. Drei altböhmische Weihnachtslieder von C. Biedel.
25. Dec. „Die heilige Nacht** aus dem „Messias" v. H&ndel.
Nicolaikirche: 26. ESc. „Die heilige Nacht** v. Händel.
OpemaufRIhrungen.
October.
Wien. K. k. Hofopemtheater: 1., 6., 11., 16., 21., 23., 26.
u. 29. Cavalleria rusticana. 3. u. 24. Carmen. 4», 7., 10., 13.
u. 30. Die Liebenden von Teruel (Breton). 6. Die Hugenotten.
8. Mignon. 12. Mefistofeles. 14. Die Königin von Saba.
16. Das Glöckchen des Eremiten. 16. u. 29. Der betrogene
Kadi. 17. Der Troubadour. 18. Götterdämmerung. 20. Der
Wildschütz. 21. Othello. 25. Siegfried. 28. Die Afrikaaerin.
81. FideUo.
November.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 18. Murillo.
Garlsruhe. Grossherzogl. Hoftheater: 1. Die Meister-
sinfi'er von Nürnberg. 8. Beatrice und Benedict. 7.DasBhein-
gola. 8. Die Walküre. 12. Siegfried. 15. Götterdämmerung.
20. Fra Diavolo. 24. üthal. Cavalleria rusticana. 26. Der
fliegende Holländer. 29. Robert der Teufel
Coburg. Hofbheater: 1. Die Walküre. 5. Fra Diavolo.
8. u. 25. Lohengrin. 12. Das Nachtlager von Granada. 15. Er-
nani. 20. Martha. 22. Afraja (O. Dorn). 26. Die Jüdin.
Schwerin. Grossherzogl. Hoftheater: 1. Gtötterd&mme-
rung. 4. Der Troubadour. 8. ündine. 13. u. 29. Die Walküre.
15. Margarethe. 20. Rienzi. 22. u. 30. Der Gouverneur von
Tours (C. Beinecke). 25. Das Bheingold.
Stuttgart. K. Hoftheater: 1. Die Jüdin. 4. Die Begi-
mentstochter. 6. Das Nachtlager von Granada. 8. Bienzi.
12. Cavalleria rusticana. 15. Die Walküre. 20. Wilhelm Teil.
22. Lohengrin. 25. Margarethe. 27. Der Postillon von Lon-
jumeau. 29. Der Prophet.
Aufgefflhrte Novitäten.
Berlioz (H.), j^Benvenuto Cellini" -buvert. (Danzig, 2. Abonn.-
Conc. des Hm. Schumann.)
«König Lear"-Ouvert. (Aachen, 2. Stadt. Abonn.-Conc.)
Ouvert. „Der römische Cameval". (Dessau, 2. Conc. der
Hofcap.)
Brahms (J.), 4. Symph. (Ebendaselbst.)
Violinconc. (Genf, 2. Abonn.-Conc. im Stadttheater.)
Ciavierquartett Op. 60. (London, 1. Conc. der Musical
Guild.)
AmoU-Streichquart. (Frankfurt a. M., Kammermusik
der Museumsgesellschaft am 15. Nov.)
G dur-Clav.-y iolinson. (Osnabrück, 1. Eammermusik-
abend der HH. Oeser u. Gen.)
Schicksalslied f. Chor u. Orchester. (Aachen, 2. StAdt.
Abonn.-Conc.)
Bronsart (H. v.), Gmoll-Claviertrio. (Carlsruhe, 2. Conc.
der HH. Reuss u. Gen.)
9
Bruch (M.), 8. Yiolinoonoert. (Frankfnrt a. M., 8. Museums-
conc.)
„Achilleus*' f. Soli, Chor u. Orchester. (M.-Gladbach,
1. Abonn.-Cono. der „Caecüia^.)
Bungert (A.), Ciavierquart. Op. 18. (Hamburg, Tonkünstler-
ver. am 7. Nov.)
Clarus (M.), „Die Wacht vorSamoa** f. Baritonsolo, Männer-
chor u. Orch. (Minden, Oonc. des Männer-Gesangver. am
6. Nov.)
Dvof&k (A.), Cdur-Streichquart. (Ghenf, 2. Kammermusik des
Streichquart. Stemberg u. des Hm. W. Behber^.)
Esdur-Streichquart. (Bremen, 2. Kammermusik Brom-
berger-Skalitzky.)
Faur6 (G.), Gmoll-Glavierquart. (London, Monday Pop. Conc.
am 9. Nov.)
Gernsheim (F.), Fdur-Claviertrio. (Genf, 2, Kammermusik
des Streichquart. Stemberg u. des Hm. W. Behberg.)
„Salamis*' f. Männerchor, Baritonsolo u. Orch. (Amster-
dam, Festconc. v. Amstel's Mannenkoor.)
Goldmark (C), -Sakuntala^-Ouvert. (Chemnitz, 1. Abonn.-
Conc. der städt. Gap.)
Grieg (Edv.), 1. Orchestersuite a. „Peer Gynt". (Danzig,
2. Abonn.-Conc. des Hm. Schumann.)
— — 2. Orchestersuite a. „Peer Gynt", Scenen a. „Olaf Tryg-
vason^ f. Soli, Chor u. Orch. u. „Vor der Klosterpforte"
f. Soli, Frauenchor u. Orch. (Christiania, 2. Conc. des
Musikver., sowie eig. Conc. des Comp.)
Kahn (E.), Ciavierquart. Op. 14. (Hamburg, Tonkünstlerver.
am 7. Nov.)
Kiel (F.), Streichquart. Op. 58, No. 2. (Berlin, I. Kammer-
musikabend der HH. Kruse u. Gen.)
Klen^el (J.). HmoU-Clav.-Violoncellson. (Glogau, Conc. der
„Gesellschaft" am 18. Nov.)
Krug (Am.), „Italienisches Liederspiel" f. vier Singstimmen
m. Clav. (Berlin, Conc. des Frl. Nittschalk am 15. Nov.)
Liszt <F.), FauBt-Sym^h. (Leipzig, 2. CJonc. des LiszIrVer.)
„Orpheus". (Mamz, 3. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
„Tasse". (Breslau, 7. Sympü.-Conc. der Bresl. Concert-
capelle.)
Lorenz (J.), DmoU-Messe f. Soli, Chor u. Orch. (Glogau,
2. Oonc. der Singakad.)
Bheinberger (J.), davierquart. Op. 38. (Bristol, l.«Pop.
Chamber Conc. des Frl. Lock, sowie Classical Chamber Conc.
des Frl. Eyre am 1 2. Nov. Foiest Hill, Conc. of Cham-
ber Musik am 2. Nov.)
Conc. f. Org. m. Streichorch. u. drei Hörnern. (Glogau,
Kirchenconc. aes evan^. Kirchenchors am 1. Nov.)
Amoll-Orgelson. (WeissenstadtjWohlthätigkeitsconc. des
Hm. Oechsler a. Erlangen.)
„DsA Thal des Espingo" f. Männerchor u. Orchester.
(Amsterdam, Festconc. v. Amstel's Mannenkoor.)
Bubinstein (A.), Amoll-Clav.-Yiolinson. (Berlin, 1. Kammer-
musikabend V. Gust. u. Ingeb. Ezner u. F. Espenhahn.)
Schulz (A.), „Der erste Schnee" f. Soli, Männerchor u. Orch.
(Minden. Conc. des Mäimer-Gesanj^er. am 5. Nov.)
Sin ding (Cur.), Clavierquint. (Frankmrt a. M., 2. Kammer-
musikabend der Museumsgesellschafb.)
Strauss (B.), Tondicht. „Tod und Verklärung". (Frankfurt
a. M., 8. Museumsconc.)
Tinel (Edg.), „Franciscus" f. Soli, Chor u. Orchester. (Cöln,
2. Gürzenichconc.)
Tscha'ikowsky (P.), B moll-Clavierconc. (Berlin, 3. Phil-
harm. Conc, sowie Conc. des Hm. v. Sliwinski am
26. Nov.)
Volkmann (B.), 2. Symph. (Danzig, 2. Abonn.-Conc. des
Hm. Schumann.)
GmoU-Streichquartett. (Minden, 1. Soiröe f. Kammer-
musik.)
Wagner (B.), „Meistersinger" -Vorspiel. (Breslau, 7. Symph.-
Conc. der Bresl. Concertcap.)
Kaiser-Marsch. (Leipzig, 2. Conc. des Liszt- Ver.)
Zuschneid (C), Deutsches Liederfest- Vorspiel f. Orch. mit
Schlusschor. (Minden, Conc. des Männer-Gesangver. am
5. Nov.) .
^Musikalien- und BQohermarIct.
Eingetroffen:
Bazzini, A^ Streichquartette No. 4, Op. 79, u. No. 5,0p. 80.
(Mainz, B. Schottes Söhne.)
Brahms, J., Sechs Quartette f. Sopr., Alt, Ten. u. Bass m.
Clav., Op. 112. (Leipzifij, C. P. Feters.)
Cornelius, Peter, „Der Cid", Ivrisches Drama in drei Auf-
zügen. (München, Jos. Aibl.)
Dvoi^&K, Anton, Bequiem f. Soli, Chor u. Orchester, Op. 89.
(London und New- York, Novelle, Ewer & Co.)
Kistler, C^rrül, „Baldur's Tod". Musikdrama in drei Acten.
(Bad Kissingen, Verlag der „Tagesfrafi;en".)
Kluffhardt, August, Symph. in Cmoll, Op. 67. (Leipzig u.
Baden-Baden, Constantin Wild's Verlag.)
Krause, EmiL Praktische Clavierschule für Lehrende und
Lernende, Op. 70. (Hamburg, D. Bahter.)
Bitter, Alexander, „Wem die Krone", Oper in einem Act.
(München, Jos. Aibl.)
Schumann, Bobert, 4. Symph., Op. 120. Erste Bearbeit. a.
dem Jahre 1841, herausgegeben v. F. Wüllner. (Leipzig,
Breitkopf & Härtel.)
Strauss, Bichard, Tondicht. „Macbeth" f. Orch. (München,
Jos. Aibl.)
Zeleiiski, Ladislaus, Streich quart. Op. 42. (Breslau, Julius
Hainauer.)
*
Arend, Max, Die Schlüssel- und Transpositions-Lehre in der
Musik. (Basel, Schweizerische Verlags-Druckerei.)
Briefwechsel zwischen Felix Mendelssohn Bartholdy und Julius
Schubring; zugleich ein Beitrag zur Geschichte und Theorie
des Oratoriums. (Leipzig, Duncker & Humblot.)
Dwelshauvers-Dery, Dr. F. V., Die „Cavalleria rusticana"
und ihre Bedeutung fiir Deutschland. Elritische Aus-
einandersetzung. (I^pzig und Baden-Baden, Constantin
Wild's Verlag.)
Gerhard, C, Ludwig van Beethoven in seinen Beziehungen
zu berühmten Musikern und Dichtem. (Dresden-N.,
Oskar Damm.)
Kirchenmusikalisches Jahrbuch fUr das Jahr 1892. Herausgegeben
von Dr. Fr. X. Haberl. (Begensburg^ Friedrich Pustet.)
Krause, Emil, Die Entwickeking des einstimmigen Liedes
am Ciavier und dessen Abarten. (Hamburg, C. Boysen.)
Johannes Brahms in seinen Werken. Eine Studie.
(Hamburg, Lucas Gräfe & SiUem.)
La Mara, Classisches und Bomantisches aus der Ton weit.
(Leipzig, Breitkopf A Härtel.)
Pudor, Dr. Heinrich, Die alten und die neuen Wege der
Musik nebst einem Vorwort. (Dresden-N., Oskar Damm.)
Schneider, PauL Ueber das Darstellungsvermögen der Mu-
sik. Eine Untersuchung an der Hand von Prof. Ed.
Hanslick's Buch „Vom Musikalisch-Schönen". (Oppeln u.
Leipzig, Eugen Franck*s Buchh. [G^rg Maske].)
Zellner, L. A., Vorträge über Akustik. Gehalten am Conser-
vatorium der Musikfreunde in Wien. (Wien, Pest und
Leipzig, A. Hartleben*s Verlag.)
Vermisohte Mittheiiimgen und Notizen.
* Der Porees'sche Gesangverein zu München
brachte am 15. Dec. zum zweiten Mal in diesem Jahr Ber-
lioz' gewaltige „Verdammung des Faust" zur Aufführung
und erregte mit derselben eine noch grössere Begeisterung,
als bei der Wiedergabe im v. Mai. Zumal am Schluss des
Werkes wollte der Beifall kein Ende nehmen und mussten
der ausgezeichnete und hochverdiente Diri^^t Hr. Borges und
die Solisten (Hr. Vogl, Frau Hieber etc.) immer von x^euem
zur Entgegennahme der Dankeebezeugungen hervortreten.
* Wie kürzlich in der deutschen Beichshauptstadt die
beiden neuesten Kammermusikwerke von Joh. Brahms, so
haben zwei Tage später in der englischen Metropole London
auch mehrere Nummern aus des Meisters kürzlich als Op. 112
im Druck erschienenen Gesang^quartetten mit Clavierbe-
gleitung, au%eftihrt im MondayPopular Concert am 14. Dec.,
eine begeisterte Aufnahme gefunaen, ja Zweie der Zigeu-
nerlieder mussten sofort da capo gesungen werden.
* Mit einer Aufführung von Händel's „Messias" beging
ktlrzlich der Oratorienverein zu Augsburg das 2&jährige
Jubiläum seines Bestehens und der Thätigkeit des Hrn. Dr.
Schletterer als seines Dirigenten.
* In Buenos-Ayres soll ein neues, 6000 Personen fas-
sendes Theater erbaut werden, welches an Grossartigkeit alles
Dagewesene übertreffen soll.
10
* Die italienisohen Journale best&tigen die Thateache,
das8 der Gomponist Baron Franchetti das Branetti-
Theater in Bologna erworben habe, um, nach einer gründ-
lichen Wiederhers^Uung desselben, „grossartige'' Yorstellun-
gen daselbst zu veranstalten.
* Im Hoftheater zu Wien kamen Ende y. Woche als
Beschluss der Mozart-Feier die Jugendwerke ddS Gomponisten
„Bastien und Bastienne** und „Die (Gärtnerin" zur Dar-
stellung.
* In Turin ist unlängst die „Walküre" von Wagner
erstmalig mit grossartieem Erfolg in Scene gegangen; ganz
besonders enthusiastisch wurde der . Auizug aufgenommen.
* Im Theater zu Montpellier bereitet man die Auffüh-
rung des „Lohengrin^^ vor. — Li Toulouse ist die gleiche
Oper wieder aufgenommen worder.
* Die im Monnaie-Theater zu Brüssel kürzlich gegebene
komische Oper „Barbeiine* von Saint-Quentin hat, ob-
gleich graziös und mit einzelnen hübschen Sachen ausge-
stattet, das Publicum doch kühl gelassen.
* Im französischen Theater im Haa^ hat F. A. Ge-
vaert*s Oper „Quentin Durward" neulich emen grossartigen
Erfolg davongetrskgen.
* In Madrid v/urde eine neue Oper „El Fantasma de
fuego" mit der liebenswürdigen und graziösen Musik von
Femandez Caballero, einem der angesehensten Musiker
Spaniens, gegeben.
Mossager*s Oper „La Basoche" gelangte am SO. Dec.
in Hannover zur J?remiöre und wurde günstig aufjge-
nommen.
* Frau Amalie Joachim wird, sich im n. Frühjahr zu
einer Concertreise nach Amerika begeben \md dort, wie es
heisst, ihre öffenüiche Th&tigkeit als Sängerin beschliessen.
— Ein Gleiches soll Hr. Anton Rubinstein betr. seiner pia-
nistischen Laufbahn planen. Er beabsichtige, wie man mel-
det, derselben während der Ohicagoer Weltausstellung defini-
tiv ein Ende setzen.
* Hr. Bernhard Stavenhagen, der ausgezeichnete Pia-
nist, und seine Göttin, die trefirliche Sängerin Frau Denis-
Stavenhagen. haben kürzlich eine ruhmgekrönte Concert-
toum6e in England und Schottland absolvirt.
* Die italienische Frentano- Akademie hat der dramatischen
Sängerin Frl. Scherenberg in Stettin die goldene Medaille
fiir Kunst und Wissenschaft verliehen.
* Der französische Glaviermeister Marmontel ist vom
König von Rumänien zum Commandeur des Ordens der ru-
mänischen Krone ernannt worden.
Todtenliste, Zimmermann, köni^l. Gonoertmeister a. D.|
t, 82 Jahre alt^ kürzlich in Steglitz bei Berlin. — Giovanni
Fiori, komiscner Bass, welcher auf den hervorragendsten
italienischen Bühnen eine glänzende Laufbahn eingeschlagen
hatte, t» 78 Jahre alt, in Mailand. — Abbö Felix Co Hin,
Director des Kirchenchors der Kathedrale Saint-Brieuc und
der Capelle Saint-Guillaume, Componist geistlicher Werke, f
in vorgerückten Jahren.
Kritischer Anhang.
Tl eodor Mailer-Reuter. Fünf Ciavierstücke, Op. 6. Dres-
den, L. HofiParth.
An diesen Sachen ist vor Allem das Bemühen ihres
Schöpfers, dem Gewöhnlichen aus dem Wege zu gehen, und
um eine noblere Ausdrucksweise ersichtlich und anerkennens-
werth. Louis Bödecker.
Wm. H. Shepwood. Allegro patetico, Op. 12. Leipzig und
Hamburg, Fritz Schuberth jun.
Von erhabenem Charakter ist dieses Allegro nicht, viel-
mehr zeigt es sich als freundlich und graziös.
Louis Bödecker.
Brie f*l£ a. s t e n«
Dr. Rob, F, in H, a, S. Eine Veröfifentlichung Ihrer ge-
schätzten Einsendung" „Zum Capitel der Nachempfindung"
war aus rein technischen und zeitlichen Gründen in der vor-
liegenden No. nicht möglich, dafür wird der Abdruck voU-
ständie^ in nächster Woche erfolgen.
IV, IC, m B. Der uns von Ihnen zugesandte Artikel
gegen die Concertagentur H. W. wurde uns bereits von zwei
anderen Seiten mit dem Wunsche um Abdruck übermittelt.
Leider fehlt uns gegenwärtig hierzu der nöthige Raum, je-
doch gedenken wir, den Artikel bei dem Interesse, welches die
in demselben mit Recht bekämpften Zustände und Verhält-
nisse übersJl erregen müssen, demnächst auszugsweise mitzu-
theilen.
G. E, in L, Wenn jener „allerhand Musik, erhaben über
der Kritik" enthaltende Verlagskatalog das Jahr 1761 als
Gründungsjahr der Firma angibt, so ist dieser Irrthum jeden-
falls kein absichtlicher, sondern nur auf ein Versehen des
betr. Xylographen zurückzuführen.
AuBelffoii'
Flttg^el- und Planlno-Fabrlkant.
Sr. Maj. des Kaisers von Deutschland und Königs von Preussen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
I. Fabrik: 6—7 Johannis-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. F a b r i k : 21 Grünauer-Strasse und Wiener-Strasse.
in. Fabrik: 124 Reich enberger-Strasse.
445 OxfOFd-Str.
:Oerliii ]>jr.
5—7 Johannis-Str.
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Conipositionen
für Pianof orte
von
Joseph Lamberg.
Op. 10.
Op. 11.
Op. 12.
Op. 13.
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Mazurka et Valse grotesque.
No. 1. Mazurka jH 1,20
No. 2. Valse grotesque , , . , Ji 1,20
S^r^nade et Valse-Caprice.
No. 1. S^r^nade , jH 1,20
No. 2. Valse-Caprice .^1,20
Nippes. Suite de petits morceaux en
forme de danse Jt 3, —
(4) Bizzarreries Jt 2, —
Fr. Kistner.
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stattung, sind wegen
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chen von den vier Jahreszeiten von Marie Meissner.
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und Alt) und verbindende Dedamation. Ciavierauszug
mit Text «^ 8, — . Solostimmen 60 /^, Chorstimmen (jede
einzelne 50 /^) ,S 1,—. Vollständiges Textbuch n. 80 4&.
Text der G^esänge n. 10 z^,
Hammel, Ferdmand, Op. 66. Die Naiaden. Märchen-
Dichtung (frei nach L. Bechstein's Märcnen ,,Der Docken-
teich'') von Albert Schaefer. Für vier Solostimmen
(Sopran, Alt, Tenor oder Sopran, Bariton oder Mezzo-
sopran), weiblichen Chor und verbindende Dedamation.
Ciavierauszug mit Text Ji 7,50. Solostimmen complet
Ji 1,60. Chorstimmen (jede einzelne 70 y^) JH 2,10. Voll-
ständig!^ Textbuch n. 60 /ij. Text der Gesänge n. 10 /ij.
Hüllcr, jUermaim, Op. 8. König Goldner. Märchen-
Dichtung. Für Soli (Sopran und Alt oder Bariton), drei-
stimmigen Frauenchor und Pianofortebegleitun^ mit ver-
bindender Dedamation und unter Berücksichtigung der
Stimmenverhältnisse jugendlicher Sänger. Ciavierpartitur
Ji 5,~. Solostimmen 60 ^, Chorstimmen Ji 2,40. Voll-
ständiges Textbuch n. 60 ^. Text der Gesänge n. 10 y^.
(NB. Dieses Werk erschien auch für gemischten Chor.)
S^toeckert, Hermann, Op. 11. Feenwalten. Märchen-
Dichtung für Sopransolo, areistimmigen Chor (2 Soprane
und Alt) und Ciavier mit Dialog und scenischer Dar-
stellung (oder mit verbindender Dedamation) und mit
lebenden Bildern (ad Hb.). Ciavierauszug Ji 6,60. Chor-
stimmen, das Solo mit enthaltend (jede einzelne 80 yij)
Jt 2,40. Text- und Begiebuch n. Jü 1,—. Text der Ge-
sänge n. 10 .ij. [7.]
Leipzig.
C. F. W. Siegers UusikaUenhandlnng
(B. Linnemann).
Soeben erschien:
Neue
Schule der Geläufigkeit.
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mit vollständigem Fingersatz
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Charles Mayer.
Op. 168. ^
Neue Ausgabe, verbessert und mit Metronombezeichnung
versehen von £■ PMiei*«
In 4 BVnden geheftet k Jt 1,50. netto.
Leipzig, December 1891. [8.]
F. £]• O. ILieucl£aj*t«i
Soeben erschien ein neues grossartiges Werk von:
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Partitur Ji 20,—. netto. Orch.-Stlmmen Ji 26,—. netto.
Singstimmen (& J6 1,26.) Ji 6,—.
(Clay.-Ausz. m. Text bearb. von Ferd. Loewe.
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zu beziehen. [9aO
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HL fienf (Bobweil), [16— ■]
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Op. 59.
F-a.zif Xjlecier f-ü.r Bariton
compl. Jl 3, — .netto. pla.]
No. 1. Um Mitternacht. M 1,86.
( Mo. S. Kophtisches Lied. l „ ,
Hermann Gausche
(Bariton), riöb.i
SehUer Stoekhi
Zweitee Eophtischee Lied,
f No. 4. Die Auswanderer (I. Flucht).
~- ■ - r (H. r ■■
Jl a,86.
t No. 6. Die Auswanderer (ü. Heimathbild. .
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Y yerantwortlicher Redacteur und Verl^en ^ß
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Die InaertioneKebühreD mr den Raum einer geapoltenen Febtzeile betragen 90 Pfennige.
Inhalt: Du Lied von den sieben Wortsn dea Eridaers am KreoEe. Van Dr. Pater Dmffel. (Portagtiiiiig,) — Kritik: Robert Schwalm, „Franenlob".
Oper, Cyrill Kirtlar, „KnIenapiegBl", KomBdiB, und A I Bland er Mtter, „Wem die Krone ?", Oper.— Blograpbisoliea: Bafael Maaekowaki. (Sohliifla.J
~ TageseeaotüDlite: Masilibriefe aiia Frankfnrt a. U. (Fortaetaung) und Wien (FoTisetzangl. — Berlebte. — ConoeTtumaobaii. — EnKagemaat«
nnd OaatapielB in Oper und Concert. — Kirehenmiuik. — OpemaofKlinuigeii. — Vormlaohte Hlttheilimsen und NotiEen. — Offener
Spraoluaal. — Brietkaaten. — Anzeigen.
Das Lied von den sieben Worten des EriOsers
am Kreuze.
Von Dr. Peter DrufTel.
(Fortsetaniig.)
Erst in dem 1567 gedmcktenGcsangbuche Leisen-
trit'fl (k.) treffen wir anf naclifolgonde Melodie:
No. 76.
(Mel I Da Jeius an dem Jtreuze stund.}
uerWor-te Got - tea-kraft Michtief cu Her-ien faa-ien.
Gesang- und Gebetbuch für die Diöcese Trier (vc
M. Hermesdorff), Trier 1872, Fr. Lintz.
No. 59.
Die sieben Worte am Krenie.
Von weniger^ Abweicbangen abgesehen , erkennen
wir diese Melodie sofort als diejenige, in welcher das
Lied aoch beute noch geaungen wird, nAmlich:
Evangelisches Gesangbuch, herausgegeben nach den
Beschlüssen der Synoden von Jülich, Cleve, Berg und
' von der Grafschaft Mark. Elberfeld, Sam. Lucas.
14
Psälterlein. Katholisches Gebet- und Gesangbuch.
Begensbnrg, 1891. Fr. Fastet.
No. 62.
Die sieben Worte Christi am Kreuze.
Da Je - 8U8 Christ am Kreu-ie hing, Und ihn des Ster-bens
i
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75^-
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Not um -fing Mit bit- ter- li-chen Schmer-zens Die
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sie - ben Wort', die er da sprach
, Se-
^^-
trachf in
I
2
E^^
g J
I
dei-nem Her - zen.
(Folgen 8 St)
Fast derselben Melodie begegnen wir schon in zwei
älteren evangelischen Gesangbüchern, nur zu anderen
Texten:
Gesangbuch yon Valentin Babst. 1545.
^ziiiriz^---?^"-^^"
In dich hab ich ge - hof- fet Herr, hilff das ich
ÄS
^ ^"~?"
:.^;
^=3:^:
$^!^
nicht zu schänden werd, noch e-wig-lichzu spot- te,
>-^'
:i^=:
ä
3^:=
das bitt ich dich, er - hal - te mich in dei - ner
S
^»--»— ^
^
trew Herr Got -' te.
Gesangbuch von Valentin jTriller. 1555 f(bezhsw. 1559).
Von dem Evangelium Luce XIV.*)
Auff die Noten Von den sieben Worten Christi.
Ä
3M^.-
3^— -
3r-Z=r=2*E:
Es war ein -mal ein gros-ser Herr, der schickt inn al-
^^"^^-^
:-^=3^
^=^-:
^\ 4 "-
le landtgarferr, lies jhm ein Volk ein - la - den, zu
-: — ^
ei- nem gar kost -li- eben mall, aus lieb vnd laut-ter
3Me:
I
gna - den.
*) Homo quidam fecit ooenam magnam: et vocavit mul-
to6. Et misit servum sunm hora coenae dicere invitatis, ut
venixent: quia jam parata sunt omnia. Etc.
Die bisher mitgetheilten Melodien — besonders aber
die erste mit dem ausdrücklichen Zusätze „im alten Tone*',
sowie die letzte mit der Angabe »auf die Noten: Von
den sieben Worten Christi** — gestatten den Schluss,
dass die heute noch gesungene Melodie unseres Lie-
des eine sehr alte ist und von altersher zu den Wor-
ten des Liedes ,,Da Jesus an dem E^reuze stund** ge-
sungen worden ist
(Fortsetzung folgt)
Kritik.
Neue Bühnenwerke.
Robert Schwalm. „Frauenlob**. Oper in 4 Aufeügen.
Mainz, B. Schott's Söhne.
Cyrill Kistler. „Eulenspiegel**. Komödie in 2 Acten.
Kissingen, Verlag der „Musikalischen Tagesfragen**.
Alexander Ritter. „Wem die Krone?** Oper in 1 Act.
München, Jos. Aibl.
Ein besserer Musiker und eine liebenswürdigere Per-
sönlichkeit — wenn auch kein wahrhaft schöpferischer
Geist und kein Dramatiker — tritt uns aus Robert Schwalm's
ohne Vorwort veröffentlichter Oper „Frauenlob** entgegen,
und wenn wir die Musik dieses Werkes im Allgemeinen
wohl mit Fug und Recht als sogenannte Capellmeistermusik,
und zwar vorwiegend als „altdeutsche Capellmeistermusik**
bezeichnen müssen, so dufteten uns aus derselben doch
manche lieblich anmuthvoUe Melodienblüthen entgegen,
welche uns eine Aufführung des „Frauenlob** überall da,
wo far den Titelhelden des Werkes oder fär den Gom-
ponisten oder den Verfasser des Librettos, Hm. Wilhelm
Jacoby, Sympathien vorhanden sind, wohlberechtigt er-
scheinen lassen würden.
Wir .gelangen nun zur Besprechung der Bühnenwerke
von Kistler und Ritter, welche Beide Das miteinander ge-
meinsam haben, dass sie musikalisch vielfach an Wagner
anknüpfen und dem siegreichen Vorgange Wagner^s auch
darin Folge leisten, dass ihre Autoren als Wort- und Ton-
dichter zugleich in die Schranken treten. Als das musi-
kalisch werth vollere — weil selbständiger und in grösserem
Flusse concipirte Werk — erscheint uns Kistler's Komödie
„Eulenspiegel**, die bei guter Besetzung der schwierigen
Titelpartie und der übrigen drei in Betracht kommenden
Rollen trotz mancher Albernheiten des Sujets und der
vielen bedauerlichen Absurditäten der Diction unserer An-
sicht nach überall willkommen geheissen werden dürfte.
Die in ihrem recht polyphonen Gefüge durchweg eine
sehr geschickte Hand verrathende Musik, die bisweilen,
so namentlich im Vorspiele, in durchaus statthafter humor-
voller Weise nach älteren Vorbildern zurückgreift, zeichnet
sich durch eine heutzutage immer seltener werdende
Frische und Stetigkeit aus, lässt den Hörer dabei an
wirklich hübschen musikalischen Gedanken nicht zu kurz
kommen und illustrirt die drastischen Vorgänge der Hand-
lung in wirksamster Weise. Dabei smd cUe Singstimmen
sinngemäss und wirkungsvoll behandelt, und das beglei-
tende Orchester dürfte bei guter Instrumentation — eine
Partitur haben wir leider nicht einsehen können — dem
Musiker vieles Interesse abgewinnen. An der Diction
liesse sich ja wohl Manches leicht verbessern, und jede
Bühne, welche in ihrem Opempersonale die für dieses
16
Werk erforderlichen humoryollen und gewandten dar-
stellenden Künstler besitzt, dürfte mit der Vorfübrong
dieser übermütbigen deutschen Oesangskomödie einen be-
deutenden Erfolg erzielen.
Alexander Ritter's einactige Oper „Wem die Krone ?^
zeichnet sich zunächst durch ein fein ersonnenes und in
seinen mehrfach geradezu actuell wirkenden Momenten sehr
wirksames Sujet aus, welches jedoch häufig durch eine
ungeschickte und in läppischen Wortwitzen und trivialen
Redensarten schwelgende Behandlung der Sprache ge-
schädigt wird. Die Musik entbehrt im Allgemeinen nicht
eines grossen und stimmungsvollen Zuges, erscheint
jedoch überall da am bedeutendsten, wo sie sich in bedenk-
licher Weise den Ausdrucksformen Wagner's nähert, was
übrigens mit Ausnahme weniger Scenen überall der Fall
ist. Jedenfalls sind die ganz recht Bitter^schen Partien
der Musik die erfindungsärmeren, und volle Schönheit
strahlt uns da entgegen, wo Heinrich in seiner grossen,
auch in der Dichtung bedeutenden Erzählung vollständig
zum „ Meistersinger '^ wird. Wir gestehen ganz ehrlich zu,
dass wir diesem Werke vielleicht nicht ganz unparteilich
gegenüberstehen; aber wir konnten uns von der Forderung
nicht lossagen, dass der Mann, der vor Kurzem in einer
allerdings witzigen, aber unwissenschaftlich frivolen Ab-
handlung über das „Spanisch-Schöne" sich als einen ge-
waltigen Sprachkenner aufspielte, nun den Beweis zu er-
bringen hätte, dass er selbst seine Muttersprache wenig-
stens — wir meinen hier speciell die musikalische — mit
vollendeter Fertigkeit und in ausdrucksvollster Schönheit
selbständig zu gebrauchen vermöge. Nun aber mussten
wir aus diesem „Ritterlich-Deutschen" ersehen, wie dem
grossen Sprachgelehrten überall da, wo es galt. Bedeu-
tendes zu sagen, der rechte Ausdruck fehlte und er zu
mehr oder minder genauen Citaten aus den allerdings ur-
deutschen Werken des auf diesem Gebiete allergrössten
Sprachmeisters seine Zuflucht nehmen musste. Mag daher
Ritter's immerhin gross angelegtes und zeitgemässes Opern-
werk bei seinen voraussichtlich vielfach bevorstehenden
Aufführungen überall beifällige Aufiiahme finden, wir
halten es für unsere Pflicht, öffentlich zu constatiren, dass
Ritter dem von ihm in seiner vollberechtigten Eigenart
nicht verstandenen und daher mit Unrecht geschmähten
„Spanisch-Schönen" mit seiner einactigen Oper „Wem
die Krone?" ein nur anempfundenes und schon darum
unbedeutenderes „Deutsch-Schönes" gegenüberzustellen
vermocht hat. Arthur Smolian.
Biographisches.
Rafaei Maszkowski.
(Schluss.)
So Bedeutendes indessen Maszkowski in Coblenz mit
den geringen Mitteln, die ihm zu Gebote standen, auch
leisten mochte, so gelangte doch sein Ruf erst seit 1883
zu weiterer Verbreitung. In diesem Jahre veranstaltete
er zum 75jährigen Jubiläum des Musikinstituts zu Cob-
lenz ein grosses Musikfest, das zwei Tage währte, und
an welchem sich die ersten Gesangvereine der Rhein-
provinz betheiligten. Schon aus der Thatsache, dass
Brahms und Joachim dabei mitwirkten, lässt sich ersehen,
dass das Fest in grossem Stile arrangirt war, Maszkowski's
Bemühungen blieben abSr auch nicht unbelohnt Von
allen Berichterstattern wurde ihm einstimmig das höchste
Lob als genialem Dirigenten gezollt, sein Musikfest als ein
den grössten Niederrheinischen Festen völlig ebenbürtiges
bezeichnet.
Bereits ein Jahr vorher war der Vorstand des Bres-
lauer Orchestervereins durch Brahms auf Maszkowski
aufmerksam gemacht worden und hatte an ihn den Ruf
ergehen lassen, als Nachfolger von Bernhard Scholz nach
Breslau überzuziedeln. Leider kam es nicht schon da-
mals zu einem festen Engagement, da Maszkowski zu
Gunsten des sich in letzter Stunde bewerbenden Meisters
Max Bruch zurücktrat Indessen behielten seitdem die
Breslauer ihn stets im Auge, und als schliesslich Bruch
nach achtjähriger Wirksamkeit im vorigen Jahre Breslau
wieder verliess, erg^g abermals an Maszkowski der Ru^
die Direction der Orchestervereins -Concerte daselbst zu
übernehmen. Maszkowski kam diesmal wirklich, sah
recht wenig erfreuliche Zustände und — siegte trotzdem
gleich im ersten Concerte aufs Glänzendste« Nach jeder
Nummer — das Programm enthielt Wagner's „Meister-
singer"-Vorspiel, Liszt's „Les Pr^ludes" und die „Eroica"
von Beethoven — wurde der Künstler mehrmals hervor-
gerufen, um den jubelnden Beifall des geradezu ver-
blüfften Publicums entgegen zu nehmen, während der
berühmte Solist des Abends, Emil Götze aus Cöln, sich
mit verhältnissmässig bescheidenen Ehrenbezeigungen be-
gnügen musste. Dass an dieses erste Debüt die grössten
Erwartungen geknüpft wurden, war natürlich. Aber wie
hat sie Maszkowski erfüllt, ja geradezu überboten! Jedes
seiner weiteren Concerte bedeutete für ihn einen Triumph,
far das Publicum ein wahres Fest Von den Werken,
die er bisher in Breslau aufgeführt hat, das Eine oder das
Andere als besonders gelungen zu bezeichnen, ist ganz
unmöglich, da sie alle in ihrer Art so vollendet wieder-
gegeben wurden, dass man meinen mochte, es könne
gar nicht anders sein, und doch wissen die Breslauer
Musikfreunde am besten, dass es früher ganz anders
war, hatten sie sich doch in den letzten Jahren daran
gewöhnt, recht mittelmässige Orchesterleistungen hinzu-
nehmen, ja ein nicht geringer Theil war schliesslich den
grossen Concerten überhaupt fem geblieben. Wie ge-
waltig die Frequenz der Concerte unter Maszkowski zu-
genommen hat, mögen Zahlen beweisen. Während der
Orchesterverein unter Bruch in den letzten Jahren Defidts
von 7000 — 8000 Mark zu decken hatte*), gelang es
Maszkowski, bereits im ersten Jahre ein Plus von über
2000 Mark zu erzielen. Ein Dirigent, der solche Wunder-
thaten verrichtet, ist selbstverständlich ein vielbegehrter
Mann. Das sollten die Breslauer nur zu bald erfahren«
Maszkowski war kaum ein Vierteljahr da, als von Frank-
frirt a. M. aus der Ruf an ihn erging, er möge als Nachfolger
des in den Buhestand tretenden Professor Müller die Direction
der berühmten Museumsconcerte übernehmen. Eine grosse
Versuchung, die damit an unseren Künstler herantrat, der,
als er in Coblenz war, sich so oft gewünscht hatte, das
herrliche Frankfurter Orchester nur ein einziges Mal dirigiren
zu dürfen I Trotzdem lehnte Maszkowski ab: ein Schritt,
den er hoffentlich niemals zu bereuen haben wird.
unter den lebenden Dirigenten hat Maszkowski die
meiste Aehnlichkeit mit Hans v. Bülow, mit welchem er
* Durch Anstellung des Hm. Bruch als Vorsteher einer
der Akademischen Meisterschulen für Composition in Berlin
ist demselben die Gelegenheit, Deficits aLs Dirigent zu machen ,
vorläufig benommen. D. Bed.
16
auch die aufgeregte Art zu dirigiren gemein hat. Er be-
sitzt aber auch dessen Oebeimniss, seine Zuhörer unwider-
stehlich mit sich fortzureissen und sie zu lautester Be-
geisterung anzufachen. Und das Oeheimniss selbst? Nach
Maszkowski's eigenem Ausspruch besteht es in folgendem
Princip: Das Orchester muss die Vorschriften in der
Composition sklavisch erfüllen, der Dirigent dagegen muss
Das herausfinden und zum natürlichen Ausdruck bringen,
was der Gomponist mit Zeichen nicht ausdrücken konnte.
Dahin gehören die fast unmerklichen Ritardandi, Crescendi,
Diminuendi, Accelerandi, die an gewissen Stellen ein feiner
Musiker zumeist unbewusst anbringt, obgleich sie der
Gomponist nicht vorgeschrieben hat, entweder weil er
fürchtete, dass jede Vorschrift leicht zu Uebertreibungen
veranlassen könne, oder weil sie ihm selbst bei der Com-
position nicht zum Bewusstsein kam. Daher erscheinen
unter Maszkowski's Leitung die bekanntesten älteren
Werke oft wie in neuem Oewande, ohne jedoch deshalb
irgend welchen befremdenden Eindruck zu machen. Aus
dem Gesagten erklärt sich femer, warum Maszkowski mit
Brahms' C moU-Symphonie, welche doch bekanntlich für
so Viele ein Buch mit sieben Siegeln ist, in Coblenz
einen solchen Enthusiasmus erregen konnte, dass er in
derselben Saison das Werk auf Verlangen wiederholen
musste.
Dagegen dürfte es wohl ein ungelöstes Bäthsel bleiben,
wie es möglich war, dass dieser bedeutende Künstler in
seiner bescheidenen Stellung in Coblenz 20 volle Jahre
ausharren musste, ehe es ihm gelang, an die Spitze eines
seiner würdigen Kun^tinstituts berufen zu werden. Möge
es den Breslauem beschieden sein, den Meisterdirigenten
Rafael Maszkowski recht lange den Ihrigen nennen zu
dürfen! Dr. Johannes Merkel«
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Frankfurt a. M., im December.
(Fortsetzung.)
Der Anwesenheit Joachim^s verdankten wir auch eine unter
Zuziehung seiner berühmten Berliner Kunstgenossen de Ahna,
Wirth und Hausmann veranstaltete Quartett-Matin6e. In
Werken von Mozart (Köchel No. 465), Brahms (Op. 61, No. 2)
und Beethoven (Op. 130) forderte diese unvergleichliche Künst-
ler-Vereinigung unsere vollste uneingeschränkteste Bewunder-
ung heraus. Edler, geistvoller, klangschöner können diese
herrlichen Tondichtungen unmöglich zuG^hör kommen, und
Joachim stand hier, ohne sich vorzudr&ngen, auf der vollen
Höhe seiner Meisterschaft. — Nicht minderen JBeifall fand die
Soci6t6 de musique de chambre pour instruments k vent aus
Paris. War schon die Vorführung so selten gehörter Werke
wie Mozart'sEsdur-Quintett (Köchel 462), Schubert's ilöten-
Variationen Op. 160, der Phantasie-Stücke fiir Clarinette von
Schumann Op. 73, der Oboe-Sonate von Händel in Gmoll,
des Octetts von Gouvy Op. 71 etc. an sich ein Verdienst, so
steigerte sich dieses noch durch die hervorragende Kunst
jedes einzelnen Mitwirkenden. Namentlich der Flötist Hr.
Paul Taffanel imd der Oboer Hr. Georges Gillet dürften
in der Welt wohl kaum einen Rivalen finden. Auch der
Pianist Hr. Louis Di6mer erfreute sich der vollsten Aner-
kennung, wennschon er seinen Landsmann Plant6 nicht er-
reichen dürfte. Er ist ein vorzüglicher Ensemblespieler und
verfügt über ein piano von sehr schöner Klangwirkung, sein
forte dagegen ist hart und reizlos. Ob der Künstler auch
bedeutenderen, Geist und Gemüth mehr in Anspruch nehmenden
Aufgaben (Bach und Beethoven) gewachsen ist, lässt sich nach
den vorgeführten Solo-Stücken von Bameau, d*Aquin, Chopin
und Liszt (Ungarische Rhapsodie No. 11) schwer beurtheüen,
wir möchten es indessen kaum annehmen, sein Spiel scheint
mehr nach der technischen Seite ausgebildet. — Die drei ersten
Kammermusik -Soir6en der Museums -Gesellschaft brachten
ausser Quartetten von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert,
Schumann und Brahms als Novitäten Brahms' Glavierousirtett
in Adur, Sinding's Claviercjuintett in EmoU und Grieg'sClavier-
Violoncellsonate unter pianistischer Mitwirkung von Frau
Bassermann und der HH. Director Max Schwarz und
James Kwast. Das Spiel der erstgenannten Dame ist virtuos,
correct, nicht ohne männliche Kraft, aber auch nicht von einer
gewissen Trockenheit freizusprechen. Der Mitdirector des
Kaff-Conservatoriums Schwarz, welcher an einem kurz vor-
her veranstalteten eigenen Ciavierabend mit Liszt's selten
Erhörter Hmoll-Sonate und anderen Stücken von Chopin und
iszt ausserordentliche Anerkennung gefunden, erwies sich
auch in Sinding's Quintett als ein uoeraus feinfühliger her-
vorragender Ensemblespieler. Die unstatthafte Amputation,
welche sich der norwegische Gomponist hier hat gefallen
lassen müssen, ist bereits in dem Briefkasten dieses Blattes
gewürdigt worden. Das Werk hat hier übrigens, ohne ge-
rade zu zünden, doch mehr Beifall gefunden, als man nach seiner
Ei^nart hätte annehmen können. Die Glavierpartie in
Gneg^'s Sonate, namentlich den letzten Satz, brachte Hr. Kwast
mit aer ihm eigenen Eleganz und Verve zur Geltung. So
sehr wir in Grieg den feinsinnigen Schöpfer reizender, poesie-
erfüllter kleinerer Tonstücke verehren, hat uns doch auch
die Sonate wieder in der Ueberzeugung bestärkt, daas es dem
trefflichen Künstler leider versagt ist, grössere Formen mit
seinem Talente auszufüllen. (?) Auch in dem erwähnten Werke
reiht sich eine interessante Einzelnheit mosaikartig an die
soidere. Nichts ist banal oder unschön, Manches so^ar von
bezaubernder Klangwirkung, aber dem Ganzen fehlt die ein-
heitliche Idee, Grieg arbeitet zu sehr in das Detail und ver-
liert dabei das Ganze aus dem Auge.
Von den hiesigen Gesangs- Vereinigungen hat der Rühl'-
sche Chor in der Besetzung des vergangenen Jahres eine
Reprise des „Franziscus" von Tinel gebra<iht. Wir haben
dem Werke in den beiden ersten Nummern des Jahrganges 1891
gelegenüich seiner ersten Aufführung in Deutschland ^eine
sehr eingehende Besprechung gewidmet und fi^lauben uns da-
her hier auf die Bemerkung beschränken zu Surfen, dass das
Oratorium doch wohl nicht bedeutend und originell genug
ist, um von einem Vereine, dem in der Saison nur drei
Concerte zur Verfügung stehen, schon binnen Jahresfrist
wiederholt zu werden.
Der Caecilien -Verein brachte unter der bekannten pie-
tätvollen Leitung des Hm. Professor C. Müller Beethoven's
Ddur-Messe. Die Soli lagen in den Händen unserer jetzt
eanz dem Concertgesan^ gewidmeten trefflichen früheren
Opern-Altistin Frau Mana Fleisch-Prell, des Frl. Ober-
beck aus Berlin und der HH. Dierich und Sistermans.
(Schluss folgt.)
(FortsetzTing.)
Wien.
WennmanzuBruckner'sErstlingssjonphonie die rechte Stell-
ung finden will, muss man aber vor AUem ihre Entstehungs-
zeit ins Auge fassen. Brückner war, als er das Werk schrieb,
kein Jüngling mehr, er hatte das Alter von 40 Jahren über-
schritten, auch war ihm vergönnt gewesen, seine schöpferische
Krafb in Gesangswerken, besonders in einer für die Linzer
Domkirche componirten grossen Messe (DmoU) zu bethätigen,
welch Letztere in unseren Tagen erst in dem Musikalienhänaler
Gross zu Innsbruck ihren Veneger fand. Aber des Tondichters
bedeutende Subjectivität, der absolute, nicht ans Wort gebun-
dene Musiker in ihm waren damals noch nicht zur Aussprache
gekommen. Und nun denke man sich einmal in Bruckner^s
lage recht hinein. Kein anderer hervorragender Tonsetzer
der Gegenwart hatte eine gründlichere Schüfe durchgemacht;
an der Hand des berühmten Theoretikers und Contrapunc-
tisten S. Sechter war er dazu gelangt, die schwierigsten
Kunstformen spielend zu beherrschen; die strengsten Prüfun-
gen hatte er mit Glanz bestanden, und dennoch arbeitete er
noch immer rüstig weiter an seiner Selbstvervollkommnung.
Musste es ihn da nicht endlich stürmisch drängen, die nmn
seit langen Jahren eingefallenen Gedanken und Combinationen.
das grosse technische Können, das er sich erworben, einmal
17
in tönende Wirklichkeit übertreten zu lassen? So entstand
als ein echtes Sturm- und Drangwerk der Koloss seiner ersten
Symphonie. Was Wunder, wenn gerade in dieser seine
Phantasie fessellos einherstürmte, jede Schranke verachtend
oder sie wohl auch durchbrechend? Dass wir in dieser OmoU-
Symphonie den ursprünglichsten Brückner vor uns
haben, der noch nicht Wagner, welcher später auf ihn so
bedeutsam einwirkte, in sich aufgenommen, macht das Werk,
biofi;raphi8ch betrachtet, zum vielleicht interessantesten Denk-
mal des überreichen Erfindungs- und Ghestaltungsvermögens
seines Schöpfers. Aber künstlerisch genommen müssen wir
doch Bruckner's spätere Symphonien , namentlich die dritte,
vierte und siebente, in welchen der Componist sich kürzer zu
fiEhSsen, seine grossen Gedanken klarer zu fassen gewusst, vor-
ziehen. Am unmittelbarsten hat beim erstmaligen Hören das
Adagio (Asdur, ^/i, mit Zwischensatz: Andajite 74}E6dur) auf
uns gewirkt: ein aus geheimnissvoll trübem Sinnen sich wun-
dersam innig und lieblich emporringender Gesang der Streich-
instrumente, von gleichsam verklärten Stimmen der Holz-
bläser ermuthigt, zuletzt nach einer neuen Wanderung durch
Nacht und Tag in wundervollem Pianissimo ersterbend oder
— man könnte das Bild gebrauchen; so feierlich ist der Ein-
druck! — zum Himmel au&chwebend! Ob auch in diesem
sehr langen Stück einzelne Mitte^lieder uns dunkel geblieben,
der Totäeindruck war ein ergreifender, das Publicum brach
noch, bevor das Stück zu Ende war, bei der zauberischen
Klangschönheit der letzten Takte in stürmischen BeiÜEill aus.
Als ein Meisterstück in seiner scharfen charakteristischen Rhyth-
mik und klaren, durchgebildeten Form erschien uns das Scherzo;
der Hauptsatz (Lebhaft, G-moU), ein trotzig aufstürmender
Dreivierteltakt, ähnlich dem Scherzo der 8. Symphonie des
Componisten, das reizende Trio(Gdur), ländlerartig, mit gar
süssen Locktönen der Homer ausgestattet, während die Geigen
nie den eigentlichen Tanz auszuführen scheinen, die Holz-
bläser muthig vorwärts drängen: das Ganze voll echt pasto-
ralen Lebens. Aus dem ersten Satz (Alleero ^/4, Cmoll) konn-
ten wir uns beim ersten Mal Hören eigenUich nur das pracht-
voll langathmige, echt symphonische Hauptthema einprägen,
auf das wir uns jedes Mal n-euten, wenn es wiederkehrte, das
auch den grossartigen, fast tragisch zu nennenden Schluss des
Satzes vermittelte. Aber zwischen den Eintrittspuncten dieser
hochbedeutenden Melodie versetzt uns ein Uebermaass an sich
höchst interessanter polyphoner Details: Nebengedanken, Mo-
tive und Motivchen , häufig gleichzeitig spielender über-
raschender ausdrucksvoller Soli, ungefllhr in die Lage Des-
jenigen, von dem man sagt: dass er vor lauter Bäumen den
Wald nicht mehr zu erkennen vermöge. Und diese Empfin-
dung stellte sich gesteigert in dem kolossalen, von einem
wahrhaft welterobernden Hauptgedanken und einem ungemein
capricciösen Trillermotiv beherrschten Finale (Bewegt, feurig,
^Ia, Cmoll) ein, dessen schier unerschöpflicher Gontrapunct
Stoff und Raum für drei normal gebildete Symphoniesätze
hergegeben hätte. In so grossartig kühnen Steigerungen sich
auch dieser Satz zuletzt, gleichsam Felsen auf Felsen thür-
mend, das helle Cdur erkämpft: dass hier weniger mehr wäre,
dass ohne Kürzungen dem natürlichen Aufhämevermögen
auch selbst des opferwilligsten Hörers zu viel zugemu&et
werde: dieser Empfindung konnten wir uns bei aller Bewun-
derung des grossen Ganzen nicht entschlagen.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Wie in den beiden Vorjahren waren es hehre
Orgelklänge, welche im Neujahrsconcert im Neuen Ge-
wandhause in feierlicher Weise das neue Jahr begrüssten.
Hr. Homeyer, der preisenswerthe Organist des berühmten
Concertinstitutes, hatte für seinen diesmalifi;en Neujahrsvor-
trag die Dorische Toccata von S. Bach gewfi^lt, die, von ihm
mit wahrer Meisterschaft interpretirt und unter Beihilfe einer
ungemein sinngemässen Begistration zu imposanter Wirkung
S »bracht, vortrefflich zu der 2. Programmnummer, desselben
eisters herrlicher Beformationscantate „Ein feste Burg**, hin-
überleitete. Unser gegenwärtig auf höchster Stufe der Lei-
stnngs&higkeit stehender Thomanerchor^die ausgezeichneten
Künstler des Gewandhausorchestörs und Hr. Homeyer an der
Orgel als Ausführende mit Hm. Prof. Dr. Bust, unserem
grossen Bach-Forscher und -Kenner, als begeistertem Diri-
genten, — wer hätte da nicht schon im Voraus eine ganz
ausgezeichnete Wiedergabe dieses musikalischen, sich über
den siegesfreudigen Luther-Choral wölbenden Wunderbaues
erwarten sollen? Sicher ist hierin Niemand getäuscht worden ;
die Ausführung war im Gesanglichen — das Baritonsolo war
ebenfalls, und zwar recht annehmbar, durch einen Hm. Tho-
maner besetzt — , wie im Instrumentalen, das an einigen
Stellen auf die höchst einsiclitsvoll ergänzende Hand des Diri-
fenten schliessen Uess, eine nicht nur äusserst sichere, son-
em auch überall von feuriger Begeisterung getragene und
deshalb unmittelbar wirkende. Der jugendliche Chor machte
hierdurch den Vorrang fast vergessen, aen grössere Vereine in
Betreff der Kopfzahl, des weiolichen Elementes und ausge-
reifter Bassstimmen ihm gegenüber zu behaupten vermögen.
Ganz prächtig, in unanfechtbarer Litonation, feinst dynamisch
ausgearbeitet und mit lebendiger Auffassung, dabei mühelos
und sicher die theilweise grossen technischen Schwierigkeiten
überwindend, sangen die jungen Leute später noch me vier
Chorgesänge „Frünlingsglaube**, Schilf lied, Morgenlied und
— als Zugabe — „mltchen" ihres hochverdienten Lehrers
Hm. Prof. Dr. Rust, von denen ganz besonders das Schilflied
mit seiner feinen, poetischen Stimmung und das in helle Da-
seins&eude getauchte Morgenüed sich durch gefällige und reiz-
volle Melodu:, fesselnde Harmonik und interessante und effect-
volle Stimmführung hervorthatenund allseitigsten Beifall erreg-
ten. Ebenso ausgezeichnet, 'wie die soeben erwähnten Programm-
nummem, spieße sich der übrige Theil des Programms : Ghe-
rubini's fein ciselirte „Anakreon*' -Ouvertüre und Schumann's
phantasieüppifi;e Bdur-Symphonie ab, welche Werke längst zu
den Glanzstücken des Repertoires der Gtewandhausconcerte
zählen und auch diesmal unter Hrn. Prof. Dr. Reinecke*s
feinfühliger Direction ihre erprobte Wirkung nicht verfehlten.
Leipzig. Der alte, liebe, gute „Freischütz** diente am
29. Dec. „als erster theatralischer Versuch** für Frl. Paula
Doengesals Agathe. Wir hatten Gelegenheit, die junge Dame
in derselben RoUe bei der letzten Opemauffiührung des niesigen
k. Gonservatoriums zu sehen und zu hören, und fühlten uns
schon damals angezogen von der naturfrischen Leistung; wir
waren aber Alle damals nicht unbefangen, denn man war
unter sich, Kameradschaft und Gönnerschaft konnten mög-
licherweise auf das Urtheil einen Eindruck üben, der zur
Üeberschätzung ^hrte. Jetzt, im Neuen Theater, unter ganz
anderen Bedingungen, vor einem anderen Publicum, im
S'össeren Raum, unter routinirten Künstlern die einzige An-
nfi;erin, zeigte Frl.Doenges erst die wahre Art ihrer Begabung.
Und sie zeigte das in einer Weise, dass man schon nach den
ersten Takten von ihrem Beruf für die Bühne überzeugt
sein musste. Eine anmuthige, jugendliche Erscheinung, eine
volle, frischquellende schöne Stimme, die, ohne angestrengt
zu werden, den grossen Raum füllt, ein bedeutend ent-
wickeltes Können in gesanglicher Beziehung, völlige Be-
herrschung ihrer Aufgabe und der Mittel, welche ihr dafür
zu Gebote stehen, Natürlichkeit und Unbefi&ngenheit des
Auftretens, alles Das trug dazu bei, der Darstellerin die Herzen
eines ausnahmsweise starken Publicums zu erobern und ihr
einen Erfolg zu sichern, wie er in der Bühnengeschichte nicht
zu oft angetroffen wira. Bei offener Scene, wie an den Act-
schlüssen wurde die hochbegabte june;e Dame wiederholt
gerufen. Möge ein gütiges Geschick über der Zukunft der
uebenswerthen Dame walten, mögen Schmeichelei oder fort-
firesetztes Lob, auch wenn es verdient ist, der Entwickelung
oieses vielversprechenden Talentes nicht im Wege stehen!
(Das k. Conservatorium, welchem die junge läme noch
als Schülerin angehört, sowie ihr Gtesanglehrer Hr. Reb-
ling können stolz auf den Erfolg ihrer Arbeit sein.)
Ein solches Bräutchen musste seinen Max zu den schönsten
G^esangsthaten begeistern, Hr. Hüb n er schien aber nicht
rimmt, dem magnetischen Einfluss zu gehorchen. Dass
Scenen zwischen Agathe und Aennchen (Frl. Mark) dies-
mal von höchst bestrickendem Reiz waren, versteht ach fast
von selbst. Die übrigen Darsteller waren Alle an ihrem
Platze, besonders möchten wir noch Hm. Wittekopf (Kaspar)
und Hm. Demuth (Ottokar) nennen. Das Orchester war
wie immer bewundemswerth, das ViolonceUsolo entzückend,
das Bratsohensolo vortrefflich, der unsichtbare Chor am Anfang
der Wolfisschluchtscene sang schrecklich unrein, die übrigen
Chöre hielten sich wacker, am liebsten war uns schon der
Brautjung^emchor. Der wirksamen Wol£sechluchtdecoration,
welche den Beifall des Publicums sich erwarb, sei auch der
unsere nicht versagt. Nur die Darstellung der wilden Jagd
fibt der Phantasie des Zuschauers zu viel zu thun. Ueber
er Aufführung waltete sonst ein guter Geist, ein nicht geringes
18
Verdienst des Hm. Capellmeister Paur, welcher diesmsd die
Einleitungstakie zur prachtvoll gespielten Ouvertüre nicht so
furchtbar langsam nahm, wie wir sie einst von ihm hörten. — s.
Conoertumschau.
Aaehen« 3. Stadt. Abonn.-Conc. (Schwickerath) unter
Solist. Mitwirk, der Frau Wilhelmj a. Wiesbaden, des FrL
Huhn a. Cöln u. der HH. Wulff su Strassburg i. E. u. Stau-
digl a. Berlin: 9. Symph. v. Beethoven, Requiem v. Mozart.
Angers. 8. Abonn.-Conc. der Assoc. artist. (Frömaux):
I. Symphonie v. Beethoven, „Manfred"-Ouvert. v. Schumann,
-Khngsor und die Blumenmädchen" a. „Parsi&l'' v. Wagner,
Olaviervorträge des Frl. Steiger a. Paris (u. A. „Im Früh-
ling" v. Grieg u. -La Lisoiyera" v. Chaminade). — Festi-
val J. Massenet der Association artistique unter Leit. des
Hm. Massenet m. Compositionen v. demselben unt. Mitwirk,
der Sängerin Frau Durand-Ulbach und der Caecilien-Gesell-
schafb V. Angers: Suite a. „Esclarmonde", „Phödre"-Ouvert.
u. andere kleinere Orchesterstücke, „1812", Doppelchor a cap.,
Soli f .G-es. („Noöl Payen" , z wei Bruchstücke a. „Poöme d'Octobre" ,
„Enchantement", „Les Merkes" u. „LePoöte et le Fantöme").
Darmstadt. 3. Gonc. des Hoforch. (de Haan): Jupiter-
Svmph. V. Mozart, „Les Pr61udes" v. F. Liszt, „Fahrt zum
Hades" u. „Elysium" f. Orch. v. W. de Haan, Violin vortrage
des Hm. Welier a. Wiesbaden (1. Gonc. v. Bruch, Romanze
V. Uhl u. Rondo v. Spohr).
Dresden. 2. Gesellschaftsconc. der „Harmonie" unter
Mitwirk, der Frls. Friedmann u. Fröhlich u. der HH. Ronne-
burger u. Glömme: „Spanisches Liederspiel" v. Schumann,
„Zigeunerlieder" v. J. Brahms, G^sangsoli v. 0. Goldmark
(„Herzeleid"), Mascagni („Pena d'amore") u. A. (lieber den
Ensemblegesang schreibt man u. A.: „Die genannten Künstler
führten beide Werke, sowohl das Brahms^che wie das Schu-
mann*sche, in musikalisch gediegner Auffassung und feiner,
geschmackvoller Abtönung, sowie stimmlieh sehr eindrucks-
voll vor und erzielten so von beiden Gompositionen eine
schöne und eindrucksvolle Wiedergabe.")
Hamburg. Gemeinsame Aufrahr. der Philharm. Gesell-
schaft u. der Singakademie am 4. Dec. m. Mozart's Jupiter-
Symph. u. Requiem unt. solist. Mitwirk, des FrL Galfy und
der rrau "v. Richter a. Berlin u. der HH. Wolff v. hier und
Sistermans a. Frankfurt a. M. — Privatauffiihr. des Gesang-
ver. V. 1880 (Prof. Bödecker) unt. Mitwirk, der Frau Ehrharot,
des Frl. Faller u. des Hrn. Kugelberg am 5. Dec. : „FrühlinM-
botschaft" V. Gade, „Liebesglück" f. Chor u. Soli m. Cia-
vier von Heuser, Chöre m. Orgel von Crüger-Ritter („Ad-
vent"), Prätorius („Weihnachten") und Grell (Weihnachts-
motette), Soli f. Ges. V. Brahms („Dort in den Weiden") u.
A. u. f. Clav. V. Beethoven (Son. path6t.) u. Chopin (Phant.
Op. 49). — 1. Kammermusikabend des Hrn. M. Fiedler (Clav.)
unt. Mitwirkung des Hm. Gowa (Violonc): Clav .-Violoncell-
sonaten V. S. Bach (GmoU) u. Brahms (Fdur), Ciaviersoli v.
Beethoven, Schumann u. Th. Kirchner (a. Op. 2). — Conc.
v. Johanna u. Willy Burmester am 8. Dec.: Esdur-Clavier-
Violinson. v. Beethoven, Soli f. Clav. v. Beethoven, Chopin u.
Rubinstein (Stacc-Etude) u. f. Viol. v. Raff (AmoU-Cbnc),
Mendelssohn, Chopin u. Sarasate (Span. Weisen). — 1. Conc.
der Pianistin FrL Marstrand unt. Mitwirk, der HH. Bargheer,
Tief trank, Bolland, Claus, Fuchs u. Sabisch: Quintette f. Clav,
u. Blasinstrumente v. Spohr (Op. 52) u. Mozart (Esdur), Es-
dur-Trio f. Clav., Viol. u. Hörn v. Brahms. — 6. Abonn.-
Conc. unt. Leit. des Hm. Dr. v. Bülow: 4. Symphonie von
Brahms, Ouvertüren v. Beethoven („Coriolan") und Weber
(„Freischütz"), Solovorträge der Frau Sohmitt-Csiuiyi a. Schwe-
rin (Ges.) u. des Frl. Wietrowetz a. Berlin (Viol., Concert in
Ungar. Weise v. Joachim).
Kattowitz, Am 13. Dec. Aufführ. v. Beethoven*s Missa
solemnis durch den Meister*schen Gesangver. (Meister) unter
solist. Mitwirk, des Frl. v. Sicherer a. München, der Frau
Wirth a. Aachen u. der HH. von Zur-Mühlen a. Berlin und
Schmalfeld a. Cöln.
Leipzig. 10. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof.
Dr. Reinecke) unt. Mitwirk, des Hrn.Homeyer(Org.) u. des Tho-
maner-Chors unt. Leit. des Hrn. Prof. Dr. Rust: 1. Symph. v.
Schumann, „Anakreon"-Ouv. v. Cherubini, Reformationscantate
V. S. Bach, Cnorlieder „Frühlingsglaube", Schilf lied, Morgenlied
u. „Hütchen" v. W. Rust, Dorische Tocc. f. Org. v. S. Bach.
— Abendunterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 15. Dec.
Dmoll-Claviertrio v. Schumann = Frl. Spittel 11. a. Gotha u.
HH. Oppenheim a. Brunn u. Haagmansa. Rotterdam, FmoU-
Clar.-Conc. v. Weber z= Hr. Wolf a. Bad Reinerz, Fantaisie-
Caprice f. Viol. v. Vieuitemps = Hr. Brandenburg a. Bres-
lau, Ciaviersoli v. Rein ecke (Asdur-Polon.) u. Liszt (Valse-
Lnpromptu) = Frl. Blässig a. Altenburg, Arie „Und ob die
Wolke" V. Weber = Frl. Munkelt a. Leipzig, Lied ohne
Worte f. Trompete v. Proch = Hr. Voges a. Hessen, Ddur-
Clav.-ViolonceUson. v. Rubinstein = Frl. Grahn a. Leipzig
u. Hr. Haagmans, Phantasiestück u. Mazurka f. Clav. v. Hrn.
Mittrup a. Düsseldorf, Schüler der Anstcdt = der Comp.
18. Dec. „Deutsches Liederspiel" f. Soli u. Chor m. Clav. v.
H. V. Herzogenberg, Soli = Frl. Wolf a. Chemnitz u. Hr.
Pinks a. Pausa i. V., Cmoll-Olavierconc. v. Beethoven = Hr.
Farmer a. New- York, CmoU-Claviertrio v. Beethoven = FrL
Hanson a. Melbourne u. HH. Schäfer a. Wiesbaden u. Hammig
a. Leipzig, And. u. Scherzo f. Viol. v. David -■ Hr. Capron a,
Proviaence, 1. Clav.-Violinson. v. Grieg = Frl. Christensen
a. Bergen u. Hr. Oppenheim. 19. Dec. Weihnachtspastorale
f. Orgel V. G. Merkel =« Hr. Eckert a. Leipzig, Romanze f.
Pos. V. Klughardt = Hr. Truntz a. Leipzig, Kanon a. „Fi-
deUo" V. Beethoven = Frls. Wolf u. Duf6s a. Niemes u. HH.
MüUer a. Crimmitschau u. Scholz a. Breslau, Edur-Clavier-
trio V. Haydn = Frl. Bolomey a. St. Legien (Schweiz) und
HH. Warnecke a. Wiesbaden u. Klein a. Bukarest., Terzett a.
„Wilhelm Teil" v. Rossini = Frls. Chadima a. Leipzig,
Duf6s u. Hyde a. Worcester, Duett f. zwei Bassstimmen aus
„Israel in Egypten" v. Händel = HH. Fulford a. Brockville
u. Weaver a. Westfield (Mass.), Cdur-Claviertriov. Haydn =
Frl. Lumsdale a. Hüll (England) u. HH. Schäfer u. Hatten-
bach a. Weimar.
London. 8. London Symph. Conc. (Henschel): 7. Symph.
V. Beethoven, „Ouvert. zur „Zauberflöte" v. Mozart, Hutdi-
gungsmarsch u. „Oharfreitagszauber" a. „Parsifal" (Soli: HH.
Probert u. Greene) v. Wagner, Violoncellooncert v. Volk-
mann (Jean G6rardy).
Lübeck. 2. Kammermusikabend des Frl. Herrmann unt.
Mitwirk, des Frl. Zimdars a. Frankfurt a. M. (Ges.) und der
HH. Zajic a. Berlin, Balling a. Schwerin u. Gowa a. Ham-
burg [Streicher]: Ciavierquartette v. H. Goetz (Edur) und
Brahms (Gmoll), Soli f. Ges. v. Brahms („Feldeinsamkeit"
u. „Wie froh und frisch«), Grieg („Ich liebe dich"), Bizet
(Pastorale) u. A., f. Viol. v. Tartini u. f. Bratsche v. Spohr u.
H. Ritter (Pastorale u. Gavotte).
Meiningen. Conc. der Hofcap. (Steinbaoh) am 28. Nov. :
3. Satz a. der 6. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Weber
u. Wagner („Tannhäuser"), „Lohengrin" -Vorspiel u. „Char-
freita^zauber" a. „Parsifal" v. Wagner, Solovorträge der
HH. Fleischhauer (Viol.) u. Mühlfeld (Clar., 2. u. 8. Satz aus
dem Fmoll-Conc. v. Weber). — Gr. Kirchenconc. am 6. Dec.,
veranstaltet vom Gesangver. Hildburghausen u. v. den Sing-
vereinen Sonneberg u. Meiningen unt. Leit. des Hm. Stein-
bach u. Mitwirk, des Sängers Hrn. Messchaert a. Amsterdam,
des Leipziger Gewandhausorganisten Hm. Homeyer, der Herren
des Salzunger Kirchenchors u. der Hofcap.: Triumphlied für
Chor, Orch. u. Org. v. Brahms (zu Anfang und zu Schluss
gesungen), „Ave verum" v. Mozart, Cant. „Ich will den Kreuz-
stab gerne tragen" f. Bass m. Choral v. S.Bach, Dmoll-Conc.
f. Org. u. Orch. v. Guilmant.
New-York. 1. Conc. des „Arion" (van der Stucken):
Programm-Symph. Antar" v. N. Rimski-Korsakow, zwei
Sätze a. der Suite Op. 42 v. Mac-Dowell, „Gtermanenzug"
f. Soli, Männerchor u. Orch. von J, R. Lund (Solisten: Frl.
Müller-Hartung u. Hr. Remmertz), Schwur und Gesang der
Geusen f. Baritonsolo (Hr. Schachner), Männerchor u. Orch. a.
dem lyr. Drsuna „Der Friedensschluss von G^nt" v. P. Benoit,
„Der alte Soldat" f. Basssolo (Hr. Fischer), Männerchor und
Orch. V. Berlioz, Männerchöre von F. van der Stucken
(„Frühlingsglaube"), Ed. Kremser („Hell ins Fenster") und
C. L. Fischer („Röslein im Wald"), Solovorträge des FrL
Müller-Hartung („Liebesglück" v. Sucher, „Zur Drossel sprach
der Fink" v. d' Albert etc.) u. des Hm. Fischer.— 2. Gonc.
der Symph. Society (Damrosch): Cdur-Symph. v. Schubert,
Vorspiel u. Schlussscene a. „Tristan und Isolde" v. Wagner,
Variat. a. dem Kaiserquart, f. Streichorch. v. Haydn, Gesang-
vorträffe der Frau Ritter-Götze (Ariea. „Achilleus" v. Brucn
u. Frünlingslied a. „Samson und Dalila" v. Saint-Saöns).
Nürnberg. 5. Conc. des Philharm. Ver. (Winderstein):
-Tasso" V. Liszt, Ouvert. zum „Fliegenden Holländer" von
Wagner, Maurerische Trauermusik v. Mozart, Violin vortrage
des Hm. Prof. Dr. Joachim a. Berlin.
Paris. Colonne-Conc. am 13. Dec: Symphonien v. Beet-
hoven (No. 8) u. Mozart (Gmoll), „Le Rouet d'Omphale" v.
19
Saint-Sa^ns, -Bruchstücke a. der „Zauberflöte^ (Solisten:
Damen de Montalant, de Bemy u. Pregi ii. Hr. Villaret) und
Concert f. zwei Claviere (HH. Diömer u. Pierret) v. Mozart,
„Vision" V. Lefebvre u. „Myrto** v. Delibes (Frl. de Mon-
talant). — Lamoureux-Gonc. am 13. Dec: 1. Symph. v. Schu-
mann, ,,Dan8e macabre** v. G. Saint-Sa6ns, Ouvertüren v.
Weber („Freischütz") und Wagner („Tannhäuser**). Bruch-
stücke a. „Merlin encnantö" v. Marty n. „Patria" v. Gnaumet,
ges. Y. Hm. Lassalle.
Rostock. 2. Gonc. des Goncertver. (Dr. Thierfelder): Ju-
piter-Symph., zwei Ouvertüren u. Arie a. „Idomeneo" v. Mo-
zart, Liedervorträge des Frl. Kretma a. Elberfeld („Die Wan-
derschwalbe" V. Rubinstein, „Am Ufer des Manzanares" v.
Ad. Jensen etc.).
Seh worin. Orchesterconcerte der Hofcapelle (Schmitt):
No. 1 m. Liszt's ^liegende von der heil. Elisabeth" unter
Solist. Mitwirk, der Frls. Minor u. Wiborg u. der HH. Stae-
din«, Hungar u. Drewes. No. 2. 2. Symph. von Schumann,
Orchestersuite a. „PeerGynt" v. Grieg, Solovorträge des Frl.
Minor (zwei Arien v. Bruch) u. des Hm W. Meyer a. Berlin
(Viol., Adagio u. „Perpetuo mobile" v. Ries etc.).
WürzbUPg. Goncerte der k. Musikschule: No. 2. Fdur-
Oct. f. zwei Violinen^ Bratsche, Violonc, Fl., Clar., Fag. und
Hörn V. H. Hof mann, Streichquart. Op. 18, No. 3, v. Beet-
hoven"; Soli f. Ges. V. Weber, Böhm („Still wie die Nacht"),
Liszt („Wieder möcht ich dir beg^nen") und Brahms
(„Meine Liebe ist grün") u. f. Fl. v. Fürstenau („Gesang-
scene"). (Ausführende: Frau Hieber a. München [Ges.] und
HH. Schwendemann, Vollrath, Ritter, Boerngen [Streicher],
Bukovsky, Stark, Roth u^ Linaner [Bläser].) No. 3 m. Gom-
positionen v. Mozart unt. Leit. des Hm. Dr. Kliebert u. Solist.
Mitwirk, des Frl. Kirchdorflfer (Clav.) und des Hm. Schulz-
Üomburg (Ges.): Esdur-Symph., Ouvert. zu „Figaro's Hoch-
zeit", Hymne „Ob fürchterlicn tobend", Adur-Glavierconcert,
Arie „Per questa".
Zeitz. 5. Aufführung des Goncertver. (Fritsch): Esdur-
Symph. V. Haydn, Frühlingsouvert. v. Goldmark, Gavotte
u. Menuett a. der Balletmusik zu „Paris und Helena" von
Gluck, Gesangvorträge des Hm. Demuth a. Leipzig (Simon
Dach's Monolog a. „ Aennchen von Tharau" v. H. Hof mann,
„Es muss ein Wunderbares sein" v. Liszt, „Der Corsar" v.
W. Berger etc.).
Zürich. 3. Abonn.-Conc. der Al]gem. Musikgesellschafb
(Dr. Hegar): 1. Sjrmph. v. Schumann, Ouvert. „Le Garnaval
romain" v. Berlioz, „Der Abend" f. vier Singstimmen mit
Glav. V. Brahms (Frls. Süsstrunk u. Bosshardt u. HH. Jacob
u. Furrer), Violin vortrage des Hm Halir a. Weimar (Gonc.
V. Beethoven, Berceuse v. Gui u. Polen, v. Sitt). — 2. Kam-
mermusikaufführ. der Tonhalle-Gesellschaft: Emoll-Streich-
quart. V. Beethoven, DmoU-Glaviertrio v. Mendelssohn, Soli f.
Ges. V. Attenhofer („Wohin ich geh"), F. Hegar („Meine
Freude war die Rose") u. Schubert u. f. Clav. v. Schumann
(Fismoll-Son.). (Ausführende: Frl. Abdorf [Ges.] und HH.
Freund [CJlav.], Dr. F. Hegar, Rosenberger, Kahl u. J. Hegar
[Streicher].)
Zweibrücken. Mozart-Gonc. des Caecilien-Ver. (Gtehlen)
unt Mitwirk, des Pianisten Hm. Fassbaender a. Saarbrücken
am 6. Dec: Gmoll-Symph., „Zauberflöten"-Ouvert., Dmoll-
Clavierconc. u. verschiedene Ghöre v. Mozart.
Zwickau. 1. Philharm. Gonc. (Eilenberg u. Rochlich):
HmoU-Symph. v. G.'Schumann, „Föte au chäteau de Heidel-
berg" f. Orch. V. E."Pirani, „Freischütz"-Ouvert. v. Weber,
Ciaviervorträge des Frl. Härtung a. Leipzig (Esdur-Gonc. v.
Beethoven, AmoU-Gravotte v. Raff etc.). — 2. Abonn.-Conc.
des Musikver. (Vollhardt) unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Münch
a. Leipzig u. Fischer a. Dresden u. der HH. Kirchner und
a. Berlin u. Glömme a. Dresden: 9. Symph. v. Beethoven,
Caecilien-Ode v. Händel. (Die „Neunte" fand, wie man uns
schreibt, eine angesichts der localen Verhältnisse über alle
Erwartung gute Ausführung.)
■^ Veraltete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum mÜ9»en voUeitändig unbeachtet bleiben i
Engagements und GBste in Oper und Concert.
Carlsruhe. Die Direction des Philharmonischen Vereins
ist von Hm. Hofcapellmeister Mottl an den Pianisten Hrn.
C. Rübner übergegangen. — Chicago. Die italienisch-fran-
zösische Oper, welche wir fünf Wochen hier hatten, brachte
u. A. auch „Lohengrin" und „Cavalleria rusticana" in wieder-
holten Aufführungen. Das Urtheil Ihres Hrn. Leipziger Re-
ferenten über das letztere Werk fanden wir bei eigenem Hören
bestätigt; um so merkwürdiger, ist der nachhaltige Erfolg, den
dasselbe in Deutschland findet. Die Goncerle des Hrn. Tho*
mas werden leidlich besucht und dürften sich wohl bis zur
Ausstellung erhalten. — London. Zu den vielen Pianisten,
die hier jahraus jahrein ccncertiren, gesellte sich auch Hr.
Heinrich Lutter aus Hannover und erwies sich mit seinen
Vorträgen als ein mit grossem technischen Können und ge-
diegener Auffassung ausgestatteter Künstler und des ihm ge-
spendeten reichen Beifalls werth. Die Unternehmer der
Deutschen Oper haben das Recht zur Aufführung des „Tann-
häuser", des „Fliegsnden Holländer", des -Barbier von Bag-
dad" und das „Hans Heiling" erworben. Ihnen werden fol-
e;ende Opemkräfte zur Verfügung stehen: die Damen Sucher,
Mailhac, Pauline Gramer, Herzog und Macintyre, so-
wie die HH. Winkelmann, Alvary, Grünin g, Reich-
mann, Grengg und Wiegand. Als Orchesterdirigenten
werden die HH. Mottl und Carl Armbruster genannt. —
Wien. Hier hat ein neues musikalisches Wunderkind, der
siebenjährige polnische Knabe Raoul Koczalski mit seinem
weit über sein Alter hinaus fertigen und verständigen Clavier-
sniel berechtigtes Erstaunen erregt. Die Zukunft wird zeigen,
OD das merkwürdige Talent des Kleinen zu höheren Dingen
berufen ist.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 31. Dec. „Mit der Freude zieht
der Schmerz" v. Mendelssohn. „Des Jahres letzte Stunde" v.
J. A. P. Schulz. 1. Jan. „Nun lob, mein Seel, den Herren",
„So spricht der Herr" u. „All solch dein Gut wir preisen" v.
5. Bach. 2. Jan. „Es ist ein Ros entsprungen" von C. G.
Reissiger. „Die ihr schwebet" v. G. Vierling. — Nicolai-
kirche: 3. Jan. „Verleih uns Frieden" v. Mendelssohn.
Chemnitz. St. Nicolaikirche: 22. Nov. „Allmächtiger
Gott und Vater" v. C. Götze. 29. Nov. „Lasset uns froh-
locken" von Engel. 13. Dec. „Ach, dass die Hilfe aus Zion
käme" v. Engel. 24. Dec. Weihnachts-Cantate m. Org v. Gast.
— Schlosskirche: 22. Nov. „Wie sie so sanft ruhn" v. Senecken.
29. Nov. Psalm 121 v. Wermann. 13. Dec. „Wie der Hirsch
schreit" v. Mendelssohn. 24. Dea Altbdhmische G^esänge v.
Riedel. — St. Jacobikirche: 29. Nov. „Gku: lustig jubüiren
die lieben Engelein", altes Weihnachtslied. 6. Dec. „In dulci
jubilo" V. Prätorius. 13. Dec. Weihnachtslied von Calvisius.
24. Dec. Pastorale, Rec. u. Chor a. dem „Messias" v. Händel.
25. Dec. Schlusschor a. „Christus am Oelberg" v. Beethoven.
— St. Johanniskirche: 29. Nov. „Freue dich sehr, du Tochter
Zion" V. Palme. 24. Dec. Weihnachts-Cantate ra. Org. v. Gast.
25. Dec. „Ein Jauchzen geht durch alle Lande" v.Wermann.
— St. Paulikirche: 29. Nov. Psalm 100 von Mendelssohn.
6. Dec. „Macht hoch die Thür" v. M. Hauptmann. 13. Dec.
„Hoch thut euch auf" v. Gluck. 24. Dec. „Vom Himmel hoch"
V. Richter. 25. Dec. „Machet die Thore weit" v. Drobisch.
— St. Petrikirche: 29. Nov. „Jesu, komm doch selbst zu mir"
V. Arcadelt. 6. Dec. Psalm 95 v. Herzog. 13. Dec. „Das ist
fewissUch wahr" v. Franke. 24. Dec. -Benedictus" v. Schu-
ert. — St. Marcuskirche: 24. Dec. „Die schönste Zeit, die
liebste Zeit" v. Funke.
OpernauffÜhrungen.
November.
Wien. K. k. Hofopemtheater: 1. Don Juan. 2. Die Re-
gimentstochter. 2., 5., f., 14., 16., 23., 26. u. 29. Cavalleria
rusticana. 3. Der Prophet. 6. u. 25. A'ida. 7. Der Dorfbarbier.
9. u. 19. Lohengrin. 10. Der Trompeter von Säkkingen. 11. Die
Jüdin. 12. Manon. 13. Die Königin von Saba. 15. u. 24.
Margarethe. 16. Der Wasserträger. 17. Die lustigen Weiber
vonWindsor. 18. Das goldene Kreuz. 20. Martha. 22. Hamlet.
27. Romeo und Julie. 28. Idomeneo. 30. Die Entführung aus
dem Serail.
December.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 9. Scenischer
Prolog u. Don Juan. 30. Fra fiiavolo.
Carlsruhe. Grossherzogl. Hoftheater: 3. Die Legende
von der heiligen Elisabeth. 6. Don Juan. 10. Scenischer Pro-
log und Die Entführung aus dem Serail. 15. Fra Diavolo.
18. Fidelio. 21. u. 27. Cavalleria rusticana. 26. Undine.
20
Vermisohte Mittheilungen und Notizen.
* Dem Fonds für das in Berlin projectirte Haydn-
Mozart-Beethoven-Denkmal sind kürzlich 7000 Ji als
Beinertrae zweier Ck>ncerte in Berlin, veranstaltet von der
k. Hochschale für Musik und der Singakademie, zugeflossen.
* In Liverpool wurde eine Musikschule begründet,
welche, von hervorragenden Lehrkräften unterstützt, Unter-
richt in allen musikalischen Fächern, mit Ausnahme der
Blasinstmmente, gewährt.
* Die erste diesjährige Aufführung der Musikalischen Ge-
sellschaft zu Cöln am 2. Januar war der Erinnerung an
Bobert Heckmann geweiht, welcher dem Verein län^re 2^it
als Orchestermitglied in ernster Pflichterfüllung zugehört hat.
Das Pro^amm enthielt Orchesterwerke von Beetnoven und
Grieg, einen Prolog von Fremery und eine Reihe Cla vier-
stücke, von Hm. Prof. Seiss gespielt. Am 11. Juli v. J. war es
das letzte Mal. dass Heckmann eine Aufföhrung obiger Ge-
sellschaft durcn sein herrliches Violinspiel verschönte.
* In Mailand erlebte am 29. Dec. Wagner's ,,Tann-
häuser" die erste Aufführung für dort. Die Aufnahme des
Werkes war eine ganz enthusiastische. Von den Darstellern
zeichnete sich namentlich Hr. Scheidemantel aus Dresden als
Wolfram aus.
* Im Hoftheater zu Coburg hat H. Hofmann*s an-
muthige Oper „Aennchen von Tharau" bei ihrer neulichen
Erstaufführung einen hübsch<;n Erfolg gehabt.
* G. Reinecke's neue Oper „Der Gouverneur von Tours"
ist in Leipzig in Vorbereitung. Die Hauptpartie wird Hr.
Schelper singen. Die Premiere der Novität musste infolge
eines Augenleidens des ausgezeichneten Künstlers, das aber
glücklicherweise so gut wie gehoben ist, um einige Zeit ver-
tagt werden.
* An der Grossen Oper zu Paris hatte jüngst die Oper
„Tamara ** von Bourgault-Ducoudray, welche daselost
zur Premiere gelangte, einen schönen Erfolg zu verzeichnen.
* Massenet's Opern sind in Frankreich sehr in Auf-
nahme gekommen. In Nantes fanden kürzlich bei ihren dor-
tigen Erstaufführungen der „Cid" und in Tours „Manon"
glänzende Aufnahmen, während „H6rodiade" in Marseille
triumphirt und „Esclarmonde" ihrer Erstaufführung in Bor-
deaux im Laufe des Januar entgegensieht.
* Joh.Strauss' schon viel besprochene neue Oper „Ritter
Pasman" ist am 1. d. Mts. erstmalig über die Bretter der
Wiener Hofoper gegangen und hat einen grossen Local-
erfolg gehabt.
* Aus der Beethoven-Stiftung des Allgemeinen deut-
schen Musikvereins sind am 17. Dec. dem Componisten Hrn.
Fei. Draeseke in Dresden und demMusikschnftsteller Hm.
Dr. Rieh. Pohl in Baden-Baden Ehrengaben verliehen
worden, und zwar 1000 Ji dem Ersteren und 500 Ji dem
Letzteren.
* Hr. Kammervirtuos G. Ferling in Stuttgart erhiek
anlässlich seines 40jährigen Dienstjubiläums die grosse goldene
Medaille für Kunst und Wissenschaft vom König ver-
liehen.
Todtenliste. Prof. Ed. H i 1 1 e, Organist und Universitäts-
musikdirector in Gt)ttingen, f, 69 Jahre alt, kürzlich daselbst.
— Alfred Cellier, Theatercapellmeister, Componist von
Opern, Operetten und Vaudevilles, welche ihn populär ee-
macht haoen, f, 47 Jahre alt, in London. — Jules Lalle-
mand, Musikdirector, wurde während er ein Gartenconcert
leitete, zufällig erschossen, in Rio Janeiro. — Thomas Henry
Weist Hill, der Gründer und Leiter der Guildhall School of
Music in London, vortrefflicher Geiger, Orchesterdirigent, f,
64 Jahre alt, dieser Tage in London. — Grandjany, Orga-
nist an der Kirche St. Vincent-de-Paul, Begleiter an der Ko-
mischen Oper und Solfeggienprofessor am Conservatorium in
Paris, t, noch nicht 30 Jahre, in gen. Stadt. — Henri de la
Pommeraye, musikalischer Kritiker des Journals „Paris^,
Professor der Geschichte der dramatischen Kunst am Pariser
Conservatorium, f io Paris.
Offener Sprechsaal.
Ziun Capitel der „Nacheinpfiiidiuia:^^
In dem Artikel der No. 5Q des „Musikalischen Wochen«
blattes'', welcher obige üeberschrift trägt und zu dessen Ver-
fasser der Unterzeichnete sich hiermit ausdrücklich bekennt,
ist von einem „Plagiate*' gar nicht die B>ede, wohl aber vom
„Nachempfinden" fremden Gutes. Dass Hm. Dr. H. Beimann
bei Fertigstellung der beiden Lieder aus Schemelli^s Samm-
lung meine Bearbeitungen derselben Nummern schwarz auf
weiss nicht vorgelegen nahen, will ich ihm glauben, weil er
es versichert; dann spielte ihm aber sein treues Gedächtniss
einen fettalen Streich; denn dass er meine Sammlung der
geistlichen Lieder Seb. Bach's gekannt hat, wird er schwer-
uch in Abrede stellen können. Da ich mich nun auf die
Kritik in Notenköpfen besser verstehe, als auf einen weit
ausgesponnenen Wortschwall, so erlaube ich mir in Noten-
schrift einige Beispiele vorzuführen, die in das Capitel der
„Nachempfindung" zu gehören scheinen; der Deutlichkeit
wegen stelle ich sie einander gegenüber.
Robert Franz.
fel^^;im
533
fea
fe
li-ffll^ii'^ir-^'^
S
In dem Liede: »Liebster Herr Jesu« lauten die Takte 9 — lt>:
Heinrich Iteimann.
i ' I 1
5EIL_3_ tü~5i
fe=j^
21
Im 11. Takte der Sobemelli'scben Sammlung setze ioh statt
des ersten Viertels e ein es, — Hr. Dr. Eeimann leistet mir
hierin Nachfolge. Im 14. Takte schreibt Bach's Bezifferong
n^über dem 8. Achtel des Basses vor; ich erhöhe das c erst
auf dem 4. Achtel — dasselbe thut Hr. Dr. Reimann, indem
er das b in h verwandelt. Der Hauptunterschied zwischen
der Beimann'schen Harmonisirun^ und der meinigen besteht
darin, dass Jene bald drei-, bald vier-, ja ftinf- und sechs-
stimmig wird, während docn der Continuo auf die Vierstim-
migkeit angelegt ist.
Ein weiteres Beispiel der „Nachempfindung" liegt im
19. Takte meines Tonsatzes, im 21. Takte des Reimann'schen,
in nachfolgendem Contrapuncte vor:
R. F.
H.R.
M4J^
2rK
^^
Mag nun auch ein Körnchen Wahrheit in der Behaup-
tung jener „klugen Leute" verborgen liegen, dass bei ge-
f ebener Melodie und beziffertem Basse übereinstimmende
Lusdrucksformen zweier Bearbeiter, die von einander gar
Nichts wissen, erzielt werden können, so verhält sichs doch
anders bei dem Volksliede „Scheiden und Meiden", das ich
zur Illustration meiner Beziehungen zu dem „Deutschen
Volks- und Kirchenliede" för die Brochure A. Saran*s bear-
beitete. Die Melodie des Lochheimer Liederbuches musste
zunächst mit einie;en Modificationen in den modernen Rhyth-
mus — ich entschied mich für den •/s-Takt — £;ebracht und
dann zu ihr ein gehaltvoller Bass eriunden werden, aus wel-
chen Vorlasren die Mittelstimmen wie von selbst resultirten.
Dies Alles nat sich Hr. Dr. Reimann in seiner Bearbeitung
zu Oemüthe geführt. Den Rhythmus bildete er dem meinigen
nach, mit Ausnahme eines ein^^eschobenen, recht lahmen 74-
Taktes; dasselbe Schicksal ernihr der Bass mit seinen Har-
monien, die zum Unterschiede von den meinigen in Klim-
pereien aufgelöst wurden. Wie weit die ConformitÄt jg^ht,
mögen einige Beispiele zeigen. Takt 17 in meiner Bearbeitung
und Takt 18 in der Reimann'schen laaten:
fl. R.
Sapienti sat!
Auch das Lied: „Komm, süsser Tod" enthält in der Be-
arbeitung des Hm. Dr. Reimann gar^ manches zum Capitel
Tachempfindung" G '
genügen. T£^ 9 s^reibt die Schemelli'sche Sammlung im
der „Nachempfindung" Gehörende. Einige Beispiele mögen
zweiten Viertel des Basses ein f vor; ich verwandelte das-
selbe in fls. — Hr. Reimann schliesst sich diesem Vorgange
an. — Takt 13 lautet mein Tonsatz:
^
r«f r
R. F.
der des Herrn Dr. Keimann: Takt 22 bringe ich in der Melodie folgende Verzierung an:
1^
k=i-
■l
f
m
t
#
f
Die gleiche findet sich im 23. Takte der Reimann'schen Be-
arbeitung vor. — Takt 28 meiner Bearbeitung und Takt 24
der Reimaim.^SGhen stimmen Note für Note mit einander
überein. Man vergleiche:
Die verdeckten, sehr übel lautenden Octaven im 14. Takte der
Reimann'schen Bearbeitung finden sich allerdings in der
meinigen nicht vor. —
R. F.
Takt 16 setze ich:
R F.
^^
Herr Dr. R. schreibt
H,B.
I^J I' J -fTd=
Endlich legte ich im vorletzten Takte einen Verschlang ein,
um die Melodie geschmeidiger zu gestalten: Hr. Dr. Reimann
adoptirt gleichÜEklls denselben. Dies kleine Nötchen ist aber
ein schlimmerer Verräther, als alles Uebrige!
Die Quinten-Parallelen sind jedoch, wie ersichtlich, in meiner
Fassung nicht vorhanden. — Mit totaler Blindheit müsste
geschlagen sein, wer es nicht wahrnähme, dass sichs hier nur
um das Capitel der „Nachempfindung" handelt. Dergleichen
Leistungen können vielleicht Leuten, die Nichts von der Sache
verstehen, die Augen blenden, — Kennern schwerlich!
S./V^'V^'^N
Halle, den 26. Dec
1891.
Robert Franz.
B T* i e f*k asten.
F, G. in /^, Die jetzt cursirende Nachricht, dass Sarasate
nur noch eine Concerttourn^ zu machen und sich dann ins
Privatleben zurückzuziehen beabsichtige, ist wahrscheinlich
nur ein Tric des Impresarios und seiner Helfershelfer, um für
die bevorstehenden Concerte des Künstlers das liebe und so
gläubige Publicum heranzulocken.
Af. in Ch, Mehr als eine gewandte und witzige Feder
st uns bei unseren Mitarbeitern ehrliche und charakt^rtüch-
tige G^innung werth. — Ihre dem mittlerweile verstorbenen
Halm zugedachte freundliche Gabe werden wir, Ihres Ein-
verständnisses im Voraus sicher, dessen in dürftiger Lage be-
findlicher Familie übermitteln.
^. C. in B, Auch wir verstehen die auffällige Wand-
lung nicht, die in diesem Betreff sich bei dem Genannten
vollzogen nat.
F. F. in /. Eingetroffen!
Auxelffeu.
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Ken!
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stimmen 12 Jt Ausgabe mit Ciavier 7 Jt
Die „Cölnische Zeitung" vom 18,/lB. 91 schreibt über das
vom Componisten im OUrzenichconcert gespielte Werk u. A.:
„Der Mittelsatz offenbart eine echt poetische Stimmung und
eine gleichbleibende melodische Schönheit, die vorübergehend
vor dem Wiedereintritt des ersten Themas in den dissonirenden
Blftser-Accorden vielleicht zn sehr getröbt wird, die aber gleich
darauf in wahrhaft Uberraacb ender Weise wieder hervorbricht.
Mäohstdem möchte der 1. Salz wegen der Vornehmheit seiner
Erfindung und des Beizee seities 2, Themas Werthschätzung
verdienen. Jadenfallsdarfdasganze Werk, das die eingeh endst«
Kenntntäs des Instruments verräth, sehr discret instramentirt
ist und beimPublicum eine freundliche Aufnahme fand, der Be-
achtung aller Violoncellisten empfohlen sein. Hr. Kensburg
Kielte es mit technischerUeisterschaftundgrosser Innigkeit im
in." (Durch die vom Componisten den schweren Steilen bei-
gil^lgten Erleicht^rungsfignren wird das Concert auch besseren
LIettanten zugänglich.) [25b.]
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No. a. Die Urgrossmutter | » ' ■*
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Hm rnEkt-HiMilii <» 1 Baorii 3 ^, li S IbHio |e 1 Ji
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Du Lisd von den alsben Worten des Erlösers sm Kreuze. Von Dr. Peter DmffeL (Port«atznng.) — TagesEeachlchCe : Unsikbrlefe aasFrauk-
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n Alois BsohendorT and Jose Tlenna da Hotta. — Bilafkasten, -
D«s Li«d von den sieben Worten des Erlösers
am Kreuze.
VoQ Dp. Petep DruBTal.
(ForteetzoDg.)
Von verschiedenen Seiten aber ist behauptet worden,
unser Lied sei ursprünglich nach der Melodie „Es wohnet
Lieb bei Liebe" gesungen. Veranlassung tfhierzu gibt
allerdings ein Einzeldruck ans dem Jahre 1515:
Zwo Lieder, von den syben Worten JEbu
Christi, Tnd von den zehen Oebotten QOttes aus
der Bibel gezogen durch Johann Böachenstain.
In dem Thon Es wohnet Lieb hey Liebe.
Diese Lieder sind:
Po Jbesns an dem crentze stannd
vtind im sein leichnam was verwandt •
so gar mit pittem sehmertzen,
Die siben Wort die der Herr da sprach
die betracht in Deinem Hertzen.
Wölt ir mich merckon eben
vnd wölt mich recht verstan
So will ich euch gern singen
das best« so ich kan.
Ich erkenn es sey der wille gots
das wir mit fleiss solln halten
die heiligen zehen gebot.
Das Lied aber, wonach 1 und 2 gesangen worden
sein sollen, lautet:
Cs wohnet Lieb bei Liebe
das bringt gross Herzenlayd
Ein edle Herzoginne
ein Ritter hochgemait
Sie hatten einander von Herzen lieb
vnd kunntes vor grosser Hate
zusammenkommen nie.
Man ersieht, dass wohl das zweite der Lieder nach
der Melodie des dritten gegangen werden konnte, nimmer-
mehr aberdas fünfversige erste nach dem siebenversigen
dritten.
Dass das Lied von den Zehn Geboten (No. 2) in dem
angegebenen Tone gesungen wurde, bekunden noch zwei
andere Einzeldrucke aus dem Anfange des 16. Jahr-
hunderts :
a) Die zehen gebot auss der bibel gezogen durch Johann
Böschenstain priester, In der tageweiss Es wona( lieb
bey liebe, das pringt gross berzenlaydr Ge-
truckt zu Ängspnrg durch Erhart Oglin.
b) Ain hübsch hed von den zehen geboten In der tage-
wyss Es wonet lieb hei liebe Das bringt gross
hertzentayd.
Offenbar ist der Titel jenes Einzeldruckes aus dem
Jahre 1515 ungenau: die Angabe des „Tones" kann
sich nur auf das zweite der Lieder beziehen^ vielleicht
ist s(^ar der ganze Zusatz „aus der Bibel gezogen" etc.
äd
nur von dem zweiten tiede (dem: von den Zehn Ge-
boten) gemeint, und hiernach J. Böschenstain gar nicht
einmal der Dichter des ersten Liedes, sondern nur der
des zweiten.
Jedenfalls hatte das Lied „Da Jesus an dem Kreuze
stund ** schon 1515 seinen eigenen „alten Ton''; dieser
war von altersher auch so bekannt, dass die Tonangabe
überflüssig erscheinen durfte. Das beweisen auch die
Titel zweier anderen Einzeldrucke des Liedes aus dem Be-
ginne des 16. Jahrhunderts, die ohne jede Tonangabe
sind, nämlich:
a) Ein gaistlich lied von den syben wortten die got der
herr sprach an dem stammen des heyligen creut^.
^o Jnesus an dem creutze stunnd'*.
b) £in geistlich Lied von den Syben wortten, die der Herr
Jhesus Christus Vnnser erlöser am creutze sprach.
Wohlgemerkt auch, dass J. Böschenstain hier als
Dichter des Liedes nicht genannt wird.
Text und Melodie sind eben älter!
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Mu8ikbriefe.
Frankfurt a. M., im December.
(Schluss.)
Einen uneetrübten Genuss, bei welchem das kritische
Gewissen des Keferenten ruhen durfle, gewährte wieder das
CJoncert des Gesangchores des hiesigen Lehrer-Ver-
eines. Dank dessen ausserordentlicher Schulung durch seinen
Dirigenten Hm. Director Maximilian Fleich sind „ZutUilig-
keiten", wie sie bei jedem grössern Vocaikörper unvermeid-
lich erscheinen, hier ganz ausgeschlossen, und die Ge&üiige
vollziehen sich bei dem Chore und seinem Leiter ungeachtet
der feinsten dynamischen Schattirungen und geistigen. Belebung
selbst auf den schwierigsten contrapunctischen Irrwegen mit
einer Kühe und Sicherheit, weiche neben dem Genüsse der
Receptivität auch das Gefühl reinsten Wohlbehagens erzeugen.
Es gereicht dem Vereine zum Buhme,' dass das hervorragende,
alle Schwierigkeiten leicht überwindende Können den Eifer
in keiner Weise gemindert hat und jeder Novität das pein-
lichste Studium gewidmet wird. So waren denn auch der
von Eduard Kremser für Oichester und Orgel bearbeitete
Gyklus von sechs Altniederländischen Volksliedern aus der
Sammlung des Adrianus Valerius vom Jahre iH26 — eine
entzückende Perle der Männergesang - Litteratur — , der
ergreifende a capella-Chor „Schlafwandelt von Friedrich Hegar,
die überaus geschickt und geschmackvoll iur Männerchor und
Baritonsolo von E. Hunperdinck bearbeitete Serenade von
Gouuod und die von Liszt für Tenorsolo, Chor, Orchester und
Orgel bearbeitete „Allmacht" von Franz Schubert von vollster,
zum Tbeil hinreissender Wirkung. Die Soli waren den
bewährten Kräften unseres hohen künstlerischen Zielen nach-
strebenden Opernsängers Hm. Franz Na val und des verdienten
Vereinsmitgliedes Hrn. Adolf Müller anvertraut. Ein sehr
glücklicher Gedanke war es, sich die Mitwirkung des vielbe-
gehrten jungen Otto Hegner zu sichern. Ein phänomenales
Wunder und ein Kind — und doch kein „Wunderkind".
Die ganz unglaublichen geistigen und physischen Leistungen
des kleinen Schweizers sind von Dressur nicht angekränkelt,
es spiegeln sich vielmehr geistige Selbständigkeit und spon-
tanes, oft sogar etwas willkürliches Empfinden in dem Spiele
des schönen Knaben wieder. Chopin's EmoU-Concert und
Stücke von Mendelssohn, Chopin, Liszt und Tausig, Alles ohne
Noten mit verblüffender Sicherheit gespielt, fanden den ver-
dienten rauschendsten Beifall, Um unliebsamen Schlussfolge-
ruiigen vorzubeugen, sei hier noch des zweiten Concertes des
Theater-Orchesters unter der Leitung des Hrn. Capell-
meister Dessoff erwähnt. Leider waren wir dem Concerte
beizuwohnen gehindei't, da wir das sehr schnell vergriifene
Abonnement versäumt haben und andere uns zusagende Plätze
nicht mehr zur Verfügung stehen; es ist uns indessen im
Eiiiklange mit der hiesigen Kritik bestätigt worden, dass die
Vorführungen, vor Allem Geldmarkts „Prometheus**-Ouverture
und Beethoven's Bdur-Symphonie, einen in jeder Beziehung
trefflichen Eindruck hervorgerufen haben.
Von der Oper vermögen wir nach wie vor nichts Wesent-
liches zu berichten; es bleibt Alles bei dem Alten. Man hat
wohl in der Person des Hm. Kumpel aus Graz mit nicht
unbedeutender Gage einen dritten CapeUmeister herangezogen,
für welchen man jetzt allerdings kerne Beschäftigung findet,
und 'der vollständig feiern könnte, wenn ihm nicht Hr.
CapeUmeister Dessolf mitunter die einmalige Direction einer
Oper abzutreten liebenswürdig genug wäre. Lidessen ent-
behren wir auch heute noch nach Jahre langem Laviren
einer ersten dramatischen Sängerin und sind daher, wollen
wir grosse Werke wie den „Nibelungen-King** etc. hören, nach
wie vor auf die kleinen benachbarten Hoftheater in Darm-
stadt, Carlsruhe und Weimar angewiesen. Wahrlich, der
Ehrgeiz unserer Opemleitung und der Scharfblick der Neuen
Theater-Actiengesellschaft müssen sich in überaus bescheidenen
Grenzen bewegen, wenn die maassgebenden Factoren nicht
einsehen wollen, dass die hiesigen Opemzustände dem Glänze
und den Mitteln Frankfurts in keiner Weise entsprechen.
Es genügt nicht, „das Geschäft** prosperiren zu lassen, auch
die Kunst und die Bildung des Pubiicuras sollen erfordert
werden! Was beweist eine vereinzelte treffliche Leistung
gegenüber dieser künstlerischen. Passivität, dieser vollständi-
gen Gleichgiltigkeit gegen höhere Ansprüche? Wir haben in
LJebereinstimmung mit vielen Kunstfreunden an dieser Stelle
bereits so oft auf eine Beorganisation unseres ganzen Opern wesens
gedrungen^ dass wir nur noch mit Widerwillen und aus ehr-
lichem Pfiichtgefühl auf diesen Punct zurückkommen. Dass
der bei Beginn der Saison wie schon öfters in Aussicht ge-
stellte „Barbier von Bagdad** auch für dieses Jahr wieder
von dem Repertoire abgelegt ist, befremdet uns nicht mehr,
und sind wir auch völlig darauf gefasst, dass der angekündigte
„Benvenuto Cellini** nicht herausgebracht wird; haben doch
auch die für die internationale elektrische Ausstellung mit
Emphase angekündigten Vorstellungen der „Nibelungen**-
Tetralogie zu Gunsten des Ballets „Excelsior** nicht stattge-
funden! Wozu sollte man auch em so überaus vornehmes
W^erk wie dis Oper von Cornelius oder den genialen „Cellini**
einstudiren? Vercli*s brutaler „Hernani** ist jedenfalls bequemer
und nach Ansicht der nur lür ihren speciellen äusserlichen
Erfolg besorgten Sänger sicher auch viel dankbarer! Das
Opernhaus hat ja sein festes Abonnement, was braucht man
sich mit Gluck, Boieldieu, Marschner und Spohr zu quälen?
Meyerbeer ist doch der „alleinseligmachende*", dessen Opern
„stehen** ; und führt man noch, nicht aus Pietät für die Werke,
sondern um neben der unverwüstlichen „Cavalleria rusticana**
den Abend zu füllen, „Joseph in Egypten** oder den „Wasser-
träger** in übereilter Einstudirung aut, so hat man allen höheren
Ansprüchen genügt. In diesem jeden festen künstlerischen
Gesichtspunct anssch liessenden Spielplan nahm der neu einstu-
dirtenGolo** des hier amtirendenHrn.i:*rofessor Bernhard Scholz
eine eigenthümliche, last verschämte Stellung ein. Schrieben
wir heute 186 1 und nicht L89L, so wäre die Wiederaufnahme
des Werkes, eines Nachklanges der romantischen Epoche
eines Schumann und Marschner, sicher nicht ohne jeden Er-
folg geblieben. Die Oper ist keineswegs der sog. Gapell-
meistermusik anzureihen und enthält an keiner Stelle Banales
oder Keminiscenzen. Manches ist offenbar auch selbst empfun-
den, nichtblos nachempfunden. Hätte Wagnernicht gelebt, wir
würden uns heute des „Golo** als einer durchaus achtbaren
Epigonenarbeit erfreuen können; indessen der Oper fehlt das
Meiste, was wir heute von einem modernen, den Genius eines
Mozai*t nicht ausstrahlenden Werke beanspruchen, vor Allem
glänzende Instrumentation und prägnante Charakteristik. Es
ist merkwürdig, wie das Werk mit den Jahren verblasst er-
scheint! Noch 1875 machte die Oper bei ihrer Au&'ührang
in Cassel, obschon wir mit Wagner^s Schöpfungen genau
vertraut waren und wie heute begeistert seinem Genius hul-
digten, auf uns nicht nur vorübergehenden Eindruck, und
manche Stellen, wie z. B. Siegfried's Wiedersehen mit Gtonovefe^
erweckten in uns wegen ihrer reinen Schmucklosigkeit auf-
richtige Hührung. Wenn wir jetzt nicht mehr derselben
Regung fllhig sind, könnte es vielleicht an uns selbst liegen,
indessen beweist die gleiche Enipfinduug Derjenigen, denen
das Werk bisher fremd geblieben, denn doch, dass wir auch
hier mit einer Thatsache zu rechnen haben, welcher wir in
27
KuDSt und Politik gleichmässig begegnen. Eine übergrosse
geniale Erscheinung drängt achtungswerthe, aber nicht vom
Genius inspirirte Gebilde in den Hintergrund, und die an den
Maassstab des Ersteren gehöhnte Mitwelt beurtheilt minder-
werthige , aber immer noch anerkennenswerthe Werke nicht
mehr gerecht , indem sie ihnen jede Bedeutung abspricht.
Das verdient aber ein so achtbares Werk wie „Golo" nicht,
und wenn dasselbe trotz der glänzenden Wiedergabe durch
die Damen Schröder-Hanfstaengl und Luger, sowie
Hrn. von Bandrowski nach wenigen Vorstellungen auch
schon von dem Kepertoire verschwunden ist, so wird es in
der Kunstgeschichte doch immerhin Zeugniss von dem ernsten
Streben eines Künstlers ablegen. Vielleicht ist es die Miss-
stimmung über den lauen Erfolg .seines „Golo", welche den
Hm. Professor Scholz in seiner Eigenschaft als Director des
Hoch -Conservatori ums e^elegentlich der Mozart- Feier seinen
Schülern gegenüber zu den gröbsten Ausf^len gegen Brichard
Wagner veranlasst hat. Man kann Hrn. Scholz nur bedauern,
wenn er den reinen Genius Mozart's feiern oder vielleicht auch
die Bedeutung eines anderen ihm recht nahe stehenden Compo-
nisten dadurch erhöhen zu können vermeint, dass er Wagner
„Entwürdigung der Kunst durch den Schrei thierischer Leiden-
schaft** und andere Liebenswürdigkeiten ins Grab nachwirft.
Hr. Professor Scholz ist nicht der Mann, welcher die Ent-
wickeluu^ der Kunst oder die grossartigen Erfolge des titanen-
haftt^n Künstlers nach irgend einer Richtung durch Wort
oder Ton beeinflussen könnte, und es steht jedem unbefangenen
Musikfreund nur an, mitleidig in die Worte Wotan's einzu-
stimmen, als er, nach dem Fluche Alberich ^s in die Betrachtung
des Ringes verloren, von Logo gefragt wird, ob er dem
Liebesgrusse gelauscht. B.
(Fortsetzung.)
Wien.
Mit der Schilderung der sensationellen Erstaufführung von
Bruckner's Erstlingss^mphonie habe ich die Leser in medias
res, d. h. mitten hinein in unsere Concertsaison geführt, von
dei^ es ja auch sonst allerlei Interessantes zu berichten gibt.
Wie in Leipzig das erst« Gewandhausconcert, so bezeichnet in
Wien das erste Philharmonische regelmässig den Anfang
der Saison: Gherubini's „Anakreon"-Ouverture — ein bereits
stark abgerittenes Paradepferd unserer Philharmoniker: wir
hörten das Stück von den Herren heuer zum 13. Male — ,
J. S. Bach 's Passacaglia in H. Esser's gediegener Orchestri-
rung, Berlioz' „König Lear**-Ouverture (trotz einiger wunder-
lich oder naturalististisch klingenden Stellen doch ein ent-
schieden geniales Werk!) und zum Schluss die Adur-Sym-
phonie Beethoven's bildeten das Programm unseres Eröfliiungs-
concertes. Von Ende November an stand die Saison fast
vollständig unter dem Zeichen Mozart's, die Trauerfeier, gel-
tend dem am 5. December 1891 sich zum hundertsten Male
jährenden Todestage des Meisters, das allgemeine Bestreben
des modernen Wien, die Geringschätzung, welche das alte Wien
dem grossen Tondichter bezeugt, nunmenr in glänzender Weise
wett zu machen, regte eine wahre Fluth von Mozart- Auffüh-
rungen an, von denen Manche den Besuchern Gennss und
Erhebung bereiteten. Andere weniger glückten und sich nicht
gerade geeignet erwiesen, den Rimm Einer der ersten Musik-
stAdte der Welt zu erhöhen. Ein wahrhaft würdiges Mozart-
Cioncert war das zweite Philharmonische: die weihevolle
Maurerische Trauermusik, das Adagio und die Fuge in Cmoll
fiir Streichquartett (ursprünglich iür zwei Cla viere comnonirt)
in verstärkter Besetzung gespielt, zwei hochemste Stücke,
welche zeigen, was Mozart auch als Nachfolger Bach 's zu
leisten im Stande war, dann noch die unverwelklich blühende
Esdur-Symphonie, alles Dies wurde unter Hans Richter's
Leitung mustergiltig aufgeführt. Zwischen den reinen Instru-
mentalnummem stand das letzte der Mozart'schen Clavier-
concerte (Bdur, in seinem Todesjahr 1791 geschaffen), nicht
zu den bedeutendsten derartigen Werken gehörig und dies-
falls von dem Dmoll- und CmoU-Goncert des Tondichters weit
übertroffen, aber doch anziehend genug: von reinstem Wohl-
klang, lieblich spielvoll und bei all seiner graziösen Heiter-
keit mitunter leicht überschattet von den Ahnungen des
nahen Endes.*) Man kann der Solistin Frl. Marie Bau-
*) Wir haben das Werk, wie überhaupt alle Mozart'schen
Clavierconcerte vor 22 Jahren, im 2. Janrgang der damals
von Dr. Oskar Paul redi^rten Leipziger „Tonh^le" voi* 1869
mayer kein grösseres Lob spenden, als wenn man der Wal.. -
heit gemäss versichert, sie habe das Concert — für sie tech-
nisch ein Kinderspiel — von Anfiemg bis Ende im echt Mo-
zart'schen Geiste wiedergegeben. Und das will für eine mo-
dern geschulte Virtuosin, die ihr bedeutendes Können am
liebsten BrahmsVhen Vorlagen: z. B. dessen beiden Goncerten
oder dem umgearbeiteten Hdur-Trio zuwendet, nicht wenig
sagen. Mozart sollte heut überhaupt nur mehr Derjenige
öffentlich am Cla vier vortragen, welcher an den Meister
glaubt.
Dieses üeberzeugt- und Durchdrungensein von dem holden
Sänger that immer so wohl in den Mozart- Vorträgen unseres
Conservatoriumsprofessors Julius Epstein, es berührte eins
neuerdings höchst sympathisch in der soeben besprochenen
Leistung des Frl. Baumayer und ganz besonders auch in der
Wiedergabe des D moll-Concertes durch einen jungen Pianisten,
Hm. Guido Peters, gelegentlich des zweiten Mozart-Festcon-
certes der Gesellschaft der Musikfreunde. Nach seiner
eigenen Versicherung hat Hr. Peters — den Sie in Leipzig
wohl noch besser kennen, als wir in Wien, da er ja in Ihrer
Stadt seine ersten, auch selbstschöpferischen Erfolge errungen
— sich die besondere Erforschung Mozart's zu seinem Lieb-
lingsstudium erkoren. Und die durch und durch beseelte,
sich ganz dem Geiste der Composition unterordnende, Letztere
aber so klar und zierlich als möglich wiedergebende Art, mit
der er das Dmoll-Conc^rt spielte, bestätigte obiges Geständ-
niss. Besagte Leistung des Hm. Peters, die „Zauberfiöten"-
Ouverture, vollendet vom Hofopemorchester unter H. Rich-
ter's Leitung ausgeführt, ferner die süsse Adur-Tenorarie
aus „Cosi fan tutte", von Hm. G. Walter init seinem noch
immer unwiderstehlich einschmeichelnden Piano und Falsett
gesungen, bildeten die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen
Ferien des in Rede stehenden Concertes, während der Rest
des Programms viel schwächer wirkte. Alle Tüchtigkeit imd
aller Eifer der Spieler (J. Hellmesberger jun. und 8ch wendt)
konnten in dem Doppelconcerte für Violiiie und Viola (I.Satz)
über das Abgetragene, Formalistische der Composition nicht
hinweghelfen; bei dem von Hm. E. Kremser trefflicb ge-
leiteten Vortrage des Männergesangvereins bedauerte man,
dass derselbe nur einem apokryphen Stück (Abendlied) galt,
und am wenigsten passte für ein Festconcert die Schluss-
nummer: eine verscnoUene Schauspiel-Ouvertüre Mozart^s
(Köchel 318), diesmal als „Symphonie in Einem Satz" vorge-
führt. Eine höchstens musikgeschichtlich interessirende, weil
deutlich die altitalienische dreitheüige Ouverturenform er-
kennen lassende Composition, von deren Wirkungslosigkeit
in der Gegenwart man sich schon im Juni 1880 bei dem da-
mals dem M^^^^^^y^^^ ^^^ Hofoper angehängten Concert
hatte überzeugen können.
Das erste Mozart-Festconcert der Gesellschaft der Musik-
freunde brachte unter Hm. Gericke*s Leitung das innig
fromme, vom Singverein sehr zart vorgetragene „Ave verum"
und das erhabene Requiem , zwischen welchen beiden Num-
mern Hof Schauspieler Krastel einen selbstverfassten Fest-
prolog sprach. Wohl mehr der überströmenden Wärme des
Vortragenden, als der Neuheit des Gesagten — was liesse sich
auch über Mozart und sein Verhältniss zu Wien noch Neues
sagen? — verdankte das immerhin poetisch empfundene Fest-
gedicht seine zündende Wirkung. Als Solisten gaben sich
im Requiem die Damen Luise v. Ehrenstein und Gisela
Körner und die HH. G.Walter und C. Grengg redlichMühe
um ein möglichst gerundetes Ensemble, das uns aber freilich
weit idealere Auftuhrungen früherer Jahre (z. B. mit Frau
Wilt als erstem Sopran und Hrn. Rokitansky als Bass) nicht
vergessen machen konnte. Dabei übersttlrzte Hr. Gericke
häimg die Tempi, und besonders schmerzlich wurden die Phil-
harmoniker vermisst, es spielte nämlich aus unbekannten
Gründen nur das weit geringere „Gesellschafts** -Orchester.
Ungleich Vollkommeneres wurde bei der Mozart-Feier des
Quartetts Ros6 geleistet, nämlich von den Qnartettisten
selbst. Ein von der Hofschauspielerin Frl. Pospischil mit
unbegreiflichen Declamationsfehlem gesprochener Festprolog,
dessen Verfasser, ein gewisser Hr. Specht, Mozart auf Kosten
der deutschen Sprache feierte, wäre wohl zu entbehren ge-
wesen, üebrigens fehlte es diesem Quartettabend an der
rediten Steigerung. Nach der vielleicht kostbarsten Perle
Mozart^scher Kammermusik, dem herrlichen und gleich herr-
in einer eigenen Studie eingehend besprochen und ist unsere
damalige Ansicht auch heute so ziemlich unverändert ge-
blieben.
3»
28
lieh ausgeführten GmoU-Quintett, konate das für den Goncert-
saal wohl zu einfache Glavierquartett in Esdur unmöglich
wirken, umsoweniger, als eine recht nüchterne Dilettantin
vor dem Flügel sass. Durch die Mittelnummer ermüdet,
hatt« man dann auch für das Schlussstück, das köstliche
Adur-Quartett mit den wundervollen Variationen nicht mehr
den rechten Sinn. Dass es speciell auf dem Gehiete der
Kammermusik weit ermüdender, ein paar Stunden hinter-
einander nur den sich doch stets sehr ähnlichen Mozart, als
den tmendlich mannigfaltigeren Beethoven zu hören, bewies
der Abend zur Genüge.
Wenden wir uns nun zu dem Schwerpuncte der jüngsten
Trauer-Gentenarfeier in Wien, dem von der Hofoper ver-
anstalteten Mozart-Cyklus!
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Das 11. Abonnementconcert im Neuen
Gewandhaus hatte— wie sein Vorgänger am 10. Jan. 1878 —
als Orchesternummem Weheres „Euryanthe** -Ouvertüre und
Brahms* 2. Symphonie im Programm, zwischen welchen Solo vor-
trage der einheimischen Künstler Frl. May Brammer und
Hr. Demuth Platz gefunden hatten. Die Weber^sche Ouver-
türe ging äusserst glänzend und flott von Statten, wogegen
die Ausführung der Symphonie trotz subtilster technischer
Ausführung und warmbeseelter Einzelnheiten über den Cha-
rakter einer Kreidezeichnung selten hinaus kam. Man muss
das Werk unter Leitung des Componisten oder v. Bülow^s
gehört haben, um unsere Bemerkung richtig verstehen zu
können. Für Brahms' Eigenart scheint eben unserem sonst so
vielseitigen und feingebildeten Gewandhausdirigenten das
rechte Verständniss abzugehen. Dass die Symphonie erst im
2. Theil des Concertes zur Ausführung gelangte, wo sie sich
einer durch das vorausgegangene Vielerlei schon abstrapazirten
Zuhörerschaft gegenüber befand, war ausserdem für ihre
Wirkungsfähigkeit nicht förderlich, wie dies im gleichen Fall
jedem symphonischen Werke passirt. Doch dies ist ein Punct,
auf welchen weiter hinzuweisen wir bei der erlebten Resultat-
losigkeit unserer Bekämpfung diesOT Programriistellung füg-
lich unterlassen müssen. Von den Sololeistungen erregten
wohl das meiste Interesse die Vorträge der jugendlichen
Violinistin, die einem Theil des Publicums schon von anderen
Gelegenheiten her — sie war bekanntlich Schülerin des hie-
sigen k. Conservatoriums der Musik, ihre violinistische Aus-
bildung speciell Hrn. Ad. Brodsky verdankend, und hatte nicht
nur in Aufführungen dieses Institutes, sondern auch schon sonst
vielfiache Beweise ihres hervorragenden Talentes und Könnens
erbracht — bekannt war und nunmehr erstmalig auf dem ge-
fährlichen Podium des Gewandhauses erschien, um in Con-
currenz mit den berühmtesten Vertretern ihres Instrumentes
zu treten. Ohne in Localpatriotismus zu verfallen, dürfen wir
berichten, dass das Debüt äusserst rühmlich ausgefallen ist,
indem Frl. Brammer sowohl das Dmoll-Concert von Wie-
niawski, als die gesang- und klangvolle Romanze von Svend-
sen mit nicht gerade grossem, aber sehr sympathischem Ton,
klarer und sicherer Technik — besonders fiä das Staocato-
und Octavenspiel auf — , ausgezeichneter Intonation und
musikalisch reifer Auffassung vorgetragen hat. Für die Schluss-
nummer, einen Spanischen Tanz von Sarasate, ging ihr noch
in Etwas die nöthige rein virtuose Bravour ab. Der Beifall
war nach jedem Stück ein einhelliger, sich zu zweimaligem
Hervorruf der in ihrer äusseren Erscheinung zarten Künst-
lerin steigernder. Sehr ehrenvoll war auch die Aufnahme
des Hm. Demuth, der in Gompositionen von Spohr, Löwe,
Schubert und Liszt mit seiner soliden G«sangbildung und
warm-timbirten, nur ab und zu etwas ins Weichliche ver-
fallenden Vortragsweise, verbunden mit guter Gharakterisi-
rung, allgemeinste Befriedigung auch an dieser Stelle erregte.
Däss der Künstler den Muth besessen hatte, gleich bei seinem
ersten Auftreten daselbst ein Liszt'sches Lied („Wieder möcht
ich dir begegnen**) zu wählen, sei als ganz besonders rühm-
lich betont. Belohnt wurde er dafür auf frischer That durch
den grossen Succ^s, den er sich mit demselben ersang. Dass
Hr. Prof. Dr. Beinecke die Solostücke mit Ciavier wie immer
auch diesmal ganz excellent begleitete, darf nicht unerwähnt
bleiben.
In der zwei Tage später folgenden 4. Kammermusik
im, gleichen Hause sassen die JBH. Prill, von Dam eck,
Unkenstein und Wille an den Pulten und führten unter
sich steigernden Beifallsbezeugungen Quartette von Haydn
(Gdur, No. 72 der G. F. Peters'schen Ausgabe), B. Smetana
(„Aus meinem Leben**) und Beethoven (Op. 132) vor. Leider ver-
hindert, der Aufführung von Anfang an beizuwohnen, können
wir von dem letzten Haydn'schen Satz und den beiden anderen
Werken berichten, dass die Ausführung die hohe Meinung,
welche uns gleich die erste Production dieser Quartettgenossen-
schafb abzwang, nur noch bestärken konnte. Vor Allem haben
das ausgezeichnete, bis ins kleinste Detail hinein au£s Ge-
wissenhafteste ausgearbeitete Ensemble und die einheitliche
Auffassung unsere vollste Befriedigung erregt, und liessen die
vier Herren bei Haydn und Smetana (in dem hier schon
wiederholt gespielten, aber immer von Neuem interessirenden
Werke des Letzteren machte sich speciell die musterhafte Aus-
•führung der mehrfach selbständig hervortretenden Bratschen-
partie durch Hm. ünkenstein aufs Rühmlichste bemerklich!)
auch kaum Einen Wunsch in Bezug auf vollständige Erschö-
pfung des geistigen Gehalts übrig, die wir dagegen — bei
allen schon genannten Vorzügen der Ausführung — in dem
letzten Beethoven noch hier und da zu vermissen hatten,
indem die erschütternde Tragik, die gewaltigen dramatischen
Steigerangen und Höhepuncte des Tonpoöms nicht immer
zum höchsten energischen Ausdruck gelangten, wie anderer-
seits die verklärte Inm'gkeit, welche namentlich aus dem
3. Satz heraus spricht, manchmal noch wärmere Farben in
der Tongebung vertragen hätte.
Heldelbepg, 9. Dec. Concerte des Bach-Vereins.
Unsere durch die Pflege der Wissenschaft berühmteStadt ist auf
dem We^, sich in musikalischer Beziehung ein gleiches Lob
zu verdienen, dank der unermüdlichen GÄätigkeit des von
Professor Wolf rum vor einigen Jahren gegründeten Bach-
V er eins. Um den G^ist und die weiten Gesichtspuncte,
von denen dieser Verein sich leiten lässt, zu kennzeichnen,
genügt es, die Namen der beiden letzten von ihm zur Auf-
führung gebrachten grossen Werke zu nennen: Bach 's „Hohe
Messe" und Liszt's „Legende von der heiligen Elisabeth**.
Idit aufrichtiger Freude musste man es deshalb begrüssen,
dass in diesem Winter zum ersten Male die Veranstaltung
sämmtlicher Abonnement-Goncerte in die Hände des genannten
Vereins göTegt würd"^ und diese Empfindung ist eS, '#el6he
uns heute, nachdem die drei ersten Goncerte vorüber sind,
zur Berichterstattung über dieselben veranlasst.
Mit Beethoven's Bdur- Symphonie, jenem an charakte-
ristischer Kühnheit und Energie von anderen Werken des
Meisters überragten, dafür aber in hellsten Sonnenschein ge-
tauchten Werke von höchster Formvollendung, begann äas
erste Goncert. Es schloss mit Mendelssohn*s „Hebnden**-Ou-
verture, über welche Richard Wagner, „der Feind des Gom-
ponisten**., das Urtheil fällte: „Mendelssohn war ein Land-
schaftsmaler erster Glasse, und die »Hebriden« -Ouvertüre ist
sein Meisterwerk. Da ist Alles wundervoll geistig geschaut,
fein empfimden und mit grösster Kunst wiedergegeben. Die
Stelle, wo die Oboen allein durch die anderen Listrumente
hindurch klagend wie der Wind über die Wellen des Meeres
zur Höhe steigen, ist von ausserordentlicher Schönheit.**
Beiden Werken wurde, wie auch der Fdur-Serenade für
Streichinstrumente von Volkmann, deren Melodien nicht sehr
originell, dafür aber leicht zu Gehalten sind, sodass sich
„unsere Alten** jedenfalls nicht über sie ärgern können, eine
vorzügliche Ausführung zu Theil. Der (^sang war durch
Frau Bächi-Fähr mann aus Dresden vertreten, welche mit
ihrer edlen, umfangreichen, wenn auch nicht grossen Alt-
stimme ein „Sanctus** von Gherubini, eine Arie von Itossi,
sowie mehrere Lieder von Schubert, Beethoven, Schumann
und Brahms zum Vortrag brachte imd besonders mit der
„Litaney** von Schubert durch Wahrheit und Innigkeit des
Ausdrucks eine ergreifende Wirkung erzielte.
Das zweite Goncert stand unter dem Zeichen Joseph
Joachim' s. Der unvergleichliche Künstier spielte das neue
Bruch'sche Violinconcert in Dmoll, von dem man sagen
kann, dass Form und Inhalt sich decken, ohne ihm dadurch
ein Lob zu spenden. Trivial in der Erfindung, ist es über-
laden instrumentirt und nur in seinem zweiten Satz dankbar
für den Spieler. Allein von Joachim gilt das Goethe'sche
Wort: indem er das Q^ringwerthige aufnimmt, ist es schon
geadelt; er besitzt, wie alle gössen Künstler, das Majestäts*
recht der Adelsverleihung. Dass trotzdem der G^burtsadel,
dessen Zeichen die Meisterwerke aller Zeiten tragen, auch den
von einem Joachim verliehenen weit überragt, bewies der Künst-
ler selbst in der Wiedergabe der Fdur-Bomanze von Beethoven
29
und dem Vortrag von drei Sätzen aus der Edar-Soite von
Bacli, welchen er noch als stürmisch verlang Zugabe das
Andante ans der Odnr-Suite folgen Hess. Hier erst erregte
er die höchste Begeisterung, Publicum und Orchester wett-
eiferten in den herzlichsten Beifallsbezeugungen, und mit
Becht: wird er doch in dem heiligen Ernst und der schlichten
Grösse, mit der er Bach und Beethoven vor uns erstehen
'lässt, van keinem Künstler übertroffen. Von Orchesterwerken
wurde die Ddur-Symphonie von Brahms, die Balletmusik aus
„Paris und Helena** von Gluck, sowie die Ouvertüre zur Oper
„Der fiiule Hans** von A. Bitter gespielt und die Ballet-
musik von den Zuhörern am freuiälichsten aufgenommen.
Sie ist in der That von so liebenswürdigem Charakter, sowohl
in der majestätischen Einleitung, wie in der auf einer edel
dahinfliessenden Melodie aufgebauten Ghaconne und in der
graziösen Ghivotte, dass wir die Freude, die Gluck selbst
offenbar an ihr hatte, da er die beiden letzten Stücke später
in seine „Iphigenie in Aulis** aufiiahm, vollkommen be-
greifen, mir geringen Beifall fand die Eitter^sche Ouvertüre —
unseres Erachtens mit unrecht. Manche Absonderlichkeiten
im Einzelnen, wie die rhythmisch und melodisch gewaltsamen
Sprünge in den Hörnern, die später in den Posaunen wieder-
kehren und wohl das Gähnen des faulen Hans andeuten sollen,
dann die an einer Stelle etwas operettenmassige Begleitung,
endlich die oft mit zu viel Blech arbeitende Instrumentirung
treten gegenüber den Yorzü^n des Ganzen zurück. Die Ou-
-verture ist Übersichtlich gegliedert, die Einleitung stimmungs-
voll, das erste Thema mit seiner aufstei^nden Violinfigur
von grosser ibiergie. das zweite von lieblich-sangbarem, am
^hlusse zum Feierbchen sich steigernden Charakter, beide
'Themen durchaus frei von jeder Anlehnung an Wagner.
Da man aber wusste, dass Bitter der neuen Bichtung ange-
hört, ja sogar ein Verwandter des Bayreuther Meisters ist, so
wiirae die Ouvertüre natürlich von Vielen verurtheilt,
-weil jede Note darin von Wagner sei.
Das Concert am Todestage Mozart's gestaltete sich mit
seinem in feinsinnigster Weise zusammengestellten Programm
zn einer von hoher Weihe getragenen Gedenkfeier für den
grossen Unsterblichen. Es wurde eröffnet durch „Eine kleine
Sfachtmusik für Streichinstrumente^ (Köchel 526). Ist es
nicht, als ob uns schon beim Anblick dieses Titels das liebens-
würdig schalkhafte Antlitz des Meisters freundlich anlächelte?
TJnd wahrlich, die Serenade ist von so Überquellendem
Humor und von so köstlicher Frische, dass sie nicht nur
bei solch aussergewöhnlicher Gelegenheit ^^espielt werden
sollte. Ihr folgte das erste Finale aus ,jCosi fan tutte^, —
eine nach zwei Sichtungen hin glückliche Wahl: Mozart
musste hier, wo seine Opern nie auf der Bühne erschei-
nen, auch als dramatischer Componist gefeiert werden,
ausserdem aber kann der herrlichen Musik dieses Werkes
des gänzlich misslungenen Textes wegen ihre Unsterblich-
keit nur durch Uebertragung in den Concertsaal gewahrt
werden. Hieran schloss sieh das Andante aus der CmoU-
Serenade (K. 388) und das Allegro aus der Es dur- Serenade
(K. 87Ö) für Blasinstrumente, — zwei Stücke, die uns in
ihrem echten Ständchen- Charakter mit Einem Schlage um
hundert Jahre und in die Zeit zurückversetzten, in der man
Seiner Geliebten oder seinem Freunde durch ein aargebrachtes
IStändchen noch Freude und nicht Verlegenheit bereitete.
Den Schluss des Concertes bildete hier, wie wohl überall, das
Bequiem und musste ihn bilden der ernsten Bedeutung des
Tages entsprechend. Wohl gilt es als Keines der gewaltigsten
Werke des Mozart'schen Genius, allein wir müssen bekennen,
in dieser Stunde hat es uns durch seinen tief religiösen G^
halt und im Gtedanken an seine erschütternde Entstehungs-
geschichte bis ins innerste Herz ergriffen, und wir wür&n
es für einen Frevel halten, ihm heute mit kritischer Sonde
zu nahen. Um das Gelingen der Feier machten sich alle
Mitwirkenden in gleicher Weise verdient. Die von den Mit-
gliedern des Bach-Vereins und des Akademischen Ge-
sang-Vereins vorgetragenen Chöre waren technisch und
musikalisch ausgezeichnet studirt; die Damen Helbing aus
Karlsruhe, Krause aus Heidelberg, Zimmer und Fleisch
aus Frankfurt a. M., die HH. Hin tzelmann und Lauckhar dt
aus Berlin, Eömhildt aus Carlsruhe, welche zimi Theil in
Folge von Erkrankungen Anderer erst in letzter Stunde ihre
Partien mit grosser Opierwilligkeit übernommen hatten, boten
sehr tüchtige Leistungen, und auch unser Stadtorchester, das
diesmal nicht, wie in den beiden vorhergehenden Concerten,
durch Mitglieder der Carlsruher Hofcapelle verstärkt war,
that sein Bestes. Die „kleine Nachtmusik'' wurde von den
Streichern sehr zierlich und fein vorgetragen; dass aber
unsere Bläser im Concertsaal selbstänoig und mit Beifaedl
auftreten könnten, wer hätte dies früher für möglich gehalten?
Dies Alles, wie den ganzen Au&chwung, den imser musika-
lisches Leben in den letzten Jahren genommen hat, verdanken
wir der mit eiserner Energie gepuurten grossen Begabung
Wolfrum's, der — beiläufig bemerkt — durch die geist- und
Eietätvolle Art, in der er die Mozart'schen Weisen zum
leben erweckte, wieder einmal den Beweis geliefert hat, dass
gerade die auf dem Boden der neuen Schule stehenden Diri-
genten die besten Interpreten der alten Meister sind. Doch
für heute soll die Streitoxt begraben sein!
Uns Allen, den Alten wie den Jungen, wird die letzte
Spanne des sich neigenden Jahres verkl&t durch die lichten
Strahlen der Mozart"schen Sonne, und diese Sonne wird ihre
Leuchtkraft bewahren bis in die fernsten Zeiten, trotzdem
wir uns in unserer musikalischen Entwickelung weit und
weiter von ihr entfernen: Sonnen leuchten ja durch unge-
messene Entfernungen. Wohl kann uns ein wehmüthiges
Bedauern darüber beschleichen , dass die frühere einfSeu^h zu-
friedene Art, zu musiciren und zu componiren, für immer vor-
bei ist, und uns zu dem Geständnis bewegen, dass wir durch
diesen Wandel der Zeiten nicht glücklicher geworden sind.
Allein das Bad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, und
auch das Genie eines Mozart hätte sich in unseren Tagen
anders, als vor hundert Jahren und gewiss nicht weniger
herrlich entfaltet. F. B.
Conoertumsohau.
Amsterdam« Mozart-Conc. im Neuen Concerthaus (Kes)
am 10. Dec.: Esdur-Symph., „Don Juan"-Ouvert., Maureri-
sche Trauermusik, Concerte f. zwei Claviere (Frau Bosmans-
Benedicts u. Hr. Kes) u. f. Harfe u. Fl. (Frl. Winzer u. Hr.
Dement).
Baden-Baden. Mozart-Feier des städt. Curorch. (Krasselt
sen.) am 5. Dec.: GmoU-S^ntnph., „Zauberflöten" -Ouvertüre,
Variat. f. Streichorch. u. zwei Hörner, Esdur-Quint. f. Clav. u.
Blasinstrumente (Frl. Oswald u. HH. Käppel, Munkelt, Haller
u. Walther), Larghetto f. Violoncell (Hr. Wamke). — Soiröe
f. Kammermusik der HH. Bletzer, Bienert, Pageis u. Wamke
am 7. Dec: Streichquartette v. Haydn (Ddur) u. Beethovöi
SOp. 18, No. 6), Variat. a. dem Gmoll-Streichquartett von
r. Kiengel.
Berlin* S. Blumner's 1. Popul. Sonnt.-Mat. unt. Mitwirk,
der HH. Halir a. Weimar (VioL), Heise, Esberger, Kunze u.
Littmann (Bläser): Esdur-Quint. f. Clav. u. Blasmstrumente v.
Mozart, Kreutzer-Sonate u. F dur- Violinromanze v. Beethoven,
Symph. Etüden f. Clav. v. Schumann. — 2. Conc. des Pia-
nisten Hm. V. SUwinsH m. Compositionen v. Bubinstein
(Seren, u. Gdur-Barcarolle), Heymann („Elfenspiel''), Liszt
(Fmoll-Etude u. 12. Ungar. Bhaps.) u. A.
Breslau. 11. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcapelle
(Biemenschneider): Symphonien v. Beethoven (No. 7) u. Schu-
bert (Hmoll), Polen, f. Orch. v. Chopin-Biemenschneider etc.
CasseL 8. Abonn.-Conc. des k. Theaterorch. (Treiber): Es-
dur-Svmph. u. „Idomeneus^-Ouvert. v. Mozart, Solovorträge
der Frau Halir-Zerbst a. Weimar (Ghw., „Weisst du noch" v.
Ad. Jensen, „Zur Drossel sprach der Fink" v. d* Albert etc.)
u. der HH. Treiber v. hier (CHav., DmoU-Conc. v. Mozart) u.
Halir v. ebendaher (VioL, 8. Conc. v. Bruch, Berceuse v.
Cui u. Polen, v. Sitt).
ChFlstlanla. 8. Conc. des Musikver. (Holter) m. Compo-
sitionen V. Mozart: Jupiter-Symph., Ouvertüren zur „Zauber-
flöte** u. zu „Figaro's Hochzeit", DmoU-Clavierconc, „Ave,
verum corpus".
Coblenz. 8. Conc. des Musikinstituts (Heubner) m. Com-
positionen V. Mozart unt. Solist. Mitwirk, der Frau Mensing-
Odrich a. Aachen, des Frl. Bübsamen u. der HH. Hermann
u. Dr. Gtoist (Ges.), sowie des Hm. Prof. Seiss a. Cöln (Clav.):
Ddur-Symph., Bequiem, Bdur-Clavierconc. u. Arie -TTnd Su-
sanna Commt^t". '
OÖln. Kammermnsikaufftlhrungen der HH. Hollaender,
Schwarte, Kömer u. Hegyesi: No. 9 unt. Mitwirk, der HH.
Pauer (Clav.), Wolschke (Contrabass), Wehsener, Zachmann u.
Ketz (Bläser). Dmoll-Sept. v. Hummel, Streichquartette von
Mozart (Esdur) u. Beethoven (Op. 18, No. 6). No. 4 imt. Mit-
wirk, der HH. Prof. Seiss (ClavO. JProf. Jensen, Wolschke
(Streicher), Friede, Abendroth u. Ketz (Bläser). Sept. Op. 20
V. Beethoven, Gmoll-Streichquart. v. Mozart, Bdur-Trio fÄr
Clav., Clar. u, Violonc. v. Beethoven. — 6. Gürzeniohconcert
30
(Prof. Dr. Wüllner): 5. Symph. v. Beethoven, eymph. Prolog
zu Shakespeare's „Othello" v. Am. Krug, „Aiiakreon**-Ouv.
V. Cherabini, Nachtlied f. Chor u. Orch. v. Schumann, Solo-
Torträge der HH. Perron a. Dresden (Ges., „So willst du des
Armen*' v. Brahms etc.) und Bensburg a. Bonn (Violoncell,
Conc. eiff. Comp.).
Creield. l.u.2. Kammermusikabend der HH. Hollaender,
Schwartz, Kömer u. Hegresi a. Cöln unt. Mitwirk, der HH.
Prof.>Seiss (Clav.) u. Prof. Jensen (Bratsche) von ebendaher:
Gmoll-Streichquint. v. Mozart, Streichquartette v. C. v. Ditters-
dorf (Esdur)j Schubert (Gdur) u. Beethoven !(0p. 127), CmoU-
Allegro assai f. Streichquart, v. Schubert, Ciaviertrio Op. 70,
No. I, V. Beethoven. — 3. Abonn.-Conc. der Concert-Gesell-
Schaft (Grüters) m. Compositionen v. Mozart: Gmoll-Symph.,
„Zauberflöten'^-Ouvert.. Chöre a. dem Bequiem u. den Ves-
perae solemnes de Coniessore, Bdur-Clavierconcert (Hr. Prof.
Seiss a. Cöln), Arie und Lieder (Frl. Schauseil aus Düssel-
dorf).
Dresden. 1 . Aufßihr.- Abend des TonkOnstlerver. m. Com-
positionen V. Mozart unt. Leitungdes Hrn. Hofrath Schuch:
Prolog V. Dr. F. Kopnel-Ellfeld (Hr. Drach), Schlusssatz aus
der Jupiter-Symph., Chivert. zur Oper .Lucio Silla", Esdur-
Conc. f. zwei Claviere (HH. Hess u. BoUfuss), GmoU-Streich-
quint. (HH. LauterbachjFeijgerl, Wilhelm, Bemmele u. Grütz-
macher), Lieder (Frau Wittich).
Düren. Conc. des Instrumentalver. (Hilgers) am 20. Nov. :
GmoU-Symph., .Zauberflöten^'-Ouyert. u. Larghetto aus dem
Clar.-Quint. v. Mozart, Vorspiel u. Siciliana aus „Cavalleria
msticana*' von Mascagni, Gesangvorträge des Frl. Naber
(„GrüssGott, du lieber Prühlingswind" v. E.Heuser etc.).
Frankfurt a. 0. 2. S^ph.-Conc. des Philharm. Yer.
unt. Mitwirk, des Pianisten Mm. Schumann a. Danzig: Ju-
piter-Symph., Ouvertüren zu „Don Juan^ u. ^.Titus**, Maure-
rische Trauermusik u. Dmoll-Clavierconc v. Mozart, Ciavier-
soli „Traumbilder*' u. Variat v. G. Schumann.
Friesach. Concert (Mozart-Feier) des M&nnergesangver.
(Ghitterer) unter Mitwirk, der Frau Kuschar-HiJke a. Juden-
burg, des Frl. ünger und der HH. Dobemig. Gugl, Kliman,
KrauszleTj Dr. Botnauer u. Weidt a. Klagenturt am 8. Deo.:
Clavierquint. v. Schumann, Bdur-Streichquartett v. Mozart,
Chöre v. Mozart, C. Weidt („FrühlinASzeichen'') u. Herb eck
(„Am wilden Klippenstrande"), Soli £Ges., f. Clav. v. Jen-
sen-Niemann („Murmelndes Lüftchen") u. A. u. f. Violonc.
(Ein Prolog V. Dr. Kusohar, gespr. v. Frl. Unger, und eine
von Hm. Dobemig gehaltene Festrede nahmen auf Mozart
Bezug.)
Genf. 4. Abonn.-Conc. im Stadttheater (de Senger):
1. Svmph. V. Schumann, „Peer Gynt"-Suite v. Grieg, „Sieg-
firied-I^ll" v. Wagner, Ciaviervorträge des O. Hegner aus
Basel (EmoU-Conc. v. Chopin, Spinnerlied v.Wagn er- Liszt
etc.). — Weihnachtsconc. aes Organisten Hm. Barblan unter
Mitwirk, der Sängerin Frau Ketten u. des Violinisten Hm.
Bey in der Cathödrale de St. Peter am 26. Dec. : Soli f. Ges.
y. Gounod („Priöre") u. Händel, f. Org. v. Guilmant (Pa-
storale), S. Bach, Nicolai u. Mendelssohn u. f.Viol. v. Nardini
u« Tartini.
Grflnberg. Mozart-Centenarfeier des Quartettver. unter
Leit. der HH. Suckel u. Beer u. solist. Mitwirk, der Frau
Behder v. hier, der Frls. Ströder a. Glogau u. Fischer a. Bres-
lau u. der HH. Kirchner a. Berlin u. Prof. Kühn a. Breslau:
1. Conc. am 6. Dec. Bequiem, Cant. rp^i Seele des Welt-
alls", Motette qAvo. verum corpus" u. Hymne „Gottheit, dir
sei Preis und Ehre". 2. Conc. am 6. I)ec. Jupiter-Symph.
u. Fragmente a. der „Zauberflöte".
Haag. 2. Conc. der Diligentia (Hol): Esdur-S^ph. v.
Mozart, Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer" v. Wagner,
2. Ün^u:. Bhaps. v. Liszt. ,|Herzwunden" u. „Der Frühling"
f. Streichorch. v. Grieg, donc. f. Harfe u. Flöte von Mozart
fFrl. Winzer u. Hr. Demont), Gesangvorträge der Frau Schmidt-
jCöhne a. Berlin.
Hannover. Conc. des Hm. Bich. Metzdorff m. eigenen
Compositionen unt. Leit. des Comp, und des Hm. Sahla aus
Bückeburg u. Mitwirk, des Hanno v. Damenfi;esangver. u. der
Hofcapelle a. Bückeburg am 9. Dec.: Syinpnonien in DmoU
(Trag.) u. Esdur, Chor der gefangenen Gepidenfrauen und
Balletmusik a. der Oper „Bosamunde" und 2. Satz aus dem
symph. Conc. f. Viol. (Hr. Sahla).
Helsingfors. Aufführungen des Musikinstituts: No. 4.
AmoU-Streichquart. v. Schumann, Violinconc. v. Mendelssohn,
Lieder v. J. H a 1 v o r s e n. (Ausführende : HH. Ojanperä [Ges.],
Halvorsen, Sante, Schwartz u. Merck [Streicher].) No. 5 m.
Compositionen v. Mozart. Dmoll-Streich<juart., Adur- Violin-
conc. u. Fragmente a. „Don Juan" u. „Titus". (Ausführende
wie oben u. die Damen Leinberg, Leander, Morduch u. Seder-
ström [Ges.].) — Mozart-Conc. unt. Leit. der HH. Kajanua,
Wegelius u. Dayas am 3. Dec.: Cdur-Symph., „Ziauberflöten"-
Ouvert., „Ave, verum corpus" u. Esdur-Clavierconcert (FrL
WendeU).
Hof. Auffuhr. V. HändePs „Judas Maccabäus" durch den
„Liederkranz" (Scharschmidt) unt. solist. Mitwirk, der Frls.
V. Sicherer a. München u. Martini u. HH. Trautermann und
Leideritz a. Leipzig. (Von dem Verein schreibt man: „Der
Chor trat mit einer Sicherheit, Accuratesse, Gefügigkeit und
einer Fülle von Stimmmitteln auf, wie ihn besser ausgestattet
der »Liederkranze wohl noch niemab gehabt hat und wie ihn
auch die grössten Vereine kaum besser besitzen werden." —
Von den beiden hier noch unbekannt gewesenen Solokräften
wird gesagt, dass Frl. Martini über eine „ungemein anmu-
thende und wohlgeschulte Stimme" verfüge und sich mit
Ehren neben einer v. Sicherer behauptet haoe, wie der Verein
auch mit Hm. Leideritz, der „eine sehr sympathische mäch-
tige Stimme" besitze, eine „gute Wahl" getro£fen habe.)
Leipzig. 11. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prol
Dr. Reinecke): 2.jSymph. v. Brahms, „Eurvanthe"-Ouvert. v.
Weber, Solovorträge des FrL Brammer (Violine, 2. Conc. v.
Wieniawski, Bomanze v. Svendsen und 6. Span. Tanz v.
Sarasate) n. des Hm. Demuth (Geeuuig, „Wieder möcht ich
dir begegnen" v. Liszt etc.). — 4. Kammermusik ebendaselbst;:
Streichquartette v. Haydn(Cdur), B. Smetana („Ans meinem
Leben") n. Beethoven ((Op. 132). (Ausführende: HH. Prill,
V. Dameck, ünkenstein u. Wille.) — 8. Popul. Kammermusikr
abend des Hm. v. Böse (Clav.) u. des Frl. fiobinson (Violine)^
unter Mitwirkung der HH. P. Wille, Heintzsch und Eüiengel
(Streicher): Clavierquint. v. Brahms, DmoU-Claviertrio von
Schumann, Bondo briU. f. Clav. u. Viol. v. Schubert.
Magdeburg. 4. Logenconc. (Kauffmann): 8. Sym^. v.
Beethoven, Ouvert. „Im Frühling" v. Goldmark, „Wald-
weben" a. „Siegfried" v. Wagner, VioUnvorträge des FrL
Brammer a. Leipzig (2. Conc. v. Wieniawski etc.). — Har-
monieconcerte (Kauffmann): No. 2. 5. Symph. v. Beethoven,
-Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, Solovortri^ der Frau Schmidt-
Köhne a. Berlin (Gto. , . „Ingeborg*s Klage* v.Bruoh, ^^Lnuaam
leiser wird mein Schlammer" v. Kienzl, „Komm, wir wanr
dein zusammen" v. Cornelius, „Ständchen" v. E. Strauss
u. „Der Savoyard" v. Tau her t) u. des Hm. Ellengel a. Leip*
zig (Violonc, ;Amoll-Conc. v. M. Sitt, „Sur le Lac" v. Go-
dard u. Wiegenlied u. Caprice eig. Comp.). No. 8» Ouver-
türen V. Mozart, Schumann („G^ovefa") n. F. v. Holstein
(„Frau Aventiure"), Solovorträge des Frl. Münch a. LeipzL^
(Ges., Arie v. Hi^dn, „DieThräne" v. Bubinstein, „Stän£>
chen" [Op. 106, 1^. ij V. Brahms, Wiegenlied v. Henschel,.
„O daxike nicht" v. Franz, jiDie Bekehrte'^ v. M. Stange u.
^ur Drossel sprach der Fink" v. E. d* Albert) und der
Frau Stern a. Dresden (Clav., Esdur-Conc v. Beethoven etc.)»
— Tonkünstlerver. am 16., 24. u. 80. Nov. u. 8. Dec.: Streich-»
Quartette v. Beethoven (Op. 16, No. 2 u. 4), Haydn (Dduz),
Schubert (Amol! u. DmoU), Mozart (Bdur) u. Liszt („Ange-
lus"), Variat. a. dem Kaiser-Quart, v. Haydn, Bdur-Clavier»
trio V. L. Finzenhagen (Clav.: der Comp.), Adur-Clavier-
Violoncellson. v. Beetnoven (HH. Petersen u. Lange), Gesangs
vortrage der Frls. Eter (MaiUed v. Beinecke, ^nderlied v.
W. Berger, „Der Dombusch" v. Böhm etc.), Ktihlich (,^lu-
menorakel" v. Mascagni, „Das Kraut Vergessenheit" v. Hil*
dach, „0 Maienzeit" v. O. Schmidt etc.), Sträbe u. Albrecht
a. Berlm („Wie bist du, meine Königin" v. Brahms, „Ein
Obdach" v. B. Kahn u. Schlummerlied von H. Schmidt),.
Gdur-Rondo f. Clav. v. Beethoven^ Chaoonne f. Viol. v. Bach
^r. Berber). 7- Am 22. Nov. Auflühr. v. Mozart^s Bequiem
durch den Bebling'schen Kirchengesan^er. (Bebline) unter
Solist. Mitwirk, der Frls. Münch a. Leipzig und Böacher a.
Halberstadt u. der HH. Hormann a. Frazudurt a. M. u. Heilig*
tag V. hier. — Conc. des Lehrer-Gesangvereins (Schaper) am.
80. Nov.: 8, Ouvert. zu „Leonore" v. B^thoven, Huldigunge»
marsch f. Orch. v. G. Schaper. Bomanze £ Streichorch. u»
Harfe v. F. Poenitz, „Harald's Brautfisthrt" f. Baritonsolo
(Hr. Heiligtag), Männerchor u. Orch. v. H. Hof mann, „Sa-
lamis" f. Männerchor u. Orch. v. Ger ns heim, „Vigilien" lu
„Schnitter Tod" f. do. v. A. Becker, Männerchöre a cap. v.
G. Schaper („Wandern im Frühling") und F. He gar
(„Schlafwandel").
Mainz. Symph.-Conc. der städt. Cap. (Steinbach) am.
16. Deo.: 1. Sympn. v. Schumann, „Teil" -Ouvert. v. Bossini^
31
Solovorträge der Frauen Schott (Ges.) und Sauerwein (Clavier,
Esdur-Oonc. v. Beethoven) u. des Hm. Barö (Viol., DmoU-
Gonc. V. Vieuxtemps u. „Faust^-Phant. v. Wieniawski).
München. Conc. des Lehrer-Gresangver. (Sturm) unter
Mitwirk, der Sängerin Frl. Schjelderup a. Paris am 30. Nov. :
-Das Liebesmahl der Apostel" v. R. Wagner, „Das Meer"
f. lÜLnnerchor, Solo, Orch. u. Org. v. J. L. Nicod6 (unter
Leit. des CJomp.).
MtUlsteP I. W« 1. Conc. des Eoothaan^schen Gesangver.
(Boothaan): Rhapsodie f. Altsolo u. Männerchor v. Brahms,
,,Der Böse Pilger&ihrt" v. Schumann ^Solisten: Frauen Pape
u. Wirth u. Hr. Boothaan). G^esangsoli.
NeubPandenbapg. Conc. des Yer. f. gem. Chorgesang
(Naubert) am 4. Dec.: „Hafis" f. Soli u. Chor m. Ciavier v.
Ger ns heim, Deut49che Tänze f. gem. Chor m. Ciavier von
Schubert, gem. Chöre a cap. v. E. Hildach („Wo du hin-
gehst") u. J. Schondort („Matten Has"), Frauenchöre
^höner Mai" u. „Dort in den Weiden" v. A. Naubert,
Claviervortr&ge der Frau Naubert.
Oels. Mozart-Feier des Rieh. Wagner-Z weiter. (Winkel-
mann) unt. lifitwirkung der Frau Riemenschneider, des Hm.
Boldt n. des Geeangver. f. gem. Chor am 6. Dec.: Ddur-So-
nate f. zwei Claviere, nAye, verum corpus" u. „Misericordias
Domini" f. gem. Chor, Bundeslied f. Männerchor, div. 0])em-
fragmente.
Roehlitz. Conc der Gksellschafb „Club" am 16. Dec:
„Oberen" -Ouvert v. Weber u. a. Orchestemummem, Solovor-
träge der SfiAgerin FrL Martini a. Leipzig („Cstebet" v. Hill er,
Schlummerlied V. R. Wagner, „Das Gkiheimniss" v. H.Zöll-
ner, ,3arbara-Zweige" v. Reinecke, „Frühlingsnacht" v.
Ad. Jensen etc.) u. des Pianisten Hm. Zwintscher a. Leip-
zig (Variat. s^. von Mendelssohn, „Oamaval" von Schu-
mann etc.).
Sondepshausen. Mozart-Feier der Hofcap. (Prdf. Schröder)
am 6. Dec: Ddur-Symph., Ouvertüren zu „Don Juan" und
„Figaro's Hochzeit", Mauerische (?) Tanzmusik (!), 1. Satz a.
dem Conc. f. YioL u. Bratsche (HH. Corbach und Martin),
Larghetto a. dem Clar.-Quint. — 8. Kammermusik im Con-
servatorium der Musik: Streichoctett v. Mendelssohn^ Bdur-
Claviertrio v. Beethoven, Gksanssoli v. Rubinstein („Es
bü&kt Äer Than*^), Waffner (,.Bliok ich umher" aua .Taim-
".: H] .<^^- ^
häU8er")u.A. (Ausföhrende: HH. Hugo [Ges.], HeroldJClav.],
Corbach, Neumann, Nolte, £. Martin, Cämmerer, A. Martin,
Laube n. Schneevoigt [Streicher].)
Stockholm. 1. ADonn.-Conc der Philharm. Gesellschafb
(HaUön) unt. solist. Mitwirk, der Damen Holmstrand u. Piehl
und des Hm. Grevillius: 2. Serenade f. Streichorchester von
Yolkmann, Orator. „Die sieben Worte" v. H. Schütz in der
Bearbeit. v. C. Riedel, Chöre v. A. Hall6n („Philharmonie**,
m. Solo) und L. Norman („Linden" und „Bön"), Arie aus
„H6rodiade" v. Massenet. — Matinte des Hm. Hall6n unt.
Mitwirk, des Frl. Holmslarand und der k. Cap. am 18. Dec:
„TJr Valdemar-sagan", symph. Orchestersuite v. A. Hall6n,
-Phaöton" v. Saint-Saöns, Gesangsoli von Godard und
Delibes.
WarnsdOPf. Mozart-FeierdesMännergesangver. (Wagner)
unt Solist. Mitwirk, der Frls. Menzel u. Qrisel und der HH.
Thiele u. Ackermann v. hier am 8. Dec: Gedächtnissrede,
„Laudate, Dominum"^ Jupiter-Symph. u. Requiem. (Das Con-
cert habe sich, wie ein dortiges Blatt u. A. berichtet, infolge
der Aufstellung; des Programms und der über alles Lob er-
habenen Durcnführung desselben zu einem .musikalischen
Ereigniss ersten Ranges" für Wamsdorf gestaltet, es sei eine
Aufrahrung gewesen, über welcher der Geist des unsterb-
lichen Tondichters geschwebt habe.)
Wiesbaden, (^klus von zwölf Concertendes städt.Cur-
orch. (Lüstner) tmt. Mitwirk, hervorragender Künstler: No. 1.
Ouvertüren v. Cherubini u. Brahms (Tragische), Prael. aus
„Le D6luge" v. Saint-Saöns, Scherzo v. Mendelssohn, Ge-
sangvorträge des Ehepaares Lehmann-Kalisch (Arie aus dem
„Barbier von Bagdad , sowie „Komm, wir wandeln zusam-
men" u. „Ein Ton" v. Cornelius, „Säuselndes Lüftchen" v.
Ad. Jensen, „Bei der Trösterin" und „Sie will tanzen" von
Bungert etc.). No. 2. 6. Symph. v. Beethoven, „König Man-
ther's Preislied a. den „Meistersingern" v. Wagner, „Ich
liebe dich" v. Grieg u. „Die Rose im Gebetbuch" v. Mas-
cagni). No. 8. 4. Symph. v. Schumann, Ouvertüren von
Beethoven u. Wagner („Der fliegende Holländer"), Ciavier-
vorträge der Frau Carrefio (Bmoll-Conc. v. Tscha'ikowsky
etc.). No. 4. Fdur-Symph. v. H. Goetz, „Oberen" -Ouvert. v.
Weber, Rigaudon v. Rameau, Violin vortrage des Hrn. Thom-
son a. Lüttich (Concertsatz v. Paganini, Adagio v, Ries, Ro-
manze V. Rubinstein u. Polen, v. Wieniawski). No. 5.
Esdur-Symph. v. Mozart, 8. Seren, f. Streichorch. v. Volk-
mann (obhg. Yioloncell: Hr. Eichhorn), Gesang vortrage der
Frau Ende-Andriessen a. Cöln („Komrn^ wir wandeln zusam-
men" V. Cornelius etc.). No. 6. Suite „Roma" v. Bizet,
„Coriolan"-Ouvert. v. Beethoven. „Lrrlichtertanz" y. Berlioz,
Violin vortrage des Hm. Ysaye (AmoU-Conc. v. Viotti etc.). —
2. Quartettsoir^e der HH. Nowak, Schäfer, Sadony u. Eich-
horn unt. Mitwirk, des Pianisten. Hrn. Spangenbere: Streich-
quartette v. Mozart (DmoU) u. Haydn (Kaiser-^, Bdur-Clavier-
trio V. Rubinstein. — 1. Conc. des Sängerchors des Lehrer-
ver. (Spangenberg): Hmoll-Rondo f. Clav. u. Viol. v. Schubert
(HH. (Jerlmrd u. Weber), Chöra v. Mendelssohn, F. He gar
(Hymne an den G^esang) u A., Solovorträge der Frau WaLd-
schmidt-Gkirth ((j^es., „Es haben zwei Blümlein geblühet" v.
W. Bunte, „Mutterauge" v. C. Reinecke, „Lieb Kindlein,
Site Nacht" v. Taubert etc.) u. des Hm. Weber (Violine,
omanze v. E. Uhl* etc.).
Bl^ VtraiUte Programme, sowie Programme ohne Angahe von Ort und
Datum müaeen voUaiändig unbeaehtet bleiben/
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Angers. Ln 9. Abonnementconcert durfte sich der Qei-
fer Hr. Römy eines schönen Erfolges erfreuen und fhr die
erzliche Aufnahme mit einer Zugabe danken. Die künstle-
rischen Eigenschaften dieses Herrn sind hervorragend;' —
London. Der amerikanische Tenorist Hr. Hedmondt ge-
hört seit Kurzem der Carl Rosa-C^tesellschafb an. — Meinin-
gen. Der dreizehnjährige belgische Violoncellist Jean G^
rardy, welcher unlängst in Dresden und Berlin Aufstehen
mit seinen Leistungen erregte j hat in dem gleichalterigen
Fritz Brückner in Leipzig emen ebenbürtigen Rivalen er-
halten. Dieser hochbe^btemiabe. ein Schüler Alwin Schröder's
und gegenwärtig Julius Kiengers, spielte hier am 2. Weih-
nachtstag in einem Concert der Hoioapelle das Saint-Saöns'sche
Concert und einige andere, kürzere Stüofce mit so staonens-
werther Technik und Auffieissung, dass das Publicum sich im
Applandiren gar nicht genug thun konnte und den kleinen
Wimdermann inmier und immer wieder hervorrief. —
Wien. Wie schon anderwärts, wo sie sich hören Hess, hat
die zwölQährige italienische VioUmstin Bianca Panteo, eine
Schülerin A. Bazzini's, auch bei ihrem hiesigen Auftreten den
Eindruck eines ungewöhnlich früh entwickelten und gereiften
musikalischen Talentes mit ihrem reizvollen Spiel gemacht.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 5. Jan. „Verleih uns Frieden"
V. Mendelssohn. Nicolaikirche: 10. Jan. Sopransolo, „Die
drei Weisen aus dem Morgenlande" u. Chor a. dem Orator.
„Christus" v. Mendelssohn.
Bibepaob. Stadtkirche: 4. Oct. „Herr unser Herrscher*^
V. Naumann. 11. Oct. „Selig sind die Todten" von Spohr.
18. Oct. {{Haltet mich nicht auf" und „Sei getreu bis in den
Tod" V. Becker. „Wann ich einmal soll scheiden" v. Bach.
26. Oct. „Sei nur still" v. Frank. 1. Nov. „Geist der Wahr-
heit" V. L. Leo. 8. Nov. „Selig sind, die reinen Herzens sind"
V. Braun. 15. Nov. „0 theures Gotteswort" v. Hauptmann.
22. Nov. „Tag des Zornes" (v.?). 29. Nov. Adventscantate v.
Braun. 6. Dec. „Darob lasset uns frohlocken" von Faisst.
13. Dec. „Tröstet mein Volk" v. Palmer. 20. Dec. -Wachet
auf, ruft uns die" v. Praetorius. 25. Dec. „Es waren Hirten",
„Ehre sei Gott" u. „Uns ist ein Kind geboren" a. dem „Mes-
sias" V. Händel. 81. Dec. „Wie fleucht dahin" von Braun.
„Herr, es will Abend werden" v. Abel.
OpernauffÜhrungen.
December.
Schwerin. Ghrossherzogl. Hoftheater: 6. u. 26. Die Zau-
berflöte. 9. u. 1 1. Joseph in Egypten u. Cavalleria rusticana.
15. Don Juan. 18. Der Waffenschmied. 20. Die Hugenotten.
80. Fideüo.
Statterart. K. Hoftheatw: 4. Di« EntfUinili^ MU dem
Senil. 6. Figaro's Hochzeit. 9. Don Joad. 11. Die Zuiber-
flat«. 13. Coat &I1 tuUe. 15. Ihrtiu. 90. Die Hagmcttaa.
S6. Cumen. 27. CaTalleria msticui*.
AufgeflHirt« Novittten.
Abert (J. J), Ouvert zu „Aatorgi^. (BresUa, 9. Symph.-
Conc. der Breel. Conc-Gap.)
Albert (E. d*}, Fdar-Svmpb. (Cain, 3. Oärzenichconc.)
BelicE«; (J. v.), DmoU-E^upfa. (Bod^pest, S. PhÜbAimon.
Coac.)
Berlioz (H^ .Fanst's Terd«mmtmf;'. (Dondee, Goncert der
Choral Union am 0. Dec OUsgow, 1. Gonc. der Glasgow
Choral Union.)
Sinf. &nt. ^ondetshanBen, S. Conc. im Gonservat. der
Unsik.)
Borodin (A), Ddor-Streichqnart. (Wien, 1. Kammermusik'
abend der HH. Bosä o. Qen.)
Brabms (J.), 2. Sjmph. (Heidelberg, S. Abonn.-Conc des
Bach-Ver.)
8. Symph. (Breelan, i. Abonn.-Conc. de« Breel. Orch.-
Vereina.)
4. Symph. (Zittau, 1. Conc. des (üoncertver. Berlin,
4. Philharm. Gonc.)
Akad. Feetouvert. (Berlin. 4. Fbilhann. Conc.)
Orcheeterrariat. fiber ein Haydn'schee Thema. (Inne-
brnck, V. Uitgliederconc. des Musikver.)
I. Clavierconc. (Cöhi, 3. Oürzenichconc.)
Conc. f. Viol. n. Violonc. m. Orch. (Crefeld, 3. Abonn.-
Conc. der Concengeeellschaft.)
Fmoll-Clarierqaint. (Mannheim, 3. Eaminermusikaaf-
fhhr. der HH. Schuster u. Oen.)
Omoll-Clavierquart. (Birmingham, Conc. dee Shinner-
Qoart. am 17. Dec.)
ClaTiertrio Op. B in der Neubearbeitung. (London, Hon-
day Pop. Gonc. am 6. Dec.)
CUTJeraon. Op. 6. (Wien, 1. Eammennnsikabead der
HH. &OBt> u. Gen.)
ESn deotecbee Beqniem. (New- York, 1. Conc derOra-
torio Society.)
„Nftnie" t. Chor u. Orch. (Kiel, 2. Abonn.-Conc. dee
Geeangver.)
Bruch (M.), 3. Violinconc. (Bonn, 2. Abonn.-Conc. des sUdt.
Geeangver. Glasgow, 4. Subecr.-Conc. der Glasgow Gho-
ral Union. Heidelberg, 3. Abonn.-CoDc. dee Bach-Ver.)
„Des Fenerkrenz" u. „Fritlyof". (D&aeeldorf, 8. Conc.
des Geaangver.)
Frithjor*. [Trier, Conc der Liedertafel.)
Cornelius (P.), Scenen a. der Oper „Dar Barbier von Bag-
dad". (Elberfeld, 2. Abonn.-(JoDC.)
Davidoff (C), Hmoll-ViolonoeUcono. (Baden-Baden, Symph.-
Cono. dee stftdt. Cororch. am 97. Nov. Htthlhausen i. Tb.,
2. „Bessoarce'''Conc.)
Draeeeke (F.), Adventlied f. Chor, Soli u. Orch. (Dresden,
Husikaufitibr. der Dreiesig'Bchen Sin^kad.)
DroF&k (A.), OuTert. zur (>per „Der Baner ein Schelm".
(Innsbruck, 2. MitgUederconc. des Uueikver.)
Fleischmann Iß. G.). Ouvert. „Hero und Leander". (New-
Tork, 7. Seidl Pop. ConoJ
Gernsheim (F.), Ouvert. „Waldmeisters Brautfahrt". (Ber-
lin, 4. Philhann. <>>nc.)
Ooldmark (C), Sympi.. „Ländliche Hochzeit". (Breslau,
9. Symph .-Cöuc. der Gresl. Concertcap.)
(}rie|g (Wv.), Orchesterauite aas „Peer Qvnt". (Innsbruck,
9. Mlwlii~^ •"- des Uosikver. BHatol, Monday Pop.
Eauffmann (F.), Amoll-Sympb. (Magdeburg, 1. ^armo-
nie'-Conc.)
EiesslfW.), Fmoll-GhTieitrio. (Linx, Gonc der FtsnKisBd
M. Graz.)
Lisct (F.), „Lee Prilodes". (Baden-Baden, 9. Abonn.-Conc
des et&dt Gnrorch.)
HmoU-Clavierson. (Carl«mhe, Clarienibead v. SchQle-
rinnen des Hm. Beuss.)
Moor, Serenade f. Streichorch. (New-Yotk, 7. Seidl Pop.
Conc.)
Baff (J.), Waldsymphonie. (Oldenburg, 1. Abonn.-Conc der
Hofcap.)
Drei S&tze a. dem Straichqnart. „Die sch&ne MfiBerin".
(Linz, 1. Kammermosikconc dn Hfi. Sohreyer o. Kfihns.)
Beinecke (C), „Fnedensfeier^-FeetoaTert. (MfihIhaafleni.Th., .
2. Beaoorce'-Cono.)
BheinberKer (J.), „Wallenstein'e Lager" a. der Jffallen-
stein"-0ymph. (Oldenburg, 1. Abonn.-O}nc derHofbap.)
„Christoftrns". (Edinburgh, j&hrl. Winterconoert von
Hm. Kirkhope's (Thor.)
Bitter (A.), Onvert. znr Oper «Der faule Hans". (Heidri-
berg, 2. Abonn.-Conc. des Bach-Ver.)
Bnbinsteiu (A), Bdor-Clavierooncert. (Linz, 1. Eammer-
mosikoone. der HH. Schreyer n. Kahns.)
Saint-Safins (C), „Danse macabre". (Amsterdam, Conc der
„CaecUia". Baden-Baden, Symph.-Conc. des sttdt. Cor-
orch. am 97. Nov.)
~ F dnr-Claviertrio. [Leipzig, 3. Kanunermusik im Nenen
Gewandhans.)
Schwalin(B.), Orator. „Der Jtlngting zu Nain". (Jena,Gonc
des Eirchenchors.)
Sinding (Chr.), Emoll-Cnavierquint. (Dordrecht, 1. Kammer-
mnsitLsoir6e der HH. Vink n. Erdelmann.)
StrauBS (&.), Symph. „Aas Italien". (Amsterdam, Conc. der
„CaeciHa".)
Svendsen (J. S.). Ddnr-Symph. (ChemniU, 4. Sym^.-Conc
des et&dt. Orch.)
Bdnr-Symph. (Dessau, 8. Gono. der Hofoap.)
„Camaval in Paris". (Obugow, 4. Snbeor.-Oone. ' ist
Choral Union.)
Tsoha'lkowsky (P.), Onvert.-Phant. „Bomeo and JuUa".
(Leipzig, 8. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhans.)
Tolkmann (B), 9. Symph. (Ebendaselbet.)
3. Seren, f. Streichorch. (Baden-Baden, Symph.-Gonc
des st&dt. Gnrorch. am 97. Not,)
Ouvert zu „Bichard IIL" (Breslau, 4. Abonn.-Goncert
dee Brest. Orchestervsr.)
Wagner (B.), Vorspiel zu „Parsifid". (Glasgow, B. Snbscr.-
Conc. der Choral Union.)
Vorspiel zn „Tristan nod Isolde". (Berlin, 4. Philharm.
Kaiser-Marsch m. Chor. (Mfihlhausen i. Th., 8. Gonc
dee AUgem. Mnsikver.)
„Siegfried-Idyll". (Breslau, 9. Symph.-Conc derBresU
Concertcap. Amsterdam, Conc. der „Oaeoilia". Glasgow,
2. Pop. Conc. der Glasgow Choral Union.)
„Waldweben" a. „Siegfried". (Magdeburg, I. „Hanno-
Wermann (d), Scherzo f. Orch. (Leipzig, WohlthUigkeite-
conc. am 1. Dec. im Saale Battenberg.)
Wullner (F.), „Thrftnen" f. gem. Chor n. Orchester. (Bonn,
2. Abonn.-Conc. des st&dt. Gesangver.)
— — „Trost" u. „Die Libellen" f. Frauenchor m. Orchester.
(Oöln, 3. Gftrienichconc.)
Zelenski (W.), Ouvert. „Waldklinge". (Breaku, 4. Abonn.-
Conc des Bresl. Orcheaterver.)
',Haddock'B2.Mufiik. VermisoMe MlttheMungen und Notizen.
"i, 1. Conc. des * Das dieej&hrige in Cöin zur Abhaltung gelangende
Niederrheinische Musikfest wird, nach der A. M.",
n i, Th-, abweichend von den seitherigen Principien, „ein durchaua
modomes Geprftge" erhtjten. .,Von der 9. Symphonie Beet-
":.des hoven's ausgehend, soll das Programm die seitherige Ent-
1 am wickelang der instrumentalen Tonkunst in Meisterwerken der
verschiedenen Gattungen vorführen," Der 1. 1^ wird den
V. detitsohen Tonsetzem, der 9. den Franzosen und Italienern
gewidmet sein, w&hrend der 3. Tag gani international ge-
\
33
staltet werden soll. (Im Rahmen von nur drei Concerteu die
Entwickelung, welche die Instrumentalmusik seit Beethoven
in den verschiedenen Ländern in verschiedenen Gattungen
genommen hat, veranschaulichen zu wollen, klingt etwas naiv,
und wir können nicht glauben, dass das bez. Gomit6 wirklich
eine derartige Mittheilung veröfifentlicht hat.)
* Der Männergesangverein „Liederhalle" zu Carls-
ruhe wird im Julid. J., anlässlich seines 50. Stiftungsfestes,
einen Gesang- Wettstreit für mindestens 60 Mitgliederzäh-
lende Vereine deutscher Zunge veranstalten und dabei Me-
daillen imd Geldpreise von 400 — 2C00 M zur Vertheilung an
die prämürten Vereine gelangen lassen. Anmeldungen sind
bis zum 16. Febr. an Hrn. Landgerichtsrath Theodor Roth-
weiler in Carlsruhe zu richten.
* In dem 6. Symphonieconcert der Hofcapelle zu Berlin
hat kürzlich Liszts Faust-Symphonie unter Weingartner^s
genialer Leitung einen unbeschreiblichen Erfolg gehabt.
* J. Brahms' neues Quintett für Clarinette und Streich-
instrumente hat kürzlich auch in Wien (im Quartett Rosö)
eine ausserordentliche Wirkung erzielt.
* Der Pianist Hr. Sherwood und der Violinist Hr. Eis-
mann in Dresden haben kürzlich daselbst an di-ei Abenden
die Sonaten für Ciavier und Violine von Beethoven mit
schönem künstlerischen Erfolg zur Wiedergabe gebracht.
* Die Commission der Internationalen Musik- und Theater-
ausstellimg in Wien hat die Bildung eines eigenen grossen
Concertorchestecs, welches vom April bis September thä-
tig zu sein hat, beschlossen und hierfür einen allgemeinen
Concurs ausgeschrieben. Es wird nur auf vorzügliche Musiker
mit tüchtiger Orchesterroutine reflectirt.
* Am 9. Dec. ist in Neapel die Asche PaiSiello*s mit
grossem Pomp aus der Kirche des Tiers-Ordre nach der
Donnalbina-Kirche übereefilhrt und daselbst beigesetzt wor-
den, bei welcher Gelegenheit Compositionen des Meisters auf-
geführt wurden.
* Im Hoftheater zu Coburg wird unter der Protection
df^^HftfSQg» Ernst und Leitunc; des Gesangsprofessors Hrn.
Julius Hey im Monat Juli des I. Jahres, wie der beiden fol-
fanden ein Turnus von mustergiltigen Vorführungen
eutscher Meisteropern von Gluck bis Wagner stattfin-
den. Zur Mitwirkung sollen in erster Linie die hervorragend-
sten Schüler und Schülerinnen Prof. Hey's oder doch nach
dessen Methode gebildete Sänger und Sängerinnen berufen
werden, um dem unternehmen gleich von Vornherein eine
einheitliche gesangliche Basis zu geben. Hoffentlich entspricht
die Ausführune den echt künstlerischen Intentionen, welche
der Idee, durch diese Unternehmung einen deutschen Vor-
tragsstil zu schaffen, zu Grunde liegen.
* Die königliche Oper in Berlin hat, wie man mittheilt,
im Jahre 1891 im Gkinzen 49 verschiedene Werke zur Auf-
führung gebracht; davon sind Wagner mit 9, Mozart mit 7,
Verdi mit 5, Meyerbeer mit 4, Lortzing mit 3, Plotow, Ros-
siÄi und Weber mit je 2, Auber, Beethoven, Bizet, v. Bron-
sart, Brüll, Dittersdorf. Donizetti, Gluck, Goetz, Hal^vy,
Kreutzer, Mascagni, Kessler, Nicolai und Thomas mit je einem
Werk vertreten. Unter den Componisten steht nach wie vor
Bichard Wagner voran; er hat nicnt weniger als 70 Abende für
sich in Anspruch genommen ; es schliessen sich an Mascagni
mit 83, Weber mit 28, Lortzing und Bizet mit je 16, Nessler
mit 11, Meyerbeer mit 10, Thomas mit 8, Bossini und Verdi
mit je 7, v. Bronsart, Dittersdorf, Donizetti, Kreutzer mit je 5,
Auber, Brüll, Goetz, Nicolai mit je 4 Abenden. Die meisten
Aufführungen erlebten: „Cavalleria rusticana" 38, „Tannhäu-
ser« 28, „Oberon" 22, „Lohengrin" 19, „Carmen« 16, „Die
Zauberflöte« 12, „DerTrompeter vonSäkkingen 11, Mignon 8,
„Don Juan« und „Zar und Zimmermann« je 7, -Hjame«,
„Doctor und Apotheker«, „Die Regimentstochter«, „Der Bar-
bier von Sevilla«, „Der Freischütz« pe 6, „Das Nachtl^r von
Granada«, „Der Waffenschmied«, „Die Hu^notten«, „Figaro*s
Hochzeit«, „Die Meistersinger« und „Tristan und bolde« je
6 Aufführungen.
* In Weimar arbeitet man unausgesetzt an „Tristan
und Isolde«, welches Werk nun endlich am nächsten Sonn-
tag, zum ersten Male ganz mit eigenen Kräften, zur AufiUh-
rung gelangen soll. Hr. Hofcapellmetster Richard Strauss
führt den Taktstock, und Hr. Fritz Brandt leitet die scenische
Darstellimg.
* Im Moimaio -Theater in Brüssel ist nach langem Auf-
schub, aber mit desto grösserem Erfolg „Lohengrin« wieder
gegeben worden.
* Das Hoftheater zu Braunschweig hat mit der am
5. d. Mts. erfolgten Wiederaufführung von Hans Sommer^s
Oper „Lorelei« einen grossen Erfolg gehabt. Die Aufführung
des mehrfach neu und zum Theil besser als früher besetzten
Werkes war vortrefflich und soll zunächst Sonntag den 17.
d. Mts. wiederholt werden.
* P. Tscha'ikowsky's Oper „Eugen On6gin« soll am
19. d. Mts. ihre erste Aufführung in Deutschland im Stadt-
theater zu Hamburg erleben.
* Die Dresdener Hofoper will den Componisten Hrn.
Meyer-Helmund hoffähig zu machen versuchen, indem sie
dessen neue Oper „Der Liebeskampf« zur Aufführung ange-
nommen hat. Endlich scheint sie auch mit F. Draeseke's
„Herat« Ernst machen zu wollen, zu welchem Novum bereits
eine Verständigungsprobe stattgefunden haben soll. Hoffent-
lich kommt das Werk noch in diesem Jahrhundert heraus.
* Im Hoftheater zu München ist am vorigen Sonntag
Pranchetti's „Asraöl« erstmalig mit ge theil tem Succ6s in
Scene gegangen.
* Die Saison classischer Opern, gegeben vom Impre-
sario Canori im Nationaltheater inKom, ist mitCimarosa's
„Matrimonio segreto« aufs Glücklichste eröffnet worden.
* Des soeben verstorbenen Alfred Celli er neue komische
Oper „The Mountebanks« wurde dieser Tage im Londoner
Lyrischen Theater mit entschiedenem Erfolge gegeben.
* Im Nemetti-Theater in St. Petersburg fand Mas-
cagni*s in russischer Sprache gesun^ne „Cavalleria rusti-
cana« einen nur getheilten Erfolg. Freilich liess* die Auffüh-
rung Viel zu wünschen übrig.
* In Nantes hat die einactige Oper „Le Maitre ä Chanter«
von de Witkowski bei ihrer Erstaufführung sehr gefallen
und die besten Hoffnungen für die Zukunft dieses Compo-
nisten erweckt.
* Der vortreffliche Capellmeister Hr. Niki seh hat sich
neulich in Detroit auch als Pianist hören lassen, und zwar
in Sinding's Quintett. Genanntes Werk ist kürzlich auch
in Genf, mit Hm. Willy Rehberg am Ciavier, erfolgreich
aufgeführt worden.
* Hr. Hofmusiker Wien in Stuttgart, ein vorzüglicher
Violinist, beging am 1. d. Mts. sein 25jährige9 Dienstjubi-
läum daselbst.
* Die Altistin Frau Heink in Hamburg wurde vom Her-
zog von Coburg-Gotha zur Kammersängerin ernannt.
Hr. Hofconcertmeistor Hohlfeld in Darmstadt erhielt
vom Herzog von Sachsen- Altenburg die Medaille für Kunst
und Wissenschaft mit der Krone, am Bande zu tragen, ver-
liehen.
* Hr. Kanmiersänger Büttner in Coburg erhielt vom
Herzog von Coburg-Gotha die Herzog Ernst-Medaille imd vom
Herzog von Sachsen-Meiningen das Yerdienstkreuz für Kunst
und Wissenschaft verliehen.
"^ Der Kaiser von Oesterreich verlieh Hm. Hofcapell-
meister Jos. Hellmesberger sen. in Wien den Orden der
Eisemen Krone 8. Classe.
* Der französische Componist Hr. E. Beyer ist bei Ge-
legenheit der 100. Auffuhrung seiner Oper „Sigurd« in der
Pariser Oper zum Commandeur der Enrenlegion ernannt
worden.
* Die HH. Stoumon, Director des Brüsseler Monnaie-
Theaters, Jahn, Director der Hofoper in Wien, und der Com-
ponist y. d'Indy in Paris sind zu Rittern d.r französischen
Ehrenlegion ernannt worden.
Todtenliste. Wilhelm Tschirch, fürstlicher Capell-
meister a. D. in Gera, durch seine Männerfi^esang-Composi-
tionen zu weitem Huf gelangt, wie unter dem Pseudonym
Alex. Czersky als Saloccomnonist iür Ciavier bekannt gewor-
den, ty iix^ 74. Jahre stehena, am 6. Jan. — Frau Elisabeth von
Herzogenberg, Gattin des Componisten Heinrich von Her-
zogenberg, eminent musikalische und feinfühlige Pianistin
mit schönem compositorischen Talent, welche Begabungen
31
leider einer grösseren OefFentlichkeit vorbehalten blieben, f,
44 Jahre alfc, am 7. Jan. in San Remo an einem langjährigen
Herzleiden. — Heinrich Dorn, k. Capellmeister a.D. in Ber-
lin, als Componist und Musikschriftsteller bekannt geworden,
t, 87 Jahre alt, am 10. Jan. —Frau Helene Jadassohn, Ge-
sangspädagogin in Leipzig, f, 48 Jahre alt, am 31. Dec.
Kritischer Anhang.
Alois ReekendOPf . 24 Etüden in allen Dur- und Molltonarten
für Ciavier zu zwei Händen, Op. 10. 4 Hefte. Leipzig,
E. W. Fritzsch.
Diese neuen Etüden des am Leipziger Conservatorium der
Musik wirkenden Pädagogen sind als eine werth volle Bereiche-
rune[ des ünterrichtsroateriales anzusehen und werden in Zu-
kunft wohl ihren Platz neben den Moscheles*schen Studien
Op. 70 einnehmen, obschon sie diesen Letzteren an Erfindun^-
gehalt nicht ganz ebenbürtig sind. Dieser Mangel wird je-
doch reichlich aufgewogen durch die äusserst zweckmässige
Abfassung des Uebungsmateriales, welche durchaus den prak-
tischen erfahrenen Lehrer verräth, der genau weiss, wasNoth
thut. Sind die sechs Etüden des ersten Heftes rein techni-
sche Studien, so gesellt sich in denen des zweiten Heftes dem
Zwecke der Geläufi^keitsentwickelung eine durchaus aner-
kennenswerthe Einführung in allerhand rhythmische Probleme
hinzu, und die letzten zwölf Etüden greifen bereits in das
Gebiet der Vortragsstudien hinüber. iS) ist denn in diesem
Studien werke allen Disciplinen des Ciavierunterrichtes Rech-
nung getrafi;en worden, und viele Collegen werden es dem
Autor desselben gewiss Dank wissen, dass er ihnen beim
Kneten des alten Teiges mit frischem Sauerteig zu Hilfe
kommt. Arthur Smolian.
JOSÖ Vlanna da Motta. Capriccio für Ciavier zu zwei Hän-
den, Op. 6. Leipzig, E. W. Fritzsch.
Ein frisches, virtuos erfundenes und sehr geschmackvoll
durchgearbeitetes Vortragsstück, welches jedem modernen Clar
vierspieler Freude bereiten dürfte. Weisen der latdnte Mazurka-
Rhytnmus und einige Wendungen der Melodie auf Chopin hin,
so ist die ungemein vollgriffige Art des Satzes doch mehr im
Liszt*schen Sinne concipirt, und in der Durchführung gemahnt
die Fortspinnung des siebenten Thementaktes geraJezu ein
wenig an ganz ähnliche Wendungen in Liszt's „Qretchen^.
Immerhin bekundet aber da Motta^s Capriccio entschiedene
und im Technischen der Composition bereits recht gereifte
Eigenart Arthur Smolian.
B x* i e f*]£ asten.
Dr, IL R. in Ch. Der Abdruck der Einsendung wird in
n. N. erfolgen.
/. A'. in B, Für die eingesandten „Stimmen der Presse"
über Ihre Gesangsleistungen haben wir mit dem besten WiUen
keineVerwendung. Interessirt hat es uns aber, dass sich unter
diesen ^.Stimmen" auch ein Zeugniss, dat. 10. Oct. 1891, be-
findet, das Ihnen von jenem Dr. Riemann ausgestellt wurde,
vor welchem unsergeehrter Mitarbeiter Hr. Dr. Hu^o Riemann
in diesem Blatte Öffentlich gewarnt hat. Können Sie uns wohl
die nähere Adresse dieses zweifelhaften Herrn mittheilen? Es
wird doch nicht gar unser alter Freund Töpfer sein Wesen
wieder treiben?
y. W. in 5. Musikalisch belanglose Proeramme, wie die
Ihren, können nicht berücksichtigt werden. Wir haben schon
Mühe, die besseren unterzubringen.
M. Z, in C. Das neueste Bruch'sche Violinconcert wird,
mag es infolge sachlich unbegreiflicher UeberschäLzung Hr.
Prof. Joaclum auch noch so &issig spielen und son^t jN^jto
giren, zweifellos bald vergessen sein, "^ine Lücke eneiaaT
Ihre Bibliothek nicht, wenn dasselbe ihr fehlt.
F, C. in Fr, a, M. Die Verstorbene war, entgegen dem
dort. „Fr. J.**, weder Musikschriftstellerin, noch ist der hinter-
lassene Gatte ein bekannter Violoncellist.
G, R, in 5. Verlag von Rob. Forberg, hier.
An. sei ST o»-«
Wichtig
für Cantoren!
Texte
zu den Kirehenmusiken (zusammengestellt auf Grund der
1. evangel. Perikopenreihe), welche im Jahre 1892 zu Plauen i.V.
zur Aufführung kommen. Zum Besten des Kirchenchors
herausgegeben von August Riedel. [60.]
Gegen Einsendung von 40 ^ in Briefmarken durch
A. Keil 's Buchhandlung in Plauen i. V., woselbst auch die
Texte von 1891 (20 y^) und 1890 (40 ^) zu haben sind.
Fr. Kistner, Musik-Sortiment, Leipzig,
empfiehlt sich zur schnellen prompten Besorgung von
Musikalien, muslkalisehen Sehrlften etc. — Kataloge
und Auswahlsendungen stehen zu Diensten. [61 — .]
Verlag von E» W. Fritzsch in Leipzig. [52.]
Tim IIA (^ Trauungsgesang. „Zwei Hände wollen heute
ePIlllllC) Vt, sich« (nachGerok) fiir ^mischten Chor. Par-
titur und Stimmen J^ 1, — . (Partitur Jf — ,60. Stimmen
k Jf —,16.)
Verlag von D, Bahter in Leipaeifl.
Pique^Dame.
Oper in t leten und 7 Bildern.
Text mit Benutzung der gleichnamigen Novelle Puschkin's
von M. TschaTkowslcy. [53.]
Deutsch von A. Bernhard.
Musik von
P. Tschaikowsky.
Clavierauszug vom Componisten. Pr. 15 Jt no.
Verlag von E. W. Fpitzseh in Leipzig.
Daai* Mov lAflAf Op- ^' Fünf Minnelieder fiir Piano-
ueer, ml Josei, foirte. >i 4,-, [^4.1
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Flilgrc^l- nnd Planloo-Fabrlkant.
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Sr. Maj. des EaiBers von DenUchland und Königs von Prenssen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland and Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser], and Königl. Hoheit des Kronprinzen von Dentschland und von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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Verlag von Wilhelm Hansen, Leipzig.
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H Ander« Werke, Ausgabe der H&ndel-Gesellschafb;
Bd. 1—42, 54-83, ^»5, 87—90.
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dto. Alcina, Partitur (netto Ji 12, — .) für
dto. Salomon, dto. (netto J6 30,—.) für
l¥a||:ner. Rieh«, Lohengrin, Partitur für
— — Tristan und Isolde,
— — Rheinp^ld, •
— — Siegfried,
— — Götterdämmerung, » » »
lilndpatntner, ,|l4chtenstein^, Clav. -Auszug m. T.
mit Autograph des Componisten {Ji 48, — .) für Ji 15, — .
n
9)
n
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M 350,—
Ji 5, —
„ 7,60
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n 100,-
n 100.—
n 100,-
100,—
pour Piano (dedi^es k Edvard Orleg;).
(Oeuvre 130) Fr. 8 Mark.
No. 1. Fismoll. 75 4.
No. 2. Gmoll. 50 4-
No. 3. Cdur. 50 4.
No. 4. Gmoll. 75 4.
No. 5. HmoU. 75 ^
No. 6. AmoU. 75 4
No. 7. Ddur. 75 ^
No. 8. Ddur. 50 4
Leipzig.
P. Pabst.
PremKre Ballade pour Pfano. 1 ^ 50 4.
Op. 129. No. 1. Nocturne (ä MUe. Zimmermann). .^1,25
Op. 129. No. 2. Mazurka do. ^1,25
Op. 123. No. 1. Nocturne (4 Francis Thom*). Jt\,—
Op. 123. No. 2. Mazurka (^Joseph Wieniawski). ^ 1, —
Das Tonwerk 130 enthält acht Mazorken, welche in den
Motiven meist originell, in der Harmonisirung irisch, sich
abseits von musikalischen Trivialitäten halten. Auch tragen
diese polnischen Tänze den Vorzug leichter Spielbarkeit, und
ragen unter denselben besonders Jene in Fismoll, Cdur und
Gmoll durch anmuthende IJrsprünglichkeit hervor.
(„Neue Musikzeitung*' No. 20, 1891.)
Wenn auf dem Titelblatt dieser Mazurkas auch kein
Automame stände, so würde man doch leicht errathen. dass
der Gomponist ein Slave oder doch slavischer Abkunft ist.
Der ganze Ductus seiner Musik lässt es durchfühlen: von
deutscher Art ist Nichts darin zu entdecken. Sämmtliche
acht Stücke sind eigenartig pikant und theilweise
geistreich, aber auch ungebunden und vielfBKih abspringend
in harmonisch modulatorischer Hinsicht, manchmal mt zu
sehr. Bald fesseln sie durch spirituellen Ausdruck, und
bald bewegen sie sich in nrotesken Sprüngen, lian hat da
das Gefiihl, als ob £inem der Boden imter den Füssen hinweg-
gezogen würde. Um ein Beispiel für die Absonderlichkeiten
des Componisten zu eeben^ sei auf den dritten Mazurek hin-
^wiesen. Für denselben ist die Tonart Cdur gewählt,* aber
im ganzen Stück kommt von derselben Nichts weiter vor, als
einige Male der Cdur-Dreiklanj^. Einige bemerken s-
werthe Eigenschaften hat das Opus auf alle Fälle: "
es ist nicht langweilig. Dieses f rädicat kann ihm
als empfehlendes Motto dienen.
(„Signale" No. 68, 1891.)
Verlag von E. "W. Fritzsobi in Leipzig.
Aiiniifif ^P ^® Concertstück (Fdur) für Oboe mit Or-
1^1 Ej. ehester. Part, mit untergelegtem Clavierauszug
Klughardty Ji a,— . Principalstimme Ji >-,75. Orchester-
Stimmen Ji 5, — . l<5<) i
f^uüu^ TSliithner, ^ippff.
Bedeutendste Planoforte^Fabrlk Xioropasl
Flügel und Pianinos
von anei-kanut uuüberti-ofietier- Haltbarkeit
und edlem, sang^-eiohem riTon.
-"'^nn/l, "T'extcetvr "bei
"VarkaufatxiBgBzliie »n all«n 'badnutea
Di« Fabrik besteht seit 7. NoVember 1853.
lerazk Flfttxsn
Katharina Schneider,
CoDcert- md Oratoriensängerm (Sopran).
Dessau, Bismarck-Striuse 33. [6an.]
henogl. säohi. Ho^ianiBt, Frofsueur supärienr am OonBerratorituii
in Genf (Sohweii). [^3—-]
Concert-VortretnngT Hermann Wolff, Bertin.
Max RonnebHrirery
Concert-u.OratoriensäD2er [Tenor), lu.?,
Lebrer am k. Conservatoriiim Dreadea, Christianatr. SO ifi.
>Villielm l^osiBte«
UilEl. [niimulnt lU Ltlrei ler Harfe ai in tüiliii. Hucbcinlt Ilr insit
Berlin. S. W. Hornstr. 9. [65p.]
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Von mir aosgiebildete Scbüler: Magdalena Jahns, Sebn«
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L.ip.ig. Bodo Borchers.
Gesangl ehrer.
Breitkopf A HArtel in L«ipzis.
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HeftauBgabe Je .M 1,—, (69— .1
Sopran No. 1—200, MezBOSopranNo. 901— 400, Alt No 401—460
Tenor No. 451—600, Bariton and Bass No. 601—700.
Yaraeichnisse unentgcltlieb in jeder Buch- a. Mnaihhandinng.
Neuer Verlag von Ries ft Epler in flerUn.
tläiqUeS K KUnSDUrg, Op. 3. Partitnr la ^ Orcbester-
stünmen 13 M Ausgabe mit Glavier 7 Jt
Die „Cölniscbe ZeituDg" vom 18./IS. 91 scbmbt tJber dtf
vom Ctamponisten im Gtirzenichconcert gespielte Werl o. A.;
„Der Mittelsatz offenbart eine echt poetigrfie Stimmui^ olid
eine gleichbleibende melodische Schönheit, die vorübergehend
vor dem Wiedereintritt des ersten Themas in den diasonirenden
Bl&äer-Accorden vielleicht zu sehr getrübt wird, die aber gleich
darauf in wahrhaft überraschender Weise wieder hervorbricht.
Nachstdem möchte der I. Satz wegen der Vornehmheit leiner
Erfindung und des Reizes seines 2. Themas WerthacbUzang
verdienen. Jedenfallsdarfdasganze Werk, das die eingehendstfl
Kenntniss des Instruments verräth, sehr discret instmmentirt
ist nnd beimPublicumeine freundlicheAutnahme&nd, dorB»-
achtnng aller Violoncellieten empfohlen sein. Hr. Rensbnrg
spielte es mit technischer Meisterachaft and grosser Innigkeit im
Ton." [Durch die vom Componisten den schweren SteUen bel-
gefUgten Erleichterunesflguren wird dae Concertaach besseren
Dilettanten zng&nglich.) fO*.]
[71.]
Utltr, Irin «lt. m tn.
liaebe Unfverul-Blbllotnek.
Jede Nr. «OFT. In midirb
, hait.ttirtMratlV' — RItfiiUu
[tMitbt* AlbDMis t \M. mHtrt TM IbMun. J>4b
'--' (f Ulli««. - KiMHitla.
il«fl9l, Ltlnilfl, tUr.in.nir. I.
Ein Harfenist
mit ausreichender Technik und g^tem Instmment fnr
tiefe Stimmung, welcher sich Orchesterroutine em-erben
will, findet an einer gnlen Oper bis Ostern Beschäftigung.
Adressen uDter A. 146 an Rudolf MoSSe in Leipzig
erbeten.
[68.]
Heuer Verlag von E. W. Frltzseh In Leipzig.
Werner, Au., Op. 48. Gavotte für ViolonceU mit Be-
gleitnng defi Pianoforte. Jl 2,—. [72.]
n 0. Q. Roder In Leiptig.
Leipzig, am 21. Januar 1892.
DvEk ilantUcke Bul-, Iiut-
ul luttsIlBUullutiii, awlE
Imk aiit Fniiimer n
Dl, MI DIE „^ -^^.^^
Fl! du lisjtaliitkt VKkiUlin
Mctun zutiduiu iiid u
tmn Bglactni n aiinsirti,
ffir Musiker jMMusikfreunde.
VenrntwortKclier Eedacteur und Verleger:
E. W. Fritzsch,
Leipzig, Köntgsstrasse 6.
%
XXBI. Jalrg.] £'
Du Hnrikftliiob« Wodieoblfttt encheint jährlich in 62 Nnnmien). Der Abonnementsbetrw
far du Quartal von 13 Numcaern ist 3 Hark; eine einzelne NummeT hostet 40 Pfennige. Bei
icter fraDkirtar Eienzbandsendnog treten nachetehecde vierteljährliche Abonnementa-
iee in Kraft: 2 Mark 50 Pf. fQr da« Deutsche Reich nnd OeBteireich. — 2 Mark 76 Pf.
weitere Länder das- Atlgemeinen Postverema. — JahresabonnemontB werden Dnter
ZaRmDdeleeiin^ vorstehender Beiagsbedi neunten berechnet.
Die iDtertionigebahren mr den Ratim einer gespaltenen Fetitieile betragen 30 Pfennige.
[No. 4.
lahalt: Daa LIsd von den Bieben Worten des Erläseni am Kreius. Von Dr. Peter Dmffel. (FortsetKnng.) -
Tageagetehlohte; Bariclit aoi LaipzU. — ConcertoiDioban. — Bnngamenla und Outsplale In
OpenwntnUmingen. — Venoliohte HitthallnnBan nnd Nottron. — OÜranr" " •— -■ .-_.^-
büdt, Job. Weiu, JuL Taiuch und Lndw. SolijÜs. — Briefkasten. ' -
- Anton Bnbiniteül aU Sohtiftateller. —
Oper and Oonoert — Klrobennwlk. —
Krllfteber Aibaag: Gompoeitlonen von W. Seir-
Das Ued von den sieben Worten des Erlösers
am Kreuz«
Von Dr. Peter Draffel.
(Forteetzong.)
IL
Aelter «la die erwtbnten Druckwerke, ja überbaapt
die ilteate Quelle for den Text Tind die Melodie
mueres Liedes iit eine Hsndscfarift (Codex 3027} der
k. k. Hefbibliothek zu Wien.
Beim DorcliBelien einer Anzahl deutscher Lieder,
welche mein Freund Eberhard Schwickerath aas
mittelalterlichen Handschriften der genannten Bibliothek
vor Jahren abgeeclirieheii hatte und nnlftiiget mir zur Ver-
fägung stellte, erregte ein iiiUcheinbareB Lied mit der
Ueberachrift „dy aiben wordt x' am krewtz" durch seine
seltsam geformten Noten meine Aufmerksamkeit in hohem
Haasse. Gb war jenem Codex entnommen. Begierig, das
Original genauer kenneu zu lernen, erbat ich mir von
der Wiener Hofbibliotbek die Handschrift zur Duicbncht.
Uit grosser BereitwiUigkeit wurde meine Bitte erfüllt,
wofür ich der genannten BiUlothek, so^e dem Biblioäiekar
der gUdtbibhothek zu Trier, &n. Konffer, als dem
Vermittler meines Oesnchee, meinen besten Dauk abstatte.
Der in Leder gebundene S^-Band besteht aus 357
gut erhaltenen Bl&ttem von starkem Papter und enth<
theils Iftngere Abhandlungen in lateinischer Sprache:
„Boherti Holkot Horalitates; Aenigmata Aristotelis;
Ima^nes PnlgentÜ; Declamationes Senecae"; theils kür-
zere Aufsätze in deutscher Sprache: n^en den 4 Angel-
tugendeu", „Ex gestis Romanorum" (deutsch), „Der gül-
dene Esel", femer: Denksprfiche, „Ein hübschen Spruch
vom schlanrafi^n Land", «in Fastnachtsspiel; „ij narren
kappen", „Snsaoua und die 2 falschen Riahter", „Tom
pheonigen", „Rumpelt und Marethet**, eine Bereohunng
„was ein Mann vnn sein weih tu dim zw passair ain jsir
pedurpfen", ein Spottgedicht auf die Landehuter WeH>er,
„vom Kryeg der fVawen vnd der Diem" und viele andere
Oedichte religiösen und weltlichen Inhalts.
Qedichte (Lieder) mit Note% sind nur folgende
TOrhauden: ^
1) „Der paur von vppigkeyt".
r^istiromig — Discaat, Tenor und Coatrs-Tenor —
in viereckigen weissen Hensoralnoten auf Systemen von
5 Liuieu mit diesen Vorzeichen;
' Diic. Ten. OoetM-Ten.
13 Strophen. Bl. 172»»— 176.
2) „Haria zur raetten zeyt".
Einstimmig in schwarzen ChoralDoteo anf Systemen
von 4 Linien mit C-Schlüssel auf der 2. und 3. oberen
Linie. 8 Strophen. Bl. 210''— 212».
38
3) ^Wer als wer«.
4) „0 patris sapientia" in latino. Bl. 354^ Das-
Emstiinmig in weissen Mensuralnoten auf Systemen selbe Lied deutsch (in vulgari). Bl. 355. Je acht
Ton 4 Linien mit folgenden Vorzeichen:
später:
i
3 Strophen BL 212»» und 213*.
Strophen.
Beide LJeder sind mit Noten versehen — ähnlich
denen unter 5 — auf Systemen von 4 Linien mit C-
Schlüssel auf verschiedenen Linien.
5) „dy sibenwordx^amkrewtz^ Bl. 297^—298*.
Dieses Lied gehe ich hier genau nach dem Original:
V
.C^ r^ ■ — -
y
+
Ä^
Jiy fiitfi£kic§Hja^tväA Utexto^j^
:ftUU9^ fym^n^4i,^SkSk
^^
^ f m\h ^IS
•t
d^i^so^ Si^^^tiAc^ u Si^? ^1^7
Die Ueberschrift ist roth geschrieben, ebenso der
erste Buchstabe (D) des Liedes, der Punct im zweiten
Buchstaben und der Strich unter ,,Da iesus*'; es sind
femer die ursprünglich schwarzen Striche zwischen den
Noten — die sich auf die Textesworte unter den Noten
beziehen — roth nachgezogen. Das Wort »ain** am
Ende der zweiten Zeile ist später in „jm^ umgewandelt,
das noch zu erkennende „a** roth durchstrichen, der
Punct auf dem „i" aber stehen geblieben: »jin*'.
Es folgen acht Strophen, die hier übergangen wer-
den können.*)
Wie alt ist das Lied?
(Schluss folgt.)
*) Der Text steht abgedruckt bei J. Eehrein (a. a. O.)
S. 198.
Anton Rubinstein als Schriftsteller.
— „Das ist ein ansserordentliches Ereigniss", wel-
ches „grosses Aufsehen errregen wird" — so beginnt die
Beclame, — denn eine Becension ist es nicht — in I9o. 72 der
„Si^ale'^ Nun — wenn man sich ein „ausserordentliches
iSreigniss" für 2 Mark 60 Pfennifi^ verschaffen kann, so darf
man sich diesen Luxus schon erlauben.
E$ war dafübr geborgt, dass dieses ausserordentliche Er-
eigniss uns nicht unerwartet über den Hals kam. Seit Jahr
und Tag hatte es schon gewetterleuchtet. Zuerst hiess es,
Rubinstein ,^beabsichtige", ein finch zu schreiben, in welchem
die musikalischen Fragen der Gegenwart behandelt werden
sollen. Die Presse spitzte pflichtschuldi^t die Ohren. Nach
einiger Zeit kam das Bulletin, Bubinstem habe „begonnen".
Abermaliges Ohrenspitzen und schüchterne Gonjecturen, was
wohl in dem Buche Alles gesagt werden würde. Nach aber-
maliger Kunstpause erschien der Hofbericht, Bubinstein
,,werae sich" — spater „habe sich" — nach Deutschland be-
geben, um „in stiller Zurückgezogenheit" sein (selbstverständ-
lich bedeutendes) Werk zu vollenden.
Nun ist es da; der Ber^; hat die Maus geboren, und —-
diese russische Invasion wird Deutschland nicht erobern, ja
nicht einmal irgend Wem Schaden zufügen.
„Lieb Vaterland, kannst ruhi«; sein!"
Wenn ein Künstler, der sein öOjähneres Jubiläum schon
hinter sich hat, dann erst zur Feder greifb, so muss er dabei
seine ganz bestimmten Absichten haben. Er kann doch
unmö^ich nur dem längst gefühlten Bedürfhiss haben ent-
sprechen wollen, der Welt kundzuthun, dass seine Lieblings-
componisten Bach, Beethoven, Schubert, Chopin und
Glinka sind. Mit Ausnahme des Letzten, einer nationalrus-
sischen Specialität, die in Deutschland niemals festen Fuss ge-
fasst hat, dürfte es sehr viele, wenn auch nicht so berühmte
Menschen geben, die diesen Geschmack mit Bubinstein theilen.
Daran ist weder etwas Neues, noch Apartes zu finden. Und
was er sonst über Gomponisten der Vergangenheit — von
Palestriiia an gerechnet — sagt, ist meist plausibel, wenn
8«
auch nicht e^rade neu. Er hält in leichter GresDrächsform
einer Dame, die ihn »interviewt", einen Vortrag ober Musik-
geschichte, der den vorzng der Stürze hat und namentlich
von Solchen, die von der Gküchichte noch Nichts wissen, dank-
bar acceptirt werden kann. Wen es interessirt, Ruhinstein's
Ansichten über seine „Yorg&nger^* kennen zu lernen, erhält
genügenden Aufschluss darüber und wird finden, ' dass Bubin-
stein im Ganzen genommen einen guten Geschmack und in
vielen Dingen ein klares ürtheil hat, — nur nicht über die
Zeit, in der er lebt, und nicht in ästhetischen Frafi;en. Er
spricht immer als orthodoxer specifischer Musikei*, hat also
von vornherein einen beschränkten Ghssichtskreis und einsei-
tigen Standpunct, abKesehen davon, dass er, als „Selbst Aner"
(wie der selifi;e Lachner sagte) seine „CoUegen^ nicht unbe-
fangen beurtheilen kann.
Des Pudels Kern enthüllt sich, sobald er bei der neuesten
Periode unserer Musikentwickelung, bei den Neu-Romantikern,
angelangt ist. Da hört die Gemüthlichkeit auf, und er wird
sehr unangenehm. Sich über seine „cauchemars*' Berlioz,
Liszt und Wagner und deren Schule auszusprechen, hat
ihm schon lange auf dem Herzen^gelegen, — unddasistder
Zweck dieser Brochure.
Was er über diese Meister sagt, ist uns übrigens auch
nicht neu. In seiner berüchtigten Bede, die er am Gonser\'a-
torium zu St. Petersburg gehsQten hat, bevor er ging, um
nicht wieder zu kommen, hat er seinen Standpunct schon un-
zweideutig zu erkennen gegeben. Dass ihm damals mit einem
allgemeinen Schütteln des Konfes erwidert wurde, genügte
ihm aber noch nicht. Er wollte seine pei*sönlichen Bemer-
kungen fixiren, zu Nutz und Frommen Aller, die an ihn
glauben. Er wollte Wagner an die Wand drücken, er wollte
liszt mit einer Handbewegung beseitigen und dadurch sein
musikalisches GFewissen erleichtem oder, richtiger gesagt,
seinem lang verhaltenen Grolle Luft machen. — Hinc illae
lacrymae.
Man könnte diese Expectorationen ganz auf sich beruhen
lassen, und die Kunstgeschichte wird trüber auch sehr ge-
lassen zur Tagesordnung übergehen. Aber da diese Herzens-
ergüsse vom Standpuncte des Erlegers ein „ausserordentliches
Ereigniss'' sein sollen, das ,,grosse8 Aufsehen'^ erregen wird, so
muss man sich das Ding doch etwas näher ansehen.
Bubinstein ist eine musikalische Erscheinimg, die Viel
von sich reden gemacht hat, — allerdings weniger als Compo-
nist, denn als ißanist. Und Das ist es eben, was ihn ver-
driesst. Er hat sein Leben lang sich abgemüht, als Compo-
nist durchzudringen, es ist ihm aber ni(Sit gelungen. Denn
dass der ,,Bal C06tum6'* und „Trot de Cavallerie'', eine Bar-
carole und einige Etüden, eine Violoncellsonate, ein Trio und
verschiedene Lieder und Duette auf denConcertprogrammen er-
scheinen, daran wird ihm wohl nicht viel gelegen sein. Diese
Auszeichnung theilt er mit Spindler, Popper, Meyer-Helmund
und vielen anderen Du minorum gentium. Wir können es
ihm nicht verdenken, wenn er höher hinaus wollte, und müssen
ihm zugestehen, dass er sich ileissig bemüht hat, den Gradus
ad Pamassum zu erklimmen.
Ist es ihm aber gelungen, den Gipfel zu ersteigen? —
Nein! — In der Kammermusik hat ihn Brahms ra^t voll-
ständig verdrängt, in der Symphonie trat ihm die Lisz ti-
sche ^hule so entischieden in den Weg, dass er überall dar-
über stolj^rte, und in der Oper hat er ein dreissigjähriges
Fiasco hinter sich. Eine wahre Sysiphus-Arbeit hat er
unternommen; er stiess überall auf Wagner, der ihn nicht
aufkommen liess.
Ich habe nun zwar die intime Üeberzeugung, dass Bnbin-
stein als Opemcomponist auch dann nicht auf einen grünen
Zwei^ gekommen wäre, wenn Wagner nicht gelebt hätte.
Das ist aber schwer zu beweisen. Denn ohne Bichard
Wagner ist die musikalische Gegenwart gar nicht
densbar. Ohne Anton Bubinstein ist aber die musi-
kalische Gegenwart sehr gut denkbar. Man streiche ihn
aus der Kunstgeschichte, und man wird keine Lücke entdecken.
Er ist kein „Erfinder"; er ist nur ein bedeutendes Talent,
aber kein Genie. Danbr kann er freilich Nichts, denn er ist
nun einmal so geboren. Aber soviel Selbsterkenntniss kann
man Keinem zumuthen, dass er über die Tragweite seines
Talents selbst völlig im Klaren sein könnte. Bubinstein
hat die innerste üeberzeugung, dass er als Opem-
componist durchgedrungen wäre, wenn Wagner
nicht gewesen wäre. Daher seine grenzenlose Wuth auf
ihn, die sich in der Brochure noch sehr gemässigt äussert,
in ungedruckten Gesprächen aber ganz anders losbricht.
Ja, dieser Wagner! In richtiger "^^rahnung, dass dieser
geflLhrliche Mann ein Bevolutionär sei, stark genug, um die
Welt zu erobern, hat man sich 30 Jahre hing abgemüht, ihn
nicht aufkommen zu lassen. Es hat Alles Nichts geholfen.
Er ist Alleinherrscher der Bühne geworden, und — Mascagni
wird ihn auch nicht stürzen! Aber Mascagni hat mit seinem
einen Act schon in einem Jahre mehr AufEUrungen erlebt
und mehr Enthusiasmus erregt, als Bubinstein mit einem
halben Dutzend Opern sein ganzes Leben lang. — Ist das nicht
charakteristisch?
Nun kommt eine Ueberraschung. — Gleich auf der zweiten
Seite der Brochure sagt Bubinstein: „Mir ist die Oper über-
haupt eine untergeordnete Gattung der Kunst". Und
dieser Gbdanke wird dann weiter ausgerahrt. — Die Trauben
sind offenbar recht sauer! Er hat grosse Anstrengungen von
Jugend auf gemacht, sich als Opemcomponist Geltung zu
verschaffen, — und nun ist die Oper mr ihn eine untergeordnete
Kunstgattung. Dass er, als ausgesprochener specifischer Mu-
siker, keine Befähigung zur ecnten dramatischen Musik hat
und haben kann, oias mhlt er gar nicht. Seine BegrifEs-
Confusion kennzeichnet sich schlagend in der unglücknchen
Idee der „geistlichen Oper", — die einzige „Erfindung", die er
SBmacht hat, und auf die er sich nicht wenig einbildet. Ein
ratorium, das man, je nach Bedürfniss im Frack im Concert-
certsaal oder im Gostume auf der Bühne aofföhren kann : das
ist seine „geistliche Oper". So weit war Händel schon
vor 150 Jahren. Und das soll lebensfähig sein!
Bubinstein verräth uns auch, weshalb er Opern ge-
schrieben hat: Erstens „hat die schnellere und allgemeinere
Anerkennung" — wenn man sie nämlich findet — ^etwas
Yerführerisches" : zweitens „hat es auch etwas VerfÜhreruiches,
Gtötter, Köni^, Priester, Helden und Bauern, Überhaupt Men-
schen aller Zeiten, aller Länder, aller Artennach seiner Melodie
handeln zu sehen und singen zu hören" (er hätte auch sagen
können, nach seiner Pfeife tanzen zu lassen); drittens wird
„die Oper leichter verstanden. Abgesehen vom Interesse,
welches der Stoff des Stückes (soll wohl heissen die Hand-
lung im Publicum erweckt, erklären ihm die Worte die Musik."
— Das sind ja recht praktische Gesichtspuncte , zu denen
jeder speculative Theaterdirector Beifall klatschen wird.
Also deshalb haben Gluck, Mozart, Weber, Waener
Opern geschrieben; sogar Beethoven ist der Yersucnung
unterlegen, sich populär zu machen und bessere Honorare zu
beziehen! Das ist ein so naiver Standpunct, dass wir ihn
Bubinstein gar nicht zugetraut hätten. Wir hielten ihn we-
nie;8tens für zu klug, um das auszusprechen, wenn es die
geheime Triebfeder seines Opern-Ehrgeizes gewesen sein
sollte.
Ich war Ohrenzeuge, wie Bubinstein einem hervorragen-
den Ckpellmeister, der ihn fragte^ was er wünsghe, von sich
aufgefhnrt zu hören (der Capellmeister meinte eine Symphonie,
Ouvertüre oder Kammermusik), in fast bittendem Tone erwie-
derte: „Führen Sie meine Opern auf!" — Zu mir hat er
einmal gesagt — es ist freilich schon lange her — : „Schreiben
Sie mir einen Fidelio!" Die Antwort, die ihm daraufhätte
gegeben werden sollen: „Ja, wenn Sie einen componiren
können" — verschluckte ich damals aus HöfHchheit. — Und
dabei soll man nun glauben, dass ihm an der Oper wenig
gelegen sei!
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
BericKt.
Leipzig, 1. Januar 189S. So wie allerorts nahm auch in
unserem Neuen Stadttheater in den Monaten November und
December v. J. der von der Direction zur Erinnerung an die
hundertste Wiederkehr von Mozart's Todestag, den 6. Dec.,
angesetzte Mozart-Cyklus das Hauptinteresse in Azispruoh;
er oestand bei uns aus sechs Abenden, und zwar der „^uber-
flöte" (29. Nov.), der „Entfahrung aus dem Serail« (80. Nov.),
„Figaro's Hochzeit" (2. Dec.), dem „Don Juan" (4. Dec.), einem
4*
40
Mozari-Coacert mit sich anschliessendem Festspiel (5. Dec.)
und endlich aus ^Cosifantutte" unddem„Schauspieldirector"
(6. Deo.). »Idomeneus" und „Titus" waren also, wie man aus
dieser Aufstellung ersieht, libergangen worden. Doch gern
hfktte laan sich diese beiden zuletzt genannten Opern geschenkt,
wenn Das, was geboten wurde, der Mozart*schen Werk^ Über-
haupt und einer solchen feierlichen Q^legenheit im Beson-
deren würdig gewesen wäre. TJnd das war es nicht. Zuge-
geben, dass die Direction durch die schwere Erkrankung un-
seres Meistersängers Schelper (zu aller Freude imd Genue-
thuung vernimmt man mit Bestimmtheit, dass derselbe bald
wieder ganz von seinen Augenleiden hergestellt und der Kunst
zurückgegeben sein wird), sowie durch die XJnpässlichkeit des
Frl. Doxat und der Frau Baumann in ein böses Dilemma ^e-
rathen war und oft nicht wusste, wo aus, noch ein ; verschie-
dene Vorkommnisse bei den betreffenden Auffuhrungen hatten
aber mit den obenerwähnten Ereignissen Nichts zu thun und
wären bei sorg£älti£nrer Vorbereitung ohne Zweifel zu ver-
meiden gewesen, ^n denke da speoiell an den „Don Juan^:
die Wiedergabe des unsterblichen Werkes stand in umgekehr-
tem VerhMtniss zu seiner Bedeutung und war geradezu eine
Schande für ein Kunstinstitut wie das Leipziger Theater;
soflar unser sonst doch wirklich nachsichtiges und mit Allem
zimiedenes Publicum schien das Unpassende und Schmähliche
der Situation zu empfinden: es wies die Wenigen, die ent-
weder aus Gewohnheit, Dummheit oder „Pietät^ für sonst Wen
nach Schluss des ersten Actes klatschten, durch energisches
ZAsch&n lurück, — und zwar mit Becht, denn mehr in die
Brüche gehen, als damals, kann unserer Meinung nach das
beireffenae Finale überhaupt nicht, es war Alles „ausser Band
undBend**. Dass die übrigen Ensemblesätze nicht viel besser
gingen, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden.
DieSololeistungen des Abends waren von verschiedenem^erthe :
Hr. Grien auer, der aus Cöln für die Titelpartie herbei^rufen
worden war, konnte weder gesanglich, nodi darstellerisch ge-
nügen: in ersterer Beziehung reichen für so eine anspruchs-
voüe Kolle wie den Don Juan bei ihm weder die Stimme
selbst, noch die Schule, die dieselbe genossen, noch die natür-
lichen masikalischen Anlagen auS; — und in der anderen Be-
ziehung glich er eher einem auf Liebesabenteuer ausgehenden
Fleischermeister, als dem vornehmen, eleganten Spanier. Die
Donna Anna sang das in letzter Stunde hercitirte Frl. Balph
aus Altenburg (an Stelle des erkrankten Frl. Doxat). Wenn
man alle Umstände ins Auge fasst, unter denen sich Frl. Ralph
bei uns einführte, die Schnelligkeit, mit der sie die schwierig^
Partie übernommen, das leicht erklärliche Lampenfieber, mit
dem sie sichtlich zu kämpfen hatte, und wenn man schliess-
lich dem allgemein circulirenden Gerüchte, dass sie die
Bolle überhaupt zum ersten Male sänge, Glauben schenkte,
so konnte man von der G^ammtleistung keinen un^tlnstigen
Eindruck empfangen und dürfte der jungen Dame eme wenn
auch nicht grosse, so doch hübsche Carriöre prophezeien. Den
Lichtpunct der Aufführung bildete die ausgezeichnete Elvira
der Frau Baumann (die sich damals schon wieder vollstän-
dig im Besitz ihrer schönen Stimmmittel sah) und derLepo-
reUo des Hrn. Knüpf er; Hr. Neldel war ein guter Masetto
und Hr. Wittekopf ein überzeugend wirkender Gk)uvemeur.
Frl. Mark und Hr. Merkel, sie Beide bei ihrer hohen musi-
kalischen Begabung sonst fast stets absolut sicher, liessen
sich dieses Mal leider von der allgemein herrschenden Un-
sicherheit uistecken, und so kam es, dass Zerlinchen und
Octavio sich ein paar recht anti-Mozart*sche Sachen gestatteten,
doch verzieh man ihnen das in Hinblick auf die trefflichen
Gresammtleistungen, die sie boten, herzlich gern. Eine bei-
nahe ebenso wenig genügende AiiffClhrung wie die des „Don
Juan" war die der „Zauberflöte". Hier muss auch das
Orchester ein scharfer Tadel treffen, das unter Hrn. Gapell-
meister Paur Mozart's wahrlich nicht würdig spielte, geradezu
bemitleidenswerth aber sangen die drei Damen (Frls. Calm-
bach, Eibenschütz und FrauDuncan-Chambers), nicht
viel besser die drei Genien. Ein wirklich guter Sarastro ist
Hr. Wittekopf, Hr. Merkel gab sich als Tamino viel Mühe,
Frau Baumann (Königin der Nacht) litt schon zu sehr unter
ihrer Indisposition, um ihre Kräfte voll entfialten zu können.
Die kleineren Bollen waren theils gut, theils weniger gut be-
setzt, auf alle Einzelnheiten einzugehen verbietet uns der
Mangel an Baum. Einen ungleich besseren Eindruck als die
soeben besprochenen Vorstellungen machte die der „Entfüh-
rung aus dem Serail", schade nur, dass Frau Baumann
(Constanze) gänzlich indisponirt war, und dass für das eben-
üaUs unpäasliche Frl. Mark, die das Blondchen gelegentlich
einer Aufführung des Werkes am 3. Nov. so entzückend ge-
sungen, Frau Porst hatte einspringen müssen; damit soll
aber andererseits nicht gesagt sein, dass Frau Porst irgend
Etwas verdorben habe, die äusserst strebsame Künstlerin ver-
dient vielmehr für ihre Vielseitigkeit und für ihren Fleiss,
durch den sie ihr Bei)ertoire in neuester Zeit sehr erweitert
hat, volles Lob; dass sie jedoch mit Frl. Mark nicht concurriren
kaiin, wird sie selbst gern einräumen. Hr. Merkel war ein
recht annehmbarer Beunonte, gesanglich wie schauspielerisch
von gleicher Güte und Vollendunfi: waren der Osmin und der
Pednilo der HH. Wittekopf una Marion. Li „Figaro's
Hochzeit", diesem köstlicnen Meisterwerke, an dem man
sich nie satt hören kann, sang an Stelle der Frau Baumann
^die Bolle der Susanne Frl. Stolzenberg vom Stadttheater
* in Düsseldorf als Grast; wir haben uns über die Bekanntschaft
mit der jungen Dame aufrichtig ge:6:eut, denn wir lernten in
ihr eine Künstlerin kennen, die bei Über jeden Zweifel er-
habener Begabung etwas Tüchtiges gelernt hat und sich mit
ihren Leistungen überall sehen lassen kann, schade, dass die
Stimme nur klein ist, ein Umstand, der sich in der bekannten
Fdur-Arie des letzten Actes am au£&lligsten bemerkbar
machte. Dass ihr in dem Duett mit dem Grafen zu An&ng
des zweiten Actes Einiges „passirte", wird man ihr bei dem
fremden Ensemble etc. nicht weiter übelnehmen; allerliebst hat
Frl. Stolzenberg die Bolle gespielt, am besten in den komischen
imd neckischen Situationen. Unsere einheimischen Künstler
und Künstlerinnen boten in dieser Aufführung auch fast Alle
recht Gutes, Frl. Mark hatte sich in der Partie des Pagen
gegen frtlher noch vervollkommnet, Frl. Calmbach gab^ch
als Gräfin zweifelsohne viel Mühe, und wenn sie doch auf
keinen grünen Zweig kommen kann, so liegt das an der
mangelhaften Ausbildung ihrer Stimme; Hr. Knüpf er ist ein
trefflicher Figaro, und Hr. Demuth war ein senr cavalier-
mässiger Graf. Die beste der unseren Mozart-Gyklus umfas-
senden Opemaufftlhrungen war zweifelsohne die von „Cosi
fan tutte", alle Mitwirkenden — Frau Baumann (Leonore),
Frl. Pewny (Dorabella), Frl. Mark (Despina), sowie die HH.
Marion (Fernando) und Schmidt (Guguelmo) als (hist von
der Berliner Hofoper — standen auf der Höhe ihrer Aufgaben
und ergänzten sich zu einem trefflichen Ensem,ble. Eine nicht
minder ^ute Wiedergabe fand die darauf folgende Operette
„Der Sonauspieldirector", um die sich in erster Linie die
Damen Bau mann und Mark (Antonie Lange und Mademoi-
selle Uhlich). sowie die HH. Knüpfer una Marion (Schi-
kaneder und Mozart) verdient machten; mit dem österreichi-
schen Dialect standen die Herrschaften freilich zum Theü auf
etwas gespanntem Fusse. Um den Bericht über den Mozart-
Cyklus an unserem Theater zu ergänzen, sei zum Schluss noch
ein Wort über das nur aus Compositionen des Meisters be-
stehende Concert am 5. Dec. gesagt. Es wurde eingeleitet
durch die GmoU-Symphonie, die — wie alle Orchestersätze -—
von Hm. Capellmeister Paur dirigirt wurde und eine äusserst
schwungvolle, dabei auf die Intentionen des Tondichters fein-
sinnig eingehende Wiedergabe fand, worauf Hr. Prof. Dr.
Bei necke mit seiner in dieser Materie wohl kaum zu über-
bietenden Meisterschaft das Cmoll-Clavierconcert spielte imd
sich damit nicht enden wollenden, stürmischen Beifall errang.
Wenn Frau Baumann sich nach diesem Biesenerfolge auf
der Höhe der Situation zu erhalten vermochte, so ist dies
wieder einmal ein Beweis für ihre auserlesene Künstlerschaft:
sie sang aber auch die Lieder „Vergiss mein nicht, wenn dir
die Freude winkt", -Der Sylphe des Friedens" und „Un moto
di gioja" so hochvollendet und so entzückend, dass man gern
noch mehr eehört hätte. Es folgte, von den HH. CJoncert-
meister Prill und Unkenstein aufs Feinsinnigste wieder-
gegeben, die Symphonie concertante für Violine und Viola und
zum Schluss noch die Ouvertüre zu „Titus** ; auch der Leser
wird vielleicht das Gefühl bekommen haben, dass das Pro-
gramm des Concertes zwar sehr interessant zusammengestellt,
aber doch etwas zu umfemgreich war: weniger wäre wieder
einmal mehr gewesen, zumal da nun noch das eben&Us ziem-
lich ausgedehnte Festspiel „Der Zauberstab" von Wilhelm
Henzen folgte, an dessen AusfÜhrimg sich die ersten Mit-
glieder unseres Opern- und Schauspielensembles betheiligten,
und von dem man zwar nicht leugnen kann, dass es seinen
Zweck — eine Verherrlichung und Apotheose Mozart*s —
erfüllt, das aber in seinem zweiten Theile die einzelnen
Scenen und Situationen viel zu gewaltsam und unnatürlich
herbeiholt und zu viel Geschraubtes und Outrirtes enthält,
als dass Einem dabei hätte so recht wohl zu Muthe werden
können.
41
Soviel über den Mozart-Cyklus. Es erübris^ noch, über
4ie sonätigen Vorkommnisse in den Monaten November und
December an unserem Theater, die von alk^emeinem Interesse
sein können, kurz Bericht zu erstatten. Meister Wagner war
nur mit vier Werken, die Jedes eine Wiedergabe erfuhren,
vertreten*), nämlich den „Meistersingern" (11. Nov.), der
„Götterdämmerung" (13. Dec.), dem „Tannhäuser"
(18. Dec.) und dem „Lohengrin" (25. Dec.). Inder „Götter-
dämmerung" sang Frl. Doxat zum ersten Male bei uns die
Brünnhilde, und nachdem sie mit ihrer Bezia im „Oberon"
am 8. Nov., der Donna Anna im „Don Juan" am 15.Dec. und
der Valentine in den „Hugenotten" am 25. Dec. ob ihrer un-
Teinen Intonation und des lästigen Tremolo allgemeinen ün-
-willen erregt, hat sie sich durch die Ausführung dieser an-
spruchsvollen Partie er^ulicher Weise sowohl mit dem Pub-
licum, als mit der Kritik wieder versöhnt: wenn auch die
alten Fehler noch nicht ^anz verschwunden waren — specieU
im höchsten Affect intonirte sie fast regebnässig zu hoch —,
so war ihre Brünnhilde doch so naturwahr und wirkte in den
entscheidenden Momenten so unmittelbar Überzeugend, ja
fortreissend, dass man seine aufrichtige Freude haben musste
und zu den schönsten Hoffiiun^n für die Zukunft berechtifi^
sein darf. Im Uebri&;en war die beregte „Götterdämmenmg"-
AuffÜhrung— abfi^esehen von dem sehr achtenswerthen Hagen
des Hm. WitteKopf und der brillanten Ausführung des
Bheintöchter-Terzetts durch die Damen Baumann, Mark
und Duncan-Ghambers — eine sehr massige, die Nomen-
und Waltrauten-Scene mussten, horribile dictu, we^^n Erkran-
kung einer Künstlerin ganz wegbleiben, der Siee^ied des
Hm. de Grach war noch vollständig unfertifi^, ebenso der
Günther des Hm. Demuth und die Gutrune des Frl. Calm-
bach. Als Tannhäuser gastirte Hr. Zeller aus Weimar,
dessen Leistung in dieser Partie gelegentlich der Bayreuther
Bühnenfe6t8pie& an dieser Stelle eingehend besprochen wor-
den ist. Frl. Pewny, die mit jedesmaligem Auftreten sich
verbessert, sang zum ersten Male die Venus mit achtens-
werthem Gelingen. Zum Schluss sei noch erwähnt, dass am
11. und 16. December Hr. Gerhartz aus Braunschweig ein
zweimaliges Gastspiel bei uns als Troubadour und Faust in
Gounod's „Margarethe" absolvirte und sich dabei als ein wohl-
gebildeter Sänger mit leider ^r eine grössere Bühne zu
schwachen Mitteln erwies; sein Spiel war auch noch zu
indifTerent . um irgend welchen iäidruck hervorrufen zu
können. Wenn noch hinzufi^efügt wird, dass in der eben-
erwähnten „Troubadour"-Aumlhrung Hr. Staegemann unserer
Backfisch-Generation eine Biesenfireude gemacht und ihren
zuokersüssen Hm. Perron als Luna hatte ^astiren lassen,
und wenn wir noch an das von anderer Seite besprochene
höchst glückliche Debüt des Frl. Doenges als Agathe erinnern
— dann dürften alle wiüirhaffc wichtigen Ereignisse, die un-
sere Oper zum Schluss des Jahres IB^l brachte, in Erwäh-
nung gezogen worden sein. F. R. Pfau.
Conoertumsohau.
Angers. 9. Abonn.-Conc. der Assoc. artist. (Frtoiauz):
Svmph. V. A. Savard (unt. Leit. des Comp.), Ouvertüre zu
„Figaro^s Hochzeit" v. Mozart, Marche joyeuse v. Chabrier,
Jiymönöe" a. ^Esclarmonde" v. Massenet, Yiolinvorträge des
Hm. Rtoiy.
Annaberg. 6. Museumsconc. (Stiehler): Orchestersuite
a. „Peer Gynt" v. Grieg, „Titus"-Ouvert. v. Mozart, Solo-
vorträge des Frl. Mandem (G^., „Sappho" v. Yolkmann,
„Du meiner Seele schönster Traum" von Lassen, „Blumen-
orakel" V. Mascagnieto.) u. des Hm. Stiehler (Clav., 4. Conc.
V. Bubinstein^ Thema u. Melodie v. Moszkowski u.Con-
«ertwalzer v. Wieniawski).
Arnheim. Am 22. Dec. Auffuhr, v. Mendelssohn's «Elias"
durch den G^esangver. „Euphonia" unt. Leit. des Hm. Meijroos
u. sollst. Mitwirk, der Frau Mensing-Odrich a. Aachen, des
*) Es dürfte nicht uninteressant sein, an dieser Stelle eine
TJebersicht sämmtlicher Wagner- Aufführungen, die im vor-
gansenen Jahre an unserem Theater statt&naen, einzuschalten,
fis mnden deren im Geusen 48 statt, davon fielen auf „Tann-
häuser" 18 (4 Mal in der alten, 9 Mal in der neuen Biearbei-
tuBg), f.Lohengrin'' 8, „Die Meistersinger" 6, „Bienzi", „Der
fliegende Hol&nder", .Die Walküre^ je 8, „Tristan und
läoße", „Das Bheingold", „Götterdämmerung" je 2 und „Sieg^
frled" 1.
Frl. Snyders a. Delft u. der HH. Litzinger a. Düsseldorf u.
Prof. Schmidt a. Berlin.
Baden-Baden. 8. Abonn.-Conc. des städt. Curorchesters
(Krasseltsen.): „Fidelio"-Ouvert. v. Beethoven, Bacoczy-Marsch
V. Berlioz, Solovorträge der HH. v. Löwenberg a. Berlin (Ges.,
Frühlingslied a. der „Walküre" v. Wae ner, „Die Prinzessin"
V. Grieg etc.) u. Sauer a. Dresden (Clav., Omoll-Onoert v.
Saint-Saöns, „Liebestraum" v. Liszt etc.).
Baltlmope. 8. Becital v. Rieh. Burmeister*s Histor. Cycle
ofihePiano-Sonata: Sonaten v. Liszt (Hmoll), Grieg (EmoU)
u. Brahms (Cdur).
BaseL 5. Abonn.-Conc. der Allgem. Musikgesellschaft
(Dr. Volkland): 8. Symph. v. Beethoven, Ddur-Suite v. S. Bach,
„Freischütz"-Ouvert. v. Weber, zwei schwed. Volksmelodien,
f. Streiohorch. v. Svendsen, Gesangvortrfl^ des Hm. Plank a.
Carlsruhe (Lied an den Abendstem a. JTumhäuser" u. Wo-
tan^s Abschied von Brünnhilde a. der „Walküre" v. Wagner,
„Von ewiger Liebe" v. Brahms etc^.
Berlin. 6.Sj[mph.-Abend der k. Cap. (Sucher u. Weingart-
ner) m. Compositionen v. Beethoven: 8. u. 7. Symph., Ouver-
türen zu 2,Egmont" u. No. 8 zu „Leonore", Arie „Ah, perfido"
(Frl. Leisinger). -— 2. Conc. des Philharm. Chors (Ochs) mit
Compositionen v. Beethoven: „Meeresstille und glückliche
Fahrt", Musik zum Festspiel „Die Ruinen von Athen" (Soli:
Frl. Berg u. Hr. König), Schott, u. Engl. Lieder f. Sopr. (Frl.
Berg), Clav., Viol. u. Violonc, Violinconc. (Hr. Prof. Dr.
Joachim).
Bern. 2. Abonn.-Conc. der Musikgesellschaft (Munzinger) :
Esdur-Symph., „Zauberflöten"-Ouvert. u. äaurerische Trauer-
musik V. Mozart. CJlaviervorträge des Hm. Blumer a. Strass-
burg i. E. (GmoÜ-Conc. v. Saint-Saöns etc.).
Bielefeld. 1. Conc. des Musikvereins m. Mendelasohn's
„Elias" imt. Leit. des Hm. Zuschneid a. Minden und sollst.
Mitwirk, des Frl. Oberbeck a. Berlin, einer ungen. Altistin u.
der HH. Kirchner a. Berlin u. Brune a. Hannover.
Boston. Concerte des Boston Symph. Orchestra (Nildsch) :
No. 6. „Lenoren" -Symph. v. Baff, Ouvert. zu „Le Boi d'Ys"
V. Lalo, Solovorträge des Frl. Hall (G^.^ Ballade v. Hen-
schel etc.) u. des Hm. Loeffler (Viol., Smte „Les Veillöes de
rUkraine" eig. Comp.). No. 7. Cdur-JSymph. von Schubert,
Ouvert. zu „J^higeme in Aulis" v. Gluck (m. Rieh. Wagner*s
Schluss), Violinconc. v. Brahms (Hr. BrodsW). No.8. 4.Sym-
phonie v. Beethoven, ,,Cameval in Paris" v. Svendsen, jEu-
ryanthe" -Ouvert. v. Weber, Ciaviervorträge dM Hm. Pade-
rewski ^AmoU-Conc. eig. Comp. etc.). No. 9 m. Compositionen
V.Mozart: Esdur-Symph., .Zauberflöten"-Ouvert., Maurerische
Trauermusik, Arien (Frau Fursch-Madi). No. 10. Oceansymph.
V. Bubinstein, Vorspiel zu „PacsifEd" v. Wagner, Fdur-
Conc f. Streich- u. zwei Blasorchester v. Händd.
Bremen. 8. Kammermusik Bromberger-Sluüitzky imter
Mitwirk, der Frau Uzielli a. Frankfort a. M. (Ges.) und der
HH. Blome (Bratsche) u. Prof. Hausmanna. Berlin (Violonc):
Gmoll-Clavierquart. v. Brahms, Stücke im Volkston f. Clav,
u. Violonc. V. Schumann, Soli f. G«s. v. Brahms („Botschaft",
„Immer leiser wird mein Schlummer" u. „Ständ<men") u. A.
u. f. Violonc. V. Bruch (Canzone). — Conc. der Sängerin Frl.
Polscher a. Leipzig unt. Mitwirk, des Pianisten Hm.,Förster
V. ebendaher u. des Violoncellisten Hm. Smith v. hier: C3av.-
Violoncellson. v. Grieg, Soli £ Ges. v. Liszt („Mignon"),
Schumann, W. Fritze („Das verlassene Mädchen"), Corne-
lius („Der Liebe Lohn"), W. Berger („Ach. wer das doch
könnte"), AI. Hollaender („Nacht"), C. Beinecke („Luft-
schloss") u. Harthan (Wiegenlied), f. Clav. v. Baff („La
Fileuse"), Liszt (Tarantelle a. „Venezia e Napoli") u. A. u.
f. Violonc. V. H. Sitt (Fdur-Bomanze) u. Popper (Gavotte).
Breslau. 6. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Maszkowski)
m. Compositionen v. Beethoven unt. Mitwirk, der Frls. von
Sicherer u. Gareissen a. München u. der HH. Hintzelmann u.
Staudia^l a. Berlin, sowie der Bresl. Singakad.: 9. Symphonie,
„Coriomn"-Ouvert., „Benediotus" a. der Missa solemnis u. Arie
^h, perfldo". — IS. Symph.-Conc. der Bresl. Conoertcapelle
(Biemenschneider): „l)enoren"-Symph. v. Baff, Festoraelu-
diumf. Orch. v. G. Biemenschneider, „F^:^lings-Morgen-
ständchen" v. P. Lacombe u. a. Orchestemummem, Ctesang-
vorträge des Frl. Michalke (Lithauisches Wiegenlied&hen,
„Verrath" v. Meyer-Helmund etc.).
BpQssel. 1. Pop. Conc. (Dupont): „Don Juan" v. Bich.
Strauss, „8akuntala"-0nvert v. Goldmark, Serenade und
„Bdverie Orientale" v. Glazounow, Gaviervorträge des Hm.
Gurickx (Conc. v. Tsohalkowsky etc.).
Bttekeburg. 8. Aufführ, des Oratorienver. (Sahla): „Der
82
Stuttgart. E. Hoftheater: 4. Die Entf&hran^ aus dem
Serail. 6. Figaro's Hochzeit. 9. Don Juan. 11. Die Zauber-
flöte. 13. Cofii fan tutte. 15. Martha. 20. Die Hugenotten.
26. Carmen. 27. Cavalleria rusticana.
Aufgeführte Novitäten.
Abert (J. J.), Ouvert zu „Astorga". (Breslau, 9. Symph.-
Conc. der Bresl. Gonc.-Cap.)
Albert (E. d»), Fdur-Svmph. (Cöln, 8. Gürzenichconc.)
Beliczay (J. v.), DmoU-Symph. (Budapest, 2. Philharmon.
Conc.)
Berlioz (H^ „Faust's Verdammung'. (Dundee, Goncert der
Choral Union am 9. Dec. Glasgow, 1. Conc. der Glasgow
Choral Union.)
Sinf. fant. (Sondershausen, 2. Conc. im Conservat. der
Musik.)
Borodin (A.), Ddur-Streichquart. (Wien, 1. Eammermusik-
abend der HH. Hosö u. Gton.)
Brahms (J.), 2. Symph. (Heidelberg, 2. Abonn.-Conc. des
Bach-Ver.)
3. Symph. (Breslau, 4. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-
Vereins.)
4. Symph. (Zittau, 1. Conc. des Concertver. Berlin,
4. Phitharm. Conc.)
Akad. Festouvert. (Berlin, 4. Philharm. Conc.)
Orchestervariat. über ein Haydn'sches Thema. (Inns-
bruck, 2. Mitgliederconc. des Musikver.)
1. Clavierconc. (Cöln, 3. Gürzenichconc.)
Conc. f. Viol. u. Violonc. m. Orch. (Crefeld, 2. Abonn.-
Conc. der Concert^esellschafb.)
Fmoll-Clavierquint. (Mannheim, 2. Kammermusikauf-
führ. der HH. Schuster u. Gbn.)
Gmoll-Clavierquart. (Birmingham, Conc. des Shinner-
Quart. am 17. Dec.)
daviertrio Op. 8 in der Neubearbeitung. (London, Mon-
day Pop. Conc. am 6. Dec.)
— • — Clavierson. Op. 6. (Wien, 1. Kammermusikabend der
HH. Ros6 u. Gen.)
Ein deutsches Requiem. (New- York, 1. Conc. der Ora-
torio Society.)
>" f.
lanever.)
Bruch (m.), 8. Yiolinconc. (Bonn, 2. Abonn.-Conc. des städt.
„Nänie*
Gtosangver.)
Chor u. Orch. (Kiel, 2. Abonn.-Conc. des
Gesang ver. Glasgow, 4. Subscr.-Conc. der Glas^w Cho-
ral Union. Heidelberg, 2. Abonn.-Conc. des Baä-Yer.)
„Das Feuerkreuz« u. „Frithjoi^. (Düsseldorf, 2. Conc.
des Gesanfi^ver.)
„Frithjor*. (Trier, Conc. der Liedertafel.)
Cornelius (P.), Scenen a. der Oper „Der Barbier von Bag-
dad". (Elberfeld. 2. Abonn.-(jbnc.)
David off (C), Hmoll-Violoncellconc. (Baden-Baden, Symph .-
Conc. des städt Curorch. am 27. Nov. Mühlhausen i. Th.,
2. „Ressource" -Conc.)
Draeseke (F.), Adventlied f. Chor, Soli u. Orch. (Dresden,
MusikauffÜhr. der Dreissig'schen Singakad.)
Dvof&k (A.), Ouvert. zur Oper „Der Bauer ein Schelm".
(Innsbruck, 2. Mitgliederconc. des Musikver.)
Fleischmann (S. G.). Ouvert. „Hero und Leander". (New-
York, 7. Seidl Pop. ConcJ
Gernsheim (F.), Ouvert. „Waldmeisters Brautfahrt". (Ber-
lin, 4. Philharm. Conc.)
Goldmark (C), Symph. „Ländliche Hochzeit". (Breslau,
9. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.)
Grie]g (Edv.), Orchestersuite aus „Peer Gynt". (Innsbruck,
2. Mitgliederconc. des Musikver. Bristol, Monday Pop.
Conc. am 14. Dec.)
Amoll-Clavierconc. (Elberfeld, 2. Abonn.-Conc.)
1. Clav.-Violinson. (London, Conc. im Princess' Hall
am 11. Dec.)
2. Clav.-Violinson. (Leeds, Hm. E. Haddock's2.Musik.
Abend.)
Scenen a. „Olaf Trygvason". (Antwerpen, 1. Conc. des
Cercle artistique.)
Hof mann (H.), Ungar. Suite f. Orch. (Mühlhausen i. Th.,
2. -Ressource"-Concj
„Editha" f. Soli, Chor u. Orch. (Eisenach, 2. Conc. des
Musikver. Erfurt, Au&Uhr. durch den Musikverein am
11. Dec.)
Kahn (R.), „Weihgeschenk" f. Soli, Frauenchor u. Clavier.
(Hamburg, 1. Abonn.-Conc. des Caecilien-Ver.)
Kauf fmann (F.), AmoU-Symph. (Magdeburg, 1. „Harmo-
nie"-Conc.)
Kienzl(W.), Fmoll-Claviertrio. (Linz, Conc. der Frau Kiensl
a. Graz.)
Liszt (F.), „Les Pr^ludes". (Baden-Baden, 2. Abonn.-Conc.
des städt. Curorch.)
Hmoll-Clavierson. (Carlsruhe, Ciavierabend v. Schüle-
rinnen des Hm. Reuss.)
Moor, Serenade f. Streichorch. (New- York, 7. Seidl Pop.
Conc.)
Raff (X), Waldsymphonie. (Oldenburg, 1. Abonn.-Conc. der
Hofcap.)
Drei Sätze a. dem Streichquart. „Die schöne Müllerin".
(Linz, 1. Kammermusikcono. der HH. Sohreyer u. Kuhns.)
Reinecke (C), „Friedensfeier"-Festouvert. (MÜmhauseni. Th.,
2. „Ressource" -Conc)
Rheinoerger (J.), „Wallenstein's Lager" a. der -Wallen-
stein"-Symph. ((Oldenburg, 1. Abonn.-Conc. derHofcap.)
„Christoforus". (Edinburgh, jährl. Winterconcert von
Hm. Kirkhope's Chor.)
Richter (E. F.), Ddur-Clav.-Violinson. (Leipzig, Abendunter-
halt, im k. Conservat. der Musik am 19. Nov.)
Ritter (A.), Ouvert. zur Oper „Der faule Hans". (Heidel-
berg, 2. Abonn.-Conc. des Bach-Ver.)
Rubinstein (A.), B dur-Clavierconcert. (Linz, 1. Kammer-
musikconc. der HH. Schreyer u. Kuhns.)
Saint-Saöns (C), „Danse macabre". (Amsterdam, Conc. der
„Caedlia". Baden-Baden, Symph.-Conc. des städt Cur-
orch. am 27. Nov.)
Fdur-Claviertrio. (Leipzig, 8. Kammermusik im Neuen
Gewandhaus.)
Schwalm(R.), Orator. „Der Jüngling zu Nain". (Jena, Conc
des Kirchenchors.)
Sindin^ (Chr.), Emoll-Clavierquint. (Dordrecht, 1. Kammer-
musiksoiröe der HH. Yink u. Erdelmann.)
Strauss (R.), Symph. „Aus Italien". (Amsterdam, Conc der
„CaeciHa".)
Svendsen (J. S.). Ddur-Symph. (Chemnitz, 4. Symph.-Conc
des städt. Orch.)
Bdur-Symph. (Dessau, 3. Conc. der Hofcap.)
„Cameval in Paris". (Glasgow, 4. Subsor.-Ocno. ' der
Choral Union.)
Tschaikowsky (P.), Ouvert.-Phant. „Romeo und Julia".
(Leipzig, 8. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus.)
Yolkmann (R.), 2. Symph. (Ebendaselbst.)
8. Seren, f. Streichorch. ^aden-Baden, Symph.-Conc
des städt. Curorch. am 27. Nov.)
— — Ouvert. zu „Richard HL" (Breslau, 4. Abonn.-Ooncert
des Bresl. Orchesterver.)
Wagner (R.), Vorspiel zu „Parsifal". (Glasgow, 8. Subscr.-
Conc. der Choral Union.)
Vorspiel zu „Tristan und Isolde". (Berlin, 4. Philharm.
Conc.)
Kaiser-Marsch m. Chor. (Mühlhausen i. Th., 8. Conc.
des AUffem. Musikver.)
„Siegfried-Idyll". (Breslau, 9. Symph.-Conc. der Bresl.
Concertcap. Amsterdam, Conc. der „Caecilia". Glasgow,
2. Pop. Conc. der Glasgow Choral Union.)
„Wald weben" a. „Siegfried". (Magdeburg, 1. „Harmo-
me"-Conc.)
W ermann (0.), Scherzo f. Orch. (Leipzig, Wohlthätigkeits-
conc. am 1. Dec. im Saale Battenberg.)
Wüllner (F.), „Thränen" f. gem. Chor u. Orchester. (Bonn,
2. Abonn.-Conc. des städt. Gesangver.)
„Trost" u. „Die Libellen" f. Frauenchor m. Orchester.
^ (Cöln, 8. Gürzenichconc.)
Zelenski (W.Y, Ouvert. „Waldklänge". (Breslau, 4. Abonn.-
Conc. des Bresl. Orchesterver.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Das diesjährige in Cöln zur Abhaltung gelangende
Niederrheinische Musikfest wird, nach der „A. M.",
abweichend von den seitherigen Principien, „ein durchaus
modernes Gepräge" erhalten. „Von der 9. Symphonie Beet-
hoven's ausgehend, soll das Progranmi die seitherifi;e Ent-
wickelung der instrumentalen Tonkunst in Meisterwerken der
verschiedenen Gattungen vorführen." Der 1. Tag wird den
deutschen Tonsetzem, der 2. den Franzosen und Italienern
gewidmet sein, während der 3. Tag ganz international ge-
33
staltet werden soll. (Im Rahmen von nur drei Concerten die
Entwickelung, welche die Instrumentalmusik seit Beethoven
in den verschiedenen Ländern in verschiedenen Gattungen
genommen hat, veranschaulichen zu wollen, klingt etwas naiv,
und wir können nicht glauhen, dass das hez. Comitö wirklich
eine derartige Mittheilung veröffentlicht hat.)
* Der Männergesangverein .Liederhalle'' zu Carls-
ruhe wird im Julid. J., anlässlich seines 60. Stiflungsfestes,
einen Gesang- Wettstreit für mindestens 60 Mitgliederzäh-
lende Vereine deutscher Zunge veranstalten und dabei Me-
daillen und. Geldpreise von 400 — 2C00 Jt zur Vertheilung an
die prämürten Vereine gelangen lassen. Anmelduugen sind
bis zum 15. Febr. an Hrr. Landgerich tsrath Theodor Hoth-
weiler in Carlsruhe zu richten.
* In dem 6. Symphonieconcert der Hofcapelle zu Berlin
hat kürzlich Liszt*s Faust-Symphonie unter Weingartner^s
genialer Leitung einen imbeschreiblichen Erfolg gehabt.
* J. Brahms' neuesQuintett für Clarinette und Streich-
instrumente hat kürzlich auch in Wien (im Quartett Ros6)
eine ausserordentliche Wirkung erzielt.
* Der Pianist Hr. Sherwood imd der Violinist Hr. Eis-
mann in Dresden haben kürzlich daselbst an drei Abenden
die Sonaten &a Ciavier und Violine von Beethoven mit
schönem künstlerischen Erfolg zur Wiedergabe gebracht.
* Die Commission der Internationalen Musik- und Theater-
ausstellung in Wien hat die Bildung eines eigenen grossen
Concertorchesters, welches vom April bis September thä-
tig zu sein hat, beschlossen und hierfür einen allgemeinen
Concurs ausgeschrieben. Es wird nur auf vorzügliche Musiker
mit tüchtiger Orchesterroutine reflectirt.
* Am 9. Dec. ist in Neapel die Asche Pai6iello*s mit
grossem Pomp aus der Kirche des Tiers-Ordre nach der
Donnalbina-Eirche übergeföhrt imd daselbst beigesetzt wor-
den, bei welcher Gelegenheit Compositionen des Meisters auf-
geführt wurden.
* Im Hoftheater zu Coburg wird unter der Protection
i^^^jmo^ Ems^ und Leitung des Gesangsprofessors Hrn.
Julius Hey im Monat Juli des 1. Jahres, wie dei* beiden fol-
fBnden ein Turnus von mustergiltigen Vorführungen
eutscher Meisteropern von Gluck bis Wagner stattfin-
den. Zur Mitwirkung sollen in erster Linie die hervorragend-
sten Schüler und Schülerinnen Prof. Hey's oder doch nach
dessen Methode gebildete Sänger und Sängerinnen berufen
werden, um dem Unternehmen bleich von Vornherein eine
einheitliche gesangliche Basis zu geben. Hoffentlich entspricht
die Ausführung den echt künstlerischen Intentionen, welche
der Idee, durch diese Unternehmung einen deutschen Vor-
tragsstil zu schaffen, zu Grunde liegen.
* Die königliche Oper in Berlin hat, wie man mittheilt,
im Jahre 1891 im Ganzen 49 verschiedene Werke zur Auf-
führung gebracht; davon sind Wagner mit 9, Mozart mit 7,
Verdi mit 5, Meyerbeer mit 4, Lortzing mit 3, Flotow, Ros-
siÄi und Weber mit je 2, Auber, Beethoven, Bizet, v. Bron-
sart, Brüll, Dittersdorf. Donizetti, Gluck, Goetz, Hal6vy,
Kreutzer, Mascagni, Kessler, Nicolai und Thomas mit je einem
Werk vertreten. Unter den Componisten steht nach wie vor
Richard Wagner voran ; er hat nicnt weniger als 70 Abende für
sich in Anspruch genommen; es schli essen sich an Masca^i
mit 83, Weber mit 28, Lortzing und Bizet mit je 16, Nessler
mit 11, Meyerbeer mit 10, Thomas mit 8, Bossini und Verdi
mit je 7, v. Bronsart, Dittersdorf, Donizetti, Kreutzer mit je 5,
Auber, Brüll, Goetz, Nicolai mit je 4 Abenden. Die meisten
Aufführungen erlebten: „Cavalleria rusticana" 38, „Tannhäu-
ser** 28, „Oberen** 22, „Lohengrin** 19, „Carmen** 16, „Die
Zauberflöte** 12, „Der Trompeter von Sakkingen 1 1 , Mignon 8,
„Don Juan** und „Zar und Zimmermann" je 7, -Hjame**,
„Doctor und Apotheker**, „Die Regimentstochter**, „Der Bar-
bier von Sevilla**, „Der Freischütz" ^e 6^ „Das Nachtlager von
Granada**, „Der Waffenschmied**, „Die Hu^notten**, „Figaro*s
Hochzeit**, „Die Meistersinger** und „Tristan und Isolde** je
6 Aufführungen.
* Li Weimar arbeitet man unausgesetzt an „Tristan
und Isolde**, welches Werk nun endlich am nächsten Sonn-
tag, zum ersten Male ganz mit eigenen Ki^iten, zur Auffüh-
rung fl;elangen soll. Hr. Hofca^meister Richard Strauss
fÄhrt aen Taktstock, und Hr. Fritz Brandt leitet die scenische
Darstellung.
• Im Monnaie-Theater in Brüssel ist nach langem Auf-
schub, aber mit desto grösserem Erfolg „Lohengrin** wieder
gegeben worden.
• Das Hoftheater zu Braunschweig hat mit der am
5. d. Mts. erfolgten Wiederauffuhinmg von Hans Sommer's
Oper „Lorelei** einen grossen Erfolg gehabt. Die Aufführung
des mehrfach neu und zum Theil besser als früher besetzten
Werkes war vortrefflich und soll zunächst Sonntag den 17.
d. Mts. wiederholt werden.
• P. Tschaükowsky's Oper „Eugen Onögin** soll am
19. d. Mts. ihre erste Aufführung in Deutschland im Stadt-
theater zu Hamburg erleben.
• Die Dresdener Hofoper will den Componisten Hrn.
Meyer-Helmund hoffähig zu machen versuchen, indem sie
dessen neue Oper „Der Liebeskampf** zur Aufführung ange-
nommen hat. Endlich scheint sie auch mit F. Draeseke's
„Herat** Ernst machen zu wollen, zu welchem Novum bereits
eine Verständigungsprobe stattgefunden haben soll. Hoffent-
lich kommt das Werk noch in diesem Jahrhundert heraus.
• Im Hofbheater zu München ist am vorigen Sonntag
Franchetti's „ABraöl** erstmalig mit getheiltem Succös in
Scene gegangen.
• Die Saison classischer Opern, gegeben vom Impre-
sario Canori im Nationaltheater in Rom, ist mit Cima rosa* s
„Matrimonio segreto" aufs Glücklichste eröffnet worden.
• Des soeben verstorbenen Alfred Celli er neue komische
Oper „The Mountebanks** wurde dieser Tage im Londoner
Lyrischen Theater mit entschiedenem Erfolge gegeben.
• Im Nemetti-Theater in St. Petersburg fand Mas-
cagni's in russischer Sprache gesungene „Cavalleria rusti-
cana" einen nur getheilten Erfolg. Freilich liess' die Auffüh-
rung Viel zu wünschen übrig.
• In Nantes hat die einactige Oper „Le Maitre ä Chanter**
von de Witkowski bei ihrer Erstaufführung sehr gefiillen
und die besten Hoffnungen für die Zukunft dieses Compo-
nisten erweckt.
• Der vortreffliche Capellmeister Hr. Nikisch hat sich
neulich in Detroit auch als Pianist hören lassen, und zwar
in Sinding's Quintett. Genanntes Werk ist kürzlich auch
in Genf, mit Hm. Willy Rehberg am Ciavier, erfolgreich
aufgeführt worden.
• Hr. Hofmusiker Wien in Stuttgart, ein vorzüglicher
Violinist, beging am 1. d. Mts. sein 26jährige9 Dienstjubi-
läum daselbst.
• Die Altistin Frau Heink in Hamburg wurde vom Her-
zog von Coburg-Gotha zur Kammersängerin ernannt.
Hr. Hofconcertmeistor Hohlfeld in Darmstadt erhielt
vom Herzog von Sachsen- Altenburg die Medaille für Kunst
und Wissenschaft mit der Krone, am Bande zu tragen, ver-
liehen.
• Hr. Kammersänger Büttner in Coburg erhielt vom
Herzog von Coburg-Gotha die Herzog Emst-Meaaüle und vom
Herzog von Sachsen-Meiningen das Yerdienstkreuz für Kunst
und Wissenschaft verliehen.
** Der Kaiser von Oesterreich verlieh Hm. Hofcapell-
meister Jos. Hellmesberger sen. in Wien den Orden der
Eisernen Krone 8. Classe.
• Der französische Componist Hr. E. Reyer ist bei Ge-
legenheit der 100. Aufführung seiner Oper „Sigurd** in der
Pariser Oper zum Commandeur der Enremegion ernannt
worden.
• Die HH. Stoumon, Director des Brüsseler Monnaie-
Theatera^ Jahn, Director der Hofoper in Wien, und der Com-
ponist V. d'Indy in Paris sind zu Rittern ds.r französischen
Ehrenlegion ernannt worden.
Todtenllste. Wilhelm Tschirch, fürstlicher Gapell-
meister a. D. in Gtera, durch seine Männergesang-Composi-
tionen zu weitem Ruf gelangt, wie unter dem Pseudonym
Alex. Czersky als Saloccomponist für Ciavier bekannt gewor-
den, t, im 74. Jahre stehend, am 6. Jan. — Frau Elisabeth von
Herzogenberg, Gattin des Componisten Heinrich von Her-
zogenberg, eminent musikalische und feinfühlige Pianistin
mit schönem composi torischen Talent, welche JBegabungen
31
leider einer grösseren Oeffentlicbkeit vorbehalten blieben, f,
44 Jahre alt, am 7. Jan. in San Remo an einem langjährigen
Herzleiden. — Heinrich Dorn, k. Gapellmeister a.D. in Ber-
lin, als Componist und MusikschriftsteUer bekannt geworden,
t, 87 Jahre alt, am 10. Jan. —Frau Helene Jadassohn, Ge-
sangspädagogin in Leipzig, f, 48 Jahre alt, am 31. Dec.
Kritischer Anhang.
Alois ReekendOPf . 24 Etüden in allen Dur- und Molltonarten
für Ciavier zu zwei Händen, Op. 10. 4 Hefte. Leipzig,
E. W. Fritzsch.
Diese neuen Etüden des am Leipziger Gonservatorium der
Musik wirkenden Pädagogen sind als eine werth volle Bereiche-
rung des ünterrichtsroateriales anzusehen und werden in Zu-
kunft wohl ihren Platz neben den Moscheles'schen Studien
Op. 70 einnehmen, obschon sie diesen Letzteren an Erfindun^-
gehalt nicht ganz ebenbürtig sind. Dieser Mangel wird je-
doch reichlich aufgewogen durch die äusserst zweckmässige
Abfassung des Uebungsmateriales, welche durchaus den prak-
tischen enahrenen Lehrer verräth, der genau weiss, wasl^oth
thut. Sind die sechs Etüden des ersten Heftes rein techni-
sche Studien, so gesellt sich in denen des zweiten Heftes dem
Zwecke der Gteläufi^keitsentwickelung eine durchaus aner-
kennenswerthe Einfuhrung in allerhand rhythmische Probleme
hinzu, und die letzten zwölf Etüden greifen bereits in das
Gebiet der Vortragsstudien hinüber. So ist denn in diesem
Studien werke allen Disciplinen des Ciavierunterrichtes Rech-
nung getrafi;en worden, und viele Collegen werden es dem
Autor desselben gewiss Dank wissen, dass er ihnen beim
Kneten des alten Teiges mit frischem Sauerteig zu Hilfe
kommt. Arthur Smolian.
Josö Vlanna da Motta. Capriccio für Glavier zu zwei Hän-
den, Op. 6. Leipzig, E. W. Fritzsch.
Ein frisches, virtuos erfundenes imd sehr geschmackvoll
durchgearbeitetes Vortragsstück, welches jedem modernen C\s^
vierspieler Freude bereiten dürfte. Weisen der lat3nte Mazurka-
Rhytnmus und einige Wendungen der Melodie auf Chopin hin,
so ist die ungemein vollgriffige Art des Satzes doch mehr im
Liszt'schen Sinne concipirt, und in der Durchführung gemahnt
die Fortspinnung des siebenten Thementaktes geraJezu ein
wenig an ganz ähnliche Wendungen in Liszt's „Gretchen^.
Immerhin bekundet aber da Motta's Capriccio entschiedene
und im Technischen der Composition bereits recht gereiilbe
Eigenart Arthur Smolian.
B i* i e f*]£ asten.
Dr, //. Ä\ in CA, Der Abdruck der Einsendung wird in
n. N. erfolgen.
/. /V. iu B. FiSiT die eingesandten „Stimmen der Presse**
über Ihre Gesangsleistungen haben wir mit dem besten Willen
keine Verwendung. Interessirt hat es uns aber, dass sich unter
diesen ^.Stimmen" auch ein Zeugnis^, dat. 10. Oct. 1891, be-
findet, das Ihnen von jenem Dr. Riemann ausgestellt wurde,
vor welchem unsergeehrter Mitarbeiter Hr. Dr. Hugo Riemann
in diesem Blatte ÖflSntlich gewarnt hat. Können Sie uns wohl
die nähere Adresse dieses zweifelhaften Herrn mittheilen? Es
wird doch nicht gar unser alter Freund Töpfer sein Wesen
wieder treiben?
y. W. in S. Musikalisch belanglose Programme, wie die
Ihren, können nicht berücksichtigt werden. Wir haben schon
Mühe, die besseren unterzubringen.
M, Z, in C Das neueste Bruch 'sehe Violinconcert wird,
mag es infolge sachlich unbegreiflicher UeberschäLzung Hr.
Pj^. Joachim auch, noch so bissig sjpielep und sonst jpjroj|y
giren, zweifellos bald vergessen sein. "Eine Lücke erreiaST
Ihre Bibliothek nicht, wenn dasselbe ihr fehlt.
F, C, in Fr. a, M, Die Verstorbene war, entgegen dqm
dort. „Fr. J.**, weder Musikschriftstellerin, noch ist der hinter-
lassene Gatte ein bekannter Violoncellist.
G, R, in S, Verlag von Rob. Forberg, hier.
AnseisT®»-«
Wichtig für Cantoren!
Texte
zu den Klrehenmuslken (zusammengestellt auf Grund der
1. evangel. Perikopenreihe), welche im Jahre 1892 zu Plauen i.V.
zur Aufführung kommen. Zum Besten des Kirchenchors
herausgegeben von August Riedel. [60.]
Gegen Einsendung von 40 4& in Briefmarken durch
A. Kell 's Buchhandlang in Plauen i. V., woselbst auch die
Texte von 1891 (20 ^) und 1890 (40 ^) zu haben sind.
Fr. Klstner, Musik-Sortiment, Leipzig, %
empfiehlt sich zur schnellen prompten Besorgung von
Musikalien, musikalisehen SehPitten etc. — Kataloge
und Auswahlsendungen stehen zu Diensten. [51—.]
VerUig van E* W. JPi'Uzsch in Leipzig* [52.]
TlinnA r Trauungsgesang. „Zwei Hände wollen heute
ePIlllllOy V%^ sich<< (nachGerok) für ^mischten Chor. Par-
titor und Stimmen J^ 1, — . (Partitur Jf — ,50. Stimmen
k Ji —,16.)
Verlag von D, Bahter in Leipaeig.
Fiquer-Dame.
Oper in 3 ietea und 7 Bildern.
Text mit Benutzung der gleichnamigen Novelle Puschkin's
von M. TschaTkowslcy. [.53.]
Deutsch von A. Bernhard.
Musik von
P. Tschaikowsky.
Clavierauszug vom Componisten. Pr. Ib Ji no.
Verlag von E. W. FPitzseh in Leipzig.
Da AI* Mov lAflAf Op. 6. Fünf Minnelieder für Piano-
peor, mal fi086i, fo^. >i4,-, [54.1
86
Flilgrel- und Planino-Falirlkant.
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Sr. Maj. des Kaiserg von Dentschland and Königs von Prenssen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland and Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
. . Sr. Kaiser!, und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Dentscliland nnd von Preassen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinsen Friedrich Carl von Preassen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh. [55.]
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[68b.] offerire in gut erhaltenen Exemplaren:
HEnder« Werke, Ausgabe der Händel-Qesellschafih;
Bd. 1—42, 64—83, bö, 87—90.
IS »20,—. netto für
dto. Alcina, Partitur (netto Ji 12, — .) für
dto. Salomon, dto. (netto Ji 20,—.) für
Wag^ner, Rieh., Lohengrin, Partitur für
— — Tristan und Isolde,
— — Rheinp^old, •
— — Siegfried,
— — Götterdämmerung, » » »»
lilndpatntmer, „Lichtenstein**, Clav.-Auszug m. T.
mit Autograph des Componisten {Ji 48,—.) für Jt 15,—.
n
9)
M 350,—
M 5, —
, 7,80,
» 100,-
« 100,-
n 100.—
n 100,-
100,—
pour Piano (dedi^es k Edvard Orleg;)«
(Oeuvre 130) Fr. 8 Mark.
No. 1. Fismoll. 75 4.
No. 2. Gmoll. 50 4-
No. 3. Cdur. 50 4.
No. 4. Gmoll. 75 4.
No. 5. HmoU. 75 4.
No. 6. Amoll. 75 /§.
No. 7. Ddur. 75
No. 8. Ddur. 50
Leipzig.
P. Pabst.
PremKre Ballade pour Pfano. \ Jl hO ^.
Op. 129. No. 1. Nocturne (ä MUe. Zimmermann). ^1,25.
Op. 129. No. 2. Mazuika do. ^1,25.
Op. 123. No. 1. Nocturne (4 Francis Thom*). ^1,—.
Op. 123. No. 2. Mazurka (4 Joseph Wieniawski). ^ 1, — .
Das Tonwerk 130 enthiüt acht Mazurken, welche In den
Motiven meist originell, in der Harmonisirung frisch, sich
abseits von musikalischen Trivialitäten halten. Auch tragen
diese polnischen Tänze den Vorzug leichter Spielbarkeit, und
ragen unter denselben besonders Jene in Fismoll, Cdur und
Gmoll durch anmuthende ursprünglich keit hervor.
(„Neue Musikzeitung*' No. 20, 1891.)
Wenn auf dem Titelblatt dieser Mazurkas auch kein
Automame stände, so würde man doch leicht errathen, dass
der Gomponist ein Slave oder doch slavischer Abkunft ist.
Der ganze Ducttis seiner Musik lässt es durchfühlen: von
deutscher Art ist Nichts darin zu entdecken. Sämmtliche
acht Stücke sind eigenartig pikant und theilweise
geistreich, aber auch ungebunden und vielfeu^h abspringend
in harmonisch modulatorischer Hinsicht, manchmal ear zu
sehr. Bald fesseln sie durch spirituellen Ausdruck, und
bald bewegen sie sich in nrotesken Sprüngen. Man hat da
das Gefühl, als ob £inem der Boden unter den Füssen hinweg-
gezogen würde. XJm ein Beispiel für die Absonderlichkeiten
des Componisten zu geben, sei auf den dritten Mazurek hin-
^wiesen. Für denselben ist die Tonart Cdur gew&hlt,^ aber
im ganzen Stück kommt von derselben Nichts weiter vor, als
einige Male der Cdur-Dreiklang. Einige bemerken s-
werthe Eigenschaften hat das Opus auf alle Falle: "-
es ist nicht langweilig. Dieses Prädicat kann ihm
als empfehlendes Motto dienen.
(„Signale" No. 68, 1891.)
Verlag von IC. "W. Fritzsobi in Leipzig.
A c* ^P *^ Concertstück (Fdur) für Oboe mit Or-
AtigtlSI ehester. Part, mit untergelegtem Clavierauasug
Klugnardt, Ji 8,—. Principalstimme J6 ->,76. Orchester-
stimmen J$ 5,—-. [O J
^uiiu^ jßlütAner, ^eippff.
IIS _
Bedeutendste Planoforte^Fabrlk Europas I
Flügel und Pianinos
-von anerkannt unäl>ex*ti'o£renei* XIaltl>a.i*l£eit
und edlem, sangi^^icliem n7on.
"uiA/l/l/ ■Vettrat«! b«*
Vexkdufaixia.giixl ce >n allexi 'bedeutender an. PlKt:
Die Fabrik besteht seit 7. November 1853.
Katharina Hctinelder,
CoDcert- nnd Oratoriensangerin (Sopran).
Dessau, Bismarck-Strssse 33. [OSn.]
XOMiy ne^i»e<f0,
henogl. i&obs. Hof^iaoist, FroFeuem Bupdrienr am OoDBerratorinii]
in Genf (Bohweis). [Ö8— .]
Goncert-Vertretnag: Hermann Wolff, Berlin.
Hax Konneburirer,
Concert-a.OratoriensänfferfTenor). [64^]
Iiehrer am k. Conaervatorium DresoAn, Ghristianatr. 20 In.
"Willielnfi Jr*osise,
tililtl. liBiinnilcii iii Lttm in Harfe u diu tSilii. Eockickile m lailt
Berlin. H. W. Rornstr. 9. [65p.]
Vollständige Ausbildung für Oper d. ConeerL
Ensemble'üebnngen. RoUenitiidlDin.
Von mir ausgebildet« Schaler: Magdalena Jahns, Selma
Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [M— ■]
uiprig. Bodo Borchers.
Gesanglehrer.
Breitkopf A HArtel in Lieipzifi:.
X^ieder füt* eine Stimme.
Heftanagabe je Jl l,—. [^— ■]
Sopran No. 1—200, Mezzosopran No. 201—400 Alt No. 401—460,
Tenor No. 451—600, Bariton nnd Bass No. 601—700.
Veraeichnisse unentgeltlich in jeder Buch- n. Mnaihhandinng.
Neuer Verlagr von Bles ft Brler 1d Berlin.
Jacques E. Rensbnrg, SH" KrrT;j:"<Sr2J
stimmen 13 jV Ausgabe mit Ciavier 7 Jl
Dia „Cölniscbe Zeitung" vom I8./ia. 91 schreibt über im
vom Componisten im Gürzenichconcert gespielte Wsrli o. A.:
„Der Mitt«lsatz offenbart eine echt poetisi^e Stimmung nltd
eine gleich bleibende melodische Schönheit, die voräbergehtaid
vor dem Wiedereintritt des ersten Themas in den dissonirendan
B läser- Accorden vielleicht zn sehr getrübt wird, die nber gleich
darauf in wahrhaft überraschender Weise wieder hervorbriobt.
N&cbstdem möchte der 1. Sats wesen der Vornehmheit eainw
Erfindung und des Reizes seines 3. Themas Werthsch&tzung
verdienen. Jeden btlsdarfdas ganze Werk, das die eingehendste
Kenntnisa des Instraments verrÄth, sehr disoret instrumeotirt
ißt und heim Publicum eine freundliche Aufiiahme fand, der Be-
achtung aller Violoncellisten empfohlen sein. Hr. Ransbnrg;
spielte es mit technischer Meistarschoft undgrosser Innigkeit im
Ton." (Durch die vom Componislan den säweren SteUen bei-
getilgten Erleich terungsfignren wird das Concert ancb besseren
Dilettanten zngfcnglich.) [7Qa.|
I
1
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1
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Kll!^
ansehe lialverui-Bibtlottiek,
■f""8"p',i«ir"i-— '— .|
Ein Harfenist
mit ansuchender Technik und gntem Instrument för
tiefe Stimmung, welcher sich Orchesterroutine erwerben
will, findet an einer gnten Oper bis Ostern Be^ch&ftigrung.
Adressen unter A. 140 an Rudotf MOSSO in Leipzig
erbeten. [68.]
Neuer Verl^ von S. W. Frftzach In Leipzig.
Weraer, Au., Op. 42, Oavotte für Violoncell mit B^
gleitung des Pianoftrte. Jl 2,—. p8.]
Bfider In L«l^üg.
Leipzig, am 21. Januar 1892.
Diick ilnntUclg VK\-, Kiut-
ul KuüalinkuUiiisiii, uwic
tirck allB Fotfimler n
^
Flr tat IlllÜllltU WKkUUltt
Wliuii iiuijuni iiid u
für Mnsiker und MusiktouMe.
VenmtworflioLer Eedacteur und Verleger:
E. W. Fritzscli,
Leipzig, Köntgsstrasse 6.
%
niU, Jahrg.]
Dm Honk&limihfl Wodienblatt «mchemt jährlich in 62 Nummem. Der ÄbonDementabetarag
fOr das Quartal von ISNammem ist SHark; «ine einzelne Nummer kostet 40 Pfennige. Bu
directer frankiitei Erensbandaendnag treten nachstellende vierteljährliche Abonnementa-
preiee in Enft: 3 Mark 50 Ff. für das Deatache Reich und Oeaterreich. — 2 Mark 76 Pf.
für weitere LBndor des Allg^emeineo Postvereini. — Jahrenboanementa werden nnter
Znnundele^nK vorstehender Beiugsbedingungen berechnet.
Die iDsertiong^bührffi rar oen Raum einer gespaltenen Fetitieile betragen 30 Pfennige,
[No. 4.
Inhalt: Dw Lied von den rieban Worten des E . .
Tagetgeulilaht« : Beiioht au Leipzig. — aanoertomachUL — Bi
OpemuffUmiDgaii. — VarmiBchta SltthHllimKBn nnd Notizen. —
hudt, ^B, Welaa, JdL Tamdi imd Lodw. SoliTtto. — Brleriiarten. -
- KritlKh«r Anbans: Compixitionen v
Das Lied von den sieben Worten dra Erlösers
am Kreuze.
Von Dp. Petw DpuffeL
fPortsotzang.)
n.
Aelter als die erwähnten Dmckwerke, ja überhaupt
die alteite Quelle for den Text und die Melodie
nneeres Liedes ist eine HsndBcbrift (Oodez 3027) der
k. k. Hof bibliothek zu Wien.
Beim Durchsehen einer Anzahl deutscher Lieder,
welche mein Freund Eberhard Schwickerath aas
mittelalterlichen Handschriften der ^numten Bibliothek
vor Jahren abgeschrieben hatte und uslKoget mir zur Ver-
fügung stellte, erregte ein unscheinbares Lied mit der
Ueberschrift „dy sihen wordt x' am krewtz" durch seine
seltsam geformten Noten meine Aufmerksamkeit iu hohem
Maasse. Es war jenem Codex entnommen. Begierig, das
Original genauer keimen zu lernen, erbat ich mir von
der Wiener Hofbibliothek die Handschrifl zur Durcbsicht
Hit grosser Bereitwilligkeit wurde meine Bitte erfüllt,
wofür ich der genannten BlUlothek, sowie dem Bibliotfa^ar
der Stadthibliothek zu Trier, Hm. Kenffer, als dem
Termittlar meines Gesuches, meinen besten Dank abstatte.
Der in Leder gebundene S'^-Baad besteht aus 357
gut erhaltenen BISttem von starkem Pajner und entb&It
thflils l&ngere Abhandlungen in lateinischer Sprache:
„Boberti Holkot Moralitates; Aeuigmata Äristotelis;
Imagines Fulgeutit; Declamationes Senecae"; theils kür-
zere Aufsätze in deutscher Sprache: „^on den 4 Angel-
tugenden", „Ex gestis Romauorum" (deutsch), „Der gül-
dene S^el", femer: Denksprüche, „Ein häbschen Spruch
vom schlanraS^n I^and", ein Fastnachtsspiel; „dy narren
kappen", „Snsanna nnd die 2 fiilschen Richter", sVom
phennigen", „Rumpelt und Maretbet", eine Beret^ni^
„was ein Manu vnn sein weib vu dim zw passaw ain jar
pedurpfen", ein Spottgedicht auf die Landshuter Wrainr,
„vom Kryeg der Änwen vnd der Diem" und viele andere
Gedichte religiösen und weltlichen Inhalts.
Gedichte (Lieder) mit Note% sind nur folgende
vorhanden: ,
1) „Der paur von vppigkeyt".
Dreistimmig — Discant, Tenor und Contra-Tenor —
in viereckigen weissen Hensuralnoten auf Systemen von
5 IJnieD mit diesen Vorzeichen;
' "Diic. Ten. Ooetn-Ten.
13 Strophen. Bl. 1721'— 176.
2) „Maria zur metten zeyt".
Einstimmig in schwarsen Choralnoten auf Systemen
von 4 Linien mit C-Schlüssel auf der 2. nnd 3. oberen
Linie. 8 Strophen. Bl. 210''— 212».
38
3) nWer als wer**. 4) «0 patris sapientia" in latino. Bl. 364^. Das-
Einstimmig in weissen Mensuralnoten auf Systemen selbe Lied deutsch (in vulgari). Bl. 355. Je acht
Ton 4 Linien mit folgenden Vorzeichen: Strophen.
Beide Ljeder sind mit Noten versehen — ähnlich
später: denen unter 5 — auf Systemen von 4 Linien mit C-
13 ^1 i-j r Schlüssel auf verschiedenen Linien.
6) „dy sibenwordx'amkrewtz". Bl. 297^— 298*.
3 Strophen Bl. 212»' und 213». ^'*'®' ^""^ ^^ ''^^ '''*' ^""^ "**=^ ^®™ Original:
\
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?^
f
^ / .^ u ^IS
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Sä^ffta^ Sh^^ätiA^t U Si^? ^1^7
Die Ueberschrift ist roth geschrieben, ebenso der
erste Buchstabe (D) des Liedes, der Punct im zweiten
Buchstaben und der Strich unter „Da iesus^; es sind
femer die ursprünglich schwarzen Striche zwischen den
Noten — die sich auf die Textesworte unter den Noten
beziehen — roth nachgezogen. Das Wort „ain" am
Ende der zweiten Zeile ist später in „jm" umgewandelt,
das noch zu erkennende „a** roth durchstrichen, der
Anton Rubinstein als Schriftsteller.
— „Das ist ein ausserordentliches Ereigniss", wel-
ches ,,grosses Aufsehen errregen wird" — so beginnt die
Beclame, — denn eine Becension ist es nicht — in l^o. 72 der
^ignale'^ Nun — wenn man sich ein ^^ausserordentliches
JSreigniss" für 2 Mark 60 Pfennige verschaffen kann, so darf
man sich diesen Luxus schon erhüben.
Es war dafür ge.'^orgt, dass dieses ausserordentliche Er-
eigniss uns nicht unerwartet über den Hals kam. Seit Jahr
und Tag hatte es schon gewetterleuchtet. Zuerst hiess es,
Rubinstein ,^beabsichtige", ein Buch zu schreibeu, in welchem
die musikalischen Fragen der Gegenwart behandelt werden
sollen. Die Presse spitzte pflichtschuldi^t die Ohren. Nach
einiger Zeit kam das Bulletin , Bubinstem habe „begonnen".
Abermaliges Ohrenspitzen und schüchterne Conjecturen, was
wohl in dem Buche Alles gesagt werden würde. Nach aber-
maliger Kunstpause erschien der Hofbericht, Rubinstein
„werde sich" — später „habe sich" — nach Deutschland be-
Punct auf dem „i" aber stehen geblieben: „jin".
Es folgen acht Strophen, die hier übei^angen wer-
den können.*)
Wie alt ist das Lied?
(Schluss folgt.)
•) Der Text steht abgedruckt bei J. Kehrein (a. a. 0.)
S. 198.
geben, um „in stiller Zurückgezogenheit" sein (selbstverständ-
üch bedeutendes) Werk zu vollenden.
Nun ist es da; der Berg hat die Maus geboren, und ~
diese russische Invasion wird Deutschland nicht erobern, ja
nicht einmal irgend Wem Schaden zufügen.
„Lieb Vaterland, kannst ruhig sein!"
Wenn ein Künstler ^ der sein öOj&hriees Jubil&um schon
hinter sich hat, dann erst zur Feder grem, so muss er dabei
seine ganz bestimmten Absichten haben. Er kann doch
unmöglich nur dem längst gefühlten Bedürfniss haben ent-
sprechen wollen, der Welt kundzuthim, dass seine Lieblings-
componisten Bach, Beethoven, Schubert, Chopin und
Glinka sind. Mit Ausnahme des Letzten, einer nationalrus-
sischen Specialität, die in Deutschland niemals festen Fuss ge-
fasst hat, dürfte es sehr viele, wenn auch nicht so berühmte
Menschen geben, die diesen Geschmack mit Rubinstein theilen.
Daran ist weder etwas Neues, noch Apartes zu finden. Und
was er sonst über Componisten der Vergangenheit — von
Palestrina an gerechnet — sagt, ist meist plausibel, wenn
89
auch nicht gerade neu. Er hält in leichter Gresprüchsform
einer Dame, die ihn ^jinterviewt", einen Vortrag über Musik-
geschichte, der den Vorzug der Kürze hat und namentlich
von Solchen, die von der (beschichte noch Nichts wissen, dank-
bar acceptirt werden kann. Wen es interessirt, Rubinstein's
Ansichten über seine „Yorg&nger" kennen zu lernen, erhält
genügenden Aufschluss darüber und wird finden, ' dass Rubin-
stein im Gkmzen genommen einen guten Geschmack und in
vielen Dingen ein klares XJrtheil hat, — nur nicht über die
Zeit, in dererleht, und nicht in ästhetischen Frae^en. Er
spricht immer als orthodoxer specifi scher Musikei*, nat also
von vornherein einen beschränkten G«aichtskrtiis und einsei-
tigen Standpunctj abgesehen davon, dass er, als „Selbst Aner"
(wie der selige Lachner sagte) seine „Ck>llegen** nicht unbe«
üeuigen beurtneilen kann.
Des Pudels Kern enthüllt sich, sobald er bei der neuesten
Periode unserer Musikentwickelung, bei den Neu-Romantikem,
angelangt ist. Da hört die Gemüthlichkeit auf, und er wird
sehr unane;enehm. Sich über seine „cauchemars" Berlioz,
Liszt uncL Wagner und deren Schule auszusprech<)n , hat
ihm schon lange auf dem Herzen^^gelegen, — unddasistder
Zweck dieser Brochure.
Was er über diese Meister sagt, ist uns übrigens auch
nicht neu. In seiner berüchtigten Rede, die er am Gonserva-
torium zu St. Petersburg gehalten hat, bevor er ging, um
nicht wieder zu kommen, hat er seinen Standpunct schon un-
zweideutig zu erkennen gegeben. Dass ihm damals mit einem
allgemeinen Schütteln des Eonfes erwidert wurde, genügte
ihm aber noch nicht. Er wollte seine pei'Sönlichen Bemer-
kungen fixiren, zu Nutz und Frommen Aller, die an ihn
glauben. Er wollte Wagner an die Wand drücken, er wollte
Liszt mit einer Handbewegung beseitigen und dadm^ch sein
musikalisches Gewissen erleichtem oder, richtiger gesagt,
seinem lang verhaltenen Grolle Luft machen. — Hinc illae
lacrymae.
Man könnte diese Expectorationen ganz auf sich beruhen
lassen, und die Kunstgeschichte wird darüber auch sehr ge-
lassen zur Tagesordnung übergehen. Aher da diese Herzens-
ergüsse vom Standpuncte des Verlegers ein „ausserordentliches
Ereigniss** sein sollen, das ,,gros8es Aufsehen** erregen wird, so
muss man sich das Ding doch etwas näher ansehen.
Rubinstein ist eine musikalische Erscheinung, die Viel
von sich reden gemacht hat, — allerdings weniger als Gompo-
nist, denn als irauoist. Und Das ist es eben, was ihn ver-
driesst. Er hat sein Leben lang sich abgemüht, als Gompo-
nist durchzudringen, es ist ihm aber nicht gelungen. Denn
dass der ,,Bal costumö'* und „Trot de GavaUerie", eine Bar-
carole und einige Etüden, eine Violoncellsonate, ein Trio und
verschiedene Lieder und Duette auf den Goncertprogrammen er-
scheinen, daran wird ihm wohl nicht viel gelegen sein. Diese
Auszeichnung theüt er mit Spindler, Popper, Meyer-Helmund
und vielen anderen Du minorum gentium. Wir können es
ihm nicht verdenken, wenn er höher hinaus wollte, und müssen
ihm zugestehen, dass er sich fleissig bemüht hat, den Gradus
ad Pamassum zu erklimmen.
Ist es ihm aber gelungen, den Gipfel zu ersteigen? —
Nein! — In der Kammermusik hat ihn Brahms £Eist voll-
ständig verdrängt, in der Symphonie trat ihm die Li sz ti-
sche ^hule so entschieden in den Weg, dass er überall dar-
über stolperte, und in der Oper hat er ein dreissigjähriges
Fiasco hinter sich. Eine wahre Sysiphus-Arbeit hat er
unternommen; er stiess überall auf Wagner, der ihn nicht
aufkommen Hess.
Ich habe nun zwar die intime Ueherzeugung, dass Rubin-
stein als Opemcomponist auch dann nicht auf einen grünen
Zwei^ gekommen wäre, wenn Wagner nicht gelebt hätte.
Das ist aber schwer zu beweisen. Denn ohne Richard
Wagner ist die musikalische Gegenwart gar nicht
denkbar. Ohne Anton Rubinstein ist aher die musi-
kalische Gegenwart sehr gut denkbar. Man streiche ihn
aus der Kunstgeschichte, und man wird keine Lücke entdecken.
Er ist kein „Erfinder"; er ist nur ein bedeutendes Talent,
aber kein Genie. Dafür kann er freilich Nichts, denn er ist
nun einmal so gehören. Aber soviel Selbeterkenntniss kann
man Keinem zumuthen, dass er über die Tragweite seines
Talents selbst völlig im Klaren sein könnte. Ruh in stein
hat die innerste Ueherzeugung, dass er als Opem-
componist durchgedrungen wäre, wenn Wagner
nicht gewesen wäre. Daher seine grenzenlose Wuth auf
ihn, die sich in der Brochure noch sehr gemässigt äussert,
in ungedruckten G^prächen aber ganz anders losbricht.
Ja, dieser Wagner! In richtiger Vorahnung, äBsa dieser
gefllhrliche Mann ein Revolutionär sei, stark genug, um die
Welt zu erobern, hat man sich 20 Jahre lang abgemüht, ihn
nicht aufkommen zu lassen. Es hat Alles Nichte geholfen.
Er ist Alleinherrscher der Bühne geworden, und — Mascagni
wird ihn auch nicht stürzen! Aber Mascagni hat mit seinem
einen Act schon in einem Jahre mehr Aufführungen erlebt
und mehr Enthusiasmus erregt, als Rubinstein mit einem
halben Dutzend Opern sein ganzes Leben lang. — Ist das nicht
charakteristisch?
Nun kommt eine TJeberraschung. — Gleich auf der zweiten
Seite der Brochure sagt Rubinstein: „lAit ist die Oper über-
haupt eine untergeordnete Gattung der Kunst''. Und
dieser (bedanke wird dann weiter ausgeSlhrt. — Die Trauben
sind offenbar recht sauer! Er hat grosse Anstrengungen von
Jugend auf gemacht, sich als Opemcomponist GMtung zu
verschaffen, — und nun ist die Oper mr ihn eine untergeorfuiete
Kunstgattung. Dass er, als ausgesprochener specifischer Mu-
siker, Keine Befähigung zur e^ten dramatischen Musik hat
und haben kann, aas mhlt er gar nicht. Seine BegrifGs-
Confusion kennzeichnet sich schlagend in der unglückuchen
Idee der „geistlichen Oper", — die einzige „Erfindung", die er
Sdmacht hat, und auf die er sich nicht wenig einbudet. Ein
ratorium, das man, je nach Bedürfniss im Frack im Ooncert-
certsaal oder im Costume auf der Bühne aufführen kann : das
ist seine „geistliche Oper". So weit war Händel schon
vor 160 Jahren. Und das soll lebensfähig sein!
Rubinstein verräth uns auch, weshalb er Opern ge-
schrieben hat: Erstens „hat die schnellere imd allgemeinere
Anerkennung" — wenn man sie nämlich findet — „etwas
Verflkhrerisches" ; zweitens „hat es auch etwas Verführerisches,
Götter, Könige, Priester, Helden und Bauern, überhaupt Men-
schen aller Zeiten, aller Länder, aller Artennach seiner Melodie
handeln zu sehen und singen zu hören" (er hätte auch sagen
können, nach seiner Pfeife tanzen zu lassen); drittens wird
„die Oper leichter verstanden. Abgesehen vom Interesse,
welches der Stoff des Stückes (soll wohl heissen die Hand-
lung) im Publicum erweckt, erklären ihm die Worte die Musik."
— Das sind ja recht praktische G^sichtspuncte , zu denen
jeder speculative Theaterdirector Beifall klatschen wird.
Also deshalb haben Gluck, Mozart, Weber, Wa&;ner
Opern geschrieben; sogar Beethoven ist der Versucnung
unterlegen, sich populär zu machen und bessere Honorare zu
beziehen! Das ist ein so naiver Standpunct, dass wir ihn
Rubinstein gar nicht zugetraut hätten. Wir hielten ihn we-
nigstens für zu klug, um das auszusprechen, wenn es die
geheime Triebfeder seines Opern-Ehrgeizes gewesen sein
sollte.
Ich war Ohrenzeuge, wie Rubinstein einem hervorragen-
den Gapellmeister, der ihn fragte^ was er wünsghe, von sich
aufgefunrt zu hören (der Gapellmeister meinte eine Symphonie,
Ouvertüre oder Kanmiermusik), in fast bittendem Tone erwie-
derte: „Führen Sie meine Opern auf!" — Zu mir hat er
einmal gesagt — es ist freilich schon lange her — : „Schreiben
Sie mir einen Fidelio!" Die Antwort, aie ihm daraufhätte
gegeben werden sollen: „Ja, wenn Sie einen componiren
können" — verschluckte ich damals aus Höflichheit. — Und
dabei soll man nun glauben, dass ihm an der Oper wenig
gelegen sei!
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Berioht.
Leipzig» 1. Januar 180S. So wie allerorts nahm auch in
unserem Neuen Stadttheater in den Monaten November und
December v. J. der von der Direction zur Erixmerung an die
hundertste Wiederkehr von Mozart's Todestag, den 6. Dec.,
angesetzte Mozart-Gyklus das Hauptinteresse in Anspruch;
er bestand bei uns aus sechs Abenden, und zwar der „Zauber-
flöte" (29. Nov.), der „Entführung aus dem Serail" (80. Nov.),
„Figaro's Hochzeit" (2. Dec.), dem „Don Juan" (4. Dec.), einem
40
Mozari-Coacert mit sich anschliessendem Festspiel (6. Dec.)
uad endlich aus ^Cosi ÜBin tutte" und dem „Schauspieldirector"
(6. Dec). „Idomeneus" und „Titus" waren also, wie man aus
dieser Au&tellang ersieht, tibergangen worden. Doch gern
hätte laansich diese beiden zuletztgenannten Opem geschenkt^
wenn Das, was geboten wurde, der Mozart'schen Werke über-
haupt und einer solchen feierlichen G^egenheit im Beson-
deren würdig gewesen wäxe. Und das war es nicht. Zuge-
geben, dass die Direction durch die schwere Erkrankung un-
seres Aleistersangetrs Schelper (zu aller Freude und Genug-
thuung yemimmt man mit Bestimmtheit, dass derselbe bald
wieder ganz von seinem Augenleiden hergestellt und der Kunst
zurückgegebeöi sein wird), sowie durch Sie Unpässlichkeit des
Frl. Doxat und der Frau Baumann in ein böses Dilemma ^-
rathen war und oft nicht wusste, wo aus, noch ein ; verschie-
dene Vorkomnmisse bei den betreffenden Auffuhrungen hatten
aber mit den obenerwähnten Ereignissen Nichts zu thun und
wären bei sorgfaltigerer Vorbereitung ohne Zweifel zu ver-
meiden gewesen, lak denke da speoiell an den „Don Juan'':
die Wiedergabe des unsterblichen Werkes stand in umgekehr-
tem Yerhl^iniss zu seiner Bedeutung und war geradezu eine
Sdliande für ein Kunstinstitut wie das Leipziger Theater;
SQgar unser sonst doch wirklich nachsichtiges und mit Allem
zvariedenes Publicum schien das Unpassende und Schmähliche
der Situation zu empfinden: es wies die Wenifi^en, die ent-
weder aus Gewohnheit, Dummheit oder „Pietät" rar sonst Wen
nach Schluss des ersten Actes klatschten, durch energ^ches
Zischtti lurück, — und zwar mit B.echt, denn mehr in die
Brüche gehen, als damals, kann unserer Meinung nach das
betrefBsnde Finale überhaupt nicht, es war Alles „ausser Band
und Bcuid". Dass die übrigen Ensemblesätze nicht viel besser
gingen, braucht wohl nicht besonders erwähnt zu werden.
Die oololeistungen des Abends waren von verschiedenem^erthe :
Hr. Grien auer, der aus Cöln für die Titelpartie herbeigerufen
worden war, konnte weder gesanglich, noch darstellerisch ge-
nügen: in ersterer Beziehung reichen für so eine anspruchs-
vofie Bolle wie den Don Juan bei ihm weder die Stimme
selbst, noch die Schule, die dieselbe genossen, noch die natür-
lichen musikalischen Anlagen au& — und in der anderen Be-
ziehung glich er eher einem auf Liebesabenteuer ausgehenden
Fleischermeister, als dem vornehmen, eleganten Spanier. Die
Donna Anna sang das in letzter Stunde hercitirte Frl. Ealph
aus Altenburg (an Stelle des erkrankten Frl. Doxat). Wenn
man alle Umstände ins Auge fasst, unter denen sich Frl. Balph
bei uns anführte, die Schnelligkeit, mit der sie die schwierig
Partie Übernommen, das leicht erklärliche Lampenfieber, mit
dem sie sichtlich zu kämpfen hatte, und wenn man schliess-
lich dem allgemein circulirenden Gerüchte, dass sie die
Bolle überhaupt zum ersten Male sänge, Glauben schenkte,
so konnte man von der Gesammtleistung keinen ungünstigen
Eindruck empfEuigen und dürfte der jungen Dame eine wenn
auch nicht grosse, so doch hübsche Garri^e prophezeien. Den
Lichtpunct der Aufführimg bildete die ausgezeichnete Elvira
der Frau Baumann (die sich damaJs schon wieder vollstän-
dig im Besitz ihrer schönen Stimmmittel sah) und derLepo-
reUo des Hm. Knüpf er; Hr. Neldel war ein guter Masetto
und Hr. Wittekopi ein überzeugend wirkender Gouverneur.
Frl. Mark und Hr. Merkel, sie Beide bei ihrer hohen musi-
kalischen Begabung sonst fast stets absolut sicher, liessen
sich dieses Mal leider von der allgemein herrschenden Un-
sicherheit anstecken, und so kam es, dass Zerlinchen und
Octavio sich ein paar recht anti-Mozart^sche Sachen gestatteten,
doch verzieh man ihnen das in Hinblick auf die trefflichen
Gesammtleistungen, die sie boten, herzlich gern. Eine bei-
nahe ebenso wenig genügende Aufführung wie die des „Don
Juan" war die der „Zauber flöte". Hier muss auch das
Orchester ein scharfer Tadel treffen, das unter Hrn. Capell-
meister Paur Mozart's wahrlich nicht würdig spielte, geraaezu
bemitleidenswerth aber sangen die drei Damen (Frls. Galm-
bach, Eibenschütz und FrauDuncan-Ghambers), nicht
viel besser die drei Genien. Ein wirklich guter Sarastro ist
Hr. Wittekopf, Hr. Merkel gab sich als Tamino viel Mühe,
Frau Bau mann (Königin der Nacht) litt schon zu sehr unter
ihrer Lidisposition, um ihre Kräfte voll entfalten zu können.
Die kleineren Bollen waren theils gut, theils weniger gut be-
setzt, auf alle Einzelnheiten einzugehen verbietet uns der
Mimgel an Baum. Einen ungleich l^sseren Eindruck als die
soeben besprochenen Vorstellungen machte die der „Entfüh-
rung aus dem Serail", sohade nur, dass Frau Baumann
(Gonstanze) ^;änzlich indisponirt war, und dass für das eben-
falls unpäiehche Frl. Mark, die das Blondchen gelegentlich
einer Aufführung des Werkes am 8. Nov. so entzückend ge-
sungen, Frau Porst hatte einspringen müssen: damit soU
aber andererseits nicht gesagt sein, dass Frau Porst irgend
Etwas verdorben habe, die äusserst strebsame Künstlerin ver-
dient vielmehr für ihre Vielseitigkeit und für ihren Fleiss,
durch den sie ihr Be{)ertoire in neuester Zeit sehr erweitert
hat, volles Lob ; dass sie jedoch mit Frl. Mark nicht concurriren
kann, wird sie selbst gern einräumen. Hr. Merkel war ein
recht annehmbarer Behnonte, gesanglich wie schauspielerisch
von gleicher Güte und Vollendung waren der Gsmin und der
Pednilo der HH. Wittekopf und Marion. Li „Figaro's
Hochzeit", diesem köstlicnen Meisterwerke , an dem man
sich nie satt hören kann, sang an Stelle der Frau Baumann
^die Bolle der Susanne Frl. Stolzenberg vom Stadttheater
'in Düsseldorf als Gast; wir haben uns über die Bekanntschaft
mit der jungen Dame aufrichtig gefreut, denn wir lernten in
ihr eine Künstlerin kennen, die oei Über jeden Zweifel er-
habener Begabung etwas Tüchtiges gelernt hat und sich mit
ihren Leistungen überall sehen lassen kann, schade, dass die
Stimme nur Mein ist, ein Umstand, der sich in der bekannten
Fdur-Arie des letzten Actes am auffälligsten bemerkbar
machte. Dass ihr in dem Duett mit dem trafen zu Anfang
des zweiten Actes Einiges „passirte", wird man ihr bei dem
fremdenEnsembleetc. nicht weiter übel nehmen ; allerliebst hat
Frl. Stolzenberg die Bolle gespielt, am besten in den komischen
und neckischen Situationen. Unsere einheimischen Künstler
und Künstlerinnen boten in dieser Aufführung auch fast Alle
recht Gutes, Frl. Mark hatte sich in der Partie des Pagen
gegen früher noch vervollkommnet, Frl. Oalmbach gabach
als Gräfin zweifelsohne viel Mühe, und wenn sie doch auf
keinen grünen Zweig kommen kann, so liegt das an der
mangelhaften Ausbildungihrer Stimme; Hr. Knüpf er ist ein
trefflicher Figaro, und Hr. Demuth war ein sehr cavalier-
mässiger Graf. Die beste der unseren Mozart-Cyklus umfas-
senden OpemauffÜhrungen war zweifelsohne die von „Gosi
fan tutte", alle Mitwirkenden — Frau Baumann (Leonore),
Frl. Pewny (Dorabella), Frl. Mark (Despina), sowie die HH.
Marion (Fernando) und Schmidt (Guguelmo) als Gast von
der Berliner Hofoper — standen auf der Höhe ihrer Aufgaben
und ergänzten sich zu einem trefflichen Ensen^ble. Eine nicht
minder crute Wiedergabe fand die darauf folgende Gperette
„Der Sohauspieldirector", um die sich in erster Linie die
Damen Baumann und Mark (Antonie Lange und Mademoi-
selle Uhlich), sowie die HH. Knüpfer una Marion (Schi-
kaneder und Mozart) verdient machten; mit dem österreichi-
schen Dialect standen die Herrschaften freilich zum Theü auf
etwas gespanntem Fusse. Um den Bericht über den Mozart-
Cyklus an unserem Theater zu ergänzen, sei zum Schluss noch
ein Wort über das nur aus Gompositionen des Meisters be-
stehende Concert am 5. Dec. gesagt. Es wurde eingeleitet
durch die GmoU-Symphonie, die — wie alle Orchestersätze —
von Hm. Capellmeister Paur dirigirt wurde und eine äusserst
schwungvolle, dabei auf die Intentionen des Tondichters fein-
sinnig eingehende Wieder^be fand, worauf Hr. Prof. Dr.
Bei necke mit seiner in dieser Materie wohl kaum zu über-
bietenden Meisterschaft das GmoU-Clavierconcert spielte und
sich damit nicht enden wollenden, stürmischen Beifall errang.
Wenn Frau Bau mann sich nach diesem Biesenerfolge auf
der Höhe der Situation zu erhalten vermochte, so ist dies
wieder einmal ein Beweis für ihre auserlesene Künstlerschaft:
sie sang aber auch die Lieder „Ver«ss mein nicht, wenn dir
die Freude winkt", „Der Sylphe des Friedens" und „Un moto
di eioja" so hochvollendet und so entzückend, dass man gern
noch mehr gehört hätte. Es folgte, von den HH. Goncert-
meister Prill und Unkenstein aufs Feinsinnigste wieder-
gegeben, die Symphonie concertante für Violine und Viola und
zum Schluss noch die Ouvertüre zu „Titus" ; auch der Leser
wird vielleicht das Gefühl bekommen haben, dass das Pro-
gramm des Ooncertes zwar sehr interessant zusammengestellt,
aber doch etwas zu umfangreich war: weniger wäre wieder
einmal mehr gewesen, zumal da nun noch das ebenfalls ziem-
lich ausgedehnte Festspiel „Der Zauberstab" von Wilhelm
Henzen folgte, an dessen AusfÜhrxmg sich die ersten Mit-
glieder unseres Opern- und Schauspielensembles betheiligten,
und von dem nuin zwar nicht leugnen kann, dass es seinen
Zweck — eine Verherrlichung und Apotheose Mozart*s —
erfiillt, das aber in seinem zweiten Theile die einzelnen
Scenen und Situationen viel zu gewaltsam und unnatürKch
herbeiholt und zu viel Geschraubtes und Outrirtes enthält,
als dass Einem dabei hätte so recht wohl zu Muthe werden
können.
41
Soviel über den Mozart-Oyklus. Es er&bri|^ noch, über
die sonstigen Vorkommnisse in den Monaten November und
December an unserem Theater, die von allgemeinem Interesse
sein können, kurz Bericht zu erstatten. Meister Wagner war
nur mit vier Werken, die Jedes eine Wiedergabe erfuhren,
vertreten*), nftnüich den „Meistersingern'' (11. Nov.), der
„Oötterdämmerung" (18. Dec.), dem „Tannhäuser"
(18. Dec.) und dem „Liohengrin*' (25. Dec). Inder „Götter-
dämmerung*' sang Frl. Doxat zum ersten Male bei uns die
Brünnhüde, und nachdem sie mit ihrer Bezia im „Oberon''
am 8. Nov., der Donna Anna im „Don Juan** am 15.Dec. und
der Valentine in den „Hugenotten*' am 26. Dec. ob ihrer un-
Teinen Intonation und des lästigen Tremolo allgemeinen XJn-
-willen erregt, hat sie sich durch die Ausfuhrung dieser an-
roruchsvollen Partie erfreulicher Weise sowohl mit dem Pub-
licum, als mit der Kritik wieder versöhnt: wenn auch die
alten Fehler noch nicht ^anz verschwunden waren — speciell
im höchsten AiFect intonirte sie üßt regelmässig zu hoch — ,
so war ihre Brünnhüde doch so naturwahr und wirkte in den
entscheidenden Momenten so unmittelbar überzeugend, ja
förtreissend, dass man seine aufrichtige Freude haben musste
und zu den schönsten Hofinun^n für die Zukunft berechtig
sein darf. Im Uebrieen war die beregte „Götterdämmerung**-
Aufführung— abgesehen von dem sehr achtenswerthen Hagen
des Hm. Wittelopf und der brillanten Ausführimg des
Bheintöchter-Terzetts durch die Damen Baumann, Mark
und Duncan-Ghambers — eine sehr massige, die Nomen-
und Waltrauten-Scene mussten, horribile dictu, wejB;en Erkran-
kung einer Künstlerin ganz wegbleiben, der Siee^ed des
Hrn. de Grach war noch vollständig unfertig, ebenso der
Günther des Hm. Demuth und die Gutrune des Frl. Calm-
bach. Ais Tannhäuser gastirte Hr. Zeller aus Weimar,
dessen Leistung in dieser Partie gelegentlich der Bayreuther
Bühnenfestspiek an dieser Stelle eingehend besprochen wor-
den ist. Frl. Pewny, die mit Jedesmaligem Auftreten sich
verbessert, sang zum ersten Male die Venus mit achtens-
werthem Gelingen. Zum 8chluss sei noch erwähnt, dass am
11. imd 16. December Hr. Gerhartz aus Braunschweig ein
zweimaliges GhbStspiel bei uns als Troubadour und Faust in
Gounod's „Margarethe" absolvirte und sich dabei als ein wohl-
gebildeter kluger mit leider fär eine grössere Bühne zu
schwachen Affiiteln erwies; sein Spiel war auch noch zu
indifferent, um irgend welchen landruck hervorrufen zu
können. Wenn noch hinzugefügt wird, dass in der eben-
erwähnten „Troubadour''-Au&Ührung Hr. Staegemann unserer
Backfisch-Generation eine Biesenfireude gemacht und ihren
zuckersüssen Hm. Perron als Luna hatte ^^iren lassen,
und wenn wir noch an das von anderer Seite besprochene
höchst glückliche Debüt des Frl. Do enges als Agathe erinnern
— dann dürften alle wahrhaft wichtu^n Erei^iisse, die un-
sere Oper zum Schluss des Jahres 1^1 brachte, in Erwäh-
nung gezogen worden sein. F. B. Pfau.
Conoertumsohau.
Angers. 9. Aboim.-Conc. der Assoc. artist. (Frömaux):
Svmph. V. A. Savard (unt. Leit. des G:>mp.), Ouvertüre zu
„Figaro's Hochzeit" v. Mozart, Marche joyeuse v. Chabrier,
-^ymön^" a. „Esclarmonde*' v. Massenet, Violinvorträge des
Hrn. B<&my.
Annaberg. 5. Museumsconc. (Stiehler): Orchestersuite
a. „Peer Gynt" v. Grieg, „Titus"-Ouvert v. Mozart, Solo-
vorträge des Frl. Mandem (G^., „Sappho'' v. Volkmann,
„Du meiner Seele schönster Traum" von Lassen, „Blumen-
orakel*' V. Mascagnieto.) u. des Hm. Stiehler (Olav., 4. Conc.
V. BubinsteiiL ^ema u. Melodie v. Moszkowski u. Oon-
certwalzer v. W^ieniawski).
Amhelm. Am 22. Dec. Aufführ. v. Mendelssohn's „Elias"
durch den Ghesangver. „Euphonia" unt. Leit. des Hm. Me^jroos
u. soLLst. Mitwirk, der Frau Mensing-Odrich a. Aachen, des
'*') Es dürfte nicht uninteressant sein, an dieser Stelle eine
Uebersicht sämmtlicher Wagner- AufiEÜlhrungen, die im ver-
fangenen Jahre an unserem Theater stattfemden, einzuschalten.
Es mnden deren im Ganzen 48 statt, davon fielen auf „Tann-
häuser" 18 (4 Mal in der alten, 9 Mal in der neuen Bearbei-
tung), -Lohenmn'' 8, „Die Meistersinger^ 6, ^Bienzi", JDer
fliegende Hol&nder^, „Die Walküre*^ je 8, „Tristan und
Isoße", „Das Bheingold^, „Götterdämmerung" je S und „Sieg-
fried" 1.
Frl. Snijders a. Delft u. der HH. Litzinger a. Düsseldorf u.
Prof. Schmidt a. Berlin.
Baden-Baden. 8. Abonn.-Conc. des städt. Gurorchesters
(Krasseltsen.): „Fidelio"-Ouvert. v. Beethoven, Bacoczy-Marsch
V. Berlioz, Solovorträge der HH. v. Löwenberg a. Berlin((}es.,
Frühlingslied a. der „Walküre" v. Waffner, „Die Prinzessin"
V. Grieg etc.) u. Sauer a. Dresden (Clav., Cmoll-(3oncert v.
Saint-Saöns, „Liebestraum" v. Liszt etc.).
Baltimore. 8. Becital v. Rieh. Burmeister's Histor. Cycle
of thePiano-Sonata: Sonaten v. Liszt (Hmoll), Grieg (EmoU)
u. Brahms (Gdur).
Basel. 5. Abonn.-Gonc. der Allgem. Musikgesellschaft
(Dr. Volkland): 8. Symph. v. Beethoven, Ddur-Suite v. S. Bach,
„Freischütz"-Ouvert. v. Weber, zwei schwed. Volksmelodien,
f. Streichorch. v. Svendsen, Gesangvortrfl^eie des Bm. Plank a.
Oarlsruhe (Lied an den Abendstem a. „^fiuinhänser" u. Wo-
tan's Abschied von Brünnhüde a. der „Walküre" v. Wagner,
„Von ewiger Liebe" v. Brahms etcj.
Berlin. 6. Symph.- Abend der k. Gap. (Sucher u.Weingart-
ner) m. Compositionen v. Beethoven: 8. u. 7. Symph., Ouver-
türen zu „Egmont" u. No. 8 zu „Leonore", Arie „Ah, perfido"
(Frl. Leisinger). — 2. Conc. des Philhum. Chors (Ocha) mit
Compositionen v. Beethoven: „Meeresstille und glückliche
Fahrt", Musik zum Festspiel „Die Ruinen von Athen" (Soli:
Frl. Berg u. Hr. König), Schott, u. Engl. Lieder f. Sopr. (Frl.
Berg), Clav., Viol. u. Violonc, Violmconc. (Hr. Prof. Dr.
Joachim).
Bern. 2. Abonn.-Conc. der MusikgeseUschaft (Munzinger) :
Esdur-Symph., „Zauberflöten"-Ouvert. u. l^aurerische Trauer-
musik V. Mozart. Ciaviervorträge des Hm. Blumer a. Strass-
burg i. E. (Gmoll-Conc. v. Saint-Saöns etc.).
Bielefeld. 1. Conc. des Musikvereins m. Mendelssohn's
„Elias" unt. Leit. des Hm. Zuschneid a. Minden und Solist.
Sütwirk. des Frl. Oberbeck a. Berlin, einer ungen. Altistin u.
der HH. Kirchner a. Berlin u. Brune a. Hannover.
Boston. Concerte des Boston Symph. Orcheetra (Nikisch) :
No. 6. „Lenoren"-Symph. v. Raff, Ouvert. zu „Le Roi d'Ys"
V. Lalo, Solovorträge des Frl. Hall (G«s., Ballade v. Hen-
schel etc.) u. des Hm. Loeffler (Viol., Suite „Les VeiUöes de
l*Ukraine" eig. Comp.). No. 7. Cdur-Symph. von Schubert,
Ouvert. zu „Iphigenie in Aulis" v. Gluck (m. Rieh. Wagner's
Schluss), Violinoono. v. Brahms (Hr. Brodsky). No.8. 4.dyin-
phonie v. Beethoven, „Cameval in Paris" v. Svendsen, „Eu-
ryanthe"-Ouvert. v. Weber, Ciaviervorträge des Hxn. Pade-
rewski CAmoll-Conc. eig. Comp. etc.). No. 9 m. Compositionen
V.Mozart: Esdur-Symph., „Zauberflöten" -Ouvert., Maurerische
Trauermusik, Arien (Frau Fursoh-Madi). No. 10. Oceansymph.
V. Rubinstein, Vorspiel zu „ParsifiEd" v. Wagner, Fdur-
Conc. f. Streich- u. zwei Blasorchester v. Händd.
Bremen. 8. Kammermusik Bromberger-Skalitzky unter
Mitwirk, der Frau üzielli a. Frankfort a. M. (Ges.) und der
HH. Blome (Bratsche) u. Prof. Hausmanna. Berlin (Violonc):
GmoU-Clavierquart. v. Brahms, Stücke im Volkston f. Clav,
u. Violonc. V. Schumann, Soli f. G^. v. Brahms („Botschaft",
„Immer leiser wird mein Schlummer" u. „Ständcnen") u. A.
u. f. Violonc. V. Bruch (Canzone). — Conc. der Sängerin Frl.
Polscher a. Leipzig unt. Mitwirk, des Pianisten Hm.^Förster
V. ebendaher u. des Violoncellisten Hm. Smith v. hier: Clav.-
Violoncellson. v. Grieg, Soli f. Qtee. v. Liszt („Mijgnon"),
Schumann, W. Fritze UDas verlassene Mädchen"), Corne-
lius (nD&r Liebe Lohn"), W. Berger („Ach. wer das doch
könnte"), AI. Hollaender („Nacht"), C. Reinecke LLuft-
schloss") u. Harthan (Wiegenlied), f. Clav. t. Ralf („La
FUeuse"), Liszt (Tarantelle a. „Venezia e Napoli") u. A. u.
f. Violonc. V. H. Sitt (Fdur-Romanze) u. Popper (Gavotte).
Breslau. 6. Abonn.-Conc. des Bresl. ()rch.-Ver. (Maszkowski)
m. Compositionen v. Beethoven unt. Mitwirk, der Frls. von
Sicherer u. Gareissen a. München u. der HH. Hintzelmann u.
Staudigl a. Berlin, sowie der BresL Singakad.: 9. Symphonie,
„Corio£ui"-Ouvert., „Benedictns" a. der Missa solemnis u. Arie
^h, perfido". — 12. Symph.-Conc der Bresl. Conoertcapelle
(Riemenschneider): „Inneren" -Symph. v. Raff, Festpraelu-
diumf. Orch. v. G. Riemenschneider, „FMilings-Morgen-
ständchen" v. P. La comb e u. a. Orohestemummem, Gesuig-
vorträge des Frl. Michalke (Lithauisches Wiegenlied&hen,
„Verrath" v. Meyer-Helmnnd etc.).
Brüssel. 1. Pop. Conc. (Dupont): „Don Juan" v. Rieh.
Strauss, „Sakuntala"-Onvert. v. Goldmark, Serenade und
„Rdverie Orientale" v. Glazounow, Ciaviervorträge des Hm.
Guri(^x (Cono. v. Tschalkowsky etc.).
Büekeburg. 8.Aufföhr. des Oratorienver. (Sahla): „Der
42
entfesselte Fromethens'' (Vorspiel u. Chöre) v. Lisztm. dem
verbind. Ged. v. Bich. Pohl, Schicksalslied f. Chor u. Orch.
V. Brahms, Arie „Ghrosser Herr u. König" v. S. Bach (Hr,
Bnme a. Hannover).
Dessau. 2. u. 3. Abend des Kammermusikver. : Gmoll-
Glavierqoart. v. K 1 u e h a r d t, Gt moll-Clävierquart. v. B r a h m s,
Streichquartette v. Seethoven (Op. 74) u. Schumann (Op. 41,
No. 1). (Ausftihrende: HH. Klughardt [ClavierJ, Seitz, Voss,
Weise u. Jä«;er [Streicher].)
Dflren. Conc. der Liedertafel (Necke) unt. gesangsolist. Mit-
wirk, des Frl. Heyer a. Elberfeld u. des Hm. GrotzfeM a. Aachen
am 6. Dec: Ouvertüren v. Mendelssohn u. Herold, „Vor der
Kloeterpforte** f. Soli. Prauenchor u. Orch. v. E. Grieg, Ein
Seistlich Abendlied i. Tenorsolo. eem. Chor u. Orchester v.
lein ecke, „FrühHngsbotschaft^ f. gem. Chor u. Orch. von
Gade. Frauenchor „Schlaf, edles Kind" m. Streichorch. von
CheruDini, Chorlieder v. Mendelssohn u. Schumann, Gtesang-
soli V. Rossi, Edm. Kretschmer (Frühlinfi;8lied) , F. Ries
(„Am Rhein^), Franz („Für Einen*'), Ad. Jensen („0, lass
ddch halten") u. W. Berger („Ach, wer das doch könnte**).
Blsenaeh. 3. Conc. des Musikver. (Prof. Thureau): Cdnr-
Symph. V. Schubert, „0ssian"-0uvert. v. Gade, Solovorträge
des IVl. van Messen a. Dresden (G«s., Friihlingsarie v. Saint-
Sadns, „Obdach" v. R. Hahn, „Wie bist du, meine Koni-
ein" V. Brahms u. „Zur Drossel sprach der Fink" v. d' Al-
bert) u. des Hm. Petri v. ebendaher (Violine, 1. Concert v.
Bruch, Romanze v. Thureau etc.).
mi>epfeld. 3. Abonn.-Conc. (Dr. Haym): „N&nie" f. Chor
u. Orch. V. Brahms, Prolog (Mozart betr.) v. Dr. W. Bloem
(Frl. Willig), Esdur-Symphonie, Arie „A questo seno" (Fitiu
Schröder-lSuafistaengl a. Frankfurt a. M.) u. Requiem (Frauen
Schröder-Hanfstaengl u. Wirth a. Aachen u. Hfi. Doerter a.
Mainz u. Nöthj^; v. hier) v. Mozart.
Brfart. (x»ncerte des Soller'schen Musikver. (Büchner):
15. Oct. 4. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Cherubini u.
Weber („Rüllezahl"), Sylphentanzv. Berlioz, Gesanrvorträge
des Frl. v. Sicherer a. München („Feldeinsamkeit" v. Brahms,
Maüied v. Reinecke, „Die Bekehrte" v.M. Stange, „StAnd-
chen" V. R. Straussetc.). 5. Nov. 8. Symph. v. Mendelssohn,
Ouvertüren v. Mendelssohn u. Rietz, Violinvortrftge des Hm.
Zajßc a. Berb'n. 8. Dec. Streichquartette v. Haydn (Bdur),
Mozart (Cdur) u. Beethoven (Op. 59, No. 2). (Ausführende:
HH. Hollaender, Schwartz, Kömer und Hegyesi a. Cöln.) —
Conc. des Männergesangver. (Sie&rth) am 26. Nov. : llfilnner-
chöre v. H. Kornhass („Hymne an das Vaterland"), P. Ge-
bauer („Der Glaube der Freundschaft"), G. Schreck („Wo
ist Gott"), Engelsberg(„AnnabellLee"),F. Hegar(„Todten-
volk"), A. Bungert (,|Erinnerun^"), Th. Krause („Ln Grase
thauts"), C. Goepfart („Am Chiemsee") und Rosenmeyer
(Volkslied)^ sowie Volkslied „Herzdrücken", Tonsatz v. F. M.
Böhme, Violinvorträge des Hm. Franke a. Weimar (1. Conc.
V. Bruch etc.).
Frankfurt a. M. 4. Kammermusikabend der Museums-
geeellschi^: Cdur-Streichquint. v. Beethoven, GmoU-Clavier-
quart. v. Brahms, Dmoll-Streichquart. v. Mozart. (AüsftÜi-
rende: Frl. Eibenschütz [Clav.] und HH. Prof. Heermann,
Naret-Koning, Bassermann, Welcker u. Becker [Streicher].) —
5. Museumsconc. (Kogel): Waldsymph. v. Raff, „Orpheus" v.
Liszt, Ouvertüren v. Mendelssohn („Hebriden") u. Beethoven
(No. 8 zu „Leonore"), Claviervortrftge des Hm. Sauer a. Dres-
den (Cmoil-Conc. v. Saint-Saöns etc.).
Genf. 5. Abonn.-Conc. im Stadttheater (W. Rehbers^):
8. Symph. v. Brahms, Ouvert. „Meeresstille und glücklicne
Fahrt" v. Mendelssohn, Scene u. Walzer a. dem Ballet „Gretna-
Green" v. Giraud, Ddur-Menuett f. Streichorch. v. H&ndel,
Violoncellvorträge des Hm. Becker a. Frankfurt a. M. (Conc.
V. Saint-Saöns, „Kol Nidrei" von Bruch, Taranteile von
Popper etc.).
Oent. 8. Conservatoriumsconcert: 4. Sym]ph. v. Mendels-
sohn, „Eur9Bnthe"-Ouvert. v. Weber, „Lohengrm" -Vorspiel v.
Wagner, Psalm 62 f. Chor v. F. A. Gevaert, Violinvorträge
des Hm. J. Smit (8. Conc. v. Saint-Saöns, Romanze v.
Kes etc.).
Gera. Conc. des Musikal. Ver. am 14. Dec.: Octett von
Schubert, Jagdchor und Wein- und Tanzchor a. den „Jahres-
zeiten" V. Haydn, Basslieder v. Tschirch („Winter"), Pressel
u. W. Hill („Das Herz am Rhein"), Variat. f. Clar, v. Berr
(Hr. Hässner). — 1. Kammermusikabend: Gmoll-Clavierquart.
V. Mozart, Streichquart. Op. 18, No. 1, v. Beethoven, 2. Clav.-
Violinson. v. Grieg. (Ausführende: HH. Kleemann [Clav.],
Jäger, Grümmer, wipel u. Kliebes [Streicher].)
Herzogenbuseh. 0)nc. der Liedertafel „Oefening en Uit-
spanning" (Bouman) am 16. Dec.: 3. Ouvert. zu „Leonore" v.
Beethoven, Orchesterlegende „Zorahayda" v. J. S. Svendsen,
„Gtebet" f. Männerchor u. Altsolo m. Orch. v. F. Bouman,
Männerchöre v. Massenet („Amour"), B. Zweers („Scheme-
ring") u. Kjerulf („Brautfahrt in Hardanger"), Solovortrftge
des Frl. Eberle a. Rotterdam (Ges., Scene a. „Achilleus" v.
Bruisiv lyZwiflgeaang." v. J. C. Visser, JDas Mädchen und
der Schmetterling" v. d' AI her tu. „Vergebliches Ständchen"
V. Brahms) u. des Hm. Gregore witsch a. Moskau (Violine,
2. u. 1. Satz a. dem Conc. v. Moszkowski, „Legende" von
Wieniawski u. „Zij^eunerweisen" v. Sarasate).
Hildesheim* Kirchenconc. des Oratorienver. (Nick) am
6. Dec.: Requiem v. Mozart; Psalm 18 v. Liszt, Adventlied
V. Draeseke. — Damenabend des Ver. f. Kunst u. Wissen-
schaft am 15. Dec. m. Solovorträgen der Frls. Herms a. Ber-
lin (Ges., „Die Wanderschwalbe" v. Rubinstein, „Rastlose
Liebe" v. 0. Eichberg, „Ich ging im Wald" v. B. Horwitz,
„Wecewart" v. Sommer, „Unruhige Nacht" v. Thi er f eider
u. „Wie er heisst" v. Heymann-Keinick) u. Koch v. eben-
daher (Clav., 8. Ungar. Rhaps. v. Liszt etc.).
Homburg v. d. H. Abonn.-Conc. im Curhaus fTömlich)
am 19. Dec.: „Au Village", Seines po6t. v. Godard, „Phftd-
ra"-Ouvert. V.Massen et, oolo vortrage des Frl. Haas a. Mainz
(Ges., Arie „Die Sonne, sie lachte" v. Saint-Sagns, „Träu-
me" V. Wagner, „Die Bekehrte" v. Stange etc.) und dee
Hm. A. Krasselt a. Baden-Baden (VioL, 9. Conc. v. Spohr u.
zwei Sätze a. dem 1. Conc. v. Vieuxtemps).
Jena. 4. Akad. Conc. (Prof. Dr. Naumann): 5. Symph. v.
Beethoven, Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt" v»
Mendelssohn, Solo vortrage des Frl. vanNiessen a. Dresden (G^..
Arie v. Glu<^, „Liebes^nss" v. R. Becker, „Blumenorakel"
V. Mascagni u. Wiegenlied v. Petri) u. des Hm. Petri v.
ebendaher (VioL, Romanze a. Op. 86 v. Rubinstein etc.).
Imuibmek. Ausserordentl. Conc. des Musikver. (Pembaur)
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Wölfel a. Wtkrzburg u. der HH.
Schulz-Domburg u. Andre (Ges.), sowie des Hm. Labor aus
Wien (Org.) am 19. Dec. : «^^ Feuerkreuz" f. Soli, Chor,
Orch. u. Org. v. Bruch, Soli f. Ges. v. Beethoven u. C. Krebs
(2, Vater unser") u. f. Org. v. S. Bach (Cmoll-PassacagÜa) und
Händel (Bdur-Oono.)
Kempten. Conc. des „Liederkranzes" (Gteiger) am 5. Dec. :
Sechs Altniederländ. Volkslieder, f. Männerchor u. Soli mit
Clav, bearbeit. v. Kremser, „Zigeunerleben" f. gem. Chorm.
Clav. V. Schumann, Hymne „Preis dir, Gk>ttheit" v. Mozart
f. do., Männerchöre v. Mozart u.Zenger(„Dörpertanzwei8e"),
Frauenchore ^Die Libellen" und „Im Frühling" v. Bargiel,
Sextett a. „Figaro's Hochzeit" v. Mozart, Soli f. Qtea. v. Mo-
zart, C. Geiger („Gteheimniss"), Schumann u. Rubinstein
(„Der Asra") u. f. Clav. v. Mozart (Phant. u. Cmoll-Sonate).
Kiel. 56. musikal. Abendunterhalt, des Düett.-0rch.-V6r. :
Ddur-Seren. f. Orch. v. Mozart, zwei Island. Melodien, f. Streich-
orch. V. Svendsen, Cavatine f. Hom v. Weber-Franz (Hr. Ja-
kobs^. — 17. Kammermusikaufföhr. desselben Ver.: GmoU-
Streichquart. v. Haydn, CmoU-Claviertrio und Fdur-VioUn-
romanze v. Beethoven, Andante a. dem Amoll-Violoncellconc.
V. Goltermann.
Leipzig. 12. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof.
Dr. Reinecke): Gdur-Symph. v. Haydn, Orchesterle«;enden
Op. 69, No. 6 u. 8, V. Dvofäk, Solovorträge der Prfi. Lei-
singer a. Berlin (Ges., . Wiegenlied v. Brahms, „Mein Lieb-
ster ist ein Weber" v. Hildach etc.) u. - Eibenschütz a. Wien
(Clav.,-7,0ampanellB" -v. Paganini*Liflgt etc.).
Linz. 9. Kammermusixconc. der HH. Schreyer (Clav.) u.
Kuhns (Viol.) unter Mitwirk, der HH. v. Neumann -SpaÜart,
Sohweinitzer u. Schober (Streicher): GmoU-Clavierquartett v.
Mozart, Streichquart. Op. 18, No. 6, v. Beethoven, Amoll-
Clav.-Violinson. v. Schumann. — 3. Conc. des Mumkvereins
(Schreyer) m. Compositionen v. Mozart: Festgedicht, verf. u.
vorgetr. v. Hm. Dr.TTeutschraann, Esdur-Symph., Maurerieche
Trauermusik, „Ave, verum corpus" u. Bdur-Clavierconc. (Hr.
Schreyer).
lliaillüielin. 4. Akad.-Conc. (Frank): 3. Svmph. v. Beet-
hoven, Ouvertüren v. Goldmark („Salnintala") u. Beethoven
(„König Stephan"), Solovorträge | der Frau Seubert von hier
(Ges., „Der Sandträger" v. Bungert, „In Lust und Schmerzen"
v. Cornelius u. ^ein Stem*^v. Mascagni) und des Hm.
Wille a. Leipzig (violonc, Hmoll-Conc. u. „Am Springbrun-
nen" V. Davidoffi Seren, v. Sitt etc.). — Weihnachts-Orgel-
vortrag des Hm. Hänlein unt. Mitwirkung des Ver. f. class.
Kirchenmusik am 18. Dec.: Chöre v. C. Kiedel („Maria im
43
Walde^ u. „Christkindleiiis Bergfahrt") u. Sucher, Soloquart,
^it Fried und Freud fiahr ich dahin** a. 0. Devrient's Luther-
Festspiel, Orgelsoli v. S. Bach (vier Pastorales), A. Hänlein
(Weihnachtspastorale) und Lux (Ooncertphant. „0 du fröh-
liche"), sowie zwei v. AI. Guilmant ühertragene alte Weih-
nachtsmelodien .
Meiningen. Conc. der Hofcap. (Steinbach) f. ihren Witt-
wen- u. Waisenfonds am 26. Dec: 3. Satz a. der 6. Symph. v.
Beethoven, Orchesterfragmente a. dem Weihnachtsoratorium
V. S. Bach, „Fee Mab" y. Berlioz, Vorspiel u. Intermezzo.a.
„Gavalleria rusticana" v. Mascac^ni, Solovorträge des Hm.
Öüttner a. Coburg (Ges., Wotan^ Abschied von Brünnhüde
a. der „Walküre" v. Wagner, „Die Nacht" v. Sommer etc.)
u. des dreizehnjähri^n Violoncellisten Fritz Brückner aus
Leipziff (Conc. v. Samt-Saöns etc.).
Kmdeil. 1. Abonn.-Conc. des Musik ver. (Zuschneid) unt.
Solist. Mitwirk, des Frl. Kloppenburg a. Frankfurt a. M. und
der HH. Kirchner a. Berlin u. Ulrich a. Göttingen: „Sommer-
nachtstraum"-Ouvert. V. Mendelssohn, „Die freuzuthrer" f.
Chor, Soli u. Orch. v. Gade, G^sangsoli v. Bruch (Arie a.
„Achüleus"), Franz („Nun die Schatten dunkeln"), H.Kirch-
ner („In der Nacht"), Ad. Jensen („Margareth am Thore"),
Brahms (.Vorschneller Schwur") u. A.
New-York. 1.— 4. Conc. der String Quart. Society (HH.
Ed. Herrmann, Hauser, Lilienthal u. Scmenck): Streichquint.
Op. 111 V. Brahms (2. Bratsche: Hr. Schill), Ciavierquart, v.
Schumann (Clav.: Hr. Prox), Streichquartette v. Beethoven
(Op. 18, No. 1—5), Mozart (DmoU) und Baff („Die schöne
Mtdlerin"), Clav.-Violinson. Op. 145 v. Raff (Ciavier: Frau
Chadick), Ddur-Son. f. Violonc. u. Clav. v. S. Bach (Ciavier:
Frau Chadiok).
OsnabPüOk. 2. Kammermusikabend: CmoU-Clavierquart.
V. G. Schumann, Seren. Op. 8 v. Beethoven, Ddur-€k>nate
f. zwei Cla viere v. Mozart. (AusftÜirendc: HH. G. Schumann
a. Danzig u. Oeser v. hier [Clav.], Wünsch, Schulz u. Bieler
a. Braunschweig [Streicher].) (Die KammermusikaoffÜhrung
hat nach uns vorliegenden Berichten einen vollen künstleri-
schen Erfolg gehabt.)
Paris* (^nservatoriumsconcerte (Ghircin) : 6. u. 13. Dec
9. Skrmph. V. Beethoven (Solisten: Damen Leroux-Bibeyre u.
Boioin-JPuisais und HH. Warmbrodt u. Auguez). Ouvert. zur
„Fingalshöhle" von Mendelssohn, ^Tannhäuser"-Mar8ch von
Wagner, Duett a. „B6atrice una Bönödict" von Berlioz
(die obendenannten Damen). 20. u. 27. Dec. 2. Symphonie
von J. Brahms, Bruchstücke a. „La Damnation de Faust" v.
Berlioz, Solo vortrage der HH. Delmas (Ges., Arie a. „L'Eroet-
rate" v. £. Beyer) u. Nadaud (Viol.). — Colonne-Ooncerte:
29. Nov. 6. Symph. v. Beethoven, Suite aus „Le Collier de
Saphirs" v. Pier n 6, Vorspiel zu „rarsi&l" u. „Walkürenritt"
V. Wagner, „Kermesse" v. GodarcL G^esangvorträge desHm.
Manourv (Arie a. „Hörodiade" v. Massenet, „Bavissement"
u. „Le Message" v. P. Fuget). 6. Dec. 7. Symph. v. Beet-
hoven, „Tannhäuser" -Ouvert. v. Wagner, Ballet a. „Asoanio"
V. Saint-Saöns, Seren, a. „Le Collier de saphirs" v. Pierne,
Polen. V. P. Vi dal, Gesangvortrftge des Hm. Delmas (Litrod.,
Recit. u. Arie a. „L'Erostrate" und lyr. Scmie „L'Homme"
von E. Beyer). (13. Dec. s. No. 2.) 20. Dec. 9. Symph. v.
Beethoven (Solisten: Damen Montalant u. Pregi und HH.
Warmbrodt u. Auguez), Venusberg-Scene a. „Tannhäuser" v.
Wagner, Conc. t. zwei Cla viere v. Mozart (HH. Diömer u.
Pierret), Lied f. Violonc. v. V. d'Indy (Hr. Baretti). 27. Dec.
9. Symph. v. Beethoven (Solisten: Damen Montalant u. Pregi
u. HH. Delaquerriöre u. Auguez), Thema, Variat. u. Finale v.
Tschalkowsky, Venusberg-Scene a. „Tannhäuser" v. Wag-
ner, Solovortrftge der HH. Delaquerriöre (G(es., Arie aus dem
Weihnachtsorator. v. Bach) und Baretti (Violonc, Lied von
d'Indy). — Lamoureux-Concerte: 29. Nov. 6. Svmphonie v.
Beethoven, „Don Juan" v. Bich. Strauss, „Manued^'-Ouvert.
V. Schamann, Vorspiel zu „Tristan und Isolde*^ v. Wagner,
Militftrmarsch a. der Suite algörienne v. C. Saint-Saöns.
6. Dec. 1. Symph. v. Schumann, „Don Juan*' v. B. Strauss,
„Danse maoabre'^ v. Saint-Sadns, „Tannhäuser^'-Ouvert. u.
„Sie^ried-Idyll" v. Wagner, 6. Slav. !EUiaM. v. Dvoi^&k.
(13. Dec. s. No. 2.) 20. Dec. 5. Symph. v. Beethoven, Vor-
spiel zu den „Meistersingern" v.Wagn er, No. 1 a. derKhaps.
norvöffienne v. Lalo, BfUletair v. Massen et, 3. Clavierconc.
V. Samt-Safins (Frl. Ohattelyn).
Schwerin. 1. u. 2. Kammermusikabend: Adur-Clavier-
quint. V. Dvof4k, Gdur-Streichauint. v. Brahms. Clavier-
trios V. Schubert (JSsdur) u. Beethoven (Op. 97), Caur-Son. f.
Clav. u. Altgeige v. Meyer-Olbersleben, Oesangsolovor-
träge der Frau Joachim („Feldeinsamkeit" und „Ruhe. Süss-
lie^shen" v. Brahms, „Mein Schatz ist auf der V/ander-
schaft" V. R.Franz, „Zu Tanz" v. H. Schmidt, Kinderlied
V.W. Berg er, Schlummerlied v. R.Wagner etc.) u. des Frl.
Wiborg (Wulfhildens Gesang von Oehme, „Ständchen" von
R. Strauss, „Still wie die Nacht" v. Böhm u. „Die Rose im
Gebetbuch", „Entsagumg" u. „Blumenorakel" v. Mascagni).
(Listrumentaüsten: HH. Schmitt fClav.], Hahn, Päpke, Bjeü.-
ling, Hartmann u. Lang [Streicher].)
Stuttgart. Abonnementconcerte der Hofcap. (Zumpe):
No. 1. 6. Symph. v. Beethoven .Ein deutsches Requiem v.
Brahms (Solisten: Frl. Riegl u. Hr. Hromada). No. 2. Cdur-
Symph. V. Schubert, Huldigungsmarsoh v. Wagner, Solovor-
träge des Frl. Broch ((3«s., „Vö^lein, wohin so schnell" von
Lassen etc.) u. des Hm. Scnapitz (Viol., Reverie u. Caprioe
V. Berlioz etc.). No. 8. 7. Symph. v. Beethoven, Ouvert.
zu „Iphigenie in Aulis" v. Gluck, Solo vortrage der Frau
Schröder-Hanfstaengl a. Frankfurt a. M. (Ges., „Ah, perfido"
V. Beethoven, „Dein Stern" u. „Blumenorakel" v. Mascagni
u. -Neuer Frühling" v. Sucher) u. des Hm. Schuler (Clav.,
Esaur-Conc. v. Beethoven etc.). No. 4 m. Compositionen v.
Mozart. GmoU-Symph., Requiem (Solisten: Frls. Czerwenka
u. Hieser u. HH. Ballufi u. Schütky), Arie „Dies Bildniss"
(Hr. Götze a. Berlin). No. 5. 1. Svmph. v. Schumann, Ddur-
Suite V. S. Bach, Rhaps. -Espana" v. Chabrier, Concert f.
Fl. u. Ob. V. Moscheies (HH. Ferling u. Krüger), Chesangvor-
träge des Frl. Münch a. Leipzig („Ständchen" v. Brahms,
„Zur Drossel sprach der Fink" v. d'Albert etc.). (Gleich
mit dem ersten Concert sich durch sein liebevolles Verständ-
niss imd seine warmblütige Leitung die begeisterte Anerken-
nung des Publicums und der Krituc erobernd, hat der neue
Hofcapellmeister Hr. Zumpe auch im weiteren Verlauf der
Concerte gezeigt, dass er zu den berufenen Dirigenten zählt
und dass sein Engagement ein grosser Gewinn fCür die Stutt-
garter Musikverhiütnisse ist.)
Trier. Concerte des Musikver. (Lomba): No. 1. Gmoll-
Svmph. V. Mozart, „Hebriden"-Ouvert. v. Mendelssohn, Kaiser-
Marsch m. Chor v. Wagner, Ciaviervorträge der Frau Car-
reno (Amoll*Conc. v. Griegetc.). No. 2 unt. solist. Mitwirk,
der Frls. Berg a. Nürnberg u. Beck a. Frankfurt a. M. und
der HH. Doerter a. Berun u. Gerold a. Frankfurt a. M.:
9. Symph. v. Beethoven, „Spanisches Liederspiel" v. Sohu^
mann.
V^rait0t$ Frogramme, $owiB Programme okne JMgabe vim Ort und
Dak*m mü$$eH voU$tandig uhoßoehtet hUfbent
Engagements und Giste in Oper und Concert.
Altenburg. Das an musikalischen Novitäten reiche
Concert für den Wittwenpensionsfonds der Hofcapelle wartete
auch noch mit einer Nemgkeit anderer Art auf: einem Jank6-
Flüg^, gespielt von Hm. Wendling aus Leipzig. Als fer-
mer V irtuos hat der Genannte sich und der genialen Erfindung
des Hm. v. Janko reichste Anerkennung und Bewunderung er-
rungen.— Basel. Frau Moran-Olden gastirt hier und erweckt
allgemeinste Begeisterung mit ihren grosseu^gen Leistungen.
— Brooklyn« Li zwei Concerten entflammte Hr. P ädere wski
das fhr kalt verschrieene Publicum zu den hellsten Auf-
brüchen begeisterten BeiüeJls und muaste jedesmal durch Zu-
gaben danken. — BrflflSeL In dem letzten Populären Concert
unter Hrn. Dnpont^s Leitung feierte Frau Bosa Sucher aus
Berlin grossartige Erfolge a^B Wagner-Sängerin. — Badik»
pest. un letzten Philharmonischen Concert hat die Wiener
Hofopemsängerin Frau v. Ehrenstein einen ausgezeichneten,
^mpathischen Eindruck mit ihrem G^esan^ gemacht. —
AOntresJ. Die Gebrüder Grünfeld haben die hiesige musi-
kalische Welt mit ihren Leistungen gefangen genonmien.
Wahre Wunderthaten verrichtete der Pianist, und der Violon-
cellist entzückte durch sein Spiel. — New-Tork. Hr. Alwin
Schröder, der nunmehrige soloviolonceUist des Boston Sym-
phony Orchestra, war der Solist des 2. Concertes, welches die
Bostoner Künstlerschaar hier gab, und rechtfertigte den Buf
eines vortrefflichen Künstlers durch die technisch und musi-
kalisch vollendete Wiedergabe des Volkmann'sdhen Conoertes,
wekhe ihm reichen Beifiül eintrug. -— St. Petersburg. Von
den beiden Solisten, welche für das 4. Concert der Kaiserlicsh
russischen Musikgesellsohaft enganrt waren, hat die reichsten
Ehren der Violoncdlist Hr. Hugo Becker aus Frankfurt a. M.
sich geholt. Derselbe ist nicht blos ein Virtuos von bester
Güte, sondern auch ein ganz ausgezeichneter Künstler, bei
^
44
dem die Technik nur Mittel zum Zweck ist, sodass sein Er-
folg ein wahrhaft tiefgehender, nachhaltiger war. — Pforz-
heim. Der Kaufmännische Verein hatte für sein letztes Con-
oert nehen einheimischen Kr&fien die HH. Werner (Harmo-
nium) und Krasselt jun. (Violine) aus Baden-Baden als Solisten
gewonnen, welche lebnaftest aufgenommene Vorträge spendeten.
Hr. Krasselt hat mit seinen am der Höhe modemer Virtuo-
sität stehenden Leistungen geradezu sensationell gewirkt. —
Stuttgart. Im 5. Abonnementconcert der Hofoapelle fi|ab es
neben anderen vorzüglichen Kunstgenüssen ganz vortreffliche
Qesangvorträge zu hören. Die Spenderin derselben war das
jngencQiche Irl. Anna Münch aus Leipzig, welche sich mit
ihrem frühlingsfrischen, klaren und dabei musterhaft ge-
schulten Sopran und ihrer warmfühligen Auf&ssung schnell
die Herzen der Zuhörer eroberte und vielen BeifiebU fand. —
Toronto. Hr. Arthur Friedheim gab ein Concert vor einem
zwar nicht grossen, aber desto auserwählteren und dank-
bareren Publicum, welches mit Andacht der Abwickelung des
groesartigen Programms folgte und mit seinen Beifallsbezeu-
gnngen nicht kargte.
Kirohenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 16. Jan. „Tröstungen** von
B. Vofljel. „Ich lasse dich nicht" v. S. Bach. 17. Jan. So-
pranscSo, „Die drei Weisen aus dem Morgenlande" u. Chor
». dem Orator. „Christus" v. Mendelssohn.
Chemnitz. St. Petrikirche: 26. Dec. „Hosannah" v. Schu-
bert. 31. Dec. „Des Jahres letzte Stunde" v. J. P. Schulz.
1. Jan. ^Lobet den Herrn" v. Dr. Schneider. 6. Jan. Motette
V. Engel. — St. Nicolaüdrche: 26. Dec. Weihnachtslieder v.
P. Cornelius. „Ehre sei Gott in der Höhe" v. Bortniansky.
31. Dec. „Des Jahres letzte Stunde" v. J. P. Schulz. 1. Jan.
^Herr, du wollest Barmherzigkeit" von Hauptmann. 6. Jan.
^och thut euch auf" v. Gluck. — Schlosskirche: 26. Nov.
„Uns ist ein Kind geboren" v. Flügel. 31. Dec. »Des Jahres
letzte Stunde" v. J. P. Schulz. I.Jan. „Mit der Freude zieht
•der S<diinerz" v. Mendelssohn. 6. Jan. „Du Stadt der Heiden
werde Licht" (v. ?). — St. Jacobikirche: 26. Dec. Schlnsschor
A. dem Lobgesang V. Mendelflsohn. „Des Jahres letste Stunde"
V. J. P. Scnulz. 1. Jan. „Singet und spielet dem Herrn" v.
W. Bust. 6. Jan. Sopransolo m. Chor Dp. 47 v. Volkmann.
— St. Johannifdkirohe: 31. Dec. „Des Janres letzte Stunde"
V. J. P. Schulz. 1. Jan. „Jauchzet dem Herrn alle Welt" v.
W. Markuli. 6. Jan. „Freuet euch allesammt" v. EngeL —
St. Paulikirche: 31. Dec. „Des Jahres letzte Stunde" von
J. P. Schulz. 1. Jan. „Du bists, dem Ruhm und Ehre" von
J. Haydn. 6. Jan. „Mache dich auf, werde Licht" v. Kücken.
— St. Marcuskirche: 6. Jan. „Freuet euch allesanmit" von
iingel.
Opernauffllhrungen.
December. "*
Wien. K. k. Hofoperntheater: 1. Die Walküre. 2. u.
'29. Hernani. 8. Figaro*s Hochzeit. 6. Don Juan. 7., 12. u.
23. Manon. 8., 14., 22., 26. u. 31. Cavalleria rusticana. 10.
Cosi fan tutte. 11. GR^Uerd&mmening. 13. Die Zaub^rflöte.
16. Carmen. 16. Titus. 17. Der Maskenball. 18. Romeo und
JuUe. 20. Die Königin von Saba. 26. Bastien und Bastienne
u. Die G&rtnerin (Mozart). 26. Bastien und Bastienne. 27. Die
Afrikanerin. 80. Fidelio.
VermieoMe Mittheilungen und Notizen.
* Die Sodötö des grandee auditions musicales in Paris
liat am 16. Januar das Weihnachtsoratorium von Seb.
Bach angeführt.
* Hr. Dr. Yiotta in Amsterdam, dessen ausgezeich«
neten Wirkens wir schon des Oefteren zu gedenken hatten,
brachte kürzlich im dortigen Bichard Wagner-Verein unter
Mitwirkung des Frl. Mulder, der HH. Plimk, Jensen, Grü-
ning, Hofinüller, Orello u. A. m. mit kolossalem Erfolg den
1« und drei Soenen aus dem 3. Aufrug der „Meistersinger**
von Wagner zur Concertaufßihrimg.
* Frau Marie Ja Ö 11 hat zum Besten einer künstlerischen
Stiftung eine Serie von sechs Sitzungen begonnen, in welcher
sie die Cla vierwerke von Franz Liszt vorzuführen die Ab-
sicht hat.
* Die Pariser Kammermusikyereinigung der HH.
R6my und Genossen wird ihre diesjährigen sechs Soireen
zum Theil Schumann widmen, daneben ältere Werke, auf
den Instrumenten ihrer Zeit gespielt, und solche der modernen
französischen Schule auffuhren.
* Die Stadt Paris schreibt wieder einen Concours fur
französische Componisten aus*. Für das beste symphoni-
sche Werk ist ein ^reis von 10,000 Frcs. ausgesetzt imd die
Aufßihrung auf Kosten der Stadt zugesichert. Ist das Werk
aber ein dramatisches, so erhält der Sieger keinen Geldpreis,
dagegen wird ein Theaterdirector, welcher daa preisgekrönte
Werk zur Aufführung annimmt, durch eine Subvention bis
zur Höhe von 30,000 Frcs. dazu in den Stand gesetzt.
* In Paris hat sich ein aus den hervorragendsten Kunst-
lern zusammengesetztes Comitö gebildet, um ein Denkmal
auf dem Grabe Henry Litolff's auf dem Friedhof von Co-
lombes zu errichten.
* Nach der .Zeitschr. f. Instrumentenbau** werden ia
Deutschland jährlich durchschnittlich 70,000 Flügel
und Pianinos utbricirt. Von den einzelnen Firmen dürfte
Julius Blüthner in Leipzig obenan stehen und direct nach
ihm C. Bechstein in Berlm rangiren.
* Die Instrumentenfabrik F. Besson in Paris hat ein
neues Blasinstrument, Clarinette p6dale oder Contrabass-
Clarinette, construirt, welches sechs volle Octaven Um£uig hat
und eine Octave tiefer als die Bassclarinette steht. Diese
Contrabass-Clarinette ist jüngst in London einem Kreise von
Sachverständigen vorgeführt worden und hat deren vollen
Beifall gefunden.
* Die Zahl der italienischen Opernunternehmun-
gen nimmt stetig ab. Von 28 Gesellschaften im Jahre 1883
geht die Zahl immer herunter, bis sie 1891 auf 91 gesun-
ken ist.
* Das Marie-Theater in Odessa ist wegen des Ban-
kerotts der Direction plötzlich geschlossen worden, die
engagirten italienischen Künstler, erwerb- und mittellos,
mussten die Hilfe ihres Consuls in Anspruch nehmen, um in
ihre Heimath gelangen zu können.
* Im Laufe des Jahres 1891 wurden auf den italie-
nischen Opernbühnen 48 neue Werke gegeben, darunter
31 Operetten, die in Italien überhaupt jetzt in Blütne stehen.
Fünf^neue Opern italienischen Ursprungs wurden auf frem-
den Bühnen angeführt.
* Im Nationaltheater zu Bukarest wurde kürzlich die
italienische Oper „Celeste'' von Francesco Spetrino erstma-
lig und, wie es scheint, mit gutem Erfolg gegeben. Der Com-
ponist erhielt bei dieser Gelegenheit das Band eines Bitters
der rumänischen Krone.
* Aus Hamburg wird gemeldet, dass Hr. Dr. Hans von
B ülow sich in Bücksicht auf seine infolge eines hartnäcki-
gen Nervenleidens der anstrengenden Doppelthätigkeit nicht
mehr gewachsene Gtesundheit entschlossen habe, mit Schluas
dieser Saison die Leitung der Berliner Philharmonischen Con-
certe aufzugeben und nur die Hamburger Abonnementcon-
certe weiter zu dirigiren. Dieser Entschmss bedeutet für das
Berliner Musikleben und speciell för die Philharmonischen
Concerte, die ihre glänzenden künstlerischen und pecuniären
Resultate in erster Reihe ihrem gegenwärtigen ausserordent-
lichen Dirigenten zu verdanken haben, einen Verlust, der
kaum zu ersetzen sein wird.
* Hr. E. d 'Albert wird seine zweite Amerika-Reiae
Ende Februar antreten und, wie der Agent des Künstlers in
der Presse angibt, meistens unter Mitwirkung des Bostoner
Sjrmphonie-Orchesters spielen. (Sollte das Verhältnis nicht
vielmehr so sein, dass die berühmte unter Nikisoh*s Leitung
stehende Capelle die Concerte gibt und Hr. d'Albert mitwir-
kender Solist ist?)
* Hr. Anton Rubinstein, der vor einigen Jahren ganz
definitiv seine Pianistencarriöre abschloss, wird Anfimg
Februar in Wien und Dresden öffentiich sich hören lassen,
und zwar in Wohlthätigkeitsconcerten.
* Noch grössere Sensation, als im vor. Winter ^ hat der
Pianist Hr. M. Rosenthal in den drei von ihm jüngst in
45
Berlin veranstalteten Concerten erregt. Man ist darin einig,
dass sein Spiel nach technischer Seite ganz einzig dasteht.
Dagegen sind betreffs der musikalischen Auffassnng die
Stimmen noch getheilt, denn w&hrend Einige ihm eine solche
schroff absprechen, bewundern Andere ilin auch hierin oder
gestehen ihm wenigstens eine starke künstlerische Individuali-
tät zu, die das Recht, sich in ihrer Weise zu äussern, wohl
beanspruchen dürfe. Dass Hr. Bosenthal mit seinen Vorträ-
gen eine fascinirende Wirkung hervorbringt, können auch
seine Gegner nicht bestreiten.
* Aus Dresden erhalten wir die erfreuliche Nachricht,
dass die berühmte dortig Pianistin Frau Mary Kr ebs-Bre u-
ning von der Krankheit, an welcher sie in den letzten Mo-
naten damiederlag, vollständig genesen und im Stande ist,
ihre Concertthätigkeit wieder anzunehmen.
* Nachdem Hr. Herrmann, der redegewandte Intimus des
Hm. Theaterdirector Staegemann, aus dem Stadtverordneten-
CoUegium der Stadt Leipzig ausgeschieden ist, scheint sich
in dieser städtischen Behörde eine richtigere Beurtheilung der
Theaterwirthschaft des Pächters der drei Leipziger Büh-
nen aUmählig Bahn brechen zu wollen. So wissen es alle
wahren Kunstfreunde Hm. Kirchhoff Dank^ dass er jüne;st
in einer Sitzung des gedachten Collegiums nicht nur auf das
ungenügende Personal hingewiesen hat, sondern auch mann-
hait gegen das Bepertoire vorgegangen ist, das mit seinen
Possen und Schaustücken der ^ekelhaftesten" Art die Sitt-
lichkeit unterhabe und einen „Gifthauch" unters Volk bxin£;e,
sodass das Leipziger Theater auf dem Wege, eine „Giftbuoe"
zu werden, sich befinde. Dass Hr. Bürgermeister Dr. Tröndlin
hierauf Hrn. Staegemann in Schutz genommen hat, kann den
mannhaften Worten des Hm. Kirchnoff nicht die geringste
Einbusse thun, umsoweniger, als der Hr. Bürgermeister in
seiner Entgegnung in der Hauptsache den rein geschäftlichen
Standpunct betonte, nach welchem der Theaterdirector
dem Geschmacke des Publicums Concessionen zu machen
habe, statt, wie man doch fordern darf, erziehlich und ver-
edelnd auf denselben einzuwirken. Solange die Stadtverwal-
tung sogar in Einem ihrer ersten Vertreter Hrn. Staegemann
in dessen Gebahreu bestärkt, die Kunst vor Allem als milchende
Kuh zu betrachten und den geschäitlichen Interessen die künst-
lerischen hintanzusetzen, so lange wird leider trotz verein-
zelter Stimmen der Opposition aus den Kreisen der städtischen
Behörden ein Wandel in den bez. Verhältnissen sich kaum
erwarten lassen und Hr. Staegemann Arm in Arm mit seinem
geschäftsfindigen Oberreeisseur Hm. Goldberg nach wie vor
sein Säckel nach bester Möglichkeit zum Schaden der Kunst
und der Sittlichkeit zu füllen suchen.
* Hr. Bichard Fr icke, Hof balletmeister in Dessau, Einer
der tüchtigsten Männer seines Faches, den bekannüich s. Z.
Bichard Wagner zu den Bühnenfestspielen in Bayreuth herbei-
zog, beging am 18. d. in voller körperlicher und geistiger
Elasticität sein 50jähriges Balletmeister- Jubiläum.
* Das Stuttgarter Hoftheater hat in dem Premier-
lieutenant GtJXB ^ler zu Putlitz, dem Sohn des verstorbenen
gleichnamigen Dichters, einen neuen Intendanten erhalten.
* Der französische Componist Hr. A. Messager erhielt
vom Grossherzog von Hessen die goldene Verdienstmedaille
für Kunst und Wissenschaft verliehen.
Todtenllste. C hellet, ehemab'ger berühmter Tenorist
in Paris, Pensionär der dortigen Komischen Oper. % 92 Jahre
alt, unlängst in Nemours. — Julius Stahlknecht, k. Con-
certmeister a. D. in Berlin, tüchtiger Violoncellist, f, 75 Jahre
alt, am 16. d. Mts. — Hugo de Senger, langjähriger ver-
dienter Dirigent der Orchester-Abonnementconcerte und der
Soci6t^ de Uhant sacrö, sowie Lehrer am Gonservatorium der
Musik zu Genf, auch als Componist bekannt geworden, f,
56 Jahre alt, am 18. Jan.
Offener Sprechsaal.
Sehr geehrter Hr. Fritzsch!
Nachdem sich Hr. Bob. Franz in Halle a. S. in No. 2
Ihres geschätzten Blattes als Ver£ASser des xyz. gezeichneten
Angriss (in Ko. 50, Jahrg. 1891) bekannt hat, gestatten Sie
mir, als dem ang^riffenen Theile, wohl gütigst ein „unwider-
ruflich*' letztes Wort als Erwid^ung.
Ich bedauere auf das Lebhafteste, dass der von mir bis-
her in jeder Beziehung hochverehrte Meister^ fi)r dessen
Bach- Ausgabe ich manche Lanze gebrochen habe, m jenem xyz-
Angriff in offenbarer Unbekanntschaft mitPersonen und That-
sachen seine Worte — mit geringen Veränderungen — Bericht-
erstattern „nachempfunden" hat, von denen er sich im eige-
nen Interesse viel besser fem gehalten hätte.
Zur Sache selbst bemerke ich, dass die von Bob. Franz
an^zogenen Vergleicbungsbeispiele gerade die Verschieden-
heit viel mehr beweisen, als die vermeintliche Aehnlichl^it,
wobei ich natürlich als bekannt voraussetze, dass Melodie,
Bass und Bezifferung gegeben sind. Wären die beiden
Bach'schen Lieder Fr anzische Compositionen, sa stünde die
Sache anders. Da aber, so viel ich weiss, Franz kein Monopol
besitzt, allein Bach „nachempfinden^* zu dürfen, so habe auch
ich, nach mehr denn 20jähriger unausgesetzter Beschäftigung
mit Bach mir die Freiheit genommen, in Bach'schem Stüe,
so gut, meinetwegen auch so schlecht ich konnte, Bach'schen
Stil, aber nicht Franz'sche Bearbeitungen ,,nachzuempfinden".
So lan^e Hr. Franz nicht nachweisen kann, dass er die Falsi-
bordoni-üeberleitungsstellen und Seztenparallelen, die er citirt,
neu und eigens erfunden habe, so lange er nicht nachweist,
dass sie dem Bach'schen Stile fremd sind und sich weder in
Chorälen, noch in Choralbearbeitungen u. dgL bei Bach selbst
finden, so lange ist sein Beweis, cbss ich mich eines „Pla-
g'ates" schuldig gemacht habe, missglückt. Denn trotzdem
r. Franz den Ausdruck „Plagiat" zurückweist als nicht von
ihm gebraucht, bin ich gegen mich selber viel strenger, und
wür& mich eines solchen, auch wenn es mir unbewusst
begegnet wäre — im ge^benen Falle bezichtigen ujad hätte
Sorge getragen, dass die 2. Auflage geändert erschienen
wäre.
Im Einzelnen Folgendes: Im 11. Takte des Liedes 874 der
sog. Schemelli'schen l^mmlung steht allerdings e: ich änderte
es in es, ohne mich um e oder es bei Franz kümmern zu
können, weil unmittelbar darüber (im 6. Takte) in ähnlichem
Falle es steht, ausserdem das b| des 9. Taktes und endlich der
durch e drohende Querstand zum es im Tenor des letzten
Viertels mich dazu zwang. Zu der Anwendung der Achtel-
figur in Takt 21, die mit Takt 19 bei Franz (schon die Stelle
ist verschieden!) übereinstimmen soll, bewog mich die Imi-
tation der Bassfigur in Takt 5 und 93, sowie das Gefühl: Takt 19
müsse bei der Wiederholung etwas lebhafter gestaltet werden.
Bleiben jetzt noch die bemen Vorschläge übrig. Der Vor-
schlag im vorletzten Takte des „Komm, süsser Tod" ist von
mir hinzugesetzt, weil er vernünftigerweise da stehen muss.
So hat es mich seiner Zeit Brosig gelehrt, und genaue und
höchst dankenswerthe Aufschlüsse über Anwendung und Aus-
fuhrung solcher Zeichen verdanke ich Hm. Prof. Julius Schäffer
in Breäau, mit welchem ich vor 15—20 Jahren öfter gerade
über solche Dinge zu sprechen bezw. mich von ihm belehren
zu lassen, das Glück hatte. Darum also setzte ich den Vorschlag.
Dass ich bti jenem Vorschlag an Franz gar nicht gedacht habe,
beweist schon der umstand, dass dort sowohl in der Besai-
tung, als in der Liedmelodie eine erosse Anzahl von vor-
halten und Vorschlägen vorkommen, aie bei mir fehlen. Wie
mir aber Hr. Franz zumuthen kann, dass ich eine echt Bach'-
sche Cadenz durch Weglassung jener allbekannten Nuance
verunstalte, das verstehe ich nicht. Was die „Verzierung"
in dem „altdeutschen Liede": ,,Scheiden und Meiden^* betrint,
so war sie von mir ursprün^licn in der Form eines Vorschlags:
fis a, nicht: fis g a, wie bei Franz beabsichtigt. Beweis: cUe
Begleitung an jener Stelle^ die fis a zeigt; aber Frau Joachim
zog jenen — doch sicher von Franz ebenfalls nicht neu er-
fundenen, also auch ihm nicht nachempfundenen Vorschlajg
Ueoer viele andere Dinge kann ich schweigen; wer mir
vor.
nicht zutraut, dass ich eine Cadenz harmonisiren kann, wer
meint, Cadenzen, wie in Takt 17 und 18 jenes Liedes neu
erfunden zu haben, mit Dem rechte ich nicht, und wer in der
fjanzen „Auswahr^ (fälschlich „Album" genannt) lediglich auf
jenen zwei Boch'schen Liedern heromtritt und die anderen
Bearbeitungen (die Keiser^sche Arie, die Ahle'schen, Graun'-
schen Arien) nicht ansieht, um daraus den Bückschlnss auf
den Bearbeiter des Bach'schen Liedes daselbst zu machen,
dessen ürtheil kann ich nicht als gerecht und gründlich be-
zeichnen.
Noch Eines: Hr. Franz wirft mir Quintenparallelen vorl
0 wie unrecht, verehrter Meister! Sie vergassen das Corpus
delicti genau abzudrucken und die Querbalken, die meme
harmonische Sünde darthuen sollen, stehen an unrichtiger
Stelle. Das Beispiel heisst richtig so:
46
Da mit dem Auftakt das Bitomell einsetzt, so ist doch wohl
klar, dass der Tenor nicht nach e fährt und so Qainten mit
dem Sopran bildet, sondern das a ideell festhält. Hätte ich
das d gesetzt, so wäre die Begleitung „orgelmässig^' und
„dickflüssig^' geworden. Denn so bezeichnet sie Hm. Franz'
Gewährsmann in Berlin. Hr. Franz nennt sie „Klimperei^',
also das Gegentheil von „dickflüssig* und „orgelmässig* . Das
Neue ClavierstOcke.
Wilhelm Seifhardt. „Stinunungsbilder«, Op. 6. Dresden,
L. Hoffarth.
Die Stimmung in dieser Musik ist keine eißenthümliche
und zur Tiefe neigende, aber bei bequemer Spielbarkeit klin-
gen die Stücke ganz gefyHg.
Josef Weiss. Drei ungarische Novelletteu, Op. 8. Cöln,
Alt & Uhrig.
Rhythmisch haben diese Novelletten manches Besondere,
und auch harmonisch wirken sie recht lebendig.
Richtige wird wohl in der Mitte liegen, und damit will ich
zufrieden sein.
Dass Hr. Franz sich Ausdrücke wie des erwähnten:
„Klimperei", femer „Wortschwall**, „totale Blindheit** bedient,
zeigt mir zu meiner Freude, dass er sich trotz seiner 76 Jahre
noch sehr jugendfrisch fillhlt und ihm die ,,suavitas et comitas**,
die der alte Cato als Kennzeichen imd Vorzug des Greisen-
alters preist, noch immer nicht zu Theil geworden ist.
Hochachtungsvoll
Charlottenburg, den 8. Jan. 1892. Dr. H. Reimanu.
Julius Tauseh. Zwei Charakterstücke, Op. 20. Düsseldorf.
W. Bayrhoffer Nachfolger.
Weshalb Tausch die beiden ganz gewöhnlichen Märsche
als Charakterstücke in die Welt schickt, überdies den Einen
davon als „Altgermanischen Zug** und den Anderen „Mittel-
alterlichen Zug" bezeichnet, vermögen wir nicht einzusehen.
Ludwig Schjrtte. Kleine Phantasien, Op. 61. Wien, Albert
J. Gutmann.
Der Titel trüR das Richtige nur in Hinsicht des Um-
fange und der Ausdehnung der Piöcen, aber im Uebrigen
redet er von einer Sache, die nicht vorhanden ist; Phantasie,
Frische und Freiheit, Regsamkeit und Aufechwunfi; haben wir
durchaus vermisst. Louis Bö cf eck er.
Brie f*l£ asten«
L. B. in H. u. P. Pf. in Z. Die Berichte mussten wegen
Raummangels leider immer noch einmal zurück gestellt
werden.
F. Ä in C. Wir bitten um apf. Einsendung des „hoch
charakteristischen" Beitrags zum uoncertagenturwesen , den
wir zu dem übrigen Material legen und s. Z. verwenden wer-
den. Dass gewisse Theaterdirectoren als Agenten ihrer Mit-
glieder die eigentlichen, gewerbsmässigen Agenten hinsicht-
lich der Provision an den Conoerthonoraren noch erheblich
übertrumpfen, ändert an dem angedeuteten Factum Nichts.
F. D. in G, Der Ausführung Ihrer Absicht steht, wenn
Sie dabei alles Persönliche vermeiden, Nichts im Wege.
M, G,\TL L, Sie sind im Irrthum, denn der Redactenr des
musikalischen Theils des „L. T.** ist, wie wieder erst kürzlich
die Besprechung der Rubinstein'schen Broohure zeigte, ent-
schieden kein Liszt-Qegner.
Anxeiffeu.
W. Auerbach Nachf .,
JKasikalienhaiidlans und Ijeiliaiistalt,
Nenmarkt 32, Leipzig, Nenmarkt 82.
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modernen Musiklitteratur (über 100,000 Exemplare),
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f^
3C
3C
ac
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1 Set. <Dtlt Slav(tt6eg[dtung.
Stutm, W., 1.", SrXi
Stavterttsltitnng.'
^•f Dbei; >(f «MigtiinMHt ^untn
Mak, 3n 2 «den. SHt CliiDlei' obn
CtiSeflrtfial'l'uiia.
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Spohr, Louis, Walzer. (Comp. 1808?) Nach einer Nieder-
schrift von M. Hauptmann (1865). Herausgegeben von
Carl Rundnagel (1891). Jt 1,50.
Dntok von C. G.
Hierzu Titelblatt und Inhaltsverzelchniss zum
Röder in LeipEig.
22. Jahrgang des „Musikalischen Wochenblattes '^^
Leipzig, am 28. Januar 1Ö02.
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ÄJ~^ -Pn T» Tlfn Oilrnt» tirtA Wn nilr-ßnnii-n /1 n "^Wjß
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Mluiit zutnaiuBi siii ai
Man iMacuii n adttulici.
für Musiker und Musikfreunde.
Verantwortlicher Redacteur und Verleger:
E. W. FritzBch,
Leipzig, Königsstrasse 6.
^^
Dm Haiitulifche Wocheablatt erscheint jährlich in 63 Nummern. Der Abonnementabetru
far du Quartal von 13 Nummern ist 3 Mark; eine einzelne Nummer kostet 10 Pfennige. Bei
VTTIt 11. 1 directer frankirter EreuzbandHendnns treten nnelutehende vierteljBiir liehe Aboonementa'
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ZuKrundelegnnK Torrtehender Beingsbedin^n^n berpchnet.
Die InKrtioDagebühren mr den Raum einer geipaltenen Fetiteeile betragen 30 Pfennige.
[No. 5,
: Du Lied tdd den sieben Worten des BilOserB
— Tuessushiolkte : Berlohte.
Utthellassen ond Motlisa. -
Kreue. Tos Dr. Peter Drnffel. (ScbloBS.) — Anton Rnblnstein als Schriftneller. (Fortsetzang.)
lenla nnd Q*atiplelc In Opar nsd Conoert. — Kimlieumuiik. " Veimlaohte
Das Lied von den sieben Worten des Erlösers
am ICreiize.
Von Df. Peter Droffel.
(Fortsetznng.)
Der Codex, der das Lied enth&It, war, allem An-
scheine nach, bereits als solcher gebunden, bevor Einer
der zahlreichen verschiedenen Schreiber irgend ein Blatt
beschrieben hatte. Es ist daher auch aDKonehmen, daas
die einzelnen Abhandlungen, Oedicbte, Lieder u. a. f. nach-
einander und allmfthlig vom ersten bis zum letzten Blatte
fortachr eilend eingetragen vorden sind. Nun findet man
am Ende der vier ersten grösseren lateinischen Abhand-
lungen, nlLnlich auf Bl. 52, 59, 87 und 117, jedesmal
die Jahreszahl 94 (anno Domini LSXXXUII), was auf
das Jahr 1494 schliessen läest, da gerade im 15. Jahr-
hundert die Jahrhunderte häufig ausgelassen wurden.
Unser Lied „Aj siben wordt" rfthrt aber von ESnem der
letzten Schreiber her, kann mithin nicht vor dem Jahre
1494 niedergeschriehen sein, ist vielmehr wahrscheinlich
noch eroige Jahre splter, etwa um 1500 niedergeschrie-
ben worden. Wird Dieses zugegeben, so kann der Schrei-
ber uamögUch der Componist oder Dichter des Liedes ge>
wesen aün oder ans dem Volksmunde die Melodie anfge-
seichnet haben; er kann vielmehr nur der Abschreiber
einer älteren Vorlage sein.
Hierfür spricht;
1) Die Form der Noten.
Die Noten erinnern an die alten Nenmen, ja, sie sind
eigentlich Nichts als Neumen, die auf die vier Guidoni-
schen Ldnien niedergelegt wurden. Es wechseln' punct-
fonnige Noten mit solchen, welche der „Bistropha" der
alten Neumenscbrift ungemein ähnlich sehen; nur tweä
Ual kommt eine der „Clivis" entsprechende Ligatur vor,
zu: „schmertzen" und nhertzen". So aber schrieb
kein Componist seine Compoeitionen um das Jahr 1500.
Wohl aber schrieb man so im 14. Jahrhundert. Und in
der That gleichen die Noten unseres Liedes auffallend
denen eines im Codex 2701 (RFrauenlobs und Anderer
Lieder") der Wiener Hofbibliothek enthaltenen Liedes:
Dis ist vTOUwinlobis tn der gmnen wjse „Myn vroud ist
gar czngangyn" u, a. w. Dieser Codex aber stammt ans
dem 14. Jahrhundert.
2) Der Rhythmus der Melodie.
Die Melodie ist im dreitheiligen Taktmaasse aufzu-
fassen und unschwer folgendermaaseen zu fibertragen;
60
Die Angabe der Dreitlieiligkeit detf Taktes feklt bei
unaerem Liede. Im 15. Jahrhundert, wo es auch schon
eine zweitheilige Mensur gab, wftre die Vorzeichnung
erforderlich gewesen. Die Lieder 1 und 3 desselben Co-
dex, die wohl zweifellos dem 15. Jahrhundert angehören,
haben auch die Verzeichnung $ 3 und $.
Aus dem Fehlen der Verzeichnung lässt sich daher
schliessen, dass das Lied zu einer Zeit entstanden sein
müsse, wo unsere Volkslieder — als ein solches hat sich
auch das unsere entpuppt — sftmmtlich noch Tripeltakt-
Helodien waren: in einer Zeit also, wo eine Vorzeich-
nung, wie $ 3, überflüssig war. Unsere alte Volksmelo-
die ist also ursprünglich im dreitheiligen Takte ge-
sungen worden und erst im 16. Jahrhundert, gleich so
vielen anderen, in eine mit sweitheiligem Takte umge-
modelt worden.^) Ob zu ihrem Vortheile?
3) Die Fehler in der Abschrift.
Das Lied ist in der fänfzeiligen „Lindenschmid''-
Strophe gedichtet, in welcher der 1. und 2. Vers, femer
der 3. und 5. reimen, der 4. aber reimlos ist So ist es
auch in dem ganzen Gedichte zu finden. Der Abschreiber
aber schreibt gleich im Anfange nBtayndt** (stand) statt
„stundt**, wie es heissen muss, da das Wort sich reimen
soll mit „verwundt*'.
Auch in den Noten vermuthe ich zwei Fehler, die
ich daher bei der Üebertragung geAndert habe (a u. b).
a) Die 4. und 5. Note im 1. Systeme (a) müssen zu-
sammen eine Perfection ausmachen, d. h. also einen Takt
Könnte man den Strich vor der 4. Note als Zeichen für
die „Division^ oder „Alteration^ ansehen, so müsste die
Üebertragung lauten J 1 . Das aber ist nicht anzu-
CHÖlgt am
nehmen, da diese Striche offenbar die Zugehörigkeit der
Worte zu den Noten bezeichnen. lä glaube daher,
dass die 4. Note als eine zweizeitige Bistropha zu lesen
ist und übertrage: I J.
Christ un
b) Die kleinen Noten am Ende jeden Systemes
(„Custos*') verkündigen nicht allein die Höhe der ersten
Note des folgenden Systemes, sondern auch ihren Zeit-
werth. Hiervon macht der Gustos am Ende des 3. Sy-
stemes eine Ausnahme. Dieser ist ein zeitig, die Anfangs-
note des 4. Systemes aber zw ei zeitig. Ich vermuthe da-
her, dass die beiden ersten Noten dieses 4. Systemes
— aber nur hinsichtlich ihres Werthes — verwechselt
worden sind und declamire wie bei a:
Er da sprach«
was auch natürlicher und schöner ist, als die Lesart der
Handschrift:
4) Der Text
Schon W. Bäumker hatte darauf aufmerksam ge-
macht, dass die erste Zeile far das hohe Alter des Liedes
spreche, weil es in einer Zeit entstanden sein müsse, in
welcher man sich den Heiland am Kreuze stehend
dachte. Er nimmt flr die Elntstehung des Textes das
14. Jahrhundert an.
Die Christen der ersten Jahrhunderte haben den
Tod des Herrn weder in Farben, noch in Stein dar*
gestellt Die Gemälde der Katakomben, die Skulp-
turen der Sarkophage und die Alteren Mosaiken zeigen
Christus stets in seiner göttlichen Hoheit: Wunder wir-
kend, Todte erweckend, thronend inmitten der Heiligen.
Die ersten Christen hatten keine Cmcifixe. Selbst als man
sich im 4. Jahrhundert auch an Passionsscenen wagte,
stellte man stets Erniedrigung und Erhöhung nebenein-
ander; und auch da noch hielt eine ehrwürdige Scheu die
Christen zurück, den Heiland in jener Todesart darzu-
stellen, welche in den Augen der Römer die schmach-
vollste und entehrendste war.***)
Die ersten Kreuzigungsbilder finden sich erst um die
Mitte des 5. Jahrhunderts — von dem Spotterucifix jenes
römischen Knaben abgesehen, der zur Verhöhnung seines
christlichen Mitschülers mit dem Oriffel ein Bild an die
Wand kratzte: Christus mit einem Eselskopf, aneinEjreuz
geheftet, die Füsse stehend auf einem Querbrett — . Das
älteste von einem christlichen Künstler ausgeführte Bild
der Kreuzigung Christi befindet sich am Portale der
Kirche der h. Sabina auf dem Aventin: Christus steht
am Kreuze, die Füsse ruhen auf der Erde. Ein zweites
ebenso altes Bild befindet sich auf einer Elfenbeintafel
des Britischen Museums: Christus steht auf einem Fnss-
brett, die Hände sind wagerecht ausgestreckt. Diese
ältere Auffassung beginnt erst im 13. Jahrhundert zu
erlöschen und einer anderen zu weichen, nach welch sr
der Heiland, bereits verschieden, am Kreuze hängt, die
Füsse übereinander gelegt und Beide von einem Nagel
durchbohrt.
Unsere Untersuchung hat somit ergeben:
1) Dass Text und Melodie unseres Liedes sehr alt
und wahrscheinlich im 14. Jahrhundert entstanden sind,
wenn nicht noch eher;
2) dass die Melodie ursprünglich im Tripeltakt ge-
sungen wurde und eine echte Volksweise war;
3) dass der Text früher nicht nach einer anderen
Melodie, etwa nach der: „Es wohnet Lieb bei Liebe** ge-
sungen worden ist
4) Endlich ist anzunehmen, dass, weil Text und
Melodie gleichzeitig entstanden zu sein scheinen und die
Textesworte sich eng an die Melodie anschliessen , auch
diese nicht ursprünglich einem anderen weltlichen Texte
angehört habe, wenngleich diese Möglichkeit nicht ganas
ausgeschlossen ist
i
rrt
2^
32:
Br da spraeh.
*) Das Fehlen der Takt-Bezeichnune gestattet aber nur
eine relative Schlussfolgerang: Bei mehrstimmigen Lie-
dern setzten die Alten ein Zeichen ftlr das Tempus (Prolatio)
wohl stets, bei einstimmigen hingegen fehlte es auch im
15. Jahrhundert nicht selten.
Anton Rubinstein als Schriftsteller.
(Fortsetzung.)
Auf aUe Paradoxien Bnbinstein^s einzugehen, ist hier nicht
möglich. Dazu müsste man eine eigene firochure schreiben,
und das würde seinen Expectorationen eine Bedeutung bei-
legen, die sie nicht haben. Betrachten wir also nur die
Art, wie er Wagner und Liszt behandelt Die ist nun, was
♦) A. de Waal (a. a. 0. S. 16 ff.).
61
Wagner betrifft, so oberflächlich und verständnisslos und, was
Liszt betriül, so absprechend and pietätlos, dass man seinen
Augtn nicht traut.
„Schön oder gross, tief oder hoch in S]|^ijQsch musi-
kalischer Hinsicht ist Wagner (nach Rubinstein's Meinung)
nicht.** — Also im besten Falle ein mittelmässiges Talent.
Der arme Wagner! Deshalb hat er auch keine Uarri6re ge-
machtl
„Werden Sie ihm vielleicht auch die Neuheit abspre-
chen wollen?*' — fragt die interviewende Dame Bubinstein.
— Dieser antwortet: .Er ist so vielseitig (ein unbeabsich-
tigtes Compliment) auig^treten, dass es schwer wird, ein all-
gemeines Urtheil über ihn abzugeben. Ausserdem ist er mir
m seinen Kunstprincipien so unsympathisch, dass meine
Ansicht Über ihn Sie nur ärgern kann.** Also — wenn
ein Künstler vielseitig ist, wenn er sich fort und fort ent-
wickelt und immer grösser wird, so ist das nach Rubinstein
ein Fehler! Er soll gleich fix und fertig sein und bleiben,
wie er ist. Das trifft bei Mendelssohn, auch bei Rubin-
stein SU, aber leider bei Beethoven ganz und gar nicht.
„Wagner stellt dieVocalmusik als die höchste Aeusse-
rung der Musik hin. Für mich fängt die Musik (mit
Ausnahme des Liedes und des Kirchengebetes) erst da an,
wo das Wort aufhört." — Ach, der arme Händel und
Weber! Sie haben gar nicht gewusst, dsss sie keine Musiker
sind! Hätten sie es lieber bleiben lassen, zu componiren.
Gluck ist auch so ein ünglücksvogel, der seinen Beruf ver-
fehlt hat.
-Warmer befürwortet die Sage (das Uebematürliche) als
Ston zu Operntexten. Meines Erachtens ist die Sage immer
eine kalte Aeusserung der Kunst. Es mag ein interessantes,
auch poetisches Schaustück sein, aber nie ein Drama.
Denn mit übernatürlichen Wesen können wir nicht mitfühlen."
— Im „Lohengrin" stört ihn der Schwan — der doch mit dem
psychologischen Conflict zwischen Lohengrin und Elsa
nicnt das Geringste zu thun hat, wie ja auch Lohengrin
selbst gar kein übernatürliches Wesen ist. — Li „Tristan und
Isolde" stört ihn der Liebestrank; Rubinstein ist also so naiv,
an den Liebestrank zu glauben, der doch nur svmbo lisch
zu nehmen ist. — TTnd die „Meistersinger"? Die hat er wahr-
scheinlich dabei vergossen, obgleich er später findet, dass die
-Meistersinger", „Lohenmn" und — die Faust-Ouverture (ist
Die keine specifische musik?) „beachtenswerth" sind. —
Das ist doch inmierhin Etwas!
Rubinstein zielt hauptsächlich auf den „Nibelun^^enring".
Da genirt ihn die Tarnkappe etc., und seine Seele bleibt „voll-
kommen theilnahmlos" für die Grötterschicksale. Als wenn es
sich dabei um die Götterschicksale allein handelte! Gibt es
denn etwas Reinmenschlicheres, als das tragische Geschick von
Siegmund und Sieglinde, von Siegfried und Brünnhilde? Der
Wotan-Speer, die Tarnkappe etc. sind dabei doch wahrlich
nicht das Wesentliche, sondern die tiefe Tragik in den rein-
menschlichen Verhältnissen zu einander.
Dass der Russe Rubinstein fOr die Poesie, die tragische
Grösse des deutschen Mythus keinen Sinn hat, kann man be-
f reifen. Aber unbegreiflich ist es, wie er bei seiner Theorie
arauf gekommen ist, den ^Dämon" zu componiren, wo ein
Teufel die Hauptrolle spiejft. auch ein Engel mitwirkt. „Ja,
Bauer, das ist eanz etwas Anderes". Diese Oper ist von
Rubinstein! Zufällig ist es seine beste! — Wer lacht da?
Das Leitmotiv findet Rubinstein als ein so naives Ver-
fBkhren, „dass es eher ins Komische führt, als ernsten Sinn be-
anspruchen kann", — es ist „beinahe Carricatur". Da ist es
nun merkwürdig, dass noch Niemand in den „Nibelungen"
gelacht hat, — Itubinstein auekronommen. Später findet er
Wa^er zu wenig naiv, zu „renectirt". Es ist ^ine zwingende
Logik in dieser Beweisführung!
Das AusschUessen der Arien und Ensembles erklärt
Rubinstein für psychologisch nicht richtic^, „weil man nie
erfährt, ob und was in dem Innern der handelnden Personen
vorgeht". Nun wissen wir doch, wozu die Arie da ist. Sie
ist kein aus der specifischen Musik (daher Rubinstein's Vor-
liebe dafür) herübergenommenes formales Element; sie ist
kein Paradestück für die Sängerin; sie kann, ohne das Ver-
ständniss der inneren Entwickelung zu schädigen, ohne die
Handlung zu stören, nicht gestrichen werden, — sie ist sehr
wichtig! — Ist das vielleicht nicht naiv?
Das Wa^ner'sche Orchester ist Rubinstein natürlich viel
zu aufdringlich; auch stört es ihn, daa? es unsichtbar ist,
denn — man höre — die „Tannhäuser" -Ouvertüre z. B. muss
an Wirkung verlieren, wenn man nicht „die Armbewegung
bei der Violinfigur am Schluss sehen kann". Unglaublich!
Aber es steht auf Pag. 101.
Dass der Zuschauerraum verdunkelt wird, stört ihn auch.
Er spürt dabei „das Verlangen nach Zündhölzchen" — wahr-
scheinlich, um seine Nachbarinnen besser sehen zu können.
Die aufsteigenden Dämpfe sind ihm nun gar unausstehlich.
Dass diese Dämpfe eine (allerdings meist sehr laute) Rolle
nur bei den „Nibelungen" spielen, dass sie das lodernde Peuer
ersetzen sollen, das, wenn es in natura erschiene, geradezu
belüigstigend wirken würde (wie wir in München und in
Mannheim selbst erlebt haben), das übersieht Rubinstein in
seinem Nibelungen-Hass.
Das sind doch lauter Aeusserlichkeiten, die mit dem
Wesen der Wagnerischen Kunst Nichts zu thun haben. Für
die künstlerische Bedeutung von Wa^er*8 Reform hat Rubin-
stein keinen Sinn^ für die Grösse seiner Gestaltungskraft na-
türlich noch wemger.
— „Sie sagen aber Nichts von seiner Musik" — bemerkt
die Dame sehr richtig. — Darauf erwidert Rubinstein: „Die
Lifallibilitäte-Erklärnng des Papstes hat vielleicht so Manchem
die katholische Religion verleidet." Wagner's Schriften seien
es, die die Opposition erst erweckt haben. — Zufälligerweise
ist es nur gerade umgekehrt. Die wüthende Opposition
ist es gewesen, dieWagner's Schriften hervorgeruxen hat.
Hätte man ihn verstanden, gelten lassen, so Mtte er nicht
nöthjg gehabt, sich in Polemik einzulassen. Nun will man
den l^iess unuiehren; dieses Manöver ist schon alt. — Sollte
nicht vielleicht „Das Judenthum in der Musik" hierbei die
Hauptrolle spielen?
„Im Vergleich mit dagewesenen Grössen, specifisch musi-
kalisch, ist Wagner für mich doch sehr discutabler Art." —
Immer reitet Rubinstein auf demselben Prindp des specifisch
Musikalischen herum. Da dieser Maassstab nun aber für
Wagner*s Musikdrama nicht passt, gar nicht passen kann und
solL so kann es Rubinstein natürlich nie gelingen, Wagner
zu oegreifen — was nun freilich sehr gleichgütig ist.
(Sohluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Berichte.
Leipzig. Das 12. Abonnementconcert im Neuen
Gewandhaus bespann mit den Orchesterlegenden Op. 69,
No. 6 und 3, von A. Dvof&k, ohne jedoch dem Publicum ein
grösseres Interesse für diese Novitäten abringen zu können.
Darf auch wohl angenommen werden, dass diesen Stücken,
namentlich dem bewegteren zweiten, eine etwas belebtere
Ausführung von Nutzen gewesen wäre, so hätte doch auch
diese kaum ihre gering^ Eigenart zu verdecken vermocht,
fmz abgesehen davon, dass etwas wirklich Legendarisches in
einem derselben zu Tage tritt und dass auch die Instrumen-
tation durch Nichts zu interessiren vermag. In No. 6 hätte
man eher auf Mendelssohn imd Schubert als auf Dvofäk
schliessen können. Bei den vielen Neuerscheinungen auf
orchestralem Gebiete ist es auffallend, dass man angesichts
des geringen Raumes, den man ihnen in diesen Goncerten
zuweist, nicht ganz besonders vorsichtig in der Wahl von Novi-
täten ist. Eine ganz reizvolle Wiedergabe, der man die liebe-
volle Einstudirung anmerkte, erfuhr das weitere Orchester-
werk des Abends, Haydn's hübsche Gdur-Symphonie (No. 13
der Breitkopf & Härtel^schen Ausgabe) mit dem kurz ange-
bundenen Finalsatz, der, alter Gewohnheit eemäss, auch dies-
mal da capo verlangt und auch gewährt wurofe. Der solistische
Theil des Goncertes wurde durch die Berliner Hofopemsängerin
Frl. Elisabeth Leisinger und die Pianistin Frl. Ilona Ei ben-
schütz aus Wien aus^führt Frl. Leisinger, eine im (jl^wand-
haus bestens accreditirte Künstlerin, zeigte sich dieses Vor-
ranges auch bei diesem neuesten Auftreten im höchsten Grade
würdig. Mouiren wir im Vornherein den umstand, dass
einige kräftig genommene hohe Töne, wohl infolge einer
kleinen stimmlichen Indisposition, im Ansatz etwas gepresst
63
erschienen, so bleiben nur noch Worte begeisterter Anerken-
nung für die künstlerisch aasfi;esacht vollendeten Leistungen
übrig, die die Sängerin in Mozart's Arie „Zephiretten*' und
— in Verhinderung des Hm. Prof. Dr. Beinecke von Hm.
von Böse am Flügel begleiteten — Liedern von Schubert,
J. Brahms und £. Hildach auch dieses Mal darbot. Frl.
Leisinger zählt zu den eottbegnadeten Sängerinnen, die
ihr Künstlerthum nicht blos in der Kehle sitzen haben,
sondern auch mit echter, reiner musikalischer Seele nach-
empfinden und congenial nachschaffen. Für eine solche
auserlesene Priesterin der Kunst soUte aber auch nur das
Beste der Litteratur — wozu Hildach's Weber-Lied nicht er-
hört — ^rade gut ^nugsein. Die Zuhörerschaft jubelte der
Künstlenn ausser emer Wiederholung des ganz entzückend
gesungenen Brahms'schen Wiegenliedes auch noch eine Zu-
Sibe (Schubert's „Wohin") ab. Frl. Eibenschütz spielte
eethoven's — vom Orchester unverzeihlich salop begleitetes —
Esdur-Concert, ein Lied ohne Worte von Mendelssonn, Paga-
nini-Liszt's „Gampanella" und, als Zugabe, ein Allegro von
Scarlatti, erreichte aber mit diesen Vorträgen nicht aas un-
län^t im Saale Blütbner von ihr Gebotene. Was am meisten
aufnel, war die technische Unsicherheit in Beethoven's Con-
cert und der „Oampanella", denn es unterliefen Falschnoten
und Unsauberkeiten , wie man sie nach dem Auftreten bei
Blütbner nicht für möglich g^ehalten hätte. Weiter waren es
ganz unmotivirte Tempobeschleunigungen, die, wie schon ge-
legentlich der Matinöe bei Blüthner, den Grenuss auch diesmal
störten. Das Beste, Vorwurfisfreieste gab Frl. Eibenschütz mit
Mendelssohn, dessen Stück sie namentlich auch mit hübscher
Gefühlswärme spielte, und Scarlatti. Zur Entschuldigung der
im Ganzen nicht recht befriedigenden Vorträge des Frl. Eiben-
schütz nehmen wir an, dass dieselbe dem ihr neuen Auditorium
gegenüber aussergewöhnlich befangen Seewesen ist.
Der 8. Populäre Kammermusikabend des Hrn. v. B o s e und
des Frl. Robinson (der Dritte im Bunde, Hr. Georsf Wille,
war, wie schon im 1. Concert, an der Mitwirkung vernindert)
war reich an Auszeichnungen ftlr die Ausführenden, als
welche ausser Hm. v. Böse und Frl. Robinson noch die HH.
Heintzsühj Paul Wille und Kiengel zu nennen sind. Der
Abend, eröfmete mit Schumann's Dmoll-Claviertrio, darauf
folgte F. Schuberts HmoU-Rondo brillant för Ciavier und
Vlöhne, in* welchem" namentlich Frl. Robinson ganz espritvoll
ihren Part ausführte, und den Schlass bildete Brahms* un-
vergleichliches Glavierauintett, dem Programm die Krone
aufsetzend und sämmtliche Ausführende zur höchsten An-
spannung ihrer künstlerischen Kräfte befi;eistemd. Die Wieder-
gabe dieses herrlichen Werkes war dementsprechend auch
eine in. hohem Grade vorzügliche und erwirkte dem Wjsrke
eine geradezu ^thusiastisohe Aufnahme bei dem zahlreicher,
als zu den beiden vorangeanneenen Abenden erschienenen
Publicum. Ein ganz vortrenlidier, tonstarker und klang-
schöner Blüthner-Flügel diente der soliden pianistischen Thätig-
keit des Hm. v. Böse aufs TrefiTlichste, wie ein solcher auch
im vorerwähnten Abonnementconcert zur Benutzung stand.
Hamburg, 1. Januar. Der Decembermonat, sonst eine
Art Schonzeit für abgetriebene und müde gewordene Recen-
senten bildend, war dieses Mal musikalisch sehr bewegt und
mit Veranstaltungen in den verschiedenen Concertsälen reich-
lich versehen.
Das 5. Abonnementconcert hatte Brahms' Emoll-Sym-
Shonie, deren Wiedergabe eine nicht genug zu rtlhmende
>rchesterleistung unter H. v. Bülow's Meisterhand war, die
Ouvertüren zu „Ooriolan" und zum -Freischütz", welche in
der wunderbar schönen Ausführung die Hörer entzückten, und
Solovorträge der Frau Schmitt-Csänyi und des Frl. Wie-
trowetz zum Inhalt Frau Schmitt's Gewangstechnik hat
uns Respect abgenöthigt, aber warm sind wir weiter nicht
beim Beobachten ihrer Darbietungen (Beethoven*s „Ah, per-
fido" und „Freischütz**-Arie „Wie nahte mir«) geworden, weil
sie sich zu sehr in einem gewissen tonlosen Pianosingen und
zu häufigen Tem^verschleppungen gefiel; mit ihrem „Leise,
leise, fironmae Weise" kam sie schier nicht von der Stelle.
Bewundert aber haben wir Frl. Wietrowetz, und es fehlt nicht
Viel, dass wir sie allen geigenden Damen voranstellen und sie
„Königin des ViolinspieJ^" heissen: so prächtig hat sie Joa-
chim*s Concert in ungarischer Weise körperlich und geistig
bewältigt.
Die Philharmoniker und die Singakademie ver-
einigten sich am 4. December unter Prof^v. Bernuth zu
einer Mozart-Feier, die nicht gut verlief. Der Requiem-Auf-
führung fehlte überall die rechte, weihevolle Stimmung; es
war, wie wenn die Sinkenden und Snielenden ^nz andere
Dinge zu denken hätten^ als des unsterblichen Scheidemon^ts
von der Erde in würdiger Weise sich zu erinnern. Das Re-
sultat dieses Abends hat uns eigentlich recht verstimmt: weil
wir noch weniger Pietät an diesem Ort vorfanden, als wir
erwartet hatten, und weil wir uns immer wieder vorstellen
mussten, zu welchen Thaten dieser Chor und dieses Orchester
unter einem künstlerisch tüchtigen Mann befolgt sein könnten.
Von der Jupiter-Symphonie, die dem Requiem folgte, haben
wir nur den ersten, sehr unfein gegebenen Satz gehört.
Von Carl Armbrust's Kircnenconcerten hat das
erste stattgefunden und verschiedenes Literenante gebracht:
Orgelsachen von Bach, Guilmant und Merkel, die Hr. Arm-
brust auf seiner £EunosenSt.Petri-Orgel virtuos spielte, Violin-
vorträge des Hm. Kopecky (Sonata von Locatelli), Arien
aus .Messias" und „Paulus", die Hr. Ehrke ganz lobens-
wertn sang, und recht wohlgerathene Chorsj^enden der Dannen-
berjB[*6chen Singakademie. — Zu erwähnen ist hier gleich eine
treuliche „Messias" -Aufführung durch die Altonaer Sing-
akademie unter Arnold Krug, in der der Chor und von den
Solisten Hr. Wolff aus Hamburfi; und Hr. Sistermans aus
Frankfurt a. M. sich wacker hielten.
Li der ersten Kammermusik-Soiröe des Hrn. Fiedler
wurden zwei Sonaten für Violoncell und Ciavier von S. Bach
(GmoU) und Brahms (Fdur), dazwischen Claviersoli von Schu-
mann (Op. 111). Beethoven (Op. 77) und Kirchner (Op. 9) ge-
hört. Hr. Fiedler fasste wohl einige Male die Tasten reich-
lich fest an, that aber sonst ganz verständig, und Hr. Gowa
bewies sich als ein Meister desViolonceUs.— Frl. Marstrand's
erster Kammermusikabend hatte verschiedene seltenere
Sachen auf dem Progrramm: Quintette von Mozart (Esdur) und
Spohr (Cmoll) für (kavier und Blasinstrumente und Brahms'
Trio mit HorUi die vorzüglich gut in der Wiedergabe gelan-
gen und ebenso efifectuirten. — Mit grossem Vergnügen hörten
wir in einem von den Gesch wüstem Johanna und Willy Bur-
mester gegebenen Concert dem Spiel der jungen hochbe-
gabten Künstler zuj" sie haben Beethoven^s Sonaten Op. 12. No. 3,
und Op. 81a, das Violinconcert in Amoll von BafiTuna eine
Beihe kleiner Stücke von Mendelssohn, Chopin, Bnbinstein
und Sarasate in einer Weise hingestellt, die hohe Achtung
verdient.
Von der von Frau Joachim gesimgenen Geschichte
des deutschen Liedes haben auch die beiden letzten Ca-
pitel tiefgehend gewirkt und sowohl hinsichtlichder Anlage, wie
Ausführung grossen Erfolg gehabt. Es wird genügen, wenn
vrir den Letzteren constatiren und uns jedes weiteren Ein-
gehens auf den Gegenstand enthalten, da das von verschie-
denen Seiten bereits hinreichend gescnehen ist und wir den
Baum d. Bits, nicht mehr als eben nothwendig in Anspruch
nehmen wollen.
Von einer Opempremiöre im Laufe der letzten Wochen
haben wir noch in Elürze zu berichten; die Neuigkeit ist
textlich die Arbeit des Begisseurs Franz Bittong, musika-
lisch die des Capellmeisters Theodor Hentschel und führt
den Namen „Des Königs Schwert**. Wenn von einer
freundlichen Aufnahme des Werkes die Bede gewesen ist, so
kann sich diese Bemerkung nur auf den zweiten Act bezogen
haben, der unter ziemlicn lebhaitem Beifall vorüber ging.
^^£^^1^ d^ orate und dritte keine Spuren hinterliessen und
beinahe lautlos von Seiten des Auditoriums entgegen genom-
men wurden ; das Stück scheint, nachdem es im December zwei
Mal gegeben, denn auch bereits zurückgelegt zu sein. Leid
thut es uns um das Textbuch, das von Haus aus, mit seinen
TT - ■ * ■* ■% . -r.« 5T «1. „■_-.
Hemrich's IV. von Frankreich und Navarra gegen die Liga
unter dem Herzog von Mavenne am Ende des 16. Jahrhunderts,
ein vortreflFliches Lustspiel abgibt, das aber in der Verbin-
dung mit der Musik Alles veruert, was sonst reizt, alle Fri-
sche und Lebendigkeit; in die G^talt eines Opembuches ge-
bracht, geht die ^mdlung im zu langsamen Tempo vorwärts,
die Verwirrungen und Aufklärungen liegen dadurch manch-
mal so weit auseinander, dass sie kaum Zusammenhang mehr
haben^ und das Ganze nimmt sich so recht öde aus. Von
Hentschers Musik zu „Des Köniea Schwert" wissen wir nur
das Eine zu sagen: sie präsentirt sich als richtige Capell-
meistermusik und bringt etwas Hal6vy und Meyeroeer, ein
wenig Lortzing und Nicolai, eine grosse Dosis Wagner und
dieses Alles in recht geschickter Anordnung, aber von eigenen
Gedanken, von selbständigem Erfinden und Empfinden nicht
53
die Probe. Die Sache möchte noch eehen. wenn die Personen
oben auf der Bühne nur etwas melodischer und gesanglich-
wohllautender sich au£Fahrten, aber das Orchester malt un-
ausgesetzt mit dicken Pinselstrichen und Iftsst nicht Eine das
Ohr angenehm berührende Gantilene aufkommen, namentlich
nicht im ersten Act^ wo die langgestreckten politischen Rede-
reien gar kein musikalisches Interesse haben, und nicht im
dritten, wo die Liebesscenen zu keiner Geltung gelangen.
Im zweiten Aufzug stehen dagegen einige Perioden, die mehr
Schwung und Leben haben, die auch die erwfthnte freund-
liche Aufnahme fanden. Um die Aufführung, die unter des
Ck>mponisten Leitung stattfand, machten sich FrL Bettaque,
FrL Polna, Frau'Heink, die HH. Lissmann, Wiegand
und Oronberger, sowie Chor und Orchester sehr yerdient.
Louis Bödecker.
Weimar» 18. Jan. 1892. Von unserer Oper war bisher
wenig zu vermelden. Sie stand unter dem Banne der Vor-
bereitungen zu „Tristan und Isolde". Novitäten sind daher
nicht erschienen ; ich hätte Ihnen höchstens berichten können,
dasB unsere neue Coloratursängerin Frau Ho 1mm eine grosse
Geean{;8virttiosin ist, dass sie aber stimmlich und aJs Dar-
stellenn ihre Yorffän^^arin nicht zu ersetzen vermag, und dass
Letztere, jetzt ^rau Fleischer- Alt, bei ihrem ^;astweisen
Wiedererscheinen als Philine und als Carmen freudig begrüsst
worden ist. Weit besser hat sich ein anderes neues MitA^ed
eingef)\hrt: Frl. Sehe der, eine noch sehr jugendliche Wei-
maranerin von hübscher Erscheinung und wohlklingender,
modnlationsreicher Stimme, die eben ihre gesanglichen Stu-
dien bei Frau Namnann-Gnngl beendigt hat. Was diese Kunst-
Novize bei ihrem ersten Auftreten als Aennchen im »Frei-
schütz** und als Baronin im „Wildschütz** geleistet, war
geradezu verblüffend durch die sichwe Beherrschung nicht
allein des geeaiid|khen, mehr noch des darstellerischen Theils
der Aui^g;abe. wo so früh schon der Eindruck des Einge-
lernten nicht aufkommt, wohl aber originelle Züge sich zei-
gen, die der augenblicklichen Einhebung entsprungen zu sein
scheinen, da ist zweifellos ein bedeuteimee Bühnentalent vor«
banden. Ob nur ftr die koioisohe Oper, ob auch fttr grosse
dramatische Angaben — das wird die Zukunft lehren.
Nun aber zum E^igniss der Saison, zum „Tristan*'. Schon
Ende October sollte er erscheinen, und zwar mit einer aus-
wärtigen Sjraft in der Partie der Isolde. Als dem sich auch
MitteNovember noch Schwierigkeiten entgegenstellten, übex^
nahm es FrauNaumailn-Gangl, deren nahe bevorstenender
Absang von der Bühne lebhaft zu bedauern ist, die Isolde
no<m zu Studiren. Ist dadurch die Aufftlhrung bis gestern
verzögert worden, so darf doch Weimar, welches 1874 ak
erste Bühne nach der Münchener unter Lassen*s Leitung sich
an den „Tristan" heranwagte, jetzt mit Stolz sich rühmen,
eine ganz vortreffliche Aufrahmng des gewaltigen Werkes
canz mit eigenen Straften bestritten zu haben: £una]s näm-
Hch wurden Hr. und Frau Yogi ak Gäste herangezogen, und
auch später, als Hr. Memmler den Tristan sang, musste als
Isolde Frl. Malten berufen werden. Früher war, vielleicht
der Qäste wegen. Manches gekürzt worden, jetzt ist kein Takt
weggebliebeoi, das Werk erschien in seiner ganzen monumen-
talen Grösse. Aber auch sonst ist von der Aufführung nur
Bühmliches zu berichten. Wahrhaft überrascht hat Frau
Naumann-Gun^l als Isolde. Bei dem Beichthum an drama-
tischen Säneennnen, über welchen Weimar gegenwärtig ver-
fügt, war diese vortreffliche Künstlerin mehr und mehr in
den Hinte^mmd f^edrängt und dadurch vielleicht entmuthigt
worden. Es gereicht ihr zur ^prössten Ehre, dass sie, kurz vor
ihrem Scheiden, diese gewaltige Partie noch rasch sich zu
eigen gemacht und, besonders nach der Seite des Weichen,
Gemüthvollen hin, so ausgezeichnet verkörpert hat. So weit
Hr. Zell er nicht durch eine Indisposition behindert war,
stand auch er iJs Tristan auf der Höhe seiner Aufgabe; im
ersten Acte und im „Tagesgespräch** bot er Vortreffliches,
was umsomehr zu rühmen ist, als der auch weiteren Kreisen
.flds Bayreuther Tannhäuser bekannte Künstler erst seit we-
nigen Jahren der Bühne angehört. Mit gleicher Anerken-
nung sind Hr. Bucha aJs Marke, Hr. Schwarz als Kurwenal,
Frl. Tibelti als Brangäne und in den kleineren Rollen die
HH. Giessen, Bobert, v. Szpinger und Wiedey zu
nennen. Jeder war bestrebt, nur im fiahmen des Kunstwerks
-und doch mit höchster Ausdrucksfilhigkeit zu wirken. War
dabei vielfach eine überraschende Steigerung der künstleri-
-Bchen Kraft wahrzunehmen, so ist dieses dem belebenden, be-
geisternden Einflüsse unseres gem'alen Capellmeisters Rieh.
Strauss zu verdanken, der die Künstler in zahllosen Proben
in das Wesen ihrer Rollen eingeführt hat und der die eisent-
liche Seele der vortrefflichen Aufführung war. Er hat damit
begonnen, die dynamischen Bezeichnungen in der für ein ver-
decktes Orchester bestimmten Partitur da, wo es nöthig war,
so abzudämpfen, dass auch bei offenem Orchester die Ver-
ständlichkeit der Sänger nicht beeinträchtigt ward. Ein nach-
ahmungswürdiges Beispiel! Die weitere Verfeinerung und
Durcheeistigung der orchestralen Wirkung war das Werk von
17 Orcnesterprooen. Dass schliesslich Strauss den „Tristan**
ganz im Sinne seines Schöpfers geleitet, versteht sich bei
einem so begabten und für das Kunstwerk begeisterten Diri-
genten von selbst.
Ein grosses Verdienst hat sich auch Fritz Brandt um
die Auffmirung erworben, der als Maschinenmeister freilich
sehr wenig, desto mehr aoer als Ober-Regisseur im „Tristan**
zu thun fuid. Ihm ist es zu verdanken, dass das gewaltige
Drama auch' in Scenerie und Blandlung zu voller Wirkung ge-
langte. Strauss und Brandt fanden seitens des begeisterten
Publicums in zahlreichen Hervorrufen eben so warme Aner-
kennung, wie die Darsteller selbst Hoffentlich ist uns durch
ihre Tmit „Tristan und Isolde** dauernd gewonnen. **
Zwiekau« An&ng Januar. Das Hauptereigniss der Sai-
son war die längst geplante und über alles Erwarten gelungene
Aufführung der 9. ^mphonie von Beethoven (4. Dec.). Für
eine Mitt^tadt, wie die unsere, ist das immer, selbst bei all-
seitig bestem Wülen, ein kühnes Unterfangen; es wird doppelt
precär, wenn das 22auberwort „9. Symphonie** nicht, wie es
wohl anderwärts der Fall wäre, ak Talisman wirkt, dessen
„22auber binden wieder, was die Mode streng getheilt**. Der
Opferwilligkeit des Musikvereins und dem Eifer seines
Dirigenten Vollhardt, dessen glücklicher Hand in den sechs
Jahron seines hiesi^n Wirkens noch nie Etwas misslungen
ist, gelang es schhessUch auch diesmal, den erst so gefanr-
deten Chor aus unseren besten Kreisen vollzählig zosammen-
zubrinf;en — den Grundstock bildete der a oapeOa-Verein —
und mit ihm Grossartiges zu leisten. Zwar hat auch das Orche-
ster, unterstützt durch auswärtige Kräfte — u. A* Benkert
aus Chemnitz (Violoncell) und Wienand aus Lcdpzig (Oon-
tnfagott) — und wahrhaft künstlerisch gef%Qirt anroh den
ausgezeichneten Primgeiger Kammermusious Eismann aus
Dresden, für unsere Verhältnisse ganz Ausserordentliches ge-
leistet, auch das Söloquartett — FrL A. Münch ans Leipzig,
Frl. M. Fischer ausDresden, Hr. H. Kirchner aus Berlin und
Hr. Kammersänger E. Glömme aus Dresden — that in voll-
stem umfange seine Schuldigkeit (zu weihevollster Wirkung
brachte Hr. Glömme die berühmten Anfangsworte; „0 Freun-
de** etc.); aber im Ganzen verdienten do<m die Kraft, Rein»
heit und Präcision des Chors das höchste Lobj wir glauben
im Leipziger Gewandhaus den chorischen Theil der Neunten
manchmal weniger ß;ut gehört zu haben*). Kurzum, Hr. Voll-
hardt hat wieder einmal einen so glänsranden Beweis seiner
Tüchtigkeit ^^egeben, dass unsere Stadt stolz darauf sein dajtf,
ihn an der Spitze ihres Musiklebens zu sehen. — Der „Neunten**
voran |;ing Handelns Caecilien-Ode, von deren Chören dasselbe
g^t; die Solisten, Frl. Münch und Hr. Kirchner, zeichneten
sich durch reine Intonation und nnbedin^;te Sionerheit aus;
die gewandte Coloratur der Sopranistin, die dramatische De-
clamation des Tenoristen verdienen hohes Lob.
Das erste Musikvereinsconcert (98. Oct.) enthielt zum Ge-
dächtniss Mozart's neben der sehr gutges|^ieltenGmoll-Sym-
phonie das Cmoll-CIavierconcert dieses Meisters, gespielt von
Hm. Mttsikdirector Vollhardt (Direction Roohnch^ und die
Concertarie „A questo seno** etc., gesungen von FrLW. Schau-
seil aus Düffielobrf. BLr. Vollhardt hat uns als Pianist noch nie
so ^t gefallen, wie diesmal, zweifellos Hegt classische und
speciell Mozart^sche Musik seiner Individuultät besser, als
der Mehrzahl der modernen Pianisten. Frl. Schauseil*s grosse
Vorzug sind bekannt : ihre virtuos geschulte Stimme ^horcht
ihr wie ein vorzüglicnes Instrument, was sowohl m jener
Arie, wie in einigen Liedern (besonders Mozart^s Wiegenlied)
lebhaften Beifall ner vorrief.
*) Da wir uns, soweit es zu ermitteln war, mit allen hie-
sigen Musikverständigen, wie auch den mitwirkenden Künst-
lern durchaus in üeoereinstimmung befinden, so halten wir
unsere günstige Ansicht über die Chorleistungen in vollstem
Umfange aufrecht, trotz eines sehr ungünstig lautenden Be-
richts der „Neuen Zeitschrift für Musik**.
64
Grosse (Genüsse brachten uns zwei Elaminermasikabende
(Türke), an welchen Hr. Organist Türke auf solopianistischee
Auftreten verzichtete und seine Stelle am Ciavier an Frl.
Joh. Müller übertrug, welche mit Hm. Concertmeister Petri
aus Dresden durch eine mustergiltige Wiedergabe der bekann-
ten Gmoll-Cla vier- Violinsonate von Grieg und femer mit Hm.
Kammermusicus A. S t e n z aus Dresden als Violoncellisten in dem
grossartigen, in seiner trostlosen Trauerstimmung geradezu er-
schütternden BmoU-Trio von Volkmann excellirte. Hr. Stenz
spielte ausserdem kleinere harmlose Sachen, u. A. ein „Album-
blatt*' eigner Schöpfung, mit angenehmem Ton und gutem Ge-
schmack ; auch Frl. Müller erhielt reichen Beifall nach Solostücken
von Nawratil und Schumann (die „Traumes wirren** konnten viel-
leicht noch etwas poetischer klingen). Einen Hochgenuss
boten am zweiten Aoend mit nur Mozart'schen Werken Hr.
Petri und seine Leipziger Genossen, die HH. von Dameck,
ünkenstein und Wille, wirklich erquickend ^^ar die voll-
endete Wiedergabe des Gdur-Quartetts und des Glarinetten-
guintetts, Letzteres imter Hinzuziehung des ausgezeichneten
larinettisten Kammermusicus Lange aus Dresden, welcher
wunderbar schön spielte. Nicht ganz auf der Höhe stand die
etwas nüchterne Wiedergabe des Esdur-Clavierquartetts (Gla-
vier: Hr. Türke).
Was die Kirchenmusik anlangt, so nimmt die nun voll-
endete grosse Orgel der Marienkirche (Gtebr. Jehmlich) unser
Interesse in Anspruch. Sie kam in einem Einweihungscon-
cert (4. Oot.) vor Allem tmter den Händen eines so hervor-
ragenden Orgelspielers wie Musikdirector C. A. Fischer aus
Dresden zu glänzendster Wirkung. Wie Überwältigend kam
da Seb. BacVs Chromatische Phantasie heraus! Nur schade,
dass die Kraft und Fülle des vollen Werks selbst ftlr unser
stattliches Gotteshaus doch zu gross ist, die Tonmassen waren
stellenweise kaum zu ertragen, sodass das Publicum sichtlich
unruhig wurde. Von höchstem Literesse war sodann Fischer's
Symphonie No. 1, Cdur, für Orchester und Orgel, ein hoch-
bedeutsamefl, imponirendes Werk voll hohen Ernstes. Femer
waren Frl. Strauss-Kurzwelly aus Leiprig und die schon
genannten Dresdener HH.Petri und Stenz, neben dem Con-
certgeber Hm. Organist Türke als Begleiter, betheiligt. Zu
der von der recht respectablen Sopranistin sehr hübsch fi;e-
sungenen Trompetenarie von Händel konnte die Orgel den
wirklichen Trompetenton doch nicht wahr genug wiedergeben ;
und in einem schönen Violin- Arioso von Rietz kam eine auf-
filllige Discrepanz mit dem Begleiter vor ; aber alles üebrige,
besonders ein hübscher Suitensatz von Bheinberger, ist als
durchweg gelungen zu bezeichnen.
Das dankenswerthe Streben des Kirchenvorstandes, edle
Musik ftkr minimalen Eintrittspreis zu bieten, wurde auch bei
einer guten Wiedergabe des Mozart'schen Requiems (Voll-
hard^ 9. geistliches Concert, 22. Nov.) durch ein überfüdltes
Gotteshaus belohnt. Dass man bei einem Billetpreis von 20 /ij
keine solistischen Sterne erster Grösse erwarten darf, Hessen
uns Frl. M. David und Hr. Pin k saus Leipzij^, Frl. R.Näser
und Hr. Cantor Kressner von hier gar bald vergessen. Frl.
Näser's weiche Sopranstimme hat besonders in der Höhe un-
gemein liebliche Töne, Hr. Pinks verfugt über einen kräfti-
gen, edelgebildeten Tenor; Frl. David, die als geist- und
temperamentvolle Liedersän^rin bekannte Mezzosopranistin,
fühlte sich in der als ziemlich unwirksam bekannten Altpar-
tie wohl weniger in ihrem Element, brachte sie aber doch zu
durchaus angemessener Wirkung; und endlich Hr. Kressner
imponirte .durch unbedingte Zuverlässigkeit. Während dem
vorangehenden Elegischen Gesang von Beethoven etwas Un-
sicheres anhaftete, war dem Requiem volles Gelingen nach-
zurühmeu. Das Orchester genügte; die Leistungen des Chors
(a capella- Verein und Kirchenchor) waren auch diesmal ganz
ausgezeichnete. Dr. P. Pfitzner.
Concertumschau.
Aaehen. 18. — 20. Versamml. des Instrumentalvereins
(Schwickerath): Symphonien v. Beethoven (No. 1) und Gade
(No. 4), zwei nachgel. Symphoniesätze v. Schubert, Ouvert.,
Noct. u. Hochzeitsmarsch a. der „SoiDmemachtstraum** -Musik
V. Mendelssohn, Ouvertüren v. Beethoven u. Weber, „Hoch-
zeitsmusik (f.?) V. Ad. Jensen, Solovorträge des Frl. Plüdde-
mann a. Breslau (Ges., Elsa^s Traum a. „Lohengrin" v.W ag-
ner, Solvejg's Lied v. Grieg, „Im Maien** v. Seh äff er und
Winterlied v. H. v. Koss) u. des Hm. Prof. Schmidt a. Brüs-
sel (Viol., Son. V. Händel u. 5. Conc. v. Vieuxtemps).
Annaberg. 6. Museumscono. (Stiehler)*: 3. Symphonie v.
Mendelssohn, Ouvertüren v. Beinecke („Zur Jubelfeier** [?])
u. Rossini, „Lohengrin**- Vorspiel v. Wagner, Violoncellvor-
träge des Hrn. Benkert a. Chemnitz.
Baden-Baden. 4. Abonn.-Conc. des städt. Curorchesters
(Krasselt sen.): Ouvertüren v. Cherubini u. Smetana („Die
verkaufte Braut**), Prael. f. Viol. v. S. Bach-Stör (in mehr-
£Bkcher Besetzung), Solovorträge des Frl. Huhn a. Oöln (G(es.,
„Mainacht** v. Brahms, „Liebestraum** v. H.Ritter, „Nord-
licht** V. R. Pohl etc.) u. des Hrn. Dr. Neitzel v. ebendaher
(Clav., Esdur-Polon. v. Liszt etc.). — Kammermusiksoir6e
der HH. Bletzer, Bienert, Pageis u. Wamke am 11. Jan.:
Streichquartette v. J. Rosenhain (Gdur)' u. Beethoven (Op.
69, No. 8). ~ Symph.-Conc. des städt. Curorch. (Krasselt sen.)
am 15. Jan.: 8, S^ph. v. Beethoven, Ouvert. zu „Der Cid.**
V. Massenet, Stmmiungsbilder „Am Abend** f. Streichorch.
V. J. Rosenhain, Amc^-Violoncellconcert v. Saint-Saöns
(Hr. Wamke).
Barmen. 8. Abonn.-Conc. m. Bruch 's „Odysseus*' unt.
Leit. des Hrn. Krause u. solist. Mitwirk, der Frls. Münch a.
Leipzig u. Beck a. Frankfurt a. M. u. der HH. Heinen v. hier
und Büttner a. Coburg. („Für die wichtige Odysseus-Partie
war**, so schreibt die „B. Z.**, „Hr. Kammersänger M. Büttner
a. Coburg berufen, dessen schöner Bariton und künstlerische
Vortragsweise vor den so überaus zahlreichen Besuchern des
Bruoh'schen Sommerfestconcertes in Düsseldorf bereits viel
Anerkennung fand. Bei den günstigen akustischen Verhält^
nissen des Concordia-Saales klsmg die Stimme noch weit voller
und stattlicher, als in der Düsseldorfer Tonhalle, und bot
solchergestalt ein in hohem Grade geeignetes Material fiir die
denjL Titelhelden in den Mund gelegen getragenen Klagege-
sänge, leidenschafUich-pathetischen Zornesausbrüche und wei-
chen, lyrischen Stimmungsmomente*' etc.)
BePlln. Conc. der Frls. Clara u. Marianne Eisslo' (Harfe
u. Viol.) am 6. Jan.: Compositionen f. Harfe u. VioL v. Mo-
zart (Cdur-Conc.) u. J.Thomas (Rondo place vole), SoH £ Harfe
▼. Spohr (CmoU-Phant.) und Hasselmans u. f. Violine. —
6. Symph.-CJonc. der k. Cap. (Weingartner): Symphonien vpn
Liszt („Fau6t**, Tenorsolo: Hr. Sylva) u. Beethoven (No. 6),
„Euryanthe**-Ouvert. ▼. Weber. — 5. Philharm. Conc. (Dr.
V. Bttlow): Fdur-Symph. ▼. E. d' Albert, Oaverturenr v^ Che«
rubini, Brahms (Trag.) u. Wagner („Tannhäuser**). Esdnr-
Clavierconc. v. Beethoven (Hr. d'Albert). — Clavieraoend der
Frau Carrefio am 12. Jan. m. Compositionen von Brahms
(Hmoll-Rhaps.), Hiller („Zur Guitarre**), Liszt (Edur-Polon.)
n. A. — Conc. der Damen Helene Krüger (Ghes.) und Helene
Geisler (Clav.) am 26. Jan.: Soli f. Ges. v. R. v. Keudell
(-Der Fischer**), Cornelius („Komm, wir wandeln zusammen**),
Franz („Zwei welke Rosen**, „Ö sah ich auf derHaide dort**
u. Mailied), Grieg („Herbststimmung**, „Mit einer primula
veris** u. „Hoffiiung**), W. Taubert („Wüdfang**) u. A. u. f.
Clav. V. Beethoven (Sonate Op. 110), Cnopin, E. E. Taubert
(Walzer Op. 42) u. Liszt (Pofon.).
Bern. Am 20. Dec. Aufführ. v. Berlioz' Trilogie „Des
Heilands Kindheit** durch den Caecilien-Ver. (Munzinger) unt.
Solist. Mitwirk, der Frau Schulz-Lilie a. (Jenf und der HH.
Troyon a. Lausanne, Sistermans a. Frankfurt a. M. u. Sturm
a. Biel. — 1. Soiree f. Kammermusik der Musikgesellschaft:
CmoU-Streichquart. v. Brahms, Bdur-Claviertrio v. Beetho-
ven, Harmoniumsoli v. Guilmant ((^anzonetta), Godard
(Romance sans Paroles), Lemmens (R&verie) u. A. (AusftÜi-
rende: Frau Dähler-Hänni [Ges.] u. HH. Wemer a. Baden-
Baden [Harmon.], Jahn, Beyer, Tuczek u. Monhaupt^treicher].)
Breslau. 7. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Masz*
kowski): 2. Symph. v. A. Dvotäk, Ouvert. zu Shakeroeare's
„Heinrich IV.** v. J. Joachim, Trauermarsch a. der „Götter-
dämmerung** V. Wagner, Violinvorträge des Hm. Prof. Dr,
Joachim a. Berlin (8. (Donc. v. Bruch u. Teufelstrillerson. v,
Tartini). — 1. Symph. -Conc. der Bresl. Concertcap. (Riemen-
schneider): Cdur-Symph. v. Schubert, Ouvert. u. drei Num-
mern a. dem „Märchen von der Prinzessin Turandot** von
G. Riemenschneider, „Euryanthe** -Ouvertüre von Weber,
„Anitra's Tanz** a. der „Peer Gynt**-Suite v. Grieg, Gesang-
vortrage des Frl. Samosch („Von ewiger Liebe** v. Brahms
etc.). — Gonc. derselben Cap. zum Benefiz des Hm. Riemen-
schneider unt. dessen Leit. u. Mitwirkung der Frau Riemen-
schneider (Ges.) u. der HH. Strakosch (Ges.) u. Ludwig (Clav.)
am 14. Jan. : „Die Ideale** v. Liszt, „Titus** -Ouvert. v. Mozart,
Vorspiel zur Oper „Die Eisjungfrau** u. Miarche des chasseurs
d'Afrique v. G. Riemenschneider, Vocalduett von Verdi,
Soli f. Ges. V. G. Riemenschneider (Serenade a. der Oper
56
^Mondeszauber^), Auguste Riemenschneider („Im Früh-
ling**) u. A. u. f. Ciavier v. Beethoven (CmoU-Conc), Grieg
(„Norwegischer Brautzug") u. Godard (2. Mazurka).
Chemnitz. Mozart-Feier des Hrn. Fohle unt. Mitwirk,
der Sängerin Frl. Bockstroh, des Hrn. Michaelis (Declamat.),
des Musikver. (Mayerhoff) u. der städt. Gap. am 5. Dec.: Pro-
log V. Em. Walther, Jupiter-Syniph., „Zauberflöten**-Ouvert.,
Maurerische Trauermusik, vier Sätze der Haffiier-Serenade,
„Ave, verum corpus**, zwei Chöre a. „König Thamos** u. Ge-
sanfi;soli v. Mozart. — Kirchenconc. des Hm. Fohle unt. Mit-
wirk, des Orgelvirtuosen Hm. Fischer a. Ihresden, desLehrer-
Gesangver. u. der städt. Cap. am 16. Dec: Symph. „In me-
moriam" f. Org. u. Orch. v. C. A. Fischer, Männerchöre v.
Cherubini, Adam u. Schubert, Air f. Streichorch. u. Gmoll-
Phant. f. Org. v. S. Bach. — 4. geistl. Musikauffilhrung des
Kirchenchors zu St. Jacobi (Schneider): Chöre von Zachau,
Gruber u. Calvisius, sowie Stollberger Weihnachtslied, Weih-
nachtslieder, herausgeg. v. C. Riedel u. Reinecke (FrL Boehme).
— Symphonieconcerte der städt. Cap. (Fohle): No. 6. 4. Sym-
phonie V, Schumann, „Coriolan**-Ouvert. v. Beethoven, „Sieg-
iried's Rhein&hrt** a. der „Götterdämmerung" v. Wagner,
SoloYorträge des Frl. Knop (Ges.) u. des Hm. Weimershaus
(Viol.). No. 6. 7. Symph. v. Beethoven, Ouvert. „Der gefes-
selte Prometheus** v. Goldmark, „Fee Mab** v. Berlioz,
„Der Venusberg** (nachcomp. Scene zu „Tannhäuser**) v. Wag-
ner, Arie v. Weber (Frl. Elzer).
Dresden. 1.— 6. Üebunp;sabend>de8 Tonkünstlervereins:
Blasoct. V. Mozart, Streichquintette y. M. Haydn (Gdur) und
Brahms (Gdur), Streichquartette v. Haydn (Fdur), Mozart
(Dmoll) TL Beethoven (Op. 59, No. 2), Ciaviertrios v. Volk-
mann (Bmoll), Mozart (ödur), Beethoven (Op. 70, No.l), Schu-
mann (Fdur), Brahms (Hdnr) u. Rubinstein (Bdur), Yariat.
Op. 121a f. dieselben Instrumente u. Streichseren. Op. 8 v. Beet-
hoven, Cdnr-Clav.-Violoncellson. v. Asioli, Phantasie f. zwei
Claviere v. Raff, Phantasiestücke f. Clar. u. Clav. v. Schu-
mann, Tenorlieder v. A. Becker („Nach Norden** n. „Roth-
haarig ist mein Schätzelein**) u. A., Dmoll-Suite f. Violonc. v.
Schenck-Grützmacher. (Ausfahrende: HH. Mann u. Ronne-
burger [Ges.], Buchmayer, Hess, Höpner, Janssen, Knöbel,
Sauer, Sichmeidler u. Sherwood [Clav.j, Brückner, Drechsler,
Feigerl, Gunkel, Kratina, Krey^ie, LiaDge-Frohberg, Petri,
Rappoldi, Schlegel u. Schramm [ YiolJ, £ichhom, RiBmmele,
Schmid, Schramm u. Wilhelm [Bratscoe], Böckmann, Bürohl,
Grützmacher, Hüllweck, Michael, Nebelongu.Nusser [Violonc],
Biehring u. Wblf \Ohl Gabler, Lange u. Schneider [Clar.j,
Tränkner u. Schmidt [Fajg^.], Beyer u. ühlemann [Hom].)
Fürth« Oonc. des Singver. (Weidner) unt Mitwirk, der
Frau V. Wenz-Niederhahnstein u. des Hrn. Dörwald a. Nürn-
berg (G^.), sowie der Winderstein'schen Cap. (Winderstein)
V. ebendaher am 14. Dec.: Ouvert. zum „Fliegenden Hollän-
der** v. Wagner, „Aufforderung zum Tanz** v. Weber-Berlioz,
Scenen a. chi Fritnjof-Sage f. Männerchor, SoH u. Orch. von
Bruch, „Waldharfen** f. uännerchor u. Tenorsolo m. Orch. v.
E. Schultz, Gesangsoli v. R. Franz („Er ist gekommen**),
Strauss („Ständchen**), V. Knebel-Döberitz („Der Kukuk**),
Hill („Das Herz am Rhein**) u. Löwe.
Hamburg. 2. Kammermusiksoir6e des Hrn. Kopecky(Viol.)
unt. Mitwirk, des FrL Marstrand (Clav.): Clav.- Violinsonaten
V. F. Thieriot (Emoll) u. Brahms (Dmoll), Grave u. Fuge
f. Viol. V. S. Bach. — 1. Oonc. der Bach-Gesellschafb (Mehr-
kens) m. der Missa solenmis v. Ad. Mehrkens unter solist.
Mitwirk, der Frauen Schneider a. Berlin u. Wirth a. Aachen
u. der HH. Mann a. Dresden u. Schulz -Domburg a. Würzburg.
Kaiserslautern. Mozart-Gedächtnissfeier des Caecilien-
Ver. (Pohl) m. Compositionen Mozart*s unt. Mitwirk, der Frls.
Gtdfy a. Berlin u. Bezold a. Wiesbaden u. der HH. Lang a.
Carlsruhe u. Keller a. Ludwigshafen (Ges.), der Frls. Concordia
u. Aug. Maczewski a. Heidelberg (CSav.) u. der HH. Bühlmann
a. Cansruhe (Viol.) u. Prof. Ritter a. Würzburg (Viola alta) :
1. Conc. am 6. Dec. Jupiter-Symph., Requiem, Sonate für
zwei Claviere u. Duett „Bei Männern, welche Liebe fühlen**.
2. Conc. am 7. Dec. „Zauberflöten" -Ouvert.. Symph. concert.
f. Viol. u. Viola, Dmoll-Clayierconc. (Frl. Aug. Maczewski),
Soli f. Ges. u. f. Viola alta.
Leipzig. 1. Conc. des Hrn. Sarasate unter Mitwirkung
der Capelle des 184. Inf. -Reg. unt. Leitung des Hm. Reim:
„Ruv Blas** -Ouvert. v. Mendelssohn, Entr'acte a. „König Man-
fred" V. Reinecke, Violinsoli v. Bruch (3. CJonc. u. Schott.
Phant.) n. A. m. — 4. Akad. Orch.-Conc. (Prof. Dr. Kretzsch-
mar): Symphonien v. Weber (Cdur) u. Schubert (Cdur), Larg-
hetto a. der Cmoll-Symph. v. Sponr, 1. Sätze a. dem Militär-
conc. V. Lipinski u. dem 1. Conc. v. Paganini (Hr. Hilf). —
18. Abonn.-Conc. im Neuen Ghe wandhaus (Prof. Dr. Reinecke):
Esdur-Symph. v. Mozart, Symphon. Variat. v. J. L. Nicod6
(unt. Leit. des Comp.), Solovorträge der Frau Baumann (Ges.,
„Dein" v. H. Sitt, „Komm, wir wandeln zusammen" v. Cor-
nelius etc.) u. des Hrn. Klengel (Violonc, Amoll-Oonc. eig.
Comp., Air v. S.Bach, Seines pitt. v. Massenet u. TaranteUe
V. Piatti). — 5. Kammermusik ebendaselbst: Streichquartette
V. Reinecke (Op. 211) und Schubert (Op. 161), Ciaviertrio
Op. 97 V. Beethoven. (Ausi^rende: HH. Prof Dr. Reinecke
[C?lav.], Hilf, Becker, Sitt u. Klengel [Streicher].) — Abend-
unterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 15. Jan. Emoll-
Orgelson. ▼. G. Merkel = Hr. Brice a. Paris, Cdur-Streich-
qutnt. v. Svendsen = HH. Listemann L a. Boston, Wass-
hausen a. New-York, Krug a. Stockholm, Hundhammer aus
Reichenbach u. Listemann Ö. a. Boston, Arie a. „Samson und
Dalila" v. Saint-Saöns «* Frl. Schmidt a. Leipzig-Reudnitz,
Clav.-Violoncellson. Op. 6, No. 1, v. Beethoven = FrL Riese a.
New-York u. Hr. Bahrdt a. Weimar, Ciaviersoli v. Chopin,
Henselt u. Moszkowski (Walzer) = Frl. Hoeh a. Brooklyn,
Lieder „Fluthenreicher Ebro", „Schöne Wiege meiner Leiden"
u. „TJeberm Grarten durch die Lüfte" v. Schumann «» Hr. Bärge
a. Leipzig, Clav.-Violinson. Op. 80, No. 3, v. Beethoven =
Frl. Knapp a. New-York und Hr. Wille a. Greiz. 18. Jan.
GmoU-Clavierquart. v. Mozart = Frl. Strassberger a. Leipzig
u. HH. Zimmermann a. Groningen, Thomas a. Leipzig und
Braun, Fdur-Fag.-Conc. v. Weber = Hr. Hennig a. Leipzig,
And. past. f. Ob. u.Org. v. Rheinberger = HH. Köhler a.
Eisenberg u. Görschen a. Annaberg, VioIonceUconcv. Saint'
Saöns = Hr. Klein a. Bukarest, Flötensolo No. 18 v. Tulou
= Hr. Hessler a. Stauchitz i. S., Clav.-Violoncellson. Op. 6,
No. 2. V. Beethoven = FrL Schaube u. Hr. Hammig a. Leii)zig.
Rheydt. 1. Abonn.-Conc. des Singvereins (Schauseil a.
Düsseldorf) zur Feier des öOjähr. Bestäens des Vereins am
12. Dec.: Kaiser-Marsch v. R. Wagner, Prolog y. Hm. Dr.
Wittenhaus, v. demselben gesprochen, „Der Messias" v. Hän-
del (Solisten: Frls. Schauseil a. Düsseldorf u. Haas a. Mainz
u. HH. Ritter a. Düsseldorf u. Sistermans a. Frankfurt a. M.).
Schwerin. 8. Orchesterconc. der Hofcap. (Schmitt) mit
Compositionen v. Mozart: Ddinr-Svmph. in drei Sätzen, Mau-
rerische Trauermusik. Requiem (Solisten: Frls. Wiborg und
Minor u. HH. Liebeekind u. Hungar), D moll-Clavierconcert
(Hr. Schmitt). — Liederabend des Hm. Prof. Ad. Schulze a.
Berlin unt. Mitwirk, des Pianisten Hm. Ochs a. Wismar am
8. Dec: Soli f. Ges. v. Schubert, Hungert („Die Loreley"),
Tappert („Vale carissima";. Ad. Jensen („Margareth am
Thore"), A. Becker („Vor Jena" u. „Lasst uns heimgehn"),
Emmerich (Wiegenlied), F. v. Woyrsch(„Wenn du kein
Spielmann wärst"), Sommer („Nachts" u. „Ganz leise") und
Löwe u. f. Clav. v. Beethoven (Son. Op. 81) u. A. — Am
28. Dec. Aufführ. v. HändePs „Messias" durch den Hoftheater-
chor u. Gtesangver. unt. Leit. des Hm. Schmitt u. Solist. Mit-
wirk, der Frls. Wiborg u. Minor und der HH. Liebeskind u.
Hungar.
Zürich. 4. Abonn.-Conc. der Allgem. Musikgesellschaft
(Dr. Hegar) m. Compositionen von Mozart: Jupiter-Symph.,
„Zauberflöten"-Ouvert., Dmoll-Conc. u.Claviersoli (Hr. Freund),
zwei Arien (Frl. Mailhac a. Carlsruhe). — 8. Kcunmermusik-
aufiühr. der Tonhalle-Gesellschaft: Bdur-Streichsextett von
Brahms, Amoll-Streichquart. v. Schubert, Ciaviertrio Op. 70,
No. 1. V. Beethoven, Harmoniumsoli v. Guilmant („Canzo-
netta"), Godard (Lied ohne Worte), Lemmens (Röverie) u.
A. (Ausfahrende: HH. Wemer a. Baden-Baden [Harmon.],
Freund [Clav.], Dr. Hegar u. Gen. [Streicher].) —Benefizconc.
f. Hm. Dr. F. Hegar unt. Mit wirk, des Hm.W. Rehberg a. Genf
(Clav.), sowie des Gem. Chors u. des Lehrer-Gesangver. am
12. Jan.: Cdur-Symph. v. Schubert, Marsch u. Chor a. den
„Ruinen von Athen" v. Beethoven, gem. Chorlieder -In der
Fremde", „Heimweh" u. „Der Daxelhofen" von F. Hegar,
Ciaviersoli v. Henselt (FmoU-ConoA G. Weber (Elegie u.
„Schmetterlinge") u. Rubinstein (Staccato-Etude).
B^ Veraltete Programme, mowU Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müeeen voUnändig unbeachtet bleiben/
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Amsterdam. Grossen Erfolg hatte in drei Concerten die
Pianistin Frl. ten Have mit ihrer unfehlbaren Technik und
ihrem echt musikalischen Wesen. — Angers. Im 12. Abonne-
mentconcert der Association artistique hatte das Publicum das
56
äusserst seltene Vergnügen, eine Yioloncellistin zu hören, eine
Dame, welche mit untadeliger Technik einen reinen, mächti-
gen Ton verbindet. Frl. Baude, das ist der Name der Künst-
lerin, eine Schülerin des Pariser Yioloncellmeisters Delsart,
hatte das Schumann'sche Goncert, sowie einige Solostücke zum
Vortrage gewählt, aber natürlich erst mit den Letzteren gezün-
det. — Braunsehwelg. Unter dem Zeichen grossen firfolgs
stand das Concert, welches am vor. Donnerstag der berühmte
Tenor Hr. E. Götze aus Berlin veranstaltete, denn nicht nur
zündete und begeisterte der Concertgeber mit seinen in üppi-
ger Stimmfülle dargebotenen und warmfühligen Leistungen,
es behauptete sich neben ihm mit eleichen Ehren auch der
Leipziger Goncertmeister Hr. Prill , dessen Spiel sowohl in der
Gantilene, wie auch nach Seiten der Virtuosität allerwege den
fertigen technischen Meister und guten Musiker verriet. —
Breslau. Im Stadttheater gastirt mit grossem Erfolg der
Heldentenor Hr. v. Bandrowsky aus Frankst a.M. Eine
seinem künstlerischen Naturell besonders angepasste Aufnibe
löste er als Tannhäuser. ~ Chemnitz. Ein filzendes <J«8t-
spiel hat unlängst an unserem Stadttheater Hr. Hofmüller
aus Dresden absolvirt; der Künstler, vortrefflich disponirt,
hat aber auch seine Sache in aUen vier Partien^ in denen er
auftrat, ausgezeichnet jeemocht. — Mainz. Eme hier stets
mit Jubel oegrüaste Sängerin ist nach Verdienst Frau von
Knappstaedt aus Leipssig. Dieselbe wirkte im 7. Symphonie-
concert der städtischen (&pelle mit und hat die Zuhörer durch
ihren meisterhaften Gesang geradezu entzückt. Dass die Dame
trotz der Mächtigkeit der ^imme auch über eine perlende
Coloratur verfügt, trat siegend im Vortrag einer Rossmi'schen
Arie hervor. — Moskau. Hier hat im 6. Goncert der kais.
ruasieohen Mosikgesellschaft der Frankfurter Violoncellmeister
Hr. Hoffo Becker Sensation mit seinen Vorträgen erregt.
Noch selten hat man bei einem Künstler seines Cistruments
eine gleiche Vereini^;iing prächtiger Tongebung, virtuoser
Technik und ausgezeichneter Auf&ssung g^fonden. Das von
ihm als Haupts^ok gespielte Goncertstück von Bazzini ist
gut erfunden und effectvoU ftkr den Solisten. — Parle. In
er Ghroflsen Oper debutirte zum zweiten Male Frau De-
schamps-Jehm, und z^^ar als Amneris in y^Aidtk^^ und
hinterliess mit ihrer schönen grossen Stimme, die allerdings
etwas schwerfällig ist, einen günstigen Eindruck. Hr. Salöza,
ehraoals der Konusohen Over aag^örig, ist für die Grosse
Oper gewonnen worden. Frau de Nuovina, bisher in Brüs*
sei, ist an die Komische Oper engagirt. — Zürich. In dem
Benefizconcert unseres GapeUmeisters Hm. Dr. Hegar wirkte
solistisch Hr. Hofoianist WiUy Behberg aus Gknf mit und
errang mit dem Vortrag des Henselt'schen Gonoertes und kür-
zerer Stücke von G. Weber und Bubinstein einen grossen,
echten Erfolg. Das folgende Abonnementooncert hatte Frau
Sanderson und Hm. Alfred Krasselt, den schnell zu An-
sehen cetangten jungen Violinvirtuosen, als Solisten, die eben-
Mls sehr gefeiert wurden. — Zwickau. Dem 8. Musikvereins-
concert gaben die solistische Würze die l^gerin Frl. Polscher
und der junge Pianist Hr. R. Zwintscher ans Leipzig. Da
Ihr geschätztes Blatt jedenfalls ausführlicher über dieses Gon-
oert oerichten wird, so constatiren wir hier nur die mehr als
warme Au&ahme, welche beide Graste hier fanden.
KirohenmuiiL
Leipzig« Thomaskirche: 23. Jan. ^Jauchzet dem Herrn*'
V. E. F. Bichter. „Kyrie** v.. Dr. W. Kust. Nicolaikirohe:
24. Jan. „Kyrie** a. der Gdur-Missa v. Beethoven.
Vermlsohte MHtheiiungen und Notizen.
* Die Pariser Gonservatoriumsconcerte haben,
nachdem der Marsch aus „Tannhäuser** schon zu ihrem eiser-
nen Bestand gehört, nun auch das Vorspiel zu „Tristan
und Isolde** ihren Programmen einzuverleiben versucht, und
siehe da, das reservirte Publicum hat diesem Werke einen
Beifall gespendet, wie sonst nur einem classischen.
* Der FlügePsche Gesangverein in Breslau brachte kürz-
lich Ed|^ Tinel's Oratorium „Franziscus** zur Aufführung,
und erzielte das Werk einen nachhaltigen Eindruck.
* Nicodö's grossartige Symnhonie-Ode „Das Meer** fisuid
Anfieuig d. Mts. in Maimheim. auigeftihrt durch den „Lieder-
kranz**, eine höchst ehrenvolle Au&ahme.
* La Ha vre haben Künstler und Musikliebhaber eine
Gesellschalt zum Zweck der Abhaltung populärer Oon-
certe gegründet.
* Wie schon Ende 1890, so ging erst kürzlich wieder ein
in einigen Puncten von damals abweichendes Feuilleton unter
der Au&chrifb „Mozart's Schädel ist. gefunden** von Wien ans
durch eine grosse Anzahl von Zeitungen, das auf eine dem
verstorbenen Maler Gaul gelegentlich gemachte mündliche
Mittheilung des Prof. Jos. Hyrtl zurückzuführen ist. Dass
sich diese Geschichte mit den historischen üeberlieferungen
nicht deckt, hat La Mar a in ihrem kürzlich erschienenen
Buche „Glassisches und Romantisches aus der Tonwelt** und
neuerdings, unter besonderer Bezugnahme auf die neueste
WienerDarstellung, in einem längeren Artikel im „Leipz.
Tagebl.** (Mor^nausgabe vom 16. Jan.) sehr klar und überzeu-
gend nachgewiesen, auf welche Beweisführungen wir die Inter-
essenten nachdrücklich aufmerksam machen.
* Das Hoftheater zu Dresden führt gegenwärtig, und
zwar vom 23. bis 80. Januar, den „Bing des Nibelungen**
vollständig auf.
* Die AufiEÜhnmg vonWagner's „Tristan und Isolde**,
welche im Hoftheater zu Weimar am 17. d. stattfiuid, war
für dort die erste ohne auswärtige Unterstützung und verlief
unter grosser Begeisterung der Ausführenden wie der Zuhörer.
Die Titelpartien worden von Hm. Zeller und Frau Naumann-
Gungl dargestellt. Wegen des Weiteren verweisen wir auf
unseren heutigen Bericnt.
* In Lille hat kürsdich R. Wagner*s „Lohengrin** hei
seiner Erstaafföhrung daselbst einen grossen Erfolg gehabt.
* Das k. Gonservatorinm für Musik zu Dresden
hat in v. Woche im dortigen Besidenstheater mit durchaus
eigenen Kräften (nur in einer Partie musste wegen einge-
tretener Krankheit einer Schülerin eine Ausnahme statt-
finden) „Figaro* s Hochzeit** von Mozart zu sehr gelun-
gener DarsteUung gebracht.
* Dieselbe günstige Au&ahme wie vor zwei Monaten in
Schwerin fand G. Reinecke^s neue komische Oper „Der
(Gouverneur von Tours** auch hei ihrer Erstaufführung am
17. d. M. im StadtÜieater zu Lübeck. Der anwesende Uom-
ponist erntete reiche Ovationen ftür sein Werk.
* Die Oper fi'Eageia On^gin** von P. Tschalkowskj,
welche am 19. d. im Stadttheater zu Hamburg ihre erste
AufEÜhrung auf deutschem Boden erlebte, hat dabei einen
freundlichen Erfolg gehabt. Wenn die Wirkung keine
grössere war, so lag es an dem undramatischen Svget.
* Messager's Oper „La Basoche** hat auch in Göln
und Mannheim, wo sie kürzlich erstmalig über die Bretter
ging, mit ihrer liebenswürdigen Musik angesprochen.
* Pietro Mascagni*s neue Oper „Amioo Fritz** hat in
Turin, wo sie ktiSzlich erstmalig herauskam, ein Fiasoo
erlebt. Auch in Budapest hat sie kein Glück gehabt.
* Mascagni's „Gavalleria rusticana** hat bei ihrer Erst-
aufführung in der Komischen Oper zu Paris tumultuarische
Scenen im Publicum veranlasst, — es wurde heftig geklatscht
und noch stärker gezischt. Es wird sich zeigen, od das Werk
trotzdem Boden dort gewinnt.
* In Mailand hat eine neue Oper. „Die Geierwally** von
Gatalani, bei ihrer Premiere nicht übel gefallen.
* Das Hoftheater zu Sondershausen hat die neue Oper
gAspasia** des dortieen Hofcapellmeisters Hm. Prof. (&rl
Schröder zur Aufführung angenommen.
* Zum Object seiner vorletzten Opemumarbeitun^
sich Hr. Ernst Pasquö G. A. Mangoldes üßt gleichzeitü
^ hatte
gleichzeitig mit
Bich. Wagner's gleichnamigem Werk entstandenen „Tann-
häuser** ausersehen, welcher seit 1850 der wohlverdienten
Buhe im Theaterarchiv zu Darmstadt pflegte. Hm. Pasquö
war aber nicht mit der blossen Bearbeituns; gedient, sondern
das Werk musste auch zur Aufführung geumgen, damit die
Notizen, welche während der Wiedergeourtswehen die Presse
durchliefen, nicht umsonst geschrieben waren. Dank den zu
diesem Zweck in Bewegung gesetzten Hebeln ist das restau-
rirte Werk, für welches Hr. Pasquö anf^glich durch die
Titelgleichheit mit der Wagner'scnen Oper Interesse zu er-
regen versuchte, am 17. Jan. im Hofbheater zu Darmstadt,
67
wahrscheinlich nicht zur Freude des dortieen Hm. Hofcapell-
meisters, der sicher lieber etwas Lebens&higeres einstudirt
hätte, in Scene gegangen, aber unter dem Titel „Der getreue
Eckart*', weil Hm. Pasquö die Gleichnamigkeit mitWagner^s
Oper schliesslich der unwillkürlichen Vergleiche halber ge-
fanrlich erschienen sein dürfte. Gegenwärtig hat der uner-
müdliche Mann Cherubini's „Wasserträger" in eine Yeijün-
fungscur genommen , deren praktische Besultatlosigkeit ihm
öffentlich die Lust an weiteren derartigen überflüssigen
Operationen benimmt.
* Die von uns gelegentlich geäusserte Beförchtung, dass
die s. Z. von einem Berliner Blatt gebrachte Nachricht von
der Aufföhrung einer Scene aus OT Goepfart's Oper „S%-
rastro" in einem holländischen Ort eine „Zeitungsente** sein
könnte, war unbegründet, denn auf einem uns vorliegenden
Concertprofiramm aus Henkele, einem Dorf oder Fleocen in
den Niedenanden, finden wir neben acht anderen Nummern
auch „Sarastro** „ftXr Solo und Chor mit Doppelstreichquar-
tett-, Orgel- und Clavierbefi;leitung** verzeichnet. Dieses ein-
fache Factum ist aber mittlerweile zu einem bedeutenden Er-
eigniss angeschwollen, denn in dem „ Münch. K.- u. Th.-Anz.** vom
19. Jan. steht zu lesen: „Carl Goepfart's neues Mnsikdrama
»Sarastro«, das vor Kurzem zu Hengelo in Holland seine Erst-
aufftlhrung erlebte, wird, obwohl diese in deutscher Tezt-
wiedergabe stattfiemd, ^on der holländischen Presse überaus
günstig beurtheilt" etc. Es wird also ganz unverfroren der
Glaube zu wecken versucht, dass das Novnm vollständig zu
einer scenischen Aufführung gelangt sei; eine andere Deutune
lässt die Fassung dieses wahrscheinlich von Einem der HH.
Stommel fabricirten Reclameberichtes wenigstens nicht zu.
Dass solche Mittel diesem sogen. „Musikdrama** auf die Beine
helfen, d. h. eine Theaterdirection zur Annahme des Werkes
verleiten sollten, ist kaum anzunehmen, eine so überaus gün-
stige Meinung die beiden Autoren von ihrer Jubiläumsspende
auch haben mögen.
* In St. Petersburg wurde im Alexandrow-Theater,
welches etwa 1648 Plätze enthält, eine italienische Opern-
saison eröffiiet. Die engagirten Künstler sind aber nicht
ersten Banges.
* Das berühmte^ Berliner Strekhqnartptt dar HH. Pro-
fessoren Dr. Jo ach i tili, de Ahna, Wirth und Hausmann
hat in der letzten Zeit mit ezceptionellem Erfolg in Wien und
Budapest concertirt und bei dieser Gelegenheit auch die bei-
den neuesten Kammermnsikwerke (Glarinetten-Quintett und
-Trio) von Brahms zur (am Glavier vom Gomponisten und
an der Glarinette von Hm. Mühlfeld aus Meinugen unter-
stützten) Aufführung gebracht.
* Hr. Adolph Brodsky hat in New- York mit den HH.
Conus, Koert und Hekking ein Streichquartett begründet,
das im vor. Monat unter grossem Beiiall debutirte. Die
Leipzi^r Thätigkeit des Hrn. Primarius bürgt dafür, dass
sich dieses neue, auch in den Übrigen Stimmen ausgezeichnet
besetzte Quartett schnell eine erste Stelle jenseits des Oceans
erringen wird.
* Hr. Anton Bubinstein veranstaltet AnfEuig n. Mts.
ausser in Wien und Dresden auch in Berlin ein Wohlthätig-
keitsconcert.
* Das Conservatorium zu Moskau, jetzt imter Direc-
tion des Hm. Safoneff stehend, hat unlängst das 26jährige
Jubiläum seines Bestehens begangen.
* Der Wiener Pianist Hr. Alfred Grünfeld, welcher mit
seinem Bruder Heinrich seit einiger Zeit in Amerika concer-
tirt, erregt nach dortigen Berichten allerwärts Enthusiasmus
mit seinem Spiel, das die Presse mit allen Superlativen des
Lobes belegt.
* Hat erst kürzlich Frl. Doenges, eine Schülerin des aus-
Sazeichneten Leipzi^r Gesangmeisters Hm. F. Reblins^, als
pemnovize berechtiges Aufsehen erregt, so eroberte sich eine
andere Elevin des Genannten, Frl. Anna Münch in Leipzig,
bei ihren dieswinterlichen weiteren Ausflügen allerwärts, wo
sie auftrat^ als Goncertsängerin die Herzen der Zuhörer.
Uns vorliegende Kritiken und briefUcha Mittheilungen aus
Barmen, Stuttgart, Bremen^ Gotha etc. bestätigen mit grosser
Wärme die vorzüglichen Eigenschaften dieser jungen durch
stimmliche Beanlc^ng und Ausbildung, wie ungeschminkt-
natürlichen Vortrag gleich sympathisch berührenden Künst-
lerin, die wir schon wiederholt aus eigener Kenntniss rüh-
mendst erwähnen durften.
* Der Dechant Hr. F. Müller in Amöneburg ist in An-
erkennung seiner kirchlichen Gompoeitionen zum Ehrenmit-
glied der St. Caecilien- Akademie zu Bom ernannt worden.
* Der Goncerteänger und Dirig^ent Hr. Thorvald Lam-
mers in Christiania und der Yiolinmeister Hr. Adolf Brodsky
in New- York wurden zu Rittern des königl. norwegischen
St. Olafsordens ernannt.
Todtenliste. Franz B i g a, bels^scher Componist, t^2 Jahre
alt, am 18. d. Mts. in Schaerbeekoei Brüssel. — Jos. ituczek,
Hofoapellmeister in Garlsruhe, als Componist von Männer-
chören auch weiterhin bekannt geworden, f, 67 Jahre alt, in
Italien, wo er Heilung seiner angefiriffenen Gesundheit erhofft
hatte. — Marianne Bpohr geb. Pfeiffer . zweite Gattin des
Grossen Yiolinmeisters, s. Z. eine trefflicne Pianistin, f, 87
Jahre alt, am 4. Jan. in Gassei. — Padre Alessandro Ca-
panna, Componist einer grossen Anzahl von Messen, Hym-
nen und profanen Werken, f, bald 78 Jahre alt, in Bologna.
— Antonio Sangiovanni, angesehener Gesangmeister und
Prof. am Conservatorium in Mailand, f am 6. Jan. in gen. Stadt.
— Frau Clementine Bartolini, einst bemerkenswerthe Sän-
gerin, t, 76 Jahre alt, in Mailand. — Joseph Blaes, ehem.
larinettenprofessor und berühmter Virtuos auf seinem In-
strument, t, 78 Jahre alt. in Brüssel. — John Baptist Zer-
bini, einst in London als Violin- und Yiolaspieler vortheil-
haft bekazmt, zuletzt Musiklehrer in Melbourne (Austr.), f
daselbst, 52 Jahre alt.
OfTener Spreohsaal.
If ochiiiAl« suiii C«pltel der „Nmclieiiiplliidiuiii:*^.
Da Hr. Dr. Beimann in seiner Entgegnung die von mir
in dem Volksliede: „Scheiden und ln^iaen" angemerkten
Quinten-Parallelen als „ideelle*' in Abrede stellt und ich
nicht gern im Geruch eines Anschwärzers dastehen möchte,
so erlaube ich mir, ihm ein anderes Exemplar dieser Grattung
vorzuführen, das er, als der Vater des G-eschöpfes, im Inter-
esse Bach 'scher Kunst vielleicht aus der Welt schafft.
Man findet das Quinten-Pärchen in dem geistlichen Liede
Seb. Bach 's: „Liebster Herr Jesu'', und zwar im 12. Takte,
vom zweiten zum dritten Viertel (hoffentlich nicht wieder
„ideelP) zwischen Tenor und Bass. Es nimmt sich folgender-
maassen aus:
Die „zwanzigjährige unausgesetzte Beschäftigung mit Bach*'
scheint dem Beimann'schen Stile nicht besonders forderlich
gewesen zu sein.
Beweis: Der Tonsatz des eben citirten Taktes.
Halle a. S., im Januar 1892.
Robert Franz.
B X* i e rk. a. fe9 t e n.
M. G, in C. Wie merkwtlrdig, dass Sie uns für den ver-
späteten Abdruck, den andere Zeitungen sich mit Kotizen
unseres Blattes zu Schulden kommen lassen, verantwortlich
machen! Ihre Beschwerden müssen Sie bei den betr. Redac-
tionen anbringen.
F, G, in 5. Es ist uns bei der soliden künstlerischen Rich-
tung des Redacteurs und der musikalischen TJrtheilsf^Jiigkeit
des Verlegers des gen. Blattes ebenfalls unbegreiflich, dass
Hr. Dr. £ zu dessen Mitarbeitern zählt.
B, A'. in ^V. Wir wünschen Ihnen zu dem beabsichtigten
Liederabend in B. viel Glück, doch schon jetzt denselben wie
ein Ereigniss zu behandeln, das seine Schatten weit voraus-
wirft, vermögen wir nicht.
M, iV. in T, Die Anerkennung wird sehr gern gezollt!
68
Anzelsren.
[96.]
Verlag von BreitkopfjAJD8rteli^^
Edgar Tinel
Vor Kurzem erschien:
Oratorium fOr Soli, Chor, Orgel und Orchetter.
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weise) Jt Ib^—. Jede Ohorstimme Ji 1,60., Olavierauszug
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quatuor d'archets. Partition 1 Ji Partition et parties
s^par^es 2 Jtf Pour Piano k 4 mains 2 Ji
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quatuor d'archets. Partition 1 Ji Partition et parties
s^paröes 2 Jt Pour Piano k 4 mains 1 ^ 50 4.
— Op. 15. Quatuor pour 2 Violons, Alto etVioloncelle.
Partition 2 J^ Partition et parties s^par^es 8 Jt Pour
Piano k 4 mains 6 Ji
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Glazounow, A., Quatuor sur le nom B-la-f pour 2
Violons, Viole et Violoncello. Partition et parties s^-
par^es 8 Jt Pour Piano k 4 mains 8 Jt
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Arion, der Töne Meister.
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[•8.]
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oomponirt von
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Ohorstimmen (jede einzelne 60 4) Ji 2,—. Textbuch n. 10 4.
Orch.-Partitur n. J$ 22,—. Orch.-Stimmen n. Ji, 16,—.
Da« in Sängerkreisen bereita allgemein mit Spannung erwar*
tete Werk ist ein würdiges Seitenstück zu desselben Componisten
„Nacht auf dem Meere".
„Arion» der Töne Meister" beansprucht zur Auffuhrong
etwa ein Drittel einer gewöhnlichen Ooncertdauer und ist fiir
Sänger und Instrumentalisten ausserordentlich praktisch und dank-
bar geschrieben.
Die effectvoUe Dichtung von Jt^xMS Sturm, der angemes-
sene Wechsel zwischen Solo- und Chorgesan^ und der Melodien«
reichtum des Werkes sichern demselben emen durchgreifenden
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3. Dass Gott dich behüt „ —,80
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tollt etc. — Gekudeoe loiik aller EdlUooea. — HoBoristiu.
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tn meinem Verlage erschien:
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/^-
E^^»
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[loaj
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Dentsclier und enn^lisclier Text.
Muzio Clementi:
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I
1
I
1
I
i
I
I
i
I
n
8S ClaTier-Etaden ans „Gradus
•d Parnassum", za Bystematischem Studienge-
bntacli geordnet, in Beeng anf Textdantellnng,
Elngersatz nnd Vortragszeichen kritisch revidirt
nnd mit einem Vorwort, sammt Bemerkungen
f&n Stndinm, verseilen von
einrich Germer. E
2 Bände je Jt 1,60.
I^ntsclier und eni^llsclier Text.
l
J
1
I
l
I
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Violine und Violoncell. (Im leichteren Stile.) 5 ^
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Mai Helle Nächte
Juni. Barcarolle
Juli. Lied des Schnitters
Augnst. Die Ernte . .
September. Jagdlied
October. Herbstlied
November. Troika-Fahrt
December. Weihnachten
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No. 1. 1 Jt2b ^. No..,2. 1 Jt2b 4. No. 3. 75 4.
No. 4. 1 Ji No. 6. 1 .^ No. 6. 1 Ji No. 7. 75 /|.
No. 8. 1 ^ 50 /^. No. 9. 1 ^ 25 4. No.lO. 75 /|.
No. 11. 1 j« 25 4. No. 12. 1 j« 25 4.
Leipzig.
No. 1.
« 2.
» d.
» 4.
„ 5.
, 7.
n 8.
n •'•
»10.
„11.
»12.
jt 1,-
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„ 1 -
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» —,75
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„ —.76
, 1,-
» 1,—
Ä0t« S^vhct^*
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Sohulgesangunterrioht.
Von F. A. Sorge.*)
In einem Zeitalter, wo jeder gebildete Mensch Än-
tbeil an dem musikalischen Leben za nehmen und sich
ein Minimum von darauf bezüglicbeii Kenntnisaen anzu-
eignen hat, die Berechtigung dee Oesangnnterrichta ak
Schnldisciplin nach zu weisen, ist überflüssig. Musik ist
Tbeil unseres öfTentlicben und privaten Lebens geworden,
folglich musB die Schale Musik treiben, die Schüler mit
den Eiern es tarkenntnissen derselben auarnsten und im
Gebrauch des besten, dem Menschen von der Katur ge-
gebenen Instrumentes, der Singetimme, unterweiseu.
Diese Unterweisung aber, wenn verständig geleitet, kann
nur wohlthuenden, nutzbringenden Einfluse auf Schüler
und Schale ausüben. Der Nachweis Für diese Behauptung
ist ungefähr der folgende.
Der Gesangunt erriebt erstrebt möglichst vollständige
Herrschaft über die Ätbmnnggorgane und Sicherheit im
Gebraacb derselben, und es ist deshalb den Schülern ge-
eignete Auskunft über die Beschaffenheit und die Func-
tionen dieser Organe zu ertbeilen. Tiefes, Tofles Äthmen
wird geübt und wirkt stärkend auf Langen und Brust.
Ungezwungene gerade Haltung des ganzen Körpers ist
dabei erforderlich, wie auch die Haltung des Kopfes und
die Mundstellung zu beachten sind.
•) Der Verfasser ist seit nahezu 40 Jahren als Diri-
gent, Musik- und Geaang-Lebrer in New-Tork und dessen
ijuigebaug thfttig. D. Bed.
Die Elementarkenntnisse der Musik bie>»n reichen
Stoff zu geistiger Anregung und sind, dem Fassun^ver-
mögen der Schüler entsprechend, in anschaulicher Weise
mitzutheilen. Dieser Gegenstand gibt in den oberen
Stufen häufig Gelegenheit zur Begründung einer ge-
drängten Theorie der Musik, welche bei der Lehre von
der Entstehung der Töne und von deren Schwingungs-
zahlen in dos Feld der Mathematik und Physik hinüber
greift.
Die Sprache wird bei der Verbindung von Wort
und Ton sorglichst gepflegt durch die Nöthigung eu ge-
nauer, Bchüner Aussprache und sinngemässer Wiedergabe
des Textes, welcher den Gesangnnterricbt in nahe Be-
ziehungen zu Poesie und Lttteratur bringt nnd gelegent-
lich Streifziige auf diese Gebiete veranlassL
Das einfache Rechnen, d. h. das Kopfrechnen, wird
im Musik- und Gesang-Unterricht gefördert durch die
Lehre vom Werth der Noten, vom Takt, von den ge-
bundenen nnd punctirten Noten u. dgL, nnd ia der Praxis
müssen die Schüler nicht blos die Berechnung im Kopfe
vornehmen, sondern das Berechnete auch sofort aus-
führen.
Von grossem Werthe sind die Treffübungen, denn
sie sotten den Schüler gewöhnen und beAhigen, sich einen
verlangten Ton nicht blos geistig voranstellen, sondern
auch gleichzeitig sein Stimmorgan für denselben in
Thätigkeit zu setzen, ihn zu nennen u. s. f., und solche
Uebungen schärfen ausser dem Gehör auch die Fassungs-
gabe in nicht geringem Grade.
Zweckmässige Beschäftigung mit irgend welcher Kunst
bildet den Geschmack jedes strebsamen Menschen. Rück-
m
sieht anf die Geschmacksbildung der Schüler wird daher
den Lehrer bei der Auswahl der Compositionen und
Texte leiten. Die Veredelung des Geschmacks wird am
sichersten gefördert durch Bekanntschaft mit den Werken
unserer grossen Meister, wie Händel, Mozart, Beethoven,
Weber, Schubert, Schumann u. s. f., deren Namen wir
erfreulicher Weise in den besseren neueren Sammelwerken
oft begegnen. Die Pflege des Volksliedes aber führt
dem Oemüthsleben reiche Nahrung zu.
Wurde oben gesagt, dass ein verständig geleiteter
Oesangunterricht nur wohlthätigen, nutzbringenden Ein*
fluss auf Schüler und Schule ausüben könne, so kann
nach dem Vorhergesagten nunmehr dieser Anspruch da-
hin erweitert werden, dass wohlgeleiteter Gesang-
unterricht auf Körper und Geist, Geschmack und
Gemüth der Schüler segensreich einwirkt, und
dass er auch der Schule als Bildungsanstalt erhebliche
Dienste leistet.
Für die Praxis, d. h. für das beim Gesangunterriclit
zu beobachtende Verfahren seien hiermit einige unmaass-
gebliche, aber auf eine mehr als dreissigjährige Fach-
thätigkeit sich stützende, allgemeine Winke und Umrisse
gegeben, deren Mittheilung auch einem grösseren Leser-
kreis nicht ganz uninteressant sein dürfte.*)
Wie jeder andere Unterricht ist auch der Gesang-
unterricht nach streng pädagogischen Grundsätzen zu
ertheilen. Er darf Nichts voraussetzen, muss das Princip
der Anschaulichkeit wahren, vom Leichteren zum Schwereren,
vom Einfachen zum Zusammengesetzten fortschreiten und
die von den Schülern zu erwerbenden Fertigkeiten lang-
sam entwickeln vom Nachahmen und Nachbilden an bis
zu bewusster eigener Thätigkeit.
Wirklich Erspriessliches kann im Gesangunterricht
nur geleistet werden, wenn von der Benutzung musi-
kalischer Instrumente dabei so viel als möglich abgesehen
wird, eine Forderung, welche von den bedeutendsten
Fachleuten und Gesanglehrem überhaupt für die Aus-
bildung der Stimme im Allgemeinen gestellt wird. Durch
das lebendige Beispiel des Lehrers allein können die
leider so häufig beobachteten vulgären Manieren, kann
das Plärren und Näseln bekämpft und vermieden, eine
correcte Tonbildung und Aussprache erzielt werden. Und
nur im n capella- Gesang, im Gesang ohne Instrumental-
begleitung, zeigen sich die gemachten Fortschritte, nur
nach ihm sind die Leistungen zu beurtheilen.
Bei den Uebungen sowohl, wie beim Einstudiren
ist sorgsamst darauf zu achten, dass nicht zu grosse An«
Sprüche an die Stimmen der Kinder gestellt werden.
Kinderstimmen haben einen geringen Umfang, dessen un-
vorsichtige Ueberschreitung schädlich wirkt. Allerdings
erweitert sich dieser, ursprünglich kaum eine Octave be-
tragende Umfang mehr und mehr, besonders durch fort-
gesetzte Uebungen in der Mittellage der Stimmen, aber
es darf nie vergessen werden, dass Kinderstimmen weder
den Umfang, noch das Volumen der Stimmen von Er-
wachsenen haben, dass Kinderstimmen durchaus keine
Männer- und Frauen -Stimmen sind und deshalb auch
nicht Sopran und Alt genannt werden sollten. Drei-
stimmiger oder gar vierstimmiger Schulgesang ist daher
♦) Der Verfasser hat bei den folgenden Ausführungen
besonders Schulen im Auge, "welche dem Gesangxmterricht
2 wöchentliche Lectionen von 40 bis 60 Minuten ^vidmen,
und Kinder, welche methodischen Gesaneunterricht vom
dritten Schuljahre, d. h. vom 8. oder 9. Jahre bis zum 14.
oder 15. Jahre gemessen.
grundsätzlich auszuschli essen. Ijeider haben viele, sogar
berühmte Verfasser von Schul-Gesangbüchern und Lieder-
sammlungen den Fundamentalunterschied zwischen den
Stimmen von Kindern und Erwachsenen nicht beachtet
und viele Lieder dem Stimmumfang Erwachsener gemäss
gesetzt, wodurch dem Lehrer die unangenehme, den
Unterricht und die Anschaulichkeit desselben störende
Aufgabe erwächst, solche Lieder zu transponiren, einzu-
richten oder ganz zu übergehen.
(Schluss folgt.)
Anton Rubinstein ai8 Schriftsteiler.
(Schlnss.)
Nun kommen wir aber zu Liszt, dem Dritten der „ars
militans". Der Anfang über ihn lautet ganz plausibel: „Dä-
mon der Musik möchte ich ihn nennen! Versengend durch
Gewalt, berauschend durch Phantastik, berückend durch
Liebreiz, in seinem Fluge Einen in die höchsten Höhen
erhebend und in die tiefsten Tiefen mitschleppend, alle For-
men auf- und annehmend, ideal und real zugleich, Alles ken-
nend und könnend**, — nun, das klingt ja, wie ein grosses
Lob — aber „in Allem falsch, unwahr, auflehnend,
komödiantisch und das böse Princip in sich tra-
gend.***)
Das ist eine unerhörte Anklage, eine Blasphemie! Und
das wafi^ ein Künstler dem Meister ins Grab nachzuwerfen,
der Bubinstein geliebt und verwöhnt hat wie seinen Sohn!
Man muss es mit erlebt haben, welche Hofinungen Liszt auf
Bubinstein setzte; wie er ihn g6fi[en uns, die wir immer
Zweifel gegen ihn hatten, hoch hidt; wie erder Erste war,
der Rubinstein's Opern („Sibirische Jfiger**, „Kinder der
Haide**X sein ^ Verlorenes Paradies**, die Ocean-Symphonie in
Deutschland einftlhrte; wie er darnach trachtete, Bubinstein
mit dem Gewicht seiner Persönlichkeit zu decken und zu
heben — um zu begreifen, welche Herzlosigkeit, welche Pietät-
losigkeit in diesen Worten liegt.
Man kann erwidern: „Das ist gerade der Beweis voi^
Bubinstein's Objectivität. Ihm gilt Dankbarkeit, Anhänglich-
keit, Pietät Nichts, — die Wahrheit geht ihm über Alles.** —
Bubinstein objectiv! Er, der in Bezug auf die Gegenwart
voller Vorurtheile ist und einen völlig eetrübten Blick filr
seine Zeitgenossen hat, weil er eben selbst componirt, und
zwar anders als sie!
Wie will er denn beweisen, dass Liszt durch und durch
ein musikalischer Lügner war? Weils ihm so vorkommt.
Das beweist gar Nichts, als dass Bubinstein sich iuLiszt^s
Empfindungsweise und Gedankengang absolut nicht hinein
finden kann, und er nur die Logik aller Egoisten anwendet:
„Was ich nicht begreife, das ist falsch!** Liszt^s religiöse Em-
pfindung ist ihm gänzlich fremd, folglich ist sie „komödianten-
haft** ! Wer Liszt näher gestanden hat, der weiss ganz genau,
dass es Liszt mit seiner Beligion tiefer Ernst war. Das Pa-
thetische im Ausdruck, das Aeusserliche in der sinnlichen
Ersfcheinung ist eine Eigenschaft der katholischen Kirche
überhaupt, die Liszt von ihr als strenggläubiger Katholik
mit übernommen hat. Und die sonstigen Eigenschaften --
meinetwegen auch Eigenheiten — seiner Künstlernatur sind
durchaus individueller Art: er dachte, er filhlte, er ge-
staltete nun eben anders, als Andere. Das war eine Folge
seines eigenthümlichen Entwickelungsganges, des magyari-
schen Blutes, der französischen Erziehung, des internationalen
Weltbürgerthums in seiner Virtuosenzeit. Aber dies Alles für
„ein ewigjes sich gebärden** zu erklären, weil man es nicht
begreift, ist unwürdig.
Bubinstein glaubt, für diese unerhörte Anklage sich durch
unbedingte Anerkennung Liszt's als Cla viervirtuos loskaufen
zu können. Nun, dazu ist Bubinstein als Claviervirtuos denn
doch zu gross, um nicht besser, als Viele zu wissen, was Liszt
*) Bedingungslosen Antheil an dieser unglaublichen Be-
schimpfung des verstorbenen Meisters nimmt in der Presse
unseres Wissens nur Hr. Prof. J. Sittard in Hamburg, indem
er sie im „Hamb. Corr.** als „ein geistvolles und treffendes
Urtheil** bezeichnet. D. Bed.
63
auf dem Pianoforte geleistet hat. Wenn Kubinstein sagt,
„man muss Chopin; Liszt, Thalberg und Henselt ge-
hört haben, um zu wissen, was wirkliches Clavierspiel heisst**,
so darf er sich selbst ohne Ueberhebunfi" als Fünfter dazu
gesellen. Hier ist Gleichberechtigung und aamit Verständniss
vorhanden. Wenn aber nun Liszt ganz und gar anders com-
ponirt, als Rubinstein, so ist Letzterer ebensowenig, wie
Wagner gegenüber, berechtigt, Liszt deshalb anzugreifen.
Ein Jeder hört doch nur, was er versteht!
Natürlich sind es Liszt^s eigenartijg;e Compositionsformen,
die thematische Arbeit in den Symphonischen Dichtungen etc.,
die Itubinstein abstossen. £r nennt Liszt's Stil ein „absolut
unmusikalisches Verfahren**. Nun, dann ist der letzte Satz
in der 9. Symphonie (nämlich der Chorsatz) auch absolut
unmusikalisch. Oder hat Itubinstein noch nicht gemerkt,
dass Beethoven dort Alles auch aus einem Thema und einem
melodischen Contrapunct zu diesem Thema heraus entwickelt
hat? Ein Verfahren, dass Beethoven auch hn letzten Satz der
„Eroica** anwendet? Wenn man demnach die Variationenform
(die Beethoven überhaupt sehr liebte und oft anwandte, be-
sonders in seiner Kammermusik) zu solcher Vollkommenheit
ausbilden kann, weshalb soll man es nicht thun? und das
soll unmusikalisch sein!
Uebrigens ist es gar nicht wahr, dass Liszt ganze Com-
Positionen nur aus einem Thema geformt hat. Er hat immer
ein Gegenthema, meist aber mehrere einfi;eführt. Der erste
Satz der Faust-Symphonie hat allein sieben Motive, dann
treten noch die Gretchen-Motive hinzu.
Das ist Alles so oberflächlich von Bubinstein hingeworfen,
dass man es nicht anders als dilettantisch nennen kann.
Die meisten Ausstellungen, die man gegen Liszt's Gompo-
sitions weise erhebt, sind auch gar nicht neu; sie sind hundert
Mal gemacht imd hundert Mal widerlegt worden. Nur die
Behauptung ist neu, dass Liszt sich und Anderen das Alles
nur vorgelogen hat. „Das war kein Heldenstück, Octavio" ! —
Und das verdient, zur Charakterisirung Bubinstein's fixirt
zu werden.
Ich könnte schliessen, denn Alles kann man hier
doch nicht durchsprechen. Aber ich will dem Leser noch
Etwas verrathen. Bubinstein spricht (Pag. 116) u. A. auch
von der modernen Auffassung und Vorführung von classischen
Meisterwerken: „Heutzutage gefallen sich die Vorführer in
Willkürlichkeiten, Tempowechsel, Fermaten, Eitardandos,
Stringendos, Crescendos etc., die vom Componisten nicht vor-
geschrieben sind, — daran tragen meist Wagner und Liszt die
Schuld; — Ausgaben mit Effectuirung von Claviercom-
positionen, Ignoriren der Wiederholungszeichen
und vieles Aiidere". —
Das zielt auf Hans von Bülow. Man weiss ja, wie
Bubinstein sich gegen seinen berühmten Collegen in Peters-
burg und Berlin ausgesproehen hat, — und es stimmt auf-
fallend. Dafür mag sich — wenn er es für nöthig findet —
Hans V. Bülow bei Kubinstein selbst entschuldigen!
Die Collegen sind immer besonders liebenswürdig, wenn sie
— Rivalen sind!
Genug! Es macht einen peinlichen Eindruck, wenn ein
reichbegabter, geistreicher ETünstler sich in seinen Ideenkreis
so verrannt nat, dass er sich solche Blossen gibt. Konnte
Rubinstein das nicht ftlr sich behalten? Si tacuisses,
philosophus mansisses! Richard Pohl.
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Fortsetzung.)
Wien.
Der am 28. November 1891 mit „Idomeneo" eröffiiete, am
16. December mit „TKtus" vollendete Mozart-Cyklus der Hof-
oper, dem dann am ersten Weihnachtsfeiertas:e noch ein Nach-
spiel in der Auffuhrung zweier Jugendoperndes Meisters folgte,
hat den Verehrern des Letzteren natürlich grosse Genüsse, aoer
fast noch mehr Enttäuschungen bereitet. Die wahren Mozart-
Sänger sterben eben immer mehr aus, es wird von Jahr zu
Jahr schwerer, den technischen Anforderungen zu genügen,
welche der Componist des „Don Juan" oder gar der des „Ido-
raeneo" und „Titus" an die Ausfuhrenden stellt. Sehr natür-
lich! Die bewährten Kräfte werden altersschvrach, der jüngere
Nachwuchs wendet sich mit Vorliebe anderen Auffi;aDen zu,
deren Lösung müheloser, rascher und eben darum auch dankbarer
erscheint. Dabei darf man bei aller Verehrung ftlr den unsterb-
lichen Meister doch nicht übersehen, dass so manche Rouladen,
Fiorituren und Cadenzen, die er der individuellen Virtuosität
einzelner Zeitgenossen auf den Leib schrieb, heute nur mehr
den Eindruck verblassten Modeflitters hervorbringen, und dass
namentlich, was Mozart in seinen zwei antiken Stoff behan-
delnden classischen Opern dem Tenor zumuthet, fast nicht
weniger den Anschauungen der Gegenwart widerstrebt, als
die Coloraturen der meisten Tenorarien HändeFs. Würde wohl
Mozart, wenn er mit all seinem Genie und seiner Meisterschaft
als ein Kind des 19. Jahrhunderts zur Welt gekommen wäre
und etwa gar noch unter uns weilte, Stücke wie die Arien
des Idome'neus und Titus oder die beiden Arien der Königin
der Nacht, selbst Jene der Constanze („Martern aller Art") so
geschrieben haben, wie es heute in der Partitur zu finden?
Wir glauben, es wäre das ganz und gar unmöglich. Man
muss daher immer einen etwas milderen Maassstab anlegen,
wenn man über GesammtauffiÜirungen Mozart'scher Opern in
der Gegenwart zu Gericht sitzt. Aber selbst den aUermil-
desten Maassstab vermochten manche Vorstellune^n unseres
letzten Mozart-Cyklus nicht auszuhalten. Was soll man z. B.
zu einer Darstellung der ,;Entfilhrung aus dem Serail^ (NB. bei
einer Erinnerunfi;8ieier, wo doch Alles möglichst festlich und
am*egend herankommen soll) sagen, wenn man die kostbaren
Wutnausbrüche des fanatischen Cnristenhassers Osmin ein-
fach gar nicht hört, sondern höchstens an der Mimik des
Sängers (Hrn. Rokitansky) erkennt, was der originelle" Alte
gegen die Andersgläubigen ftlr C^fÜhle im Busen hegt? Wie
soll eine „Don Juan" -Vorstellung wirken, wenn der Titelheld
(Hr. Sommer) kaum einen Blutstropfen wahren Temperaments
und überdies unzureichende Schule verräth und gar eine reine
Naturalistin (Frl. Schläger) die Donna Anna gibt? Und das
noch dazu an dem Haupt«Erinnerungstage der Trauer- Oen-
tenarfeier: am 5. Decemoer! Fii. Schläger, durch ihre ge-
waltigen Stimmmittel und ein grosses theatralisches Aneig-
nungstalent (z. B. för gewisse halb erstickte Schreie u. dgl.)
von hinreissender Wirkung als Santuzza in der „Cavalleria
rusticana'', als Ximene im „Cid*' von Massenet, als Meyerbeer-
und Verdi-Sängerin, ist verloren, wenn sie nur ein paar ruhig
ariose Takte Mozart's zu singen hat. Da flackert ihr prächtig
metallischer Sopran unleidlich und jede Coloratur wird zur
Caricatur: Sie Können sich denken, wie sie das AUegro der
Briefarie herausbrachte! Frl. Beeth, die sogenannte erste
„Beaut6^ der Hofoper, ist als Susanne kaum wenie^r unge-
niessbar, Frl. v. Artner als Zerline und Blondcnen recht
liebenswürdig, doch fehlt manchmal die wahrhaft Mozart'sche
Feinheit. Unsere weitaus stilvollste, anmuthigste und musi-
kalischste jüngere Mozart- Sängerin wäre Frau Forster (wie
sie trotz ihrer Verheirathung mit einem ehemaligen preussi-
schen Oflicier, Brandt, noch immer genannt wird), leider
dringt aber ihr zartes Stimmchen in den weiten Räumen des
Wiener Opernhauses nur mühsam durch, und man muss daher
an ihrer sonst so reizenden Pamina, Zerline und dem beson-
ders hübsch gegebenen Cherubin häufig den Willen für die
That nehmen. Eine treffliche Meisterin der Coloratur be-
sitzen wir an Frl. Marie Lehmann, und gehört ihre Con-
stanze, besonders aber ihre Königin der Nacht noch immer zu
den Zierden der bezüglichen Mozart- Abende, leider bleibt aber
auch ^^egenüber solchen Talenten die Zeit nicht stehen, was
sich emerseits durch Abnahme der Stimmfrische, andererseits
selbst in der nicht wie einst unfehlbar sicheren Intonation
kundgibt. Gänzlich verschwunden ist aus dem Wiener Hof-
opemtheater mit Hrn. G. Walter's Abgang der specifisch
Mozart'sche schwärmerische Liebestenor (Belmonte, Ottavio,
Ferrando, Tarn ino) . In Hm . Schrödter könnte er verj üngt
wieder aufleben, aber dazu müsste der ebenso talentirte. wie
beliebte Sänger, dem die Natur überdies einen bestricxend
jünglingshaften Schmelz in die Kehle gelegt, noch gar Viel
lernen. Und dazu hat er, von Masca^i, Johann Strauss (König
im „Ritter Pasman**) und anderen nicht classischen Tonsetzern
vollauf in Anspruch genommen, keine Zeit. Hat er doch so-
gar eine seiner liebenswürdigsten und stofflich werthvollsten
Bollen -^ den Nureddin in Cornelius' „Barbier von Bagdad '^ —
unbegreiflicher Weise wieder bei Seite gelegt! —
6»
u
Unser Stolz bleibt auch bei den Mozart-Vorstellnngen
nach wie vor das Orchester: feiner, ausdrucksvoller, kla^ag-
sohöner begleitet wird in „Figaro's Hochzeit", im „Don Juan"
und.xler „Zauberflöte" doch nirgends. Wir müssen freilich
häufig erst durch das Entzücken zugereister Freunde^ selbst
aus £eipzig und Berlin, neuerdings an die unvergleichliche
TJeberlegexmeit unseres Hofopemorchesters erinnert werden,
da wir sonst, an dessen Vorzüge gewöhnt,' nur zu leicht ver-
leitet werden könnten, sie zu unterschätzen. Von den sieben
Vorstellungen des letzten Mozart-Gyklns machten durch Leben
und Temperament im Ganzen „Cosi fan tutte" (sonst textlich
ein so schwaches Stück) und die „Zauberflöte" den günstigsten
Eindruck, einen geradezu trostlosen durch das fast durdiaus
altersschwache Ensemble dagegen die „Entführung aus dem
Soiuil". Und die beiden am 25. December auffireftlhrten Jugend-
opem? Ihr Eindruck war durch eine ungeannte Frische und
Fülle von Reizen ein geradezu sensationeller, wobei aber das
höchst unschuldige einacti^e Singspiel des zwölfjährigen
Knaben Mozart. „Bastien und Bastienne" eine beinahe noch
grössere Wirkung erzielte, als die imgleich reichere Partitur
des achtzehnjährigen Jünglings: „Die (Gärtnerin" („La finta
giardiniera"). Das erklärt sich theils stofflich, theils biogra-
Ehisch. In „Bastien und Bastienne" vereinigen sich einfachste
[andlung und Scenerie mit den anheimelnden ländlichen
Oostumes und Mozart's Musik zu einem allerliebsten Idyll.
Dabei erscheint die Musik, als von einem zwölQährigen Kna-
ben herrührend, geradezu erstaunlich. Wie das Alles correct
und sicher hingestellt ist, keine Note zu wenig und keine zu
viel, und wie herzig der geniale Knabe eben das Wesentliche:
den gemüthlichen Ton eines echt deutschen Singspiels, triffl!
Auch schon Ansätze zur Charakteristik finden sich — in der
Hokuspokus- Arie des Dorfwahrsagers Colas — und die Versuche,
die Ungeschicklichkeit ländlicher Dudelsackbläser durch ein
übermässiges Intervall zu persifliren, wirken ungemein ergötz-
lich. Für Reminiscenzenjäger von echtem Schrot und Korn
bietet überdies die kleine Einleitung der Oper einen beson-
ders ergibigen Fund. Man transponire den zerlegten Esdur-
Dreiklang, mit welchem Beethoven's „Eroica" anfängt, nach
G-dur, und man hat das Eingangsthema von „Bastien und
Bastienne", nur, dass durch Begleitung und Instrumentation
bei Mozart ganz idyllisch klingt, was oei Beethoven helden-
haft erhaben. Es versteht sich, dass hier Nichts, als der Zu-
fiEdl mitgespielt, allerdings ein sehr merkwürdiger.
Wenn man bedenkt, dass Mendelssohn mit siebzehn Jahren
eine „Sommemachtstraum" -Ouvertüre, Franz Schubert mit
achtzehn Jahren seinen „Erlkönig" geschaffen, so erscheint
die Partitur der „Finta giardiniera" ror den achtzehnjährigen
Mozart, der ja sonst als das frühreifste Genie bekannt, nicht
gar zu merkwilrdig. Jedenfalls verblüfBb „Bastien und Bastienne"
verhältnissmässig noch mehr. Ueberdies ist der Text der „Gärt-
nerin" ein recht unglücklicher und haben alle Sorgfalt imd dich-
terische Begabung, sowie aUer Witz des NeubBarbeiters des
Stückes, Max Kaloeck (der auch in der Knabenoper Mozart's
für eine verständigere Diction sorgen musste), über die Platt-
heiten und UnWahrscheinlichkeiten des Ganzen nicht hinweg-
helfen können. Uebrigens mag man den Originaltext in Otto
Jahn nachlesen, hier sei nur erwähnt, dass wenigstens der
Gipfel des Ungeschmackes: die Wahnsmnsscene der als Gärt-
nerin verkleideten Gräfin und des von ihr in dieser Maske
gesuchten Liebhabers von Kalbeck ganz beseitigt und durch
einen verntlnftigeren Ausgang ersetzt wurde. Aber wer inter-
essirt sich sonst noch für dieses bunte Durcheinander von
lauter im Grunde herzlich gleichgiltigen farblosen Personen,
herkömmlichen Typen der italienischen Opera bufia (worunter
der eigentliche Bassbuffo^ geistesverwandt dem Doctor Bartolo
und Don Pasquale, sowie ein sich erst neckendes, dann lie-
bendes Domestiken paar die auffallendsten) ? Hält man sich an
Mozart's Musik allein, so erkennt man freilich überall die
Hand des Meisters, jede Person ist so charakterisirt, dass sie
Einem aus der Partitur leibhaftig entgegenspringt, reizende
Melodien gibt es in Hülle imd Fülle. AUes ist voll Wohllaut
und reizender Beweglichkeit, nur vielleicht im Einzelnen zu
gedehnt, und den ganzen reitsten Mozart geben uns die beiden
Finales, welche in ihrer prächtigen Steigerung schon im
„Figaro" stehen könnten.
ueberhaupt weht in der ganzen Oper schon entschieden
„Figaro"-Luft, selbst directe Anklänge an das Mozart'scheste
der Mozart'schen Meisterwerke kommen vor, ja selbst solche
an „Don Juan"; zu einem anderen Texte gesetzt würde sich
die Musik der „Gärtnerin" gewiss unter die Partituren der
sieben dassischen Opern des Tondichters als nahezu eben-
bürtig einreihen lassen.
Unter den Darstellern errangen in beiden Jugendopem
Frau Forster und Hr. Ritter (dieser neu engagirte jugend-
liche Bariton, wohl der für Mozart berufenste unserer Sänger
dieser Stimmlage) die Palme, ausserdem offenbarte Veteran
Mayerhofe r m „Bastien" als Dorfwahrsager Colas seinen
unverwüstlichen Humor. In der „Gärtnerin" wirkten noch
die Damen Beeth und v. Artner, die HH. Müller (ein
mitunter recht greisenhafter Jugenalicher" Tenor) und Felix
mit, zusammen ein Ensemble „nach den vorhandenen Kräften".
Oapellmeister Fuchs leitete die beiden Opern mit Lust und
Liebe, und das in der „Gärtnerin" schon überraschend reich
bedacnte Orchester spielte vorzüglich.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Das 4. Akademische Orchester-Concert
unter Leitung des Hm. Prof. Dr. Kretzschmar hatte als
Vertreter der Symphonie in den ersten Decennien unseres
Jahrhunderts C. M. v. Weber (Odur-Symphonie No. 1), Spohr
(Larghetto der Omoll-Symphonie) und Schubert (grosse Odur-
Symphonie) im Programm, mit Violinconcertsätzen von Li-
pmski (1. Satz aus dem Müitärconcert) und Paganini (1. Satz
des 1. Concertes) war die damalige „Entwickelung der höheren
Instrumentalformen auf virtuosem Gtebiete" vertreten. Von
den symphonischen Werken wirkte nur das Weber'sche, hier
zuletzt wohl 1839 im Gewandhaus aufgeführt, quasi wie eine
Novität. Dasselbe ist von grosser Mannigfaltigkeit in seinem
Stimmungsgehalte, interessirt aber vornehmlich durch die ver-
schiedenen Spuren, die auf die späteren berühmten Opern
Weber's, besonders den „Freischütz", hinföhren. Der gehalt-
vollste Satz ist das gesangvoUe Andante mit seiner roman-
tischen Stimmung, sehr frisch efifectuirt das Scherzo mit sei-
nem hübschen mtteltheil. Die beiden vollständigen Sympho-
nien, wie auch der einzelne Spohr*sche Satz, dem die starke
Besetzung der Streicher besonaers zu Statten kam, gelangten
unter der oft geradezu Wunder wirkenden EEand des Hrn.
Prof. Dr. Kretzschmar zu geist- und lebensvoller Darlegung.
Wer vorher geglaubt hatte, die Schubert'sche Symphonie aus
dem Fundamente zu kennen, wird durch diese Aufführung,
eines Anderen belehrt worden sein und in manche Stellen einen:
ganz neuen Einblick gewonnen haben. Das Orchester, die Ca-
peUe des 184. Infanterie-Regiments, war überall in gutem Zuge
und folgte aufinerksam den genialen Litentionen seines Lei-
ters, mt der Ausfuhrung der beiden Violinsoli war der ein-
heimische Meister Hr. Hilf betraut worden, imd wenn Jemand
hi^zu berufen war, so war er es, denn vollendeter, effect-
voUer ist dieselbe eben nicht denkbar. Erst mit diesen beiden
Leistungen, welche eine in ihren Schwierigkeiten ganz einzig
dastehende Cadenz des Künstlers zu dem Paganini^hen Satz
in sich schlössen, hat Hr. Hilf seine exorbitante Virtuosität,
in welcher er von Keinem der lebenden uns bekannten Geiger
überflügelt werden kann, voll erkennen lassen. Der KünsUer
ist aus der reservirten Stellung, welche er infolge seiner ner-
sönlichen Bescheidenheit bisher hier einnahm, mit Einem Male
als Meteor hervorgetreten und von dem durch seinen Glanz
fascinirten Publicum rückhaltslos als solches auch gefeiert
worden. Das hiesige k. Oonservatorium der Musik, dessen
LehrercoUegium Hr. Hilf seit Kurzem angehört, hat vollstes
Becht, sich dieser Acquisition zu freuen. Es fehlt dem In-
stitut zur Vervollständigung eines Triumvirats der Lehrer
der Hauptinstrumente nur noch ein Pianist; die Meister
1. Banges auf der Violine und dem ViolonceU besitzt es in
den HH. Hilf und Kiengel bereits.
Das 13. und 14. Abonnementconcert im Neuen
Gewandhaus boten vielfaches, zum Theil sogar sensatio-
nelles Interesse. Das 13. Concert hatte zwei grössere Novi-
täten im Programm, deren Eine, ein AmoU-Violoncellconoert
von J. Kiengel, noch Manuscript war, während wir in der
Anderen , den Symphonischen Variationen von J. L. Nicod6,
einer bereits an anaeren Orten mit grossem Genuss gehörten
Composition begegneten, die, vom Oomponisten persönuch diri-
girt, nun auch im Gewandhaus durch die meisterhaften,
stets von Neuem erfreuenden, oft geradezu packenden Umgestal-
tungen ihres glücklich erfundenen prägnanten Themas, sowie
den wunderbaren Schmelz und Glanz ihrer Instrumentation,
in deren Betreff unter den lebenden Oomponisten Nicodö die
erste Stelle einnehmen dürfte, den Ruf als Eines der bedeut-
samsten Orchesterwerke der Neuzeit sich erworben hat und
ihrem Autor äusserst lebhaften, zu dessen Hervorruf an-
schwellenden Beifall erwirkte. Das Novum des einheimischen
66
Künstlere hatte ebenfalls einen nollen Erfolg, wenn derselbe
allerdings aucb mehr auf Conto der eminenten, ganz phäno-
menalen Ausführung durch den Gomponisten zu schreiben,
als auf den zu Tage tretenden musikalischen Gehalt zurück-
zuführen war. Durch was dieses Goncert in letzterer Beziehunc"
für sich einnimmt, das ist neben der Liebenswürdigkeit und
Anmuth des gedanklichen Materials die knappe Form und die
lichtvolle, den Solisten immer deutlich zu Worte kommen las-
sende Instrumentation, die der Componist Jedem der drei,
organisch unmittelbar mit einander verbundenen Sätze ge-
gegeben hat. Auf gleicher Stufe reproductiver Meisterschaft
wie im eigenen Concert stand Hr. Klengel in weiteren Solo-
stücken von S. Bach, J. Massenet und Piatti. Neben ihm wirkte
noch Frau Bau mann solistisch an diesem Abende mit.
Konnte dieselbe mit ihrer Anfangsnummer, einer Arie aus
„Badamisto'^ von Händel- Franz , keinen rechten Eindruck ma-
chen, so wurde sie umsomehr gefeiert nach ihren übrigen Spen-
den, der Spohr'schen Bomanze „Rose, wie bist du reizend und
inild^ und Liiedem von Sitt (dem empfindungssatten, tiefinner-
lichen „Dein*'), Cornelius (dem nach langem üebersehen end-
lich vielfach zur Beachtung gelangenden „Komm, wir wandeln
zusammen im Mondenschein^) und Bietz (der etwas stark
verblassten „Elfe"). Die in der Ausführung allgemein ge-
rühmte Symphonie des Abends war die bekannte in Esdur von
Mozart. Im folgenden 14. Abonnementconcert concentrirte
sich das Interesse, so prächtig und Genuss spendend auch die
Orchestemummern — Mendelssohn^s „Sommemachtstraum"-
Musik und Beethoven's I. Symphonie — waren, auf den solisti-
schen Theil, der in den Händen des Hm. Moriz Uosenthal laß.
Dieser neueste Wundermann des Clavierspiels hat sich, nach-
dem er in vor. Saison in zwei Concerten des Liszt- Vereins
bereits die denkbar grösste Sensation mit seiner unglaublichen,
märchenhaften Technik erregt hatte, nunmehr auch in sieg-
haftester Weise das Gewandhauspublicum, sowohl die Probe-
wie die Conoertbesucher, gewonnen und zu beiden Zeit-en
Beifallsstürme entfesselt, wie wir sie in solcher Stärke und
Länge in diesen Concerten vorher noch nicht gehört hatten.
Bas Publicum, schon nach dem Vortrag des Chopin'schen
Emoll-Concertes höchst animirt, gerieth nach der „Don Juan**-
Phnntasie wahrhaft in Extase und rang sowohl in der Probe,
wie im Concert dem in seiner Virtuosität schier unheimlichen
Ktlnstler je zwei Zugaben ab. Mit der blossen , wenn auch
noch so imposanten Technik sind derartige fascinirende Wir-
kungen entschieden nicht zu erzielen, wenn der Künstler, der
sie besitzt, ihr nicht auch individuelles Leben und Wesen zu
geben vermag. Es ist daher einüeu^h absurd, Hm. Bosenthal,
wie jüngst trotz der in vier Concerten in Berlin von ihm er-
rungenen unerhörten Erfolge in der dortigen Presse, aller-
dings vereinzelt , geschah , kurzweg zum Ciavierakrobaten zu
degradiren.*) Wer z. B. den Mittelsatz des Chopin'schen ven
*) Zu den Berliner Gegnern des Hm. Eosehthal gehört
auch Hr. Professor Heinrich Ehrlich. Er hat denselben zwar
nicht einen Akrobaten oder ähnUch genannt, aber seine Agi-
tation ist um so verwerflicher, als er sie, im Widerspruch
mit seinem Namen^ in aller Heimlichkeit betreibt, wie dies
uns ein vor dem Emtreffen des Hm. Bosenthal in Leipzig an
uns gerichteter Brief bezeugt, den wir, um Hm. Ehruch ein
ftlr alle Male die Lust an derartigen unsauberen Manövern
zu Ungunsten eines ihm missliebigen Collegen zu verderben,
hiermit zur Kenntnissnahme nicht blos uns „nahestehender
Bedactionen", wie er dies ausdrücklich wünscht, um dieselben
im Vornherein gegen Hrn. Bosenthal einzunenmen, sondern
des ganzen Leserkreises unseres Blattes bringen. Wir be-
merken hierzu, dass wir Hrn. Prof. Ehrlich weder je persön-
lich nahe gestanden haben, noch die Confession mit ihm thei-
len und deshalb kein anderer Grund, als der eben angedeutete,
für sein Schreiben denkbar ist. Da der Brief wegen seiner
ungemein deutlichen Tendenz keines weiteren Commentars
von unserer Seite bedarf, einige etwas unklare persönliche
Bemerkungen in demselben dag;egen wohl Hm. Bosenthal selbst
veranlassen dürften, auf diesäben zu reagiren, so möge das
Sehr i ftstüok nunmehr wörtlich seinen Platz hier finden . Es uiutet :
„Berlin, 10. Januar 1892. GtoehrtesteBedactionI Die Berichte
des »Berliner Tageblatt« über Hm. Bosenthal sind nicht von
mir geschlichen. Hr. B. hat mich Anfang Dezember besucht,
und mit Complimenten überhäuft. Ich bemerkte ihn sehr
freundlich dass er, um sich als Musiker einzujRihren — nach-
dem seine riesige Technik bereits vollste Anerkennung gefun-
den — ein Conzert mit Orchester geben müsse; das schien ihm
nicht zu conveniren. Dann begann er ein Gespräch über Bach,
Emoll-Concertes so weihevoll-duftig spielt, wie ihn hier Hr.
Bosenthal darbot, wer über einen solchen Beiohthum von
Klangfarben, von den zauberhaffc-zart abgetönten bis zu den
an Kraft una Glanz sattesten, gebietet und von demselben so
intelligent und feinfühlig Gebrauch macht, wie Hr. Bosenthal,
der dem benutzten Blüthner-Flügel, einem in der Ergibigkeit
und der Modification des Tons allerdings geradezu unüber-
trefflichen Instrumente, oft ordentliche Sphärenmusik ent-
lockte, wer ausserdem, wie der Genannte, die besten Werke
der Clavierlitteratur gerade für gut genug fiir sein Bepertoire
hält, ist kein Charlatan, sondern ein echter und voller Künstler
und noch dazu Einer ^ster Potenz, dem man höchstens nach-
sagen kann, dass er sich durch das Kraftgeftihl seiner uner-
hörten Technik manchmal zu nicht immer künstlerisch moti-
virt«n Tempobeschleunigungen verleiten lässt, im Uebrigen
aber so musikalisch veranlagt ist, wie irgend Einer seiner
Collegen.
Die 5. Kammermusik im selben Haus, welche zwischen
beide vorerwähnte Concerte fiel, machte zuiiächst mit einem
neuen Ddur-Streichquartett (Op. 211) von C. Beinecke bekannt,
dessen positive Eigenschaften knappe Fassung der einzelnen
Sätze und zumeist vorzügliche Stimmführung waren. Nach
Seite der thematischen Erfindung dürfte der erste Satz mit sei-
nen zwei gut contrastirenden Hauptthemen der beste des No-
vums sein. Ein gesangvolles, aber gedanklich nicht sehr tiefes
Adagio, ein Scherzo, das den Beiz der Neuheit mehr in der
anhaltenden efPectvoUen Ausbeutung des Pizzicatcspiels, als in
der Erfindung besitzt, und ein flottes Schlussallegro bilden die
übrigen Sätze des von den HH. Hilf, Becker, Sitt und
Klengel in ausgezeichneter Weise ausgeführten, das Publi-
cum zu einem Hervorruf des auf dem Podium sitzenden Com-
ponisten animirenden Werkes. Eine ungemein elektrisirende
Wiedergabe fand das andere Streichquartett des Abends, das
in G dur von F. Schubert, in welcher sich nicht blos ein sehr
feinabgewogenes Ensemble, sondern auch das liebevollste Ein-
gehen jedes Einzelnen der genannten vier Herren auf die
poetischen Intentionen des Componisten bemerklich Jmachte.
Zwischen beiden Quartetten war Beethoven's Claviertrio Op.
97 placirt, dem die HH. Prof. Dr. Beinecke, Hilf und
Klengel eine nicht minder vortreffliche Ausführung ange-
deihen Hessen. Bewundemswerth erschien uns auch hier be-
sonders die jugendlich-elastische, dabei technisch und klang-
lich subtile Behandlung des Ciavierparts , bei welcher Hm.
Prof. Dr. Beinecke ein prachtvoller Blüthner-Flügel zu Ge-
bote stand.
Einer weiteren Kammermusik- Veranstaltung wohnten wir
in der Alberthalle bei. In derselben fieoid am 27. Jan. ein
Kammermusik- Abend der HH. Professoren Barth, deAhna
und Hausmann aus Berlin mit Compositionen von Beetho-
ven (Ciaviertrios Op. 1, No. 8, und Op. 70, No. 3, Clavier-
Violoncellsonate Op. 69 und Yiolinromanzen in Fdur und Gdur)
statt. Die Wahl der Zeit für dieses Concert seitens dessen
ich nahm die »Suiten« zur Hand, und konnte meine Verwun-
derung über seine gänzliche ünkenntniss der Vortrags-
zeichen, Stimmführung u. dgl. nicht vollständig verbergen.
Alles dastheilte ich unmittelbar nach dem Besuche des
Hm. B. dem mir befreundeten Bedacteur des »Berliner T.«
Dr. A. Levyson schriftlich mit, ^^damit Niemand behaupten
dürfe, ich wäre etwa beeinflusst«. Nun ist Hr. B. dem Eigen-
thümer des Blattes von reichen Wiener Kauf leuten sehr warm
empfohlen, und so kam der Bedacteur auf den Gedanken, die
Berichte (mit meinem Wissen) von einem Anderen besorgen
zu lassen da »ich mir durchaus nichts vorschreiben lasse«.
Hr. B. aber Hess mir von seinem Conzert-Agenten
keine Billete senden: ich habe gestern Abend an der
Casse für unbemittelte Schülerinnen des Conserva-
toriums Sitze gekauft, damit sie diesen enormen
Virtuosen hören [dem freilich ktlnstlerischer Anstand und
weltmännische Klugheit ^nz fehlen]. Hanslick schreibt mir,
dass der »unmusikalische Hexenmeister« sich gegen ihn ganz
ebenso benommen hat. Ais dieser nach Amerika ging, hat
ihm H. sehr nützliche Empfehlungen mitgegeben. Als er von
Amerika zurückkam [wo er mit dem unmöglichen Josephi
Freundschaft geschlossen hatte] schrieb H. einmal »bei aller
Anerkennung der riesigen Technik« er habe Chopin und
Schumann nicht gut gespielt, und hierauf grüssteihnK. nicht
mehr!! Indem ich Sie, geenrteste Bedaction, bitte diese Mit-
theilnngen auch zur Kenntniss der Ihnen nahe stehenden
Leipziger Bedactionen bringen zu wollen, zeichne ich in aus-
gezeichneter Hochachtung Ihr ergebenster Heinr. Ehrlich."
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geschäftlichen Unternehmers, des Hm. E. Eulenburg, war we-
fen der vorauszusehen gewesenen gleichzeitigen Feiern des Ge-
urtstages Sr. Majestät des Kaisers, zu welchen auch noch eine
,, Walküren-Aufführung im Theater kam, keine günstige, wie
dies der im Interesse der Sache und angesichts der ausgezeich-
neten Leistungen der drei Herren bedauemswerthe ungewöhn-
lich schwache Besuch des Concertes bezeue^. Aber auch die
Wahl des Locals hätte nicht getroffen weraen sollen, da sich
die gewaltige Alberthalle wenig für Reproductionen intimer
Kammermusik eignet. Diese Ausstellungen sollen aber nicht
das Verdienst schmälern, das sich Hr. Eulenburg erwarb, in-
dem er dem Leipziger Publicum Gelegenheit bot, diese Trio-
vereinigung nach SiJigerer Zeit (1885) wieder einmal hören zu
können, so wenig £eselbe, wie gesae^, von Jenem auch
ausgenutzt worden ist. Die Wenigen, die gekommen waren,
haben wohl alle ihre Erwarttmgen erfüllt gefunden und sich
ebenso erfreut an dem auf einem in der Weichheit und Klar-
heit des Tones köstb'chen Bechstein-Flügel gebotenen licht-
und stilvollen Spiel des Hm. Prof. Barth, der edlen und
keuschen Toneebung des Hm. Prof. de Ahna und dem männ-
lich-schönen Violoncellspiel des Hm. Prof. Hausmann, sowie
an der überall von feinstem Yerständniss der vorgeiührten
Werke zeugenden Gesammtwirkung', soweit Letztere nicht
unter den akustischen Verhältnissen des Locals zu leiden hatte.
Die drei Künstler wurden dem Gebotenen entsprechend reich-
lich durch Beifall belohnt. Hoffentlich lassen sie sich durch
den schwachen Besuch dieses Debutabends nicht von der Aus-
führung der angekündigten zwei übrigen Kammerconcerte ab-
halten.
Aus den letzten Wochen ist noch des 1. Ck}ncertes des
Violinvirtuosen Hm. P. Sarasate und eines am 29. Jan. im
Alten Gewandhaus zum Besten der Gemeindepflege in der
Lutherparochie veranstalteten Concertes zu gedenken. Hr.
Sarasate spielte, zum Theil von der Capelle des 134. Infanterie-
Begiments, zum Theil am Ciavier von seinem Impresario
accompagnirt, Bruches neuestes (3.) Concert, das trotz den
vorausgegangenen Beclamenotizen in der Localpresse keine
Novität für hier war, desselben Componisten Schottische
Phantasie, sowie eine „Carmen** -Phantasie und andere Vir-
tuosenstücke eigener Mache und bewährte in allen seinen
Vorträgen die schon in allen Tonarten besungenen Vorzüge
seiner Technik , seines Tons und seiner geschmeidigen Auffas-
sung, sodass etwas Neues über ihn zu sagen nicht möglich ist.
Das 3. Bruch'sche Concert hat uns diesmal m)ensowenig, wie vor
einiger Zeit, als es Hr. Halir in einem Liszt-Vereinsconcerte an
derselben Stelle (Alberthalle) vorführte, gefiaJlen. und auch
Hr. Prof. Joachim, der, wie wir hören, dasselbe im Gewand-
hausconcert am 11. Febr. spielen will, wird uns und viele
Andere in der geringen Meinung über dieses schale musika-
lische Gemüse nicht bekehren können. Li den zwei folgenden
Concerten, zu welchen wir die Billets theils zu spät für recht-
zeitige Disposition, theils gar nicht erhielten, ist Frau Marx
aus Berlin die Mitwirkende gewesen. Mag der Besuch dieser
Concerte kein recht befriedigender gewesen sein, so konnte da-
gegen der Saal des Alten Gewandhauses das Publicum kaum
fassen, welches gekommen war, um sich an dem versprochenen
Gesang der Frau Steinbach-Jahns zu erfreuen, die Be-
kanntschaft, des einheimischen dreizehnjährigen Violoncellisten
Fritz Brückner zu machen und die sonst noch in Aussicht
gestellten musikalischen Gtenüsse en^e^enzunehmen. Mit der
Ouvertüre zu „König Manfred" von Semecke durch die treff-
liche CaneUe des 134. Lifanterie-Begiments unter Leitung des
Hrn. Janrow begonnen, bestanden dieselben ausser den Vor-
trägen der genannten Solisten in gut gelungenen Ghorspenden
der Thomaner (dem bekannten „Wenns Ostern wird am Tiber-
strom" von Vierling, einem lieblichen Wiegenlied und stim-
muiigsedeln „Das macht das dunkelgrüne Laub" von C. Piutti,
sowie dem kunst- und wirkungsvollen Wechselgesang „Mein
Herz, ich will dich fragen" und dem bekannten hübschen
Morgenlied von W. ßust) und soliden zweiclavierigen Dar-
bietungen der HH. v. Böse und Weidenbach (den gedie-
genen Variationen Op. 13 von H. v. Herzogenberg, der ge-
danklich reizlosen Chaconne von Jadassohn und zwei ganz präch-
tigen Stücken „Humoreske" und Intermezzo von F. Thieriot).
Ein schon frühzeitig zu ganz respectabler Technik und anspre-
chendem Vortrag gdangter Violoncellspieler ist Fritz Brückner,
der, stünde ihm die für einen grösseren Ton nöthige physische
Kraft zu Gebote und erlaubte ihm seine körperliche Ent-
wickelung bereits die Benutzung eines normal grossen Listru-
mentes, mit manchem körperlich und künstlerisch ausgewach-
senen CoUegen sieghaft concurriren können würde. Trat
dieses Manco an Kraft natnrgemäss besonders in dem vom
Orchester begleiteten Concert von Saint-Saöns hervor, so liess
es sich aber auch in den sehr discret von der kunstgebildeten
Mama des Kleinen am Ciavier begleiteten Stücken virtuoser
Natur von Klengel (Gavotte) und Cossmann (Taranteile) nicht
ganz übersehen, während die schöne und freie Ton^bung
und der warme und richtige Ausdruck, womit der Kieme ein
Air von S. Bach spielte, eine völlig concertreife Leistung er-
gaben. Den Höhepunct des Concertes nach Seite der Aus-
führung bildeten oie Liederinterpretationen der Frau Stein-
bach-Jahns. Die ausgezeichnete Künstlerin hatte hierzu
Brahms' „Alte Liebe", Liszt^s „Wo weilt er", Mascagni's
„Blumenorakel", Bungert's „Auf der Bleiche", Geldmarkts
„Quelle" und Marschner's „Liebchen, wo bist du", sowie als
stürmisch verlangte Extraspende Sommer's „Wiegenliedchen
für eine deutsche Capresin" gewählt und brachte, bei köst-
lichster stimmlicher Disposition, Alles, was an Stimmung und
Poesie in diesen Compositionen geborgen liegt, mit der ihr
eigenen intensiven künstlerischen Intuition zu entzückendstem
Ausdruck und unmittelbarster Wirkung.
Genf, Ende December. Die Verwaltung des Theaters
seitens der städtischen Behörde dauerte nur zwei Jahre, weil
das pecuniäre Resultat kein befriedigendes war. In Folge
dessen gab unser Magistrat das Unternehmen auf und ver-
traute dasselbe dem früheren Geschäftsführer Hm. Dauphin,
welcher seit Anfang der gegenwärtigen Saison als verant-
wortlicher Director unsere Bühne leitet. Die Abonnement-
concerte wurden vom vorigen Comite auf eigene Rechnung
genommen, sodass imser musikliebendes Publicum sicher sein
urfbe, dieselben artistischen Genüsse wie ehemals zu empfan^;en.
Der Cyklus umfasst zehn Abende, deren vier vor Neujahr
stattgefunden haben. Das verstärkte Theater-Orchester, unter
der anregenden Leitung des Hm. Capellmeisters Hugo von
Senger, spielte recht lobenswerth Symphonien von Beet-
hoven („Eroica"), Haydn (Ddur), Mozart (GmoU), Schumann
(Bdur) und Stücke von Wormser, Mascagni, Weber (Ouver-
türe zu „Euryanthe"), Beinecke, Mendel^hn, Saint- Saens,
Wagner („Siegfried-Idyll") und Grieg (Suite aus „Peer Gynt").
Für Solisten wurde bestens gesorgt : Frl. Issaurat, Sängerin
aus Paris, der Violinvirtuos Hr. Marteau und der jugend-
liche Ciavierheld Otto Hegner aus Basel traten, besonders
die zwei Letzten, mit grossem Erfolg auf. Merkwürdig ist
es, dass wir einem 17 jährigen französischen Ktknstler die Be-
kanntschaft Eines der schönsten Werke von Brahms, des
Violinconcertes , verdanken. Das Programm des auf den
5. December angesetzten dritten Abonnementconoertes war
dem Andenken Mozart's gewidmet. Instrumental- und Vocal-
nummem wechselten in glückUcher Folge. Von den Letzteren
machten namentlich mehrere von der „Soci^te de Chant du
Conservatoire" vortrefflich gasungene Fragmente aus dem
„Requiem" einen erhabenen Eindruck. Was ich in meinem
Juni-Bericht über den neuen Antrieb schrieb, welchen das
Quartett Sternberg durch die Mitwirkung des ausgezeich-
neten Cla viervirtuosen und Professors der ooeren Classen am
hiesigen Conservatorium, Hm. Willy Rehberg, erhalten hatte,
kann ich heute wiederholen. Die drei ersten Kammermusik-
sitzungen brachten uns Interessantes in Hülle und FüUe.
Von den aufgeführten neueren Compositionen muss ich Zweie,
die besonderes Glück machten, hervorheben: das Clavierquin-
tett von Sinding und die Sonate für Cla vier und Violine von
Willy Rehberg. Ersteres frappirte durch seine urwüchsige
Originalität, Letztere entzückte durch den wohllautenden Reiz
der Gedanken. In der Sonate hatte der Componist als
Partnerin die gewandte Violinistin Frl. Dorsival; in den
anderen Werken von Haydn, Mendelssohn, DvoHJc, Volk-
mann und Gemsheim war Hr. Sternberg in Thätigkeit und
fand vollauf Gelegenheit, sein temperamentvolles Spiel zu
documentiren. Eine Sonate für Ciavier und Violoncell von
Hans Huber verschafide uns femer das Vergnügen, das Spiel
des vorzüglichen Violoncellisten Hrn. Adolf Renberg zu
schätzen. Sehr gelungen war auch die Interpretation der
Variationen für zwei Claviere von Saint- Saens durch die
HH. Willy Rehber^ und Fricker. — Unser Theater besitzt
in diesem Winter einen stimmbegabten und gutgescbulten
Tenoristen, wie noch nie zuvor. Wenn die anderen Sänger
dem Hm. Imbart de la Tour gleich wären, so hätten wir
eine Opemtruppe ersten Ranges. Als wichti^re Novität
wurde „Samson und Dalila" von Saint-Sa^ns mit Erfolg ge-
geben. Man verspricht uns für das Ende der Saison die
Premiere einer unedirten Oper von Lacombe, „Winkelried"
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betitelt, und den ersten Act der „Walküre", welcher in Be-
gleitung eines Werkes von Gr6try zum Benefiz des Theater-
capellmeisters Hrn. Bergalonne gegeben werden soll. tt
Lübeck. Nachdem Prof . Dr. B.einecke's neue komische
Oper „Der Gouverneur von Tours" bereits vor Kurzen ihren
Einzug in Schwerin ^ehalten, ist das gehaltvolle Werk nun
auch bei uns am 17. Januar in Scene gegangen und hat dem
Autor die schmeichelhaftesten Ehrenbezeugungen eingetragen.
Der mit Geschmack und Bühnenkenntniss von Edwin Bor-
maim nach dem alten französischen Lustspiele „Die Mönche"
gefertigte Text bietet die willkommene Unterlage ftir eine
ganze Keihe fein enrpfundener Musikstücke lyrischer und
komischer Gfl.ttang. Die eigenthümlichen Beize vieler der-
selben waren anfiprechend genug, um den lauten Beifall zu
rechtfertigen, der, den Gesammteindruck zusammenfassend,
nach jedem Actschlusse erscholl, um den hier ungemein ge-
feierten Componisten stets von Neuem auf die Bühne zu
rufen. Fast jeder Act enthält anziehende Einzelnheiten in
melodischer Beziehung, die von einem charakteristischen Ton-
colorit im Orchester getragen werden. Besondere Erwähnung
verdienen die warmempfundenen Duette zwischen den beiden
Liebespaaren, das lustige Liedchen „Trari, Trara", die Tenor-
cavatine „Das Bächlein frage" und endlicn Brissac's
stimmungsvoller Gesang „Zwischen Ja und zwischen Nein"
mit obligater Yiolinbegleitung. Mit wirkungsvollem, aber
durchaus nicht aufdringlichem Humor sind £e Partien des
dünkelhaften Gouverneurs und des schlauen Dr. Marteau aus-
gestattet. Der Erfolg der Oper trat in den lauten Beifalls-
bezeugungen des Publicums vollgerechtfertigt zu Tage. S.T.
Concertumschau.
Altenburg. Hofconc. (Dr. Stade) unt. solist. Mitwirk, des
Prl. Halph u. des Hm. Voigt v. hier (Ges.), sowie des Hm.
Hohlfeld a. Darmstadt (Viol.) am 2. Jan.: Ouvertüren von
F. Schneider (Fest-) u. Mendelssohn, „König Manfred" -Vor-
spiel V. Reinecke, Duett a, „Mignon" v. Thomas, Soli für
Ges. V. Beethoven, Mascagni („Blumenorakel", „Mondland-
schaft" u. „Entsagung") u. Brahms („Mainacht") u. f. Viol.
V. Spohr u. Wieniawski („Legende"). — Ooncert für den
Wittwen- u. Pensionsfonds der Hofcap. am 9. Jan. : Sinfonietta
f. Orch. V. F. Thieriot (unt. Leit. des Comp.), „Melusinen"-
Ouvert. V. Mendelssohn, Festmarsch f. Orch. üb. zwei Melo-
dien a. dem 13. Jahrb. v. W. Stade (unt. Leit. des Comp.),
Andante a. einer Sext.-Serenade v. E. Toller (unt. Leit. des
Comp.), Solovorträge der HH. Voigt („An die Geliebte" von
P. Frommer, „Entsagung" v. Mascagni etc.) u. Wendling
a. Leipzig (Jankö-Flügel, Gmoll-Oonc. v. Saint-Saöns etc.).
— 118. MusikauffÜhr. der Singakad. (Sitt aus Leipzig) unter
Solist. Mitwirk, des Ehepeiares Schmidt(-Köhne) a. Berlin u.
des Frl. Wolf a. Leipzig: „Schön Ellen" f. Soli, Chor u. Orch.
V. Bruch, „Der Sturm" f. Chor u. Orch. v. Haydn, „Erlkö-
nigs Tochter" f. do. v. Gade, Vocalduette v. Händel u. Boiel-
dieu, G^esangsoli v. H. Sitt („Hab ichs geträumt") und
H. Schmidt („Waldruf").
Amsterdam. Abonnementconcerte im Neuen Concerthaus
(Kes) am 17. Dec., 7. u. 14. Jan.: Symphonien v. Beethoven
(No. 6) u. Brahms (No. 3), Ouvertüren v. Schumann („Die
Braut von Messina" u. „Genovefa"), Thomas („Mignon") u,
Mozart, „Gameval in Paris" f. Orch. v. Svendsen. Maureri-
sche Trauermusik v. Mozart, „Lohengrin" -Vorspiel v. Wag-
ner, Intermezzo sinf. a. „Cavalleria rusticana" v. Mascagni^
Solovorträge der Frls. Nikita a. St. Petersburg (Ges.) u. ten
Have a. Paris (Clav., Dmoll-Gonc. v. Bubinstein) und der
HH. Tibbe(Clav., CmoU-Conc. v. Saint-Saöns etc.)u.Holl-
man (Violonc, 2. Conc. eig. Comp. u. „KolNidrei" v. Bruch).
— 2. Auffuhr, geistl. Musik unt. Leit. des Hm. Averkamp am
20. Dec: Gem. Chöre a cap. v. Sweelinck, Obrecht, de trös,
Hasler, Lotti, Palestrina, Prätorius, Bortniansky u. S. Bach.
— 1. Auffuhr, des Bich. Wagner- Ver. m. dem 1. Aufzug u.
der 1., 4. u. 6. Scene des 3. Aufzuges der „Meistersinger" v.
Wagner unt. Leit. des Hm. Dr. Viotta u. Mitwirk, des Frl.
Mnlder a. Bayreuth u. der HH. Grüning a. Hannover, Hof-
müller u. Jensen a. Dresden, Plank a. Carlsruhe und Orelio
V. hier.
Angers. 10. Abonn.-Conc. der Assocat. artist. (Frömaux):
Italien. Symph. v. Mendelssohn, Suite alg6rienne v. Saint-
Saöns, Andante u. Finalß a. der 1. Symph. v. E. Lefövre,
«Pavane" v. L. Itasse.
Basel. Conc. der Allgem. Musikgesellschaft zum Benefiz
ihres Capellmeisters Hrn. Dr. Volkland imt. dessen Leitung u,
Solist. Mitwirk, des Frl. Kündig u. der HH. Sandreuter von
hier u. Hildach a. Berlin am 10. Jan.: 7. Symph. v. Beetho-
ven, „Man£red"-Ouvert. v. Schumann, „Die erste Walpurgös-
nacht" V. Mendelssohn, „Tod tenvolk" f. Männerchor v. F. fie-
far, Baritonsoli v. Händel u. Schubert. — 6. Abonn.-Concert
erselben Gesellschaft (Dr. Volkland): 3. Symph. v. Schumann,
„Zenobia"-Ouvert. v. Beinecke, Solovorträge der Frau San-
derson a. Berlin (Ges., „All meine Herz^danken". „Der Schuh-
macher", „Der Sandträger" u. „Ein kleines Lied" v. Hungert,
„Inmitten des Balles" v. P. Tscha'ikowsky, „Zur Drossel
sprach der Fink" v. d'Albert etc.) u. des Hm. A. Erasselt
a. Baden-Baden (Viol., 9. Conc. ▼. Spohr u. 2. u. 8. Satz des
1. Conc. V. Vieuxtemps).
Braunschweig. Geistl. Conc. am 9. Jan. : Son. f. Violonc.
u. Org. V. 0. Wermann, Soli f. Ges. v. A. Becker (Geistl.
Lied), Winterberger („Vater unser") u. A., f. Org. v. S. Bach
(Edur-Fuge) u. Schumann (BACH-Fuge) u. f. Violoncell von
Merkel (Arioso) u. A. Wolferman (Adagio relig.). (Aus-
führende: Frl. Osterloh (Ges.) u. HH. Wegmann (Ges.), Wilms
(Org.) u. Klingenberg (Violonc).
Brooklyn. 2. Conc. der Philharm. Society, ausgeführt
vom Boston Symph. Orch. (Nikisch): 2. Symph. v. Brahms,
Ouvert. „Der gefesselte Prometheus" v. Goldmark. „Wald-
weben" a. „Siegfried" v. Wagner, Claviervorträgo des Hm.
Paderewski (AmoU-Conc. eig. Comp., 6. Ungar. Rhaps. und,
als Zugabe, „Campanella" v. Liszt etc.).
Carlsruhe. 4. Abonn.-Conc. des Hoforch. (Mottl): Sym-
phonien V. Beethoven (No. 1) u. Berlioz(fanta8t.), „Waldes-
nacht" V. Schubert (Hr. Plank).
Gassel. 4. Abonn.-Conc. des k. Theaterorch. (Treiber):
7. Symph. v. Beethoven, Slav. Bhaps. v. DvoJ&k, Solovor-
träge der Frau Carreno (Clav., Amoll-Conc. v. Grieg u. Polon.
V. Weber-Liszt) u. des Hrn. Bartram (Ges.).
Coburg. 3. Symph.-Conc. (Faltis): „Frühling8"-8ymph.
V. H, V. Bronsart, „Mazeppa" v. Liszt, „Genoveia"-Ouvert.
V, Schumann, „Parsifal" -Vorspiel v. Wagner, Streichoct. v.
Mendelssohn.
Chicago. 1. Pop. Piano Recital des Hm. Em. Liebling
Polon.) u. A.
Cöln. 6. Gürzenichconc. (Prof. Dr. Wüllner): 2. Symph.
V. Brahms, Ouvert. zu Shakespeare's „Der Widerspänstigen
Zähmung" v. ßheinberger, Cliorphant. v. Beethoven (Clav.:
Frl. Meyer v. hier), „Königin Waldlieb" f. Chor u. Orch. v.
Meyer-Olbersleben, Violinvorträge des Hrn. Sarasate
(3. Conc. V. Bruch u. „Die Liebesfee" v. Raff).
Dessau. 5. Conc. der Hofcap. (Klughardt): Symphonien
V. Beethoven (No. 7) und Schubert (Hmoll), Ouvertüren von
Schumann („Genovefa") u. Weber (Jubel-).
Erlangen. 1. Symph.-Conc. des Winderstein'schen Orch.
(Winderstein) a. Nürnberg: Ddur-Symph. v. Mozart, „Danse
macabre" v. Saint-Saöns, 3. Ouvert. zu „Leonore" v. Beet-
hoven, Italienisches Capriccio v. Tscha'ikowsky, Violin vor-
trage des Hm. Amigo.
Essen a. d. R. 3. Conc. des Musikver. (Witte): 4. Symph.
V. Schumann, „Athalia" -Ouvert. v. Mendelssohn, Chöre m. Orch.
V. Brahms („Nänie") u. Brambach („Morgensehnsucht" u.
„Frühlingsmorgen"), Violinvorträge des Frl. Wietrowetz aus
Berlin (Conc. v. Beethoven, Elegie v. G. H. Witte u. Ma-
zurka V. Zarzicky).
Frankfurt a. M. 6. Museumsconc. (Eogel): 6. Symph. v.
Beethoven, „Parsifal"- Vorspiel v. Wagner, Orchestervariat.
üb. ein Haydn'sches Thema v. Brahms, Danse des Sylphes v.
Berlioz, Frölude a. „D61uge" f. Streichorch.v. Saint-Saöns
(oblig. Viol.: Hr. Prof. Heermann), Gesangvorträge der Frau
Sanderson a. Berlin („Der Schuhmacher" u. „Der Sandträger"
V. Bungert, „Zur Drossel surach der Fink" v. d*Albert etc.).
— 5. Kammermusikabend aer Museums-Gesellsohafl: Cdur-
Streichquint. v. Schubert, Ddur-Streichquart. v. P. Tschai-
kowsky, Kreutzer- Sonate v. Beethoven. (Ausführende: HH.
Wallerstein [Clav.], Prof. Heermann, Naret-Koning, Welcker,
Prof. Cossmann u. Becker [Streicher].)
Gera. 2. Kammermusikabend: GmoU-Clavierquartett v.
Brahms, Ddur-Streichquart. v. Haydn, „Kol Nidrei" f. Vio-
lonc. V. Bruch. (Ausführende: HH. Kleemaun [Clav.], Jä-
ger, Grümmer, Geipel u. Kliebes [Streicher].)
Gotha. Vereinsconcerte des Musikver. (Prof. Tietz): No.4.
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Ein- u. mehrstimm. Lieder u. Gesftoge a. P. Heyse's „Siechen-
trost** m. Clav. u. Viol. v. Bruch, ^ukrainische Liebeslieder"
f. vier Singstimmen m. Clav. v. I. Knorr, Vocalquartette v.
Hauptmann, Ad. Jensen {J^^ sterbende Kind"), Löwe u.
Costa, Ciaviersoli v. J. Batf (Variat. Dp. 162) u. J. Kwast
(Capriccio). (AusfiÜirende: Frauen Uzielll u. Hahn und HH.
Naval u. Sistermans [Ges.1, HH. Uzielli [Clav.] und Maisch
[Viol.], sämmtlich a. Frankfurt a. M.) No. 6 m. Compositionen
V. Mozart. Jupiter-Symph., Maurerische Trauermusik, Re-
quiem, „Graduale" f. Chor u. Orch. No. 6. Esdur-Symph. v.
fiaydn, Akad. Festouvert. v. Brahms^ Solovorträge der Frla.
van Niessen a. Dresden (Ges., „Wie bist du, meine Königin"
V. Brahms, „Aus deinen Augen" v. F. Ries, „Zur Drossel
sprach der Fink" v. d'Albert etc.) u. Wietrowetz a. Berlin
(Viol., Romanze v. Bruch, Ungar. Tänze v. Brahms- Joa-
chim etc.).
Halberstadt. 1. Stöbe'sches Abonn.-Conc. : 5. Symph. v.
Beethoven, „Frieden8feier"-Festouvert. v. Rein ecke (unter
Leit. des Comp.), Solo vortrage der Frau Stöbe-Spiegelberg
(G«s., „La Captive" v. Berlioz u. „Frauenliebe und -Leben"
V. Schumann) u. des Hm. Prof. Dr. Reinecke (Clav., Ddur-
Conc. V. Mozart u. Notturno, Menuett, Gavotte u. Pastorale
eig. Comp.).
Heidelberg. 4. Abonn.-Conc. des Bach-Ver. (Prof. Wolf-
rum) : „Die Ideale" v. Liszt, „Egmont"-Ouvert. v. Beethoven,
„Gesang der Todten" f. Männerchor u. Orch. v. Ph. Wolfrum,
Solovorträge der HH. von Zur-Mühlen a. Berlin (G^es., „An
die ferne Geliebte" v. Beethoven etc.) u. da Motta v. ebendaher
(Clav., Phant. üb. ungar. Volksmelodien u. „Gondoliera" von
Liszt, Loitermezzo scnerzoso v. H. v. Bülow etc.).
Innsbruck. 3. Mitgliederconc. des Musikver. (Pembaur)
m. Compositionen v. Mozart: Gmoll-Symph., „Zauberflöten" -
Ouvert., Concerte f. Clav, in Adur (Hr. Pemoaur jun.) u. f.
Viol. in Eedur (Hr. Eibl), Gesanesoli (Hr. Stötter).
Kiel. 3. Abonn.-Conc. des Gesangver. (Prof. Stange) m.
Compositionen v. Mozart unt. Mitwirk, der Frls. Schmidt u.
Zimdars u. der HH. Krause u. Gerold a. Frankfurt a. M., so-
wie des Hm. Keller v. hier: FmoU-Orgelphant. f. zweiSpieler,
Requiem u. „Ave, verum corpus".
Laibach. 2. Mitgliederconc. der Philharm. Gesellschaft
(Zöhrer): Bdur-Sympn. v. Schubert, D dur-Orchestersuite v.
S. Bach, Solo vortrage der Frau Kulp (Ges., „Die rothe Rose"
V. Lessmann, „Ueoers Jahr" v. Böhm, „Die blauen Fruh-
lingsaugen" v. Rubinstein, „Alle Blumen möcht ich binden"
V. Sommer u. „Meine Liebe ist grün" v. Brahms) und des
Hm. Lasner (Violonc.j Conc. v. Molique).
Leipzig. 5. Musikabend des Kammermusik-Ver. : Fdur-
Streichquart. v. Haydn (HH. Löwenthal, Klesse, Schlemüller
u. Merckel),iClaviertrio v. M. J. Erb (HH. Ruthardt, v. Dameck
u. Haagmans), Vocalduette v. Schumann (Frl. Wehner u. Hr.
Trautermann), Solovorträge des Frl. Wehner („Loreley" von
F. Liszt, „Am Ufer des Flusses des Manzanares" von
Ad. Jensen u. Mailied v. Reinecke) u. des Hm. von Böse
(Clav., Son. v. Ad. Jensen). — 2. Conc. des Hm. Sarasate
unter Mitwirkung der Pianistin Frau Marx: Clav.-Violinson.
Op, 47 V. Beethoven, Hmoll-Rondo f. do. v. Schubert, Soli f.
Clav. V. Chopin, P. v. Schlözer (Etüde) u. Liszt (6. u. 12. Un-
gar. Rhaps.) u. f. Viol. v. Mackenzie C„Pibroch") u. A. —
Kammermusikabend der HH. Professoren Barth (Ciavier), de
Ahna (Viol.) u. Hausmann (Violonc.) a. Berlin am 27. Jan. mit
Compositionen v. Beethoven: Claviertrios Op. 1, No. 3, und
Op. 70, No. 2 , Clav.-Violoncellson, Op. 69 und beide Violin-
romanzen. — 14. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof.
Dr. Reinecke): 1. Symph. v. Beethoven, „Sommernachtstraum" -
Musik V. Mendelssohn, Ciaviervorträge des Hm. Rosenthal a.
Wien (Emoll-Conc. v. Chopin, „Don Juan"-Phant. v. Liszt,
„Hexam6ron" v. Liszt u. A. m. u. „Am Springbrunnen" v.
Davidoff). — Wohlthätigkeitsconc. im Alten Gewandhaus
am 29. Jan., ausgeführt v. der Cap. des 134. Inf.-Reg. (Jah-
row), dem Thomanerchor, Frau Steinbach- Jahns (Ges.), den
HH. V. Böse u. Weidenbach (Clav.) u. dem dreizehnjährigen
Violoncellisten Fritz Brückner: „König Manfred"-Ouvert. v.
Rein ecke, gem. Chöre v. Vierling („Wenns Ostern wird
am Tiberstrom"), C. Piutti (Wiegenliea u. „Das macht das
dunkelgrüne Laub") u. W. Rust („Mein Herz, ich will dich
fragen" u. Morgenlied), Compositionen f. zwei Claviere von
H. V. Hejrzogenberg (Variat. Op. 13), Jadassohn (Cha-
conne) u. F. Tnieriot („Humoreske" u. Intermezzo), Soli f.
Ges. V. Brahms („Alte Liebe"), Liszt („Wo weilt er"), Mas-
cagni („Blumenorakel"), Bungert („Auf der Bleiche"),
Gold mark („Die Quelle"), Marschner („Liebchen, wo bist
du") u. Sommer („(Wiegenliedchen für eine deutsche Capre-
sin") u. f. Violonc. v. Saint-Saöns (Conc. Op. 33), S. Bach
(Air), J. Kiengel (Gavotte) u. Cossmann (Tarantelle). —
1. Kirchenconc. des Bach-Ver. (Sitt) unt. Solist. Mitwirk, des
Frl. Martini, der Frau v. Knappstaedt v. hier und des Hm.
Glömme a. Dresden (Ges.), sowie des Hrn. Homeyer (Orgel):
Cantaten „Li allen meinen Thaten" und „Also hat Gott die
Welt geliebt", Chor „Nun lob, mein Seel, den Herrn", Arie
„Bereite dich, Zion" und Praelud. u. Fuge in DmoU f. Org.
V. S. Bach.
London. 1. Conc. des Hin. Dannreuther (Ciavier) unter
Mitwirk, des Frl. Williams (G^s.) u. der HH. 'Gibson, Grim-
son, Kreuz u. Ould (Streicher): Ciavierquart. Op. 87 v. Dvof ik,
Ciaviertrio Op. 70, No. 2, v. Beethoven, Soli f. Ges. v. C. H.
H. Parry (a. dem „De profundis") u. f. Ciavier v. S. Bach
(Goldberg- Variat.).
Magdeburg. Concerte des Kaufmännischen Ver. (Kaufi-
mann): No. 1. 1. Symph. v. Beethoven, „Meistersinger"-Vor-
spiel V. Wacner", „Freischtitz"-Ouvert. v. Weber, Solovor-
träge der Frls. Berg a. Berlin (Gesang, Arie a. dem „Feuer-
kreuz" V. Bruch etc.) u. Geisler v. ebendaher (Clav.^ Emoll-
Conc. V. Chopin etc.). No. 2 unt. Mitwirk, des Baritonisten
Hm. Hungar a. Schwerin. 1. Symph. v. Bruch, „Efimont"-
Ouvert. V. Beethoven, Wotan's Abschied von Brünnhilde u.
„Feuerzauber" a. der „Walküre" u. 1. Gesang Wolfram's im
Sängerkrieg a. „Tannhäuser" v. Wagner, Variat. aus dem
Kaiserquart, v. Haydn, „Archibald Douglas" v. Löwe. No. 3.
Jupiter-Symph. v. Mozart, Ouvertüren v. Mozart u. Wagner
( 'Tannhäuser"), Solovorträge des Frl. Schauseil a. Düsseldorf
(Ges., „Gebet" v. Reinecke, „Das Mädchen an den Mond"
V. H. Dorn etc.) u. des Hm. Petersen v. hier (Violonc^ Conc.
V. Molique etc.). — 2. Abonn.-Conc. des Brandt^schen Vereins
(Brandt) m. Vierling^s „Raub der Sabinerinnen" unt. sollst.
Mitwirk, der Frau Schmidt-Köhne u. des Hrn. Grahl a. Berlin,
sowie des Hrn. v. Lauppert v. hier. (Das Werk hat sich auch
bei dieser Gelegenheit als das in der Erfindung frischeste
unter den Compositionen gleicher Gattung aus derselben Feder
erwiesen und sowohl das Publicum, wie die Kritik in hohem
Grade ftir sich eingenommen. Sehr gelobt wird auch die
Aufführung, die unter der erprobten Leitung'des Hm. Brandt
in allen Theilen trefflich gelungen ist.)
Mühlhausen i. Th. 4. Conc. des Allgem. Musikvereins
(Möller) unt. gesangl. Mitwirk, der Frls. Breuer u. Gismar u.
des Hm. Zimmermann a. Sondershausen: „Jessonda"-Ouvert.
V. Spohr, „Erlkönigs Tochter" v. Gade, G-esangsoli.
München. 4. Abonn.-Conc. der Musikal. Akad.: Bdur-
Symphonie v. Haydn, „Tannhäuser" -Ouvertiure v. Wagner,
Orchestervariat. über ein Schubert'sches Thema v. R. Heu-
berger, SolovortiUge der HH. Gura (Ges., „Waldesnacht" v.
Schubert-Mottl, „Auf döm Kirchhofe" und „ Verrat h" von
Brahms u. „Nun grüsse dich Gott, Frau Minne" v. Nau her t).
Nürnberg. 6, Conc. des Philharm. Ver. (Winderstein):
Ddur-Symph. v. Mozart, 8. Ouvert. zu „Leonore" v. Beetho-
ven, Vocalquartette v. Isaak, Morley, Siloher, Mendelssohn.
Kjerulf u. Söderman, ges. von den Frauen Günthner und
Vogger u. den HH. Vogger u. Späth, Vorträge des Hm.Wend-
ling a. Leipzig auf dem Jank6-Flügel (Gmofl-Conc. v. Saint-
Saöns, „Hongroise" v. Smulders u. Spinnlied v. Wagner-
Liszt).
Oldenburg. 3. Abonn.-Conc. der Hofcap. (Manns): 6. Sym-
phonie V. Beethoven, „Zauberflöten" -Ouvert. v. Mozart, zwei
„Legenden" f. Orch. v. Dvof&k,Violoncell vortrage des Hm.
Kufferath (Ddur-Conc. v. Haydn-Gevaört , Spinnhed v. Pop-
per etc.).
Quedlinburg. 6. Kammermusikabend der Concertgesell-
schaft: Streichquartette v. Beethoven (Emoll) u. Mozart (Bdur),
„Erklärung" und „Die Mühle" a. dem Streichquartett „Die
schöne Müllerin" von J. Raff, Soli f. Violine v. Sarasate
und für Violoncell v. David off (Romanze u. -Am Spring-
bmnnen"). (Ausführende: HH. Corbach, Hüf, E. u. A. Mar-
tin a. Sondershausen.)
Rostock. Orchesterconcerte des Ver. Rostocker Musiker
(Dr. Thierfelder) : No. 1. Ddur-Symph. v.Ph.E. Bach, Gmoll-
Conc. f. Streichorch^ zwei obhg. Violinen u. oblig. Violonc. v.
Händel, Toccata f. Orch. v. S. Bach-Esser, Allegro u. Larg-
hetto a. dem Clar.-Quint. v. Mozart (Clar. : Hr. Heflfter). No. 2
m. Compositionen von Beethoven. 6. Symphonie, „Fidelio"-
Oüvert. u. Sept., Op. 5K). Am 11. Jan. 5. Symph. v. Beet-
hoven, Ouvertüren v. Reinecke ( „Fried ensfeier*^ u. Möhul,
„Aufforderung zum Tanz" v. Weber-Berlioz , Seren, f. Fl. u.
Hörn V. Titl, Emoll- Violiiiconc. v. David (Hr. Voss). — Am
69
14. Jan. Aufführ. v. Bruches «Odysseus" durch die Singjakad.
(Dr. Thierfelder) unt. sollst. Mitwirk, des Frl. Gundlacn aus
Neustrelitz u. des Hm. Gausche a. Creuznach.
SondershauBen. Wohlthätigkeitsconc. desConservat. der
Musik am 20. Dec.: Pdur-Claviertrio v. G*de (Frl. Strang-
xnann u. HH. Martin u. Schneevoigt), Religioso f. vier Violon-
celli v.G ölte r mann u.Conoertwalzer f. do. V. Fitzenhafi;en
(HH. Prof. Schröder. A. Martin, Schneevoigt und Grabofekv),
Weihnachtscantate f. Frauenchor, Soli u. Clav. v. Reinecke
(Soli: Frls. Nohren, Haase u. Bartholomö), Duett a. „Carmen"
v. Bizet (Frl. Franic u. Hr. Bulinckx), Solovorträge derHH.
Peder (Ges., drei Weihnachtslieder v. Cornelius) und Bur-
mester (Viol.).
Speyer. 3. Conc. v. Caecilien-Ver. u. Liedertafel: Streich-
quartette V. Haydn (Bdur) u. Smetana („Aus meinem Le-
hen"), Streichquartettßätze v. Grieg (a. Op. 27), Beethoven
(a. Op. 130) u. Eaff (a. Op. 77). (Ausfuhrende: HH. Walter,
Ziegler, Yollnhals u. Bennat a. München.)
Strassburg 1. E. 5. Abonn.-Conc. des städt. Orch. (Stock-
hausen): 3. Symph. v. Schumann, Ouvert. zu „Der gefesselte
Prometheus" v. Goldmark. Solo vortrage des Frl. Ermavon
hier (Ges., „Ständchen" v. E. Strauss etc.) u. des Hrn. Prof.
Heermanna. Frankfurt a. M. (Viol., Conc. v. Brahms u. „Heyre
Kati" V. J. Hubay).
Weimar. 3. Abonn.-Conc. der fi;ro8sherzogl. Musikschule
(Prof Müller-Hartung): Gmoll-Sympn. v. Baff, „Anakreon"-
Ouvert. V. Cherubim , Duett a. dem „Freischütz" von Weber
(Friß. Ickel v. hier u. Schulze a. Cassel), Solo vorträge der HH.
Räbel a. Eisenach (Clav.) und Wider a. Apolda (Waldhorn.
Conc. V. B. Strauss).
Wien. Conc. des Wiener Orchesterbundes (Gotthardt) am
3. Jan.: Svmphonien v. Haydn (Ddur) u. Schubert (Bdur),
Egmont" -Ouvert. v. Beethoven, Suite f. Streichorchester u.
Inaugurations-Festfanfare v. Gotthard.
Wiesbaden. 2. Conc. des Männergesangver. „Concordia"
(Weins): Chöre v. Marschner, Engelsberg („Der Einsiedler",
m. Tenorsolo), v. Weinzierl („Herbststurm"), A. Smolian
(„Herbst" u. „Wächterruf"), Koschat u. Santner^ Solovor-
träge der HH. Heuckeshoven v. hier (Ges., „Was hegt wohl
der Welt" v. A. Smolian etc.) u. des Hrn. Smolian aus
an
Carlsruhe ((5lav., Cdur-Sonate v. F. W. Eust u. „Eomanzero"
V. St. Krehl).
Zwickau. 3. Abonn.-Conc. des Musikver. (Vollhardt):
2. Symph. v. Svendsen, „Eosamunden" -Ouvert. v. Schubert,
Solovorträge des Frl. Polscher a. Leipzig (Ges., Arie „Hell-
strahlender Tag" V. Bruch, „Müller, hab Acht" v.P. P fitzner,
Wiegenlied V. Hart ha n etc.) u. des Hm. Zwintscherv. eben-
daher (Clav., DmoU-Conc. v. Eubinstein etc.).
B9* Veraltete Programme, eowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben/
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Cassel. Ein lange vergeblich ersehnter Gast war endlich
in unserer Stadt eingetroffen: Hr. Emil Götze, der langjährige
Magnet des Cölner Stadttheaters. Derselbe erschien hier aber
aut dem Concertpodium, entzündete mit seinem Gesang aber
nichtsdestoweniger wahre Beifallsstürme. Ein ihm ebenbür-
tiger Kunstcollege, Hr. Concertmeister Prill aus Leipzig,
flmrte die andere Programmhälfte aus und erwirkte sich mit
seinem Spiel eine gleiche begeisterte Anerkennung, trotzdem
dass ihm der berühmte Name für hier bisher noch gefehlt
hatte. — Lüttich. Auch hier hat Frau Sucher aus Berlin
mit ihrer Wagner-Interpretation in einem Conservatoriums-
concert die Zuhörer zur Begeisterung entflammt. — New-
York. Paderewski*s Erfolge spotten jeder Beschreibung.
Für seine Concerte musste ein 5000 Personen fassender Saal
gewählt werden. — Paris. In der Grossen Oper, und zwar
m der ,j Afrikanerin", debutirte Frl. Br6val, enem. Schülerin
des Pariser Conservatoriums, mit vollständigem Erfolg. —
Sondershausen. In der letzten „Zauberflöten'^-Aufführung
des Hoftheaters debutirten niclit weniger als fünf Eleven des
hiesigen Conservatoriums, und zwar Frl. Frank als Pami na,
Hr. Vaupel als Sprecher und die Frls. Nohren, Kur th und
Bartholomö als knaben. Ganz ausnehmend gat machte
Frl. Frank gesanglich ihre Sache. Alle vier Schülerinnen und
Hr. Vaupel l^ten für die ausgezeichnet« Gesangsmethode
ihres Lehres Hrn. Kammersänger Günzburger das beste Zeug-
niss ab. — Witten. Der gereierte Gast des 2. Concerts des
Musikvereins war die Sopranistin Frl. Naber aus Cöln, welche
mit dem Wohlklang ihrer Stimme und der trefflichen Aus-
sprache ebenso erfreute, wie durch den warmbeseelten Aus-
druck, mit welchem sie die Sololieder und den Solosopran in
de Haan*s „Harpa*' sang.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 30. Jan. „Seliges Gedenken** u.
„Yergiss mein nicht", geistl. Gesänge von S. Bach. .Unser
Vater" v. Homilius. 31. Jan. „Zeuch ein zu deinen Tnoren"
V. Th. Weinlig.
Glessen. Stadtkirche: Evan^l. Kirchengesangverein.
15. October bis 26. December. „Die Himmel rühmen" von
BeeÜioven. Psalm 100 v. StoUbrock. „Herr Gott, dich loben
wir" nach Fielitz. „Nun bitten wir" v. Erythraeus. „Was
ist der Mensch" v. Krtlger. Hymne v. Gluck. „Wohlauf gen
Bethlehem", geistl. Volkslied a. dem 15^ Jahrh. „Es ist ein
Itos entsprungen" v. Prätorius. „Brich an, du scnönesMor-
genlicht" v. 8. Bach. „Ehre sei Gott in der Höhe" v. Hegele.
Altböhmische Weihnacntslieder v. C. Riedel „Gelobet seist
du, Jesu Christ" v. S. Bach.
Torgau. Stadtkirche: 26. Dec. „Es waren Hirten da-
selbst auf dem Felde" u. „Ehre sei Gott in der Höhe" von
Händel. „Freut euch, ihr lieben Christen" von L. Schröter.
26. Dec. „Benedictus" v. Mozart.
OpernauffDhrungen.
December.
Coburg. Hoftheater: 6. Die Zauberflöte. 10. Der fliegende
Holländer. 16. u. 20. Teil. 18. Ernani. 25. Aennchen von
Tharau. 27. Troubadour.
Januar.
Coburg. Hoftheater: 1. Asragl. 3. Bigoletto.
Aufgeflihrte Novitäten.
Bella (J. L.), Apotheose f. Soli, Männerchor u. gem. Chor.
(Hermannstadt i. S., Mozart-Feier des Musikver.)
Berti 0 2 (H.), Symph. „Komeo und Julie". (Amsterdam, Conc.
der GesellschaÄ „Excelsior"0
„Faust's Verdammung". (Birmingham, Triennial Festi-
val.)
yjKönig Lear"-Ouvert. (Hamburg, 4. Abonn.-Conc. unt.
Leit. des Hm. Dr. v. Bülow.)
Requiem. (Weimar, Auffuhr, unt. Leit. des Hrn. Prof.
Müller-Hartimg.)
Brahms (J.), 1. Symph. (Hamburg, 3. Philharm. Concert.)
3. Symph. (Birmingham, Triennial Festival.)
Akad. Festouvert. (Hildburghausen, 1. Abonn.-Conc.
der Hofcap. in Meiningen.)
— — Streichquintett Op. 8^. (London, 3. Conc. der Musical
Guild.)
Streich quintett Op. 111. (London, 2. Kammermusik-
conc. der HH. Ludwig u. Whitehouse.)
Cmoll-Clavierquart. (London, 1. Conc. des Frl. L.Douste
de Fortis.)
1. Clav.-Violoncellson. (London, Monday Pop. Conc. am
14. Dec.)
2. Clav.-Violoncellson. (London, Thursday Subscr. Conc.
am 3. Dec.)
Schicksalslied f. Chor u. Orch. (Wiesbaden, 2. Auffuhr.
des Conservat. der Musik.)
Bruch (M.), 3. Violinconc. (Münster i. W., Caecilien-Fest des
Musikvereins. London, 2 Sonntagsconc. im South Place
Institute.)
Delibes (L.), Suite a. „Sylvia". (Buffalo, 1. Orch .-Conc.)
Dvor&k (A.), Adur-Streichsext. (London, Conc. derHH. Hann
am 1. Dec.)
Clavierquint. Op. 81. (London, 3. Kammermusikconc.
der HH. Ludwig u. Whitehouse.)
Requiem. (Birmingham, Triennial Festival.)
Godard (B ;, Concerto romant. f. Viol. (New- York, 10. Pop.
Conc. im Lenox-Lyceum.)
Goetz (H.), Edur-Clavierquart. (London, 2. Conc. des Frl.
L. Douste de Fortis.)
Goldmark (C), „Sakuntala"-Ouvert. (Hamburg, 4. Abonn.-
Conc. unt. Leit. des Hm. Dr. v. Bülow. Annaberg, Conc.
des Musikver. am 8. Dec.)
Violinconc. London, Conc. der Schüler der Royal Aca-
demy of Music am 17. Dec.)
70
1
Grieg (Edv.), Orchestersuite aus „Peer Gynt". (Erlangen,
Conc. des Philharm. Orcb. a. Nürnberg. Zürich, 2. Abonn.-
Conc. der Allgem. Musikgesellschaft. New- York, Seidl
Pop. CJonc. am 13. De:.)
Clav.-Violoncellson. (Frankfurt a. M., 8. Kammermusik-
abend der Museumsgesellschaft.)
„Vor der Klosterpforte" f. Soli, Frauenchor und Orch.
(Wiesbaden, Auffuhr, des Conservat. der Musik.)
Henschel (G.), „Serbisches Liederspiel**. (London, 3. Conc. der
Musical Guild.)
Joachim (J.), Conc. in ungar. Weise. (Birmingham, Trien-
nial Festival.)
Klu^hardt (A.), Oboeconc. (Annaberg, Gonc. des Musikal.
Ver. am 8. Dec.)
Liebing (GX „Das deutsche Helgoland** f. M&nnerchor und
Orch. (Weissenfeis, Conc. der „Liederhalle**.)
Liszt (F.), „Les Pröludes**. (Erlangen, Conc. des Philharm.
Orch. a. Nürnberg.)
Nicod6 (J. L.), ^Das ist das Meer** a. der Symph.-Ode „Das
Meer**. (Weissenfels, Conc. der „Liederhalle**.)
Prout (E.), 3. Symphonie. (London, 1. Mitgliederconc. der
StroUing Players Society.)
Kaff (J.), „Xienoren**-S3rmph. (Hamburg, 3. Abonn.-Conc. unt.
Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow.)
DmoU-Streichquart. (Hamburg, 2. Kammermusikabend
der HH. Zajic u. Gen.)
Ciaviertrio Op. 102. (Hildesheim, 1. Kammermusik-
abend der HH. Nick u. Gen.)
— — Ciaviertrio Op. 112. (London, 2. Couc. des Frl. L. Douste
de Fortis.)
Saint-SaÖns (C), 3. Symph. (Zürich, 2. Abonn.-Conc. der
Allgem. MusikgeseUschaft.)
4. Clavierconc. (Hamburg, 4. Abonn.-Conc. unt. Leit.
des Hm Dr. v. Bülow.)
Schwalm (R.), Kirchenorat. „Der Jüngling zu Nain** f. Chor,
Soli u. Org. (Giessen, Aufführung durch den Evangel.
Kirchengesangver.)
Sin ding (Chr.), Clavierquint. (Detroit, l.Conc. des Philharm.
Club.)
Stanford (V.), Oratorium „Eden**. (Birmingham, Triennial
Festival.)
Svendsen (J. S.), „Cameval in Paris**. (Providence, E. L,
Conc. des Boston Symph. Orch. im Dec.)
„Norwegischer Künstlercarneval**. (New- York, Conc. in
der Neuen Musikhalle am 20. Dec.)
Symph. Dicht. „Romeo und Julia**. (Buffalo, 1. Orch.-
Conc.)
Tschaikowsky (P.), Ouvert-Phant. „Romeo und Julia**.
(Frankfurt a. M., 4. Museumsconc.)
1, Clavierconc. (New- York, Conc. in der Neuen Musik-
halle am 20. Dec.)
Volk mann (R.), 3. Seren, f. Streichorch. {Annaberg, Conc.
des Musikal. Ver. am 3. Dec.)
Wagner (R.), „Meistersinger**- Vorspiel. (Hildburghausen,
1. Abonn.-Conc. der Hofcap. a. Meiningen.)
Wolff (W.), „Stabat mater** f. SoH, Chor u. Orch. (Tilsit,
Auffilhr. durch den Oratorienver.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Das diesjährige Niederrheinische Musikfest in
Co In imter der Hauptleitung des Hrn. Prof. Dr. Wüllner
wird folgendes Programm hal^n: 1. Tag: „Euryanthen** -Ou-
vertüre von Weber, JPsalm 114 von Mendelssohn, 4. Symphonie
von Schumann, „Triumphlied** von Brahms, Fragmente aus
der „Grötterdämmerung" von Wagner, 9. Symphonie von
Beethoven. 2. Ta^: „Anakreon**- Ouvertüre von Cherubini,
Requiem von Verdi, Symphonie „Romeo und Julie** von
Berlioz. 3. Tag: „Leonoren"- Ouvertüre von Beethoven,
Kaiser -Marsch von Wagner, „Schön Ellen** von Bruch,
Psahn 13 von Liszt etc. (Der Berichterstatter der „A. M.**
[Hr. A.L.?], den wir in unserer No. 3 betr. dieses Musikfestes
citirten, hat, wie das mitgetheilte factisch aufgestellte Pro-
gramm zeigt, wieder einmal die Glocken läuten, aber nicht zu-
sammenschlagen gehört.)
* Durch die Presse schwirren bereits allerhand Nach-
richten über das diesjährige Personal der Bayreuther
Bühnen-Festspiele, ohne dass an officieller Stelle schon
Alles richtig geordnet ist. Im Gegentheil sind zahlreiche
Unterhandlimgen noch gar nicht zum definitiven Abschluss
gediehen, von denen, welche mit neuen Kräften angeknüpft
wurden, die allerwenigsten. In dieser Richtung wissen wir
nur den jungen Baritonisten Hrn. Bachmann in Halle a. S. als
sicher acceptirt. Dass die bewährtesten früheren Mitwirken-
den zunächst wieder ins Auge gefasst wurden und ein Theil
dei'selben auch bereits zugesagt, hat, ist selbstverständlich.
Betreffs der Dirigenten hat überhaupt keine Nöthigung zu
einer Aenderung vorgelegen.
* Durch ministeriellen Erlass ist die nationale Musik-
schule in Perpignan als Filiale des Pariser Conser-
vatoriums erklärt worden.
* Das Rossini-Theater in Turin imd das Ristori-
Theater in Verona haben noch vor beendigter Saison ihre
Pforten schliessen müssen. Das Dal-Verme-Theater
in Mailand hat unter dem Vor wand der Influenza einige
Zeit lang gefeiert und nun mit einem neuen Personal be-
gonnen, da das alte ungenügend war.
* Am 13. Janiiai* wurde im Municipal-Theat-er in Nizza
„Lohengrin** zum ersten Male gegeben imd hatte bei guter
Aufführung vollständigen Erfolg.
* Im Hoftheater zu Dessau ging am 29. Januar unter
Capellmeister Klughardt's begeisternder Führung erstmalig
Wagner's „Rheingold** mit enthusiastischem Erfolg in
Scene. Die „Walküre** soll in dieser Woche, „Siegfried** und
„Götterdämmerung** ebenfalls noch in dieser Saison folgen.
Das renommirte Kunstinstitut hat sich mit der schnellen Ein-
studiruug des Riesenwerkes eine ebenso grosse, als schwere
Aufgabe gestellt, deren Lösung bei dem dort herrschenden
regen künstlerischen Eifer aber sicher treiFlich gelingen wird.
* Wie man aus Paris meldet, sollen in der Grossen Oper,
nachdem „Lohengrin** festen Fuss gefasst hat, nunmehr auch
die „Meistersinger** einstudirt werden.
* Die Weber-Mahl er 'sehe Oper „Die drei Pintos**,
welche schon recht rar auf den Bühnen geworden ist, erlebte
wieder einmal eine Premiere in Düsseldorf, die aber nicht
viele Wiederholungen garantirte.
* Im Hoftheater zu Copenhaffen hat eine* neue Oper
von August En na, „Die Hexe**, nach Fitger's gleichnamigem
Drama, bei ihrer kürzlich stattgehabten Premiöre einen
grossen Erfolg gehabt.
* Alban Förster*s Oper „'s Lorle**, die vorher schon in
Dresden über die Bretter gegangen war, hat kürzlich bei
ihrer Erstauf iiihrung in Neustrelitz, wo der Componist als
Hofcapellmeister thätig ist, sehr gefallen.
* „Esclarmonde** von Massenet hatte in St. Peters-
burg sehr grossen Erfolg, dank der Mitwirkung des Frl.
Sanderson, welche im Laufe des Abends 35 (!) Mal gerufen
wurde. Auch in Bordeaux hatte das gleiche Werk, unter
Leitung des Componisten aufgeführt, grossen Erfolg.
* Reyer's „Sigurd** wurde in der französischen Oper in
New-Orleans erstmalig mit dem grössten Erfolg gegeben.
* Am Deutschen Landestheater zu Prag brachte es
die neue Oper „Maritana** von J. Mannheimer bei ihrer
Premiere nur zu einem lauen Erfolg.
* Im k. Theater zu Hannover ging am 31. Jan. erst-
malig die Oper „Hiame** von Ingeborg von Bronsart imter
lebhaftem Beifall in Scene.
* Tschaikowsky's Oper „Eugen Onögin** ist in Darm-
stadt in Vorbereitung una soll noch Ende d. Mts. heraus-
kommen.
* Wie dia „Allgem. M.-Z.** meldet, wird die Berliner
Philharmonischen Concerte, von deren Leitung, wie
mitgetheilt, Hr. Dr. H. v. Bülow mit Ende der l. Saison
zurücktritt, Hr. Maszkowski aus Breslau dirigiren, ein
Ersatz, welcher bei dem grossen Ansehen dieses Künstlers als
ein glücklicher bezeichnet werden darf.
* Hr. WiUy Rehberg, seit dem Herbst 1890 die erste
Ciavierprofessur am Conservatorium zu Genf innehabend, ist
kürzlich auch noch zum Dirigenten der dortigen Abonnement-
concerte im Stadttheater, an Stelle des kürzlich verstorbenen
verdienten Hugo de Senger, erwählt worden. Die beiden
letzten Concerte hat derselbe bereits dirigirt.
* Die durch den Tod Prof. Haupt's erledigte Director-
stellung am k. Akademischen Institut für Kirchenmusik zu
Berlin soll durch Hrn. Hofcapellmeister a. D. Prof. Ro\).
Rad ecke neu besetzt werden.
♦ Hm. Hoftheaterintendant Graf von Hochberg zu Berlin
wurde der Stern zum k. preuss. Kronenorden 2. Classe, Hm.
k. Concertmeister Prof. de Ah na daselbst der Eothe Adler-
orden 4. Classe verliehen.
* Zu Officieren des öffentlichen Unterrichts in Frank-
reich wurden ernannt: die HH. Alexis Collen gu es, 1. Gei-
ger an der Pariser Oper, L6on Desjardins, Prof. am Con-
servatorium in Paris, Gresse, Ciavierprofessor, LudovicHa-
16vy, Pi^deleu, 1. Gei^r am Grand-Thtötre in Nantes,
Edmond Thuillier, Musikprofessor und Componist, Frl.
ereile Chaminade, Componistin. Zu Officieren der Akade-
mie wurden ernannt: die HH. Cossira,' Opernsänger, Au-
bergier, Componist, Louis Bas, l. Oboer an der Oper, Frl.
Baux und Fninen Blavet und Duverdray, Opemsänge-
rinnen, Frl. Berthe Garant e, Clavierlehrerin , Frau Castil-
lon, Musiklehrerin, HH. Gianni und Lacoste, Orchester-
mitglieder der Komischen Oper, Lagier, Violinlehrer, Frauen
Laurent de Bill 6 und Sallara, G^anglehrerinnen, undPi-
rodon, Clavierlehrerin, sämmtlich in Paris.
Todtenliste. Frau Aurelia Cataneo, dramatische Sän-
ferin an verschiedenen grossen Bühnen (in Bologna hat sie
ie Isolde in Bich. Wagner^s „Tristan und Isolde^ gesungen),
t, 28 Jahre alt, in Maiuind. — H. Klahre, Musikdirector am
Opernhaus zu Frankfurt a. M., f. 44 Jahre alt, am 25. Dec.
— H. S. Paulli, früher Capellmeister des k. Theaters zu
Copenhagen, t» 81 Jahre alt, vor Kurzem. — Vogl, ehema-
liger Gbsangsprofessor am Conservatorium zu Prag, dem viele
berühmt gewordene Sänger und Sängerinnen ihre Ausbildung
verdanken, f, hochbetagt, am dO. Dec.
Offener Sprechsaal.
Werthgeschätzter Herr Fritzsch!
Da das ^jCapitelaer Nachempfindung" in einer fröhlichen
„Quinteniaga" endet, so gestatten Sie mir noch ein Wort. —
Ich bin so unbescheiden, meine mit vollem Bewusstsein
geschriebenen Quinten:
•)
*) Infolge eines Versehens in der Druckerei hatte dieses
Not^mbeispiel bei seinem Abdruck in der vor. No. d. Bits, im
1. Viertel eine unrichtige Wiedergabe der Oi-iginal vorläge
des Hm. Dr. Bob. Franz erfahren, was wir hier berichtigend
bemerken. D. Red.
71
als echt Bach'sche Quinten — nicht etwa aus der Lucas-
Passion — mit aller Entschiedenheit zu vertheidigen. Da
aber beweisen mir mehr gilt, als Worte machen, so offerire
ich Ihnen hiermit einige echt Bach^sche „Quintenpärohen",
genau nach obi^m Zuschnitt. Hr. Bob. Franz möge daraus
ersehen, dass meine zwanzigjährige Beschäftigung mit BachBe-
sultate gehabt hat, zu denen er trotz Allem doch nicht ge-
langt ist. Ich wähle die allerbekanntesten Beispiele und
mache mich anheischig, noch ein halbes Dutzend der-
artiger Bach*schen Quintenpärchen aufzustöbern, die in irgend
welchen versteckten Ecken Hm. Bob. Franz, dem Quinten-
verfolger^ustige Schnippchen schlagen.
Im Wohltemperirten Ciavier: Bd. II, Praeludium in
Ddur (Ausgabe von Bischoff S. 23, Syst. 1, T. 2) Theil 2,
Takt 2, heisst es:
In Reinken-Bach^s Amoll Sonate:
Und den Bach'schen Choralschluss:
r
sollte Hr. Bob. Franz wirklich nicht kennen? Vielleicht
würdigt derselbe fürs Erste das betr. Capitel in Ziehn*s aus-
gezeichneter Harmonielehre, dem der Kürze wegen diese
wenigen Beispiele entnommen sind, einer gefWigen Durch-
sicht. Ich kann dann mit noch anderen Exemplaren Bach^scher
Quinten dienen!
Hochachtungsvoll
Charlottenburg, d. 29. Jan. 1892. Dr. H. Beimann.
Brie fk a. s t e n*
F. E. in C. Bei jenem Referenten mit seinen blödsinni-
gen Strichvorschläffen ftlr die „Walküre" fkllt Einem ganz
unwillkürlich das aerbe Sprichwort von der Kuh und der
Muscate ein. Und solche gedruckte Dummheiten werden von
der betr. 2ieitnng wahrscheinlich gar noch honorirt!
G. H. in B. Möglichenfalls ist der Verfasser Hr. Schi.,
der hier lebt und, wie man sagt, immer noch als Mnsikrefe-
rent sein Wesen treibt. — Hr. Crome-Schwiening, der den
Leipziger Theater brief in der^^Bohemia** geschrieben hat, ist
Dramaturg des Hm. Director Staegemann, welches Verhält-
niss hinlänglich die Natur dieser Lobeshymne erklärt.
y, F, in IV. Wir werden der Beclamenotiz , welche die
„N. M. N.** über jene Oper brachten, auf den Grund zu gehen
suchen.
Anseiffen.
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^ . Op. 18. Concertstück (Pdur) für Oboe mit Or-
AUgUST ehester. Part, mit untergelegtem Ciavierauszug
Klugnardty J$ a,— . Principalstlmme Ji —,75. Orchester*
stimmen J$ 6, — . ' [H®]
72
Verlan von
M. P. Belaieif m Leipzig.
Demnächst erscheint:
Finale de l'Opipa-Ballet inachevi
„Mlada''
Alexandre Borodlne.
Orchestre par
m. Bimsky-Korsakow.
Partitur. Orchesterstimmen. Für Pianoforte zu 4 Händen.
Früher erschienen: [120.]
Orchester^y^erke
von
Alexander Bopodin.
Ouvertüre, Danses et Marche pour grand Orchestre,
tir^es de TOp^ra „Le Prince Igor".
1. Ouvertüre. •
Partition d'Orchestre Q Jt n. Parties d'Orchestre
12 Ji no. Pour Piano k 4 mains 4 Ji Pour
Piano k 2 mains 3 Ji
2. Danses No. 8. (Danse des jeunes filles polovt-
siennes) et No. 17 (Danse polovtsienne).
Partition d'Orchestre 12 Jt no. Parties d'Orche-
stre 24 Jt n. Pour Piano k 4 ms. 6 Ji Pour
Piano k 2 ms. 4 Ji
3. Marche polovtsienne.
Partition d'Orchestre 6 ^ n. Parties d'Orchestre
12 Jt no. Pour Piano k 4 ms. 3 Ji Pour
Piano k 2 ms. 2 Ji
2 Parties de la 3me Symphonie inachev^e en La-mi-
neur. Terrpin^e et instrument^e par A. Glazounow.
Partition d'Orchestre 9 Ji no. Parties d'Orchestre
18 J6 no. Pour Piano k 4 ms. 5 Ji
Eine Steppensicizze aus Mittelasien.
Partition 3 Ji no. Orchesterstimmen 6 Ji no.
Für Pianoforte zu 4 Händen 3 Ji Für Piano-
forte zu 2 Händen 2 Ji
Neuer Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzigr.
ÜVerner, AuiTm Op- 42. Gavotte für Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Jt 2, — . [121.]
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Ahslehtsendungen stets zu Diensten.
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Op. 10. Zwei Gesinge für Solostimmen, vierstimmigen
Frauenchor und Orchester oder Pianoforte.
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Vollständige Partitur Ji 7,60 netto. Ciavier-
Partitur Ji 2,—. Singstinunen (ä 30 ^) J$ 1,20.
No. 2. Aus der Ferne von £d. Möricke. Vollständige
Partitur J6 7,50 netto. Clavier-Partitur J6 2,—.
Singstimmen (ä 30 4) Ji 1,60.
(Orchesterstimmen in Abschrift.)
Op. II. Sechs ClavierstUcke. Zwei Hefte ä Ji 2,60.
[Hieraus einzeln *
Op. 10, No. 1. Elegie für Pianoforte. Ji 1,50.
Op. 12. Fünf Ges8nae für eine Singstimme mit Pfie.
Für nohe Stimme.
Jägerlied von Ed. Möricke.
Ständehen von A. v. Schack.
Ligurisehes Lied von H. Leuthold.
Für tiefe Stimme.
Haidenaeht von H. Allmers.
Denk es, o Seele von Ed. Möricke.
Am See. sechs kleine Stücke.
Quartett für Pianoforte, Violine, Viola
und Violoncell „ 10, — .
No. 1.
No. 2.
No. 3.
No. 4.
No. 5.
Op. 13.
Op. 14.
Ji—fiO,
n
—,80.
—,80.
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für gemischten Chor mit Orgel
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Op. 37. Partitur und Stimmen .^ 2, — . Stimmen allein
(ä 15 4) 60 4.
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sckieftenen Chorwerke für gemischte und Frauenstimmen
steht gratis utul franco zu Diensten. — Ansicht s-
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Leipzig, Februar 1892. F. E. ۥ lieuckart.
78
tm Verlage von E. W. FritZSCh in Leipzig erschien:
Wagner-Encyklopädie.
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Op. 5. Sechs Lieder f. I Singstlmme m. Pfte.-Begl.
No. 1. Sapphißche Ode Ji —,80.
„ 2. Liebesfrüliliiig „ — ,80.
„ 8. Frühling Lie&ter . . . . „ —,80.
„ 4. Sommerabend „ 1, — .
„ 6. An die Nachtigall . . . . „ — ,60.
- 6. Die Spröde „ 1, — •
Op. 6. Fünf Lieder f. eine Singstimme m. Pfte.-Begl.
No. 1. Auf der Wacht ^ 1,—.
„ 2. In der Mainacht „ 1, — .
„ 8. An meine Laute „ 1, — .
„ 4. Meerfahrt „ 1, — .
„ B. Ständchen „ 1, — .
Op. 7. Aus dem Engeren und Weiteren. „ 5,—.
Phantasiestücke für Kanoforte zu 2 Händen.
Op. 8. Sechs Lieder f. I Singstimme m. Pfte.-Begl.
No. 1. Der Kranke Ji 1, — •
„ 2. Gebet „ 1,— .
„ 8. Heimkehr „ 1, — .
„ 4. Der Ungetreuen „ — ,60.
„ 6. Nachtgruss „ 1,20.
„ 6. Der Soldat „ —,60.
Raabe tk Plothow. Musikverlag.
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Neue Oompositionen im Verlag von E. W. FritZSCh
in Leipzig: [127.]
Willy Rehberg.
Goncertwalzer für Clayier, Op. 18. M. 2.40.
Festmarsch für Clavier zu vier Händen, Op. 14. M. 2,—.
Barcarole für Clavier, Op. IB. M. 1,80.
Geistliches Lied „Glücklich, wer auf Gott vertraut"
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Durch Jede Buch-, KonBt- tind MiXBikalienhandlnng, sowie
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Ln Verlage des Unterzeichneten erschien kürzlich und ist
durch jede Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung zu beziehen:
(E moll)
für zwei Violinen, Viola und Violoncell
componirt
von
Ottokap Nov^cek.
Partitur Pr. 5 Mark netto. Stimmen Pr. 5 Mark netto.
Li vergangner Saison wiederholt in Leipzig (in der
6. Kammermusik im Neuen Gewandhaus und im 3. Concert
des Liszt- Vereins) mit aussergewöhnlichem Erfolg durch
das Brodsky-Quartett zur Aufführung e^ebracht, wird diese
Novität auch anderwärts ihre bedeutende Wirkung nicht ver-
sagen, weshalb sie allen Quartettvereinen angelegentlichst
empfohlen werden darf. [128.]
Leipzig.
E. W. FritZSCh.
In seiner Vaterstadt Alt-Euppin soll dem verstorbenen
Liedercomponisten, unserem hochverdienten Meister
ein ihm würdiges Denkmal errichtet werden. Das unterzeich-
nete Comit^ hegt die Hoffiaimg^ dass alle deutschen Gesang-
vereine und Sangesfreunde an diesem Werke mit bauen helfen,
und bittet. Beiträge an den Rendanten Herrn Kuhrt in Alt-
Ruppin (Provinz Brandenburg) freundlichst einzusenden.
Alle Mithelfende erhalten sowohl eine Einladung zur Ein-
weihung des Denkmals, als auch ihrer in der bei der Grund-
steinlegung zu versenkenden Urkunde gedacht wird.
Auf denn, Sangesbrüder, ^bt recht bald Euer Scherf lein
zu unseres Meisters Gedenkstein! [129.]
Mit deutschem Sangesgruss!
Das Comitii
Nürnberg, Bürgermeister. Rosentr&ger, Beigeordneter.
Rademaeher, Gutsbesitzer. Riebieke, Pastor.
Bild, Stadtverordneten- Vorsteher. Herein, Bentier.
Meyer, Lehrer. Hotze, Apotheker. Ebel, Mühlenbesitzer.
Sehulz, Zimmermeister. Kuhrt, Bendant.
Sämmtlich in Alt-Buppin.
In meinem Verlage erscbien:
P. Tscbaikowsky.
Alleinige rechtmässige
Ausgabe.
Op. 37. Die JahreszeHen. 12 Charaktentflcke
für
Pianoforte. Complet in 1 Bande. Brochirt n. Jt 2,50
Einzeln:
No. 1. Januar. Am Kamin
. . JUl,-
„ 2. Febrnar. Caraeval . .
- 1
—
„ 3. März. Ued der Lerche
„ —
75
„ 4. April. ScIineeglackcIiPn
„ —
75
„ 5. Mai. Helle N&chte .
—
„ 6. Juni. Barcarolle . .
—
„ 7. Juli. Lied des Scbnitlers
75
„ 8. August. Die Ernte , .
—
„ 9. September. Jagdlied .
—
„ 10. October. Herbitlied
n
7 h
„ 11. November. Troika-Fabrt
_
, 12. December. Weibnacbten
—
Dasselbe. Fflr Pianoforte zn 4 ]
iftnden bearbeitet
von Profesflor W. Krüger.
Complet in 1 Bande. Brocbirt ne
to Jt 3,—.
Einzeln:
No. 1. 1 j« 25 4. No. 2. 1 ^ 25 ^
l No. 3. 75 4
No. 4. 1 -* No. 5. 1 .^ No. 6. 1 -
« No. 7. 75 4
No. 8. 1 ^ 50 4. No. 9. \ Jt25 ^
\. No.lO. 75 4
No. U. 1 ^ 25 ^. No. 12, 1
Ji 2
5 4-
Leipzig.
^^h. ^^thct^^
Bpeitkopf * Hfiptel in IL,eipzie:.
X^ieder fikr eine Stimme.
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Sopran No. 1~S00, Mezzosopran No. 201—400, Alt No. 401—450,
Tenor No. 461— 600, Bariton und Baae No. 601—700.
VerzeicbnUae unentgeltlich in jeder Buch- n. Mu&ikhandlung.
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Jl 3,-
Op.
46. Romanze.
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No. 1. SeUumnierUed.
jt -.80
No. 3. lArcken.
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Jl \,-
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No. 6. SpiuiiieheF Tans.
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No. 6. Impronpt«.
Jl a,-
Op.
48. Träumerei.
A 1,20.
Op.
49. Caprice.
Jl 2,-.
Op.
50. Mazurka.
M 1,80
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51. Barcarole.
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No. !. Geh«t. Ng. 4. Impromptu.
No. 8. Onomeninarech. No. 6. Too«&t»
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iniatze und mit der Dnickinu'ke de« BKrci.
■orten: A. Wela* hrüftlg. B. Bl&ullsh krUtlR. C Wefv MhWsr. L
D. Bläulich achwer. £. Weiss mittalscliwer. Hoch- und Qdst-FoUo, I
Qaart nnd Oot»v.
rill Fartttirei ui sniun ti iiian STiim» ml LUktim.
intiFt« Not«Ba«hr*lbupl*r* mit kttnstlBriBdien I
t. Tön Flall«. PftpieraorU - -- ■ ■
Orün, Violetl und Hellbro
PsßierBorta C. Hach- I
ümrandulL, ...
und (Jner-folla.
VorrilklK IB allen Baeb-, Huikallen- and Paplerhandlaaaea.
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aus der Oper „Pique- Dame"
P. Tschaäcowsky.
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Tenorhorn-Schule. Op. 21. 4. Aufl
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Für gemischten Chor mit zwei- oder vierhändiger Cia-
vierbegleitung. Ciavierpartitur (zu 2 Händen) %Ji Chor*
stimmen (jede einzelne 60 /^) 2 Ji Vierhändige Ciavier-
begleitung 3 ^ n.
Op. 12. Die Sternen weit: «Nun sinkt hinab die Sonne",
n. Walzer für gemischten Chor mit Ciavier- oder Orchester-
begleitung. Ciavierauszug 3 Ji Chorstimmen (jede ein-
zelne 40 /ij) 1 .^ 60 4. Orchesterpartitur netto 7 Ji
Orchesterstimmen (volle Besetzung) no. l\ Ji Orchester-
stimmen (kleine Besetzung) 9 ^ 60 /ij.
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{/?. Liwmnann),
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Leipzig, am il. Februar 1892.
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ui luitalitUuiiusii, uwl«
(uck lUt Fwiaiir ii '
'^^^jir ftiT' TVrnallrflr nnH TffnsiVfpflmido ■▼iO
nr du IiiiblMi f NkiiUin
Hmuu UiudiKU uu ai
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Verantwortlicher Redacteur und Verleger:
S. W. Fritzsch,
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Offener SpreobaaaL
Sohulgesingunterricht.
Ton F. A. Sorgt.
(SchluBs.)
GleicbtnBssigD, rnhige, mildo Tongebnng ist bei den
Uebangea immer anzastreben. Das Schreien and For-
ciren der Stimme moss steta bekämpft und vermieden
werden.
Die ESntbeiInng der Schfiler ood Scbölerinneu in
erste und zweite oder Ober- ond Unterstimme richte sich
in dea unteren und mittleren Stufen in der Kegel nach
der Belobigung der Schüler, d. h. die begabteren, intel-
ligenteren Schfiler sind meiBtens der zweiten oder Unter-
Stimme zuzuweisen, was am so anstandaloser geschehen
kann, als wirklich bedeutende Unterschiede im Klang und
Charakter der Stimmen in diesem Alter — 8 bis 11 oder
12 Jabre — selten scharf hervortreten und vorkommen-
den Falls dem Lehrer gewiss nicht entgehen. Auch
dfirfen die Uebungen und die einsustudirenden Lieder nur
einen massigen Umfang haben, wie er durchschnittlich
allen Kindern dieser Stufen zu eigen ist. In den oberen
Glassen hingegen, häufig vom 12. Jahre an, ist hohe
und tiefe Stimme oft wohl zu erkennen und dann zu be-
rücksichtigen, obgleich besonders die Mädchen dieser
Stufen gewöhnlich Jede der beiden Stimmen ausfuhren
können, eine Fähigkeit, welche ihnen ansehnliche Vor-
theile in der Ausübung der Musik gewährt
Die Mutation, d. h. der Stimmenwecbsel bei Eintritt
der Matnrität, ist zu geeigneter Zeit wohl zu beachten.
Doch ist es nicht etwa nötbig, während dieser Ueber-
gangsperiode das Singen ganz einzustellen , sondern es
sind nur wirkliche Anstrengungen der Stimme zu ver-
meiden. Bei den Knaben ist dieser Stimmwechsel
meistens auffallend und störend, bei den Mädchen weniger;
die Knaben sind daher in dieser Zeit vom Singen zu
dispensiren, die Mädchen zu schonen.
Die Uebungen dürfen nicht bis zur Ermüdung ge-
trieben werden. Vom dritten Schuljahre an, d. h. von
dem Zeitpuncte an, wo nach dem Plane dieser Hit-
theilungen ein systematischer Gesangnnterricht zu er-
theilen ist, wird im Allgemeinen die Unterrichtszeit so
einzuthülen sein, dass davon ein Drittel auf die Uebungen,
ein Drittel auf Musiklehre und ein Drittel auf die Ein-
stndirung von Gesangstücken fällt. Die Zahl dieser
Letzteren aber, der in einem Schuljahre zu erlernenden
Lieder, muss eine beschränkte sein, damit die Forderung der
Pädagogik, dass der Schüler kenne und könne, was er
gelernt, nicht umgangen, der Oberflächlichkeit nicht Thür
nnd Thor geöfinet werde. Dem Abrichten und Ein-
pauken wird wahrscheinlich durch die empfohlene Kn-
theilung der Zeit ein wirksamer Siegel vorgeschoben.
Der Sologesang ist nicht Sache oder Aufgabe der
Schule, doch sind von Zeit zu Zeit befähigte Schüler,
einzeln und paarweise, zum Vortrag anzuhalten.
Gute Haltung des Körpers ist beim Singen stets zu
verlangen. Dieselbe soll eine ungezwungene, — nicht
soldatisch — gerade sein ; die Brost ist unbeengt frd,
Schultern und Arme leicht herabhängend, der Kopf hoch
zu halten, die Zunge möglichst ruhig, die Zähne von
einander getrennt, der Hund wohl geöffnet.
Mit Anfang des wirklichen Unterrichts im Gesang,
also ungeAhr im dritten Schuljahre, ist den Schülern
78
vorerst eine, je nach dem Bildungsstande der betr. Classe
mehr oder weniger eingehende Schilderang derjenigen
Organe und Körpertheile zu geben, welche beim Singen
und Sprechen in Thätigkeit treten, und diese Thätigkeit,
diese Functionen der Organe sind zu beschreiben. Zur
Besprechung gelangen also vornehmlich Lunge, Zwerch-
fell und Brust, Hals und Luftröhre, der Kehlkopf mit
Stimmbändern und Stimmritze, die Mundhöhle mit Oau-
men^ Zunge und Zähne und der äussere Mund, die
Lippen. (Modelle des Kehlkopfs sind hierbei von grossem
Vortheil.) Bei dieser Besprechung sind Nutzen und Noth-
wendigkeit der vorhin angegebenen Haltung des Körpers
und seiner Theile zu begründen und zur Anschauung
zu bringen.
Die darauf folgende erste Forderung an die Schüler
ist, sich an tiefes volles Athmen zu gewöhnen. Die Er-
zeugung, das Halten lang getragener Töne ist wohl das
beste Mittel zur Erlernung dieser, auch der Oesundheit
so zuträglichen Art des Athmens, wobei auch die Zwerch-
fell- und Flanken-Athmung erläutert und geübt werden
kann. Durch lang gehaltene Töne wird die Tonbildung,
die Reinheit des Ansatzes und die Genauigkeit der Vo-
calisation erheblich gefördert Für diese, in jeder Lec-
tion vorzunehmende, wichtige Uebung sind in den unteren
und mittleren Classen nach und nach alle gebräuch-
lichen Vocale, nicht etwa blos das au zu verwenden.*)
In den oberen Stufen sind die sog. Solmisationssylben ut,
re, mi, fa, sol, la, si zu benutzen, weil sie zu gleicher
Zeit eine Art Textunterlage und Trefiubung bilden.
Ebenfalls vom dritten Schuljahre an sind Treff-
übungen aller Art einzufahren. Die Schüler sind anzu-
halten: den Ton einer genannten Note zu singen, den
Namen eines ihnen vorgesungenen Tones anzugeben, den
Ton einer (an der Tafel) gezeigten Note zu singen, die
Note eines angegebenen Tones zu zeigen (an der Tafel),
einen höheren oder tieferen Ton als den angegebenen
zu singen u. dgl. Für diese äusserst werthvoUen Uebungen
benutze man abwechselnd die deutschen und lateinischen
Solmisationssylben. Die Schüler der untersten Stufe
werden genug erreichen, wenn sie auf diese Weise drei
nebeneinander liegende Töne (f, g, a, oder c, d, e, oder
andere) wohl von einander unterscheiden und richtig an-
geben lernen. In den folgenden Jahren sind diese
Uebungen stets weiter auszudehnen, bis in den obersten
Classen eine erträgliche Sicherheit in der Angabe der
gewöhnlichen einfachen Intervalle erreicht ist Der ge-
forderte Ton ist aber stets weich und mild, niemals
schreiend und hart zu verlangen.
Hand in Hand mit diesen Treffübungen und neben
denselben her gehe der musikalische Elementarunterricht,
der Unterricht in der Notenschrift Dazu gehören das
Linien- und Noten-System, die Schlüssel, Werth der Noten
und Pausen, Verlängerung derselben, unregelmässige
Notengruppen, Takt, Tempo, Versetzungszeichen, dyma-
nische Zeichen, Halb- und Oanzton, Tonleitern und
deren Vorzeichnung, Tonleiterstufen, Dur und Moll, chro-
matische Tonleiter, der Dreiklang u. s. w. Dieser reiche
Stoff ist in angemessener Weise progressiv auf die ver-
schiedenen Stufen zu vertheilen und so anschaulich als
möglich zu behandeln. Es genügt z. B. nicht, den Kindern
zu sagen: „Dies ist eine Note", sondern es muss ihnen
jeder Theil der Note gezeigt und von ihnen selbst be-
schrieben werden. In den obersten Stufen ist die Ent-
stehung der Notenschrift, des (Linien-)Sy8temB, der Schlüssel
zu zeigen und zu begründen.
Schon in den mittleren Classen ist die Entstehung
der Töne durch Schwingungen zu schildern, und in den
obersten Classen sind die einfachen Schwingungszahlen
(1. 2. 3. 4. 5. 6.)*) mitzutheilen und auf Grund der-
selben wenigstens Octaven und Quinten zu berechnen.
Die oberste Classe sollte mit den drei Schlüsseln ver-
traut sein und darin Noten lesen können; auch sollte
hier öfters eine kurze Analyse des musikalischen Baus
und Inhalts der zu erlernenden Gesangstücke gegeben
werden, und die Schüler dieser Stufe sollten die ge-
bräuchlichen technischen Ausdrücke wohl verstehen.
Beim Einstudiren von Gesangstücken lasse man wo-
möglich die ganze Classe zuerst die zweite, dann die
erste Stimme durchsingen oder ablesen, ehe man das
Stück zweistimmig singen lässt, und achte in erster Linie
auf reinen Ton und deutliche Aussprache. In der ober-
sten Classe lasse man öfters leichte Sachen vom Blatt
singen.
Der Text jedes einzuübenden Liedes, mit alleiniger
Ausnahme der in den höheren Classen vo^n Blatt (a vista)
zu singenden, ist vom Lehrer langsam und sinngemäss
vorzulesen und von der Classe, mitunter auch von ein-
zelnen Schülern, ebenso zu wiederholen, worauf der Lehrer,
besonders in den unteren Stufen, durch geeignete Er-
läuterungen für das Verständniss des Gelesenen zu sorgen
hat Auch in den oberen Classen muss sich der Lehrer
durch passende Fragen überzeugen, dass die Schüler das
Gelesene verstehen, und dadurch wird dem Lehrer häu£g
Anlass gegeben, einen Streifzug auf das Gebiet der Lit-
teratur zu machen, ebenso wie die Besprechung dea
musikalischen Inhalts ihm die Gelegenheit bietet, den
Schülern nützliche und willkommene Mittheilungen aus
der Musikgeschichte zu machen.
Der Lehrer muss sich einer dialektfreien, muster-
giltigen Aussprache befleissigen, darf weder näseln, noch
schnarren und hat sich ganz besondersl[vor einer zu
breiten Aussprache zu hüten; er muss in richtig gebauten
Sätzen sprechen und Antworten gleicher Art verlangen,
und er soll sich stets erinnern, dass seine Thätigkeit
allerdings in erster Linie dem Singen gilt, aber auch den
Anforderungen der Schule im Allgemeinen entsprechen
und förderlich sein muss. —
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Basel.
*) üeber die Vocale und deren Bildung sollte sich jeder
Gesanglehrer Eaths erholen in den Werken Über Phonetüc
von Bruecke, Sievers, Trautmann, Victor und Anderen.
Bevor ich Ihnen Mittheilung über die erste Hälfte der
gegenwärtigen Conoertsaison mache, habe ich noch einen
Nachtrag zu meinem letzten Berichte in d. Bit. zu liefern,
indem ich der Auffährang von Fr. Hegar's „Manasse^ durch
den Gesangverein gedenke. Dieselbe £nd imter der persön-
lichen Leitung des Uomponisten statt und erregte allgemeines
Interesse, da ja Hegar in Basel aufgewachsen ist und hier
seine erste musikalische Bildung erhalten hat. Das biblische
Oratorium „Manasse** (Dichtimg von J. V. Widmann) stellt
*) Es wird vorausgesetzt, dass jeder Gesanglehrer die
Forschungen von Helmholtz u. A. kenne und zum Mindesten
die „Lehre von den Tonempfindungen** studirt habe.
79
eine Episode der jüdischen Geschichte dar, einen Trinmph
der freien Religionsübnng gegenüber dem Priesterfanatis-
mns, Manasse wird wegen seiner Liebe za der heidnischen
Nicaso von Esra ausgestossen und gründet anf dem Berge
Garizim einen neuen Galt. Alleraings dürfte das Motiv
dieser Lostrennnng vom Volke ein edleres sein, und es ver-
mag nicht gerade Sympathie für den Helden zu erwecken.
Jedenfalls ist es absurd, wenn Manasse auf die Frage; ,, Ehrst
du Gott?^ mit der Schilderung^ der Beize seines Weibes ant-
wortet. Biblisch ist es auch nicht im Entferntesten. Ferner
wirkt in der Dichtung der Wechsel der Scenen nicht gerade
günstig; bald stehen wir auf der Seite der Priester, bald bei
Manasse, und da die Chöre hier wie dort ähnlichen Charakter
haben, so schwanken auch unsere Empfindungen vom Einen zum
Anderen. Wenn ich diese Mängel der Dichtung berühre, weil
sie einigermaassen die Befriedifirung beeinträchtigen, so bleibt
der Werth der Comnosition s^bst ungeschmälert. Die Chöre
sind besonders wirkungsvoll. Hegar hatte das Oratorium
ursprünglich frU* Männerchor componirt, und dieser Umstand
hat auch die Umarbeitung beeinflusst. An vielen Stellen
treten die Männerstimmen vorherrschend auf, und man sieht,
wie sich der Componist oft die effectvoUen Klänge derselben
nicht hat entgehen lassen wollen. Am grossartigsten ist der
Eingangschor, bei welchem gerade die Männer^mmen eine
Sräcntige Steigerung hervorbringen. Femer bildet der
chnitterchor eine anmuthige Einleitimg zu der mehr lyrisch
Behaltenen zweiten Scene. Manasse's Entschluss, auf G^arizim
en neuen Altar zu eirunden, schliesst die Handlung; in
heroischer Weise: auch die Composition hat dort mren
Höhepunct erreicht, während der Wechselgesang des Schluss-
chores eher etwas abfllllt. Im Allgemeinen bietet das Werk
ein musikalisch sehr interessantes Bild und verräth in der
Behandlung der Singstimmen, sowie der Instrumente den ge-
bildeten Musiker und begabten Componisten.
Indem ich mich nun den neuesten musikalischen Vorkomm-
nissen in unserer Stadt zuwende, darf ich zumYoraus mit Befrie-
digung constatiren, dass auch in dieser Saison recht ^nussreiche
Concerte zu verzeichnen sind, und dass besonders die veranstal-
tende Commission es an glücklichen Engagements nicht hat
fehlen lassen. Es ist auch eine sehr praktische Neuerun^^ einge-
führt worden, eine vorläufige Aufstellung des Repertoires rar
die ganze Saison; allerdings scheint die Clausel, oass fär voll-
ständige Einhaltung nicht könne garantirt werden^ nicht
umsonst da zu sein, aber immerhin oietet diese Einrichtung
eine gewisse (Garantie fhr das abonnirende Publicum, das
sonst auf Treu und Glauben abonniren musste, ohne zu wissen,
was ihm von Seiten der Commission bereit gehalten wurde.
Der gute Ruf, den unsere Concerte fi;eniessen, vermag eben
nicht immer vor Enttäuschungen zu Dewahren . Aber glück-
licherweise haben besonders die enga^rten Solisten dieser
Jahreshälfte durchweg befriedigt. Die Programme boten wie
immer eine passende Abwechselung zwischen Classischem imd
Modernem.
An der Spitze des ersten Concertes stand die zweite Svm-
phonie Dvoräk^s. Schon im letzten Winter hatte dieses Werk
sich einer bei^li^n Aufnahme zu erfreuen gehabt. Bei der
dUesjäJirigen Wiederholung, die dem Yerständniss desselben
sehr zu Statten kam, war es noch in erhöhterem Maasse
möglich, die geniale Schönheit in allen Detaüs zu erkennen,
als es bei dem erstmaligen Hören der Fall sein konnte. Das
Interesse an dem Componisten nimmt auch bei uns von Jahr
zu Jahr zu, und unser Gesangverein ist gerade jetzt mit
der Einübung seines „Stabat mater^ beschäftigt. In den übri-
gen Concerten standen zwei Mal Beethoven'sche Symphonien
(No. 4 und 8), Havdn mit der Esdur (mit dem Paukenwirbel)
und Mozart mit der GmoU-Symphonie auf dem Programm;
Schumann's DmoU-Symphonie wurde im Concert zu Gunsten
der Pensionscasse aufgeführt. Unter den übrigen Orchester-
stücken mögen zuerst diejenifi;en genannt werden, die mehr
oder weniger Novitäten sinu, so die „Kamarinskaja*' des
russischen Componisten GHnka, ein merkwürdiges, originelles
Stück, dem man hübsche Elangeffecte nicht absprechen kann,
wenn auch manches Banale mit unterläuft. Nicht gewöhn-
lich, aber doch auch nicht von grosser Wirkung ist femer
die Suite Grieg^s aus .Peer Gynt''. Es ist entschieden ge-
fiihrlich, das Ungesunde und Unnatürliche des Ibsen'schen
Dramas in die Musik hineinzulegen; wenn dieselbe dann
eher einen düstem, unerfreulichen Eindruck macht, so hat
sie das mit ihrem dichterischen YorbUd gemein, das wohl zu
erschüttern , . aber in seinem crassen Realismus nicht zu
rühren vermag, ja oft sogar abstossend wirkt. Ueber die
anderen Orchesterstücke brauche' ich mich nicht weiter aus-
zulassen. Gade^s „Michel Angelo "-Ouvertüre hat die Würdi-
gung, die sie verdient, längst gefunden ; diejenigen zu „Eury-
anthe", „Figaro", „ZauDerflöte".und „Freischütz" werden immer
au£9 Neue mit Freude angehört. Seltener bekommt man
schon die Maurerische Trauermusik von Mozart zu hören,
sowie ein Ooncerto grosso von Händel, und ein ganz seltenes
Ereigniss war das Hervorholen eines Larghettos aus der d.
Symphonie Spohr's. Dass die Werke des grossen Yiolinkünstlers
mit Unrecht vom Repertoire verschwunden sind, ist beim
Anhören dieses Satzes Manchem klar geworden; die Geiger
verschmähen es doch nicht, seine Yiolinconcerte wegen ihrer
classischen Form und Schönheit immer wieder vorzubringen.
Endlich ist die Ddur-Suite Bach's zu erwähnen. Zum Schhiss
sei der immer wachsenden Anerkennung, die die Leistungen
unseres Orchesters unter Dr. Yolklancrs trefflicher Leitung
finden, rühmend gedacht.
Im ersten Concerte spielte Frl. Fanny Davies aus London
das Beethoven'sche Gdur-Concert. Das Spiel der Künstlerin,
das vielleicht nur im geistigen Eingehen noch wachsen
könnte^ war technisch vollendet und von feiner, durchsichtiger
Klarheit. Auch in den Solostücken wurde jeder Manierismus,
alle äussere Effecthascherei vermieden. Aehnlich im Auf-
treten war Frl. Hill er aus Stuttgart, die im gleichen Con-
certe eine Arie aus Haydn's „Schöpfung" und verschiedene
Lieder sang. Wir trafen bei ihr eine gut geschulte anmuthige
Stimme mit reicher Modulationsfähi^keit, oesonders mit einem
zarten, nur hiegehauchten Pianissimo, dessen Effectes die
Dame sich wohl bewusst ist. Im zweiten Concert trat FrL
Leisinger aus Berlin auf, wie allbekannt, eine Sängerin
grossen Stiles. Yon ihren prächtigen Stimmmitteln macht
sie den ausgibigsten Gebrauch una weiss ihren (besang so
dramatisch äa möglich zu ^talten; so konnte sie mit der
grossen „Freischütz"-Arie mit ihren tief empfundenen Canti-
lenen und den hochdramatischen Scenen eine nachhaltige
Wirkung erzielen. Daneben sprach wieder von den Liedern,
welche die Künstlerin sang, das äusserlich einfachste (»Yor-
abend" aus den BrauÜiedem von Cornelius) am meisten an.
(Schluss folgt.)
Carlsrahe.
Mein heutiger Musikbrief, der einen Ueberblick aller
wesentlichen hierorts in der 2ieit von Ostern bis Weihnachten
des Jahres 1891 stattgehabten musikalischen Ereignisse und
Yorkommnisse geben soll und somit da anknü^, wo meine
letzten Berichte in den Nummern 17 und 18 d. Bis. schlössen,
sei gleich Jenen mit einem Hinweis auf die im Allgemei-
nen sehr bedeutenden Leistungen unserer Hofoper eröffiiet.
Yon den ungefUir 60 Opernabenden des vorerwähnten Zeit-
raumes entfielen 11 Abende auf die Tondramen Wagner's,
welche hier nicht nur eine vortreffliche Wiedergabe finden,
sondern dank der stilgerechten Art unserer Aufführungen
sich auch ein imgemein oegeistertes und wirklich verständiges
Publicum gewonnen haben. So war denn auch bei jeder
Yorführung eines Wagnerischen Werkes unser immerhin
ziemlich geräumiges Opernhaus bis auf den letzten Platz aus-
verkauft, und der „Fliegende Holländer", der ein MeA,
„Lohengrin," „Die Meistersinger" und „(Götterdämmerung",
die je zwei Mal gegeben wur&n, fluiden eine geradezu fest-
spielartige Verlebendigung und eine dementsprechend freudig
begeisterte Aufnahme, bis denn die in den Ta^n vom 7. bis
15. November trotz mancher kleinen und bei einem einfachen
Personale leicht erklärlichen Störungen überaus schön ver-
laufenen Yorstellungen sämmtlicher vier Theile des „Ringes"
des Meisters einst viel bekrittelte Worte: „Wenn Sie nun
wollen, so haben wir eine Kunst" in erfreulicher Weise zur
Wahrheit werden liessen. Der geniale Leiter unserer Oper,
Hr. Hofoperndirector M o 1 1 1, ist so recht eigentlich eine Pe rsoni-
fication jenes von Wagner gemeinten wulens, \md da unser
zumeist vortreffliches Personal — darstellende Künstler wie
Orchester — sich der ener^evollen und begeisternden Führung
dieses überaus thatkräftigen Willens in ernstester Kunst-
treue unterordnet, so haben wir hier die grosse Kunst des
deutschen Musikdramas in rechter Art und echtester Weise '
und sind stolz auf unser „Klein -Bayreuth", wie Carlsruhe
von mehreren Wagner-begeisterten westlichen Nachbarn nicht
mit Unrecht genannt wird. Nächst den Damen Mail ha c
und Keuss und unserem trefflichen Baritonisten Plank,
welche durch ihre Mitwirkung in den Bayreuther Fest-
80
spielöD ja auch weit über Carlsruhe hinaus bekannt geworden
sind, besitzen wir tu unserem sehr tüchtigen und vielseitigen
Heldentenor Hm. Oberländer (besonders gut als Junjg-Sieg-
fried und Walther Stolzing), in Frl. F ritsch (vortrefflicher
CJoloratursängerin), Frl. Friedlein (Altistin), Hm. Rosen-
berg (lyrisdiem Tenor, als Tamino wie als Mime gleich
schÄtzenswerth)jHm. Lang (jugendlichem Tenor mit schönen
Stimmmitteln), Hrn. Cords (selu* tonsohönem Bariton), sowie
in den HH. Heller und Nebe (Bassisten, Letzterer ein vor-
züglicher Alberich und Beckmesser) Blrftfte, die uns zum
Theil schon jetzt durch einwandfreie und vornehm künst-
lerische Leistungen erfreuen, zum anderen Theil durch
schönes Stimmmaterial und wohlersichtliches ernstes Streben
von der Zukunft das Beste erhoilen lassen. Dazu wurden
in den Damen Arnhold und Xönigstätter, Beide aus
Wien, zwei junge Sängerinnen engagirt, die bei gewissen-
hafter Entwickelung ihrer hübschen Anlagen — die Erstere
als jugendlich dramatische Sängerin, dieAndere als Soubrette —
ganz tüchtig zu werden versprechen. Mehrfach mussten an
teile erkrankter Mitglieder Öäste eintreten, und haben wir
unter diesen rühmend des Frl. de Ah na vom Hoftheater in
Weimar, welche in ansprechender Weise einmal die Elsa
sang, des Frl. Blank vom Hoftheater in München, welche
ungeachtet einer bisweilen nicht ganz zweifellosen Intonation
die Erda im „Siegfried" recht bedeutend wieder^b, und
schliesslich unserer einheimischen Concertsängerin Frau
Hoeck -Lechner, welche die von ihr in denkbar kürzester
Frist studirten Fartien der Gutrune und der zweiten
Bheintochter schön und mit vollkommener musikalischer Zu-
verlä^igkeit durchführte, zu gedenken. Im „Trompeter von
Säkkingen", der letzten Vorstellung vor den Sommerferien
— zum Abschiednehmen von der Oper just das rechte Werk — ,
verabschiedete sich Frau Harlacher, ein seit Jahren in
ihrer vielseitigen Verwendbarkeit als Soubrette und als
jugendlich dramatische Sängerin für das Repertoire unserer
Oper geradezu unschätzbar gewesenes Mitglied, vom hiesigen
Publicum und erhielt schier zahllose Blumenspenden als Be-
weise dankbarer und anhänglicher Gesinnung. In den letzten
Tagen des Jahres verstarb in Italien, woselbst er Heilung
von einem ernsten Leiden gesucht hatt«, der langjährige
zweite Capellmeister und Chordirector unserer Oper, Hr. Hof-
capellmeister Joseph Ruzcek, ein Mann, der in der be-
scheidenen und allerdings wenig warmen Solidität seiner
Directionsweise neben der genialen und stürmischeren Diri-
gentengestalt Mottl's leicht unterschätzt werden konnte, der
aber nut seinen gründlichen musikalischen Kenntnissen und
seiner hochgradigen Opern-Routine eine der unentbehrlichsten
Stützen unseres Opern-Ensembles war. Noch ist kein £rsatz
für diesen unermüdlich thätigen und allgemein geschätzten
Künstler, dem die Erde leicht sein möge, gefunden worden. *)
Als Novitäten brachte die Oper des Mannheimer Hof-
capellmeisters Ferdinand Langer „Murillo", ein anspruchs-
loses, aber liebenswürdig anmuthiges Werk, dem eine recht
freundliche Aufnahme zu Theil wurde, und Mascagni^s
„Cavalleria rusticana*^. die bei sehr ^uter Besetzung (hervor-
ragend Frau Reuss als Santuzza) una geradezu entzückender
Ausstattung auch hier vermöge des leidenschaftlichen und
bündigen Sujets und der zwar selten ursprünglichen, aber
doch zumeist frischen und stimmungsvollen Musik einen
ziemlich bedeutenden Eindruck machte. Von Wiederholungen
des Intermezzos können wir allerdings nicht berichten, da
weder unser Publicum ein lebhafteres Verlangen nach solchen
bezeugte, noch von Seiten MottPs ein Eingehen auf einen
derartigen der Handlung sowohl, als der Musik gegenüber
recht unsinnigen Wunsä zu erwarten gewesen wäre.
In vorzüglicher Neu-Einstudirung präsentirten sich ims
„Francesca da Rimini" von Hermann Cfoetz, welche in ihrer
wenig einheitlichen und allzu fragmentarischen musikalischen
Factur uns trotz mancher Schönheiten der Partitur nicht
lebhafter zu interessiren vermochte, und Möhul's „Uthal", ein
äusserst stimmungsvolles und musikalisch vornehmes ein-
actiges Werk, dessen Erlösung von dem Scheinleben in
Musikgeschichten und Lexicas. die seiner auch nur gedenken,
weil^M6hul in diesem Werfce den Versuch gemacht hat,
durch Fortlassung der Geigen, deren Stimme den Bratschen
zufWt, ein ungewöhnlich düsteres Colorit zu erzielen, wohl
zu wünschen wäre.
*) Neuesten Nachrichten zufolge tritt Hr. Hofcapell-
meister Frank in Mannheim in diese Stelle ein.
D. Red.
Während Wagner^s Geburtstag mit' einer Aufführung
des „Lohengrin", Beethoven's Geburtstag mit einer solchen
des „Fidelio** gefeiert wurde, gedachte man des hundert-
jährigen Geburtstages Meyerbeer's mit einer im Ghinzen
ziembch unbedeutenden Wiedergabe der „Hugenotten**,
welcher jedoch im Laufe der Zeit eine bedeutend bessere
Vorstellung des „Propheten" und eine recht gute Aufführung
von „Robert der Teufel" gefolgt sind.
Der Erinnerung an Mozart^s hundertjährigen Todestag
waren im Theater drei Abende gewidmet worden, an deren
Erstem — eingeleitet von der Maurerischen Trauermusik und
einem sehr schwungvollen scenischen Prologe des hier leben-
den Litterarhistorikers Michael Bemays — das Reouiem in
ziemlich guter Ausführung, am Zweiten der „Don Juan" in
anerkennenswerther Wiedergabe und am Dritten, wiederum
eingeleitet vom Bemays^schen Prologe, die „Enfcrahrong aus
dem Serail" in recht guter Weise zu Gehör gebracht wurden.
Die würdigste Mozart-Feier am hiesigen Orte bildete jeden-
falls der Mozart -Abend des grossherzogl. Hoforchesters, an
welchem unter MottPs Leitung die Ouvertüre zur „Zaubeo:-
flöte", das von Hm. Prof. Heinrich Ordenstein mit grosser
Reinheit und Anmuth gespielte Clavier-Ooncert in Adur,
Thema mit Variationen in Ddur für Streichinstrumente und
Homer (eine ganz prächtige Composition aus Einem der
Divertimenti), £e von unserer Hofopemsängerin Frl. Fritsch
schön gesungene Esdur-Arie mit obligater Violine ans „Ö
re pastore" und schliesslich die Jupiter -Symphonie in ganz
vorzüglicher Weise zur Ausführung gelangten.
(Schluss folgL)
Beriotite.
Leipzig. Der Bach- Verein veranstaltete unter Fühnuag
seines ausgezeichneten Dirigenten Hm. (Kapellmeister Sitt und
Mitwirkung der hiesigen Sängerinnen Frl. Martini und Fran
von Knappstaedt, des Baritonisten Hrn. Glömme aus
Dresden, des einheimischen Orgelmeisters Hm. Homeyer
und des Gewandhausorchesters am 31. Jan. in der Thomas-
kirche sein 1. diesjährifi;es Kirchenconcert, des^n Programm,
wie meistens die Auffünrungen des Vereins, nur Werke des
Unsterblichen umschloss: Zu Anfang Praeludium und Fuge
in Dmoll — Band IV der Edition Petors — , dann weiter me
Cantaten „Li allen meinen Thaten" und „Also hat Gk)tt die
Welt gelieot", getrennt durch die Arie „Bereite dich, Zion,
mit zärtlichen Trieben" aus dem Weihnachtsoratorium, und
als Schlussnummer den Chor „Nun lob, mein Seel, den
Herren", Alles Compositionen, die den unvergänglichen Ruhm
ihres Schöpfers verkündeten, von einem Relchthum und einer
Schönheit un4 Pracht der Ideen und Harmonien, dass man
aus der Bewunderung über die Ünerschöpflichkeit dieses
Riesengeistes, dieser Urquelle unserer heutigen und zukünfld-
fen Musik, nicht herauskommt. Und wie den Zuhörer die
Begeisterung gegenüber diesen musikalischen Offenbarungen
unwillkürlicn ergreift, wie viel mehr (}enuss müssen erst die
Ausführenden dieser Wunderwerke haben! Diese freudige
Hingabe an seine hohen Aufgaben, welche den Bach-Verem
von jeher beseelt und seinen Leistungen den charakteristi-
schen Stempel aufgedrückt hat, sie trat auch dieses Mal
überall da, wo er einzugreifen hatte, überzeugend hervor und
Hess die fiir die Tonwellen überhaupt und einen numerisch
schwachen Chor im Besonderen ungünstigen akustischen Ver-
hältnisse, welche die einstmalige Wirkungsstätte des Compo-
nisten nach ihrer Restauration immer bei schwach besuchtem
Hause zeigt, bald vergessen. Die Chöre gingen unter der
energischen und sieghaften Leitung des Hrn. Sitt wirklich
ganz vortrefflich, und ebenso war es, bis auf den Baritonisten,
mit der Thätigkeit der mitwirkenden Solisten bestellt. Der
angenehme und doch überall voUaustönende Sopran und die
feinfühlige Ausdrucksweise des Frl. Martini übten auch bei
dieser Gelegenheit eine starke Attraotionskraft aus, und der
klangsatte und ausgezeichnete Mezzosopran und der warm-
beseelte und stilvolle Vortrag der Frau v. Knappstaedt warfen
sowohl in der 1. Cantate, wie in der Arie aus dem Weih-
nachtsoratorium die Frage auf, warum unsere vornehmsten
Concertinstitute diese ausgezeicnnete, voUwerthige Künstlerin
so lange ignoriren konnten? Recht zurück gegen seine Part-
nerinnen stand Hr. Glömme mit seinem auffällig zur Deto-
nation neigenden und dabei einige Male sehr unsicheren
Gesang, so sympathisch seine Stimme an sich auch klingt.
Hr. Homeyer hat seine Solonummer mit einer technischen und
81
s^iBtigdii Yortrofflichkeit vorgetrages, wie sie der herrlichen
oomposiiioii höchst selten zu Theü werden dürfte. Das Or-
ehester föllte in Allem anÜB Beste seinen Platz ans. Namhaft
gemacht sei aher nur Hr. Wille, der in der geeangvoUen
Aosföhrong des ohligaten Yioloncells in der Arie „Mein gläa-
faigee Herze" der Sängerin wirkliche Concnrrenz machte.
Gera, 96. Jan. Das 2. Concert des Musikalischen
Vereins, welches am 28. Nov. stattfand, wurde mit der
8. Beethoven'schen Symphonie eröffnet, deren ahgerundeter.
in allen Theilen wohlvorhereiteter Vortrag lehhaiten Beifall
hervorrief. In der Temponahme hatte aiSa. unser trefflicher
Dirigent Hr. Klee mann mehr an das allgemein ühliche
Maass, als an die Partiturangahen in den Mittelsätzen ge-
halten, wodurch einer üeherhastung des Allegrettos und Ver-
schleppung des Tempos di Menuette vorgeheugt wurde. Ferner
kam eine symphonische Phantasie „Des Meeres und der Liehe
Wellen" nach Grillparzer*s gleichnamigem Trauerspiel fUr
Orchester von Carl Kleemann zur Auftllhrung. Der Compo-
nist, welcher früher zu einem anderen Grillparzer'schen Stücke:
„Der Traum ein Lehen" eine für die Theateranfführung berech-
nete Musik geschrieben, hat die musikalische Illustration des
obengenannten Dramas, welche dem Concertsaal angehört, in
die Form einer symphonischen Dichtung gebracht, deren ein-
heitlicher Charakter sich dem Inhalte des Stückes eng an-
schliesst. Besonders hervorzuheben sind dabei der Anfang:
ruhiges Meer, das sinnig schöne Liebesmotiv und der meister-
haft gesetzte Sturm; hier wirken die chromatischen Quinten-
gänge in den Streichinstrumenten mit Überraschender Natür-
uchkeit. Nicht minder hervorragend ist die Vereinigung der
Liebenden nach dem Tode durch des Meeres Wellen, der
Eintritt der Dur-Tonart (Cdur), welcher das Ganze schliesst.
In kurzen, erepreifenden Bildern wird uns die Geschichte
Hero und Leander's vorgeführt, die Klarheit, in der das Ganze
gehalten, liess die einzelnen Theile leichter verfolgen, und all-
gemeiner, wohlverdienter Beifall folgte dem Vortrage. Auch
aas Orchester ehrte den Dirigenten-Componisten mit dreima-
ligem Tusch. Hr. Hofopemsänger Zeller aus Weimar, der
"Solist des Abends, sang Lohengrin*s Erzählung imd Abschied
mit Orchesterbegleitung und erweckte durch sein schönes
Stimimnaterial das lebhafteste Interesse ; von den Liedern am
Ciavier, welche sämmtlich von B. Strauss componirt waren,
musste das „Ständchen" auf Verlangen wiederholt werden.
Die Stimme des Künstlers hat bei aller Kraft auch viel Weich-
heit, namentlich in der Mittellage, weshalb es an lebhaftem
Beimll nicht fehlte. Den Schluss des Abends bildete die feurig
geleitete und vom Orchester mit Hingebung gespielte Ouver-
türe zum „Wasserträger" von Chernbini.
Das Concert desselben Vereins am 26. Januar wurde mit
der Ouvertüre «Am Niagara" von W. Tschirch, zum Gedächt-
liiss des am 6. Jan. verstorbenen Componisten eröf&iet. Das
Werk schildert in lebhaften Farben den Eindruck, den jenes
Weltwunder auf den Beschauer macht; nach einer majestäti-
schen Einleitimg ertönen Indianersignale, denen eine eigen-
artige Melodie folgt, während gegen den Schluss hin das
Brausen und Tosen des Wasserfalls sich hören lässt. Eine
glänzende Instrumentirung verleiht dem Gkinzen, dessen all-
gemeinere Verbreitung erwünscht wäre, bedeutenden Werth.
&ie Ausfuhrung, welche mannichl&uihe Schwierigkeiten bietet,
geschah seitens der Capelle in liebevoller Hingebung, was
allseitige Anerkennung fisind. Das Hauptwerk des Abends
stand am Anfang des zweiten Theüs: „Tasso" von F. Liszt.
Schon früher war Eine von den symphonischen Dichtungen :
„Les Pröludee" zu Gtohör ^bracht worden, und zwar mit
bestem Erfolge, der auch diesmal nicht ausblieb. Namentlich
kam nach der schönen Einleitung die düster klagende Melo-
die in der Bassclarinette trefflich zum Vortrag, wie auch die
Violoncelli ^)IEi,ter mit der Fisdur-Melodie kräftig hervortraten.
Mächtig erschallte das Schlussmotiv in Cdur mit den lel>-
kaften Gängen in den Violinen, welche den letzten Ton, das
dreigestrichene c, sehr rein ausnielten. Es war dieser Vortrag
eine künstlerische That, welche dem Dirigenten, wie den Aus-
fahrenden in gleicher Weise zu besonderer Ehre gereicht und
den Wunsch berechtigt erscheinen lässt, es möchten die Liszt'-
schen Orchesterwerke in jeder Saison auf dem Programm
ihren Platz finden. Ein weiteres Orchesterwerk folgte dann:
Marsch aus Schubert's Divertissement ä la Hongroise, von
Liszt orchestrirt. Die einfache Weise wirkte in dem glän-
zendsten Orchestergewande derartig belebend, dass einem da
eapo-Buf Folge geleistet werden musste. Auch die Goldmark'-
8cne „Frühlings" -Ouvertüre erregte mit ihren stimmungsvollen
Motive«, sowohl dem getragenen^ als dem tanzähnlichen, leb-
hafte Befriedigung, die sich in entsprechendem Beifedl kund
Sab. Als Solist erschien Hr. Prof. Thomso;i ans Lüttich,
em der Ruf eines ganz ausgezeichneten Violinvirtuosen
vorausging. Ihm, dem zweiten Pafianini, gab eine Phantasie
dieses Meisters Gelegenheit, eine SibelhafM Technik zu ent-
wickeln und in Ausführung fast unmöglich scheinender
Sprüngej Octavengänge etc. ganz Ausserordentlichea zu leisten,
wobei die den Bogen schmückenden Diamanten mächtig fun-
kelten. Doch bereicherte der Künstler das Programm auch
durch den Vortrag wirklicher Musikstücke, namentlich des
2. Concerts von Wieniawski, wobei er in derBomanze einen
süssen, zu Herzen gehenden Ton seinem prachtvollen Instru-
ment entlockte. Ausserdem spielte er mit gleicher Bravour
ausserprogrammmässig noch den I. Satz aus dem 2. Violin-
concert von Bruch (Op. 44). Das Publicum ehrte ihn durch
ausserordentlichen Beiiall und wiederholten Hervorruf. Sämmt-
liche Solostücke wurden vom Orchester begleitet, das sich in
hervorragender Weise dieser Aufgabe entledigte.
Die Soiröe des Musikalischen Vereins am 14. Dec. ent-
hielt zunächst Schuberts herrliches Octett, dessen Vortrag in
allen Theilen eine sorgflkltige Vorbereitung zeigte imd in Hin-
sicht der zahlreichen Schwierigkeiten eine treffliche Wieder-
gabe fand. Leider fehlte in den hierzu benutzten Stimmen
(aus dem Verlage von Haslinger und Diabelli in Wien) das
Andante mit Variationen und das Menuett, was allgemein
ungern vermisst wurde. Ein bekannter Dilettant trug mit
seiner herrlichen Bassstimme drei Lieder vor, ausserdem
spielte Hofmusicus Hässner Variationen für Clarinette von
Berr und hatte Gelegenheit, dabei namentlich seine technische
Fertigkeit in helles Licht zu setzen, denn musikalisch bietet
diese Composition wenig Werthvolles. Der Vereinsohor debu-
tirte mit dem Jagd- und dem Weinchor aus den in der Ein-
übung befindlichen Haydn'schen „Jahreszeiten", welche Chöre
durch fiotten. in allen Theilen lein abgetönten Vortrag leb-
haften Bei&ll hervorriefen.
Der Erste der projectirton drei Kammermusikabende des
Hm. Hofcapellmeister Kleemann eröffnete, in Erinnerung an
Mozart^s 100jährigen Todestag, mit dessen Gmoll-Clavier-
quartett, welches in der Ausführung durch die HH. Klee-
mann, Jäger, Geipel und Kliebes zum Glanzpunct des
Abends, zu einem würdigen Todtenopfer für den unsterblichen
Meister sich gestaltete. Das treffbche Zusammenspiel, wel-
ches ge^n früher merklich gewonnen hat, kam namentlich
auch heim nachfolgenden Streichquartett Op. 18, No. 1, Fdur,
von Beethoven (mit Hm. Grümmer an der 2. Violine) zur
G^eltung. Der Primgeiger, dessen energischer Strich das
Ganze mit bemerkenswerther Sicherheit leitete, hatte in der
mit Hm. Kleemann gespielten Grieg'schen Sonate Op. ld,Gdur,
ausserdem noch Gelegenheit, sich als ein Künstler zu zeigen,
dem unsere vollste Anerkennung gebührt. — Am 2. Kammer-
musikabend stand ein Haydn'sches Ddur-Streichquartett (aus
Op. 76) zu AnfBuig des Programms, mit dessen trefflichem
Vortrag, die oben genannten HH. Streicher einen vollen Er-
folg erzielten. Hierauf spielte Hr. Kliebes mit lebhafter Em-
pfindung und vollem, weichem Ton Bruch's „Kol Niedrei".
Den Scnwerpunct des Programms büdete dessen Schlnss-
nummer: Brahms* herrliches Adur-Clavierquartett. Das Werk
erscheint orchestral gedacht, stellt den Ausführenden zwar
schwere, aber dankbare Au^^ben und gibt namentlich dem
Ciavierspieler Gelegenheit, nach den verschiedensten Bich-
tungen nin sich zu zeigen. Hr. Hofcapellmeister Kleemann
bot am Ciavier eine Meisterleistung nicnt blos in der Energie
und Kraft des Spiels, wie es die Ecksätze verschiedentlich er-
fordern, sondern namentlich auch in dem zarten Vortrage des
9. Satzes poco Adagio mit den träumerischen Axpeggien neben
dem kurzen Motive der Streichinstrumente. Die Vertreter der
Letzteren, die HH. Jäger, Geipel und Kliebes, zeigten sich
ihrer Aufgabe vollkommen gewachsen. Die Zuhörencfen Hessen
dem ganzen Werke den wohlverdienten Beifiedl in vollstem
Maasse zukommen. P. M.
Concertumschau.
Altona. (3onc. der Allgem. Altonaer Liedertafel (v. Woyrsch )
zur Feier ihres öOjähr. Bestehens unt. solist. Mitwirk, der HH.
Grahl u. Severin a. Berlin am 23. Jan.: Victoria-Ouvert. mit
dem Bundeschor der Jubilarin v. C. Gurlitt, Festrede des
Hm. Saul, „Deutscher Heerbann" f. Soli, Männerchor, Orch.
u. Org. V. F. V. Woyrsch, „Normannenzug'^ f. Baritonsolo,
82
einstimm. Männerchor u. Orch. y. Bruch, M&nnerchöre v.
Am. Krug („Scheiden*'), J. Melchert („Der Abend**),
G. Jahncke LVivat, die Freiheit") und H. Jünjest („Das
Mühlenrad** n. Sarabande), Gesangsoli y. Gluck u. H. Hof mann
(Die Lieder des Troubadours Baoul le Preux an Königin Jo-
lanthe yon'Navarra). (Die Noyität yon P. v. Woyrsch, die
als eine bedeutende, werthyolle, die im Texte abwechselnden
verschiedenen Stimmungen ungemein charakteristisch aus-
prägende Tonschöpfung bezeichnet wird, ist wahrhaft enthu-
siastisch vom Publicum aufgenonmien worden.)
Amsterdam. Abonnementconcerte im Neuen Concerthaus
(Kes) am 21. u. 28. Jan.: Symphonien y. Haydn (Gdur), Mo-
zart (Jupiter-), Beethoyen (Wo. 7) u. Eaff („Lenore"). „Max
und Thekla** a. der „Wallenstein**-Trilogie yon V. a*Indy,
S. Ouyert. zu „Leonore** v. Beethoyen, Scherzo capriccioso f.
Orch. V. Dyo^&k, Clayierconcert v. J. Brandt Buijs (der
Comp.). — Olass. Gonc. des Paleis-Ork. (Hol) am 21. Jan.:
B. Symph. y. Mendelssohn, „Hochland '*-Ouyert. y. Gade, Ballet-
musik a. „Feramors** y. Rubinstein, „Herzwunden** und
„FrÜhHng** f. Streichorch. y. Grieg, Violoncellconc. y. Lalo
{Et. Bosmans).
Basel. 6. Abonn.-Conc. der Allgem. Musikgesellschaft
(Dr. Volkland) : 3. Symph. y. Schumann, „Zenobia*-Ouyert. y.
Beinecke, Soloyortrftge der Frau Sanderson (Ges., „AU meine
Herze;edanken**, „Der Schuhmacher**, „Der Sandträger** und
Ein kleines Lied y. A. Bungert, „Inmitten des Tanzes** y.
Tschalkowsky, „Zur Drossel sprach der Fink** y. d*Albert
u. A.) u. des Hm. A. Krasselt (Viol., 9. Conc. v. Spohr u. 2.
u. 3. Satz a. dem 1. Conc. y. Yieuxtemps).
BeFlln. 2. Kammermusikabend der H&. Kruse, Markees,
Müller u. Dechert unt. Mitwirk, der Frau Schultzen-y. Asten,
des Frl. y. Asten u. des Hm. y. Mendelssohn: Cdur-Streich-
quint. y. Schubert, Amoll-Streichtrio y. F. E. Koch, drei
schwed. Volkslieder, f. eine Singstimme m. Clayiertriobegleit.
arr. y. Em. Krause. — Conc. des Hm. AI. Costa m. eig. Com-
poeitionen unt. Mitwirk, der Frau Lieban-Globig (Ges.) u. der
HH. E. Wolff (Olay.), Kruse, Markees, Müller, Briggs u. De-
chert (Streicher) am 18. Jan.: Clayierquint. Dp. 1, Streichquint.
u. Lieder „Pfemd der Liebe**, „Nacht**, „Presse una fontana**
u. „Ideale*^. — Conc. der Sängerin Marie Busjaeger und des
Piamston Jos. Weiss am 19. Jan. m. Soli f. Ges.y^ Brahms
(„Meine Liebe ist grün** u. „Dort in den Weiden**), Franz
(„Nun die Schatten dunkeln**). Volkmann («Die Bekehrte**),
G. Kulenkampff („Frühling**), E. Grieg („Solyejg's Lied**),
B. Strauss („Ötändchen**) u. A. u. f. Clay. v. Brahms (Variat.
üb. ein Händel*sches ThemiOj Cui („Argenteau**), Solowioff
(Bomanoe russe), Ljadoff (Intermezzo) u. J. Weiss (Sonate
0|>.* 17). — Conc. des Pianisten Hm. J. Wieniawski unt. Mit-
wirk, des Philharm. Orch. am 21. Jan.: Dramat. Ouyerture
„Guillaume le Tacitume** y. J. Wieniawski, ClayiersoLL y.
S. Bach (DmoU-Conc), Li toi ff (Conc.hoU.), y.Bülow-Liszt
(Sonett y. Dante), Brahms (Bhaps. Op. 79, No. 2), Moniuszko
(„Albumblatt**), Schubert-Liszt <Valse-Caprice) u. J. Wieni-
awski LLes Gn6mes**). — Clayierabend des Hm. d* Albert
am 22. Jan. m. Compositionen y. S. Bach- Albert (Praelud. u.
Fuge in Ddur), Beetnoyen (Sonate Op. 53), F. Kiel (EmoU-
Phant.), Raff (Suite Op. 91), Chopin u. Liszt (Petrarca-So-
nett in Desdur, „Irrlichter" u. Tarantelle a. „Venezia e Na-
poli**). — 6. Philharm. Conc. (Dr. y. Bülow): 2. Symph. y. Beet-
noyen, „Les Pröludes** von Liszt, Ouyert. zum „Fliegenden
Holländer** y. Wagner, Violinconc. in unear. Weise y. Joa-
chim (der Comp.). — Conc. der Damen Helene G^isler (Clay.)
u. Helene Krüger (Ges.) am 26. Jan. m. Soli f. Qes. y. R. y.
Keudell („Der Fischer**), Cornelius („Komm, wir wandeln**),
Franz („Zwei welke Rosen**, „0 sah ich auf aer Haide dort**
und Maüied), Grieg („Herbststimmung** , „Mit einer Primula
yeris** u. „Hofl&mng**). W. Taubert („Wildlang**) u. A. u. f.
Clay. y. Beethoyen (Sfon. Op. 110), Chopin, E. E. Taubert
(Walzer Op. 42) u. Liszt (Polen.). — Conc. des Violinisten
Hm. Hagemeister unt. Mitwirk, des Frl. Frank (Ges.) u. der
HH. Hirschberg (Clay.), Gtohwald, Krelle u. Lüdemann (Strei-
cher) am 28. Jan.: Streichquart. Op. 95 y. Beethoyen, Soli f.
Ges. y. Brahms („Meine Liebe ist grün**), R. Hagemeister
(„Leise zieht durcn mein G«müthe**, „Die Jugendgeliebte** u.
„An der Strommündung**), E. E. Taubert („Fensterlein"),
Bungert („Der Schuhmacher**) u. A., f. Clay. y. Kiel (Mel.)
u. Schumann (ABEGG-Variat.) u. f. Viol. y. Raff (Tarantelle)
u. A. — 1. Conc. des Violinisten Hm. Sarasate unt. Mitwirk,
der Pianistin Frau Marx: SoH f. Viol. y. Bruch (3. Conc),
Saint-Sagns (Adnr-Concertstück) u. Sarasate („Die Mülle-
rin**) u. f. Clay. y. Em. Bernard (Phant.) u. A.
Hera. 2. Kammermusik-Mat. des Hm. Denhof unt. Mit-
wirk. der Frau R&uber-Sandoz y. hier (Ges.) u. der HH. Jahn
y. hier (Viol. u. Bratsche) u. Ad. Rehberg a. Genf (Violonc):
F dur-dayiertrio y.-Saint-Saöns, D dur-Clay.-Violoncellson.
y. Mendelssohn. Soli f. Gesang y. Brahms („Gestillte Sehn-
sucht** u. Geisti. Wiegenlied, m. oblig. Bratscne) u. f.Violon-
cell y. S. Bach.— Abonn.-Concerte der MusikgeseUschafb (Dr.
Munzinger): No. 3. 5. Symph. y. Beethoyen, Lustspielouyert.
y. Smetana, Soloyorträge der Frau Bareiss a. Zürich (Ges^
„Da unten im Thale** u. „Vergebliches St&ndchen** y. Brahms
etc.) u. des Hm. Hagen (Violonc, Amoll-Conc. y. Sttt, Ro-
manze eig. Comp. u. „Elfentanz** y. Popper). No. 4. Adur-
S^nnph. y. Mendelssohn, „Benyenuto CeUmi**-Ouyert. y. Ber-
lioz, Soloyorträge der Frau Sanderson (Ges., „Limitten des
Balles** y. Tscha'ikowsky, „Der Schahmacher** u. „Der Sand-
träger** yon Bungert, „iZur Drossel sprach der Fink** yon
d' Albert etc.) u. des Hm. Denhof (Clay., Ungar. Phant. y.
Liszt, Rigaudon y. Raff etc.).
Breslau. 8. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Masz-
kowski): 6. Symph. y. Beethoyen, Ouyerturen y. Cherubini u.
Wagner („l'aust**), Clayieryorträge der Frau Stern a. Dresden
(11. UnflÄr. Rhaps. y. Liszt etc.). — 1. u. 2. S3anph.-Conc.
der Bred. Concertcap. (Riemenschneider): Symphonien y. Beet-
hoyen (No. 2) und H. Ulrich (triomph.), Kaiser-Marsch y.
Wagner, diy. Ouyerturen, „Aus aller Herren Ländern** y.
Moszkowski, Polon. a. der „Faust** -Musik y. Lassen, Bal-
letmusik a. „Astorea** y. Abert, Cz&rdäs a. „Ritter Pasman**
y. Job. Strauss, Walzer „Friedenspalmen** y. Jos. Strauss,
Soloyorträge der Frls. Rösel (Ges., ^Blumenorakel** y. Mas-
cagnietc.) u. Rosenbaum (Clay., „Chachoucha**y. Raff etc.).
BflekebUFg. 3. Abonn.-Conc der Hofcap.(Sahla): 3. Sym-
phonie y. Beethoyen, „Freischütz**-Ouyert. y. Weber, Soloyor-
träge der Frau Hoeck-Lechner aus Carlsruhe (Ges., „Komm,
wir wandeln zusammen** y. Cornelius, Winterlied v. H. y.
Koss etc.) u. des Hm. Steins (Hom, Esdur-Conc. y. Mozart).
Cassel. G«istl. Musikauffhhr. der Concertyereini^. (Spens^ler)
am 17. Jan.: Chöre y. M. Blumner (Weihnachtmied), £>rt-
niansky, Ph. Em. Bach u. Mendelssohn, Soloyorträge des Frl.
Bode (Ges., „Heilige Nacht** y. Lassen etc.) u. der HH. Rund-
nagel (Org., Sonate „Weihnacht** y. W.Volckmar u. Weih-
naohtspastorale t.* Merkel)- u. Pfarrer Haas (Violonc^ Adagio
y. Tartini u. „Aye Maria** y. Fitzenhagen).
Chemnitz. 2. Gesellschaftsabend des Lehrer-Gesangyer.
(Pohle): Männerchöre y. J. Otto jun. (Piratengesang), Weber,
O.Wermann („Freud und Leid**), Brahms-Hirsch (Minne-
lied), Kremser („Die Alpenfee**), F. Mair („Wie die wilde
Ros**), Attenhoier („Ständchen**) und Girschner („Hüte
dich**), Vocalduette „Altdeutscher Liebesreim** y. Hildachu.
„Lauter Freude** y. 0. Wermann (Frl. Rockstroh und Hr.
Beier), Soloyorträs^e des Frl. Rockstroh („Der arme Peter** v.
Schumann, „Durch den Wald** y. L. Hartmann, „Frühling
ist da** y. E. Hildach. „Es muss ein Wunderbares sein** y.
F. Ries u. „Ilse** y. Mayerhoff) u. des Hm. Weimerhaus
(Viol.). — 2. GbseUschaftsabend der Singakad. (Schneider):
DmoÜ-Clay.-Violinson. u. „Zigeunerleben** f. Chor m. Clay. y.
Schumann, „Die erste Walpurgisnacht** y. Mendelssohn, „Ständ-
chen** f. Altsolo u. Frauenchor y. Schubert.
Cöln. 7. Gürzenichconc. (Prof. Dr. Wüllner): Ouyerturen
y. Schumann u. Wagner|( „Tannhäuser**), „Gott in der Natur"
f. gem. Chor u. Orch. y. Schubert- Wüllner, „Sanctus** u. „Bene-
dictus** f. do. V. P. Benoit, Clayieryorti^Lge des Frl. E^eeberg
a. Paris.
Constanz. 3. Abonn. -Symph. -Conc des Hm. Handloser:
Amoll-Symph. y. Mendelssohn, symph. Dich. „Im Jugendlenze**
y. AI. Adam, 2. Seren, f. Streichorch. y. Volkmann, Gesang-
yorträge der Frau Sanderson ^„La Captiye** y. Berlioz, „In-
mitten des Balles** y. Tschau Kowsky^ „Der Schuhmacher**
und „Der Sandträger** y. Bungert, „Zur Drossel sprach der
Fink** y. d'Albert etc.).
Creuzaaeh . 2. Abonn.-Conc. der Conoert-Gesellsohaft En-
zian) : „Messias**-Ouyert. y. Händel, Entr'acte a. „König Man-
fred** y. Reinecke, Chöre y. Mozart, Händel und Brahms
(„Liebeslieder**-Walzer), Soloyorträge des Frl. y. Mülmann y.
hier (G«s., „Gondoliera" y. Bohrer. „Das Vaterland** y. Las-
sen etc.) und der HH. Gausche y. nier (Ges., Minnelied yon
Brahms, „Die Nacht ist weich** y. A. y. Fi elitz) u. Werner
a. Baden-Baden (Harmon., Canzonetta y. Guilmant, R^yerie
y. Lemmens, „Ständchen** y. Godard etc.).
Darmstaat. 4. Conc. der Hofcap. (de BLaan): 8. Symph. y.
Beethoyen, „Meistersinger **- Vorspiel y. Wa g n e r , Soloyorträge
der Frau y. Knappstaedt a. Leipzig (G^., Arie a. „Odysseus"
83
V. Brach, „Im Maien" v. F. Hiller. „Ich liebe dich" von
Grie^etc.) u. des Hrn. Masbach a. Berlin (Clav., GmoU-Conc.
V. Saint- Sa @ns etc.). — 1. Kammermnsikabend der HH. de
Haan (Clav.), Helmer, Walter, Oelsner und Beitz (Streicher) :
Clavierquint. v. Schumann, Streichqnart. Op. 18, No. 2, von
Beethoven, Adur-Clav.-Yiolinson. v. Brahma.
Dordreeht. 2. Soiröe f. Kammermusik der HH. Yink u.
Erdelmann unt. Mit wirk, des Hm. Mossel (Yiolonc): Clavier-
trios v.Saint-SaSns u. Beethoven (Op. 3), Clav.-Violoncell-
aon. V. Grieg.
Dflren. Conc. des Instrumentalver. (Hilgers) am 24. Jan.:
8. Svmph. V. Beethoven, „■Wasserträger"-Ouvert. v. Cherubini,
ßalletmusik a. „Feramors" v. Rubinstein, Gesang vortrage
des Hm. Amtsrichter Merrem („Neue Liebe" v. Rubinstein,
„So willst du des Armen" v. Brahms etc.).
Esslingen. Am 18. Jan. Auffuhr, v. H. Hofmann's
J^färchen von der schönen Melusine" durch den Oratorienver.
(Prof. Fink) unt. sollst. Mitwirk, des Frl. HiUer a. Stuttgart,
der Frau Fink v. hier u. der HH. Buess a. Cannstadt u. Beck
V. hier. (Die Aufführung habe mit vollem Recht als eine sehr
gelungene bezeichnet werden dürfen, und das höchste Lob
gebühre dem umsichtigen Leiter derselben.)
Genf. 6. Abonn.-(3onc. im Stadttheater (W. Rehberg):
Marche fanöbre v. H. de Senger, 6. Symph. v. Beethoven,
„Les Pr61udes" v. F. Liszt, Violin vortrage des Hm. Ysaye
(3. Conc V. Saint- Saöns u. Schott. Phant. v. Bruch).
Gera. Conc. des Musikal. Ver. (Kleemann) am 25. Jan. :
„Tasso" V. Liszt, Ouvertüren v. W. Tschirch („Am Nia-
gara") u. Gold mark („Im Frühling"), Marsch a. dem Divert.
hongr. V. Schubert, orch. v. Lissst, Violin vortrage des Hm.
Thomson a. Lüttlch (2. Conc. v. Wieniawski, Andante v.
Bruch u. Phant. v. Paganini).
Halle a. S. 3. Conc. der Stadtschützen-Gesellschaft (Zehler) :
4. Symph. v. Schumann, „Coriolan"-Ouvert. v. Beethoven, Solo-
vorträge des Frl. v. Yahsel a. Dessau (G^es., Arie „Die Kraft
versagt" v. H. Goetz, Ein kleines Lied v. Bungert, „Dein"
V. Böhm u. „Wenn der Vogel naschen will" v. Bück) und
des Hm. Klengel a. Leipzig (Violonc, Amoll-Conc. eig. Comp.,
„Scöne pittoresque v. Massenet, Tarantelle v. Piatti etc.).
Hannover. Wohlthätigkeitsconc. des Damengesangver.
(Metadorff) am 20. Jan.: £sdu]>Clayierc|uintett v. R. Metz-»
dorff (Frl. Meinardus u. HH. B^er, Yogelsang, Stange und
Witteck), „Die Nixe" f. Altsolo (Frl. Schulze) u. Frauenchor
V. Rubinstein, „Ständchen" f. do. v. Schubert (Solo: Frl.
G^rst&cker), „Stabat mater" v. Pergolese, Schnitterchor von
Liszt, Solovorträ^ der Damen v. Hadeln (Ges., „Träume" v.
Wagner), Röhng (Ges., „Sehnsucht" v. Rubinstein und
„Die Prinzessin" v. Grieg), Galbreath (Ges., „Der Lenz" v.
Metz dorff) u. Franke (C&v., „Nachtfalter" v. Strauss-Tausig)
Q. des Hrn. Sahla a. Bückeburg (Viol.).
Königsberg i* Pr. Matinöe des Hrn. Rob. Schwalm m.
eig. Compositionen unt. Mitwirk, der HH. Birnbaum (G^.),
Brode, Winter, Pohl imd Heberlein (Streicher) am 24. Jan.:
Amoll-Streichquart., Soli f. Ges. („Das (Gewitter"), f. Clav. (Cdur-
Suite, Lnpromptu u. Scherzo) u. f. Yiolonc. (Concertstück).
Lausanne. 8. Abonn.-C)onc. des Orch.- Vereins (Banti):
5. Symph. v. Beethoven, Litrod. u. Sidlienne, sowie Liter-
mezzo a. „Cavalleria rusticana" v. Mascagni, Sevillana aus
J3on Cösar de Bazan" v. Massenet, Solovorträge der HH.
Troyon v. hier (Ges.) u. W. Rehberg a. Gtenf (Clav.. Conc. v.
Henselt, Barcarolle eig. Comp., „Papillons" v. G.Weber u.
Stacc.-Etude v. Rubinstein).
Leipzig. 6. Conc. des Peeter'schen Dilett.-Orch .-Vereins
(Pester): Drei Sätze a. einem D moU-Streichquartett v. Haydn,
Burlesque f. drei Violinen v. F. Hermann, Lied, Scherzando
u. Wiegenlied f. drei Violoncells v. A. Pest er, Solo vortrage
der HH. Trautermann (Ges., „Frühling", „Sommer", „Herbst"
und „Winter" v. Em. Paul, „Hofi&iung" v. Grieg, Wander-
lied V. Umlauft etc.) u. Aifemi (Clav., Marsch a. Op. 91 v.
Raff etc.). — Festconc. im Neuen Gewandhaus (Prof. Dr.
Reineoke) am 4. Febr.: 7. Symph. v. Beethoven, 2. Seren. £
Streichorch. v. Volkmann, „ODeron"-Ouvert. v. Weber, G^e-
sangvorträge der Frau Schmitt-Csänyi a. Schwerin („Ah , pemdo"
V. Beethoven etc.). — 157. Kammermusik- Aufführ, im Riedel-
Verein: Streichquartette v. Havdn(Cdur) u. Brahms (Op. 51,
Ko. 2), Lieder v. R.Wagner (Schlummerlied), C. Reinecke
(„Barbarazweige") u. A. Kitt er („Li Lust und Schmerzen").
(Ausführende: Frl. Martini [Ges.] u. HH. Prill, von Dameck,
Ünkenstein u. WUle [Streicher].)
Magdeburg. Tonkünstlerver. am 15. Dec. u. 19. Jan.:
Streichquartette v. A. Dvof&k (Op. 61), Haydn (Gmoll) und
Beethoven (Op. 59, No. 1), Kreutzer-Son. v. Beethoven (HH.
Brandt u. Berber), Solovorträge des Frl. Lütkemüller (Ges.,
„Der Spielmann" v. Heuberger, „Im Maien" v. Hiller etc.),
der Frau Martin (Ges., „Liebestreu" v. Brabms, „Keine Sorg
um den Weg" v. Raff etc.) u. des Hm. Petersen (Violonc.^
Romanze u. Seren, v. Sitt). — 2. Casinoconc. (Kaufmann):
Jupiter-Symph. v. Mozart, 3. Ouvert. zu „Leonore" v. Beet-
hoven, Solovorträge der Frau Schneider a. Berlin (Ges., n^oüi-
haarig" v. Steinbach etc.) u. des Frl. Brammer a. Leipzig
(VioL, Romanze v. Svendsen etc.).
Montreux. Concert des Violoncellisten Hm. Becker aus
Frankfurt a. M. unt. Mitwirkung des Curorch. (Jüttner) am
12. Jan.: „Tannhäuser "-Ouvert. v. Wagner u. a. Orchester-
nummern, Violoncellsoli v. Bazzini (Concertstück), Godard
(„Sur le lac") u. Popper („Danse de Sylphes").
München« 2. Conc des Orchestervereins: Serenade für
Streichorch. v. J. Klengel, Passacaglia f. d. v. Mu&t. Cla-
vierquint. Op. 81 V. Dvof&k (Frl. (xon^alves u. HH. Scnulze,
Ebene, L. und H. Schönchen), Solovorträge der Frls. Widen-
mayer (Ges., Arie v. Gluck, Abendlied v. Giehrl, „Erwachen"
a. den Brautliedem] V.Cornelias, „Liebeslust" v. A. Wulf-
^'ius u. „Es muss ein Wunderbares sein" v. Ries) und Gon-
9alves (Romanze v. Schamann u. Zigeunerweisen v. Tausig).
NeubrandenbUFg. 3. Conc. des Concertver. m. Solovor-
trägen des Frl. Lomsen a. Berlin {Qes.. „Ich liebe dich" v.
Grieg, Litermezzo v. Mascagni-Zeppler. „Was flüstert in
dem fiosenbusch" u. „Ln Mondschein" v. A. Naubert, „Ich
liebe dich" v. A. Förster, „Nimm dich in Acht" v. Moulton
etc.) u. des Hxn. Rosenthal a. Wien (Clav., Sonate Op. 39 v.
Weber, Concertetude v. P. v. Schlözer, „Hexamöron" von
Liszt u. A. m., „Wiener Cameval" v. Rosenthal etc.).
Neuchätel. 3. Conc. der Sociöt^ de Masique (Dr. Mun-
zinger aus Bern): 6. Symphonie von Beethoven, Ouvertüre
„Die verkaufte Braut" v. Smetana, zwei Moments musicauz
f. Orch. V. Schubert-Munzinger, Solovorträge der Frau Haber-
Petzold a. Basel (Ges.) u. des Hrn. Becker a. Frankfurt a. M,
(Violonc, Concertstück v. Bazzini, „Consolation" v. Liszt,
„Perpetuum mobile" v. Fitzenhagen etc.).
Osnabrück. 3. Kammermusikabend der HH. Oeser von
hier (Clav.), Wünsch a. Bieler a. Braunschweig (Streicher): Cla-
viertrio Op. 97 v.. Beethoven. Clav.-Violoncellson. Op. 18 v.
Rubinstein, Ciaviersoli v. »chubert u. Mendelssohn.
Pforzheim. Conc. der Liedertafel (Wiemann) am 23. Jan. :
Männerchöre v. Seh war tz (Rheinlied), Netzel („Gehen und
Kommen"), Dregert („Zieh hinaus") u. Fischer („Meeres-
stille"), Tanzweisen f. Clav, zu vier Händen v. Kienzl(HH.
Graff a. Heidelberg u. Wiemann), Solovorträge der HH. Ab-
recht (Ges.), Nagel (Ges., „Abschied" v. Hörn etc.), Meyle (Ges.,
gZwei Särge" v. R.Wiemann u. „Grondoliera" v. Thiele) u.
Wamke a. Baden-Baden (Violonc, Adagio v. Davidoff, Se-
renade V. Sitt, Mazurka v. Popper, „Aibumblatt" v. R. Wie-
mann, Tarantelle v. Cossmann etc.).
Strassburg i. E. Conc. des Pianisten Hm. Ebert-Buch-
heim imt. Mitwirk, der Frau Thomas-Schwartz (Ges.) u. des
Hm. Zimbauer (Viol.) am 6. Jan.: HmoU-Rondo f. Clav. u.
VioL V. Schubert, Soli f. (3es. v. Bruch („Ligeborg'sElage"),
Franz („Aus meinen grossen Schmerzen") u. A., f. Clav. v.
Beethoven (Sonate Op. 67), Schumann („Camaval"), Brassin
(Noct.y, Chopin-Rosenthal (Des dur- Walzer) u. Liszt (Polen.)
u. f. Viol. V. Ries (Romanze u. Scherzo a. der Fdur-Suite).
(Ueber den Hm. Concertgeber schreibt ein dort. Blatt u. A.:
„Mit einer Gewissenhaftigkeit, dabei mit künstlerischer Seele,
mit bis ins Kleinste sich versenkender, feiner Au£&ssang be-
handelt der hochbegabte Pianist seine Vorträge. Man hat das
wohlthuende Gefühl, dass er ganz in seiner Sache aufgeht.
Wenn Ebert-Buchheim spielt, gibt er sich selbst, gibt er alles
Schöne, was in seinem Innern vorherrscht, imd dessen ist ein
reicher Born vorhanden.")
Trier. Conc. im Officier-Casino des 29. Inf.-Reg. „von
Hom" am 22. Jan.: Ouvert. .Meeresstille and glückliche Fahrt"
V. Mendelssohn, „Altdeutscnes Weihnachtsliederspiel" f. Soli.
Chor u. Oirch. (unt. Benutzung von Liedern a. dem 14. und
15. Jahrh.) v. P. Druffel u. Ä. m.
Wiesbaden. Cyklus von zwölf Concerten des städt. Cur-
orch. (Lüstner) unt. Mitwirk, hervorragender Künstler: No. 7.
8. Symph. v. Brahms, „Faust"-Ouvert. v. Spohr, Violinvor-
träge des Hrn. Sarasate (3. Conc. v. Bruch u. Romance andal.
u. Chant du rossignol eig. Comp.). No. 8. 2. Symphonie v.
Beethoven, „Camaval romain" v. H. Berlioz, Largo cant. L
Streichquart, v. Haydn, Claviervortrl^ des FrL Kleeberg a.
Paris. No. 9. Esdur-Symphonie v. Haydn, Symphoniesatz
84
„Wallenstein^s Lager** v. Rbeinberger, „Manfred**-Ouvert.
V. Schumann» Olaviervortrage der Frau Essipoff (Barcarolle v.
Bnbinstein, Etüde humor. und „Babillarde" v. Lesche-
tizky etc.).
Witten. 2. Conc. des Musikyer. unt. sollst. Mitwirk, des
Frl. Naber a. Cöln n. des Hm. Städtgen a. Elberfeld: „Harpa**
f. Soli u. Chor ▼. W. de Haan, „Sonntags am Rhein" f. Chor
y. Vierlinge GesangsoU v. R. Wagner (Lied an den Abend-
stem a. „Tannhäuser"), Bruch („Ingeborg's Klage"), F. Lor-
leberg („Spielmannsleben"), J. Brahms („Feldeinsamkeit"),
Yolkmann („Die Nachtigall**) u. Nicolai (Variat. üb. Weber's
Wiegenlied).
Zittau. Goncert der Kaufmännischen Gesellschaft am
19. Jan.: „Michel Angelo**-Ouvert. v. Ghtde, Orch.-Variat. v,
R. Wüerst, „Ave Msuia** f. Streichorch. ▼. Liszt, „Flirta-
tion** f. do. V. P. Steck, Violin vortrage des Hm. A. Krasselt
a. Baden-Baden (1. Conc. v. Bruch, Wiegenlied v. R.Pohl,
Mazurka v. Zarzycki etc.).
Mp VeraUäte Programme, soieU Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben t
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Chicago. Frl. Maud Powell, Eine der besten Geigerin-
nen Amerikas, hat hier mit riesigem Erfolge gespielt.
— Cöln. Li der Musikalischen Geselkchafb spielte unlän^t
der junge Pianist Hr. Afferni aus Leipzig und jB;e wann sich
mit seinen virtuosen Leistungen den regsten Beiiall der zahl-
reichen Zuhörerschaft. — Detroit. Am 12. Jan. erschien der
Pianist Hr. Paderewski hier auf dem Goncertboden und
wurde nach jeder Nummer seines Programms, besonders nach
Schumann's „Carnaval**, stürmisch applaudirt und immer
wieder gerufen. Mit mehreren Zugaben beschwichtigte er
den Sturm. — Halle a. S. Im letzten Concert der JFride-
riciana** waren drei junge Leipziger musikalische Kräne soli-
stisch thätig. Von ihnen war Frl. Polscher diejenige,
welche sich hier schon seit längerer Zeit der grössten und
berechtigtsten Beliebtheit erfreut. Sie hat auch £eses neueste
Mal mit ihrem Gesänge das reinste Vergnügen bereitet. Dire
schöne, jugendlich-schmelzvolle Stimme, die vorzügliche Aus-
bildung derselben und die stets lebensvolle warmblütige Auf-
fassung feierten auch hier wieder Triumphe. Von den beiden
Leipziger Herren gab sich der Tenorist Hr. Borchers als
ein Sänger von Empfindung und künsüerischem Geschmack
zu erkennen, während der Bassist Hr. Schreiber noch zu
sehr am Lampenfieber zu leiden schien, als dass man ernstlich
mit ihm ins Gericht gehen sollte. — Lüttieh. Das2.Nouveau-
Concert erhielt seinen solistischen Glanz durch Hm. Prof.
Heer mann aus Frankfurt a. M^ welcher mit seinen Violin-
vorträgen, namentlich dem des Brahms'schen Concertes, Sen-
sation erregte. — Magdeburg. Das 4. Concert des Kaufmän-
nischen Vereins hatte ausser einer beliebten einheimischen
Sängerin die Pianistin Frl. Meta Walther aus Leipzig als
Soliitin, welche sich auch wieder bei dieser Gelegenheit als
Eine der brillantesten und temperamentvollsten Pianistinnen
des jüngsten Nachwuchses erwies und als solche begeistert
gefeiert wurde. — Marseille. Im 13. Concert der Association
artistique hat die jugendliche Geigerin Frl. Juliette Dantin
ausserordentlich gefeulen und auf wiederholte Hervorrufe mit
einer Zugabe geantwortet. — Philadelphia. Hr. Alwin
Schröder hat hier in einem Concert enthusiastische Bewun-
derer seines Violoncellspiels gefanden. — Weimar. Li der
2. Aufftihrung von „Tristan und Isolde*', die bei ausverkauftem
Hause glänzend verlief, sang~Hr. Bud. v. Milde gastweise den
Kurwenal, und zwar, wenn auch unvorbereitet, mit bestem Ge-
lingen. Hr. AI Vary, früher der Unsere, eröffnete als Tann-
häuser ein Gastspiel. Die Aufnahme des Sängers war eine
äusserst warme. Sein weiteres Auftreten wird u. A. den
Walther Stolzing und Tristan umfassen.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 6. Febr. ,2Es sollen wohl Berge
weichen" v. Dr. W. Eust. „Dir, dir, Jehovah" v. S. Bach.
Nicolaikirche: 7. Febr. „Zeuch ein zu deinen Thoren" von
Th. Weinlig.
OpernauffUhrungen.
Januar.
Coburg. Hoftheater: 10. Die Zauberflöte. 13. Der Bar-
bier von Sevilla. 16. u. 18. Teil. 21. Der Troubadour. 24.
Lohenmn. 96. Cavalleria rusticana. 27. Bigoletto. 39. Der
fliegende Holländer.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
*** Der Danziger Gesangverein unter der anfeuernden
Leitung des Hm. Gustav Schumann wiederholte am 81. Jan.
mit grossem Erfolge die vor Kurzem erstmalig von ihm dar-
gebotene Auffllhrung von Beethoven 's 9. Symphonie.
* In einem Monstreconoert, das am 31. v. Mts. im Teatro
Principe Alfonso zu Madrid stattfand, erregten Fragmente
aus Wagnerischen Musikdramen einen seltenen £2nthu-
siasmus.
* In dem am 15. d. Mts. stattflndenden 5. Akademi-
schen Orchesterconcert in Leipzig wird die Gbtttin des
Dirigenten dieser Ooncerte, die Pianistin Frau Clara K retzsch-
mar, solistisch mitwirken, und zwar dergestalt, dass sie die
eine Nummer auf der alten, die andere auf der Jankö-
Glaviatur spielen wird. Frau Kretzschmar ist nach un-
f laublich kurzem Studium vollkommene Meisterin auf dem
ank6-Flilgel geworden, ohne dabei an ihrer Bedeutung als
Vertreterin der bisherigen Glaviatur einzubüssen. Indem sie,
mit dem alten Glavier aufgewachsen und auf demselben zur
vollsten Eünstlerschafb gereift, trotzdem objectiv die Janko'-
sche Erfindung. betrachtete und dieselbe erprobte, bildet sie
Eine der wenigen so rühmlichen Ausnahmen unter ihren
zahllosen Kunstorüdern und -Schwestern.
* Während der Anwesenheit Sr. Majestät des Königs
Albert in Leipzig gelegentlich der Ausstellung für das
Bothe Kreuz wurde dem Pianisten Hm. Wen dl in g die Ehre
zu Theil, demselben im Saale Blüthner auf einem klang-
schönen und mächtig ausgibigen Jankö -Flügel dieser Welt-
flrma Verschiedenes (darunter das an einem zweiten Flügrel
von Hm. Buthardt begleitete Scherzo aus Saint-Saöns' Gmoll-
Goncert) vorspielen und die Eigenschafton und Vortheile
dieser genialen Erfindung erklären zu dürfen. Der hohe Herr
verfolgte mit grosser Aunnerksamkeit die Vorträge und legte
auch sonst warmes Interesse &a das neue Instrument an oba
Tag, das seltsam abstach .'von der Gleichgiltigkeit, welcher
dieser grossartige Fortschritt im Glavierbau in vielen Kreisen
noch begegnet. Das ganz Traurig an der Sache ist, dass gerade
unter den Pianisten die hartnäckuston und wüthendstenGtegner
der verbesserten Glaviatur des Hm. v. Janko sich befinden,
die die lächerlichsten Mittel nicht scheuen, derselben den
Weg in den praktischen Gebrauch zu erschweren. Kennen
wir doch sogar Einen dieser Zeloten, von dem man als ver-
bürgt erzählt, dass er neue Schüler nur annimmt, wenn sie ihm
schriftlich die Versicherung geben, die Hand von dieser ver-
fehmten Glaviatur zu lassen.
* Die Leitung der diesjährigen Kammermusikabende der
Philharmonischen Goncerte zu Bremen, welche in den Hän-
den des im November verstorbenen Bob. Heckmann lag, ist
an den Weimarischen Hofconcertmeistor Hm. Halir über-
gegangen.
* Der Pianist Hr. de Greef, Professor am Gonseryatorium
in Brüssel, wird in Paris vier historische Goncerte
geben, in welchen er die Glaviermeister vom 16. Jahrhundert
is auf unsere Zeit vorfllhren wird.
* Nachdem das Hoflheater zu Dessau am 99. Jan. das
Vorspiel zum „Ring des Nibelune^n" mit grösstem Erfolg
zur ersten Darstellung für dort georacht hatte, liess es dem-
selben am 7. Febr. die „Walküre" folgen, welches Werk mit
einem' wahren Jubel von dem Publicum aufgenommen wurde.
Die Aufführung gestaltete sich unter der excellenten Leitung
des Hm. E[lughardt zu einem vollen Ehrenabend filr alle an
derselben Betneiligton.
* Im Stadttheater zu Halle a. S. unter der intelligenten
Direction des Hm. Budolph werden in diesem Monat „Tristan
und Isolde", „Die Walküre" und „Siegfried", Letzterer
als Novität, zur Aufführung gelangen. Als Gäste werden in
diesen Aufführungen die Frauen Moran-Olden und Sucher
und Hr. Gudehus mitwirken.
* „Lohengrin" ist in der Grossen Oper zu Paris nun-
mehr bereite 80 Mal aufgeführt worden.
* Im Hofopemhaus zu Berlin fand am 4. d. Mte. die
300. Aufführung von Wagner 's „Tannhäuser" statt. Der-
i
85
selben wohnte a. A. die Wittwe des Meisters bei. Es steht
daselbet in Külrze ein yollständigerW agner- Gy kl ns bevor.
•
* In Lyon wurde ein neues Streichquartett be-
gründet, das den stolzen Namen „Jean Sebastian Bach^ an-
genommen hat.
* Die letzte „Nibelungen^ -Auffuhrung in Dresden,
welche, abweichend von der ursprÜngKchen Disposition, am
2. d. Mts. endigte , hat wieder grossen Enthusiasmus erreet.
Wir kommen auf die zweite Häfite derselben in unserer n. No.
zurück.
* Im Stadttheater zu Leipzig^ erschien am 7. d. Mts»
Messag^r's „La Basoche" als Novität und gefiel recht gut.
* Trotz der abfälligen Kritik, welche Mascagni's „Gaval-
leria rusticana** in Paris gefunden, bringt dieselbe ^osse
Einnahmen, w&hrend Bruneau's vielbelobte Oper „Le B^ve*'
es niemals zu einem Gassenstück bringen will.
* Das Deutsche Landestheater zu Prag hat die neue Oper
.Friedel mit der leeren Tasche** von M. J . Beer zur Auf-
nihrung angenommen.
* A. Forste r*s Oper *s Lorle**, unl&ngst in Neustrelitz
zur Premiöre geläufig, wira in dieser Saison auch noch in
Hamburg und Schwerin in Scene gehen.
* Die „Münchener Neuesten Nachrichten*^ brachten kürz-
lich die überraschende Nachricht, dass Goepfart*s „Musik-
drama »Sarastro«, welches in Hengelo einen so nachhaltigen
Erfolg errang** (man erinnere sich gef. unserer betr. Mittheilung
in der vor vor. Nummer!), von den Hoflheatem zu Stut^art,
Weimar und Dessau und den Stadttheatem von Nürnberg,
Strassburg, Düsseldorf und Halle a. S. zur Aufführung
angenommen worden sei. Wir können auf Grund direc-
ter Liformationen die unglaubliche Thatsache constati-
ren, dass an dieser Mittheuung kein wahres Wort ist und
sie sich somit als Eine der frechsten Beclamenotizen
erweist, die noch je von Operncomponisten oder -Dichten^ in
die Presse lancirt worden sind.
* Hr. Anton Bubinstein, welcher kürzlich in Wien
ein Wohlthfttigkeitsconcert mit grossem pecuniären Erfolge
veranstaltete, erhielt für dieses Verdienst die grosse goldene
Salvatormedaille vom Magistrat der Stadt Wien. In Dres-
den scheint das von ihm zu gleichem Zweck gegebene Gon-
cert nicht dasselbe Besultat gehabt zu haben, weil bekannt
f3worden war, dass er noch ein allerletztes Goncert, mit
rau Krebs-Brenning zusammen, veranstalten werde. Soeben
meldet die „Dr. Z.^, dass Hr. Bubinstein definitiv nach
Amerika reise, um dort gegen ein Honorar von 625,000 Frcs. in
50 Goncerten zu spielen. Der Garant ist Hr. Hermann Wolff
in Berlin.
* Hr. Moriz Bosenthal gibt in Leipzig am 12. d. Mts.
ein eigenes Goncert, zu welchem, infolge seiner Triumphe
im G^wandhause, die Billets bald nach deren Ausgabe ver-
griffen waren.
* Wie man schreibt, hat Hr. Hofcapellmeister Schmitt
in Schwerin seine Entlassung aus der von ihm 36 Jahre hin-
durch au& BühmUchste .behaupteten Stellung eingereicht.
* In den Lehrkörper der philosophischen Facultät der
Berliner Universität ist kürzlich Hr. Dr. 0. Fleischer, der
Director der königl. Sammlung alter Musikinstrumente, als
Privatdocent eingetreten.
* Hr. Arno Rief fei, zur Zeit Gapellmeister am Stadt-
theater zu Göln, tritt, an Stelle des abgehenden Hm. Prof.
Bob. Badecke, als künstlerischer Beirath der Directorin und
Theorielehrer in das Stem'sche Oonservatorium zu Berlin ein.
* Das Guratorium der Liszt -Stiftung hat in vor. Woche
den HH. Dr. Bob. Franz (Halle a. S.), Alexander Bitter
(Würzburg), Otto Urbach (Weimar), Ant. Förster (Leipzig)
und Franz bersten (Berlin) Ehrengaben von je 500 ML dem
Halle'schen Liedermeister auf Lebenszeit sich aiyänrlich
wiederholend, den üebrigen als einmalige Spende, überwiesen.
Eine Ehrengabe von 800 Ji empfing des Weiteren Hr. Musik-
director Beubke in Halle a. S. für die mit der dortigen Sing-
akademie bewirkten Aufführungen von Liszt's „Legende von
der heil. Elisabetii** in Halle a. S. und Leipzig.
* Zum Professor der theatralischen Litteratur am Oon-
servatorium in Paris an Stelle des verstorbenen de Lapom-
meraye ist Hr. Marcel Fouquier ernannt worden.
* Der König von Bum&nien hat den Berliner Hofcapell-
meistem HH Sucher und Weingartner das Bitterkreuz
des Ordens ^Stem von Bumänien** verliehen.
* Hm. Gapellmeister Aue. Meissner in Stockholm wurde
vom König von Schweden oie goldene Medaille Litteris et
artibus verliehen.
Todtenliste. Baron Bodo^ 0 r cz v, Gomponist, t» 56 Jahre
alt, in London. — Frl. Annie Bichardson, vortreffliche
Altistin, t am 15. Jan. in Liverpool. — John Sebastian Evans,
vortrefflicher Musiker, Gteiger, I^ianist und Lehrer, f, 23 Jahre
alt, in Liverpool. — Gapellmeister Mannsfeldt, durch seine
mehrjährige Di rigententhätigkeit in Dresden bekannt fi;eworden,
später in Bad Rms als GapeUmeister der GurcapelTe thätig,
t, 50 Jahre alt, daselbst am 3. d. Mts. — Garl dcheel, Be-
gründer und Inhaber der Hoi^ianofortefiBibrik Garl Scheel in
Gassel, ein hochintelligenter Glavierbauer, f am 26. Jan. —
Aug. Schubert, k. preussischer Kammermusicus a. D., einst-
ma& ausgezeichneter Glarinettist, ti ^^ Jahre alt, kürzlich in
Potsdam.
Offener Sprechsaal.
Zum Capital der „Naehempflndong«.*)
Vielleicht trägt es Etwas zur Beruhigung Hm. Dr. Bei-
mann*s bei, wenn ich hiermit erkläre, dass die von ihm zu
meiner Belehrung publicirten Quinten-Paralielen aus Bach's
Werken mir Neues nicht bieten. Freilich lernte ich sie an
Ort und Stelle kennen und hatte nicht nöthig, die Ziehn^sche
Harmonie- und Modulationslehre erst um Hilfe anzugehen.
Begegneten mir gelegentlich in Bach*s Werken derg^leichen
von der Theorie vei^nte Formen, so beschied ich mich und
überliess die Verantwortung dafür dem Meister. Auch erin-
nerte ich mich daran , dass Vater Homer zuweilen ebenfalls
p;eschlafen hat. Ein anderes lateinisches Sprüchlein übergehe
ich lieber mit Schweigen.
Aus der Thatsache, dass Seb. Bach hin und wider eine
Quinten-Parallele setzte, nun zu folgern, jeder Beliebige dürfe
dem grossen Meister diese verpönte Waare »mit vollem
Bewusstsein" aufdrängen, dazu gehört wirklich ein star-
kes Selbst^fÜhl! Ein solches hat Hr. Dr. Beimann in dem
von mir citirten, sehr übellautenden Notenbeispiele ge-
zeigt; er muss sich daher einen entschiedenen Protest von
Leuten gefallen lassen, die obige Ansicht theilen, ohne den
„Quintei^ägem" beigezählt zu werden.
Halle, den 6. Febr. 1892.
Bobert Franz.
*) Wir lassen diese Erklärung des verehrten Hall eschen
Meisters das letzte Wort in dieser Streitsache sein.
D. Bed.
Hochgeehrter Herr Bedacteur!
Ihre Vermuthung, dass ich zu dem famosen Briefe Ehrliches
Etwas zu bemerken haben dürfte, kann ich in bejahendem
Sinne durch eine genetische Entwickelung der ganzen Leidens-
geschichte unseres geschätzten Berliner £itikers beantworten.
Als ich im December 1890 in Berlin concertirte, mischte Hr.
Ehrlich in seiner Becension Über mich derartige Lobesfanfaren
und Buhmesposaunen in das gewohnte „Blech** seiner kriti-
schen Auseinandersetzimgen, £u3S ein illustrer älterer Gollege
daran collegialischen Anstoss nahm und Hm. Ehrlich dar-
über Vorwürfe machte, der sich auch, nach seinem eignen 6e-
ständniss, durch denselben beeinflussen Hess und mich schon
in der zweiten Kritik nicht mehr mit Garl Tausig, sondern
mit einer Spieluhr verglich. 0, quae mutatio rerum! Meine
diesbezügKcne Interpeuation beantwortete Hr. Ehrlich in
geistvoller Weise danin, er wäre missgestimmt gewesen, er
hätte Bheumatismus im Arm ^gehabt. Ob dieser Rheumatis-
mus nicht durch den schroffen Temperaturwechsel seiner
Kritik entstanden ist?
Dieser chamäleonartige Farbenwechsel und nicht
die ganz köstlich erfundene f^bel von meiner angeblichen TJn-
kenntuiss Bach'scher Vortragszeichen p?) und Bach'scher
Stimmführung war der Grund, dass Hm. Ehrlich das Beferat
über meine diesjährigen Goncerte durch Hm. Ghefredacteur
8G
Lerysohn entzogen wurde, und war Letzterer auf mich nicht
durch Wiener Saufleute, sondern durch Hm« Pro£ Stoerk,
den berühmten Laryngologen, dessen Freundschaft mich ebenso
ehrt, wie die Feindscnaft des Hm. Ehrlich, aufmerksam ge-
macnt.
Die restlichen Anschuldigungen H. Ehrliches sindfieistso
läppisch, wie sein Briefwec^el mit Hofrath Hanslick. Am
19. März 1887 schrieb Hanslick in der „Neuen Freien Presse**
über mich: „Hr. Rosenthal entwickelte eine unver-
gleichliche Zartheit des Anschlags und Vortrags.**
Wenn ich ietzt wieder „unmusikalisch** bin, so ist vielleidit
meine allzuhäufi^e Lecture der Hanslick'schen Musikfeuilletons
schuld daran. Behr zu Herzen ^hen mir dagegen der tiefe
Seelenschmerz Hanslick's und seme sanfte, rührende Klage,
ich hätte ihn nicht gegrüsst. Seien Sie getrost, Hr. Hofrath,
ich will mein beispieUoses Vergehen wieder gut machen, schon
aus weiter Ferne will ich den Hut lüften im zierlichsten
Legatoboeen, Ich will das Schubert'sche „Sei mir gegrüsst*'
vor mich hinsummen, so oft oder so selten ich Direr gedenke,
und sehe ich Sie, so soll mein Bücken so gerundet und höhl
werden wie Eines Ihrer ^lungensten Feuilletons. Also lassen
Sie wieder Buhe und Frieden in Ihre conservative firust ein-
ziehen, Hr. Hofrath, oder wenn Sie das trauliche »Du** ge-
statten
„So viele Stemlein am Himmel stehn,
So oft sei Du mir ^^üsst.**
SchKessHch sei mir noch die Bemerkung gestattet, dass,
um Hm. Ehrlich die zeitraubende Beschäftigung des Brief-
schreibens an alle Bedactionen zu ersparen, ich ihm gern
meinen Hektographen zur Verfügung stelle.
Ihnen, Hr. Bddacteur, den Ausoruck meiner besonderen
Hochschätzung, in der ich verharre als Ihr ergebenster
Wien, Februar 1899.
Moriz Bosenthal.
B X* i e f ]£ asten«
F, T, in C, Wir verweisen Sie betr. des G.'schen „Sa-
rastro** auf unsere Mittheilung unter den heutigen Notizen.
— Auf der Wahlstatt in Leipzig ist der grosssprecherische
Herr noch nicht erschienen.
L. G. in H. Sie finden die beiden nachgefragten Instru-
mentalwerke in dem 189 Ler Musik-Verlagsbericht von Breit-
kopf & Härtel in Leipzig, welchen Sie mit der No. 6 unseres
Blattes erhalten habcni, verzeichnet. Die bez. Ghsangschule
erschien bei B. Schott's Söhne in Mainz.
IV, in IV, Handeln Sie ^mz nach Ihrem Gutdünken;
wir sind sicher, dass Sie das Bichtige in dieser Sache treffen
werden.
Anzeigen.
[158.]
Quittung und Dank.
Für Halm's gingen ein; Procurist Breuer 1 Ji, Baron
Dr. V. Wünsch 8 Jt, Frl. N. B. 2 MF. — Summa: 6 Ji.
Dr. D.
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Soeben erschienen: [165.]
Quatre Morceaux
de Piano
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ARTHUR BIRO.
Op. 33.
No. 1. Scherzando. J$ 1,20. No. 3. Valse noble. Ji 1,20.
No. 2. Appassionato. Ji 1,60. No. 4. Humoresque. Ji 1,20.
Im Verlage von Julius Halnauer,
kgl. Hof-MuBikalienhandlung in Breslau,
ist erschienen: [166.]
Das Vaterunser.
Ein Oyklüs von Gesängen nebst Declamation als
verbindendem Text.
Gedicht von Dr. Hermann Unbeseheid.
Für zwei- und dreistimmigen Chor (Sopran und Alt),
Sopransolo mit Begleitung des Pianoforte, verbin-
dendem Text und lebenden Bildern,
Letztere nach Belieben.
Nnsik von
Otto JHflller
Op. 20.
Ciavierauszug mit Text Ji 3,25.
Solostimme „ — ,50.
Ghorstimmen „ 1,30.
Textbuch „ — ,20!
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(Gedictt voQ Hugo von Blomberg.)
Für gemisclitiin Chor und Orchester
compoDirt von
MaxMeyer-Olbersleben.
Op. 34.
Clavieranazog ^ 2, — . ChoTstimmeB (425 ,^) Jt 1, — .
Partitttr n, ^ 4, — . Orcbesterstiinmen n. X 10, — .
Das Werk ist bereits in Terschiedenen Stttdten (CfllD,
WflrzbuFff, Weimar, HAraber; und Landshat) seitens ber-
vorragender Concert Vereinigungen mit groesem Erfolg zur
ÄaßUirnng gebracht worden. ui% Presse hat sich durcnweg
günstig übM die Composition geftussert. Einige Proben aus den
Stimmen der Presse mögen hier folgen; [168.]
Cölner HaehFlehtea: (6. Gürzeniob-Conoert.) „Köoigin
Waldlieb" von Hax Meyer-Olbetslaben ist eine sinnig roman-
tische Tondichtong. die jedem feinen Concertprogramm tat
Zierde gereichen wird.
AasNOrnberg . . .; (Weihnachtsfeier des „Sing Vereins") . .
Die Composition athmet die im Text liegende Empfindung. ..
Die InsträmentaleinleituoK malt Waldeasäuseln and Vogdge-
zwitBcber. Am Sohluse fällt, ohne does der Qmndstinunung
Gewalt angethan ^^re, die Steigerung nicht.
Carler von Niederbayern: (Concert der „Landshuter
Liedertafel ".) Eigenartige Poesie athmet der Text und eigen-
artig, wenn anch an Weber, Liszt und Wagner anklingend,
ist nie Composition mit ihrem reichen Harmonie Wechsel. Der
Componist zeigt in seinem Werke eine bemerkensworthe
Kenntnifie der Urcbest«rtechnlk , wie denn die gesammte In-
Btnunentation einen gewiegten Musiker von Fach verr&tb.
Die Sftngerhalle: In Worten und Tönen weht duftige
Waldpoesis nnd treibt duftige Blüthen. Besonderes Lob ver-
dient die gewählte und bewwUche Harmonik, mit welcher
der Componist seine ansprechenden Melodien im Ansdnick
gut unterstützt.
Verlage ersohieni
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bester Qualität, einfache und elegante
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Op. 37. Die Jahreszeiten. 12 Cbaraktentficke mr
Pianoforte. Complet in 1 Bande. Brochirt n. Jl 2,&0.
' Einzeln:
No. 1. Janoar. Am Kamia . .
„ 2. Febniar. Gameval . .. .
„ 3. Mar«. Lied der Lerche
April. Schneeglöckcben .
Mai. Helle Nftchte . .
„ 6. Juni. Barcarolle . . .
„ 7. Juli. Lied des Schnitters.
„ 8. August Die Ernte . . .
„ 9. September. Jagdlied . .
„10. October. Herbstlied . .
„11. November. Troika-Fahrt .
„ 12. December. Weibnachten .
Dasseii»e. Für Pianoforte zu 4 Hftnden bearbeitet
von Professor W. Krüger.
Complet in 1 Bande. Brochirt netto Jt 3, — .
Einzeln :
No. 1. 1 .X 26 4. No. 2.\Ji2b ^. No. 3. 75 4.
No. 4. 1 ^ No. 5. 1 ^ Ne. 6. 1 ^ No. 7. 75 4.
No. 8. X J» 50 4. No. 9. 1 ^ 2& 4. N0.IO. 75 4.
No. 11. 1 .^ 25 4. No. 12. 1 ^ 25 4.
Leipzig.
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tag den 21. April Vormittaas 10 Uhr im Probesaale
der Scnule.
Besonders befähigte, aber bedürftige Schüler oder Schüle-
rinnen können zur Ausbildung fCbr Oper- und Goncerte^esang
oder [auf irgend einem Instrumente flpeien IJntemtmt er-
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Leipzig, am 18. Februar 1892.
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'^SSS^ für lusiker und Musikfreunde. ^
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für Musiker und Musikfreunde.
Terantwortüchei- Eedacteur und Verleger:
E. W. Fritzsch,
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IXDL Jahrg.] g
Das MuaikaliBche Wochenblatt erscheint jährlich in 52 Nummern. Der AbonnemeDtabetTft^
ffir das Quartal von 13 Nummern ist 3 Mark; eine einzelne Nummer kostet 40 Pfennige. Bei
weitere Länder des Allgemeineu Fottvereine. -
Zuzrundelesung vorstehender BeiugebedinKungen berechnet.
Die IneeTtionggeb Uhren (hi den Raum einer gespaltenen Tetitzeile betragen 30 Pfennige.
[No.
iBhall: Kritih: Hut Heise'a mnslkaligche EstechiBmen, — TagesgaioMobte : Mnsilihtiete ans Basel (Sohlnss], Carlsratie (Sclilnss) and Wii
seteong). ~ Berichte. — Conosi'taiiualuu. — EngagemsaU und Osa^lele In Oper und Conoert. — ElTohenmr--'- " '*"
— Vermisclite KlttheilnngeD imd Hotlzen. — Offener Spraohsaal. '^-•••—<-— ■-■■ " "
""""""""'"~ - Anzeigen,
äitlsoher Anhang: Compositiai
_. (Foifr
OpemanffUhntngeil.
Otto Srhmjdt nnd Wiel-Lange.
Kritik.
Max Hesse's musikalische Katechismen.
Ea wsr ein glücklicher Gedanke der rühmlichst
bekannten Verlagehandlung, das WisaenBwerthe aus den
verschiedenen Zweigen der musikalischsn Kunst in ge-
drängter und doch alles Wesentliche umfassender Form
von tüchtigen Fachmännern behandeln zu lassen. Die Num-
mern 1 — 6 dieser Katechismen sind schon früher in diesem
Blatte gebührend gewürdigt worden; seither ist ihre Zahl
um 15 gewachsen, nnd man kann denn sagen, dass in den
21 Katechismen so ziemlich Alles zu finden ist, was ein
Jeder wiesen soll, der anf eine höhere musikalische Bil-
dung Anspruch erhebt. Dei Verfasser der Meisten ist
der unermüdlich thätige, geniale Dr. Hngo Riemann,
dem die Musikwissenschaft schon seit langer Zeit zu
grossem Danke verpflichtet ist.
Man ist oft geneigt, mit solchen Katechismen den
Begriff der Ungründlichkeit nnd Oberflächlichkeit zu ver-
binden, denn dieOefahr liegt nur zu nahe, bei dem Stre-
ben nach Kürze, Knappheit und Uebersicbtiichkeit in
Phrasen und wenig bedeutende Schlagwörter zu verfallen.
Riemann hat diese gefährliche Klippe glücklich ver-
mieden. Was er bringt, sind keine ÄUtagsanscbauungen,
die man sich auch aus jedem anderen Compendinm holen
kann, sondern einerseits hat Riemann das sämmtliche von
ihm darzustellende Material vollständig durchdacht und
gibt darum auch fast überall neue Gesichtspuncte, anderer-
seits ist die Form, in welche er seine Ausführungen kleidet,
nicht eine leichte, oberflächliche, sondern auch darin ist
er der Mann der Wissenschaft. Es gehört darum schon
ein ziemlich bedeutendes allgemeines Wissen dazu, um R.
überall folgen zu können.
Die vier Katechismen, die nicht R. zum Verfasser
haben, sind in gleicher Weise von tüchtigen Fachleuten
bearbeitet. Es sind dies Katechismus 7, verfasst von
Dannenberg, der das Wissenswerthe über das Oesangs-
organ, die Tonbildung, Aussprache beim Gesang u. A. in
übersichtlicher Form darbietet, sowie die Katechismen
12 — 14, welche sich über das Violinspiel (K. 12), das
Violoncellspiel (K. 13) und das Taktiren (K, 14) verbreiten.
Ausser den technischen Dingen werden die kurzen histo-
rischen Ueberblicke gewiss besonders gefallen. Der Ver-
fasser der letzteren Drei ist Prof. C. Schröder.
Die musikalische Compositionslebre hat Riemann in
zwei Theilen behandelt, und zwar in K. 8 die allgemeine,
in K. 9 die angewandte Formenlehre. R. geht aus von
den kleinsten musikalischen Gestaltungen, den Motiven,
und entwickelt progressiv die grösseren Verhältnisse bis
zu den Formen des thematischen Baues, an welche sich
dann Erörterungen anknüpfen über die Suite, Sonate,
Symphonie u. A., also die cyklischen Formen.
Zur Erklärung der theoretischen Auseinandersetznn-
gen dienen mit Sorgfalt ausgewählte Beispiele ans den
Werken der grossen Tonmeister. Der zweite Theil (die
angewandte Compositonslebre) enthält u. A. eine sehr
gründliche nnd von vielem historischen Wissen zeugende
Behandlung der Formen der Tanzmusik in alter und neuer
Zeit. Das General bassspiel, welches den Inhalt des K. 10
bildet, erhält von R. eine ganz neue Gestalt Nach Er-
klärung der bisherigen Methoden führt R. die seinige aus,
welche auf dem Princip des Klangschlüssela baeirt; Letz-
terer hinwieder findet seine Begriindung in der Auffassung
do
des MoUdreiklaoges als eines dem Durdreiklang entgegen-
gesetzten Gebildes. R. führt jeden Zusammenklang zurück
auf Einen der beiden genannten Grundaecorde. Die gänz-
lich eigene Auffassung der Zusammenklänge durch R.
macht sich noch mehr g^tend in dem Ejitechi^us der
Harmonielehre (K. 15). R. ist vielleicht nach Hauptmann
derjenige, dem diese Wissenschaft am meisten zu danken
hat, an Vielseitigkeit übertrifft er denselben bei weitem.
Den Lesern des „Musikalischen Wochenblattes"* sind R.'s
Theorien nicht neu, er selber hat verschiedene Male
sich darüber ausgesprochen, und es mag darum hier mit
diesem Hinweise genug sein. Dasselbe gilt von dem Ka-
techismus der Phrasirung (K. 16). Die Versuche R.'s um
eine richtigere Phrasirung der Compositionen sind bekannt,
seine Vorschläge auch praktisch geworden in Ausgaben,
in welchen seine Methode angewendet ist. Die Analysen
classischer und romantischer Tonsätze, an welchen R. seine
Ansichten entwickelt, lassen aufs Neue erkennen, wie tief
R. den Dingen auf den Grund geht. Am meisten neu mag
der Inhalt des Katechismus des Musikdictats (K. 11) er-
scheinen, welcher systematisch die Fähigkeit entwickeln
will, gehörte Musik dergestalt zu erkennen, dassmansie,
wenigstens der Hauptsache nach, niederschreiben kann.
Der grosse Nutzen solcher Uebungen springt sofort in die
Augen, und es wäre zu wünschen, dass an allen Conser-
vatorienund Musikschulen das Gehör der Schüler in dieser
Weise erzogen würde. K. 18 und 19 geben eine genaue
Analyse von S. Bach's Wohltemperirtem Ciavier und der
Kunst der Fuge unter dem Titel: Katechismus der Fugen-
composition. Die Analysen sind in hohem Grade anregend
durch geistreiche und eigene Auffassung. InK. 20behandeItR.
die Gesangsmusik. Es werden nacheinander die einzelnen
Formen der Vocalmusik dargestellt und an classischen
Mustern erläutert. Auch die beiden noch übrig bleiben-
den Katechismen, K. der Akustik (K. 20) und der Musik-
ästhetik (K. 17), sind sehr werthvoll; namentlich sagen
wir dies von dem Letzteren, der in vieler Hinsicht ganz
neue und der Weiterentwickelung filhige Gedanken über
das Verhältniss des die Musik in sich aufnehmenden Sub-
jectes zu dem Kunstproduct enthält und einen Mittelweg
schafft zwischen den Theorien Hanslick's und Derjenigen,
denen die Musik nur Gefühl ist.
Die Max Hesse'schen Musikkatechismen bilden eine
wahrhafte Encyklopädie des musikalischen Wissens. Auch
die äussere Ausstattung lässt Nichts zu wünschen übrig,
zudem ist der Preis der einzeln käuflichen Katechismen
(1,50 Ji) ein erstaunlich niedriger in Verhältniss zu dem
Inhalt. P. Garwen.
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
(Schluss.)
Basel.
Frau Sophie Menter, deren Mitwirkung das 3, Ooncert
zierte, war in Basel schon seit langer Zeit nicht mehr auf-
getreten, kein Wunder, dass man auf die Leistungen der
Gefeierten Künstlerin sehr gespannt war. Das Beethoven'sche
Isdur-Olavierconcert, sowie die virtuosenhaften Solostücke
wurden denn auch mit Enthusiasmus aufgenommen. Es ist
aber doch manchem Zuhörer und auch mir die rechte Befrie-
digung nie gekommen. Abgesehen von den Solonummem,
meist Liszt*8chen Transscriptionen (Schubert's „Erlkönig*' und
Mendelssohn^s „Auf Flügeln des Gesanges**), fehlte uns im
Concert die innere Wärme, ohne welche alle Technik ein so
bedeutendes Werk nicht zu interpretiren vermag. Oder lag
es nur an dem etwas matt klingenden Fitigel? Kurz, wenn
man sich nicht durch den technischen Vortrag hinreissen
lassen wollte, konnte man auch von der grossen Künstlerin
nicht ganz beMedi|^ sein. „Wem Viel gegeben ist, von dem
wird auch Viel gefordert.**
Das 4. Concert war in seinen Compositionen dem Meister
gewidmet, dessen hundertjähriger Todestag in diese Zeit fiel,
[ozart. Als Solokräfte wirkten Fxau Ida Hu her aus Basel
und der schon weit bekannte jugendliche Pianist Otto Heg-
ner sammt seinem Lehrer Hans Hu her mit. lieber Frau
Huber habe ich schon letztes Jahr nur Vortheilhaflkee berich-
ten können ; auch diesmal erfreute sie uns mit dem anmuthi-
gen Vortrag einer Sopranarie aus der verschollenen Oper
^L*oca del Cairo** und mehrerer Lieder. Neue Schönheiten
JSfozart'scher Musik ofienbarte auch das von den beiden ge-
nannten Künstlern gespielte Concert in Esdur fhr zweiClaviere.
Im 5. Concert trat Hr. Plank aus Carlsruhe auf. Als
rühmlichst bekannter Wagpier-Sftnger vermochte er denn auch,
durch den Vortrag des Liedes an den Abendjstem aus „Tann-
häuser** und von Wotan*s Abschied aus der „Walküre** grossen
Eindruck zu machen. Auch „Die beiden Grenadiere** von
Schumann tru^ er mit vieler Dramatik vor.
Halten wir noch eine kurze Nachlese in den übrigen
Concerten, so ist zunächst daerjenige zu Gunsten des Orchester-
vereins (der freiwilligen Pensionscasse unserer Orchestermit-
glieder) zu erwähnen. Sein Proj^ramm ist in der oben an-
geföhrten Aufzählung in seinen Orchestemummem schon an-
gegeben worden. — Femer üemd eine Matinte der französi-
schen Bläsergesellschaflb Taffanel statt, und endlich heben
wir aus den verschiedenen Mozart-Feiern erstlich ein Concert
im Münster hervor mit dem Vortrag einer Sonate ftir Orgel
und Streichinstrumente, sodann als Höhepunct die Aui^tOurung
des Requiems, eingeleitet mit dem „Ave verum**, durch den
G^esangverein. Es war eine trefflich gelungene, recht herz-
erhebende Feier zu Ehren des grossen Todten.
Auch die erste Hälfte der Kammermusiksoir^en liegt
hinter uns; dieselben fiEmden seitens 4es PubUcums ein^ etwas
regere Tnei Inahme, als frühere Jahre, wohl aus dem Grunde,
dABs die Mitwirkung des Hm. Hans Huber mehr Abwechse-
lung verspricht, obschon die Leistungen unseres Quartetts von
Jedermann anerkannt werden«
und nun zum Schluss noch etwas Persönliches. Unser
Concertmeister Adolf Bargheer feierte im September sein
25jähriges Jubiläum. Seine Schüler, junge und ältere, be-
flückwünschten ihn bei einem bescheidenen Feste, und im
. Concert spielte er bei diesem Anlass das Ooncert in Form
einer Gesangsscene von Spohr. A. Baii'heer (1840 in Bücke-
burg geboren) war der letzte Schüler Spohr*s und kam im
Jahre 1866 nach Basel. Seinem schlichten Sinne entsprachen
die äusseren Erfolg des Concertspiels wenig, und er &nd in
der Thätigkeit, die ihm in Basel zu Theil wurde, mehr Be-
friedigung. Und so steht er denn seit 25 Jahren als Concert-
meister an der Spitze unseres Orchesters und unseres Quar-
tettes; daneben entfaltet er eine rege pädagogische Wirksam-
keit. Er selbst erwähnte bei diesem Anlass, wie Basel eigent-
lich eine verhältnissmässi^^ grosse Zahl Violindilettanten be-
sitze. Das ist vorzugsweise Bargheer's Verdienst; denn ab-
gesehen davon, dass aus seiner Schule mehr als ein tüchtiger
Berufsgeiger hervorgegangen ist, finden immer eine Anzahl
seiner Schüler als freiwiluge Mitglieder Aufnahme in unser
Orchester.
Lidem ich auch in Ihrem Blatte der Verdienste Barg-
heer's lobende Erwähnung thue, schliesse ich dunit meinen
Bericht über die erste Häifle der Concertsaison Basels.
Dr. B. L.
(Schluss.)
Caplsmhe.
Die übrigen drei in die Zeit unseres Berichtes fitllenden
Abonnement-Concerte des grossherzogl. Hoforchesters — im
April, October und November — brachten an Orchester-
werken Beethoven*s sechste und siebente Symphonie, Glinka's
„Kamarinskaja", H. v. Bülow's „Nirwana", Liszt's „Mazeppa"
und die Ouvertüren zu „Euryanthe** und zu „Q^novefii**. Als
Solisten Hessen sich in diesen Concerten hören: Hr. Prof.
Hugo Heermann aus Frankftirt a. Main, der mit der ton-
dl
schönen Wiedergabe des Beethoven'sclien Yiolinconcertes
lebhaften BeiÜEJl errang, Frau Hoeck-Lechner, welche die
grosse Sopran-Arie aus den .Jahreszeiten'' sehr hübsch vor-
trug, Frl. Mailhac, die mit der äusserst stimmungsvollen Be-
prcäuction Liszt'soher und Wagnerischer Lieder einen tiefen
Eindruck erzielte, der Pianist Stavenhagen, welcher das
Adur-Concert und die 12. und 18. Bhapsodie von Liszt, das
Desdur-Praeludium von Chopin und aie Edur- Etüde von
Paganini- Liszt spielte und in diesen Vorträgen ebensosehr
eine erstaunliche Zunahme an technischer Sicherheit und
Bravour, als einen bedauerlichen Mangel an Wärme der Em-
S findung wahrnehmen liess, und schliesslich the last not least
er Prof. Cesar Thomson aus Lüttich, dessen herrliches
G^igenspiel einen geradezu stürmischen Beifall hervorrief.
Hatten uns das 4. uoncert von Vieuxtemps und die Phan-
tasie von Paganini Hm. Prof. Thomson mehr als Techniker
bewundern lassen, so offenbarte sein herrlicher Vortrag des
ersten Satzes aus Bruches zweitem Violinconcert mit zwingen-
der Gewalt seine tief und schön empfindende Künstlerseele,
und diese letzterwähnte Leistung des belgischen Geigers ge-
hört mit zu dem AUerschönsten, was wir je an Gteigenspiel
gehört haben.
In den ständigen Kammermusik- Abenden des Hm. Gon-
certmeister Deeoke und der HH. Hofmusiker Stein-
brecher (für welchen in neuerer Zeit Hr. Hubel einge-
treten ist), Hoitz und Seh übel gelaugten unter der menr-
maligen sehr schätzenswerthen pianistischen Mitwirkung des
Hm. Prof. Heinrich Ordenstein das Fdur-Streichquartett
von Mozart, die Olavier- Violoncellsonate in Ddur von Mendels-
sohn, das ulavierquartett in Adur von Brahms, dieKreutzer-
Sonate, Schumamrsche Lieder, gesungen von Hm. Hof Opern-
sänger Langj das Bdur-Streichquartett Op. 64 von Haydn,
das Streichqumtett Op. 111 von Brahms, Keinecke's Ciavier-
variationen Op. 52 über ein Thema von Bach und Schuberts
Bdur-Claviertrio zu schöner und beifallswürdigster Wiedergabe.
Sehr hübschen Erfolg errangen auch die l)eiden von den
HH. Beuss, Zajic und Jacobs veranstalteten Kammer-
musikabende, an welchen das Esdur-Claviertrio Op. 70, die
Kreutzer-Sonate und das B dur-Claviertrio Op. 97 von !Beethoven,
sowie Volkmann's Bmoll-Claviertrio, Chopm's Olavier- Violon-
cellsonate Op. 65 und Bronsart's Ciaviertrio m Gmoll zu durchaus
schöner Ausführung gelangten, sowie femer das von dem Schrei-
ber dieser Zeilen zu einem wohlthätigen Zwecke gegebene Con-
cert, dessen in musikhistorischer wie vaterländi^üier Hinsicht
sehr interessantes Programm Compositionen Friedrich*s des
Grossen (Sonate n für Flöte und Ciavier und Cantabile aus dem
ersten Conoerte für Flöte) und des Prinzen Louis Ferdinand
von Preussen (Quatuor inFmoU, Op. 6, ffOa Ciavier, Violine,
Bratsche und ViolonceU, Fuge Op. 7 für Ciavier und
Notturno Op. 8 für Ciavier, Flöte, Violine, Bratsche, Violon-
ceU und 2 Homer), sowie Weber's Gesangscomposition der
Kömer'schen Dichtung „Bei der Musik aea Prinzen Louis
Ferdinand" und Liszrs ^Elögie sur des motlfs du Prince
Louis de Prusse** enthielt. Eine ganz besonders enthusiastische
Aufoahme fand das heute noch durch die Schönheit seiner
musikalischen Ideen fesselnde und ernsten Gtenuss gewäh-
rende Ciavierquartett des Prinzen Louis Ferdinand.
Als Erster der mehreren hiesigen wie auswärtigen Künstler,
welche sich in eigenen Concerten hören Hessen, kam der
ausserordentlich begabte jugendliche Violinvirtuos Alfred
Krasselt, der vornehmlich mit dem in jeder Hinsicht vor-
trefflichen Vortrage des ersten Satzes von Paganini's Ddur-
Concert einen vollen Erfolg errang, aber auch Schuberts
Bondeau brillant Op. 70, das Adagio aus Spohr*s 9. Concert
und eine Tarantella von Wieniawski sem: schön spielte.
Wenig Erwähnenswerthes leisteten Krasselt's Partner, der
Orgelvirtuos Werner, welcher das „Harmonium Mustel''
sehr überflüssiger Weise in den Concertsaal einzuführen
suchte, und ein als Concertsängerin recht unbedeutendes
Frl. Bucquoy aus Strassburg, welche nach dem Vortrag^
verschiedener Lieder in deutscher, italienischer und französi-
scher Sprache des deutschen Schumann deutsche „Frühlings-
nacht** unserem deutschen Publicum in französischer Be-
arbeitung vorsetzte imd für diese dreiste G^esohmacklosi^keit
lebhaften Applaus erntete. Ja, ja! die Kunst ist international
und das deutsche Publicum indifferent!
Frau Hoeck-Lechner erwies sich in ihrem eignen
Concerte als eine durchaus vornehme und feinsinnige Lieder-
Bäneerin, deren hübsch gewählte G^esangsgaben (Canzona:
qCh'io mai vi possa" von Händel und Lieder von Beethoven,
Cornelius, Richard Strauss und Vincenz Lachner) beifälligste
Aufnahme fanden. Zudem war dieses Concert interessant
durch die sehr rühmenswerthe Mitwirkung der HH. Prof.
Max Pauer aus Cöln und Hugo Becker aus Frankfurt a. M.
Ersterer. der uns vielleicht nur hier und da eine grössere
Lmerlicnkeit des Tones vermissen Hess, excellirte ab Tech-
niker ohne Furcht und Tadel im Vortrage der Toccata von
Schumann, der Concertetuden „En automne** von Moszkowski
und „Feux follets^ von Liszt, sowie einer gleichnamigen Com-
position von Schutt und des Edur- Nocturne von Chopin.
In der absolut zuverlässigen, markigen und unermüdlichen
Wiedergabe der Schumann'schen Toccata dürfte Hr. Pauer
gegenwärtig schwerlich einen Bivalen haben. Hr. Hugo
Becker spiäte mit hübschem Tone und vortrefflicher Bravour
Einige der beliebten Puradestücke von Davidoff und Popper^
sowie ein auch musikalisch werthvolles Adagio von Tartim
und fand reiche Anerkennung.
Sodann kam Signorina ^ice Barbi, die — ohne ganz
vollkommen zu sein, da ihre Höhe etwas schwer anspricht
und einzelne Momente der Tonbildung zu auffldüg werden —
so überaus schön singt, wie man es neutzuta^, da die Ge-
sangskunst in den letzten Zügen liegt, kaum wieder zu hören
bekommt. Ausser älteren itidienischen Compositionen sang
Frl. Barbi Lieder von Schumann und Branms, besonders
schön des Letzteren „Lnmer leiser wird mein Schlummer**,
und wurde nach jedem Vortrage geradezu stürmisch gefeiert.
Als Partnerin der erossen G^esangskünstlerin hörten wir Miss
Mary Wurm, welche ausser den stimmungsvollen Beglei-
tungen zum Ghesange Baches Praeludium und Fu^ in Amoll,
Schumann's „Des Abends** und „Ende vom Liede**, sowie
eigene ganz hübsch cmemnfundene Compositionen spielte
und sich auch tmserem Publicum als eine recht respectable
Pianistin zu erkennen gab.
Hr. Alexander Wolf, Lehrer für Theorie und Orgel-
spiel am hiesigen Conservatorium für Musik, trug in einem
eigenen Concerte auf der für Concertzwecke alleraings recht
unzulänglichen Orgel unserer Stadtkirche Bheinberger's
Cdur-Sonate, Baches Passacaglia, eine sehr wirksame Caprice
eigener Composition und Phantasie und Fuge über BACH
von Liszt ganz vortrefflich vor und hatte in den HH. Hof-
musicus Bühlmann und Concertsänger Bömhildt, Beide
von hier. Mitwirkende gewonnen, die — Ersterer durch aus-
drucksvoll schöne Wiedergabe eines Violin- Adagios von Bach
und der Gdnr-Romanze von Beethoven, Letzterer mit schönen
Vorträgen des Bussliedes von Beethoven tmd der „Litanev**
und „Irax vobiscum** von Schubert •— das Auditorium recht
zu erfreuen vermochten.
Als Letzter kam sodann der „grosse** kleine Otto Hegner,
welcher zumal in der erstaunlichen Wiedergabe der „Apaa-
sionata** und der herrlichen Interpretation der Variations
sörieuses einen Grad selbständiger künstlerischer Auffassung
imd Reife bekundete, der uns in frreudiges Erstaunen setzte.
Jedenfalls haben wir von dem kleinen Künstler Hegner,
üMa er die gei&hrlichen Jahre des Wunderkindes glücklich
überstehen sollte, auf piani^tischem — und vielleicht auch
auf compositorischem — Gebiete noch ganz Ausserordentliches
zu erwarten. Frl. Helene Merck, eine durch hübsche Stimm-
mittel und mit Ausnahme des Sprachlichen gute Tonbildung
interessirende Concertsängerin aus Stuttgart, füllte mit Mendels-
sohn*s Arie „Höre, Israel" und Liedern von Jensen, Brahms,
Beinecke und Thuille den vocalen Theil des Programmes in
cmsprechender Weise aus.
Auch unsere Vereine haben sich tüchtig ^rührt, und
nur der „Philharmonische Verein,** der zuletzt im Juni eine
Aufführung veranstaltet hat. der wir jedoch fem geblieben
waren, wen uns eine fast vollständig ConcertauffÜhrung des
„ParsiiSal** mit da vier, selbst wenn em Mottl am Ciavier sitzt,
schon in der Idee widerwärtig ist, feiert in Folge des IJm-
standes, dass Hr. Hofopemoirector Mottl die Leitung des
Vereins niedergelegt hat und dem als Pianist wie als Compo-
nist wohlbekannten Hm. Cornelius Bübner dieselbe erst in
letzter 2ieit übertragen worden ist.
Der von Hm. Bofkirchenmusikdirector Max Brauer ge-
leitete Caecilien- Verein brachte im Mai eine Anzahl
Ideinerer Chorwerke von MendeliMohn, Schubert, Brahms,
Jensen und Bruch zu ansprechender Wiedergabe und hatte
sich för dieses Concert der sehr dankenswerthen Mitwirkung
der HH. Prof. Ordenstein und Hofinusiker Bühlmann ver-
sichert, welche als Hauptstück Schumann's Amoll-Sonate für
Ciavier und Violine vortrugen. Der Verein debutirte sodann
im November mit einer des Werkes nicht ganz würdigen
AuffÜhmng von ^Paradies und Peri** und errang schliessfich
9*
93
einen sehr wohlverdienten Erfolg mit seinem letzten, der Er-
innerung an Mozart's hundertjährigen Todestag geweihten
Concerte, in welchem nur Werke Mozart's, und zwar an
Chorcompositionen die Motette y,Misericordias Domini," das
a capella gesetzte „Adoramus te, Christe", das herrliche ftAye.
verum corpus" und die F diu: -Messe, an Instrumental- und
Sologesangs -Nummern die Nachtmusik für Streichorchester
in (rdur, das Andante aus dem Gdur- Streichquartett und
die Arie „Wie schön ist die Liebe, die zärtliche Treue" aus
„Cosi fan tutte" (gesungen von Hm. Hofopernsänger Lang)
zu durchaus anerkennenswerther Wiedergabe gelangten.
Von unseren grösseren Männergesan^ereinen hat die
unter der trefflichen Leitung des Hm. Musikdirector Gageur
stehende — und im diessommerlichen internationalen Ge-
san^swettstreit zu Wiesbaden zwiefältig preisgekrönte
„Liederhalle" drei Concerte gegeben, aus deren Program-
men wir als die der Composition nach bedeutendsten und in
ihrer Ausführung hervorragendsten Nummern das sehr schöne
„Waldweben" von Gustav Weber, „Todtenvolk" von Hegar,
„Nachtzauber" von Storch, „Wintemacht" von Podbertsky,
„Die Wanderblume" von Ferd. Langer und „Das Grab im
Busento" von Zerlett hervorheben müssen. Als Solisten
wirkten in den Concerten der „Liederhalle" ausser einigen
recht schätzenswerthen Mitgliedern des Vereins mit: Frau
Zerlett-Alfenius aus Wiesbaden, welche mit schöner
Stimme und künstlerisch vollendetem Vortrage classische
und moderne Compositionen gleich schön sang, Hr. Prof.
Orden st ein, welcher mit der an ihm gewohnten Meisterschaft
Chopin *s Asdur-Ballade, Gavotte von Sgambati, Walzer von
Moszkowski und Desdur-Etude, Gondoliera und 2. Polonaise
von Liszt vortrug, ferner die HH. Hof Opernsänger Cords
und Heller, deren sympathischen Gesangsleistungen wir in
den Concerten der „Lieaerhalle^^ häufiger begegnen, und schliess-
lich Frl. Mathilde Vaeth, eine mit kleiner, aber sehr wohl-
lautender Stimme begabte- junge Sängerin aus Pforzheim.
Der von Hm. Musikdirector Seh ei dt bestens geleitete
Gesangverein „Liederkranz" feierte zu Ende October mit
einer mehrere Tage lang währenden Festlichkeit sein50jähriges
Jubiläum und brachte bei dem die Feier eröifnenden grossen
Concerte in der Festhalle, welchem auch Se. Kgl. Hoheit der
Grossherzog anwohnte, eine sehr schwimgvolle Ouvertüre
„Feier-Klänge" von Meyer-Olbersleben, einen für Männerchor
mit Listrumentalbegleitung von Ferd. Langer componirten
Fest-Gruss und Heinrich 2iöllner's grosse Cantate „Cofumbus"
ftlr Männerchor, Soli und grosses Orchester zu sehr an-
sprechender Wieaergabe. Die Solopartien der Cantate wurden
von Frl. Mailhac und Hrn. Bosenberg von unserem Hof-
theater und Hm. Knapp vom Hoftheater in Mannheim
sehr dankenswerth ausgeführt, und das stimmungsreiche und
erfindungskräftige Werk, besonders aber der ausserordent-
Kch klangschöne und vorzüglich gesungene grössere Ein-
leitungschor wurde sehr beiiallig aufgenommen. Der Can-
tate folgte ein sehr fein ersonnenes und in der Sprache
sehr schön durchgeführtes Festspiel von Ludwig Lantz,
dessen lebende Bilder der „Liederkranz" mit hübscn vorge-
tragenen Chören begleitete. Bei dem die Jubiläumsfeier am
dritten Abend beschliessenden „Grossen Costume-Fest" in der
Festhalle wurde ein sehr frisches, von dem Strassburger
Theaterdirector Hrn. A. P rasch unter Benutzung der Walzer-
Idyllen von Koschat verfasstes Liederspiel „Ein Kirchtag in
Kärnten" aufgeführt und mit lebhaftestem Beifall aufgenommen.
Auch die zahlreichen kleineren Vereine und an deren
Spitze die Vereine für evangelische und katholische Kirchen-
musik (Dirigenten: die HH. Lehrer Bräu ninger und Musik-
director Gageur) waren eifrig bemüht, die Kunst der Töne*
in rechter Weise zu pflegen und mit ihren reinen Gaben
gottesdienstliche Versammlungen zu verschönen und froh-
müthige gesellige Zusammenkünfte zu veredeln.
Von Seiten des hiesigen unter dem Protectorate Ihrer
KgL Hoheit der Frau Grossherzogin Louise von Baden
stehenden und von Hrn. Prof. Ordenstein treff'lich ge-
leiteten Conservatoriums für Musik, welchem im Laufe
des letzten Jahres als neue Lehrkräfte Hr. Hofkirchenmusik-
director] Brauer für Partiturspiel und Instrumentations-
lehre. Schreiber dieser Zeilen für Ciavier, Hr. Hofmusiker
Bühl mann für Violinspiel und Hr. Münz, bisher Schüler
der Anstalt, für den Elementarunterricht beitraten, wurden
im Laufe des Schu^ahres 1890 — 1891 drei Uebungsabende
im Conservatorium selbst, eine Aufführung von Lachner'schen
Compositionen im Foyer des grossherzogl. Hoftheaters als
Vorfeier von Vincenz Lachner 's 80. Geburtstage und im Juli
zum Beschluss des Schuljahres sieben öffentliche Prüfungen
im grossen Saale des Museums abgehalten. . Alle diese Ver-
anstaltungen, besonders aber die Schlussprüfungen, legten be-
redtes Zeugniss von ernster künstlerischer und zielbewusster
wie erfolgreicher Arbeit ab, und aus den vielen sehr respec-
tablen Leistungen im Gebiete des Instrumenten^pieles (Ciavier.
Violine und ViolonceU), des Ensemblespieles, des Solo- und
Chorgesanges und der Composition ragten namentlich mehrere
pianistische Vorträge in völliger Beherrschung der Technik
und in bedeutender Reife der Auffassimg zu beträchtlicher
Höhe auf. Das Conservatorium wird gegenwärtig von un-
gefthr 400 Studirenden besucht, und findet neuerdings all-
monatlich eine öffentliche Vorspiel -Uebung in dem eigens
hierfür gemietheten Saale der „Vier Jahreszeiten" statt.
Arthur Smolian.
(Fortsetzung.)
Wien.
Machen wir nun, die Novitäten des Hofoperntheaters
(„Ritter Pasman" von Johann Strauss und „Die Liebenden
von Teruel" von Th. Breton) einstweilen unberührt lasseni
einen Sprung von der Oper zurück in den Concertsaal und
führen wir aie Leser sofort in ein Sensationsooncert. So kann
wohl die grosse Musikaufführung genannt werden, welche
Anton Rubinstein am 31. Januar zum Besten der Armen
Wiens veranstaltete. Schon die erste Ankündigung dieses
Concertes hatte unsere musikalischen Kreise — und wohl auch
ein gut Theil der nicht musikalischen — in eine Aufregimg
versetzt, die sich kaum beschreiben lässt. Gutmann's Musik-
handlung, das Local des Kartenverkaufs, wurde förmlich ge-
stürmt, und über Nacht waren sämmtliche Sitze und Stehplätze
vergriffen, ohne dass noch irgend Jemand wusste, was denn
der Künstler an musikalischen Gaben bieten würde. Der
Zauber der Persönlichkeit entschied Alles, um die Sache küm-
merte man sich weniger, hatte man doch nach den unver-
gleichlichen Genüssen, welche man Rubinstein am Ciavier
verdankt, alle Ursache, auch diesmal wieder Grosses, Ent-
zückendes oder mindestens Hochinteressantes zu erwarten.
Dem gegenüber lag in der anfluiglichen geflissentlichen Ver-
schweiguug des beschlossenen Concertprogramms seitens des
„grossmüthigen" Meisters eine feine Berechnung, um nicht zu
sagen: Bosheit. Die enorme Nachfrage nach Eintrittskarten
— sogar die Generalprobe des Concertes musste schliesslich
— und zwar zum Besten der Mozart-Stiftung — vor zahlendem
Publicum veranstaltet werden — galt doch ausschliesslich dem
vergötterten Virtuosen, kein Mensch dachte an den in Wien
nur wenig beliebten Componisten Rubinstein.
G^raae dieser sollte aber in dem wochenlang angekündigten
Concert die Hauptrolle spielen. Rubinstein wollte die Wiener,
denen er es nicht verzeihen kann, dass sie seinen umfang-
reichen Tonschöpfungen gar so geringe Theilnahme entgegen-
bringen, einmal wieder zur Anhörung einiger der Letzteren
feraaezu zwingen. Da dies in liebenswürdigster Form^ unter
em Deckmantel der Wohlthätigkeit geschah, konnte Niemand
gegen ihn den Vorwurf der Anmaassuns; erheben, im Gegen-
theil häufte er sogar noch glühende Kohlen auf den Häuptern
Derjenigen, die ihn bisher so wenig „erkannt**. — Es hat etwas
Rührendes, wie sich der Componist Rubinstein immer von
Neuem um die Gunst der spröden Vindobona bewirbt, so
viele Körbe er sich von ihr auch geholt. Vor Allem lechzt er
formlich nach einem Opemerfolg, so wenig er es Wort haben
will, so ostentativ er in seiner neuesten (von Richard Pohl so
treiilich beleuchteten) Brochure die Oper überhaupt für eine
„untergeordnete Gattung der Kunst** eÄlärt. Dem gegenüber
wäre daran zu erinnern, dass der grosse Virtuos 1884, erbost
über das rasche Verschwinden seiner „Maccabäer** vom Spiel-
plan des Hofopemtheaters — sie wurden daselbst 1878 nur
etwa vier oder fünf Mal gegeban — , einem Freunde ausdrück-
lich schrieb, er würde m Wien nie mehr öffentlich Ciavier
spielen, bevor nicht in der undankbaren Stadt seine neu ge-
schaffene Oper „Nero** die siebente Aufführung hinter sich
hätte. Nun, er gab schliesslich doch im Frühjahr 1884 hier
mehrere Concerte. obgleich „Nero** erst am 20. April 1885 das
Licht unserer Hoitheaterlampen erblickte, und noch war sein
jüngstes dramatisches Schmerzenskind nicht zum siebenten
Male vor dem Wiener Publicum erschienen — diese ominöse
„siebente Aufführung** hat sogar im Augenblick, als wir dieses
schreiben, noch immer nicht stattgefunden ! ! — , als er sich zu
seinem kolossalen siebentägigen historischen Cyklus von Cla-
93
vierconcerten herbeiliess (November und December 1885). —
Vielleicht hat sich Itubinstein geheime Hoffnung gemacht,
durch die in seinem letzten Concert am 31. Jan. aufgeführten
Instrumentalwerke bei den Hörern Verlangen auch nach seinen
anscheinend definitiv zurückgelegten Opern zu erwecken, und
man hätte dem alternden Meister für seine grossmüthige
Armen- und Mozart-Spende immerhin die Freude ein^s neu-
scenirten „Nero" oder „Feramors" bereiten können, so gründ-
lich auch Letzterer 1872 in Wien durchgefallen war. Eine
derartige Reprise — die der „Maccabäer" und der „Kinder
der Haide" eingeschlossen — wäre schon deshalb recnt zeit-
gem&ss erschienen, weil sie unwillkürlich zu Vergleichen etwa
mit „Tannhäuser", „Lohengrin", den „Meistersingern", „Tri-
stan und Isolde" und den Dramen des „Nibelungen-Ringes"
angeregt und sich dann so unklar herausgestellt nätte, dass
der leidenschaftlich erbitterte Kampf Rubinstein gegen Wag-
ner auf diesem Felde dem eines Zwerges gegen den Riesen
oder sagen wir: den des engherzig -voreingenommenen, massig
talentirten, absoluten Musikers gegen den kühnsten dichteri-
schen Genius bedeutete. —
Was aber das Concert vom 31. Januar anbelangt, so wäre
es unseres Erachtens von Rubinstein's Standpunct aus für den
von ihm angestellten Zweck weit praktischer gewesen, auch
andere — vor AUem classische — Tondichter zum Worte
kommen zu lassen, statt immer nur sich allein. Erfrischt
durch wahrhaft bedeutende Zwischennummem — einen ge-
waltigen Beethoven, einen lieblichen Mozart, einen herz-
innigen Schubert — hätte man die unleugbaren Einzelschön-
heiten der vorgeführten Rubinstein'schen Tonwerke weit
lebendiger empfunden. Aber in einem schier endlosen Mittags-
concerte ausschliesslich nur einen und denselben prononcirt
sla vischen Componisten hören zu mtissen, der, sich meist in
den Extremen fieberhafter Erhitzung und nüchternster Re-
flexion bewegend, nur selten das Gemüth trefiFende Töne an-
zuschlagen weiss und dabei unbedenklich nach wahrhaft
Poetischem dem Trivialsten Thür und Thor öfihet: ein solcher
musikalischer Massengenuss wird doch deutschen Ohren und
Herzen schliesslich zur Qual. Die völlig befreiende Wirkung,
welclie nach dem neulichen Riesenconcerte drei Chopin'sche
Zugaben (die Asdur-Etude aus der „M6thode des m6thodes"
von Moscheies und F6tis, die Esmoll-Etude Op. 10, No. 6,
und die CmoU-Polonaise) übten, erscheint uns für den Compo-
nisten Rubinstein nicht eben schmeichelhaft. Ergötzlich ist,
dass die drei Chopin'schen Stücke, weil sie Rubinstein in
Einem Zuge, ohne Unterbrechung, gespielt hatte, von dem
Berichterstatter der „Neuen Fr. Presse" (übrigens nicht Hof-
rath Hanslick, der schon früher weggegangen war) für eine
einzige „sehr lange" Polonaise gehsuten wurde. Auch den
Componisten schien der weise Daniel nicht errathen zu haben,
vermuthlich glaubte er, nochmals Rubinstein'sches zu hören.
Doch die Leser wissen ja noch immer nicht, was denn Rubin-
stein endlich von seinen Schöpfungen zum Besten gab. Zu-
erst also eine Symphonie in Gmoll, offenbar die letzte des
Künstlers (Op. 107), die er dem Andenken der um das Musik-
leben Petersburgs hochverdienten Grossfürstin Helene von
Russland gewidmet hat. Dieser Beisatz war auf dem Concert-
zettel verschwiegen, was zu bedauern, da er die Hörer über
die Intentionen, welche der Componist in dieser ausserhalb
des Zarenreiches wohl noch nirgends aufgeführten Symphonie
verfolgte, ein wenig orientirt hätte. Die Symphonie hat näm-
lich emen ausgesprochen russischen Charakter: „Bilder von
der Newa — der Wolga" oder „Aus der Ukraine" könnten ihre
einzelnen Sätze überschrieben sein. Gleich zu Anfang des ersten
Satzes ertönt eine schwermüthige, echt volksthünaiiche Melo-
die in der Art Jener, wie wir sie vor zwei Jahren von den
russischen Sängern des Hrn. Slaviansky d'Agreneff hier ge-
hört. Im grellen Gegensatz zu dieser wahrhaft vornehmen
Weise, die man wohl als würdigen Nachruf an eine edle Be-
schützerin der Kunst, wie jene Grossfürstin Helene Eine war,
verstehen könnte, erklingt das zweite Hauptthema herzlich
trivial, Beide begegnen sich nur in ihrer unverfälscht russi-
schen Abstammung. Eigenthümlich berührt, dass der Com-
ponist gegen den Schluss des Satzes die besagte zweite Haupt-
melodie nach verschiedenen schon früher vorgekommenen
Reprisen noch ein letztes Mal bringt, jetzt aber wie unter
dem Drucke einer feindlichen Gewalt stückweise zusammen-
brechen lässt. Die Musik verfolgt hier offenbar ganz bestimmte
schildernde oder malende Absichten. Welche? Das kann man
freilich ohne vorgesetztes Programm nicht errathen. Wenn
übrigens Rubinstein gegen Liszt^s grosse Tondichtungen den
Vorwurf eines „ewigen sich Gebärd eus" erhebt, so passt diese
rein willkürliche, durch Nichts bewiesene Behauptung weit
eher auf den ersten Satz von Rubinstein's Gmoll-Symphonie.
Das gebärdet sich — besonders in einem grossen Crescendo —
mitunter furchtbar tragisch, lässt aber doch den Hörer kalt,
weil man nicht an den Ernst der Sache glauben kann. Dem
ersten Satze der Symphonie folgt als deren wohlgelungenstes
Stück ein originelles Scherzo (der Hauptsatz vnrKlich scherz-
haft, das Trio wieder melancholisch: man meint, ein Echo
aus dem berühmten Schiffsziehergesang „Ei uchneii" zu ver-
nehmen, mit welchem die russischen Sänger hier so Furore
machten), weiter ein edel gesangvoUes, sich aber mehr und
mehr verflachendes Andante, endlich ein Finale, wie fast
immer bei Rubinstein der schwächste' Satz, trivial in Erfin-
dung und Ausführung, dabei zum Theil von fast abstossender
Klangwirkung. Es ist überhaupt seltsam, dass das 5. syna-
phonische Werk eines erfahrenen Orchestercomponistea , wie
feubinstein doch Einer ist, so wenig klingen will. Wir
mussten uns erst aus dem Concertzettel überzeugen, dass wirk-
lich unsere ausgezeichneten Philharmoniker spielten, so spröde,
grau in grau, verschwommen kam das Meiste heraus. Alles
in AUem genommen wäre diese seltsame Symphonie, die sich
freilich erst nach öfterem Hören endgiltig beurtheüen Hesse,
ohne Beisein des Componisten — wie wir unser Publicum kennen
— rundweg abgelehnt worden. Manches darin scheint wirk-
lich nur für russische Ohren gemacht, da aber Rubinstein
persönlich dirigirte, wurde natürlich pflichtschuldigst applau-
ttirt. Bei weitem wärmer wurde die Versammlung, als die
2. Nummer des Programms begann: ein Clavierconcert in
Esdur, das wir zuletzt von Rubinstein am 16. März 1876 an
derselben Stelle gehört. Kaum hatte er die Tasten berührt,
so wusste man schon: die Kraft des sarmatischen Löwen ist un-
gebrochen und man hat einmal wieder fascinirende Ciavier-
eindrücke zu erwarten. So war es denn auch: Rubinstein
hat nie grandioser, feuriger gespielt, aber auch nur ein Instru-
ment von unverwüstlicher Bonstruction , wie der von ihm
diesmal benutzte prächtige Bösendorfer, vermochte einen
solchen erbarmungslosen virtuosen Ansturm, als er in den
Ecksätzen dieses Clavierconcertes über es erging, ohne Schaden
zu nehmen, auszuhalten. Als Composition ist der erste Satz
des Rubinstein'schen Es dur-Concertes nahezu musiklos, höch-
stens interessiren die neuen technischen Combinationen von
kaum je dagewesener Schwierigkeit. Dem theils melancholisch
weichen, theils phantastisch schwärmenden Andante sind eine
gewisse Innigkeit und poetische Stimmung nicht abzusprechen,
im Finale bricht dann wieder die ganze Furie des wilden
Sarmaten los, das Stück könnte „Tarantella ä la russe" über-
schrieben sein , Manches reisst unter den Meisterhänden des
Componisten unwillkürlich mit sich fort, zuletzt wird man des
monotonen Triolenrhythmus und athemraubenden Wettrennens
zwischen Ciavier und Orchester doch vneder müde. Einen
wohlthuenden Gegensatz hätten die nun folgenden entzückend
gespielten Solostücke (Nocturne — Valse — Etüde — Melodie etc.)
gebildet, wäre nur ihr Gehalt ein Bischen tiefer gewesen.
Aber da erhob sich kaum Etwas über den Standpunct feinerer
Salonmusik, und eine Etüde gehörte einfeu^h ins Gebiet bru-
taler Tastenschlächterei. Man verzeihe, wenn wir nach Alle-
dem für die derben, drastischen Effecte der Schlussnommier
„Caprice russe". die nach stimmungsvollem Anfang wieder alle
Dämonen des Claviers entfesselte, während das Orcnester ziem-
lich roh nachstürmte, nicht mehr den rechten Sinn hatten.
Ob es dem Publicum auch so ging, wissen wir nicht, fectisch
blieb es gegen zehn Minuten compact beisammen, sicn fast die
Här.de zerschlagend, um Rubinstein zu der obligaten Zugabe
zu bewegen. Dass er sich endlich erweichen Hess und in
seiner bestrickendsten Weise drei höchst anziehende Stücke
Chopin's spielte, haben wir schon oben mitgetheilt.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig« Zur Feier der Anwesenheit Sr. Majestät unseres
hochverehrten Königs Albert, dieses hochedeln Kunstfreundes
und -Förderers im schönsten Sinne, in unserer Stadt fand am
Donnerstag den 4. Februar im Neuen Gewandhaus ein
Fest concert statt, das sowohl das Oberhaupt wie verschie-
dene andere Mitglieder des königlichen Hauses mit allerhöchst
ihrer Gegenwart beehrten. Das Programm umfasste von
Orchesterwerken Weber's „Oberen" -Ouvertüre, die Serenade
No. 2, Fdur, von Volkmann und Beethoven's Adur-Svmpho-
nie, sowie die Gesang vortrage der Frau Cornelia Schmitt-
94
Osänyi ans Sohwerm. Um mit der Besprecliimg der Letz-
teren zu beginnen — sie bestanden ans aer Arie „AH. per-
fido" von Beethoven (in italienischer Sprache gesungen) und
drei ungarischen Nationalliedern (in ungarischer Sprache ge-
sunken) — , so gine das anspruchsvolle Beethoven^sche Gesangs-
stück weit üb«: das Können der Ausführenden hinaus, von
packenden dramatischen Acoenten war ear Nichts zu merken,
und da überdies noch hinzukommt, dass die stimmlichen Mittel
der Dame schon arg im Verblühen begriffen sind, so musste
man unwillkürlich hin^r die seitens der Gewandhausdirection
bei einem so besonderen Anlass getroffene Wahl ein Frage-
zeichen machen : die Volkslieder sang die Künstlerin in ihrem
einheimischen Idiom, von Hm. Prof. Dr. Beinecke, wie ge-
wohnt, in unübertrefflichster Weise begleitet, recht „raci£;*',
ohne aber damit höheres Interesse erregen zu können. Von
den Orchesterstücken wurde die Ouvertüre sehr schwungvoll
und die Serenade mit feinster Nuancirung gespielt, die Sym-
phonie technisch bis auf die im Scherzo ein paar Mal sinkende
Oboe] vollendet, was die geistige Seite d!er Sache anlangt,
so hatte man — dieselbe mit einer sehr profiuien verglichen —
manchmal das unbehagliche Gteföhl der „Wassersuppe ohne
Salz** oder, da es vieUeicht Jemand übel nehmen könnte,
wenn man ein Beethoven'sches Werk mit der nüchternen
Wassersuppe in Connex brächte, als ob etwa Champagner in
Kaffeetassen servirt würde! F. B. Pfau.
Leipzig. Dass der ausser^wöhnliche Erfolg i den der
Pianist Hr. Moriz Bosenthal jüngst im Neuen Gewandhans
sich errungen, ein stark nachwirkender gewesen, lehrte sehr
deutlich der kolossale Andrang zu dem eignen Concert, wel-
ches der eminente Künstler kütz darauf im Saale des Alten
Gewandhauses veranstaltete. Er hatte für dasselbe folgendes
Progranun aufgestellt: Asdur-Sonate von Weber, „Oainaval"
von Schumann, zwei Moments musicals von Schubert, „Soiröede
Vienne^ No. 8 von Schubert-Liszt, Desdur-Noctume von Cho-
pin, eigen^ Studie über dessen Des dur- Walzer, Chant-polonais
von Chopin-Liszt und „Hexamöron** von Liszt u. A. m., wel-
ches er, durch das stürmische Verlangen des Publicums dazu
bewogen, durch die sogen. Vöglein-Etude und das Wiegenlied
von Henselt und seinen „Wiener Cameval** ergänzte. Was
Hr. Bosenthal an diesem Abend in Bezug auf Technik, Ton-
modulation, Ausdauer und Kraft geleistet, grenzte wieaemm
ans Wunderbare, Unglaubliche; namentlich waren es seine
beiden eigenen Arbeiten mit ihren ebenso wagehalsigen, als
geistvollen und witzigen Combinationen und die „Hezamöron**-
Variationen, die ihm in gleicher absoluter Sicherheit kein
Zweiter nachspielt. Was dieser einzig dastehenden Virtuosität
wieder erst cLLe höhere, künstlerische Bedeutung verschafile,
war der Umstand, dass sie nur selten aJs Selbstzweck, son-
dern in der Hauptsache blos als die blendende äussere Schale
erschien, in welcher der Künstler die Compositionen darbot.
So wusste der Vortragende gleich mit seiner ersten Pro^;ramm-
nummer, der Weber'schen Sonate, trotz aller Brillanz m tech-
nischer Beziehung doch mehr noch das musikalische Interesse
für dieselbe wachzurufen, um darauf in* Schumann*s ^Cama-
val^ und den beiden Schubert*schen Moments musicals voll-
e^tigste Beweise auch für tieferes poetisches Nachempfinden,
das man ihm von gewissen Seiten so gern absprechen möchte,
zu erbringen. Gbrade der phantasi&- und poesievolle Schu-
mann'sche „Camaval*' erstand unter seinen Händen, mochte
man in der AuffassunK einzelner Figuren und Episoden viel-
leicht auch abweichender Meinung sein, zu wiruich packen-
der, überall individuell-bestimmter Darstellung, und von den
Schubert^schen Stücken war das zweite in Fmoll von geradezu
wundervoller Delicatesse im Ausdruck. Die Zuhörerschaft
zeigte sich auch dieses Mal durch die phänomenalen Leistun-
gen des Hm« Bosenthal in höchstem Grade elektrisirt und
enthusiasmirt und machte ihrer Begeisterung durch lang-
dauernde und mächtige Beifedlssalven Luft, oie konnte sicn
auch dann noch nicht beruhigen, als der benutzte ausgezeich-
nete Blüther-Flügel bereits zu^;edeckt worden war, sondern
rief den Künstler wohl noch em halbes Dutzend Mal auf das
Podium zurück.
S
Dresden. Am 28., 26. und 80. Januar, sowie 2. Februar
ing im k. Hofopemhause ~ wie man sagte, auf den wieder-
olt geäusserten, dringenden Wunsch der eng|lisch-amerika-
nischen Colonie hin — unter Leitung des Mm. General-
musikdirector Hofrath Schuch Wagner 's „Nibelungen**-
Trilogiein Scene, ein Unternehmen, das von ebenso grossem
äusseren wie ideellen Eri[blge begleitet war, d.h. der umfang-
reiche Zuschauerraum war jedes Mal bis auf den letzten Platz
gefüllt, und die Wiedergabe des gigantischen Werkes mit
seinen an alle Ausführenden die höchsten Anforderungen
stellenden Ansprüchen war in fast allen Theilen eine hoch-
vollendete. Wenn wir an die nähere Besprechung der »Sieg-
fried^- und „Götterdämmerung**-Auäührungen, die hier
speciell in Betracht gezogen werden sollen, herantreten, so
muss zunächst der meisterhaften Leistung des rühmlich be-
kannten Orchesters gedacht werden, das unter Schuoh's
sicherer, zielbewusster und befeuernder Leitung mit voller
Hingabe an die herrliche Aufgabe, mit, was die technische
Seite der Sache anlangt, bewunderungswürdiger Präcision
und mit einer geistigen Vertiefung und absoluten Klarheit
spielte, die ihres Gleichen sucht: man genirt sich, irgend Et-
was besonders hervorzuheben, da man dadurch in den Ver-
dacht kommen könnte, auf ein Anderes, als minder gut, einen
Schatten werfen zu wollen, und so sei denn nur in Kürze
gesagt, dass die Holzbläser von entzückender Feinheit und
EQangschönheit waren, dass das zweite Hömerquartett und
die Tuben — sonst ja oft die Schmerzenskinder der „Nibelun-
gen"-Aufführungen — sich durch edle Tongebung und, was
nicht minder anerkennenswertb, löbliche Discretion auszeich-
neten, ja dass sogar der am meisten geförchteten Basstrom-
pete mst Alles glückte! Wenn nun nicht Alles so klang, wie
man es ^wünsont und schliesslich erwartet hätte, wenn in
den Tutti-Stellen die Streicher von den Bläsern meist gedeckt
wurden, und wenn z. B. im Vorspiel zum „Siegfried" die
Contrabasstuba — wenigstens vom Parquet aus gehört —
etwas zu stark hervortrat, so ist daraus den Ausführenden
kein Vorwurf zu machen, sondern es erklärt sich dies ledig-
lich aus der zu hohen Lage des Orchesters und aus der mangel-
haften Akustik des Dresdener Hoftheaters überhaupt. Ein
besonderes Wort der Anerkennung verdient es noch, dass Hr.
Gbneralmusikdirector Schuch sich dieses Mal von seiner sonst
bekannten Vorliebe für allzu beschleunigte Tempi fast ganz
emancipirte, allenfialls hätten wir im „iSegfried" den ersten
Eintritt des Wanderer-Themas, sowie — in Hinsicht auf seine
spätere Bedeutung — des herrlichen Themas in der Erda-
Scene des dritten Aufzuges:
A. . A
m
te=£
*^E
I
etwas langsamer und infolgedessen nachdrucksvoller gewünscht,
auch für den wundervollen Gesang der BrtUmhilde: „Ewig war
ich, ewig bin ich" etc. wäre ein noch etwas massigeres Zeit-
maass vortheilhafter gewesen : in der „Götterdämmerung** er-
schien mir nur die Stelle in dem grossen Schlussgesang der
Brünnhilde von den Worten: „Grane, mein Boss, sei mir ge-
grüsst** an bis zu deren Abgang etwas überhetzt, wunderbar
und geradezu ergreifend wirkte am Ende der Einsatz des
Walhall-Motivs und die Durchführung desselben: das war
meisterhaft heraui^gearbeitet! Erwähnt sei noch, dass das
Wald weben so schön, so zart und fein empfunden gespielt
worden ist, wie man es selten gehört hat.
Nach diesen Allgemeinbetrachtungen ist es unsere Auf-
gabe, dem Leser über die solistischen Leistungen ein Bild zu
S)ben, und erfreulicher Weise werden wir auch hier fast nur
Utes zu sagen haben. Allen Anderen voran ist die Brünn-
hilde des Fn. Malten zu nennen: ja, das war es, wie man
es sich vorstellt, „des Meisters liebstes Kind** vom Scheitel
bis Tur Sohle, eine so vollkommene, in jeder Beziehung durch-
96
dachte, wahr und edel nachempfundene und infolgedessen
auch ein&u^h erschütternde und mitfortreissende Leistung, wie
man sie nur ganz selten findet, und wie sie nur eine so gott-
begnadete, geniale Künstlerin wie eine Malten bringen luinn.
Wenn ihre Stimme im Laufe der Zeit an Weichneit und
Schmelz — eine leider nicht wegzuleugnende Thatsache —
verloren, so hat ihre Darstellung an Tiefe und TJeberzeugungs-
krafb gewonnen, alle Phasen und Wandlungen, die sie durchzu-
machen hat, gelanp;en meisterlich — erst der himmelanstre-
bende Jubel und die schrankenlose Liebesseligkeit, dann der
gewaltige, unheilschwangere Zorn des betrogenen Weibes,
schliessuch das „blühende Leid", die tiefergreifende Trauer
um den geliebten Helden. Den Siegfried sanfi^ ebenfalls an
beiden Abenden Hr. Gudehus als Glast, er, der früher der
Liebling des Dresdener Publicums war und bei dieser Gelegen-
heit nicht minder gefeiert wurde, als Frl. Malten. Er decla-
mirte wieder, wie man das von ihm nicht anders gewöhnt,
ausgezeichnet, seine Phrasirung war mustergiltig, die Dar-
stellung war überall roUengereät und erhob sich so^r zum
Schluss über das Niveau dessen, was man von ihm in dieser
Beziehung sonst gewöhnt war, aber die Stimme hat doch in
den letzten Jahren sehr verloren und ist keinesfalls mehr das.
was sie war: Hr. Gudehus scheint Übrigens selbst sehr wohl
zu empfinden, dasser nicht mehr so kann, wie er will, denn
er schonte sich zu Anfang immer in recht auffälliger Weise,
konnte allerdin^ infol^aessen beide Male zum Schluss hin
noch grosse Enecte erzielen, so mit der überaus glücklichen
Wiedergabe der Erzählung: .Mime war ein mürrischer Zwerg"
etc. im letzten Aufzug der „Götterdämmerung". Als Alberich
bewährte sich Hr. Jensen au& Beste, ein ganz ausgezeich-
neter Mime war Hr. Hofmüller, was Hr. Perron in der
Partie des Wanderers leistet, ist längst bekannt und aner-
kannt, weniger emp&hlen sich Frl. Beuther als Gutrune und
Hr. Schrauff ak Günther, für Hrn. Decarli (Hagen) müsste
eine jüngere Ejraft eintreten, denn von ihm kann man nur
noch sagen: „Es war einmal!" Eine ganz vorzügliche Wal-
traute war Frl. von Chavanne, sie gab ihre grosse Erzäh-
lung plastisch meisterhaft gegliedert wieder und machte sich
überdies noch neben Frl. Friedmann (Woglinde) und Frl.
Hummel (Wellgunde) als Flosshilde um die vortreffliche
Ausführung des Kheintöchter-Terzetts verdient.
Im Hinblick auf den so überaus reichen kikistlerischen
Erfolg dieser letzton Dresdener „Nibelungen^-Aufführungen
ist es nun um so bedauerlicher, dass in den vollschäumenden
Becher der Freude doch noch ein Wermuthstronfen, und zwar
noch dazu ein recht bitterer, fallen musste: ich meine einen
Strich, den dieTrilogie erfahren hat, — übrigens nicht nur
dieses Mal, den sie im Gegentheil in Dresden stets erfährt,
sodass man das bekannte „usus tyrannus" in des Worts ver-
wegenster Bedeutung aussprechen Icann : es ist dies der Strich
der Nornenscene. Unoedeutende Auslassungen, wie z. B.
die in dem Vorspiel zum zweiten Au&uge des ^Siegfried" etc.
lässt man sich ja noch gefsillen, — aber dass man gerade die
Nornenscene, die eine ganze Welt ftlr sich bedeutet, die mit
ihrem düsteren, unheilsäwangeren, beinahe heimliches Grauen
erweckenden Colorit erst den rechten Contrast zu dem darauf-
folgenden lichtvollen Duett zwischen Siegfried und Briüin-
hilde bildet, streichen kann, das kommt uns beinahe unbe-
greiflich vor! Jedenfalls ist daraus der sehr einfache Schluss
zu ziehen, dass Hj. Schuch dem Publicum Goncessionen macht
— das Publicum will die Nornenscene nicht, also lässt er sie
weg ! Wir bedauern, ein solches Verfahren schlechterdings als
unkünstlerisch bezeichnen zu müssen, denn anders ^ann
man es in der That nicht nennen, wenn man so und so vielen
dummköpfigen Schreiern zu Liebe ernsten und wahrhaften
Kunstfreunden, ganz abgesehen von den Fachmusikem, den
vollen Genuss verdirbt. Wir bemerken zum Schluss noch
ausdrücklich, dass wir bei weiteren Dresdener Wa^er- Auf-
führungen immer für solche und ähnliche Dinge em offenes
Auge haben und mit vollständiger Bücksichtäosigkeit vor-
fehen werden, denn wenn gerade die Oberleitung einer Bühne,
ie dazu prädestinirt erscheint, die betreffenden Werke in
vollendetster Weise wiederzugeben, sich solche Unterlassungs-
sünden zu Schulden kommen lässt, so ist das doppelt rügens-
werther, als wo anders! — F. K. Pfau.
Weimar. Dass in unserer blasirten Zeit eine ganze
Stadt, wenn auch nur eine kleine Eesidenz, noch in eine ge-
wisse künstlerische Erregung gerathen kann, — hier haben wir
66 jüngst erlebt: zuerst bei 3^ri6tan und Isolde**, über dessen
Auferstehung ich Ihnen bereits berichtet habe und über dessen
noch gelungenere Wiederholung ich nachtragen möchte, dass
Hr. Zell er bis zum Schlüsse im Vollbesitz seiner schönen
Mittel blieb, und dass den Kurwenal Hr. Rud. von Milde
vortrefflich durchführte, obgleich er die schwierige Partie
ganz unvorbereitet übernommen hatte. Noch höher aber
gingen die Wogen der Erregung bei Hrn. Alvary's GastspieL
Als lyrischer Tenor, noch stark im Anfllngerhaften befEuigen,
ist er vor wenigen Jahren aus dem hiesigen Engagement, dasSein
erstes war, geschieden, — als Heldentenor mit stark ausgeprägter
Eigenart und weit verbreitetem Ruf ist er wiedergekehrt. Da
Jeder die Wandlung, die sich an ihm vollzogen, selbst wahr-
nehmen wollte, so ist der Andrang zum „Tannhäuser** und zu
den „Meistersingern** ein ungeheurer gewesen ; nicht geringer
aber der Enthusiasmus, nicht geringer die Auszeichnungen,
die dem Künstler in Lorbeerspenden und unzähligen Hervor-
rufen geworden. Ein solcher Stolz, eine solche Begeisterung
steht dem Publicum gut, wenn auch Unbe&ngene, die dann
freilich zu den Seltenheiten gehören, sich sagen müssen, dass
die einheimischen Künstler in ihrer Weise doch auch Vor-
treffliches leisten und im rein Gesanglichen vielfeu^h vorzu-
ziehen sind. Hr. Alvary nämlich hat das Lyrische mehr, als
gut ist, abgestreift: ein weicher Tonsatz una schön gefänrte
Cantilenen liegen ihm ^etzt fern; hell und fest, wie schwer-
flüssiges Erz, klingt die Stimme, der Hauptvorzug des Ge-
sanges ist der scharfe Ausdruck des Sprachlichen, weit her-
vorragender ist Hm. AI Vary *s Spiel, weil es bis zum Vir-
tuosenhaften durchgebildet und dabei doch von höchster
Ei^nart ist. Ueber den Tannhäuser haben Sie bei (Gelegen-
heit der Bayreuther Aufführungen bereits berichtet, unbe-
kannter aber und doch nicht minder interessant ist sein
Walther Stolzing in den „Meistersingern**, dessen Eigenart
darin besteht, dass Hr. Alvary hier den Kothurn der Tragödie
fbnz beiseite lässt und sich dem Rahmen der musikalischen
omödie auf das Natürlichste einfügt. Als schlichter Junker,
dem man die ländliche Befangenheit sogar deutlich anmerkt,
tritt er in eine ihm fremde Welt. Der familiäre Ton des ge-
schwätzigen Lehrbuben verletzt, das philiströse Gebahren der
Meister befremdet ihn: der Unmuth über alles Kleinliche ver-
fliegt aber stets sehr rasch, da seine vornehmere Natur ge-
rade wie diejenige Sachsens) mit gutem Humor sich darüber
zu erheben vermag. Die Bosheit Beckmesser^s freilich, die die
rasch erwachte Liebe zu Eva ernstlich bedroht, ruft seine
helle Empörung wach, und ^anz verflogen list diese erst in
der traulichen Zwiesprache mit Sachs, in der dem freundlich
gelehrigen Schüler die Deutweise seines Mor^ntraumes wie
unwillkürlich auf die Lippen kommt. Gerade in der Schlicht-
heit und Natürlichkeit der Darstellung offenbarte sich ein
höchst bedeutendes schauspielerisches Talent, dem einzelne
Missgriffe zu Gute gehalten werden mögen. Es bleibt freilich
zu bedauern, dass die gesangliche Leistung nicht auf derselben
Höhe stand, und auch dass unsere sonst vollständige „Meister-
singer**-Aufführung, die sich wahrlich mit Ehren sehen lassen
kann, dem Geiste zu Liebe stark gekürzt werden musste. Ein
frosses Verdienst des Hrn. Alvary ist es aber, dass er mit
er Tradition gebrochen hat, die den Walther mit „Würd
und Hoheit** an^ethan sein lässt; seine schlichte und naive
Auffassung scheint mir eine weit grössere Berechtigung zu
haben, und gerade dieser Umstand mag die Ausführlichkeit
meines Bericntes entschuldigen. **
Concertumschau.
Aachen. 1. — 8. Versammlung des Instrumental Vereins
(Schwickerath): Symphonien v. Beethoven (No. 6) u. Haydn
(Cdur), „L'Arl6sienne** v. Bizet, „Meistersinger** -Vorspiel v.
Wagner, Ouvertüren v. Goldmark („Sakuntala**) u. A., En-
tr*acte a. „La Colombe** v. Gounod, Balletmusik a. „Fera-
mors** V. Rubinstein, Menuett v. Boccherini, Marsch von
Schubert-Liszt, Gtesangvorträge der Frau Wirth („Von ewiger
Liebe** u. „Ständchen" v. Brahms, „Die todte Nachtigall" v.
Liszt, „Bei der Trösterin" v. Bungert, „Du rothe!^>se" v.
Lessmann u. „Die Bekehrte" v. Stange) u. des Hrn. West-
berg (Clav., Seren, v. Gounod). — 4. Stadt. Abonn.-Conc.
(Schwickerath): „L*Arl6sieime" v. Bizet, Ouvertüren v. We-
ber u. Goldmark („Sakuntala"), Kaiser-Mcursch v. Wagner,
„Das Glück von Edenhall" f. Chor u. Orch. v. E. Humper-
dinck, Violinvorträge des Hrn. Prof. Heermann a. Frank-
furt a. M. (Conc. v. Brahms etc.).
Angers. Aboim.-Concerte der Assocat. artist (Frömaux):
No. II. 6. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Weber (Ju-
96
bei-) u. Mendelssohn („Heimkehr aus der Fremde"), Suite aus
„L^Enfant prodigue**, „Au Bord du Danube" und Gigue von
A. Worms er (unter Leit. des Comp.). No. 12. „Le Rouet
d'Omphale" v. Saint-Saöns, „ZauDerflÖten**-Ouvert. v. Mo-
zart, S6r6n. hongr. V. V. Jonciöres, Marsch a. „Tannhäuser"
V. Wagner, Requiem f. drei Violoncelle v. D.Popper (Frl.
Baude u. die HH. Delsart u. Fr6maux), Violoncellvorträge des
Frl. Baude (Conc. v. Schumann, Romanze v. G. Faurö und
„Fileuse" v. Popper).
Baden-Baden. Soir6e f. Kammermusik der HH. Bletzer,
Bienert, Pageis u. Wamke am 11. Jan.: Streichquartette v.
J. Rosenhain (Gdur) u. Beethoven (Op. 59, No. 3). — Soli sten-
conc. des städt. Curorch. (Krasseltsen.)am 22.Jan.: Orchester-
suite a. „Peer Gynt" v. Grieg, „Ruy Blas"-Ouvert. v. Men-
delssohn, Nordischer Hochzeitsreigen f. Orch. v. C. Rübner,
3. Seren, f. Streichorch. v. Volkmann (oblig. Violonc: Hr.
Warnke), Festmarsch v. Lassen, Türkischer Alarsch v. Mozart,
Fdur-Violinromanze v. Beethoven (Hr. Bletzer). — 5. Abonn.-
Conc. desselben Orch.: „Friedensfeier"-Festouvert. von Rei-
necke, Kaiser-Marsch v. Wagner, Solovorträge der Erau
Sanderson (Ges., -Arie a. „Samson und Dalila" v. Saint-Saens,
Lieder v. Schumann, P. zu Eulenburg [„Die grünen Blätter"]
u. E. d' Albert [„Zur Drossel sprach der Fink"]) u. derHH.
Pfeiffer (Clav., Deutsche Militärpnant. m. Orch. eig. Comp.) u.
Gregorowitsch (Viol., 2. Conc. v.Wieniawski, Barcarofie v.
Ondriöek u. Zigeunerweisen v. Sarasate). — Symph.-Conc.
desselben Orch. am 29. Jan.: 1. Symph. v. Schumann, 3. Satz
a. der 4. Symph. v. Tschai kowsky, Ouvert. zu „Richard III."
V. Volkmann, Stücke f. Streichorch. v. Schumann („Träu-
merei") u. Haydn (Seren.).
Bingen. Am 22. Jan. Auffuhr, v. Schumann's „Das Pa-
radies und die Peri" durch den Caecilien-Ver. (Louwerse) unt.
Solist. Mitwirk, des Frl. Wittenhaus a. Rheidt und der HH.
Doerter a. Mainz u. Walti a. Lengfeld.
Boston. Concerte des Boston Philharm. Orch . (Listemann) :
No. 8. „Danse macabre" v. Saint-Saens, Orchesterepisode
„Csurneval in Paris" v. J. S. Svendsen, Ouvert. zu ^^Komeo
und Julie" v. Raff, Schlummerlied f. Streichorch. v. H. Hof-
mann, Menuett f. do. v. Delahaye, Solo vortrage der Frau
Hopekirk (Clav., Gdur-Conc. v. Rubinstein) und des Hm.
Webber (Ges., Lieder v. H. Hofmann, C. F. Webber und
Ehlert). No. 4. Orch.-Phant. „Francesca da Rimini" von
P. Tschai kowsky, Praeludium zu „Oedipus Tyrannus" v.
J. C. Paine, Introd. zu „Le D61uge" v. Saint-Saöns, Solo-
vorträge der HH. Clifford (Ges.) u. Burmeister (Clav., Esdur-
Conc. V. Beethoven). — Concerte des Boston Symph.-Orch.
(Nikisch): No. 11. 2. Symph. v. Brahms, Ouvert. „Der ge-
fesselte Prometheus" v. dfoldmark, Entr'acte a. „Rosamunde"
V. Schubert, Conc. f. Viol. u. Bratsche v. Mozart (HH. Loeff-
1er u. Kneisel). No. 12. Hmoll-Symph. v, Schubert, „Man-
fred"-Mu8ik v. Schumann (Solisten: Frauen Nikisch u.Wyman
u. HH. Heinrich, Meyn, Lamson, Sargent u. Hay). — 2. Pianof.
Rec. des Hm. Mac-Do well m. Compositionen von Beethoven
(Son. Op. 27, No. 2), Mac-Dowell („Winter", „Der Bach",
„Mondlicht", Czardas, „Idylle" u. Presto), Alkan, Stcjierbat-
cheff („Bluette", Seren, u. Rondo pantom.), Chopin u. Saint-
Saöns (Etüde- Valse).
Chris tlanla. 4. Conc. des Musikver. (Holter): 7. Symph.
V. Beethoven, Ouvert. zum „Fliegenden Holländer" v.Wagner,
DmoU-Clavierconc. v. Rubinstein (Frau Nissen).
Cref eld. 4. Abonn.-Conc. der Concertgesellschaft (Grüters)
unt. Solist. Mitwirk, der Frauen Hoeck-Lechner a. Carlsruhe
u. Craemer-Schlegel a, Düsseldorf u. der HH. Horemann a.
Frankfurt a. M. u. Staudigl a. Berlin: „ Acis und Galathea" v.
Händel, „Magnificat" v. 8. Bach.
Demmln. 21. Conc. des Concertver., ausgef. vom Sänger-
paar Schmidt(-Köhne) u. dem Pianisten Hrn. Berger a. Berlin:
Vocalduette v. Händel, W. Berger (^Hans und Grethe") u.
Boieldieu, Soli f. Ges. v. Brahms („Die Mainacht"), W ein-
gar tner („Lied des Hunold Singuf"), Cornelius („Komm,
wir wandein zusammen"), W. Berger („Sonnige Stunde" u.
„Lied des Corsaren"), Kienzl („Immer leiser"), L es mann
(„Lurley"), Stange („Tandaradei") u. A. u. f. Clav. v. Cho-
pin, Godard (Mazurka) u. W. Berger (Barcarole und
„Arabeske").
Genf. 7. Abonn.-Conc. im Stadttheater (W. Rehberg):
Waldsymph. v. Raff, „Meistersinger" -Vorspiel v. Wagner,
Rhaps. Espana v.Chabrier, Air a. der Ddur-Suite f. Streich-
instrumente V. S. Bach, Gesangvorträge des Frl. Montalant a.
Paris (Arie v. Gluck, „Villanelle" v. Berlioz u. „Myrto" v.
Delibes).
Gotha. 4. Vereinsconc. der Liedertafel: Männerchöre v.
Lachner, Rabich („Hüte dich, Jungfräulein") u. Möhring
(„Im Krug zum grünen Kranze"), Solovorträge des Frl. Münch
a.*Leipzig (G^s., Weihnachtslied „Die Hirten" v. Cornelius,
„Schön Blümelein" v. Reinecke, „Meine Liebe ist grün",
„Ständchen" u. Wiegenlied v. Brahms. „Vöglein" v. Sitt,
„Zur Drossel sprach der Fink" v. d^Aloert etc.) u. des Hm.
Mehmel a. Darmstadt (Viol., Introd. u. Rondo v. Saint-Sa3ns,
Polen. V. Wieniawski etc.).
Halle a. S . Conc. der Neuen Singakad. (Voretzsch) am 21 . Jan :
9. Symph. v. Beethoven. „Der Königssohn" f. Soli, Chor u.
Orch. V. Schumann, Offertorium f. Solo, Chor und Orch. v.
Schubert. (Solisten: Frauen Schmidt-Köhne a. Berlin und
Metzler-Löwy a. Leipzig u. HH. Grahl a. Berlin und Jensen
a. Dresden.)
Jena. 5. Akad. Conc. (Prof. Dr. Naumann) unt. Mitwirk,
der Sängerin Frl. Polscher a. Leipzig u. der Pianisten HH.
Fazer a. Helsingfors und Halsted a. Blackburne: „Wander-
bilder" f. Orch. V. L. Machts, „Coriolan" -Ouvert. v. Beetho-
ven, (Kompositionen f. zwei Claviere v. Mozart (Esdur-Conc),
Ed. Schutt (Variat.) u. E. Ch ab ri er (Span. Rhaps.), Gesang-
soli V. H. Goetz (Arie „Die Kraft versagt"), Grrieg („Aut
einer Primula veris"), W. Berger („Ach, wer das doch könnte"),
Liszt („Wieder möcht ich dir begegnen"), Harthan (Wie-
genlied) u. A.
Klagenfurt. Conc. des Männergesangver. (Weidt) am
24. Jan.: „Lob der Freundschaft" f. Soli, Männerchor u. Clav.
V. Mozart, „Ständchen" f. Altsolo, Männerchor u. Clav, von
Schubert, „Waldharfen" f. Männerchor m. Tenorsolo u. Clav.
V. Edw. Schultz, Männerchöre a cap. v. Mozart, Schumann
u. Kremser („Im Winter", m. Soloquart.), Solo vortrage der
Frau Bouvier („Von ewiger Liebe" v. Brahms etc.). (Zwei
uns vorliegende Berichte sind einstimmig im Lob der vor-
züglichen Chor- und übrigen Leistungen.)
Laibach. 3. Kammermusikabend der Philharm. Gesell-
schaft: Cdur-Streichquint. v. Beethoven, GmoU-Streichquart.
V. Schubert, Fdur-Claviertrio v. Schumann. (Ausführende:
HH. Zöhrer [Clav.], Gerstner, v. Ragenfeld, Moravec, Till u.
Lasner [Streicher].)
Leipzig. 6. Kammermusik im Neuen Gewandhaus:
Streichquartette v. Beethoven (Op. 18, No. 3), Haydn (DmoU)
u. Brahms (AmoU). (Ausftihrende: HH. PriU, v. Dameck,
Unkenstein u. Wille). — 15. Abonn.-Conc. ebendaselbst (Sitt):
8. Symphonie v. Beethoven, Solovorträge des Frl. Joachim a.
Elberfeld (Ges.) u. des Hrn. Prof. Joachim a. Berlin (Viol.,
3. Conc. V. Bruch etc.). — Conc. des Pianisten Hm. Rosen-
thal im Alten Gewandhaus am 12. Febr. m. Compositionen v.
Weber (Asdur-Sonate), Schumann („Camaval"), Chopin-Rosen-
thal (Des dur- Walzer), H e n s e 1 1 (Vöglein-Etude u .Wiegenlied),
Liszt u. A. m. („Hexam6ron"), Rosenthal (Phantasie Über
Strauss^sche Themen) u. A. — 5. Akad. Orchesterconc. (Prof.
Dr. Kretzschmar): Esdur-Symph. v. Borodin, Seines po6ti-
ques V. Godard, Ouvert. „Le Caniaval romain" v. Berlioz,
1. Slav. Rhaps. v. A. Dvof&k. Ciaviervorträge der Frau
Kretzschmar (1. Satz des Dmoll-Conc. v. Rubinstein [Jankö-
Claviatur] u. GmoU-Conc. v. Saint- Saöns (alte Claviatur]).
— Abendunterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 22. Jan.
Sonate f. Violonc. u. Org., 2. u. 1. Satz, v. 0. Wermann =HH.
Braun a. Lenzburg u. Gerhardt a. Leipzig; Cdur-Streichquint.
V. Beethoven z=: HH. Zimmermann a. Groningen, Schochardt a.
Merseburg, Schäfer a. Wiesbaden, Barchewitz a. Schweidnitz
u. Hammig a. Leipzig, Arie „Neue Freuden" von Mozart =
Frau Boscn a. Los Angeles (Amerika), 2. Clavierconcert von
Jadassohn = Hr. Klamroth a. Eisenach, Arie „Frühlings-
lüfte" V. Mozart = Frl. Friedel a. Osterfeld, Ddur Clavier-
conc. V. Mozart = Hr. Turner a. London. 29. Jan. Esdur-
Orgelsonate v. Rheinberger=: Hr. Beyer a. Rastenburg,
Hmoll-Quart. f. Soloviol., Viol., Bratsche u. Violonc. v. Spohr,
Soloviol. 1. Satz = Hr. Korb a. Platten (Böhmen), 2. Satz =
Hr. Lauboeck a. Wunsiedel, die übrigen Instrumente = HH.
Richter a. Paunsdorf, Rudolph a. Diethensdorf u. Haagmans
a. Rotterdam, Rec. u. And. a. der Clav.-Violason. v. Rubin-
stein == HH. Goldfarb a. Stargard u. Sattler a. Bockwa i. S.,
Gdur-Clavierconc. v. Beethoven = Frl. Doane a. Brooklyn,
Ciaviersoli v. Chopin (Asdur-Polon.) u. Liszt (Taran teile aus
„Venezia e Napoli") = Hr. Lockwood a. Troy (Amerika).
2. Febr. Hmoll-ViolonceUconc, 1. Satz, v. Romberg =: Hr.
Bramsen a. Copenhagen , zwei Lieder v. Schubert =: Hr.
Müller a. Crimmitschau, A moll- Vi oloncellcon c. v. Volkmann
= Hr. Braun, Clav.-Clarinettenson., 1. Satz, v. Draeseke =
HH. Löschen a. Zwischenahn u. Dougherty a. Winona, Phau-
91
tasiestücke f. Clav., Viol. u. Violoncell v. Schumann = Frl.
Burbage a. Washington u. HH. Wille a. Greiz und Barth a.
Weimar, „Hugenotten* -Phant. f. Fl. u. Clav. v. Walkirs =:
HH. Kraemer a. Köstritz u. Freitag a. Dresden, Clav.-Yiolin-
son. Op. 12, No. 1, V. Beethoven = Frl. Wainlud a.Wilna u.
Hr. Korb.
London. 2. Ooncert des Hm. Dannreuther (Clav.) unter
Mitwirk, des Frl. Williams (Ges.) u. der HH. Gibson, Elreuz u.
Ould ('Streicher): Ciaviertrios v. J. Brahms (Op. 8 in neuer
Ausgabe) u. Schumann (Op. 63), Frühlingsphant. f. Viol. und
Clav. V. E. Kreuz, Soli f. Ges. v. Dvoi^K („Mein Herz ist
traurig"), Brahms („Verzagen ") u. Grieg(„ Die Prinzessi n" ,
„Mit einer Primula veris" u. „Wald Wanderung") u. f. Clav. v.
Schumann (FmoU-Son.).
Luzern. 2. Abonn.-Conc. (Frischen): 2. Symph.v. Brahms,
„Genovefa"-Ouvert. v. Schumann. 1. Norweg. Rnaps. v. Svend-
sen, G^sangvorträge der Frau Sanderson („La Uaptive" von
Berlioz, „Die rothe Hanne" v. Schumann, „Der Schuhmacher"
u. „Der Sandträger" v. Hungert u. „Zur Drossel sprach der
Fink" V. d'Albert).
Magdeburg. 5. Logenconc. (Kaufmann) : Ouvertüren v.
Mendelssohn u. Berlioz („Der römische Cameval"), Inter-
mezzo sinf. a. „Cavalleria rusticana" v. Mascagni, Solo vor-
trage des Frl. Eückward a. Berlin (Ges., „Natur" v. (i. Kulen-
kampff. „0 lass dich halten" v. Ad. Jensen, „Meine Liebe
ist grün" v. Brahms, „Der vielbetretene Pfad" von Kauff-
mann etc.) u. des Hrn. Berber (Viol.. Ungar. Conc. v. Joachim
u. S6r6n. melanc. v. Tschaikowsty). — 4. Conc. des Kauf-
männischen Ver. (Kauffmann): Oxfordsymphonie v. Haydn,
-^benceragen"-Ouvert. v. Cherubini, Solovorträge der Frls.
jfclein (Ges., „Dich, theure Halle" a. „Tannhäuser" v. Wagner,
„0, wüsst ich doch den Weg zurück" v. Brahms, ^^ wiege-
sang" V. W. Rischbieter und „Du wundersüsses JKind" v.
Tl\f Kirchner) u. Walther a. Leipzig (Clav., AmoU-Conc. y.
Schumann, „Consolation" v. L i s z t, Taranteile v. Moszkows-
ki etc.). — 4. Harmonieconc. (Kauffmann): Gmoll-Symph. v.
Mozart, Wotan's Abschied v. Brünnhilde (Hr. von Zur-^mhlen
a. Berlin) und „Feuerzauber" a. der „Walküre" v. Wagner,
Solovorträge der HH. von Zur-Mühlen („Jung Dietrich" von
GJHenso hei, „Waldesrauschen" u. „Vogellehre" v. H.Schmidt,
„Neue Liebe" v. Rubinstein etc.) u. Painparö a. Antwerpen
(Clav., „Pas de Marionettes" v. £. Pessard, Gavotte u. Mu-
sette V. J. Thom6 etc.).
Mainz. Conc. des Pianisten Hrn. Genss unt. Mitwirk, der
Sängerin Frl. Beuer am 22. Jan. m. Soli f. Ges. v.H. Genss
(7 Lieder) u. f, Clav. v. S. Bach (Chromat. Phant. u. Fuge),
H. Genss (Fmoll-Son.), Brahms (zwei Rhapsodien) u. A.
Mannhelm. 3. Kammermusik der HH. Schuster, Stieifel,
G«ul6 u. Kündinger unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Vaeth a.
Carlsruhe: Streicnquartette v. Volkmann (Gdur) u. Beethoven
(Op. 127), Lieder v. Rubinstein („Die Thräne"), Taubert
(„In der Fremde"), Schubert und Ad. Jensen („Murmelndes
Lüftchen"). — 5. Akad.-Conc. (Frank): 1. Symph. v. Volk-
mann, Ouvert. „Der römische Cameval" v. Berlioz, Ballade
f. Orch. V. Pirani, Pr61. zu „Le D6lnge" v. Saint-Saöns,
Ciaviervorträge des Frl. Kleeberg a. Paris. — Conc. des Hrn.
Paur a. Leipzig (Clav. u. Viol.) unt. Mitwirk, seiner Frau (Clav.)
der Frau Seubert-Hausen (GJes.) u. der HH. Kahn (Ciavier),
Gaul6 u. Kündinger am 28. Jan.: Hmoll-Clavierquartett von
R. Kahn, Conc. path6t. f. zwei Claviere v. Liszt, Variat. f.
do. V. Schumann, Soli f. Ges. v. Cornelius („Vorabend" u.
„Erfüllung" a. den Brautliedem), Brahms („Immer leiser" u.
„Ständchen"), R.Kahn („Der Gärtner") u. f. Clav. v. E. Paur
(Intermezzo) u. A.
Münehen. 1. Volksthüml. Conc: Claviertrio Op. 70,
No. 1, V. Beethoven, Fdur-Clav.-Violinson. v. Haydn, Adur-
Cla Viersen. V. Mozart. (In diesen auf Popularisirung des Musik-
gennsses abzielenden, für 30 resp. 20 Pf. ^zugänglichen Con-
certen werden Beifalls- und Missfallens-Bezeugungen als Stö-
rungen des musikalischen Eindrucks angesehen.)
Nürnberg. 4. Conc. des Privatmusikver. (Bayerlein) unt.
Mitwirk, des Sängers Hrn. Büttner a. Coburg: Esdur-Symph.
V. Haydn, „Freischütz" -Ouvert. v. Weber, „Wotan's Abschied
von Brünnhilde" u. „Feuerzauber" a. der „Walküre" v.Wag-
ner, „Herzwunden" u. „Der Frühling" f. Streichorchester v.
Grieg, Baritonlieder v. H. Sommer („Nacht"), E. Lassen
(„Die Kosen von Jericho") u. Schumann.
Schwerin. Liederabend des Hrn. Dierich am 12. Jan. m.
Solovorträgen der HH. Dierich („Ständchen", „Was zögerst
du" u. „Wunsch" v. J. Schäffer, „Ein Ton", „Sei mein" u.
„Komm, wir wandeln zusammen" v. Cornelius, „In Liebes-
lust" V. Liszt etc.) u. Balling (Altgeige, Elegie.iv. Viexix:
temps. Hebräische Melodien v. Joachim u. Concertphant.
V. H. Bitter).
Wismar. Balladenabend des Hrn. Ant. Schott a. Schwerin
unt. Mitwirk, der HH. Ochs (Clav.), Hopsch (Viol.)u.Teetz(Vio-
lonc.) am 18. Jan.: Claviertrios v.H. Spielter (Op. 15) und
Saint-Saöns (Op. 18), Soli f. Ges. v. V. Becker („Der todte
Soldat"), Weber, Löwe, Schumann und Esser („Des Sängers
Fluch"), f. Clav. u. f. Violonc. (Romanze v. Svendsen),
Worms. Kammermusikabend der HH. Schuster, ßl^ieffel,
Gaul6 u. Kündinger a. Mannheim (Streicher) unter Mitwirk.
der Frau Seubert-Hausen v. ebendaher (Ges.) und des Hrn.
Kiebitz V. hier (Clav.) am 22. Jan.: Ciavierquintett y. Schu-
mann, Streichquart. Op. 18, No. 2, y. Beethoven, Soli f. Ges.
V. Schubert, Kretschmer („Der Diebstahl"), Brahms („Immer
leiser wird mein Schlummer") u. Mascagni („Entsagung")
u. f. Viol. V. Spohr u. Sarasate (Span. Tanz).
Würz bürg. 4. Conc. der k. Musikschule (Dr. Kliebert):
2. Symph. v. Brahms, „Sommemachtstraum"-Ouverture v.
Mendelssohn, „Wittekind" f. Solostimmen, Chor u. Orch. v.
C. Kliebert (Wittekind: Hr. Schulz-Dornburg, Soloquartett:
Frls. WöLfel u. Dorsch u. HH. Kern u. Dr. Krause), Phant:
f. Violonc. V. F. Grützmacher (Hr. Boerngen).
Zürich. 6. Abonn.-Conc. der Allgem. Musikgesellschafb
(Dr. Hegar): 6. Symph. v. Beethoven, „Ruy Blas* '-Ouvert. v.
Mendelssohn, Solo vortrage der Frau Sanderson (Ges., Arie a.
„Samson und Dalila" v. Saint-Saöns, „Inmitten des Balles**
V. Tschaikowsky, „Der Schuhmacher** u. „Der Sandträger*.*
V. A. Bungert, „2iu: Drossel sprach der Fink** v. E. d'Alr
bert etc.).
B9~ Veraltete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GSste in Oper und Concert.
Augsburg. Der Tenorist Hr. Emil Götze, welcher un-
längst hier concertirte, hat mit seinen Vorträgen eine seltene
Begeisterung erweckt. Sein Organ ist ohne Zweiföl Eme der
herrlichsten Tenorstimmen, die je existirt haben, und er hal
sie in der Gewalt, wie ein Meister. Trotzdem wäre" dieses
Stimmjuwel nur tönendes Metall, wenn es nicht gleichzeitig
auch aus einer warm empfindenden Künstlerbrust heraus-
strömte! Ein gottbegnadetes Talent gab sich aber auch in
dem Künstler zu erkennen, der sich mit Hrn. Götze in die
Ausführung des Programms theilte. Wenn ein junger Geiger
Anwartschaft hat, zu den Ersten seiner CoUegen gerechnet
zu werden, so ist es Hr. Alfred Krasselt, der mit seinen
Leistungen wahrhaftes Furore machte. — Bpemen. Der dritte
Orgelvortrag des Hm. Nössler vermittelte die Bekanntschaft
mit dem Baritonisten Hrn. G ansehe aus Creuznach, welcher
in seinen Vorträgen nicht blos eine warm timbrirte und aus-
gibige, dabei ausgezeichnet geschulte Stimme, sondern auch
eine künstlerisch intelligente und warmbeseelte Auffassung
verband und mit derselben einen tiefen Eindruck hervorrief.
— Chemnitz. Frau Moran-Olden hat jüngst an zwei
Abenden in unserem Stadttheater gastirt, und zwar als Fidelio
und Frau Fluth. Die geniale Künstlerin müsste nach Chem--
nitz kommen, um durch das „Chemnitzer Tageblatt" zu er-
fahren, dass unser bescheidenes Stadttheater zwei Sängerinnen
besitzt, die ihr mindestens ebenbürtig,, wenn nicht gar über-
legen sind. Es ist ihr wie Hrn. Rosenthal ergangen, der bei
einem Vergleich mit einem einheimischen, wenn auch sehr
tüchtigen Pianisten den Kürzeren ' zog. Ländlich — sittlich! —
Creuznaeh. In einem am 31. Jan. Ypn dör Pianistin Frl*
Scharffenberg von hier und den fifi. Leacfeier (Gesa!n)g>';;
und Brück- (Violine) aus Frankfurt ä.,M. aü)5gefühVten 0on-\,
cert theilte sich die einheimische Piani&tin mit dem Violinisten
in die wohlverdienten Beifallsehren, währenfl 'der Sänger die-
selbe künstlerische Durchbildung noch nicht erreicht zu haben
schien. — Dresden. In dem letzten Concert der „Harmonie*^
interessirte als neue solistische Kraft der Pianist Hr.. Henry
Falcke aus Paris, welcher in seinem Sjjiel eine ausgezeich^
nete virtuose Schulung und in seiner Auffassung allenthalben
künstlerischen Geschmack und lebendiges Temperament ver-
rieth, welche Factoren den errungenen schönen Erfok;- auch,
als voll verdient erscheinen Hessen. — Frankfurt a. M. Wte .
es heisst, ist Aussicht vorhanden, dass'an Stelle der unsete
Oper verlassenden Frau Luger. die ausgezeichnete Berliner
Altistin Frau Staudigl treten und somit ein vorzüglicher
Ersatz geschafft werden wird. — Königsberg i. Pr. Es war
ein unvefgessUcher Abend, an welchem in vor. Woche -Wag-
98
nnr'« uTrialan nndlaolde*' mit Hrn. Alvary und FrL Malten
auf nnaeram Stadtheater in Scene gins. Beide Gaste haben
herrlich ihre Partien duröhgef^lhrt una mit ihren leuchtenden
Leistungen auch die übrigen Mitwirkenden zur höchsten An-
mannunff ihrer Krifie fortgerissen. Der Jubel wollte nach
oohhiSB der Gardine kein Ena» nehmen, das Publicum war in
Extase. — PmriS. Die bisher stattgehabten zwei historischen
dariarabende des Hrn. de Greef aus Brüssel waren vom
pSflsten Erfolg begleitet. — New-Jersey. Der Geiger Hr.
Brodsky aus New- York brachte mit seinen fein künstleri-
Bohen Soloyortrftgen im 2. Goncert des Symphony Orchestra
aus New-York den gAnstigsten Eindruck nervor und machte
das Verlangen nach einer baldig^ Wiederbegeffnune rege.
AuohHr. Paderewski gab hier ein stark besuchtes Ooncert,
welches den gewohnten Enthusiasmus hervorbrachte. —
Mtl. Eine grosse Ftklle von Solonummem enthielt das letzte
Goncert des Goncertvereins, glücklicherweise in einer Ausfüh-
rung, der man durchweg das Prftdicat j^vollkommen** beilegen
durfte. Da war zunächst Frau Sanderson, die excellente
Sbigerin und unübertreffliche Vortrafinskünstlerin, die aus
Jedem der vorgetragenen zahlreichen liieder ein köstliches,
durch feinste musikalische Ausarbeitung, wie tiefe seelische
Durchdringung gleich ausgezeichnetes Gabinetstück schuf.
Ein Instrumentallst, der neb^i dieser genialen Frau mit Ehren
bestehen will^ muss schon ein ordentncher Meister seines In-
struments sem. Der jugendliche Violinvirtuos Hr. Alfred
K rasselt hat diese ee&hrliche Goncurrenz glänzend bestan-
den und mit seinem Spiel nicht minderen Beifall, als Frau
Saodenon gefunden. lieben diesen Solistengftsten erschien
noch ein OSst am Dirigentenpulte: Hr. Ferd. Thieriot aus
LeijMEig nut seiner reiz- und lebensvollen Sinfonietta. einer
NovitM, die auch hier in ihren drei Sätzen einen durcnschla-
genden Erfolg sich errang.
Kirohminiitik.
LeIpBig. Thomaskirche: 12. Febr. „Wie lieblich sind
deine Wohnungen^ v. G. Beinthaler. „Siehe, um Trost^ v.
E. F. Biohter. 14. Febr. Schlusschor aus der Kirchweih-
Gaatale v. F. W. Bust.
OpermuflDhningen.
Januar.
Bmden-Bmdeil. Grossherzogl. HofUieater: 20. Gavalleria
msiioana.
Garlsnihe. Grossherzogl. Hofiheater: 1. Die Zauber-
flöte. 8. Lohengrin. 6. n. 24. Gavalleria rusticana. 7. Der
Troubadour. 10. Garmen. 14. Franoesca von Bimini. 21. Der
Fteisohüts. 27. Euryanthe. 81. Bienzi.
StuttgaFt. K. Hoftheater: 1. Der Trompeter von Säk-
kinffen. 8. Der Freischütz. 6. Tannhäuser. 10. Teil. 12. Der
Waffenschmied. 16. Die Entführung aus dem Serail. 17.'Bobert
der Teufel 19. FraDiavolo. 22. Die Begimentetochter. 28. Der
Wildschütz, dl. Die Afrikanerin.
Varmisohte Mtttbeilungan und Notizen.
* Dem Verein für Errichtung eines Bobert Schumann-
Denkmals in Zwickau sind bis jetzt circa 14,000 ul zuge-
^;an^[eny eine Summe, die aber nicht genügt, um das Project
m emer der Bedeutung Bobert Schumann's würdigen Weise
auszuführen, um die Sache in schnelleren Fluss zu bringen,
hat ein Freund derselben eine namhafte Spende zugesagt für
den Fall, dass das Denkmal in fünf Jahren enthüllt wird.
Der Vorstand des gedachten Vereins ist der Hoffnung, dass
diese Zusage manchem säumigen Schumann-Verehrer die An-
regung zu schnellerem Handeln und somit den äusseren An-
stoss zur baldi^ien Vollendung des Werkes gebea werde.
Beiträge zu diesem Denkmal sind an Hm. Banauier Ferd.
Ehrler m Zwickau einzusenden, von welchem aucn die Satz-
ungen des Vereins, sowie alle weiteren Auskünfte in dieser
Angelegenheit zu erlangen sind.
* Im Hoftheater zu Dresden fSsrnd im nördlichen
Treppenhaus eine von Hrn. Dr. G. Kietz modellirte und in
Mannor ausgeführte Büste Bichard Wagner*s in Form
«iaer Herme — Ehrengabe der Tiedge-Stiftnng — Au&tellung.
* Das Vorspiel zu „Tristan und Isolde** von Wagner
ist im Laufe dieser Saison bereits vier Mal in Marseille,
jedesmal einen tiefen Eindruck hinterlassend, aufgeführt
worden.
* Zu den Frogrammnummern des 7. Symphonie-Abends
der k. GapeUe zu Berlin zählte ausser anderen Werken Bich.
Wagner^s auch dessen Cdur-Symphonie, welche, wie
man schreibt, bei dieser Gelegenheit zum letzten Male 'zur
öffentlichen Aufführung gelangte.
* Der vonHm. A.Wagner reformirte Stuttgarter k. Hof-
theaterzettel mit seinen fleissig gearbeiteten analytischen,
kritischen und biographischen Mittheilungen über die jeweili-
gen in Betracht kommenden Werke und Autoren bat schnell
festen Fuss bei dem kunstsinnigen Publicum der württem-
bergischen Besidenzstadt gefunden und darf auch anderen
Theaterstädten als ein gutes Orientirungs- und Vorbereitungs-
mittel zur Nachahmung anempfohlen werden.
* Das Hoftheater zu Dresden hat im Jahre 1891 69 ver-
schiedene Gpem und Musikdramen im Bepertoire gehabt. Die
meisten Aufführungen (63) von diesen erlebte — ein Zeichen
der Zeit! — Mascagni^s „Gavalleria rusticana'', nach dem jun-
gen Italiener kommt Bichard Wagner mit 46 Abenden etc.
* Dank der Mitwirkung des Frl. Malten und des Hm.
Alvary konnte am Stadttheater zu Königsberg i. Fr. kürz-
lich, nach zehnjähriger Pause, B. Wagner^s „Tristan und
Isolde" wieder einmcu in Scene gehen. Die von Hm. Capell-
meister Göllrich trefflich vorbereitete und geleitete Auf-
führung, in den Titelpartien aus^zeichnet bestellt und auch
nach gesanglicher Seite sehr befriedigend, litt dagegen in der
Wirkung durch das schwach besetzte Orchester und die ge-
radezu ärmliche Inscenirung.
* Im Stadttheater zu Zürich ging am 29. Jan. unter
Leitung des Hm. Kempter erstmalig Bichard Wagner 's
„Tristan und Isolde^ mit Hm. G. Lederer und Frl.
Jrrosky in den Titelpartien in ausgezeichneter Ausfuhrung
in Scene. Die Au&ahme war eine nochbegeisterte.
* Im Hoftheater zu Stuttgart stehen unter Hrn. Zum-
pe*s Leitung ^ die nächste Zeit folgende Premieren bevor:
26. Febr. „Die Königin von Saba" von Goldmark, 20. März
„Der Barbier von Bagdad** von Gornelius, im April „Sieg-
med** von Wagner. Für den Mai ist dann die erste voS-
ständige AufEÜhruncj des „Binges des Nibelungen** festgestellt.
Mit dem neuen Hoicapellmeister Hm. Zumpe ist, wie für das
Goncertleben nun auch für die dramatische Musik eine neue
Zeit in der württembergischen Hauptstadt angebrochen.
* .Lohengrin** macht in Nizza volle Häuser. Dasselbe
Werk natte in Montpellier grossen Erfolg.
* In Antwerpen hatte £runeau*s Oper „Le B^ve**
lebhaften Erfolg.
* In Lille hat die einactige komische Oper „L'öcole des
P^res** von de Vleshouver oei ihrer Erstaufmnrung sehr
gefsdlen.
Todtenllste. Frau Viguier, sehr angesehene Clavier-
lehrerin in Paris, f daselbst, 67 Jahre alt. — Baldassare
Gamucci, fruchtbarer Gomponist von grösseren geistlichen
Werken, sowie einer Oper, Musikprofessor, f, 69 Jahre alt, in
Florenz. — Antonio Garzoni, seit 60 Jahren Vicecapell-
meister an der musikalischen Metropolitancapelle, f iu Mailand.
— Ludovico Buti, einst berühmter Bariton, f, 69 Jahre alt,
in Born. — Luigi Tofanelli, Or&nniBt, f, 29 Jahre alt, durch
Selbstmord in Bom. — Frau Sofia Bösen, ehem. russische
Primadonna, endigte durch Selbstmord in Palermo.
Offener Sprechsaal.
Erklärung.
Herr Bosenthal behauptet, ich hätte ihm zugestanden, von
einem „illustren Kollegen*' beeinflusst worden zu sein, und
hätte inn erst mit Garl Tausig, und schon in der zweiten
„Kritik*' mit einer Spieluhr verglichen. Beide Behauptungen
sind vollkommen unrichtig. Weder in meiner zweiten
Kritik vom IQ. Dezember noch in der dritten vom 20. Dez.
1890 ist das Wort Spieluhr oder irgend ein Ausdruck zu
99
finden der diesem Begriffe im entferntesten ähnelt. Ich
spreche in der 2. Kritik von dem „ganz überwältigenden*' Ein-
druck (die Worte sind eross gedruckt) den seine Leistung
auch auf Jene gemacht, die andere Anschauungen hegen. Ich
sage dann wörtlich mit Hinweis auf meine erste Kritik „er
darf nicht stehen bleiben auf der Höhe grossartigster uner-
reichter Technik" er muss in die Tiefen wahrer Kunst drin-
gen [wie einst Carl Tausig „der ja auch als niederschmet-
ternder Techniker begann" — Worte der ersten Kritik] In
der dritten Kritik spreche ich von „manchem fiedenklichen"
und endige mit den Worten: „Hr. E. hat das Prestissimo
der Beethoven-Sonate 109 mit einer Präcision und einer
rhythmischen Schärfe gespielt, die von blosser Technik nicht
erreicht werden kann. Nicht allein die quasi Verpflichteten
haben applaudirt sondern auch die Kompetenten.*^ Herr R.
befindet sich also in einem bedenklichen Doppel-Irrthmn. Er
citirt Kritiken die ich nicht geschrieben als Beweis für Worte
die ich' nicht gesprochen habe.
Berlin 11. Febr. 1802.
Heinrich Ehrlich.
Um diese Polemik mögliclist in der vorliegenden Nummer
unseres Bits, zum Abschluss zu brin^n, haben wir vorstehende
Erklärung des Hrn. Prof. Heinrich Ehrlich sofort Hm. Eosen-
thal zu einer event. Gegenäusserung vorgelegt, welche uns
von demselben auch zugegangen ist und nachfolgend zum Ab-
druck gelangt. Wir bedauern nur, dass hierbei Hr. B.o6en-
thal, um deutlich zu werden, den Namen des Hm. Dr. Hans
V. Bülow, welcher grosse Künstler dieser Affaire sicher ganz
fem steht, zu nennen genöthigt war.
D. Eed.
Hochgeehrter Herr Bedaotenr!
Hr. Professor Ehrlich scl^eint trotz seiner phänomenalen
LitteraturkenntnisB das Wort Heine's Übersehen zu haben:
Es ist einerlei, wann und wo man Etwas ausspricht, ' wenn
man es nur ausspricht. Der schmeichelhafte Spieluhfen-Yer-
fleich befindet sich in einem Artikel der „Gegenwart" mit
em vollen Namen „Heinrich Ehrlich" ^zeichnet. Sie sehen
also, dass den „Ehrlich'schen" Berichtigungen nur relative
Glaubwürdigkeit beizumessen ist.
Was den Gardinalpunct, nämlich die Beeinflossong des
Hrn. Heinrich Ehrlich durch Hm. Dr. Hans von Bülow (der
mich nicht spielen gehört hatte) anbelangt, so bin ich in der
Lage, folgende Puncto für meine Behauptung beizubringen.^
1. Das Eingeständniss Hm. Ehrliches mir gegenüber und
sein Versprechen, mir im nächsten Jahre Satisfaction
für das Abfällige seiner Kritiken zu geben.
2. Die theilweise Bestätigung durch den bekannten Hm.
Impresario Hermann Woln.
Sollte Hr. Ehrlich die ganze Angelegenheit auch weiterhin
mit so beneidenswerthem Aplomb bestreiten, so werde ich
weitere Zeugen nominiren und namentlich jener Scene im trau-
lichen Künstlerzimmer der Sin^kademie erwähnen, wo Hr.
Professor Ehrlich mir im Beisein des Hm. Stember^ die ge»
wagtest^n Complimente schnitt, um Tags darauf vieles Be-
denkliche in meinem Spiele zu finden. Siehe „Berliner Tage-
blatt" vom 20. Dec. 1890.
In aufrichtigster Hochschäizung
Moriz Eosenthai.
Kritischer Anhang.
Neue Clavier$tücke.
Otto Schmidt. Vier Ciavierstücke, Op. 33. Berlin, C. A.
Ohallier & Co.
Der Componist sagt zu häufig dasselbe, wiederholt die-
selbe Phrase zu oft Note für Note und wird dadurch, ob-
fleich er sonst ganz frisch erfindet und empfindet, langweilig.
\t muss bei den Meistern zusehen, wie die einen Gedanken
umzuformen und demselben Gegenstand immer wieder neue
Seiten abzugewinnen wissen.
Wiel-Lange. „Märchenbilder". Copenhagen un^ Leipzig^
Wilhelm Hansen.
Das sind derartige Miniaturbilder, wie sie uns Gade hinter-
lassen hat, ebenso zierlich und anmuthvoU, in demselben
Grade vergnüglich zu spielen und zu hören. In Wiel-Lanffe's
Musik kommen keineswegs ausserordentliche Dinge vor, aper
man amnsirt sich doch, wenn er so ruhig und gemüthlich
von der Schneekönigin, der Hühserwärterin in Ederland, vom
Aschenbrödelchen und den wilden Schwänen erzählt.
Louis Bödecker.
Bi*ief*l£a,stei]L.
T. 0. in IV, Das sind ja allerdings kostbare Sachen,
wohl werth, auch weitere Kreise, als die dortigen, zu amu-
siren.
/^. G. in C, In der von C. Kipke redigirten und in C. F.
W. Siegel's Musikalienhandlung (K. Linnemann) erscheinen-
den „Sängerhalle" finden Sie das passendste Organ für Ihren
Gesangverein.
/.. Z. in S, Nach zuverlässigen Mittheilungen besteht die
Great-Valleria-Gesellschaft, für welche in der Presse so ^-
waltiger Lärm geschlagen wird, fast nur aus Mittelmässig-
keiten. Es verlohnt sich deshalb kaum die weite Beise
für Sie.
W, K, in Z. Wer Hm. S. bei Beginn des 50. Jahrganges
seines Blättchens ein Loblied zu singen vermag, muss ab-
sichtlich oder unabsichtlich blind gegen die rein geschäftlichen
Zwecke sein, welchen dieses Unternehmen von jeher diente.
Das Organchen machte und macht noch jetet nicht blos die
unverfrorenste Beclame für die Compositionen des gleichen
Verlags, sondern hat auch stets, um kein Bisico zu haben,
seine Künstlerischen Tendenzen (wenn überhaupt von solchen
die Bede sein konnte) der jeweiligen Kunstströmung an-
fepasst und früher namentlich durch seine gehäsffigen und
oshaften Ausfälle auf Wagner's Kunstschaffen, sowie alles in
futem Sinne fortschrittlich-Neue diesen Bestrebungen msse
[indemisse in den Weg zu legen gesucht Jetzt, wo sich der
Wind gedreht hat, pfeSl auch das speoulative Blättchen zu-
meist aus einem anderen Loche. Dass mit der Verfolgung
solcher durchaus eigennützigen verlegerischen Ziele künstle-
rische Verdienste nicht zu erwerben waren, ist klar.
G, H, in B, Unsere Andeutung galt Hm. Edw. Schlömp.
Anxelflron'
Verlag von E> "W. Fritzsch in Leipzig.
[TAH ®P' ^^" Deutsches Liederspiel. Text nach älteren und
ffOII neueren Volksliedern zusammengestellt und für SoloitimnMn
^ ? und gemischten Chor mit Pianoforte bu vier Händen componirt.
Partitur Jk 8,—, Cborstimmen (Ji Ji — ,76. und 1,—.) Jk 3,—. [IW.]
Herzosenkm. Heinrich
100
Kdnigliches Conserratorinm der Mnsik zn Leipzig.
Die Anfnahme-Prüfung findet Mittwoch, den 20. April, Vormittags. 9 Uhr statt, ^er Unterricht erstreckt
sich anf Harmonie- und Compositionslehre, Pianoforte (auch auf der Jankö-Claviatar), Orgel, Violine, Viola, Violoncell,
Contrabass, Flöte, Oboe, Clarinette, Fagott, Waldhorn, Trompete, Posaune, — auf Solo-, Ensemble-, Quartett-, Orchester-
und Partitur-Spiel — Sologesang (vollständige Ausbildung zur Oper), Chor-Gesang und Lehrmethode, verbunden mit
Uebungen im öffentlichen Vortrage; Geschichte und Aesthetik der Musik, italienische Sprache, Declamations- und
dramatischen Unterricht - und wird ertheilt von den Herren: Professor F. Hermann, Professor Dr. R. Papperitz,
Organist zur Kirche St. Nicolai, Capellmeister Professor Dr. C. Relnecke, Tll. Coccius, Universitäts-Professor
Dr. 0. Paul, Dr. F. Werder, Musikdirector Dr. S. Jadassolin, L Grili, F. Rebling, J. Weidenbach, C. Piuttl,
Organist zur Kirche St. Thomae, B. Zwintsclier, H. Kiesse, kgl. Musikdirector Professor Dr. W. Rust, Cantor
an der ThomasBchule, A. Reckendorf, J. Klengei, R. Boiiand, 0. Scliwabe, W. Bärge, G. Hinke, F. Gumpert,
F. Weinschenk, R. MDIIer, P. Quasdorf, Capellmeister H. Sitt, Hofpianist C. Wendung, T. Gentzsch, P. Homeyer,
Organist für die Gewandhaus-Concerte , H. Becker, A. Ruthardt, G. Schreck, C. Beving, F.Freitag, Musikdirector
G. Ewald, A. Proft, Regisseur am Stadttheater, Fräulein A. Götze, Herrn Concertmeister A. Hilf.
Prospecte werden unentgeltlich ausgegeben.
Leipzig, Februar 1892.
[175b.]
Das Directorium des Königlichen Conservatoriums der Musilc
Verlag von E. IW* FrltEScIi in Leipzig. [176.1
Fl 1 n f G-esfi -n ge
für eine Bariton- oder Altstimme mit Pianoforte
von
Oskar Bolck»
Op. 51.
No. 1. Ich liebte dich. (H. Lingg.) 2. In düsterer Zeit. ,,Zu
Boden Binkt von meinen Tagen". (H. Lingg.) 3. Herbstgefiihl.
„0 war es blos der Wange Pracht". (Em. Geibel.) 4. Wer
keinen Frühling hat. (0. Prechtler.) 5. Gute Stunden. „Zähle
nicht die trüben Stunden**. (C. Stelter.)
M. 2,50.
Verlag von Wilhelm Hansen in Leipzig.
Neue Studienwerke
[177.]
von
Heinr. Ehrlich.
ff de
Fingerübungen
schwarzen Tasten
und
Drei rhythmische chromatische
Studien von Heinr. Ehrlich.
2 M. 50 Pf.
von
Haberbier und IVeupert,
systematisch geordnet von Heinr. Ehrlich.
O %4v
W. Auerbach Nachf .,
Maslkalleiiliandlans^ und lielhaitstalt,
Neumarkt B2, Leipzig, NeumarlLt 82.
Grosses Ijaarer von Musikalien etc.,
umfangreiche Leihanstalt der classlschen und
modernen MusikUtteratur (über 100,000 Exemplare),
welche stets ergänzt und vergrössert wird.
Coulanteste Bedingungfen, schnellste Lieferung:.
Ansiehtsendungen stets zu Diensten.
Prospecte gratis und franco. [178 — .]
Verlag von E. W. Fritzsch in Leipzig.
Richard Wagner,
Ein Albumblatt für das Ciavier.
Preis 1 M.
Für Orchester von C. Roichelt. Partitur ,ä 1,50. Stim-
men cplt. .M 3, — .
Für Violine mit Orchesterbegleitung von Aug. Wilhelm j.
Partitur J6 1^0. Stimmen cplt. .M 3, — .
Für Violine mit ±*ianofortebegleitung von Aug. Wilhelmj
M 1,50.
Für Violoncell mit Orchesterbegleitung von Dav. Popper.
Partitur Ji 1,50. Stimmen cplt. ^S 3, — .
Für Violoncell mit Pianofortebe^eitung von Dav. Popper.
Ji 1,50.
Für Harmonium mit Pianofortebegleitung von Joh. May.
.^ 2,—.
Für Violoncell, (oder Violine), Harmonium und Pianoforte
von Aug. Reinhard. »,H 2,40.
Für Horn mit Orchesterbegleitung von F. Gumbert. Par-
titur ^/6 1,50. Stimmen cplt. Ji 3, — .
Für Horn mit Pianofortebegleitung von F. Gumbert. .^^ 1,50.
Für Viola alta mit Pianofortebegleitung von Hermann
Ritter. Ji 1,50.
Für Cornet k pistons mit Pianofortebegleitung von Rieh.
Hofmann. Ji 1,50.
Für Harmonium oder Pedalilügel oder Orgel von A. W.
Gottschalg. A 1,50. [179.]
101
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Hof-Musikalienhandlung in Breslau,
sind erschienen: [180.]
Anton Strelezki's
neueste
Compositioneii
für Pianoforte zu 2 Händen :
Promenade. Pi^ce de Salon
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
Op.
174. Dans les Bois* Trois Morceaux. No. 1,2,3 &
179, No. 1. Eondeau
179, No. 2. Gigue . . . :
181, No. 1. Bomanzero
181, No. 2. Capriccio
184, No. 1. Nocturne
184, No. 2. Marche Turque
184, No. 3. Valse Russe
188. .Ungarisch". Rhapsodie
189, No. 1. Intermezzo
189, No. 2. Scherzino
190. Feuilles volantes. Album de 5 Morceaux:
No. 1. Romance
* No. 2. Habanera
No. 8. Valse-Pr61ude
No. 4. Souvenir de Bergen
No. 6. Chant de berceau
Ji 1,50.
» 1,50.
r^ 1,50.
n .1,50.
„ 1,60.
1,50.
1,50.
1,50.
1,75.
2,-.
1,50.
1,50.
n
«
n
»
n
n
I»
„ 1,25.
« «,50.
" ^'-:-
r, 1,26.
Anton Strelezki's
neueste
Compositioneii
für Pianoforte zu 4 Händen.
Sept Idylles: No. i.
„ No. 2.
No. 3.
Au läc de Galilöe
„Gretchen" . . .
Ji 2,—
. 2,-
Ce qu'on entend sur les
montagnes
Löonore
La Röveuse
Le Soip
Valse-Idylle
DanseS EspagnoieS. Trols cahlers. Cahler 1 1—3 k Ji 2,25
Cahier II 4—6. Cahier in 7-9 k Jf B,-
Danses Polonaises ^3,50
n
n
No. 4.
No. 6.
No. 6.
No. 7.
n
n
2,-
2,50
2-
2,50
AjCLton Strelezlti, Op. 160B. 8 Lieder für eine
Singstimme mit Pianoforte *^ 2,50.
Op. 158. Chant de matln. M61odie pour Violon et
Piano ^ 2, — .
Canzonetta : Intermezzo pour Piano, Violon et Violoncelle.
Jü 1,50.
In unserem Verlage erschien:
[181.]
^7
aus
Jphigenie auf Tauris" von Black.
Für gemischten Chor eingerichtet
von
Albert Becker.
Preis: Partitur 40 /ij. Stimmen 60 /ij,
Raabe & Plothow, Berlin, W. 9.
Musikalienhandlung. Potsdamerstr. 7a.
Verlag von E. W. Fritzseh In Leipzig. [182.]
Pilrttiy Carl, Op. 8. Drei Interludien für Orgel. Ji 2,25.
Neir yerlas m Jon Ailil in Miicltn
AtoHder Ritter.
n
<W#m 4i# Kr(09^#?^
2675
2675a
2675h
2674
2681
2674a
2682
2683,
2695
2718
2719
Oper in 1 Act.
Dichtung und Musik vom Componisten.
Vollständige Partitur netto Jt — .
Partitur der Ouvertüre allein netto Ji 6,—.
Stimmen zu der Ouvertüre allein Jf 10,-»-.
Ciavierauszug mit Text (vom Componisten) no. J$ 10,—..
Texthuch no.
Ouvertüre zu 2 Händen (vom Componisten)
Ouvertüre zu 4 Händen ( „ „ )
Festmarsch zu 4 Händen ( „ „ )
Polonaise zu 4 Händen ( „ „ )
Festmarsch zu 2 Händen (von H. Ley).
Polonaise zu 2 Händen (von H. Ley).
n
1,80.
2,-.
2,-.
2,50.
1,50.
1,50.
[183.]
Peter CorHels.
,JDer Cid".
^Lyrisches Drama In drei AnfBÜffen*
Dichtung vom Componisten.
2696 Vollständige Partitur.
2697 Partitur der Ouvertüre allein netto Ji 4,-—.
2698 Stimmen zu der Ouvertüre allein Ji 10,—.
2699 Clav.- Auszug mit Text (von L. Thuille) netto J6 12,—.
2700 Ouvertüre zu 2 Händen (von L. Thuille). Ji 1,80.
. 2701 Textbuch netto Ji —,50.
2702 Ouvertüre zu 4 Händen (von L. Thuille). J6 2,50.
Das Aufführungsrecht beider Werice auch für
Concerte vorbehaiten.
RicM Strauss, Dp. tl
Tondiehtmiff für grosses Orchester.
(Nach Shakespeare.)
2680 Partitur netto .S 25,—.
2689 Orchesterstimmen netto Ji 25,—.
2690 Ciavierauszug zu vier Händen (v, L. Thuille) Jt 6,—.
Die Erlaubniss zur Auffahrung wird von der Verlags-
handluBg nur gegen Revers direet ertheilt.
103
FIttsel- und Planino-Fabrikant.
Hoflielerant
Sr. Haj. dei Kaisers von Dentsohland nnd Königs von Prenssen,
Ihrer MaJ. der Kaiserin von Deutschland nnd Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser!, nnd Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
Uondon W.
445 Oxford-Stp.
I. Fabrik: 5—7 Johannis-Str: und 27 Ziegel-Strasse.
II. Fabrik: 21 Grünauep-Strasse und Wienep-Stpasse.
in. Fabrik: 124 Reiehenbepgep-Stpasse.
[184.]
5—7 Johannis-Stp.
ConserYatorkm der Musik in Cöln
anter Leitung des städtischen Capellmeisters Herrn Professor Dr. Franz Wüllner.
[185.)
Das Conseryatorium besteht aus einer Instrumental-, einer Gesang- und einer Musiktheorie-Schule, einer
Opernschule, sowie einem Seminar für Olavierlehrer. Es besitzt Vorbereitungsclassen für Clayier, Violine, Violon-
cellund Sologesang und lässt Hospitanten zum Ohorgesang, zu den Orchesterübungen, Vorlesungen und zum Unterricht in
Harfe, eyent. auch in Violoneell, Contrabass und Blasinstrumenten zu.
Als Lehrer sind thäUg die Herren: ProfessorDr. F. Wüllner, M. Abendroth, J. W. Franke, W. Bock,
C. BOtteher, O. F. Cortella, A. Eibenschütz, Director Dr. Erkelenz, R. Friede, L. Hegyesi, E.Heuser,
Ooneertmeister O. Hollaender, N. Hompesch, Concertmeister Professor G. Japha, Professor G-. Jensen,
A. Iffert, Frftulein Felicia Junge, E. Ketz, Dr. 0. Elauwell, W. Knudson, C. Körner, A. Erögel, Ober-
BegispeuF E, Lewinger, königl. Huiikdirector E. Mertke, Aug. y. Othegrayen, M. Pauer, J. Schwavtz,
Professor I. Seisj, stellyertretender Director, 0. Singer, Kammersänger B. Stolzenberg, P. Tomasini,
'TrWolschke, E. Wehsener.
Das Sommersemester beginnt am 1. April d. J. Die Aufnahme-Prüfung findet an diesem Tage, morgens
9 ühr,im Schulgebftude (Wolfsstrasse No. 3/5) statt. Das Schulgeld beträgt für ein Hauptfach und die obligatorischen
Nebenfächer .A 300 p. a. Ist das Hauptfach Sologesang, ^400, und wonn Betheiligung an der Opernschule hin-
zutritt, Jk 460 p. a.; ist das Hauptfach Contrabass oder ein Blasinstrument Jk 200 p. a. Für die Betheiligung am
Seminar zahlen die betr. Schüler ein für allemal Jk 50.
Wegen weiterer Hittheilungen, Schulgesetze u. s. w. wolle man sich schriftlich an das Secretariat des Con-
seryatorhung (Wolfsstrasse 3/6) wenden, i/^elohes auch schriftliche und mündliche Anmeldungen entgegennimmt.
Cdln, im Februar 1892.
Der Torstaiid.
Neue Gesänge
im Verlage von Steyl & Thoihas in Frankfürt a. M.
ans den Lieder- Symphonien von Schulte vom Brühl
für Mezzosopran mit Pianoforte
von
Otto Dorn.
Op. 33. ^ 1,80.
[186.]
ruaf Ijrisohe Skisiea
fDr eine Singstimme mit Ciavier
von
Arthur Smolian.
Op. 7. Jt 1,50.
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A.IcTA'PTirftn f»Lieht und Sehatten". Zwölf kleine Phan-
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Lieder und Romanzen
von
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Dp. 63. Seehs Romanzen complet
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No. 1. „Nicht sogleich hat mich Liebe erfiillet"
No. 2. Am offenen Fenster
No. 8. „Fahret hin, ihr Träume"
No. 4. Erstes Wiedersehen . .
No. 5. -Kein Lichtlein gl&nzt mehr durch die Nacht"
No. 6. Serenade: „Omein Kind, durch die schwei-
gende mcht"
Op. 65. Sechs Lieder complet
No. 1. Ständchen: „Morgenlüfüein, wohin ziehst
du?«
No. 2. Enttäuschung
No. 3. Ständchen: ^n dem schimmernden Strahl"
„Was thuts, wennauch des Winters Grimm"
Die Thränen
Kondel
No. 4.
No. 6.
No. 6.
[188.]
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108
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4 Ji
ArtoibOUC^eff, N., Op. 4. Polkn car&ot^rUtiqne.
P&rtilion 3 Jl DO. PartiM ^ Jt im. Pow Kmio
& 4 ms. 2 ^
Blumenf^d, F., Op. 10. ICatnrk*. P«rtitioB 6 jf bo.
PutiM 12 Ji no. Pour PUno & 4 nu. 4 j|
Kopylow, A., Op. 10. Schorio en LAmi|]eiu. Ywt-
tilion 9 ^ so. Pardw 16 Jt no. Ponr PUno
Ji 4 ma. 6 ^
Kopylow,A., Op.l4. Symphonie en UTminenr. Pe-
tition 18 JI no. Futiei 36 Jt no. Pov Piuo
\ 4 ms. 9 Ji no.
Ltadow, A^ Op. 19. Usinrk». Bc^e nutiqne prie
de U greingaette. Pftrdüon 6 Jl no. Fard« 12 Ji no,
Ponr Piano \ 4 mi. 3 Ji
SolcoloW, N., Op. 4. Elegie. Partition 3 Ji w>. Fsr-
Uea 6 Ji no. Ponr Piano- \ 4 ma. 2 Ji
Stoherbatoheff, N., 2 Idyllei. (L .L'^toOedaberger",
Tablean pastoral. IL „Eki paaaant l'ean", Bchendno.)
Fartiton 6 Ji no. Partiea 6 j| no.
Whitol, J., Op. 4. La f«te Lihgo. Tablean aympbo.
niqne rar dea th^ai popnlairea lettea. Part. 9 ul no.
Parties 15 Ji no. Fonr Piano 1 4 ma. 4 Ji
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hersuBgegeben von
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' I. Theil. Erste Lage. 3 .j« n. Theil. Erste bis 1
füulile Lage. 3 Ji [18».]
Eine auserlesene Sammlung muslkaUsOb-sehO-
ner Vlolln-Etuden von den berahmtMten Mei-
stern, progressiv geordnet und mit genauer Bexeich-
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hoch angesehenen Violin'Pädagogen Hermann SchrS-
der, dessen Name schon hinreichend dafbr htlrgt,
dass hier sowohl in Hinsicht auf Wahl des Stofies,
I alsaufiQöglichstfruehtbrlDgendeundgesehmack- i
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Druck von C. G. Röder in Leipzig.
Hierzu eine Beilage von M. P. Belaleff in Leipzier.
Leipzig» am 25. Föbruar 1892.
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[No.1
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Utea. — VenaUobte WttliftUungM nnd NoUiml — XrlUnlisr Anhang: Oonp«iitianan von Laandsr ScMagal. ~ Brietkutan. — AnzelgeB.
Die Sag« von „THstan und Isolde"
Richard Wagner-
Ton Dr. Arthur Setcti.
^Minne ist allenthalben,
nur nicht in der HCtlel'
Wolfram T ■ ■
Ge sei „jammerschade, wenn ein solch kösüichea
dicbtaiüches Denkmal nur füx langhaarige Altdeateche
vorhanden sei and so prächtige Sachen unter den Stuben-
gelehrten Termodem seilen: man mus« es so wieder ge-
bären, wie Gottfried von Strassburg dichten wärde, wenn
er heatEutage lebte; man moss sie dem Volke schenkenl"
— So schrieb Carl Immermanm, — er, der sich selbst
an einer Wiederdichtnng desselben versuchte, in den
dreisBiger Jahren aber das alte Tristan -Gedicht. Das
sollte nun freilich noch etliche Jahrsehente lang lediglich
beim „{rommen Wunsche" bleiben. Erst Richard
Wagner war es, der dieses schöne, trefiende Wort zom
Leben erweckte; et hat uns, hat seinem Volke den ur-
alten Mythos von „Tristan and Isolde" wieder geschenkt,
und mit Recht behauptete erst künelich Einer unserer
jüngeren Gelehrten dieser Wissenschaft, dass sein Werk
weit veniger eine „Bearbeitnng" der mittelalterlichen
Dichtung, als vielmehr eine „Wiedergeburt" des alten
Hjthus im Ganzen bedeute.
Zahlreiche Bearbeitungen aber des (von Heister Gott-
fried in 30 Gesängen nur als Fragment hinterlaasenen)
Epos waren seiner gewaltigen „Neudichtang" — wenn
vir so sagen dürfen — vorausgegangen. Schon Hans
Sachs hatte die „alte Mar" dramatisirt; ea ist also doeh
etwas mehr, als nur zeitgemftase Anspielung, wenn der
moderne Dichter der „Heistersinger" im 3. Act seines
Dramas den Schusterpoeten ssu Evchen sagen I&ssti
nMein K.ind, von Tristan nnd Isolde
Kenn ich ein traurig Stück:
Hans Sachs war klug nnd wollte
Nichts von Herrn Marke's Glück,"
Auch hat die Sage noch später als weitverbreiteter
und vielgelesener Prosa-Koman bis tief in dos 16. Jahr-
hundert hinein ausserordentlich stark gewirkt. Von da
ab scheint sie so ziemlich gemht zu haben bis wiederum
in die zweit« H&Ifte des vorigen Jahrhunderts. Hier war
das Gedicht neuerdings wieder aufgegriffen worden, und
es wurde nun mehrmals, zum Theil in rascher Aufein-
anderfolge, herausgegeben ; von Ujrller (1785), von Groote
(1821), Heinrich von der Hagen (1823), dichterisch be-
arbeitet von Aug. Wilhelm Schlegel (1811). Auf diese
litterarischen Producte mag Immermann mit seiner gleich
eingangs citirten Apostrophe an die „langhaarigen Alt-
deutschen und Stubengelehrten" angespielt haben. Seine
(leider nur unvollendete) Tristan-Dichtung, verfasst in 32
Romanzen — das Bedeutendste, was er in lyrischen For-
men gedichtet hat — , erschien im Jahre 1841. Auch
Platen, sein Antipode, hatte sich (dieser bereits um 1826)
an einer Neadichtnng des alten Stoffes versucht; es blieb
aber auch hier gleichfalls nur beim Fragment. Nun folgte
im Jahre 1847 Hermann Kurte mit seiner, mittlerweile
berühmt gewordenen, freien Uebertragung des Gottfried'-
10«
sehen Werkes, die der eigentlichen Dichtung eine lange
prosaiBch-wissenschaftliche Einleitung über die mythischen
Beziehungen vorausschickt und, um das Ganze harmonisch
zu Ende zu führen, eine selbständige Ergänzung des von
Gottfried uns überkommenen Rumpfstückes durch Hinzu-
fügung von sechs völlig neuen Gesängen wagt. Eine
mehr wortgetreue Uebersetzung (in genauer Anlehnung
an das mittelhochdeutsche Original) von Carl Simrock
liegt aus dem Jahre 1855 vor; ein Jahr später beginnt
Wagner mit der Dichtung seiner gewaltigen Tragödie;
neuestens (im Jahre 1877) hat Wilh. Hertz in München
noch eine freie und durch die Schlussaventiure „Noth
und Tod*' abermals vervollständigte Uebertragung Gott-
fried's geliefert, die — nach dem übereinstimmenden
Urtheile aller Sachverständigen als das Bewundems-
wertheste auf diesem Gebiete gilt. Auch die Episode
,, Tristan und Ysolde*' aus dem Lustspiel „König Arthur
und seine Tafelrunde'* von Aug. Bürk (Leipzig 1834)
gehört noch hierher; Carl Philipp Conz* Romanze „Tristan's
Tod** (1824) und R. Baumbach's gleichfalls den Tristan-
Stoff behandelndes, indes scherzhaftes Gedicht: „Traurige
Folgen des Wassertrinkens** aus den „Liedern eines
fahrenden Gesellen** (1882) seien dagegen hier nur ganz
beiläufig erwähnt, während es auf der anderen Seite ja
wohl als bekannt vorausgesetzt werden darf, dass Ulrich
von Türheim und der ungleich bedeutendere Heinrich
von Freiberg das Gottfried'sche Fragment — wiewohl nur
sehr imbefriedigend — fortzuführen suchten, welches (um
1210 entstanden) seinerseits wieder in einer Dichtung
Eilhart's vom Oberge, eines ritterlichen Lehensmannes
Heinrich's des Löwen (um 1175), sowie in den französischen
Gedichten von Ghr^stien de Troyes und namentlich von
Thomas seine Vorgänger bezw. seine eigentlichsten
Quellen erblickt. —
Unter solchen Voraussetzungen ist es denn für uns
nicht ganz uninteressant, gleich jetzt zu erfahren, welche
Stellung unser Meister in seiner während der Jahre
1856 — 1858 gereiften, 1859 vollendeten Neu-Schöpfung
sowohl dem Gottfried'schen Liebesgedichte, als auch diesen
(mit Ausnahme der Hertz'schen Uebertragung) sämmtlich
seiner Dramatisirung des .Stoffes vorausgegangenen, theils
rein litterarischen, theils wirklich dichterischen Bearbei-
tungen gegenüber einnimmt. An zwei Stellen — nicht
zwar direct auf dieses sein Verhältniss Bezug nehmend,
aber doch unzweideutig genug, um daraus Rückschlüsse
zu ziehen — lässt er sich des Näheren darüber aus;
wovon ich hier des übersichtlicheren Zusammenhangs
wegen die der Zeit nach spätere Stelle zuerst anfuhren
will. In dem Aufsatz „Was ist deutsch?** vom Jahre
1878 schreibt er nämlich:
„In rauhen Wäldern, im langen Winter, am wärmen-
den Herdfeuer seines hoch in die Ijüfte ragenden Burg-
gemaches pflegt der Deutsche lange Zeit Urväter-Erinne-
rungen, bildet seine beimischen Göttermythen in uner-
schöpflich mannigfaltige Sagen um. Er wehrt dem zu ihm
dringenden Einfluss des Auslandes nicht* er liebt zu
wandern und zu schauen; voll der fremden Eindrücke
drängt es ihn aber, diese wiederzugeben; er kehrt deshalb
in die Heimath zurück, weil er weiss, dass er nur hier
verstanden wird: Hier am heimischen Herde erzählt
er, was er draussen sah und erlebte. Romanische, wälische,
französische Sagen und Bücher übersetzt er sich, und
während Romane, Wälsche und Franzosen Nichts von
ihm wissen, sucht er eifrig sich Kenntniss von ihnen zu
verschaffen. Er will aber nicht nur das Fremde als
solches, als rein Fremdes anstarren, sondern er will es
„deutsch** verstehen. Er dichtet das fremde Gedicht
deutsch nach, um seines Inhaltes innig bewusst zu werden.
Er opfert hierbei von dem Fremden das Zufällige, Aeusser-
liehe, ihm Unverständliche, und gleicht diesen Verlust
dadurch aus, dass er von seinem eigenen' zufälligen,
äusserlichen Wesen so Viel darein gibt, als nöthig ist,
den fremden Gegenstand klar und unentstellt zu sehen.
Mit diesen natürlichen Bestrebungen nähert er sich in
seiner Darstellung der fremdartigen Abenteuer einer
Anschauung der reinmenschlichen Motive desselben.
So wird von Deutschen „Parcival** und „Tristan**
wiedergedichtet: während die Originale heute zu
Curiosen von nur litterar-geschichtlicher Be-
deutung geworden sind, erkennen wir in den
deutschen Nachdichtungen poetische Werke von
unvergänglichem Werthe.**
Das ist nun schon ein recht willkommener Fingerzeig
auch für unsere Betrachtung des Stoffes; die Sache wird
indessen noch um Vieles klarer, wenn wir aus dem „Epi-
log^schen Bericht über die Schicksale ded »Nibelungen-
ringes«** (Bd. VI, S. 378 f. der Ges. Sehr.) bez. der
historischen Entstehung seines „Tristan** -Dramas weiterhin
Folgendes in Erfahrung bringen:
„Mit dem Entwürfe von »Tristan und Isolde« war
es mir, als entfernte ich mich selbst nicht eigentlich aus
dem Kreise der durch meine Nibelungen - Arbeit mir er-
weckten dichterischen und mythischen Anschauungen.
Der grosse Zusammenhang aller echten Mythen, wie er
mir durch meine Studien aufgegangen war, hatte mich
namentlich für die wundervollen Variationen hellsichtig
gemacht, welche in diesem aufgedeckten Zusammenhange
hervortreten. Eine solche trat mir mit entzückender Un-
verkennbarkeit in dem Verhältnisse Tristan 's zu Isolde,
zusammengehalten mit demjenigen Siegfried's zu
Brünnhilde, entgegen. Wie in den Sprachen durch
Lautverschiebung aus demselben Worte zwei oft ganz
verschieden dünkende Worte sich bilden, so waren auch,
durch eine ähnliche Verschiebung oder Umstellung der
Zeitmotive, aus diesem einen mythischen Verhältnisse
zwei anscheinend verschiedenartige Verhältnisse entstanden.
Die völlige Gleichheit dieser besteht aber darin, dass Tristan
wie Siegfried das ihm nach dem Urgesetze bestimmte
Weib, im Zwange einer Täuschung, welche diese seine
That zu einer unfreien macht, für einen Anderen freit,
und aus dem hieraus entstehenden Missverhältnisse seinen
Untergang findet. Während der Dichter des Siegfried,
den grossen Zusammenhang des ganzen Nibelungen -My-
thus vor Allem festhaltend, nur den Untergang des Helden
durch die Rache des (mit ihm sich dennoch aufopfernden)
Weibes in das Auge fassen konnte, findet der Dichter
des Tristan seinen Hauptstoff in der Darstellung der
Liebesqual, welcher die beiden über ihr Verhältniss auf-
geklärten Liebenden bis zu ihrem Tode verfallen sind.
Hier ist nur breiter und deutlicher gefasst, was auch
dort unverkennbar sich ausspricht: der Tod durch Liebes-
noth, welche in der einseitig des Verhältnisses sich be-
wussten Brünnhilde zum Ausdruck gelangt. Was hier
nur mit entscheidender Heftigkeit sich äussern konnte,
wird dort zu einem unendlich mannigfaltigen Inhalte; und
hierin lag für mich der Anreiz, diesen Stoff gerade jetzt
auszuführen, nämlich als einen Ergänzungsact des grossen,
ein ganzes Weltverhältniss umfassenden Nibelungen-
Mythus.** —
(Fortsetzung folgt.)
107
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Hannover, den 1. Februar 1898.
Das Hauptereigniss auf UDserer Bühne war die gestrige
Aufführung der grossen Oper „Hiame" von Ingeborg von
Bronsart, Text von Hans von Bronsart und Friedr. Boden -
stedt. (Dieselbe wurde bereits im vorigen Jahre in Berlin
gegeben.) Das volle Haus spendete lebhaften Beifall. Die
Oomponistin (Gemahlin unseres früheren Intendanten) war
selbst anwesend und wurde mehrmals gerufen. Das Sujet
der Oper ist dramatisch, weniger die Textcßchtung, in welcher
zwar die schöne Sprache zu loben ist, die aber zu viel
lyrisches Empfinden ausdrückt, um dramatisch wirken zu
können. Der Inhalt ist kurz folgender (Vorspiel): der Dänen-
könig Frotho ist todt. Derjenige soll iNachfolger des Königs
sein, welcher dessen Ruhm am würdigsten Besingt, denn:
.des Wortes Macht wirkt oft gewaltiger, als die Macht des
Schwertes; die höchste Kunst ist die vom Oeist gelenkte".
Es treten drei Bewerber auf. Der Skalde Harald singt von
Frotho*s Siegen, Wingulf dagegen von des Köni^ gerechtem
Walten als Vater des Volkes im Frieden. Hiame jedoch
preist den todten Helden als einen Walhallgenossen, der
emporgehoben ist zu Asgard's Lichtwelt. Deshalb zieme
dem Volke keine Klage, sondern Jubel und Lust. Hiame
gewinnt den Preis. Harald imd Wingulf brüten Bache,
er 1. Act führt in den schwedischen Königspalast. Hilda,
die Tochter des Königs Erich, sah einen jungen Helden im
Traume. Hiame erscheint mit seinen Mannen und bittet, als
Skalde verkleidet, um die Hand Hilda's. Die Letztere er-
kennt in dem Skalden ihr Traumbild, welcher nun gesteht,
dass er selbst Hiame sei. Im 2. Act ist der todtgaglaubte
Sohn des verstorbenen Königs Fridleu schiffbrüchig zurück-
gekehrt; er verbindet sich mit Harald imd Wingulf zur
Kache. Die Wahrsagerin Wölwa verkündet ihnen im Voraus
den Tod Hiame^s. Bei den Hochzeitsfeierlichkeiten des
Letzteren mit Hilda erscheinen die Verschwörer. Nach
l&neerem Kampfe weicht Hiame und stürzt sich in das Meer.
Fridleu wird als König anerkannt, der nun HUda zwingen
will, seine Frau zu weraen. Sie nimmt in Verzweiflung Gift,
worauf Hiame zurückkommt, welcher sich aus den Fluthen
Errettet hat. Zu sp&t! Hilda stirbt. Der 3. Act bringt Hilda's
eichenzug und Verbrennung, Hiame's Klage, dessen Kampf
mit Fridleu, in welchem er sich den Tod geben l&sst Thor
erscheint im Wolkenwagen, zertrümmert durch den Blitz die
Burg Fridleu's. Hiame wird von Hilda, die von Walküren
begleitet ist, nach Walhalls lichten Höhen geführt.
Die Musik entbehrt nicht des grossen dramatischen Zugs,
ist dabei melodisch, IdangyoU instrumeutirt, steht nur c3l-
zusehr im Bajine Bich. Wa^er's und trägt vielfach die
Färbung von dessen „Lohengrm^-Musik. Auch „Nibelungen"-
Anklänge sind zu hören; ja^ es passirt der Oomponistin, dass
sie das Motiv „Goldne Aepfel^ notengetreu in inr Werk auf-
nimmt. Den Mangel an genügender Oharakterisirung der
Personen, welcher aer Dichtung anhaftet, hat die Tondichterin
nicht aufheben können. Der 2. Act ist der wirksamste in
Wort und Ton. Im Vorspiel ist der Prei^esang Hiarne*s
hervorragend, im 1. Act Hilda's Ges&nge, Hiame's grosse Er-
zählung, der Frauenchor mit Tanz tmd die Wafienscene. Von
geringem Eindrucke dagegen ist das Liebesduett. (1. Act.)
Die Oper dürfte sich wirkungsvoller gestalten, wenn dieselbe
mit dem Zusammensturz der Burg abschliessen würde. Die
noch folgende Walkürenscene ist zu sehr Theatereffect. Die
Aufführung war gut vorbereitet und ging bis auf einige,
allerdings grössere Versehen erfolgreicn von Statten. Die
anstrengende Titelpartie fand in Hm. Grüning einen vor-
züglichen Vertreter. Zu loben ist auch Frau Görtz-Brandt
(Hüda). Die weiteren Partien wurden durch Frau Beck-Ba-
decke und durch die HH. Gillmeister, Emge und v. Milde
dargestellt. Die viel verwendeten Ghöre sangen tapfer. De-
corationen und Oostume waren splendid. Die Oper ist reich
an Bühneneffecten: Kampfscenen, Schiffbruch, Leichenver-
brennung, Dampf, Blit^ Donner, Sturm, Wetterleuchten, Nord-
licht, Mondschein. Die Maschinerien und Beleuchtungs-
apparate traten in gute Function. Das Orchester unter Hm.
C^pellmeister Herner's Leitung verdient Lob.
Als erste Novität gelangte am 14. November die komische
Oper -La Basoche" („Zwei Könige*') von Albert Oarrö, deutsch
von L. Hartmann, Musik von Andrö Messager zur Dar-
stellung; es fjEUiden mehrere Wiederholungen statt. Die
Handlimg ist unglaubwürdig, aber sie enthä& lebhafte Volks-
scenen, Aufzüge der Schreiberzunft unter jauchzender Volks-
menge, frische Ensemblesätze. Die Musik ist fortlaufend,
doch sind Lieder und Arien einfi^flochten, meistens von
nicht grosser musikalischer Erfinouug, aber wohlklingend
und geschickt instrumeutirt. Die Messinginstrumente sind
sparsam verwendet. Am besten sind die beiden ersten Acte;
der dritte fWt dagegen ab. Die Musik ist werthvoUer, als
das Textbuch. Trotz der genannten Vorzüge wird sich die
Oper kaum auf dem SpielpGin erhalten. Schade, dass man
meist ausländische Bühnenwerke in Deutschland aufführt.
Es ist anzunehmen, dass manche brauchbare Oper im Pulte
dieses oder jenes deutschen Componisten ruht, welche nicht
zur Aufführung gelang, da das geringe Interesse der Theater-
leitungen fiir deutsche Opern dies verhindert. Möchten
doch die Intendanten von Zeit zu Zeit um Einsendungen
von neucomponirten Opern ersuchen, es würden sich jedentalls
mitunter gute Werke finden, welche eher berechtigt sind,
aufgefilhrt zu werden, als manches ausserdeutsche gäaltlose
Bühnenstück. Die Hauptpartien in der besprochenen Oper
wurden dargestellt durch Frl. Tu seh er (Marie), Frl. Jann
(Fleurette), fiüm. Grüning (Clement) und Hm. v. Milde (Her-
zog), von welchen jedoch nur die genannten Herren gerühmt
werden können. Frl. Tuscher fehlte es an genügenden Stimm-
mitteln, Frl. Jahn an Temperament. Der Chor wirkte be-
sonders am Schluss des 2. Actes vortrefflich.
(Schluss folgt.)
Berichte.
Leipzig. Dasl6.undl6.Abonnementconcert im Neuen
Gewandhaus &nden infolge Erkrankung des ständigen
Hrn. Dirigenten unter Leitung des Hrn. Sitt statt und h&tien
als reine Orchesterwerke die Symphonien No. 3 von Beethoven
und No. S von Schumann, sowie die 1. und 2. Ouvertüre zu
„Leonore^ von Beethoven im Programm, deren Ausführung
mit Ausnahme einiger Abweichun&ren im Tempo sich nicht
Über das Niveau des daselbst Traditionellen und Herkömm-
lichen erhob; die Schumann'sche Symphonie wollte nicht ein-
mal die von früher gewohnte Wirkung machen. Diesen Aus-
fall wird Niemand, der Hrn. Sitt^s Diri^ntenschwungkraft
von anderer Gelegenheit in dankbarer Ermnerung hatte, auf
Conto dieses ausgezeichneten Künstlers geschrieben haben ; er
zeugt nur davon, dass Hr. Sitt entweder im Vornherein auf
Durchdrückung seiner eigenen Intentionen verzichtete oder aber
in der ihm zu (^bote stehenden Zeit zum Probiren in dem
Versuch hierzu an der jahrelangen (j(ewÖhnung des Orchesters
an die daselbst übliche Auffassung scheiterte. Das 15. Ooncert
hatte Hm. Prof. Dr. Joachim aus Berlin und dessen Tochter,
die Sängerin Frl. Marie Joachim aus Elberfeld, zu Solisten,
währeml im folgenden ftkr die an der angekündi^en Mitwir-
kung verhinderte Frau Huber aus Basel die hiesige Sängerin
Frau von Knapp staedt helfend einsprang. Hr. Prof Dr.
Joachim hatte Bruches neues (3oncert und Tartini's sogen.
Teufelsttiller-Sonate zum Vortrag gewählt. Das erstere Stück
war in zweierlei Richtung ein Miss^priff: erstens ist es als
Composition auch im (rewandhaus mcht besser geworden und
zweitens geht es in seinen Ansprüchen über das gegenwärtige
technische Vermögen des grossen Vortragsmeisters entschieden
hinaus. Es klan^ Vieles so unrein und unbestimmt in dem
musikalisch zumeist ganz öden Passagenkram, dass mit diesem
Vortrag weder dem Componisten, noch dem Spieler gedient
sein konnte. So weit dürfte bei Mm. Prof. Dr. Joachim die
Freundschaft für seinen neuen Compositionsprofessor wirklich
nicht gehen, dass er dabei seinen Kuhm als Virtuos aufs Spiel
setzte. Ganz der alte, unerreichte Meister war derselbe in
der Wiedergabe der Composition von Tartini, des zugegebenen
Abendb'edes von Schumann und der Ausführung der obligaten
Violine zu der von seiner Tochter gesungenen Mozart*schen Arie
,11 re pastore''. Frl. Joachim liess in deren Vortrag und in
Liedern von Schubert und Schumann eine sympathische und
ausgibige Mezzosopranstimme, die nach der Tiefe zu an das
Or^n der Mutter erinnert, aber noch der letzten Atusgleichanff
beaürftig ist, und sinngemässen Ausdruck erkennen und fand
sehr aufmunternden Beifall. Auch Frau von Knappstaedt,
die Sängerin des folgenden Ck)ncertes, war Debütantin an dieser
9*
108
Stelle. Sie sang das Fragment „Hellstrahlender Tag*' aus
Braoh*8 -Odyssens" und Lieder von Schubert und Hiller, ohne
damit' gleich beMedigend zu wirken, wie kürzlich in der
Kirche. Stimme und Vortrag machten uns &st irre an dem
Eindrudk, welchen wir in dem bez. Bach-Vereinsconcert von
ihren Vorträgen empfangen hatten. JedenflBiUs hat uds dieser
Fall edatant gezeigt, in welch hohem Grade Wirkung und
Beurtheilung gewisser Gesangsleistungen mit von der Akustik
des Concertraumes abh&neig sind.
Ben beiden vorerwähnten Orchesterconcerten war die
6. Kammermusik im selben Hause vorausgegangen, welche
in bestens vorbereiteter und ausgezeichnet verladener Aus-
führung durch die HH. Prill, von Dameck, Unkenstein
und Wille die StreichG[uartette Op. 18, No. 3, von Beethoven,
in Bmoll (das sogen. Quinten-Quartett) von Haydn und Op. 61,
No. 2, von Brahms darbot. Ganz besonders hervorragend ge-
staltete sich die Wiedergabe des Brahms*schen Tonpoöms, die
zu den besten Quartettproductionen zu zählen war, welche
wir überhaupt an dieser Stelle gehört haben.
Ein interessantes Programm lag dem 6. Akademischen
Orchesterconcert unter Direction des Hrn. Prof. Dr.
Kretzschmar zu Grunde. In demselben gelangten Composi-
tionen slavischer und französischer Autoren zur Vertretung. Die
Es dur-Symphonie von A. Borodin, derl. Satz des Dmoll-Clavier-
concerts vonBubinstein und die l.SlavischeBhapsodie von Dvo-
Hk gravitirten nach der einen Bichtung, Berlioz' Ouvertüre
„Camaval romain*', Saint-Saäns* Gmoll-Qavierconcert und die
„Seines poötiques*' von B. Godard nach der anderen. Von die-
sen Werken waren, obgleich früher schon hier vorgeftthrt,
die von Borodin, Dvotäk und Gbdard die dem diesmaligen
Auditorium jedenfBills am wenigsten bekannten. Als die be-
deutendste unter ihnen trat die Symphonie des Erstgenannten
hervor, eine Schöpfung voller Phantasie und Geist, zum Theil
aber auch von einer Herzlichkeit der Empfindung, die mehr
an einen deutschen, denn an einen russiscnen Autor gemahnt.
Dabei ist Alles knapp in der Form und ausgezeichnet instru-
mentirt. Die letztere Eigenschaft besitzen auch die Oompo-
fiitionen von Dvorak und Gk>dard, nur sind sie in der Haupt-
sache auf äusserlichen Effect zugespitzt und bieten deshalb
nur vorübergehendes Amüsement. Die beiden Olaviemummem
wurden von Frau Clara Kretzschmar, der hochtalentirten
Gkittin des Dirigenten dieser Concerte, ausgeführt, der Con-
certsatz von Bubinstein auf einem Jank6-Flügel, das Saint-
Saöns'sche Werk auf dem gewöhnlichen Flüeel, Beide Blüth-
ner'sche Fabrikate. Die ^Lnstlerin. die die Neuclaviatur erst
seit Kurzem studirt hat, zeigte sicn in beiden S^temen als
Meisterin. Dafür, dass Ton und Ausdrucksfähigkeit des Jank6-
Flügels noch nicnt die Vollkommenheit des anderen Instru-
ments auswies, ist sie nicht verantwortlich zu machen. Das
Problem , den Jank6-Flügel in diesen Eigenschaften seinem
älteren Öruder ebenbürtig zu machen, war in dem zur Ver-
fügung gestellten älteren Instrument dieser Construction ein-
£Eidi noä nicht ^löst. Später gebaute Jankö-Flügel der
Firma Blüthner zeigen hierin grosse Fortschritte una stehen
den Pendants alten Systems kaum nach*). Frau Kretzschmar,
schon nach dem ersten Auftreten wiederholt gerufen, musste
nach dem Vortrag des Saint^öns*schen Concertes sogar drei
Mal auf das Podium zurück kehren, um das durch ihre wun-
dervolle Leistung enthusiasmirte Publicum zu beschwichtigen.
Was die Thaten des Orchesters, der Capelle des 134. Infanterie-
Begiments angeht, so ist dasselbe Günstige zu berichten, wie
aus den vorhergegangenen Concerten. Wie wäre dies aber
*) Wir hatten Tags darauf in einer Abendunterhaltung
des k. Conservatoriums der Musik Gelegenheit, Vorträge zweier
Elevinnen des Hm. Wendung auf einem Blüthner^schen Jankö-
Flügel zu hören, der in der Ausgibigkeit, Fülle und Modula-
tionsfähigkeit des Tons fieictisdi perfect war. Wie Frau
Kretzschmar, so haben auch die beiden jungen Conservato-
ristinnen — Frl. v. Himpe aus Leipzig und Frl. Lauten-
schlaeger aus Jersey — m lächerlicn kurzer Zeit eine schon
ganz bedeutende Fertigkeit und Sicherheit auf dem Jankö-
Flügel gewonnen, sodass ihre mit künstlerischem Gteschmack
und musikalischem Empfinden gepaarten Leistungen (Frl. v.
Himpe spielte „Der Wanderer** von Schubert-Liszt und Spinner-
lied von Wagner-Liszt, während Frl. Lautenschlaeger höchst
temperamentvoll sich an der Ausführung des Fdur-Clavier-
trios yon Gade beiheiligte) mit Becht den lebhaftesten Beifall
£Emden, allerdings vielleicht zum stillen ingrimmigen Aerger
einiger wenigen Clavien>ädagogen, die in den praktischen Er-
folgen der «Hinkö-Claviatur eine G^efahr für ihre Existenz be-
fürchten.
auch anders möglich unter der Führung eines Künstlers, bei
dem sich wie bei Hrn. Prof. Dr. Kretzschmar wirkliches
Directionsgenie mit höchster geisti^r Potenz und heiliger
Begeisterung für die Kunst au& Innigste verbindet.
Zum S<mlus8 unseres heutigen &richtes wollen wir nur
noch mit einigen Worten des Concertes gedenken, das der
akademische Gesangverein „Arion** unter Leitung seines
langjährigen Dirigenten Hrn. Prof. Bich. Müller am 9. Febr.
im Centr^hallensaal abhielt. Von den vom Verein gesungenen,
meist neuen Chören, die in unserer heut. Concertumschau
vollständig aufgeführt sind, hatten höheren musikalischen
Werth eigentlicn nur die Compositionen von A. Becker und
F.Hegar. das üebrige war meist gut gemeint, aber theilweise
auch recnt conventionell und schwach. Wo dann noch, wie
in Jadassohn^s Ballade „Graf Eberstein*', die fehlende Tiefe
durch möglichste Breite ersetzt worden war, wurde es wirk-'
lieh langweüig. Die Ausführunfi" der Chöre stiand nicht gerade
unter einem günstigen Stern: aie Stimmen gaben* meistens
keinen besonders edlen Klang, die Intonation liess öfter zu
wünschen übrig, und an der rechten dynamischen Ausarbei-
sung fehlte es last überall. Wir wünschen dem Verein, dass er
in seinem nächsten Concert das Unbefriedigende seiner Lei-
stungen in Bede gründlich vergessen machen möge! Aehn-
Üch wie mit den Uhorvorträgen war es auch mit den in die-
selben eingeschobenen Solospenden der Sängerin Frl. Else
Müller und des Pianisten Hrn. v. Böse bestellt^ wenn auch
fem constatirt werden soll, dass der Herr die Dame an
ünstlerischer Durchbildung weit überrag, die Erstere aber
nichtsdestoweniger nicht ohne Beifall bheb.
Leipzig. Endlich im Monat Januar kam an unserem
neuen Stadttheater Meister Wagner, nachdem er im No-
vember und December vorigen Jahres — wohl eine Folge
des damals abgehaltenen Mozart -Cyklus — flEist ganz ver-
bannt worden war, wieder zu Worte: flünf Abende waren
ihm gewidmet, an denen wir den ^Fliegenden Holländer*',
-Lohengrin", „Die Walküre" (zwei Mal) und „Götter-
dämmerung" hörten. Die „Holländer" -Aufführung am 6.
bot zu neuen Bemerkungen keinen Anlass, von allgemeinerem
Interesse war schon der ^Lohengrin" am 24., da wir an dem
betreffenden 'Abend zwei Gastinnen zu hören GMettankeit
hatten: Frl. K ramm er vom Stadttheater in Düssel(forf als
Elsa und Frau Stemler-Wagner aus Chemnitz als Ortrud,
die für das erkrankte Frl. Dozat als rettender Engel ein-
gesprungen war. Die erstere Dame, ein früheres Mitglied
unserer JSühne, hat seit ihrem Weggange von hier Viel ge-
lernt, — das wird ihr Niemand absprechen wollen, ist aber
bei weitem nicht zu solchen Partien prädestinirt, wie sie
dieselben sich zu ihrem hiesigen Gastspiel, das ausser der
Elsa noch die Leonore (im „Troubadour" am 22.) und die
Sieglinde (in der „WaUrüre" am 27.) umfasste, ausgesucht
hatte. Wenn sie sich mit Verdi in schliesslich noch annehm-
barer Weise abzufinden wusste, so konnte sie den hoch-
dramatischen Wagnerischen Partien fiEist nirgends p^recht
werden, namentlich die Sieglinde war eine fast gänzlich un-
genügende Leistung; weder Stimme, noch schauspielerische
Begabung reichten da aus, und von einem Eindringen in
den tiefen poetischen Gtehalt der Aufgabe konnte keine Bede
sein. In Hinblick auf dieses wenig erquickliche Gesammt-
resultat ist es um so bedauerlicher, als in hiesigen einge-
weihten Kreisen das Gerücht, die Dame sei för unsere Bühne
zurückengagirt, mit ziemlicher Bestimmtheit cursirte, da
wir beim besten Willen nicht herauszufinden vermögen, was
uns durch diese Neu -Erwerbung genützt werden soU: denn
ein Stern erster Grösse wird Frl. Krammer gewiss nie werden,
und solche zweiter Güte haben wir nim doch nachgerade ge-
nug! Um zum „Lohengrin" zurückzukehren, so kann man
von der anderen Gastin, Frau Stemler-Wagner, uneefähr das-
selbe berichten, wie von Frl. Krammer: ganz hübsche Stimme
und Schule, achtbares Können, aber nicht für erste Partien
an einer Bühne ersten Banges geeignet. Die übrige hiesige
Ausführung des Werkes ist bekannt, erwähnt sei nur, dass
Hr. de Grach, der Vertreter der Titelrolle, auf seinen hohen
Tönen wieder wunderschön Schule ritt imd ihnen zu Liebe
im üebrigen „funfe gerade" sein liess. — eine Verfahrungs-
weise, die ihm denn auch von eini^n niesigen imparteiischen
Locidkritikem, z. B. in der „Leipziger Zeitung", die ent-
sprechende Würdigung eintrug. Alsäieffmund am 27. schien
er die Scharte wieder auswetzen zu woUen und begann sehr
glücklich, um leider in der Todesverkündigungs-ocene des
zweiten Aufzuges durch einige grobe Unsicherheiten und
Versehen den guten Eindruck wieder sehr abschwächen zu
109
mttflsen. Zum ersten Male bei uns sang — an Stelle des da-
mals noch erkrankten Hm. Sohelper — Hr. Neldel den
Wotan, nnd wenn er sich den TJmst&nden entsprechend so
ehrenrwerth mit seiner schwierigen Aufgabe abfand, so wird
man dem strebsamen Künstler gern Anerkennung zollen. In
der Walküren -Aufföhrong am 2. Janaar sang oder woUte
vielmehr ein gewisser Hr. Schue^raf (aus?) den Wotan
singen, Hr. Fritz Ernst aus Berhn stellte den Siegmund
dar; auf die Leistung des ersteren Ghistes einzugehen, sei uns
erspart und nur gesagt^ dass sie zu dem ungenügendsten
gehörte, was wir je auf der Bühne gehört und ge-
sehen: Eines war uns nur noch unbegreiflicher, als der Wotan
des Hm. Schuegraf: wie es nämlich Hr. Staegemann hatte
wagen können, Derartiges dem Leipziger Publicum vorzu-
fahren, — wieder einm^ ein Beweis, auf welchem Status
unsere Oper sich augenblicklich befindet. Hr. Ernst ist den
Lesern des „Musikalischen Wochenblattes*' kein Neuling, und
es sei daher nur von Neuem constatirt, dass er immer noch so
Ungleichmässiges bot wie früher. Die ^Götterdämmerune''
eing am 12., nachdem sie im December v. J. in Folge Er-
krankung eines Mitgliedes mit Hinweglassung der I^men-
nnd Wafiorauten-Scene hatte gegeben werden müssen, voll-
ständig in Scene, — an jenem Abend waren wir also sogar
dem Dresdener Hoffcheater über! Allerdings aber nur in dieser
Beziehung; dezm sonst gab es des Auszusetzenden ziemlich
Viel: so war die Waltraute durch Frl. Eibenschütz voll-
ständig ungenügend besetzt, die Nomen hätten schöner
singen können, Hr. Demuth hätte als Günther nicht denken
müssen, dass er eine Wachsfigur darstellen sollte, unser
Orchester hat auch schon besser gespielt, etc. etc. Die
treffliche Brünnhilde des FrL Doxat ist von uns schon oft
rühmend hervorgehoben worden; dass sie sich freilich das
Znhochsingen im Affect und das Tremoliren in der Höhe
werde abgewöhnen können, der Glaube ging uns verloren.
Aecht gut be-^khrte sich Hr. Wittekopf äa Hagen, auch
Hr.de Grach (Siegfried) ezhibirte sich dieses Mal günstiger,
denn sonst, sehr schön sangen wieder die Bheintöchter
(Damen Baumann, Mark und Duncan-Ghambers).
Zum Schluss seien noch zwei Neueinstudirungen in
Erwähnung gezogen, in deren Wahl die Direotion äusserst
gMtoklioh gewesen war, resp. einem dringenden Bedürfriiss
ab|;eho]fen hatte: ich meine die von Halövy*s „Blitz" am
10. und die der „Aifda** am 17. Januar. Die entzückende
französische Oper fand bei uns eine ganz vorzügliche Wieder-
fsibe, um die sich namentlich Frau Bau mann (Henriette),
rl. Mark (Madame Darbel) und Hr. Merkel (Lionel) ver-
dient machten. Den Taktstock ftlhrte hier wie auch bei „Aida**
Hr. Oapellmeister F au r, die AuffÜhrungdes Verdi^schen Meister-
werkes war leider eine nicht in allen Theilen so vollendete,
wie die des „Blitz" : Frl. Pe wny 's Kräfte reichen zu der Titel-
rolle nicht aus, Hr. de Grach konnte die Partie des Badar
m^ nicht vollständig decken und Hr. Demuth charakteri-
sirte als Amonasro zu wenig. Lobend hervorgehoben seien
Frl. Doxat (Amneris) und Hr. Wittekopf (König). Nicht
vergessen sei hinzuzufügen, dass am 16. Hr. Demuth mit
dem Bigoletto sich einen ganz aussergewöhnlichen Erfolg
ersang und erspielte, und dass die „Gavalleria^ hier noch
ebenso en vogue ist, wie etwa die Influenza! —
F. B. Pfau.
Hambarg, I. Febr. Das sechste der Neuen Abon ne-
in entconcerte brachte in der Hauptsache die für unseren
Ort neue Fdur-Symphonie von Eugen d' Albert. Das Werk
hat uns in jeder Hinsicht imponirt und grossen Bespect vor
seines Componisten ungewöhnlichem Talent, wie vor seinem
ausserordentlichen Können und Wissen abgefordert. Es steckt
in der Symphonie des Tüchtigen und Fertigen so Viel, dass
wir V. Bül o w's lebhaftes Literesse für sie sehr wohl begreifen.
Wie vortrefflich ist das erste Allegro in Anlage und AusfClh-
rung gerathen mit seinem singenden und geschickt weiter
gefmirten Hauptgedanken, dem sehr sinnigen, den Holzblas-
instrumenten zugetheilten zweiten Thema in DmoU, dem
kanonartig sich einstellenden kraftvollen, rhythmisch schnei-
digen Motiv und der nachherigen freundlichen Seztenfigur
der Flöten, Clarinetten und Fagotte, mit welchem Material
d* Albert so prächtig umzugehen gewusst und in der Durch-
führungspenode vieles Bedeutende ninzustellen verstanden hat.
Wie viele Freude und welchen Genuss bereitete uns die Be-
obachtung des von einem eigenartig pathetischen Satz einge-
leiteten Finale, an dessen Spitze ein wunderhübscher, lang-
athmiger Streichquintett-Gedanke steht| in dessen verlauf
ein ganz reizendes Bratschen- Adnr und eine anziehende Er-
innerung an das Scherzo und das erste Allegro sich einfinden^
dieses Finale ist so frisch, gesund und natürlich, ist das
Netteste, was man hören kann. Das Omoll-Andante ist ein
sehr trübe und ernst gestimmtes Stück, das den Blick mehr
nach innen wie nach aussen richtet und das nicht Jeder-
mann sogleich in demselben Grade einleuchtet^ wie das darauf
fol^nde fjEunose Scherzo, in dessen Leichtlebigkeit und lustig
springende Achtelfiguren Oboen, Clarinetten, F^eotte, Hör-
ner und Violoncell beruhigende und gemüth volle Worte hinein
zu reden haben. Wer, wie Eugen fAlbert, als Jüngling von
einundzwanzig Jahren eine solche Symphonie in die "V^t zu
senden vermochte, der ist gewiss zu grossen Thaten berufen.
— Hr. Dr. v. Bülow hatte dem Werk seines jungen Freundes
die liebevollste Sorgfalt gewidmet, und unter seiner Meister-
hand gelang die Ai^fÜhrung auf das Allerbeste; es &nd beim
Publicum auch grossen Anklang, und nach dem dritten und
vierten Satz seiner Symphonie wurde der Componist, der als
Solist anwesend war, wiederholt aufs Podium gerufen. Die
anderweitigen Orchesterdarbietungen bestanden in einer
Ouvertüre im italienischen Stü von Mozart» die, nach Jahn's
Angabe, zu dem heroischen Drama „König Thamos'' von
Gelber gehört hat, Adagio ed Andante quasi Allegretto ans
der Musik zum Ballet „Die Geschöpfe des Prometheus*' von
Beethoven und Wa^er^s „Meistersin^r^'-Yorspiel, wovon
Letzteres in der genialen Wiedergabe einen kaum beschreib-
lichen Enthusiasmus erregte. Hr. d*Albert spielte Beethoven's
Gdur-Goncert, das Gdur-Lnpromptu aus Op. 90 von Schubert
und die Tarantella ^Yenezia e Napoli** von Liszt hinreissand
schön.
Ln 6. und 6. Philharmonischen Concert wurden an
Symphonien die in Ddur von Ph. Emanuel Bach, in Fdur
von Beethoven und in Dmoll von Volkmann, die Ouvertüre
zum „Mlürdien von der schönen Melusine** von Mendelssohn
und äa Novität Grieg*s pikante, zumal in Harmonie, Rhyth-
mus und Listrumentation recht ungewöhnliche „Peer Gyiit*'-
Suite darfi;eboten. Die Ausführung war durchweg eine be-
fnedigende und in Betreff des Geuillens stand die Sache so,
dass von der Grieg'schen Suite die beiden letzten Nummern
wiederholt werden mussten. Die Solisten dieser beiden Gon-
certe waren vorzügliche Künstler: Frl. Elisabeth L eisin g er,
Eine der vornehmsten Sängerinnen unserer Tage^ Hr. Cesar
Thomson, der gewaltigste Techniker auf der Geige, und
unser Bx, Ottokar Kopecky, der bewährte Ooncertmeister
der Philharmoniker. "v
Die Bach-Gesellschaft hat eine Missa solemnis ihres
Dirigenten Adolph Mehrkens, die vor etwa zwei Jahren
schon einmal, und zwar noch im Manuscriptzustande zu G^hör
kam, zur wiederholten Aufführung gebracht. Das Werk ist
indessen im hiesigen Yerla^ von Jon. Aug. Böhme gedruckt
erschienen und ll^ sich jetzt, wo Auge und Ohr sich bei der
Beurtheilung unterstützen können, in seinem Wesen gründ-
licher fassen, als früher nach nur einmaligem Hören. Das
hat bei uns aber sofort festgestanden und wir bleiben dabei:
dass in Mehrkens' Messe sich weni^r eine hervorragend starke
ihrfindungskraft kund gibt, als eine grosse contrapunctiBche
Tüchtigkeit und eine ausserordentliche Geschicklichkeit in der
Behandlung der vocalen und instrumentalen KlangmitteL Es
sind Periooen in dem Werk, die darum eewaltig durchsohla-
gen und enorm wirken, wie das „Oredo^ mit der sich gross-
artig steigernden Fuge „Et unam sanctam**, das achtstimmige
„C^aeifixus**, das kraftvolle „Sanctus** und das vorwärts stre-
bende „Amen''. — Chor und Orchester^ ebenfalls die solosin-
genden Herrschaften, Frau Dr. Schneider aus Berlin, Frau
Wirth aus Aachen, dieHH. Mann aus Dresden und Schulz-
Dornburg aus Würzburg, thaten unter Mehrkens* Leitung
für das Gelingen der Messe- Aufführung das Beste. Wir haben
noch den Wunsch, dass auch andere grosse Chorvereine der
interessanten Neuigkeit ihre Aufmerksamkeit zuwenden.
Der Caecilien-Verein hatte für sein zweites dieswin-
terliches Concert ebenfikUs eine Composition mit lateinischem
Texte gewählt: das Manzoni-Eequiem von Verdi. Wir hörten
es nun bereits zum dritten Male und haben uns wieder recht
sehr daran erbaut. Man muss nur die Sache nehmen, wie sie
ist, als die Schöpfung eines warmblütigen Italieners, eines
f laubigen Katholiken und eines Künstlers, der Zeit seines Le-
ons seine Kräfte dem Theater gewidmet hat, und nicht Werke
völlig anderer Bichtung zum Yergleicli heranziehen wollen,
wie bei uns neulich ein „verdienter Aesthetiker und Geschichts-
schreiber** gethan, der gleich Brahms und Verdi als Bequiem-
Componisten einander gegenüber gestellt hat. Diese albernen
110
Parallelen! — Wir müssen gestehen, dass uns Verdi's ,,Dies
irae" noch immer gewaltig gepackt hat, dass wir dem merk-
würdigen „Agnus Dei" mit grosswn Interesse zugehört, ebenso
dem „Sanctu?, dem JCjacrymosa** und noch manchem Anderen.
&. Spengel sorgte rar das gute Herauskommen desEeaniems,
soweit es den Chor und das Orchester anbetraf, und rilr das
Soloquartett waren genügende Er&fbe (Frl. Johanna Nathan,
Frl. Gaecilie Eloppenburg und die HH. Franz Litzinger
und Anton Sistermans) bestellt.
Unsere drei Streichquartettvereine haben Jeder eine Soiree
im Januar abgehalten. Bei den HH. Zajic, Schloming,
Löwenberg und Gowa wurden in schönster Ausftlhrung
Brahms' C^. 61, No. 1, Schumann's Op. 41, No. 3, und Beet-
hoven's Op. 18,No. 6, gehört, bei den HH. Marwege, Ober-
dörffer, Schmahl und Klietz in guter Wiedergabe Men-
delssohn^i Op. 18, Beethoven's Op. 69, No. 2, und das Clari-
nettenauintett von Mozart, während die HH. Bl&ha, Der-
lien, Harten und Schwormstaedt sich sehr eifrig um
Bob. Kahnes hübsches, wohlklingendes Adur-Streichquartett,
Schubert*s Nachlass-D moll und ein Haydn'sches Gaur be-
mühten.
Hr. Eopecky hatte für seinen zweiten Eammermusik-
abend die manchmal etwas derbe und hart zufassende, aber
sonst recht musikalische G^vierspielerin Frl. Wilhelmine
Marstrand eingeladen, mit welcher zusammen er zwei werth-
volle Stücke der neuen Litteratur für Violine und Pianof orte:
Brahms* Dmoll-Sonate Op. 108 und die in ihren drei Sätzen
nur Werth volles und Bedeutendes enthaltende in EmoU Op. 24
Ton Thieriot vortrug. Zwischen den beiden Sonaten bot der
treffliche Künstler Adagio und Fuge aus der Amoll-Sonate
für Sologeige von Bach, deren Darlegung ihm einen zwei-
maligen Hervorruf einbrachte.
Der Zuzug von fremden, selbständig concertirenden
Künstlern war im Januar nicnt gross; es kamen nur Frl.
Spies, die sich verabschieden wollte, und die drei Schwestern
Eissler.
Wir haben nun noch einige Meldungen vom Theater zu
machen. Die Erste betrifft die Neuigkeit russischer Herkunft
„EugenOnögin^, deren Textbuch nach dem bekannten Poöm
von Puschkin verfiisst, von A. Bernhard ins Deutsche
übertragen ist, und wozu die Musik Peter Tschaikowsky
geschrieben hat. Das Werk stiess bei der Premiere anfllng-
Sch beim Publicum auf einigen Widerstand, erregte im wei-
teren Verlaufe aber freundliche Theilnahme und fand stellen-
weise 'sogar lebhaften Beifall. Doch aber ist es nach zwei-
maliger Aufführung bereits vom Bepertoire abgesetzt, imd das
dünn uns recht be^uerlich, denn oie Wenigsten wissen, wie
sie mit .Onögin^ nach dieser flüchtigen Bekanntschaft daran
sind una sein eigentliches Wesen zu deuten. Sein schnelles
Verschwinden ist namentlich wegen der interessanten Ck)m-
position Tschaikowsky's bedauerlich, die überall Nobles tmd
Vornehmes bietet, sehr Feines und Hübsches enthält, die sich
unzweifelhaft auch nach längerem Dasein an unserer Bühne
noch viele Freunde erworben hätte. Die erwälmte Opposition
richtete sich gegen die grosse Ausdehnimg der Scenen am
Anfemg von „Onögin'', welchem TJebelstana jedoch unschwer
abzuhdfen gewesen wäre. Ganz schlimm aber ist es um das
Textbuch bestellt, das kaum die geringste Handlung aufweist
und durch seinen ausschliesslich lyrischen Charakter müde-
machend wirkt. Onögin ist ein blasirter Wüstling, der seinen
Freund zur Eifersucht reizt und ihn nachher im Duell er-
schiesst, der das Mädchen, das ihm zugeneigt ist, sdköde
und verächtlich behandelt, das er aber später, als es die
Qattin eines Anderen geworden, mit seinem Verlangen und
seinen Anträgen verfolsrt, — das ist im Grunde genommen
Alles. Man hatte ausserdem den Fehler gemacht, „Onögin" auf
dem Theaterzettel als Oper zu bezeichnen , während Dichter
und Gomponist ihr Werk immer nur als ^yrische Scenen"
hinstellen; das ist doch ein unterschied. Von den Ausfüh-
renden sind Frl. Bettaque und Hr. Cronberger mit Aus-
zeichnung zu nennen. — Eine weitere Neuigkeit war Gou-
nod*s alte, freundlich klingende, aber nicht gross interessirende
Oper „Philemon und Baucis", die aber schnell wieder ver-
scnwand. Von der albernen Fantomime, dem „musikalischen
Schauspiel ohne Worte** in drei Acten von Michel Carrö jun.
mit Musik von Andrö Wormser : „Der verlorene Sohn** reden
wir nicht weiter, — das Ding ist zu dumm. Es gefällt aber
den Leuten in hohem Grade und wird wohl, mit etwas An-
derem zusammen, einen um den anderen Abend gegeben.
Neulich standen auch einmal „Fidelio** und n^sr verlorene
Sohn** gemeinsam auf dem Zetteil -^ Ob Hr. Fellini Beetho-
ven^s Meisterwerk als verlorenen Sohn betrachtet, der sich
nicht mehr allein fortzuhelfen vermag?
Louis Bödecker.
Conoertumsohau.
Amsterdam. Abonn.-Conc. im Neuen Concerthaus (Kes)
am 8. Febr.: 4. Symph. (1. Fassung) v. Schumann, „Meister-
singer**-Vorspiel V. Wagner, Ouvertüren von Bubinstein
t Antonius \md Cleopatra*') u. Mendelssohn, JPee Mab** von
erlioz, drei Sätze a. der „Sc^ne du Bai** v. Delibes, And.
cant. a. dem Streichquart. Op. 11 v. Tschaikowsky.
Bamberg. 100. Musikabend desMusikal.Ver.: „^mont**-.
Ouvert. V. Beethoven, „Lobgesang** v. Mendelssohn (lausten:
Frls. Eilp u. Fischer u. Hr. Römer.)
Basel. 7. Abonn.-Conc. der Alleem.Mumkgefiellschafb (Dr.
Volkland): Cdur-Symph. von Schm)ert, „Benvenuto Celliiii**-
Ouvert. V. Berlioz, „Lohengrin**- Vorspiel v. Wagner, Gte-
sangvorträge des Hrn. Perron a. Dresden („Die Mainacht*' v.
Brahms ^.).
Berlin. 2. Conc. des Pianisten Hm. Wieniawski unter
Mitwirk, der Sängerinnen Frls. Müller u. Jordan am 80. Jan.:
Fünf Vocalduette v. J.Wieniawski, Claviersoli v. Moniusz-
ko (Polon.),Moszkowski („En automne**)^af f (Ung.BhaüS.),
Beethoven (Son.Op. 110), Kubinstein (Tarantelle)i J. Wie-
niawski („Sur Poc^n**), Liszt (Span. Eha^.)u. A. — Conc.
des eli^ähr. Pianisten Eisenberger unt. Mitwirk, der Sängerin
Frl. Marsala m. SoU f. Ges. v. E. Grie^ („Ich liebe dich**),
J. Brahms („Wie bist du, meine Eönigm**), O. Lessmann
(
„Wüchsen mir Flügel**), R. Wagner („Träume**), Corne-
ius („Komm, wir wandeln zusammen**) u. Deesauer und f.
Clav. V. Beethoven (Son. Op. 22), Scarlatti (Adur-Son.) u. A.
-— Concert des Stem'schen Gesan^er. (Prof. Gtemsheim) am
1. Febr.: „Das Feuerkreuz** f. Soh, Chor, Orch. u. Orgel von
Bruch (Solisten: Frl. Schauseil u. HH. Büttner u. Severin),
Violinconc. (Hr. Prof. Dr. Joachim) u. Psalm 42 v. Mendels-
sohn. — 2. Eammermusikabend von Gustav u. Ingeborg Emer
u. Fritz Espenhahn unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Boldt:
Claviertrios v. Volkmann (Bmoll) u. Mendelssohn (Dmoll),
Soli f. Ges. V. Ad. Jensen („0, lass dich halten**). Sieber f^ch
sah den Wald**) u. A. u. f. Violonc. v. H. Hof mann (Adagio u.
Allegro). — 2. Quartettabend (2. Cyklus) der HH. Prof Joachim,
de Ahna, Wirth u. Hauismann: Streichquartette von Haydn
(Ddur), Cherubini (DmoU) u. Beethoven (Op. 59, No. 2). —
Popul. Liederabend der Sängerin Frau Feininger unt. Mitwirk,
der Pianistin Frl. Kretschmann a. Leipzig am 6. Febr. mit
Soli f. G^. V. Schulhoff (Canzonetta) } Benedict („Came-
val**), Grieff („Solvejg's Lied** u. „Hoffnung**) u. A. u. f. Clav.
V. Grieg (,lNorwegischer Brautzug**), Beinecke (Gavotte u.
Pastorale), Moszkowski (Barcarole) u. A. — 7. Philharm.
Conc. (Dr. v. Bülow): Cdur-Symph. v. Schubert, „Eamarins^
kaja** u. Ouvertüre zu „Bouslane und Ludmila** v. Glinka,
Concertouvert. im ital. Stil v. Mozart, Ciaviervorträge des Frl.
V. Poznanska (Dmoll-Conc. v. Bubinstein, Edur-Polon. v.
Liszt etc.). — Conc. des Tenoristen ELm. Götze unt. Mitwirk,
des Kulenkampff'schen Frauench ors (Eulenkampff) am 10. Febr. :
Frauenchöre v. A. Naubert („Li die Nacht, die sternenklare**),
F. E. Koch („Sonnenuntergang** u. „Der Nachtigall Antwort**),
Ad. Jensen („Rübezahl"), H. Huber („Die Wäscherin**),
Brahms (drei Kanons f. Sopranstimmen), G. Kulenkampff
(„Der Schmied** u. „Elfenreigen**), sowie Volkslieder, G^sang-
soli V. G. Kulenkampff (B<)manze a. der Oper „Der Mohren-
fiirst**). Ad. Jensen („Mar^reth am Thore**), Em. Sulzbach
(„Stille Liebe**), F. Ries („Himmlische Zeit**) u. A. — Conc.
des Hrn. A. Rubinstein unter Mitvnrk. des Philharm. Oroh.
(Herfurth) m. eig. Coinpositionen am 12. Febr.: Gmoll-Symph.,
Claviersoli m. Orch. (Esdur-Conc. u. Caprice russe) und ohne
dasselbe.
Bern. 4. Elammermusikmat. des Pianisten Hm. Denhof
unt. Mitwirk, der HH. Burgmeier a. Aarau (G^.), Stemberg
(Viel.) u. Ad. Rehberg (Vioionc.) a. G^nf: D moll-Claviertrio
V. Mendelssohn, AmoU-Clav.-Violinson. v. Bubinstein, (Je-
sangsoU v. Schubert u. Schumann.
Bielefeld. 1. Kammermusik (2. Folge) der HH. Nacht-
mann V. hier (Clav.), Sahla a. Bückeburg (Viol.) u. Lorleberf
a. Hsmnover (Violonc): Claviertrios v. Bargiel (Esdur) una
Mozart (Bdur), Phantasiestücke f. dieselben Instrumente von
Schumann, Clav.-Violinson. Op. 30, No. 3, v. Beethoven.
Bonn. 2.KammermusikaDend der HH.HoUaender, Kömer,
Schwartz u. Hegyesi a. (3öln unt. Mitwirk, der HH. Prof. Jeu-
111
sen, Friede, Abendroth, Ketz u. Wolschke v. ebendaher: Sept.
Op. 20 V. Beethoven, GmoU-Streichquint. y. Mozart, Cmoll-
Streichquartettsatz v. Schubert.
Boston. Concerte des Boston Symph.-Orch. (Nikisch):
No. 18. 3. Symph. v. Beethoven, Eine Paust-Ouverture von
Rieh. Wagner, Fmoll-Clavierconc. v. Chopin (Frau Beach).
No. 14. Cmoll-Symph. v. Spohr, Pastoral-Prelude v. Chad-
wick, drei Slav. Tänze v. Övot&k, l.Violinconc. v. Bruch
(Hr. Adamowski).
Bremen. 2. Kammermusikabend der Phüharm. Concerte:
Streichquartette v. Schubert (Amoll) und Beethoven (Op. 59,
No. 1;, fldur-Claviertrio (neue Ausgabe) v. Brahms. (Aus-
fahrende: Frau Erdmannsdörfer-Fichtner [Clav.] u. HH. Halir,
Wittenberg, Ffitzner u. Smith [Streicher].)
Breslau. 9. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Masz-
kowski) unter Mitwirk, des Hm. Lewinsky a. Wien und der
Bresl. Singakad.: 4. Symph. v. Brahms, „Man£red"-Musik v.
Schumann. — 4. Symph.-Conc. der Bresl. Conoertcap. (Biemen-
schneider): GmoU-Symphonie v. Mozart, sechs Charakterbilder
a. der Musik zu Hebbä*s „Nibelungen" v. Lassen, Gesang-
vorträge des Frl. Höbich („Das ist die Zeit der Bosenpracht"
u. „Der Schäfer patzte sich zum Tanze*' v. Lassen etc.)
u. A. m.
Bückebarg. 1 . Kammermusikabend der Hofcap. : Streich-
quartette V. Mozart (Eisdur), Volkmann (GmoU) u. Haydn
(Gdur). (Ausführende: HH. Beyer, Ttiting, Heisterberg und
Kellermann.)
Chemnitz. 2. Abonn.-Conc. der städt. Cap. (Fohle): Fdur-
Symph. V. Dvof&k, 2. Ouvert. zu „Leonore" v. Beethoven,
^endlied f. Streichorch. v. Schumann, Ciaviervorträge des
Hrn. Rosenthal a. Wien („Don Juan"-Fhant. v. Liszt, eig.
„Wiener Carneval" etc.). — 1. Kammermusikaufflihr. des Hrn.
Fohle: E moU-Clavierquint. v. Chr. Sin ding, Esdur-Streich-
quart. v. Mendelssohn, Clav.-Violinson. Op. 47 v. Beethoven.
(Ausführende: HH. Maverhoff [Clav.], Schiemann, Weimers-
haus, Göllnitz, Dörr u. Mann [Streicher].) (Das Sinding'sche
Novum hat, aasgezeichnet interpretirt, auch hier die ihm ^-
bührende Anerkennung gefunden und den blendenden Ein-
druck einer kühn-genialen Composition hinterlassen.)
Cöln. 5. u. 6. Kammermusikaufführ. der HH. Hollaender,
Sdrwartz, Körner u. Hegyesi: Streichquartette v. Beethoven
(Op. 127), Mendelssohn (Ddur) und Haydn (Ddur), Cmoll-
Streiohquartettsatz v. Schubert, Ddur-Claviertrio v. E. Heu-
ser (Clav.: der Comp.), Clav.-Violinson. Op. 30, No, 2, von
Beethoven (Clav. : Hr. Eibenschütz).
Danzlg. 3. Abonn.-Conc: Claviertriosv.Brahms(Op.lOl)
u. Beethoven (Op. 97), „Novelletten" f. dieselben Instrumente
V. Th. Kirchner. (Ausführende: HH. Schumann von hier
[Clav.], Kruse u. Dechert a. Berlin [Streicher].) — Matin6e des
Gesangver. (Schumann) am 31. Jan. m. Beethoven's 9. Symph.
unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Küster u. Suhr und des BGm.
Reutener v. hier, sowie des Hm. Böckner a.Köni^berg i. Fr.
Dordreeht. Am 4. Febr. Aufführ. v. Vierling's „Con-
stantin" f. Soli, Chor u. Orch. durch die Zangvereeniging
(Erdelmann) unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Landrö a. Haarlem
u. des Frl. Eberle u. des Hm. Haase a. Rotterdam.
Essen a. d. R. 4. Conc. des Musikver. (Witte): Symphon.
Sätze „Fahrt zum Hades" u. „Elysium" v. W.deHaan,Lust-
spielouverturen „Marionetta" u. „Nordische Sennfahrt" von
Gade, Chöre m. Orch. v. E. Heuser („Mittemacht" u. „Wol-
ken am Meer", unt. Leit. des Comp^ u. Baff („Im Kahn" u.
Morgenlied), Violoncellvorträge des Hm. Kiefer a. Erfurt (Conc.
V. G. H. Witte, „Am Springbrunnen" v. David off etc.).
Frankfurt a. M. Museumsconcerte (Kogel): No. 7.
3. Symphonie v. Schumann, Orchestersuite a. „Feer Gynt" v.
Grieg, „Fidelio" -Ouvert. v. Beethoven, „Merlin"-Ouvert. von
Goldmark, Violinvorträge des Frl. Wietrowetz (Concert von
Brahms, Romanze v. Bruch u. Ungar. Tänze v. Brahms-
Joachim). No. 8. 6. Symph. v. Beethoven, „Siegfried-Idyll"
V. Wagner, Ouvert. zu „Le Roi d*Ys" v. Lalo, Ciaviervor-
träge der Frau Carreno (Bmoll-Conc. v. Tscha'ikowsky u.
Fhant. üb. \mgar. Volksmelodien v. Liszt).
Grimma. Conc. der Erholungsgesellschaft am 8. Febr.:
Clav.-Violinson. Op. 47 v. Beethoven, Soli f. Clav. v. Fade-
rewski (Menuett) u. A. u. f. Viol. v. Sitt (Folon), Bruch
(Adagio a. dem 1. Conc.) u. Böhm (Gavotte). (Ausführende:
Frl. Robinson [Viol.] u. Hr. v. Böse [Clav.] a. Leipzig.)
Halle a. S. Concert des Student. Gesangver. „Frideri-
ciana" rZehler) unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Folscher u. der
HH. G.' Borchers u. Schreiber a. Leipzig am 1. Febr.: „Der
Landsknecht" f. Männerchor. Soli u. Orch. v. W. Taubert,
Männerchöre v. Bruch („Auf die bei Thermopvlae Gefallenen"),
J. Rheinberger („Nenuphar"), Gade („Warnung vor dem
Rhein"), Dregert („Der letzte Gruss") u. Dürrner (Maien-
lied), Gesangsoli von H. Goetz (Arie -Die Kraft versaget"),
Franz („FriÄlingsliebe"), Umlauft („Dort unterm Flieder-
busch"), H.Ritter („Die Spinnerin"), Langenbeck („lieber
Nacht") u. F. V. Holstein („Einkehr"). — 4. Winterconcert
der Vereinigten Berggesellschafb (Wiegert): 8. Symphonie v.
A. Klughardt (unt. Leit. des Comp.), „Oberen" -Ouvert. von
Weber, Solovorträge des Frl. Gleiss a. Dessau (G^s^ Arie v.
Haydn, „Solvejg's Lied" v. Grieg, „La sera" v. A.öchimon
u. „Mein Liebster ist ein Hammerschmied" v. J. Krug -Wald-
see) und des Hm. Klughardt (Clav., Esdur-Conc. v. Beetho-
ven etc.). — 3. Quartottabend der HH. Fetri a. Dresden,
V. Dameck, ünkenstein u. E^engel a. Leipzig unter Mitwirk,
des Pianisten Hrn. v. Böse a. Leipzig: Streichquartette von
Haydn (Ddur) u. Schubert (Amoll). Clav.-Violinson. Op. 47 v.
Beethoven. — Am 8. Febr. Aufrahriing v. P. Umlauft *s
„Agandecca" f. Soli, Männerchor u. Orch. durch den Akadem.
Gesangver. (Reubke) unt. sollst. Mitwirk, der Frls. Heinig a.
Leipzig u. Schiefer v. hier u. der HH. Trautermann u. tfm-
lauit a. Leipzig, sowie Bachmann v. hier.
Hamburg. 5. Philharm. Conc. (Prof. Dr. v. Bernuth) : Svm-
phonien V. Ph. Em. Bach (Ddur) u. Volkmann (Dmoll), äolo-
vorträge des FrL Leisinger a. Berlin (Ges.) u. des Hm. Ko-
pecky (Viol.). — 3. Kammermusikabend der HH. Bl&ha, Derlien,
Märten u. Seh wormstaedt : Streichquartette v. Schubert (D moll),
R. Kahn (Adur) u. Haydn (Cdur). — Conc. der Frls. Marianne
u. Clara Eissler (Viol. u. Harfe) am 14. Jan.: Conc. f. Harfe
u. Viol. m. Clav. v. Mozart. Soli f. Harfe v. Spohr (OmoU-
Phant.), Hasselmans (Ballade) u. A. u. f. Viol. von Raff
(Gmoll-Suite) u. Saint-Saöns (Introd. u. Rondo capricc.). —
6. Abonn.-Conc. unt. Leit. des Hm.Dr. v. Bülow: Fdur-Sym-
phonie v. E. d' Albert, „Meistersinger"-Vor8pielv. Wagner,
Ouvert. im ital. Stil v. Mozart, Adagio u. Allegretto aus der
Balletmusik zu „Prometheus" v. Beethoven, Claviervorträge
des Hrn. d* Albert (Neapolit. Tarantelle v. Liszt etc.). —
2. Abend des Quartettvereins der HH. Marwege, OberdörfFer,
Schmahl u. Klietz unt. Mitwirk, des Hm. Müller (Clarinette):
Clarinettenquint. v. Mozart, Streichquartette v. Mendelssohn
(Amoll) u. Beethoven (Op. 59, No. 2). — 3. Kammermusik-
abend der HH. Zajic, Schloming, Löwenberg u. Gowa: Streich-
?[uartette v. Brahms (C moll), Schumann (Adur) u. Beethoven
Op. 59, No. 2). — 2. Abonn.-Conc. des Caecüien-Ver. (Spengel)
m. dem Requiem v. Verdi unt. Solist. Mitwirkung der Frls.
Nathan u. Kloppenburg u. der HH. Litzinger u, Sistermans a.
Frankfurt a. M.
Hannover. Wohlthätigkeitsconc. des Kirchenchors der
Marktkirche (Stöcker) unt. solist. Mitwirk, der Frls. Schmidt
u. Hundoegger u. des Hrn. Brune(Ges.), sowie der HH.|^Klose
(Org.) u. Vizthum (Harfe) am 25. Jan.: Cant. „Gottes Zeit
ist die allerbeste Zeit" v. S. Bach. Psalm 23 v. Liszt, Chor
„Jesus ist für uns gestorben" v. ralestrina, Soli f. Ges. von
Fh. Em. Bach („Wende dich zu meinem Schmerze") u. Rh ei n-
berger („Sehet, welch eine Liebe"), f. Org. v. S. Bach (Prael.
u. Fuge in HmoU) u. f. Harfe. !
Heidelberg. 5. Abonn.-Conc. des Bach- Vereins (Prof.
Wolfrum) unt. Mitwirk, des Sängerpaares Hildach a. Berlin:
Symph. fantast. y. H. Berlioz, Kaiser-Marsch (m. Chor) v.
Wagner, Vocalduette v. Schumann und E. Hildach („Nun
bist du worden". Altdeutscher Liebesreim" u. „Im blühenden
GartÄi"), Gesangsoli v. H. Riedel („Biterolf im Lager von
Akkon") u. A.
Hermannstadt i. S. Conc des Musikver. (Bella) am 6. Jan.:
Concert. Symph. f. Viol. u. Bratsche v. Mozart, gem. Chöre v*
Arn. Krug („An die Hoffnung", m. Orch.) u. Mozart („Ave,
verum corpus", m. Streichorch.), Weihnachtslied f. Sopran m.
Orch. V. J. L. Bella.
Herzogenbusch. 2. Vocal- u. Instrumentalconcert der
Liedertafel „Oefening en Uitspanning" (Bouman): 8. Symph.
V. Beethoven, Orchesterstück „Frithjofs Meerfahrt" v.J. Wa-
gen aar (unt. Leit. des Comp.), symph. Intermezzo a. „Caval-
leria rusticana" v. Mascagni, „Landkennung" f. Männerchor,
Baritonsolo u. Orch. v. Grieg, „Römischer Triumphgesang"
f. Männerchor u. Orch. v. Bruch, Gesangvorträge der Frau
Nikita a. St. Petersburg.
Homburg V. d. H. Gr. Vocal- u. Instmmentalconcert der
Stadt. Theater- u. Curcap. (Trömlich) am 26. Jan.: Festvor-
spiel V. B. Müller, „Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, Kaiser-
Marsch V. Wagner, Solovorträge der HH. Milona a. Darmstadt
(Ges., „Schliesse mir die Augen beide" und „Geheimnifls" v.
112
H. Goetz, „Meine Liebe ist grün*^ ▼. Brahms, „Murmelndee
LtÜftchen" u. „Früblingsnacht" v. Ad. Jensen u. Mädchenlied
y. Meyer-Helmund) n. Becker a. Frankfurt a. M. (Violonc,
Concertstück v. A. Bazzini, „Sor le lac** v. Godard u. «Per-
petaum mobile" ▼. Fitzenhagen).
Lausanne. Gr. Conc. der Soci6t6 de Sainte-Cöcüe (Banti)
am 12. Febr.: Marche fanöbre f. Orch. v. H. de Senger, Missa
solenelle f. Soli, Chor n. Orch. v. F. Klose (Solisten: Frls.
Mercier n. Arlaud u. HH. Trojon u. Saxod), Chöre ▼. Corsi
u. Mendelssohn.
Leipzig. Conc. des akadem. Gesangver. ^Arion" (Prof.
Müller) am 9. Febr.: Männerchöre y. A. Becker („Ite noc-
tee**). J. Gelbke (nAde**), F. Hegar („Rudolph von Werden-
berg**), E. Heuser („Nun giess mir ein", m. doIo), AI. Stae-
ger („Traumkönig und sein Lieb", m. Soli u. Clav.), M. Vo-
I
el („Andacht"), Meyer-Helmund („Im Grase thauts", m.
o\o u. Clav.), Ad. Eirchl („Im Abendwinde"), Jadassohn
blo
CgGraf Eberstein") und M. v. Wein zier 1 („Es blühet der
Wein"), Solovorträce des Frl. Else Müller (Ges., „Loreley" v.
Liszt, „Es blinkt der Thau" v. Rubinstein, „Meine Liebe
ist grün" V. Brahms etc.) u. des Hm. v. Böse (Clav., Des-
dur-Concertetude v. Liszt etc.). — 8. Soiröe des Kammermusik-
ver.: Ciavierquart. Dp. 14 v. R. Kahn (der Comp. u. HH. Paur,
TJnkenstein u. Hansen), And.sost. u. Scherzo i. Streichquart.
V. Mendelssohn (HH. v. Dameck, Weber J, Klesse u. Hansen),
Solovorträge des Frl. Boettcher (Ges., „Es war zur ersten Früh-
lingszeit" V. Tschaikowsky, „Freudvoll und leid voll" von
Liszt, Winterlied v. H. v. &os8, „Untreu" v. Cornelius,
.Aus dem Liebesfrühling" v. Reinecke u. fröhliches Wan-
dern" V* Um 1 a u f t) u. des Hm. Panzer a. Berlin (Clav., Son. Op. 1 Ol
V. Beethoven, Scherzo v. Jadassohn, Esdur-Polon.v. Liszt
etc.). — Kirchenconc. des Riedel-Ver. (Prof. Dr. Eretzschmar)
am 17. Febr.: Sonata f. Comette, Posaunen, Bratsche u. Org.
V. G.Gabrieli, Chöre v. A. Willaert(-Mamificat"), A.CJabrieli
LKyrie" u. „Gloria"), G. Gabrieli (-Benedictus" u. ^Osuma"),
G. Croce („Virtute magna" und „0 sacrum convivium"), Cl.
Monteverdi („Aenus Dei"), F. Cavalli („Requiem" u. „Kyrie"),
A. Lotti („Crucmxus") u. B. Marcello (.Credo"), Mezzosopran-
soli V. Cl. Monteverdi („Maria auf GolgaÜia") u. B. Marcello
(Psalm 8),ges. v. Frau (Heller a. Magdeburg. — 16. Abonn.-
Conc im Meuin (^ewandhaua (Sitt): 3. Symph. v. Schumann,
1. u. 8. Ouvert. zu „Leonore" v. Beethoven, G^sangvorträee
der Frau v. Enappstaedt („Hellstrahlender Tag" von Bruch,
„Die Allmacht" v. Schubert und „Im Maien" v. Hill er). —
Abendunterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 6. Febr.
Emoll-Claviertrio v. Haydn=Frl. Simmonds a. Rochester u.
HH. Korb a. Platten (Böhmen) u. Busse a. Bremen, Cdur-
Clavierconc^ 2. u. 3. Satz, v. Beethoven = Frl. WilUmann a.
Luzem, l.violinconc, 1. Satz, v. yieuxtemps= Hr. Zimmer-
mann a. Groningen, Esdur-Clavierconc. v. Beethoven = Hr.
Edmundson a. St. Helens, Polon. Qp. 68 f. Clav. v. Chopin =
Frl. Spittel II. a.Gk>tha, B dur-dav.-Yioloncellson. v. Mendelssohn
= Fn. Richardson a. Melbourne u. Hr. Hammig a. Leipzig.
9. Febr. Orgelphant. v. Bro8ig = Hr. Hiller a. Breslau,
G dur-daviertrio v. Haydn = Frl. Smales a. Whitby (England)
u. HH. Zimmermann u. Hammig, Dmoll-VioUnconc, 1. Satz,
V. Sitt = Hr. Wasshausen a. New- York, Liedercyklus „Rosen
und Myrthen" v. C. Piutti = Frl.Wolfa. Chemnitz, Dmoll-
Violoncellconc. v. Raff = Hr.Haagmans a. Rotterdun, Declam.
„Frau Hitt" v. E. Ebert u. „Die schöne Schifferin" v. Tiedge
= Frl. Wolf, Phant. f. Troinp. v. Otterer = Hr. "V^gos a.
Hessen, Fdur-Claviertrio v. Gade — Frl. Stauber a. GJIinton
(Iowa) u. HH. Wille a. Greiz u. Barth a. Weimar. 12. Febr.
DmoU-Clavierconc. v. Mozart = Frl. Kieserlinc; a. Posema,
Phant. f. Pos. v. F. Grützmacher = Hr. Datne a. Leisnig,
Dmoll-Violinconc, 1. Satz, v. Sitt = Hr. Lauboeck a.Wun-
siedel, Emoll-Claviercono. v. Chopin = Frl. BEartung a. Leip-
zig, Bdur-Claviertrio v. Schubert = Frl. Müller a. Zwickau
u. HH. Wille u. Barth.
Lübeck. 8. Kammermusik- Abend des Frl. Herrmann unt.
Mitwirk, der HH. Schultz v. hier (C)lav.), Zajic u. Dr. Curtius
a. Berlin (Streicher): Dmoll-dav.-Violinsonate v. Schumann.
Rondo brill. f. dieselben Instrumente v. Schubert, Variat. f.
zwei daviere v. Schumann, Soli f. Ges. v. Stange („Letzte
Begeenimg"). Weingartner („Lass mich dir sagen") u.A. u.
f. Viw.— 4. Fhilharm. Conc. (Stiehl): Ddur-Symph. v. H^dn,
Orchestersuite a. ^Peer Gynt" v. Grieg, Ouvertüren v. Rietz
u. Mendelssohn, Balletmufidk a. „Prometheus" v. Beethoven,
Yioloncellvorträge des Hm. Becker a. Frankfort a. M. (Con-
certstück V. A. Bazzini, „Sur le lac" v. Godard, Minuetto
V. H. Becker u. Elfentanz v. Popper).
Merseburg. Musikau££Ühr. des Geean^er. (Schumann)
uns. Solist. Mitwirk, der Frls. Münch a. Leipzig u. Lehmann
a. Erfurt u. des Hm. E. Schneider a. Leipzig am 6. Febr.: „Erl-
.königs Tochter" v. Ghtde, „Gus Franfipan" f. Solo, Chor u.
Orch. V. C. Schumann, „Die erste Walpurgisnacht" v. Men-
delssohn.
Nürnberg. 80. Stiftungsfest der Gesangeesellsehaft
(Eoffka) des £idustrie- u. Culturver. unt. Mitwirk. aesWinder-
stein*schen Orch. fWinderstein) : „Friedensfeier" -Festouvert.
V. C. Reinecke, Marche solenelle v. Tschaikowsky u. a.
Orchestemummem, „Bilder aus Thüringen" f. M&nnerchor u.
Soli m. Orch. von W. Tschirch, MftnnerchOre a oapella v.
J. Rheinberger („Die Weissach-Mühle"), F.Mair (Suomi's
Sang) u. Storch („Blümchen am Hag").
Oldenburg. Abonn. Concerte der Hofcap. (Manns): No. 6.
Ouvert. „Le Camaval romain" v. H. Berlioz, Marsch zu
Shakespeare's „Julius Cäsar" v. H. v. Bülow, Furientanz und
Reigen seliger Geister a. „Orpheus" v. Gluck, Symph. concert.
f. '\aol. ü. Sratsche v. Mozart (HH. Düsterbehn u. Klanproth),
Gesangvortr&ge des Hm. Gausche a. Creuznach („BlüUien" u.
„Die Nacht ist weich" v. A. a. Fielitzetc.). No. 6. Symph.
iyr. V. A. Hamerik, „Jessonda"-Ouvert. v. Spohr, Andante
a. der Seren. Op. 44 v. A. Dvo^Äk, Yiolinvortr&ge des Frl.
Brammer a. Leipzig.
Osnabrück. 2. Kammermusikabend des Ehepaares Meier
(Viol. u. Clav.) unt. Mitwirk, der Frau Hoeck-Lechner a. Carls-
ruhe (Ges.) u. der HH. Schreiber, Werschy u. Richter (Streicher):
Clavierquint. Op. 6 v. Sgambati, Andante a. dem Streich-
quart. Op. 18, iHo. 6, V. Bieethoven, Bdur-Clav.-Violinsonate v.
Mozart, Gesangsoli v. H. v. Eoss (Winterlied) u. A.
Rheydt. Conc. des Mftnnergesangver. (Lange) unt. solist.
Mitwirk, der FrauMensing-Odrich a. Aachen u. des Hm.Eiffen-
bertz V. hier am 7. Febr.: „Egmont" -Ouvert. v. Beethoven, JSn-
tr'acte a. „Misnon" v. Thomas, Dramat. Marsch v. F. Schwei-
nein. „AohiUeus" f. Soli. Chor u. Orch. v. Bruch, „Das Grab
im Busento" f. Mftnnercnor u. Orch. v. W. de Haan, Chöre
V. Heintze („Sonntag auf dem Meere") u. Wagner (Pilger-
chor a. „Tannhäuser"), Arien v. H. Goetz („Die EJraü ver-
sagt"^ u. Mozart.
Rostoek. , 2. Kammermusikabend des Pianisten Hm. Mh-
ring unt. Mitwirk, der HB. Weiglin u. Köhler a. Keustreütis
(Streicher): Ciaviertrio Op. 101 v. Brahms, Ddur-Claviw-
Vloloncellson. v. Mendelssohn , Soli f. Ciavier v. Sgambati
(Menuett), Chopin u. Sapellnikoff (Valse) u. f. Violine von
Bruch.
Schwerin. Conc. der Singakad. (Ochs a. Wismar) unter
Solist. Mitwirk. desFrl.Fmth u. des Hm. Kirchner a. Berlinam
80. Jan. : „Der Rose Piljerfehrt" f. Soli u. Chor m. Clav. v.
Schumann, Psalm 96 f. do. v. Mendelssohn , Ode an die Kö-
nifi;in Luise f. Tenorsolo u. Chor v. P. Reim. Ge6anfi;8oli v.
Schumann, R. Steuer (Mädchenlied), Cornelius („& Lust
und Schmerzen"), Liszt („Es muss ein Wunderbar sein")
u. H. Kirchner („Li der Nacht" u. -MÄrzenwind").
Stuttgart. 6. Abonn.-Conc. der Hofcap. (Zumpe): „An-
tigene" V. Sophokles m. der Musik Mendelsisohn's unter Mit-
wirk, der Sänger HH. Schütky, Hromada, BaUuff, Rosöe und
Pockh.
Trier. Wohlth&tigkeitsconc. des Officier-Casinos des 29.
Lif.-Reg. „von Hom" am 6. Febr. m. demselben Programm
wie das in No. 7 mitgetheilte, dess^i Ausföhrung den allge-
meinen Wunsch nach einer Wiederholung erregt hatte.
Wiesbaden. Eztra-Symph.-Concert des sädt. Curorch.
(Lüstner) am 6. Febr.: Sym^. gFrühlingsklänge" v. Raff,
Ballade ^es S&ngers Fluch<^v. M. v. Bülow, BaUet-Diver-
tiss. a. „Henry Vul." v. Saint-Saöns.
Zeitz. 1. Aufführ, des Concertver. (Fritsch): Sinfonietta
f. Orch. V. F. Thieriot (unt. Leit. des Comp.), „Jessonda"-
Ouvert. V. Spohr, Solovortrftge der Frau Sanderson (Gte., vier
Lieder v. Bungert, „Liebeszauber" v. Clura Schumann etc.)
u. des Hm. A£nred Srasselt (YioL, einzelne S&tze a. den ersten
Yiolinconcerten v. Ritt u. Yieuxtemps).
Zsehopau. 2. Symph.-Conc. der stftdt. Gap. (Woldert):
8. Symph. v. Beethoven, „Siegfried-Idyll" v. Wagner, „König
Lear"-Ouvert. v. Berlioz, Finale a. der Serenade Op. 11 v.
Brahms, Violinvorträge des Frl. Brammer a. Leipzig (9. Conc
V. Wieniawski etc.).
Zürich. 6. Abonn.-Conc der AUgem. Musikgesellschafb
(Dr. Hegar): 1. Symph. v. Brahms, Ouvert. zu «Don Juan
d'Austria" v. H. Sitt, Solovorträge der HH. Wulff a. Straas-
burff i. E. (G^., Arie v. Weber u. „Botschaft", Minnelied und
„Feideinsamkoit" v. Brahms) u. Becker a. Frankfurt a. M.
113
(Violonc. Conoeitstüok v. A. Bb z z i n i, „ Oonsolation " v. L i s z t,
Taittntelle t. Popper etc.)i^^i'
YeraUtt^ Profframm$, 90wie Programme ohne Angai^e von Ort und
Datum mOeeen voUrtändig unbeaehtet bleiben t
Eng«gement8 und Gäste in Oper und Conoert.
' Berlin. Nachdem in letzter Zeit bereits zwei junge
Leipziger Violinistinnen sich mit Erfolg hier hören gelassen
hatten y debutirte hier, in einem Concert der Sängerin Frau
Feininger, auch eine junge Pianistin von dort, Frl. Doris
Eretschmann, welche mit ihrem technisch fertigen und
feinmusikalischen Spiel einen dehr sympathischen Eindruck
machte. Ein ausserordentliches und schon zu schöner künst-
lerischer Beife g^ehenes Yiolintalent produoirte sich jüngst
in dem f&nfsehniähri^n Frl. Betty Schwabe, einer Schülerin
Joaohim's, welche mit grossartigem Erfolg ein eigenes Con-
cert in der Singakademie veraifitaltete. — Halle a« S. Sen-
sation hat kürzlich hier Frau Moran-Olden als BrünnhUde
in der „Walküre*' durch ihren wunderbaron (besang und ihr
äuscinirendes, geniales Spiel erregt. Neben ihr gastirte Hr.
Fritz Ernst aus Berlin als Siegmund. Vielleicht den beiden
Gasten zu Ehren liess der Maschinenmeister bei dem „Feuer-
zauber" Raketen und Leuchtkugeln steigen. — Hamburg. Hier
hat das Concert der feanosen „Valleria- Tournee" einen
Heiterkeitserfolg gehabt, was den Herrschaften jedoch nicht
passte und sie zum plötzlichen Abbruch ihrer Vorträge ver-
anlasste. Eine derartige Rücksichtslosigkeit gegen das Pub-
licum, das für sein gutes Geld die voU^Andige Abwickelung
des Programms verlangen durfte, ist hier noch nicht dage-
wesen! und es sind noch dazu, mit geringer Ausnahme, fi»nz
mittelmäasige Kräfte, die sich so Etwas erdreisten. Hr. f ol-
linihatalszukünftigen Capellmeister seiner Oper E^. Dr. Muck
vom Deutschen Landestheater zu Prag engaeirt. Der ausge-
zeichnete Din^ient wird zum Herbst seine niesige Stellung
antreten. — ifitinz. Das 8. Symphonieconcert der städtischen
Capelle erhielt Licht und leuchtenden Glanz durch die Gesan^-
vorträge der Frau Sander so n, welche vom Auditorium mit
einfr wahren Inbrunst entgegen genommen wurden. Wie ent-
züd^d, wundervoll singt aber auch diese gottbegnadete
Künstlerin! Ihresgleichen findet man leider nur selten. Im
Stadttheater hat Hr. Emil Götze aus Berlin als Lohengrin
mit glänzendstem Erfolg ein Gastspiel begonnen. — Mann-
helm. Gegenwärtig steht die hiesige Oper im 2ieichen
d'Andr ade, welcher Bariton viele Bewunderung erreet. —
Paris. In der Grossen Oper wurde Frl. Dufrane, die in
„Alda** wieder eintrat, sehr gefeiert. — Schwerin. An die
Hofoper wurde als 1. Baritonist Hr. Carl Meyer in Stuttgart
engagirt, ein Künstler, der namentlich von seiner mehrjäh-
nfi;en Cölner Thätigkeit her einen guten Namen hat. —
men. Der Tenorist Hr. Dippel aus Bremen ist infolge
seines sehr Dünstig verlaufenen Gastspiels in der Hofoper
vom Jahre 1893 f%tr dieselbe mit dreijährigem Contracte ver-
pflichtet worden.
Kirohenmusik.
Leipzig. Thomaskirohe: 20. Febr. „Richte mich, Gott^
V.Mendelssohn. „Der Geist hllft^ v. S. Bach. Nicolaikirche:
21. Febr. „Sei getreu** u. „Ich danke dir, Herr** a. „Paulus**
V. Mendelffiohn.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 10. Jan. „Lass dich nur
Nichts nicht dauern** von J. Brahms. 17. Jan. „Lobsinget
Gott, dem Herrn** v. J. Bietz. 24. Jan. „Gott, du oist gross**
von B. Dietrich. 81. Jan. „Du gabst dem ewgen Gteist die
arme Hülle** v. Yierling. 7. Febr. „Denn er hat seinen En-
geln** a. „Elias** v. Mendelssohn. — St. Johanniskirche; 10. Jan.
2iGt>tt sei uns gnädig** v. M. Hauptmann. 81. Jan. n^^^i
ich habe lieb die Stätte** v. Kuhn. ^StPaulikirche: 10. Jan.
„Walte nah und fem** v. M. Hauptmann. 17. Jan. „Herr,
sei uns ffnädig** v. B. Pfretzschner. 24. Jan.^,Gott ist unsere
Znversi^t** v. Ph. Eimberger. 81. Jan. „Was betrübst du
dich** V. S.Jadassohn. 7.FeDr. „Zu dir, Herr, will ich fliehen**
V. Bichter. — St. Petrikirche: 10. Jan. „Der Herr ist mein
Hirte** v. B. Klein. 17. Jan. „Freuet euch in dem Herrn**
V. D. Engel. 24. Jan. „0 Heiland, reiss die Himmel auf* v.
J. Brahms. 81. Jan. „&omm, heilger Geeist** v. Grell. 7. Febr.
„Sanctus** u. „Benedictus** v. Pembaur. — St. Niookukirohe:
17. Jan. „Friede sei mit dir** v. B. Müller. 81. Jan. „Kommt,
laset uns beten** v. Hauptmann. -« Schloeskirche: 17. Jan.
^Fürchte dich nicht** v. E. F. Bichter. 7. Febr. „Weichet,
ihr Berge, &Uet, ihr Hügel** v. Neander. — St. Marcuskirohe:
24. Jan. „Gebet*' v. F. mller.
Hannover. Marktkirchenchor: 18. Nov. „Ich lass dich
nicht** V. S. Bach. 22. Nov. „Tag des Zornes* (v.?). 29. Nov.
„Tochter Zion** v. Händel. „Macht hoch die Thür** (v. ?}.
6. Dec. J!)u Hirte Israels** v. Bortnians^. 18. Dec.^,Hoch
thut euch auf** v. Gluck. 20. Dec. „Tochter Zion** v. Händel.
26. u. 26. Dec. „Es ist ein Bos ent^rungen** von Piätorius.
„Nun sinket una seid froh** (Satz v. Prätoriue). „Dozologie**
V. Mendelssohn. „0 du, die Wonne verkündet** a. dem «Mes-
Sias** V. Händel. 81. Dec. „Mitten wir im Leben sind** von
Walther. Psalm 28 v. Klein. „So nimm denn meine Hände**
(Satz V. 0. H. Lange). 1. Jan. „Jesus. Jesus, Nichts als Jesus**
(Satz V. S. Bach). Schlusschor a. „Gottes Zeit** v. S. Bach.
8. Jan. „Mache dich auf, werde Licht** a. „Paulus** v. Men-
delssohn. „Lobet den Herrn, ihr Heiden all** von Yulpius.
10. Jan, „0 Jesu süss** (Satz v. O. H. Lange). 17. Jan. „Mor-
genglanz der Ewigkeit** v. Freilinghausen. 24. Jan. „Ach
Herr, ich habe vertrauet** von Möhring. 81. Jan. „Fürchte
dich nicht** v. Gktehrich.
OpernauffDhrungen.
Januar.
Sehwerln. Grossherzogl. Hoftheater: I.Joseph in
ten. „Gavalleria rusticana. 8. Der Freischütz. 7. Die
küre. 10. Lohengrin. 18. Der Gouverneur von Tours (Beinecke).
14. Don Juan. 17. Hans Helling. 19. Der fliegende Hollän-
der. 24. Teil. 28. Die Stumme von Pordci.
?e%:
Aufgeführte Novitäten.
Bazzini (A.), Streichquart. Op. 76. (New- York, 2, Oonc. des
Schmitt-Herhert-Quart.)
Benoit (P.), Schwur und Gesang der Geusen & Baritonsolo,
Männerchor u. Orch. a. dem lyr. Drama .Der Friedens-
schluss von G«nt^. (New-York, 1. Oonc. des ^Arion".)
Berlioz (H.), Ouvert. .Ounaval romain**. (Zürich, 8. Abonn.-
Gono. der Allgem. Musikgesellschaft.)
„Der alte Soldat" für Beuassolo, Mäjmerchor und Grch.
(New-York, 1. Gonc. des „Arion".)
Bizet (G.), „L^Arlösienne**. (Mannheim, 8. Akad.-Gonc.)
Orchestersuite „Boma". (Marseille, 16. Gonc. der Assoc.
artist.)'
Borodin (A.), Ddur-Streichquart. (Leipzig, 4. Musikabend
des Kammermusikver.)
Brahms (J.), 2. Symph. (Leipzig, 11. Abonn.-Conc. im Neuen
Gewandhaus.)
4. S^ph. (Hamburg, 6. Abonn.-Gonc. unt. Leit. des
Hm. Dr. v. Bülow.)
Orchestervariat üb. ein Haydn'sches Thema. (Meinin-
gen, 1. Abonn.-Oonc. der Hofoap.)
Hmoll-Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente u. Amoll-
Trio f. Clav., Olar. u. Violonc. (Berlin, 8. Quartettabend
[1. Gyklus] der HH. Prof. Joachim u. Gen.)
Glnvierquint. (Leipzig, 8. Popul. Kammermusikabend
von Hm. v. Böse u. Gen.)
Trio f. Clav., Viol. u. Hörn. (Hamburg, 1. Concert des
Frl. Marstrand. New-York, Musikabend des Musio Club
am 28. Jan.)
Fdur-Clav.-VioloncellBon. (Hamburg, l.Eammermusik-^
abend des Hm. Fiedler.)
Triumphlied f. Chor, Orch. u. Org. (Meiningen, £ir-
chenconc. am 6. Dec.)
Bruch (M.), 8. Yiolinconc. (Cassel, 8. Abonn.-Conc. des k.
Theaterorch.)
Finzenhagen (L.), Bdur-Claviertrio. (Magdeburg, Ton-
künstlerver.)
Goldmark (C.)f Symph. „Ländliche Hochzeit*'. (Philadel-
phia, 3. Conc. des Boston S^ph. Orch.)
Frühlingsouvert. (Zeitz, 6. Auff&hr. des Musikvereins.)
Gort er (A.), Svmphon. Stimmungsbild „Sonnenuntergang**.
(München, 8. Abonn.-Conc. der MusikaL Akad.)
Gouvy (Th.), 2. Sextett f. Streichinstrumente. (New-York,
1. Conc. des N.-Y. Philh. Club.)
114
Grieg (Edv.), Orchestersuite aus -Peer öynt". (Constanz,
2. Abonn.-Cono. des Hm. Handloser. Genf, 4. Abonn.-
CJonc. im Stadttheater. Liverpool, 2. Subscr.-Oonc. der
Bootle Orch. Society. Schwerin, 1. Orchesterconcert der
Hofcap.)
1. Clav.-Violinson. (Leavenworth, Meeting der Kansas
music teachers im Dec.)
3. Clav.-Violinson. (London, 3. Kammermusikconc. der
HH. Blagrove.)
Olav.-Violoncellson. (Amsterdam, 3. Soiree f. Kammer-
musik der Maatschappij tot Bevordering der Toonkanst.
Stettin, 2. Kammermusikabend des Hm. Wild.)
Guilmant (A.), Dmoll-Conc. f. Orgel u. Orch. (Meiningen,
Kirchenconc. am 6. Dec.)
Haan (W. de), Orchesterstücke „Fahrt zum Hades" u. „Ely-
sium". (Barmstadt, 3. Oonc. der Hofcap.)
Hofmann (H.), Oct. f Streich- u. Blasinstrumente. (Würz-
burg, 2. Oonc. der k. Musikschule. Magdeburg, 4. Logen-
conc.)
Holstein (F. v.), Ouvert. „Frau Aventiure". (Magdeburg,
3. Harmonieconc.)
Joachim (J.), Violinconcert- in ungar. Weise. (Hamburg, 6.
Abonn.-Conc. unt. Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow.)
Kleemann (C), Symph. Phant. „Des Meeres und der Liebe
Wellen". (Gera, 197. Oonc. des Musikal. Ver.)
Krug (Am.), Symphon. Prolog zu Shakespeare's „Othello".
(Cöln, 5. Gürzenichconc.)
»Fingal" f. Soli, Männerchor u. Orch. (Königsberg i. Pr.,
Oonc. des Sängerver.)
Liszt (F.), „Les Pr61udes". (Darmstadt, 3.0onc. desHoforch.)
„Tasso". (Nürnberg, 5. Conc. des Philharm. Ver.)
„Die Legende von der heiligen Elisabeth". (Schwerin,
1. Orchesterconc. der Hofcap.)
Lund (J. G.), „Germanenzug" f. Soli, Männerchor u. Orch.
(New- York. 1. Conc. des „Arion".)
Mac-Do well (E. A.), Amoll-Orchestersuite. (Cambridge
[Massach.], 3. Conc. des Boston Synaph. Orch.)
Zwei Sätze a. derselben. (New- York, 1. Concert des
„Arion".)
Met2dorff (B.), Esdur-Clavierquint. (Breslau, 2. Musikabend
des Tonkünstlerver.)
Paderewski (I. J.), Amoll-Clavierconc. (Boston, Pupils'Be-
cital des New-England Conservatory am 18. Jan.)
Pirani (E.), „F6te au ch&teau de Heidelberg" f. Orchester.
(Zwickau, 1. Philharm. Conc.)
Piutti (C), Gmoll-Orgelson. (New- York, 1. Organ Recital
des Hm. Warren.)
Popper (D.), Violoncellconcert Op. 59. (New-York, Faculty
Uonc. des American Conservatory of Music am 22. Jsm.)
Beckendorf (AI.), Amoll-Clav.-Violinson. (Leipzig, 4. Musik-
abend des Kammermusik ver.)
R e h b e r g ( W.), D dur-Clav.- Violinson. (Genf, 3. Kammermusik
des Quart. Stemberg u. des Hm. W. Rehberg.)
Rheinberger (J.), Ciavierquart. Op. 38. (Philadelphia, 8. Sub-
scr.-Conc. des Adamowski-Quart.)
Rimski-Korsakow (N.), Symphonie „Antar". (New-York,
l.Conc. des „Arion".)
Sandberger (Aa.), Schauspielouvert. (München, 3. Abonn.-
Conc. der Musikal. Akad.)
Schumann (G.), Hmoll-Symph. (Zwickau, I. Philharm. Conc.)
— — CmoU-Clavierquart. (Stettin, 2. Kammermusikabend
des Hrn. Wild.)
Sin ding (Chr.), EmoU-Clavierquint. (Genf, 3. Kammermusik
des Quart. Sternberg u. des Hrn. W. Rehberg.)
Esmoll-Variat. f. zwei Cla viere. (New-York, Musikabend
des Music Club am 23. Jan.)
Smetana (F.), Streichquart. „Aus meinem Leben". (Leipzig,
4. Kammermusik im Neuen Gewandhaus.)
Svendsen (J. S.), „Norweg. Künstler-Caraeval". (New-York,
7. Damrosch Sunday Conc. Aschersleben, 7. Abonn.-Conc.
des Hrn. Finzel.)
Thieriot (F.), Ddur-Clavierquint. (Leipzig, 4. Musikabend
des Kammermusikver.)
Tschaikowsky (P.), 1. Clavierconc. (Glasgow, 9. Subscr.-
Conc.)
Volkmann(R.), Gmoll-Streichquart. (Genf, 3. Kammermusik
des Quart. Sternberg u. des Hrn. W. Kehberg.)
Wagner (R.), „Meistersinger"- Vorspiel. (Magdeburg, 3. Lo-
genconc.)
Vorspiel zu „Tristan und Isolde". (Marseille, 16. Conc.
der Assoc. artist.)
Wagner (R.), Vorspiel zu „Pac^^l". (Philadelphia, 3. Conc.
des Boston Symph. Orch. Glaisgow, 7. Pop. Conc. des Cho-
ral Choir.)
„Siegfried-Idyll". (Genf, 4. Abonn.-Conc. im Stadt-
theater.)
Fragmente a. „Parsifal". (Darmstadt, 8. Concert des
Musilr^er.)
Wieniawski (H.), 2. Violinconc. (Leipzig, II. Abonn.-Cünc.
im Neuen Gewsmdhaus.)
Zöllner (H.), „Columbus". (New-York, 7. Damrosch Sunday
Conc.)
VertnisoKte Mittheilungen und Notizen.
* Die Aufführungstage der Bayreuther Bühnen-
festspieled.J. seien hiermit nochmals in Erinnerung gebracht :
„Parsifal" 21. und 28. Juli, 1., 4., 8., 11., 15. und 2 L August;
Tristan und Isolde" 22. und 29. Juli, 5. und 20. Au^t;
„Tannhftuser" 24. Juli, 7., 12. und 17. Au£pist; „Die Mei-
stersinger von Nürnberg" 26. und 31. Juli, 14. und 18.
August. Der Eintrittspreis ist wie früher 20 ^ für eine Auf-
führung, der Beginn immer um 4 Ühr. Da der Besuch der
Aufführungen nach den bereits eingegangenen Bestellungen
ein noch stärkerer, als im Vorjahre zu w^en scheint, so ist
Jedem, der Bayreuth besuchen wiU, zu schneller Sicherung
der gewünschten Plätze zu rathen.
* Die Bichard Wagner-Vereine zu Berlin und
Potsdam veranstalteten am 16. Febr. in Berlin eine Ge-
dächtnissfeier für Richard Wagner, deren Prog^ramm
den Kaiser-Marsch und Fragmente des „Nibelungen-Ringes"
enthielt und unter Büm. Prof. Klindworth's Leitung von Frau
Sucher und den HH. Albert Niemann und Krasa, sowie dem
Philharmonischen Orchester ausgeführt wurde. Ganz beson-
ders und mit gr5sstem Recht wurde Hr. Niemann, der den
Siegmund sang, gefeiert. Dem Concert wohnte u. A. Se.
Majestät der £u8er nebst Gefolge bei.
* Das k. Conservatorium der Musik zu Leipzig
brachte am 18. und 28. Febr. unter Hrn. Sitt's befeuernder
Leitung ausschliesslich durch Schüler und Schülerinnen Beet-
hoven*s neunte Symphonie zur Aufführung. Nicht nur,
dass diese SchtderauffÜhrungen des gigantischen Werkes als
solche einzig dastehen, so waren sie auch, besonders im or-
chestralen Theil, von einer technischen Sicherheit und spiri-
tuellen Frische, dass man seine helle Freude an ihnen haben
konnte.
* F. Hegar's eindrucksvolles Oratorium „Manasse" fand
unter grossem Erfolg seine erste Aufführung auf deutschem
Boden am 7. Febr. durch den Caecilien- verein in Neu-
stadt a. d. H.
* Die fürsü. Schaumburg-Lipne'sche Hofcapelle
unter Leitung ihres Dirigenten Hrn. Sahla wird in nächster
Zeit drei Concerte in Hannover veranstalten, deren Pro-
gramme vorwiegend neue oder seltener zu hörende Werke
enthalten werden. Da die Leistungen dieser Corooration ge-
rühmt werden und das Entr6e för die gedachten Concerte ein
niedriges ist, so wird den Letzteren sicher das Publicum
nicht fehlen.
* Ea wird aus Mannheim zur weiteren Mittheilung an
Interessenten geschrieben, dass dort die im Nachlasse des ver-
storbenen Roh. Heckmann befindlichen echten italienischen
Geigen, je eine Stradivarius , ' Amati und Guamerius, zum
Verkauf stehen und die Expedition des „Badischen General-
Anzeigers" auf Anfrage bereitwilligst Auskünfte ertheilt.
* Unter der Ueberschrift „Ein Künstler im Kritiker-
Boykott" schreibt die „Frankf. Zeit." in Betreff der Ange-
legenheit Ehrlich-Rosenthal: „Die musikalische Concertsaison
1891/92 hat den Versuch gezeitigt, eine der gehässigsten G^
pflogenheiten des wirthschafblichen Lebens, den Boykott,
in die ästhetische Kjitik einzuführen. Der Versuch ist miss-
flückt. Zur Ehre der deutschen Kritik, die sich in diesem
alle als unzugänglich erwiesen, sei hier die Geschichte
des Corruptions-Versuchs erzählt. Das Opfer des ge-
planten Kritiker - Boykotts sollte der Pianist Hr. Moria
Itosenthal aus Wien werden Wer die Ordre aus-
gej^ben. ist nicht eanz klar, sie scheint von dem bekannten
Wiener Musik-Kritiker Hm. Hofrath und üniversitätsprofessor
Dr. Eduard Hansliok ausgegangen zu sein. Der Musik-
HS
Kritiker des »Berliner Tageblattes«^ Hr. HeinricK Ehrlich,
scheint sie als williger Agent übernommen zu haben. Immer^
hin, ob Hr. Ehrlich die Ordre ausgegeben oder blos über-
nonunen, er konnte sie nicht aus^hren, weil die Leitung des
genannten Blattes, die das Unheil geahnt haben mochte, ge-
rade das Keferat Über Bosenthars Concerte diesmal Hrn.
Ehrlich entzogen hatte. Von Berlin aus ^'ng Hr. Bosenthal
Ende Januar nach Leipzig, und Hr. Ehrlich folgte ihm, in-
dem er die Boykott-Ordre nach Leipzig, in aller Heimlichkeit
weitergab. Dort langte sie auch bei dem B;edacteur des
vMusikidischen Wochenblattes« wohlbenalten an. Aber Hr.
Ehrlich hatte sich verrechnet. Der Leipziger Kriticus
parirte nicht. Er hörte Bosenthal, schrieb ein brillantes
Keferat über ihn und veröffentlichte gleichzeitig den musi-
kalischen Steckbrief, den er erhalten, im »Musik. Wochenbl.«,
in dem auch wir ihn mit Staunen gelesen haben. Das sonder-
bare Schriftstück, ein seltsames Gemisch von Corruption und
Naivetät, lautet wörtlich:" (Folgt der Abdruck des Briefes,
der „keines weiteren Oommentars" bedürfe.) Nachdem dann
noch der Erwiderung des Hrn. Bosenthal Erwähnung gethan,
heisst es zum Schluss:^,Kleine Ursachen, grosse "Wirkungen !
Hr. Bosenthal grüsst Hrn. Hanslick nicht, und die deutsche
Kritik soll zu einem Boykott ^gen Hrn. Bosenthal aufge-
rufen werden Das einzige Erfreuliche an der Sache
ist, dass die eigenartigen kritischen Grundsätze der
HH. Hanslick und Ehnich auf deren Person beschränkt
bleiben. Die deutsche Kritik ist im Üebrigen noch nicht
reif für eine geschäffcsmässige Corruption, deren Einführung
das Ende afler Kritik wäre, weil es diese um ihren
moralischen Credit beim Publicum bringen müsste."
— Wir knüpfen hieran gleich die Mittheüung, dass uns Hr.
Prof. Heinrich Ehrlich eine weitere „Erklärung" zu seinem
Disput mit Hm. Bosenthal zugesandt hat, die wir aber trotz
der Berufung auf das Pressgesetz ungedruckt lassen dürfen,
da- das in aerselben citirte Beferat in der „Gegenwart" in
dem Passus „Weber's Asdur-Sonate, manche Variationen in
'den Etudes symphoniques klangen wie Stücke, die ein Uhr-
werk in rasendster Schnelligkeit ohne den mindesten Vortrag
ausfuhrt" den von Hm. Bosenthal erwähnten Vergleich fac-
tisch enthält und bez. der Beeinflussung Hr. Prof. Ehrlich
wiedfir nur Behauptung gegen Behauptung aufstellt, ohne,
wie Hr. Bosenthal, Zeugen für die Bichtigkeit seiner Aussage
anzuführen.
* Hr. Concertdirector H. Wolff in Berlin lässt in der
Linkstrasse daselbst einen neuen Concertsaal bauen, der
hauptsächlich für Ciavier- und Kammermusikabende bestimmt
sein und schon zu Anfang der nächsten Saison eröffnet wer-
den soll. Ob er ausschliesslich den dienten des Hrn. Wolff
oder auch anderen Künstlern zugänglich sein wird, ist aus
den bez. Mittheilungen nicht zu ersehen. Da derseloe haupt-
sächlich fiir solche Künstler bestimmt erscheint , die sich in
Berlin zunächst einführen wollen und im Vornherein sich
auf ihnen entstehende Unkosten gefasst machen, so hat einen
sicheren Nutzen von ihm nur sein Besitzer, der ausser der
Miethe seine bestimmten Procente auch von Deficitconcerten
bezieht.
* Die Frage einer zweiten ständigen Oper in Berlin
hat unerwartet eine einfache Lösung dadurch gefunden, deiss
aus der Kroll'schen Opernsaison eineKroirscheJahresoper
wird, d. h. die Opernvorstellungen im genannten Etablisse-
ment sollen nicht mehr, wie bisher, nur im Sommer, sondern
das ganze Jahr über stattfinden. Hr. Jos. Engel, der Besitzer
des KroU-Theaters, verspricht, für ein gutes ständiges Künstler-
ensemble und zeitweise Gastspiele hervorragender Künstler
zu sorgen und neue Opern deutscher begabter Autoren eine
Heimstätte finden zu lassen, bei Eintrittspreisen, welche auch
dem Mittelstande den Genuss guter Opern zugänglich machen.
* Der Wiederaufbau der Komischen Oper in Paris
ist, wie man von dort meldet, nun beschlossen. Die Bau-
kosten sind auf 3Vt Million Francs veranschlagt, der Neubau
soll bis zum October 1998 fertig gestellt werden.
* Das Th6ä.tre-Lyrique im Eden-Theater in Paris
hat wieder greifbare Gestalt angenomröien. Hr. Löonce De-
troyat hat den grössten Theil des nöthigen Capitals durch
Subscription erlangt, vor allen Dingjen ist er aber begeistert
aÖüT sein Unternehmen und besitzt viel Intelligenz.
* Li Stettin ging am lä. Febr. eine neue dreiactige
Volksoper, „Utopia" von Hrn. Oapellmeister Franz Götze,
erstmalig mit Erfolg in Scene.
* J. Massenet's neue Oper „Werther" ging am 16. Febr.
unter Hm. Jahn^s Direction erstmalig im Hoiopemhaus zu
Wien über die Bretter, hatte aber trotz der vorzüglichen
Aufführung, um welche sich in erster Linie Hr. van Dyck
(Werther) und Frl. Benard (Lotte) verdient machten, nur
einen mittelmässigen Erfolg.
* Ln Stadttheater zu Lübeck, das sehr novitätenfreund-
lich ist, erlebte die neue zweiactige komische Oper „Der Page"
von G. Kulenkampff ihre erfolggekrönte ErBtaufftlhrung.
* Das Hamburger Stadttheater wird als Opemnovi-
täten zunächst Bruneau's „Le Böve" und C. Schröder *s
„ Aspasia" herausbringen. Letzteres Werk soll seine überhaupt
erste Auffiüirung am 8. März in Sondershausen, wo be-
kanntlich Hr. Prof. Schröder als Hofcapellmeister thätig ist,
erfahren.
* Der treffliche schwedische Gomponist und Dirigent Hr.
Andreas Hallön ist seit 1. Febr. als Oapellmeister an der k.
Oper zu Stockholm in Thätigkeit. Unter seiner Leitung; wer-
den zunächst Messager's „La Basoche" und Wagner's „Lohen-
grin" dort in Scene gehen^
* In dem Preisausschreiben der Quartet^esellschaft
in Mailand haben für eine Ciaviersonate die Hfl. Edgardo
del Vallo de Paz in Florenz den ersten und Giuseppe Fr u-
gatta in Mailand den zweiten Preis erhalten.
* Hr. Theaterdirector Staegemann in Leipzig erhielt
vom König von Bumänien das Commandeurkreuz des Ordens
der rumänischen Krone verliehen.
* Zu Officieren der französischen Akademie wurden
ferner ernannt: die HH. Ohimöne, Gazier, Chavagnat,
CoiTiponisten in Paris, Donnay, Componist in Havre, Lau-
rent, de Kerv6guen, Clerc, die Damen Jullien, Kohl,
Musiklehrer, resp. Lehrerinnen in Paris, die Musiklehrer
Marquart in Bourges, Marchai in Charenton, Madoul6
in Bouen, Frau Luc in Saint-Omer, die Gesanglehrer HH.
Chapuis und Laveissiöre (gen. Nouvelli) in Paris und
Gagne in Montreuil-sous-Bois, die Ciavierlehrerinnen Koch
und Lyon in Paris, de Corteuil in Caen, die HH. All^gre,
Violoncellist in Brest, Aubrun, Professor in Issoudun, Bru-
ment, Geiger in Paris, Chabaud, Musikverleger in Cannes,
Chevillard, Professor, Delaunay, Gesanglehrer in Paris,
Fichot, Director der Soci^td musicale in Toulon-sur-Arroux,
F ritsch, Professor am Oonservatorium in Dijon, Gillard,
Musikmeister an der Artillerieschule in Orleans, Guillaume,
Director der Municipalmusik in Yvetot, Lacoste, Pistomst
an der Pai-iser Komischen Oper, Lematte, 2. Oapellmeister
am Grand-Th6&tre in Nantes, Ligner, Director der Munici-
palmusik in Montreuil-sous-Bois, Louvat, Musiker der
republikanischen Garde, de Vau x, Componist, Per du, Musik-
lehrer in Baveux, Perriö, desgl. in Boanne, M artet, desgl.
in Angers, ;rf artin, desgl. in Oiarmes (Vosges), de Nattes,
Director der Philharmonischen Gesellschirft inOuveillan (Aude),
P6not, Musikdirector in Voulx (Seine et Marne), Pourcel,
Theatercapellmeister in Aix, die Operasängerinnen B6gis
und Sicard, Frau Benaud-Maury, Professorin am Oonser-
vatorium, Frl. Baoult, Clavierlehrerin in Vanves, Frau
Vaucorbeil, Gesangsprofessorin, Hr. Turban, Geiger im
Opernorchester in Paris, etc.
Todtenliste. Joseph Heyberger, Gesangschef der Con-
certe der Pariser Conservatoriumsgesellschafb, früher Chor-
director an der Komischen Oper, Componist, f, hald 60 Jahre
alt, in Paris. — Charles Nicolas Eugöhe Gand, berühmter
Geigenmacher, f, Ö7 Jahre alt, am 5. Jan. in Peuis. — John
Old, Gründer des Layston College in Beading, vortrefflicher
Lehrer, Componist, t, 64- Jahre alt, daselbst. — Alessandro
Bottero, der letzte der italienischen Buffosän^r, welcher
auf verschiedenen Bühnen Italiens sich ausgezeichnet hatte,
t am 4. Febr., 60 Jahre alt, in Mailand. — J. F. Pest er,
tüchtiger Violoncellist, langjähriges Mitglied des Theater- und
Gewandhausorchesters zu Leipzig, f daselbst, 56 Jahre alt,
am 18. Febr. — Aug. SchubeTt, Pensionär der Berliner
Hofcapelle, früher als ausgezeichneter Clarinettist geschätzt,
t, 81 Jahre alt, in Potsdam. — Bosa Csi 11 ag, einstmals be-
deutende dramatische Sängerin und Mitglied der Hofoper zu
Wien, t, daselbst, 58 Jahre alt, tief verarmt am 20. Februar.
116
Kritischer Anhang.
Leander SehlegeL Suite f&r Glavier, Op. 4.
„Der arme Peter**. Gharaktetstfick ftr davier, Op. 6.
„Rhein und Loreley**. Eine Phantasie fftr Olavier, Op. 6.
Leipzig, E. W. Fritzech.
Von diesen Werken, die eine sehr reiche Phantasie und
einen hochgradigen Elangsinn bekunden, dabei jedoch den
Autor in und von Schumann gefesselt erweisen, hat uns die
Suite in Hdur am eindringlichsten interessirt und aürfte sie wohl
keinen Musiker gleichgiltig lassen. Mit Ausnahme des Scherzos,
das sich ganz l^humannisch gebärdet, waltet in der Suite
doch eine gewisse Energie der Stimmung vor, die uns mit
reichem Fig;urenwerk und harmonischer Würze über die theil-
weise Dürftigkeit und — Unselbstftndigkeit der Themen hinweg-
zutäuschen vermag und in uns den Wunsch erweckt, dass
Selbstbeawingung und ernste Arbeit diesen einstweilen noch
verworren gährenden Geist bald zur Klarheit ftLhren mögen.
Aehnliches läset sich von dem Frau Clara Schumann gewid-
meten Charakterstück „Der arme Peter** safi;en, welches aus
einer Folge von sechs langsamen in Davidsbündlerart gehal-
tenen WfJzersätzen besteht. Vieles darin ist von schönster
Wirkung, so besondeis die Theile 3 und 6, Anderes dagegen
gewaltsam imd erkjüi^stelt, und man gelangt schliesslich doch
auch wieder zu lebhaftem Bedauern, dass diese künstlerische
Kraft, welche uns unbedingtes Interesse abnöthigt, ihren
Schwerpimct nicht in sich selbst zu finden vermag. Die
Phantasie „Bhein imd Loreley" möchten wir als eine Art
Programm-Etude ansehen und als solche um ihres ganz hüb-
schen musikalischen Gehaltes und der durchgeführten Bewe-
gung willen vorgeschritteneren Clavierspielem bestens em-
pfeluen. Arthur Smolian.
Bi*ief]£ststeii<
Ed. G. in S. Mit jenem Lumpenpack wird sich ein an-
ständiger Mensch überhaupt nicht abgeben.
Prof, H, E, in B, Sie müssen eieenthümliche Erfahrun-
gen gemacht haben, dass Sie bef^hxmteten, wir würden aus
Mangel an Coura^ oder sonst welchem Grunde einen einge-
schriebenen Briet mit Direr eigenen Adreeseaufschrifl nicht
annehmen, und deshalb die Adr^Mse von fremder Hand schrei-
ben liessen.
Af, 0, in /f. Di^ Jb, M.** ist uns bis jetzt nur zwei Mal
zu Gesicht gekommen; sie soll, wie uns gesagt wurde, das
ofiicielle Organ des Conservatoriums zu Sondershausen sein.
F. D, in £>. Der von uns erwähnte G^^er der Jank6-
Claviatur, welcher seine Schüler und Schülerinnen durch das
angegebene Mittel vor Ansteckung durch die geniale Idee
vTjankö's zu bewahren sucht, ist nicht in D., sondern hier
domicilirt.
Anselffen.
f 1
1 *
IJL
Fiagrcl- «od PlanlDo-Fabrlkant.
Hofliefeira.iiL't
Sr. MaJ. des KaiierB voh Deutschland und Königs von Preussen,
Ihrer MaJ. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen»
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. KsJserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen »
Sr. KönigL Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Hersogs von Edinburgh. [906.]
EBerlin I^«
5—7 Johannis-StF«
X^ondon >V.
445 Oxford-Str.
I. Fabrik: 5—7 Johannls-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. F a b r i k : 21 Orflnauer-Strasse und Wiener-Strasse.
m. F a b r i k : 124 Reiehenberger-Strasse.
FMI. taervator JoiD der iisik in SoDtahaDseD.
Beginn des Sommersemesters am 21. April. [206a.]
Vollständige Ausbildung in allen Zweigen der Musik, im Gesang, för Goncert und Oper (Opemschule).
22 Lehrer. Ausfuhrlicher Prospect gratis.
Der fürstliche Director:
Hofcapellmeister Prof essop SohrAdep.
117
KSniglidres CoBserratirriam der Musik zn Leipzig.
Die Anftiahine-Prüfimg findet Mittwoch, den 20. April, VormlttagrB 9 ühr statt. Der ünterrioht erstreckt
sich auf Harmonie- and Compositionslehre, Pianoforte (aaeh aaf der Jankö-Claviatnr), Orgel, Violine, Viola, Violoncell,
Contrabass, FlOte, Oboe, Clarinette, Fagott, Waldhorn, Trompete, Posaune, — auf Solo-, Ensemble-, Qnartett-, Orchester«
und Partltar-Spiel — Sologesang (vollstftndige Ausbildung zur Oper), Chor-Gesang und Lehrmethode, verbunden mit
Hebungen im öffentlichen Vortrage; Geschichte und Aesthetik der Uusik, italienische Sprache, Declamations- und
dramatischen Unterricht — und wird ertheilt Ton den Herren : Professor F. Hermann, Professor Dr. R. Papperitz,
Organist sur Kirche St Nicolai, Capellmeister Professor Dr. C. Reinecke, Tll. Coccius, Üniversitäts-Professor
Dr. 0. Paui, Dr. F. Werder, Hn^kdirector Dr. S. Jadaseölin, L. Grill, F. Rebling, J. Weldenbacli, C. Plutti,
Organist zur Kirche St. Thomae, 6. Zwintsclier, H. Klesse, kgl. Husikdirector Professor Dr. W. Rust, Cantor
an der Thomasschule, A. Reckendorf, J. Klengel, R. Bolland, 0. Scliwabe, W. Bärge, G. Hinke, F. Gumpert,
F. Weinsclienk, R. MQÜer, P. Quaedorf, CapeUmeist«r H. SItt, Hofpianist C. Wendung, T. Gentzscii, P. Homeyer,
Organist für die Gewandhaus-Concerte, H. Becker, A. Rutliardt. G. Schreck, C. Beving, F. Freitag, Husikdirector
6. Ewald, A. Proft, Regisseur am Stadttheater, Fräulein A. Gotze, Herrn Ooncertmeister A. Hilf.
Prospecte werden unentgeltlich ausgegeben.
Leipzig, Februar 1892. [207a.]
Das Directorium des Königlichen Conservatoriums der Musilc.
Im Verlage von E. W. FritZSCh in Leipzig: erscilien:
Wagner-Encyklopädie
der nSZiuist* xizid Oultuzer^soihlolite Icn Xdolxte der J^jnjBöhiAxxujxg
In wörfliohen AnfDhrungoni aus seinen Scliriften dargestellt
von [908.]
C. Fr« Olaiieiiivi».
Zwei Bände (60 Bogen ffr. 8^). Mroehirt IS Mark. Gebunden 18 Mark.
BetUUungen werden von jeder Bueh^^ Kunei^ find Mueikaiienhandim$^f eewie €meh Mreot vom Verieger
angenomn^en und auegeführt.
Die Wagner-Eneyklop&die stellt es sich zur AufgßAe, die durch ihre refonnatorisohe Bedeutung auf dem Q«-
biete der Kunst und Coltur hervorragenden Aeusserungen Wagner's über eine umfassende Beihe von Erscheinungen auf dem
weiten Gebiete der Kunst- und Culturgeschichte in alphabetischer Folge und nach Möglichkeit nicht blos in aphoristi-
scher Kürze wiederzugeben, sondern jene Aussprüche, wo die Sadie es mit sich bringt, in ungezwungener Weise zu kleinen
Abhandlungen über den einzelnen Gtegenstand zu verbinden. Diese Abschnitte, von sehr verschiedenem TJmfiang, sind
durchweg aus den mit buohsl&bliciier Treue wiedc^gegebenen, eigenen Worten des Meisters zusammengesteUt. Indem ftb:
ieden dieser Abschnitte die vorhandenen Aussprüche aus den verschiedenen, oft entlegenen Theilen der Gesammelten
Schriften Wagner's herangezogen sind, ist — ausser ihrer Authenticitftt ~ Zweierlei erreicht:
1) eine erschöpfende Vollständigkeit dieser Aussprüche, sodass der Leser gewiss sein kann, dass in keinem
Theile der Schrifien etwas auf den Gegenstand Bezügliches übersehen sei, was nicht schliesslich noch im Anhang
oder im Inhaltsverzeichniss unter dem gleichen Titel anzutrefEen wtre;
2) durch jedesmalige Ausscheidung des nicht nothwendig zu dem besonderen Gegenstand Gehörigen und streng sach.
liehe Verbindung des Zusammengehörigen, in den meisten Fallen ein Text von einer specifischen Vollstän-
digkeit, wie er sich, wiewohl echt Wagnerisch, dennoch in gleicherweise an keiner einzelnen Stelle der Schriften
wiederfindet, sodass die Encyklopädie in dieser Bezidixmg in ihrer Art überall Neues darbietet und wie ein
Ori^inalTrerk ^f^afl^er*» gelesen werden kann, w&hrend andererseits die vorhandenen Belege
überall die zu Ghrunde liegenden SteUen der Mniften vergegenwärtigen.
118
Im Verlage von F» £• €/• Ijenekart; in
Ijelpzlg; erschienen:
com}jonirt von
Josef Rheinbepgep.
No. I. Ave Maria. Teict lateinisch und englisch.
A. Für Sopran oder Tenor mit Orgel . . JH l
B. Für AH oder Bariton mit Orgel . . . ^ 1
G. Für Sopran oder Tenor mit Pianoforte Jt 1
D. Für Alt oder Bariton mit Pianoforte . JH 1
No. 2. Alma redemptoris. Duett.
A. Für Sopran und Alt mit Orgel . . . MJ 1
B. Für Sopran und Alt mit Pianoforte Jt 1
No. 3. Salve Regina. Terzett.
A. Für zwei Soprane und Alt mit Orgel . JH 1
B. Für zwei Soprane und Alt mit Pianoforte J$ 1
No. 4. Ave maris steUa. Duett.
A. Für Sopran und Alt mit Orgel . .• . JH l
B. Für Sopran und Alt mit Pianoforte . Jt 1
No. 6. Regina coeli.
A. Für eine Singstimme mit Orgel . . . XI,-
B. Für eine Sing8timme_ mit Pianoforte , _ Ji l_^-
Messen
tijLJC gfezTLisclitezx Ohor
von
Josef Rheinbepgep.
Op« 161. Meaae für gemischten Chor (leicht ausführbar).
Partitur Ji 2,40. Singstimmen (ä 50 A) M 2.
Op. 159* Hesse für vierstimmigen gemiscnten Chor mit
Orgel. [209.]
Partitur (zugleich Orgelstimme) M 5,—. Singstimmen
(& 60 .tj) u« 2,40.
Die hier gebotene Musik ist so edel, weihevoll, anmuth ig
und originell, dass sie nicht nur den gottesdienstlichen, son-
dern auch allgemein künstlerischen Zwecken entspricht und
auch ausserhalb der Kirche gern zu Gehör gebracht werden
wird.
X
Pianinos
bester Qualität, einfache und elegante Aus-
stattung, sind wegen
Liquidation einer Febrile
zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
[210-.]
lUustrirte Preis-Yerzelehnisse zu beziehen durch
C. Schwalbach, Reichsstrasse 24, Leipzig.
Verlag von E. 1^. FiritzMcli in Leipzig.
Aiinii«f ^P ^® Concertstüok (Pdur) für Oboe mit Or-
■^1 C j- ehester. Part, mit untergelegtem davieranszug
Klughardt, M S,—. Principalstimme M —,75. Orchester-
stimmen M 5,—. [211]
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Louis Spohr ,
Violin-Goncerte und -Doette,
genau bezeichnet in Herausgabe
von
Edmund Singer.
No.2. Dmoll. Op. 2. 1,60.'
„ T.Emoll. Op.38. 1,50.
„ 9. Dmoll. Op. 65. 1,50.
No. 6. Gmoll.Op.28. 1,50.
„ 8. Adnr. Op.47. 1,50.
(Gesangsscene.)
„ II. Gdur. Op.70. 1,50.
(für 2 Violinen).
Op. 9. 2 Duette. 1,60.
Op. 67. 3 Duette. 1,60.
" ~ 1,60.
Op. 8. 3 Duette. 1,60.
Op. 39. 3 Duette. 1,50.
Op. 148. Duo. 1,50. 1 Op. 150. Duo.
Op. 153. Duo. 1,60.
Barcarole für Violine und Pianoforte. Op. 135,
No. 1. 1 ^
„Neue Musikzeitung" schreibt: Die sämmt-
licben Compositionen Spohr's sind in der- uns vor-
liegenden Slnger*sehen Herausgabe von diesem
bewährten Meister des Violinspiels mit einer
solchen Pietät, Pünctlichkelt und Gewissenhaf-
tigkeit für den Gebrauch zugerichtet, insbesondere
die Violinstimme mit solcher Sorgfalt bis auf die
kleinsten Verzierungen hinaus benandelt und mit
Fingersatz und Vortragszeichen versehen, dass dem
Herausgeber dafür die grösste Anerkennung
gebührt.
Zuletzt noch ein aufrichtiges Lob für die wirk-
lieh wunderschöne Ausstattung dieser werth-
vollen Compositionen.
Verlag von E. W. Frltzsch in Leipzig.
DliAinKAivtfVAi* l op. 8. „Waldmärchen**. Concertskizze
aUOlulVOrgOr, el.9 für das Pianoforte. Ji 2,—. [213.]
Op. 19. Toccatina ftir Pianoforte. Ji 1,25.
W. AuerbacK Nachf .,
Muslkallenliandlaiiii: und I^eUianatolt,
Nenmarkt 82, Leipzig, Nenmarkt 82.
Orosse« Ijas^er von Musikalien etc.,
um fangrr eiche Leihanstalt der dassischen und
modernen Muslklitteratur (über 100,000 Exemplare),
welche stets ergänzt und vergrössert wird.
Coulanteste Bedinpngfen, sehnellste Lleftrung.
Ansichtsendungen stets zu Diensten.
Prospecte gratis und franco. [214 — .]
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kgl. Mof-Musikalienhandlnng in Sreelau,
sind erachieDea; [31^-1
Jenö Hubay's
Corapositionen:
A. Für Violine und Pianofopte.
Op. 30. Blumenleben. Seche charakteriBtische Stücke.
No. 1. Knospensprossen Jt i,25.
No. 2. Knospe und Blume .... „ 1,75.
No. 3. Der Schmetterling .... „2,—.
No. 4. Liebeswonne „ 1,25.
No. 5. Der Zephyr „ 2,—.
No. 6. Verlassen und verwelkt . . „ 1,50.
BrläuteFDde Gediofate hierzu von Oäza Oraf Zlchf.
SotoeS de Id Czdrda. Trois Morceanx caract^ristiqnes.
Oeuvre 32. Hejre KatI J6 2,25.
33. Hullämzo Balaton ... , 2,25.
34. Särgo Cserebogdr. . . „ 3,—.
B. Für Violonoall i
I Pianof opto.
Op. 20. Concertstüok. Violoncellstimme mit dazu com-
ponirt«r Cadeaz von David Popper . Jl 4,25.
C. Liodep und Gesänge.
Op. 8. Fünf Lieder mit Begleitung des PiaDoFoTte.
I. Ausgabe für hohe Stimme.
n. „ für tiefe Stimme.
No. 1, 2, 3, 6 i 76 A. No. 4 1 ^
Op. 29. Fünf Gedichte von Carmen Sylva für eine
SingBtimme mit Piauoforte j¥ 2,—.
Op. 31. Fünf PetOfl- Lieder für eine Singetimme mit
Pianoforte.
I. Änsgabe für hohe Stimme.
IL „ für tiefe Stimme.
No. 1, 2, 4 i 1 ^ No. 3. 5 i 75 4.
Op. 36. Ueder einer Rose f&r eine Singstimme mit
Pianoforte. No. 1—4 ä 75 4.
Verleg von M, P. BeieleHin Leipzig.
[217?
Ciavier compositiönen
^. Xopy/ou).
Op. 3.
Op. 6.
Op. 8.
Op. 9.
Op. 12.
Op. 13.
Deux Mazurkas. 2 Ji.
Valse. 1 ^ 50 4.
Mazurka. 2 Ji.
Etüde. 1 .A 50 4.
Trois Fugues. 2 Ji.
Quatre petits Morceaux. Cpit. 2 Ji.
No. 1. Songetie. 60 .^.
No. 2. R4cit. 1 JH.
No. 3. Chsnsonnette. 60 4.
No. 4. Une goutte de pluie. 60 ^.
Op. 16. Polka de Salon sur le th^me B-la-f. 1.^50 4.
Arrangement pour Piano i 4 ms. par Tautear.
2 Ji.
Op. 17. Quatre Minlatures. Cplt. 2 .^ 50 4.
No. 1. Dause. 80 4-
No. 2. Valse. 1 Ji.
No. 3. Polka. 1 Ji.
No. 4. Pr^ de la chapelle. 60 4.
Allgamelne Hnsikzeltung ober Op. 13 und 16: „Vier
kleine Stücke, Op, 18, und Polka de Salon, Op. 16, von
A. Eopylow sind ganz entzückende Nippes, melodisch vor-
nehm, von ausserordentlichem Klangreiz und überraschender
Feinheit des Satzes. Im vierten besonders, >Ein Begentropfen«
Überschrieben, wird nach dem Vorbilde des bekumten Des-
dui-Prälude von Chonin das eingestrichene g in Achteln durch
das ganze Stück hindurch angeschlagen, während sich tlber
demselben eine allerliebste, nath sinnige, halb neckische,
hübsch begleitete Uelodie entlang zieht. — Aacli die Polka
(Op. 16) ist sehr graziös, und der Glaviersatz auch in diesem
Stück von grosser Feinheit. Otto Lessmann.
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No. 1. um Mittemacht. Jt 1,36.
fNo. 3. Eophtisches Lied. \ .
No. 8. Zweitos Kophtisches Lied. J •* ^'~
No. 4. Die Auswanderer (I. Flucht). 1 ^ nn»
No. B. Die Answanderer (11. Heimathbild.) / ■* ^■•^*
Hr. Julius Stockhausen schreibt: „Die Lieder von Bruch
Op. 59 gehören zu den besten des Meisters."
Schott ^öres, Brüssel. - Otto Junne, Leipzig.
120
f^uiiu^ jßfutAner, ißeipzig.
li
{SdO.]
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und edlem, emiisireiolieiii I^oul.
-t>T>7/2/2^ Vertreter laei
agasizie an. allexa. 'bed.evLten.d.er«
Die Fabrik besieht seit 7. November 1853.
'Z/l/T/i^^
Katbarlna dclinelder»
CoiMeri- md OratAriensliigeriH (Sopran).
Dessau, Biamarck-Straaae 33. [92 lg.]
henogL sloht. Eofj^iaiuBt, FrofeMenr tapftieni am OonBerratorinm
SU Genf (Sohweis). [SS»—.]
Concert-Vertretmig! Hermann Wolff, Berlin.
Conoertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orobesters. (sss— .]
Leipzig, hiser-WUheliB-Strasse 2L
€«BeertrD.0rat«rieii8ftflger(T6nor). pKuai
Lehrer am k. Oonservatoriuin Dresden, Ohrurtlanstr. 20 m.
Voltetäidige Insbildoiig für Oper o. Coneert
Ensemble-Üebangen. RdleiiBtiidiitm.
Von mir ausgebildete Schfiler: Magdalena Jahns, Sehna
Sehoder, Oarl Scheidemantel a. A« m. [825—.]
Leimio, Bodo Borchers.
Gtesanglehrer.
Grossherzoglich sächsische lasikschnle b
leimar (Br alle Zweige der Hosik.
Aufhahme neuer Schüler und SchOlerinnen: Donners-
tag den 21. April Vormittaas 10 Mhr tan Probesaale
der Sonule.
Besonders befkhigte, aber bedürftige Schüler oder Schüle-
rinnen können mir Ansbildong für Oper- und Goncertgesang
oder auf irgend einem Instrumente freien TJnterri<mt er-
halten. Statuten gratis durch das Secretariat. [226a.]
Weimar, Hofrath MOIIer-Hartung,
Auniar 1892. Diraetor.
Golnmbus-Feier
400 jähr. Jubiläum
der Entdeckung Amerikas.
y
Hammel, Ferdinand, Op.86. Ck)lumbu8. Ballade von
L. Bradmann, Für Alt-, Tenor-, Bariton-Solo, semlicMM
Chor u. Orchester. GlaYier-Ausacu^ mit Text Ji 6,-^. Solo-
Bfcimmen frf>inyletJ> 1,20. Ohnratimmen (jkW 4) Jü 2,—.
Orchest^artit n. J6 20, — . Orchesterstimmen n. Ji 20,—.
zollner, Heinrich, Op. 80. Columbus. Fflr Miiratrclier,
Soli und grosses Orchester. Dichtung vom Gomponisten.
Glavier-Auszufi; mit Text n. Ji 7,60. Solostimmen Ji 2, — .
Chorstimmen {^'^ Ji) Ji 4y— . Orchesterpartit. n. Ji 30,—.
Orchester-Stimmen n. Ji dO,— . Textbuch n. 16 /^
8kop, T« E«, Ohp. 12 No. 2. Columbus. Gedicht v. L, Brach-
mann fOr Deelamatieii mit Pianofortebegleitung Ji 1,80.
*s
H^* Im Hinblick auf das im nächsten Jahre
zu be^;ehende 400jährige Jubiläum der Entdeckung
Amerikas erlaubt sich die Yerlaffshandlun^, schon
jetzt die Herren Yereinsvorstände und Dirigenten
auf die oben genannten Werke angelegentlich auf-
merksam zu machen, welche in ganz nervorragen-
der Weise zur Aufführung bei jenen Jubüäumsfeier-
lichkeitengeeignet sind.
Die Ti^rke von Hummel \md besonders auch
Zöllner haben bereite in sehr vielen erfolgreichan
AufEÜhrungen in Europa und Amerika ihre grosse
Wirkungsiahigkeit bewährt.
Leipzig. €. F. W. Siegel's InsikaüoBkittdloag
[227.] (B. Linnemann).
i
Wunsch bcreitwillijst
Dmok Ton 0. O. Bttder in Lelpstg.
Leipzig, am 3. März 1892.
Duicii limmtutti! Bicii-, imv
nnil lusiicallEiiliaiiilliiDJieii. sowie
Intch
E. W. Fritzsch,
Leipzig, Königsstrasse 6.
Für in lositaliscHi f ocbEiDlin
XXni. Jahrg.]
Das MnaikaÜBche Wochenblatt erscheint jaidich ii
fürdasQuartalvonlSNuniDieni int 2MLirk;ei!iee . _. „„
ilirecter frankirter KreuibandBendunit treten nachstehende »ierti-ljHhrliche Ahonnementä-
preise in Kraft; 2 Mark 50 Pf. für dng Deutsche Reich und Oesterreich. — 2 Mark 75 Pf
für 1 - ■ ...
Die Inaertionsgebi
i^nindeleeunff vorateheuder BeKU^bediiiKun^eii berechnet.
Uhren mr den Raum einer geepalteaeii Petitzeile betragen 30 Pfennige.
[No. 10.
Üiell(uig«n lUd Notizen. — BrleritBStsn. — Anzeigeo.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner-
Yon Dr. Arthur Seidl.
(Portaetzuog.)
Vorstehendes Expos^ ist nun ungemein wertiivoll. Was
sich aus dem zweifellos durch das Bardenthum britischer
Kelten in reichster Ausgestaltung auf uns überkommenen
Urgedichte an mythischen Grundzügen noch erkennen
lässt (die anfängliche Gegnerschaft der beiden Lieben-
den, der Kampf Tristan's mit einem Verwandten Isoldens,
die Pflege des Helden durch die zauberkuudige Königs-
tochter, die Werbung Tristan's um dieselbe für einen
Anderen, der Liebeszauher, heimliche Verbindung, Verrath,
gemeinsamer Tod): das erinnert Alles (wie schon H. v.
Wolzogen richtig bemerkt hat) wirklich an die Siegfried-
Sage (sogar ein Drachenkampf wird Tristan zugeschrieben),
nur dass der Zaubertrank, jener Haupt- und Mittelpunct
der Tristan-Sage, bei Siegfried gegen das Ende, in die
zweite Sagenhftifte, verlegt erscheint. Siegfried muss ihn
trinken, um seine „Isolde" (Brünnhilde) zu vergessen
und sich mit der „Anderen" (Gutrune-Kriemliilde) zu
verbinden; woran sich dann bei ihm die Werbung der
eigenen Braut für den Anderen (Günther) anschliesst.
Doch finden wir auch schon in der ältesten Ueberlieferung
der Tristan-Soge solche Verdoppelung der Person der
Geliebten und in Folge dessen einen Treubruch des
dennoch treu bleibenden Liebenden: Tristan liebt die
„hlonde" Isolde, aberer vermählt sich der Isolde ,,mit
den weissen Händen" und geht, wie Siegfried, in den
Händeln dur Verwandten der zweiten Geliebten unter.
Offenbar ist dieses Doppelspiel in derselben Sage schon
in anderer Form durch die Werhung Isoldens für Marke,
und zwar einfacher, würdiger, tragischer dargestellt: aher
gerade die Zweiheit der Personen weist uns auf den
mythischen Grund des Ganzen hin. Schon bei Hermann
Kurtz — der seinerseits wieder Männer wie von der Hagen,
Mone und Müller als Gewährsmänner für seine Auffassung
citirt — findet sich eine Andeutung darüber, dass die
aus dem Keltischen stammende Tristan-Heldensage
„augenscheinlich mit unserer deutschen Siegfried-Sage
verwandt sein müsse", sodass der gen. Verfasser dort in
der Einleitung zu seiner Ausgabe (pag. V) sogar den
Ausspruch wagen konnte: „Liesse sich von der Einen
nachweisen, dass hier eine alte Göttersage sich in der
Helden-Sage verloren, so wEre dies auch zugleich von der
Anderen .^ethnn." Und in der That haben wir es „bei
Tristan wie bei Siegfried mit einer heroisch-ritterlichen
Umgestaltung eines schlichten Natur-Mythos zu thun.
Die Liehe des Helden ist ein mythisches Bild für das
Kalurverhäkniss von Sonne und Erde". Denn, „wo jene
Doppelung der Person sich findet, wie eben in der Sieg-
fried-Sage ( Brünnhilde- Gutrune) und hier in der Geschichte
von den beiden Isolden*), da hat man in den beiden Ge-
stalton der Jungfrau, nach dom nun einmal gewonnenen
mythischen Schlüssel für die Sage, die geliebte Erde in
ihrer zweifachen Bedeutung als Frühlingserde und als
auf den interessanten
122
Herbst erde zu fassen. Ist doch auch Gerda eine eisige
Wintermaid, ehe sie der Zauber befreit, ganz wie Isolde
vor dem Tranke, desse mythische Bedeutung die des
ersten fruchtbaren Gewitterregens sein soll. Aus
Winterbandeu befreit der stürmisch werbende Lichtgott
im Frühling die Erde; aber wenn er, nach Erreichung
des höchsten Gipfels seiner Macht und Seligkeit, mit der
Sonnenwende sich ihr in ihrem Herbstgewande wieder
nähert, verfallt er selbst den winterlichen Gewalten, die
er einst besiegt hatte; er freit nun die Erde nicht mehr
für sich, sondern für den Winter; die Liebe wird ihm
zum Tode." (H. v. Wolzogen.) Schon diese wenigen An-
deutungen mögen hinreichen, uns zu zeigen, wie wenig
Kurtz im Eechte war, seinerzeit so heftig gegen den
Minnetrank zu eifern, den er ebenso müssig wie den
Drachenkampf nennt. „Man sieht wohl, dass die Vereinigung
der beiden Liebenden auch ohne diese Hexerei zu Stande
gekommen wäre*% spöttelt er (a. a. 0.) und , überflüssig
oder gar störend" erscheint ihm seine Einführung in
einem modernen Gedicht. Mit dem alten Drachen-
kampf, wie er in der Tristan -Sage noch anklang, mag
er ja wohl Recht behalten; denn dieser muss uns im
Ernste als nebensächlich gelten, je mehr wir in dem
Tristan -Gedicht eben einen Ausschnitt aus dem grossen
Ur-Mythus erblicken dürfen, — einen Ausschnitt, der jetzt
nur mehr ganz im Speci eilen eben das grosse Li ehe b-
thema für sich herausgegriffen, behandelt und weiter
ausgeführt hat. Nicht so aber auch ergeht es uns mit
dem Trank-Motive, das — richtig verwendet — vielmehr
gerade diese Episode unendlich zu vertiefen berufen
war. (Wir werden später noch näher darauf zurückzu-
kommen haben.) Aber auch in dem Kampf mit Morold
erkennen wir noch im modernen Gedicht ein Residuum
wenigstens des alten mythischen Drachenkampfes der
Tristan-Sage, das vom Künstler jedoch mit feinem künst-
lerischen Instinct hier gänzlich nur mehr in die Erzählung
der Vorgeschichte des Dramas verwiesen ward. Morold
war der Oheim Isoldens (nach anderer, neuerer Version
ihr Verlobter) und wird in den alten Gedichten als Riese
beschrieben. So finden wir in ihm eine Reminiscenz an
das urweltliche Ungethüm (man denke an Drachen, Lind-
wurm, Monstrum, See- Ungeheuer, Kaliban u. s. w.),
welches die Jungfrau arglistig bewacht oder Menschen-
zins einfordert und welches von dem treuen Diener seines
Herrn, einem muthigen Ritter, dem Helden „sonder
Furcht und Tadel", kühn erlegt werden muss, um eben
das Land von dieser schweren Prüfung des Menschen-
tributs zu befreien und die Braut seinem Herrn zu ge-
winnen. Es ist genau genommen dasselbe Ungethier, wie
wir ihm in so vielen alten Mythen und Sagen auch schon
des griechischen Alterthums nur zu oft begegnen; und
es ist gar nicht so nebensächlich, einmal auch darauf
zu achten, dass Fafner im „Nibelungenring" — der doch
im ,,Rbeingöld** unter den Göttern Walhalls als Riese
auftrat — später (wahrscheinlich auch infolge seiner gie-
rigen Unthat an seinem Bruder Fasolt, welcher den „Ver-
thierungsprocess" eigentlich einleitete), dass dieser Riese
später im „Siegfried**, also da, wo die Halbgötter zu
mensch liehen Helden und selbst der „Gott" zum „Erden-
wanderer" wird, als Ungeheuer, als der den Hort trag
„besitzende" Lindwurm figurirt, sodass wir also in die-
ser seiner monströs-animalischen Erscheinung gleichsam
den Riesen sub specie humanitatis, d. h. unter dem Ge-
sichtswinkel menschlicher Verhältnisse zu erkennen
hätten. Man muss solche Züge bei Wagner etwas mehr
beachten und sorgfältiger zusammentragen, um ihm seinen
geistigen Organismus nachschaffen zu lernen!
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Fortsetzung.)
Wien.
Von den Philharmonischen Concerten haben bis-
her, während wir dieses schreiben, sechs stattgefunden, drei
derselben wurden von uns bereits besprochen. Das vierte
brachte nichts Neues: Mendelssohn's Amoll-Symphonie und
die unvollendete von Schubert in HmoU, daz¥nscnen Grieg's
„Peer Q-ynt"-Suite, welche wie voriges Jahr lebhaftesten Bei-
fall fand. Nicht ganz nach G^ebühr gewürdigt wurde dagegen
die interessante Novität des fünften Concertes: Eich. Strauas'
farbenprächtige orchestrale Nachdichtung des Lenau'schen
„Don Juan". Die stark conservativ gesinnte Majorität des
Publicums der Philharmoniker schien offenbar nicht zu wissen,
was es mit diesen üppigen Klängen anfangen solle, ein Theil
der Kritik erging sich in billigen Spöttereien. Dass ß. Strauss
die gewählte Aufgabe mit künstlerischem Ernst und grosser
Formgewandtheit löste, darüber dürfte unter nicht voreinge-
nommenen Fachkennem kaum ein Streit entstehen, desgleichen
nicht über die ausserordentliche tonmalerische Kraft des Clom-
ponisteri, sich offenbarend in einer Meisterschaft der Orchest-
ration, welche jener Nicod6's, des Verherrliohers des Meeres,
an die Seite zu stellen. Einen bedeutenden thematischen Kern,
eine individuelle tondichterische Physiognomie vermochten
allerdings auch wir wenigstens aufs erste Mal Hören nicht
aus dem coloristisch so überaus merkwürdigen Stück heraus-
zufinden. Leider ist zu einer Keprise der Aufftkhrung, weldie
unser Urtheil über diesen „Don Juan" klären könnte, vorder-
hand wenig Aussicht. Inzwischen ist Rieh. Strauss hier noch
mit zwei völlig anders gestalteten Compositionen zu Qehör
gekommen: einem nach Seite der Erfindung ziemlich un-
scheinbaren, aber für den Spieler dankbaren Homconcert
Op. 11, d4i8 ein junger Künstler, Hr. L. Savart, sehr schön
blies, und einem Ciavierquartett (Cmoll,Op. 18), das von Geist
sprühend, aber auch von musikalischen Bizarrerieen, unver-
mutheten Rückungen u. dgl. wimmelnd, in Bernhard Staven-
hagen den rechten nachempfindenden und meistergewand.ten
Interpreten am Ciavier und in den HH. Rosö, Bachrich
und Hummer dem Pianisten ebenbürtige Begleiter fejid. Das
sich stellenweise einer wahrhaft dämonischen Laune über-
lassende, dann wieder spitzfindig ausgeklügelte Stück, wdches
höchstes Interesse erregte, kam an einem ausserordentlichen
Kammermusikabend des Quartetts Ros6 zur ftlr Wien ersten
Aufführung. Am meisten überraschte und gefiel das uner-
schöpfliche Koboldtreiben des Scherzos, ein Satz, der sich
schlechterdings nicht beschreiben lässt, er will eben gehört
sein: wir glauben, hätte Berlioz Kammermusik geschrieben,
er wäre auf ähnliche Pikanterien verfallen , wie sie uns im
Scherzo des Strauss'schen Ciavierquartetts reizen und verblüffen.
Stürmischen Beifall erre^ an demselben Quartettabend auch
wieder Brahms' zweites Streichquintett in G dur (Op. 1 1 1), dessen
erste Bekanntschaft uns Ros6 und Genossen voriges Jahr ver-
mittelt hatten. In dieser Saison war denselben Künstlern nun
auch vergönnt, uns unter Mitwirkung eines tüchtigen, aber
nicht besonders poetisch veranlagten Bläsers (des Hm. Stei-
ner^ von der Hauscapelle des Barons Rothschild) J. Brahma'
neuestes, unvergleichliches Meisterwerk auf dem Gebiet der
Kammermusik: das Quintett mit Clarinette in Hmoll erst-
malig vorzuführen. Seit Jahren hat keine Brahms'sche be-
deutendere Novität gleich aufis erste Mal so unwiderstehlich
eingeschlagen, wie dieses gleichsam aus dem innersten Klang-
wesen der Clarinette blühend hervorgewachsene Quintett, und
Sie können sich denken, wie sich der Eindruck noch steigerte,
als bald darauf eine Elite von Künstlern allerersten Randes,
nämlich der herzogl. Meiningensche Kammermusiker MtÜil-
f eld und das Berliner Quartett Joachim, das gleich meister-
lich gebildete, wie poesievolle Werk neuerdings vortrug.
123
Ueber die Oomposition habe ich der getreuen Schilderung,
welche selbe in No. 1 des neuen Jahrganges unseres „Musikid.
WochenbL" durch eine berufene Beruner Feder erfahren hat
(Bericht vom 17. December), Nichts hinzuzufügen. Weit we-
niger überzeugend wirkte — mindestens bisher — die zweite
jüngst erschienene Brahms'sche Novität mit Clarinette: das
Trio in Amoll, obwohl der Meister sie selbst am Flügel aus-
führte. Es geschah dies zuerst in einer Hellmesberger*schen
Quartettsoir^ — wobei Hr. Syrinek, ein vorzüglicher Künst-
ler, die Clarinette blies — , aas zweite Mal wieder an einem
Joachim'schen Kammermusikabend unter Mitwirkung des in
seiner Art vielleicht unübertrefflichen Mühlfeld. Es wurde
zwar auch dieses Glarinetttrio, das sich vorwiegend einer be-
schaulichen Stimmung überlässt, lebhaft applaudirt, aber der
Beifall schien mehr dem verehrten Gomponisten zu gelten,
als gerade dieser Oomposition. Unstreitig enthält auch sie
grosse Schönheiten, doch dünkt uns die Stimmenvertheilung
weniger glücklich, als beim Quintett und das Finale nach dem
anmuthigen dritten Satz (Andantino in Adur) entschieden ab-
fallend. Nachdem übrigens Ihr Berliner Berichterstatter auch
von diesem Werke (wahrscheinlich durch Einsicht der Partitur)
einen bedeutenderen Eindruck gewonnen hat, will ich mit
vorstehender Bemerkung nur mein ^;anz subjectives Empfin-
den ausgesprochen haben, das allerdings die meisten mir be-
kannten Hörer Üieilten.
Was die Leistungen des Quartetts Joachim anbelangt,
so fanden dieselben natürlich wie bei dem ersten Wiener Be-
suche dieser hehren musikalischen Yiereinigkeit durch ihre
Stilgrösse, sowie die Plastik und Klarheit ihres feinst nuan-
drten Zusammenspiels allgemeine Bewunderung. An classi-
schen Werken führten Joachim und Genossen diesmal das
6dur-Quartett Mozart's, das in F von Schumann, dann zwei
gewaltige Beethoven: Op. 59, No. 3, Cdur, und Op. 180, Bdur,
auf. So herrlich Alles internretirt wurde — bei Mozart elek-
trisirte in dieser Wiedergabe namentlich die Schlussfu^e,
Schumann's Scherzo musste wiederholt werden — , die hin-
reissende Darstellung des grossen Bdur-Quartetts, das man
kaum jemals in Wien früher so überzeugend und überwälti-
gend gehört hatte, gewann doch allem IJebrigen den Preis ab.
Unser Publicum stürmte und jubelte nach jedem der sechs
Sätze, aus denen in den wunderbarsten, verschiedenartigsten
Lichtbrechungen so herrlich Beethoven*s einziger Hamor
leuchtet, besonders aber nach dem zweiten, vierten und der
ergreifenden Cavatina, an die ihr Schöpfer bekanntlich selbst
nie auch nur denken konnte, ohne dass ihm die Thränen in
dieAueen traten. Joachim schien diesmal gleichfalls so sehr
von dieser Ueberschwänglichkeit des edelsten (Pfühles er-
schüttert, dass ihm, nachdem er seine ganze Seele in die un-
sterbliche Gantilene gelegt, zuletzt der Ton versagte. Um so
energischer ging er dann mit seinen Genossen bei dem präch-
tigen Finale ins Zeug, das in einem unwiderstehlichen Zuge
vorüberbrauste. Wie sympathisch berührte uns hier wieder
der spontan losbrechencte Enthusiasmus des Publicums! Recht
im scnreienden Gegensatz zu den kleinlichen Nörgeleien ge-
wisser unverbesserUchen Kritikaster, welche noch immer an
den „letzten Quartetten^* Dieses oder Jenes auszustellen haben,
statt zu ihnen als den Gipfeln der vierstimmigen Streichmusik
in ihres Nichts durchbohrendem Gefühle mit der ^bührenden
demüthlgen Bewunderung aufzublicken. Wenn sich in Wien
selbst componirende Musiker solcher Majestätsbeleidigung
gegen Beethoven schuldig machen, so kommen uns diese Leute
vor, wie Salon-Tyroler, die im Voraus das Panorama eines
Bergriesen als nicht lohnend ^enug erklären, weil es über
ihre Kräfte geht, ihn zu ersteigen. Li der Eegel sind diese
abgesagten Feinde des „letzten Beethoven" auch solche des
„letzten Wagner", die unerhört geniale Polvphonie und zau-
berische Macht der Stimmung ist ihnen unbequem, dort im
Quartett, hier im musikalischen Drama. Nur recht hübsch
im Alltags^eleise bleiben, da kann man als CSomponist wenig-
stens Schritt halten. Dabei ist es reizend, wie pietätvoll die
Herren manchmal vorgehen. Am 18. Februar wurde im Hof-
opemtheater die Erinnerung an Richard Wagner's Sterbetag
mit einer Aufführung des ^Siegfried" begangen, in welcher
Hr. Dippel aus Bremen mit grossem, verdientem Erfolge die
Titelpartie gab. Nun schloss einer jener journalistischen
Beetnoven- und Wagner-Verkleinerer — es ist der Kritiker
des „Tageblatt", der in seinen Mussestunden auch Opern
schreibt — seinen Bericht über diese doch eine Trauerfeier
bedeutende, daher mit einer gewissen Weihe zu behandelnde
und überdies vom Publicum mit wahrer Begeisterung aufge-
nommene „Siegfriede-Vorstellung wörtlich so (ich lasse den
Zeitungsausschnitt als Beleg für Dire Privatzwecke diesem
Briefe im Original mit folgen): „Hofcapellmeister Richter
dirigirte die Vorstellung. Er war der Einzige im ganzen
Hause, der nicht ein einziges Mal gähnte, ß. Hr."
Was sa^n Sie dazu? Womit luinn der Hr. Referent seine
summarische Behauptung erweisen? War er vielleicht in der
Lage, jeden Eixizelnen aus der tausendköpfigen Versammlung
„im ganzen Hause" während der Vorstellung unausgesetzt zu
beobachten oder da noch um die empfBingenen Eindrücke zu
fragen? uns erinnert diese anmaassuche Objectivirung rein
subjectiver Empfindung lebhaft an einen am 2. März 188ii
erschienenen Bericht der „Neuen Fr. Presse" über die den
Abend vorher im hiesigen Musikvereinssaal abgehaltene
Trauerfeier flür Rieh. Wagner, in welchem dem aufgeführten
Fragmente aus „Parsifal" „eine zwiespältige Wirkung" zage-
sprochen wurde („ein Elnabenchor hätte gefallen", anderswo
hätte „man" die Scene vermisst u. s. w.), obgleich damals we-
gen des ernsten Anlasses principiell jeder Applaus
zurückgehalten wurde, somit ein Gradmesser des äusseren
Erfolges der aufgeführten Tonstücke absolut nicht zur Hand
war. Damals, wie neulich wieder wurde eben in perfidester
Weise die subjective Meinung des Einzelnen als die des Pub-
licums hingestellt. Und solch gewaltthätiges Vorgehen moder-
ner Beckmesser zum Schaden einer grossen Sache nennt sich
— objective Fachkritik!
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Dem letzten Kirchenconcert des Riedel -Ver-
eins verdankte das Publicum einen sehr lehrreichen und inter-
essanten Einblick in das Schaffen der Venetianischen Ton-
schule. Hr. Prof. Dr. H. Kretzschmar. der grosse, ja man
kann sagen: der universelle Kenner der lebensfähigen Musik -
litteratur der Jahrhunderte, hatte zu diesem Zweck die haupt-
sächlichsten Vertreter jener überaus folgeschweren Musikepoche,
neben deren Gründer A. WiUaert („Magnificat" für zwei Chöre)
die beiden Gabrieli : Andrea („Kyrie" und „Gloria" aus Missa
No. 7) und Giovanni (Sonata für Cornette, Posaunen, Brat-
sche und Orgel und „Benedictus" und „Osanna" für drei Chöre),
Giovanni Croce (vierstimmige Hymnen „Virtute magna" und
„0, sacrum convivium"), Cuiudio Monteverdi („Maria auf Gol-
gatha" für Mezzosopran mit Orgel und sechsstimmiges „Ag-
nus Dei"), Francesco Cavalli („Recjuiem" und „Kyrie" für zwei
Chöre), Antonio Lotti (sechsstimmiges „Crudfixus") und Bene-
detto Marcello (Psalm 8 für Mezzosopran und Orgel und
„Credo" für Chor, Soli und Orgel aus der Missa Papae Cle-
mentü XI.), zusammengestellt und brachte mit dem seiner
Leitung mit Begeisterung folgenden Verein die genannten
Chöre zu einer eben so stil- wie lebensvollen Wiedergabe,
während Mit^eder des grossen Orchesters und Hr. Gewand-
hausorganist Ho mey er das höchst interessante, namentlich
durch klangliche Steigerungen überraschende Instrumental-
stück von G. Gabrieli spielten und Frau Geller aus Magde-
burg mit weichem, aber trotzdem ausgibigem Organ und un-
verialschtem musikalischen Ausdruck die beiden Vocalsoli
ausführte. Muthet Einen aus diesen alten Vocalsätzen auch
Manches fremd und ceremoniell an, läuft auch manche Stelle
mehr auf kunstvolle Arbeit, als auf wirklich geistig beseelten
Inhalt hinaus, so geht doch in der Hauptsache lener über-
zeugungsvolle, kircnlich-ernste und weihevolle Ton durch
diese Oompositionen , der unwillkürlich zur Sammlung und
Andacht stimmt und in der heutigen Zeit des auf allen Ge-
bieten nach der Oberherrschaft ringenden Materialismus nur
noch selten in geistlichen Compositionen anzutreffen ist. Der
berühmte Chorverein hat^ wie schon angedeutet, seine ver-
schied entlichen Aufgaben in ganz wundervoller Weise erledigt.
Bei bester stimmlicher Disposition, sang er, jedem, auch dem
leisesten Wink seines genialen Führers folgend, Alles mit
einem so liebevollen Eingehen in dessen Intentionen und mit
einer solchen psychischen Antheilnahme und technischen
Sicherheit, dass man von jeder einzelnen Nummer den Ein-
druck einer vollgiltigen Chorleistung^ erhielt.
Zu gleichem Siege führte Hr. Prof. Dr. Kretzschmar
fünf Tage später den anderen unter seiner Direction stehen-
den Chorverein, den Üniversitäts-Sänger kreis zu St. Pauli.
Das Concert faad mit Unterstützung der gesangsolistischen
Kräfte Frl. Asmann aus Berlin und HH. Trautermann und
Schelper von hier, sowie des Theater- und Gewandhaus-
orchesters im grossen Concertsaal des Neuen Gewandhauses
10*
12i
statt. Die Hauptstützen seines Programms waren hier schon
wiederholt aufgeführte Werke mit Soli und Orchester von
Bruch („Normannenzug"), Brahms (Rhapsodie aus der „Harz-
reise" von Goethe), T. Strong („Die verlassene Mühle") und
Reinecke („Hakon Jarl"), aber dank einer überaus zugvollen,
dabei überall fein dynamisch ausgearbeiteten und von sicherer
Intonation getragenen Ausführung seitens des in prächtiger
stimmlicher Verlassung befindlichen Chors und der ausge-
zeichneten Mitwirkung der Solisten und unseres excellenten
Orchesters wirkten sie theilweise wie Novitäten. Granz beson-
ders ist dies von der prächtigen, mit ebenso charakteristischer,
wie warmgefühlter Musik erfüllten Ballade T. Strong's, in der
das Orchester eine so bedeutende Rolle zu spielen hat, zu
sagen, und wir hätten gewünscht, dass der talentvolle Ameri-
kaner, der seine musikalische Ausbildung hier genossen hat
(u. A. durch Richard Hof mann), seit Kurzem aber wieder in
seinem Heimathlande weilt, dieser Aufführung seines Werkes
hätte beiwohnen können. Der Verein sang ausserdem noch
einige Chöre a capella von F. Hegar (Waldlied), P. Cornelius
(„Der alte Soldat"), V. Lachner („Zum Liebchen") und H.Veit
(„Schön Roh traut") und legte auch mit diesen Vorträgen,
unter Ausnahme des Cornelius'schen Liedes, das einige Male
eine absolut reine Intonation vermissen Hess, die überzeu-
gendsten Beweise für seine jetzige hervorragende Leistungs-
fähigkeit ab. Von diesen Chomummern war die Hegar'scne
unseres Wissens neu. Sie steht vielleicht nicht ganz auf der
Höhe der Chöre „Schlafwandel", „Todtenvolk" und „Die bei-
den Särge" dieses bedeutenden schweizerischen Componisten,
überragt aber doch in der Bestimmtheit des musikalischen
Ausdruckes ganze Schaaren von Chorliedern anderer beliebten
Männerchorcomponisten unserer Tage.
Dem 17. Ab onneme nt con cer t im NeuenGe wandhaus
stand, von seinem längeren Unwohlsein genesen, als Dirigent
wieder Hr. Prof. Dr. Rein ecke vor, herzRch begrüsst, als er
das Dirigentenpult betrat, um als 1. Programmnummer seine
1. (Adur-)Symphonie zu leiten. Was wir über dieselbe gelegent-
lich ihrer letzten Aufführung am gleichen Ort (Februar 1879)
sagten: dass sie Eines der unselbständigsten Werke Reinecke's
sei, müssen wir auch heute noch behaupten, so gern wir die
meisterhafte Mache in der Verarbeitung des gedanklichen
Materials und der Instrumentation auch heute wieder betonen.
(Nebenbei gesagt, war dieses Concert in unmittelbarer Folge
schon das dritte, in welchem in sehr zu lobender Weise die
Symphonie an der Spitze des Programms stand! Möge es nun
endlich einmal bei dieser Anordnung bleiben!) Wie die Sym-
phonie, so kam auch das zweite Orchesterstück des Abends,
Beethoven's 3. Ouvertüre zu „Leonore", zu vorzüglichster Aus-
führung; ja, wir erinnern uns kaum, dieses Stück je unter
derselben Direction so packend-wirkungsvoll gehört zu haben.
Ganz süperb blies Hr. Weinschenk auch diesmal die Trom-
petensignale. Als Solisten waren die Sängerin Frl. Minor
aus Schwerin und der einheimische Violinmeister Hr. Arno
Hilf für dieses Concert gewonnen. Die Dame, die wir schon
von früheren Gelegenheiten her als ausgezeichnete Gesang-
und Vortragskünstlerin schätzten, hat mehr als mit einer Mo-
zart'schen Arie, die ihr in colorirten Stellen höherer Lage
vorübergehend etwas Mühe zu machen schien, mit der
Wiedergabe von vier Liedern aus Schumann's „Frauenliebe
und -Leben" reussirt, die, gehoben durch die poetische Cla-
vierbegleitung Reinecke's, allerdings geradezu vollendet in
Allem und Jedem war und überall wahres Entzücken hervor-
vorrief. Hr. Hilf stellte sich inMolique^s Amoll-Concert und
ßazzini's Concertstück wieder als der Geiger allerersten Ran-
ges vor, als welcher er sich unlängst in einem Akademischen
Orchesterconcert so jäh entpuppte. Der Erfolg war, wie ihn
seine in der technischen Beherrschung und Verve phänome-
nalen Leistungen und seine heissblütige Tongebung in voll-
stem Maasse verdienten, ein ganz mächtiger. Mancher Con-
certbesucher wird nunmehr dem jungen Meister, der beschei-
dentlich am 5. Pulte der 1. Violinen im Orchester mitwirkt,
eine grössere Beachtung schenken, als der Mehrzahl seiner
Vordermänner.
Leipzig. Die öffentlichen Prüfungen im k. Conser-
vatorium der Musik begannen am 19. Februar mit einer
Ensembleleistung, wie sie dem Vortragsobjecte nach nicht
grandioser gedacht werden konnte. Wer vor zehn Jahren,
als Hr. Dr. Günther, der rastlos für die künstlerischen Inter-
essen des weltberühmten Institutes stets thätig gewesene und
noch thätige Director desselben, den Lehrplan auf sämmt-
liche Orchesterinstrumente erstreckte und den Grund zu der
Orchesterschule der Anstalt legte, eine derart rapide Ent-
wickelung der Letzteren zur höchsten Leistungsfä^higkeit, wie
sie in beregter Prüfung hervortrat, vorausgesagt hätte, wäre
einfach verlacht worden. Hr. Dr. Günther durfte aber, in-
dem er wirkliche Meister für die Lehrclassen der neu hinzu-
gekommenen Instrumente gewann, nicht blos in Vornherein
auf die besten Lehrresultate im Einzelunterricht rechnen, es
gelang ihm auch, für das Orchesterspiel zuerst in Hm. Ad.
• rodsky und später in Hm. Capellmeister Sit t Künstler zu
gewinnen, die das in den bez. Unterrichtsclassen vorhandene
Material demselben in ergibigster und befriedigendster Weise
zu Nutze zu machen verstanden. So grosse unvergessene Ver-
dienste um die Orchesterübungen der Schüler Jdr. Brodsky
sich auch erworben hat und so eng dessen Name auch in
dieser Beziehung, also nicht blos wegen der ausserordentlich
segensreichen Thätigkeit als Violinlehrer, mit der neuesten
Geschichte des Instituts verknüpft bleiben wird, so ist doch
eigentlich erst in Hans Sitt der zu diesem Amte wirklich
geoorene und berufene Mann erstanden, ein Lehrer und Diri-
gent, der sich mit seinem eminenten praktischen Können die
unbedingte Autorität bei den Schülern erworben hat und kraft
derselben und einer seltenen Energie und künstlerischen
Schaffensfreudigkeit die jugendliche Orchesterschaar von Er-
folg zu Erfolg zu führen verstand, deren neueste Etappe eben
die anfangs erwähnte Aufführung der „Neunten" bildete. Die-
selbe war, was das rein Technische anlangt, wirklich bewun-
dernswerth, in den Details von einer Sauberkeit, Intelligenz
und Sicherheit und im Ensemble von einer klangsatten Fülle,
dass man aus dem Erstaunen über das Gebotene eigentlich
gar nicht herauskam und man ausser dem ungemein stark
besetzten Streicherchor (circa 40 Geigen etc.) jedes einzelne
weitere Instrument namhaft machen müsste. Ganz besonders
sei der glanzvollen Ausführung der heiklen Hornsoli und der
Pauken erwähnt, weü man sie in gleicher Güte nicht inmaer
bei guten ständigen Capellen erlebt. In der Auffassung
zeigten sich dabei üoerall jugendlicher Schwung und natürliche
Wärme, und diese Factoren genügen bei Schülern, mit denen
der Dirigent zunächst auf möglichste Correctheit hinzuarbeiten
hat und man es auch gelten lassen darf, wenn dieser zu
Gunsten das Tempo des Scherzos etwas massiger genommen
wurde, als es die Natur dieses Satzes erfordert. Becht wacker
hielten sich im letzten Satz auch die Solisten — Frls. Flora
Wolf aus Chemnitz und Ida Müller aus Höchst a. M. und
HH. Otto Schröder aus Halle a. S. und Hermann Bärge
aus Leipzig — und der jugendliche in seinem männlichen
Theil allerdings nicht ausreichend besetzte Chor, sogar die
gefährlichsten Klippen wurden meist mit hübschem Glück über-
wunden. Ganz trefflich fand sich von den Solisten nament-
lich Hr. Bärge mit seinem Becitativ ab, dessen Wiedergabe
von ganz besonderer musikalischen Intelligenz zeugte. Dass
alle Sätze der Symphonie unter solch glücklichen Umständen
reichsten Beifall fanden und Hrn. Capellmeister Sitt am Schluss
begeisterte Ovationen dargebracht wurden, war nur natürlich.
Der 9. Symphonie voraus ging Phantasie und Fuge in Gmoll für
Orgel von S. Bach, ganz vorzüglich in Techni und Auffas-
sung vorgetragen von Hrn. Rudolph Schwarzbach aus
Leipzig. — Die ganze Aufführung wurde am Dienstag darauf
im Kahmen einer Abendunterhaltung des Institutes mit dem-
selben Erfolg wiederholt, wenn auch hierbei in der Sym-
phonie nicht AUes so kUpp und Idar zur Ausführung gelangte,
wie an dem denkwürdigen Abend des 19. Februar.
Concertumschau.
Aachen. Soir6e der Liedertafel am 6. Febr.: Mänuer-
chöre V.Esser („Röslein im Wald"), Herbeck („Zum Walde",
m. Hörnerbegleit), Rubinstein („Im Märzen"), Goldmark
(„Frühlingsnetz", m. Ciavier- und Hörnerbegleit.), Kremser
(„Keine Sorg um den Weg") u. A., Gesangsolo vortrage der
Frau Mensing-Odrich (WinterUed v. H. v. ßoss, „Der Liebe
Lohn" V. P. Cornelius, „Zur Drossel sprach der Fink" v.
d' Albert etc.) u. des Hrn. Westberg („Abendsegen" v. Hil-
ler, „Traumbild" V.W est m eye r, „Wie berührt mich wunder-
sam" V. Bendel etc.).*
Angers. 13. Abonn.-Conc der Assoc. artist. (Frömaux):
Zwei Sätze a. der Symphonie „Surprise" v. Haydn, Trilogie
„Wallenstein" u. Suite „Tableaux de Voyage" v. V. d'Indy
(unt. Leit. des Comp.), Ouvert. zu „C16opätre" v. L. Mf^nci-
nelli.
125
Asehersleben. 4. u. 5. Abonn.-Conc. des Hm. Finzel unt.
Mitwirk, der Frau Wolfradt a. Berlin (Ges.), des Frl. Walther
a. Leipzig (Clav.)« der HH. Dr. Curtius a. Berlin (Gesanff) u.
Brabant v. ebendaher (Harfe), sowie des Orch. des Hrn.Bredbku
a. Magdeburg: Ddur-Symph. v. Haydn, 2. Abtheil, der „Leno-
ren^-Symph. v. Baf£ Ouverturenv. Lassen (üb. das thüring.
Volkslied) u. A., 1. Ungar. Bhaps. v. Liszt, Litermezzo aus
„Gavalleria rusticana** v. Mascagni, „Toreador et Andalouse"
V. Eubinstein, And. cant. f. Streichorch. v. Tschaikowsky,
Soli f. G^es. V. Bruch (Arie a. „Odysseus"), Hildach („Früh-
line; ist da"), Böhm („Schmetterling"), Mascagni („Blumen-
orakel"), Et. Hof mann (Simon Dach*s Monolog a. der Oper
„Aenncbeu von Tharau"), Waener („Blick ich umher" aus
„Tannhäuser"), M. Stange („Letzte Begegnung") u. Wein-
gartner (Lied des Hunold Singuf), f. Clav. v. Beethoven (Gdur-
Conc), Bubinstein (Barcarole) u. A. u. f. Harfe v. Parish-
Alvars u- Baff („Feentanz").
Baden-Baden. Soiree f. Kammei'musik der HH. Bletzer,
Bienert, Pageis u. Warnke (Streicher) unt. Mitwirk, des Hm.
Werner (Org.) am 15. Febr.: Streichquartette von Beethoven
(Op. 95) u. Schumann (Adur), Arioso f. Violinen, Violoncell,
Contrabass, Harfe u. Harmon. v. Händel, Harmoniumsoli v.
Guilmant („E.ecueillement") u. Lulli.
Berlin. 3. Conc. des Hrn. Sarasate (Viol.) unt. Mitwirk,
der Pianistin Frau Marx: Soli f. Clav. v. Schumann (Amoll-
Conc), Saint-SaÖns (Toccata) u. A. u. f. Viol. v. Saint-Saöns
(Hmoll-Conc), Baff (Suite) u. Sarasate („Carmen"-Phant.). —
Matin^ des Sängers Hrn.. Sistermans a. Frankfurt a. M. am
14. Febr. m. Gompositionen v. Schubert, Brahms („Sapphi-
scheOde", „Feldeinsamkeit", „Verrath", „Mainacht" u. Minne-
lied) u. Schumann („Dichterliebe").
Bremen. 4. Kammermusik Bromberger-Skalitzky unter
Mitwirk, der HH. Düsterbehn, Blome u. Becker aus Frank-
furt a. M.: Clavierquint. v. Schumann, Streichquart. Op. 127
V. Beethoven, Violoncellsoli v. S. Bach, Tartini u. Fitzen-
hagen („Perpetuum mobile"). — 3. Orgelvortrag des Hm.
Nössler unt. Mitwirk, des Sängers Hm. Gausche a. Greuznach
m. Soli f. Ges. v. Bheinb erger („Herr, du mein Gott") u.
A. u. f. Org. V. Th. Forchhammer (Phant.u. Choral Op. 12),
Friedrich dem Grossen-BcJtin (Largo), Merkel (Adagio a. Op . 42)
u. S. Bach (Passacaglia). — Liederabend des Hm. Dippef unt.
Mitwirk, des Pianisten Hm. Bromberger am 2. Febr. m. Soli
f. Ges. V. Berlioz (Faust'sArie u. ,j&schwörung der Natur"
a. „Faust's Verdammimg"), S mareglia (Ungar. Lied u. Andor's
^ Lied a. „Der Vasall von Szigeth"), Brahms (zwei Bomanzen
aus „Magelone"), Mascagni („Dein Stern", „Blumenorakel",
-Mondlandschaft", „Entsagung", »Die Rose im Gtebetbuch" u.
Komanze a. „Freund Fritz") u. Schumann u. f. Glavier von
Beinthaler (Concertwalzer) u. A.
Breslau. 5. Musikabend des Tonkünstlerver. : Clavier-
trio Op. 97 V. Beethoven, Soli f. Ges. v. J. Seh äff er („Die
Einsame", „Gleich wie der Mond" u. „Ln Maien"), Rein ecke
(„0 süsse Mutter") u. Gounod (Seren.), f. Clav. v. Scarlatti u.
u. f. Viol. V. Grieg (Allegretto a. Op. 45), Godard (Canzo-
netta) u. Gold mark (Air). (Ausführende: Frl. Kuttig [Ges.]
u. HH. Busse, Kudell [Clav.], Fabian und Kahl [Streicher].)
— 6. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap. (Riemenschneider):
Ouvertüre zum „Fliegenden Holländer", „Lohengrin"- Vorspiel,
Einleit. zum 3. Act v. „Tannhäuser", Fragmente aus „Tann-
häuser", „Lohengrin", den „Meistersingern" u. dem „Ring des
Nibelungen" v. £. Wagner, „ParsifaP-Paraphrase f. Viol. v.
Waener-Wilhelmj (Hr. Köhler).
Brüssel. 2. Pop. Conc. (Dupont): 1. Symph. v. Schu-
mann, „Wald weben" a. „Siegfried" u. Kaiser-Marsch v. Wag-
ner, Gesangsrorträge der Frau Sucher a. Berlin (Arie derEn-
sabeth a. „Tannhäuser", JDsoldens Liebestod" a. „Tristan und
Isolde" u. „Träume" v. Wagner).
Carlsruhe. Conc. des Philharm. Ver. (Rübner): l.Clav.-
Violinson. v. Grieff (HH. Rübner u. Deecke), Chöre v. Mo-
zart, Beethoven und Schubert , Solovorträge des Frl. Fritsch
(G«s., „Stille Sicherheit" v. Franz, „Komm, wir wandeln zu-
sammen" V. Cornelius, „Klinge leise, mein Lied" v. Lisztetc.)
n. des Hm. Deecke (Adur-Son. v. Händel).
Christianla. 5.Conc.desMusikver.(Holter): 1. Symph. v.
Svendsen, Ouvert. zu J. Weilen's „König Ehrich" von Ole
Olsen, Solovorträge der Frau Sterky (Ges.) u. des Hm. Lange
(VioL Conc. V. Beethoven).
Cöln. 8. Gürzenichconc. ("trof. Dr. Wüllner) m. Händel's
„JoBua" unt. Solist. Mitwirk, der Frau Herzog a. Berlin, des
FrL Kloppenburg a. Frankfurt a. M. und der HH. Wulff a.
Hamburg u. v. Milde a. Weimar.
Detroit. Aufföhrung des ^essias" v. Händel durch die
Musical Society unt. Leit. des Hm. Prof. Stanley u. Mitwirk,
der Damen Johnstone-Bishop u. Edmands u. der HH. Knoer
u. Lamson.
Eindhoven. Aussergewöhnl. Conc. des Männerchors am
14. Febr.: „Eine Nacht auf dem Meere" f. Chor u. Soli mit
Clav. V. W. Tschirch, Rhapsodie f. Altsolo u. Männerchor
m. Clav. V. Brahms, Chöre v. R. Hol u. van der Hei j den,
Gesangvorträge der Frau Wirth a. Aachen („Pastorale" von
Bizet, „Die Bekehrte" v. Stange etc.).
Frankfurt a. H. 6. Kammermusikabend der Museums-
Gesellschaft: Clavierquint. v. Schumann, Streichquint. Op. 111
V. Brahms, D dur-Streichquart. v. Hayon. (Ausmhrende: Frl.
Rouge [Clav.] und HH. Prof. Heermann, Bassermann, Naret-
Koning, Welcker u. Becker [Streicher].) — 2. Kummermusik-
abend des Frankfurter Trios der HH. Kwast (Clav.), Basser-
mann u. Becker: Ciaviertrios v. Brahms (Op. 87) u. Beet-
hoven (Op. 70, No. 1), vier Ciavierstudien v. J. Kwast.
Freiberg 1. S. Conc. des „Phoenix" am 3. Febr.: Ouver-
türen V. Cherubini u. Beethoven, Intermezzo a. dem Ballet
„Naäla" V. Delibes, Solovorträge des Frl. Brammer a. Leip-
ssig (Viol., „Zapateado v. Sarasate etc.) n. desHm.Demuth
V. ebendaher (Ö^s., „ Wieder möchtich dir begegnen" v. Brahms,
„Lied des Corsaren" v. W. Berger etc.).
Genf. 8. Abonn.-Conc. im Theater (W.Behberg): 2.S3rmph.
V. Svendsen, „Tannhäuser"-Ouvert. v. Wagner^ Ouvertüre,
Scherzo, Elfen tanz, Litermezzo, Noct. u. Hochzeitsmarsch a.
der „Sommemachtstraum" -Musik v. Mendelssohn, Claviervor-
träge des Hm. Stavenhagen (Esdur-Conc. u. 18. Ungar. Rhaps.
V. Liszt, Vöglein-Etude v. Henselt etc.). — 4. u. 6. Kammer-
musik des Quart. Stemberg (Hr. Stemberg, Frl. Dorsival u.
HH. Buisson u. A. Rehberg) u. W. Rehberg(Clav.)unt Jiitwirk. der
HH. Ferraris (Con trabass) u. van Perck (Tromp.) : Sept. f. Tromp.,
Clav. u. Streichinstrumente v. Saint-Saöns, Gmoll-Streicn-
quint. V. Mozart, Streichquartettsätze v. Liszt („Angelus"),
Grieg (Romanze u. Litermezzo a. Op. 27) u.Tschaikowsky
(And.), Dmoll-Claviertrio v. Schumann, Conc. f. Ciavier und
Streichinstrumente v. S. Bach, zwei Elegien u. „Papillons" f.
Clav. V. G. Weber.
Genthin. Wohlthätigkeitsconc. des Chorgesangver. am
2. Febr.: „Domröschen" f. Chor u. Soli m. Clav. v.C.v. Per-
fall, Chöre V. G. Jansen („Das erste Lied") u. A., Gesang-
vorträge des Hm, Kirchner a. Berlin („Märzen wind" u. „ün-
erreichoar" eig. Comp. etc.).
Hamburg. 7. Philharm. Conc. (Prof. v.Bemuth): Militär-
symph. V. Haydn, Concertsuite „Roma" v. Bizet, „Bilder aus
Osten" V. Schumann-Reinecke.
Hannover. Conc. des Männergesangvereins (Bunte) am
11. Febr.: Männerchöre v. H. Mohr („Am Altare der Wahr-
heit"), Dürrner („Sturmbeschwörung"), Th. Krause („Ln
Grase thauts"), W. Bunte („Frühlingstraum"), Joh. Fache
( „Waldeinsamkeit"), Gernsheim( „Siegesgesang der Griechen")
u. A., Soloquart. „Der Hirtenknabe" v. C. Häser (HH.Meineoke,
Kehne, Strathmann u. Böhnig), Solo vortrage des FrL Hart-
mann V. hier (Gres., „Neue Liebe" v. Rubin stein, „Geheim-
niss" V. H.Goetz, Trutzlied v.^F. Wüllner, „Ich liebe dich"
V. Grieg, „Blumenorakel" v. Mascagni und „Suleika" von
L V. Bronsart) u. der HH. Strathmann („Treue Liebe" von
C. Herner u. „0, komm" v. A. Förster) u. Dr. G^hrmanu
a. Berlin (Clav., Rhaps. Op. 79, No. 2, v. Brahms, Lied ohne
Worte V. Tscha'ikowsky etc.).
Leiden. Am 6. Febr. Aufführung v. Handelns „Messias"
durch die Maatschapjpij tot Bevordering der Toonkunst (D. de
Lange) unt. solist. Mitwirk, der Frauen de Roever u. Kempees
a. Amsterdam u. der HH. Litzinger a. Düsseldorf u. Sistermans
a. Frankfurt a. M.
Leipzig. Conc. des Universitäts-Sängerver. zu St. Pauli
(Prof. Dr. Kretzschmar) unt. geeangl. Mlt\^H[rk. des Frl. As-
mann a. Berlin u. der HH. Trautermann u. Schelper, sowie
des Gewandhausorch. am 22. Febr.: „Hakon Jan" f. Soh,
Männerchor u. Orch. v. Bei necke, „Normannenzug" f. Ba-
ritonsolo, Männerchor u. Orch. v. Bruch, „Die verlassene
Mühle" f. Tenorsolo, Männerchor u. Orchester v. T. Strong,
Rhapsodie f. Altsolo, Männerchor und Orch. v. J. Brahms,
Männerchöre acap. v. F. Hegar (Waldlied), Cornelius („Der
alte Soldat"), V. Lach n er („Zum Liebchen") und H. Veit
(„Schön Rohtraut"). — Am 22. Febr. Auffuhr, v. Schumann's
„Das Paradies und die Peri" durch die Singakademie (Prot.
Rieh. Müller) unt. Mitwirk, der Solisten Frl. Münch, Frauen
Baumann u. Metzler-Löwy v. hier u. HH. Wulff aus Strass-
burg i. E. u. Knüpfer, sowie der Cap. des 184. Inf.-Reg. —
126
17. Aboim.-GQXic. im Neuen Ctowandhaus (Prof.Dr. Beinecke):
1. £fymph. v. Beinecke, 3. Onyert. zu ^^Leonore** v. Beethoven,
Soloyortrftge des FrL Minor aas Schwerin (QßB,) n. des Hm.
Hilf V. hier (Amoll-CSonc. v. Moliqne und Goncertallegro v.
Bazsini). — Conc. des Lehrer-GeoEuifi^er. ^itt) unt. gesangl.
Mitwirk, des Frl. Martini v. hier u. der HH. G. Borchers v.
hier und Hungar a. Schwerin, sowie der Gap. des 107. Inf.-
Beg. am 96. Fetir.: Ouvert. zu «Don Juan d'Austria** v. H. Sitt,
,,Goiumlra8'* f. Soli, M&nnerchor u. Orchester v. H. Zöllner,
IfilnnerchQre v. Volk mann („Kyrie** n. „Gloria**), H. Goetz
(„Gute Naoht**), Th. Kirchner („Bastlose Liebe**) u. H. Sitt
(Schwanenlied), Sonranarie v. Boseini. — 7. Kammermusik
im Neuen Gewandnaus: Gdur-Streichqnintett von Brahms,
Streichquartette v. Beethoven (Op. IH, No. 5) und Schumann
(Fdur). (Ausfthrende: HH. Huf, Becker, Sitt, ünkenstein u.
Klexi^.) — Abendunterhaltung im k. (Donservat. der Musik
am 16. Febr.: Adur-Oigelsonate v. Bitter = Hr. Görschen
a. Annähen^ Esdur-Clavierquart. v. Mozart = Frl. Braun a.
Danzig u. -HH. Soh&fer a. Wiesbaden, Barchewitz a. Schweid-
nitz u. Philipp a. Hamburg, Arie „O, h&tt ich Jubal's Harf**
V. H&ndel = Frl. Schumacher a. Bestock, Soli f. den Jank6-
Flüj^l V. Schubert-Liszt (.Der Wanderer**) u. Wagner-Liszt
(Spinnerlied) =: Frl. v. Himpe a. Leipzig, Fdur-Olaviertrio
y. Qade = FrL Lautenschlaeger a. Jersey (Jank6-Flügel) u.
HH. Zimmermann a. Groningen u. Klein a. Bukarest, Dmoll-
dav.-Violinsonate v. Gade = Frl. Matthaei a. Martinsburg
(Amerika) u. Hr. Korb a. Platten (Böhmen), Symph. Etüden
f. Clav. V. Schumann =: Hr. Tramm a. London.
London. 4. Grystal Palace Gonc. (Manns): 1. Symph. v.
Brahms, Ouvert. zu „La Ghasse du Jeune Henri** v. Möhul,
Vorbei zu den „Meistersinfem** v. Wagner, Solovorträge
des Hm. Lloyd (Ges., u. A. Preislied a. den „Meistersingern**
V. Wagner) u. des FrL Davies (Clav., (Donc. v. Schumann,
Stacc-Et. V. Bubinstein etc.). — Conc. des Pianisten Hm.
Dannreuther unt. Mitwirk, des Frl. Williams (Gk».) u. der HH.
Gibson, Kreuz u. Quid (Streicher) am 16. Febr.; Adur-Clavier-
quart v. Brahms, Ciaviertrio Op. 97 v. Beethoven, Dmoll-
Partita f. VioL u. Clav. v. C. H. H. Parry, Soli f. Ges. v.
S. Bach, Grieg («An der Bahre einer jungen Frau**) u. Ad.
Jensen („Lehn deine Wang**) u. £ Clav. v. S.Bach (Französ.
Ouvert. u. Suite in HmoU).
St. Louis. Auff^Oir. des „Messias** v. Händel durch die
Choral Symph. Society unt. Leit. des Hm. Otten u. Mitwirk,
der Damen Cunningham u. Court und der HH. Lavin und
Wiseman.
■agdebupg. Tonkünstlerver. am 28. Jan. u. 1. Febr.:
Esdur-Clavierquart v. J. Bheinberger ((Illav.: Hr. Lorenz),
Streichquartette v. Mozart (Ddur) u. Grieg (Op. 27), Clav.-
Violinson. Op. 121 v. Schumann (HH. ICtLiSfmttnn u. Berber),
Gesangvortrftge des FrL Oehlmann a. Blankenburg („Holder
Blüthenzweig^, „Auf der Bleiche** und „Ein kleines Lied** v.
Bungert u. „Vergebliches Standchen** v. Brahms) u. einer
ungen« SAngerin. — Conc. der Concertvereinig. der Mitglieder
des k. Domchors a. Berlin am 8. Febr. m. Chören v. Pale-
strina, Lassus, Schubert, F. Lansner („Die Wunderblume**),
A. Dregert („Böslein, wann bltmst du auf*), Bruch („Am
Bhein**), Vierling („Augustnacht**) u. A., Vocalduett „Bast-
lose Lieoe** v. Kreutzer (HH. Neubauer u. Viol), G^esangsolo-
vortrftge der HH. Yiol (Bec u. Arie a. „Der Fall Jerusalems**
V. M. Blumner) u. Koenig. — 0>nc. des S&ngers Hm. Bulss
ant. Mitwirk, des Pianisten Hm. Masbach am 15. Febr. mit
Soli f. Ges. V. M. Plüddemann („Der Taucher**), F. Mas-
bach („Im Bosenbusch**), B. Becker (Osterlied), E. Stein-
bach („Du rothe Bos**) u. A. u. f. CJlav. v. S. Bach (Cmoll-
Symph.), O.Her big („Widmung**), Liszt (12. Ungar. Bhap-
sodie) u. A.
Mainz. 8. Symph.-Conc der städt. Capelle (Steinbach):
2. Symph. v. Gernsheim, Larghetto a. der CmoU-Symph .v.
Spohr, Stimmungsbild „Waldeinsamkeit** f. Orch. v. H. Genss,
Kaiser-Marsch v. Warner, Gesangvortrftge der Frau Sander-
son („La Captive** v. Berlioz, «Der Schuhmacher** u. „Der
Sandtrftger** v. Bungert, „Zur Drossel sprach der Fink** v.
d'Albert etc.).
Minden. 2. Abonn.-Conc. des Musikver. (Zuschneid): Sept.
Op. 20 V. Beethoven, Quint. f Clav. (Hr. Zuschneid) u. Blas-
instrumente V. Mozart, Seren, f. Streichquart, u. FL, 8. u. 4.
Satz, u. Frauenchöre „Sommernacht**, „Erwartung** u. „April-
launen** m. Clav. V. H. Hof mann, Gt^ngsoli von Brahms
^ („Maiennacht**), Lassen („Sommerabend**) u. A.
New- York. Zwei Aräftlhrungen von HändePs „Messias**
durch die Oratorio Society unt. Leit. des Hm. Damrosch u.
Mitwirk, der Damen de Vere u. Bitter-Goetze und der HTT.
Campanini, Fischer u. Sealy am 80. u. 81. Dec. — 8. Phil-
harm. Conc. (Seidl): Waldsymph. v. Bafj^ svmphon. Dicht.
„Tod und Verklärung** v. B. Strauss, „ManD:ed**-Ouvert. v.
Schumann, 2. Clavierconc. v. X. Scharwenka (der Comp.)
Paris. 2. Kammermusik der HH. PhiHpp (ClavieA Loeb,
Berthelier u. Balbreck (Streicher) : Ciavierquartette v. £. S c h ü 1 1
(Op. 12) u. Ch. Lefebvre (Op. 80), Clav.-Violoncellson, Op. 32
V. Saint-Saöns. — Conservatoriumsconcerte (Danb^) am 10.
u. 17. Jan. : 7. Symph. v. Beethoven, Yoraniel zu „Tristan und
Isolde** V. Wagner, Pilgermarsch a. „^urold** v. Berlioz,
Psalm 98 v. Mendelssohn, Chor a. „Salomon** v. H&ndel. —
Colonne-Conoert am 10. Jan.: Symph. fantast. v. Berlioz,
„Coriolan** -Ouvert. v. Beethoven. Yenusbergscene aus „Tann-
näuser** v. Wagner, Bruchstücke a. „Jecmne d'Arc** v. Go-
dard (Frl. Pregi), Clavierphant. v. Bimsky-Korsakow
(Hr. Philipp). — Lamoureux-(3oncerte: 10. Jan. 5. Symph. v.
Beethoven. „Seines pittoresques** v. Massenet, Bruchstücks
a. den „Meistersingern** von Wagner, „Sauge fleurie** von
V. d'Indy, Introd. u. Bondo capricc. f. Viol. v. Saint-Sadns
(Hr. Kosman). 17. Jan. Esdur-Svmph. v. Mozart. Ouvertüre
zum „Fliegenden Holl&nder" v. Wagner, Baps. oretonne v.
Saint-Saöns, Brachstücke a. Bom6o et Juliette** von Ber-
lioz, „Fdte boh^me** v. Massenet.
Stuttgart. Am 18. Febr. Aufftkhr. v. S. Bach's Weih-
nachtsoratorium durch denYer. f. class. Kirchenmusik unter
Leit. des Hrn. Zumpe u. solist. Mitwirkung der Frls. Hiller,
Müller u. Bumett u. der HH. BallufP u. fi^mada.
Weimar • 4. Abonn.-Conc. der grossherzoel. Musikschule :
Blasquint. v. So b eck (HH. Huthun, Steinorth, Moritz, Mein-
hardt u. Wider), Ciaviertrio Op. 1, No. 1, v. Beethoven (HH.
Mei^ Kern u. Lindecke), Solo vortrage der Frls. Schulze („Es muss
ein Wunderbares sein** v. Liszt u. „Das Mädchen spricht** u.
JBlümlein im grünen Wald** v. Meyer-Olbersleben) und
jäothmann (Clav.).
Wiesbaden. 2. Conc. des Sängerchors des Lehrer-Ver.
(Snangenberg): Männerchöre v. Schubert, Mozart u. Hegar
^^0 Deiden Särge**), sowie zwei Volkslieder, SolovortriLge des
rl. Schickhardt v. hier (Ges., „Komm, wir wandeln** v. Oor-
nelius, „Die blauen Augen** v. Böhm, „Sing, lieb Vöglein**
V. W. Ganz etc.) u. des Hrn. Genss a. Mainz (Clav., 2.'Üng.
Bhaps. V. Liszt, „Nachtstück** und Mazurka v. H. Genss,
Cdur-Etude v. Bubinstein etc.).
Wismar. (Doncerte des MlUmergesan^er. (Ochs): 2. Febr.
«Coriolan**-Ouvert. v. Beethoven, Cant. „Deutsches Aufgebot**
t. Männerchor, Baritonsolo u. Orch. v. T.JOchs, „Frithjof** f. •
Männerchor, »oliu. Orch. v. Bruch, GesangvortrtLge des FrL
Fruth a. Berlin („In Lust und Schmerzen** von Cornelius,
Mädchenlied v. B. Steuer, „Am Ufer des Flusses** v. Ad.
Jensen, „Ach, wer das doch könnte** von W. Berg er etc.).
(In einem uns vorliegenden Bericht wird das l!\^rk von
T.Ochs als eine „packende patriotische Composition** bezeich-
net, die nie ihren Eindruck auf das Publicum verfehlen werde
und werth sei, ein Bepertoirestück grösserer G^esangvereine
zu werden.) 10. Febr. m. den Compositionen von Beethoven,
T. Ochs und Bruch wie oben u. Gesangsoli v. Westmever
(Traumlied), Baumgartner (Bosenlied), H. Bitter (Liebes-
lied) u. Levi („Der letzte Gruss**).
Zürieh. (üonc f. die Hilfe- u. PensionscfkSse des Ton-
halleOrch. unt. Leit. des Hm. Dr. Hegar u. Mitwirkung der
Sängerin Frl. Prosky v. hier, des Pianisten Hm. Blumer a,
Strassburg i. E., sowie div. Mitglieder des Gem. Chors Zürich
u. des Sängerver. „Harmonie** am 9. Febr.: CmoU-Symph. v.
Saint-Saöns. Schlussscene des 1. Aufziiges a. j^Parsifsil** v.
Wagner, Soli f G^es. v. Weber u. f. Clav. v. Chopin, Bu-
binstein (Etüde) u. Liszt (13. Ungar. Bhaps.).
B9^ VerattBte Programme, sowie Programme ohne Anffobe von Ort unä
Datum müeeen voUatändig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Berlin. Li einem eignen Concert, für welches er die
Concerte in AmoU von Gneg und in Bmoll von Tschiukowsky,
sowie die „Wanderer**-Phantasie von Schubert-Liszt gewählt
hatt^ documentirte sich der junge russische Pianist Hr.
AI. oiloti als ein seit seinem letzten hiesigen Aufbreten zum
Meister ersten Banges gereifter Vertreter seines Listrumentes.
— Braunsehwelg. Man erinnert sich kaum eines so grossen
Andranges, wie ihn die OpemvorsteÜungen der letzten Zeit
zeigten, veranlasst durch das (3astspiel des Hm. Winkel-
127
mann ans Wien. Derselbe verabschiedete sich als Lohen-
grin, nm, so bald als mOgHch, an die Stätte seiner jüngsten
Triumphe zurückzukehren. — Caplsruhe. Der bertuimte
Wiener Baritonist Hr. Beichmann hat mit grossem Erfolg
an unserer Hofoper cnstirt. Seine letzte Partie war der Hans
Sachs, deren Darsteuung aber durch vorübergehende Indis-
position in der vollen Wirkung eeechmftlert wurde. — C61n.
In der letzten „Freischütz^-Aufrahrune gastirten im Stadt-
iheaterauf Engaeement Frl. Luise Fischer aus Hannover als
Agathe und "£. Mittelhauser aus Mannheim als Max. Beide
fanden eine Äusserst freundliche Aufaahme und haben die-
selbe wirklich auch verdient. — Halle a. S. Hr. Gudehus
aus Berlin 'beendete sein leider nur zu kurzes Ghtstspiel am
hiesigen Stadttheater mit einer enthusiastisch aufgenommenen
Darstellung des Tristan, wobei ihm Äusserst versprechend Frl.
Beinhardt, welche die Isolde zum ersten Mal interpretirte,
secundirte. — Hamburg. Die junge Yiolinvirtuosin Frl. Betty
Schwabe hat kürzlich hier concertirt und die Kritik, welche
die Berliner Presse über sie faJlte, in Allem durch inr Spiel
best&ti^t. — Hannover. Das 1. Goncert der fürstl. Schaum-
burg-Lippischen Hofcapelle aus Bückeburg unter Leitung des
Hrn. Sanla am 23. Febr. mit der 8. Symphonie von Beetho-
ven als Hauptnummer und unter solistischer Mitwirkung des
Pianisten Hrn. £v er s ist vorzüglich ausgefallen und hat dem
ausgezeichneten" Dirigenten, der seines Amtes ohne Zuhilfe-
nahme der Partitur waltete, der trefflich geschulten Gapelle
und dem Solisten reiche künstlerische Ehren eingetragen. —
London. Sir Augustus Harris wird seine Gpemsaison im
Govent Garden-Theater Mitte Mai befi;innen und dieselbe durch
zahn Wochen forl^föhren. An den Mittwochabenden werden
deutsche Gpem in deutscher Sprache gegeben werden. Von
auszuführenden Werken werden genannt „Bom6o et Juliette**
(von Gounod?), „Garmen^. „Manon*' von Massenet, „Phil6mon
et Bands" von G<)unod, „Margarethe**, „Der Prophet**, „Otello**,
„Mefistofele" «A^da« „Orföo" von Gluck, „Lohengrin" und
„Der fliegende Holl&nder*', ausserdem vielleicht „Fra Diavolo"
und ,^nce d'Asia*' von de Lara, von deutschen Werken in
deutscher Sprache der ganze „Nibelungen'^-Gyklus, „Tristan
und Isolde**. „Fidelio** und „Der l^ompeter von Sftkkingen**.
Das Künstlerpersonal für die 1. Kategorie wird aus den
Damen Eames, den Schwestern Bavogli, Deschamps,
Calvö, Mavrina und Passama und den HH. Brüdern
Beszk6, van Djck, de Lucia, Hedmondt, Demetriski.
Lassalle. Tschernoff, Geste, Dufriche, Plancon und
Abramoif unter Führung der Gapellmeister Mancinelli,
Bevignani und Jehin, das für die deutschen Opern aus
den Damen Klafsky, Bettaque, Gebber, Belph, Arra-
sep und Teleki und den HH. Alvary, Lissmann, Greve,
Wienand und Landau unter Führung des Gapellmeisters
Mahle r bestehen.
Kirohenmuaik.
Leipzig. Thomaskirche: 27. Febr. jjKyrie" u. „Gloria**
a. der Esmoll-Messe v. E. F. Bichter. „Herr, unser starker
Held** V. G. Vierling. 28. Febr. „Der Geist hüffc** v. S. Bach.
Plauen i. V. St. Johanniskirche: 85. Dec „Vom Him-
mel hoch, da komm ich her*' v. Gumpeltzheimer. „Jauchzet,
frohlocket** a. dem Weihnachtsoratonum v. S. Bach. 26. Dec.
„Herrscher des Himmels** v. S. Bach. 81. Dec. „Des Jahres
letzte Stunde** v. J. A. P. Schulz. 1. Jan. „Fallt mit Danken,
fallt mit Loben** von S. Bach. 6. Jan. „Die Könige** von
P. Gomelius. 10. Jan. „Wie lieblich sind deine Wohnungen**
V. F. Kiel.
Vermiaohte Mtttheilungen und Notizen.
* Die Hannoversche Musikakademie brachte am 25. und
97. Febr. unter Leitung ihres Dirigenten Hm. Kotzky und
solistischer Mitwirkung der Frauen Stavenhagen aus Weimar
und Beck-Eadecke aus Hannover, sowie der HH. Ghrienauer
ans Berlin, GiÜmeister und Brune aus Hannover F. Liszt's
„Legende von der heiligen Elisabeth** mit grossem, nachhal-
tigem Erfolg zu sceniscner Darstellung, die in AUem als eine
ganz ausgezeichnete gerühmt wird.
* Das Musikfest der Oratorio Society in Baltimore,
welches in diesem Frühjc^ statthaben sollte, hat nicht genug
Unterstützung gefunden und kann deshalb nicht stattnnden.
* Die Association des artistes musiciens zu Brüssel hat
am 18. Febr. unter Leitung des Hrn. Barwolf mehrere grosse
Werke des Frl. Augusta Holmes zur Aufführung gebracht
und damit der Gomponistin und sich selber grosse Ehren er-
worben. Mehrere iHummem wurden zur Wiederholung ver-
langt.'
* In Leeds ftlhrte der Geiger Hr. Haddock mit der
Pianistin Frau de Fachmann an zwei Abenden sämmtliohe
Glavier-Yiolinsonaten Beethoven's einem für diesorg-
&itige Wiedergabe dankbaren Publicum vor. — InBotterdam
hatten sich die HH. Sikemeier und Dessau dieselbe Auf-
gabe gestellt.
■^
* Durch die Zeitungen ging jüngst die Nachricht, dass
die vier ersten diesjährigen Bühnenfestspiel- Aufführungen in
Bavreuth bereits „vollständig ausverkauft** seien. Dem ist
nicnt so. Es sind noch zu allen Aufßlhrungen Pl&tze vor-
handen, zu den vier ersten und vier letzten allerdings nur
noch in geringerer Anzahl. Aus diesem Grunde hat der Yer-
waltungsrath die Vertretungen angewiesen, eingehende Biüet-
bestellungen nicht mehr anzunehmen, sondern die Besteller
behu& sänellerer Erledigung der Wünsche an ihn zu ver-
weisen.
* Ludwig Latte 's Tonsystem nennt sich eine neue
gesetzlich gescnützte Notation, welche nach der Meinung des
Erfinders &3 Lesen der schweren Tonarten derart Vereinrache,
dass ein Jeder bei einer gewissen musikalischen Fertigkeit
^ie schwersten Tonstücke mit Leichtigkeit** bewältigen könne.
Diese angebliche VereinfEu^hung und Erleichterung glaubt Hr.
Latte dadurch gefunden sni ha^n. dass er sämmtlicne Kreuze
und Bees wegfallen läset und dafür bei Erniedrigung des
Tons nach unten oder Erhöhung desselben nach ob^ im
Innern des Kopfes der ganzen oder halben Note noch dem-
entsprechend, also unten oder oben, eine Rundung anbringt
und den Kopf der Viertel- und kürzeren Note nur zur Hälite
ausfüllt, die zu erhöhende Note nach oben, die zu vertiefende
nach unten. Qsjaz abgesehen davon, dass bei Einführung die-
ses Systems 1) die Veränderung des Tons um ein Doppel-
Kreuz oder -Bee die Versetzung des Kopfs auf einen fremden
Platz bedingt und 2) die Niederschrift des abweichenden
Notenkopfes, namentlich des halbausgefüllten, viel Mühe und
Zeit erfordern würde, so spricht mehr als alles Andere gegen
die Lebensfähigkeit dieser N^euerung der dadurch nothwendig
werdende Neustich der bereits im Druck vorhandenen Musik-
litteratur.
* Das Mozart- Denkmal in Wien soll endlich Wirk-
lichkeit werden, wenigstens hat sich das betr. Gomitö nun-
mehr definitiv zu dem Tügner'schen Entwurf entschlossen
und dem Künstler aufgetragen, denselben in etwas modifi-
cirter Art innerhalb zweier Jahre zur Ausführung zu bringen,
sodass das DenkmaL das endgiltig auf den Albrechtsplatz zu
stehen , kommt, im Jahre 1894 enthüllt werden kann.
* Das fÜrStrassburgi.E., die Vaterstadt des Gomponisten,
von Verehrern desselben proiectirte pompöse Nessler-Denk-
mal wird in einer einfachen Kolossalbüste des Tonsetzers,
zu deren Anfertigung man dem elsässischen Bildhauer Niegger
den Auftrag ertneilt hat, seine schüessliche Erfüllung finden.
* Hr. Goncertdirector Hermann Wolff in Berlin theüt uns
in Betreff der in unserer vorwöchentlichen Notiz über seinen
neuen Goncertsaal, der den Namen Saal Bech stein tragen
wird, offen gelassenen Frage der Bestimmung desselben mit,
dass dieses Goncertlocal nicht lediglich für die Glienten des
Hm. Wolff, sondern für alle Künstler benutzbar sei, welche
in Berlin concertiren und sprosse Saalkosten vermeiden wollen,
und dass hierbei Niemand an die Agentur des Hrn. Wolff
gebunden sein solle.
* Der 100. (resp. 26.) Geburtstag Rossini's am
29. Febr. ist von den meisten Bühnen mit Aufföhrung von
Werken dieses Gomponisten begangen worden.
* Im Stadttheater zu Brunn sind kürzlich Wagner's
„Meistersinger** mit unerhörtem Erfolg erstmalig in Scene
gegangen.
* Im k. Theater in Haag wurde kürzlich B.Wagner ^s
„Lohengrin** zum ersten Male seit 20 Jahren wieder gegeben,
und riss derselbe das Publicum vollständig hin.
* Mascagni's Oper „Freund Fritz** ist vorläufigfür den
8. März im Hofopemhaus zu Berlin zur ersten AuuÜhrung
angesetzt. Mitte März soll dann daselbst Moszkowski's
dreiactige Oper „Boadbil**, welche vielseitig gerühmt wird,
128
herauskommen. Als weitere Novität ist die neue Oper „G^ne-
sius" von Fei. Weingartner von der Intendanz angenom-
men worden.
* In Rom hat die jüngst dort erstmalig aufführte neue
Oper „Mala Vita" des jugendlichen Oomponisten Ü. Giordana
die widersprechendsten Urtheile erfahren. Während die Einen
den Oomponisten als siegreichen Nebenbuhler Mascagni's
preisen, verdanmien Andere die Novität als ein Werk, das
aller Sitte und Moral offen imd frech Hohn biete.
* Im Ohiabrera-Theater in Savona wurde die einactige
mythologische Idylle „Aci e G-alatea** von Redente Zardo,
dem Oapellmeister dieses Theaters, vom Publicum sehr gün-
stig angenommen.
* Im Municipal-Theater in Algier hat Saint- Sa3ns'
Oper „Samson und Dalila** grossen £2rfolg gehabt.
* Mit lebhaftem Erfolge wurde in der k. Oper zu St.
Petersburg eine einactige Oper von Krotkoff, „Le Poöte"
betitelt, erstmalig gegeben.
* In Dresden wurde im Herbst v. J. handelsgerichtlich
eine neue Piano fortefabrik unter der Firma E. Bech-
stein eingetragen, und Viele haben an^nommen, dass die-
selbe zu der Berliner Weltfirma Bechstem in Beziehung stehe
oder gar eine Filiale derselben sei. Dem war aber nicht so, wohl
aber scheint nach den Darlegun^n der „Zeitschr. f. I.*' diese
Gründung auf eine solche Mystification abgesehen fi;ewesen zu
sein. Um nämlich den in der Ciavierbranche oertihmten
Namen Bechstein für die neue Firma zu gewinnen, wurde
ein Buchdruckereigehilfe aus Leipzig herbeigeholt und zum.
Träger derselben gemacht, der aber, als er seine Schul-
digkeit gethan hatte, wieder nach Leipzig zurückkehrte.
A& er später von der Dresdener Polizei auf das An-
meldebureau, wo man ihn nicht kannte, citirt wurde, er-
schien als sein Vertreter — Hr. Eugen Kaps, der Besitzer
der renommirten Dresdener Hofpianoforteüäbrik gleichen Na-
mens, und es wurde weiter festgestellt, dass alle an die Firma
E. Bechstein adressirten Briefischaften in die Bureaus der Firma
Ernst Kaps gewandert waren. Das richtige Urtheil über
diese Geschichte kann sich Jeder selbst bilden.
* Hr. Dr. Hans von Bülow, der hochverdiente eminente
Künstler, hat, indem er das Bürgerrecht der Stadt Hamlmrg
sich erwarb, sein dauerndes Domicil dort genommen.
* Frau Schröder-Hanfstaengl, das ausgezeichnete
Mitglied des Opernhauses zu Frankfurt a. M., oeging da-
selbst am 25. Febr. als Valentine, in welcher Partie sie s. Z.
in Paris debutirte, das 25jährige Jubiläum ihrer Bühnen-
thätigkeit.
* Die Intendantur des k. Hoftheaters zu München hat
kürzlich das Publicum um Unterlassung des Zischens wäh-
rend der Vorstellungen, als des k. Hauses unwürdig, ernst-
lich ersucht und mit diesem Verbot eine Unmasse Meinungen
für und wider dasselbe in der Presse hervorgerufen.
Todtenliste. Lambert M a s s a r t, berühmter Geiger, bei-
nahe 50 Jahre lang als Violinprofessor am Pariser Gonserva-
torium mit bedeutendem Erfolg thätig (unter seine Schüler
zählen H. Wieniawski, Lotto , Teresina Tua u. A. m.), f. 80
Jahre alt, in Paris. — Friedrich Niest, ausgezeichneter Cla-
vierpädagog in München, dem u. A. Frau Sophie Menter die
Vorbereitung für die Künstlerlaufbahn verdankt, f, hochbe-
tagt, am 21. Febr.
BiriefkAfsten«
Z. Id. in B. Ihre Berichtigung betr. der Confession des
Hm. H. E. stiromt, denn wirklicn hat sich dieser Herr vor
längerer Zeit taufen lassen.
Va/, E. in C Die Nachricht von E. W.'s Autobiographie,
die jetzt durch die Blätter geht, bietet ausser einigen Un-
richtigkeiten nichts Neues.
C /^ in />. Es ist jedenfalls amüsant, dass sämmtliche
dortige Referenten, auch Jene, welche gerade durch ihre Be-
mängelung; des Vortrags der Weber*schen Sonate ihr Vertraut-
sein mit diesem Werke zu bekräftigen suchten, die vorüber-
fehende Improvisation, zu welcher sich im letzten Satz der
pieler info^ eines Gedächtnissfehlers gezwungen sah, gar
nicht bemerkt haben.
F. L. in C. Hr. Rosenthal hat auf seiner letzten Ooncert-
tour in Deutschland und in der Schweiz, soviel wir wissen,
ausschliesslich Blüthner^sche Flügel gespielt.
Anxelflroi^*
Solo-Posaunist
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Neuer Verlag von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
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Bei dem stSdtischen Curorchester zu Wiesbaden
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Opus 16. Skizzen. Acht CUvierBtäcke zu 2 Händen.
Heft 1—4 k 75 4-
Opus 19. Zwei Lieder für eine mittlere Stimme mit
Pianoforte. No. 1, 2 i 75 4-
Opua 23. Kleine Serenade für Pianoforte 2U 2 Händen.
6 Stücke in einem Hefte. Jl 2,25.
Opus 24. Kleine Suite für Pianoforte zu 2 Händen.
3 Stücke in einem Hefte. 2 Jt
Opus 25. Studien. Neun ClavierBtücke zu 2 Händen.
No. 1—9 i 75 4.
Opus 26. Vier Lieder für gemischten Chor. Partitur
und Stimmen. ^ 2, — .
OpuB 27. Sechs Lieder für eine mittlere Stimme und
Pianoforte. Jt 2,75.
Opus 35. Drei Lieder für «ine Singstimme mit Pifuio-
forte. Jü 1,75.
Opus 36. AlbumblStter. i^inf kleine ClavierBtücke in
einem Hefte. ^ 2,25.
[289.] Soeben ereoMenen:
In Krieg und Frieden.
Patriotisch« und heiter« Scenen aas dem S«ldate&]ehen
!nr ein- oder meiirstiiiiDiifien Gesam mll ClavierlieEleilniifi,
besonders znr Anfführnnc In SllllUlrverelnen,
gedichtet von Riohard MaftheBf
componirt von Epnst SunOlla
Op. 248.
No. 1. Hit Gott fOF König und Vaterland. Patriotische
Festscene aus der glorreichen Zeit der Befreiungskriege.
Für Solo- (Bariton oder 3. Tenor) u. Männerchor. Partitur
.M 1,30. Solostimm. 20 -^. 4 Chorstimmen jade 30 ^.
Text- n. Regiebuch n. 30 ,^.
No. 2. Hit fließenden Fahnen voran. Militärisch-humoristi-
sohe Soloscene für oine mittlere Singetimme. J( 1,—.
No. 3. Soldatenllebchen. Hnmorietieche Soldateuscene für
eine Frauen- und 2 Männorutimmen. Ji 2,50.
No. 4. Wer will unter die Soldaten. Humoristische Werbe-
Sceue aus der guten alten Zeit für zwei mittlere Männer-
Stimmen. .* 3,—.
No. 6. Wir von der Cavallerle. Lustige Reiter-Scene für
3 Männeit;timmen. J( 3, — .
No. 6. Auf Matrosen, die Anker gelichtet. Scene aus dem
Marinelebei) für 4 Männerstimmen. Part, u. Stimm. J( 3,—.
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M
ax
"ßrucA,
Op.
.. 59.
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compl. Ji 3, — . netto.
No. 1. Um Mittemacht. M 1,25.
r No. 2. Kophtisches Lied. \ jj \ __
\ No. 3. Zweites Kophtisches Lied. | ->» a, .
J No. 4. Die Auswanderer (I. Flucht). 1 ^ o qk
1 No. 5. Die Auswanderer (ü. Heimathbild.) j ^ '*'^^'
Hr. Julius Stockhausen schreibt: „Die Lieder von Bruch
Op. 59 gehören zu den besten des Meisters."
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Leipzig, am 10. März 1892.
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n Baum einer gespaltenen Tebtieile betragen 90 Pfennige,
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ti Richard W&gner.
- Brlefhuten. -
Tueisetohiohto; lla«ikbii«fe «u Han-
itapltüe in Op«r mtd OonosrL — Kiroh«-
KrittBohsi ABhang: Nene Maistar.
Die Saga von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Ton Dr. Artbor Seldl.
(Fortsetzung.)
Zum näheren Ventändisa dieser tieferen BeziehoDgen
aber, um all Das ebensowohl recht zu begreifen, wie
grnndlicb za würdigen, — kurz überhaupt, um nicht
mebr länger über die weaentlichBten VoroaBaetznngen
unBerea Stoffes im Dunklen zu bleiben, wird es sieb em-
pfehlen, nunmebr zu einer Betracbtong der einzelnen
wichtigsten Tristan-Bearbeitungen und deren VerbältnisseB
zu Wagner überzugehen, namentlich unseres Dichter-Com-
pouiaten Stellung zu Gottfried etwas genauer ins Auge
zu iusen.*') Wir werden dabei gut tbun, weder zu viel,
noch auch zu wenig Anklängen bei Wagner an berdts
Torhandene, ältere Vorlagen nachzuspüren. Denn besteht
an und für sich kein Zweifel, dass er sich bedeutend an
bereits Vorhandenes angelehnt und manchen bedeutsamen
Zog früherer Quellen mit in sein Gedicht verwoben hat,
ebenso zweifellos bat er doch auch alle diese feinen Züge
zu einem völlig neuen, durchaus organischen Ganzen um-
zuschmelzen verstanden und dazu noch um ein Beträcht-
liches psychologisch vertieft. Wollen wir denn in der
lieber- oder TJnterschätznng Keines von Beiden hier zn
weit gehen!
*) Wobei ich indess nicht verschweiapen will, dass neueste
gelehrte Forschnngea (vgl. Woltg. Goltber; „Tristan und
bolde in der französlscben und deutschen Dichtung des Mittel-
alters"; „Münchener Allg. Zeitung", Beilage Mo. 10 des
Jahrg. 1890 — welche in der mittelhochdeutechen Litteratur
öberhauptimWesentJichen nur „TJebersetzungalitterBtur"
aus dem Französischen erblicken wollen — ) den Trouvören
Thomas als Denjenigen bezeichnen, durch welchen gegen
Ausgang des IS. Jahrhunderts etwa die „Tristan- Dichtung
einen krönenden Abschluss gewann" und „der Sage diejenige
Gestalt gegeben wurde, in welcher ihr unsterbliche Jngend-
kraft bescnieden war". „Thomas ist ein Meister der Dar-
ateüung. Er verftlgt über reiche rhetorische Mittel, und seine
eigentliche Bedeutung für die Tristan-Sage erkennen wir
dMin, dass er der Handlung Äbrundung gab, den Grundge-
danken noch weit mehr als seine Vorgänger in den Uittel-
pnnct stellt«." Auch den sittlichen Ernst, welcher „dos Werk
und die Tristan-Sage über die gedankenlosen Vorwürfe der
Unmoral und Sinnhchkeit hinaushebe", weist ihm Golther
schon zu; während man Gottfried mit Unrecht lange Zeit
eine ziemlich weitgehende Selbetftndigkeit zugemessen hat,
der, seinem grossen Vorbild zwar ebenbtkrtig, die Absicht
seines Vorgängers verstanden und so das französische Gedicht
in der deutschen Bearbeitung in wunderbar geläut«rter Bein-
heit und Groesartigkeit reproducirte, aber in der atoffhchen
Behandlung des Ganzen den Buhm unstreitig jenem Thomas
lassen müsse. „Dieser Sachverhalt muss a^wnein erkannt
werden: gewiss wird die rein ästhetische Betrachtung der
Dichtung Oottfried's die Palme reichen, denn hier ist die
denkbar vollondetete Form erreicht; aber die geschichtliche
Betrachtung muss feststellen, dass die That des Thomas un-
gleich grösser war, welcher aus rohem Material sein Kunst-
werk schuf, als diejenige Oottfried's, welcher nur die for-
mellen Vorzüge uocn zu erhöhen vermochte." Was endlich
die Herkunft und die Entstehung der Sage betrifit, so „leitet
ihr Inhalt zu der Annahme hin, dass er in der Hauptsache
ans einer Mischung von nicht keltischen und keltischen Ba-
standtheilen sich zusammensetzt", und zwar mit „Vorwiegen
der Ersteren". .Vergleichen wir die Sagendichtung vou
Tristan und Isolde mit einem nach einheitlichem Plane auf-
134
Was vor AUem die in Rede steli^iiäe Pm^Ulelb
zwischen der Wagnerischen Dichtung und dem Gott-
fried'sehen Epos betrifft, so fÜUlt hier die ganze Vorge-
schichte unseres Dramas: der Kampf gegen Morold, die
Verwimdnng Tristan's, des Helden Heilung unter dem
falschen Namen Tantris durch Isoldens Zakb6A:bnsty die
Erkennung des Mörders ihres Oheims durch 4ie Schwert-
scharte, die Brautwerbung Isoldens dtir<ih Triäitan für
König Marke bis zur yerhäQgnissy ollen See-Ueberfahrt
auf dem Schiffe, — so ziemlich Alles mit dem epischen
Bericht genau zusammen. (Ich sage ,,so ziemlich" ; denn
begreiflicherweise kann der Epiker breit und ausfuhrlich
schildern, wo der Dramatiker knapp, zum Theil nur
ganz andeutungsweise, auf das Wesentlichste sich zu
concentriren hat, so z. B. gleich die Weglassung oder
besser: Beschränkung der genaueren Erzählung von dem
unglücklichen Geschicke der Eltern Tristan's „Riwalin und
Blancheflur*', die bei Wagner im 3. Act mit der Klage
des siechen Helden über die „alte, ernste Weise", die
wohl damals zu seinen Mtem klagend gedrungen sein
werde, „da er mich zeugt und starb, sie sterbend mich
gebar" — nur mehr leise anklingt, und dann stossen
wir bei diesen Aehnlichkeiten doch auch auf gar manche
feine Unterschiede, die sich bei näherem Besehen freilich
nur wieder als der besonderen Organik der Wagner^scheii
Tristan-Idee entsprungen herausstellen, wie z. B. der
nähere umstand, dass M-orold der Verlobte Isoldens ge-
wesen, oder die Darlegung der Motive, welche Tristan
zur Freite der schönen irischen Königsmaid für seinen
Ohm Marke bewogen haben, u. dgl. m. Ich will hier
also nur noch bemerken, dass auch die Charakteristik
der Persönlichkeiten, so namentlich Kurwenars, Bran-
gänens und Isoldens, im Allgemeinen gar wohL überein-
stimmt, und fahre gleich fort bei der Erzählung der
einzelnen Vorgänge auf der Meerüberfahrt nach Gottfried's
von Strassburg Darstellung. Beim Abschied von Irland
wird ein Lied gesungen. Isolde grollt Tristan noch immer
persönlich wegen Morold's Tod und lässts dem Helden,
der, die Herrin in ihrem Abschiedsschmerz zu trösten,
öfter in die Schiffiskemmenate kommt, deutlich merken.
„Das ist versühnt^ erwidert Tristan mit Bezugnahme
auf seine Werbung für König Marke. So streicht der
Kiel bei gutem Wind und schneller Fahrt inzwischen
dahin. Als sie eines Tages in einer Bucht anlegen, um
ein wenig zu rasten, kommt Tristan, während Alles vom
Schiffe ans Land gegangen, wieder zu Isolde und unter-
hält sich mit ihr über „dies und das" — wie es heisst —
„von ihrer Aller Dingen". Er verlangt dann zu trinken,
und da Brangäne nicht zugegen, bringen Kinder nichts-
ahnend den von Isoldens Mutter für Marke bereiteten
geführten Bauwerk, die Sagentheüe mit den Bausteinen und
8uchen dann zu bestimmen, wer ist der Baumeister, so kann
die Antwort nur lauten: der Franzose" . . . „Die Entstehimg
der Tristan-Saere, welche um 1150 fällt, muss etwa folgender-
maassen gedacnt werden: ein französischer Dichter eif and aus
seiner eigenen Phantasie heraus, wie heutzutage ein Roman-
dichter, die Geschichte von Tristan und Lsolde. indem er
dabei eine Anzahl von bereits vorhandenen Novellen -Stoffen
verwendete, die nunmehr in eine eanz neue Umgebung ein-
traten. Der ästhetische Werth der Dichtung wird desto
höher stehen, je mehr es fi^elang, die einzelnen, verschieden-
artigen Theüe einer glücklichen einheitlichen Idee unterzu-
ordnen." Ein um 1160 verfasster ^Tristan" des fruchtbaren
französischen Kunstdichters Chr6stien de Troyes ging ver-
loren und scheint von nur jB;eringem Werthe gewesen zu sein.
Dann folgte Thomas. — So weit Golther. Alles Obige ist
also immer nur unter dieser ausdrücklichen Einschränkung,
gleichsam cum grano salis, zu verstehen! —
und Btiaisifäiite anvertrauten Minnetrank. Die Beiden
trinken. — und das Unglück ist natürlich geschehen.
Brangäne, wie sie auf das Schiff zurückkommt und das
angestiftete Unheil gewahr wird, schreit dazu auch noch:
„0 weh, Tristan, oh weh, Isot — der Trakfk Ist Ehier
Beider TÜa.'< Unaufhaltsam durchbricht die Liebe der
B!iiäen die 'bisher streng gezogenen Schranken, und es
folgt das süsae Hin und 'Her der Liebe, die „liebe Krank-
heit", derweil das Schiff sich Komwall's Küste immer
mehr nähert. Da gilts nun Rath, und Isolde kommt auf
den Einfall, Brangäne 'zu b^teden, sie in der ersten
Nacht bei Marke zu vertrete, dc^nn sie ist „schön und
unberührt" — was von Immeihniihn ^(nebenbei bemerkt)
mit einem:
„Doch Treue adelt das Gemüthe,
Das Wappen wird den Schimpf bestehn;
Lebt! Lebt als Herren Tristan's eigen!
Treu rettet euch in Nacht und Schweigen **. . . .
schlechtweg beschönigt wird. (Allerdings haben wir einen
ähnlichen Fall auch im Nibelungenlied schon einmal ge-
habt!) Kurz darnach erst erklärt den Beiden Bran-
gäne, wie ihre Minne so gekommen sei: das Oeheimniss
des Trankes. Die Magd versteht sich nach einigem
Widerstreben dazu, das Vorhaben wird ani^führt.*) Die
beiden Liebenden setzen nun auch nach der Vermählung
Marke's mit Isolde ihren geheimen Liebeshandel fort;
man wird aufmerksam auf sie^ Trbtan wird sogar der
Zugang zur Kemmenate von Marke selbst widerrathen,
um allem üblen Gerede vorzubeugen. Allein ^arjodo —
der Kammergenosse Tristan's — unterhält und schürt
den Verdacht beim Könige wider seinei^ Ne&n tUnd -s^n
eigen Weib. So kommt es dazu, dass Marke eines Tages
in listiger Absicht mit seitiem Gefolge für mehrere Tage
auf die Jagd auszieht, wobei Tristan sich krank meldet
und zurückbleibt. Kaum sind der König und seine
Mannen hinausgeritten, kotüiht Brangäne zu Tristan und
verabredet mit ihm ein Zeichen, welches dann Isolde
immer aufmerksam machen soll, wenn ihm die Stunde
zur Zusammenkunft günstig scheint: Den Span eines Oel-
zweiges solle er durch Einritzen ihr^r Anfaagsbaiftistaben
T und I auf den beiden Seiten näher kennzeichnen und im
Baumgarten dem „Wässerlein" anvertrauen, das von dem
Brunnen niedergeht, der an der Kemmenate fliesst. Dies
sei i^nn das Signal für Isolde, unter dem Schatten des
Oelbaumes mit Tristan zusammenzutreffen. So sehän dich
die beiden Liebenden denn wiedc^r öfber heimlich an
drittem Orte, unter Anderem auch Nachts, während Melot,
der Zwerg, verborgen lauert. 'Kaum war der Zeuge
einer solchen Zusammenkunft, als er sogleich zu Marke
forteilt und diesen schleunigst herbeiruft; Nachts soll er
mit ihm den Oelbaum besteigen. Bb geschieht; Tristan
erspäht beim Herannahen im Mondschein den Sehatten
*) Später wird Isolden diese Mittwisserin doch eiii vfems
unbequem und sie sucht sich ihrer zu entledigen. Die Maga
soll von zwei Schachern im Walde geheim ermordet werden
imd sollen diese dann der Herrin zum Zeichen, dass die Thkt
vollbracht, ihre Zunge überbringen. Die Beiden fühlen indess
ein menscnliches Rlmren imd überbringen Isolde die Zunge
eines ihrer Vogelhunde. Es ist ein Zug, der in vielen Märchen
und Sagen wi^erkehrt, vor Allem aber stark an die Gteschichte
der hl. Genovefa erinnert! Isolde bereut ihre That, Zumal
da sie erfährt, dass Brangäne auch im Anblick des Todes
Nichts verrathen hat, — die ftlr treu erkanlite Dienerin wird
lebend wieder zurückgebracht.
186
«der 'Beiden und mei^kt die drohende Gefahr. Er hofft,
Isblile werde gleich ihm die Schatten wahrnehmen und
gar nicht erst berkoipmen. D^ sie dennoch am 'Pllttze
erscheint, nimmt er ihr gegenüber eine höchst befrem-
dende Haltnng ein; darüber wird nun wieder sie stutsig
und bemerkt jetzt auch ihrerseits die Schatten von drei
Mahnern im Grase. Sofort schlägt sie mit Tristan einen
kalten,, abweisenden Ton an, wie er sich erdreisten könne,
sie nächtlieherweile in Abwesenheit ihres Gatten zu einer
Zwiesprache zu bitten: ihre feindliche Gesinnung gegen
ihn wegen seiner Schuld an Morold bleibe nun einmal
•bestehen! Der lauschende König wird getäuscht und ist
yoUkommen wieder beruhigt — Ein ander Mal findet
Marke an Isolden's Bette Blut, das von Tristan herrührt,
4er sich durch einen übermässig kühnen Sprung über den von
Melot in verrätherisoher Absicht mit Mehl bestreuten Boden
die kaum vernarbte Ader aufgesprengt hatte. Der König
beruft dieserhalb ein Concil, dieses verhängt ein Gottes-
gericht: seine Gemahlin soll „das glühende leisen** em-
pCangen, da sie selbst gelobt hat, die ihr aner^achte
Schmach zu tilgen. Jetzt ist Isolde in grosser Noth;
„mit Fasten und mit 3eten" empfiehlt sie sich „dem
gnadenreichen Christ, der hilfreich in den Nothen ist".
Sie beruft Tristan durch einen Brief nach Carlium, an
den Ort, wo sie die Sühne leisten soll; der findet sich
im Pilgerkleide mit gefärbtem und entstelltem Gesicht
dort^elbst ein. Es geschieht nun wieder eine List, da
ihn Isolde auf den ersten Blick sofort von weitem er-
kannt hat: der fremde Pilger, der dort am Ufer steht,
solle sie durch die Fluth von der Brücke ans Ufer tragen
— bittet sie; denn sie wolle „sich in diesen Tagen von
keinem Ritter lassen tragen". Auf ihren rasch einge-
'^ fiüsterten Bath iftrauchelt er, am Lande angekommen, wie
von ungefthr und kommt zusammt mit Isolde zu Fall:
^sodass ,er der schönen Königin im Arm und an der
Seite lag". Nun kann sie ni^ht mehr schwören, dass
sie snsier Märke ^me in eines Mannes Arm gelegen sei.
In keines Mannes Armen sei sie je gelegen ausser Marke's
und jenes frommen Wallers, was der König ja selbst mit
eigenen Augen am Ufer sich ereignen gesehen I
„Da wurde deutlich wohl und klar
Vor allen Augen offenbar:
jDass unsem lieben Herrgott man
Wie ^inen Aermel wenden kann!"
— setzt hier der Dichter noch hinzu. —
(Fortsetzung folgt.)
T a g e s g e B c h i c h t a
Mwikbriefe.
Hannover, den 1. Februar 1892.
(Schlufis.)
von
ISs fanden mehrere Grastspiele in der k. Oper statt, t^^
denen, das grösate Interesse oa^enige des Hrn. d'Andrade
(Don Juiail, Teil, Figaro im „Barbier von SevilU") erregte.
Die beiden eristen Partien sang derselbe hier bereits im vori-
gen JiJire; sein Figaro reihte sich als bleich vorzttgllohe
Lieistung den frtthoren an. Das Gastspiel des Frl. Pewny
aus Mielchen (fajs Aenn<^en, JUiseiffi „Glöckcben des Ere-
miten" und }als Begimentfitochter) äihrte zum Engagement
als Qpemi^brettei. . : , . . .
. Im. k. Theater ia^^d^ d^,9.,<3. und 4. Abonnementcon-
cert der k. 0apeUe un.ter Hrn. Kot zky 's Leitung statt. Im
2. Concert sapg.Hj?. Gura wie immer erfolg^ich und ^r.
-Cono^ii^meisteril liier yon hier ^pielt^ das -Ooncert von Men-
delssohn.. Das Orchester .brachte eine Symphonie von Haydn
und die in .Ddur von ^ethoyen ;bu Öehör. — Das 3. Concert
war dem Andenken Mozart^s jg;e.weiht pnd enthielt das Re-
ouiem, die Mau^erisphe Trau^ij^usik, dfMS „Ave verum" and
die .Symphonie in Cdur mit der Sohlussfiige« Hr. d* Andra.de
.sang i^ine Ario aas , |^igaro*s Hochzeit" und qin Duett mit
Frau K o ch -B o SS eii berger. Dij^ Soli im Itequiem fSemden
durch die Damen Koch-Bossßnberger und Beck-Badecke
und durch die HH. Gr.üning und Qillmeister gute Wieder-
gajbe. — Im 4. Con(:»rt gelangte die hachcomponirte Ddett-
.scene (mit Ouvertiire) aps Wagner*s „Tannhäuser", welche
bereits in einer vorhergegangenen Matui^ der k. Capelle auf-
geführt wurde, zu (^ehör. Frau Beck-Badecke und Hr. Grü-
nin^ sangen die Soslppartien^ flehlt auch der genannten Sän-
f&pjx grössere dramatische Kraft der Stimme, $o wird der
[örer entschädigt durah den reizvollen Wohllaut ihres Or-
gans, welche Vorzüge in den nachfolgenden Liedern noch
spßcieU hervortraten. Hr. Grüni^g, obwohl nicht so disponirt
wi.6 in der ersten Darbietung, sang dennoch vorssüglich. Die
„Eroica" beschloss den interessanten Abend.
.jDie oben er^^ähnte Matinöe, zu welcher Frau Carreno
aJs Mitwirkende ersphien, war nicht gut besucht. In den
Mittagsstunden scheint man in Hannover kein Verlangen
nach guter Musik zu haben; dagegen ziehen die häuüg Mit-
tags vorkommenden Concerte der Militärcapellen vor dem
Opernhaus viel Publicum an.
Von auswärtigen Künstlern besuchte uns in einem eigenen
Ck>ncerte die Harten virtuosin Mad. P. daVeiga, welche sich
als eine Meisterin ihres Instruments erwies und auch in der
Art ihrer Vortragsweise feines musikalisches Gefühl verrieth.
Der Kirchen chor der Marktkirche (Damen und Herren)
brachte in einem Concerte die schwermüthig klagende und
doch so tröstende Cantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit"
(„Aqtus tjTG^cus") von S. Bach zur Aufführung. Die Soli
waren vertreten durch die Frls, C\, Schmidt und.Hund-
oe^ger und Hrn. Brune. (Baritpn). . Frl. Schmidt sang
ausserdem noch den 23. Psalm von I^iszt mit Orgel (Hr. Or-
ganist Klose) und Harfe (Hr. Vizthum). Frl. ^undoegger
brachte eine Arie „W&aäe dich zu meinem Schmerze" aus
„Petpos" von Ph. E. Bach und Hr. Brune „S^het, welche
Liebe" vpn Rheinberger zu Gehör. Hr. Stock er, der Diri-
gent des Chores, hat sich durch das Opncert Verdienste er-
worben. Der Chor.san^ lobenjiwerth. Ein Vergleich mit dem
Schlosskirchenchor fallt jedoch zu Ungunsten dei^marktkirchen-
ohors aus,, da die sonoren Knabenstimmen ergreifender wirken,
als es Frauen^tijQ(unen vermögen. .Hr. Klose bewährte sich
als guter Interpret in einer SmoU-Fuge von S. ^ach.
von Interesse war das (I)oncert d^ Hrn. B. Metzdorf f.
Da die ki Gapelle für aussergewöhnliche Zwecke nicht zu er-
reichen ist, so reproducirte die Schaumburg-Lippische Hof-
capelle unter Hm. Sahla^s Leitung die Orqhesterwerke. Das
.Programm enthielt nur Worke des Concertgebers. und zwar
als äauptwer&e die bereits schon früher vorgeführte Tragi-
sche Symphonie in DmoU und die zum, ersten Male darge-
botene in E^dur. Die Iielj^re ißt sehr beachtenswerth ; sie
trägt abg^kl^ gemässi^n Charakter und bildet ein Gegen-
»stüok zu der leidenschaiuich bewegten ^raeischen. Sie ver-
hält sich zu dieser wie eine schöne Li^udschaft mit abwech-
selnd reichbewachsenen Höhenzügen zu einer wildromantischen
Gebirgsgegend. Im ersten Satz fuhren die Homer ein auf-
wärtsstrel^ndes sonniges Motiv (^/g-Takt, Esdur, Allegretto)
ein, welches von den Holzinstrumenten wiederholt imd er-
weitert wird, woran sich ,die Streichinstrumente schliessen.
Beine, nur weni^ getrübte Glückseligkeit, mit Sehnsucht ge-
.paart, spricht diiser Satz aus, insbesondere das .2. Thema,
welches aus dem 1. Thema en^prungen .ist. Der zweite Satz,
Adasdo soste^uto ientissimo, hat als Grpndtonart Hdur. Qboen
und Fagotte erö&en deiiselbeh mit einem klagenden Hmoll-
Motiv, welches ^ort die Violinen im tröstenden Ddur auf-
nehmen, um es bald in Moll klagend (Fismoll) zu wiederholen.
Der belebte herbe Mittelsatz (L)dur), dessen Motiv ebenfalls
aus dem ersitzen entstanden ist, erinnert an die Bühne, um so
schöner reihen sich d|UB in das I.Thema zurückleitende Moderato
tempo mit anmuthigen Violinpassagen und der Wiederholungs-
11*
186
satz an, welcher pianissimo stimmungsvoll verhallt. Der dritte
Satz ist kein Scherzo, sondern ein Allegretto mit tändelndem
Staccatomotiv in Gmoll, welches sofort dnrchgefiüirt wird.
Der Mittelsatz in Esmoll heeinflusst die Heiterkeit des Satzes
und trä^ pastoralen Charakter. Auch der vierte Satz ist
nicht wie gewöhnlich schnellfükssig, sondern trägt mehr ernste
majestätiscne Stimmung, wodurch die äussere Wirkung des
Werkes beeinträchtigt wird, und es fragt sich, ob hierin der
Oomponist keinen FehlfrifP gethan hat. Hr. Metzdorff hat es
sich nicht leicht gemacht; es ist viel interessante, pol^hone
Arbeit und musikalischer Gehalt, reiche rhythmische Bewe-
fung, abwechselungsreiche Verwendung der Instrumente in
iesem Werke. Der Einfluss von Wafi^ner-Liszt ist bemerk-
bar, und zwar hauptsächlich in der Budung der Motive; die
Letzteren meist auf den Dreiklws gebaut, enthalten auch theil-
weise die bekannte sogenannte Wagner-Triole. Doch bewahrt
der Componist in dieser Symphonie seine Selbständigkeit und
den symphonischen CharaKter. Die Ausführung des bespro-
chenen Werkes war exact, die Temponahme hingegen wohl
in manchen Theilen zu breit. Hr. Sahla hat seine Oapelle
gut geschult; es geht Alles mit Sicherheit, auch liegen Seele
und Schwimg im Vortrage, sodass die zu wünschen übrig
lassende Tonschönheit einiger Instrumente weniger auffällig
erscheint. Der Hannoversche Damengesangverein vervoll-
ständigte das Programm durch einen Chor aus „Bosamunde^,
Hr. Sanla spielte aen 2. Satz aus dem Violinconcert und das
Orchester brachte noch die Balletmusik aus „Rosamunde^ zu
Gehör. Das Concert wurde mit vielem Beifall aufgenommen.
— Der erwähnte Damengesangverein executirte in einem an-
deren Concerte den Schnitterchor aus „Prometheus" von Liszt,
„Ständchen" mit Altsolo von Schubert und andere Werke
unter Hm. MetzdorfTs Leitung.
Hr. Pianist Lutter absofvirte drei Musikabende. Am
Ersten derselben war Frau L. Sande rson erschienen und
sang, wie es ihr Brauch ist. Lieder von Bungert, einige we-
niger ansprechende von Eulenburg u. A. Mit dem Vortrag
des „Erlkönig" von Schubert konnte die Sängerin ihren Ruf
nicht gerade befestigen. Hm. Lutter's Hauptvorträge be-
standen in der Sonate Op. 90 von Beethoven und der 8. Rhap-
sodie von Liszt. Am zweiten Abend war Hr. Sauret mit-
wirkend (Kreutzer-Sonate) und am dritten Abend die frühere
hiesige k. Opemsängerin Frl. Hartmann, welche denLieder-
cyklus „Dolorosa" von Jensen und andere Lieder sang und
sehr herzlich au&^nommen wurde. Hr. Lutter zeichnete sich
besonders durch den Vortrag der „B6n6diction de Dieu dans
la solitude" von Liszt aus. Das Programm enthielt als An-
fangsnummer das Ciavierquartett Od. 88 von Rheinberger, in
welchem, ausser Hm. Lutter, die HH. Riller, Kugler und
Lorleberg mitwirkten.
Am 1. Musikabend des Rieh. Wagner-Vereins spielte
unser trefflicher Harfenmeister Hr.Vizthum „Cantique d'a-
mour" von Liszt, von dem Vortragenden wirksam transscribirt.
Darauf sang Hr. Grüning Parsifars Versuchung, sowie den
23. Psalm von Liszt mit Harfe und Harmonium (Letzteres
durch Hm. Metzdorff ausgeführt), Frau Beck-Radecke
trug mit seelenvollem Ausdruck Lieder von Schumann, Cor-
nelius, Wüllner und Hans Schmidt vor. Es war ein schöner
genussreicher Abend.
Der strebsame Hannoversche Männergesangverein
veranstaltete unter Leitung des k. Musikdirectors W. Bunte
zur Vorfeier von Kaisers Geburtstag am 26. Jan. ein Concert.
Die Vorträge: „Am Altar der Wahrneit" von Mohr, „Sturm-
beschwörung" von Dürmer, „Schwalbe als Liebesbote" von
Attenhofer und „Salamis" von Q^msheim trugen in ihrer
Ausführung künstlerisches Gepräge.
Emil Fritzsch.
(Fortsetzung.)
Wien.
Wenden wir uns jetzt zu den Philharmonischen
Concerten zurück, so finden wir im fünften Strauss' kühnen
„Don Juan", umgeben von lauter Vertretern des classi sehen
Repertoires: Oherubini's „Medea"-Ouverture, Volfanann'sFdur-
Serenade und der 1. SjTiiphonie Beethoven's. Dass man gerade
diese unmittelbar auf die Strauss'sche Novität folgen Hess,
verrieth wenig Takt, ihre bescheidene Instrumentation stach
doch von der soeben vernommenen, feist beispiellos üppigen
gar zu seltsam ab. Rücksichtlich des dritten Goncertes haben
wir noch nachzutragen, dass vor Bruckner's Linzer Sympho-
nie ein in Wien noch unbekannter holländischer G«iger Hr.
Johannes Wolf f mit sehr schönem Ton und vollendeter Tech-
nik, daher entsprechend unter grossem Beifall Spohr's „G^esangs-
scene" vortrug, welchem Stücke wieder Beethoven's Ouver-
türe Op. 115 (jjZur Namensfeier") vorausgegangen war. —
Das sechste Philharmonische Concert wurde zu Miren Masse-
net's, der sich wegen Vorbereitung seiner Oper „Werther"
längere 2^it in Wien aufhielt, mit dessen Suite „Esclarmonde"
(aus Stücken seiner gleichnamigen Oper zusammengestellt)
eröfi&iet. Wie die Suite hier aufführt wurde, erschien sie
mit ihren die jeweilige Situation bezeichnenden Ueberschrifken
als eine viersätzige Programmmusik, einen Stoff illustrirend,
welcher dem der Gluck'schen „Armida" verwandt. Alles ge-
schickt gemacht, aber ohne besondere Neuheit der Ideen,
mehr 'Tonmalerei , als Musik, mehr Instrumentation, als Er-
findung. Wo der Componist an Berlioz und Wagner anknüpft
(und er macht aus seinen Anleihen bei den ^Nibelungen"
nicht das j^eringste Hehl), erscheint er jedenfsblls uebenswürdi-
fer und interessanter, als wo er sich abgebrauchter Meyer-
eer'scher Effecte bedient. Dies ist z. B. im ersten Satz „Die
Beschwörung" der Fall, wo man unwillkürlich an Jene der
fesnenstigen Nonnen durch Bertram in „Robert der Teufel"
enkt. Am meisten ^fiel der zweite Satz, „Die Zauberinsel".
Hier ^ellt sich zu der feinsten, pikantesten Tonmalerei —
das Einschläfern eines Ritters Roland durch die Geister der
Esclarmonde schildernd — ausnahmsweise auch eine recht
hübsche, freilich etwas kurzathmige originellere Melodie, und
das zarte Verklingen des Gknzen wirkt dabei ohne Frage
poetisch. Nach diesem Satz wurde Massenet mehrmals ge-
rufen, eine Ehrung des geistreichen Tonsetzers, die sich nach
dem Finale, einem ziemEch gewöhnlichen Pastorale, das in
einen brutalen musikalischen Hexensabbath „ WUde Jagd" Über-
feht, wiederholte. Am wenigsten wirkte im Concertsaal der
ritte Satz, „Hochzeitsfeier", aer mit seinen (rein äusserli(^en)
„Tristan"- Anklängen eher „Liebesscene" überschrieben sein
könnte. Leider täuscht auch hier die Elangschönheit nicht
über die fehlende Innerlichkeit hinweg. Im Ganzen erscheint
bei dieser „Esclarmonde" -Suite der stets gewagte Versuch,
moderne Bühnenmusik in den Concertsaal zu übertragen, un-
gleich weni^r geeJückt, als mancher firühere (Bizet's „L*Arl6-
sienne", Gneg's „Peer Gynt"). Noch eine zweite Neuheit
brachte das Concert in Gestalt einer Rhapsodie (Op. 65, Dmoll)
für Ciavier und Orchester von Ignaz Brüll, welcher selbst
als Solist vor dem Flügel sass und und seiner persönlichen
Beliebtheit auch diesmal einen recht freundlichen Beifall ver-
dankte. Als Composition nahm sich die. in ihren Gedanken
leicht ungarisch angehauchte Rhapsodie nach den rafflnirten,
aber immerhin effectvollen Klängen Massenet's noch blässer
aus, als im vorhergehenden Concert Beethoven's „Erste" nach
dem Strauss'schen „Don Juan". Auch wurde man diesmal
nicht wie bei Beethoven durch einen blühenden Leib und
eine singende Seele für das prunklose Gewand entscliädigt.
Im Gegentheil bringt es BrüU's Rhapsodie, allzu musivisch
gebildet, mit ihren vielen kleinen Sätzchen, worunter Keines
originell, natürlich noch weniger zu einem packenden Gre-
sammteindruck. Einen erquicklichen Schluss des Concertes
bildete Haydn's herzige Pariser Symphonie in Bdur, als an-
gebliches Lieblin^tück Maria Antoinette's auch „La Reine"
genannt. Im klemeren Raum — sie wurde voriges Jahr in
ebensolchem durch das stets vortrefflich einstudirteDUettanten-
Orchester des Prof. H. Grädener gespielt — wirkt ihre reizende
kindliche Naivetät allerdings noch überzeugender.
Schliessen wir nun an die soeben geschilderten „ordent-
lichen" Philharmonischen Concerte noch rasch den Bericht
über ein „ausserordentliches", welches zum Besten des ICran-
kenvereins („Nicolai") dieses Orchesters stattfand. Dasselbe
eröflßaete mit A. Dvofäk's in Wien noch nichtgehörter dra-
matischen Ouvertüre „Husitska" (d. h. der „Hussitischen"),
einem effectvollen, pompös gesteigerten Musikstück, das seine
Wirkung nur durch übergrosse Länge abschwächt. Auch er-
scheint der herausfordernd nationale Charakter dieser Ouver-
türe gerade bei den jetzigen politischen Verhältnissen in
Oesterreich für deutsche Ohren und Herzen nicht eben sym-
pathisch. Weit anziehender wirkte die nächste Programm-
nummer: Berlioz' „Sommernächte", eine Sammlung tief in
Stimmung getauchter zarter Sologesänge (mit kleinem Orche-
ster), aus welcher bisher in Wien nur Einer, allerdings der
schönste („Trennung" für Sopran), vor vielen Jahren hier
öffentlich gehört worden: die feinfühlige Liedersängerin Frl.
Helene Wagner war damals — in einem Gesellschaftsconcert
des Jahres 1867 — die congeniale Interpretin gewesen. Zu
137
bedauern war, dass im „Nicolai^ -(üoncert we^n Unpädslichkeit
der Frau Förster die erste, einzige mehr heitere luimmer des
Cyklus ent£EÜlen musste und eine Andere, eben die wunderbar
innige „Trennung**, nicht mit der vom Oomponisten vermein-
ten helleren Klangfarbe gesungen werden konnte. Man merkte
es der sonst so tüchtigen Altistin Fran Kaulich an, dass
sie sich nicht in ihrem rechten künstlerischen Fahrwasser
befand. Für den ergreifenden Klagegesang „Auf den La-
gunen^ brachte der Baritonist Hr. Kitt er den rechten
Stimmton und Vortrag mit, nur sang er nicht immer ganz
Toin. Das geisterhafte Tenorlied „Auf dem Friedhof" inter-
Sretirte vortrefflich Hr. Walter, ohne die gesangliche Sprö-
igkeit gerade dieses Stückes (eigentlich eine echt Berlioz^sche
Mondscheinscene ftlr Orchester) ganz überwinden zu können.
Man kann wohl sa^en, dass bei all den neulich gehörten
träumerischen Elegien der Sammlung der Hauptreiz in dem
mit au^rlesener Zartheit behandelten Orchester liegt, wel-
ches der dedamatorisohen Singstimme erst Leben und Farbe
ffibt. Im „Nicolai" -Concert wurden die „Sommernächte" nicht
mi französischen Urtext von Th. Gautier, sondern in der hoch-
poetischen meisterhaften Uebersetzung von Peter Cornelius
eesungen, wodurch sie offenbar noch gewonnen haben. Es
folgte nun (bereits von firüher bekannt) eine J. S. Bach*sche
Violinsonate, von HeHmesberger sen. frei für Streichorchester
übertragen und in dieser Form stets eine Glanzleistung un-
serer Philharmoniker, besonderes deren Geiger mit ihrem ein-
heitlichen, schneidigen Strich. Nach diesem an einer classi-
schen (wenn auch stark modern übermalten) Composition vor-
geführten Massenaufgebot von Violinvirtuosität konnte
Vieuztemps* Dmoll-Concert stofflich unmöglich interessiren.
Dass trotzdem der Solist, der jüngst zum k. k. österreichischen
Kammervirtuosen ernannte junge Geiger Marcello Rossi,
lang anhaltenden, lebhaften Beifall erzielte, spricht jedenfalls
für die Güte seiner Leistung, die man vielleicht am besten
mit dem französischen Schleigworte „& quatre öpingles" be-
zeichnet. National, wie es begonnen, schloss das öoncert, nur
hatten die wüden- tschechischen Hussiten feurigen Magyaren
und Zigeunern Platz gemacht. Liszt's zweite, berauschend
orchestrirte Rhapsodie war es, die anter den Händen und
Lippen der Philnarmoniker wieder unwiderstehlich wirkte.
Ein Stück Naturpoesie, an dessen Genuss sich unser Publicum
nicht ersättigen kann.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Dem gegenwärtigen Vorstand und dem musi-
kalischen Leiter der Singakademie muss man nachsagen,
dass sie mit glücklicher ^nd ihre Concerte inauguriren, seit-
dem diese in der Alberthalle stattfinden: „Elias", „Der Mes-
sias", „Judas Maccabäus**, die „Faust** -Scenen von Schumann
und in dem letzten Concert desselben Meisters Tonschöpfung
„Das Paradies und die Peri** sind Werke, die durch die eigene
Kraft allgemeines Literesse erwecken und eine grosse An-
ziehungskraft auf ein musikalisches Publicum, wie das Leip-
ziger, ausüben. Auch das letzte (]k)ncert, über welches zu
refenren wir uns anschicken, war von einer gewaltigen Men-
schenmenge besucht, welche mit vollen Zügen die Schönheiten
des Werkes einsog und den romantischen Duft, der über dem-
selben liegt, auf sich einwirken Hess. Und dies konnte um
so ungetrübter geschehen, als Hr. Prof. Rieh. Müller den
chorischen Theil der Auftührung sehr sorgfältig vorbereitet
und der Verein ihm andererseits auch gute Solisten zur Ver-
fügung gestellt hatte, wie weiter das Orchester, die im feineren
Concertspiel sehr tücntig e[eschulte Capelle des 184. Li&nterie-
Regiments, ebenfalls das Seine zum Gelingen des Ganzen ehr-
lich beitrug. Die ChorkrIUfbe des Vereins leisteten namentlich
dort, wo der Gorrectheit sich auch eine feinere Nuancirung
beigesellte, recht Vorzügliches, nirgends aber ihrem jetzigen
Rufe Unwürdiges: nur wäre aen Frauenstimmen hier und da
noch ein edleres Tongepräge zu wünschen gewesen. Von den
Hauptsolisten nahm Frau Baumann als Peri nicht blos hin-
sichUich der Bedeutung ihrer Aufj^be, sondern auch nach ge-
sangtechnischer Seite und in der geistigen Auffassung den ersten
Platz ein. Neben ihr sind mit Auszeichnung der Bassist Hr.
Knüpf er, der als Concertsänger trotz seiner Jugend schon
jftzt seines Gleichen unter seinen Stimmcollegen sucht, und
unsere beliebte Altistin Frau Metzler-Löwy mit ihrem
sympathischen Vortrag zu nennen, während der Tenorist Hr.
Wulff aus Strassburg i. £. mit seinen glänzenden Stimm-
mitteln mehr blendete, als erwärmte. Die kleineren Solopar-
tien gelangten durch dieFrls.Münch und Hand rieh, Frau
Stephanie und Hm. Briesemeister zur Ausführung. Von
den Genannten e^ebührt Frl. Münch die Palme für ihren ein-
wandfreien und nerzerfreuenden Gesang.
Eine grosse GhoraufPührung brachte ebenfalls das letzte
Abonnementconcert im Neuen Gewandhaus. Sie galt
dem neuen Oratorium „Christus der Auferstandene", Text
(zumeist nach Bibelworten) von Emmy Schreck, Musik von
Gustav Schreck. Der von der nicht blos in Poesie, sondern
auch in Malerei und Bildhauerei sehr talentirten (jfattin des
einheimischen Oomponisten mit dichterischem Feinsinn ver-
fEtsste Text gliedert sich in die sechs Abtheilungen „Die Auf-
erstehung", „Der Gang zum Grabe", „Die Jünger von Em-
maus", „In Jerusalem", „Am See Tiberias" und „Die Himmel-
fahrt", deren jede Einzelne vom Oomponisten zu einem gläu-
big und sinnig ausgeführten musikalischen Stimmungsbilde
^;estaltet wurde. Hr. Schreck documentirt zwar, wie schon
in früheren Chorwerken, auch in diesem Novum kein Erfin-
dungstalent von thatsächlicher Originalität, wie er sich auch
in der äusseren Form mehr an das Hergebrachte hält, statt
neue Wege zu suchen. Trotz dieser Begrenzung seines
Schaffens gelingt es ihm aber doch auch in seinem Oratorium,
nicht blos das musikalische Literesse, sondern auch unmittel-
bare und nachhaltige Eindrücke auf die Empfindimg des
Zuhörers zu erregen vermöge der Ehrlichkeit und Wahrhaf-
tigkeit seines eigenen musikalischen Fühlens, und darauf ist
ja besonders bei einem kirchlichen Tonwerk das Hauptgewicht
zu legen, so sehr dem Musiker in diesem Oratorium auch die
vorzi^liche Arbeit: die äusserst sachgemässe Behandlung des
Vocalsatzes, die klare wirkungsvolle Instrumentation und die
meisterliche Beherrschung contrapunctischer Probleme impo-
niren muss. Da das Werk im Druck vorliegt und die Presse
Gelegenheit erhalten wird, an der Hand der Partitur näher
auf dasselbe einzugehen, so mögen für hier die obigen orien-
tirenden Bemerkungen über dasselbe genügen. Die vom Oom-
ponisten persönlich geleitete Aufführung war eine grösstentheils
recht acceptable. Der Chor schien mit schöner Hingabe bei
der Sache zu sein und sang bis auf den an manchen Orten etwas
schwerfälligen Sopran zumeist recht gut, und das Orchester und
Hr. Homeyer an der Orgel thaten in vollstem Maasse ihre
Schuldigkeit. Von den Solisten boten nur Frau Bau mann
und Hr. Schelper (Christus) hoch Befriedigendes, Letzt-erer
allerdings mit einem Anfing von leichter stimmlicher Indis-
position, welche man auch bei Hrn. Dierich aus Schwerin
vermuthen musste, wollte man für den theilweise nicht schö-
nen Klang seines Organs nicht einen anderen Grund suchen.
Frau Moran-Olden war entweder ebenfalls nicht e^t dis-
ponirt oder sie hatte überhaupt in kein intimeres Verhältniss
zu dem Werke zu treten vermocht , dessen ihr zukommenden
Theil sie nicht einmal technisch und rhythmisch in der Gewalt
hatte, und Aehnliches ist von Hm. Wittekopf zu berichten.
— Der äussere Erfolg der Novität war ein für den Oomponisten
überaus ehrender, den Niemand dem so ernst strebenden,
dabei stets bescheidenen Künstler missgönnt haben wird. j^.
Leipzig. Am 26. Febr. fand im Theatersaale des Krvstall-
palastes zur Feier des 16. Stiftungsfestes des hiesigen Leu r er-
Gesangvereins ein von demselben gegebenes Concert statt,
dessen erster Theil durch die von dem V ereinsdirigenten Hrn.
Capellmeister H. Sitt componirte Ouvertüre zu Leschivo's
„Don Juan d'Austria" eingeleitet wurde. Da dieses Werk
schon nach seiner Reproduction im 2. diesjährigen Gewand-
hausconcert in d. Bl. eine eingehende Besprechung erfiethren hat,
so können wir uns sofort zu den Darbietungen des Vereins
selbst wenden, die aus dem „Kyrie" und „Gloria" der 2. Volk-
mann^schen Messe, sowie aus den drei Männerchören: „Gute
Nacht" von H. Gk)etz, „Bastlose Liebe" von Th. Kirchner und
Seh wanenlied von H. Sitt bestanden. Sämmtliche Compositionen
fanden eine zumeist vorzügliche Wiedergabe, die man wohl
nicht minder dem ausgezeichneten Dirigenten, wie dem treff-
lichen Material, das ihm zu Gebote Stent, zu danken hatte.
Am besten gelang unserer Meinung nach der entzückende
Goetz'sche Chor, auch das stimmungsvoll gehaltene Sitt'sche
Seh wanenlied machte sich recht gut, während das ziemlich
massige Kirchner'sche Opus auch nur eine mit der Oomposi-
tion Schritt haltende Ausführung erhielt. Den 2. Theil des
CJoncertes bildete Heinrich Zöllner's grosses Chorwerk „Colum-
bus". Man muss der Oberleitung des Vereins ganz besonders
dankbar sein, dass sie die Bekanntschaft des bei eini^n nicht
wegzuleugnenden Mängeln hochinteressanten und geistvollen
138
Werkes vermittelt hat, da es wohl flu: viele Zuhörer Novit&t
war. Der ComponiBt, der sich auch den im Glänzen recht
ansprechenden nndg;eschicltt gmachtön Text zu seinem Werke
seihst gedichtet, hat ftr setif groSSeef Tttlent, dituMionen zu
malen, packende Steigerungen tinid^mltfertreidsende Wirkungen
hervorzubringen, das* fflänzendere Z^ugAiss gebracht, wir er-
innern nur an den EingangSchor, den Matfösetichor (No. d)
und den grandios aufgebauten Schluss. Ausserordentlich stim-
mungsvoll ist das Duett zwischen GolUmblQiS unä Felipa (No. ^,
das von einem schönen empfindunesvollen l^ema beherrscht
wird. Ziemlich originell in der Srfindbn^ und sich durch
Pr&gnanz auszeichnend ist auch das Air £e Person des Co-
lumous als den Entdecker Amerikas eingef)!k!hrte Motiv, nur
hat es der Componist doch gar zu lieb gehabt: es wird —
um einen landl&u^gen Ausdruck zu gebratlchen — im Verlauf
des Stückes so sehr „abgedroschen^, dass man es schliessh'ch
satt bekommt. Wenn sich so Alles in Allem Zöllner als
ein Tondichter mit schönen Gaben, als ein vorzüglicher
Beherrscher der t^orm, sowie als ein vollendeter Orchester-
techniker erweist, so ist es um so bedauerlicher, dass er
nur zu oft sehif wenig auf eigenen Iltissen steht und
sich von seinem grossen Ideal — lUchard- Wagner — am
GMkngelbande fahren lAsst. Cölorit und' Instrumentation erin-
nern stellenweise mehr als erlaubt an den allgewaltigen Bay-
reuther Meister, so am Ende d^r fünften Nummer („Lohen-
grin*^) und am unverkennbarsten zu Anfang der 6. und B.
Nummer, — man iheint da wirklich, stellenweise den dritten
Aufisug des „Tristan'' vor sich zu haben ; ich will nur an die
Worte des fiodrigpo: „Nur ödes Meer** und n^eia, Heil uns" etc.
erinnem. Trotzdem aber bleibt der „Oolumbus" ein hoch-
interessantes Werk, tmd möge er auch an dieser Stelle allen
Vereinen uiid Concertuntemehmungen aufis Dringendste em-
pfohlen sein. Die Auffilhrung, die es dieses Mal erfuhr, war,
was die Chöre anlangt, eine vortre£flicbe; fir. Gapellmeister
Sitt hatte dieselben offenbar mit grosser Liebe und Sorgfalt
einstudirt, und ihm gebührt nfcht das geringste Lob fhr den
trefflichen Ausfall, der in besonderem MaMse auch seiner
grossen Directionsroutine zu danken war. Nicht ganz auf der-
selben Höhe standen die solistischen Leistangen: Frl. Mar-
tini, die sich im ersten Theile des Goncertes mit einer leid-
lichen Wiedergabe der Romanze „Du stiller Wald" etc. aus
Bossini's „Teil" eingeführt hatte, konnte für die anspruchs-
volle Partie der Fehjpa nicht genügen, Hr. Hu n gar (Colutn-
bus) schien sich nicht recht sicher zu ftüilen, brachte aber
die dramatischen Höhepuncte seiner Aufmbe zu entsprechen-
der Wirkung, und Hm. G. Borchers liegt der Bodyigo zu
hoch. Die Capelle des 107. Li&nterie-Begiments, welche die
orchestrale Begleitung besorgte, stand leider oft nicht auf der
Höhe ihrer allerdings nicht leichten Aufgabe.
F. Br. Pfau.
Schwerin. Hofoapellmeister Aloys Schmitt, der 36 Jahre
lang dem Schweriner Hoftheater als Leiter der Oper und Con-
certe gedient hat und üb^r dessen Leistungen die musikalische
Welt m ihrem Lobe einig ist, hat sich genöthigt gesehen, um
Pensionirung resp. Entlassung aus seiner Stellung nachzu-
suchen ; und es steht nunmehr fest, dass derselbe zu Ostern
das langjährige Feld seiner Thätigkeit verlassen wird. —
Als dunkle Früchte von dieser Sache im Publicum auf-
tauchten, da wollte man im Publicum denselben zunächst
keinen Glauben schenken. Als aber die Gerüchte bald mehr
imd mehr sich als Thatsachen herausstellten, so war es na-
türlich, dass in Schwerin sowohl, wie im ganzen mecklen-
burger Lande in allen Kreisen, welchen das Gredeihen des
Schweriner Eunstinstitutes am Herzen liegt, sich eine gewisse
Spannung und Erregung geltend machte. Mau weiss eben
im Obotritenlande ganz genau, dass Aloys Schmitt es ist,
welcher die musikalischen Verhältnisse Schwerins auf ihre
Höhe gebracht hat; und deshalb zollt man ihm ungetheilte
Dankbarkeit für sein rastloses künstlerisches Streben und
Schaffen. — Es wurden nun von verschiedenen Seiten Versuche
gemacht, Schmitt's Fortgang zu verhindern. Da waren es zu-
nächst die Mitglieder der Hofbapelle, welche in einer Petition
ihren hochverehrten Dirigenten ersuchten, in Schwerin zu
bleiben; ausserdem petitionirten sie auch bei seiner königl.
Hoheit dem Grossherzog. Auch andere dem Hoftheater femer
stehende Ej-eise haben sich in diesem Sinne an den Gross-
herzog gewandt. Leider ist Alles erfolglos geblieben, und die
Thatsacne, dass Schmitt Ostern geht, blobt bestehen. Die
Ursache hiervon sollen Differenzen mit der Intendantur, die
schon seit Jahren sich geltend gemacht haben, sein. Der
Umstand, dass von der Intendantur Nichts geschdisiL isti,
Schmitt zu halten, kennzeichnet Übrigens schon zur Qentkg»
die Sachlage. Für Den , welcher die Gesohiehte des Sohwfip
riner Homeaters in den loteten vier Decennien genau kenni^
mnss der jetzige Staxid der Dinge wunderbar und bedanefliBli
zu gleicher Zeit sein. Schmitt hat das Vertrauen unf die
Hochschätzung aller firüheren Intendanten (v. Flotow, PuilitB,
v.Wolzogen) m hohem Maasse besessen, und von irgendwel-
chen Differenzen hat man nie Etwas gehört; und IDwerenaem
wären doch eigentlich bei v. Floliow, dessen musifaaüacber
Standpunci so sehr von Dem Schmitt*s verschieden war, so
leicht erklärlich gewesen !«— Schmitt ist jetzt zwar bereits ein
Sechsziger an Jiären, aber seine körperliche und- geis^ge
Kraft ist ungebrochen. Es wäre deshalb im Interesse unserer
Kunst zu wünschen, dass er sich jetzt noch nicht mfif
Altentheil setzte, sondern weiter wirkte. Und wenn dies mchi
in Schwerin mehr sein kann, so wollen wir ho^Gtn, daas
Schmitt in irgend einer anderen grösseren Stadt den Ttafetstoek
weiter fikhre. St.
Sondershausen. Hofcapellmeister Prof. Schröder's
dramatisches Erstlingswerk ^^pasia^ erlebte am 8. März hier
die erste Aufführung. Das Werk ist genannt „Oner*' in drei
Aufzügen. Mit Fug und Becht könnte es sich „Musikdrama^
nennen. Denn es ist ein wirkliches Tondrama nach mo-
dernen Kunstbegriffen. Inhalt und Handlung sind hochr
dramatisch, das Libretto ist ein schönes dramatisches GMiehi,
weiterhaben über die landläufigen Opemtexte. Die Gestalt
der Aspasia, deren Besignation an den Goethe'schen Tlioas er-
innert (6. Act der „Iphigenie*'), ist ganz ideal gehalten«
Der Erfolg des Werkes war ein maz ausserordentUeher.
Ich enthalte mich, die dargebrachten Ovationen, welche offinu-
sichtlich die Signatur des Spontanen trugen, einzeln aufsd-
zählen. Es gentkge, zu berichten, dass die Zahl- der dem
Oomponisten, dem I<eiter des Ganzen, gespendeten KsifiriHe-
salven, die Zahl der Hervorrufe, Lorbeerkränze und Bluniea-
spenden eine übentus grosse war, dass das Publicum sich
nicht genug thun konnte in der Freude, dem Sohöj^fer und
den ausführenden Künstlern seine Anerkennung auf jede nur
mögliche Weise zu zollen., und dass namentlich naish -dem
Schlüsse des Ganzen der EnthusiajBmus in frenetischer Weise
sich manifestirte und in einen mächtigen Tusch des Orchesters
ausklang.
Es ist nicht meine Absicht, heute eine Zergliederung,
eine Special-Anal^ der Novität zu geben. Nur eine kurze
Charakteristik sei gestattet. Schröder steht auf dem Stand-
puncto des modernen neudeutschen Musikdramas und bekennt
sieh zu den Principien des Bayreather Meisters» Er kennt
genau und benutzt die ErruAgenschaftea und' Ifittel
des modernen Orchesters. Er ist geschickt in dereft TTamil
habimg. Das Orchester in „Aspasiir ist grossarttgy gttnzend,
blendend, farbenprächtig, die Instrumentation meisterlMift,
häufig überraschend genial. Wenn der Tondichter ancb die
von den Olassikem fast gar nicht angewandlen orchestralen
Ezcentricitäten (z. B. Turnt, Bassdarinette u. s. w.) nicht ganz
verschmäht, so benutzt er sie doch nur mit weiser Oekonoraie,
wodurch sie um so wirksamer werden. SpecieUeres hierüber
behalte ich mir für einen eventuellen späteren Bericht vor.
Die musikalisch-dramatische 2Mchnung der Träger der Ebiid-
lung (Conradin, Dimitrios, Apostolos, Aspasia, Destima) ist
vortreiFlich gelungen. Die zahlreichen Ohöre sind von
schönster Frische und in ihren lyrischen Theilen von nobler
Melodik getragen. Beminiscenzenjäger wollen auch allerlei
Anklänge herausgefunden haben an dieses oder jenes Tim-
drama Wagner's, sogar auch an Gounod, Meyerbeer. Dem
ist entschiäen zu widersprechen. Von Vfagner's Geist ist
das Werk beseelt, von eigentlichen Anklängen oder gar
von sclavischer Nachahmung, von Plagiat ist k^ne Spur
vorhanden. Im Gegen theil: Schröder's Tondichtung ist gwoz
selbständig und sein ureigenstes Werk.
Die Ausführung des überaus schwierigen Kvnstwericte
war in jeder Beziehung gelungen und glanzvoll^ sie verdiente
den ihr gewordenen stürmischen und jubelnden Beifikll, wekber
das vorausgegangene fleissige Studium vieder MitnatS' reksh
und voll belohnte. Die ganze AufEÜhmng ging gbM und
ohne Verstösse von Statten. Schröder bewährte sieh^aafs
Neue als Meister- und Musterdirigent , und die Hofeap^le,
welche durch auswärtige Kxäfte noch verstärkt wary nl^gte
ihrem Buhmeskranze neue Blätter hinzu. Das ganze Waxk
ging wie aus Einem Gusse in vorzüglicher AusmuruM. ^kwkt
vorüber,, kein Fehler störte die Harmonie dev Dateteilkinii^
J
139
Di9 emzelnen dramatischen Partien waren in den beeten
HlVndeay Alle gaben ihr Bestem, l^rvorragend in Gesang
und} Spiel war der Leipziger Bae^isl^ Hr» Knüpf er als Apos-
toloe, recht, bcav der Tenorist Bx. Koch-Engüs als Dimi-
tnos, eKcellent die Frls. Möfoius als AjroaBia und Breuer
als I>a|ti^oa. CBelde Damen sind im Besitz schönen Stimm-
matorials, ihr Spiel dramaUscb.) Vorztoüch auch war Frl.
Giamar ala Zigeunermutter Anthula* (Contraalt, praphtvolle
Stimme.) Hohes Lob verdiente auch der Baritonist Hr^
2immermaxui (Gonradin) ftü: seinen prächtigen Qesang.
Sehn brav waren Hr. Mirsalis als Werner Sepp (Tenor) und
der Bantonist Hr. Peder vom hiesigen Gonservatorium als
Narkissos. Prachtig waren auch die kleinen Partien der
Paranymphen fBrautjungfem) besetzt^ darunter Frls. Martha
Srank, Barjbholomö, Gurth u. A. vom hiesigen Gonser-
vatorium. Eicaci und brillant e;ingen die theilweise sehr
schwierigen Ghöre (in der Mehrzsuil Sphülerinnen des hiiasi^^
Gonservatoriams). Es war eine Lust^ von solch schönen Stim-
men die hohen Sppranlagen mit jugendlicher Frische be-
wältigen zu höcen.
Der dritte Aufzug weist im Vorspiele eine Fuge, in instru-
mentalem Pmebtcolerit sehlieesend, auf. Der gegen das Ende
des Actes vorkommende Zigeunertanz, von neun Ballet-
tftnzerinnen des Leipzi^r Theaters, Frl, Doenges an der
Spitze ale Kiffeunerkönigin, aiisgefahrt, errang brausenden
BeiÜBklL AucK die. neuen Decorationen: 1. Aufzug: freier
Platz in Athen, im Hintargrunde die Akropolis. 2. Aufzug:
F^lsengegend- bei Argos, 3. Aufzug: Hügel bei Phaleron, ge-
malt vom hiesigen Maler Kühn, fanden vielen Beifall.
Die Aufistattung war brillant und entsprach allen An-
ferdei:ngen.
Und so seien denn dem hochbedeutenden Werke, dem
echten deutschen Werke, welches deutscher Fleiss, deutsches
(jenie, deutsche Knnst geschaffen, bei seinem Eintritte in die
Oeffentlichkeit die besten Wunsche mit auf den Weg gegeben!
Mö^en. die deutschen Bühnen sich des Werkes annämen und
es durch Ausführungen dem deutschen Volke zngS^neif machen!
Es ist eine hervorragende Tonschöpfhng, wdcne sicher
Deutschlands Beachtung und Anerkennung ungleich mehr
verdienti als. so mancherlei ausULndische Schöpf unj^;en zweifel-
haften Wecthes. Franz Friedrich.
Oanoei4umMhaii.
Am1i6B« 5. st&dtb Abonn.-(7onc. (Schwickerath) m. dem
Oratorium „Franciecus^ v. Edg. Tinel unt. sollst. Mitwirk,
der Frau XJzielli u. des Hm. v. Bandrowskl a. Frankfurt a. M.,
sowie des Hrn. Haubrich a. Göln. (Die. Au£föhrunfi^ des
„hochinteressanten mehr durch die Qlnth, als die Elrait der
schöpferischen Phantasie des Gomponisten*' fesselnden Neuheit
unteir Hm. Schwicl^erath's Leitung muss nach uns vorliegen-
den Bedchten eine ganz auegezeichnete gewesen sein. So
schreibt die „Cöln. ioeit.*' in diesem Betreff: „Dass einem
Werke, welches so sehr auf die Klangwirkung gearbeitet ist,
wie der »Franciscus«, von allen Factoren der Ausführung die
grösste. Peinlichkeit hinsichtlich der Klangschönheit gewiamet
werden muss, ist selbstverständlich; man darf mit Uecht sa-
gen^ dass eine Aufführung des »Franciscus« mit dieser Eigen-
schafl stohe und £Edle. La dieser Hinsicht vermochte die
Aachener Aufführung sowohl in Bezug auf das ausführende
Material, wie die Bearbeitunfi: desselb^ den strengsten An-
forderungen zu genügen, und wohl noch in keiner der bis-
heiigen Aufi^rungen hat der städtische Dirigent seine un-
gewöhnliche Befw^ng namentlich als Ghorleiter in ein so
ffttnstigee Licht zu stellen vermocht. Von berückendem Wohl-
Slang waren namentlich die Frauenstimmen; sie vermochten
auch, indem qie bei schwierigen Tonfolgen eine absolute Rein-
heit der l)onverhAltnisse bewahrten, dem zweiten Theü einen
begeisternden Abschluss zu verleihen. Auch auf den (jtesammt-
klang des Ghores, auf die Einheitlichkeit und. Abgerundetheit
des Ubortons und desOhorworts kann sich Aachen Etwas zu-
snite thon, das sind Sigenschafton, die ja zum Theü auch durch
Aeusserlichkeiten. das Vorhandensein schöner und zahlreicher
Stimmen, Au&teÜung des Ghors, Akustik des Saales, bedingt
werden, deren Vorhandensein aber gewiss die H&ute. und
gerade oie bessere der Leistung ausmacnt. Wenn das Orcneeter
mit dem Ghor nicht ganz wetteifern konnte, so liess es doch
ein sehr genaues Zusammenspiel und s;ro8sen Ei£^ erkennen,
sodaea die ganw Aofibhrui^g einen lebendigen und anregen-
den Verlauf nahni. Als Solisten wirkten bei den bisherigen
Au^hri^n^n und ix^ rt^hmenswerther Weise die HH. von
Bandrowski und Haubrich, sowie Frau Uzielli.'') — 6. Ver-
sammL des Listrumentalver. (Schwickerath): nPanse maoabre"
V. Sa.int-Saöns, Ouvertüren v. Weber u. Wagner („Tann-
häuser*^), Violoncellvortrage des Hrn. Kiefer a. Erfurt (Qonc.
V. J. Klengel, „Am Springbrunnen'' y. Davidoff etc.).
Amsterdam* Aussergewöhnl. Abqnn.-Gonc. im Neuen
Goncerthaus (Kes) am U. Febr.: Hmoll-Symph. v. Schubert,
„Parsifal*' -Vorspiel v. W agn er, Scherzo a. der „Sommemachts-
traum'' -Musik v. Mendelssohn, drei Sätze a. der Suite „Les
Erinnyes'' v. Massenet, Gesangvorträge . der Frau Moran-
Qlden („Die Böse'' v. Bich. Wagner, „S'il. est im charmant
gazon'' V, Liszt, Wiegenlied v. Harthan etc.). — Gr. Nat.
k)nc. dee Paleis- Ork. (aoI) am 18. Febr.: GmoU-Symph. v,
D. de Lange, Ouvertüren v. J. V er hülst („Gijsbrecht van
Amstel") u. J. B. van Bree (Gonc.-^, Goncertstiick „ Aufer-
stehung'^ V. E. Hol, Solo vortrage aer HH. Spoel aus dem
Haag iGes^ „Die Rose'' v, D. de Xanee, „Drinc, spraq den
Hermt*^ V. W. F. G» Nicolai, Eeen liedje v. G. Mann, „Al-
bumblad" v. B. Zweers und „Van een Koningsvrouwe'' von
B. Hol) und Bosmans (Violonc., Andante von G. Mann). —
Aussergewöhnl. Abonn.-Gonc. im NeuenGoncerthaus (Kes) am
18. Febr.: Gmoll-Symph. v. Saint- Saöns, Ouvertüren von
Rossini u. Brahms (Trag.), „Waldweben^ a. „SiegMed^ von
Wagner. Qesangvorträge des Frl. L6pine a. Paris („Panis
aneelicus^ v. 0. Franck, Sör6nade a. „Nanoi^'^ v. Delibes,
„l^verie'' v. Saint-Saöns etc.).
Annaberg. 8. Museumsconc, (Stiehler): „Liebesglück"
u. „Trennung'* a. der „Lenoren'*-Symph. v. Raf i, „Genovefa**-
Ouvert. V. Schumann, Solovorträge der HH. Reder a. Buchholz
(G^., „An den drei Eichen'' v.A. Stiehler. „Du fragst mich
tätlich" V. Meyer-Helmund etc.) und Fei. Meyer a. Qerlin
(VioL, Gonc. V. Beethoven u. „Othello"-Phant. v. Ernst). —
9. Museumsconcert: 1. Örchestersuite v. Moszkowski, Wo-
tan's Abschied von Brünnhilde u. „Feuerzauber" a. der „Wal-
küre" V. Wagner, „Der Bergmannegruss" f. Solo u. Ghor m.
Orch. V. A. F. Anacker.
Bamberg. lOl. Musikabend des Musikal. Ver.: Gmoll-
Streichquint. v. Mozart, AmoU-Glav.-Violinson. v. Schumann,
Ghorlieoer v. Schumann u.H. Hub er („Perlenreihen'*), Vocal-
quartette v. Hauptmann u. A., Glaviersoli v. Liszt (d. „Gon-
solation'*) u. Ghopin.
Ba3el» 8. Abonn.-Gonc der Allgem. Mnsikgesellschaft (Dr.
Volkland): 3. Symph. von Brahms, Ouvertüren v. Mendels-
sohn u. Beethoven (No. 3 zu „Leonore"). Glaviervorluräge des
Hrn. Rosenthal a. Wien („Don Juan'^-Pnant. v. Liszt etc.).
— 9. Abonn.-Gonc. derselben Gesellschaft: 4. Symph. v. Men-
delssohn, Ouvertüren v. Gherubini u. Weber, Violinvorträge
des Hm. Prof. Heermann a. Frankfurt a. M. (Gonc. v. Beet-
hoven etc.).
BePlin* 8. Quartettabend (2. Gyklus) der HH. Prof. Joa-
chim, de Ahna, Wirth und Hausmann: Streichquartette von
H. V. Herzogenberg (Op. 42), Beethoven (Op. 95) u. Schu-
bert (Dmoll). — Liederabend des Hm. Eoebke unt. Mitwirk,
des Pianisten Hm. BrOninfi; am 17. Febr. m. Soli £ Gesang v.
Beethoven, Gornelius („Komm, wir wandeln zusammen^ u.
„Ein Ton**), Brahms („Die Mainacht" u. „St&ndchen"), Liszt
(„Der Fischerknabe"), Schubert, W. Tappert („0 süsse
Stunde", JBs steht ein Lind" u. „Es streben die rauschenden
Bäume"), H. Sommer („CJanz leise"), A. Förster („Dem Lenz
soll mein Lied erklingen", „Geheimniss" u. „Flog ein bunter
Falter**), 0. Lessmann („Du schaust mich an"), A. Botoli
fpL'Alba") u. Meyer-Helmund („Moreens send ich") u. f.
Clav. V. H. Brünmg (Impromptu u. Ballade) u. A. — Gonc.
der Violinistin Betty Schwabe unt. Mitwirk, des Frl. v. Artner
a. Wien (Ges.) u. des Phüharm. Orch. unt. Leit. des Hrn. Prof.
Dr. Joachim am 18. Febr.: „Faniska"-Ouvert. v. Gherubini^
Soli f. Ges. V. Haydn, Goldmark („Die Quelle"), Mascagni
(„Blumenorakel") u. Bruch (Seren.) u. f.Viol. v. J. Joachim
(Gdur-CJoncO, Mendelssohn (Gonc.) u. Vieuxtemps (Ballade
u. Polonaise). — Gonc. des Hm. Sigismund Stojowski m. eig.
Gompositionen unt. Mitwirk, der Sftngerin Frl. Hermann, des
Streichquart, der HH. Kruse, Markees, Müller u. Dechert u.
des Phüharm. Orch. (Herfurth) am 19. Febr.: Variat. u. Poln.
Intermezzo f. Orch., Variat. u. Fuge f. Streichorch., Lieder
„An Stella" u. Meereelied, div. Glaviersoli. — 3. Goncert der
Pianistin Frl. v. Poznanska unter Mitwirk, des Hrn. Hubin-
stein am 80. Febr.: Variat. f. zwei Glaviere von Schumann,
Glaviersoli v. Mendelssohn, Beethoven (Son. Op. 109). Ghopin,
Tschaikowsky (Variat.), Ghopin-Liszt (Ghant polon.) und
140
Liszt (Ungar. Rhaps. [welche?]). — 3. Gonc. des Philharm.
Ghors (Ochs) nnt. sollst. Mitwirk, der Frls. Müller und Nitt-
Schalk u. der HH. Naval, GrahL Ad. Schiilze n. Severin (Ges.),
sowie des Hrn. Kransneck (Declam.): „Promethens** v. Liszt,
,,OiFertoriam^ und „Tantum ergo" v. Schuhert, Yocalduette
^eimathgedenken", -Scheiden** und ,,6renhende Liehe'' von
P. Cornelius. — Conc. der Pianistin Muriel Elliot unter
Mitwirk, des PhUharm. Orch. unt. Leit. des Hm. Stavenhagen
am 26. Fehr.: ^yOrpheus** y. Liszt, Olayiersoli v. Beethoven
(Cmoll-Ck)nc.), Liszt (Adur-Conc), Wagner- Liszt (Spinner-
lied) u. A. — Gonc. der Sängerin Frau Feininger m. Soli v. K u h i n-
stein LDu hist wie eine Blume"), Brahms (Wiegenlied) u.
A. in Ahwechs. m. Orgelvortrftgen des FrL IMttricn und der
HH. F. Grunicke u. Th. Schnitze. (Von Frl. Dittrich und
Hm. Schnitze wird geschriehen, dass sie Beide mit ihren
Vortrugen ihrem Meister Hm. Grunicke Ehre eemacht h&tten.)
— Conc. des Pianisten Hm. Siloti unt. Mitwirk, des Philharm.
Orch. (Herfurth) m. den Concerten in Amoll v. Grieg u. in
BmoU V. Tscha'lkowsky, sowie der „Wanderer^-Phant. v.
Schuhert-Liszt. — 8. Philharm. Conc. (Dr.v.Bülow): 2. Symph.
V. Brahms, Tondicht. „Macheth" v. B. Strauss (unt. Leit.
des Comi).), Ouvertüren v. Berlioz (^^Beatrice und Benedict")
und Beetnoven (No. 3 zu „Leonore"), Violinvortrftge des Hm.
Huhay a. Budapest (Amoll-Conc. u. „Zöfir" eig. Comp., sowie
Romanze v. Svendsen).
Bern. 5. Ahonn.-Conc. der Musikgesellschafl (Dr. Mun-
zinger): 6. Symph. v. Beethoven, Ouvertüre zu „Alfonso und
Estrella" v. Schubert, Solovortrftge der HH. Perron a. Dres-
den (Ges., „Mainacht" V. Brahms, „Gewittemacht" v. Franz
u. A.) u. Jahn v. hier (Viol., 3. Conc. v. Bruch). — 2. Soir^
f. Kam:miermu8ik der Musikgesellschaft: Adur-Clavierquart. v.
Brahms, Bdur-Streichquart. v. Schubert, Quart, f. Fl., Viol.,
Viola u. Yiolonc. v. Mozart, vier Zigeimerlieder v. Brahms.
(AusfiÜirende: Frl. Widmer, Frau R&uber-Sandoz und HH.
Locher u. Egloff [Ges.], HH. Denhof [Clav.] , J&hnig [Flöte],
Jahn, Beyer, Tuczek u. Monhaupt [Streicher].)
Bonn. 5. Abonn.-Conc. des stttdt. G^angver. m. „Odys-
seus" V. Bruch unt. Leit. des Comp. u. solist. Mitwirk, der
Frls. Schauseil a. Düsseldorf u. Eloppenburg a. Frankfurt a. M.
u. der HH. D6rter a. Mainz u. Büttner a. Gk>tha.
Boston. 15. Conc. des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
-Harold" -Symph. v. Berlioz (obhg. viola: Hr. Kneisel), „Le
Kouet d'Omphale" v. Saint-Saöns, Fdur-Conc. f. Streicher-
u. zwei BlAserohöre v. Hftndel, Prael. u. Fuge v. 0. Floers-
heim.
Breslau. 10. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Masz-
kowski): Cmoll-Symph. v. J. Merkel (unt. Leit. des Comp.),
JPhaeton" v. S a i n t - S a ö n s, „ Athalia" -Ouvert. v. Mendelssohn,
Violinvortrftge des Hm. Sarasate (Schott Phant. v. Bruch u.
„Liehesfee" v. Baff). (Die neue Symphonie von J. Merkel
nat eine gute Aufnahme gefunden.)
Bromberg. 2. Symph.-Conc. der Cap. des Inf.-Reg. No. 129
(Schneevoigt): 6. Symphonie v. Beethoven, Dramat. Ouvert.
V. G. Schumann (unt. Leit. des Comp.), SiegMed's Tod u.
Trauermarsch a. der „Götterdämmerung" v. Wagner, Solo-
vorträge des Frl. Behnke (Ges., „Die buiuen Frühlingsaugen"
V. Franz, „Des Liebsten Schwur" v. Brahms. „Ich Hebe
dich" V. Grieg etc.) und des Hm. Schumann (Clav., Amoll-
Conc. V. B. Schumann).
Büekeburg. 4. Aufführ, des Oratorienver. (Sahla) unt.
Mitwirk, des Baritonisten Hm. Brune a. Hannover und der
Hofcap. : „Der entfesselte Prometheus" (Vorspiel u. Chöre) v.
Liszt, Schicksalslied f. Chor u. Orch. v. Brahms, „Die Lie-
der des Troubadours Raoul de Preuz an die Königin Jolanthe
von Navarra" f. Bariton m. Orch. v. H. Hof mann.
Cassel. 6. Abonn.-Conc. des k. Theaterorchest. (Treiber)
1. fi^mph. V. Schumann, Ouvert. „Der gefesselte Prometheus"
V. Gold mark, Solovorträge des Frl. Polscher a. Leipzig (Ges.,
Arie „Mein Herz erschliesset sich" v. Saint-Saöns, „Luft-
schloss" V. Reinecke, Wiegenlied v. Harthan, Frümings-
lied V. Umlauft etc.) u. des Hm. Kruse v. hier (Violoncell,
Conc. V. B. Cossmann).
Chemnitz. Extra-Symph.-Conc der städt. Cap. (Pohle)
am 13. Febr.; GmoU-Symph. v. Mozart, „Faust"- u. „Tann-
häuser"-Ouvert., Vorspiele zu „Lohengrin" und den „Meister-
singem", Vorspiel u. „Isoldens Liebätod" a. „Tristan und
Isolde", Trauermarsch a. der „Götterdämmerung" und „Char-
freitagszauber" a. „ParsiM" v. B.Wagner. -^5. geistLMusik-
aufführ. des Kirchenchors zu St. Jacobi (Schneider): Chöre v.
Hauptmann, Calvisius, G. Vierlin^ („Du gabst dem ewgen
Geist"), H. Potpeschnigg („Nun ist der Tag geschieden")
u. A. Becker (Geistlicher Dialog m. Altsolo u. Org.), Solo-
vorträge des Frl. Frejtag a. Dresden (Ges.. Arie „Dein, o
Heiland" v. M. Blumner, „Trost der Nacht" V.B.Becker,
Geistl. Lied v. 0. Wer mann etc.) und des Hm. Hepworth
(Org., Prael. u. Fuge [welche?] v. S. Bach). — 3. Abonn.-Conc
der städt. Cap. (Pohle): Waldsymph. v. Baff, „Euryanthe"-
Ouvert. V. Weber, Scherzo a. der „Sommemachtstranm"-Mn8ik
V. Mendelssohn, Gesangvorträge des Frl. Barbi („Lnmer leiser"
u. „Meine Liebe ist grün" v. Brahms etc.).
Chrlstianla. 6. Conc. des Musikver. (Holter): Ouvert. zu
„Euryanthe" und Arie aus dem „Freischütz" (Frau Nielsen-
Trost) V. Weber, „Sommemachtstraum"-Mu8ik v. Mendels-
sohn.
Cöln. 9. Gürzenichconc. (Prof. Dr. Wüllner): 2. Symph.
V. Beethoven. Tondicht. „Tod und Verklärung" v. B. Strauss,
„Nänie" f. Cnor u. Orch. v. Brahms. Solovoriai^ der Frau
Greve-KlafisW a. Hamburg („Abscheulicher" a. „Fidelio" von
Beethoven, jDie junge Nonne" u. „Gretchen am Spinnrade"
V. Schubert-Liszt und „lK)ldens Liebestod" a. „Tristan und
Isolde" V. Wagner) u. des Hm. Thomson a. Lüttich (Viol.,
Adano V. Bruch etc.).
Constanz. 4. Abonn.-Symph.-Conc. des Hm. Handloser:
4. Svmph. V. Schumann, Frühlingsouvert. v.H. Goetz.Variat
a. dem Streichquart. Op. 18, No. 6, v. Beethoven, Sylpnentanz
V. Berlioz, Mazurka brill. f. Orch. v. Liszt, Gesangvorträge
des Frl. Königstätter a. Carlsruhe („Komm, wir wandeln zu-
sammen" V. Cornelius, „Klein AnnaKathrm"v.E.Seuffert,
Wiegenlied v. Brahms, „Mit deinen blauen Augen" v. Las-
sen etc.).
Copenhagen. Conc. des Pianisten Hm. Wad am 26. Jan.
m. ClaviersoU v. Schumann (Gmoll-Son.)], Paderewski (Oa-
f>rice u. Variat.), Chopin- Wad (Asdur-Impromptu) u. E.Wad
Minuettino u. Yalse- Impromptu) in AbwechseL m. Gesan^-
vorträgen der Frau Menzell. — Conc. der Pianistin Frau Essi-
poff m. Ciaviersoli v. Leschetizky (Canz. toscana u. ^Jeu
desondee"), Schutt (Valse), Paderewski (Variat.) u. A. in
AbwechseL m. G^esangvorträgen der Frau Tuxen („Todesseh-
nen" u. „Meine Liebe ist ^rün" v. Brahms, Jeanna*8 Gesang
a. der Oper „Jeanna" v. Lange-MüUer etc.).
Danzig. 4. Abonn.-Conc: Claviertdos von Schumann
(Fdur) u. Bubinstein (Op. 62), Hmoll-Bondo f. Ciavier u.
Viol. V. Schubert, Adur-Clav.-Violinson. v. Beethoven. (Aus-
führende: HH. Schumann v. hier [Clav.], Kruse u. Dechert a.
Berlin [Streicher].)
Dessau. 4. Abend des Kammermusikver.: Streichquart.
Op. 95 V. Beethoven, Fdur-Clav.-Violinson. v. E. Grieg. vier
Impromptus f. Clav. v. Schubert. (Ausführende: HH. Klug-
hardt [Clav.], Seitz, Voss, Weise und Jäeer [Streicher].) —
6. Conc. der Hofcapelle (Klughardt): Esdur-Symphonie von
Haydn, Orchestersuite a. „Peer Gynt" v. Grieg, Ouvertüren
V. 0. Hürse (.Othello") u. Cornelius (»Der (Sd"), Gesang-
vorträge des Hm. B. v. Milde a. Weimar (Sachsens Monolog
a. den ^Meistersingern" v. Wagner u. „Wie Lenzeshauch",
„Am Ufer des Flusses" u. „Morgenst&ndchen" v. Ad. Jensen).
Dortmund. 3. Conc. des misikver. (Janssen) unt gesang-
solist. Mitwirk, des Frl. Beinthaler a. Bremen u. des Hm. Litz-
inger a. Düsseldorf: 4. Symph. v. Brahms, Suite »Aus Hol-
berg^s Zeit" f. Streichorch. v. Grieg, Cant. „Ich hatte viel
BeMlmmemiss" f. Soli, Chor u. Orchester v. S. Bach-Franz,
„Schön Ellen" f. do. v. Bruch, Sopranarie a. „Idomeneo" v.
Mozart, Tenorlieder v. Liszt („Ständchen"), Brahms („Feld-
einsamkeit") u. A.
Dresden, l. Prüf.-Aufführ. im k. Conservat. f. Musik:
Oboeconc. v. Eeissiger = Hr. Hartmann a. Dresden, Arie „Li
diesen heiigen Hallen" v. Mozart = Hr. Gässner aus Pesau,
9. Violinconc.^ 1. Satz, v. Spohr = Hr. Naumann a. Dresden,
Declam. „Die Ungetreue" v. F. Hirsch = Hr. Braubach aus
Hadamar, Streichquart. Op. 74 von Beethoven = HH. Nau-
mann, Lang a. Gross- Voigtsberg, v. Fossard a. Bis» u. Zeid-
1er a. Dresden, Arie „Es ist genug" v. Mendelssohn = Hr.
Holstein a. Sdiwinzian (BussGmd), Dmoll-Conc. f. Clav. u.
Streichorch v. S. Bach, Clav. = Hr. Ludwig a. Niederlössnitz
b. Dresden. — Matin^ zu kirchl. Zweck m. Compositionen
V. Beethoven, auu^eftlhrt v. Frl. Frejtag (G^.), Frau Köhler
(Clav.) und den ^E, Scheidemantel (Ges.), Hess (Clav.), Eis-
mann (Viol.) und Nusser (Violonc.) am 21. Febr.: Ciaviertrio
Op. 1, No. 2. 2. Satz der Clav.-Violinson. Op. 47, Variat. üb.
„Ich denke dein" f. Clav, zu vier Händen, Fdur- Violinromanze
u. GesangsolL
Emmerieh. Am21.Febr. Aufführ. v.Haydn's.Schöpfung''
durch den städt. Gesangver. (Poppe) unt. solist Mitwurk. &b
141
Frl. Fiedler a. Cleve u. der HH. Kirchner a. Berlin u. Fischer
a. WeseL
Frankfurt a. M. 7. Kammermusikabend der Museums-
GeseUschaft: Streichquartette v. Beethoven (Op. 136) u. Men-
delssohn (Ddur), OmoU-Streichquartettsatz y. Scnubert, Dmoll-
Glav.-Violinson. y. Saint-Sa3ns. (Ausfuhrende: HH. Kwast
[Clay.], Prof. Heermann, Naret-Koning, Welcker und Becker
[Streicher].) — 9. Museumsconc. (Eogel): 1. Symph. y. Syend-
sen, Ouyerturen y. Beethoyen („CSoriolan") u. Cherubini, ^Eine
Steppenskizze aus Mittelasien^ f. Orch. y. Borodin, „Kama-
rinä%ja" f. do. y. Glinka, Conc. f. Violine u. Violoncell v.
Brahms (HH. Prof. Heermann u. Becker), „Hejre Kati" fttr
Viol. y. J. Hubay (Hr. Prof. Heermann).
" 1. B. l.gr
gesangsolist. Mitwirk, der Frau Hoeck-Lechner a. CSarlsruhe,
Freiburg 1.
-. Conc. des Musikyer. (Adam) unter
des FrL Leimer a. Berlin u. der HH. Wulff a. Strassburg i. £.
u. Gerold a. Frankfurt a. M.: Cantate „Ein feste Burg^ yon
S. Bach, Requiem y. Mozart, Yocalterzett „Tremate empj" y.
Beethoven.
Genf. 9. Abonn.-Conc. im Stadttheater rW. Rehberg):
Amoll-Symph. v. Lalo, „Medea**-Ouvert. v. Cnerubini, Mar-
che hongr. y. Berlioz, Bolovorträge der Frau Ketten (Ges.,
„La Mort de Boland" v. H. Mirande) und des Hm. Halir
(Viol., Gonc. v. Beethoven, Romanze v. Sven ds e n u. Ungar.
Rhai^. v. Liszt-Halir).
Gera. 199. Gonc. des Musikal. Ver. (Eleemann): Ddur-
Symph. v. Mozart, „Ooriolan**-Ouyert. v. Beethoven, Solovor-
träge der HH. Wendling aus Leipzig (Jankö-Flügel, GmoU-
Oonc. v. Saint-Sa6ns, „Le Staccato'' v. G. A. Schmidt u.
Spinnerlied v. Wagner-Liszt) u. Kiessling v. hier (Violonc,
Dmoll-Conc. v. J. Klengel).
Glasgow. 2. Gr. Conc. des Hm. Hall6: iß. Symph. von
Dvof Äk, Ouvertüren v. Beethoven u. Mendelssomi, ün^ar.
Tänze f. Orch. v. Brahms, Solovorträge der Frau Schmidt-
Köhne a. Berlin (Ghes., „Feldeinsamkeit*' und „Vergebliches
Ständchen" v. Brahms etc.) u. der HH. Hall6 (Clav., Dmoll-
Conc. v. Mozart) u. Hess (Viol.).
Görlitz. 124. Conc. des Ver. der Musikfreunde: CmoU-
Svmph. v. J. Merkel (unt. Leit. des Comp.), Ouvertüren v.
äade u. Rossini, Entr'acte a. „König Manfred" v. Reinecke,
Amoll-Clavierconc. v. Schumann (m-. Dr. Merkel a. Berlin).
Graudenz. Am 18. Febr. Aufführung v. Mendelssohn's
„Paulus" durch den G^esangver. (Aust) unter Solist. Mitwirk,
der HH. Kirchner u. Severin a. Berlin u. einheim. Kräfte.
Halle a. S. 4. Conc. der Stadtschützen-G^ellschaft (Zeh-
ler): ^Les Pr61udes" v. Liszt, Ouvertüre „Meeresstille und
glückliche Fahrt" v. Mendelssohn, Solovorträge des Frl. Diet-
rich a. Berlin (G^., Berceuse v. A.Krüger, „Die Bekehrte"
v. M. Stange etc.) u. des Hm. Rosenthal a. Wien (Ciavier,
Emoll-Conc. v. Chopin u. -Don Juan"-Phant. y. Liszt).
Hamburg. Conc. der Vereinigten Männer-Gesangvereine
v. Hfiuoaburg u. Altena unter Leit. des Hrn. Prof. Krug und
Solist. Mitwirkung des Hm. Severin a. Berlin am 15. Febr.:
-Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, „Lied der Städte" f. Chor und
Orch. v. Bruch, „Der Morgen" f. do. v. Rubinstein, „Sie-
fesbotschaft" f. do. v. C. Kreutzer, sechs Altniederländische
'olkslieder, f. (])hor, Sola Orch. u. Or^. bearbeit. v. Kremser,
Chorlieder a cap. v. H. Langer („Liebeslied der Wandern-
den"), L. Dumack („0 Welt, du bist so wunderschön"),
V. Lachner (^An den Sonnenschein") u. A., GesangsoH von
Am. Krug („0, Annelein"), Bruch (Seren.) u. A. — Ton-
künstlerver. am 20. Febr. : Öct. f. Streich- u. Blasinstrumente
u. ^erbstgesän^e" f. gem. Chor m. Clav, zu vier Händen v.
F. Thieriot, ein- u. mehrstinmi. Gesänge a. „Siechentrost"
m. Clav. V. Bruch. (Ausführende: Frl. Grimm aus Berlin,
Frau Seelig, Frl. Büee, HH. Thieriot, Bargheer, Dannen-
berg, Derlien, Gowa, Löwenberg, Spengel, Black, BoUand,
Fuchs u. Wunderlich u. A. m.)
Hannover. l.Conc. der Schaumburg-Lippischen Hofcap.
(Sahla) a. Bückeburg: 8. Symph. v. Beetnoven, Ouvertüre zu
„Antonius und Cleopatra" v. Itubinstein, Kaiser-Marsch v.
Wagner, Claviervorträ^e des Hm. Evers v. hier (Phant. üb.
Ungar. Volkslieder v. Liszt, Gkivotte u. Musette v. E. d' Al-
bert etc.).
Heidelberg. 6. Conc. des durch den Akad. Gesangver.
u. a. Herren verstärkten Bach- Ver. (Prof. Wolfrum) unter
Solist. Mitwirk, der HH. Reichmann a. Wien und Römhildt:
Bruchstücke aus „Parsifed" und den „Meistersingern" von
Wagner. ^^
Hildeshelm. 2. Kammermusikabend der HH. Nick, Haenf-
lein u. Blume unt. Mitwirk, des Hm. Koch: Ciaviertrios v.
Brahms (Op. 87) u. Mendelssohn (Op. 49), Gmoll-Clav.-Vio-
loncellson. v. Beethoven, G^sangsoii v. R. Wagner und
Schumann.
Jena. Conc. des Akad. Gesangver. unt. solist. Mitwirk,
der Frls. Tillv a. Dortmund, Mardersteig a. Weimar u. Cosack
v. hier und der HH. R. v. Milde a. Weimar u. Gerhardt am
15. Febr.: „Comala" v. (rade, „Schön Ellen" v. Bruch, „Die
erste Walpurgisnacht" v. Mendelssohn.
Kiel. Vereinsabend des Rieh. Wagner- Ver. am 17. Jan.
„Orpheus" f. Clav.. Viol. u. Violonc. v. Liszt-Saint-Saöns,
„Siegfried's Rheiniahrt" a. der „Götterdämmerung" (f. Vio-
linen, Violono. u. Clav, arr.) u. „Albumblatt" (f. Viol. arr.) v.
Rieh. Wagner, acht Skaldengesänge f. Bariton von Ph. zu
Eulen bürg. — 4. Abonn.-Conc. des Gesangver. (Prof. Stan^)
unter solist. Mitwirk, des (Hm. von Zur-Mühlen aus Berhn:
3. Symph. v. Beethoven, Ouvert. u. zwei Entr*actes a. „Rosa-
munde", „Die Allmacht" f. Tenorsolo, Männerchor u. Orch. u.
Lieder m. Clav. v. Schubert.
Leipzig. 18. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus mit
dem Oratorium „Christus der Auferstandene" v. G. Schreck
unt. Leit. des Componisten und solist. Mitwirk, der Frauen
Baumann u. Moran-Olden und der HH. Dierich, Schelper u.
Wittekopf
London. Mr. Rieh. Gompertz' Chambre Conc. am 18. Febr.
unt. Mitwirk, der HH. Shakespeare (Gtes.), Ashton (Ciavier),
Inwards, Kreuz u. Ould (Streicner): Streichquartette v. Beet-
hoven (Op. 182) u. Haydn (Ddur), Edur-Clav.- Violinsonate v.
A. Ashton, VocaJsoli v. Mozart, Brahms („Der Tod, das ist
die kühle Nacht") u. Ad. Jensen („Murmelndes Lüftchen").
Mannheim. 8. Oigelvortrag des Hm. Hänlein m. Com-
positionen v. S. Bach (Prael. u. Fuge in Gdur), Mozart, Beet-
hoven (And. a. Op. 33) u. Rheinbereer (zwei Sj^tze a. der
11. Son.) in Abwechs. m. Vorträgen des Frl. Veiten a. Bonn
(Gfes.) u. des Hm. Hartmann v. hier (Violonc).
New-York. 1. Conc. des Music Ölub: Forellenquint. v.
Schubert (HH. RummeL Amold, (Sramm, Herbert u.Manoli),
Trio f. Clav» Viol. u. Hom v. J. Brahms (HH. Friedheim,
Schmidt u. Pieper), Variat. f. zwei Claviere v. Chr. Sinding
(HH. Rummel u. Friedheim), Solo vortrage der Frls. Müller-
Härtung (Ges.) u. Becker (Viol.) u. der HH. Pepper (Gesang,
„In Sweet September" v. Hope-Temple u. „Little Doris" v.
R. de Koven) u. Herbert.
Rostock. 8. Conc. des Concertvereins (Dr. Thierfelder) :
Cdur-Symph. v. Haydn, Ouvert. „Loa Frühling" v. C. Gold-
mark, 3. Seren f. Streichorch. v. Volk mann, Violoncellvor-
träge des Hm. Becker a. Frankfurt a. M. (Concertstück von
A. Bazzini, „Sur le Lac" v. Godard und „Elfentanz" von
Popper).
0^ Veraltete Programme, eowie Programme ohne Angaibe von Ort und
Datum müeeen vollständig unoetniMet bleiben t
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Angers. Ln 17. Abonnementconcert der Association ar-
tistique erregte das frühreife Talent des elfjährigen Geigers
Thibaud gerechtes Au&ehen. Die kühne Bogenführung,
der Glanz des Vortrags, andererseits, wie in der Fdur-Bomanze
von Beethoven, der grosse Stil des Vortrags berauschten das
Publicum. — Budapest. Li einem Womthätigkeitsconcert
des Ferial-Colonienvereins lemte das Publicum die deliciöse
Sängerin Frau Sanderson und eine höchst talentirte Ju^nd-
liche Violinspielerin Frl. Frieda Scotta kennen. DieLeistun-
gen Beider erregten wärmsten Beifall, weniger effectuirte das
!la vierspiel eines mitwirkenden Hm. Brünine.— Cassel. Im
letzten Abonnementconcert des k. Theaterorchesters hat Ihre
Leipziger Sängerin Frl. Polscher wahrhaftes Furore mit
ihren herzeh^ärmenden Vorträgen gemacht. — Cöln. Als
I^isabeth im „Tannhäuser" er(^ete Frl. Jelinek aus Nürn-
berg sehr sympathisch ein Engagementsgastspiel im Stadt-
theater. — Halberstadt. Im 5. Stöbe'schen Abonnement-
concert erregten die Vorträge des Hm. Wendling aus Leip-
zig auf dem Jankö-Flt^l das idlgemeinste Interesse des
Publicums. — Leipzig. Die Altistin Frl. Beuer aus Mainz
gastirte hier auf Engagement und sang mit schönem Erfolg
die Azucena und Ortma, ohne jedoch höchste Anforderungen
erfüllen zu können. — Magdeburg- Das letzte Casinoconcert
war mit sehr acceptablen Sololeistungen der Altistin Frl.
Schacht und des Violoncellisten Hm. Deohert aus Berlin
ausgestattet Das schöne und volle Organ der Sängerin ge-
fiel ebenso, wie das geschmackvolle Spiel des Violoncellisten.
142
Kircbemmisilc.
Leipzig. Thomaskirche: 6. März. „Die bittre Leidens-
zeit be^iiuQuet abermal^ v. S. BachrPranz. „Betrübt ist meine
Seele bis zum Tode'' v. J. Kuhnau. „Ave, verum corpus" v.
Mozart«
OperaauffUhrungen.
Februar.
Baden-Baden. Hoftheater: 10. Der Troubadour.
Carlsruhe. Hoftbeater: 4. Francesca von Kimini.
7. u. 18. Der Postillon von Lonjumeau. 12. Fra Diavolo.
14. Teil. 21. Bienzi. 26. Die Meistersinger.
Ctotlia. Hofbheater: 8. Die lustigen Weiber von Wind-
sor. 6. Die Zauberflöte. 7. Emani. 11. Figaro's Hochzeit.
14. Fra Diavolo. 16. u. 18. Stradella. 20. Der schwarze Do-
mino. 21. Gavalleria rusticana. 26. Das goldene Kreuz.
Sehwepln. Qrossherzo^l. Hofbheater: 1. Joseph in Egyp-
ten. 1. u. 28. Gavalleria rusticana. 5. Die Stumme von Portici.
7. Oberon. 11. Der Freischutz. 17. Die Kegimentstochter.
19. Die lustigen Weiber von Windsor. 21. Lohengrin. 24. Die
Hugenotten.
Aufgeflihrte NovitSten.
Albert (E. d»), Fdur-Symph. (Berlin, 5. Philharm. Conc.)
Berlioz (H.), Symph. fantast. (Garlsruhe, 4. Abonn.-Goncert
des Hoforch.)
Brahms (J.), 3. Symph. (Amsterdam, Abonn.-Gono. im Neuen
Goncerthaus am 7. Jan. Genf, 6. Abonn.-Oonc. im Stadt-
theater.)
Orch.-Variat. üb. ein Haydn*8ches Thema. (Frankfurt
a. M., 6. Museumsconc.)
Akad. Festouvert. (Gotha, 6. Vereinsconc. des Musik-
vereins.)
Trag. Ouvert. (Breslau, 6. Philharm. (>)nc.)
Violincono. (Strassburg i. E., 5. Abonn.-Gonc. des stäit.
Orch. Boston, 7. Conc des Boston Symph. Orck)
Bdur-Streichsext. (Zürich, 3. Kammermusikaufführ. der
Tonhalle-Gesellschaft.)
GmoU-Glavierquart. (Bremen, 8. Kammermusik Bromber-
ger-Skalitzky. Dessau,Kammermusikver. Frankfurta. M.,
4. Kammermusik der Museumsgesellschafb. Gera, 2. Kam-
mermusikabend .)
Dmoll-Clav.-Violinson. (Hamburg, 2. Kammermusik-
soiröe des Hm. Kopecky.)
„Nänie« f. Ghor u. Orch. (Elberfeld, 3. Abonn.-Gonc.
Essen a. d. B., 3. Gonc. des Musikver.)
Schicksalslied f. Altsolo, Männerchor u. Orch. (Bücke-
burg, 3. Auffuhr, des Oratorienver.)
Bronsart (H. v.), Frühlingssymph. (Goburg, 3. Symph.-
Gonc.)
Bruch (M.), 3. Violinconcert. (Breslau, 7. Abonn.-Conc. des
BresL Orch.-Ver. Göln, 6. Gürzenichconc.)
„Das Feuerkreuz" f. Soli Ghor u. Orch. (Innsbruck,
Ausserordentl. Gonc. des Miisikver.)
„Schön Ellen" f. Soli, Ghor u. Orch. (Altenburir, 118.
MusikauffÜhr. der Singakad.)
„Odysseus" f. Soli, Chor u. Orch. (Barmen, 3. Abonn.-
Conc. Rostock, Aufführung durch die Singakad. am
14. Jan.)
Davidoff (C), Hmoll-Violoncellconc. (Mannheim, 4. Akad-
Gonc.) '
Dvorik (A.), 2. Symph. (Breslau, 7. Abonn.-Conc. des Bresl.
Orch.-Ver.)
Erb (M. J.) Cla Viertrio. (Leipzig, 6. Musikabend'des Kammer-
musik-Ver.)
Emoll-Clav.-Violinson. (Paris, Gonc. im Saale Ple vi am
9. Jan.) ^
G o 1 d m a r k (G.), Ouvert. „Der gefesselte Prometheus" . (Strass-
burg i. E., 6. Abonn.-Gonc. des st&dt. Orch.)
— — „Sakuntala"-Ouvert. (Mannheim, 4. Akad.-Gonc.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite aus „Peer Gynt". (Annaberg,
5. Museumsconc.)
1. Glav.-Violinson. (Gera, 1. Kammermusikabend.)
Olav.-Violonoellson. (Bremen, CJonc. v. Frl. Polscher
a. Leipzig u. G«n.)
Hall6n (Ä.). Symph. Orchestersuite „TJr Valdemar-sagan".
(Stockholm, Matinöe des (Domp.)
Heuberger (R.), Orchestervariat. üb. ein Schubert'sches Tk&-
ma. (München, 4. Abonn.-dJonc. der Musikal. Akjad.)
Joachim (J.), Ouvertüre zu Shakespeare's „Heinrich tV."
(Breslau, 7. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver.)
Kiengel (J.), AmoU-Yioloncellconcert. (Leipzig, 13. Abonu.-
Gonc. im liTeuen Gewandhaus,)
Klughardt (A.), GmoU-Glavierquintett. (Dessau, Ejimmerr
musikver.)
Lalo (E.), Ouvert. zu „Le Roi d^Ys". (Boston, 6. Conc. des
Boston Symph. Orch.)
Liszt ^.), Eine Faust-Symph. (Berlin, 6. Symph.-Conc. der
k. Gap.)
„Die Ideale". (Breslau, Conc. der BresL Goncertcap. zunn
Benefiz des Hm. Riemenschneider. Heidelberg, 4. Abonn.-
Gonc. des Bach-Ver.)
„Mazeppa". (Goburg, 3. Symph.-Conc.)
„Der entfesselte Prometheus". (Bückeburg, 3. Au£Rihr.
des Oratorienver.)
Mehrkens (Ad.), Missa solemnis. (Hamburg, 1. Gonc. der
Bach-Gesellschaft.)
Meyer-Olbersleben (M.), „Königin Waldlieb" f. Ghor u.
Orch. (Göln, 6. Gürzenichconc.)
Nicod6 (J. L.), Symph. Variat. f. Orch. (Leipzig, 13. Abonn.-
Gonc. im Neuen Gewandhaus.)
Raff (J.), „Lenoren" -Symph. (Boston, 6. Gonc. des Boston
Symph. Orch . Breslau, 12. Symph.-Conc. der BresL Symph.-
Cap.)
Waldsymph. (Frankfurt a. M., 5. Museumsconc.)
Reinecke (C.), „Friedensfeier"-Festouverture. (Halberstadt,
1. Stöbe'sches Abonn.-Gonc. Rostock, Conc. des Vereins
Rostocker Musiker am 11. Jan.)
„Zenobia"'Ouvert. (Basel, 6. Abonn.-Conc. der AUgem.
Musik^esellschaft.)
Streichquart. Op. 211. (Leipzig, 5. Kammermusik im
Neuen Gewandhaus.)
Rheinberge r (J.), Ouvert. zu Shakespeare's „Der Wider-
spänstigen Zähmung". (Göln, 6. Gürzenichconc.)
Riemenschneider (G.), Festpraeludium f. gr. Orch. (Bres-
lau, 12. Symph.-Conc. der BresL Concertcap.)
Rosenhain (J.], Gdur-Streichquart. (Baden-Baden, Kammer-
mus1ksoir6e der HH. Bletzer u. Gen.) ' r .' '»
Rubinstein (A.), Oceansymph. (Boston, 9. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Saint-Saöns (C), Violoncellcono. (Ghenf, 5. Abonn.-Ck>nc. im
Stadttheater.)
Schumann (G.), C moll-Glavierquart. (Osnabrück, 2. Kammer*
musikabend der HH. Oeser u. Gten.)
Smetana (F.), Ouvertüre zur Oper „Die verkaufte Braut".
(Baden-Baden, 4. Abonn.-Conc. des städt. Gurorch.)
— — Streiohquart. „Aus meinem Leben". (Speyer, 3. Ck>nc.
V. Caecilien-Ver. u. Liedertafel.)
Svendsen (J. S.), „Carneval in Paris". (Amsterdam, Abonn.-
Conc. im Neuen Goncerthaus. Boston, 8. (3onc. des £k)ston
Symph.-Orch.)
TschaSkowsky (P.), Ddur-Streichquart. (Frankfurt a. JJ,,
5. Kammermusikabend der Museums-Gtesellschafb.)
Thieriot (F.), Sinfonietta. (Altenburg, Gonc. f. den Wittwen-
u. Pensionsfonds der Hofcap.)
EmoU-Clav.-Violinson. (Hamburg, 2. Kammermusik-
soir6e des Hrn. Kopecky.)
Vierling (G.), „Der Raub der Sabinerinnen" f. Soli, Chor u.
Orch. (Magdeburg, 2. Abonn.-Gonc. des Brandt'schen Ge-
sangver.)
Wagner (R.), „Parsifal"-VorspieL (Boston, 9. Gonc. des Bo-
ston Symph. Orch. Goburg, 3. Symph.-Conc. (Frank-
furt a. M., 6. Museumsconc.)
Fra^ente a. den „Meistersingern". (Amsterdam, 1. Auf-
führ, des Rieh. Wagner- Ver.)
Trauermarsch aus der „Götterdämmerung". (Breslau,
7. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Yer.)
W ermann (0.), Violonc.-Clavierson, (Braunschweig, (Seistl.
Gonc. am 9. Jan.)
Wolfrum (Ph.), „Gesang der Todten" f. Männerchor u, Orch.
(Heidelberg, 4. Abonn.-Gonc. des Bach-Ver.)
Vermischte Mittheiiungen und Notizen.
* Der Riedel-Verein zu Leipzig führt in seinipn n.
Concerfc in der Thomaskirche am 18. d. Mts. neben einer
neuen Chorcomposition (Psalm 18) von 0. Taubmann Brahms'
148
herrliehes Deutscbes Requiem auf. Auswärtige Freunde
cHesee Werkes^ welc&e dasselbe in erhebendster Ausföhrung zu
hBren wünschen, seien Besonders auf diese sich in n. Woche
bietende G^egenheit aufmerksam gemacht.
* Das letzte dieswinterlioheAbonnementconcert des
Bach-Vereins zu Heidelberg war dem Gedächtniss Bich.
Wagner's gewidmet und hatte zu diesem Behufe Bruchstücke
aus „Parsifal*' und den „Meistersin^rn^ im I^ogramm, die
unter der aus^^ezeichneten Direction des Yereinsdirigenten
^Üm.Prof. Wolmun in stilvoller, den Bayreuther Traditionen
m^lichst entsprechender Weise zur Ausftihrung. gelangten,
woD^ mit GflÜck zum ersten Male versucht wuKle, das un-
sichtbar spielende Orchester auf den Concertsaal zu
übertragen, und zwar in der Weise, dass das sanfl anstei-
epina^., massig hohe Orchesterpodium mit der Rückwand dem
Publicum' zugewandt war und diesem dadurch der Anblick
der nach Bayrenther Muster aufgestellten Orchestermifcglieder
und des Dirigenten, der auf der höchsten Stufe des Podiums
seines Amtes waltete, entzogen wurde, w&hrend der Chor auf
einer Gkillerie oberhsdb des Orchesters seine Aufstellung ge-
funden hatte. „Diese Anordnung", so schreibt der Bericht-
evstaUer der ,|Fr. Z.**, „gewUirt den unschätzbaren Yortheil,
dass. das Gleichgewicht zwischen Gesang imd Instrumenten
eiiierseits und zwischen Streichern und Bläsern andererseits
ein viel harmonischeres iat^ als bei der sonst üblichen Auf-
steUong; sie bietet zasleicn den Beweis, dass in gewissem
Sume auch die etwas, bezopfte Herrlichkeit unserea aeatechen
Concertwesens noch immer einer Weiterentwickelung fUug
* Die Stadt Edinburgh hatte kürzlich das erste Bich.
Wagner-Ooncert in ihren Annalen zu verzeichnen. In dem
letzten der Orchesterconcerte der HH. Paterson waren die
„Bienzi^-Ouverture, das „Siegfiried-Idyll", der „Walkürenritt"
und „Sieefried^s Tod" auf dem Programm und erregtefi
grossen ^thusiasmus.
* Der 60. Jahrestag der Gründung der Philharmo-
nischen Gesellschaft in New- York wird im Aprü durch
drei unter Leitung des Hrn. Anton Seidl stehende Concerte
im Metropolitan Opera House festlich begangen werden.
* In Q^mam wsr ein J^rel &illr«ueie-H)iwEia attgesehriebeiiv
welche zur 400jährigen Feier der Entdeckung Amerikas durch
Christoph Golumbus aufgeführt werden sollte. Unter 18 ein-
£ieferten Arbeiten ist Keine einzige preiswürdig ge^in-
I worden.
* Die Stadt Chicago hai einen Preis von 20,000 Jl aas-
für ehte bei Gelegenheit der dort stattfinden
seilenden Ausstellung aufzuführende G an täte.
* Folgendes ist das Ergebniss des Preisausschreibens
dir Sociöß des compositeurs de musique in Paris für 1891:
1) Der 1. Preis für ein Septett konnte nicht vergeben werden,
9f Der Preis von 500 Frcs. (^tifiet von Hm. £. Lamy) für
efaie Scene zu zwei oder drei Personen mit beliebiger Wahl
dis Textes wurde Hm. H. Busser-Devrite für die Composition
dir Dichtung „Jeanne Gray" von Ed. Guinand zu Theil;
aasserdäm wurde eine „ehrenvolle Erwähnung" zuerkannt.
3^ Der Preis für eine Olaviersoiiate konnte nicht vergeben
werden ; blos eine „ehrenvolle Erwähnung" war möglich. Die
Kkmen dar „ehrenvoll Erwähnten" werden nur auf verlangen
der Betreffenden veröffentlicht. Für das Jahr 1892 schreibt
dieselbid« GAsettsehall folgende Preise aus: 1) lOOO Frcs. (ein-
ziger Preis) für eine viersätzige Symphonie; 2) 600 Frcs. (ein-
ziger Preis, gestiftet von Pleyel-Woln) für ein Clavierconcert;
8) 800 Frcs. (gestiftet von der G^ellschafb) für eine kleine
Suite für Flöte, Oboe, Clarinette, Hom, Fagott und Glavier.
MMMBocipte sittd vor dea 81. Dec. 1892 einzusenden*
* Der dreijährige Turnus voi^ Musteraufführun-
een deutscher Meisteropern, welcher, wie wir vor einieer
Seit mittheilten, im Juli a. J. in Ooburg befi^nen sollte,
scheint im Dünstigen Falle in eini^n OpemarSftLhnuDcieii in
Geiha zu Pfingsten n. J. seine factische Erledigung finden zu
wollen.
* üeber die allmählige Verbreitung Wagnerischer
Werke in Italien mögen folgende statistische Notizen auf-
klären : „Bienzi^ wurde m fünf venohiedenen Theatern 46 Mal,
„Der fliegende Holländer" 35 Mal, „Tannhäuser" 69 Mal ge-
Sben, „lioh^ngrin" in 23 Städten 646 Mal, „Tristan und
>lde*' sieben Mal in Bologna, die „Meistersinger" 16 Mal in
Mailand. Zusammen 716 Aufführungen, ungerechnet 16 Auf-
führungen der „Nibelungen" in Bolognas, Born, Turin ^ Triest
und Venedig.
♦ Die Impresarii HH. Abbey und Grau werden zum Schi uss
der italienischen und französischen Ghpemsaison im Metropo«
litan Opera House in New-York Vorstellungen Wag-
nerischer Werke in deutscher Sprache und unter Leitung
des Hm. Anton Seidl veranstalten.
♦ In Marseille eriebte B< Wagner*8 „Lohengrin" am
28. Febr. seine erste dortige Aufführung^die einer enthusia-
stischen Aufiiahme begegnete. — Das Werk wurde in der
Grossen Oper zu Paris unlängst zum ersten Mal Mittags ge-
geben, und wie sonst Abends strömte auch zu dieser Zeit das
Publicum in gewaltigen Massen in das Haus.
♦ Die neue Oper „Aspasia" von 0. Schröder hat, nach
den Depeschen, die nach deren 1. Aufführung am 3. d. Mts.
in Sondershausen an zahllose auswärtige Bmtter verschickt
wurden , einen e^-ossen , ja sogar „phänomenalen" Erfolg ge-
habt, welcher £irch den enthusiastischen Bericht in der heu-
tigen No. unseres Bits, bestätigt wird.
♦ A. Förster's Oper „'s Lorle" ging am 1. März im
Stadttbeater zu Hamburg als Novität in Scene und hatte
vne bei der am 8. erfolgten Wiederholung einen freundlichen
Erfolg.
♦ Fei, Draeseke's Oper „Herrat" soll bereits am 10. d.
Mts. im Hoftheater zu Dresden zur Premiere gelangen.
♦ Eine einactige Oper „Oberst Lumpus", Text und Musik
von Th. Behbaum, gmg am 26. Febr. mit freundlichem Er-
folg am k. Theater zu Wiesbaden als Novität in Scene.
♦ In Genf fand die Oper „Winkelried" von Louis La-
combe bei ihrer am 17. Febr. stattgehabten Erstaufführung
eine sehr gute Aufnahme.
♦ Die erste Aufführung von Mascagni's „Cavalleria
rusticana" im Monnaie-Theater in Brüssel hatte einen Miss-
erfolg.
♦ AI. Ritter's komische Oper „Der faule Hans" ist am
4; ÖL MIS; erstmalig^ im BMOieater zu OArlsrcbh<e« m Seene
gegangen und hat einen Abhtungserfolg gehabt.
♦ Hr. ProfL Heinrich Ehrlich hat sich in seinem Kampfe
mit Hm. Moriz Bosenthal noch nicht zu beruhigen vermocht,
sondern eine weitschweifigere Erklärung, als die neulich uns
zufl;eeandte, im Inseratentneil der „Frankf. Zeit" vom Stapel
gefiissen. Ganz besonders hat ihn Hm. BosenthaPs Behaup-
tung, dass seine Aeusserung über dessen Bach-Kenntniss eine
I^l^l sei, in Harnisch gebracht, denn er bietet Hm. Bosenthal
8000 Ji für einen wohlthätigen Zweck an im Fall, dass der-
selbe sofort nach Berlin komme und .den in diesem Faohe
unbestrittenen Autoritäten", die jedoch wohlweislich nicht
namhaft gemacht werden, seine Beu^-Kenntniss factisch be-
weise. Selbstverst&ndsich hat Hr. Bosenthal nicht« Eiligeres
zu thun gehabt, als seine Concertverpfiichtungen zu lösen und
sich dem von Hm. Prof. Ehrlich verordneten Examen, zu
unterziehen, um den blinkenden Lohn in Empfang nehmen
zu können. In- den „Memoiren", mit deren Veröffentlichung
Hr. Prof. Ehrlich seit Länfi;erem droht, wird derselbe höchst-
walirseheinlich einige Abschnitte speciell seinem so schmäh-
lich in die Brüche gegangenen Versuch, den Boykott in die
EunsÜäitik eiaauäehinuggel% widmen.
♦ Die erste Gesanglehrerstelle am k. Conservatorium für
Musik zu Dresden, welche bisher Hr. Prof. Scharfe innehatte,
ist durch Hm. Bennert in Leipzig, der sich daselbst eines
vorzüglichen Benommöes als Pädago^ erfreut, neu besetzt
worden.
♦ Der Generalintendant Hr.v. Bronsart in Weimar er-
hielt das Gomthurkreuz 1. Classe des württembergischen Fried-
richs-Ordeos verliehen.
Tüdtenliste. G^or^ Jos. Jap ha, vorzüglicher Violinist,
seit 1863 als Concertmeister der Gürzenichconcerte und Lehrer
des Oonservatoriums zu Göln in segensreicher Thätigkeit ge-
wesen, t) 57 Jahre alt, am 25. Febr. daselbst. — Johannes
Schubert, Pianist in Dresden, t kürzlich in Daves, wo er
Heilung von längerem Leiden gesucht hatte. — Benedetto
Bazzetti, Musiklehrer, fi 100 Jahre alt, in Turin. — John
Lambert, Verfasser mehrerer Arbeiten über die Kirchen-
musik des Mittelalters, f, 76 Jahre alt, in Olapham. —
144
Charles Duvois, Organist an der Eathedrale zu Moulins,
YerÜEisser mehrerer geschätzten ünterrichtswerke, Componist
geistlicher Mnsik, t am l^- Febr., 70 Jahre alt, in gen. »tadt.
— Alfred Mutel, Componist von Bomanzen und Melodien,
Messen und Motetten, f ii^ Neuillynsur-Seine. — Victor de
Pontigny, der sich durch seine Artikel über Schlaginstru-
mente in Grove's JDictionary of Music^ bekannt gemacht,
t, 88 Jahre alt, in Upper Norwood.
Kritischer Anhang.
Neue Meister, Sammlunfir ausgewählter Ciavierstücke zu zwei
Händen. Volksausgaoe Breitkopf & Härtel. Leipzig.
Wenn man auch kaum den Eindruck gewinnt, als wären
die 29 diese Sammlung bildenden Stücke so gewählt worden,
dass Jeder der in ihr enthaltenen neueren Meister — als da
sind: Bargiel, y. Bronsart, Gade, Grie^, Heller. Hofmann,
Huber, Jadassohn, Kirchner, Liszt, Nicodö, Ban, Beinecke,
Böntgen, Bubinstein und Schar wenka — mit Einem oder Meh-
reren seiner besten Clavierstücke vertreten wäre, so findet
sich in den „Neuen Meistern*' doch manches gute und zum
Studium wie zum Vortrage brauchbare Stückchen, und dass
schlechte Stücke ganz ausgeschlossen sind, dafür bürgen die
vorerwähnten Namen eben der neueren Meister selbst. Das
Bändchen bildet immerhin eine Art demonstrirender zeitge-
nössischer Musikgeschichte im Kleinen und ist dadurch be-
lehrend und unterhaltend zugleich.
Arthur Smolian.
!Bx*iefli:a.steii«
C, in B, Mehr als die Niederschrift an sich, wundert
uns, dass der Mnsikreferent des „KL J.** den geschmackvollen
Passus „er vernaukte jedes Forte und vertobakte dadurch den
Geiger'' nicht mr eine passende Gelegenheit, mit demselben
Hm. d' Albert oder einem anderen allfi;emein anerkannten
Künstler Eines auszuwischen, aufgespart nat, was doch effect-
voUer und dabei so billig gewesen wäre.
Ed. G. in H. Wenn fkr Hr. Prof. J. Sittard die Liszt»-
sche „Don Juan"-Phantasie für ein musikalisch „geradezu
entsetzliches Stück", eine „musikalische Wahnsinns-Orgie**
hält und behauptet, dass man „ebenso mit einem Strassen-
besen über die Claviatur auf- und abwischen" könnte, um
„ungefähr dieselben Harmonien zu erhalten", so bekundet er
hierdurch nur von Neuem seine geistige Wahlverwandtschaft
mit den von Ihnen s. Z. so witzig glossirten beiden bekann-
ten Eduards in Wien und Leipzig.
F. S. in L. Das Beferat über die Conservatoriumsprü-
fungen musste für n. No. zurückgestellt werden.
Ureigen.
FlOg^el- und Planlno-Falirlkaiit.
Hofliefei*aii.t
Sr. Maj. des Kaisers von Dentsohland und Königs von Prenssen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. nnd Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
I^ondon. W.
445 Oxford-Str.
I. Fabrik: 5—7 Johannis-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. F a b r i k : 21 Orünauer-Strasse und Wiener-Strasse.
ni. Fabrik: 124 Reichenberger-Strasse.
[264.]
:Oei-liii T^.
5—7 Johannis-Str.
Raff'-^Conservatoriuin
n Frankfurt a. IKL
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Eröffhung des Sommersemesters am 24. März 1892 mit neuen Cursen in allen Unterrichtsföchem.
— Honorar jährlich ^ 180 — 360. Ausführliche Prospecte und sonstige Auskünfte zu beziehen durch
Bleichstrasse 13.
das mrectorium :
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DoTcli jede Buch-, Etmst- und MusQcalienliandlane zn Vorlag VOn .^lLX*t]lllX* P. (Soluuldt
3ilOS * [aOO.J « I f I 11% ~A
beziehen :
Compositionen
von
Alois Reckendorf:
Dp. !• Zwei Nocturnes für Pianoforte. M. 1,50.
Op. 2. Walzer für das Pianoforte zu vier Händen. M. 2,50.
Op, 8. Kleine Bilder für Pianoforte. M. 2,—.
Op. 4. Sieben Lieder für eine Baritonstimme mit Pianoforte.
Heft I. 1. leb geb nicbt in den grünen Hain. (W. Oster-
wald.) 2. Heimweb. „O, dass icb draussenläg*'. (G. Stieler.)
3. Sommersegen. „So warm und berrlicb liegt die Welt*'.
(Wolfgang Müller v. Königswinter.) M. 2.—.
— Idem. Heft n. 4. ünergründlicb. „Ich küsste sie auf die
Stime kaum". (J. G. Fiscber.) 5. Zwieg^sang. „Im Flieder-
buscb ein Vöglein sass''. (R. Reinick.) 6. So wandr icb in
die weite Welt. (W. Osterwald.) 7. Falscb, aber süss.
„Komm, falscbe Dirne". (G. F. Daumer.) M. 2, — .
Op. 5. Fünf Ciavierstücke. Heft I., n. ä M. 2,—.
Op. 6. Secbs Lieder und Gesänge für gemiscbten Chor.
Heft I. Die Rose treibt ein rotbes Blatt. (W. Osterwald.)
2. Trennung. „Er ritt so einsam durcb den Wald". (Alex.
Kauftnann.) 8. Heimkebr. „Und wieder ritt er durcb den
Wald". (Alexander Kaufmann.) Part. u. Stinunen M. 2,40.
(Part. M. 1,20. Stimmen ä M. —,30.)
— Idem. Heft n. 4. Mit sanften Flügeln senkt die Nacbt.
(W. Osterwald.) 5. Durcb säusebide Bäume im Mondenscbein .
(W. Osterwald.) 6. Konmit auf den Anger, muntre Buben.
(W. Ostefwald.) Part, und Stimmen M. 2,40. (Part. M. 1,20.
Stimmen ä M. — 280.)
Op. 7. Tänze für Pianoforte zu vier Händen. Heft I. M. 4,—.
Heft n. M. 8 — .
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nOIlUOl^ l/dilly nut Pianoforte. 1. Dich suchen meines
Geists Gedanken. (E. Bittershaus.) 2. Ich habe dich. „Ich
weiss nicht, was die Welt noch hätte**. (E. Eittershaus.)
3. Jetzt ist er hinaus in die weite Welt. (V. J. v. Scheffel.)
4. Wenn Zwei von einander scheiden. (H. Heine.) .^2,—.
Op. 12. Vier Lieder für eine Sinestimme mit Piano-
forte. I.Wenn alle Brünnlein fliessen. (Ausr. Naaf.) 2. Wenn
du dein Haupt zur Brust mir neigst. (H. Oelschl&ger.) 8. Du
bist das Meer. (F. X. Seidl.) 4. Mir ist, nun ich dich habe.
(Friedrich Eückert.) Ji 2,—.
Op. 13. Vier Lieder für eine Singstimme mit Pianoforte.
1. StiU wandl ich zu Abend. (Ernst Ziel.) 2. Nacht auf der
Haide. (Ernst Ziel.) 3. Nun die Schatten dunkeln. (E.Geibel.)
4. Hör ich das Liedchen klingen. (H. Heine.) M 2,40.
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zogen aas Corneille*s Tragödie „Polyeuct".
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Part. hJi 9) Feier im Tempel Jupiter*s. Part. 10 Ji
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für Violine (thelis mit, theiis ohne Begleitung). In
neuen verbesserten Ausgaben.
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übnng für AnfänKer. Op. 36. Heft I und U ti ^ 1,—.
Heft m. Jt 1,80.
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Bamiut den Intervallen in Form kleiner melodisch pr^res-
siv aafsteigenderTJebungsstücke. Op. 39. 8 Hefte & j« 3,—.
0) ZwanzlfT fortschreitende Uebungen für die Violine mit
Begleitung einer zweiten Violine. Op. 38a. Zwei Hefte
j k Ji 8,—.
't>) Zehn Uebungen für die Yioline mit Begleitung einer zwei-
ten Violine mit Wechsel der onterenli^en. Op.SSh. ^8,— .
E) Vlemndzwanzlg VorObimgen zu E. Kreutzer'» und
P. Rode'a Etüden fUt Violine allein oder mit Begleitung
des Pianoforte. Op. 37.
a) Die Viohnstimme Jl 6, — .
b) Die Pionofortestimme mit darübergelegter
. Violinfltimme Jt 7,—.
T) Etudes et Caprlces pour Violon aenl. Op. 35. Neue Aus-
gabe mit genaoer Bezeichnung des Fingersatzes. J^ ö,— .
gl Sechs Studien für Violine. Op. 54 Jt 9,—.
, B) Seohs Caprloen für Violine. Op. 55. Nachgelassenes
Werk, heransgegeben von Carl Howotny. Jt 9,-.-.
II) Sammlung mehrstimmlgerMusikstDcke zur Uebung
im Ensemblesplel für Violine (theilweise mir
Vitfla Öder Viola und Violoncell). Op. 52. Voll-
stShdlg in 6 Heften k J6 i,—.
' Joe. Dont's Stadienwerke für Violine gehören zu dem
weitaus Besten, was die betr. Litt«ratur überhaupt aufzu-
weisen hat, wie von Spohr bis auf Sarasat« und Adolf Brodsky
alle Meister der Geige anerkannt haben| die Uebuugen für
das Ensemblesplel insbesondere sind bestimmt, eine wesent-
liche Lücke in der Unterrichts- Litteratut auszufüllen. — Alle
Yiolinlehrer, namentlich solche für gemeinsamen T7nter-
ricbt, seien auf die letztere Sammlung nachdrückUch auf-
merksam gemacht. [381.]
25 Stndien ™r ..
Ferdinand Hüllweck.
Weae vermehrte and verbesserte A««c*l>e.
In einem Bande gebunden Jt 7,50 netto.
In 6 Heften k Jl 1,20 netto.
EhigtfüArl an dtn CansirEataricn tu Cdln, Drtsdin, Lcipiig, Prag iK.
Wei- das gründliche Studium der diatonischen Scalen und
Cadenzen als dos Fundament zu einer correotea und sicheren
technischen Fertigkeit — wie sie heutzutage -son jedem (Jei-
ger, namentlich auch für das Orchesterspiel Verlangt wird —
anerkennt, wird in den Hüllweok'schen Uef>ungen sehr bald
ein unentbehrliches Hilfsmittel für den Unterricht erblicken.
Zur Erlangung der nöthigen Sicherheit in der linken Hand,
sowie' in der BogenfÜhrung gibt ee kaum irgendwo zweck-
mAaaigeren Stoif, als der hier in geradezu ersi^öpfendär Voll-
st&ndigkeit gebotene.
^0^ Ansichtssendungen stehen zu Diensten.
1*7
Mi8lkallea-l0¥a ib. 71
aus dem Verlage Von
Praeger & Meier in Bremen.
[289.] ■ '^ ^ ^
'Böhm, Carl, Zwei Lieder fnr gemischten Chor.
No. 1, Frühlingslied. No. 2. An die Nacbt.
Partitur iitid Stimmen 1 80
GOtZe, Carl, Op. 192. Drei Duette für Sopran
und Alt.
No. 1. Es grünen und blähen die BSume . 1 30
No. 2. Der licna auf blumigen Fluren lag . 1 —
No, 3. Gib dich zur Hub ..... — 80
Scharwenka, Ph., Capriccietto a, Op.45, Heft 1,
No. 3, für Pianoforte 1 30
Strelezkl, Ant, Menuett in Adur für Pianoforte 1 50
9trelezkl, Ant., Chant sans paroles „ „ i 30
Volborth, E. V., Rhein-Wellen-Walzer für Pfte. 1 80
Wappaus, Carl, Op. 25. Waldesfrieden, Lied
für 1 Singatimme 1 —
Zander, Friedr., Dr.. Op. lO. Drei kleine Lieder
für Uännerchor. No. 1. Die Rache. No, 2.
Gemsjäger. No. 3. Ave Maria der ScbifTer.
Partitur und Stimmen 2 30
Neu erschien in Unserem Verlage: [S84a.1
Op. 59.
«tmpl. Jt 3, — . nätto.
No. 1. Um Mittemacht. Jl 1,36.
f No. 2. Eophtischea Lied. 1
1 No. 8. Zweites Kophtisches Lied. j •* ^'~
f No. 4, Die Auswanderer Q. Flucht). 1
t No, 5. Dia Auswanderer (IL Heimathbild.) J ** "'^B-
Hr. Julius Stockhansen schreibt; „Die Lieder von Brnoh
Op. 69 gehören zu den besten dee Meisters."
Schott f reres, Brüssel. - Otto Junne. Leipzig.
F
148
f^utim "ßluthner, dßnpjüf.
[386.]
Bedeutendste Planoforte-Fabrik EaropaAl
Flügel und Pianinos
T^on. anerkaniit; i].iiiil>ert;rojBreii.ei* Haltbarkeit
und edlem, saiiis^eiolieiii nTou.«
"y^rinfi/ly Vertreter "bez. Verlcaufszxi.agaziia.e aza. alleza. 'bed.exa.teia.d.ereia. Pl&tze:
Die Fabrik besteht seit 7. November 1853.
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Begii der SoinerciiRe Dieiutag den 19. April i J.
A.usfährliobe Prospecte gratis und franoo durch die
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Dessau, Bismarck-Straase 33. [287e.}
Conoertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orohesters. [888—.]
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 21.
CIoneert-n.0ratoriens8nger [Tenor). [2.»c i
Lehrer am k. Conservatorium Dresoen, Christianstr. 20 111.
hersogl. säohs. Eofpianist, ProfesseTur anp^rieni am OonBenratorinm
sn Genf (Sohweix). [290—.]
Concert- Vertretung: Hermann Woiff, Berlin.
-A^ Siloti,
^Pianist. [892-.]
Paris. 26, Avenue Trudaine.
Vollständige Ansbildnng für Oper d. Ooneert
EnBemble-üebungen. BoUenBtadinm.
Von mir ausgebildete Schtder: Magdalena Jahns, Selma
Schoder, Carl Scheidemantel n. A. m. [298 — .]
Leipzig. Bodo Borchers.
Gesanglehrer.
Solo-Posaunist
[294a.]
Unim. Kausmn^ns nM Leiirsr der Harfe an der Unlü. Hocliscliiae ftr Insli.
Berlin. 8. W. Hornstr. 9. [2911.]
Bei dem stfidtischen Curorchester zu Wiesbaden
ist die Stelle des Solo- und BasS-Posaunisten zum
1. Mai 1. J. neu zu besetzen. Jahresgehalt: 1896 Mark«
Vorzügliche Leistungen und Koutine Bedingung. — An-
meldungen mit Angabe des Alters und unter Beifu|^ng
von Zeugnissen zu richten an die
Städtisehe Cnr-Direetion zn Wiesbad«L
Druck von 0. G. Bodor in Leipzig.
Leipzig, am 17. März 1892.
m In luttuiiAi iDckatutt
MiDutt Juiidimi iiii u
Midni n ilnnlm.
^SSy^ to Musiker und Musikfreunde. ^/^
V TenmtwortUclier Bedacteur und Verleger: ^f
fOr Musiker und Musikfreunde.
TenuitwortUclier Bedaoteur und Verleger:
E. W. FritcMh,
Leipzig, Kfinigsstrasse 6.
nm. Mrg.]
Du Hankalüclie Wochenblatt encheint jährlich in 62 Nainraern. Der Abomiemetitibetrks
für duQnutAl tod IS Kammern iit 9 Hark; eine eintelne Nummer kostet 40 Pfennigs. Bn
direeter frankirter KrenibandMudnng treten nerchBtehende viertelj&hrlicfae Abonnementa-
preice in Kraft: 3 Mark 60 Pf. fQr die Dentfche Beicb nad Oesterreich. — 3 Hark 76 Pf.
weitere L&nder des Allgemeinen Poetreremi. — JafareBaboonnmeDta werden unter
[Mo. 12.
den Rmud eiuer gei^altenen Febbeile befangen 80 Pfennige.
; DiB 8ags von „TrMan und iMlde" bei Klohoid Wagner. Ton Dr, Arthor SeidL (Fortsetzang.)
auwuhaa. — rannmsnti uid 8aitnilslB In Oper and OouMTt. — KirohenmiuQL — OpernaiH
NMIMB. — KrttuolkGT Anhang; OanpotlUi " "-' "-'-'■ "-• — — ^- ■
Briefkuten. — Anxelgsn.
n H, B«fmuui, Relnh, Eeisar, Tb. KiröliDi
TageigMcblehte: Beriolite, — Oonoert-
nngsn. — TcrmlBchte MitthellnttgBB nnd
', Ph. fiaharwenka und Q. TyBon-Wolff. —
Die geehrten Leser
des „itfHsikaliscken Wochtnilattes", deren Abormement mit dem laufenden Quartal, resp. mit No. 13 eu Ende
geht, werden für den FaU, dass sie dieses Organ Hier den gen. Termin hinaus eu erkalten ivimschen, gebeten,
ih-t Bestellu^en rechtseitig anbringen su wollen, damit in der Zusen^mg kerne Unterbrechung stattfindet. —
Den werthat Jahresaiotmenten gegenüber bedarf es natürlich dieser Erittnerur^ nicht.
K W. FRITZSCH.
Die Sage von „Trtetin und Isolde" bei
Rfohard Wagner.
Tea Dr. Arthur Saldi.
(Fortsetznng.)
Ich bis absichtlich in diesem Bericht etwas aasführlich
tmd ireitschveifig vorgegangen, um dem Leser glüch zu
allem Anfang den himmelweiten Abstand jener Gottfiried'-
schen Dichtani^ vom modernen Wagner'scben Drama klar
zn machen, — ein Unterschied, der gewiss nicht mehr
nur a«f djen allgemeinen Wesensonterschied zwischen
epischer und dramatischer Behandlung eines Stoffes zn-
TÜckzuf&bren ist, sondern zweifelsohne eben auch einen
Wandel der Glesinnimg nnd der Auffassung desselben be-
deatst. In diesem Stil gebt es sAmlich durch das ganze
Oottfined'idi« Epos hindurefa weiter fi»i, nnd wir werden
daher aneh Hsna ron Wolzogen nur beipflichten können,
wenn er das Ganze treffend als eine „an lockerem Stoff
äberscbw eilende Dichtung" charakterisirt und von ihr
M^: „Die Gewalt dar Liebe, in Grottfried's blähenden
Versen gl&ueend gefeiert, löst sieb gleichwohl bei ihm
,nnr in eine bonte Mannigfaltigkeit rein sinnlicher Aben-
t«ner und weltlicher Intriguen auf", znmal auch die
Hauptgestalten, die „trügerisch schlauen Liebenden" nnd
vor Allem der „stete eifersüchtig wütbende und boshaft
anflanemde Marke" doch nicht unsere Herzen dauernd
gewinnen können. Schon der soeben erst citirte Ausfall
des mittelalterlichen Dichters auf „unseren liebst Herr-
gotf, sowie überhaupt die gance, durchaus saloppe
Behandlung alles Religiösen bei Gottfried ist hier chartJc-
teristisch. Und das Altes gewinnt noch an Farbe, wenn
wir uns seiner beröbmteu Polemik gegen den religiöseq
und sittenreinen Wolfram von Escbenbacb in dem Schwert-
leite-Gesang seines Gedichtes und im Allgemeinen seines
Gegensatzes zu Diesem erinnern, dazu vielleicht auch
noch bedenken, dass ja die Grzäblnng vom Wartburg-
krieg nur eine Sage ist und sich also in der Gestalt
des Heinrich von Ofterdingen (d«r wieder für Wagner'a
Tannbäuser vorbildlich werden st^te) echt sagenhaft gar
leichtlicb ein specielles, bistonscb-persönlicbes Vorkomm-
niss zwischen Beiden am Hofe des Landgrafen von
Thüringen verdichtet haben könnt«, sodass wir unter
IS
160
jenem S&nger entweder GottMed selbst oder snm min-
desten einen Dichter seiner Schule uns zu denken hätten.
Vergessen wir nur nicht des einen wohlverhürgten Fac-
tums, dass Gottfried den Wolfram'schen „Parcival" als
einen Angriff gegen seine ganze Kunstrichtung auffassen
konnte! Aber auch noch weiterhin werden diese Be-
ziehungen von Bedeutung durch Das, was bei GottMed
nach den bereits besprochenen Episoden noch folgt, in
Sonderheit durch seine breite Schilderung der wunder-
baren, verstec&t gelegenen Minnegrotte, nach welcher
sich die beiden Liebenden — gemeinsam von dem neuer-
dings wiedfo: argwöhnisch gewordenen Marke aus seinem
Hause vertrieben — aufmachen, und sodann des unge-
störten Schäferlebens, dessen sie dortselbst gemessen.
Schon die zweimalige Erwähnung von. Artus* Tafelrunde
in dem Sinne, dass die Beiden — im Besitze ihrer selbst —
all der Pracht in seinem Saal und eines angeblich besseren
Mahles gar leicht vergessen könnten, haben wir hier als
eine boshafte Anspielung auf Wolfram'sche Anschauung
aufzufassen; auch der Umstand, dass die Grotte aus-
drücklich als „der Frau Minne geweiht^ bezeichnet
wird, muss uns auffallen und uns unwillkürlich auf Frau
Venus bringen; und gedenken wir vollends gar noch der
linguistischen Bedeutung des Isolden-Namens, welchen ein
Sprachkenner wie H. von Wolzogen aus Isa (daher Ise-
naha, Eisenach) und Holda (^Frau Holla, Huldin; daher
Venusberg bei Eisenach) zusammengesetzt erklärt, so
rundet sich ja das Bild vor unseren eigenen Augen selbst
schon zu einem recht artigen Ganzen ab. So werden
wir dann auch, wenn wir späterhin bei Gottfried noch
erfahren, dass Tristan — abermals von Isolde getrennt —
in fremde Lande gezogen sei, dort mit einer anderen
Isolde, Isolde Weisshand mit Namen, sich vermählt, aber
unaufhörlich sich nach seiner ersten Isolde und der Minne-
grotte zurückgesehnt habe, — werden wir, sage ich, gar
nicht übel Lust verspüren, dies wiederum mit Tannhäuser
und Elisabeth und mit des Ersteren Sehnsucht nach
Frau Venus zurück (trotz Elisabeth!) in Beziehung zu
bringen, also darin eine Art Verschiebung und Ver-
dunkelung des ursprünglichen Mythus zu vermuthen, wie
wir solche früher mit Bezug auf den Siegfried -Mythus
an unserem Tristan- Epos bereits nachzuweisen . hatten.
Alle diese Dinge erscheinen nun aber besonders wichtig
in Bezug auf einen Punct, der nur zu oft bei völlig
irriger Schlussfolgerung auf eine Verkennung auch der
Wagner'schen Intentionen geführt und somit auch gar
leichtlich zu einer voreiligen Verurtheilung seines Werkes
hingeleitet hat. Hatte man nämlich aus der Litteratur-
geschichte einmal vernommen, dass Gottfried in bedenk-
lichen und moralisch höchst zweifelswürdigen Schilderungen
des galanten Liebeslebens, des Minnedienstes, in einer
Verherrlichung des Ehebruchs und des zu seinem Zwecke
inscenirten feinen Intriguen-Spieles sich zu ergehen liebe,
60 glaubte man nun in dem modernen Drama die „Nach-
dichtung" dieses mittelalterlichen Scandal -Romanos als
solche kurzweg ablehnen zu dürfen, und kein Geringerer
als der vielgerülimte Culturhistoriker H. W. von Riehl in
München ward so der classische Zeuge für solch crasse,
geradezu typische Ignoranz unseres modernen „Bildungs-
philisters'', da er sich einst (ich glaube in den 60er Jahren)
zu dem wenig geschmackvollen Bilde verstieg: es fehle
nur noch, dass die beiden Liebenden im 2. Acte bei
Wagner aus dem Boskett hervorgezogen würden, um
den Scandal fertig zu machen. Es ist wahr, bei den
Franzosen dürften wir etwas Derartiges am Ende schon
Bu gewärtigen haben; bei ihnen sind wir in neuerer SSeit
sogar schon einigermaassen daran gewöhnt, und es ist
dies im Grunde nur eine alte, vielbeobachtete Erfahrong^.
Schon Jean Paul sagt 1804 in seiner „Vorschule der
^esthetik^ einmal: „Daher stieg wohl durch Nichts der
gesellige Pariser Weltton so sehr, als durch den allge-
meinen Ehebruch, welcher jedem Pariser »Ehevogt« (ein
ungelenker, altdeutscher Terml) auf der Schwelle jedes
Gesellschafts- Zimmers seine idealische Liebeszeit zurück-
gab, worin er um ein weibliches Herz sich müde flatterte.
Bei uns flattert nur unverheirathete Jugend; bei ihnen
(den Franzosen) aber Ehemänner, Eheweiber, Mitweiber,
Wittwen durcheinander — welches schöne allgemeine
Gesellen! Und dies gibt ihrer Poesie die Weiberseite,
nämlich den Witz, diesen weiblichen Syllogismus*' . . . ;
ja, Herm. Kurtz — in der wissenschaftlichen Einleitung
zu seiner Tristan-Bearbeitung — geht sogar noch tiefer,
indem er das im modernen Sinn „ Sociale ** vornehmlich
durch die Kelten in die Litteratur eingeführt werden
lässt So sagt er u. A.: „Die Tristan-Sage ist der sociale
Roman des Mittelalters, welcher — in seiner letzten und
modernsten Gestalt aus Frankreich hervorgegangen — von
allen europäischen Völkern mit jener Begierde aufge-
nommen wurde, mit der man etwas »Zeitgemäases« zu
begrüssen pflegt". . . . und dies ist denn wirklich um so
bedeutsamer, als wir auch in unserer Zeit unseren galli-
schen Nachbarn wieder ganz speciell den unter dem
Gollectivnamen „Sittenstücke, Ehebruchsdramen und Scan-
dalromane'' oder mit dem Prädicat „sensationell, actuell^'
bekannt gewordenen vorzugsweisen Anbau dieses litteräri-
schen Gebietes verdanken, — ein Charakterzug, der also
bei ihnen wohl schon im Blute stecken muss. Eurtz
vergleicht daher nicht nur die Tristan Sage selbst „im
guten Sinn'' den „Dichtungen jener hochbegabten Frau,
welche in unseren Tagen (d. h. eben in den Tagen von
1847) von Paris aus zündend in die Welt gedrungen
sind", er findet auch in den „übrigen britisch-französischen
Epen, wie in dem üppigen Auswuchs, den die beiden
späteren Ausführer des Tristan-Gedichtes ausführlich ihren
»wälschen Quellen« entnahmen, dieselben keltischen Grund-
fehler, durch die sich noch heute die Fabrikate der Nach-
folger von George Sand auszeichnen". Allein damit ist
zwar wohl der Geist und der besondere Charakter des
höfischen Epos Gottfried's von Strassburg recht gut er-
klärt, aber über Wagner's moderne Neugestaltung der
Sage als solcher noch nicht das Geringste gesagt. Immer-
hin wollen auch wir jetzt noch nicht auf diesen Punct
des Näheren eingehen, sondern nur zur besseren Charak-
teristik jener Vorarbeiten und Vorstudien sei dies hier
einstweilen ausdrücklich vermerkt.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Berlphte.
Leipzig. Das 6. und letzte dieswinterliche Akademische
Orchesterconcert unter Hrn. Prof. Dr. Kretzschmar's
Leitung war der neueren Zeit gewidmet, enthielt aber mit
Ausnahme einer Canzone für Violoncell von Bruch nur hier
bereits wiederholt zur Aufführung gebrachte und deshalb dem
Publicum mehr oder minder bekannte Werke im Programm,
nämlich BafPs „Lenoren^-Symphonie, die 3. Serenade ftlr
151
Sireicborchester von Volkmann, Braluns* Akademische Fest-
oüverture und das Yioloncellconcert von Schumann. Alle ge-
nannten Werke, die Solopartien des Scliumann'schen Goncertes
und der niclit Übeln, namentlich der Qesangsnatur des Instru-
ments gut angepassten Canzone von Brucn von Hm. Prof.
Hausmann aus Berlin mit männlich-schönem Ton, sicherer
Technik und stets nur auf den musikalisclien Kern gerichteter,
ebenso nobler, wie warmer Auffassung vorgetragen, kamen
wie bei dem von Hm. Prof. Dr. Eretzschmar AUem, was er
aufführt, entgegengebrachten congenialen Verständnissund dem
künstlerischen £ifer, den die verstärkte Oapelle des 184. Infan-
terie-Begiments in diesen höchst verdienstlichen Ooncerten stets
bewiesen, gar nicht anders zu erwarten gewesen war, zu ganz
trefflicher technischer und durch geisti^n Schwung animi-
render Wiedergabe, für welche das Pubhcum sich durch viel-
fiBkche He!rvorrufe aes Hm. Diri^nten dankbar bezeugte, wie
dasselbe in ähnlicher Weise auch die Vorträge des Hm. Prof.
Hausmann auszeichnete. Jedenfalls haben diese Akademischen
Orchester-Ooncerte auch in dieser Saison ihre Mission ganz
glänzend erftdlt und ihre Position im Musikleben unserer
tadt nach jeder Richtung hin noch mehr befestigt. Dem
hohen künstlerischen Gewinn, den sie dem Publicum brachten,
stand ein so günstiges pecuniäres Resultat gegenüber, dass
an einer Fortsetzung des Unternehmens kein Zweifel besteht
und der Vorstand der Concerte im Stcmde ist, schon jetzt zum
Abonnement für den nächsten Winter einzuladen. Wie die
Bestimmtheit der künstlerischen Principien, welche der Dirigent
Hr. Prof. Dr. £jretzschmar hierbei erkennen lässt, so sollte
femer die löbliche, auch in anderen Musikstädten anzutreffende
Gepflogenheit, die Programme für den ganzen Concertcyklus
schon vor dessen Beginn dem Publicum mitzutheilen, von un-
seren übrigen Goncertinstituten zimi Muster genommen werden,
im eigenen Interesse, wie dem der Abonnenten, die immer
erst aus der einzelnen Concertanzeige erfahren, was ihnen
für das bezahlte Geld geboten wird.
Das 19. Abonnementconcert im Neuen Gewand-
haus überraschte in seinem Programm durch die sehr ver-
spätete Au^hruug der Suite „LIArl^ienne^ von Bizet und
die Mittheilung, dass in dem 20. Goncert Hr. Anton Rubinstein
Mitwirkender sein werde. Seine Empfehlung hatte einer Schü-
lerin von ihm die Pforten des Gewandhauses für das 19. Gon-
cert geöifiiet. Wir haben die junge, durch natürliches Auf-
treten auchäusserlich einen sympathischen Eindruck machende
Dame, wie auch die Bizet'sche Suite nur in der Haupt-
probe gehört. Frl. Sophie von Poznanska, so lautet oer
Name, verdeckte bei dieser ersten Begegnung die verschie-
denen mit unterlaufenden technischen Unreinheiten und
Fehlgriffe durch sehr angenehme Tongebun^ und gutes musi-
kalisches Empfinden, das sich oft zu poetischem Ausdruck
verklärte, wie namentlich in Schubert-Liszt*s „Du bist die Ruh''
und dem bekannten Lied ohne Worte von TschaXkowsky,
vielfach aber auch in Ghopin's Fmoll-Goncert, während der
jime;en Dame für Liszt's E dur-Polonaise die rechte Bravour und
nacnhaltende Kraft^ vielleicht auch die rechte üeberzeugung
abgingen. Die Aufnahme der Pianistin war eine ganz beson-
ders warme, sodass zwei Zugaben erfolgen mussten : das schon
erwähnte Tschaikowsky*sche Stück und Rubinstein's Valse-
Gaprice. Die Suite von Bizet, ganz vortrefflich unter Hrn.
Prof. Dr. Reinecke's Leitung gespielt, hatte ebenfalls einen
grossen Erfolg bei den Probebesuchem ; das Minuetto musste
sogar wiederholt werden. Die übrigen Programmnummem
(V^lkmann's DmoU-Symphonie und Beethoven's „Fidelio''-
Ouverture) waren wir leider zu hören verhindert.
Am 7. März rief uns unsere Referentenpflicht nach dem
hübschen Goncertsaal des H6tel de Prasse, wo eine Frau F o r m-
h als als Sängerin debutirte. Sie Hess in ihren Gompositionen
von Bruch, Mozart, Adolf Jensen („Dolorosa^), l^humann,
Schubert, Lassen, Bungert. Weber und W. Taubert umfassen-
den Vorträgen eine angenenme Stimme von nicht übler Ton-
bildunjBf erkennen, sang aber fast durchwej^ eine Schwebung
zu tiet und Hess in Bezug auf Gharakterisiruner und geistige
Durchdringung des Stoffes noch so gut wie Alles vermissen,
sodass eine starke Monotonie unausbleiblich war. Der junge
talentvolle Pianist Hr. Afferni, welcher sie sehr aufmerksam
am Flügel accompagnirte, Hess sich auch als Solist hören, in
Stücken von Ran, Ghopin, Gk)dard und Strauss-Tausig, in
welchen er besonders das Zarte und Weiche trefflich zur
Geltung brachte, wogegen ihm für das Kräftige und Ener-
gische der rechte Ton bisweilen noch gebrach. Das einge-
ladene, zahlreich erschienene Publicum war etwas reservirt in
seinen Gunstbezeugun^n, trotzdem fehlte d%r Sängerin das
UbUche Blumenopxer mcht.
Stettin. Am 18. Februar fand zur Feier des 25iährigen
Bestehens des Stettiner Musikvereins die AuifÜhrung
des dramatischen Ghorwerks „Krbsus'^ von G. Ad. Lorenz,
dem Dirigenten und Begründer des Vereins, im GoncerÜiause
statt. Die beiden früheren Oratorien des Gomponisten haben
demselben bereits eine ehrenvolle Stellung unter den lebenden
Tondichtem errungen. „Otto der Grosse**, dem verstorbenen
Kaiser Wilhelm I. gewidmet, hat viele Aumihrungen erfahren
und wurde sogar trotz seiner Deutschlands Grösse verherr-
lichenden Dichtung ins Französische übersetzt und in der
französischen Schweiz aufgeführt. „Winfried** hat bisher erst
drei Aufführungen erlebt, jedoch mit eminentem Erfolge, in
Stettin, Gassei und Erfurt. Dieses Werk entstand vor drei
Jahren. Die jüngste Tondichtung des Musikdirectors Prof. Dr.
Lorenz ist eigens zur Jubelfeier des Stettiner Musikvereins
feschrieben. Die Dichtung, poetisch sehr werthvoll, behan-
elt das allbekannte Schicläal des reichen LyderfÜrsten, seine
Grösse, die Solonische Warnung, sein Sinken, seinen Fall und
zeigt ihn zum Schluss auf dem Scheiterhaufen, wie er die
drei ihm Rettung bringenden Worte ausruft: „Solon! Solon!
Solon!** Die Musik ist eine gewaltige, oft von hinreissender
Wirkung. Als Höhepunct möchten wir den Schlusschor des
1. Theils „Keiner entgeht dem grausen G^eschick** bezeichnen
mit den erschütternden Schlägen von Ghor und Orchester
„Keiner I Keiner!** Dann den Päanchor mit der mächtigen
Steigerung bis zum „Päan! Päan!** Fast ebenso grossartig
ist der jubelnde Ausruf „Heil dem König**, nachdem Syrtis
sich entschleiert hat. Unwillkürlich von Grausen erfsisst wird
man bei den Worten „Erwacht, Schläfer, erwacht!** Von
höchster dramatischer Wirkung ist die Scene auf dem bren-
nenden Scheiterhaufen. Vergleicht man mit diesen packenden,
wuchtigen Momenten den bestrickenden Zauber in der Syrtis-
Scene des 1. Theils, die wehmüthige Erinnerung des Ejtösus
an seinen verstorbenen Sohn, so muss man wanrlich einge-
stehen, dass dem Gomponisten keine Empfindung fremd ist
dass er alle Stimmungen meisterhaft auszudrücken versteht.
— Wir zweifeln nicht, dass dieses hervorragende Werk binnen
Kurzem überall dahin seine Siegeslaufbahn nehmen wird, wo
sich tüchtige Kräfte für seine Aufführung finden. Hier war
die Darbietung eine mustergpltige, und der Stettiner Musik-
verein kann diesen Tag als einen Ehrentag bezeichnen ; er hat
wieder leuchtend dargethan, dass seine Leistungen das Höchste
bedeuten, was hier in Stettin in der Musik geboten wird.
Dem Gomponisten sind denn auch die reichsten Ehren zu
Theil geworden. Bei seinem Erscheinen am Dirigentenpulte
empfing ihn die gesammte Versammlung, sich von den Plätzen
erhebend, mit Jubelruf und Orchestertusch. Ein Berg von
Kränzen und Blumenspenden lag vor dem Dirigenten. Am
folgenden Tage feierten ihn die Gapelle des Königsregiments
(die Theatercapelle hatte schon Tags zuvor ihre Ovation dar*
gebracht), der Vorstand des Musikvereins, desgleichen der Vor-
stand des Löwe-Vereins, von nah und fem Grüsse und Ge-
schenke. Am Abend &nd in den RHumen des Goncerthauses
ein grosses Fest statt, bei welchem zunächst Hm. Prof. Dr.
Lorenz eine sehr bedeutende Summe als Ehrenspende zur
Verwendung für einen idealen Zweck in des Gomponisten
Literesse überreicht wurde, dann folgten lebende Bilaer nach
den sieben hervorragendsten Werken von Lorenz mit Ab-
schnitten aus der Musik derselben. Hr. Rechtsanwalt Ritschi,
der Enkel des grossen BLschofis Ritschi, ein feiner Musik-
kenner, hob endhch die Bedeutung des Gefeierten als Oratorien-
Gomponisten hervor. Dr. Seh.
Concertumschau.
Amsterdam. Abonn.-Gonc. im Neuen Goncerthaus (Kes)
am 26. Febr.: 4. Symph. v. Beethoven, symph. Dicht. .Fran-
cesca da Rimini" v. A. Bazzini, Ouvertüren v. Lalo („Fiesco")
u. Brahms (Akad. Fest-), „Walkürenritt" v. Wagner.
Angers. Abonn.-Goncerte der Assoc. artist. (Frömaux):
No. 14. 6. Symph. v. Beethoven, Ouvert. zu „Le Roi d'Ys"
V. E. Lalo, „Walkürenritt" v. Wagner, Fuge v. Th. Radoux,
Berceuse v. Radoux-Hasselmans, Entr*acte-Gavotte, „Au
moulin" u. „Loin du Bai" f. Streichorchester von E. Gillet.
No. 16, Ouvertüren v. Beethoven („Goriolan") imd Mendels-
sohn („Ruy Blas"), ungar. Fantasietta „Lassan" und „Friss"
V. L. Lacombe, Menuett a. „Gapitaine Fracasse" v. E. Pes-
sar d. Solovorträge der Frau Godcnaux-Hullmann (Olav.^Oonc.
V. Scnumann, „Gampanella" v. Lisztetc.) u. des Hm. fäigel«
bert (Ob., Berceuse v. Bordier). No. 16. Hmoll-Symph. v.
Schubert, „Danse maeabre" v. Saint-Saöns, Ouvertüre de
162
Pantamime u. Etüde sympb. „Marine" v. G. Pfeifer (unter
Leit. des Comp.), Zigennertanz a. „Le Tasse** von Godard,
Gesangvortrftge des Frl. Morlon (Sicilienne v. Pergolese-
Weckerlin und Arie a. „Jeanne de Naples** v. G. Pfeifer).
No. 17. 8. Symph. v. Mendelssohn, „Zampa'*-OuYerture von
Hörold, Ballet a. -Le Cid** v. Masse net, violinvortrftge des
elf}älir4;en J. Thibaud (u. A. Fdur-Bomanze v. Beetboven u.
Mazurka v. Zaraycki). Ausserord. Conc. derselben G^esell-
scbaft am 6. Febr.: Orobestersuite v. J. Gar ein (unter Leit.
des Comp.), Ouvertüren v. Beetboven („König Stepban**^ und
Weber, Solovorträge der HH. Manoury a. Paris (&es., Arioso
a. Jje Boi de Labore** v. Massenet, Arie a. ^enry YIII.**
V. Saint-Safins u. Epitbalame a. „Nero** v. Bubin stein)
u. Bertbelier a. Paris (Yiol., Conc. v. J. Gar ein [unter Leit.
des Comp.] u. Airs bongroises v. Ernst).
Baltimore. 4. Conc. des Boston Svmpb. Orcb. (Nikiscb):
Sympb. „L&ndlicbe Hocbzeit** v. Goldmark, ,^reiscbütz^-
duvert. v. Weber, Pilgermarscb a. „Harold** v. H. Berlioz,
Solovortrftge der Frau Wyman (Qtea,, Arie aus .Samson und
Dalila** v. oaint-Sadns, sowie Lieder v. Delibes, Masse-
net u. Ferrari) u. des Hm. Burmeister (Cllavier, Adur-
Conc. V. Liszt).
Berlin. Liederabend mit Compositionen v. Hugo Wolf,
ausffeftlbrt v. Frl. Mayer a. Wien u. Hni. Grabl v. bier am
6. Mftrz: „Der Musikäjit** „Yerscbwiegene Liebe**, „Wer sein
beides Lieb verloren". „Verborgenbeit", „(Jebet**, „Er ists**,
„Der G&rtner**, „Der Tambour**, „Heimweh", Gesang Weyla's,
„Wandl ich in dem Morgenthau**, „In dem Schatten meiner
Locken**, „Anakreon^s Grab**, „Der BattenfiLnger**. „An eine
Aeolsharfe^, „Sagt, seid ihr es. feiner Herr**, „AUe gingen,
Herz, zur Ruh** und „Mögen alle bösen Zungen**.
Breslau. 6. Symph.-Conc. der Bresl. C^ncertcap. (Bie-
menscbneider): 4. Sympb. v. Beethoven, Ouvertüren v. Kaff
(„Ein feste Burg**) u. Weber, Festmarsch von M. Thomale,
2. Ungar. Bbaps. v. Liszt, „Idyll" a. der Oper „Die P£ahl-
bauem** v. W. Freudenberg, „Ballgeflüster° f. Streicborch.
V. L. Gregh, T.Yiolinconc. v. Böriot(aerzwölQ&br. Paul Wit-
tenberg). — 6. Musikabend des TonkünsÜerver. : GmoU-Cla-
viertrio v. H. Goetz, Soli f. Ges. v. Wagner („Immer ist
Undank Loge^s Lohn** a. „Bbeineold**) u.j!Wolf („Der Lenz
ist gekommen** u. „Lied des Ludolf**), f. Orgel von S. Bach
(Tocc. u. Fuge in DmoU) u. f. Viel. v. Simon (Berceuse) u.
Zarzycki (Mazurka). (Ausführende: HH. Paul [Cfes.], Kahl
[OrgJ, Kudell [Clav.^ Bensch u. Busse [Streicher]. )
Brooklyn. 4. Pbilharm. Conc, gegeben vom Boston
Symph. Orch. (Nikiscb): 3. Sympb. v. Beethoven, Eine Faust-
Ouvert. V. Waener, Andantino u. Scherzo aus der FmoU-
Sympb. V. Tscnaikowsky, Solovortrftge der Frau Wyman
fGes., Arie a. „Samson und Dalila** v. Saint-Saöns) u. des
Hm« Schröder (Violonc, AmoU-Conc. v. Saint-Saöns). —
3. Conc. der Seidl Society: Jupiter-Sympb. von Mozart, „Le
Eouet d'Ompbale** v.Saint-Saöns, „Siegfried-Idyll** v. Wag-
ner, Arie a. dem „Cid** v. Masse net (Frau Blauvelt), Bruch-
stücke a. ^Cavalleria rusticana** v. Mascagni (Damen Blau-
veit u. Hincks u. HH. Basset u. Montariol). — !. Kammermusik
des Venth Quint. Club: Clavierquint. Op. 70 v. Jadassohn,
Streichquint. Op. 76 v. Havdn, Cdur-Streichquart. v. Mozart,
Clav.-Viobnson. V. C. Venth, Gtesangsoli v. Wagner u. Schu-
mann. (Ausfiihrende: Damen Dutton [Ges.1 u. Venth [Clav.]
u. HH. Venth, Hellwig, Krusel u. Hallego fStreicher].)
Copenhagen. Conc. am 4. Febr.: AmoU-Clav.-Violinson.
V. Schumann (Frau Thomson u. Hr. Gade), Solovortr&ge des
Frl. Krötma („Die Wanderschwalbe" v. Bubinstein, „Am
Ufer des Flusses" v. Ad. Jensen, „Meine Liebe ist grün" v.
Brahms, Elinderlied v. W. Berger, Ital. Gesang v. W. de
Fisch etc.) u. der HH. Winding (Clav., Phantaaestück Op.
54, No. 1, Studien und „Novelletten" Op. 66, No. 4 u. 8, und
Charakterstück Op. 50, No. 6, eig. Comp.) u. Ghide (Eomanze
V, Wieniawski u. Ungar. Tanz v. Branms-Joachim). —
3. Philharm. Conc. (Svendsen): 7. Symph. v. Beethoven, Or-
chestersuite „Roma" V. Bizet, Conc. pathöt. f. zwei Cla viere
V. Liszt (Frau Menter u. Hr. Sapellnikoff), Solovorträge des
Hm. Sapellnikoff (DmoU-Oonc. v. Rubinstein, „Pester Car-
neval** v. Liszt etc.);
Danzlg. 5. Abonn.-Conc. (Schumann): Hmoll-Sympb. v.
Schubert, „Mei8tersinger**-Vorspiel v. R.Wagner, „Sömmer-
nacbt8traum**-0uverture v. Mendelssohn, Claviervortrftge des
Hm. Schumann (AmoU-Conc. v. R. Schumann etc.).
Davos-Platz. Conc. der HH. Werner (Clav.) u. A. Eras-
seit (Viel.) aus Baden-Baden unt. Mitwirk, des Männerchors
(Heim) am 28. Febr.: ^Männercböie v. Hagen („Biterolf im
Lager von Akkon**), Silcber u. Attenbofer (Frühlingßlied),
sowie drei Altniederländ. Volkslieder, bearbeitet v. Kremser.
Soli f. Clav. V. Brahms ^Andante a. der Cmoll-Sonate} uad
Grieg (Norweg. Tanz^ u. i. Viel. v. S. Bach (Chaconne), Zar-
zicky (Mazurka) u. A.
Dresden. 7.-9., sowie Ausserordentl. Uebuogsabend des
Tonkünstlerver.: Blasoct. Op. 108 v. Beethoven, Bdur-Sext. f.
zwei Bratschen, zwei Ghimben, Violonc. und Contrabass von
S. Bach, Gdur-Sext f. Fl. u. Streichinstrumente v. £d. Kret-
schmer, Esdur-Clavierquint. v. E. H. Keyl^ Esdur^-CUvier-
quart. v. Mozart, Streichquartette v. Mendelssohn ^dnr) u.
Haydn (Ddur), Ciaviertrios von Baff (Cmoll) u. Beetboven
(Op. 70, No. a), AmoU-Suite f. VioL u. Cl&v. v. Chr. Sinding,
zwei Stücke Op. 11 f. Violonc. u. Clav, v. Tb. Blum er. Soli
f. Ges. V. Händeln. Rieh. Hering („Botschaft**, ^Im Fisnber-
boot** u. „Ein Augenblick**) u. f. Cbv. y. C. Sobmeidler (Fis-
dur-Phant.). (Ausftlbrende: HH. Jensen, Antbes [Gesang
Eronke, v. Böse, Pittrich, Roth, Sohmeidler, BluniarfGlavie?]^
Eratina, Fei^l, Braun, Gunkel^ Drechsler, Lange-Frohberg,
Schramm [Violinel, Schlegel, Wilhelm. Remmele, v. Fossard,
Schreiter JViola], Böckmann, Grütemacner, Michael. Nebelong,
Rüdiger rViolonoJ. Hüllweck, Stenz [Gambe], Klelnert [Con-
trabass], muer [FL], Pietzsch, Scbmiat [Ob.], Lange^ FOrster
[ClarJ, Franz, Pr6e [Hom], Bräunlich u. Strauss [ng.].)
Hamburg. Gr. Extraconc. der Concertbauscap. Aiaube)
am 24. Febr.: Orchestersuite a. „Peer Gynt'' v. £av. Grieg.
Ouvertüren v. Goldmark (.Im Frühling*'), Beetboven uikL
Lassen (Beethoven-), „Chanreitagszauber'' a. .Paisifid'' von
Wagner, zwei Waker f. Streicborch. v. F. Tbierlot, He-
bräische Melodie, f. Org. u. Orch. bearbeit. v. E. Franz, An-
dante f. Org. V. Kühmitedt (Hr. EleinpaulJ u. A. m.
Hamm. Conc. des Hm. Frank unt. Mitwirk, des Hm.
Janssen a. Dortmund, sowie des Musikver. u. der Liedertafel
V. hier am 14. Febr.: AmoU-Duo f. zwei Claviere v. Rbein-
b erger, Variat. f. do. v. Schumann, sechs Altniederländtiscbe
Volkslieder, f. Soli, Männerchor u. Clav, bearbeit. v. Kremser,
gMiijam's Sieges^;esang*' f. do. v. Schubert, Frauencböre Jbn
Frühling*' u. „Die Libellen*' m. Clav. v. Bargiel, Vocaldoetle
„Still wie die Nacht'' u. „Das erste Lied" v. C. Götze.
Kiel. 5. Abonn.-Conc. des Gesangver. (Prof. Stange) mit
HändeFs „Samson" unt. sollst. MitwiML. des Frl. v. Sicherer a.
München, der Frau Bächi-Fährmann a. Dresden u. der HH«
Wulff a. Strassburg i. £. u. Sistermans a. Fraoükfbrt a. M.
Löbau. Conc. des Frl. Frejtas| (Ges.) u. des Hm. Eis-
mann (Viol.) a. Dresden am S6. Feor. m. Soli f. Gesang von
Bruch (nicn wob dies Gtewand"), Bubinstein (.Es blinkt
(Zigeunertanz) u. A.
Leipzig. 6. Akad. Orcb.-Conc. (Prof. Dr. Eretzscbmar):
J^enoren^-Symph. v. Baff, 8. Serenade f. Streicborob. von
Volkmann, Akad. Festouvert. v. Brahms, ViolonoeUvor-
träfi;e des Hrn. Prof. Hansmann a. Berlin (Conc. v. Schumann
u.(yanzone v. Bruch). — Soiröe der Sän^rin Frau Fonnbals
unt. Mitwirk, des Pianisten Hm. Affemi am 7. WSaz m. Soli
f. Ges. V. Bruch („Ligeborg^s Klage"), Ad^ Jensen (.Dolo-
rosa"), Lassen^-DerCenz"), Bungert („Der Scbubmacber'X
W. Taubert (Wiegenlied) U.A. u. f. Clav. v. Eaff (Marsch),
Chonin, Godard (Mazurka) u. Strauss-Tausig (^acbtillsdter";.
— 19. Aboim.-Conc. im Neuen (Gewandhaus (Prof Dr. Beinedta) :
1. Symph. V. Volkmann. „L'Arlösienne" v. Bizet, „Fidelio*-
Ouvert. V. Beethoven, Claviervortrfige des Frl. v. Poznanska
a. St. Petersburg (FmoU-Conc. v. Cn(^in, Edur-Polonaise v.
Liszt etc.). — 7. Musikabend des Kammermusikver.: Streich-
quartett Op. 18, No. 6, V. Beetboven (HH. Jockisc^ Klesae.
Heintzsch u. Hansen), EmoU-CSav.-Violinson. v. JU Neuboft
(HH. Oppenheim u. Jockiscb), SolovortrSge der HH. Trauter-
mann (Ges., „Unsagbar", „Verrathene Liebe" u. WanderlM
V. M. Vogel), Meitzendorf a. Neustrelitz (Ges., „Die Väter-
gruft" v.B.Eieserling, „ImWunderbuch"v.A.F (Erster etc.)
u. Hansen (Violonc, Seren, m. Streicborch. v. E. v. Perger), —
3. Conc. des Liszt- Ver. unt. Leit. des Hm. Strauss a. Weimar
u. Mitwirk, des Pianisten Hm. Siloti a. Paris u. der Cap. des
184. Inf.-Beg.: Sympb. Dichtungen „Die Ideale" u. ^Mws^oa*
V. Liszt u. „Tod und Verklärung" v. B. Strauss, Gtavior-
soli V. Schubert-Liszt („Wanderer"-Phant., m. Orcb^. Cbqnn,
Liszt (14. Bhaps. u. Mephisto- Walzer) uad TsohaiJcowsky
(Fmoll-Bomanze).— 8. Kammermusik im Neuen Gewandhaua:
Ciavierquart, v» Schumann, Streichquartette v. Volkmaan
(Gmoll) und Beetboven (Op. 181). (Ausftbxeade: HH. Pkq£
153
Dr: Eeinecke [Clav.], Prill, v. Dameck, Unkenstein u. Wille
[Streicher].)
London. Orcheeterconcerte des Hm. ELallö: 32. Jan.
2. Symph. v. J. Brahms. „Le Bouet d'Omphale" v. Saint-
Saöns, Trauermarsch a. der „Qötterd&mmerun^*' und n^ieg-
fried-Idyll" v. Wagner, Violin vertrag der Frau Neruda-Halfö.
6. Febr. 3. Symph. v. Schumann, Orchestersuite Op. 39 von
A. Dvot^k, „Faniska"-Ouvert. v. Cherubini, drei Orchester-
iiummern a. „Faust's Verdammung" v. Berlioz, 4. Clavier-
conc. v. Beethoven (Hr. Hall6). 19. Febr. Symphonien von
Haydn (DmoU) u. Berlioz (Jlarold in Italien", Bratschen-
solo: Hr. Speelman), 1. Slav. Hhaps. v. Dvorak, Tripelconc.
V. Beethoven (Frau Neruda u. HH Halld u. Piatti). — Crystal
Palace Conc. (Manns) am 20. Febr.: 1. Symph* v. Beethoven,
Eine Faust-Ouvert. v. Wagner, „Gipsy "-Suite v. Germ an,
Solo vortrage der Damen Samueli (Ges., u. A. Arie v. Mac-
fart-en) u. de Lara (Clav., Conc. v. Schumann etc.). — Lon-
don Symph. Concerte (Henschel): No. 4. Hmoll-Symph. von
Schubert, Vorspiel zu „Lohengrin" v. Wagner, Trauermarsch
a. „Story of Sayid" v. Mackenzie, „Hamlet" -Musik v. G. Hen-
schel, Solovorträge des Frl. Glenn (G«8.) u. des Hrn. Qorsky
(Viol., 1. Conc. V, Bruch). No. 6. Ü. Symph. v. Beethoven,
Vorspiele zu den „Meistersin&^m" u. „Parsifal", Vorspiel u.
Schlussscene a. „Tristan und Isolde" (Solo: Frau Nordica),
sowie „Siegfried-Idyll" v. Wagner. No. 6. 4. Svmphonie v.
Schumann, Ouvert. zu „Antonius und Cleopatra" von E. M.
Smyth, Pr61. zum 3. Act a. „The Troubadour" v. Macken-
zie, Duo-Noct. a. „Beatrice et B6n6dict" v. Berlioz (Frauen
Henschel u. Glenn), Violonoell vortrage des Hm. Becker aus
Frankfurt a. M. (Conc. v. Saint-Saöns, „Sur leLac" v. Go-
dard u. „Elfentanz" v. Popper). — 3. Kammermusikconc.
des Frl. L. DoustedeFortis: CmoU-Clavierquint.v.G. Pfeif-
fer, Claviertrio Op. 21 v. A. Dvor&k, CLav.-Violoncellson. v.
E. Grieg, Duos f. zwei Claviere v. T. Strong(„An der Nixen-
quelle") u. Bubinst ein (Scherzo a. üp. 78), Lied „My heart
is weary" v. G. Thomas.
Louisville (Ky). 1. Unterhalt, des Louisville Quint. Club:
Quint. Op. 76 v. «f adassohn, Claviertrio Op. 121 v. Bh ein-
her ger, Clav.-Violoncellson. Op. 18 v. Rubinstein, Rondo
capncc. f. Viol. v. Saint-Saöns. (Ausführende: HH. Frese
[Clav.], Burck, Fleckenstein, Krebs u. Schmidt [Streicher].)
Luzern. 3. Abonn.-Onc (Frischen) unter gesangsolist.
Mitwirk, des Frl. Ottiker a. Zürich u. des Hm. Gerhäuser a.
München: 4. Syraiph. v. Beethoven, „Oberon"-Ouvert. v. We-
ber, zwei Eleg. Melodien f. Streichorch. v. Grieg, 3. Scene
des 1. Au£suges a. der „Walküre" v. Wagner, (^sangsoliv«
H. Goetz (Arie „Es schweige die Klage" u. „*s Spätzll") u. A.
Magdeburg. 5. Conc. des Kaufmann. Ver. (Kaufimann):
Ouvertüren v. Volkmann („Richard III.") und Beethoven,
„Lohengrin" -Vorspiel v. R. Wagner, Solovorträge der Frau
Wirth a. Aachen (Ges., Arie „Hellstrahlender Tag" v. Bruch,
„Sein Weib" v. A. Bungert, „Lied des Ludolf" v. F. Kauff-
nüann u. „Ach, wer das doch könnte" v. W. Berger) u. des
Hm. Prill a. Leipzig (Viol., Conc. v. Beethoven, Polonaise v.
Vieuxtemps etc.).
Manchester. Conc. des Sängers Hm. A. Spen^l unter
Mitwirk, der Sängerin Frau Schmidt-Köhne a. Berlin u. des
Pianisten Hm. Cohn a. Bradford am 26. Febr.: Vocalduette
v. Schubert, Schumann u. Brahms („So lass uns wandern"),
Soli f. Ges. V. Brahms („Sind es Schmerzen" u. „Ständchen"),
Cornelius („Komm, wir wandeln" und „Bin Ton"), Less-
mann („Meine Mutter hats gewollt"), Stange („Die Be-
kehrte"). Rubinstein (MorgenKed u. Frühlingslied) u. A. u.
f. Clav. V. Liszt (19. üng. Rhaps.) U.A. — B&n. Ch. Hall6's
8. Gr. Conc: Dmoll-Symph. v. Havdn, „La Jeunesse d'Her-
cule" V. Saint-Saöns, „Euryanthe-Ouvert. v. Weber, Marsch
a. ^Athalia" v. Mendelssohn, Solovorträge der Frau Schmidt-
Könne (Arien v. Saint-Saöns und Mozart, sowie „Feldein-
samkeit" u. „Ver^bliches Ständchen" v. Brahms) imd des
Hm. Joachim (VioL, 3. Conc. v. Bruch etc.).
New- York. Concerte der Symph. Society (Damrosch):
No. 3. 1. Satz a. der Symph. „Ländhche Hochzeit" v. Gold-
mark, Liebesscene, Scherzo u. Ballscene a. der Dramat. Sym-
phonie V. H. Berlioz, Menuett u. Passacaglia a. „Iphigenie in
Aulis" V. Gluck, Ciaviervorträge des Hrn. Paderewski (u. A.
4. Conc. V. Rubin stein). No. 4. 8. Symph. v. Beethoven,
„Die Hunnenschlacht" v. Liszt, Ouvertüre zum „Fliegenden
Holländer" v. Wagner, Solo vortrage der Frls. de Vere (Ges.)
u, Morgan (Viol., 3. Conc. v. Bruch). — 4. Conc. der Philh.
Society (Seidl): 4. Symph. v. Schumann in der 1. Bearbeit.,
„Prometheus" v. Liszt, Eine Faust-Ouverture v. Wagner,
8. Violinconc. v. Bruch (Hr. Urse). — Concerte des Boston
Symph. Orch. (Nikisch): No. 8. Symph. .Ländliche Hochzeit"
V, Goldmark, Amoll-Suite v. E. A. Mac-Do well, „Frei-
schütz"-Ouvert. V. Weber, Phant. f. Olavier u. Orchester v.
P. Tscha'ikowsky (Frau Riv6-King). No. 4. „Harold in
Italien" v. Berlioz (Bratschensolo: Hr. Kneisel), Vorspiel zu
„Lohengrin", „Siegfried's Gang zum Brünnhilden-Stein",
„Morgenerauen" u. „Siegfried's Rheinfahrt" a. den „Nibelun-
gen" V. Wagner, Fdur-Conc. f. Streichinstrumente u. zwei
Bläserchöre v. Händel. — 2. Conc. des Deutschen Liederkranz
(Zöllner): Schicksalslied v. J. Brahms, Winzerchor aus den
Jahreszeiten" v. Haydn, „Die Nixe" f. Frauenchor, Altsolo
(Frau Ritter-Goetze) u. Orcn. v. Rubinstein, Männerchör^
V. H. Zöllner („Drei Worte des Glaubens"), .Kremser
(„Wenn Zwei sich gut sind") u. Nessler („Ave Maria", mit
Baritonsolo [Hr. Heinrich]), Solovorträge der Frau Rit^rr
Goetze (Ges., drei Liebeslieder v. H. Zöllner) u. der HH, Rie-
ger (Ges.), Heinrich ((3tes,, „Dunkel, wiedunkel"u. „Vergebliches
Ständchen" v. Brahms) u. Brodsky (Viol.). — 2. Conc. des
Beethoven String Quart, unter Mitwirk, der Frau Hopekirl^
(Clav.) u. des Hm. Dr. Martin (Ges.): Clavierquint. Op. 17 v,
Nawratil, Streichquart. Op. 76 v. Bazzini, Lieder.
Neustettin. Am 16. Febr. Aufführ. v. Schumann's „Das
Paradies und die Peri" durch den Gesangver. (Saar) unter
Solist. Mitwirk, der Frls. Görke a. Cöslin u. Albrecht ^, Danzig
u. des SLrn. Kirchner a. Berlin. ;.
Paris. Conservatoriumsconcerte (Garcin): 24. u. 31. Jan.
Jupiter-Symphonie v. Mozart, „Egmont" -Musik v. Beethoven
(Declamat. : Hr. Brömont, Gesang: Frau Drees-Brune), „Pater
noster" v. Meyerbeer, Phant. f. Clav. u. Orch. v. Ch. Widor
(Hr. Philipp). 14.U.21. Febr. Hmoll-Messe v. S. Bach. (Soli-
sten: Damen L6vy, Boidin-Puisais u. Landi u. HH. Warm-
"brodt u. Ballard.) — Colonne-Concerte: 24. Jan. Cdur-Symph.
V. Schubert, „Danse macabre" v. Saint-Saöns, Bruchstücke
a. „König Stephan" v. Beethoven, Solovorträge der Frau Oo-
lonne (Ges., „Le R6ve de J6sus" v. Pauline Viardot und
Bruchstücke a. „Joanne d^Arc" v. B. Godard) und des Hrn.
Di6mer (Clavecin, Stücke v. Couperin^ Rameau u. S. Bach).
31. Jan. Cdur-Symph. v. Schubert, „Fidelio "-Ouvert. v. Beet-
hoven, Raps. norv6gienne v. Lalo, „Carnaval" v. Guiraud,
Abendmahlsscene a. „Parsifal" v. Wagner, Vorträge des Hm.
Diömer auf dem Clavecin. 7. Febr. Waldsymph. v. Raff,
8. Ouvert. zu „Leonore" v. Beethoven, Bruchstücke a. „H6ro-
diade" v. Massenet, Abendmahlsscene a. „Parsifal" v. Wag-
ner, „Wanderer" -Phant. f. Clav. v. Schubert-Liszt (Hr. Siloti).
14. Febr. Waldsymph. v. Raff, Bruchstücke a. „Prometheus"
V. Beethoven, Vorspiel zum 3. Act a. „Lohengrin" v. Wag»
ner. Bruchstücke a. dem 2. Conc. v. Händel, „Nuit persane"
V. Saint-Saöns (Damen F6riel u. Durand-Ülbach und Hr.
Engel). 21. Febr. Keformations-Symph. v. Mendelssohn, „Au
Pays bleu" v. Augusta Holmes, Marsch a. ,^annhän8er" v.
Wagner, „Nuit persane" v. Saint-Saöns (Damen F6riel u.
Durand-Ulbach u. Hr. Engel), Ciaviervorträge des Hrn. de
Greef („Raps. d'Auvergne" v. Saint-Saöns, Gdur-Barcarole
V. Rubinstein, „Norwegischer Hochzeitszug" v. Grieg u.
Taranteile V. Moszkowski). — Lamoureux-Concerte: 24. Jan.
4. Symph. v. Beethoven, „Le Rouet d'Omphale" v. Saint-
Saöns, Ouvert. zu „Polyeucte" v. Dukas, Bruchstücke aus
„Rom6o et Juliette" v. Berlioz, Trauermarsch a. der „Götter-
dämmerung^ V.Wagner, Esdur-Conc. v. Liszt (Frau JaÖll).
31. Jan. 4. Symph. v. Schumann, „Hamlet" -Ouvert. v. Gade,
„Sauge fleurie" v. V. d'Indy, Trauermarsch a. der „(Götter-
dämmerung" u. Bruchstücke a. den „Meistersingern" v.Wag-
ner, Violin vortrage des Hm. Rivarde (Romanze v. S venö-
sen u. Menuett v. Raff). 7. Febr. 3. Symph. v. Beethoven,
Vorspiele zu „Parsifal", zum 8. Act v. „Tristan und Isolde" u.
zum 3. Act V. „Lohengrin" v. Wagner, Balletair a. „Rosa-
munde" V. Schubert, Gesangvorträie des Frl. Landi (-L'ho-
tesse arabe" v. Bizet u. Bruchstück a. „Samson und Dalila"
V. Saint-Saöns). 14. Febr. 3. Symph. v. Beethoven, „Le
Rouet d'Omphale" v. Saint-Saöns, Vorspiele zu „Parsifal"
u. zum 3. Act V. „Tristan und Isolde" v. Wagner, Ungar.
Marsch v. Berlioz, Violinconc. v. Mendelssohn (Hr. Houf-
flack). 21. Febr. Ouvert.. Scherzo u. Finale von Schumann,
JEuryanthe"-Ouvert. v.Weoer, Spinnerchor a. dem „Fliegenden
HoUtoder" v. Wagner, Solovorträ^e der Frau Brunet-Lafleur
(Ges., „La Sulamite" v. E. Chabrier) u. des Hm. OndriÖek
(VioL, Conc. v. Beethoven).
Posen. Orohesterconc. des Philharm. Ver. (Hennig) am
23. Febr.: Symphonien v. Beethoven (No. 3) u. Haydn (Gdur),
Trag. Ouvert. v. Vieri ing.
164
Rostock. Liederabend der Frau Sanderson ont. Mitwirk,
des Pianisten Hm. Brtining am 20. Febr.: Lieder y. A. Bun-
gert (fJ^ junge Heiduck^ etc.). Gl. Schumann („Liebee-
zauber^) u. A.^ sowie Volkslied „Pbyllis und die Mutter**, be-
arbeit, v. fi. Biemaan, Oiaviersoli v. M. Brüning (Impromptu),
Godard (Masnrka) u. A.
Saargemünd. Am 21. Febr. Aufführung von Bruch's
„Odyaseus*' durch den Saargemünder Gesangvar. f. gem. Chor
u. diu Caeoilien-yer. a. Zweibrflcken unt. Leit. des Hm. Gehlen
n. 9o]»t. Mitwirk. der Frls. Budolph a. Trier und Kamp a,
Orefeld XL. des Ebn. Keller a. Ludwigshafen.
Setawerin. 4. Orch.-Ck>nc der Hofcap. (Schmitt): 2. Sym-
pkanift v.E.Budorff, „Ungarisch** f. Orch. v. Moszkowski,
BliapBodie f. AltM>k> (Frl. Minor), M&nnerchor u. Orch. von
Brahms, Solovorträge des Frl. Minor u. des Hm. Sarasate
(Viol., 8. Conc. v. Bruch u^ „Habanera** u. Bolero eig. Comp.).
— S. Liederabend des Hm. Dierich unter Mitwirk, der HH.
Berwald (Clav.) u. Balling (Altgeiee): Sonate f. Altgeige u.
Glavier v. B. Scheel, „Märchenbüder** f. do. v. Schumann.
Lieder v. Schubert, Schumann, Franz („Für Musik**, „Zwei
welke Boeen", „Liebchen ist da**, „Es hat die Böse sich be-
klagt** und „Montgomery-Gretchen**), Lassen („Siehe, noch
blöhen**), Mendelssohn, Bubinstein („Es blinkt der Thau**),
Liszt („Loreley") u. A. Fuchs („Ein Kuss von rothem Munde**
u. „Einmn Gotte gleich**). — 4. Kammermusikabend: Suite
„Aas Holberg's Zeit** f. Streichorch. v. Grieg, Menuett und
Finale a. der Amoll-Suite f. do. v. AI. Schmitt, Cmoll-Cla-
viertrio v. Mendelssohn, SoU f. Ges. v. Brahms („Wir wan-
delten**, „Von ewiger Liebe** u. „Vergebliches Ständchen**) u.
Schumann u. f. Clav. v. Beethoven (Cismoll-Son.). (Ausfüh-
rende: Frl. Minor [Ges.] u.HH. Schmitt [Clav.], Paepke [Viol.]
u. Lang [Violonc], sowie die Streicher der Hofcap.)
Soest. Conc. der Sängerin Frau Grops-Weckwarth unt.
Mitwirk, des Pianisten Hm. Frank a. Hamm am 10. Jan. m.
Soli f. Ges. V. Bruch („Ich wob diesGtewand**), Ad. Jensen
(zwei „Dolorosa"-Lieder), F. v. Wickede („Das Geheimniss"),
E. Hildach („Betrogene Liebe** u. „Frühling ist da**) u. A.
u. f. Clav. V. V. Lachner (Prael. u. Tocc. in Dmoll), Jen-
sen-Niemann („Murmelndes Lüftchen"), Godard (Mazur-
ka) u. A.
Speyer. 4. Conc. v. Caecüien-Ver, u. Liedertafel (Sohefter) :
Compositionen f. Streichorch. v. B. Wüerst (Bnss. Suite u.
„Unterm Balkon**) u. V. Schulz-Schwerin („Geständniss**),
Chorscene „Das Aufgebot** a. dem „Feuerkreuz** v. Bruch,
Chor der See- und Waldgeister a. „Editha** v. H.Hof mann,
Prauenchöre „Fin«il** u. „Der Gärtner** m. Hörnem v. Brahms,
Solo vortrage des Frl. Eichrodt a. Carlsruhe (Ges., „Das Ge-
heimniss** v. H. Goetz, Wiegenlied v. F. Bies etc.) und des
Hm. Schefter (Clav., EmoU-Oonc. v. Chopin).
Stockholm. 2. Symph.-Conc. der k. Capelle (Hall6n):
4. Symph. V. Schumann, Eine Faust-Ouvert. v. B. Wagner,
And. cant. a. dem Streichquart. Dp. 18, No. 6, v. Beethoven,
1. Clavierconc. v. Brahms (Hr. Stenhammar). -— 2. Abonn.-
Conc. der Philharm. Gesellschaft (Hall6n): „Hebriden**-Ouvert.
v. Mendelssohn, „Agnete und die Meermädchen** f. Sopran-
solo, Chor u. Orch. v. Gade, „Im Bosenearten** f. Soli, Chor
u. Orch. V. W. Stenhammar, Neujahrslied f. do. v. Schu-
mann, „Vor der Klosterpforte** f. Soli, Frauenchor u. Orch. v.
Grieg, „Ocean^-Arie v. Weber (Frl. Pyk).
Trier. 3. Vereinsconc. des Musikver. (Lomba) unt. ge-
sangsolist. Mitwirk, des Frl. Budolph v. hier und des Hm.
Bemstiel a. Brüssel: Cdur-Symph. v. Schubert, Eine Faust-
Ouvert. V.Wagner, Psalm 42 v. Mendelssohn, „Schön Ellen**
f. Soli, Chor u. Orch. v. Bruch, Soli f. G^s. v. Wagner u.
Meyer-Olbersleben („Lied der Loreley**).
Thorn. KammermusiksoiröeamlO. Febr.: A dur-Cla vier-
quint. V. Schubert, Streichquart. Op. 18, No. 4, v. Beethoven,
Fdur-Claviertrio v. Gade, Gesangvorträge des Hm. Kirchner
eig. Comp
u. „Der Lenz ist gekommen** v. Lessmann).
Wiesbaden. Conc. des Lufer'schen Gesangver. (Lufer)
am 14. Febr.: Gem. Ch5re v. Schumann („Am Bodensee**) u.
G. Vierling („Willkommene Buhe** u. Zigeunerlied), sowie
zwei Volksweisen, „Erstes Veilchen** u. „Flieg aus, mein Lied**
f. Frauenchor m. Clav. v. N. v. Wilm, Solovorträge der Frau
Manna. Mainz (Ges., Wi^nlied v. Hohlfeld, „Der Schmetter-
ling** V. Böhm etc.) u. des Frl.Wühehn v. hier (Clav., Bo-
manze v. Bubinstein, 11. Ungar. Bhaps. v. Liszt etc.).
Wismar. Am 18. Febr. AulPfthr. v. Mendelssohn's „Pau-
lus** durch den Musikver. (Baspe) unt. Solist. Mitwirk, der
HH. Hinzelmann u. Lauckhardt u. A. m. (Die Anfßlhrung
wird sehr gelobt; Hm. Hinzelmann nennt ein dortiger Befe-
rent einen Oratoriansänger ersten Banges mit herrlicher,
metall- und umfangreicher, dabei trefflich geschulter Stimme,
sowie mit echt künstlerischer Vortragsart.)
Würzburg. 5. Conc. der k. Musikschule: Esdur-Blas-
Suint. V. Beethoven, nach dem Sept. Op. 71 bearbeitet von
L. Stark (HH. Bukowsky , Häjek, Stark. Both und Lindnar),
Cmoll-Streichquart. von Bubinstein (HH. Schwendemann«
Pfisterer, Bitter u. Boemgen), Schilflieder f. Clav., Oboe n.
Viola alta v. Elughardt (HH. Gloetzner, H&jek u. Bitter)^
Baritonsoli „Fata Morc^a** v. Goldmark u. „Kleiner Haus-
halt** V. Löwe (Hr. S<mulz-Domburg).
Zürich. 7. Abonn.-Conc. der AUgem. Musikgesellschaft
(Dr. Hegar): Fdur-Orchestersuite v. Moszkowski^ „Eury-
anthe**-Ouvert. v. Weber, Solovorträge des Frl. v. Sicherer a.
München (Gtes., „Meine Liebe ist grtln** v. Brahms etc.) u.
des Hm. Bosenthal a. Wien (Clav., EmoU-Concv. Chopin u.
„Don Juan**-Phant. v. Liszt).
B^ y^raUtU Programme, $owU Programim/B ohnB Angabe von Ort und
Dahtm mü»$en votUtOndig tmoiaeMet blHbonl
Engagements und GSete in Oper und Concert.
Aachen. Der Tenorist Hr. Emil Götze hat an drei
Abenden im hiesigen Stadttheater gastirt und mit seinen
Darstellungen, namentlich aber als Lohengrin, die begeistert-
ste Aufnahme bei unserem Publicum gemnden. — Augs-
burg. Li der hiesigen Oper gastirt gegenwärtig Frau
Schöller aus München mit grossem und verdientem Erfolg.
— Fürth. Ln 2. Concert des Philharmonischen Vereins er-
rej^te der Tenorist Hr. v. Bandrowski aus Frankfurt a. M.
mit seinen Vorträgen allgemeinste Anerkennung und leb-
haftesten Beifall. Das mitwirkende Winderstein'sche
Orchester aus Nürnberg wurde ebenfalls fHa seine schönen
Leistungen in ehrendster Weise ausgezeichnet. — London. In
einem Crystal Palace-Concert führte Hr. Hugo Becker aus
Frankfurt a. M. ein neues Concertstück für Violoncell von Baz-
zini vor, welches wohl geeignet war, die technische Meister-
schaft oieses Künstlers darzulegen. Der Vortrag dieses, sowie
anderer Solostücke vonTartini und Popper Hess den grossen
Ruf des Künstlers gerechtfertigt erscheinen. Eines gleichen
Erfolges hatte derselbe sich im 6. London Symphony Concert
zu erfreuen. — München. In einem Concert, welches der
junge Violinist Hr. Alfred Krasselt aus Baden-Baden in
Gemeinschaft mit der sympathischen Sängerin Frl. Lenbach
und dem tüchtigen Pianisten Hrn. Schmid-Lindner am
10. März hier veranstaltete, hat derselbe mit seinem excellen-
ten Spiel einen noch grösseren Succes gehabt, als bei seinem
ersten hiesigen Auftreten. — Wiesbaden. Das Gastspiel,
welches kürzlich der Heldentenor Hr. Hanschmann aiis
Breslau hier absolvirte, hat zu einem festen Eng^e^ment dieses
Künstlers geftkhrt. — Zwickau. Ln 8. Philharmonischen
Concert wurde der versprochene, aber durch Absage einer
Münchener Künstlerin iraglich gewordene gesangsolistische
Theil durch das Einspringen des Frl. Perl aus So^ershausen
gerettet, welche mit ihren von einer sympathischen Stimme
unterstützten und durch künstlerischen Geschmack ausgezeich-
neten Vorträgen reichen Beifall erntete.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 12. März. „Meine Lebenszeit
verstreicht" v. J. G. Schicht. Requiem v. J. Bheinberger.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 14. Febr. .Kommt, uuset
uns anbeten" v. M. Hauptmann. 21. Febr. Chor, Becitativ,
Quartett und Chor v. Th. Schneider. 28. Febr. „Ehre aei
Gott, Halleliya« v. H&ndel. 6. Mftrz. „Herr, Gott Israel« v.
Mendelssohn. 13. Mftrz. Duett v. C. M. Clari. — St. Johannis-
kirche: 14. Febr. „Dennoch bleib ich stets an dir" v. B. F.
Richter. 28. Febr. „Hatt ich Flügel wie Tauben" von Abt.
13. März. „Verbirgdein Antlitz nicht" v. Richter.— St. Pauli-
kirche: 14. Febr. -Herr, unser Herrscher" v. Mühling. 21. Febr.
„Mit dem Herrn fang Alles an" von Grobe. 28rPebr. Ich
komme vor dein Angesicht" v. Hauptmann. 6. März. JOtatt^
mein Heil" v. Hauptmann. 13. März. „Selig sind, die Gottes
Wort hören" v. Hellwig.— St. Petrikirche: 14.u.28.Febr. „O
Heiland, reiss die Himmel auf" v. Brahms. 21. Febr. «Herr,
dem es eigen ist" v. Alb. Becker. 28. Febr. „Ach, Gott, vom
155
Himmel sieh darein** y. Bach. 18. März. „Bleibe bei mir** v.
A. Becker. — St. Nicolaikirche: 14. Febr. „Gott, sei mir ^ii&-
diK** V. Mendelssohn. 21. Febr. nOdu, der du die Liebe bist**
V. Gade. 6. M&rz. „Kommt, lasst uns beten** v. G. Bergmann.
18. MSjts. „Siehe, das ist Gottes Lamm** von Homüius. —
Schlosskirche: 14. Febr. „Ich bete an die Macht** von Bort-
niansky. 6. M&rz. „Ach, Gk>tt, verlass mich nicht** y. Osw.
Bemmann. 18. M&rz. „Herr, schau herab auf unsre Noth**
Y. Jadassohn.
OpernauffUhrungen.
Februar.
Stuttgart. E. Hoftheater: 2. Fi«»ro*s Hochzeit. 6. Alee-
sandro StradeUa. 7. Die Walküre. 9. Carmen. 11. Das Naoht-
lager Yon Ghranada. 14. Lohengrin. 16. Fra DiaYolo. 19. Der
Waffenschmied. 21.0aYalleria rusticana. 26. u. 28. Die Königin
Yon Saba. 20. Der Barbier Yon Sevilla.
Wien. K. k. Hofoper: 1. u. 7. Manon. 2. Lohengrin.
8^ 8., 14., 17. u. 28. Oavalleria rusticana. 6. Ritter Pazman
(Strauss). 6. Der Troubadour. 8. SyWa. 9. Die Afrikanerin.
10. Tannh&user. 12. Die Königin von Saba. 18. Siegfried.
14. Die G&rtnerin. 16. Die Hugenotten. 16., 19., 22., 26. u. 29.
Werther (Massenet). 18. Die Meistersinger. 20. Der Masken-
baU. 21. Der Barbier Yon Bagdad. 28. Der betrogene Kadi.
26. Der Freischütz. 27. Hamlet. 28. 2. Finale a. „Teil** und
Der Barbier von Sevilla.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Dem „Guide musical** zufolge wurden vom Jahre 1876
bis Ende October 1801 in Europa Wagner 's „Lohengrin**
in 78 Städten 8014 Mal, „Tannhäuser** in 43 St. 1976 Mal,
„Der fliegende Holländer** in 89 St. 1076 Mal, „Die Walküre**
in 42 St. 823 Mal, die „Meistersinger** in 35 St. 682 Mal,
„Bienzi** in 82 St. 464 Mal, das „Rhemgold** in 33 St. 358 Mal,
„Siegfried** in 28 St. 822 Mal, die „Götterdämmerung** in 80 St.
814 Mal, -Tristan und Isolde** in 19 St. 277 Mal und „Par-
sifal** in Bayreuth 77 Mal gegeben. Seit dieser Zeit ist
„Lohengrin** in Frankreich 200 Mal aufgeführt worden. Paris
hat in fünf Monaten dieselbe Oper 47 Male gegeben, doch
fallen davon nur 19 Vorstellungen in den genannten Zeitraum
bis Oct. 1891.
* In Breslau, wo von dem „Nibelungen-Ring** vorher
nur „Die Walküre** und „Siegfried** zur Au^hrung gelangt
waren, sind nun auch „Khemgold** und „Götterdämme-
rung** in Scene gegangen, denen sich eine Gesammtauffüh-
rung der Trilogie anschloss.
* Im Hoftheater zu Dresden hat Fei. Draeseke^sOper
„Herrat** bei ihrer Erstaufführung am 10. d. Mts. einen
grossen Erfolg gehabt, den wir dem seitens der Bühnen mit
unrecht als Operncomponist so vernachlässigten Künstler
von Herzen gönnen.
* Im Hofbheater zu München ging am 8. d. Mts. unter
Leitune des Oomponisten erstmalig W.Sien zl 's romantische
Oper „Heilmar der Narr** in Scene imd wurde freundlich auf-
genommen.
* Im Hoftheater zu Stuttgart ging unter Leitung des
Hm. Zumpe unlängst als Novität Gold mark 's „Königin von
Saba** in Scene, und zwar, zum Theil auch infolge oer vor-
züglichen Ausstattung, mit grossem Erfolg.
* Das k. Opernhaus in Berlin hat den 8. März als
Premi^rentag für Mascagni's „Freund Fritz** nicht einhalten
können und dadurch der Oper zu Frankfurt a. M. die
deutsche Erstaufßihrung des Werkes am 12. März überlassen
müssen, trotzdem Hr. Generalintendant v. Hochberg, auf seine
bez. Abmachung mit dem Verleger der Oper fussend. gericht-
lichen Einwand gegen diese an sich doch recht gleichgiltiee
Priorität erhoben hatte. Das Werk hat übrigens in Frank-
furt a. M. sehr gefallen.
* In Stettin hat die neue Oper „Erminy** von Edw. Ja-
cobowski mit ihrer billigen Operettenmusik bei ihrer Pre-
miere wenig gefallen.
* InTournai wurde dem lyrischen Drama ^Rosemonde**
von J. A. Wirnsb erger bei seiner Erstaufmhrung eine
warme Aufnahme zu Theil, der anwesende Componist wurde
mehrfach gerufen.
* Im Rossini-Theater in Venedig wurde kürzlich eine
neue Oper „ Jole** von Albano Seismit-Doda mit gutem Er*
folge erstmalig gec^ben. Aehnlich war es mit der neuen
komischen Oper „1 Due Soci** von Gialdino" Gialdini im
Brunetti-Theater in Bologna und mit der einaetigen Oper
J[ja Partita a scacohi** von Abbä-Gornaglia im^^tschmi-
Theater in Pavia der Fall
* Das famose Streichquartett Hubav-Popper in
Budapp hat sich noch vor Schluss des Gvkiua eemer dies-
winterlichen Aufftkhrungen aufgelöst und gibt dafttr als Gbnmd
an, dass das Finanz-Directorium zu hohe Personal-Einkommen-
steuer von seinen einzelnen Mitgliedern erhebe.
* Die Erfolge, die Hr. Moriz Rosenthal in. letzter Zeit
SU. A. in Copennagen und Hamburg) mit seinem Spiel gefun-
len hatf, sind, wie allerwärts, wo sich dieser phänomenale
Pianist hören lässt, ganz ausserordentliche gewesen.
* Die „Neue Berl. Musikzeit.** hat sich dazu h^Bftegeben.
die in vor. No. d. Bits, erwähnte „Erklärung** des Etil Prof.
Heinrich Ehrlich in ihren Spalten weiter zu verbreiten mit
der unrichtigen Bemerkung, dass Hr. Prof. Ehrlich dieselbe
„auf den im Feuilleton der »Frankf. Zeit.« erfolgten Abdruck
seines an die Redaction des »Musikalischen Wochenbkttes«
. in Leipzig gerichteten Briefes** erlassen habe, denn in Wirk-
lichkeit war sie veranlasst durch den in unserer No. 0 abge-
druckten Feuilleton-Artikel „Ein Künstler im Kritiker-Boykott**
in dem Frankfurter Blatt, wie dies der Eingangssatz der betr.
Erklärung selbst besagt. Auf die in derselben von Hm. Prof.
Heinrich Ehrlich an Hm. Moriz Rosenthal gestellte Zumu-
thung, sich in Berlin einer Prüfung in seiner Bach-Kennttdss
zu unterwerfen, erwidert der Letztere in der „Frankf. Zeit.**:
„Hier muss ich noch ein ftir allemal bemerken, dass Hr. Ehr-
lich auch nicht Ein Stück von Bach von mir je gehört hat,
da er die EröfPhungsnummer meines ersten Ooncertes ver-
säumte. Sein naives Verlangen , meine gegen wärtige Ooncert-
Toumöe zu unterbrechen, contractbrüchig zu werden und so«
fort nach Berlin zu eüen, um mich einem Examen zu unter-
ziehen, kann ich nicht stillen, um so weniger, als ich meine
Bach-Kenntniss, wenigstens die Fähigkeit, Bach zu interpre-
tiren, in Berlin bereits bewiesen haoe durch i>eine stellen-
weise so klare Darlegung des polyphonen Stimmengefiechts,
dass man vier Hände zu hören glaubte«. (Abendausgabe der
»Vossischen Zeitung^« vom 4. December 1890.) — Ich \vieder-«
hole: meine ganze Bach-Unterhaltimg mit Hm. Ehrlich be^
schränkte sich darauf, dass er mir in inhumaner Weise die
Gdur-Sarabande des Meisters vorspielte, und muss ich ^ler-
dings gestehen, dass, wenn Hr. Ehrlich mein Bach-Ver-
ständniss nach seinem Spiel beurtheilt, er noch immer
eine zu gute Meinung von mir hegt. Diese glaube ich nun
allerdings von ihm nicht mehr zu haben.** — Uebrigens soll,
wie man als ganz bestimmt versichert. Hm. Prof. Heinrich
Ehrlich infolge seiner versuchten Boykottirung des Hm.
Rosenthal der Musikreferentenposten am „Berliner Tagebl."
für den 1. April gekündigt worden sein.
* Hr. Otto Reubke in Halle a. S. wurde zum Univer-
sitäts-Musikdirector ernannt.
* Hr. Franz Stockhansen, städtischer Musikdirector und
Director des Conservatoriums zu Strassburg i. E., erhielt in-
fol^ seiner langjährigen Verdienste um das Musikleben dieser
Staat den Professortitel verliehen.
* Die Akademie der Schönen Künste in Frankreich hat
ihr ürtheil im Rossini- Goncurs abgegeben. Demnach er-
hielt Hr. L6on Honorö in Asniöres den ersten Preis, ausser-
dem wurde eine „ehrenvolle Erwähnung** zuerkannt.
* Der Leipziger Bassist Hr. Knüpf er hat vom Fürsten
von Sondershausen die grosse Medaille für Kunst und Wissen-
schaft verliehen erhalten.
TodtenliSte. Louis Oertel, k. Musikdirector und Kam-
mermusiker a. D., sowie Musikalien Verleger in Hannover,,
ehemals vortreiflicher Glarinettist, f, 67 Jahre alt, daselbst
am 27. Febr. — Moritz Lauf er in Wien, früher gesuchter
Oesanglehrer, f» 67 Jahre alt, am 29. Febr. daselbst. — Frau
Theisen, welche unter dem Namen Edith Ploux der Komi-
schen und Grossen Oper in Paris angehört hat, f, 34 Jahre
alt. — Andreoni Agostino Mercuri, Gründer und Director
des Musikalischen Instituts in Perugia, Orchesterdirigeut,
Componist von Opern, f am 2. Febr., 54 Jahre alt, in gen.
Stadt. — Thomas Dodds, Kirchensänger und Chormeister in
Leeds, t, Ö6 Jahre alt, in flull.
166
Kritischer Anhang.
Werke für Ciavier zu zwei Händen.
Heinrich Hoftnann. Sechs Stücke. Heft I und 11. Op. 101.
Leipzig, Breitkopf & Härtel.
Anspruchsloäe, aber wohlklingende Musikstücke, welche
namentbcb beim Unterrichte zweckmässige Verwendung fin-
den dürften, so das Abendlied und „Erinnerung^ als üebungen
für einen gesangreichen Vortrag, die Gavotte als sehr anspre-
chende Studie iiir ein sehr leichtes Staccatospiel und das
Impromptu für saubere und treffsichere Bravour (eine Art
Vorübung für ungarische Tänze und Rhapsodien.)
Reinhard Keiser. Suite von Tanzstücken aus seinen Opern
(1608—1717), zusammengestellt von Dr. Friedrich Zelle,
Glavierbearbeitung von William Wolf. Leipzig, Breit-
kopf & Härtel.
In elf charakteristischen Tanzweisen, welche wie Vor-
klänge der Gluck^schen Balletmusik anmuthen, wird mit die-
sem Mefbe dem ernsteren Musiker Gelegenheit geboten, sich
an guter schlichter Musik früherer Tage zu erfreuen und zu-
gleich seine Kenntniss der Musikentwickelung um einen nicht
unwesentlichen Beitrag zu vermehren.
Theodor Kirchner. .Nachtbilder^. Zehn Charakterstücke,
Op. 25. Volksausgabe Breitkopf & Härtel. Leipzig.
Es ist aufrichtig zu wünschen und zu hoffen, dassKirch-
ner's ungemein stimmungsvoUe und in einem vornehm sym-
phonischen Ciavierstile geschriebenen „Nachtbilder*' in dieser
neuen billigeren Ausgabe sich zu den manchen alten viele
neue Freunde erwerben und eine weitreichendere Verbrei-
tung finden möchten.
Philipp Seharwenka. Pianoforte- Werke. 3 Bände. Volks-
ausgabe Breitkopf &- Härtel, Leipzig.
Zwei Tanz-Impromptus, Fisdur und Fismoll, Op. 86.
Leipzig, Breitkopf & ^rtel.
Von den drei Bänden der Pianoforte- Werke enthält der
erste drei Sonaten Op. 61, der zweite verschiedene Tänze
Op. 29, 70a und 70b und der dritte die instructiven Stücke
Op. 32 und 71. Oberflächliche Arbeit und eine bisweilen
geradezu sonatinenhafbe Harmlosigkeit der Themen lassen
uns die Sonaten am minderwerthigsten erscheinen, entschie-
den brauchbarer die instructiven Stücke, und von den Tänzen
dürften Einige, wie besonders der erste Ländler, das Menuett
und die Mazurka in BmoU, beim Unterricht wohl zu verwen-
den sein und manche Liebhaber finden. — Feiner in der Aus-
führung sind die beiden Tanz-Impromptus, von denen man
sich namentlich das erste, etwas Berliozisch anhebende, als
hors d'oeuvre wohl gefallen lassen kann. Im zweiten ist aller-
dings nur der Mittebatz in G^sdur von einigem Reiz, alles
üebrige recht landläufig und unbedeutend.
Gustav Tyson- Wo Wr.' Zwei Sonatinen, 2 Hefte, Op. 11.
Leipzig, Breitkopf & Härtel.
Die bekannten und beim Unterricht viel gebrauchten
beiden Sonatinen sind in einer neuen mit allen für den Unter-
richt erforderlichen Bezeichnungen versehenen Ausgabe er-
schienen, wodurch ihre Verwendbarkeit erheblich gewonnen
haben dürfte. Arthur Smolian.
B I* i e i l£ £t
M t e n.
L. G. in R. Der kürzlich von Hrn. Dr. Ad. Kohut in
einer Musikzeitung veröffentlichte Brief Bossini's ist, wie Sie
ganz richtifi; vermuthen, nicht von diesem eigenthümlichen
Musikschriitsteller entdeckt, sondern dem 2. Band der von
La Mara publicirten interessanten „Musikerbriefe aus fünf
Jalyrhunderten" entnommen und ohne Wahrung des einfach-
sten litterarischen Anstandsgefühls, d. h. ohne Angabe der
Quelle, für seinen Zweck ausgenutzt worden.
C. Z. W. in B,'B, Da es nicht üblich ist, verschwie-
gene kritische Ansichten zu berichtigen, so lassen wir Ihre
lange Entgegnung , ungedruckt. Wir glauben kaum, dass
ausser Ihnen selbst noch ein anderer Leser eine verletzende
Absicht in jener Bemerkung unseres Hm. Carlsruher Bericht-
erstatters gefunden hat, dem eine solche, wie er uns schreibt,
factisch ganz fem gelegen hat
Prof. y. 5. in H, Wir danken für Ihr freundschaftliches
Anerbieten mit dem Bemerken, dass uns stilistische Uneben-
heiten an sich preisenswerther erscheinen, als mit eleganter
Hand gegäteter kritischer Kohl.
G. in B, Wir dürfen den Schleier der PseudonymitiLt
lüften: SLr. BathLaue in Sondershausen ist der Veriasser des
„Aspasia^'-Berichtes.
▲ uzeiflren.
?!Ä^vrv;<i^;•^:•:-:.^^^^:<>^^^^^^^^::.^^:<.:^
^ Durch jede Buch-, Ennst- und Musikalienhandlnng zu beziehen: [296.]
I Richard 'Wagner,
ÜGsaimelte Sdirüien unl Mtunm.
2. Auflage. (Volksausgabe.)
Oomplet in zehn Bänden«
Broch. Jk 18,—. Geb. Jk 25,—.
Geb. in fünf Doppelbändeu JL 22,—.
Inhaltsverzeichntss gratis und franco,
Yerlag von JE. W. Fritzsch in Leipzig.
j;
*
Bekanntmachung.
[296.]
Bei unserem Stadtorchester, welches den Dienst im
Tkeater, dem Gewandhansconcert und heziehentlich den
Kiffchea zn versehen hat, sollen möglichst hald die Stellen
je eines Aspiranten für
a. ViolOflCeH nil dem Jahresgehalt yon 1650 Ji
(1350 Ji Yom Theater und 300 Ji vom Goacert),
sowie
h. grosse Trommel und Becken mit dem Jahres-
gehalt vom 1200 Ji (vom Theater)
wieder besetzt werden.
Indem wir bemerken, dass die Bewerber sich einem
Ptobespiel au unteraiehen haben, sowie dass die An-
steDuag des VioIoDcellisten aun&chst auf ein Probejahr,
die des Trommlers aber auf eine Probezeit von vorläufig
3 Jfonaten zu erfolgen hat, sehen wir der Einreichung
vea Bewerbungsgesuchen mit Zeugnissabschriften und
einem kurzen Lebenslauf bis spätestens ZUm 26. d. Mts.
eatgegen.
Leipzig, den 9. März 1892.
Der Ball der Stall Lein
Dr. TrOndlin.
Verlag von P, Bahter in Leipgjg.
linder-Alban.
24 leichte Glavierstücke
von
P. Tsdialkowsky.
Op. 39.
Einzige sutorislrte, vom Componisten revidirte
Ausgsbei
Complet 4 Mark.
Heft I (Morgengebet — Wintermorgen — Pferdchen
spielen — Mama — Marsch hölzerner Soldaten
— Die kranke Puppe) Ji 1,50.
Heft n (Der Puppe Grablegung — Walzer — Die neue
Puppe — Masurka — Bauer auf dem Accordeon
spielend) Ji 1,30. [297.]
Heft ni (Russischer Volkstanz [Kamarinskaja] — Polka
— Italienisches Lied — Altes französisches
Lied — Deutsches Lied — Neapolitanisches
Lied) J^ J,30.
Heft lY (Ammenmärchen — Hexe im Walde — Süsse
Träumerei — Gesang der Lerche — Lied des
Drehorgelmannes — In der Kirche) Jt 1,30.
Twla§ tppn JB. W. JFiHttuch in Leipzig. [298.]
InnilA C TranungMsang. „Zwei Hände wollen heute
«Hllüy Vwj sich'' (iumSi Gerok) ftkr ^|emi8ohten Ghor. Par-
titur und Stimmen J( 1,—. (Partitur «4 —,60. Stimmen
ä J$ — ,16.)
J67
Verlag von F. B. C. Leuokart hi htikpilg.
Für Violine und Orgel.
(Praeludium, Canzone, Allemande und Moto perpetuo)
für Violine und Or^el oder Planoforte
componirt von
Josef Rheinberger.
Op, 166. ^
A. Für Violine (Solo oder Violinchor) und Orgel . JH 7,50.
B. Für Violine und Pianoforte Jf 6,—.
Drei Stücke
iUr Violine mit Or^el
componirt von
Philipp ROfer.
Op. 86. In einem Hefte JK 8,—.
Baumert, Ij., Op. 83, „Gott sei des Kaisers Sehutz'*
mit Benutzunfir der bekannten Melodie von A. Lwoff^ ftkr
Violinchor und Orgel.
Orgel-Partitur und Violinslimme , . , JH 1,20.
Violinstimme allein ui**-,80.
81tt, Hans, Op. 17a. Romaaze fi:ür Violine mit Orgel
(oder Pianoforte) J( 1.50.
Sltt, Hans, Op.aia. Andante tranqaUlo aus dem 2. Violin-
Conoert in Amoll, für Violine und Orgel eingerichtet
von A. W. Gottsohalg JH 1,80.
Für Violoncell mit Orgel
Hesse, Adolph, Op. 22. Andante aus der Phantasie, für
Violoncell u. Orgel (Harmonium) eingerichtet von J. V. Müller.
JH 1,—.
Bflfer, Philipp, Op. 86, No. 1. Adagio ftlr Violoncell
mit Orgel Jf 1,—.
Sltt, Hans, Op. 17a. Romanze für Violoncell mit Orgel
(oder Pianoforte) ^ 1,»0.
Für Orgel und Streichquartett.
Frans, Robert, Hebräisehe Melodie: „Beweinet, die ge-
weint an Babels Strand^, für Orgel nnd Streichquartett
. eingerichtet von Georg Langenbeck.
Partitur und Stimmen {J$ 1,20.) J$ 8,—.
l^]
Für Orgel, Hornquartett und Hftrf«.
Flfl^el, C^nstaT, Op. 86. Adagio für Orgel, Hornquar-
tett und Harfe Jf 2,80.
Sendungen zur Ansicht stehen zu Diensten.
Consemtorium der Musik io C^.
[800b.]
Die durch den Tod des Professors Qeorg Japha er-
ledigte Stelle eines ersten Lehrers für Violine am Con-
servatorinm und Concertmeisters der Gür^enidiconcerte
soll haldmöglichst wieder hesetzt werden. Geeignete Be-
werher wollen sich his zum 1. April hei der unterfer-
tigten Direction melden, welche bereit ist, über die näheren
Bedingungen Auskunft zu ertheilen.
Die Direction des Conservatoriums der IMusilc
158
VeritI von Hl. P. Belaiefff in Leipzig.
Soeben erschien: [801.]
In modo populari.
Petite Suite (No. 3)
P O U. 3? O 3? C Ix 6 S i 3? 6
par
<Oo Olli«
Op. 48.
Partition d'Orchestre Pr. net 4 .^ 50 /i^.
Parties d'Orchestre Pr. net 9 Ji
F;Muction ponr Piano k 4 ms. par Tauteur Pr. 4 Ji
Verlag von £2« 1^. Fi-itasflioli. in Leipzig.
* . Op. 18. Concertstück (Fdur) für Oboe mit Or-
/\UQU8I ehester. Part, mit untergelegtem Clayieraaszag
Klugnardty «4 8,—. Principalstimme M —,75. Orcbester-
stimmen «4 5,—. [302]
Bei F. 12. C. Ijenekart in Leipzig erschien soeben:
(Gedicht von S. Waldberg)
i^r MSnnepchoPy
Alt- und Baritotisolo mit Streichinstrumenten
(4 Bratschen, 2 Violoncells und Contrabass) nebst Harfe
ad libitum oder Pianoforte
von
Max von Weinzierl.
Op* lOÖ» Partitur (mit Ciavierauszug) M, 2 netto. Chorstimmen
(ä 15 Pf,) 60 P/, Sohstimmen {ä 15 Pf,) 30 Pf Instrumental-
stimmen M, 3 netto.
Vor Kurzem erschienen: [303.]
Weinzierl, Max von, Op. 50. Neuer Wein: „Der
Böller knallt, der ochwärmer pufft** von Rudolf
Baumbach, für Männerchor.
Partitur und Stimmen (a 15 Pf.) M, 1, — .
Weinzierl, Max von, Op. 102. Zwei Gedichte von
Anton Schels, für Männerchor.
No. 1. Mailled: „Das war zur Zeit der Maien**.
Partitur und Stwmen (ä 30 Pf,X M, l^SO,
No. 2. Es blüht der Wein: „Und ist auch der
Frühling vergangen**. Fünfetimmig mit Solo-
Quintett.
Partitur und Stimmen {ä 30 Pf.) M, 2,50.
Wilm, Nicolai von, Op. 105. Drei Ctosänjre aus Carl
Stieler *s Romanzen-Cyklus „Ludwig der Bayer** (Eine
Jagd im Ammergau) für vierstimmigen Männerchor.
Partitur und Stimmen.
No. 1. Bergesodem: „Herr Ludwig hob das Auge frei"".
^ 1,20.
No. 2. Sternennacht: „Wohl war trotz allem Waidmanns-
glück** ^ 1,20.
No. 8. Abendrast: „Am Abend vor der Heimfahrt wars**.
^ 1,20.
Stimmen tu jeder No, (h 15 Pf) 60 Pf.
Neue Chorwerke:
aus dem Verlage von
H^llhelm Hansen in lieipzlgp.
Agnete und die Meermädchen.
(Agnete and the Hermaids.)
Gedicht von H. C. Andersen.
Für eine Solostimme, Frauenciioru.Orciiester
von
üidisW.
Partitur J$ 2,50. netto.
Orchesterstimmen Ji 4, — . netto.
(V. 1, 2, Va., Vc, B. je 80 ^ netto.)
Chorstimmen (S. 1, 2 u. A.) je 40 /^.
Solostimme (Sopran) 50 /^.
Ciavierauszug J$ 1,80.
(A summer-day.)
Idylle von H. Hertz.
FOr Soli, Frauenciior und Orciiester
von
J. P. E. Hartmann.
Partitur Ji 3,—. no. [804.]
Orchesterstimmen J$ 5, — . no.
(V. 1, 2, Va., Vc, je 60 ^, B. 80 ^ netto.)
Chorstimmen rS. 1, 2 u. A.) je 40 /^.
Solostimmen (S. u. T. [Bar.]) je 60 ^.
Ciavierauszug >f 3,— .
(Bnglish Version by Urs. John F. Morgan.)
Im Verlage des Unterzeichneten erschien und ist durch
jede Buch-, f unst- und Musikalienhandlung zu beziehen:
(E moU)
für zwei Violinen, Viola nnd Violoncell
componirt
von
Ottokap Noifäcek.
Partitur Pr. 5 Mark netto. Stimmen Pr. 5 Mark netto.
In vergangener Saison wiederholt in Leipzig (in der
6. Elammermusik im Neuen Gewandhaus und im 3. CJoncert
des Liszt-Vereins) mit aussergewöhnlichem Erfolg durch
das Brodsky-Quartett zur Aufführung gebracht, wird diese
Novität auch anderwärts ihre bedeutende Wirkung nicht ver-
sagen, weshalb sie allen Quartettvereinen angelegentlichst
empfonlen werden darf. [806.]
Sendungen zur Ansiciit stellen zu Diensten. Leipzig.
E. W. Fritzsch.
1S6
Soeben erschienen:
mit Olavierbegleitung
Hermann Behn.
A. FOr eine Sopranstimme. Pr. Ji 2,25.
No. 1. Geftmden (Goethe).
No. 2. Altes Minnelied (W. v. Tegernaee).
No. 3. Wiegenlied (H. Behn).
No. 4. Liebeefl&mmchen (C. F. Meyer).
B. Für eine Mezzosoprarutimme. Fr. Ji 3,—.
No. 1. Ein Fichtenbanm steht einsam (Heine).
No. 2. Oeatftndniss (H. Behn).
No. 3. Der du von dem Himmel bist (Goethe).
No. 4. Nun die Schatten dunkeln (Geibel).
No. 5. Atta den Himmelsangen (Heine).
No. 6. Gebet (Hebbel).
C. Für eine Baritonstimme. Heft l Fr. Jt 2,75
No. 1. Im Bhein, im schönen Strome (Heine).
No. 2. Gewitter (H. Behn).
No. 3. Der König in Thnle (Goethe).
No. 4. Ueber allen Gipfeln (Goethe).
D. FUp eine Baritonstimme. Heft H. Pr. j( 3,—.
No. 1. Sapphiscbe Rhapsodie (H. Behn)
No. 2. Am Himmelsthor (C. F. Hey er).
No. 3. Der lÜtt in den Tod (C. F. Meyer).
No. 4. Das heilige Feuer (C. F. Meyer).
[806.] [8O«0
HaiDZ.
B. Sehott's mm.
Pianinos
beeter Qnalitftt, einfache nnd elegante Aas-
stattnng, sind wegen
Liquidation einer Fabpilc
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Leipzig, am 24. März 1892.
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Die iDsertionigebilbTeD rar den Baum einer gespaltenen Febfaeile betngea 80 PfiBnnige.
[Ho. 13,
Me Bam tod JtriaiAa nad Isolde" bei Rlohud Waniar. Von Dr. Arthur SsidL {Portsetznng.) — Tusuesobiehle : HuBikbiiste aas Frank-
Urt a. M. and Wl4n (Fortsetzonx). — Beriobta. — CoDOertDmsohan. — EngagomenCB nnd OHläplalB In Oper nnd OddostL — Kirtdmuniisik.
- Opemanfftthiiuigen. — Aurgenlhrte Novitäten. — Termiiuhte lütthaUnngan und Notizen. — Kiietkutea. — AnEslgen.
Die geehrten Leser
des „\fusikalischen l^ocheiiilalte^', deren Abonnement tnil dem laufenden Quartai, resp. mit vorliegender No. eu Ende
geht, werden für den Fall, dass sie dieses Organ über den gen. Termin hinaus su erhalten wünschen, gebeten,
ihre Bestelba^en rechtzeitig anbringen eu wollen, damit in der Ztsemhtng keine Unterbrecfmng stattfindet. —
Den werthen J'Jtresodiomtenten gegemiber bedarf es neäürlich dieser Erirttterung nicht.
£ W. FRITZSCH,
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Ton Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetztmg.)
Wir wenden uns nnnmehr diesen Vorarbeitern nnd
Yorarbeiten aelbst zu, in dem Orade wenigstens, als
eie fnr unsere besonderen Zwecke nnd Ziele eine solclie
BerückBichtigung zu verdienen scheinen; wobei ich — um
dies gleich hier festzustellen — aussei der bereits mehr-
fach erwähnten Dichtung Carl Immertnann's Torsebmiich
noch die verdienstliche Neubearbeitung von Henn, Knrtz
ins Auge fassen will, wohingegen die dichterisch sehr
gelungene, werthvolle üebereetzung von W. Hertz als
ein erst nach Wagner bekannt gewordenes Product für
uns weniger oder doch nur ein sehr secundttres Interesse
beanspruchen kann. —
Die einzelnen Ausführungen Immermann's können
uns dabei hier natürlich nicht 'weiter aufhalten; es ge-
nügt wohl, wenn ich erwähne, dass der Gedankengang
auch bei diesem modernen und selbständigen Dichter des
Stoffes im Allgemeinen der bereits von Gottfried ein-
gehaltene bleibt. Um so bestimmter unterscheidet er
sich freilich in charakteristischen E^nzelnheiten von der
alten, herflhmten Vorlage. Vor Allem ist es eine ge-
wisse Neigung (um nicht zu sagen Sucht) des Dichters,
sich in allerlei bewusstvollen Anspielungen nnd Bezog-
nahmen auf ältere Typen ans der Weltlitteratur zu er-
gehen, die sich schier unangenehm in unserem Gedichte
vordrängt oder doch als solche bemerklich macht. Es
ist die Reflexion der Bomantik, die hier unliebsam nach-
wirkt! (Wie denn auch Hud. von Oottschall von ihm
gar treffend einmal sagt, dass er „viel Kunst verständniss,
aber wenig intensive Poesie besessen" habe, und ihn
einen „nächtemen Kopf" nennt.) Wir erinnern uns —
ich habe gleich am Eingang meiner Darlegungen davon
gesprochen — , dass Immermann besonderen Werth darauf
legte, das alte Gedicht so wiederzudichten, wie es Gott-
fried, wenn er heute wieder auferstände, es uns schenken
würde; wir merken nun anch, wie er dies verstanden
hatte, bezw, dass er den CardJnalpunct dieser Frag«
eigentlich missverstanden hat. Indem der Dichter sieh in
162
AuffluchuDg und Herbeizerrung solcher mythischen, wie
historischen Analogien gefUlt, indem er deutlich die
Absicht hindnrchblicken lässt, sich mit allen Mitteln durch
sein Gedicht in den Zusammenhang der litteratur und
Poesie aller Zeiten einzugliedern, hat sich seine Dichtung
als ein Product jener durch und durch modernen, be-
wusstvoU reflectir enden, im schlechten Sinne „sentimen-
talischen" (um mit Schiller zu reden) Richtung entpuppt,
die von echter Poesie eher ableitet, als in ihre Arme
fuhrt Anspielungen an David' und Goliath, Hector imd
Achill u. dgl. finden wir so eine reichliche Menge bei
ihm; bald erinnert ihn eine Episode an Judith, bald
wieder eine Scene an Hamlet; mit der Bereitung des
„Liebes tranks" durch die Zauberkünste der Mutter Isoldens
in der Mittags -Sonnengluth verknüpft sich ihm der Ge-
danke an Pan's Mittagsschlaf, mit dem Minnetrunk der
beiden Liebenden auf dem Schiffe derjenige an den Wein
des hl. Abendmahls, imd das klingt dann wieder stark
an Schlagwörter aus der Romantik, an eine Verbindung
von Wollust und Religion bei Novalis, Werner oder
Heinr. von Kleist an; die kleine Insel, an welcher sie
bei der Meerüberfahrt anlegen und Rast machen (man
erwartet bei seiner realistischen Beschreibimg der See-
krankheit des Gefolges, der Unterhaltung der Cavaliere
imd des Geplausqhes der Hofdamen nur eben noch das
moderne „Eohlenfassen^ !), wird ihm speciell zur Nonnen -
Insel, die beiden Liebenden müssen bei ihm, bevor sie
den verhängniss vollen Trunk thun — er nach Jerusalem,
d. h. nach einem ELreuzzug, sie „nach engstem Bann von
strengen, heiligen Pflichten^ — sich sehnen. Die Ruhe
der Meerfahrt hätte dem Helden diese stille Sehnsucht
genährt, schildert der Dichter (wie „jetztzeitlich", wie
so gänzlich unnaiv ist das anempfunden!), und Isolde
klagt um dieselbe Zeit etwa zu Brangäne:
„Nur Abschied nehm ich, ernsten nur
Von Meer und Himmel, Licht, Natur,
Weil mich in Zukunft soUn durchlichten
Der Sonne einzig hohe Pflichten.
Weil mich die Welt und ihre Pracht
Nicht wenden soll durch Tagesgrüsse
Vom Schauen in die heiige Nacht,
Darin der Herr wusch niedre Füsse!
Noch einmal blick ich in den Glanz
Und will dann sein der Dürftgen ganz,
Der Wunden, Ijahmen und Geschwächten
Im engsten Bann von strengsten Rechten.
Die Liebe kenn ich nicht!"
Wenn aber irgend Etwas, so war gerade dies der
verfehlte Weg, zum eigentlichen Kern der Dichtung vor-
zudringen, das Alte und Fremde daran unserem Bewusst-
sein wieder zu gebären. Es ist ein Neues, aber ohne
das Alte! Das also kann es nicht wohl sein, was Immer-
mann allenfalls Wagner genähert hat. Ein Anderes
aber ist es, was uns an dem Gedicht im Hinblick auf
Wagner's spätere Dichtung zum mindesten doch sehr be-
achtenswerth dünken muss: eine Menge gleichlautender
Worte und Bezeichnungen nämlich, ähnlicher Gedanken
und Ausdrücke, die später bei Wagner — von diesem
freilich oft in einem ganz anderen Zusammenhang aufge-
nommen und so recht erst in organischen, gemeinsam-
lebendigen Fluss gebracht — wieder auftauchen. Ich
will hier nicht davon sprechen, dass man in einzelnen
Versen Immermann's, so z. B. |,Braugäne schreiend am
Boden liegend", oder „im Schiffe wenden sich die Köpfe
all gen Komwall'' — einfach nur die Regie- Anordnungen
der Bayreuther Bühnendarstellung vor sich zu haben
glaubt; nur darauf will ich einstweilen verweisen, dass
in der soeben erst citirten längeren Strophe Schlagworte
wie „Heiige Nacht", „ Tages -Griisse", „Welt und ihre
eitle Pracht" fielen, die — sobald wir nur ernstlich an
Wagner's 2. Act denken — allsogleich in eine sehr helle
Beleuchtung treten. Das geht aber noch viel weiter, und
ich will denn versuchen, den Leser mit den hauptsäch-
lichsten dieser Anklänge bekannt zu machen. Ich greife
zunächst noch Einige solcher Schlagwörter (wie ich es
nannte), d. h. Wörter, die später eben fär Wagner noch
beziehungsvoll werden sollten, heraus. So wird vom
Dichter z. B. einmal (nach dem Qenusa des Trankes)
von dem „himmlischen Tod" gesprochen, in welchem die
Beiden jetzt in ihrer Liebe sich befänden; ein andermal
von dem „selgen Leid", welches sie schon mit solcher
Macht durchdrungen habe, „dass sie ein Schauer des
Todes kühlte, wenn Eins sich nicht am Andern fahlte";
ein drittes Mal endlich von dem „heiigen Schweigen"
im „Dunkel" der „sternenüber wachten Nacht". „Ihr
wonnemüdes Auge blindet" heisst e9 dann wieder,
und von Tristan wird gesagt, „er weint, dass nicht die
Leiber ganz geeint". Ich bitte den Leser nur, bei
Wagner an Ausdrücke wie den „süssen oder holden Tod",
die „heilige, ewge Nacht, hehrerhabne Liebesnacht", an
die Symbolik von Licht imd Dunkel, an „Bricht mein Blick
sich wonn-erblindet" , und an das: „So stürben wir, um
ungetrennt" oder „Herz an Hei;? dir, Mund an Mund"
und Aehnliches zu erinnern, um zu begreifen, warum ich
das wohl hier angeführt habe. Wir treffen aber auch
noch auf andere Stellen, die uns nicht wenig frappant
berühren mögen, „'s ist Nacht .... die Fackeln, herr-
lichst angefacht, die kommen, ob sie Niemand lüde"
lautet u. A. eine Stelle gleich zu Anfang des letzten
(12.) Gesanges: „Komwall", und wer dächte bei solchem
Wortlaut nicht unwillkürlich an den Anfang des 2. Actes
von Wagner, wenn es sich auch hier bei Immermann —
genau genommen — um etwas ganz Anderes, eine Scene
auf dem Schiffe, handelt. „Bleich ward das Meer, der
Himmel roth — rein Frühelicht im Osten bot den
schönsten Tag" lautet dann wieder Vers 18f — 183 des-
selben Gesanges und wieder möchte man meinen, es könnte
sich nur um das heranbrechende, von Brangäne längest ver-
kündete „Morgenroth" handeln, wenn wir ims nicht doch
sofort dabei ins Gedächtniss zurückrufen müssten, dass
dort bei Wagner nicht nur nicht vom „schönsten Tag,
der seit Beginn der Welt geschienen reiner Minne" die
Rede sein kann, sondern vielmehr mit dem Verse: „Der
öde Tag — zum letzten Mal!" der Immermann'sche
Sinn geradezu in sein Gegen theil gekehrt worden wäre.
Auch der Passus von Vers 145 ab bei Immermann ist
wichtig, wo erzählt wird, wie Tristan Isolden seine
„Lügen" abgebittet habe,
„Sein Heucheln und sein schlau Verkleiden,
Den Ueberrauth; und sie vergab.
Denn Lügen, sagte sie, sind Leiden"
— eine Episode, die ja in gewissen Strophen des nacht-
liclien Zwiegesangs der beiden Liebenden im Wagnerischen
Draina ihr vollendetes Seitenstück geiunden, nur dass
man hier bei Immermann den Ausdruck „Lügen und
Heucheln" weit weniger gut begreift, als bei Wagner,
16»
der ihn doch durch die tiefere philosophische Beziehung
des Ganzen ausreichend motivirt hat. Endlich findet
sich im Immermann'schen „Tristan*' (XI, 875 ff.) auch
noch die folgende Schilderung: „Sie sagten Nichts. Nur
süssen Schalls haucht: Du! bisweilen — das ist Alles —
von ihm zu ihr, von ihr an ihn, wenn sie die Lippen
dem Euss entziehn. — ürbestes wolln sie offenbaren
und können sagen Nichts als: Du!" oder (Vers 889 ff.):
„Es fasste mich mein liebes Mein, ich fasste, was mir war
entwunden, wie könnt es jemals anders sein und anders
wo, als so verbunden? So denket stumm (!) Isolde, Tristan,
in denen Gegenwart nur rann'' — und ich
brauche hier gewiss nicht erst auf die tiefsinnige Philo-
sophie Wagner's ftber das „süsse Wörtlein: und" und
über „unsere Liebe? Tristan's Liebe? Dein' und mein',
leolde's liebe?" besonders aufmerksam zu machen; wo-
gegen uns denn freilich Immermann's Sprachohnmacht
und Versuch, in der Stummheit der Liebe deren Wesen
zu schildern, gegenüber der von der Musik aufgenommenen
und auf ihren hohen Wogen getragenen Philosophie
Wagner's recht sehr verblasst erscheinen will. Von einer
absichtsvollen „Entlehnung" solcher Stellen aus Immer-
mann auf Seiten Wagner's kann darum auch schon des-
halb keine Rede sein, weil ja der moderne Meister der
Töne wie der Worte — wie später noch eingehender
nachzuweisen sein wird — diese Ideen in seinem Ge-
dichte meist in einem ganz anderen, wie schon erwähnt,
oft geradezu entgegengesetzten Sinne verwerthet, somit
durchaus selbständig und eigenartig neu behandelt hat.
Aber interessant und fesselnd sind derartige Anklänge ja
doch immerhin! So will ich an dieser Stelle nur noch
bemerken, dass in dem Immermann'schen Verse „Denn
Gott bewegt die Miun im Ring" ein (wenn auch nicht
allsu starker) Vorklang an das Wagner'sche „Welten-
werdens Walterin ^' und vor der Landung auf Korn wall,
in der Aufforderung Isoldens an Tristan: mit ihr „aus
den Ketten des Elends" durch einen muthigen Meer-
Sprung in den Tod zu gehen, Etwas wie Vorgeschmack
an so manche ähnliche oder doch verwandte Stelle in
unserem Drama vorliegt, — will aber damit das Capitel
Immermann nun auch zu endgiltigem Abschluss gebracht
haben. Wir wenden uns nunmehr der bereits in Aus-
sicht gestellten Beschäftigung mit Hermann Kurtzens ver-
suchter Bearbeitung und Neuergänzung zu!
(Fortsetzung folgti)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Frankfurt a. M., im März.
Die letzte Zeit brachte uns Novitäten zweier Frankfurter
Künstler, deren Erwähnung nicht nur Local-Patriotismus ge-
bieten dürfte: „Das Qlück von Edenhall", Ballade ftlr Chor
und grosses Orchester von Engelbert Humperdinck und
eine noch im Manuscript befindliche Sonate für Pianoforte und
Violine von Anton ürspruch. Es ist eine offene Frage,
welche Compositionsweise der Balladenform am meisten ent-
spricht. Dass die gleichmässige musikalische Behandlung
sämmtlicher Strophen, wie sie einst Johann Andr6 und in
seiner ersten Periode auch noch Zumsteeg eigen war, den
charakteristischen Lihalt der dramatisch zugespitzten Balladen
eines Schiller, Uhland, Bürgern. A. nicht mehr erschöpft, ist
wohl ausser Zweil'el, und Schumann, Löwe u. A. haben daher
mit vollem Bechte die Liedform zu Gunsten eines der Ton- und
Stimmungsmalerei freien Raum gewährenden, aber doch auch
in sich geschlossenen Organismus aufgegeben und die Balladen
durchcomponirt. Ob es nun aber ästhetisch richtiger ist, den
ganzen Inhalt durch Chor oder durch eine einzelne Sing-
stimme oder abwechselnd durch Beide oder gar melodrama-
tisch wiederzugeben, lässt sich schwer entscheiden und wird
stets davon abnängen, welchem Element, dem epischen oder
dramatischen, der Componist den Vorzug einräumen zu müssen
glaubt. Jedenfalls dtlme unbeschadet der Einheitlichkeit des
Stiles die dramatische Lebendigkeit von einem einzelnen Sän-
ger am besten gewahrt werden, zumal dem Tonkünstler der
Widerspruch erspart bleibt, IJinzelreden durch einen Chor
singen zu lassen. Dieser Widerspruch wird sich aber, ver-
traut man den ganzen Gesang dem Chor an, immerhin be-
denklich fühlbar machen imd auch dadurch kaum in seiner
Wirkung gemindert erscheinen, dass der Ton der Erzählung
seitens einer Gesammtheit die epische Obiectivität am meisten
in den Vordergrund treten lässt. Erhöhte, vielleicht etwas
opemhane Windung erzielt aber sicher, allerdings auf Kosten
der Einheitlichkeit des Stiles, das Abwechseln des Chores und
der einzelnen Singstimmen. Man kann es nicht gerade ge-
wagt bezeichnen, wenn Hr. Humperdinck bei der Gomposition
der Uhland'schen Ballade mit Robert Schumann in Goncurrenz
trat. Die Genialität, der charakteristische Ausdruck, der Dufb
der Poesie, welche sich in den meisten Werken des berühmten
Romantikers widerspiegeln, werden in seinem nachgelassenen
Op. 143 schmerzlich vermisst, und obschon das WerE ühland's
von R. Hasenclever in wenig pietätvoller Weise fftr den Com-
ponisten specieU zugestutzt worden und Letzterer zur drama-
tischen Belebimg &li mit Chor abwechseln lässt, ist das
Werk doch mit seinem fast bis zum Schlüsse anhaltenden
Cdur-'/4-Takt von einer solchen GMankenarmuth und Mono-
tonie, so jeder Charakteristik bar. dass es wohl nur kunst-
historischen Werth beanspruchen Kann. Hr. Humperdinck ist
seiner Aufjeabe mit grosser Frische und offenbarem composl-
torischen Geschicke entgegengetreten und hat ein in sich
wohl abgeschlossenes Werk geschaffen. Sehen wir davon ab,
dass die Reden des jungen Lord von dem ganzen Chor ge-
sungen werden — nur die Worte der Fee ,,Kommt dieses Glas
zu Fdl" etc. hat er zur stärkeren Hervorhebung der wichtigen
Stelle einem Altsolo anvertraut — , so fesselt &fl Werk durch
dramatische Lebendigkeit, gewählte, aber doch natürliche
Melodik und ein durcnaus nicht auf drinelich wirkendes Local-
colorit (z. B. das Eingangsthema der Holzbläser). Die Instru-
mentation entspricht ohne IJeberladung den Errungenschaften
der Neuzeit und zeichnet sich durch Klarheit aus. Die Bal-
lade, deren Vorführung in dem Caecilien- Verein unter
Leitung des Hm. Professor Müller wohl mehr Temperament
vertragen hätte, üeuid allgemeinen und wohlverdienten Beifall.
Die Sonate des Hm. ürspruch, welche unser trefflicher Pia-
nist Hr. Max Schwarz an seinem interessanten und überaus
reichhaltigen dritten Clavlerabend za Gehör brachte, ist ein
ebenso feinsinniges, als technisch abgerundetes Werk, welches
von jedem Weltschmerze freie, reizend erfundene Motive auf-
weist. Dem ersten leidenschaftlich bewegten Satze in Dmoll,
welchem wir vor den anderen den Vorzug einräumen möch-
ten, folgt ein sehr gesangreiches Larghetto in einem nach
Moll jedenfalls nicht gewöhnlichen Hdur. Das Scherzo (Dmoll)
ist leicht beschwingt und enthält schöne Klangeffecte. Der
letzte Satz (AUegretto lento), welcher sich am Schlüsse moti-
visch an den ersten Satz amehnt, interessirt mehr durch die
feine Arbeit, als durch Prägnanz der Themen. Leider wurde
dem Werke, in welchem wir eine dankenswerthe Bereicherung
der Sonaten-Lltteratur begrüssen können, wegen des techni-
schen Unvermögens des G^ie^rs, welches selbst einen so her-
vorragenden Künstler wie Max Schwarz fesselnd und blei-
schwer in Mitleidenschaft zog, eine dem Gehalte wenig ent-
sprechende Wiedergabe zu TheiL Wir trafen kein Bedenken,
den beiden genannten Tonschöpfem einen dritten Componisten
anzureihen, welcher auch in der Kunstwelt und nicht nur
wegen seines anspruchslosen, sympathischen Wesens eine höchst
ehrenvolle Stellung einnehmen würde, wenn ihn das Geschick
nicht zu einer königl. Hoheit und dem successionsberechtlgten
Agnaten eines re^erenden grossherzoglichen Hauses gemacht
hät1>e — den im Winter hier residirenden Landgrafen Alexander
Friedrich von Hessen, einen nahen Verwandten des deutschen
Kaiserhauses. Wir dürfen in ihm nicht einen dilettirenden
Grand erblicken, welcher neben Paraden und Rennsport herab-
lassend einige Mussestiinden für die Tonkunst erübrigt, der
18*
164
La&dgraf hat alle seine Kräfte und unter Anleitung von
Anton ürspruch auch ernBtes Studium der Tonkunst gewid-
met. Das von Hm. Max Schwarz in dem erw&hnten Concerte
vorgetragene Phantasiestück ist ein unverkennbarer Fort-
schntt gegen das Streichquartett des fürstlichen Oomponisten
rOp. 1) und fesselt bis zum Schluss. Wir kennen kern Stück
der musikalischen Litteratur. welches, ohne jede Beminiscenz
in den Motiven, der ganzen Structur imd in dem Olaviersatze
so sehr im Geiste von Johannes Brahms erfasst und durch-
SefÜhrt wäre. Wir glauben der Hochachtung für den grössten
er lebenden Tonkünstler Nichts zu vergeben, wenn wir be-
haupten^ dass die Aufschrift des Titelblattes: „Hm. Dr. Job.
Brahms m Verehrung gewidmet von dem Landgrafen Alexander
Friedrich von Hesseir', ohne Becriminationen hervorzurufen,
auch die Verschiebung erleiden könnte: „Sr. königl. Hoheit
dem Landgrafen von Hessen in Verehrung gewidmet von
Johannes Brahms^.
(Schluss folgt.)
(Fortsetzung.)
Wien.
Von denGesellschaftsconcerten, die bekanntlich seit
vorigem Jahre wieder Hr. Ger icke dirigirt, haben bisher 'vier
stattgeAmden, drei „ordentliche*' und ein „ausserordentliches^.
Das Letztere brachte in schwungvoller und gerundeter Dar-
stellung seitens des Chores und mit Frl. Standthartner,
dann den HH. Walter und Staudigl als durchaus befrie-
digenden Solisten H^dn*s „Jahreszeiten*', über die wir den
Lesern wohl nichts ^eues zu sa^en haben. Auch das dassi-
sche Object des ersten „ordentlichen** Gesellschafbsconcertes,
HändePs „Alezandersfest**, fordert keine besonderen Bemer-
kungen heraus. Die Wirkung war, wie bei den meisten Ora-
torien des Meisters, gewaltig in den wohl studirten Chören,
schwächer in den Solonummem, an deren Wiedergabe sich
indess das bei uns seit dem Vorjahr bereits bestens accreditirte
Künstlerpaar Hildach und der nicht eben stimmbegabte,
aber umsomehr stimm^bildete Tenorist F. Litzinger aus
Düsseldorf mit edlem Eifer betheiligten. Ln zweiten Concert
concentrirte sich das Hauptinteresse auf die mächtige Schluss-
nummer: Bruckner's „Te Deum**, das kaum in Benin enthu-
siastischer aufgenommen worden sein kann. Und der hin«
reissende Eindruck, sich in immer von Neuem wiederholten
stürmischen Hervorrufen des Componisten kundgebend, ging
diesmal fast ausschliesslich von dem apostolischen Feuer der
Tondichtung selbst aus, die Wiedergabe war keineswegs
musterhaft^ ^vor Allem fehlte jener Zug und Schwung, zu
welchem Hans Bichter bei der letzten hiesigen Au^hrung
des Werkes (1888) die Chorsänger zu begeistern wusste.
Schumann's poetisch empfundenes, aber nachgerade auch ver-
blassendes „Requiem für Mignon** (mit einer sehr verdienst-
lichen Sopranistin Frl. Friederike Mayer), weiter der erste
Satz aus J. S. Bach*s Cantate „Wie schön leuchtet der Mor-
fenstem** — ein ebenso kunstvoll gebildetes, als durch fromme
timmung ergreifendes Meisterstüdc — leider brachte man nicht
die ganze Cantate ~, endlich Brahms* herrliches Violinconcert,
dessen Schönheiten bei jedesmaligem Hören mehr überzeugen
und zu Herzen dringen, waren die Übrigen Nummern des
Programms. Im Sofovortrag des Brahms'schen Concertes er-
waro sich Hr. Hans Wessely durch edle Wärme und tadel-
lose Beherrschung des Technischen allgemeine Anerkennung,
ohne aber den vollen poetischen Zauoer aus dem grossen
Werke hervorzuholen, wie dies — mit berückender Wirkung —
zu Anfang der Saison bei uns Franz OndriÖek gelang, der
neben Joachim wohl jetzt als der berufenste Interpret des
bedeutendsten Violinconcertes der G^enwart gelten darf.*)
Eine besonders gute AufBihrung fand als Object des
dritten Gesellschaftsconcertes Max Bruch *s in Wien noch
nicht gehörte Vertonung des SchiUer'schen „Liedes von der
Glocke**. Dennoch war der Eindruck kein vollbefriedieender.
Die G^dankenwucht der Schiller'schen Verse bleibt eben —
wie dies schon Dr. Eretzschmar in seinem trefflichen Führer
durch den Concertsaal, Band 3, sehr richtig bemerkt — der
Musik imerreichbar; was sie bieten kann, sind im besten
Fall einzelne Stimmungsbilder, die sich denn auch M. Bruch
in geistvoller Anempnndung nicht abgelten Hess. Gerade
einer mehr abstracten Partie aer unsterbuchen Dichtung, dem
Lobpreis der „heiligen Ordnung**, hat er eine ungeahnt grosse
*) Beiden Künstlern dürfen wir als ebenbtürtig Adolf
Brodsky zugesellen* D. Red.
Wirkung abgewonnen, auch sonst fehlt es nicht an fesseln-
den Einzelnheiten — hierher gehören der ergreifende Ausgang
(„Ein süsser Trost ist ihm geblieben**) der sonst ziemlich
conventionell behandelten Brandscene und das liebliche Terzett
„Holder Friede**, in dessen Instrumentalbegleitung das Weih-
nachtslied „Stille Nacht, heiige Nacht** sinnig emgeflochten
ist, ferner der süssmelodische Anfang des sich dum zu oft
wiederholenden Liebesgesanges „0 dass sie ewig grünen
bliebe** und Anderes. Aber im Allgemeinen offenbart auch
diese „den Manen Schiller's** gewidmete und gewiss schon
deshalb mit hohem künstlerischen Ernst erfasste Cantate
den Grundmangel fast aller grösseren Arbeiten Bruches: das
Physiognomielose, das Fehlen einer ausgesprochen tondichte-
rischen Persönlichkeit. Wer ein ihm noch unbekanntes
Stück Schumann, Wagner, Liszt^ Brahms hörte, würde ge-
wiss, ist er sonst in der musikalischen Litteratur zu Hause,
den Componisten sehr bald errathen, Jeder hat eben seinen
ausgeprägten eignen Stil. Wer könnte das aber — abzüglich
der Erfindunf; — von Max Bruch sag^n? Dass der Com-
ponist des „Odysseus** und „Achilleus** ein Meister der Mache,
dass Wenige so wie er die Massen des Chors für eine gevnss
dramatisirende Bichtung der Cantate im Concertsaal orga-
nisch zu verbinden und zu steigern wussten, dass er auch
ferner bei aller imposanten Sch^lfÜlle nie brutal wird, das
Alles wird ihm Niemand abstreiten. Aber über den Mangel
an Innerlichkeit und an schneidigen Gegensätzen hilft zuletzt
doch alle Klangschönheit und akademische Glätte nicht hin-
weg, und das empfindet man in dem sanguinischen, vielfsrch
nocn naiv gebliebenen, jedenfeills beim Hören durchschnitt-
lich noch sehr wenig reflectirenden Wiener Publicum wohl
auch ungleich mehr, als im kühleren Norden. Thatsache
ist, dass von Bruches grösseren Werken bei uns nur ein
einziges: das erste Violinconcert in GmoU, durch häufige
Vorführung seitens aller möglichen berufenen oder auch un-
berufenen V irtuosen, selbst Dilettanten wirklich populär ge-
worden ist, im Uebrigen hielt sich kein Stück in der Gunst
der Menfi;e, selbst die einst so enthusiastisch aufgenommene
„Frithjofiscene** fand man bei der letzten AuöÜhrung (vor zwei
Jahren) verblasst oder doch stark ausgekühlt. Im GteseU-
schaftsconcert kam man dem „Lied von der Glocke** anfangs
mit entschiedenem Interesse, ja mit wahrer Sympathie ent-
gegen, immer mehr stellte sich aber dann im verlauf des
k)ncert8 eine gewisse Enttäuschung ein. .Schiller ist uns
doch lieber, eSs sein formgewandter akademischer Nach-
dichter** — war auf so manchem Antlitz deutlich abzulesen.
Die Aufführung war wie gesagt eine ausgezeichnete, Hr.
Ger icke hatte Chor und Orchester diesmal musterhaft ein-
studirt, und auch die Solisten, unter welchen sich drei: Frl.
V. Artner, Frau Körner und Hr. Bitter noch durch be-
sondere sinnliche Frische auszeichneten, boten sämmüich
ihr Bestes.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Das hiesige Musikleben ist in den letzten Jah-
ren durch die Concerte des Liszt- Vereins und die Akademi-
schen Orchester-Concerte derart wesentlich in gut q ualitativem
Sinne gesteigert worden, dass man unsere citadt, ohne in
Localpatriotismus zu verfallen, wohl als die erste deutsche
Musikcentrale bezeichnen darf. Diese Wahrnehmung drängte
sich gerade in der letzten Zeit mit ihren bedeutsamen an
dieser Stelle gewissenhaft registrirten und besprochenen Musik-
aufiPührungen auf. Hierzu rechnen wir aus den letzten Wochen
vor Allem das B. Concert des Liszt- Vereins und das
2. Concert des Biedel-Vereins. Das 3. Liszt- Vereinscon-
cert schloss sich in der Programmaufstellung seinem Vor-
gänger darin an, dass den Schwerpunct Liszt^sche Orchester-
werke bildeten und zur Leitung ein ausgezeichneterauswärtiger
Dirigent berufen worden war. Es waren dies die symphonischen
Dichtungen „Die Ideale** und „Mazeppa**, welchen sich als
Werk gtöicher G^attung des Dirigenten Hrn. Hofcapellmeister
Bich. Strauss* »Tod und Verklärung** anschloss. Zwischen
diesen reinen Orchesternummern spielte der Pianist Hr.
Alexander Siloti unter Begleitung des Orchesters die „Wan-
derer**-Phantasie von Schubert-Liszt und solo zwei Etüden von
Chopin, Liszt's 14. Ungarische Bhapsodie und Mephisto- Walzer
und eine Fmoll-Bomanze von Tschaikowsky, die .beiden letzten
Stücke als Zugaben. Leider ist uns der Anfangstheil der
„Ideale** entgangen, der gleichzeitig im Neuen Gewandhaus
166
Stattfindenden Kammermusik wegen, deren 1. Programmnum-
mer, Volkmann'sGmoll-Streichguartett, wir nicht versäumen
wollten ; wir haben aber dank der früheren Bekanntschaft mit
Liszt's durch hohe melodische Aumnth und besondere Innig-
keit des Ausdrucks ausgezeichnetem Werke auch aus dem von
uns gehörten Theil desselben noch reichen G^nuss gezogen,
wde der später folgende von Victor Hugo inspirirte und dessen
gleichnamig Dichtung in Musik übersetzende „Mazeppa** mit
seiner genial realistischen Schilderung des grässlichen Vor-
fanges uns von Neuem ergriffen und gepackt hat. Kichard
trauss ist in seinem Werke ein treuer Jünger Lis^'s, und
wenn Phantasie, scharfes Oharakterisiren und eminente In-
strumentationskunst zu einem vollbefriedigenden Eindruck
ausreichten, nicht aber die eigentliche musikalische Erfindung
einen Hauptfactor bildete, so wäre diese ein altes Thema
in neuer Weise variirende Composition ein Muster dieser Art,
denn was Strauss mit den zuerst genannten drei Eigenschaf-
ten erreicht, ist auch dann noch staunenswerth, wenn man
seinen oft zum musikalischen Chaos ausartenden Tonhäufun-
gen als Hörer die nöthige Kaltblütigkeit entgegen zu setzen
vermag. Aber wie merkwürdig dürftig nimmt der musikalische
Kern dieser umfangreichen Tondichtung sich aus , wie unselb-
ständig und unbedeutend sind die paar musikalischen Phrasen,
die Hr. Strauss seinem musikalischen Speculationsvermögen
abgerungen hat! Bei den Lobeshymnen, welche Hm. Kichard
Strauss als Componisten so vielfach gesungen werden, soll
wenigstens von unserer Seite auf diesen Mangel seines Talen-
tes einmal ausdrücklich hingewiesen werden, der sich nicht
blos in dem in Rede stehenden Werke, sondern auch sonst
bei ihm bemerklich macht, und der ihn lehren sollte, weniger
absprechend über andere Componisten zu urtheilen. Soll er
sich doch, verbürgten Nachrichten zufolge, z. B. darauf Etwas
einbilden, in seiner Weimarischen Amtsthätigkeit Schumann,
Mendelssohn und Brahms vollständig zu ignoriren, trotzdem
er es doch andererseits nicht umgehen kann, gedankliche An-
leihen bei diesen Meistern zu machen! Dass Hr. Strauss, wie
wir schon früher offen anerkannt haben, ein aussergewöbnlich
begabter, in den ihm von seiner Subjectivität gezogenen Grenzen
feurig und sicher das Orchester beherrschender Dirigent ist,
hat er auch an diesem Abende glänzend bewiesen : die verstärkte
Caf^elle des 134. Infant erie-Eegiments bat ganz Ausgezeich-
netes unter seiner elektrisirenden Leitung geleistet. Dem, was
wir in den Akademischen Orchesterconcerten von ihr gewöhnt
sind und unter Weingartner's Direction von ihr gehört haben,
Ebenbürtiges. Einen ganz ausserordentlichen Erfolg erspielte
sich Hr. Siloti, der in den vier Jahren seiner Abwesenheit
von Leipzig nicht blos seine schon früher jedem technischen
Problem siegvollst gewachsen gewesene Technik wesentlich
gesteigert, sondern namentlich nach Seiten des musikalischen
Ausdrucks und der Modnlationsfähigkeit des Tons sich ver-
vollkommnet hat, sodass man für die Art seines Vortrags nur
den hierin einzigen d'Albert als bezeichnendes Beispiel an-
führen kann, womit wohl das höchste Lob gesagt ist, das wir
diesem jungen Künstler zu spenden vermögen. Mehr noch
als in der in vollendeter, aber durch zu starke Orchesterbe-
gleitung in der vollen Wirkung zuweilen etwas beeinträchtigten
Wiedergabe der „Wanderer** -Phantasie traten die ausserordent-
lichen Vorzüge dieses Clavierspiels in den Solostücken zu Tage:
ein feines, poetisches Nachempfinden, welches, nach dem jewei-
ligen Gehalt der Compositionen , im männlich-Kräftigen und
Resoluten eben so zum Ausdruck kam, wie in dem Weichen,
Stissen und Träumerischen, dazu ein Klang- und Tonzauber,
dass Alles, was der Künstler geistig erschaut, auch zu voll-
ständig aaäquater sinnlicher Wahrnehmung gelangte. Der Er-
folg war ein immenser, Hr. Siloti musste nach dem letzten
programmgemässen Vortrag noch zwei Extraspenden machen,
imd er wählte hierzu die TschaiGLowsky^sche Romanze und
darauf, nach mehrmaligem Hervorruf, den geist- wad lebens-
vollen Mephisto-Walzer. Für die poetische Vortragsweise war
der benuts^ Blüthner-Flügel mit seinem Klangdun wie eigens
geschaffen. — Das Riedel- Vereinsconcert natte als Haupt-
S feiler Brahms^ herrliches Deutsches Requiem im Programm,
em ein neues Werk, der 13. Psalm mr Soli, Doppelchor
und Orchester von Otto Taubmann, voranging. Es hat diese
ans vier Sätzen bestehende Novität durchweg den Eindruck
tüchtigen Könnens und entschiedener tonsetzenscher Begabung
gemacht, nur nicht den ausgesprochen kirchlichen Charakters,
woAir der Musik die rechte Vertiefung in die so gläubi^n
Textesworte abgeht. Aber ernst und ehrlich ist Alles gememt,
und wenn man durch das Werk auch nicht in seinen reli-
giösen Empfindungen gestärkt und gehoben wird, so ist doch
seine rein musikalische Wirkung eine durchweg recht befrie-
digende. Mit besonderem Geschick und guter Berechnung des
Gesammtklangs ist der chorische Theil gestaltet, der im De-
tail überall solide Arbeit, tüchtige contrapunctische Fertigkeit
durchhören lässt, dem aber zu Gunsten des rechten Her vortretens
der menschlichen Stimmen an mancher Stelle eine etwas schwä-
chere Instrumentation Nichts geschadet hätte. Sehr zweck-
entsprechend sind auch die Sou ftir Bariton und für Sopran
im 2. und 3. Abschnitt eingeflochten. Die musikalischen Ge-
danken des Hrn. Taubmann sind nicht gerade bedeutend,
aber doch überall solid und fliessend und trotz mancher Herb-
heit im Ausdruck nicht ohne melodischen Reiz. Das Werk
ist nicht leicht zu singen, kam aber unter Hrn. Prof. Dr.
Kretzschmar's geistvoller Direction nichtsdestoweniger zu
trefflichster Ausführung, die im solistischen Theil durch Frau
Hoeck-Lechner aus Carlsruhe imd unseren Hrn. Sehe Ip er
bestellt war. Eine von allseitigster Liebe und Begeisterung
getragene, von dem genialen Dirigenten bis ins feinste Fäser-
chen hinein sorgsamst vorbereitete und mit fortreissendem
Schwünge frei aus dem Gedächtniss geleitete, wirklich ideale
Wiedergabe erfuhr wieder, wie im Herbst 1888 durch densel-
ben Chor, dasselbe Orchester und mit demselben Dirigenten,
das Brahms'sche Werk, die nur im 5. Satz durch die klang-
lich unschöne Art, in welcher Frau Hoeck-Lechner — g^z
im Gegensatz zu dem tiefergreifenden Sologesang des Hm.
Schelper — das Sopransolo sang, in der Gesammtwirkung
etwas verkürzt wurde. Der Vereinschor war bei köstlicher
stimmlicher Disposition und das Orchester mit Hrn .Homeyeran
der Orgel zeigte sich überall seines grossen künstlerischen Ruh-
mes würdig, im Ensemble sowohl, wie in den obligat hervor-
tretenden Stimmen. Die grosse schöne Thomaskirche war bis
auf das letzte Plätzchen von einer andächtig geniessenden
Zuhörergemeinde gefüllt.
Die oben erwähnt« (8.) Kammermusik im Neuen Ge-
wandhaus enthielt ausser dem schon genannten GmoU-Streich-
quartett von Volkmann noch das grosse CismoU von Beet-
hoven und das Schumann^sche Ciavierquartett; an der Aus-
führung dieser Werke waren die HH. Prof. Dr. Reinecke
am Ciavier und Prill, v. Dameck, Unkenstein und Wille
an den Streichinstrumenten beschäftigt. Das Volkmann'sche
Quartett erfuhr in allen seinen Sätzen eine ebenso lebendige,
als subtilst ausgearbeitete Wiedergabe und entfaltete demzu-
folge alle jene Schönheiten, die es zu einem der bedeutsam-
sten Werke dieser Art der nachclassischen Periode stempebi.
Als nicht minder vortrefflich ist uns die Ausführung der
beiden anderen Werke geschildert worden.
Auch am Abend des 12. März collidirten zweiConcerte mit-
einander. Im Alten Gewandhaus Hess sich das Ehepaar Louis
und Susanne R6e in Compositionen und Arrangement« für
zwei Flügel und der dreizehnjährige Fritz Brückner mit
Violoncellvorträgen hören, während in der Alberthalle ein
von den HH. Musikdirector Jahrow und Martin Krause
arrangirtes Concert zum Besten der Arbeitslosen statthatte.
Im Adten Gewandhaus wohnten wir dem auf zwei nach un-
serem Geschmack etwas zu hell intonirten, sonst aber vor-
züglichen Blüthner-Flügeln gespendeten Vortrag von Mozarts
Ddur-Sonate und Brahms' Variationen über ein Haydn'sches
Thema, sowie der Wiedergabe des Molique'schen Violoncell-
concertes bei. Das Zusammenspiel der Eheleute R6e macht
mehr den Eindruck vorzüglichen Drills, als mühelosen Talent-
ergebnisses und vermag deshalb ein tieferes Interesse nicht
zu erree;en, so fliessend und wohlabgemessen im Ausdruck
auch Alles herauskommt. Auffällig war das Programm da-
durch, dass es mit einer oder zwei Ausnahmen nur Arrange-
ments enthielt. Von den Eheleuten erschien die Dame die
entschieden musikalischere Natur zu sein. Bezüglich des musi-
kalischen Talentes wurden Beide weit in den Scnatten gestellt
durch den kleinen einheimischen Violoncellkünstler, der, von
seinem Meister Klengel am Ciavier begleitet, mit verblüffen-
dem Ausdruck und künstlerischem Apfomb, sowie weit ent-
wickelter Technik das Molique'sche Concert spielte. Es ist
nicht zu zweifeln, dass dieser genial beanlagte Knabe unter
der weiteren Leitimg des Hm. &engel bald selbst zur Meister-
schaft heranreifen wird. Möge der Himmel auch sonst seinen
Segen zur vollen Entwickelung dieses seltenen Talentes geben.
— In der Alberthalle langten wir gerade zum Beginn des
2. Concerttheiles an. Die Festouverture über den Choral
Ein feste Burg" von Nicolai, von der Capelle des 134. In-
fanterie-Regiments unter Leitung ihres eigenen Dirigenten
Büm. Jahrow mit schönem Gelingen gespielt, büsste trotzdem
dadurch wesentlich an ihrer sonst imposanten Wirkung ein.
166
Ä
dass avif die Mitthätigkeit der Orgel infolge eines derselben in
der vorausgegangenen Nummer (Orgelsatz von 0. Piutti, ge-
spielt von Hm. Homeyer) zugeistossenen Defectes verzichtet
werden musste. Als weiteres Orchesterstück stand noch
R, Strauss' symphonische Dichtung »Tod und Verklärung'^
unter Leitung des Componisten auf dem Programm, deren
Wiederbegegnung unsere oben geäusserte Meinung über dieses
Werk nur noch mehr befestig hat. Zwischen beiden Orchester-
nummern erfreuten der Pianist Hr. Harry Field und die
Sängerin Frl. Clara Polscher mit Solo vortragen , die mit
grossem, zu Zugaben zwingendem Beifall entgegengenommen
wurden. Hr. Field, der S&8 hiesige Conservatorium als ein
Schüler mit ziemlich hartem Anschlag und robustem Vortrag
verliess, hat seitdem unter der ausgezeichneten Leitung des
Hm. Martin Krause seine Ciavierstudien fortgesetzt und eine
so vollständige Umwandlung in seinem Spiel erfahren, dass
man ihm, wie dem geistvollen Lehrer zu dem erreichten Be-
sultat des vereinten Strebens nur aufrichtig gratuliren kann.
Die Fisdur-Romanze und Hmoll-BaUade von Liszt, wie die
Extraspende von Chopin gaben Hm. Field vollauf Gelegenheit, die
grosse I^uancir- und Qesangsf^hip^keit seines Tons, die Soli-
ditäC, Sicherheit imd Brillanz seiner Technik und seine ge-
schmeidige AufGeissung erkennen zu lassen. Auch Frl. Polscher,
die wir seit Längerem als eine stimmlich ungemein begabte
und warmblütige Sängerin schätzen, hat seit dem letzten Mal,
wo wir sie hörten, sich gesanglich und nach Seiten des Vor-
trags ganz wesentlich vervollkommnet, sodass sie mit den
besten Concertsängerinnen, die wir kennen, in die Schranken
treten kann. In der Unmittelbarkeit des Temperaments und
der Deutlichkeit der Aussprache (wenn zu Gunsten der Letzteren
auch stellenweise in einigen Vocalen zu breit), sowie in der
Neuheit ihres Repertoires (diesmal — von Hm. Anton Förster
ganz excellent am Ciavier begleitet — Lieder von C. Piutti, Rei-
necke, Harthan, Franz und Umlauft) kann sie Mancher ihrer
Kunstschwestem sogar als Muster dienen. Der 1. Proeramm-
theil hatte die Ouvertüre zu Wagner^s „Fliegendem Hollän-
der*', den, wie man allgemein versichert, ganz vorzüglich von
Frl. B ramm er gesnielten 2. und 3. Satz von Mendelssohn's
Violinconcert und aen schon erwähnten jäh abgebrochenen
interessanten Orgelvortrag in sich geschlossen. G^otz des nur
schwachen Besuchs hat das Concert dank der Selbstlosigkeit
der Mitwirkenden doch den angestrebten Zweck in erfreu-
licher Weise gefordert.
Dresden. Am Donnerstag den 10. März ging — wie in
der letzten Nummer d. Bl. bereits kurz erwähnt — Draeseke's
grosse dreiactigeOper „Herrat" unter geradezu riesigem
Erfolg beim Publicum zum ersten Mal in Scene: die Haupt-
darsteller wurden nach jedem Acte unzählige Male hervor-
ferufen, dem Componisten wurden nach dem zweiten imd
ritten begeisterte Ovationen bereitet. Nach der nackten
Constatirung dieser Thatsache dürfte es die erste Aufgabe
sein, die Frage zu ventiliren, ob wir es mit einem absoluten
Erfolg zu thun haben oder ob zu den aussergewöhnlichen
Huldigungen, die dem Dresdener Dichtercomponisten darge-
bracht wurden, nicht ein gut Stück Localpatriotismus
mit beitrug. Bei aller Verehrung für Draeseke und bei aller
Anerkennung seines Werkes, die wir ihm anstandslos ge-
währen, kann man sich wohl der Lösung unserer Frage im
zweiten Sinne nicht ganz entziehen, und zwar aus dem ein-
fachen Grunde, weil man im Hinblick auf einen so ausserge-
wöhnlichen Erfolg auch auf die absolut sichere Lebensfähig-
keit von „Herrat" schwören müsste — , und das Letztere
möchten wir doch schliesslich nicht thun, denn dazu scheint
uns schon das Textbuch — entschieden der wundeste Punct
an Draeseke's Werk — nicht glücklich genug zu sein: die
Handlung ist zum Theil recht verworren und undurchsichtig,
von einem logischen und formellen Aufbau derselben kann
man nicht sprechen, die Verse sind offc recht unschön und
nicht frei von Absurditäten. Ganz anders die Musik. Auf
dem Boden der neuen Schule stehend, hält sich doch Draeseke
frei von Anlehnungen an schon Dagewesenes, stolz und vor-
nehm wandelt er seine eigene Bahn^ Alles ist bei ihm fein
gedacht und fein ausgeführt, vergeblich würde man die um-
fangreiche Partitur nach Trivialitäten oder Banalitäten durch-
ßucnen, kurz und gut, in seiner Art ist „Herrat" entschie-
den ein Meisterwerk, und es bleibt daher schade, dass mem
das Gefühl nicht los wird, es sei Vielerlei zu sehr ausge-
klügelt, zu sehr Reflexion und zu wenig Inspiration. Doch
fehft es auch nicht an wirklich packenden und genial ange-
legten Nummern, so das grosse Duett zwischen Herrat und
Dietrich von Bern im zweiten Aufzug, das uns den musi-
kalischen Glanzpunct der Oper zu bil^n scheint, sehr schön
ist femer die Fürbitte ,,Erbarme dich, o König reich" der
Männer und Frauen für Heike zu Anfang des cu'itten Actes,
die von dem so empfindungsreichen Thema, das bereits im
Vorspiel auftritt, beherrscht ist, charakteristisch ist das
für Dietridi's Person eingeführte stolze Thema, das zumeist
von den Blechbläsern vorgetragen wird. Sehr schwungvoll
ist der die fünfte Scene des ersten Auj&niges einleitende
Marsch, interessant in Rhythmen und Instrumentation das
Vorspiel zum zweiten Act. Alles in Allem hat man es also
in „Herrat" mit einem hochinteressanten, geistvoll ange-
le^n Werke zu thun, und das Dresdener Hoftheater hat
mit der Aufführung desselben endlich eine alte Schuld an
Draeseke abgetragen, — zumal wenn man bedenkt, dass der
mit „Herrat" doch gar keinen Vergleich aushaltende „Asrael"
Franchetti's, eines Schülers von Draeseke, schon früher
daselbst eine Premiöre erlebte. — Die Aufiührung von
„Herrat" war eine in fast allen Theilen hoch vollendete. G^
nendmusikdirector Schuch hat mit der Einstudirung des
immense Schwierigkeiten bietenden Werkes wieder einmal eine
künstlerische That allerersten Ranges vollbracht. Von den
Solisten seien in erster Linie Frau Witt ich (Herrat) und Hr.
Gritzinger (Dietrich von Bern) genannt, nicht minder Voll-
kommenes leisteten Frl. von Chavanne (Königin Heike),
Hr. Perron (König Etzel), sowie in den kleineren Rollen
die Herren Anthes (Dietrich der Reusse), Jensen (Walde-
marj und Nebuschka (Sahen), weniger genügte Hr. De-
carli als Hildebrand. Die Chöre gin^n wie am Schnür-
chen, die berühmte Capelle spielte meisterhaft.
F. R. Pfau.
Concertumschau.
Berlin. l.Conc. des Akad.Orch.-Ver. (Grünberg): Gdur-
Symph. V. Haydn, Ouvertüre zum Ballet „Die G^eschöpfe des
Prometheus" v. Beethoven, Serenata giocosa f. Orchester v.
C. Schulz-Schwerin, Solovorträ^ des Frl. Neitzel (Ges.,
„Vergessen" v. Franz, Sicil. Volkslied v. Rommel, „Elslein
von Oaub" v. Berger etc.) u. der HH. Jaehn (Ciavier) und
V. Swieszewsky (VioL). — Ciavierabend des Pianisten Hm.
Stavenhagen am 2. März m. Compositionen von Beethoven,
Liszt (V^riat. üb. ein Thema a. Bach'sHmoU-Messe, 1. „Lie-
bestraum" u. 18. Ungar. Rhaps.), Chopin u. Wagner-Liszt
(j,Isolden's Liebestod"). — 2. popul. Liederabend des Ehepaares
Hildach: Vocalduette v. Schumann, Löwe, G. Kulenkampff
(„Zum Frühling sprach ich: weile") und E. Hildach {^Jm
Abendroth" u. „Im blühenden Garten"), Gesangsoli von Ad.
Jensen („O, haa dich halten, goldne Stunde", „Ueber ein
Stündlein" u. „John Anderson"), Brahms („Meine Liebe ist
rn"), Franz („Gute Nacht" und „Herziges Schätzte, du"),
E. Taubert („Liebe Rose" u. „Amor, lieber Seemann"),
muth"). — Conc. der Pianistin Frl. Eussert am 4. März mit
Compositionen v. Henselt(Conc.), S. Bach (Chromat. Phant.),
Beethoven (Son. Op. 78), Chopin, Mendelssohn, E. d'Albert
(Gkivotte), Rubinstein (Etüde) u. Liszt (Ungar. Phant).—-
3. Kammermusikabend der HH. Kruse, Markees, Müller und
Dechert unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. EUin^: Streichquar-
tette V. Mendelssohn (Ddur)u. Haydn (Cdur), Lieder v. Grieg
(„ Jek alflker Dig") u. A. — Conc. der Sängerin Frl. Ribbedc
unt. Mitwirk, des Violinisten Hm. Krelle am 8. März: Soli
f. Ges. V. Ad. Jensen („Dolorosa"), Schumann, J. Becker
(zwei Kinderlieder), M. Clement („Im Korn"), W. Kienzl
(gDie verschwiegene Nachtigall") und F. Kauffmann („Die
Wahrsagerin") u. f. Viol. v. Bruch (1. Satz a. dem 2. Conc),
Brahms-Joachim (Ungar. Tänze) u. A. — 2. Concert des
Pianisten Hrn. Siloti m. Compositionen v. Grieg (Air), Beet-
hoven, Schubert, Tschaiko wsky (Romanze), Arensky fBasso
ostinato), Rubinstein (GmoU-fiaxcarolle), Liszt (Mephisto-
Walzer), Tausig (Zigeunerweisen), Chopin u. Liszt (14. Ung.
Rhaps.). — 9.PhiBiarm. Conc. (Dr. v. Bülow): „Harold"-Symph.
V. Berlioz (obli^. Viola: Hr. Prof. Wirth), „AU Baba"-Ouvert.
V. Cherubini, Solovorträge des Frl. Finkenstein (Ges., „Träu-
me" V. Wagner, „Von ewiger Liebe" v. Brahms, „Frage"
V. H. V. Koss etc.) und des Hm. Stavenhagen (Clav., Adur-
Conc. V. Liszt etc.).}
Leipzig. Wohlthäti^keitsconc. in der Matthäikirche am
13. März: Adagio f. Streichorch. v. Mozart, Air u. Largo f.
167
do. V. Händel, „In deine Hände befehl ich meinen Geist*' f.
Soli, Chor u. Org. v. E. F. Eicht er, Hymne „Hör mein Bit-
ten^ M. Daett m. Chor a. dem „Lobgesang*' v. Mendelssohn,
Hymne „Finstemiss deckte den Erdkreis" f. Sopran- u. Bariton-
solo m. Orch. u. Org. v. B. Vogel, Soli f. Ges. u. f. Org. v.
S. Bach CTocc. n. Fuge in Cdur) u. Merkel (Adagio). (Aus-
führende; FrauWahls, Frl. Rothe u. Hr. E. Schneider [Ges.],
Hr. Gerhardt [Org.l, der Kirchenchor der Matthäi- u. Peters-
G«meinde [M. Vogel] u. der Wahls'sche Dilett,-Orch.- Verein
[Wahlsl) — Wohltnätigkeitsconc. in der Alberthalle am 16.
März: Symph. Dicht. „Tod und Verklärung** v. B. Strauss
(unt. Leit. des Comp.), Ouvertüren v.Wagn er („Der fliegende
Holländer*') u. Nicolai („Ein feste Burg"), Soli f. Gesang v.
Piutti („Liebesfrühling**), Reinecke („Lufbschloss**) , Har-
than (Wiegenlied), Franz („Komm zum Garten** u. „Lieber
Schatz, sei wieder gut**) u. Umlauft („Wenn lustig der Früh-
lingswind**), f. Org. V. Piutti (Finale a. der Gmoll-ä)n.),f.Clav.
V. Liszt (Barcarole u. HmoU-BaQade) u. Chopin u. f. Viel. v.
Mendelssohn (Gonc). (Ausführende: Frls. Polscher [Ges.] u.
Brammer [Viol.], HH. Homeyer [Org.] u. Field [Clav.] u. die
Cap. des 134. Inf. -Reg. [Jahrow].) — Conc. des Ehepaares R^
(Clav.) unt. Mitwirk, des dreizehnjähr. Violoncellisten Fritz
Brüolmer am 16. März: Compositionen f. zwei Flügel v. Mo-
zart (Ddur-Son.), Brahms (Variat. üb. ein H^dn'schesThe-
ma), Pirani (Gavotte), Brüll (Variat.) u. A., violoncellsoli v.
Molique (Conc), Händel, Sitt (Seren.) u. Popper (Spinnlied).
— 2. Conc. des Riedel- Ver. (Prof. Dr. Kretzschmar) unt. Mit-
wirk, der Frau Hoeck-Lechner a. Carlsruhe u. des Hm. Schelper,
sowie des Theaterorch. u. des Hrn. Homeyer (Org.) : Psalm 13
f. Soli, Chor u. Orch. v. O. Taub mann. Ein deutsches Requiem
V. Brahms. — • 2. Ck)nc. des Pianisten Hrn. Rosenthal am
21. März m. Compositionen v. Beethoven (Sonate Op. 111),
Brahms (Variat. üb. ein Paganini^sches Thema). Schumann
iAir a. der Fismoll-Son. u. „Traumeswirren**), Weber („Anf-
orderung zum Tanz**), Schubert-Liszt („Ständchen**). P. von
Schlözer (Etüde), Chopin-Liszt (Chant polon.) und Chopin
(BmoU-Son., Asdur-Polon. etc.), sowie eig. i^hant. üb. Strauss*-
sche Themen. — 4. popul. Kammermusikabend v. Hm. v. Böse
(Clav.), Frl. Robinson (Viol.) u. Hm. Wille (Violonc.) unt. Mit-
wirk, des Hm. Prof. Dr. Reinecke (Clav.): Ciaviertrios von
Pvoi'äk (Fmoll) u. Mendelssohn (Dmoll), Compositionen für
zwei Claviere von Mozart-Reinecke (Sonate) imd Reinecke
(Lnprovisata über eine Gluck'sche Gavotte).
B^ Veraitete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum münen vollständig unbeachtet bleiben f
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Cairo. Der Violoncellist Hr. Josef Diem hat hier con-
certirt \md mit seinem Spiel, das weniger durch besondere
Virtuosität, als durch natürliche Empfindung sich auszeich-
net, recht gefallen. — Cöln. Auch hier hat der Pianist Hr.
Sapellnikoff, bei seinem Auftreten im 10. Gürzenichconcert,
vollwichtigste Proben einer besonderen hohen Rangstufe unter
seinen CoSegen abgelegt. Seine Technik ist ebenso vollendet,
wie seine Au^assung Bänstlerisch gediegen und doch überall
voller musikalischer Feinfühligkeit. Er fand eine glänzende
Aufnahme. — Paris. Frau Sibyl Sanderson ist in der Ko-
mischen Oper wieder aufgetreten, hat das etwas gleichgiltig
gewordene Publicum an^feuert, Massenet's „Manon** zum
Siege und der Casse zu einer grossen Einnahme verhelfen. —
Stuttgart. Eine' hochinteressante Aufführung erfuhr letzt-
mals Wagner's „Tannhäuser** dadurch, dass Hr. Vogl aus
München die Titelpartie darstellte und damit bewies, dass er
immer noch Einer der allerersten Künstler seines Faches ist.
Neben ihm gastirte auf Engagement sehr anerkennenswerth als
Wolfram der Magdeburger Baritonist Hr. Dr. Pröll. — Wei-
mar. Für das Hofbheater wurde, zunächst mit drenährigem
Contract, Frl. Hermine Fink aus Baden-Baden, eine Schülerin
von Bodo Borchers und Auguste Götze in Leipzig, als jugend-
lich-dramatische Sängerin engagirt. Das Debüt derselben als
Carmen fiel sehr günstig aus. — Wien. Wie verlautet, hat
Frau Sanderson, welche ihre Erfolge bis jetzt ausschliess-
Hch auf dem Concertpodium sich errang, Hrn. Opemdirector
Jahn zugesagt, Anfang Herbst als Orpheus (in Gluck's Oper)
im k. k. Opernhaus zu gastiren. — Zwickau. Der Leipziger
Universitätsgesangverein zu St. Pauli veranstaltete hier kürz-
lich unter Leitung seines eminenten Diri^nten Hm. Prof. Dr.
Kretzschmar ein weltlidies und ein geistliches Concert und
stellte bei dieser Gelegenheit Männercnorleistungen hin, wie
wie sie, so lan^ wir zurückdenken können, in unserer Stadt
noch nicht erleot hatten. Zu dem blühenden Material, über
welches der Verein gegenwärtig gebietet, zu der erstaunlichen
Präcision, haarscharfen Intonation, ganz ausgezeichneten De-
clamation und Aussprache, sowie zu der jugendlichen Begei-
sterung und Verve des Vortrags trat noch ein überall glück-
lichstes Gelingen, sodass man kaum wusste, welcher Nummer
man den Vorrang vor der anderen geben sollte. Als Solist
war Hr. Trautermann aus Leipzig mitgekommen, der mit
seinem feurigen Vortrag ebenfalls grossen Beii^U feuid.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 19. März. Passionsgesang v.
G. Vierling. „Crucifixus** u. „Adoramus te** v. E. F. Richter,
OpernaufRihrungen.
Januar.
Wien. K. k. Hofoper: 1., 2., 4., 7., 10., 16. u. 93. Ritter
Pazman (Strauss). 5., 14., 19., 24. u. 28. Cavalleria rustioana.
6. u. 29. Othello. 8. &u9tien und Bastienne u. Die Gärtnerin.
9. Die Walküre. 11. Margarethe. 12. Tristan und Isolde.
13. Hemani. 17. Armida. 18. Der Troubadour. 19. Bastien
und Bastienne. 21. Tannhäuser. 24. Orpheus und Eurydice.
25. Siegfried. 26. Manon. 27. Don Juan. 30. Hamlet.
(Repertoire vom Februar s. No. 12!)
Aufgeführte Novitäten.
Adam (AI.), Symphon. Dicht. .Im Jugendlenze^. (Constanz,
8. Abonn.-Conc. des Hm. Handloser.)
Bazzini (A.), Concertstück f. Yiolonc. m. Orch. (Montreux,
Conc. des Hm. H. Becker a. Frankfurt a. M.)
Benoit (P.), „Sanctus** und „Benedictus" f. gem. Chor und
Orch. (Cöbi, 7. Gürzenichconc.)
Berlioz (H.), „Benvenuto Cellini"-Ouvert. (Bern, 4. Abonn«^
Conc. der Musikgesellschaft.)
Ouvert. „Le Camaval romain*'. (Leipzig, 5. Akadem,
Orch.-Conc. Magdeburg, 5. Logenconc. Mannheim, 5.
Akad.-Conc.)
Bizet (E.), „L'Arlteienne*'. (Aachen, Instramental verein und
4. Stadt. Abonn.-Conc.)
Borodin (A.), Esdur-Symph. (Leipzig, 5. Akadem. Orch.-
Conc.)
Brandt 6uijs (J.), Clavierconc. (Amsterdam, Abonn.-Conc.
im Neuen Concerthaus.)
Brahms (JX 2. S3rmph. (Boston, 11. Conc. des Boston Symph.
Orch. Luzem, 2. Abonn.-Conc. Würz bürg, 4. Conc. der
k. Musikschule.)
3. Symph. (Wiesbaden, 7. Künstlerconc. des städt. Cur-
orch.)
Streichquartett Op. 51, No. 2. (Leipzig, 157. Karomer-
musik-Aurführ. im Kiedel- Verein. 6. Kammermusik im
Neuen Gewandhaus.)
Ciaviertrio Op. 8 [neue Ausgabe]. (London, 2. Concert
des Hrn. Dannreuther.)
Adur-Clav.-Violinson. (Darmstadt, 1. Kammermusik der
HH. de Haan u. Gen.)
Bruch (M.), 3. Violinconc. (Wiesbaden, 7. Künstlerconc. des
städt. Curorch. Leipzig, 15. Abonn.-Conc. im Neuen Ge-
wandhaus.)
„Normannenzug^ f. Baritonsolo, Männerchor u. Orch.
(Aitona, Jubiläumsconc. der Allgem. Altonaer Liedertafel.)
Costa (AI.), Clavierquint. Op. 1, Streichquint. etc. (Berlin,
Conc. des Comp.)
Dvofäk (A.), Clavierquint. Op. 81. (München, 2. Conc. des
Orchesterver.)
Streichquart. Op. 61. (Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Godard (B.), „Seines poötiques^. (Leipzig, 5. Akad. Orch.-
Cionc.)
Goldmark (C), Ouvert. „Im Frühling". (CJera, Concert des
Musikal. Ver. am 25. Jan.)
Ouvert. „Der gefesselte Prometheus". (Boston, 11. Conc
des Boston Svmph. Orch.)
,jSakuntala"-Ouvert. (Aachen, Listrumentalverein und
4. Städt. Abonn.-Conc.)
Gotthard (J. P.), Suite f. Streichorch. (Wien, Concert des
Wiener Orchesterbundes.)
168
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. „Peer Gynt". (Baden-Baden,
Solistenconc. des städt. Curorch. am 22. Jan.)
Clav.-Violoncellson. (Dordrecht, 2. Kammermusiksoiröe
der HH. Vink u. Erdelmann.)
Gurlitt (G.), Victoria-Ouvert. (Altona, Jubiläums-Conc. der
All^m. Altonaer Liedertafel.)
Haan (W. de), „Harpa" f. Soli u. Chor m. Clav. (Witten,
2. Conc. des Musikver.)
Hof mann (H.), „Das Märchen von der schönen Melusine".
(Esslingen, Aufführ, durch den Oratorienver.)
Humperdinck (E.), „Das Glück von Edenhall" f. Chor u.
Orch. (Aachen^ 4. Städt. Abonn.-Conc.)
Joachim (J.), Violinconc. in ungar. Weise. (Berlin, 6. Phil-
harm. Conc. Magdeburg, 5. Logenconc.)
Kahn (B.), HmoU-Clavierquart. (Mannheim, Conc. des Ehe-
paares Paur a. Leipzig am 28. Jan.)
Kien gel (J.), Seren, t. Streichorch. (München, 2. Conc. des
Orchesterver.)
AmoU-Violoncellconc. (Halle a. S., 3. Conc. der Stadt-
schützen-Gesellsch af t .)
Kliebert (C), „Wittekind« f. SoU, Chor u. Orch. (Würzburg,
4. Conc. der k. Musikschule.)
Koch (F. E.), AmoU- Streichtrio. (Berlin, 2. Kammermusik-
abend der HH. Kruse u. Gen.)
Kreuz (E.), Frühlingsphant. f. Viol. u. Clav. (London, 2. Conc.
des Hm. Dannreuther.)
Liszt (F.), „Les Pröludes". (Genf, 6. Abonn.-Conc. im Stadt-
theater. Berlin, 6. Philharm. Conc.)
„Tasso". (Gera, Conc. des Musikal. Ver. am 25. Jan.)
Conc. path6t. f. zwei Claviere. (Mannheim, Conc. des
Ehepaares Paur a. Leipzig am 28. Jan.)
Machts (L.), „Wanderbilder" f. Orch. (Jena, 5. Akad. Conc.)
Metzdorff (R.), Esdur-Clavierquint. (Hannover, Wohlthätig-
keitsconc. des Dam engesang ver.)
Pirani (E.), Ballade f. Orch. (Mannheim, 5. Akad.-Conc.)
Raff (J.), GmoU-Symph. (Weimar, 3. Abonn.-Conc. der gross-
herzogl. Musikschule.)
Waldsymph. (Genf, 7. Abonn.-Conc. im Stadttheater.)
-=^ — „Lenoren"-Symph. (Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen
Concerthaus.)
Reinecke (C), „Zenobia"-Ouvert. (Basel, 6. Abonn.-Conc.
der AUgem. Musikgesellschaffc.)
Rheinb erger (J.), „Wallenstein's Lager" f. Orch. (Wies-
baden, 9. Künstlerconc. des städt. Curorch.)
Rosenhain (J.), Gdur-Streichquart. (Baden-Baden, Kammer-
musiksoir6e der HH. Bletzer u. Gen. am 12. Jan.)
Rubinstein (A.), Ouvertüre zu „Antonius und Cleopatra".
(Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen Concerthaus am
3. Febr.)
Gdur-Clavierconc. (Boston, 3. Conc. des Boston Phil-
harm. Orch.)
Dmoll-Clavierconc, 1. Satz [auf dem Janku-Flügel ge-
spielt]. (Leipzig, 5. Akad. Orch.-Conc.)
— — Clav.-Violoncellson. Op. 18. (Osnabrück, 3. Kammer-
musikabend der HH. Oeser u. Gen.)
Saint-Saens (C), „Danse macabre". (Boston, 3. Conc. des
Boston Symph.-Orch.)
— — G moll-Ula vierconcert. (Leipzig, 6. Akad. Orch.-Conc.)
3. Violinconc. (Genf, 6. Abonn.-Conc. im Stadttheater.)
Fdur-Claviertrio. (Bonn, 2. Kammermusik-Matin6e des
Hm. Denhof. Wismar, Conc. des Hm. A. Schott.)
Schulz (Edw.), „Waldharfen" f. Männerchor m. Tenorsolo u.
Clav. (Klagenfurt, Conc. des Männergesangvereins am
24. Jan.)
Sitt (H.), Violoncellconc. (Berlin, 3. Abonn.-Conc. der Musik-
gesellschaft.)
Smetana (F.), Ouvertüre zur Oper „Die verkaufte Braut".
(Neuschätel, 3. Conc. der Soci6t6 de Musique.)
Lustspielouvert. (Bern, 3. Abonn.-Conc. der Musikgesell-
schaft.)
Spielter (H.), Ciaviertrio Op. 15. (Wismar, Conc. des Hm.
A. Schott.)
Strauss (R.), Waldhornconc. (Weimar, 5. Abonn.-Conc. der
grossherz. Musikschule.)
Svendsen (J. S.), 2. Symph. (Zwickau, 3. Abonn.-Conc. des
Musikver.)
— — Orchesterepisode „Carneval in Paris". (Boston, 3. Conc.
des Boston Philharm. Orch.)
Tschaikowsky (P.), Orch.-Phant. „Francesca da Rimini".
(Ebendaselbst.)
Tschirch (W.), Ouvert. „Am Niagara". (Gera, Concert des
Musikal. Ver. am 25. Jan.)
Volkmaun (R.), 1. Symph. (Mannheim, 5. Akad.-Conc.)
— — Ouvert. zu „Richard III." (Baden-Baden, Symph.-Conc.
des städt. Curorch. am 29. Jan.)
2. Seren, f. Streichorch. (Constanz, 3. Abonn.-Conc. des
Hrn. Handloser. Leipzig, Festconc. im Neuen Gewand-
haus am 4. Febr.)
Gdur-Streichquart. (Mannheim, 3. Kammermusik der
HH. Schuster u. Gen.)
Wagner (R.), „Meistersinger" -Vorspiel. (Aachen, Instrumen-
tal ver. Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen Concerthaus
am 3. Febr. Darmstadt, 4. Conc. der Hofcapelle. Genf,
7. Abonn.-Conc. im Stadttheater.)
— — Kaiser-Marsch. (Aachen, 4. Städt. Abonn.-Conc. Baden-
Baien, 5. Abonn.-Conc. des städt. Curorch.)
Wieniawski (J.), Dramat. Ouvert. „Guillaume le Taci-
turne". (Berlin, Conc. des Comp.)
Woyrsch (F. v.), „Deutscher Heerbann" f. Soli, Männerchor,
Orch. u. Org (Altona, Jubiläumsconc. der AUgem. Altonaer
Liedertafel.)
Wüerst (R.), Oroh.-Variat. (Zittau, Conc. der Kaufmann.
Gesellschaft.)
Vermischte Mtttheilungen und Notizen.
* Der Concertverein zu Neubrandenburg, dessen
intelligenter Dirigent der als Liedercomponist ehrenvoll be-
kannte A. Naubert ist, gab unlängst das 50. Concert seit seinem
Bestehen und gestaltete dasselbe dadurch zu einem musika-
lischen Ereigniss für diese Stadt, dass er zur Ausführung des
aufgestellten Beethoven-Programms (1. und 6. Symphonie und
Ouvertüren zu „Coriolan" und „Egmont", sowie No. 3 zu
„Leonore") das Philharmonische Orchester aus Berlin mit Hm.
Dr. V. Bülow als Leiter gewonnen hatte.
* Die unter Leitung des Hrn. Prof. Rieh. Müller stehende
Leipziger Liedertafel begeht Ende dieser Woche in so-
lenner Weise den 50. Jahrestag ihres Bestehens.
* Papst Leo XIII. richtet ein Rundschreiben an die besten
Componisten Europas und Amerikas, um deren Rath über
eine ernstliche Umgestaltung der katholischen Kir-
chenmusik zu hören, welche er zu lustig und theatralisch
findet.
* Ein reicher Particulier in Paris, Hr. Osiris, welcher
sich wiederholt durch wohlthätige und gemeinnützige Hand-
lungen alisgezeichnet hat. erbietet sich dem Seinepräfecten,
die Gräber imd Grabdenkmale berühmter Männer,
welche auf den Pariser Friedhöfen beigesetzt sind, auf seine
Kosten wiederherstellen zu lassen, soweit sie verfallen
sind. Unter Anderen werden davon die Gräber Bellini^s,
Gr6trv's und MöhuPs betroffen.
* InCagliari wurde das Haus, in welchem der berühmte
Tenorist Mario de Candia das Licht der Welt erblickt hat,
mit einem Gedenkstein geschmückt.
* Die französische Oper aus dem Haag mit ihrem eigenen
Orchester hat im Industrie-Palast zu Amsterdam vor einem
zahlreichen und auserlesenen Publicum Wagner 's „Lohen-
grin" zur Aufführung gebracht und helle Begeisterung ent-
zündet.
* P. Tschaikowsky 's Oper „Eugen Onegin" ist un-
längst mit Erfolg in Odessa in Scene gegangen.
* Im Stadttheater zu Bremen war die Oper „Diana von
Solange" von Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha bei
ihrer Aufführung am 10. d. Mts. trotz ihres schon dreissig-
jährigen Alters noch Novität. Die Aufnahme derselben war
eine sehr freundliche.
* Im Grand-Th6&tre in Lille wurde die zweiactige Oper
„Atala" von Frl. Juliette Folville unter persönlicher Leitung
der Componistin zum ersten Male aufgeführt und glänzend
aufgenommen.
* Im Theater des Prinzen von Wales in London fand
die zweiactie^e komische Oper „Susanne mit den blauen Augen"
von Osmond Carr sehr grossen Erfolg. Bald die Hälfte der
Nummern wurde zur Wiederholung verlangt.
* Im Carlo Felice-Theater in Genua wurde die Oper
„Vindice" von Umberto Masetti erstmalig gegeben und trug
aem Componisten — einen einmaligen Hervorrnf ein. — In
Pisa wurde Ercolani's Oper „Cantore notturno" vom Pub-
licum günstig aufgenommen.
1«9
* Mascagni's viel besprochene neue lyrischeOper „Freund
Pritz^ ist nunmelir auch, und zwar am 19. d. im Berliner
Hoftheater in Scene ge&rangen und hat trotz ihrer sehr
zweifelhaften Bedeutung mre Freunde gefunden. Einer ihrer
Vorzüge scheint, wie bei der „Cavalleria rusticana^, die Kürze
zu sein, denn ihre drei Acte sollen nicht mehr als anderthalb
Standen für sich in Anspruch nehmen. — Im Hoftheater zu
Weimar ist die Premiere für den Geburtstag der Grossber-
zogin in Vorbereitung.
am
* Die Gesellschaft der Opernfreunde zu Berlin brachte
20. März im EjroU'schen Theater die neue Spieloper
„Liebesprobe" von Alphonse Maurice erstmalig mit hübschem
Erfolg zur Aufführung.
* In München ging in vor.Woche mit ansehnlichem Er-
folg die einactige Oper „Gringoire" von I. Brüll erstmalig
in Scene.
* Hr. Theaterdirector Pollini in Hamburg hat sich für
alle im Verlage von Bicordi in Mailand erschienenen und er-
scheinenden italienischen Opern das alleinige Aufführungsrecht
für Deutschland gesichert und wird zunächst die „Geier-
Wally" von Gatalani über die Bretter seiner Bühne gehen
lassen.
* Das dies wöchentliche Abonnementconcert im Neuen Ge-
wandhaus zu Leipzig gibt Hm. Anton Rubinstein, der
seine Pianisten thätigkeit s. Z. auch hier für immer abschloss.
Gelegenheit, sich von Neuem als Compouist, Dirigent una
Pianist zu zeigen. Den folgenden Sonnabend wirkt derlCünstler
in der ausnahmsweise im grossen Saal daselbst stattfindenden
Kammermusik mit. Die Anziehungskraft dieses Pianisten
hat aber durchaus nicht eine schildigende Wirkung auf das
pecuniäre Resultat des ClaVierabends ausüben können, wel-
chen am letzten Montag Hr. Moriz Bosenthal im Alten Ge-
wandhaus gab, denn dasselbe war wieder ausverkauft und
hat dem Veranstalter auch wiederum die begeistertsten Ova-
tionen gebracht.
* Hr. Johannes Schondorf in Güstrow beging am 13.
d. Mts. den 25. Jahrestag als Dirigent des dortigen Gesang-
vereins und empfing bei diesem Anlass sowohl von seinem
Verein, wie auch von sonstigen Verehrern, Freunden und B^
kannten reiche Beweise ehrendster Anerkennung für sein er-
folgreiches künstlerisches Wirken.
* Frau Clara Schumann beabsichtigt aus Gesundheito-
rücksichten ihre Lehrthätigkeit am Dr. Hoch*schen Conser-
vatorium zu Frankfurt a. M. zum Herbst aufzugeben. Mit
ihr sollen, wie man anderwärts meldet, auch ihre Frls. Töchter
das Institut, dem sie in gleicher Eigenschaft angehören, ver-
lassen wollen.
* Hrn. Hofcapellmeister Fischer in München wurde der
Verdienstorden vom heil. Michael 4. Glasse verlieben.
Todtenllste. L au w e r s, gefeierter Baritonist am Th^tre-
Lyrique und an der Komischen Oper in Paris, berühmter Ge-
sanglehrer, f in Paris. — Cipriano Pontoglio, Componistvon
Opern, Kirchenmusik, Musikdirigent, t ana 22. Febr., 60 Jahre
alt, in Mailand.
Bx*iefl£a.Nteii<
IV, G, in G, Der hier lebende Componist Jos. LiebQskind,
dessen soeben fertig gewordene Oper als ein Ereigniss durch
die Presse geht, ist ein noch ganz junger Mann, der vor
Kurzem nocn Schüler unseres k. Conservatoriums war. — Der
neueste Berliner Hofcapellmeister heisst nicht Weingärtner,
wie Sie mehrfach gedruckt gefunden haben, sondern Wein-
gartner, nach Biemann's Lexikon eigentlich Paul Felix Edler
von Münzberg, und ist, soviel wir wissen, christlicher Confession.
y. F. L. in S, Es ist uns unbekannt, von wem die
Reclamenotiz über jenes „Landsknechtsleben" in Umlauf ge-
bracht worden ist, ebensowenig kennen wir die Kritik, auf
die man sich dabei beruft.
Anzeigen.
Ballade von Ernst v. Wildenbruch. .
Für Soli (Sopran, Tenor, Bariton und Bass), ge-
misehten Clioi* und Ox-chestei»
comjjonirt von
Ferdinand Hummel.
Op. 52.
Ciavierauszug no ^ 6, - . Solostimmen Ji 1,50. Chor-
stimmen (jede einzelne Ji —,65) */^ 2,60. Orch.-Part.
no. Ji 20, — . Orcb. -Stimmen, volle Besetzung no. Ji 31, — .
Orch. -Stimmen, kleine Besetzung no. Ji 25, — .
Das musikalisch gehaltvolle und äusserst dankbare Werk
ist bereits in einer ganzen Reihe von Städt-en mit grossem
Erfolg zur Aufführung gelangt. Strebsame Concertdirectionen
und Vereinsdirigenten werden deshalb hiermit angelegentlich
auf diese neue Arbeit des talentvollen Componisten aufmerk-
sam gemacht. [323.]
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HeftII^l,60.
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No. 8. Ujnuetto.
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No.lO. Allegro symphonique.
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E. W. Fritzsch,
Leipzig, Königsstrasse 6.
\
mi. Jahrg.]
Dm HuBikaliache Wochenblfttt erscheint jährlich in 63 Nnmmern. Der Abotmementibelmtff
för das Quartal von 13 Hummern ist 3 Mark; eine einzelne Nummer koetet 40 PfenniRe. bS
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Die iDBertionigei
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ibflbren mr den Raiun einer geapaltenea Pebtzeile betragen 90 Pftninign,
[No. 14.
Inhalt: Bamerknni
n Frelsaiif, JobMin Ev. EdkI
lerknnsen zar PidsgoRlk der SchlilMel-Lehre in der Musik. Von Hai Areai — Kritik: Biloher Vuu .^ .uu r...»u., »»»«.» ■a.. .»«.
Otto JaluL — Bioerspliiaches; Robart Freand. (Hit Portrait) — Tagesgegohiohte : KtuiUriet« aiu FrankAui a. H. (SaUoM) nnd Wltn
iMlzimg). — Beriohi aas Lsipxig. — CoacartoDuebau. — Bngaeenients nnd Q«-' — ' ■ • " ■ ~ — ■ ■- •
hrta KoTltitea. — Musikalien- und Bächerutarkt. — Temütobte Hltlhelliuigen oi
Bemerkungen zur PSdagogik der Schlüssel -Lehre
in der Musik.
Von Max Arend.
Man Btrefat heute mehr, ala in früheren Zeiten auf
allen Gebieten dea Lehrens und Lernens darnach, das
Letztere durch eine möglichst praktische, d. h. rationelle
Methode zugleich zu vereinfachen, interessanter zu färben
und eindTinglicfaer zu machen. Als einen Fortscliritts-
Tersnch in dieser Einsicht bitte ich das Folgende auf-
zufassen, das sich auf einen wichtigen Theil der vorhe-
reitenden musikalischen Theorie bezieht.
Man gebraucht heute fünf, grossentheils auch nur
zwei Schlüssel: den Violin -Schlüssel, den Bass-Schlüs-
sej, den Ält- Schlüssel, den Tenor-Schlüssel und den
Sopran-Schlüssel. O'o die übliche Anwendung der Schlüs-
sel gutgeheisaen werden kann oder vielmehr, dass' sie
theilweise nicht gutgeheissen werden kann, das festzu-
stellen ist jetzt nicht meine Aufgabe, ich habe ander-
wärts davon gesprochen. (Siehe mein Buch; Die Schlüssel -
und Transpositionslehre in der Musik. Verlag der
Schweizerischen Verlagsdrnckerei in Basel.) Hier will
ich untersuchen, wie das Lehren und Lernen der Schlüssel
auf die zweck massigste Art geschehen muss, und will
ich gleichzeitig auf einzelne Unzweckmässigkeiten der
bestehenden Praxis hinweisen.
Wenn ein Schüler anfängt, Musik zu treiben, so
wird ihm — vorausgesetzt, dass er überhaupt Noten
lernt — meistens zuerst der Violin-Sehlfiaaol gezeigt,
seltener der Bass-Schlüssel, noch viel seltener der Alt-
oder Tenor -Schlüsse] und wohl nie der Soprao-Schlüs-
sel. Manche Fftdagogen verlangen (für den Ciavier-
unterricht), dasB Violin- nnd Bass-ScblÜBsel gleichzeitig
gelehrt werden, doch sind sie in der Hindersahl. Die
Erklärung des Violin-Scklässels geschieht in der Regel
dadurch, daas dem Schüler gesagt wird: ^^^ Note auf
der zweiten IJnie heisst g; man gebraucht Zwischen-
räume und Linien; folglich heisst z. B. die Note auf der^
fünften Linie f^." Selbstredend gebraucht nnn der Schüler
sehr viel Zeit , um Gelänfigheit im Ablesen der Noten
zu erlangen, denn er musa jede Note auswendig lerneuj
so lange er von g^ aus berechnet, beberrscht er den
Schlüssel nicht. Nachdem nun das Oedächtnisa alle Noten
deaViolin-Schlüssela aufgenommen bat, kommt (ich denke
an einfeu Glavierschüler) der Bas a- Schlüssel an die Reihe.
Entweder wird er in der vorhin für den Violin- Schlüssel
angegebenen Art erklärt, sodass die Note f direct be-
kannt ist und die anderen Noten zuerst von hier aus be-
rechnet werden, bis sie sich dem Ged&chtniss etngepr>
haben, oder aber, was häufiger vorkommt, es werden
Vergleiche gezogen zwischen dem gelernten Violin-
schlüssel nnd dem Bass-Schlüsael. Die Note g heisst
also eigentlich (d. h. im Vi ol in -Schlüssel) e*, da der
Bass-Schlüssel aber zwei Octaven nach unten verlegt
und dann wieder zwei Töne nach oben, so heisst sie,
nun wie heisst sie doch, ah, jetzt bah ichs: g! Hat
der Unterricht (etwa für einen Bass-Sänger) mit dem
Bass- Schlüssel begonnen, so wird der Gang ein umge-
kehrter sein. Jetzt kommt (etwa für den Contraponct-
Bchüler) das Heer der C-ScblüsBeL SchoD den Bass-
Schlüssel zu lernen, kostet viel Mühe, und doch kennt
man ihn noch nicht so gut, wie den Violin-Schlüssel,
da er aber täglich gebraucht wird, so hat mnn schliess-
14
174
lieh eine Geläufigkeit darin bekommen. Nun aber die
G-Scblüssel ! , die obendrein nicht praktisch (vom Stand-
punct des Ciavierschülers gedacht) verwerthet werden!
Der Eine stellt alle Noten eine Terz tiefer, der Zweite
eine Octave tiefer und dann wieder einen Ton herauf,
der Dritte eine Octave tiefer und noch einen Ton dazu!
Da ist guter Rath theuer; man vergleicht mit dem Violin-
schlüssel oder man rechnet von der ersten, dritten und
vierten Linie aus oder man thut Beides und hilft sich
so gut als es eben geht, allmählich bekommt man auch
in den schrecklichen C-Schlüsseln eine gewisse Geläufig-
keit.
Das ist ein, vielleicht etwas grell gezeichnetes,
aber im Ganzen wohl richtiges Bild der bestehenden
Praxis auf diesem Gebiet. Manche Pädagogen machen
die Sache allerdings anders, sie verweisen das fortwährende
Vergleichen mit dem Violin-Schlüssel , indem sie den
Schüler darauf aufmerksam machen, dass z. B. die Note
auf der dritten Linie nicht naturgemäss h^ heisst und
dann auch anders, sondern dass die Note auf der dritten
Linie ebenso gut c wie d, wie e, wie f , wie g, wie a, wie h
sein kann, dass der vorgesetzte Schlüssel erst zu der
relativen Tonhöhebestimmung des Fünfliniensystems die
ab89lute hinzuträgt. Andere haben sogenannte Merk-
puncte. Sie lassen sogleich zu Anfang nicht nur eine
Note direct lernen, sondern mehrere, sodass die Berech-
nung der übrigen vereinfacht ist. Diese beiden Mittel
vereint — das erste entfernt Schlacken, das zweite ver-
einfacht und vertieft — zusammen können schon ganz
hübsche Resultate zu Tage fördern. Man hat indessen
von den Merkpuncten deshalb bisher nicht den vollen
Nutzen ziehen können, weil ihre Anwendung ganz will-
kürlich, nicht übereinstimmend und unsystematisch war.
Es kann mir nicht einfallen, das Erfinden der Merk-
puncte mir zuzuschreiben, aber die Systematik dieser
Merkpuncte und damit die klarste Uebersicht über das
System darf ich wohl ohne Ueberhebung als mein Ver-
dienst bezeichnen. Meine Methode ist folgende: Zu-
nächst handelt es sich darum, dass der Lernende das
Fünfliniensystem übersehen kann, was gar nicht so un-
wichtig ttnd selbstredend ist, wie man wohl allgemein glaubt.
Ich nenne, um diese Uebersicht zu schaffen, die erste Linie
unterste, die dritte mittlere, die fünfte oberste, lasse da-
gegenfürdie zweite und vierte die Zahlenbezeichnung stehen.
Bei schriftlichen Uebungen lasse ich mit einem Liniensystem
arbeiten, bei dem die unterste, mittlere und oberste Linie
mit schwarzer, die zweite und vierte mit rotber Tinte
gezeichnet sind. Eine volle Motivirung dieses Vorgehens
bringt die Gesammtheit meines Systems. Es gibt
F-Schlüssel, C-Schlüssel und G-Schlüssel, die einzelnen
Schlüsselgattungen stehen also im Quinten verhältniss zu
einander. Man kann (theoretisch) Jeden der drei Schlüssel
auf jede Linie setzen. Ein Schlüssel auf der untersten
Linie ist identisch mit dem Schlüssel seiner Oberquint
auf der mittleren Linie; ein Schlüssel auf der obersten
Linie ist identisch mit dem Schlüssel seiner Unterquint
auf der mittleren Linie: die Schlüssel auf der untersten,
mittleren und obersten Linie lassen sich reduciren auf
diejenigen auf der mittleren Linie. Diese nenne ich mitt-
lere oder innere Schlüssel, weil sie die Mitte, den
innersten Punct des durch sie darstellbaren Tongebietes
fixiren. Um Merkpuncte zu haben, setze ich die iden-
tischen Schlüssel auf der obersten und untersten Linie
hinzu. Z. B. beim mittleren C-Schlüssel (Alt-Schlüssel)
setze ich den G-Schlüssel auf der obersten und den
F-Schlüssel auf der untersten hinzu (natürlich nur für
den Schüler), beim mittleren G-Schlüssel, gewöhnlich er-
setzt durch den C-Schlüssel auf der untersten Linie
(Sopran-Schlüssel), setze ich den C-Schlüssel auf *der
untersten hinzu und auf die oberste Linie ein Zeichen,
das die Note d^ andeutet, wofür ich nach dem Vorgang
des Mittelalters dd gewählt habe. Was den mittleren
F-Schlüssel (Bariton-Schlüssel) angeht, so bin ich für
dessen Einführung in den Unterrichtsgang des Contra-
punctschülers aus Gründen, die ich in meinem oben-
genannten Buche niedergelegt habe, übrigens habe ich
hier z. B. einen Dr. Riemann zur Seite. Beim Bariton-
Schlüssel füge ich den identischen C-Schlüssel auf der
obersten und einen von mir aufgestellten H-Schlüssel auf
der untersten Linie hinzu. Es bleiben noch die Schlüs-
sel auf der zweiten und vierten Linie übrig, die ich im
Gegensatz zu den mittleren oder inneren äussere Schlüssel
nenne, weil sie ausserhalb der Mitte der durch sie dar-
stellbaren Tongebiete liegen. Ein Schlüssel auf der
zweiten Linie ist identisch mit dem seiner Oberquint auf
der vierten Linie und umgekehrt ein Schlüssel auf der
vierten Linie identisch mit dem seiner Unterquint auf
der zweiten. Auch hier werden, wie bei den mittleren
Schlüsseln, die identischen als Merkpuncte hinzugefügt.
Doch ergabt sich ein Unterschied: Bei den mittleren
Schlüsseln sind, von der mittleren Linie nach oben und
unten gerechnet, gleiche Verhältnisse. Bei einem äusseren
Schlüssel dagegen sind die Verhältnisse nach oben und
unten, von dem durch den Schlüssel direct bestimmten
Ort aus gerechnet, nicht gleich. Durch den Zusatz der
identischen Schlüssel ist jedoch ein Mittel gegeben, gleiche
Verhältnisse zu gewinnen, denn von der zweiten Linie
nach unten gerechnet liegen gleiche Verhältnisse, wie von
der vierten nach oben gerechnet. Bei den äusseren
Schlüsseln gewinnen also die Merkpuncte eine erhöhte
Bedeutung.
Der Nutzen, den ich meiner Methode zuschreibe, be-
steht darin, dass erstens der Schüler einen klaren Begriff
von dem Wesen eines Schlüssels bekommt und dass
zweitens der Weg, welcher zwischen Berechnen und Aus-
wendigwissen liegt, verkürzt wird. Ich werde übrigens
den hier skizzirten Gedanken, der implicite schon in
meinem oben erwähnten Buch liegt, in einer demnächst
erscheinenden Schrift näher ausführen, wo ich auch Ge-
legenheit haben werde, auf den geschichtlichen Hinter-
grund hinzuweisen. Ich bitte jetzt meine Leser, sich über
folgende Puncte ein Urtheil zu bilden und, wenn möglich,
mir dieses Urtheil an dieser Stelle vorzuführen: 1. Ist
das Princip, dass ich hier bringe, absolut betrachtet,
verwendbar in dem Sinne, dass es zugleich Eüarheit und
Schnelligkeit des Erlemens bedingt? 2. Ist mein Princip,
relativ betrachtet, verwendbar, insofern es einen Fort-
schritt gegen andere bedeutet?
Gegen einen Vorwurf, der mir schon wiederholt ge-
macht worden ist, muss ich jedoch von Vornherein Ver-
wahrung einlegen. Ich will weder hier, noch in meiner
Schlüssel- und Transpositionslehre ein neues Schlüssel-
system aufstellen, sondern ich will nur eine klare Be-
leuchtung für diese Lehre schaffen und eine möglichst
brauchbare Lehrmethode für die vorhandenen Schlüssel
geben. Diese Lehrmethode lässt sich ebenso gut beim
Lehren eines Schlüssels anwenden, wie beim Lehren
der sieben möglichen Schlüssel.
175
Kritik.
R. von Freisauf. Mozart's „Don Juan« 1787 — 1887,
Ein Beitrag zur Geschichte dieser Oper. Salzburg 1887,
Johann Ev. Engl. Festschrift zur Mozart-Centenarfeier
in Salzburg, 15.— 17. Juli 1891. Salzburg 1891.
Otto Jahn. W. A. Mozart, 3. Auflage. Leipzig, Breit-
kopf & Härtel, 1889 und 1892.
Die beiden zuerst genannten Schriften können wir
wohl zusammenfassen. Sie sind hervorgerufen durch die
hundertjährige Jubelfeier des „Don. Juan" und die Cen-
tenarfeier in Salzburg. R. v. Freisauf war bestrebt, die Ent-
stehung des „Don Juan" und seine Geschichte bis auf
die G^egenwart in populärer Form zu behandeln, und man
musB ihm das Zeugniss geben, dass ihm dies auch gelun-
gen ist. Er hat das reichhaltige Material fleissig durch-
forscht, und so bedeutet seine Arbeit einen werthvollen
Beitrag zur Mozart-Ldtteratur. Dasselbe gilt von der Schrift
Engl's. Sie umfasst drei Theile mit den Titeln: 1) Die
Mozart-Familien in Augsburg, Salzburg und Wien. 2) Drei
ungedruckt gebliebene Briefe Mozart's. 3) Das Requiem
und die Requiemi&age. Der bedeutendste der drei Theile
scheint uns der dritte zu sein, in welchem der Verfasser
nach einer Geschichte der Requiemfrage seine Unter-
suchungen darüber mittheilt und dabei zu dem Resultat
kommt, dass das Requiem Mozart's ureigenster Schwanen-
gesang sei. Auch diese Schrift verdient den Beifall aller
Freunde Mozart's.
Uober die dritte Auflage von Otto Jahn's classischem
Buch müssen wir eingehender berichten. Das Erscheinen
der ersten Auflage desselben bezeichnet in der Geschichte
der Musikforschung einen wichtigen Wendepunct. Dieses
Werk bedeutete die Uebertragung der philologisch-kriti-
schen Methode auf die Probleme der Musikgeschichte,
und es fand Nachahmer in einer Reihe vortrefflicher Werke,
die, von gleicher Methode ausgehend, sich auch ähnliche
Materien zum Vorwurfe wählten; die Bach-Biographie von
Spitta u. a. Werke, deren wissenschaftliche Bedeutung schon
lange feststeht, beruhen auf denselben Grundlagen: der Er-
fassung der menschlichen und künstlerischen Individualität
unter dem Gesichtspuncte der Entwickelung und mit steter
Berücksichtigung der Jene umgebenden culturhistorischen
und musikalischen Verhältnisse.
Die erste Auflage des bedeutenden Buches hatte be-
kanntlich vier Bände, in der zweiten wurde der Umfang
auf zwei reducirt; jedoch wäre es falsch, aus der Ver-
ringerung des Umfanges den Schluss zu ziehen, als böte
die zweite Auflage weniger, als die erste, denn nur die
Darstellung ist verkürzt und übersichtlicher gestaltet; na-
mentlich gilt dies von den Anmerkungen. An diese zweite
Auflage schliesst sich die dritte durchaus an; wenig ist
geändert, und dies mit Recht. Denn die Fundamente der
biographischen Erzählung und menschlichen Charakteri-
stik sind, wie Deiters, der Herausgeber der dritten Auflage,
hervorhebt (Vorrede pag. XXXVIII), von Jahn so fest
begründet, dass sie wohl für alle Zukunft als bleibend
betrachtet werden können. Für Deiters war die Haupt-
aufgabe eine gewissenhafte Sammlung und Durchforschung
des seit der zweiten Auflage neu erschlossenen Materials und
eine organische Verarbeitung dieses Stoffes in das Ganze.
Die Vorrede gibt uns näheren Aufschluss über diese Dinge;
es kam namentlich in Betracht die nunmehr vollendete
Gesammtausgabe der Werke Mozart's, die bekanntlich
unter Mitwirkung der berufensten Kräfte hergestellt wor-
den ist.
Für die Vortrefflichkeit auch dieser dritten Auflage
bürgt der Name des Bearbeiters, der in musikhistorischen
Kreisen durch seine Uebersetzung der Thayer'schen Beet-
hoven-Biographie, sowie durch seine Monographien über
Brahms und Beethoven nihmlichst bekannt ist. Zudem
stand Deiters zu Jahn in persönlichen Beziehungen, er
ist der berufene Fortsetzer seines Buches.
Die Verlagshandlung Breitkopf & Härtel konnte die
hundertjährige Wiederkehr des Todestags des unsterblichen
Mozart nicht besser feiern, als durch die Herausgabe der
dritten Auflage seiner Biographie. Paul Garwen.
Biographisches.
Robert Freund.
(Mit Portrait.)
Als der ausgezeichnete und trotzdem noch heute ver-
hältnissmäsng wenig bekannte Künstler, mit dem sich
diese Skizze beschäftigen soll, Mitte Januar 1890 in zwei
Goncerten zum ersten Mal vor das Publicum der deutschen
Reichshauptstadt trat, schrieb die dortige musikalische
Fachpresse: „Es war ein ganzer Mann am Ciavier, der
sich Sonnabend den 18. d. Mts, in der Singakademie hören
Hess, Roh. Freund aus Zürich, ein ehemaliger Schüler' des
unvergessenen Carl Tausig. Schon das Programm liess
erkennen, dass Hr. Freund mehr sein will, als ein land-
läufiger Ciavierspieler, und die Ausführung bewies, dass
er in der That mehr ist. Hr. Fi*eund spielte, aufs Beste
unterstützt von den HH. Elruse, Nicking und Dechert,
Brahms' Adur-Clavier-Quartett und allein die Edur-Sonate
Op. 109 von Beethoven, die ganzen seit Jahren fast
völlig von dem Programm verschwundenen »Davidsbündler«
von Schumann und von Chopin Allegro de Concert, Bar-
carole und Asdur-Ballade. Mit blühend schönem, saftigem
Ton und einer aufs Sorgfältigste ausgebildeten Technik
verbindet Hr. Freund gediegene musikalische Bildung und
eine lebhafte Innerlichkeit, sodass er in der That alle
Eigenschaften vereinigt, die zu einem echten Künstler ge-
hören.^ „Sein Können richtet sich nur auf die gestellte
Aufgabe ; um äusserlichen Effect kümmert er sich gar nicht. '^
Und ganz ähnlich lautete das Urtheil der Leipziger Fach-
kritik, als Roh. Freund wenige Tage später, am 26. Jan.
1890, im 4. Concert des Liszt- Vereins zu Leipzig auftrat,
wo er übrigens schon 1878 gemeinsam mit seinem Schweizer
Freund Gust. Weber concertirt, den Hörern dessen hoch-
bedeutendes Ciavierquartett Op. 4 vorgeführt und das beste
Andenken hinterlassen hatte. „Dies neueste Auftreten",
so hiess es in der Kritik, „hat Hm. Freund nach jeder
Seite hin als einen Meister seines Instrumentes erkennbar
werden lassen, als einen Pianisten, in dessen Spiel hohe
musikalische Intelligenz, warme Begeisterung und reiches
Innenleben durch eine nirgends versagende Technik und
einen edel klingenden Ton ihre Ausdrucksmittel finden.
Von seinen Solovorträgen war namentlich die Wiedergabe
der so selten als Ganzes zu hörenden »Davidsbündler»
eine Leistung ersten Banges."
Im October gleichen Jahres wirkte dann Roh. Freund
aufs Neue in einem Leipziger Concert des Liszt- Vereins
14*
176
mit und spielte neben dem Ciavierpart des herrlichen
Trios Op. *6 von Gust. Weber eine ganze Reihe Liszt^scher
Compositionen, über deren Wiedergabe die Fachkritik sich
folgendermaassen aussprach: „Speciell als Liszt-Interpret
hat uns Hr Freund einen ganz imposanten Eindruck ge-
macht; nicht dass wir die betr. Sachen technisch nicht schon
in gleicher Vollkommenheit gehört h&tten, in solch geist-
voller, wie gleichzeitig warm beseelter Art jedoch nur
sehr selten. Es waren OebOde von sprechender Charak-
teristik und Plastik, Reproductionen, in denen Nichts ver-
griffen oder verzeichnet war, dagegen aber der poetische
Gehalt überall mit überzeugendem Ausdruck zur Aus-
sprache gelangte."
Wer ist nun dieser Musiker, vor dem die Kritik so
übereinstimmend ihren Degen senkt, und wie kommt es,
dass man den Mann trotz seiner eminenten künstlerischen
Eigenschaften und, obschon er bereits ein Vierziger, in
Deutschland so selten spielen hört, dass sein Name bei
Weitem nicht die Popularität geniesst, wie diejenigen
unserer allbekannten Ciavierheroen?
Ein Blick auf die Lebensgeschichte des Künstlers
und eine gedrängte Charakteristik seiner Eigenart, seines
geistigen und seelischen Wesens werden uns das Räthsel
lösen und erscheinen umsomehr am Platz, je abgeneigter
Hob. Freund jeder persönlichen Reclame ist, je stolzer er
alle Mittel verschmäht, um von sich reden zu machen, und
je weniger daher von seinen Schicksalen und Thaten bis
jetzt bekannt wurde.
Der Lebenslauf unseres Musikers ist bald erzählt;
entbehrt .er doch vollständig jenes romantischen Schim-
mers, den man sich sonst mit der Laufbahn eines Vir-
tuosen fast untrennbar verbunden denkt, und ist so ein-
fach wie die ganze schlicht-edle Persönlichkeit des Mannes.
Geboren 1852 zu Budapest genoss Robert Freund,
bei welchem Neigung und Begabung für die Kunst der
Töne in frühesten Jahren schon mit unwiderstehlichster
Macht hervortraten, zunächst den Ciavierunterricht des
trefflichen Musikers J. Huber (Vater des in jüngster Zeit
als Componist und namentlich Violinvirtuos aufs Vortheil-
hafteste bekannt gewordenen Jenö Hubay). Kaum drei-
zehn Jahre alt kam der Knabe dann ans Conservatorium
zu Leipzig, wo er 1865 — 1868 seinen Curs absolvirte
und von Moscheies und dem trefflichen Th. Coccius*) im
Ciavier, von Richter und Papperitz in Theorie etc. unter-
richtet wurde. 1869/70 studirte Freund, um seine pia-
nistische Bildung zu vervollkommnen, bei Tausig in Berlin,
dessen Lehre und genialem Vorbild er nach seiner eigenen
Aussage am meisten verdankt. Er traf hier mit dem
hochbegabten Schweizer Gustav Weber zusammen, und
bald verband dio ebenso feuereifrigen, wie ideal angelegten
Jünglinge eine Freundschaft fürs Lehen. 1870 — 1872
finden wir Roh. Fi'cund wieder in seiner Vaterstadt Buda-
pest, und zwar als Schüler Liszt's, der damals dort die
Wintermonate vom December bis April zubrachte und den
jungen Landsmann ebenso sehr ans Herz schloss, wie
dieser von der Kunst und herrlichen Persönlichkeit seines
Lehrers begeistert wurde und den tiefgehendsten Einfluss
erfuhr. So war es denn auch, um dies anticipando gleich
♦) Wie der nachgenannte Theorielehrer Freund's, Prof.
Dr. Papperitz, wirkt auchTh. Coccius noch jetzt mit vollster gei-
stiger Frische und grösster Gewissenhaftigkeit am Institut, je-
doch kommt ihm, seitdem zwei jüngere Collegen (die HH.
Weidenbach und Zwintscher) das Monopol für wirklich talentirte
Clavierschüler besitzen und — mit Eifersucht gegen einander —
ängstlich hüten, jetzt seltener, als damals gutes Schülermate-
rial nnter die Hände. D. Red.
hier anzubringen. Einer der schönsten Momente des gross-
artigen Festes, als zehn Jahre später, am 10. Juli 1882,
bei der deutschen Tonkünstler- Versammlung in Zürich,
Roh. Freund mit hinreissender Poesie das Adur-Concert
des Meisters spielte, während dieser, dem Orchester hier
und da einen Wink gebend, neben ihm sass, und die
Freude über die wundervolle Leistung und den gross-
artigen Erfolg seines Jüngers das Adlerauge des Greises
noch heller aufleuchten machte, als gewöhnlich.
Die Jahre 1872 — 1874 verlebte unser Musiker in
dem elsässischen Wesserling, wo ihn sein dortiger Vor-
gänger Gust. Weber der liebenswürdigen und kunstsinni-
gen Familie eines reichen Fabrikherrn als Clavierlehrer
empfohlen hatte, und wo er in behaglicher und ökonomisch
vortheilhafter Stellung schöne Tage verlebte. Auch seine
Ansiedelung in Zürich, das von 1875 hinweg sein Aufent-
halt und seine zweite Heimath werden sollte, erfolgte
wesentlich auf Veranlassung Weber's, dem es mit Recht
ein Leichtes schien, dem trefflichen Kunstgenossen in der
schön gelegenen und geistig regsamen Schweizerstadt
einen passenden Wirkungskreis zu bereiten. — Als 1876
unter Friedrich Hegar's Direction die neugegründete
Musikschule der Limmatstadt ins Leben trat, wurde Roh.
Freund als erster Clavierlehrer an derselben angestellt,
und — eine kurze Unterbrechung anfangs der achtziger
Jahre abgerechnet, zu welcher Zeit er nach Budapest
zurückkehrte, während Fritz Blumer (später Professor am
Strassburger Conservatorium) seine Stelle übernahm —
hat der Künstler das Amt bis zur gegenwärtigen Stunde
bekleidet.
Von jeher eine beschauliche, mehr nach innen ge-
kehrte Natur, ein ruhiger und scharfer Beobachter, ein
wissbegieriger Kopf, den die Litteratur kaum weniger
interessirt, als die Kunst der Töne, und der daher auch
eine geradezu erstaunliche Belesenheit besitzt, hätte sich
Roh. Freund trotz seiner aufs Höchste entwickelten Tech-
nik nur mit Widerstreben der Virtuosencarri&re gewidmet.
Die Mühsale und Zerstreuungen eines Wanderlebens, wie
es dieselbe nothwendig im Gefolge hat, die damit verbun-
dene Zersplitterung der geistigen Thätigkeit sagten ihm
nicht zu. Aehnlich wie sein in mancher Hinsicht mit ihm
wahlverwandter Landsmann Stephen Heller bedurfte er
der Stille, der Einkehr in sich selbst, der ungestörten
gleichmässigen Arbeit. So war ihm der Lehrerberuf, das
streng geregelte, selbstlose Wirken für Andere, welches
zugleich ein liebevolles Eingehen auf die Individualität
des Lernenden erheischt, von Herzen willkommen, und mit
seltener Pflichttreue, mit unermüdlicher Geduld, aber auch
mit segensreichstem Erfolg hat er dem Amt bis heute ge-
lebt. Im Ganzen wortkarg, aber bestimmt und klar in
jeder Bemerkung, mit feiner Ironie Schwächen und Manierirt-
heiten des Schülers tadelnd, namentlich unerbittlich gegen
Eitelkeit und Selbstüberhebung, die ein sarkastisches Wort
von ihm meist schon im Keime erstickt, daneben liebens-
würdig anerkennend und ermunternd -für jedes redliche
Streben, versteht es Roh. Freund meisterhaH, den ihm
anvertrauten Jünger auf die richtige Bahn zu bringen und
darin festzuhalten, ihn technisch aufs Gründlichste zu
schulen, aber auch sein feineres Verstand niss zu entwickeln
und statt Automaten musikalisch denkende und empfindende
Menschen zu bilden. Dass ihm hauptsächlich die Zög-
linge der Kxmstabtheilung, weniger diejenigen der Dilet-
tantenschule zufallen, liegt in der Natur der Sache, und
eine Reihe hervorragender Ciavierspieler — wir nennen
nur den ausgezeichneten Genfer Musikdirector und Vir-
177
tuosen Willy Rehberg — verdanken ihm mit das Beste
ihres Wissens und Könnens.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Frankfurt a. M., im März.
(Schluss.)
Die fünf letzten Museumsconcerte, welche sich nach
wie vor als der maassgebende Factor in dem hiesigen Musik-
leben erweisen, zeichneten sich noch mehr als die früheren
durch abwechselungsreiche Programme aus; ja die Beichhal-
tigkeit derselben wird Einzelnen, um mit dem Reichskanzler
zu reden, bereits „unheimlich'*. Absolut giltige Grundsätze
für Programme aufzustellen, wäre verfehlt, überall wird man
mit den Kräften, der Bildung des Publicums imd den son-
sti^n concreten Verhältnissen des Ortes zu rechnen haben.
Sicher dürfen persönliche Sympathien und Antipathien die
Wahl der Vortra^tücke nicht beeinflussen, und stets wird es
erste Aufgabe eines grösseren Goncertinstituts bleiben, das
Publicum bei Aufrechthaltung classischer Traditionen mit
allen Bichtungen der Tonkunst bekannt zu machen. Indessen
muss ein feines ästhetisches Gefiihl hier doch Grenzen ziehen.
So wenig in eine Gemälde-Galerie kirchlichen oder historischen
Charakters die reizenden Federzeichnungen unseres Hendschel
hineingehören, so wenig Monumentalbauten kleinliche Orna-
mentik gestatten, so wenig in einer ernsten, von Marmor-
säulen getragenen Halle die zierlichen Nippes eines Damen-
Boudoirs Platz finden dürfen, ebenso wenig erscheint es statt-
haft, in Goncerten grossen Stils, namentlich wenn deren An-
zahl beschränkt ist, Tonwerke vorzuführen, welche sich als
zwar reizend erfundene, aber doch immerhin crenrehafte
Skizzen dai-stellen. Sehen wir von den arg verna^lässigten
Schöpfungen der beiden Kunstheroen Berlioz und Liszt ab, so
waren wir auch unter der früheren Leitung der Museums-
concerte an Novitäten nicht gerade arm; wogegen wir Jahre
lang angekämpft, war stets nur die dem modernen Fmpfinden
wenig adäquate, schwung- und phantasielose Yorführnng.
Wir .sind iest überzeugt, dass die virtuose, oft geradezu
meisterhafte Ausgestaltung genrehafter Novitäten (wir erin-
nern an Borodin^s „Steppenskizze", an „Le Bouet d^Omphale"
von Saint-Saöns, an die ,jPeer Gynt^'-Suite von Grieg) den so
überaus thätigen und gewissenhanen Dirigenten der Museums-
concerte keineswegs verleitet, derartigen Tonstücken eine ge-
wisse Yorliebe zu widmen. Denn das Können imd Wo&n
des Hm. Gapellmeister Kogel ist allen Stilarten gerecht,
und gerade manche Werke von Beethoven (z. B. die Gmoll-
Symphonie, die Pastoral-Symphonie), Haydn und Mozart sind
in den Museumsconoerten vor ihm wohl nicht mit grösserem
Schwung und feinerer Nuancirung gehört worden. Indessen
möchten wir bei aller Anerkennung des ehrenwerthen Stre-
bens des verdienten Dirigenten, das hiesige Publicum mit
allen Musikrichtungen der Neuzeit bekannt zu machen, doch
den Wunsch nicht unterdrücken, dass das Gebiet der feineu
musikalischen Ganserie, in welcher Hr. Koe^l Meister ist, zu
Gunsten grösserer und inhaltlich bedeutenaerer Werke enger
begrenzt würde. Er kann sicher sein, dass der ausserordent-
liche Erfolg, dessen sich alle seine Vorföhruneen erfreuen,
sein ernstes und eifriges Streben auch dann begleiten werden.
Zur pianistischen Mitwirkung in den erwähnten Goncerten
waren die HH. Emil Sauer und Fr6d6ric Lamond und Frau
Teresa G a r r e n o herangezogen . Ersterem gegenüber befinden
wir uns in einiger Verlegenheit. Noch nie ist uns in der aus-
wärtigen Presse über Hm. Sauer ein ungünsti^s Urtheü zu
Gesicht gekommen*); hier lag in den Musikahenhandlungen
sogar eine anscheinend von Rud. Ibach (Hr. Sauer spielt nur
dessen Flügel) inspirirte Brochure auf, welche neben einer
kurzen Biographie des jugendlichen Künstlers Auszüge aus
enthusiastischen ürtheilen der Presse enthält. Vielleiät ^
nügt ein einmaliges Hören nicht, um durch die das Spiel
*) Unser verehrter Hr. Mitarbeiter hat übersehen, was
wir in No. 3 des Jahrg. 1889 d. Bits, über Hm. Sauer schrieben.
D. Eed.
begleitenden, uns misstrauisch stimmenden AUuren hindurch
die Eigenart des Pianisten, in ihrem Kern zu eriassen, wir
hatten indessen das Gefühl grosser Enttäuschung. Bedeutende
Technik, welche wir Hrn. Sauer gern zugestehen, kann allein
heutzutage nicht mehr die Aufmerksamkeit fesseln, und im
üebrigen erschien uns, abgesehen von der nicht sonderlich
geistvollen Auffassung, der Anschlag unedel, stechend, der
Vortrag oft manierirt; die säuselnde Ausführung der Sechs-
zehnteltriolen in Ghopin's Fdur -Nocturne (Op. 16) z. B. können
wir nur als geradezu geschmacklos bezeichnen. Von den Vor-
trägen, deren Hauptnummer das wenig erquickliche GmoU-
Goncert von Saint-Sadns bildete, sagte uns und anschei-
nend auch dem Publicum das zugegebene Scherzo aus dem
„Sommemachtstraum" am meisten zu. Den schroffen Gegen-
satz zu diesem Virtuosen bildet der früher von uns in diesem
Blatte bereits ausführlich besprochene Tonkünstler Hr. F. La-
mond. Schon seine ernste compositorische Thätigkeit lässt
erkennen, dass wir es hier nicht nur mit einem Herrscher im
Beiche der Technik — wennschon hervorragend, ist dieselbe
doch für einen Pianisten ersten Banges nicht gerade ausser-
gewöhnlich — zu thun haben, er ist vor AUem Künstler,
Denker und vielleicht auch etwas Grübler. Aber das strenge
männliche Empfinden, welches sich in allen seinen Leistungen
offenbart, die vertiefte edle Auffassung, die Grösse des Stils
stempeln ihn zu Einer der interessantesten Erscheinungen der
jüngeren Pianistenwelt und erinnern an den jugendlichen
Johannes Brahms. Des Letzteren und Beethoyen's Werke
entsprechen denn auch seiner herben Eigenart am besten, und
es wunderte uns daher nicht wenig, dem trefflichen Künstler
im Salon zu begegnen. Henselt^s F moll-Goncert ist trotz des
kolossalen Kraftaufwandes, welchen es erfordert, doch nur ein
Product salonmässigen Empfindens und merklich verblüht;
die Gantilene, welche uns vor 80 Jahren noch anmuthig und
fefühlvoll erschien, berührt uns jetzt banal und unwahr. Hr.
lamond war nicht ohne Erfolg bemüht, dem Werke einen
Zug gewisser Grösse anzudichten, indessen wäre es uns doch
erwünscht gewesen, clem Künstler auf einem Gebiete zu be-
fegnen, in welchem seine Individualität besseren Ausdruck
ndet. Frau Garreno entzückte wie immer mit Tscha'ikows-
ky's dankbarem, aber an manchen Stellen doch wenig vor-
nehmem B moll-Goncert (wie kann das banale Walzer-Jifotiv
Ddur in dem Andante simplice gerechtfertigt werden!) und
mit Liszt's Phantasie über ungarische Volksmelodien. Frl.
Gabriele Wietrowetz, welche sich vor einigen Jahren in
einem Goncerte des Sängerchors des hiesigen Lehrer- Vereins
als verheissungs volle Kunstnovize den Frankfurtern vorge-
stellt, ei'schien jetzt als gereifte Künstlerin wieder. Ihre
Eigenschaften bieten manche Analogie mit Hm. Lamond, sie
bestrickt nicht wie Teresina Tua oder Sarasate durch sinn-
lichen Klangzauber, die Töne, welche sie ihrer Geige entlockt,
sind von keuscher Herbheit erfwt und verrathen ein tief-
bewegtes, jeder Sentimentalität abgewandtes Gemüthsleben.
Schon die Wahl ihrer Hauptnummer, Brahms' Violinconcert
0^. 77, kennzeichnet sie als eine ernste Erscheinung. Unsere
einheimischen Künstler, die HH. Professor Hugo Heer mann
und Hugo Becker, welche sich zur Vorführung des schwie-
rigen und wenig dankbaren Doppelconcertes Op. 102 von
Brahms vereinigt hatten, erfreuen sich bereits eines so ge-
festigten Ansehens in der Kunstwelt, dass es einer besonderen
Würdigimg ihrer hervorragenden Leistungen an dieser Stelle
wohl nicht oedarf. Als Sängerinnen waren Frau Lillian S an-
der son und Frl. Alice Barbi gewonnen, von denen nament-
lich die Letztere trotz merklicher Indisposition mit ihren
Arien von Astorga, Galdara und de Fesch den gewohnten
Enthusiasmus erregte. Wennschon es viel Beiz bietet, die
liebenswürdige Künstlerin mit vollendet klarer Aussprache in
drei Sprachen singen zu hören, so hätten wir doch die französi-
schen Vorträge gern durch andere gediegenere Werke ersetzt
gesehen. Das Menuett „Marquise" von Massenet ist ein trau-
riges, fadenscheiniges Machwerk, welches selbst der Esprit
und die anmuthige Kunst einer Aiice Barbi kaum Über Wasser
halten konnten, und die von Pauline Viardot mit unterge-
legtem Text von Louis Pomey arrangirte Mazurka von Gho-
pin ist doch mehr Guriosum, als wirkliches Lied.
Zur Mitwirkung in den vier letzten Kammermusik-
Soireen waren herangezogen Frl. Elisabeth Bouge, welche
ohne jede künstlerische Eigenart in dem Schumann'schen £s-
dur-Glavierquintett die Fähigkeit einer sehr massig begabten,
für die Oeffentliohkeit durchaus nicht reifen Gonservatoristin
an den Tag legte, Hr. Gapellmeister Wallerstein, welcher
die mit Hm. Prof. Heer mann gespielte Kreutzer-Sonate von
178
Beethoven wobl technisch correct, aber ohne Erschöpfung des
geistigen Gehaltes wiedergab, und Hr. James Kwast, wel-
cher trotz seiner von uns schon oft gerühmten pianistischen
Eigenschaf ben (nur das andauernde Arpeggiren wünschten wir
beäitigt) die Ciavier- Violinsonate Op. 75, Dmoll, von Saint-
SaÖns nicht annehmbar machen konnte. Darf man die neuere
französische Schule nach ihren Koryphäen Saint-Saöns, Mas-
senet und Lalo beurtheilen, so befindet sich dieselbe unver-
kennbar in rapidem Niedergange, üeberall Mache ohne jeden
tieferen GehsJt, raffinirtes Hinwirken auf Klange£Pecte, dürf-
tigste Erfindung und hohles Pathos! Eine vorzügliche Lei-
stung bot an dem letzten Kammer musikabend Hr. Hofcapell-
meister Prof. Mannstädt aus Wiesbaden, welcher sich mit
Hrn. Hugo Becker zur Vorführung der Brahms^schen Sonate
Op. 88 vereinigt hatte. Kann sein Spiel auch nicht von einer
gewissen akademischen Kühlheit freigesprochen werden, so
versteht es der Künstler doch ausserordentlich, sich dem
Klange des anderen Instruments anzupassen und durch geist-
volle Nuancirung und Phrasirung ein harmonisches Gesammt-
bild zu schaffen. — Von der Oper, welche gestern unter Hru.
GapeUmeister Dessoff „Freund Fritz** von Mascagni gebracht,
im nächsten Brief. B.
(Fortsetzung.)
Wien.
Vielleicht war es die kühle Stimmung, mit der man
trotzdem aus dem dritten Gesellschafbsconcert schied, welche
in dem vierten Goncert auch noch wirkte und daselost sogar
einem einstigen Lieblingsstück unseres Publicums eine un-
fewohnt laue Aufnahme bereitete. Wir sprechen von Men-
elssohn*8 „Walpurgisnacht". Wie freute man sich in früheren
Jahren immer auf die kostbar humoristische Schilderung des
Teufelsspukes, mit welchem die bedrängten altgermanischen
Heiden ihre christlichen Wächter fast zu Tode erschrecken!
Neulich ging dieses Meisterstück Mendelssohn'scher Instru-
mentirun^kunst fast spurlos vorüber, ia einige sonst sehr
kunstsinnige Hörer, mit denen wir nach der Aufführung
sprachen, fühlten sich davon üst frostig berührt. Nach
Berlioz, Liszt und den neueren ausgezeicnneten Coloristen
veroiag freilich Mendelssohn's Orchesta^tion als sokhe «n
und für sich heute keine üeberraschung mehr zu bieten.
Noch weniger Anklang, als die „Walpurgisnacht", fanden im
vierten Gesellschaftsconcert die zwei dieser vorausgehenden
Programmnummern, welche beide für Wien neu! waren:
J. S. Bach's Pfingstcantate „Also hat Gott die Welt 'geliebt"
(aus welcher nur die naiv fromme, musikalisch reizende Arie
„Mein gläubiges Herz" bei uns längst eingebürgert war),
dann Dvof&k's Ddur-Suite für Orchester, Op. 39. Der Wir-
kimg der Bach'schen Gantate schadet, vor Allem die unge-
nügende Besetzung der So]m Frl. Standtartner verrieth
von dem wahren Geist der ooen genannten Arie (die uns so
oft die jetzt we^n eines chronischen Halsleidens zu trau-
rigster unfreiwilliger Müsse verurtheilte Frau Papier ins Herz
gesungen hatte) kaum eine Ahnung, Hr. Ritter plagte sicti
vergebens mit der Bassarie, die ihm viel zu tief lag. In
den Chorsätzen hat die besagte Bach'sche Gantate ohnehin
nicht das inbrünstig Warme, noch heute zu jedem empfäng-
lichen G^müth Sprechende, me die eigentlichen Meister-
Gan taten des grossen Thomas-Gantors, z. JB. „Ich hatte viel
Bekümmemiss", -Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit" und so
manche Andere. Wir möchten auch in dieser Beziehung auf
Dr. Kretzschmar*s Führer durch den Concertsaal, hier aber
auf dessen 2. Band verweisen.
Dvo^&k's Ddur-Suite ist eine echt nationale Composition,
wenn auch bei Weitem nicht so herausfordernd, wie die von
uns kürzlich an dieser Stelle erwähnte Ouvertüre „Husitska".
In der Suite geht Alles ziemlich idyllisch zu, schon in dem
hübsch einleitenden Pastorale (auf das, wie es scheint, der
erste Satz von Brahms' Ddur- Serenade zurückgewirkt hat)
kündigen sich deutlich genug die böhmischen Musikanten
an. Es folgt eine Iteihe knapper Sätzchen, deren Gharakter
man zum Theil schon aus den Ueberschriften: „Polka",
„Sousedsk&" (eine Art Menuett), „Romanze" erräth. der unver-
meidlich slavische Volkstanz „Furiant" schliesst, Alles also nett
gearbeitete, leicht ins Ohr fallende Musik, aber Nichts tief.
Nichts lebhafteres Interesse weckend. Etwas intimere Klänge
schlägt nur die Romanze an, welche sehr delicate Holzbläser
verlangt. In dem nur äusserlich gesteigerten Furiant fallen
mehrmals Beethoven-Reminiscenzen auf, Dvofäk liebt es, mit
MotivengUedern aus dessen Werken, gleichsam Spänen, die
von des grossen Musikers Schreibtisch fielen, ein Capriccios-
geistreiches, zuletzt aber ermüdendes Spiel zu treiben. Ein-
zelnes in diesem Schlusssatz streift übrigens auch ans Triviale.
Unserem Publicum gewann die Novität sehr geringe Sym-
Sathien ab. Vielleicht war man auch darüber verstimmt,
ass eine andere, bedeutender intentionirte neue Programm-
nummer ohne Angabe von Gründen ausgefallen war. Näm-
lich ein grosser Ghorpsalm des in Budapest lebenden Musik-
professors Koessler, welcher bei einer s. Z. vom Wiener
Tonkünstlerverein ausgeschriebenen Preisbewerbung ein-
stimmig den ersten Preis errungen hatte. Erst nacn dem
Goncert erfuhr man, dass bei der Lässigkeit gewisser Mit-
glieder des Singvereins im Besuche der Prooen es Hm.
Gericke immöglich gewesen war, den sehr schwierigen Psalm
bis zum Zeitpunct der projectirten Aufführung hmlänglich
einzustudiren. Wenn scnon die reizende „Wsupurgisnacht"
die Empfänglichkeit für Mendelssohn^s edle Muse in Wien
bedeutend vermindert zeigte, so kann man sich vorstellen,
wie kühl die in dieselbe Woche fallende Aufföhrung der
lange nicht gehörten „Antigone"-Musik durch den Männer-
gesangverein und das Hofopernorchester aufgenommen
wurde. Vielleicht nie zuvor ist uns und nach dem viel-
sagenden Schweigen des Publicums auch diesem das ^nze
G^nre der modern componirten antiken Tragödien, wie es
Mendelssohn behandelte (der geschlossenen Melodie fast be-
ständig die richtigen Gäsuren und selbst die correcte Decla-
mation im Einzelnen opfernd), so unnatürlich, ja unmöglich
erschienen, als bei der letzten Goncertauffuhrung, in welcher
man sich zur Wahrung des dramatischen Zusammenhanges
wieder eines lahmen „verbindenden Gedichtes" bediente,
durchaus nicht begeisternd vom Hofschauspieler Reimers
gesprochen. Vor achtzehn Jahren scenisch im Stadttheater,
dann vor elf Jahren als sogenannte gemischte Vorstellung
(mit ersten Schauspielern vom Hoftheater und dem Ghor und
Orchester der Oper) im Hofopemtheater e^egeben, hatte
„Antigene" mit Mendelssohn's Musik zwar auch keinen vollen,
aber immerhin doch einen bedeutenden Eindruck gemacht.
Wenigstens auf alle Die — und Schreiber Dieses gehörte ge-
wiss dazu — , welche sich so recht in den G^ist der wunder-
baren Dichtung versenkten, die schon durch den in den
Worten der erhabenen Titelheldin ausgesprochenen ethischen
Grundgedanken „Nicht mit zu hassen, mit zu lieben bin
ich da" unsterblich bleibt und bekanntlich Richard Wagner
im zweiten Theile seiner tief gedachten Abhandlung über
„Oper und Drama" zu dem begeisterten Appell veranlasste:
„Öeihge Antigene! Dich rufe ich nun an! lass deine Fahne
wehen, dass wir unter ihr vernichten und erlösen!"
(Fortsetzung folgt.)
Bericht.
Leipzig. Die vor. Woche stand im Zeichen des Pianisten-
thums, indem der bedeutendste zweitjüngste Pianist, Hr.
Moriz Rosenthal, dieselbe am Montag mit einem eigenen
2. Goncert begann und der berühmteste Zweitälteste, Hr.
Anton Rubinstein, sie musikalisch ausläutete. Hr. Rosen-
thal hatte für sein Goncert in Beethoven's grosser Gmoll-
Sonate, den Brahms'schen Variationen über ein Paganini'sches
Thema, der Arie aus der Fismoll-Sonate und den -Traumes-
wirren" von Schumann, der „Aufforderung zum Tanz" von
Weber, dem „Ständchen" von Schuber t-Liszt, einer brillan-
ten Etüde von Paul von Schlözer und vier Ghopin's (dar-
unter die Bmoll-Sonate und Asdur-Polonaise) ein Programm
autgestellt, das ihm vollauf Gelegenheit gab, sich nicht blos
von Neuem als erster lebender Techniker, soiidem auch als
ausgezeichneter Musiker auszuweisen, welche letztere Eigen-
schaft ihm eine gewisse Goterie der tressvertreter geflissent-
lich abzusprechen versucht, indem sie die ihm eigene starke
Individualität mit dem Maassstab der Tradition misst und in
diesem blinden Eifer seinem Spiel sogar positive Vorzüge, wie
Modification und Wärme des Tons und Empfindung, abspricht.
Hat sich doch Einer dieser fanatischen Gegner des Künstlers sogaxr^
zu der sinnlosen Betheüerung verstiegen, dass ihm das Spiel
jedes beliebigen musikalischen Kindes lieber sei, als die
Vorträge des Hrn. Rosanthal! Statt freudig eine virtuose
Beherrschung der Materie anzuerkennen, wie sie in gleicher
Sicherheit und Klarhsit factisch ein zweites Mal nicht existirt
und allenfalls bei Liszt bestanden hat, überhört man nicht
blos unter dem Einfluss der Beängstigung, welchen diese un-
erhörte Technik auf manchen auch-Pianisten ausüben mag,
179
ganz die musikalische Intelligenz, welche der kühne Spieler
in der geistigen Erfassung überall docomentirti sondern macht
ihm aus dem feurigen Temperament, das ihn manchmal zu
einem nicht landläufifiren oaer auch künstlerisch nicht ganz
motivirten Tempo verleitet, auch noch den Vorwurf rein vir-
tuoser Gelüste. Oder sollte Hr. Rosenthal in anderen Städten
wirklich unmusikalischer gespielt haben, als gerade in Leipzig?
Sollte ihn S{>eciell in dem in Eede stehenden Concert die An-
wesenheit seines grossen CoUegen Bubinstein zu einer beson-
deren Vertiefung in den poetischen Grehalt seiner Vortrags-
stücke angeregt haben? Wir glauben Beides nicht, sondern
nehmen im günstigen Fall unbegreifliche Voreingenommen-
heit gegen den Künstler bei Jenen an, die ihn zum blossen
Virtuosen zu degradiren suchen. Hr. Bosenthal hat in Jedem
seiner neuesten Vortra^sstücke wieder so überzeugend seine
Doppeleigenschaft als Musiker und phänomenaler Techniker
dargethan, hat namentlich auch vielfach so schön auf dem
klangreichen Blüthner- Flügel gesungen, dass wir uns mit der
Gonstatirung dieses G^sammtergebnisses begnügen können.
Wir nehmen hiervon nur die Brahms'schen Variationen aus,
als das Werk, welches wir in gleicher Vollkommenheit der Aus-
ftlhrun|; vorher noch nicht gehört hatten. Dass Hr. Bosen-
thal wieder in frenetischer Weise gefeiert und zu Extraspen-
den gezwungen wurde, sei nur der Vollständigkeit w^gen
erwähnt, unser musikalisches Publicum wird in nächster Zeit
nochmals den Genuss haben, den Künstler spielen zu hören,
und zwar in dem Goncert für die Aspiranten aes Stadttheaters
am 24. April im Neuen Gewandhaus, für das er in echt coUe-
gialischer Gesinnung seine Mitwirkung zugesagt hat, und auf
welches wir die Auimerksamkeit unserer hiesigen imd in der
Nähe von Leipzig wohnenden Leser auch im Literesse des
guten Zwecks ninlenken möchten. — Hr. Anton Bubinstein
at sich während seines neuesten Hierseins dem Publicum zwar
in der Doppeleigenschaft als Componist und Pianist vore;e-
stellt, im Grunde aber doch nur wieder als reproducirender
Küpstier die Hörer erwärmt und begeistert, und zwar am
allertiefjBten mit dem Vortrage einer Keihe Mendelssohn'scher
und Schumann'scher Gompositionen , die er am Sonnabend
dem Programm der Extra-Kammermusik im Neuen Gewand-
haus, das als 3. Kummer sein Gmoll-Clavierquintett unter
seiner Mitwirkung am Ciavier enthielt, anhängte. Das Audi-
torium dieser Kammermusik war vorher durch die Localpresse
informirt worden, dass der Künstler auf Wunsch solche Zu-
gaben machen werde, und ganz natürlich folgte dem letzten
Satz des Quintetts ein immenser BeifSeill, der also wieder nicht,
wie schon im 12. Gewandhausconcert des Jahres 1882, wo sich
dieselbe Geschichte abspielte, als die absolute Wirkung der
Composition des Hrn. Bubinstein aufziifassen war, denn oiese,
unter Mitwirkung der HH. Prill, v. Dameck, ünkenstein
und Wille gewiss zur Zufriedenheit des Gomponisten gespielt,
hat sich von Neuem als ein Werk documentirt, das im Grossen
und Ganzen nur geringen Genuss zu bereiten vermag, da-
gegen nur zu häufig durch seinen Mangel an Logik und poly-
phonem Stil ermüdet und durch gewisse Zügellosigkeiten und
Trivialitäten der Erfindung geradezu abstösst. Die Lichtpuncte
wirklicher Musik in diesem Opus gleichen in ihrer Seltenheit
den Oasen in der Wüste. War es schon kein ungetrübtes
Vergnügen, dieses Quintett zu gemessen, dessen Ausföhrung
in der Clavierpartie überdies manchmal zu unverständlichem
Lärm ausartete, aus dem mit heiler Haut herauszukommen
für die HH. Streicher keine leichte Aufgabe gewesen sein mag,
so hatte doch der Gomponist die unverdaulichste Nuss schon im
vorhergegangenen ausschliesslich mit Werken von demselben
ausgefüllten 20. Gewandhausconcert mit seiner sogen. Phan-
tasie für ,Glavier und Orchester &;egeben, einem Monstrum
von Geist-, Gedanken- und Geschmacklosigkeit, Phantasie-
dürre, Aufgedunsenheit des musikalischen Ausdrucks und
instrumentalem Badau, gegen welches sich die vorhergespielte
GmoU-Symphonie trotz ihrer verschiedenen gedankuch lah-
men Episoden und zumeist stumpfen Instrumentation wie ein
classisches Werk ausnahm. Acceptabler waren die übrigen
Orchestersachen, die vier Nummern aus dem Ballet „Die Bebe"
mit ihren verschiedenen anmuthenden und pikanten Themen
und Listrumentationsefiecten , wenn sie auch nicht an die
ähnlichen Stücke aus „Feramors" und dem .Dämon** ganz
heranreichten. Am besten aber an diesem Abend mundeten
in ihrer hübschen Form und natürlichen Empfindung Einige
der mit herrlicher Meisterschaft vorgetragenen Solostücke ans
der Suite Op. 38. Den einhelligsten und begeistertsten Beifall
erspielte sich Hr. Bubinstein aber, wie schon erwähnt, mit
den zu Schluss der Kammermusik gespendeten Stücken von
Mendelssohn (Liedern ohne Worte) und Schumann (aus den
Phantasiestücken und „Waldscenen**), in welchen er sich als
wahrer Poet am Glavier zeigte und magisch alle Zuhörer in
den Bann seines Zauberspie& zog. Für diesen Genuss und
den hochherzigen Act der Wohltnätigkeit, den er dadurch
bekundete, dass er das generöse Honorar, welches er von der
Direction der Gewandluiusconcerte für seine Mitwirkung in
den beiden beregten Goncerten erhalten hatte, dem Pensions-
fonds der Aspiranten des Orchesters übermittelte, ertheüen
wir ihm gern Absolution für die mancherlei Heimsuchungen,
die er diesmal als Gomponist uns bescheerte. — Zu erwähnen
für unseren Gewandhausbericht bleibt uns noch, dass das
Programm der Kammermusik ausser dem Bubinstein'schen
Quintett noch zwei längst anerkannte Meisterwerke in sich
schloss. Das schöne D dur-Streichqiiartett (No. 85 der Peters'-
schen Ausgabe) von Haydn und Beethoven's Esdur-Septett.
Liess die Aufführung des Quartetts — wohl mehr infol^des
den trefflichen HH. Prill, v. Dameck, Unkenstein und Wille
ungewohnten grossen Baumes, als aus Mangel an der nöthigen
Vorbereitung— einige Male die letzte Exactheit im Zusammen-
spiel vermissen, umso vollendeter ^^estaltete sich — mit Aus-
nahme einer wiederholten Intonationswidrigkeit des Violon-
cells im Trio des Scherzos — die Wiedergabe des Septetts,
an der sich ausser den HH. Prill, ünkenstein und Wille
deren ausgezeichnete Orchestercollegen HH. Schwabe (Gon-
trabass), Äessner (Glarinette), Gumpert (HomJ und Frei-
tag (Fagott) betheiligten. Einige Sätze schien, dem Applaus
nach, das Publicum zar Wiederholung zu wünschen, welchem
Verlangen aber nicht stattgegeben wurde.
Conoertumschau.
Amsterdam. Abonn.-Gonc. im Neuen Goncerthaus (Kes)
am 8. März: 2. Symph. v. Brahms, „Phädra"-Ouverture v.
Massenet, Vorspiel zum 8. Act a. „Lohengrin" v. Wagner,
Violinvorträge des Hm. Timmer (1. Gonc. v. Bruch u. beide
Bomanzen v. Beethoven).
Annaberg. 10, Museumsconc. (Stiehler): Suite „Aus Hol-
berg's Zeit^ f. Streichorch. v. Grieg, Larghetto a. der Gmoll*
Symph. V. Spohr, 8. Ouvert. zu „Leonore" v. Beethoven, Ge-
sangvorträge des Hm. Bitterhaus a. Düsseldorf („Vor deinem
Fenster" a. „Der Barbier von Bagdad" v. Gornelius, „Das
Mädchen und der Schmetterling" v. d'Albert etc.).
Boston. Goncerte des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
No. 16. GmoU-Symph. v. Mozart, Gigue, Gavotte u. AUe^ro
fugato a. der symph. Suite Op. 95 v. Busoni, Gmoll-Glavier-
conc. V, Baff (Hr. Sherwood). No. 17. 4. Symph. v. Dvo^Äk,
„Les Pröludes" v. Liszt, „Eine Steppenskizze aus Mittelasien"
V. Borodin, „Buy Blaß" -Ouvert. v. Mendelssohn.
Braunschwelg. 3. Abend der Neuen Vereinig, f Kam-
mermusik: Oct. f. Blasinstrumente v. Beethoven, Quintette f.
Glav. u. Blasinstrumente v. Mozart u. H.v. Herzogenberg.
(Ausfuhrende: HH. Bössler [Glavier], Stichnoth, Bundfuss,
G. Metzdorf, Oberländer, Kurzrock, Meyer L u. ü., Flohr,
Wrede u. Köhnke [Bläser].)
Breslau. 8. u. 9. Symph .-Gonc der Bresl. Goncertcap.
(Biemenschneider): 1. Symph. u. Sept. v. Beethoven, Ouver-
türen von Abert („Astor^") u. A., Vorspiele von Wagner
(„Meistersinger") und G. Kiemenschneider („Der Hexen-
tanz"), dramat. Intermezzo v. B. Thoma, zwei Zigeunertänze
V. Heidingsfeld, zwei Span. Tänze v. Moszkowski, Gla-
viervorträge des zwöl^ähr. Paul Wittenberg (Gmoll-Gonc. v.
Mendelssonn etc.) u. A. m. — 11. Abonn.-Gonc. des Bresl.
Orch.-Ver. (Maszkowski): 4. Symphonie v. Beethoven, Ddur-
Orch.-Seren. v. Brahms, Ouvertüren v. Bossini („Wilhelm
Teil") u. Berlioz („Die Vehmrichter").
Chemnitz. 8. Symph.-Gonc. der städt. Gap.(Pohle): Sym-
Shonie „Ländliche Hochzeit" v. G. Goldmarlc, „Hebriden"-
*uvert. V. Mendelssohn, „Einzug der Götter in Walhall" a.
„Bheingold" v. Wagner, Aßdur-Polon. f. Orch. v. Ghopin-
Müller-Berghaus, Glaviervorträge des Hm. Ufert (Goncertstück
V. Volkmann, Adagio cant. u. Litermezzo v. N. v.Wilm u.
Etüde V. Moszkowski).
Cöln. Aufführungen der Musikal. Gesellschaft (Prof.
Seiss) im J Jan. u. Febr. : Erinnerungsfeier f. Bob. Heckmann
m. Werken (f ?) v. Beethoven, Schumann, Mendelssohn, Gho-
pin u. Grieff, in weiteren Goncerten: Esdur-Symph. v. Mo-
zart, Adur-Orch.-Serenade v. Brahms, Ouvertüren v. G. v.
Kaskel (Gonc.-) u. Beethoven (-Goriolan"), Gigue f. Orch. v.
F. fliller, MeL „Amaranth" (f. ?) v. Lesimple, „Im Früh-
180
ling* f. Streichorch. v. E. Heuser, Divertimento f. je zwei
H^rner- u. Pagotte v. Mozart, Gonc. f. vier Olaviere v. Czerny,
Ddiw-Trio f. Clav»^ Harn u. Oboe v. fl. v. Herzogenbere
(HH. Prof. Seißß, Kuntze u. Bortfeld), Solovortrftge der HH.
Bnran (Ges.) u. Affemi (Clav., AmoU-CJonc. v. Schumann) u.
des FrL Schwartz (Viol.) u. A. m.
Cref eld. 6. Abonn.-Conc. der Ooncertgesellscbaft (Grüters)
UBt. Tocolflolist. Mitwirk, des Frl. Hilss a. Frankfurt a. M.:
No. 2, 8, 6, 6 u. 7 der Symph.-Ode „Das Meer« v. Nicod6,
„Manfired^-Ouvert. v. Schumann, Orchestervariat. über ein
Havdn'sches Thema v. Brahms, Wanderers Sturmlied f Chor
u. Droh. V. B;Strau8S, Gesangsoli v. d* Albert („Das Mäd-
chen und der Schmetterling«) u. A.
Dessau. Am 2. Mftrz Auffuhr, des 1. u. 2. Theils der
^Jahreszeiten« v. Haydn durch den Schülerchor des Friedrichs-
Gymnasiums unt. Leit. des Hrn. TJrban u. Mitwirk, des Frl.
Schneider.
DordPeeht. 8. Soiröe f. Kammermusik der HH.Yinku.
£rdelmann unter Mitwirk, der HH. Ees, Bouman u. Mossel:
Clavierquint. Op. 84 v. Brahms, Streichquart. Op. 69, No. 1,
V. Beethoven, 3. Clav.-Violinson. v. Grieg.
Dorpat. 1. Sym^.-Oono. (Dr. Harthan): Symphonien v.*
Schubert (Hmoll) u. Haydn (Gdur), Seren, f. Streichorch. v.
H. Harthan, Amoll-Glavierconc. v. Hummel (Hr. Petersen).
Dresden. 2. u. 8. Auffiihr.-Aband des Tonkünstlerver.:
DmoU-Doppel-Streichquart. v. Spohr (HH. Petri, König, Wil-
helm und Stenz und HH. Schubert, Debou, Schmid u. Grütz-
macher), Esdur-Blassext. v. Beethoven (HH. Gabler, Förster,
Franz, Pr6e, Bräunlich u. Strauss), Fdur-Blasquint. v. Th. Uh-
lig (HH. P. Bauer, Schmidt, Lange, Prte u. Tränkner), Esdur-
Glavierquart. v. Mozart (HH. Both, Feigerl, Wilhelm u. Böck-
mann), Ddur-Glaviertrio v. Beethoven (lä. Schmeidler, Lange-
Frohberg u. Grützmacher), D moll-Suite f. Violonc. u. Clav. v.
Sohenck-Grützmacher (HH. Grützmacher und Pittrich). —
2. Prüf.-AuiätÜir. im k. CDonservat. f. Musik: Orchestersuite v.
Hm. Ludwig a. Niederlössnitz, Glavierquart. v. Schumann
(Fri. Fritz a. Stendal u. HH. Pokomy a. Ratschitz, v. Fos-
sard a. Biga u. Zeidler v. hier), Solo vortrage der Frau Posteil
a. Washington (GJes., Arie „Wie süss", m. oblig. Flöte [Hr.
Schindler a. Biel] v. Händel) , der Frls. Solms-Brafelivö^er ä.
Berlin (Ges., Arie „Endlich bin ich allein" v. Rossini), Wede-
kind a. Hannover (G^., Arie „Ha, welch Glück" v. Gounod)
u. Putnam a. Tpsilanti (Clav., (Doncertsatz v. Mozart) u. der
HH. Hildebrandt a. Louisville (Yiol., Fant, appass. v.Vieux-
temps) u. V. Fossard (Viola alta, Conc.-Phant. v. H.Ritter).
fiisenach. 4. Ck>nc. des Musikver. unt. Mitwirkung des
Streichquart, der HH. Rösel, Gutheil, Ludwig u. HaJir aus
Weimar: Streichquartette v. Beethoven (Op. 69, No. 1) und
Mozart (Ddur), sowie Variat. a. dem Kaiserquart, v. Haydn,
gem. Chöre v. J. Mai er (Nachtlied und „Kinderwache"),
A. Kleffel („Es fuhr ein Fischer" u. „Frühling ists") und
Schubert-Flitner (Deutsche Tänze, m. Clav.).
Frankfurt a. M. 10. Museumsconcert (Kogel): Ddur-
Symph.v. Mozart, „Le Rouet d*Omphale" v. Saint-Saöns,
Ouvertüren v. Mozart (im ital. Stil) imd Waener („Der flie-
gende Holländer"), Solovorträee des Frl. Barbi (Gbsang, „Im
Herbst" v. Franz, „Vergebliches Ständchen" von Brahms,
„Marquise" v. Massenet etc.) u. des Hm. Lamond (Ciavier,
Conc. V. Henselt). — 8. Kammermusikabend der Museums-
Gesellschaft: Streichauartette v. Haydn (Bdur) u. Beethoven
(Op. 18. No. 6), Emoll-Clav.-Violoncelläon. v. Brahms. (Aus-
führende: HH. Prof. Mannstädt a. Wiesbaden [Clav.], Prof.
Heermann, Naret-Koning, Welcker u. Becker [Streicher].)
FrlBiburg i. B. Abschiedsconc. des Hrn. Seyffardt unt.
Mitwirk, der Sängerin Frl. Beck a. Frankfurt a. M., des Vio-
linisten Hrn. Rückbeil und des verstärkten städt. Orch. am
7. März: Ddur-Symph^ Thema, Variat. u. Finale für Orch.,
Concertscene „'Ihusneldfa" f. eine Altstimme m. Orch., Lieder
„Herzeleide", „Mondbeglänzt im stillen Walde", „Frühlings-
gedränge" u. „Lass das Fragen" m. Clav. u. Phantasiestück
f. Viol. m. Orch. v. E. H. Seyffardt, AmoU-Clavierconc. v.
Schumann (Hr. Seyffardt).
Friedeberg (fneum.). 0>nc. des Ver. f. gem. Chorgesang
unt. Mitwirk, des Sängers Hm. Kirchner a. Berlin am 13. März:
.Der Rose Pilgerfahrt" v. Schumann, „Lobgesang" v. Men-
delssohn.
Genf. Conc. der Pianistin Frl. Doria unt. Mitwirk, des
Hm. Ad. Rehberg (Violonc.) u. des städt. Orch. (W. Rehberg)
am 9. März: „Medea"-Ouvert. v. Cherubini, Berceuse u, Seren,
f. Streichorch. v. Schn6egans, Soli f. Ciavier v. Chopin
(FmoU-ConcO, W. Rehberg („Ohant de Printemps"), Mosz-
kowski und Liszt (14. Ungar. Rhaps.) u. f. Violoncell von
Svendsen (Ck>nc.), Händel u. Bach.
Gera. Conc. der Liedertafel am 9. März: Ouvertüre zu
„Meister Martin und seine Gesellen" v. W. Tschirch, Män-
nerchöre m. Orch. v. Deboi8(„Liebesbotschafb") u.Wiesner
(-Kreuzfahrt") u. a cap. v. W. Tschirch („Gebet"), Bruch
(Kheinlied), Schubert u. Schumann, Gesangvorträge des Frl.
Doenges a. Leipzig (Arie v, Weber^ »»Wie berührt mich wun-
dersam" V. Bendel, „Ich muss hmaus" v. Kirchner und
„Komm aus der engen Stadt" v. H. v. Koss). — 3. Kammer-
musikabend: Esdur-Streichquart. v. Mozart, Esdur-Clavier-
trio V. Beethoven, Sonata seria in Hmoll f. Clav. u. Viol. v.
F. W. Rust. (Ausfährende: HH. Kleemann [Ciavier], Jäger,
Grümmer, Geipel u. Kliebes [Streicher].)
Gotha. 8. Vereinsconc. des Musikvereins (Prof. Tietz):
2. Symph. v. Beethoven, „Sommemachtßtraum" -Ouvertüre v.
Mendelssohn, Solovorträ^ der HH. Giessen a. Weimar ((^es.,
Arie a. „Benvenuto Cellini" v. Berlioz, „Trennung" v. Las-
sen, „Ganz leise" v. H. Sommer, „Frühling im Herzen" v.
A. Fuchs etc.) u. Kiefer v. hier (Violonc, Dmoll-Concert v.
J. Kiengel, And. v. Witte, „Am Springorunnen" v. Davi-
doff etc.). ^
Halberstadt. 6. Stöbe'sches Abonn.-Conc. (Stöbe): T.Sym-
phonie V. Beethoven, „Freischütz" -Ouvert. v. Weber, Solovor-
träge des Pianisten Hrn. Wendling a. Leipzig auf dem Jank6-
Flügel (2. u. 8. Satz a. dem Gmoll-Conc. von Saint-SaÖns,
Pilgerchor a. „Tannhäuser" v. Wagner-Jank6, „Le Stac-
cato" V. G. A. Schmitt u. Spinnerlied v. Wagner-Liszt).
Halle a. S. Am 4. März Aufführ, von H^idePs „Judas
Maccabäus" durch die Neue Singakad. (Voretzsch) unt. Solist.
Mit wirk, der Frau Schmid t-Köhne a. Berlin, des Frl. Haas a.
Mainz u. der HH. Dierich a. Schwerin u. Rolle a. Berlin.
Hamburg. '2. Conc. der Pianistin Frl. Marstrand unter
Mit wirk, der Frau Seelig u. der HH. Marwege und Gowa:
Ciaviertrios v. Dvoi&k (Fmoll) u. Beethoven (Op. 70, No. 1),
Soli f. Ges. V. Brahms („Immer leiser" u. „Frühlingstrost''),
C. G. P. Grad euer („Ich glaubte, die Schwalbe") u. Schubert
u. f. Clav. V. F Thieriot (Variat. über ein eig. Thema). —
9. Philhann. Conc. (Prof. v. Bernuth): 1. Symphonie v. Sohu-
mftun, *Siafonietta v. F. Thieriot (unt. Leit. des Comp.).
„Tell"-Ouvert. v. Rossini, Cla vi er vortrage des Hm. Rosentnal
(EmoU-Cono. v. Chopin, „Don Juan"-Phant. v.JLiszt u. eig.
Phant. über Strauss'sche Themen).
Hanau. 2. Abonn.-Conc. des Oratorienver. (Fleisch aus
Frankfurt a. M.) m. Schumann^s „Das Paradies und die Peri"
unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Dietz, SchäiFer u. Hess u. der
HH. Tillmann a. Frankfurt a. M. u. Wassmuth.
Hersfeld. Conc. des Musikver. am 28. Febr.: „Christ-
rosen" f. gem. Chor, Soli u. Clav. m. verbind. Declamat. von
Fache, Cnorlieder v. Mendelssohn, Soloquart. „Liebchen, wach
auf" V. E. Meyer-Helmund, Vocalduett „Gondoliera" von
G. Henschel, Gesanfi;solo vortrage des Frl. Perl a. Sonders-
hausen („Elsa*s Traum" a. „Lohengrin" u. „Dich, theureHalle^
a. „Tannhäuser" v. Wagner, „Der Asra" v. Rubinstein.
„Waldfahrt" v. Franz u. „Wenn das Vöglein naschen will"
V. Meyer-Helmund), sowie eines ungen. Herrn („Wotan's
Abschied von Brünnhilde" a. der „Walküre" v. Wagner),
Herzogenbuseh. Conc. der Zangvereen^nng (fiouman)
unt. Solist. Mitwirk, des Ehepaares Haase a. Rotteraam und
eines ungen. Bassisten am 28. Febr.: „Das Feuerkreuz" von
Bruch, Chor „Trockne die Thränen" a. „Elektra" v. Gouvy,
Vocalduette „Lotosblume und Schwan" und „Die Lerchen" v.
L.C. Bouman, Lieder v. Stange („Tandaradei"), Seyffardt
(„Du, rothe Rose"), Franz („Im Herbst") u. A.
Innsbruck. Soir6e der HH. Prof. Schwartz (Clav.), Hie-
ber, Drechsler, Penzl u. Hilpert (Streicher^ a. München am
10. März: Clavierquint. v. Schumann, Dmoll-Streichquart. v.
S. Noskowski, BmoU-Claviertrio v. Volkmann.
Kiel, Symph.-Conc. des Dilett.-Orch.-Ver. unt. Mitwirk,
des Sängers Hrn. Prof Dr. Curtius am 2. März: Adur-Sinfo-
nietta v. J. Zellner, Vorspiele, Pogner*s Anrede und Sachs'
Schlussgesang a. den „Meistersingern" v. Wagner.
Leipzig. 20. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof.
Dr. Reinecke) m. Compositionen v. A. Rubinstein: 6. Sym-
phonie und vier Nummern a. dem Ballet „Die Rebe" unter
Leitung des Comp., sowie Phant. f. Clav. u. Orch. und aclit
Nummern a. der Ciaviersuite Op. 88, gespielt vom Compon.
— Extra-Kammermusik ebendas. am 26. März: Sept. v. Beetho-
ven, GmoU-Clavierquint.v. Rubinstein,Ddur-Streichquart. v.
Haydn. (Ausführende: HH. Rubinstein fClav.], Prill, v. Da-
meck, Unkenstein, Wille, Schwabe [Streicher], Kessner, Gum*
pert n. Freitag [Blfiser).) — B. Eiroheuconc. des fiaob- Vereine
(Sitt) «nt. Solist. Mitwirk, des Frl. Münch u. der Frau Metzler-
Löwj T. hier, sowie des Hrn. Mann a. Dresden: Chor „Bleib
bei uns", Trauerade n. Fragmente a. derCantate „Qott fahret
auf y. S. Bach. — Am 27. M4rz Auffilhrung v. H. Schütz'
MatthAns-PasBion in der St. Fanlikirche durch den KJrcben-
chor «II St Johannie (Böthig) unt. Solist. Mitwirk, der Frla.
V. Broke u. Hondrich, der Frau Böthig u. der HH. Trauter-
mann u. Waldvogel.
181
8. Symph-v. Brahma, Fnnanta.derDdor-Syroph. v.DvoFik,
SoloTortrige des Frl. Ljdia MllUer a. Berlin (Ges_ „Eto glinct«
golden die Sonne" und „Junger Knabe" v. E. E. Tenbert,
„Goldene Brlicken" von A. Wnstandt, „DomrMdien'' von
0. Eichberg, Wiegenlied v. Stange, Seren, v. Bruch etc.)
u. des Hrn. Dechert v. ebendaher (Violonc, Cone. v. Molique,
Romanze v. Sitt u. Gavotte v. Fitzenhaien). No. 7. „Or-
Eheus" V, Liszt, Urchesterstttck „Au Village'' v. Oodard,
iramat. Ouvertüre v, P, Kanffmann, Solovortrtgo dw Frl.
Bobert Freond.
Linz. 8. Earomermusikconc der HH. Schrejer (Clav.) u.
EOhnR (Viol.) unter Mitwirk, der HH. v. Neuraann-8r«illart,
Sohweinitzer u. Schober: Clavierquint. v. SohumauD, Dmoll-
Streichquart. v. Haydn, Clav.-VioliiiBon. Op. 24 v. Beethoven.
Lübeck. 4. Kammermusikabend des Frl. Herrmann unt.
Mitwirk, der S&ngerin Frl. Mert«iis a. Berlin und der HH.
Zajio a. Berlin u. Gowa a. Hamburg: Claviertrioa von Sme-
tana (Gmoll) u. Beethoven (Cmoll), Polen, f. Clav. u. Violono.
T.Chopin, Solif. Ges. V. Rubinstein („Der Traum") A.Hol-
laender f„Die Spröde und die Bekehrte") u A. u. f. Viol.(?).
— 6. Philharm. Cono. (Stiehl): Symphonien v. Ph. Em.Bech
(Ddnr) u. P. V. Woyrsoh (Bmoll), Ouvertüren von Berlioz
(.Le Camaval romain") u. Goldmark („Im Frühling"). (Die
flovitAt von P. V. Woyrsch wird als ein m&chtigea nach
einem wohldurchdachten Plane aufgebautes Werk bezeichnet,
das nomenüich in seinem 2. langsamen Satz viele Schönheiten
enthalte.)
Magdeburg. Tonkünstlerverein am 6. und 32. Febr.:
Streichquartette von Beethoven (Op. IB, No. 3, u. Op. 74] und
Haydn (Fdur), Solovortr&ge des Frl. Lutkemüller (Gesang,
„Ich hör ein Vögiein locken" von Biachoff, „Zuveraicht''
Ton Hofmann et«.) und dei HH. Richter (Ciavier, FnKilI-
SoAate TOn Brahma etc.) und Berber (Violine, Romanze u.
Ballade r. G. Rehling). — Logenconcerte (Kaufmann) : No. 6.
Jeppe a. Berlin (Clav., Fmoll-Conc v. Chopin, Walzerv. Mosz-
kowski etc.) u. des Hm. Hormann a. Frankfurt a. H.'- (G«s.,
„PrUhlinganacht" u. „Mugreth am Thore* v. Ad. Jensen eto.).
— 6. Harmonieconcert (SanEfoiann): Trauermarsch ans ^^^^ --
-Götterdämmerung" v. Wagner, Dramatiachs Ouvertnre t.
F. Kaaffmann, Kaiser-Variat. f. Streichorchester v. Haydn,
Solovortrftge des Frl. Dietrich a. Berlin (Ges., „Die Wander-
scbwalbe" v. Bubinstsin, „Die Bekehrt«'' t. Stange eto.)
u. des Hm. Berber (Conc. v. Beethoven u. Vatse-Scherzo v.
Tsohalkowsky).
Manchen. Abschiedsoono. der SKngerin FrL Pewny not.
Mitwirk, der Pianistin Frl. Hilpert u. der HH. Drechslet' u,
Hilpert (Streicher) am L>. M&rz: Ciaviertrio Op. I, No. 3, v.
Beethoven, Soli f. Ges. v. J. Pewny {.Das Veilchen"), Gold-
mark („Der Wald wird dichter"), Adolf Graf WftStarp („Wie
ich dich liebe, leuchtender Tag"), Edv. Grieg (,jOnter Ho-
sen"), ZenKer(„Ueb6r die Haide" u. „VerBtShlen"],R.8traDsa
(„Ach, Lieb, ich muss jetzt scheiden"), £. Lassen („Sommer-
abend"), W. Taubert(Wiegenlied)n. A. u. f. Clav. v.Rabin-
stein (Melodie), Chopin (BmoU-Scherzo) und Verdi-Lisat
(„Rigoletto" -Paraphrase). (Das Debüt des Frl. Hilperi ist
überaus glücklich ausgefidlen.)
Neuorandenburg. 4. Oonc. des Concertver. m.Oreherter-
werken v. Beethoven: Symphonien Ho. 1 u. 5, OuvOfiui«n-
182
zu „Coriolan", „Egmont" u. No. 3 zu „Leonore", ausgeführt
vom Philharmonischen Orchester a. Berlin unt. Leit. des Hrn.
Dr. V. Bülow.
Oldenburg. 7. Abonn.-Conc. der Hofcap. (Manns): Es-
dur-Symph. v. Haydn, „Medea"-Ouvert. v. Cherubini, 3. Seren,
f. Streichorch. v. Volkmann (oblig. Violonc. : Hr. Kufferath),
Ciaviervorträge des Hrn. Rosenthal a. Wien (EmoU-Conc. v.
Chopin, „Don Juan" -Phant. v. Liszt etc.).
Prag. Conc. des Üniversitäts-Gesangver. (Schneider) unt.
Solist. Mitwirk, der Frls. Mugrauer u. Nagel und des Hm.
Kostka am 26. Febr.: „Johanna von Orleans" f. Soli, Männer-
chor u. Orch. V. H. Hof mann, „Landkennune;" f. Bariton-
solo, Männerchor u. Orch. v. Grieg, Männercnöre a cap. v.
F. Hegar („Die beiden Särge"), C. Hirsch („Unter der Lin-
den") u. A., Gesangsoli, (von dem Hofmann'schen Werke
sagt das „D. AbendbT", dass der Componist in ihm „eine werth-
und lichtvolle, in gleicher Weise von dramatischem Geist, wie
Eoetisch empfundenen Stimmungen erfüllte Arbeit geschaffen"
abe, in welcher „dem Chorgesang, wie dem Ensemble- und
Orchestercolorit eine liebevoue und wirksame Behandlung zu
Theil" geworden sei, die dem Ganzen eine „sehr sympathi-
sche Gesammtwirkung" sichere.)
Sehaffhausen. 4. Abonn.-Conc. des Musikcollegiums (Flit-
ner): Orchestersuite a. „Peer Gynt" v. Grieg, „Lohengrin"-
Vorspiel v. Wagner, Tanz der Schäfer und Schäferinnen u.
Hochzeitsmusik a. der Musik zu Shakespeare's „Wintermär-
chen" V. C. Flitner, Solovorträge der HH. Gausche a. Creuz-
nach (Ges., Lied an den Abendstern a. „Tannhäuser" v. Wag-
ner etc.) u. Eberhardt a. Strassburg i. E. (Clar., je zwei Sätze
a. dem Militärconc. v. Bärmann u. dem 2. Conc. v. Weber).
Siegen. 2. Abonn.-Conc. des Musikver. (Hofmann) mit
HändePs „Messias" unt. Solist. Mit wirk, des Frl. Leutheusser
a. Frankfurt a. M., der Frau Wirth a. Aachen und der HH.
Wilhelm a. Frankfurt a. M. u. Gausche a. Creuznach.
Stuttgart. 7. Abonn.-Conc. der Hofcapelle (Zumpe):
3. Symph. v. Brahms, „Eine Steppenskizze aus Mittelasien"
V. Borodin, Trauermarsch a. der „Götterdämmerung" von
Wagner, Solovorträge der Frau v. Knappstaedt a. Leipzig
(Ges., Gebet a. „Odysseus" v. Bruch, „Im Maien" v. F. Hil-
ler etc.) und des Hrn. A. Krasselt a. Baden-Baden (Violine,
Concertsatz v. Vieuxtenips u. Ungar, ßhaps. v. Singer).
Weimar. 2. Abonn.-Conc. des Chorgesangvereins (Prof.
Müller-Hartung): Chöre von Palestrina u. S. Bach (Motette
„Der Geist hilft unsrer Schwachheit auf"), Solovorträge des
Frl. Mardersteig (Ges.), der Frau Schneider (Ges.) u. des Hrn.
Branco (Viol.). — Am 7. März Auffuhr, v. Haydn's „Schöpf-
ung" durch den Chorver., die Singakad. u. den Kircnenchor
unt. Leit. des Hm. Prof. Müller-&rtung u. solist. Mit wirk,
des Frl. Oberbeck a. Berlin u. der HH. Müller-Hartung jun.
u. R. V. Milde v. hier.
Welssenburg. Conc. des Musikver. (Ehmig) am 20. Febr. :
„Ruy ßlas"-Ouvert. v. Mendelssohn, „Erlkönigs Tochter" v.
Gade, „Nachtgesang" u. And. mosso f. Streichorchester von
B. Schefter, Solovorträge der Frau Walter a. Landau (Ges.,
Arie „Die Sonne, sie lachte" v. Saint-Saöns, „Ich hab die
Nacht geträumet" v. E.Walter u. „Zigeunerbub im Norden"
V. E. Lassen) u. des Hm. Schefter a. Speyer (Clav., Dmoll-
Conc. V. Mozart).
Wiesbaden. Cyklus von zwölf Concerten des städt. Cur-
orch. (Lüstner) unt. Mitwirk, hervorragender Künstler: No. 11.
„Tasso" V. Liszt, Fdur-Conoertouvert. v. Baff, Solo vortrage
der HH. Bulss aus Berlin (Ges., drei Balladen v. Löwe, '„Du
rothe Ros" v. E. Steinbach, „Die Seligkeit" v. Chelius,
„Im Rosenbusch" v. F. Masbach und „Frühlingszeit" von
R. Becker) u. Masbach v. ebendaher (Clav., GmoU-Conc. v.
Saint-Saöns, 12. Ungar. Rhaps. v. Liszt etc.). No. 12.
4. Symph. v. Beethoven, Akad. Festouvert. v. Brahms, „Fee
Mab" V. Ber liüz, Gesangvorträge des Frl. Barbi („Der Herbst"
V. Franz, „Der Mond steht über dem Berge", „Von ewiger
Liebe" u. „Vergebliches Ständchen" v. Brahms etc.).
Zürich. Benefizconc. des Hm. Concertmeister Kahl unt.
Mitwirk, des Sängers Hm. Qeist a. Strassburg i. E. und des
Tonhalleorch. (Dr. Hegar) am 23. Febr.: Ddur-Suite v. S. Bach,
Ouvert. Op. 115 v. Beethoven, Soli f. Ges. v. Brahms („Ver-
zweiflung"), Franz („Möcht wissen, was sie schlagen") u. A.
u. f. Viol. V. 0. Kahl (Amoll-Conc.) u. S. Bach. — 8. Abonn.-
Conc. der Allgem. Musikgesellschaft (Dr. Hegar): Esdur-
Symph. V. Haydn, „Wilhelm Tell"-Ouvert. v. Rossini, Variat.
a. der Fdur-Orch .-Suite v. Moszkowski, Violin vortrage des
Hrn. Prof. Heermann a. Frankfurt a. M. (Conc. v. Brahms
u. „Heyre Kati" v. J. Hubay).
Engagements und G8ste in Oper und Conoert.
Aschersleben. Das letzte der so interessant verlaufonen
FinzePschen Concerte wurde von der rühmlichst bekannten
Leipziger Militärcapelle des Hm. Walt her und deren Solisten
(als Einjährigfreiwillige dienenden Künstlern) ausgeführt.
Alles gelang aufis Trenlichste, die Orchestersachen ni(3it min-
der, wie die Sololeistungen der HH. Doli (Violine), Ettelt
(Violoncell) und Zwintscher (Ciavier). Namentlich erregte
der Letztgenannte gerechtes Au&ehen mit seinem grossartigen
Spiel. — Hannover. Das 2. Concert der fürstL Schaumburg-
Lippischen Hofcapelle aus Bückeburg mit Hm. Hofcapeü-
meister Sahla als feinfühligem und sicherem Führer an der
Spitze, dessen Hauptnummer Liszt's grossartige, hier so gut
wie unbekannt gewesene Dante-Symphonie bildete, hatte einen
glänzenden künstlerischen Erfolg, zu welchem auch die aus-
gezeichneten Gesangsvorträge aer Berliner Sängerin Frau
Schmidt-Köhne aas Hire oeitrugen. — München. An
Stelle des an das Deutsche Landestheater zu Prag als 1. Ca-
pellmeister berufenen Hrn. Kryszanowski wird Hr. Dr. W.
iCienzl zukünftig den 3. Capellmeisterposten an der hiesigen
Hofoper bekleiden. — New- York. Als Lakmö hatte Frl. van
Zandt enthusiastische Erfolge zu verzeichnen, wie sie seit
der Patti Zeiten nicht da waren. Das oft verschobene Qe-
sangrecital der Frau Nikisch aus Boston fjEind nun endlich
statt und bereitete den Freunden schönen Gesanges ein echtes
Vergnügen, denn die Dame entfaltete in ihrem reichen Pro-
^amm Grazie und feine Vortragskunst. Der kleine Geiger
Fiedemann spielte in ihrem Concert ein Violinsolo mit über-
raschender Beile. Bewundemswerth war auch Hrn. Nikisch^s
Begleitungskunst. — Paris. Hr. Bouhy, ein vom hiesigen
Publicum verehrter Bariton, den man schon lange Jahre nicht
gehört, sang, begleitet von den lebhaftesten Beiüallskund-
gebungen, die Boüe des Mephistopheles in Gounod*s „Marga-
rethe", welches Werk kürzlich in der Grossen Oper mit neuer
Besetzung gegeben wurde. Frau Mater na aus Wien hat
wiederholt mit grösstem künstlerischen Erfolg bei Lamoureuz
gesungen, und zwar in deutscher Sprache aus den Musikdra-
men des grossen deutschen Meisters Richard Wagner. —
Weimar. Frl. Hermine Fink, die vom Herbst ab der hie-
si^n Hof bühue als Opemmitglied angehören wird, liess ihrer
mit bereits gemeldetem günstigen Erfolg aufgenommenen Car-
men als weiteres Debüt den Fidelio ßlgen und begeisterte
das Publicum durch die ebenso stilvolle, wie tief innerliche
und poetische Wiedergabe dieser die höchsten Anforderungen
stellenden Partie. Hire Darstellung würde einer fertigen
Künstlerin zur Ehre gereicht haben, bei einer Anfiuigerin je-
doch, die zum dritten Male die Bühne betrat, war sie in ge-
sanglicher, wie darstellerischer Beziehung geradezu bewun-
demswerth. Man darf sich Grosses von diesem aussergewöhn-
lichen Talent versprechen, das, wie schon mitgetheüt, seine
sorgfältige künstlerische Ausbildung der renommirten Qe-
sangslehrerin Frl. Auguste Götze verdankt. — Wien. Hr.
van Dyck, der gefeierte Helden tenor unserer Hofoper, ist fiir
weitere sechs Jahre dem Institute verpflichtet worden, zur
fressen Beruhigung unseres Opernpublicums, dem versckie-
ene glänzende Engagementsanträge, welche der illustre
Künstler von auswärts erhalten, zur Kenntniss gekommen
waren.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 26. März. „Der Gang zum
Kreuze" v. S. Bach-Rust. Drei Passionschöre v. H. Schütz-
Riedel.
Zwickau. St. Marienkirche: Januar — 20. März. „Herr,
nun lassest du" v. Alb. Becker. „Die Himmel rühmen des
Ewigen Ehre" v. Beethoven. „Verleih uns Frieden" v. Men-
delssohn. Geistliches Volkslied v. Th. Schneider. „Gott, deine
Güte reicht so weit" v. Beethoven. „Lob und Ehre imd Weis-
heit und Dank" v. Bach. „Heilig" v. Mendelssohn. „Ehre
sei dir, Christe" v. Schütz. „0 du, der du die Liebe bist" v.
Gfide. „Kyrie" a. der Missa Papae Marcelli v. Palestrina.
Aufgeführte Novitäten.
Albert (E. d'), Fdur-Symph. (Hamburg, 6. Abonn.-Oonoert
unt. Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow.)
Bargiel (W.), Esdur-Claviertrio. (Bielefeld, 1. Kammermusik
der HH. Nachtmann u. Gen.)
183
Berlioz (H.)} Symph. fantast. (Heidelberg, 5. Abonn-Gonc.
des Bach-Ver.)
Brahma (J.)t 4. Symph. (Danzigi 20. Symph.-Ck)nc. des Hm.
TheiL Breslau, 9. Abomi.-Goiic. des Bresl. Orchesterver.)
Violincono. (Frankfurt a. M., 7. Museumsconc.)
— — GmoU-Streichquart. (Hamburg, 3. Kammermusikabend
der HH. Zajic u. Gen.)
Hdur-Glaviertrio (neue Ausgabe). (Bremen, 2. Kammer-
musikabend der Philharm. Goncerte.)
Glaviertrio Op. 101. (Danzig, 3. Abonn.-Gonc.)
Bruch (M.;, n^eß Fenerkreuz^ f. Soli, Ghoru. Orch. (Berlin,
Gonc. des Stern'schen Gesangver. am 1. Febr.)
„Römischer Triumphgesang'' f. M&nnerchor u. Orch.
(Herzogenbusoh , 2. Gonc. der Liedertafel „Oefening en
Üitspanning**.)
Busoni (F. B.), Goncertstück f. Glav. u. Orch. (New- York,
Damrosch Simday Gonc. am 17. Jan.)
Gapocci (E.), Orgelsuite. (New- York, 2. Grgel-Becital des
Hm. Warren.)
Dvo^&k (A.), Fdur-Symph. (Ghemnitz, 2. Abonn.-Gonc. der
Stadt. Gap.)
Gade (N. W.), Lustspielouverturen „Marionetta^ u. „Nordi-
sche Senn&brt". (Essen a. d. B., 4. Gonc. des Musikver.)
Glinka (N.), „Kamarinskaja" u. Ouyert. zu „Bouslane und
Ludinilla*'. (Berlin, 7. Philharm. Gonc;
Goetz (H.), Edur-Glavierquart. (Bradford, 6. Füll Dress Sub-
script.-Gonc.)
Goldmark (G.), „Merlinf*-Ouvert, (Frankfurt a. M., 7. Mu-
seumsconc.)
Gouvy (Th.), Gct. f. Blasinstrumente. (New- York, 1. Gonc.
des Mozart-Glub.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. „Peer Gynt*'. (Frankfurt a.M.,
7. Museumsconc.)
Glav.-Violoncellson. (Boston, Gonc. im New England
Gonservat am 7. Jan.)
„Landkennung" f. Männer chor, Baritonsolo und Orch.
(Herzogenbusch, 2. Goncert der Liedertafel „Oefening en
TJitspanning*'.)
Haan (W. de), Symphon. Sätze „Fahrt zum Hades'' u. „Ely-
sium*'. (Essen a. d. B., 4. Gonc. des Musikver.)
Heuser (E.), Ddur-Glaviertrio. (Göln, 6. Kammermusikauf-
fbhr. der HH. HoUaender u. Gen.)
Kahn (B.), Adur-Streichquart. (Hamburg, 3. Kammermusik-
abend der HH. BlÄha u. Qen)
Kirchner (Th.), „Novelletten" f. Glav., Viol. u. Violoncell.
(Danzig, 8. Abonn.-Cionc.)
Klughardt (A.), 3. Symph. (Halle a.S., 4. Winterconc. der
vereinigten BerggeseÜscharb.)
Lalo fE.), Ouvert zu „Le Boi d'Ys*'. (Philadelphia, 3. Gonc.
des Boston Symph. Orch. Frankfurt a. M., 8. Museums-
conc.)
Beinecke (G.). „Friedensfeier'^-Festouvert. (Bu&lo, 4. Or-
chesterconc.)
Bheinberger (J.), „Wallenstein's Lager" a. der „Wallen-
stein^-l^mph. (Hamburg, Privataufführ. des Schäffer^-
schen Orchesterver. von 1890 am 26. Jan.)
— — Gonc. f. Org., Streichorch. u. drei Homer. (Hamburg,
2. Kirchenconc. des Hm. Armbrust.)
Bubinstein (A.), GmoU-Symph., Esdur-Glavierconcert etc.
(Berlin, Gonc. des Gomp.)
AmoU-Glav.-Violinson. (Bern, 4. Elammermusikmat. des
Hm. Denho£)
Scharwenka (X.), Esdur-Seren. f. Orch. (Dresden, Symph.-
Gonc. der Qewerbehauscap. am 27. Febr.)
1. Glavierconcert. (Washington, 1. Gonc. des Symph. -
Orch. a. New- York.)
Schulz-Schwerin (G.), Ouvert. trioinph. u. Serenata giocosa.
(Dresden, Symph.-Goncerte der Grewerbehauscapelle am
27. Febr. resp. 5. März.)
Sinding (Ghr.), Emoll-Glavierquint. (Ghemnitz, 1. Kammer-
musik des Hm. Pohle.)
Sitt (H.), Violoncellconc. (Boston, Gonc. im New England
Gonserv. am 7. [?] Jan.)
Stucken (F. van der), Musik zu Sbakespeare*s „Sturm''.
(Buffalo, 4. Orchesterconc.)
Svendsen (J. S.), „Norwegischer Künstler-Gameval**. (New-
Jersey, 2. Gonc. des Symph .-Orch. a. New- York.)
Umlauft (P.), „Agandecca*' f. Soli, Männerchor und Orch.
(Halle a. S., Gonc. des Akad. Gesangver. am 8. Febr.)
Taubert (W.), „Der Landsknecht" f. Männerchor, Soli und
Orch. (Halle a. S., Gonc. der „Fridericiana^.)
Tschaikowsky (P.), BmoU-Glavierconc. (Frankfurt a. M.,
8. Museumsconc.)
Yerdi (G.), Bequiem. (Hamburg, 2. Abonn.-Gonc. des Gae-
cilien-Ver.)
Vierling (G.), „Gonstantin" f. Soli, Ghor und Orch. (Dord-
recht, Aufruhr, durch die Zangvereeniging am 4. Febr.)
Yolkmann (B.), G moll-Streichquart. (Bückeburg, 1 . Kammer-
musikabend der Hofcap.)
Bmoll-Glaviertrio. (Berlin, 2. Kammermusikabend v.
Hm. Emer u. Gen.)
Wagener (J.), Orchesterstück „Frithjofs Meer fahrt*'. (Her-
zogenbusch, 2. Gonc. der Liedertafel „Oefening en üit-
spanning**.)
Wagner (B.), Eine Faust-Ouvert. (Boston u. Baltimore, Gon-
certe des Boston Symph. Orch.)
„Meistersinger**- Vorspiel (Hamburg, 6. Abonn.-Gonc.
unt. Leit. des Hm. Dr. v. Bülow. Louis ville, Ky., Gonc.
des Thomas-Orch. am 19. Jan.)
-Siegfried-Idyll**. (Frankfurt a. M., 8. Museumsconc.)
Kaiser-Marsch m. Schlusschor. (Heidelberg, 6. Abonn.-
Gono. des Bach-Ver.)
Yorspiele zum 1. u. 3. Act, Lehrbubentanz, Monolog a.
dem 2. Act u. Quint. a. den „Meistersingern**. (New-
York, Damrosch' Sunday Gonc. am 17. Jan.)
Widor (G. M.), 1. Orgel-Symph. (New- York, 2. Orgel-Beci-
tal des Hrn. Warren.)
Musikalien- und Bücliermarict.
Eingetroffen:
Becker. Albert, Ghoralmotetten „Nun sich der Tag geendet
hat** u. „Morgenglanz der Ewigkeit** f. Ghor, Solostimmen
u. Org. od. Harmoniebegleit., Op. 63. (Dresden, Adolph
Brauer [F. Plötner].)
Bella, J. L., Sonate f. drei Violinen in 1. Lage, Op. 4.
(Leipzig, Breitkopf & Härt«l.)
Breslaur,Emil, Glavierschule, Op.41, Band II u. IIL (Stutt-
gart, Garl Grüninger.)
Brückner, Anton, Ddur-Messe f. Ghor, Soli u. Orch. (Inns-
bruck, Joh. Gross.)
Ghelius, 0. v., Gdur-Sonate f. Glav. u. Viol., Op. 11. (Leip-
zig, Otto Junne.)
Draeseke, Felix, Sonate f. Violonc. u. Clav., Op. 51. (Leip-
zig, Bob. Forberg.)
Gade, N. W., „Agnete und die Meermädchen** f. Solo, Frauen-
chor u. Orch. (Leipzig, Wilhelm Hansen.)
Gouvy, Th., „Elektra**, dramat. Goncertstück f. Solostimmen,
Ghor u. Orch., Op. 85. (Leipzig, Breitkopf & Härtel.)
Hartmann, J. P. E., „Ein Sommertag** f. Soli, Frauenchor
u. Orch. (Leipzig, Wilhelm Hansen.)
Hub er, Hans, Glavierconc. No. 2, Op. 107. (Leipzig, Arthur
P. Schmidt.)
Hummel, Ferdinand, „Der neue Herr Olaf* f. Frauenchor u.
Soli m. Streichquart., Hom u. Glav. 'zu vier Händen,
Op. 58. (Leipzig, G. F. W. SiegePs Musikalienhandlung
[K.' Linnemannj.)
Krug-Waldsee, Josef, „Der Geiger zu Gmünd**, Legende f
fem. Ghor, Tenorsolo u. Orch., Op. 27. (Leipzig, Breit-
opf & Härtel.)
Kühne, Paul, Sonate Üb. drelGhoräle f. Harmou. u. Glavier,
Op. 3. (Magdeburg, Heinrichshofen's Verlag.^
Limbert. Frank L., Cmoll-Sonate f. Glav. u. Viola, Op. 7.
(Frankfurt a. M., Steyl & Thomas.)
Milde, Ludwig, Frühlings-Symphonie f. gem. Chor m. klei-
nem Orch. od. Glav., Op. 29. (Leipzig, C. F. W. SiegePs
Musikalienhandlung [B. Linnemann].)
Moszkowski, Moritz, „Boabdil**, Oper in drei Acten. (Leip-
zig, G. F. Peters.)
Müller, Heinrich FideUs, Die Passion unseres Herrn Jesu
Ghristi in sieben Bildern. Nach Worten der heil. Schrift
f. Soli u. gem. Ghor m. Glav. oder Harmonium, Op. 16.
(Fulda, Alois Maier.)
Bheinberger, Josef, Orgelsonate No. 10, Op. 168. (Leipzig,
Bob. Forberg.)
Bimsky-Korsakow, N., Liadow, A., Borodine, A., u.
Glazounow, A., Quat. sur le nom B-la-f p. deux Vio-
lons, Viola et Violonc. (Leipzig, M. P. Belaieff.)
Bust, F. W., Vier Sonaten f. Pianof. (od. Laute) und Viol.
(No. 1, Gdur, No. 2, DmoU, No. 3, Gdur, No. 4. Bdur),
1892 zum ersten Mal herausgegeben von Prof. Dr.W. Bust.
(Bremen, Schweers & Haake.)
184
Schreck, Gustav, Oratorium „Christus, der Auferstandene",
Op. 26. (Leipzig, Breitkopf & Hartel.)
Tinel, Edgar, „Die Mohnblumen" f. Soli, gem. Chor u. Orch.,
Op. 20, u. Drei symphonische Tongemftlde f. Orch., ge-
zogen a. Corneille 8 „Polyeuct": 1) Ouvertüre, 2) „Pau-
linens Traumgesicht" u. 3) „Feier im Tempel Jupiter's",
Op. 21, (Leipzig, Breitkopf & Härtel.)
Closson, Emest. Edvard Grieg et la musique scandinave.
(Bruxelles, Scnott fröres.)
Engel, Gustav, Die Bedeutung der Zahlenverhältnisse für die
Tonempfindung. (Dresden, Richard Bertling.)
Lanehans, Dr. Wilhelm, Der Endreim in der Musik. Ein
Oapitel von der musikalischen Declamation. (Leipzig,
F. E. C. Leuckart.)
Pembaur, Jos., üeber das Dirigiren. Die Aufgaben des Diri-
genten, beleuchtet vom Standpuncte der verschiedenen
Disciplinen der Compositionslehre. (Leipzig, F. E. C.
Leuckart.)
Bitter, Hei*mann, Studien und Skizzen aus Musik- und
Culturgeschichte, sowie Musikftsthetik. (Dresden -N.,
Oscar Damm.)
Vermisohte Mittheilungen und Notizen.
* Die vom Directorium des Allgemeinen deutschen Musik-
vereins für Wien ausgeschriebene dieegährige Tonkünstle r-
Versammlung findet in den Tagen 16. — 18. Sept. daselbst
statt.
* In Augsburg soll zu Pfingsten d. J. ein 2. Schwäbi-
sches Musik fest mit Hm. Capellmeister Dr. Schletterer als
Dirigenten stattfinden. Ueber das Programm verlautet Näheres
noch nicht.
* Die Soci6t6 Royale POrphöon in Brüssel wird zur
Feier ihres 25jährigen Bestehens bei Gelegenheit der natio-
nalen Festlichkeiten am 17. und 18. Julid. J. einen Gesang-
wettstreit veranstalten, an welchem belgische und fremde
Chorvereine theilnehmen können.
* Auf dem Gebiete des dieswinterlichen Concertlebens zu
Genf haben das „Meister8inger"-Vorspiel von Wagner (in
den Abonnementconcerten im Theater) und das Clavierquin-
tett von Chr. Sin ding (Kammermusiksoiröe des Hm. W. Reh-
berg und des Stern ber&;'schen Streichquartetts) einen derartig
durchschlagenden Erfolg bei ihren dort ersten Vorführungen
gehabt, dass der Wunsch nach einer Wiederholung allgemein
war, und beide Werke dementsprechend zum Ende der Saison
nochmals unter gleicher. begeisterter Aufnahme zur Auffüh-
rung gelangten.
* In der deutschen Reichshauptstadt ist kürzlich — im
letzten Yereinsabend des Wagner- Vereins — Anton Brückner
als Symphoniker das erste Mal zur Geltung gekommen, aber
nicht im Original Eines seiner bez. Werke, sondern in der
Ciavierbearbeitung zweier einzelner Sätze, gespielt auf einem
ausgezeichneten Duysen'schen Flügel. Vielleicht erlebt der
greise Componist es doch noch, dass Einer der verschiedenen
tüchtigen , ja genialen Dirigenten Berlins (Sucher, Weingart-
ner) sich seiner in dieser Richtimg amiimmt.
* Unter den Programmnummern der dieswinterlichen
öffentlichen Prüfungen des k. Conservatoriums zu Leipzig
befand sich auch das Weber'sche Fmoll-Concertstück, auf
einem Blüthner'schen Jankö-Flügel mit ungewöhnlichem
Erfolg vorgetragen von Frl. Lautenschläger aus New- York.
Wenn man weiss, dass dieses junge Mädchen erst seit 16 Mo-
naten das Jank6-Clavier unter der Leitung des Hm. Wen dli ng
studirt, und sich vergegenwärtigt, wie viele Jahre andere
Schüler des Listitutes gewöhnlich das alte Ciavier tractirt
haben, um die Reife für ein Auftreten in diesen Prüfungen
zu erlangen, so wird man, wenn man nicht zu den leider noch
so massenhaften absichtlichen, böswilligen Verleumdern dieser
neuen Erfindung zählt, unbedingt die immense Zeiterspamiss,
welche das Erlernen des Clavierspiels nach dem Jankö'schen
System vor dem auf dem alten Glavier voraus hat, zugeben '
müssen. Schon dieses Vortheils halber sollten sich alle Eltern,
die ihre Kinder in den Ciavierunterricht geben, ja die Wahl
des Systems reiflich überlegen, wie auch allen jungen Leuten,
die sich dem Ciavierstudium beru&mässig widmen wollen,
diese üeber legung aus voller Ueberzeugung anzurathai ist.
Es ist dem Director des weltbekannten k. Leipziger Conser-
vatoriums der Musik Hrn. Dr. Günther nicht hoch genug
anzurechnen, dass er, unbekümmert um den stillen oder muten
Protest einiger wenigen Lehrer des Listitutes, den Unterricht
auf dem Jank6-Clavier in den Lehrplan aufnahm und somit
dieser genialen Erfindung die Wege ebnen hilft.
* Das Conservatorium in Lüttich besitzt ein den Be-
mühungen seines Directors, des Hm. Th. Radoux, zu verdan-
kendes Grötry-Museum, welches sehr reichlich mit allen auf
diesen Componisten Bezug habenden Autographen, Bildnissen,
Manuscriptpartituren u. s. w. ausgestattet ist.
* In Gera hat sich aus angesehenen Männern dieser Stadt
ein Comitö zur Errichtung eines Denkmals für den dort am
6. Jan. d. J. verstorbenen Capellmeister Wilhelm Tschirch
febildet, das die Gesangvereine deutscher Zunge, sowie Alle,
ie diesen Componisten zu schätzen wissen, um thatkräftige
Unterstützung seines Projectes anspricht und etwaige Spenden
unter der Adresse des Hrn. Gustav Lüder in Grera, Johannis-
gasse 4, erbittet.
* Im erfreulichen Verhältnisse zu dem in der v. No. d.
Bits, mitgetheilten künstlerischen Resultat der beiden Con-
certe, welche der Leipziger Universitätsgesangverein zu St.
Pauli unlängst in Zwickau veranstaltete, hat das pecuniäre
festanden, dessen eine Hälfte (über 800 Ji) dem Fonds für
as daselbst projectirte Robert Schumann-Denkmal zugewie-
sen wurde.
* Die sogen. Saitenorgel des Hrn. Gümbel, von wel-
cher Erfindung auf dem Geoiete des Instrumentenbaues wir
wiederholt berichtet haben, ist jetzt auf bestem Wege, zur Per-
fection zu kommen. Es beschäftigt sich nämlich seit einiger
Zeit die renommirte Hofpianofortefabrik Julius Feurich
in Leipzig mit ihrer praktischen Verwerthung, und das mit
diesem neuen Klangmaterial versehene Pianino, welches wir
kürzlich daselbst prüften, Hess trotz seines erst halbfertigen
Zustandes den Charakter des neu geschaffenen Tons, sowie
überhaupt die Tragweite dieser Erfindung bereits ip ganz
Überraschender Weise erkennen. Das neue Instrument, das
in der Fülle seines nach Belieben auszuhaltenden Tons an
die Orgel erinnert, hat, wenn nicht Alles trügt, eine groeae
Zukunft vor sich.
* Auch in Amerika kommen die Conservatorien für Musik
allmählich ins Alter. So hat am 1. März auch das Musical
College in Chicago das 25jährige Jubiläum seiner Existenz
begangen.
* Im Metropolitan-Theater zu New-York werden in den
nächsten drei Jahren die italienische und französische
Oper die Herrschaft führen, die deutsche ist auf die Seite
gesetzt worden. Das tiefere Verständniss für unsere herr-
liche deutsche Kunst scheint dem amerikanischen Publicum
eben abzugehen, denn andernfalls wären die mit der Deutschen
Oper verbunden gewesenen Deficite, welche man als Grund
für die Cursänderung angibt, nicht möglich gewesen.
* Im Stadttheater zu Düsseldorf ging am 18. März
unter Hm. Gille's Direction erstmalig Wagner 's „Götter-
dämmerung** mit gewaltigstem Erfolg in Scene.
* In Toulouse und in Lyon bereitet man AufiEt^rungen
vonWagner's „Tannhäuser" vor, welche noch vor Schluss
der Spie^it stattfinden sollen. Auch in Marseille ist die
Bede von einem ähnlichen Vorhaben.
* P. Cornelius' unvollständig hinterlassene, von Lassen
fertig gestellte Oper „Gunlöd*' gelangte am 20. März mit
schönem Erfolg in Strassburg i. E. zur Erstaufführung.
* In Prag brachte das Böhmische Landestheater am
16. März erstmalig mit Erfolg die neue dreiactige Oper „Das
Kind des Lagers" von Carl Sendl zur Aufführung.
* In Freiburg i. B. ist unlängst eine neue Oper ,yLich-
tenstein" von F. Schilling erstmalig in Scene gegangen.
* Bruneau's Oper „Der Traum" („Le RÖve") ist am
28. März mit Erfolg m Hamburg in Scene gegangen.
* Im Grand-Th6ätre in Reims hatte die komische Oper
„La Princesse Nangara" von Edmond Missa einen schönen
Erfolg.
• Masc&gnl's „Cavalleriarusticana" steht auch in BrOs-
eel fortwährend auf dem Repertoire nnd macht volle Caseen.
• Wie Hr. Anton ttubinstein schon in Breeden, Berlin
nnd Wien mit seinem erneuten öSentlichen Auftreten hoch-
herzige WohlthAtigheitsacte verbunden hatt«, ao überwies er
jOnget in Leipzig dem zu gründenden Pensionsfonds für die
Tbeater-Äsplranten die Baaraumme von 4000 J(. Auf Ver-
gröeserung dieses Fonds wird in hochanzuerkennender Weise
nächstens auch Hr. Moriz Bosenthal hinwirken indem er
seine unentgeltliche solistische Mitwirkung dem Concerb zu-
gesagt hat, welches zu gleichem Zweck am 34. April im
grossen Saal des Neuen Oewandbaoses stattfindet.
• Am 18. März waren es 25 Jahre, dass Hr. Prof. Jul.
V. Bernnth die Leitung der Philharmonischen Concerte zu
Hamburg in Händen hat. Dass dieses Concertiostitut in die-
sem Zeitabschnitt eine glänzende Periode seines Bestehens
dorchgemaoht habe, wird man kaum behaupten können. Be-
sonders ist es seit dem Bestand der v. Bulow'schen Abonne-
mentconcert«, mit deren GrUndung s. Z. Hr. Concertdirector
WolfT in Berlin die sehr löbliche Opposition des Hm. Prof.
V. fiemath gegen das Concertagenturwesen bestrafte ,
185
nicht anf Rosen gebettet gewesen, da der Dirigent durch-
aus nicht der Uann war, mit der gewaltigen DirigaDtsn-
eapacit&t des Hm. Dr. v. BQlow mit irgendwelcher Aussicht
an[ Erfolg in künstlerischen Wettkampf zu treten.
Todtenliste. Edmond Berger, tüchtiger Pianist, f, 7«
Jahre alt, in Strossburg i. E. — Ernst Pasquö, ehemals
Opernsänger, später Regisseur, zuletzt nur noch litterarisch
thätig gewesen, fi ^OVi Jahr alt, am SO. März in Alsbach an
der Bergstmsse. — Frau Anna Worgitzka, Concertsängerio
und Oesanglehrerin in Berlin, t, 54 Jahre alt, am 10. März.
— Königl.MusikdirectorCarlHauer in Berlin, Organist nnd
Componist, -K 63 Jahre alt, am 16. März. — Rafiaele Costa,
Secret&r des Ital. Consulsts, vortrefflicher Musiker, geschickter
Pianist und Besitzer einer schönen Tenorstimme, t, 76 Jahre
alt, in London. -~ Ooring Thomas, sehr talentvoller engli-
scher Componist, t^iQ^'Mä^inLondon durch Selbsbnord, in-
dem er sich in einem Anfall von Qeisteageetdrtbeit nntar die
Räder eines heranbransenden Eisenbahnzuge warf.
BrierUasten.
A'. N. in P. Der Brief ist sofort nach seinem Eingang
der Stadtpost zur Üebermittelung an den Adressat«n über-
gehen worden, der ihn hoffentlich ebenso pünctHch erhal-
£. S. in B. Der Artikel in den „Grenzboten" mit dem
albernen Passus ,Uaa kann Wagner und Brahms Beide ge-
schichtb'ch verstehen; aber wer von Mozart, Beethoven, Schu-
bert, Schumann und Brahms musikalisch gebildet ist und
vermöge dieser Bildung Brahms verehrt, kann sich nicht für
Wagner be^istem" bat allem Anschein nach Hm. Dr. Wust-
mann zum Ver&sser, der bekanntlich seit Jahren seine crasse
dilettantische Weisheit in mnsikalischen Dingen ansknunt
nnd dessen bezüglichen Aussprüche bald allein hinreichen
würden, ein corform zu betitelndes Buch von dem Um&ng
und der Tendenz seiner „SpraohUchen Dummheiten" zu
füllen.
L. R. E. Wir sind durchans nicht Ihrer Ansicht, denn
wir kennen die edlen künstlerischen Beweggründe zu suaer
Unterstützung des fraglichen Unternehmens besser als Sie:
die Hoffnnng, bei jener Gelegenheit die Würde eines Oom-
missionsratbas oder ein fiändchen ins Knopfloch zu erhalten,
ist die Triebfeder seines eifervollen Bemühens gewesen.
Anzeigen.
Dnrch jede Bnch-, Eanat- and Mnslk alienhandlang zu beziehen: \H'i.]
Richard 'Wagner,
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Alois Reckendorf:
Dp. 1. Zwei Nocturnes för Pianoforte. M. 1^.
Op. 2. Walser för das Pianoforte aa vier Hunden. M. 2,50.
Op. 3. Kleine BÜdo- ftlr Pianoforte. U. S,— .
Op. 4. Sieben Lieder für eine Baritonstimme mit Kano&nte.
Heft I. 1. Ich geh nicht in den grünen Haia. (W. Oater-
wald.) 2. Heimweh. „0, dass ich drauasenlflg". (C. Stieler.)
3. Sommersegen. „So warm und herrlich liegt die Welt".
(Wol^ng Müller v. Königs winter.) M. 2 — .
— Idem. Heft II. 4. Unergründlich. „Ich küast« sie auf die
Stime kaum". (J. G. Fischer.) 5. Zwiegesang. „Im FHeder-
buBch ein Vöglein sass". (R. Reinick.) 8, So wandr ich in
die weite Welt. (W. Osterwald.) 7. Falsch, aber süss.
„Komm, falsche Dime". {G. P, Daumer.) M. 2,—
Op. 5. Fünf Ciavierstücke. Heft I., n, & M. 2,—.
Op. 8. Sechs Lieder und Gesänge für gemischten Chor.
Heft I. Die Rose treibt ein rothes Blatt. (W. Osterwald.)
2. Trennung. „Er ritt so einsam durch den Wald". (Alex.
Kaufmann.) 3. Heimkehr. „Und wieder ritt er durch den
Wald". (Alesander Kauftnann.) Part, u, Stiromen M. 2,40.
(Part. M. 1,20. Stimmen ^ M. —,30.)
— Idem. Heft H. 4. Mit sanften Flügeln senkt die Nacht.
(W. Osterwald.) 6. Durch säuselnde Bäume im Mondenschein.
(W. Osterwald.) 6. Koramt auf den Anger, muntre Buben.
(W. Osterwald.) Part, und Stimmen M. 2,40. (Part. M. 1,20.
Stimmen ä M. —.30.)
Op. 7. Tänze für Pianoforte zu vier Händen. HeftL M.*,— .
Heft II. M. 8,—.
Op. 10. 24 Etüden in allen Dur- und Molltonarten filr Piano-
forte. Heft I. M. 3,—. Heft II., EH., IV. & M. 2^10.
Verlag von E. W. Fritzsch in Leipzig.
Dichtung von Otto Hausmann.
Für MSnnerchor mit Begleitung des Pianoforte oder
kleinen Orchesters
componirt von [866.]
Johannes Fache.
Op. SS.
CUv.-Aiiszug Jl 3,50. Ohoratimtnen (Tenor i, », Boss 2 je
26 .4, Bu» 1 40 ^) .* 1,16. Oroh.-Putitnp n. Jl 4,-. Orch.-
Stimmon n. Jl 6.— ,
Leipzig.
C. P. W. Siegel'! MniiliiiUenhaiiainng
^ fft. Linaemann).
v.SJ^ TeplairshandlunB wonseht Salonmusik von bo-
™ ?S? "»"»S™'"™ '° Toplag zu nelinien und bittet
3K™ """"'"' "" lUnusoplpte, sowie Honararbe-
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A.lihtr.Y, •"'eWUi" «" Pianoforte, Op. 4. 3 H.ft«
y^shton.
Türkische Liebeslieder.
FOr eine Srngstlmme mit ClavIerbeoleHunn.
n «- . ., >» 3,50. f357 1
pZofi'i.h?"™. ™'' *«a™de in conoerten gesuiren
187
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Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Preussen,
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Seifertl Uso.Op. 13. Mazurka för Pianof. ^1,20.
Op. 14. Scherzino für Pianoforte . Jt 1,20.
Op. 15. „Ohne Rast, ohne Ruh!" Etüde für
Pianoforte Ji 1,20.
Spindleri FritZ| Op. 382. Tanzlied für Pianoforte.
Op. 383. Nachtfalter für Pianoforte. Jü 1,—.
Op. 384. Diamanten und Perlen. Salonstück
für Pianoforte .^1,20.
Op. 388. Mohnblüthen. Phantasiestück furPiano-
^orte J^ 1,20.
Tschirchi Wilhelnii Op. 114. Die Spieluhr.
Salonstück für Pianoforte . . . . ^ 1,— .
Wiliiii Nicolai voni Op.i02. Musikalische Bilder-
mappe. Zwölf kleine und leichte Ciavierstücke mit
Fingersatzbezeichnung.
Heft I. Im Grünen; Auf der Schaukel; Beim kranken
Schwesterchen ; Ständchen ; Der Postillon ; Klänge
vom Exercierplatz jf 1^80.
Heft n. Nach Seh ulschluss; Fürs Album; Der Dudelsack ;
Rosenknospe; Im Domhofe; Die Libelle. Ji 1,80.
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forte Ji 1,50.
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Coneert-Vertretiuig: Hermann WolfT, Berlin.
Katliarlna Selmelder,
fioBeerir imd Oratoriensihigerin (Sopran).
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Oper in 3 Aufzügen und einem Vorspiel
von
[871.]
"Willielin ^CieiizL
Op. 40. Glavierauszug 15 ^ n. Partitur 150 Ji n.
Daraus einzeln: Der Hahnentanz f. Glavier. M 1,50.
lieber die erste Aufführung am 8. März auf dem Rof-
theater in München wird geschrieben: „Das Textbuch ist
an vielen Stellen von ausserordentlich poetischem Schwung,
an anderen, wie in der Anrede der Traumerscheinung, von un-
gewöhnlichem Tiefsinn." AUgem. Zeitung. „Die deutsche
vper hat mit vxxeiliuar^ "eise ftbeiaus wer iuToHe fieceicneniTig
enahren. Wir sind fest überzeugt, dass der Beifall, den die Oper
fand, sich stetig yermehren wird, und glauben mit Sicherheit,
schon heute der Oper dauernde LebenJsfkhif^keit za versprechen.^
Neues Müneh. Tageblatt. -Auch durch mre Wirksamkeit also
sticht die neue Oper von den oben erörterten neudeutschen
Oedigkeiten wohlthätig ab, was sich sowohl bei der General-
probe, als bei der ersten Aufführung erwiesen hat.*' Wiener
Deutsches Volksblatt. „Das entschieden bedeutende Werk
mit seiner eminenten Instrumentation wurde von dem Dichter-
coniponisten selbst einstudirt. und er leitete auch die erste
Aufiührune. Die Oper hat einen wohlverdienten Erfolg er-
rungen, und der Dichtercomponist konnte mehrfachen Hervor-
rufen mit den Darstellern Folge leisten." Berliner Tageblatt.
In meinem Verlage erschienen:
[87S.]
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Mnpfiehlt sich sur schnellen prompten Besorgung von ]§!
■sikftlieir^ nnisikalisehen Siehriften etc. — Kataloge ^
und AuBWahleendungen stehen zu Diensten. [369—.] |J|
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w^n Abreise stdfort zu Te^kanfen. Günstig
Qe&aenheit. für Vereine, Künstler etc. Adr. sub K E.
duif^h' die Exp^. d. Bits. [870a.]
Arthur Sm^tli^)^
Drei Männerchöre:
l\1ondnaclit. — Lieb Seelclien, lass das Fragen! —
Ditliyrambe.
Partitur 1 M Stimmen 1 .^ 90 /i&.
Das „Musikal. Wochenblatt" schreibt:
Jeder dieser drei Gesänge ist in seiner Art vorzüglich
gelungen und warmer Anerkennung werth: der erste zart-
träumerische und klangschöne nach EichendorfiTs .Mondnacht*',
der darauf folgende anmuthvoUe nach Hopfen^s pLieb Seelchen,
lass das Fragen l*' und der dritte^ der nach Welten's „Dithy-
rambe** so energisch und frohmuthig zum ToUen durchs Leben
und zum Geniessen aller guten Dinge einladet.
Martin Plötneri Chemnitz.
Verlag von E. W. Fritzach in Leipzig. [878 ]
Piutti, Carl, Op. 8. Drei Interludien für Orgel. Ji 2,S5.
Drnck von G. Ö. Röder in Leipzig.
Leipzig, am 7. April 1892.
Bmk ifuUlcki Buk-, Kiiii-
iM lulkiUiikudiDuii, uwit
Ivel lila FHäeitf
rir du Miiiiuiukt WocknHall
tntiniie zosBidiuei iM u
BHIaciBiu n iimtUn.
'^«^S^ far Musiker und Musikfreunde. ^J^
^y' yenmtworlUolier Eedaoteur und Verleger: ^jß
far Musiker und Musikfreunde.
yerantwortUclier Eedaoteur und Verleger:
E. W. FritzBch,
Leipzig, Königsstrasse 6.
XIUL Jahrg.]
Das Muiikalieche Wochenbl&tt erscheint Jährlich in 52 Nummern. Der Afaonnemenfabetntg
fQr du Qa&rtal von 13 Nummern ist 2 Mark ; eine einzelne Nummer kästet 40 Prennige. Bai
direct^r frankirter KreuzbandBendung treten nachntehende viertcljübrliche Abonnement«-
preise in Kraftr 2 Mark 50 Ff. für dal Deutiche Reich und Oesterreich. — 2 Mark 75 Pf.
für weitere Länder dee Allgemeinen PoatvereinB. — Jahraaahonnemente werden anter
Zusrundele^ng vorBtehendec Bezugsbedinrungen berechnet.
Die loaertionflgebübreD nir den Raum einer gespaltenen Tetitzeile betragen 90 Ffemüge.
|No. lä.
I TOD „Tristan imd Isolde" bei Riebard Wagner. Von Dr. Arthar Seidl. (Fortsetzang.) — Kritik: KlrctaeDnuislkaliBcb«» Jalivlin
herausgegeben von Dr. Pr. X. Haberl. — Blograpbisolies: Robert Freund. (Fortaetznng.) -~ Tageageacliiehle: Ssrichtu. ~ Conce
EngagamaDta and aastspiale in Oper und ConcerL — Kirchen maBili. — OpemaufnihninKen. — Vi'nnjscbte Hlttholluagen a
Iriofkaster •— ^ —
NotlEon. — Briefkasten. ■
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
Auch hier erweist sich die rein poetische Krafl „von
des Gedankens Blässe" nur allzuselir angekränkelt. Man
verkennt sieht den guten Willen und auch nicht das
schöne Talent des Verfassers; immer wieder drängt sich
aber der andere „Mensch mit seiner Qual", der gelehrte
Litteratnrforscher, dazwischen, und so kann es zu keinem
harmonischen Eindruck und schon gar nicht zu einer Wie-
der- und Neubelebung des alten Sanges kommen. Schon
die Art, wie er seine Bearbeitung und Nacbdiclitung
rechtfertigt, seine Berechtigung zu solchem Wagniss mehr
nachweist und begründet, als poetisch einfuhrt, sowie
seine Betrachtungen über die verbrauchte Wcrthlosigkeit
des Minnetranks für unsere Tage, zeigt uns den ganzen
Reflexions-Jammer unserer Epoche. Auch fehlen allerband
geistvolle Analogien und gewagte Parallelen bei ihm ebenso
wenig, wie schon bei Immermann; aber wie sie Alle —
in Sonderheit unser Hermann Kurtz — sich zum Anwalt
der beiden Liebenden anfwerfen und den lioblen, prüden
Moralpredigern ihrer Zeit entrnatet den Text lesen zu
müssen glauben, das ist eben gar zu cbarakterisCisch!
Und trotzdem stossen wir hier, speciell bei dem Genannten,
doch schon auf einen Passus, der uns im Hinblick auf
die spätere Umdichtung R. Wagner'a und deren ethisch-
religiösen Gebalt (ich denke hier wieder an den 2. Act)
nicht nur ungemein beziebungsvoll anmutbet, sondern auch
wie ein heller, plötzlicher Lichtstrahl das bisher so dunkle
Gebiet mit einem Male sehr glucklieb zu beleuchten scheint
Ich will ihn hier in seinem vollen Wortlaute wiedergeben:
„ Solch ein Paar
Wird nicht geboren mit jedem Jahr,
Und kommts einmal zur Welt, so ruht
der Fluch der Welt auf seiner Glut;
So hats, zum Lohn der alten Schulden,
Sein volles Erdenlooa zu dulden.
Denn also bat es Gott bestellt,
Dass er will kämpfen mit seiner Welt:
Er führt durchs Nein der Schranken
Zum Siege seine Gedanken;
Nacht muss er haben, wenn gnadenvoll
Das Licht seiner Augen leuchten soll.
So weckt er auch des Menschen Geist
Mit Leiden und Kämpfen allermeist;
Der wird nicht los, so lang er lebt.
Grämt sich und zürnt und kämpft und strebt,
Und meint, er müsse sein Ziel erringen.
Der Welt das Heil, den Frieden bringen!"
Dies die Stelle; und schon vorher hatte es geheissen:
Dass Isolde den Freund, „eh die Welt war und ihr Wesen,
auf Uimmelsauen sich erlesen" und für ihn „froh und
frei" dann „entbrannt in Minne" sei, k'^» sie hienieden
ihn erkannt", „die spätere wellgebotene Pflicht verwer-
fend vor Gottea Angesicht"! Nicht wahr, das ist ver-
blütVend — dieser tief pessimistische Zug bei Kurtz i'
Schade nur, dass es erst ein schwacher Oberton eines
gSbn anderen Grandklanges und niclil sclirni der spälerc
15
190
Gnindton selbst bei ibm ist. So blieb dem Meister der
„Töne** denn vorbehalten, das echte, harmonische Ver-
hältniss in dieser Sache erst wieder herzustellen, und Heil
nns, daSB es ihm gelungen! Doch dies würde ja schon
vorgreifen; wir bleiben vorerst noch bei Kuttz ttnd seinem
Gedichte stehen. Bei der ausführlichen Beschreibung der
grossartigen Wunderhalle mit der aus einem Karfunkel
gebildeten Schale, in die Tristan Kaedin fuhrt, wollen
wir uns allerdings nicht weiter verhalten. In ihr hat Kurtz
eigentlich nur eine gleichsam verwässerte zweite Auflage
der Gottfried'schen Minne-Grotte zu geben versucht, die
uns mit allen Bchwftchen einer bewussten, reflectirten
Nachbildung berührt, während nebenbei auch das Motiv
des Grales, als eines Edelsteines, mit herein zu spielen
scheint. Wir haben schon oben erwähnt, dass ja in Gott-
fried's „Minne-Grotte^ ein ins Weltliche übersetzter Gral,
sozusagen das weltlich-lebensfreudige Glaubensbekenntniss
des Dichters im % Gegensatz zu der religiösen Richtung
eines Wolfram vorliegen mochte. Hingegen darf uns bei
dem modernen Autor, und zwar unter ganz speciellem
Hinblick auf den späteren Wagner, der Ausgang des Ge-
dichtes wieder stärker interessiren, von dem wir ja gehört
haben, dass Kurtz ihn durch Ergänzung des von Gottfried
als Fragment hinterlassenen Gedichtes und unter Benutzung
bereits vorhandener späterer Vollendungs-Yersuche in sechs
Gesängen vollständig neu gedichtet hat. Wir bekommen,
indem wir uns diese Gesänge näher betrachten, dabei
zugleich eine erwünschte Gelegenheit, auch noch einige
— das Ganze erst wesentlich vervollständigende und zum
Theil nicht unsympathische Züge für R.Wagner'8 3. Act
zusammenzutragen.
(Fortsetzung folgt.)
digen. Auch dem profanen Musikhistoriker sei es wegen
der darin enthaltenen musikgeschichtlichen Abhandlungen
warm empfohlen. PaUl Garwen.
Kritik.
Kirchenmusikalisches Jahrbuch für 1802^ herausgegeben
von Dr. Fr. X. Haberl. Regensburg, Pustet
Dieses neue Jahrbuch (der siebenzehnte Jahrgang des
Gaecilien-Kalenders) enthält eine Reihe zum Theil sehr
werthvoUer Abhandlungen und Beiträge kirchenmusikali-
schen Inhaltes. Den Anfang macht eine Neuausgabe der
Missa tertia octavi toni quinque vocum des Giov. Croce,
herausgegeben von dem um die Musik des 16. Jahrb. so
sehr verdienten Redacteur des Jahrbuches Dr. F. X. Haberl.
Es folgt dann eine an neuen Aufschlüssen reiche Abhand-
lung desselben Verfassers über den P. Giovanni Battista
Martini. P. Utto Kornmüller, einer der ständigen Mit-
arbeiter des Jahrbuches, liefert eine Zurückweisung der
Ansichten, die Spitta in der Yierteljahrsschrift für Musik-
wissenschaft über die Musica Enchiriadis des Pseudo-Huc-
bald geltend gemacht hat. Besondere Hervorhebung ver-
dient noch eine quellenmässige Abhandlung von Dr. Haberl
über „die Gardinalcommission von 1564 und Palestrina's
Missa PapaeMarcelli", sowie eine solche von Dr. Adalbert
Ebner „Gregor der Grosse und das römische An tiphonar",
welche gegenüber den Angriffen Gevaert*s auf die refor-
matorische Thätigkeit Gregorys des Grossen in Sachen des
gregorianischen Gesanges die Tradition in sehr geschickter
und sich auf die Urkunden stützender Art vertheidigt.
Der ausserordentlich reiche Inhalt des Jahrbuches
wird Alle, die in irgend einer Weise für katholische
Kirchenmusik Interesse hegen, im höchsten Grade befrie-
Biograpfaisches.
Robert Freund.
(Fortsetzung.)
Je weniger nun aber Rob. Freund daztt gdangt und
darnach begehrt, auswärts zu spielen, je seltener er
grössere Kunstreiseh unternimmt, desto mehr ist des
Mannes virtuoses Vermögen seiner Adoptivvaterstadt — wie
man Zürich fiiglich nennen darf — seit bald 20 Jahren
zugute gekommen. Jeden Winter tritt er wenigstens ein
Mal imCyklus der grossen Orchesterconcerte daselbst auf,
besorgt aber auch regelmässig das Clavieraccompagnement
der dafär gewonnenen Gesangskünstler undlnstrumentalisten
und wirkt stets in den Kammermusiksoir^en der Sai-
son mit. Geradezu erstaunlich ist denn auch der Reich-
thum und die Vielseitigkeit seines Repertoires, ja man
darf wohl sagen, dass er die gesammte pianistische Lit-
teratur beherrscht und der durchsichtigen Feinheit und
gesangreichen Grazie eines Mozart nicht weniger gerecht
wird, als der seelischen Tiefe und Ausdrucksgewalt eines
Bach und Beethoven, der schwärmerischen Innigkeit Rob.
Schumann's in gleichem Maass wie dem sprühenden Es-
prit eines Saint-Saens, dem träumerischen Wohllaut und
melancholischen Pathos eines Chopin ebenso wie der phan-
tastischen Gluth und Farbenpracht eines Liszt. — Was
zunächst die Clavierconcerte betrifft, die Rob. Freund in
Zürich und zum Theil auch in anderen Schweizerstädten
vortrug, so beschränkte er sich nicht etwa auf die aner-
kannten Meisterwerke der classischen und romantischen
Schule; im Gegentheil ging er darauf aus und war es
ihm von jeher recht eigentlich Herzensbedüriniss, bedeu-
tende Novitäten dieser Kunstgattung zu Ehren zu bringen.
So spielte unser Virtuos, Um nur Einiges hervorT^aheben,
schon 1876, im Beginn seiner Züricher Wirksamkeit, auf
grossartige Weise das Brahms'sche DmoU-Goncert, tlYid als
er acht Jahre später dem düstergewaltigen Ersten des
Meisters lichter gefärbtes Zweites in Bdur folgen Hess, da
blühten unter seinen Fingern die Reize des Werkes noch
bestrickender auf, als da es der Componist selbst gran-
dios genug, aber kaum so klangschön dem ZürichtBr Pub-
licum vorgeführt hatte. Ebenso verdankte Letzteres Un-
serem Künstler die erste Bekanntschaft mit dem Grieg*-
schen und mit dem Gmoll-Concert von Saint-Saens^ und
noch eifriger nahm er sich in jüngster Zeit d'es eben jetzt
im Druck erschienenen phantasievollen und schön ilistru-
mentirten Gdur-Concertes (Op. 107, No. 2) Seines Freun-
des Hans Huber an, indem er dasselbe in einer Reihe
von Schweizerstädten zu packendem Vortrag brachte.
Neben den Beethoven'schen wohl am meisten ans H^rz
gewachsen ist unserem Musiker das Schumann 'sehe Amoll-
Goncert, das man von ihm hören muss, um seinen rotnan-
tischen Zauber voll auf sich wirken zu lassen. — Noch
reichere und köstlichere Gaben aber hat Bob. Freund seit
Jahren dem gewählten Auditorium der Züricher Kammer-
musikabende gespendet. Wie er an Feinfiihligkeit tind
Discretion im Zusammenspiel mit anderen Instrumenten
191
seiues Gleichen suclit und in den Glaviertrios, Quartetten
etc. seine Partie jeweilon zu unübertrefflichster Darstell-
uqg bringt, so ist es nur das Beste und Auserlesenste,
was er an Solosachen auf die Programme setzt, unbe-
kümmert um den äusseren Erfolg, um das sogenannte
Dankbare und Gemeinverständliche, liebt es Freund im
Gegentheil, versunkene Schätze ans Licht zu ziehen,
Gompositionen zu wählen, dic^ man ihrer weitabgewandten
Innerlichkeit oder ihres schrankenlosen Subjectivismus
wegen für unconcertföhig hält. So hat er von jeher mit
einer Art heiliger Inbrunst dem letzten Beethoven gehul-
digt, insbesondere aber auch auf die Jugendperiode Schu-
mann's und jene phantastischen Tondichtungen zurückge-
griffen, die der Componist selbst, grossentheils für Öffentlich
unspielbar erachtete, weil sie sich in eine zu individuell
geflb*bte Gedanken- und Gefölilswelt einspinnen. Dass
unser Künstler aber auch hier den Schlüssel fand zu den
geheimen Tbüren, dass er auch diese traumhafte Welt zu
klingendem Leben zu wecken wusste, das bewies der
glänzende Erfolg, den er mit der wiederholt von ihm ge-
spielten Fismoll-Sonate, mit den „Davidsbündlem", der
Cdur-Phantasie und ähnlichen Werken des romantischen
Meisters errang. Und in gleicher Weise löste Freund
anderen Gompositionen hervorragender Tonkünstler, an
denen die grosse Mehrzahl unserer Clavierhelden wie an
unnahbaren Sphyn^en vorübergeht, die Zunge. So wirkten
die Brahms'schen Jugendsonaten oder die ihm zugeeignete
Bdur-Sonate Op. 1 von Gust. Weber bei all ihrer ideali-
stischen Schroffheit hinreissend unter seinen Händen, und
als er unlängst Schubert's Nachlass-Sonate in Adur (No. 2)
in einer Kammermusiksoiree zu Zürich vortrug, fühlten
sich die Hörer beim Andantino mitten in die mondbe-
glänzte Zaubornacht versetzt, die hier Musik gewor-
den ist
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
BericKte.
Leipzig« Die vergangene Goncertwoche begann am
27. März mit dem S. Kircneuconoert des Bach -Vereins,
dessen Hauptnummer des Unsterblichen glauben»- und trost-
freudige Trauerode, in der trefflichen Einrichtung und Um-
dichtung unseres ^ffenwärtigen Thomascantors , des grossen
Bach-Kenners Prof. Dr. W. Bust, bildete, der der Chor „Bleib
bei uns*^ vorausging und die unvorher ^peeehener Zeitbesohrän-
kung halber — es war im Theater die „Walküre^ angesetzt
worden, deren frühzeitiger Anfang wegen des an beiden Orten
besohäfiigten Orchesters eine halbstündige Verkürzung des
Conoertes nöthig machte — sehr fragmentarisch, d. h. unter
Auslassung der ranf mittleren I^umraem, aufgeführte Gantate
„Gott fahret auf nachfolgte. Der Anfangschor mit seiner
tie£item Gemüth entquellenden Bitte und die Trauerode standen
sicher in Beziehung zu dem unlängst erfolgten Heim^;ang der
edel* und kunstsinnigen Gkttin des früheren Yereinsdirigenten
Hm. Pro£ v. Herzogenberg, die in jenem Zeitabschnitt ihres
in jeder Beziehung reicngesegneten, leider nur so kurzen
E^enwallena selbst mit ^rösster Hingabe den Bestrebungen
des Vereins diente und sich die aufricntifi;ste Verehrung und
Liebe der Mltolieder desselben durch ihre herrlichen echt
mensoblichen Sgenschaffcen, sowie seltene musikalische Beffa-
bung und hohe Begeisterung für die Kunst widerstandmos
erwarb und eines solchen musikalischen Erinnerunesaotes, der
nicht minder auch den Verein ehrte, im höchsten Grade wür-
dig war. Das Ghedenken an die so früh verklärte Elisabeth
von Herzoeenberg und an das leuchtende Vorbild, das sie in
allen menschlichen Tugenden war, ist gewiss nicht ohne for-
dernden Einfluss auf aie Ghorleistungen dieses Goncertes ^
wesen, die sich unter der befeuernden Leitung des Hm. Sitt
den besten, vollkommensten künstlerischen Thaten des Vereins
ebenbürtifi; anschlössen und in der Belebtheit und Eindring-
lichkeit des musikalischen Ausdrucks den Wunsch nach einer
grösseren Klangfülle nur selten aufkommen Hessen. Für die
olonummem hatte man die hiesigen Sängerinnen Frl. Mün ch
und Frau Metzler-Löwy, sowie den Dresdener Tenoristen
Hrn. Mann gewonnen. Während Frau Metzler-Löwv ihre oft
bewährte Vortragskunst mit ausgezeichnetstem Gelingen in
den Dienst der herrlichen Musik stellte und eine ihrer ißister-
schaft hierin entsprechende Wirkung erzielte^ die auch durch
die textgetreue Ausführuns; ihrer Schlussarie Nichts einge-
büsst hätte, erweiterte Frl. Münch durch ihren frisch^ und
lieblich quellenden G^ang den Kreis Derjenigen, welche schon
vorher diesem noch im Aniange der Künstlerlaufbahn stehen-
den schönen Talent eine erfreuuche Zukunft prophezeit hatten,
um ein WesentUches. Hr. Mann sang die \}pn infol^ der
Streichungen in der Schlussnummer einzig gebliebene Arie
in der Trauerode sehr befriedigend, ohne ti^er mit seinem
Vortrag zu berühren. Das mitwirkende Theaterorchester und
Hr. Homever an der Orgel brachten den instrumentalen
Theil der Ausführung Überall in fein ausgearbeiteter und
empfundener Weise zur Geltung.
Das 21. Abonnementconcert im Neuen Gewand-
haus eröffiiete mit einer neuen Ouvertüre des hied£;en Com-
ponisten Hm. Leo GriU, an welcher der Titel „Ililarodia"
jedenfalls ftlr die Meisten unverständlicher war, als die an
alle möglichen Tonsetzer (vor Allem Bob. Schumann) anklin-
gende Musik, die ebenso ^t Hr. Dr. Jadassohn oder ein
anderer — ianer hätte schreiben können. Die folgende Bass-
cantate .Ich will den Elreuzstab gerne tragen" von S. Bach
spülte gleich mit den ersten Takten ihrer schöpferischem
Urquell entflossenen Musik das schwächliche Opus des Hrn.
Grill aus der Erinnerung rein weg. Im Vortrage dieser Com-
position, wie der Wiedergabe von acht Nummern aus Schu-
mann's seltener gesungener „Liederreihe** debutirte an dieser
Stelle Hr. Johann Messchaert aus Amsterdam und rechtfer-
tigte überzeugendst den grossen Ruf, der ihm vorausgegangen
war. Seine Stimme an sich ist zwar nicht bedeutend, siber
die Art, wie er sie in allen Lagen zu behandeln versteht,
seine wirklich vollendete Vortragskunst und das warme see-
lische Empfljiden, das überall durchkling^, stempeln ihn zu
einem Concertsänger ersten Banges, als welchen ihn begeistert
auch das Publicum anerkannte. Zu dem vollen Genuss der
Schumann'schen Lieder steuerte Hr. Prof. Dr. Reinecke am
Flügel das Seine mit fein poetisch gestaltender Hand bei.
Als weitere Nummer figurirte im 1. Programmtheil noch das
DmoU-Duo (Op. 39) von Spohr, vorgetragen von den HH.
Prill und Hilf. Alle Bedenken, die die Wahl dieses Stückes
für den Rahmen eines modernen Orchesterconcertes im Vorn-
herein wachgerufen haben mochte, wurden zerstreut durch die
durchschlagende Wirkung, welche die ausgesuchte Meister-
schaft der oeiden Künstler der Compositionl)ereitete. Waren
die virtuose Bewältigung auch der heikelsten Figuren und die
Einhelligkeit der Auffassung bewundemswerui , so wurde
der Reiz dieses Doppelspieles um ein Bedeutendes auch noch
durch die individuefie Verschiedenheit, die der Tontimbre der
beiden Künstler ausweist, erhöht. Die jungen Meister, zu
deren Besitz Leipzig aufrichtig zu gratuliren ist, wurden am
Schluss zwei oder drei Mal stürmisch hervorgerufen. Als im
8. Gewandhausconcert des Jahres 1856, also zu einer Zeit,
wo Spohr Manchem noch lange nicht so veraltet erschien,
wie jetzt, die Londoner Brüder Alfred und Henrv Holmes
ebeniaUs ein Spohr^sches Duo vorgetragen hatten, rührten sich
nur wenige Hände. Und Beide galten s. Z. als bedeutende
Virtuosen^ welche auf derartige Stücke besonders dressirt
waren. Sie waren aber wahrscheinlich nur Virtuosen, wäh-
rend die HH. Prill und Hilf neben den Virtuosen auch fein-
fühlige Künstler sind. — Die 2. Hälfte des Goncertes füllte
Brahms' in den Ecksätzen gewaltigst packende und in den
Mittelsätzen das Gemüth wahrhaft bezaubernde Emoll-Sym-
phonie, deren Wirkung bei der im Ganzen ziemlich matten
Ausführung aber leider nur eine halbe war, so ehrlich sich
Hr. Prof. Dr. Reinecke auch um eine volle bemüht haben
mochte. Aeusserlich exact und theilweise auch mit einem
gewissen Schwung ging sie allerdings von Statten, aber dar-
auf kommt es ja nicht allein an.
192
Gera, 17. März. Ein interessantes Programm bot das
Concert des Musikalischen Vereins am 17. Febr., welches
mit der Ddur-Symphonie von Mozart (ohne Menuett, No. 1
der Breitkopf & HärtePschen Ausgabe) eingeleitet wurde. Die
treÜ'liche Wiedergabe dieses Werkes, das hinter der grossen
Cdur und der Gmoll zurücksteht, Hess die Klarheit und den
zarten Duft, die sich über dem Ganzen ausbreiten, so recht
zum Bewusstsein kommen ; hervorragenden Antheil unter den
Streichern hatten die ersten Geigen, welche im Andante durch
Schönheit des Tons, in den Ecksätzen, namentlich in den
Triolenpassagen des Prestos durch Präcision sich auszeichneten,
während in demselben Satze die /-Soli der Bläser trefflich
gelangen. Hierauf folgte das 2. Concert (Gmoll) für Piano-
forte und Orchester von Saint-Saens, vorgetragen auf dem
Jank6-Clavier von Hrn. Hofpianist Wendung aus Leipzig.
Die graziöse Melodik dieses interessanten Werkes zeigt sich
namentlich im 2. Satze (AUegro scherzando), gab aber auch
in den wuchtigen Accorden des Prestos dem Spieler Gelegen-
heit, die Vorzüge der neuen Claviatur in hellstes Licht zu
stellen. Dass dies von Hm. Wendung nach jeder Richtung
hin geschah, bewies der lebhaft erschauende Beifall, der auch
dem Vortrage der Solostücke „Le Staccato" von Schmidt und
Spinnerlied aus dem „Fliegenden Holländer" von Wagner-
Liszt, sowie der lebhaft verlangten Zugabe („Tannhäuser"-
Marsch) folgte. Mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit er-
klärte der Vortragende dem nach Beendigung des Concertes
zuströmenden Publicuiu die Vorzüge des fiistruments, welche
allgemeine Anerkennung fanden. Das Programm wies noch
ein ferneres Concert auf, und zwar No. 2 (Dmoll) für Violon-
cell mit Orchester von Kiengel, mit dessen vorzüglichem, hoch
entwickelte Technik und inniges, seelenvolles Spiel in sich
vereinigenden Vortrage sich der hiesige Hofmusicus Kiess-
ling, ein specieller Schüler des Componisten, wieder neue
Lorbeeren errang. Das Orchester, welches sich durch decente
Begleitung der beiden Concerte ausgezeichnet hatte, spielte
ausser der oben erwähnten Symphonie künstlerisch vollendet
noch Beethoven's „CorioUin"-Ouverture, wofür ihm und seinem
trefflichen Leiter vom Publicum die gebührende Anerkennung
in reichem Maasse zu Theil wurde.
Das letzte Concert des hiesigen Männergesangvereins
„Liedertafel" am 9. März brachte zu Ehren des vor «wei
Monaten verstorbenen Capellmeisters Tschirch, welcher den
Verein über 30 Jahre geleitet hatte, zunächst die Ouvertüre
zu dessen Oper „Meister Martin und seine Gesellen", sodann
Gebet „Sei du mit mir", welche eine gleich ansprechende
Wiedergabe fanden, wie die weiter vom Verein vorgetragenen
Nummern von Schubert, Schumann, Wiesner (die mit leb-
haftem Interesse aufgenommene „Kreuzfahrt") u. A. Der
Hauptanziehungspunct des Abends war jedoch die als Solistin
auftretende Bünuennovize Frl. Paula Do enges aus Leipzig,
welche in der Arie „Wie nahte mir der Schlummer" durch
ihre weiche, überaus wohlklingende, vortreffliche Schulung
verrathende Stimme die Zuhörer entzückte. Hervorragend
war die Wiedergabe des Gebets, die sie in natürlicher An-
muth vielleicht schöner als Manclie ihrer älteren und berühmten
CoUeginnen sang. Von den zum Ciavier gesungenen Liedern
gefiel das Bendersche „Wie berührt mich wundersam" un-
streitig am besten. Ausserordentlicher Beifall lohnte alle ihre
Darbietungen, und musste nach dem letzten Liede unbedingt
eine Zugabe erfolgen, die im „Haidenröslein" von Schubert
trefflich geboten wurde. Das Orchester ergänzte das Pro-
gramm mit dem Finale aus Beethoven's Cmoll-Symphonie.
Der 3. und letzte Kammermusikabend dieser Saison
wurde mit Mozart's Esdur-Streichquartett eingeleitet, dessen
ernstes, ergreifendes Andante con moto den grössten Eindruck
beim Vortrag machte. Beethoven'« Claviei-trio Op. 70, No. 2,
bildete den Schluss. Hier führte der Leiter des Ganzen, Hof-
capellmeister Kleemann, die Ciavierpartie in hervorragend
schöner Weise auf dem Blüthner aus, aber auch die anderen
Partner, Concertmeister Jäger und Hofmusicus K lieb es,
trugen zum trefflichen Gelingen redlich das Ihrige bei. Zwi-
schen den beiden genannten Werken war als Solonummer
eine Sonata seria (Hmoll) für Pianoforte und Violine von Rust
eingefügt. F. W. Rust, vor mehr als 100 Jahren Musik-
director in Dessau, hat mehrere derartige Werke geschaffen,
welche in jüngster Zeit von seinem Enkel, dem jetzigen
Leijjziger Thomascantor Prof. Dr. W. Rust, herausgegeben
wurden. Trotz ihres Alters wirkt die Sonate noch heute leb-
haft interessirend und verdient eine allgemeine Verbreitung.
Nirgends bemerkten wir etwas Triviales oder Altvaterisches.
Besonders charakteristisch ist der kurze Zwischensatz in Hdur,
bedeutend das Adagio sostenuto e religiöse. Wenn das Pro-
gramm nicht den Hinweis auf das Alter der Composition
enthalten hätte, würde man diese leicht den modernen zuge-
zählt haben. Hofcapellmelster Kleemann und Concertmeister
Jäger verdienen für diese Vorführung den lebhaftesten Dank,
der sich auch im Beifall des Pubb'cums alle^emein äusserte.
Eine ebenfalls warme Aufnahme fand das Beethoven'sche Trio.
Wie seither wurde auch diesmal die Saison des Musika-
lischen Vereins mit der Aufführung eines grösseren Chor-
werks mit Soli und Orchester beschlossen, und zwar hatte
man für das gestrige Jubiläums-(200.)Concert des Vereins am
16. März „Die Jahreszeiten" von Haydn gewählt. Trotz ihres
Alters bewährte auch gestern diese Composition ihre Frische
und Zugkraft und riss in der ihr werdenden trefflichen Vor-
führung das Publicum zu lautem Beifall hin. Von den Solo-
kräften zeichnete sich zunächst die Vertreterin der Sopran-
partie, Frl. Anna Münch aus Leipzig, aus, deren klangvoll
weiche, sehr zu Herzen gehende Stimme besonders in dem Keci-
tativ und der Arie im ^Herbst" („Willkommen jetzt") so glän-
zend hervortrat, dass man die Anfangs worte der Arie „Welche
Labung für die Sinne, welche Erholung für das Herz" über-
haupt getrost auf die Gesammtleistung der Künstlerin, die
sich auch in den Ensemblesätzen trefflich zu behaupten
wusste, anwenden kann. Die Partie des Simon hatte Hr.
Demuth vom Leipziger Stadttheater übernommen, dessen
kraftvoller, äusserst wohltönender Bariton sich in der Arie
vom „Ackersmann**, wie in den Nummern „Seht auf die breiten
Wiesen hin" und „Erblicke hier, bethörter Mensch" auf das
Vortheilhafteste auszeichnete. (Ob freilich die kleinen Frei-
heiten, die sich der Künstler betreib der Noten zuweilen ge-
stattete, gerade bei Haydn angebracht sind, wollen wir nicht
entscheiden.) Hr. Hofopernsänger Zell er aus Weimar, den
wir bereits in einem früheren Concert zu hören Gelegenheit
hatten , sang den Lucas vielleicht stellenweise zu kraftvoll,
was an der Partie zu liegen scheint, die sich wohl weniger
für einen Helden tenor, als für einen lyrischen eignet, —
immerhin zeigten sich, namentlich in dem Liebesduett mit
Hanne, sowie in der Arie „Hier steht der Wanderer nun ver-
irrt" die Leistungen des Künstlers bedeutend wirkungsvoll.
Der Chor, welchem eine so grosse Aufgabe zufällt, hatte nicht
nur die Noten gehörig inne, soniern sang auch mit jener
Feinheit und Freiheit, die auf ein sehr sorgfältiges Studium
schliessen lassen. Der Schwerpunct ist wohl in den beiden
Chören des „Herbstes": Jagdchor und Weinchor zu suchen,
welche Schwierigkeiten bieten, die man bei Haydn kaum ver-
muthet. Dass der Chor dm^ch den gut nuancirten Vortrag
eine so schöne Probe seiner Leistungsfähigkeit ablegte, ist
besonders zu rühmen. Auch das Orchester that in vollstem
Maasse seine Schuldigkeit, und wenn ihm in der Begleitung
der Gesänge gerade keine hervorragende Stellung angewiesen
ist, so hatte es doch in den Einleitungen viel£EUih Gelegen-
heit, tüchtige Leistungen zu zeigen. Dass Alles so gut ge-
lang, ist das hervorragende Verdienst unseres unermüdlichen
Leiters der Concerte, Hrn. Hofcapellmeister Kleemann, dem
wohlverdienter Beifall von dem üheraus zahlreich erschienenen
Publicum in reichem Maasse gespendet wurde. P. M.
Concertumschau.
Aachen . 7. Versamml . des Instrumen tal ver . (Schwickerath ) :
Adur-Symph. v. Mendelssohn, 8. Ouvert. zu „Leonore" von
Beethoven, „Waldweben^ a. „Siegfried" v. Wagner, 3. Seren.
f. Streichorch. v. Volkmann (oblig. Violonc: Hr. Siemann).
Altena. 2. Conc. der Sin«ika<L (Prof. Arn. Krug): LAct
der „Euryanthe" v. Weber, „Die erste Walpvurgisnacht" von
Mendelssohn. (Solisten: Frls. Laube v. hier u. Schröter aus
Bonn u. HH. Wolff a. Hamburg, Severin a. Berlin u. Mendel
a. Hamburg.)
Antwerpen. Soiree der Soci^tö royale d'Harmonie am
19. März: Streichquartette v. Mozart (Dmoll), Tschaikows-
ky (Dmoll) u. Beethoven (Op. 69, No. 2). (Ausftihrende: HH.
Prof. Heermann, Bassermann, Welcker u. Becker a. Frank-
furt a. M.).
Basel. 10. Abonn.-Conc. der Allgem. Musikgesellschaft
(Dr. Volkland): 5. Symph. v. Beethoven, Gdur-Orchestersuite
V. Tscha'ikowsky, „Jessonda" -Ouvert. v. Spohr, Gesang-
vorträge des Frl. v. Sicherer a. München (»Ave Maria" aus
dem „Feuerkreuz" v. Bruch etc.). — Conc. des Baseler Qe-
sangver. (Dr. Volkland) unt. solist. Mitwirk, des Frl. v. Sicherer,
der Frau Exter a. München u. der HH. Wulff a. Strassburg
193
i. E. n. Hegar V. hier am 17. März: „Stabat mater" v. Dvo-
rak, ^.Lobgesang^ y. MendeLssohn.
Berlin. Conc. des Frl. Qalfy a. Schwerin und des Hm.
Dr. Goldschmidt v. hier (Ges.) unt. Mitwirk, der HH. Struss
(Viol.) n. Poenitz (Harfe) am 12. März: Yocalduette v. Stra-
deUa, PaisiellOy Schumann, G. Henschel („Gondoliera") u.
H. Hof mann („Willkommener Tausch*'), SoU f. (resang ▼.
Brahms („Meeilahrt"), Sommer („Lockung"), F. Poenitz
(Greeang der Cleopatra a. derffleichnam.Oper u. „Der Fischer"),
F. Beichmann („An die ^gel" u. „Wende mir die Aeug-
lein zu"), A. Bekker („Liebe^lück") u. A^ f. Viol. v. Joa-
chim (Komanze a. dem Ungar. Gono.) u. H.Hof mann („Sil-
houetten aus Ungarn") u. f. Harfe v. F. Poenitz („Todestanz
der Willys"). — Wohlthätigkeitsconc. unt. Leit. des Hm.
Prof. Becker u. Mitwirk, des Frl. Paghelli (Ges.) u. der HH.
Staudigl (Gea.)f Struss (Yiol.) u. A. , sowie des Domchors am
14. Min: Chöre y. S. Bach (Mot. „Komm, Jesu, komm"),
Mendelssohn (Psalm 43) u. A.Becker („Zions Stille"), „Mache
mich selig, o Jesu" f. Sfapransolo u. Knabenchor y. A. Becker,
Soli f. Gesang y. R. Wagner („Träume"), W. Langhans
(„Harzreise im Winter") u. A. u. f. Viol. y. A. Becker (Ada-
»o) u. A. — Liederabend des Hm. Hensel unt. Mitwirk, des
Piuiisten Hm. Löwe a. Wien am 16. März: Soli f. Ges. y.
Liszt(„0,komm im Traum"), Brahms („0 liebliche Wangen"),
G. Henschel (Moreenhymne), AI. Bitter (^Stemenewig"),
O. Eichberg („Es hat die Böse" u. ,2Gott hiess die Sonne
glühen"), W. Berger („Am Strande"), E. E. Taubert („Der
Trabant" u. „HeUschmettemd singt die Lerche"), B.Wustandt
(.,In der Fremde" u. „Goldne Brücken") u. A. u. f. Clay. y.
Baoh-Liszt (Phant. u. Fxute in GmoU), Liszt (Legende „Der
heil. Franz yon Paula auf den Wogen schreitend") u. Beet-
hoyen (Son. Op. 111). — Conc. des Frl. Herms (Gea,) u. der
HH. Jedliczka (Clay.), Fei. Meyer u. Sandow (Streicher) am
16. M&rz: Esdur-Clayiertrio y. F. K auf f mann, Soli f. Ges.
y. Lessmann („Nun ist der Tag geschieden"), E. E. Tau-
bert („Gtebet"), W. Berger {„Der Nordsturm braust"),
F. Kauffmann („Als ich wegging"), F. Bies („Es muss
ein Wunderbares sein"), A. Bungert („Auf der Bleiche"),
B. Horwitz („Ich ging im Wald"), H. Seligmann („Aller-
seelen"), H. Schmidt („Waldruf") u.C.Heymann-Beinick
c„Wie er heisst"), f. Clay. y. Beethoven (Son. Op. 81), f.VioL
V. F. Behfeld („Widmung", Menuett, Span. Tanz u. Bondo
capricc.) u. £ Violonc. y. S. Godard („Sur le lao"), Fitzen-
hagen (Barcarole) u. F. E. Koch (Mazurka).
Breslau. 12. Abonn.-Conc. des BresL Orch.-Ver. (Masz-
kowski) unter Mitwirkung der Sängerin Frau Moran-Olden:
3. Symph. y. Beethoven, „Oberon"-Quyert. y. Weber, Vorspiel
u. „Isoldens Liebestod" a. „Tristan und Isolde" y. Wagner,
Arie „Abscheulicher" y. Beethoven.
Carlsruhe. 6. Abonn.-Conc. des Hoforchesters (Mottl):
3. Symph. v. Beethoven, Eine Faust-Guverture v. Wagner,
GmoU-C/onc. f. Streichorch. v. Händel, Claviervorträge des Frl.
V. Sch6hi^ofiE (GmoU-Conc. v. Saint-Saöns u. „Gant, d'a-
mour", „Waldesrauschen" u. Tarantelle a. „Venezia e Napoli"
v. Liszt).
Cöln. 10. Gürzeniohconcert (Prof. Dr. Wüllner): Cdur-
Symph. V. Haydn, Ouvertüren v. Berlioz („Beatrice und Bene-
dict") u. Welier, „Stabat mater" f. Soli, Chor u. Orchester v.
Gouvy (Soli: Frls. Erötma a. Elberfeld u. Höfken und Hr.
Sonmier), Solovorträge des Frl.ErÖtma („Die Wanderschwalbe"
y. Bubinstein, „Pastorale" v. Bizet etc.) u. des Hm. Sapell-
nikoff (Clav., Esdur-Conc. v. Liszt etc.).
Copenhagen. Zwei Concerte des Pianisten Hrn. Bosen-
thal m. Compositionen v. Beethoven (Sonate Op. 111), Weber
(Asdur-Son.^, Schytte (Bdur-Son.), Brahms (Paganini-
Variat.), Liszt („Don Juan"-Phant.), Bösen thal („Wiener
Cameval") u. A.
Danzig. 6. Abonn.-Concert: Compositionen für zwei
Claviere v. Schumann (Variat.) u. Beinecke (Impromptu üb.
ein Motiv v. Schumann) u. f. ein Clav. v. Beethoven (Son. ap-
nass.), Lieder v. Schumann („Frauenliebe und -Leben"), Schu-
oert u. Brahms („Feldeinsamkeit", „Botschaft" u. „Vergeb-
liches Ständchen"). (Ausführende: Frau Schmidt-Köhne aus
Berlin [Gres.], Frl. Pferdmenges u. Hr. Schumann [Clav.].)
Dorpat. Liederabend des Akad. Geeangver. (Dr. Harthan)
am 1. läfz: Gem. Chöre von H. Harthan („Beherzigung",
„Er ists" u. „Unterländers Heimweh"), Mendelssohn, Schu-
mazm („Zigeunerleben" [m. Clavierl und „Der Wassermann"),
Kreutzer u. G.Vierling („Ln Walde", „Zigeunerleben" und
„Willkommene Buhe"), „Sinnen und Minnen" für vier Solo-
stimmen m. Clav. v. H. Hof mann. — 2. Symph.-Conc. (Dr.
Harthan): 8. Symph., 3. Ouvert. zu „Leonore" Gdur-Clavier-
conc. (1. Satz) u. Fdnr-YioUnromanze v. Beethoven.
Erlangen. Am 4. März Aufführ. y. HändePs „Messias"
durch den Akad. Gesangver. (Oechsler) unt. solist Mitwirk,
der Frauen Zucker u. v. Baumer und des Hrn.. Schulz-Dom-
burg a. Würzburg.
Esslingen. AufTühr. des Oratorienver. (Prof Fink) unt.
Solist. Mitwirk. <es Frl. Müller a. Stuttcrart (Ges.) u. der HH.
Buess a. Cannstatt, Häberle (G«8.) u. LinderTViol.) am 4. März:
J3er Frühline" a. den „Jahreszeiten" v. Haydn, „Die erste
Walpurgisnacnt" v. Mendelssohn, Altdeutscher Schlachtgesang
f. Mannerchor y. Bietz, Soli f. Ges. u. f. Viol. (Ein uns vor-
liegender Bericht preist das Concert als ein in allen seinen
Theilen sehr gelungenes. Die Stelle des Orchesters vertrat
das Ciavier.)
Frankfart a. M. 11. Museumsconoert (Kogel) unt. Mit-
wirk, der Sängerin Frl. Kloppenburg: Bdur-Symph. v. Haydn,
8. Seren, f. Streichorch. v. Volkmann (oblig. Violonc: Hr.
Becker^ Ouvertüren v. Gluck u. Mendelssohn, j,Schicksalsge-
san^" f. Altsolo, eem. Chor u. Orch. v. E. Seyifardt, Bhap-
sodie f. Altsolo, Männerchor u. Orch. u. Frauenchöre JGesang
aus Fingal" u. „Der Gärtner" m. zwei Hörnern und Harfe v.
J. Brahms. — 9. Kammermusikabend der Museums-G^esell-
schaft: Streichquartette v. Cherubini (Esdur). Bubinstein
(Fdur) und Beedioven (Op. 59, No. 2). (Ausführende: HH.
Prof. Heermann, Naret-Koning, Welcker u. Becker.)
Frankfart a. 0. 8. Symph.-Conc. des Philharm. Ver.
(Blumenthal): 7. Symph. y. Beethoven, Ouv. „Im Frühling"
v. Vierling, Fdur-Orch.-Seren. v. G. Schumann,yiolinyor-
träge des Frl. Schindler a. Berlin (Span. Tanz von Sara-
säte etc.).
Freiburg i. B. 6. Symph.-Conc. des städt. Orch. (Starke):
Cdur-Symph. v. Schubert, Suite a. „Holbers^s Zeit" f. Streich-
orch. v. Grieg, Vorspiel u. „Isolden's Liebestod" a. „Tristan
und Isolde" v. Wagner, Violoncellvorträge des Hm. Becker
a. Frankfurt a. M. (Concertstück v. Bazzini, Cavatine von
F. Berger, Minuetto v. H. Becker u. Tarantelle v. Popper).
Genf. 10. Abonn.-Conc. im Stadttheater (W. Behben^):
Cdur-Symph. y. Schubert. „Cortöge" v. Moszkowski, „Mei-
stersinger"-Vorspiel V. W agner, Air f. Streichorch. v. Bach,
Gesangvorträjee der Frau Biohard.
Gera. 200. Conc. des Musikal. Vereins (Kleemann) mit
Haydn^s „Jahreszeiten" unt. solist. Mitwirk, des Frl. Münch
a. Leipzig und der HH. Zeller a. Weimar u. Demuth a.
Leipzig.
Hamburg. Conc. des Hm. Th. Kirchner (Clavier) unt.
Mitwirk, der HH. Dr. v. Bülow, Schradieck, Bläha, Schworm-
städt, Spengel u. A. m.: Clavierquart. v. Schumann, '„Novel-
leten" t. Clav., Viol. u. Violonc. u. Variat. f. zwei Claviere y.
Th. Kirchner, Frauenchöre v. Schubert u. Brahms (mit
zwei Hörnern u. Harfe). — Ciavierabend des Hm. Dr. v, Bülow
zu wohlthät. Zweck am 12. Febr. m. Compositionen v. Schu-
bert (Amoll-Son.), Bheinberger (Introd. u. Toccata Op. 12),
Brahms (Variat. O^. 21b), Chopin, Liszt (Gk)ndoliera und
Tarantelle a. „Venezia e Napoli") u. Beethoven (Son. ()p.81).
— 4. Kammermusikabend der HH. Zajic, Löwenberg, Schlo-
ming u. Gk)wa: Streichquartette v. Mozart (Adur), Dvorak
(Esdur) u. Beethoven (Op. 59, No. 2). — Gemeinsame Auf-
führ, der Philharm. Gesellschaft u. der Singak. (Prof. v. Ber-
nuth) unt. Mitwirk, des Frl. Stöckigt v. hier u. des Hm. Sister-
mans a. Fnmkfurt a. M. (G^.), sowie des Hrn .Wagner (Declam.)
am 19. Febr.: „Te Deum" v. BÜüidel, Musik zu „Die Buinen
yon Athen" v. Beethoven.
Hannover. 2. Conc. der Schaumburg-Lippischen Hofcap.
a. Bückeburg; (Sahla): Dante-Symph. v. Liszt, Ouvertüren v.
Weber u. Beethoven (No. 8 zu „Leonore"), Ghesangvorträge
der Frau Schmidt-Köhne a. Berlüi („Solveig's Lied v. Grieg,
„Buhe, SüssUebchen" v. Brahms, „Eine hab ich singen hören"
V. B. oahla, „Tandaradei" v. Stauche etc.).
Innsbruck. 4. Mitgliederconc. des Musikver. (Pembaur) :
„Frithjof" -Symph. v. H. Hof mann, „Sakuntala" -Ouvert. v.
Goldmark, Vorspiel zu „Tristan und Isolde" v. Wagner,
Violinvorträge der Frau v. Vilovska-Ott (Concertstück von
Saint-Saöns etc.).
• Laibaeh. 4. £[ammermusikabend der Philharm. Gesell-
schaft: Bdur-Streichsext. v. Brahms, Adur-Clavierquint. v.
C. Beinecke, Clav.-Violinson. Op. 12, No. 2, v. Beethoven.
(Ausftlhrende: HH. Zöhrer [Clav.], Gerstner, v. Bagenfeld,
Moravec, IHll, Lasner u. Wettach [StreicherU
Leipzig. 4. Soirte des Kammermusik- ver. : Symphon.
Suite f. Streichorch. v. E. B. Hansen (unt. Leit. des Comp.),
194
Gdur-ClÄviertrio v. Raff (Frl. Mary, Annie u. Lily Wignall
a. Manchester), Olav.-Violinson. v. Ö. Jensen (Prls, M. u. L.
Wignall), SoloYorträge der Frlfl. Strauflö-KurzweUy von hier
(Ges., -Domröflchen" von Wttllner, „Möcht im Walde" von
Cornelius, Frühlingsdied v. Bubinstein, „Hoffiaung** von
Grieg, „Die Rose" v. Wagner u. „Heraus** v. Kniese) u.
M. 'mgnaU (Gdur-Bomanse und Ungar. Tänze v. Brahms-
Joachim). — 21. Abonn.-Oonc. im iJeuen Geiwandhaus ^rof.
Dr. Beinecke): 4. Symph. v. Brahms, Ouvert. „Hilarodia" v.
L. Grill, DmoU-Duo f. zwei Violinen v. Spohr (HH. Prül u.
Hilf), Geaangvorträge des Hm. Messchaert a. Amsterdam.—
9. Kammermusik ebendaselbst: Oct. Op. 166 v. Schubert (HH.
Hilf, Becker, Sitt, Klengel. Schwab, li^essner, Gumpert und
Freitag), „Der Böse Pil^r&hrt" v. Schumann (Dir. : Hr. Sitt,
Solisten: Frau Huber aus Basel, Frl. Münch, Frau Metzler-
Löwy und Hr. Bärge von hier, sowie Hr. Mann a. Dresden,
Clav.: Hr. Prof. Dr. Beinecke).
London. Piaaof. Becital des Hm. A. Hartvigson unter
Mitwirk, des Hm. F. Hartvigson m. Compositionen v. Liszt
am 16. Mftrz: Conc. path^t. u. „Mazeppt" f. zwei Claviere, Soli:
„Paysage**, „Bicordanza", Ddur-Baflade, „Au lac de Wallen-
Stadt", „Songed'amour**, „ Au bord d'une source", Edur-Polon.
u. 8. Ungar/Bhaps.
Luzern. 4. Abonn.-Conc (Frischen): Ddur-Symph. von
Havdn, „Le Camaval romain** v. Berlioz, G^esang der Bhein-
töchter a. der j^Gtötterd&mmerung*' v. Wagner, Violinvorträge
des Hm. Prot. Heermann a. Frankfurt a. M. (AmoU-Conc. v.
Viotti u. „Heyre Kati" v. Hubay).
Magaeburg. 3. Casino-Conc. (Kauf&nann) : 3. Symph. v.
A. Klughardt, „Meistersinger "-Vorspiel v. Wagner, Solo-
vortr&ge des Frl. I^athan a. Frankfurt a. M. (Ges., Arie J^ie
Kraft versiudi" v. H. Goetz, „Ich liebe dich" v. Grieg, „Der
Kranz" v. Srahms) etc. u. des Hrn. Berber (Viol., Conc. v.
Beethoven u. Bomanze u. Ballade v. G. Bebling). — Lieder-
abend des Ehepaares Hildach a. Berlin am 10. März: Vocal-
duette V. Schumann u. £. Hildach („Der Vögel Abschied",
„Altdeutscher Liebesreim" und „Im blühenden Ghurten"), Ge-
sangsoli V. J. Brahms (gDie Mlainacht"), E. Hildach („Im
Volkston"), Zarzycki („Zwischen uns ist Nichts geschehen"),
A. Naubert („Nun erttss dich Gott, Frau Minne" u. „Lied
des Troubadours"), L. Hartmann („Und als endlich die
Stunde kam"), H. Biedel („Biterolt im Lager von Ak-
kon") u. A.
Mflnehen. Conc. des Frl. Lenbach (Ges.) u. derHH.Schmid-
Lindner (Clav.) und A. Krasselt (Viel.) am 10. Mftrz: Fdur-
Clav.-Violinson. v. Grieg, SoH i. Ges. v. Goetz (Arie „Die
Kraft versagt"),. Schumann, Brahms (.0 komme, holde Som-
mernacht"), Bubinstein („Es blinkt aer Thau"), B. Kahn
(Ligurisches Lied) u. Giehrl („Mir träumte von einem Königs-
kind" u. VolksHed), f. Clav. v. Grieg („Ich liebe dich" (?]),
Lassen-Liszt (,jLöse, Himmel") u. Liszt („Campanella") u.
f. Viol. V. Paganmi (Concertsatz), Bruch (Adagio aus dem
1. Conc.) u. Zarzycki (Mazurka).
New- York. 6.— 1 1. Conc des Streichquart, der HH. Herr-
mann, Hauser, Lüienthal u. Schenck: Esdur-Clavierquart. v.
Bheinberger (Clav.: Hr. Bühler), Streichquartette v. Haydn,
Mozart (Ddur), Beethoven (Op. 59, No. 1—3, Dp. 74, 95 und
127), Schubert (AmoU) u. Svendsen (Amoll, zwei Mal), Clav.-
Violoncellsonaten v. Beethoven (Op. ö, No. 2, Clav.: Frl. Gross)
u. Grieg (Op. 36, Clav.: Hr. Falkenstein), Chaconne f. Viol.
V. S. Bach.
Stuttgart. 3. Quartettsoir6e der HH. Singer^ Künzel,
Wien u. Seitz unt. Mitwirk, der HH. Kahn a. Leipzig und
Klein: Cdur-Streichquint. v. Beethoven, HmoU-Clavierquart.
V. B. Kahn, Gdur-Streichquart. v. Mozart.
WÜFZburg. 6. Conc. der k. Musikschule (Dr. Kliebert)
m. dem Oratorium „Franziscus" v. £. Tinel unt. solist. Mit-
wirk, des Frl. Budolph a. Trier, der HH. v. Bandrowski a.
Frankfurt a. M. u. Schulz-Dornburg v. hier.
Zeitz. 2. Auffuhr, des Coucertver. m. Mozart^s „Entfüh-
rung aus dem Serail", ausgefükhrt von Mitgliedern des Leip-
ziger Stadttheaters unt. Leit. des Hm. Porst.
Zwickau. 3. G^istl. Musikaufföhr. des "Kirchenchors zu
St. Marien (Vollhardt): Chöre v. Bach, Beethoven u. Mendels-
sohn, sowie geistl. Volkslied „Vöglein im kalten Winter", her-
ausgegeben V. Th. Schneider, Solovorträge der HH. Türke von
hier (Org., Gdur-Praelud. v. S. Bach u. Emoll-Son. v. A. G.
Ritter) u. Eismann a. Dresden (Viol., Phant. v. C. A. Fischer,
Adagio V. Spohr u. Adagio relig. v. J. J. Bott). — 20. Stif-
tungsconc. des „Arion" ((Jerhardt): Ddur-Concertouverture v.
L. Söhner, „Josef" v. M6hul (Solisten: Frau Melzer und HH.
Kressner, Oppelt, Teichmann, Schubert u. Ossmann), zwei Alt-
niederl&nd. Volkslieder, bearbeit. v. Kremser«
S^ V0rüUete Programme, •woU Programme ohne Angalbe von Ort und
Datwn mOeeen voUiUlndig unbeacMet blefbent
Engagements und GVste in Oper und Conoert.
Angers. Der hier in bestem Andenken stehende jugend-
liche G(eiger Hr. Henry Mar teau hat auch jüngst unser Pub-
licum durch sein echt künsüerisches Spiel erw&rmt und er-
freut, trotzdem die Wahl seiner Vortra^^Ücke nicht gttnstig
war. Unter diesen machte den besten jBindruck das „Album-
blatt" von Wagner. — Baltimore. Hr. E. d'Albert, von
früherher nicht unbekannt, wenn auch seiner vollen Grösse
nach noch nicht gewürdigt, erschien mit dem Bostoner Sym-
Shoxiv Orchestra nier und bildete den Hauptanziehungspunct
es Concertes. Er war unübertrefFlich ebenso in Cnopin's
Emoll-Concert, wie in den anderen Stücken. Stürme donnern-
den Applauses begleiteten seine Gkiben und konnten durch
die veroiüffend aus^führte Zugabe von Rubinstein's Stacoato-
Etude erst recht mcht beruhigt werden. Das Haus war über-
voll, viele Leute mussten zurückgewiesen werden.— Boston.
Im 19. Concert des Boston Sym^ony Orchestra war Hr.
d 'Albert der Held, welcher in Beetnoven*s Esdur-Concert
eine e^tene Grösse der Auf&ssun^ bekundete. Hr. d' Albert
wurde fünf Mal gerufen und zu emer Zugabe genöthigt. —
Frankfurt a. M. Der junge Pianist Otto Hegner hat bei
seinem neuesten Besuch, den er unserer Stadt machte, wie-
derum das ungetrübteste Vergnügen mit seinem künstlerisch
reifen Spiel bereitet. -- Freiburg i. B. Im hiesigen Theater
rirte mit tüchtigem Erfolg als Joeö und Lohengrin jüngst
Anthes aus Dresden. — Hannover. Hr. Th. Belch-
mann, der berühmte Bariton, erö&iete als Hans Heiling im
k. Theater ein längeres Gastspiel, für welches im Publicum
allgemeines Interesse vorhanden ist. — Magdebui^. Das
letzte Abonnementconcert des Kaufinännischen Vereins ver-
mittelte der Zuhörerschaft eine sehr werthvolle Sängerin-
Bekanntschaft, indem Frau v. Knappstaedt aus Leipzig,
welche man zur Mitwirkung gewonnen hatte, sich als einein
der Coloratur, wie in sinngemässem Vortrag ferme Künstlerin
mit bedeutendem und klangvollem Stimmmaterial auswies. —
Paris. Frau Melba trat in der Grossen Oper als Ophelia
mit glänzendem Erfolg wieder auf. — St. Petersburg. Der
belgische Geiger Hr. C<6sar Thomson hat hier Triumphe ge-
feiert. Auf die nicht enden wollenden Bei&llsbezeugungen
antwortete er mit mehreren Zugaben. Frau Marcella Sem-
brich, die in ihrer Gtesangskunst unvergleichliche Sängerin,
hat ihrem Opemrepertoire die Elsa-Partie aus „Lohengrin"
einverleibt und stellte sie unlängst unter fiprossem Succ6ss dar.
— Provldenee. In dem letzten Concert aes New-Tork Sym-
phony Orchestra erregte Hr. Adolph Brodsky mit semen
meisterhaften Violinvorträgen Sensation. — Sondershausen.
In der letzten „Zauberflöten "-Aufi^hrung im hies. Hofbheater
debutirten nicht weniger als sieben Schüler und Schülerinnendes
Conservatoriums, ein Überzeugender Beweis für den Ernst und
den Eifer, mit welchem an diesem Institut Hr. Director Prof.
Schröder und der Gesanglehrer Hr. Günzburger die Ele-
ven für die Opemcarriöre vorbereiten. — Thom. In dem
letzten Künstlerconcert wurde Hr. Georg Schumann enthu-
siastisch als Componist, Pianist und Dirigent gefeiert. Die
Lfocalkritik stellt ihn in allen drei Eigenschafben in die
erste Ean^ufe ein. — Zürich. Als Ortrud in „Lohen-
grin" gastirte im Stadttheater auf Engagement Frl. Franziska
Kindermann imd erinnerte in der Fül& ihrer künstlerischen
Beanlagung stark an ihre so früh verstorbene Schwester Hed-
wig, mit der sie auch im Aeusseren eine gewisse Aehnlich-
keit hat.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 2. April. „Mein Gott, warum
hast du mich verlassen" v. E. F. Kichter. „Seliges Geden-
ken" u. „Gethsemane" v. S. Bach-Wüllner.
Plauen i. V. St. Johanniskirche: 17. Jan. „Gottes Güte*^
V. B. Volkmann. 31. Jan. „Was zagst du, meine Seel in
mir" V. F. Schneider. 7. Febr. „Nur du bist meine Liebe**
von E. GrelL 14. Febr. „Gerechter Gott" von G. Vierling.
88. Febr. „Zeige mir dein Angesicht" v. J. Stecher. 6. M&rz.
„Der Herr ist mein Hirte" v. W. Bargiel. 13. M&rz. ,Ich
lasse dich nicht, du segnest mich denn" v. J. Chr. Bach. —
195
Luiherkirche: 24. Jan. „Du bists, dem Buhm'* v. J. Haydu,
21. Febr. „Herr, dein bin ich" v. E. Grell.
Torgau. Stadtkirche: 13. März. „Nicht so ganz wirst
meiner dn vergessen" y. M. Hauptmann. 20. März. „Ave,
verum corpus" v. Mozart.
OpernaufRlhrungen.
März.
Baden-Baden. Hoftheater: 2. Francesca von Rimini.
28. Das goldene Kreuz.
GarlSPUhe. Hoftheater: 4. Der faule Hans (A. Bitter).
6. Der Barbier von Sevilla. 11. Don Juan. 13. C^valleria
rustioana. 14. Die Afrikanerin. 17. Margarethe. 20. Das
goldene £reuz. 27. Lohengrin. 31. Der Waffenschmied.
Gotha. Hofbheater: 4. Der schwarze Domino. 5. u. 99,
Gavalleria rusticana. 10. Die Zauberflöte. 13. Asraöl. 17.
Bobert der Teufel. 20. u. 22. Don Juan. 24. Wilhelm Teil.
26. Die lustigen Weiber von Windsor. 27. Der fliegende
Holländer.
VermiMlite Mittheilungen und Notizen.
* Die Singakademie zu Halle a. S. brachte am 9. März
unter Leitung ihres Dirigenten Hm. Reubke erstmalig für
dort S. Bach"s Matthäus-Passion in der Bearbeitung von
B. Franz zu ebenso eindrncks- wie stilvoller Aufföhrung.
* Die Direction der Pariser Conservatoriumscon-
certe hat in ihrem Goncert am 20. März den Versuch gewagt,
ihrem Wagner-Bepertoire das ganze zweite Bud aus
„Farsifal'^hinzuzuiWen, und errang damit einen vollstän-
digen Sieg. Die Ausjrahrung von Seiten aller Betheiligten
war vortrefflich, die Aufnahme von Seiten des Publicums
Über alles Erwarten warm.
* Hr. Lamoureux in Paris schloss am 20. März seine
Ck>ncerte. Das zahlreiche und auserlesene Publicum hörte die
ersten Nummern nur zerstreut an, um erst mit dem Vorspiel
zu „Tristan und Isolde" zur Theilnahme zu erwachen und
sich durch die erhabenen Klänge Wagnerischer Musik und
die fiTOSBzugige Interpretation Wagner's durch Frau Materna
zur Begeisterung hinreissen zu lassen. Die Sängerin wurde
mit donnerndem Beifall empfemgen und musste zum Schluss
mit Hm. Lamoureux die Ovationen des PubHcums in EmpÜEing
nehmen. ^
* Hr. Ketten in Genf brachte am 30. März mit zwei
seiner Direction unterstehenden Gesangvereinen Liszt 's ,,Le-
gende von der heiligen Elisabeth" in gut vorbereiteter und
verlaufener Aufführung zu Gehör.
* In Dortmund wird am 21. und 22. Mai unter Leitimg
des Hm. Janssen das 2. Westfälische Musikfest statt-
finden.
* Carl Sehr öd er 's Oper „Aspasia", welche im Hofbheater
zu Sondershausen fünf Mal vor vollem Hause in Scene ging,
erscheint demnächst bei Martin Oberdörffer in Leipzig im
Druck.
* Nachdem das neue Stadttheater zu Zürich mit einem
glänzenden Beispiel voran^gangen war, hat nun auch die
Schwesterbühne in Basel am 16. März Rieb. Wagner 's
Liebeedrama „Tristan und Isolde^ die Pforten geöffiiet.
Die Aufnahme des wimderherrlichen Werkes war auch hier
eine begeisterte.
* Im Stadttheater zu Genf kam am 26. März unter
grossem Beiüsdl und in recht annehmbarer Gestalt der 1. Auf-
zug von Wagner's „Walküre" zur Darstellung.
* Die zweite Aufführung von Wagner's „Lohengrin''
in Amiens hatte noch grösseren Erfolg, als die erste.
* Im Grand-Th^tre in Marseille setzt „Lohengrin*'
seinen Siegeslauf fort, erst Erstaunen erweckend, dann über-
zeugend auf die zahlreichen Hörer wirkend.
* In der Komischen Oper zu Paris hat die nach Langem
erst letzt wieder hervorgesuchte Mozart 'sehe Oper „Figaro 's
Hochzeit*' grossen Beifall erweckt.
* Die am 20. März mit sehr gutem Erfolg vor sich ge-
gangene Strassburger ErstauffÜlurung von F. Cornelius'
„Gunlöd" hat zu zwei in der „Str. Post* veröffentlichten
Mittheüunge^ über die Vorgeschichte dieser Oper Anlass ge-
geben, die interessant genug sind, um weiter verbreitet zu
werden. Zunächst schreibt der Hotelbesitzer Hr. F. Jaeger
in Titisee an das gen. Blatt, dass vor 12—15 Jahren sein
Freund Carl Hoffbauer auf Wunsch der Wittwe des Com-
ponisten nach dessen zum Theil sehr spärlichen Notizen die
Oper „Gkinlöd" nicht nur mit peinlichster Gtewissenhaftagkeiti
sondern auch ganz im Sinne des Componisten vollendet habe,
wie dies ans &t vollständig; fertig ^wesenen Partitur zu er-
kennen gewesen sei. Da &m inzwischen durch Selbstmord
geendeten ebenso begabten wie unglücklichen Hoffbauer die
seinem Talente und edlen uneigennützigen Charakter gebüh-
rende Anerkennime bei seinen Lebzeiten zumeist versagt ge-
blieben sei. so glaubt Hr. Jaeger als Freimd des Verstorbenen,
dessen Anaenken diese Mittheilung schuldig zu sein, doch
hält er es &ü: vollständig ausgeschlossen, dass Lassen von
der Hoffbauer'schen Arbeit Etwas benutzt habe. Hierauf er-
widert Hr. Carl Somborn — „als Einziger in Strassburg, der
in früheren Zeiten als Hoifbauer's Freund der Sache nahe-
stand*' — Folgendes: „Allerdings ist die Hoffbauer'sche Be-
arbeitung von Seiten Lassen's nicht ganz unbenutzt
geblieben: eine der herrlichsten Stellen der an Schönheit so
reichen Oper stammt von Hoffbauer. Es ist dies die Musik
zu dem Schlüsse der ersten Scene des zweiten Actes von Gun-
löd's Worten: »Nimm die Schale!« an — ein Schlummerlied
von wunderbarer Tiefe der Empfindung. — Dass ich diesen
Sachverhalt nicht eher besprochen habe, sondern dem Freunde
das ihm zukommende Lob vorenthielt, begründet meine Freund-
schaft zu dem Dahingeschiedenen, der in der Verzweiflung
ein Leben von sich warf, das ihm nicht mehr lebenswertn
erschien. Denn lenkte ich die Aufmerksamkeit auf Hoff-
bauer's Bearbeitung, so musste ich der Frage gewärtig sein:
»Warum hat die Wittwe des Dichter-Componisten Cornelius,
die doch den hervorragend begabten Hoffbauer mit der Bear-
beitung der nachgelassenen »Gunlöd« -Skizzen betraute, sich
veranlasst gefühlt, später diese Arbeit noch einmal einem
Anderen zu übertragen?« Zu der Beantwortung dieser Frage,
die ich gerne vermieden hätte, zwingt mich Hr. Jaeger nun.
Nicht nur Lassen, sondern einstimmig Alle vom Fache,
denen ein Einblick in die Hoffl)auer'sche Partitur vergönnt
wÄr, gaben das Urtheil ab, Hoffbauer's Instrumentation
sei der Art, dass sie die Wirkimg der Oper schädige. Dass
aber Lassen seine Aufgabe nicht darin erblickte, dass er Hoff-
bauer's Musik neu instrumentirte, ist begreif lieh : er bearbei-
tete das Ganze neu und verwendete nur jenes erwähnte
wunderschöne Schlummerlied. Wenn das Werk im Druck
erscheint, wird auch wohl eine Notiz, die Hoffbauer als den
Componisten dieses Schlummerliedes bezeichnet, nicht fehlen."
* Im Casino-Theater in Monaco ist C. Saint-Sa3ns'
,iSainson et Dalila*' begeistert aufgenommen worden.
* Das k. Theater in Madrid hat die Oper „Edgar" von
Puccini erstmalig, und zwar mit Erfolg gegeben.
* Die Oper „Hertha** von F. Curtius ging als Novität
mit hübschem Erfolg kürzlich in Riga über die Bretter.
* Mascagni's „Freund Fritz" ist nunmehr auch im
Wiener Hoitheater in flottem Granga, da die Premiere am
30. März sehr günstig für die Novität ausgefallen ist.
* Messager's „La Basoche" hat bei ihrer Erstauffüh-
rung am 27. März in Nürnberg gut gefetllen.
* Die neue Oper „Friedel mit der leereu Tasche" von
M. J. Beer hat bei ihrer Erstaufführung im Deutschen Landes-
theater zu Prag am 24. März einen hübschen Erfolg gehabt.
* Der Berliner Tonkünstler Hr. E. E. Taubert veran-
staltete am 28. März in Hamburg einen Kammermusikabend
mit je einem Ciavier- und Streichquartett, sowie Liedern
eigener Composition, welche Werke sich in der trefflichen
Ausführung durch Berliner Künstler (Frl.Weitz und die HH.
Elruse, Könnecke, Nicking \md Dechert) einer warmen Auf-
nahme zu erfreuen hatten und allgemeine Sympathien für den
bisher daselbst noch unbekannt gewesenen Componisten er-
weckten.
* Frau Marie Jaell in Paris hat am 8. März ihre sechs
Concerte füllende Vorführung Liszt'scher Original-Cla-
vierwerke beendet, ein Unternehmen, welches von vollstän-
digem künstlerischen Erfolg begleitet war.
* Der Orgelmeister Hr. Alexandre Guilmant wird seine
diesjährigen Orgelconcerte im Trocad^ro zu Paris am
196
13. April erö&en. Das Orchester wird unter Leitung des
Hru. Marie stehen.
* Hr. Dr. H. v. Bülow besohloss am S8. März im 10.
Philharmonischen Concert in Berlin seine ruhmvolle Th&tig-
keit als Dirigent dieser Goncerte. Nach Schluss der letzten
Frograxomnummer, der Eroica-Symphonie von Beethoven, en-
thusiastisch auf das Orchesterpodium zurück^rufen. hielt er
eine längere Ansprache an das Publicum, die mit aem Vor-
schlag schloss. cuuss genannte Werk dem Fürsten Bismarck,
„dem Bruder Beethoven's, dem Beethoven der deutschen Poli-
tik" zu widmen, mit welchem er aber bei der Zuhörerschaft
soh6n ankam, indem deren Majorit&t in l&rmendster Opposi-
tion zu Denen trat, die dem ktthnen Redner beistimmten.
Letzterer beantwortete den Tumult damit, dass er das Taschen-
tuch aus der Tasche zog und mit demselben pantomimisch
den Staub von den Stiefeln abstäubte, was den Spektakel
natürlich noch erhöhte. In manch anderer Stadt — z. B. in
unserem Leipzig — würde die vorgeschlagene Widmung sicher
ein ganz anderes Echo gefunden haben.
* Hr. Adolf Brodsky feiert in New- York als Quar-
tettspieler dieselben Erfolg, wie während seines Aufent-
haltes in Leipzig. Das dortiffe Publicum hat schnell die Be-
deutung dieses Künstlers und der Leistungen dessen in den
übrigen Stimmen angezeichnet besetzten Quartetts erkannt.
Daas Hr. Brodsky als Solist nicht minder grossen BeifiEtll findet,
hat unser Blatt wiederholt mitzutheüen Gelegenheit gehabt.
* Hr. E. d*Albert feiert auf seiner gegenwärtigen ame«
rikanischen CJoncertreise die grossartig^n Erfolge. Man
findet, dass er seit seinem ersten Besuch, den er vor zwei
Jahren Amerika machte, noch mächtig an Bedeutung ge-
wachsen ist.
* Frau Amalie Joachim hat ihre amerikanische Toum^
am 8. März mit gutem Erfolg in Boston begonnen.
* Der Londoner Pianist Hr. Ernst Pauer beging am
17. März sein 6Qjähxiges Künstleijubüäum.
* Bei der Streichquartett-Goncurrenz, welche im
V. J. der Verein für Kammermusik zu St. Petersburg aus-
schrieb (s. No. 38 V. Jahrg. 1891 d. Bits.), habtn der k. Mnsik-
director Hr. M. Weber in Wiesbaden den 1. Preis und Hr.
Sokolow in St. Petersburg den 2. Preis zuerkaxmt erhalten.
Preisrichter waren die QE. Tscha^kowsky, Bymski-Korsakow,
Näpravnik und La Boche.
* Der Tenorist Hr. Anton Schott wurde vom Grossherzog
von Mecklenburg-Schwerin zum Ejunmersänger ernannt.
* Der in Bulgarien anscheinend mehr als in Leipzig, sei-
nem Domioil, bekannte und gewürdigte Componist Hr. Jos.
Diamand erhielt in Anerkennung seiner Thätigkelt das
Bitterkreuz des bulgarischen Bitterordens verliehen.
Todtenliste. Qiovaani Zucchini. Bariton, später Buffo
caricato, lange Zeit die Freude des Thöätre-Italien in Paris,
Künstler ersten Banges, der auch in anderen Ländern grossen
Erfolg hatte, f, 76 Jahre alt, in Bologna. — Charles William
Melville, der älteste Organist in Amerika, t am 8. März,
83 Jahre alt, .in Brooklyn.— Gustav Ehrlich, Director einer
Musikschule zu Dresden, f kürzlich. — Anton Wallerstein,
beliebter Tanzcomponist, f, 79 Jahre alt, am 80. März in Qenf.
— Prof. Dr. Ed. Krause, vorzüglicher Pianist, t, 55 Jahre
alt, am 98. März nach langem Leiden in Berlin.
!Di*ief*l£a.8teii.
L. E, in S, Eine dreistere Beclame ftir seine Person und
Fabrikate, als sie Hr. Wilhelm Emmer, „ein Clavier-Stradi-
varius des 19. Jahrhunderts", durch einen gewissen oder tki-
gewissen Christian Sturm für den LiseratenÜieil des „Echo"
schreiben Hess, hat allerdings wohl noch kein Clavierhändler
oder -Bauer losgelassen. Gbgen dieselbe sind sogar die G(e-
schäftsreclamen der, wie sie sich selbst bezeichnet, „muster-
^tigen Pianofortefftbrik, wohl der vollkommensten in Europa",
m Schwelm wahre Muster der Bescheidenheit.
M, y, in C. Es ist wirklich widerlich mit anzusehen,
wie Hr. B., jxm seinem Brodherm zu Danke zu schreiben,
ein „höchlichstes" Interesse fClr jene Symphonie heuchelt, das
er vermöge seines verknöchert-conservativen Standpunctes
absolut nicht besitzen kann. Und mit welcher Berserkerwuth
würde der Wackere über die Phantasie hergefiülen sein, wenn
ein Anderer, als gerade B., sie geschrieben hättet
F, A. in C. Derartige Missbräuche, wie die unseres Wis-
sens von der Concertdirection Hermann Wolff ins Leben ge-
rufene Besteuerung des Cbnoertzettels, fressen sich eben weiter.
R. in St, Die dort. „N. M.-Z." ist fsklsch berichtet, wenn
sie ihren Lesern mittheüt, dass Hr. Dr. v. Bülow infolge
seiner fi^legentlichen Goncertansprachen die Leitung der Ber-
liner Philharmonischen Goncerte habe niederlegen müssen.
Ebensowenig ist zu glauben, dass Hr. Mart. Böder G«8ang-
lehrer des Frl. Leisin^r, der Frau FohstrÖm und der Efi.
Lieban und Alvary sei.
Anzeiflren.
Todtenklage der Gothen.
(Glicht von Luise Hitz.)
mit Begleitung eines Icleinen Orchesters oder des
CJavlers
componirt von
Op. 15. [874.]
Glav.-Ausz. JH 2,60. Singstimmen (ä 25 /^) J6 1,—. Orch.-
Partitur n. Jk 4, — . Orch.-Stimmen n. Ji 5,—.
Leipzig. C. F. W. Siegers Mnsikalienhandlang
(B. Linnemann).
^eitifc^e» <te5e»t>eiflag^
Breitkopf * HIrtel in
Hiiedei* f tki* eine StimiKie.
Heftausgabe je Ji 1,—. [376—.]
Sopran No. 1—200, Mezzosopran No. 201—400. Alt No. 401—460,
Tenor No. 461—600, Bariton und Bass No. 601—700.
Terzeichnisse unentgeltlich in jeder Buch- u. Musikhandlung.
qiüttiuti: und Dank. [376.]
Für die Famüe Halmes liefen femer noch ein:
Baron von W. 8 Ji. Procurist B. 2 ^. K B. 6 Ji. Summa 10 J^.
Herzlichsten Dank.
Dr. D.
Wilhelm Hansen's Musik- Verlag. Leipzig:
Compositionen
von
Christian Sinding:
Suite
Itlr Violine und Pianolorte.
(Fdur).
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Concert
(Desdur)
für Piano und grosses Orchester.
Partitur 15 J6. Stimmen 15 Ji, Frincipalstinime mit
Begleitung eines zweiten Pianos 10 J(,
Variationen
(Esmoll)
für zwei Pianeforte zu 4 Händen. 9 ^.
{Beide Stimmen sind Jede für sich gedruckt.
Von Franz Rummel und Arthur Friedheim neulich
[377.] in New- York gespielt. ■■
Suite fuF Pianoforte.
I M. 50 Pf.
Präaubulo — Courante — Sarabande — Gavotte — Presto.
(2. Auflage.)
Lieder
aus H. Drachmann-Ranker und Roser.
(2. Auflage.) 3 Jt
2. durchgesehene Auflage des berühmten
Quintetts
für Pianoforte, 2 VioOnen, Viola und Violooeeil.
12 Mark.
Folgende öffentliche Aufführungen haben schon stattge-
funden:
Leipzig (Gewandhaus) 2 Mal, Dresden 2 Mal, Breslau
2 Mal, Christiania 3 Mal, Copenhagen 2 Mal, Genf 2 Mal,
St. Petersburg 2 Mal, München, London, Stockholm, Hel-
singfors, Graz, Frankfurt a. M., Dordrecht und Detroit.
Neuer Verlag von Ries A Erler in Berlin.
Concone, 15 Gesangiibungen.
Neu bearbeitet, mit Varianten und italienischen Text-
worten versehen von Auguste Götze.
Hoch, tief ä 9 >K [378. )
Am königl. Conservatorium der Musik zu Leipzig eingenihrt.
Adolf Gunkel, Vier Lieder, Op. 6.
No. 1. Diebstahl. .4i 1,—. No. 2. Blaue Augen. M 1,— .
No. 3. Rheinstein. M l,— . No. 4. Vogel Weisheit. Ji 1,20.
197
Nicolai von Wiim :
Op. 90. Walzer-Suite (No. 2 in Edur) für Pianoforte
zu vier Händen .... . . . . Jl 4, —
Op. Ol. Helge'S Treue: „König Helge fiel im blutigen
Streit". Ballade von Moritz Graf von Strach-
witz, für eine mittlere Singstimme mit Pianoforte.
Ji 1,80.
Op. 100. Suite No. 5 in Gmoll (Einleitung und Fuge;
Thema mit Variationen; Sarabande; I-»arghetto espres-
sivo; Giga) für Pianoforte zu vier Händen. Ji 6, — .
Op. 101. Drei Duette für Sopran und Bariton oder
Tenor mit Pianoforte.
No. 1. Barcarole: „Um der fallenden Ruder Spitzen"
von Graf von Schack Hi 1,—.
No. 2. Wenn Zwei sich gut sind: „Kein Graben so
breit, keine Mauer so hoch" von Claus Groth.
No. 3. Nach imd nach: „Durchs Feld mit zagenden
Schritten" von G. Pfarrius . . . M 1,—.
Op. 102. MusiJcalische Bildermappe. Zwölf kleine
und leichte Ciavierstücke mit Fingersatzbezeich-
nung.
Heft I. Im Grünen; Auf der Schaukel; Beim kranken
Schwesterchen ; Ständchen ; Der Postillon ; Klänge
vom Exercierplatz ... i .... .^ 1,80.
Heft n. NachSchulschluss; Fürs Album; Der Dudelsack;
[379.] Rosenknospe; Im Domhofe; Die Libelle. Ji 1,80.
Verlag von F. E. C. Leuckart in Leipzig.
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mern die wichtigsten Werke der reinen Orchestermusik,
sowie derer für Blasinstrumente und für ein Instrument
mit Begleitung des Orchesters enthaltend. Preis jeder
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tigsten Gesangwerke (geistliche und weltliche) und eine
gute Auswahl von Liedern, in nach den Partituren sorg-
faltig revidirten Chorstimmen enthaltend. Preis: Serie l—
VI, XI, Xin— XVT jede Nummer und Stimme 30 Pf. —
Serie XVU-XIX jede Nummer und Stimme 15 Pf. —
Serie VII— X, XII jede Nummer und Stimme 15 Pf. —
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Hans Ton Bülow.
Verlaffs-^To. a. Kompositionen: ^m
2643 — Op. 5. Fünf Lieder für eine hohe Ba.ssstimnie
mit Clavierbegleituüg. Dritte Ausgabe . . 2, —
Nu. 1. Freisinn (Goethe): „Lasst mich nur".
Nu. 2. Der Fichtenbaum (Heine): „Ein Fich-
tenbanm steht".
No. 3. Wunsch (Meissner): „O könnte doch".
No. 4. Nachts (H. Grimm): „Blüthen öffnen".
No. 5. Volkslied (Immermann) : „Die schönste
Rose".
— Op. 20. Nirwana! Orchester -Phantasie in
Ouvert.-Form.
2388 a Partitur netto
2388 b Orchesterstimmen
2389 Ciavierauszug zu 4 Händen, übertr. von Bich.
Kleinmidkel
2292 — Op. 27. Lacerta. Impromptu pour lo Piano.
Seconde Edition soigneusement revue . . .
2477 Pour Violon avec accompagnoment de Piano
par L. Äbd
2398 — Op. 28. Königsmarsch. Für Ciavier zu 2 Hän-
den vom Comp
2409 Für Ciavier zu 2 Händen leicht eingerichtet
von Fich. Kleinmichd 2, 50
2407 Für Ciavier zu 8 Händen einger. v. J. r, Vcgh 4, —
1 925 — Der König von Thule (Goethe) : ,^ war ein
König", im Volkstone componirt, für eine
Stimme mit Clavierbegleitung ad. lib. . . . I, —
1922 — Romanze für Tenorstimme: „Dahin sind nun
die Leidensstunden". Zum dritten Act von
Ilalövy's: „Musketiere der Königin" componirt — , 50
— Bayerische Volkshymne. Gedicht von
M. (hchsnrr. In Es fi\r einstimmigen Chor *
oder für eine Sing^timme allein:
2394 e Singstimmen ä netto — , 05
In £s für vierstimmigen gemischten Chor:
2394 b Singstimmen ä netto —,05
2394 a Ciavierauszug netto — , 20
In G für vierstimmigen Männerchor:
2394 d Singstimmen ä netto — , 05
2394 c Ciavierauszug netto — , 20
Für Blechmusik allein oder als Begleitung:
2394f In Es. Partitur netto — , 20
2394g In G. Partitur netto — , 20
2379 — Drei schottische Lieder für eine Singstimme
mit Ciavierbegleitung 1, 50
No. 1. An Marie, die Verklärte (Gedieht von
Roh. Burnn). Text deutsch und engl.
No. 2. Hell geht die Sonn in Frankreich auf
(Jacobiten-Lied).
No. 3. Die schneeweisse Rose (Jacobiten-Lied).
BEans Ton Bülow.
b. Instructive Ciavierausgaben.
(Kevisiouen und kritische Bearbeitungeu.)
Beethoven, Ja. t., 8 Variationswerke (aus
der Jugendzeit) für Pianoforte. Genau revi-
dirt und mit Vorrede, Fingersatz, Vortrags-
zeichen und instructiven Anmerkungen.
(Uebersetzt ins Englische von Const. Bache.)
2542a Heft 1. 24 Variationen über die Ariette:
„Vieni amore" von Righini. D dur . . . . 2, 50
2542 b Heft 2. 12 Variationen über ein russisches
Tanzlied in Adur 2 —
Heft 3. 7 Variationen über „Kind, willst
du ruhig schlafen" aus Winter's „Opferfest".
Fdur 2,50
Complet mit Vorwort in 1 Heft , . netto 4, 50
2372 — Op. 80. Phantasie für Pianofort«, Orchester
und Chor, für 2 Pianoforte zum Concert Vor-
trag bearbeitet o, —
NB. Zur Aufführuuj; 2 Exemplare uothwcuüig.
2642 c
2542 d
2545 a
2545 b
2545 c
2545 d
2545 e
2392
Veriag8-Ko.
2563 Chopin, Fr. Tarantelle. Op. 43 (As-dur).
Transp. nach H dur. Instructive Ausgabe mit
Fingersatz imd erläuternden Anmerkungen in
deutscher und englischer Sprache ....
— 4 Impromptus mr Pianoforte. Instructive
Ausgabe mit Fingersatz, ergänzenden Vor-
tra^zeichen und erläuternden Anmerkungen.
(Uebersetzung ins Englische v. Const. Baciie.)
Heft 1. Op. 29 Asdur
Heft 2. Op. 36 Fiadur
Heft 3. Op. 51 Gesdur (Alle^ro vivace) . .
Heft 4. Op. 66 Ci8-moll(Fantaisie-Impromptu)
Complet in 1 Heft netto
— Clavier-Etuden. Auswahl aus Op. 10 u. 25.
Instructive Ausgabe mit Vorwort imd An-
merkungen. (Mit deutschem und en^ischem
Text. Englische Uebersetzung v. G. F. Hatton.)
Prachtausgabe. Carton. in 1 Bande netto
— S&mmtliehe Clavier-Etuden (Op. 10 und
Op. 25) mit Anmerkungen und Fingersatz
(Text in deutscher und englischer Sprache).
Englische Uebersetzung von C. Bache.
2605 1. Heft, Op. 10 netto
2606 2. Heft, Op. 26 netto
2077 Cramer, J. B., 60 ausgewählte Clavier-
Etuden. Dritte vermehrte und verbesserte
Ausgabe mit Vorwort, Fingersatz, Vortragss-
bezeichnungen und Anmerkungen. Gr. o.,
broch. in 1 Bd netto
In vier Heften: 1. Heft. Etüde 1—15. 2. Heft.
Etüde 16—30. 3. Heft. Etüde 31— i5. 4. Heft.
Etüde 46—60 k netto
— 60 Seleeted Pianoforte-Studies. Third Edi-
tion, enlarged and improved with Preface,
Fingering, Marks of execution and explana-
t>ory Notes. English translation by C. Bache.
Complete in one volume netto
1. Studies 1—15. 2. Studies 16—80. 3. Stu-
dies 81—45. 4. Studies 40—60.
— Mit englischem Fingersatz.
— Mit deutschem Fingersatz.
— 50 Etudes choisies pour Piano. Edition in-
structive avec avantpropos, doigtös, remarques
et observations. Traduction fran^. par de
Suckau. 3 Cahiers ä fs. 12. — chaque.
1er Cahier (Etudes 1—15).
2me Cahier (Etudes 16—33),
3me Cahier (Etudes 34—60).
2387 dlack, Ritter t., Tanz weisen aus seinen
Opern. Für Ciavier zu 2 Händen übertragen.
4 Hefte complet in 1 Bd. . . Carton. netto
Inhalt:
2373 Heft I. Orpheus
1. Pantomime (Todtenopfer). 2. Sarabande
(Reigen der Seligen). 3. Arie (Euridice*s
Schatten Wandlung). 4. Bourröe (Chortanz).
5. Menuette. 6. Gigue. 7. Gavotte. 8. Hir-
tentanz. 9. Chaconne.
237H Heft n. Alceste
1. Priestermarsch. 2. Opferhandlung. 3. Di-
vertissement (in 4 Sätzen). 4. Gigue. 5. Fest-
marsch. 6. Sarabande. 7. Gavotte.
2377 Heft III. Iphigenie in Aulis
1. WafFentanz. 2. Sarabande. 3. Menuetto.
4. Anglaise. 5. Passepied. 6. Marsch (Auf-
tritt AchiU's). 7. Passepied. 8. Gavotte.
9. Tambourin. 10. Menuetto. 11. Sclaventanz.
2378 Heft IV. Armide
1. Huldigungsmarsch. 2. Pavane. 3. Tanz
mit Chor. 4. Menuetto pastorale. 5, Gavotte,
6. Furientanz. 7. Bourr6e. 8. Tanz mit Chor.
9. Pavane. 10. Sicilienne. 11. Sarabande,
[382.]
1,50
1,-
1.-
1,20
1,30
3,-
2,50
2,50
6,-
i,m
6,-
2154
2628
2521a
2521b
2521c
«,-
3,-
3,-
8,-
3,-.
3106 HttBdel, «. V., Zwölf leichte Stacke mit
den eriorderticheii Bezeichnungen behuft der
technischen Ansfilhnmg nniT des entspre-
chenden VortntM versehen
asm HendelMSohB-Bartfasldr, F., Op. 14.
BondO eaprleclOBO poiir Pmo. (Instmctive
Auagaba mit Vorwort und Ajunerkuiigen.)
Mit dentschem und englischem Text. (Eng-
lische Uebersetznitg von Mis. Carl HiUehrond.)
2386 Monlussko, Ntonlslans, Polonaise ca-
raet^Fistique pour Piano
!)3»6 W^eber, C. M. v., Op. 65. Auffarderansr
zum Tanze. Rondo fhr Fianoforte. Kritisch
zum Unterricht verbessert
»397 — Op. 72. Polacca brillante für Pianoforte.
Kritisch zum Unterricht verbessert . . .
Abb den CoMe«F^ron»aiineii von H
▼. Bftloir. Auswahl classiecher Glaviei
werke. Revidirt und mit Anmerkungen,
VortrAgB- Bezeichnungen und mit Fingersatz
herausgegeben .
3231 I. Band. Carton. J( 6, ~~ netto; elegant geb.
J(7,— »letto.
SoeO 1. Bath, Jok. Seb., Suite. F dur {No. 4 der
Englischen 8tut«n): Preludio, Allem&nde,
CouMmte, Sarabande, Menuetto, Gigue .
199
2081 2. Bach, Joh. Se6., Phantasie. Cmoll . . . — ,50
3136 3. Seähovm, L. v., Sonata quasi nna Fan-
tasia, Dp. 27, No. a. asmoll 3,—
fll»4 4. Scarlatti, Domatico, Eataenfuge .... 1, 60
3195 6. Beethoven, L. v., Sonate. Op. 36. Asdur 2,60
2233 U. Band. Carton. J( 5, — netto; elegant geb.
jn,~ netto.
2197 6. .ffoydn, .70fl., Phantasie. Cdur 1,50
3198 7. Fietd,John, Rondo. Eadur 1,30
2199 8. BtäJtoven, L. v., 83 Variationen. Cmoll . 2, —
2200 9. Händel, C. F., Gigue, Gmoll 1,30
2201 II). Beelhovm, L. v., Sonate pathätique, Op. 18.
Cn>3U 2,50
2334 in. Band. Carton. J(6,— netto; elegant geb.
Jil,- netto.
2318 II. Sehviert , fV«n«, Impromptu Slägiaque.
Op. 90, No. 3. Odur 1,80
2319 12. MenddtsohnrBt^tholdif, F., Capriccio, Op. 5.
Fismoll 2, —
2371 13. fVeb», G. M. v., Momento capriccioso.
Op. 13. Bdur 1,30
2386 U. Jtfoiart, 3. Phantasie. Cmoll 1,80
2393 16. B<rtÄ<>ueM,i.i',,Sonata. Esdur.Op.31,No.3, 3, —
2501 — Che& d'Oeuvre classique du piano avec doig-
t^, ubservations critiques et remarqiiee in-
Btriictives. Extrait des ProgrammeH deConcert.
Edition fran^wiee-angkise. Vol. I. nettu fe. . 10, —
V«rl.g -
1 D. Bähten in Leipaig.
Sticke ans dem Repertoire
^ Issipoff-IiSsehetliky
(38S.] beratisgegeben von
Theodor Leschetizky.
No. I. J.P.Rame&U. Gavotte n. Variationen. UtbO/^,.
No. 2. bomentco Scarlatti. Sonate in Adur. 1 Ji
No. 3. Theodor Leschetizky. Op. 35, No. 2. Souve-
nir d'ischi. 1 jt m 4,
John Field. Nocturne in Bdur. 80 4-
F. Mendelssohn-Barthoidy. Andante n. Presto
aus Op. 7. 1 ^ 80 4.
Scherzo ans Op. 16. 1 JH
Fr. Chopin. Noctame in Desdnr, Op. 27, No. 2.
1 Jt 30 ^.
Scberzo in Hmol), Op. 20, No. 1. 2 Jt
i. S. Bach. Gigue in Emoll. 1 Ji
W. A. Mozart. Gigne in Gdur. 80 4-
Franz Schubert. Impromptu, Op. 142, N0.3.
1 ^ 50 4.
— — Menuetto Ktts Op. 78. 1 Jt
— Uomeat muaical, Op. 94, No. 3. 1 .^
C. M. V. Weber. Momento capriccioso, Op. 12.
1 ^ 30 4.
No. 4.
No. 5.
No.
«
Ko.
9.
No.
10.
No.
11.
No.
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e 8ue T
Feufllett
d IgoldB" bfti Elohird Waraer. Von Dr. I
ir S«ldl. <PortiBtciuig.l - . ,
_ _ ji des 10. PhUbannoniBChea ConoorWS z\ _, _.
Hnslkbrlef va Wien. rFortaetznng.) — Berichte. — Oanoertniucbaa. — BnguamsntB Dnd Outiplels in Oper nnd Oonoert. -
k, — An^niiTM NoTiUteo. — Vermischte MltthellangeD and NoUiai. — Brläkasten. — Aiualgen.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
Folgen wir zU diesem Zweck vorerst einmal
nnr der einfachen Erz&bliing des Thatbestandes ! Tri-
stan, von Isolde danerod getrennt, sieht nmher, hanpt-
flAcblich am in Eriegsfahrten und Heereszügen sein Leid
zn vergessen. Er kommt auch heim in seine eigene väter-
liche Burg, sp&ter in das Land des Jovelin, der von
Feinden hedr&ngt ist, ond dem er just znr rechten Zeit
zn Hilfe kommt, Br hesiegt nun zwar diese Feinde, er-
hält aber neues Herzweh, da ihn der Name der Tochter
des Joveltn: „Isolde Weieaband", an die früher und an-
noch G-eliebte erinnert. Immer mehr gewinnt er — durch
diese Beziehung angezogen — Zuneigung seihst zu dieser
Isolde Weisshand, um erst, bereits vermählt mit ihr, in
der Brautnacht — za spät! — einzusehen, dass sein Leben
mit Herz und Hand dennoch nur der ersten Isolde ver-
pfändet sei. Beim HerBusfallen des ihm von dieser (Isolde I)
zur Treue geschenkten Ringes geräth er in tiefes Sinnen
aber seine Minne und enthält sich von da an der ihm
doch angetrauten Gattin. Dann wieder von irgend einer
Seite gegen die Feinde des Hauses zu Hilfe gerufen, «ieht
er abermals zum Kampfe aus und besteht, — aber nicht
ohne eine Wunde davon getragen zu haben; Er ist in
derselben Wunde getroffen worden, die Isolde schon ein-
mal geheilt hat, die auch Isolde allein nur wieder heilen
kann. Nachdem er also wund und siech vom Xampfe
wieder heimgekehrt, liegt er schmachtend in seinem Ge-
mach und läSBt schliesslich seinen Schwager zu sich kom-
men, dem er vertraut, wie es sich mit der Heilung ver-
halte. Er solle doch als Kaufmann nach Irland fahren,
Isolden seinen Bing vorzeigen and ihr sagen, er Hege
krank darnieder; das werde ihr gewiss ein Zeichen sein,
ihm zu folgen. Isolde Weisshand, seine rechtmässige Ge-
mahlin, hat dranssen aber mittlerweile gehorcht und brütet
nun Ka^be, da sie jetzt weiss, dass er sie nur betrogen.
Der Schwager unternimmt die Heise nach Irland, und die
irische Isolde folgt ihm wirklich, indem sie nächtlicher-
weile auf einem geheimen Pfade aus dem Schlosse ent-
flieht. Isolde mit den weissen Händen aber, die Tristan's
steigende Angst nm das erwartete Schiff und sein Signal
argwöhnisch beobachtet, belanscht anch seine Weisung,
dass ein weisses Segel am Schiff — nach Verabredung —
Isolden B Kommen, ein schwarzes hingegen ihr Fernbleiben
bedeute. Denn Tristan hat sich manchmal in den Hof
tragen lassen, um aufs hohe Heer binauszuspähen, und
schickt stündlich Leute auf eine Anhöhe, welche ihm über
den Horizont Bescheid geben müssen, (Ich citire hier in
der Erzählung Hauches vermengt mit dem letzten Gesänge
der W. Hertz'schen Neu-Ueb ertragung, „Noth und Tod"
betitelt.) Da das Schiff nun in weiter Feme sich zeigt,
meldet sie dem Gatten fälschlich, dass es ein schwarzes
Segel trage. Darüber stirbt Tristan, — ' das bat ihm den
Todesstoss versetzt. Im Verscheiden noch hofft er: was
ihm, dem Lebenden, Isolde versagt habe, das werde sie
nun dem Todten nicht mehr versagen können, — „zn ihm
zu kommen" ! Sein Herz bricht und das seiner Iip.ibei-
202
eilenden Geliebten über seiner Ijeiche, da sie gleich beim
ersten Hereintreten an den verstörten Oesichtem das ge-
scbebene Unglück erkennt:
„Sie kam zum Palas, trat berein:
Da lag er in der Kerze Schein.
Sie sah ihm lang ins Angesicht
Und seufzte nicht und weinte nicht.
Sie hielt ihn fest im Arm umfangen
Und küsst ihm zärtlich Mund und Wangen;
Da ward es Nacht in ihrem Sinn,
Und ohne Klage schwand sie hin.
Er starb vor Sehnsucht, sie vor Oram,
Dass sie zu spät zu Hilfe kam;
Im Liebesweh lag Tristan tpdt,
Im Hdrzensjammer starb Isot ^
so klingt das Ganze bei Hertz aus, während es bei
Hermann Kurtz wiederum über Tristan lautet:
„Er schlief den Schlaf des Friedens tief,
Entnommen aus des Weltsturms Tosen,
Den schwarzen wie den weissen Loosen
(man beachte hier die Anspielung auf das schwarze und
das weisse Segel!)
Kein Heilger, nein; und auch kein Held,
Kein solcher, der die lechzende Welt
Aus ewgen Lebensbächen tränkt
Und in ihr Heil sein Ich versenkt;
Vielleicht geboren zum Heldenthum
Und um*sein Reich getäuscht. — Warum?
Fragt das Verhängniss!^ —
(Fortsetzung folgt)
Biographisches.
Robert Freund.
(Schluss.)
Dass Robert Freund während seines langjährigen
Züricher Aufenthaltes sich übrigens auch als Clavierspieler
immer mehr vervoUkommnet hat, das braucht bei einem
gegen sich selbst so strengen und unablässig an seiner
allgemeinen wie insbesondere seiner künstlerischen Fortbil-
dung arbeitenden Manne kaum betont zu werden. Während
das specifisch virtuose Element, der Glanz und die Bravour
der Technik, die er der Tausig'schen Schule verdankt, mehr
in den Hintergrund traten, hat sein Anschlag anNuanci-
rungsfähigkeit, an Reichthum der Farben ausserordentlich
gewonnen. Die Zeichnung ist noch sorgsamer, wir möch-
ten sagen, liebevoller geworden. Mit der vertieften Em-
pfindung tritt das gesangliche Element immer mehr hervor,
und der geistigen Noblesse des Vortrags gesellt sich da-
her eine Sonorität, eine Wärme der Tongebung, die den
Hörer unmittelbar gefangen nehmen. Wie Freund die
Cantilene zu behandeln versteht, zeigte sich diesen Winter
anlässlich der Züricher Mozart-Feier, bei der er des
Meisters Dmoll-Concert spielte und mit der unübertrefflich
schlichten und doch in holdesten Wohllaut getauchten
Wiedergabe der Romanze einen Sturm des Beifalls ent-
fesselte.
Einen feinfühligeren und selbstloseren Begleiter, als
unser Künstler ist, kann sich keine Sängerin und kein Geiger
wünschen. Mit keiner Note drängt sich Freund ungebühr-
lich vor, weiss aber den Glavierton den verschiedenartig-
sten Stimmen, der dramatischen Kraft eines Scheidemantel
ebenso sorgsam zu accommodiren , wie der zartsinnigen
Declamation einer Lillian Sanderson.
Mit eigenen Gompositionen ist Roh. Freund erst in den
letzten Jahren hervorgetreten, und die fünf Werke, die er
bis jetzt, sämmtlich bei Breitkopf & Härtel in Leipzig,
veröffentlicht hat, zeigen zur Genüge, dass seine productive
Ader keine rasch und reich strömende ist, spiegeln aber
auch die feinbesaitete, mehr zur Träumerei und sinnenden
Betrachtung, als zu kühnem Flug der Phantasie oder
leidenschaftlichen Geftihlsausbrüchen geneigte Natur ihres
Schöpfers aufs Beste wieder. Mit Ausnahme eines Lieder-
heftes Op. 4, zu welchem Lenau, Geibel und Hamerling
die meist schwermütbigen Texte geliefert haben und dessen
fünf Nummern mehr fein und eindringlich declamirt, als
frei heraus gesungen und melodisch gefestet sind, bestehen
die Tondichtungen lediglich aus Ciavierstücken. Für die
schönsten darunter halten wir die keine Opuszahl tragen-
den „Ungarischen Lieder^, in denen der Componist National-
weisen seines Vaterlandes frei bearbeitet und seiner Hei-
mathliebe ein wohllautreiches Opfer dargebracht hat
Köstlich sind hier insbesondere die drei letzten Nummern,
zwei von holdem Gesang erfüllte Andantesätze, die als
Gegenstück ein heissblütig dahinstürmendes Presto von
echt czardasmässigem Charakter umschliessen. Dass die
selbständigen Ciavierdichtungen Freundes sich nicht in den
classischen Stilformen bewegen, vielmehr phantasieartig
frei gestaltet sind und uns in ihrem subjectiven Wesen,
ihrer mehr motivischen, als thematischen Entwickelung,
ihrem raseben Wechsel von Licht und Schatten, von träu-
merischer Ruhe und energischer Bewegung wie Improvi-
sationen anmuthen, das ist bei dem fortschrittsfreudig ge-
stimmten, aus den Liszt'schen Traditionen herausgewach-
senen Künstler fast selbstverständlich. Vielleicht am
stärksten tritt der episodische Charakter der Freund*schen
Schreibweise in den beiden Impromptus Op. 3 zu Tage.
Beim Ersten derselben aus Edur wird die sehnsüchtige
Schwärmerei des Hauptgedankens durch ein scharfrhyth-
misirtes, geheimnissvoll wie aus der Ferne erklingendes
Marschmotiv unterbrochen, während mitten in das graziöse
Getändel des Zweiten aus Bdur ein Fismoll-Allegro con
fuoco hineinstürmt, dessen Ungestüm sich indess bald genug
zu holder Beredtsamkeit wandelt. Auch das Notturno
Op. 2 enthält als Mittelglied einen fremdartig wie ein
Traumgesicht berührenden Lentosatz, obschon es im
Uebrigen den zarten, blüthenduftigen Ton des Nacht-
stückes schön ausprägt. Zum Poesie vollsten, was Freund
geschrieben hat, zählen wir die sechs Praeludien Op. 1,
deren Titel im Sinne der Chopin'schen „Pr^Iudes" auf-
zufassen ist, d. h. nicht sowohl Stücke mit Vorspiel-
charakter, als kleine Stimmungsbilder, Albumblätter,
M^ditations po<Stiques bedeutet. Die Mehrzahl dieser Hans
Huber zugeeigneten Miniaturen ist ernst betrachtend,
träumerisch sinnend gehalten. Nur in dem Scherzosatz
No. 3 flattert wie ein Irrlichtertanz phantastisches Leben
auf. Als Perle der Sammlung erscheint uns die No. 6,
ein Hdur-Gedicht, das in seiner feierlichen Verklärung
unmittelbar an Beethoven gemahnt. — Wie bescheiden
Freund übrigens von seiner schöpferischen Thätigkeit
denkt, zeigt der Umstand, dass er von seinen Gomposi-
tionen noch Nichts öffentlich gespielt hat, ja, dass er, der
203
die halbe Clavierlitteratur auswendig weiss, zu den Noten
gi*eifen muss, wenn er im Freundeskreis Eines seiner
eigenen Stücke vortragen soll.
So tritt uns denn allerdings in Eobert Freund ein
ganzer Mann entgegen, ein Clavierinterpret , dem es nie
um seine Person, sondern immer nur um die Sache zu
thun ist, der sich mit ebenso seltener Unbefangenheit des
Blicks wie liebevollem Verständniss in alles Schöne ver-
senkt, was fiir sein Instrument geschrieben wurde, der
die Meisterwerke der verschiedensten Zeiten und Kunst-
richtungen mit höchster Pietät, aber auch getränkt mit
seinem besten Herzblut zur Darstellung bringt und daher
nicht durch seine fast als Nebensache erscheinende gross-
artige Technik blendet, sondern des Hörers Seele ergreift
und unwiderstehlich fesselt. Möge der Treffliche der
Schweiz, die ihn mit freudigem Stolz den Ihren nennt,
noch lange erhalten bleiben, aber auch hin und wider
dem Ausland zeigen, dass er den Vergleich mit Keinem
unter den Meistern der Ciavierkunst zu scheuen braucht.
A. Niggli.
Feuilleton.
Dr. Hans von BUlow's Ansprache
au dasPublicum des lO.Philharmonischen Concertes
zu Berlin.*)
Wenn die verehrten Damen und Herren mir gestatten
wollen, heute zum letzten Mal von dem Artikel 27 der Ver-
fassung Gelbrauch zu machen, so werde ich die Ehre haben,
dies zu thun. Ich werde kurz sein, hoffentlich auch kurz-
weilig, und werde über Beethoven zu Ihnen sprechen.
Eis ist jetzt beinahe ein halbes Jahrhundert her, dass
dem unsterblichen Tondichter ein Monument in Deutschland
errichtet wurde, in seiner Vaterstadt Bonn. Nicht die Kraft
des damals unmündigen Volkes brachte dieses Denkmal zu
Stande, — die Grossmuth, die Hochherzigkeit eines ungarischen
Musikanten Namens Franz Liszt stiftete es. Seitdem ist
Deutschland reich besäet mit Denkmälern eines seiner grössten
Söhne.
Dei- Bildhauer Hälmel, der Schöpfer jenes ersten Denk-
mals, war ein grosser Beethoven-Enthusiast. Er war beinahe
so sehr Enthusiast für Beethoven, wie heute gottlob alle
bildenden Künstler Berlins es sind. Der Bildhauer Hähnel
hatte einen ganz interessanten Vergleich zwischen Beethoven^s
Symphonien imd den neun Musen des Olymps heraus-
gefunden: sehr scharfsinnig und treffend führte er ihn im
JBinzelnen durch. Die Muse der ersten Symphonie (Cdur)
war Thalia; die der fünften (Cnioll) war Melpomene; die
siebente Symphonie war Klio; die achte Symphonie war
Terpsichore; die neunte war Urania. Aber die höchste von
Allen, die Chorführerin der Musen, Kalliope, war die Muse
der heroische^ Symphonie, die wir jetzt die Ehre gehabt
haben, Ihnen vorzuführen.
Man kann auch noch einen anderen Vergleich mit den
neun Symphonien aufstellen. Ich sage: in den neun Sym-
phonien hat uns Beethoven seine Biographie gegeben, nicht
die Geschichte seiner irdischen Privatmisere, aber die Ge-
schichte seiner Ideale. Wir sehen, wie sich aus diesen neun
Symphonien diese neun Scenen und drei Acte eines Dramas
aufbauen, so wohlgegliedert, dass selbst der uckermärkische
Shakespeare, ich meine den Autor des „geheiligten Lachens",
sich daran ein Muster nehmen könnte. Der erste Act gipfelt
in der heroischen Symphonie; ihr Ideal: der Held. Der
zweite Act gipfelt in der Pastoralsymplionie: die Natur.
Der dritte Act gipfelt in der neunten Symphonie: die Mensch-
heit. Sehen wir uns diese Ideale eiiunal näher an, und
nehmen wir das Zweite zuerst: die Natur, so ist die ja kein
Ideal, sondern gottlob eine Realität, die wir recht bald ge-
uiessen werden, schon im Gegensatz zu den Grossstadt -
Miasmen. Die Menschheit ist ein eigen Ding; es haben sich
Viele den Kopf darüber zerbrochen, und zwar uimützer Weise.
Die Menschheit ist doch eigentlich ein Abstractuni, ein Phan-
tom, und schliesslich ist die Menschlieit ein pantheistischer
Popanz geworden, den uns ein deutscher Philosoph, leider
von der Mitwelt nicht gekannt, von der Nachwelt vergessen,
zertrümmert hat: dieser Philosoph war Max Stimer, pje-
storben 185'i
*) Mit dem wortgetreuen Abdruck dieser vieldiscutirten
Rede des grossen Künstlers bieten wir denjenigen w. Lesern
unseres Bits., welchen dieselbe nur durch die bez. Glossen der
Tagespresse bekannt geworden ist, Gelegenheit, sich seihst
ein XJrtheil in dieser Angelegenheit zu büden. D. Red.
Ja, was ist denn diese Menschheit eigentlich? Woraus
besteht sie denn schliesslich anders als aus Kunz und Hinz,
Peter und Paul, aus Gevatter Schneider und Gevatter Bött-
cher und Gevatter Michel? Also mit der Menschheit ist es
ein schöner Traum oder eigentlich ein wüster Traum, der
seine bösen Früchte getragen. Er hat z. B. manche Worte
des Wahns hervorgerufen, darunter die drei Worte des
Wahns: libert^, 6gaBt6, fraternit^, — ein böser Irrthum, denn
mit dieser Devise ist Nichts ausgerichtet worden, wie wir
sehen, sondern höchstens das Gegentheil: sie sind carikirt
und parodirt, aber niemals realisii^t worden. Da könnte ich
Ihnen eine andere Realität nennen, die idealisirt worden ist,
so wenig süss und einschmeichelnd sie klingt, so nüchtern
und prosaisch sie ist. Das ist gegenüber der Freiheit, Gleich-
heit und Brüderlichkeit die positive Devise: Infanterie,
Cavallerie imd Artillerie! Ja, meine Herren, im Ernst: diese
drei Worte sind nicht Worte des Glaubens, sondern der Ge-
wisslieit: sie sind die Saiten auf der Violine, auf der der
Held der Weltgeschichte Etw-as vorgondelt. Anders ist ea
nicht, und Gott sei Dank haben die Landesgenossen von
Beethoven einen sehr schönen Stradivarius, wie man keinen
ecliteren finden kann, für ihren Helden, den sie brauchen.
Ja, der Held war die Quintessenz der Welt für Beet-
hoven. Was in seiner Seele schlummerte, können wir nur
ahnen , nicht wissen. Vielleicht sclüummerte in ihm das
Bild des grossen amerikanischen Bürgers Washington. Aber
er wollte einen Helden seiner Zeit, einen Helden Europas,
Da fielen seine Blicke auf den grossen Stern Bonaparte^s.
Merkwüi'dig, sonst pflegen die Tondichter ilire Werke erst
zu componiren und dann zu dediciren. Beethoven dedicirte
sein Werk, bevor er es componirte. Aber es kam ganz
anders. Als er es componirt hatte, begab sich der Consul
Bonaparte in schlechte Gesellschaft, an der er hernach zu
Grunde ging, auf den Maskenball, auf dem er die Maske
Napoleoirs des Ersten, eines wahnsinnigen Cäsaren, annahm.
Voll Wuth — Sie wissen das ja aus der Biographie Beet-
hoven's, Sie können es auch heute aus dem Programmbuch
erfahren — , voll heiliger Entrüstung zerriss Beethoven seine
Dedication mid setzte mit schneidender Ironie an die Stelle
dieses grossen Namens den eines einfachen biederen Aristo-
kraten, des Fürsten Lobkowitz. Das war doch eine schreiende
Dissonanz gegen das ganze Werk. Das haben wir Musikanten
schon längst herausgefühlt und uns über diese peinliche
Dissonanz geärgert.
Nun, wie Sie wissen, wir Musikanten sind ein ver-
messenes, verwegenes Volk, und Berlioz hat uns vielleicht
in der Harold - ö3nnphonie ein klein wenig charakterisirt.
Wir haben jetzt auch diese neue Dedication abgerissen, und
wir brauchen nicht lange zu suchen, wen wir auf das
Titelblatt der heroischen Symphonie zu setzen haben. Wir
brauchen nur zu gedenken, dass in wenigen Tagen, im Laufe
dieser Woche, ein hoher Festtag für die ganze deutsche
Nation bevorsteht. Im Laufe dieser Woche kommt ein Tag,
höher als der Sedantag, der immer niur geeignet ist, nach-
barlichen Haas wieder zu provociren. "mr Musikanten mit
Herz und Hirn, mit Hand und Mimd, wir weihen imd wid-
men heute die heroische Symphonie von Beethoven dem
grössten Geisteshelden, der seit Beethoven das Licht der
Welt erblickt hat. Wir widmen sie dem Bruder Beethoven's,
dem Beethoven der deutschen Politik, dem Fürsten Bismarck!
Fürst Bismarck — hoch!"
16*
204
Sprachliches.
In No. 2 der „WiesenschafÜiohen Beihefte zur Zeitechr.
des allg. deutschen Sprachvereins** wird in einem Artikel,
betitelt: ^Die Wiederbelebung alter Worte** von Carl Müller
in Dresden auch der dichterischen Sprache Rieh. Wa^ner's
gedacht, und zwar anerkennend. Nur meint der Verfasser,
„dass Wamer nicht darauf bedacht ist, die alten, dem Laien
unverständlichen Worte durch den Zusammenhang verständ-
lich zu machen: selbst wenn man alle bezüglichen Stellen der
»Walküre« zusammennimmt, bekommt man keinen klaren Be-
griff von dem Worte »Harst« etc., wer weiss, was »schahl-
miche Noth« ist?** —
Da zur Erklärung dieses allerdings höchst aufEälligen
Wortes die reine philologische Methode nicht ganz ausreichend
ist, so wird Hr. C. Müller gewiss dankbar sein, wenn wir ihm
die Lösung geben, an der vielleicht auch die Leser des „Musi-
kalischen Wochenblattes** sich erfreuen werden.
Die Sache verhält sich nun so: das Wort „schählmich"
ist durchaus kein „altes Wort**, wie Hr. C. Müller vermuthet,
er wird es umsonst in den pp. Wörterbüchern und Sprach«
lexicis gesucht haben. Das Wort ist ganz neuen ürapnmss.
Es kommt in der Litteratur überhaupt nur ein einziges olbI
vor, und zwar in der -Walküre** : Schott'sche Textausgabe
S. 79. Es entstand in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhun-
derts und ist — seltsamer Weise — nicht einmal auf Wag-
ner selbst zurückzuführen.
Das Wort „schählmich** ist auf höchst interessante Weise
entstanden: Durch mechanische Metathesis zwischen Stamm-
silbe und Suffix, indem der Setzer der Brockhaus'schen Offioin
in Leipzig aus dem guten Worte „schmählich** ein „schähl-
mich** machte, der Gorrector es übersah, und nun ein „altes**
deutsches Wort entstand, an dem Hr. G. Müller in Dresden
vergeblich seinen Schar&nnn übte. Zu Nutz imd Frommen
der gelehrten Jünger der Litteratur-Philolo^e mö^ das Wort
nebst seiner Entstehung in die Fach-Lexica ai&enommen
werden , damit nicht künftige Schlaumeier abermals auf Irr-
wege gerathen! Dr. D.
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Fortsetzung.)
Wien.
Die Philharmoniker beendigten ihren jährlichen Gy klus
mit vortrefflichen Aufführungen der Schumann'schen Ouver-
türe zur „Braut von Messina**, der Adur-Serenade vonBrahms
und der heroischen Symphonie von Beethoven. Bekannte
Werke , über die wir an dieser Stelle nichts Neues zu sagen
haben. Dass die gewaltige „Eroica** unmittelbar nach der
liebenswürdigen, aoer etwas schattenhaften Brahms'schen
Serenade, welcher das Fehlen der Glanz und Farbe gebenden
Violinen im grossen Baume sehr zum Nachtheil gjereicht,
diesmal doppelt wirkte, beereift sich wohl. Je eine Novität
aus Norden und Süden enthielt das zwei Wochen vorher ver-
anstaltete vorletzte (siebente) Philharmonische Goncert. Man
eröffnete nämlich mit der in Wien noch nicht gehörten geist-
vollen Goncertouverture „Im Herbst** von Grieg und Hess
dann später Hm. EugenioPirani, einen neuerdings in Wien
sehr protegirten Italiener, der sich aber bleibend in Heidel-
berg niedergelassen, das Solo in seinen „Venezianischen Näch-
ten^ für Glavier und Orchester spielen. Hr. Pirani war als
Goncertpianist von den Philharmonikern zur Mitwirkung ein-
geladen, und stand ihm als solchem die Wahl des vorzufüh-
renden Stückes frei. Diese öffentliche Erklärung Hans
Richter*s musste jene kritischen Stimmen zum Schweigen
bringen, welche sich mit Recht darüber aufhielten, dass dem
Gomponisten Pirani eine dem sonstigen rigorosen Vorgehen
der Philharmoniker gesen — namentlich einheimische —
Novitäten geradezu widersprechende und in seiner künst-
lerischen Bedeutung durchaus nicht begründete Ausnahme-
stellung eingeräumt worden sei. Da inaess Hr. Pirani auch
als ausübender Musiker auf den Tasten durchaus kein Hexen-
meister genannt werden kann, so bleibt die gleichsam impro-
visatorische Einschiebung der seinen Namen tragenden Num-
mern sowohl hier im Philbarmonischen Goncerte, als früher
schon seitens des Quartetts Ros6 und neulich noch zum üeber-
fluss in einem Goncert der Wiener Hofopemsänger immerhin
rätbselhafl. Es muss da Etwas hinter den Goulissen vorge-
gangen sein, was mit der Kunst selbst Nichts zu thun hat.
Hr.l^irani erfreut sich offenbar besonderer Beliebtheit in sehr
hohen Elreisen. Was seine „Venezianischen Scenen** („Gondel-
lahrt** — „In der lilarcuskirche** — „Letzte Faschingisnacht**)
betrifft, so rangiren sie in die Glasse der geschickt gearbeiteten
Dutzendwaare. Irgend etwas auch nur relativ Neues, etwa
durch Klang, Rhythmus oder einen wärmeren poetischen Ac-
cent Fesselndes dürften selbst die besten Freunde des Autors
in obigem Goncertstück zu entdecken ausser Stande sein.
Trotz der bekannten Gourtoisie der Wiener für fremde G^te
wurde die Novität sehr kühl angenommen, dagegen fand Grieg's
„Im Herbst** nicht die gebührende Würdigung. Das Publicum
schien etwas der allbeliebten „Peer Gynt** -Suite Aehnliches
erwartet zu haben und fand sich nun in den grösseren, brei-
teren — aber doch hier so klaren, man könnte sagen: im
Mendelssohn^schen Sinne classischen — Formen nicht gleich
zurecht. Eine jener netten, einschmeichelnden Serenaden von
Robert Fuchs, für welche besonders der weibliche Theil der
philharmonischen Abonnenten schwärmt — diesmal die dritte
m Emoll, — dann Schumann^s DmoU-Symphonie in ihrer
orchestralen Urgestalt von 1841 bildeten die übrigen Nom-
mem des Goncertes. Es haben sich neuerlich maassgebende
Stinmien — vor Allen Brahms, der die Originalpartitur besitzt,
dann Gapellmeister Wüllner u. A. — dankr erhoben, Schu-
mann*s 4. Symphonie von nun an nur mehr in der uraprüng-
lichen Lesart aufführen zu lassen, man findet die zehn Jahre
später erfolgte Umarbeitung in der Instrumentation überladen,
hauptsächlich durch die allzu reichliche Verwendung der Bläser.
Es ist ohne Zweifel etwas Wahres 'an dieser Bemeäung, den-
noch dürfte das Zurückgreifen auf dw ersteo. l^twuxt einea
doch in der vorliegenden, späteren G^talt überall fest einge-
bürgerten Meisterwerkes seine Bedenken haben. Abgesehen,
dass die kleinen thematischen Aenderungen der Düsseldorfer '
Bearbeitung — da sie durchaus Verbeiraerungen bedeuten —
besonders im Finale durchaus nicht zu umgehen wären, er-
scheint uns selbst die unleugbar grössere &langklarheit der
ersten Fassung von Schumann's D moll-Svmphonie durch den
Verlust an Klangfülle zu theuer erkauft. Nur der wundervolle
feierliche üebergang vom Scherzo zum Finale trat für uns in
der neulich zum ersten Mal gehörten Leipziger Instmmenti-
rung noch überzeugender hervor, als bisher. Sonst war uns
mitunter zu Muthe, als befänden ^r uns einem (Gemälde
fegenüber, das stark nachgedunkelt, an dessen Farben sich
taub angelegt hätte. Es mag vielleicht nur das Vermissen
des längst gewohnten und ob der vielen rein musikalischen
Schönheiten kaum je störend empfundenen Golorits gewesen
sein, das uns in besagte Stimmung versetzte. Aber dem Pub-
licum ging es genau so, es zeigte sich offenbar befremdet und
nahm daher dieses Eines seiner erklärten Lieblingswerke lange
nicht mit dem Enthusiasmus auf, wie sonst immer. W^cKe
der beiden Bearbeitungen schliesslich den Vorzug verdiene,
könnte nur entschieden werden, wenn man Beide unmittelbar
hintereinander, vielleicht sogar Satz für Satz aufeinander fol-
fend, in einem und demselb^i Goncert zu hören bekäme,
.her welcher Dirigent würde es wagen, dem Publicum solchen
jedenfalls nicht mehr rein ästhetischen, sondern im besten Falle
kritisch-lehrhafien Schumaim-Genuss aufzuoctroiren? Höch-
stens vielleicht Hans v. Bülow, der ja auch bekanntlich ein-
mal „zum besseren Verständniss** Beethoven's 9. Symphonie
in einem und demselben Goncert zwei Mal spielen liess.
Um den Bericht über die grossen Goncerte der Saison zu
schliessen, erwähnen wir nachträglich noch ein bisher unbe-
sprochen gebliebenes Ausserordentliches PhUharmonisches
imter Leitung Hans Richter*s. zum Besten des Hofopem-
pensionsfonds veranstaltet. Es not nur Bekanntes, aber in
ihrer Art lauter Meisterwerke: Weber*s „Euryanthe**-Ouver-
ture, Liszt^s 13. Psalm (in welchem auch der vollzählige Hof-
opemchor mitwirkte und Hr. jvan Dyck sehr hingebungsvoll,
aber stellenweise etwas manirirt das inbrünstig fromnieTenor«
solo sang), Wagner's „Gharfreitagszauber** und zum Schluss
Beethoven's CmoU-Symphonie. Mit Rücksicht darauf, dass es
205
bei ans nur Mode ist, in die „ordentlichen** Philharmoniscben
Goneerte zu gehen, nicht aber in ein ^ausserordentliches*', war
das Goncert recht gut besucht. Wenigstens merkte man den
Erschienenen deutlich genug an, dass sie wirklich um der
Sache willen, um zu hören, gekommen waren, nicht, wie es
bei einem starken Bruchtheil des philharmonischen Publicums
der Fall, lediglich um zu sehen und gesehen zu werden. Die
Aufiiahme s&mmtlicher oben angeftlhrten Stücke war eine be-
geisterte, vor Allem die des „Oharfreitagszaubers**, so unend-
lich viel die Wirkung dieser wahrhaft hunmlischen Musik für
Die, welche ihren näeren Zusammenhang mit den anschlies-
senden Soenen des Bfthnenweihfestspieles und Mermit ihre
tief ethische Bedeutung nicht kennen, im Goncertsaal ver-
lieren m&e. — TJeber die ftlr Chardienstag angesetzte Auf-
fikhrun^ der Missa solemnis Beethoven's im zweiten Ausser-
ordenthchen G^sellschaftsconcerte sprechen wir noch.
Wenden wir uns nun, einen Bückblick bis zum Beginne
der Saison werfend, den zahlreichen Yirtuosenconcerten zu,
aus diesen wenigstens die interessanteren hervorhebend.
(Fortsetzimg folgt.)
Berichte.
Leipzig. Zu einem grossen und un^trübten (^enuss ge-
staltete sich die letzte Kammermusik im Kleinen Saal des
Neuen Gewandhauses mit ihren zwei Prognunmnummem,
dem seit längerer Zeit hier nicht mehr auigeftlhrten Fdur-
Octett für zwei Violinen, Viola, ViolonceU, Contrabass, 01a-
rinette, Hom und Fagott von F. Schubert und dem Schu-
mann*schen TonpoÖm „Der Rose PügerÜEJirt**. Trotzdem das
Schubert*sche Octett nicht weniger aJs sechs Sätze von nicht
knappem Umfamg hat, strömt die melodische Erfindung im
letstien doch noch ebenso satt und ungehemmt, wie zum AnSmg,
und man hat die Empfindung, dais auch eine noch weitere
Zahl derselben 2ieujnuss von diesem schier unerschöpflichen
MelodienqueU des Wiener Meisters abgelegt haben würde,
und mit welcher Liebenswürdigkeit uiä Feinheit, in welch
köstlichem instrumentalen (Gewände tritt jeder Qedanke her-
vor, und wie reich an Abwechselung in der Verwerthung und
Durchführung der Ideen, sowie im Klangcolorit ist das Gkuize!
Allerdings wollen diese musikalischen Schätze gehoben sein,
sollen sie in ihrem vollen Werth erkannt werden, wie dies
der Fall bei der Aufführung in Bede war. Es war wirklich
ein künstlerischer Wettstreit edelster Art, in welchem unser
vortreffliches Streichquartett der HH. Hilf, Becker, Sitt
und Klengel unter Allianz des Hm. Schwabe, welcher mit
seiner deHcaten und doch an der geeigneten Stelle stets durch-
S reifenden Behandlung des Gontrabasses von Neuem seinen
uf als ausserordentlich feinfiihliger Beherrscher dieses In-
struments documentirte, mit dem gleich excellenten Bläser-
terzett der HH. Kessner (Clarinette), Gumpert(Hom) und
Freitag (Fagott) um die Palme höchster Anerkennung rangen.
Ein Gleiches wäre der Fall mit der Ausführung des von
edelster Romantik getragenen und von poetischem Duft durch-
flogenen Werkes von Schumann gewesen, wenn der Vertreter
der Tenorpartie (Hr. Mann aus Dresden) in seinem Stimm-
timbre und Vortrag nicht zu monoton gewirkt und die Be-
gleitung am Flügel an einifi^n Stellen etwas mehr Bücksicht
auf den numerisch kleinen Chor genommen hätte. Letztere
Ausstellung machen wir um so unlieber, als, hiervon abge-
sehen, Hr.Frof. Dr. Rein ecke ganz herrlich, mit wahrhaft
jugendlicher Begeisterung und Empfindung gespielt und sich
hierdurch eines der ersten Verdienste um die Wiedergabe der
Oomposition erworben hat. Oanz entzückend, mit süssem
stimmlichen Wohllaut und keuscher und poetischer AufiEassung
sang Frau Hub er aus Basel — zur herzinnigen Freude des
PuDlicums, wie auch sicher der ihrer zufällig anwesenden ehe-
maligen Lehrerin Frau Schimon ~ die Rose, neben ihr führ-
ten Frl. Anna Münch (die hiesige berufenste JPrätendentin auf
vorgenannte Partie) die übrigen »opransoli und Frau Metzler-
Löwy die Altpartie mit prächtigstem Gelingen durch, wäh-
rend der schon erwähnte Mr. Mann und Hr. Hermann Bärge,
der hofßiungsvolle Sohn unseres Flötenmeisters Wilhelm Bu^ge,
die Tenor- und Basssoli innehatten. Hr. Bärge, den wir erst
kürzlich gelegentlich seiner Mitwirkung in den glorreichen
Gonservatoriumsauf^rungen der 9. Symphonie lobend er-
wähnen durften, hat mit seiner Durchführung der Bass-
partien den damals gemachten günstigen Eindruck noch weit
überholt, so sympathisch im Gesang, wie intelligent und sinn-
voll im Vortrair icestaltete sich diese neueste Leistunsr. Der
von Hm. Sitt mit Liebe geleitete Chor war in seinem männ-
lichen TheU (Lehrer-Gresangverein) von vorzüglichster Be-
schaffenheit, wogegen die Damen einige Male zweifelhafte
Intonation und matte fireistige Antheilnahme gewahren Hessen.
Wie der Schluss aer £unmermusiken, so fiel in die vor.
Wocheauch das letzte (28.)Orchester-Abonnementconcert
und bildete mit der 9. Symphonie von Beethoven einen wür-
digen Schlussstein des ganzen Goncertcyklus, der^ wie wir mit
Dank anerkennen, unseren ktimstlerischen Ghesichtskrois er-
weiterte und uns manchen hohen musikalischen Gtenuss be-
scheerte. Wenig glücklich wollte es uns erscheinen, dass man
diesmal dem gewaltigen Werke Beethoven's die „AthaHa**-
Ouvertüre und die Fragmente des unvollendeten „Christus*'
von Mendelssohn vorausgehen liess, die mit ihrem meist weich-
lichen Gehalte entschieden nicht als Vorbereitung £Cüc die kühne
Tonschöpfung unseres grossen Beethoven dienen konnten. War
die Wiedergabe der Mendelssohn'schen Musik, an der sich
solistisch Frau Baumann und dieHH.Trautermann, Bärge
und Schelper betheiligten, eine im Orchester und Gesang-
lichen sehr befriedigende, so entsprach, so ausgezeichnet im
Technischen xmd klannesättigt auch der instrumentale Theil
zum Austrag kam und so Migemessen auch das Vocale — zu
Frau Baumann und den HhT Trautermann und Schelper trat
im Soloquartett noch Frau Metz ler-Löwy — sich gab, die
AusfÜhrunsr der Symphonie leider, wie so oft schon an dieser
Stelle, nach Seite der geistigen Durchdrinfi^un^ höheren An-
forderungen nur in gerin^m Grade und blieo die Wirkung des
Gknzen auch diesmal wieder eine mehr äusserliche, conven-
tioneUe, weil dem Dirigenten. Hm. Prof. Dr. Reinecke nun
einmal ein tieferes, congeniales Verständniss und deshalb auch
die rechte Begeisterung ftb: dieses monumentale Werk ab-
geht, und er demzufolge auch diesmal nicht viel mehr that,
als gewissenhaft mit seinem Stabe das G anze zusammenzuhalten.
Wer, wie wir, in der abgelaufenen Saison die „Netmte*^ ausser
im Gevrandhaus ein Mal unter Kretzschmar's imd zwei Mal
unter Sitt's Direction gehört hat, wird, ohne auswärtige Bei-
spiele heranziehen zu müssen, verstehen, was wir meinen.
Der Kammermusik-Verein, der, dank der rüstigen Fükr-
sorge des Hm. Kl esse, immer Neues oder Interessantes in
seinen Proeprammen bietet, legte von diesem hochanerkennens-
werthen Proben auch in seiner '8. und 4. grösseren Soiree
Zeug^ss ab. Das Neue für die Mitfi^ieder und Gäste des
Vereins bildeten auf compositorischem Felde das Clavierquar-
tett Op. 14 von Rob. Kann, vom Componisten (am Ciavier)
und denHH. CapellmeisterPaur, Unkenstein und Hansen
Oielt, das GFdur-Claviertrio von J. Raff und die Clavier-
:>ncellsoiiate Op. 12 von G. Jensen, in der Ausführung
durch die Schwestern Wignall aus Manchester, welche den
Vereinszwecken bereits frmier einmal dienten und auch dies-
mal wieder durch ihre talentvollen Leistungen er&euten, eine
symphonische Suite für Streichorchester und zwei Homer
Ch>. 6 von E. R. Hansen, dem neuen 2. Violoncellisten des
Theaterorchesters, und verschiedene Lieder. Die werthvoUsten
Nummern hiervon waren das Kahn'sche Quartett und das schon
bekanntere Raff'sche Trio. Das Erstere ist eine durchaus ge-
diegene Arbeit, der für eine allgemeinere Werthschätzung nur
eine gewisse Herbheit des Ätzdrucks im Wege steht. Die
G.Jensen*sche Ciavier- Violoncellsonate zeigt hierein ein freund-
licheres Gesicht, doch aber zu viel bekannte Zü^, als dass
eine wiederholte Bekanntschaft (sie wurde vor eimgen Jahren
von den HH. W. Rehberg und Klengel erstmalig hier vor-
gsführt) das Interesse an ihr erhöhen konnte. Ein in jeder
eziehung schwächliches — um nicht zu sagen: dilettanti-
sches — Opus ist mit ihrem meist verwässerten Gedankengehalt
und ihrem Mangel an contrapunctischer Arbeit und klang-
lichen Feinheiten die sogen. „SYmphonische** Suite des Hm.
Hansen, deren träger musikiJischer Brei von Satz zu Satz unge-
niessbarer wurde. Dass Hr. Hansen als Dirigent eine ele-
gante Figur machte, schien er selbst in dem ihm gegenüber-
stehenden Spiegel mit Wohl^üedlen zu bemerken. Von den
beiden mitwirkenden Sängennnen war Frl. S trauss- Kurz-
wei ly die reifere, obgleich es uns scheinen wollte, als habe
ihre Stimme nicht ganz mehr den klaren Tonansatz wie früher,
während ihr Vortrag wesentlich an künstlerischer Feinheit
gewonnen hat. Als Instrumentalsolisten fungirten Frl. Marie
Wignall auf der Violine und Hr. Panzer aus Berlin am
Flügel, ohne den früher bei gleichem Anlass von ihnen ge-
wonnenen Eindruck zu steigern oder zu vermindern. Die nooh
zu erwähnende Eusemblenummer: die beiden ersten Sätze des
Op. 81 für zwei Violinen, Viola und ViolonceU von Mendelssohn
haben wir nicht gehört; ihre Wiedergabe durch die HH. von
ao«
i
Dameck, Weber, Klesse und Hansen wurde uns als eine
vorzügliche gerühmt.
£in durchweg Interessantes neuzeitliches Programm in
ganz ausgezeichneter Durchfuhrung wies die 168. Elammer-
musik-Aurführung im Riedel -Verein aus: Fmoll-Clavier-
trio Op. 65 von ßvof&k, meisterlich in der technischen Aus-
arbeitung und feurig und kraftvoll in der Empfindung ge-
spielt von Frau Clara Kretzschmar und denflJE. Prill Und
Wille, Liedercyklus „Bösen und Myrthen" Op. 23 von
C. Piutti, mit poetischer Erfieissung, künstlerischem Schwung
und vorzüglicher Tongebung und Declamation von Hm. Gustav
Borchers gesungen und von Hm. Emil Wagner sehr auf-
merksam (an manchen Stellen aber wohl etwas zu derb) am
Ciavier begleitet, und das Streichquartett „Aus meinem Leben''
von B. Smetana, in derselbenpackenden Ausführung durch
die HH. PriU, von Dameck, TJnkenstein und Wille, wie in
der 4. Kammermusik im Neuen Gewandhaus. In dem Dvof ä*k'-
schen Trio er&eut vor Allem die überall gewahrte Eigenart
des Componisten, auch da, wo dieselbe in ihren Einfallen dem
Eammermusikstil ein Schnippchen schlaf; dann aber ist es
auch hier, wie in den meisten Compositionen dieses Autors,
die geistige Begsamkeit und Ungezwungenheit, die so erfri-
schend im Gegensatz zu so manäem erffrübelten Werk der
Jetztzeit wirkt. Die sechs Lieder, in c^nen mit Ausnahme
des vierten der Componist sein eie;ener Dichter ist, sind form-
fireie Ergüsse eines modern flQiknden und phantasiereichen
Musikers, welche, meist unmittelbar zum G^müth sprechend, auf
jeden empfindenden Menschen einen tiefen und poetischen Ein-
druck machen müssen. Erschienen bei Franz Jost in Leipzig,
seien sie allen Sängern überzeugungsvollst empfohlen.
Hamburgy 1. April. Die Saison neigt sich ihrem Ende
zu, und haben wir gelegentlich unserer £e6maligen Bericht-
erstattung einer langen Beihe von letzten AufBihrungen zu
gedenken. Unter grosser Antheilnahme des kunstverständigen
und musiksinnigen Hamburg feinden die Schlussconcerte
unter der Leitung des Hm. Dr. v. Bülow statt, welche na-
mentlich im Bereiche der Oit^hestermusik eine Fülle des Schönen
und Herrlichen boten. An Symphonien wurden gespielt die
Beethoven'schen in Cdur und Esdur, die No. 12 in Bdur von
Haydn, die grosse in Gdur von Mozart und die Gade'sche in
AmoU, an Ouvertüren die dritte zu „Leonore" und zu JEg-
mont'' von Beethoven, die Tragische von Brahms, zu „Bea-
trice und Benedict ** von Berlioz und zu ^ Waldmeisters Braut-
fedirt'' vonG^msheim und an anderweitigen Orchestercompo-
sitionen die Hmoll-Suite für Streichinstrumente und Flöte von
S.Bach, die Adur-Serenade von Brahms, das Scherzo aus der
gerbst" -Symphonie von Baff und die wundernette, pikante
Balletmusik aus der neuen Moszkowski'schen Oper „Boabdil**.
Was die Wiedergabe dieser Tonschöpf un^n anbetrifilb, die
auf vier Concerte vertheilt waren, so geneth sie immer und
überall als eine v. Bülow'sche — wir sagen jetzt kein Wort
weiter. Die solistischen Herrschaften dieser vier Abende
fräsentirten sich ausschliesslich als Tüchtigkeiten: Frl. Jetka
'inkenstein, die besonders schön mit Wagner's „Träume"
wirkte, der vorzügliche Liszt-Sjpieler Hr. Stavenhagen, Hr.
Hubay^ der ein recht wohlklingendes Yiolinconcert eigener
Composition vortrug, Hr. Hugo Becker, der ein hübsches
Concertstück i^r Yioloncell vom alten Bazzini und mit Hm.
V. Bülow Beethoven*s Ddur-Sonate aus Op. 102 spielte, und
Hr. Wilhelm Tief tr unk. der bei Bach die Flötenstimme vir-
tuos und fein musikaliscn blies.
Die Philharmoniker unter Hrn. Prof. v. Bernuth
haben eben£B.lls für dieses Musilcjahr ihre Thätigkeit einge-
stellt. An grösseren Werken wurden an den letzten Concert-
abenden dargeboten das „Dettinger Tedeum" von HändeL Beet-
hoven^s „Buinen von Athen", eine freundliche Suite „Roma"
von Bizet, die reizende Edur-Sinfonietta von Thieriot, die
Ouvertüre zu „Wilhelm Teil", die CmoU-Symphonie von Beet-
hoven, die No. 1 von Schumann, die Militär-Symphonie von
Hajdn, Brahms^ Ha^dn- Variationen , Schumann-Reinecke's
„Bilder aus Osten", die Ouvertüre zu -Manfred" von Schu-
mann und die erste zu „Leonore" von Beethoven. Von den
Solisten hat der Claviervirtuos Hr. Rosenthal grosses Auf-
sehen gemacht, haben Frl. Leisinger und Hr, Sistermans
mit ihren Gesangsvorträgen ausserordentlich angenehm ge-
wirkt.
Ausser den eben gedachten Concerten sind an Auffüh-
rungen grösseren Stils noch erwähnenswerth: eine Veranstal-
tung des Musikdirectors Fritz Scheel, an der Hr. v. Bülow
sich mit dem unübertrefflichen Vortrag von Beethoven's Es-
dur-Concert und der Ungarischen Phantasie von Liszt be-
theiligte^ das zweite Kircnenconcert des Hm. Carl Arm-
brust, m dem es Orgelwerke von Bach, Händel und Rhein-
beiger (Edur-Concert Op. 137) und Chöre von Allegri und
J. M. Bach zu hören gab, ein Liederabend desCaecilien-
Vereins mit einer Auswahl gediegener und gut gesoDjg&oßK
Chorsachen, ein Abonnementabend der Altonaer Sing-
akademie, der sich mit dem ersten „Euryanthe"-Act und
Mendelsfsohn's „Walpurgisnacht" beschäftigte, und ein Massen-
fesang von imposanter Wirkung der Vereinigten Ham.-
urg-Altonaer Liedertafeln unter Prof. Ion. Kruges
Leitung.
Von den nahezu unzähligen Kammermusiken können wir
nur die wichtigsten und dazu in aller Kürze namhaft machm.
Wie Hans v. Bülow immer und überall den Mittelpunct des
Interesses bildet, so waren auch zwei von ihm gegebene Cla-
vierabende, an welchen der Meister das Köstlichste am Flügel
zum Klin^n brachte, Gegenstand allseitiger Au&ierksamkeit,
In der Soir^ der HH. Marwege, Oberdörffer. iSchmahl
und Klietz war der einzige Künstler, bei der Wiedergabe
von Raff's Quintett Op. 107, ebenfalls thätig, und nicht minder
profitirte ein Theodor Kirchner-Concert von seiner pia-
nistischen Freigebigkeit. Die Soiröe der HH. Fiedler und
Zajic hatten &shf3b hervorragende Bedeutung, weil darin
die beiden neuen Tondichtungen von Brahms, das Trio und
das Quintett mit Clarinette, zum ersten Mal an unserem Ort
zur Aufführung gebracht wurden.
lieber zwei neue Opern, die schneller gingen, als sie kamen,
reden wir demnächst. Louis Bödecker.
Conoertumsohau.
Amsterdam. Abonn.-Concerte im Neuen Concerthaus
aam 10. u. 16. März: Symphonien von Haydn (Oxford),
loven (No. 6) u. S. de Lange (No. 3), ^yRienzi^'-Ouvert.
u. Venusberg-Bacohanale v. Wagner, ,Merlm"-Vonq>iel von
Goldmark, Solovortr&ge der HH. S. de Lange a. dem Haas
(Org., Fdur-Conc. v. Rheinberger, Adagio v. Brahms una
-Cj^lon" V. S. Bach) und Mossel (Violonc, Conc. v. Saint-
Saöns).
Arnstadt. Conc. des Oesangver. f. gem. Chor unt. sollst.
Mitwirk, des Frl. Schämack u. der HH. Bürger u. Büttner a.
Gotha am 14. März: „Die Kreuzfahrer^ v. Gade, Terzett v.
Kreutzer, (jresangsoli v. Brahms* („Meine Liebe ist grün"),
Schumann, Kauffmann („Die Wahrsagerin"), A. Fuchs
(„Die Wintemacht") und H. Sommer („Lockung" u. „Grab-
schrift").
Asehersleben. 6. Abonn.-Conc. des Hrn. Finzel: <i.Ser«i.
f. Streichorch. v. R. Volkmann (oblig. Violonc: Hr. Ettelt),
„Parsifal" -Vorspiel v. Wagner, Ouvertüren v. Berlioz („Le
Cliamaval de Rome") u. Thomas („Mi^on"), 8. Slav. Tanz v.
A. Dvof &k, Solovorträge der HH. Zwintscher (Clav., Esdur-
Conc. V. Beethoven u. ^aust"-Walz^ v. Goun od -Liszt) u.
DöU (Viol., 1. Conc, 1. u. 2. Satz, v. Bruch). (Orch.: Die
Cap. des 107. Inf. -Reg. [Walther] a. Leipzig.)
Berlin. Conc der Pianistin Frl. Heymann am 17. März:
„Oberon"-Ouvert. v. Weber» Ciaviersoli v. Beethoven (Gdur-
Conc), Mendelssohn (Dmoll-Conc), Chopin, F. Gernsheim
(„Stimmungsbild"), C. Heymann („£lfen£^iel") und Liszt
(9. „Consolation" u. Tarantelle „Venezia e Napoli").— 2. Popul.
Conc. des Pianisten Hm. Stavenhagen unt. Mitwirk, seiner
Gattin Agnes (Ges.): Soli f. G^. von Ed. Lassen („Trost"),
Rubinstein („Es blinkt der Thau"), Brahms („Feldeinsam-
keit" und „Junge Liebe"), B. Stavenhagen („Der schwere
Abend" u. „Ständchen") u. R. Strauss („Ständchen") und f.
Clav. V. Liszt (Hmoll-Sonate, Mölodies polonaises, Valse-Im-
promptu u. „Hexameron") u. A. — Am 21. März Conc. des
Ehepaares R^e mit den gleichen Stücken f. zwei Claviere wiid
in Leipzig und wohl auch anderwärts. — Liederabend der
Frau Goldbach unt. Mitwirk, des Pianisten Hm. Sorman am
28. März: SoU f. Ges. v. E. E. Taubert („Trabant"), Brahms
(„Die Mainacht"), W. Berg er („Lieb Seelchen, laas das Fi»-
fi^n"), L. Adolpha Lebeau („Veilchen unterm Gras versteckt"),
G. Henschel (Wiegenlied der Cosakin), Graf Hochberg
(„Liebesklage"), G. Kulenkampff („Frühling"), B. L. Her-
mann („Im Mai") U.A. u. f. Clav. v. E. E. Taubert (Rha^.
a. Op. 42), A. Sormann (Mazurka). Moszkowski („Etan-
Celles") u. Chopin. — Conc. der Berliner Liedertafel (Zander)
am 24. März: Männerchöre v. E. Grell (Motette), Riete (Mor-
genlied), Kremser („Im Winter"), A. Schumann (Spiel-
»07
mannslied), F. Hegar („Todtenvolk"), E.E. Tauber t (-Feier-
abend"), M. V. W<3iiizierl („HerbstaaQbt**)« J. Macnanek
(„Prinzessm Ilse*^) u. A., Solovorträffe des Frl. Herzas (Ges.,
„Am Wege steht ein Christusbild** v. F. Draesicke [?], „Bast-
lose Liebe** V. 0. Eichberg, «Herzeleid** v. Goldmark, „Der
Schuhmacher** y. Bungert, „Unruhige Nacht** v. A. Thier-
f eider etc.) u. des Hm. Sormann (Danr-Ballade v. Brahms,
9. TJngar. Bhap«. v. Lisztetc). -- 2. Conc. des Hm, A. Costa
m. eig. Compofiitionen: Orchestersuite, Cant. „Vision** f. SoU,
Chor u. Orch. u. Legende „Pilfi^erfahrt der Seele** f. Sopran-
solo, Frauenchor und Orch. (Mitwirkende: Frauen Lieban-
GloW u. Schwarz u. HH. Lieban u. Wolff [G^.], der Gesang-
chor des Mohr'schen Conservat. u. das Philharm. Orch.) —
Liederabend der Frau Schmitt-Cs&nyi a. Schwerin unt. Mit-
wirk, des Violinisten Hrn. Lentz am 26. März: Soli f. Ges.y.
J. Brahms (JDie Mainacht** u. „Geheimniss**), A. Schmitt
(Wiapenlied), Franz („Mein Schatz ist auf der Wanderschaft**),
Eaff (,iKeine Sorg um den Weg**) u. A. u. f. Viol. v. Saint-
Saöns (Litrod. u. Bondo capricc), Sin ding (Bomanze) und
Hubay („Seines de la Cs&rda**). — 10. Philharm. Conc. (Dr.
V. Bülow): 3. Symph. v. Beethoven, Adur-Seren. f. W. Orch.
V. Brahms, Suite f. Streichorch. u. Fl. v. S. Bach (PL: Hr.
Tieftrunk a. Hamburg).
Bern. 6. Abonn.-Conc. der Musikgesellschaft (Dr. Mun-
zi^B^er): Esdur-Symph. y. Borodin, „iSönig Stephan**-Onvert.
V. Beethoyen, Vocalquartette „Nächtens** u. yierl^igeunerlieder
a. Op. 112 y. Brahms (Frl. Widmer, Frau Bäuber-Sandoz imd
'SR. Locher u. Egloff)» Violinyorträge des Hm. Prof. Heer-
mann a. Frankfurt a. M. (Conc. y. Beethoyen u. „Hejre Kati**
y. Hubay). — Volksconc. derselben Gesellschaft am 19. März:
Ddur-Symph. y. Haydn, Ouyert. y. Boieldieu, Helyetia-Marsch
y. C. Munzinger, Vorträge des Österreich. Damenquart der
Frls. Tschampa u. Pemer („Es steht eine Lind** y. £lienzl,
„Der Bräutigam**, Minnelied u. Wieg;enlied y. Brahms etc.)
u. des Hm. Jahn (And. a. dem 3. "Vlolinconc. y. Bruch). —
5. Kammermusikmat. des Pianisten Hm. Denhof unt. Mitwirk,
des ;Frl. Süsstrunk a. Zürich (Ges.), der Frau Thürlings (Harfe)
u. der HH. Jahn u. Mohnhaupt (Streicher): Edur-CIayiertrio
V. Mozart, Clay.- Violinsuite y. Goldmark, Soli f. Gesang, f.
Harfe y. Thomas (Phant.) u, f. ViolonceU y. Bruch (jfcol
nidrei**).
Boston. Concerte des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
No. 18. 4. Symph. y. Schumann, symph. Dicht. „Hamlet** y.
P. Tschaikowsky, 3. Violinconc. y. M. Bruch (Hr. Urso).
No. 19. 4. Symph. (Originalansgabe) y. Schumann, 2. Ouyert.
zu „Leonore** u. Esdur-Clayierconc. (Hr. d' Albert) yon Beet-
hoyen.
BFemen. 5. u. 6. Kammermusik Bromberger-Skalitzky
unt. Mitwirk, der Frau Joachim (Ges.), des Frl. Barbi (Ges.)
u. der HH. Dtüsterbehn, Blome, Estel, Becker (Frankfurta. M.)
u. Boijes: Bdur-Streicnsext. y. Brahms, Gmoll-Streichquart.
y. Mozart, Fdur-Streichquart. y. Haydn, Bdur-Clayiertrio y.
Schubert, , Gesangsoli yon Schubert („Die schöne Müllerin**),
Schumann u. A. — Conc. des Frauenchors (Bromberger) unt.
Mitwirk, der Sängerinnen Frl. Joachim u. Frau Metzler-Löwy
am 18. März: „Stabat mater** f. Soli, Frauenchor u. Streich-
orch. y. Pergolese, Frauenchöre y. Schubert („Gott in der Na-
tur** u. „Standchen** [m. AltsoloJ), Brahms (Kanons Op. 18^
u. F. Kauf f mann („Lob der Musik**), Arie „Abscheulicher^
y. Beethoyen.
Chemnitz. B.GheseUschaftsabend derSingakad. (Schneider):
Chöre y. F. Liszt (Chor der Engel a. „Faust**), R. Müller
G,Frühlingstrost**) u. E. Winkler (Abendlied), Liebeslieder f.
Soloquart, u. Clay. y. Brahms, Gesajigyorträfi^ des Frl. Münch
a. Dresden (Romanze u. „Blumenorakel** y. Mascaeni, „Der
Lenz" y. Lassen, „Zur Drossel rorach der Fink** y. d* Albert,
„Es muss ein Wunderbares sein** y. Ries u. ^Strampelchen**
y. Hildach), Soli f Clay. y. Reinecke (Ballade) u. f. Viol.
y. G. Hollaender (Romanze). — 2. Abonn.-Conc. des Lehrer-
Gkfiangyer. (Pöble) unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Polscher a.
Leipzig (G^.) u. metrowetz a. Berlin (Viol.) und des Hm.
Drumm (C:^.): „Salamis** f. M&nnerchor, Baritonsolo u. Orch.
y. Gernsheim, .Sturmesmythe** f. Männerchor u. Orch. y.
La ebner, Altmederländ. Volkslieder, f. Soli, Männerchor u.
Orch. bearbeit. y. Kremser, Männerchorlieder y. Mair („Wie
die wilde Bos**), Girschner LHüte dich**) u. A., Soli f. Ges.
V. Saint-Saöns, Schumann, Franz („Lieber Schatz, sei wie-
der gut**). Umlauft (Frühlingslied) u. Harthan (Wiegen-
lied) u. f. Viol. y. Zarzycki (Mazurka) u. A. — 2. Kammer-
musikaufführ. des Hm. Pohle: Clayierquart. Op. 202 y. Raff,
DmoU-Streichquart. y. Bazzini, Soli i. Ges. u. f. ViolonceU.
(Ausführende: Frl. Rockstroh [Ges.], HH. Mayerhoff [Clav.],
Schiemann, Gölhiitz, Dörr u. Mann [Streicher].)
Darmstadt. Wohlthätigkeitsconc am 6. März: Variat.
üb. ein Beethoyen'sches Thema für zwei Claviere y. Saint-
Saöns (Frl. y. Preuschen u. Frau le Coq), Frauenchöre von
Brahms (a. dem „Jungbrunnen**), S. de Lange (Käferlied) u.
W. Bargiel („Frühlingsnacht**), Soloyorträge der Frauen y.
Hessert (Ges., „Immer leiser wird mein Schlummer** y. Brahtns
etc.) u. leCoq (Poln. Tanz y. X. Scharwenkaetc.), der Ffls,
y. Bellersheim (Clay.) u. Preuscfien u. des Hm, Hohlfeld (Viol.,
Air y. S. Bach u. Poln. Weisen y. Statkowski).
Dessau. 5. v. 6. Abend des Kammermusikyer. : Clayier-
quint. Op. 114 y. Schubert, Streichquartette y. Haydn (Ddur)
u. Rubinstein (Fdur), DmoU-Clay.fod. Laute-) Violinson. V.
F» W. Rust, Phan.t. u. Son. in CmoU f. Clayier yon Mozart.
(Ausfahrende: HH. Klughardt [Clav.], Seitz, Voss, Weise u.
Jäger [Streicher].) — 7. Conc. der Hofcap. (Kloighardt): Cmoll-
Symph. y. A. Klughardt, 8. Ouyert. zu „Leonore** y. Beet-
hoyen, Soloyorträfi'e der Frau Niehr-BingBnheimer (Gesang,
„Nun winkts und uüsterts**, „Das ist der Liebe eigen^, Zwie-
gesang u. „Liebespredigt** y. A. Klughardt, „Im Mai** yon
G. Niehr, „Es muss ein Wunderbares sein** y. Liszt, „Ver-
febliches Ständchen** y. Brahms u. Wiegenlied y. Mozart) u.
es Hrn. Seitz (1. Conc. y. Bruch u. üng. Tänze y. Brahms-
Joachim).
Graudenz. Conc des Sängers Hm. Bulss imt. Mitwitk.
des Pianisten Hm. Masbach am 19. März: Soli f. Gesang y.
Wagner, Brahms („Von ewiger Liebe**), Steinbach („Du
rothe Ros**), R. Becker (-Ostern**), 0. y. Chelius („Selig-
keit**), F. Masbach („Im Rosenbusch**) u. H. y. Koss (Win-
terlied) u. f. Clay. y. Liszt (12. TJng. fehaps.).
Hamburg. Abonn.-Concerte unt. Leit. des Hm. Dr. y.
Bülow): No. 8. Symphonien y. Gade (No. 8) und Beethoyen
(No. 1), Ouyert. „Waldmeisters Brautfahrt** y. Gernsheim,
Soloyorträge des FrL Finkenstein (Gfes., „Träume** y. Wagner,
„Frage** y. H. y. Koss etc.) u. des Hm. Becker a. Frai^furt
a. M. (Violonc, Concertstück y. Bazzini), Ddur-Clay.-Violon-
cellson. y. Beethoyen (HH. Dr. y. Bülow u. Becker). No. 9.
Jnpiter-S^ph. y. Mozart, Ouyerturen y. Berlioz („Beatriee
et B6n6dict**) u. Beethoyen (No. 8 zu „Leonore**), Vorspiel u.
Balletmusik a. „Boabdil** y. Moszkowski, Clayieryortrl^
des Hm. Stayenhagen (Adur-Conc. y. Liszt, B^ps. Op. 79,
No. 2, y. Brahms etc.). — 10. Philharm. Ccmo. (Ptof.y. Ber-
nuth): 6. Symph. y. Beethoyen, „Manfired**-Ouyert. y. Schu-
mann, Orch^teryariat. üb. ein Haydn'sches Thema y. Brahms,
Gesangyorträge des Frl. Leisinger a. Berlin („Vorabend** zu
den Brautliedem y. Cornelius, „Vergebliches Ständchen** u.
Wiegenlied v. Brahms etc.).
Hildeshelm. 8. Kammermusikabend der HH. Nick,
Haenflein, Kote, Kirchner u. Blume unt. Mitwirk, der Sän-
gerin Frl. Edelmann: Clayierquint. y. Schumann, Streich-
quartette y. Mozart (Bdtir) u. Beethoyen (Op. 74), Gesangsoli
y. Brahms {„Immer leiser**), Grieg („Hoffiiung**),Wtilfner
(„Wenn du dein Haupt**), Schubert und Hill er („FrühlingB-
jubel**).
Laibaeh. 8. Mitgliederconc. der Phüharm. Gesellschaft
(Zöhrer): Ddur-Symph. y. Haydn, Ddur-Seren.f Streichorch.
y. R. Fuchs, Soloyorträfi^ des Frl. Schöntag(G«s., „Solyejg's
Lied** y. Grieg etc.) u. aes Hm. Legrand (Fl., Concertstück
y. Doppler).
Leipzig. 158. Kammermusik- Aufführ, im Riedel- Ver.r
Streichquart. «Aus meinem Leben** y. Smetana, Clayiertrio
Op. 65 y. A. Dyof &k, Liedenrfklus „Rosen und Myrthen** y.
C. Piutti. (Ausfährende: HH. G. Borchers [Gesang], Frau
Kretzschmar [Clayier] [u. HH. Prill, v. Dameck, XJnkenstein
und Wille [Streicher].) — 22. Abonn.-Conc. im Neuen G^ewand-
haus (Prof Dr. Reinecke): 9. Symph. y. Beethoyen, „Atha-
lia**-Ouyert. u. Fragmente a. „Christus** y. Mendelssohn. (So-
listen: Frauen Bauxnann u. Metzler-Löwy und HH. Trauter-
mann, Bärge u. Schelper^ — American Öomposers' Conc. unt.
Leit. des Hrn. Arens u. Mitwirk, der Cap. des 184. Inf. -Reg.
am 9. April: 1. u. 2. Satz a. der Symph. „Ln Frühling** y.
J. K. Paine, symph. Fant. „Aus meines Lebens Frühlmgs-
zeit** y. F. X. Arens, drei Sätze a. der Suite Op. 42 y. F. A.
Mac- Do well, Dramat. Ouyert. „Melpomene**y. G.W. Chad-
wick, Pr61. „Otho Visconti** y. F. G. Gleason. R^yerie past.
f. Fl., Ob., zwei Homer u. Streichorch. y. C. !Bush, Streich-
orchesterstücke y. A. Foote (Gkiyotte). V. Herbert („Liebes-
scene**) u. H. Schoenefeld (Marcia lant.).
München. 3. Conc. des Orch.-Ver.: Cmoll-Orch.-Phaiit.
y. S. Neukomm, „Vltaya** y. Smetana, symphon. Prolog zu
208
„CMihello" V. Arn. Krug, „Pie Priesterin der Isis in Rom" f.
eine Altetimme (Frl. G^reissen) u. Orch. v. Bruch."
OldenbOFg. Oonc. des Tenoristen Hm. Dippel a. Bremen
unt. Mitwirk, des Pianisten Hrn. Odenwald y. ebendaher am
19. März: Fragmente a. den „Meistersingern", der „Walküre"
u. dem „Fliegenden Holländer" v. Wagner n. a. „Oavalleria
ruBticana" u. „Freund Fritz" v. Mascagni, Lieder v.Grieg
(„Ich Hebe dich"). Brahms („Wie froh und frisch"), Eubin-
stein („Neue Lieoe"), Mascagni („Blumenorakel" und „Die
Böse im Gtebetbuch") u. Schumann, Glaviersoli v. Beethoven
(Son. Op. 57), S. Bach (Prael. u. Fuge in OismoU), Schubert,
Baff (Cavatine) u. Liszt (Valse-Impromptu).
Rostock. Gonc. der Singakademie (Dr. Thierfelder) am
10. März: „Vom Pagen imd der Königstochter" v. Schumann,
Chöre V. Haydn, Schubert u. L. Hinzpeter („Nachklang"),
Qesangsoli v. Franz („FürMusik"),J. Schaff er („Abschied"
u. „G&ch wie der Mond") u. A. — Letztes CJonc. des Ooncert-
ver. (Dr. Thierfelder): 4. Svmph. v. Beethoven, Ouvertüren
V, Mendelssohn u. Weber, (j-esangvorträge des Frl. Leisinger
a. Berlin („Vorabend" a. den BrauÜiedem von Cornelius,
„Vergebliches Ständchen" v. Brahms etc.).
Speyer. 6. Conc. v. Oaecüien-Ver. u. Liedertafel (Schefber)
unt. Solist. Mitwirk, der Sängerin Frau Wirth aus Aachen:
Männerchöre v. C. M. £unz („Hymne an Odin"), Lützel,
P.Cornelius („Der alte Soldat"), F. Hegar (,^odtenvolk"),
Schubert („Ständchen", m. Altsolo), Veit („Der Köni^ in
Thule"), F. Langer („Waldesrauschen") u. M. v. Weinzierl
(^Heute ist heut"), Soli f. Gesang v. H. Sommer (Lied der
Wnlfhild), A. Hungert („Waldweh"), Berger (Kinderlied),
Brahms („Von ewiger Liebe"), F. Kauffmann (Lied des
Ludolf) u. M. Stange (»Die Bekehrte") u. f. Violoncell von
Goltermann (Romanze).
Zwickau. B, Philharm. Conc. (Eilenberg u. Rechlich):
2. Symph. v. F. E. Koch, „MeiBtersinjg;er"-Vorspiel v. Wag-
Äer, Ouvert. zu 0. Ludwig's Trauerspiel „Die Makkabäer" v.
E. Kronach, G^sangvorträge des Frl. Perl a. Sondershausen
(„Liebesglück" v. Sucher, „Im Mai" v. Franz, Serenade v.
äruch etc.).
B^ VeraUeU Programme, »o%oie Programme ohne Angcibe von Ort und
Datum mü99en voUmndig unheaehtei bleiben f
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Bremen. Im letzten Concert des Frauenchors hatte das
Publicum die Freude, die von früheren Anlässen her in bester
Erinnerung stehende Altistin Frau Metzler-Löwy wieder
einmal zu nören und sich an ihrem herrlichen Gesang zu de-
lectiren. Neben ihr wirkte solistisch unter ehrendem Beifall
auch die junge Sängerin Frl. Joachim mit. — Cassel. Für
das Opernpersonal des hiesigen k. Theaters wurde als stän-
diges Mit^ed der treffliche Baritonist Hr. Rud. v. Milde
aus Weimar gewonnen. — C61n. Bei dem Cölner Männer-
Qesangverein hat kürzlich ein Dirigentenwechsel stattgefun-
den, indem an Stelle des Hrn. Otto Sineer der bisherige Diri-
^nt des dortigen „Liederkranzes", Hr. J. Schwärt z, getreten
ist. Hr. Singer selbst hatte das Verhältniss eekün£gt. —
New-Tork. Das erste Gtesang-Becital des Ehepaares Hen-
schel zeigte, dass dasselbe bei uns noch in bester Erinnerung
stehe, denn der Saal war wohlgefüllt und echter Enthusias-
mus begleitete die Gaben der läinstler. Gaben, welche aller-
dings solche ersten Banges sind. — Paris. Frl. Si£;rid Ar-
nolds on hat zu ihrem Wiedereintritt in die Komische Oper
die Bolle der Lakmö erwählt und mit dem unwiderstehlichen
Beiz und der feinen Grazie ihrer Persönlichkeit und ihrer
Kunst das Publicimi gefesselt. Der polnische Pianist Hr.
Slivinski erledigte in seinem Concert ein lanees und seh wie-
ri£^ Programm und erwies sich namentlich ab grosser Tech-
niker, wänrend seine Au£&issung an Uebertreibungen litt. —
Plauen !• V. Im 3. Abonnementconcert des hiesigen Bichard
Wagner- Vereins erregte Hr. Arno Hilf aus Leipzig mit seinem
aussergewöhnlichen Yiolinspiel grossartige Sensation, wie auch
die Liedervorträge eines weiteren Gk^tes aus Leipzig, der an-
muthigen Sängerin Frl. Clara Polscher, dem Concerte zur
grössten Zierde gereichten und allgemeinen Jubel beim Pub-
cum erweckten. — Stuttgart. In dem letzten Hofconccrt
wirkte unter grosser Auszeichnung der höchsten Herrschaften
die Sängerin Frau v. Knappstaedt aus Leipzig als Solistin
mit*^
Leipzig.
V. Dr. BuSt.
Kirohenmusik.
Thomaskirche: 9. April. „Yernss ihn nicht"
„Sei getreu bis in den Tod" v. V. Schurig.
Aufgeflihrte NovttSten.
Bazzini (A.), Concertstück f. Violonc. m. Orch. (Homburg v.
d. H., Conc. der städt. Cur- u. Theateroapelle. Lübeck,
4. Philharm. Conc. Zürich, 6. Abonn.-Conc. derAllgem.
Musikgesellschaft.)
Berlioz (H.), Ouvert. „Le Camaval romain". (Oldenburg,
6. Abbnn.-Conc. der Hofcap.)
„König Lear"-Ouvert. (feschopau, 2. Symph.-Conc. der
städt. Cap.)
Bizet (G.), Orchestersuite „Boma". (Hamburg, 7. Philharm.
Conc.)
Borodin (A.), 2. Streich quart. (St. Petersburg, letzte Kam-
mermusik der Musikal. Gesellachafl.)
Brahms (J.), 1^ Symph. (Zürich, 6.Abonn.-Conc.der Allgem.
Musik^;esellschaft.)
Streichquint. Op. 111. (Frankfurt a. M., 6. Kammer-
musikabend der Museumsgesellschaft. Leipzig, 7. Kam-
mermusik im Neuen Grewandhaus.)
Cmoll-(od. Gmoll?)Clavierquart. (New- York, 3. Conc.
des Beethoven String Quart.)
Ciaviertrio Op. 87. (Frankfurt a. M., 2. Kammermusik-
abend der HH. Kwast u. (}en.)
Ciaviertrio Op. 101. (Bestock, 2. Kammermusikabend
des Hm. Bühiing.)
Bree (J. B. van), Concertouvert. (Amsterdam, Gr. Nat. Conc.
des Paleis Ork.)
Bruch (M.), „Achilleus" f. Soli, Chor u. Orch. (Bheydt, Conc.
des Männergesangver. am 7. Febr.)
„Frithjof" f. Wlnnerchor, Soli u. Orch. (Wismar, Conc-
des Männer-Gesanever. am^ 2. Febr.)
„Normannenzug" f. Baritonsolo, Männerchor u. Orch.
(Leipzig, Winterconc. des Univers.-Sängerver. zu St.
Pauli.)
Bülow (H. V.), Ballade „Des Sängers Fluch" f. Orch. (Wies-
baden, Extra-Symph.-Conc des städt. Curordheaters am
5. Febr.)
Cornelius (P.), Ouvert. zum „Barbier von Bagdad". (St.
Petersburg, 3. Pop. Conc.)
Gernsheim (F.), 2. Symphonie. (Mainz, 8. S7mph.-(Ik>nG. der
städt. Cap.)
Gouvy (Th.), Seren. Op. 84. (Paris, 3. Sitzung der Soci6t6
de musique fran^aise.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. „Peer Gynt". (Lübeck, 4. Phil-
harm. Conc. New- York, oonntagabend-Conc. des BLm.
A. Seidl am 13. März. St. Petersburg, 3. Pop. Conc.)
Streichquart. (Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Haan TW. de), „Das Grab im Busento" f. Männerchor und
Orch. (Bheydt, Conc. des Männer-Gesangver. am 7. Febr.)
Harn er ik (A.), Symph. Ijrr. (Oldenburg, 6. Abonn.-Conc. der
Hofcap.)
Hol (B.), Concertstück „Auferstehen" f. Orch. (Amsterdam,
Gr. Wat. Conc. des Paleis Ork.)
Kahn (B.), Ciavierquart. (Leipzig, 3. Soiröe des Kanuner-
musikver.)
Klose (F.), ^ssa solenelle f. Soli, Chor u. Orch. (Lausanne,
Conc. der Soci^t^ de Sainte-C^üe.)
Lange (D. de), CmoU-Symph. (Amsterdam, Gr. Nat. Cone.
des Paleis Ork.)
Liszt (F.), Esdur-Clavierconcert. (Genf, 8. Abonn.-Conc. im
Theater.)
Ochs (T.), Cant. „Deutsches Aufgebot" f. Männerchor, Solo
u. Orch. (Wismar, Conc. des Männer-G^angver. am
2. Febr.)
Olsen (Ole), Ouvert. zu Weilen's „König Erich". (Christia-
nia, 5. Conc. des Musikver.)
Perfall (C. vO, „Domröschen" f. Chor u. Soli m. Ciavier.
(Genthin, Wohlthätigkeitsconc. des Chorgesangver.)
Baff (J.), Waldsymph. (New-York, 8. Philharm. Conc.)
Symph. „Frühlingsklänge". (Wiesbaden, Extra-Symph.-
Conc. des städt. Curorch. am 6. Febr.)
Bei necke (C), l. Symphonie. (Leipzig, 17. Abonn.-Conc. im
Neuen (jl^wandhaus.)
„Hakon Jarl" f. Soli, Männerchor u. Orch. (Leipzig,
Winterconc. des Univers.-Sängerver. zu St. Pauli.)
209
Bheinberger (J.)i Esdur-Clavierquaxt. (Magdeburg, Ton-
. künstlerver.)
Bubinstein (A.), Amoll-Symph. (St. Petersburg, 3. Pop.
Conc.)
daviarquint. Op. 99. (St. Petersburg, letzte Kammer-
muaik der Musikal. G^esellschaft.)
Saint-Saöns (C), Cmoll-Symph. (Zürich, Conc. f. dieHüfs-
u. Pensionaoasse des Tonhalle-Orch^
Sept. f. Tromp., Glavier n. Streicninstrumente. (Genf,
4. KanmiennusiK des Quart. Stemberg u. des Hm. W.
Behberg.)
Schumann (C), „Gus Frangipan" f. Solo, Chor und Dreh.
(Merseburg, Musikaufßühr. des Gesangver. am 5. Febr.)
Sgambati (G.), Clavierquint. Op. 5. (Osnabrück, 2. I^mmer-
musikabend des Ehepaares Meier.)
SLtt (RX Ouvert. zu „Don Juan d'Austria*'. (Leipzig, Conc.
des Liehrer-G^esangver. am 26. Febr. Zürich, 6. Abonn.-
Conc. der Allgem. Musikgesellschafb.)
S ob eck, BlaSQuint. (Weimar, 4. Abonn.-Conc. der grossherz.
Musikschule.)
Strauss (E.), Symph. Dicht. „Tod und Verklärung**. (New-
York, 8. Philharm. Conc.)
Streng (T.), „Die verlassene Mühle" f. Tenorsolo, Männer-
chor u. Orch. (Leipzig, Winterconc. des XJnivers.-Sänger-
yer. zu St. Pauli.)
Svendsen (J. S.), 1. Symphonie. (Christiania, 6. Conc. des
Musikver.)
2. Symph. (Genf, 8. Abonn.-Conc. im Theater.)
Thieriot (F.), Sinfonietta. (Zeitz, 1. Auffuhr, des Concert-
vereins.)
Tinel (E.), Ouvert. zu -Polyeuct". (New-York, 2. Seidl-Conc.
in Madison Square Garden.)
Orator. „Franziscus". (Auchen, 5. städt. Abonn.-Conc.)
Tscha'ikowsky (P.), 2. Streichquart. (New-York, 3. Conc.
des Beethoven String Quart.)
Verhulst (J. J.), Ouvert. zu „Giisbrecht van Amstel**. (Am-
sterdana. Chr. Nat. Conc. des Paleis Ork.)
Wagner (It.), „Siegfried-Idyll". (Zschopau, 2. Symph.-Conc.
der städt. Cap.)
„Par8ifal**-Vor8piel. (Amsterdam, AussergewÖhnliches
Alx>nn.-Conc. im Treuen Concerthaus am 11. Febr.)
Kaiser-Marsch. (Mainz, 8. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
Vermischte MKtheilungen und Notizen.
* Das Westfälische Musikfest zu Dortmund am
21. und 22. Mai wird als Hauptwerke die 7. Symphonie von
Beethoven, eine symphonische Dichtung von F. Liszt, die
„Schöpfung'' von Haydn, die Cantate „Cobet G^tt in seinen
Reichen** von S. Bacn und das Schicksalslied von Brahms im
Programm haben, ^vahrscheinlich auch, weil Hr. Prof. Dr.
Joachim Instrumentalsoüst ist, das 3. Violinconcert von
Bruch.
* Am 22. Mai wird das vor das Neue Gewandhaus zu
Leipzig zu stehen konmiende Mendelssohn-Denkmal ent-
hüllt werden. Der Feier wird eine Aufführung der „Athalla**
im Neuen Gewandhaus folgen.
* In diesem Jahre kommen wieder die beiden Stipen-
dien der Mendelssohn-Stiftung zu je 16(X) Ji zur Ver-
theilung. Bewerber um dieselben haben sich bis zum 1. Juli
d. J. an das Curatorium der Stiftung in Berlin, W., Behren-
strasse 72, zu wenden.
* In Lyon wurde am 4. d. Mts. erstmalig Wa^ner^s
„Tannhäuser** gegeben, trotz des unzureichenden, im letzten
Act ohnmächtig gewordenen Vertreters der Titelpartie mit
grossem Erfolg.
* Wagner*s ^ohengrin** hat in der Grossen Oper zu
Paris die 60. Aunbhrung überschritten.
* Im k. Theater zu Wiesbaden ging am 7. d. Mts.
Wagner 's „Götterdämmerung** als Novität über die Bretter.
Die Aufnahme des Werkes war eine begeisterte.
* Anton Rubiustein's Oper „Die Kinder der Haide**
wurde ^legentlich dar Anwesenheit des Componisten in Prag
im dortigen Deutschen Landestheater aufgeführt.
* Mascagni*s vielbesprochene Oper „Freund Fritz** ist
in Weimar am 8. April zum Geburtstage der Chrossherzogin
zum ersten Male gegeben worden. Die an diesem Tage übliche
Enthaltung von allen Beifallsbezeu^ungen schien den meisten
Anwesenden nicht allzuschwer zu mllen, so vortrefflich auch
die Auffiihrung war.
* Die Erstaufführung von M. Moszko wski's Oper „Boab-
dil** im k. Opernhaus zu Berlin ist, nachdem sie neuerdings
für den 9. und 12. d. Mts. angesetzt war, immer wieder ver-
schoben worden. Man ist jetzt um so gespannter auf diese
Novität, als der Ausspruch oekannt geworaen ist, den Hr.
Dr. V. Bülow bei seiner letzten Abfahrt von Berlin über die-
selbe gethan hat. Als nämlich — so schreibt der „B.-C.** —
kurz vor Abfi;ang des Zuges ein Musiker „Hoch Bülow und
Bismarck!** dem scheidenden Meister zugerufen hatte, erwie-
derte der Letztere: „Es freut mich, dass der Buchstabe B
sich als ein so glücklicher erweist; ich wünsche, dass sich
noch ein mir sehr am Herzen liegendes drittes B als ebenso
glücklich erweisen möge; ich meine — »Boabdilc**
* In Lütt ich ging am 1. d. M. erstmalig AlphonseDu-
vernoy's Oper „Sardanapal** mit grossem Erfolg in Scene.
* Die Oper „Der MohrenfÜrst** von G. Kulenkampff
hat bei ihrer kürzlich stattgefundenen Erstau&Ührung in
Magdeburg nur einen geringen Eindruck gemacht.
* Lucidi's neue Oper „Iwan** hatte bei ihrer ersten Auf-
führung im Argentina-Theater in Kom nur einen Achtungs-
erfolg.
* Wenn Hrn. Dr. H. v. Bülow Etwas den grösstentheils
recht hässlichen Erfolg seiner Bede nach Schluss des 10. Phil-
harmonischen Concertes in Berlin vergessen zu machen ver-
mochte, so waren es sicher die grossartigen Ovationen und
sonstigen Beweise der Verehrung und Anhänglichkeit, mit
welchen er Anfang vor. Woche in dem Concert des Philhar-
monischen Chors, in welchem er die Ouvertüre Op. 124 und
die 9. Symphonie von Beethoven dirigirte, und in Concerten
des Philharmonischen Orchesters am Dienstag und Mittwoch^
in denen er als Dirigent und Pianist mitwirkte, sowie bei
seiner Abreise auf dem Lehrter Bahnhof in des Wortes
wahrster Bedeutung überschüttet wurde. Sie stehen nament-
lich in erfreulichstem Gegensatz zu den vielen wüthenden
Ausfällen, mit welchen die dortige Presse den genialen Künst-
ler für die erwähnte Ansprache bestrafen zu müssen glaubte.
Von diesen Verunglimpfungen seien hier vor Allem die des
jüdisch-freisinnigen „Kleinen Journals**, welchem Hr. Wilhelm
Tappert als musikalischer Reporter dient, festgenagelt.
* Hr. Bertfand Roth in Dresden hat wie in den Vor-
wintern auch in der zu Ende gehenden Saison einen Cyklus
von populären Claviervorträfiren daselbst absolvirt and wirk-
lich Kunstwürdiges in denselben geboten.
* Hr. Nicodö veranstaltete in Dresden am 8. März ein
Orchesterconcert, in welchem Hr. Anton Rubinstein als
Dirigent und Oomponist mitwirkte und dieselben Werke von
sich zur Aufführung brachte, wie im 20. Leipziger Gewand-
hausconcert. Leider passirte im letzten Satz der Gmoll-Sym-
fhonie das Unglück eines vollständigen Umwerfens. Das
Publicum war äusserst enthusiastisch gestimmt.
* Hr. Sarasate hat kürzlich in Bonn ein Concert zum
Besten des dortigen Beethoven-Hauses gegeben.
* Hr. Hofrath PoUini in Hamburg hat den Pianisten Hrn.
Moriz Rosenthal für eine nächstwinterliche Toumöe von
50 Concerten engagirt.
Todtenllste. Gottfried Hartmann in Meissen, 50 Jahre
hindurch verdienstlich als Musikdirector in Waldenborff und
dann bis April 1890 in Meissen thätig gewesen, f« 77 Jahre
alt, am 5. April. — J. E: Wurm, ehem. Organist, geschätzter
Musiklehrer, f in Southampton.
J3x*ief kästen.
M^ O, m I^, Es wiiä noch Wochen dauern, bis wir das
gerade in letzter Zeit noch massenhaft eingegangene Pro-
grammmaterial untergebracht haben werden. Also Geduld!
L, G, in B, Die neueste gehässige Bemerkung des Hrn.
W. T., dass Hr. Dr. v. B. seinem Concertagenten aus einem
bestimmten Grunde „fünfjährige treue A&rkthelferdienste"
geleistet habe, hat bei uns die gleiche Vermnthung angeregt,
wie bei Dinen.
210
Anseiffen.
Im Verlage von E. W. FritlSCh in Leipzig erschien:
Wagner-Encyklopädie.
In wörtlichen AnfUhrungen aus seinen Schriften dargestellt
von [401.]
ۥ Fr. Olasenapp.
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Bestellungen werden van jeder Buch', Ktmst- und Mu^ikcUienhandltingj sowie auch direct vom Verleger
angenommen und ausgeführt*
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Die Wagner-Encyklopftdie stellt es sich zur Aufgabe, die durch ihre reformatorische Bedeutung auf dem Ge-
biete der Kunst mid Cultur hervorragenden Aeusserungen Wagiier^s über eine umfassende Reihe von Erscheinungen auf dem
weiten Gebiete der Kunst- und Culturgeschichte in alphabetischer Folge und nach Möglichkeit nicht blos in aphoiisti-
scher Kürze wiederzugeben, sondern jene Aussprüche, wo die Sache es mit sich bringt, in ungezwungener Weise zu kleinen
Abhandlungen über den einzelnen Gegenstand zu verbinden. Diese Abschnitte, von sehr verschiedenem Umfang, sind
durchweg aus den mit buchstäblicher Treue wiedergegebenen, eigenen Worten des Meisters zusammengestellt. Indem lUi*
Jeden dieser Abschnitte die vorhandenen Aussprüche aus den verschiedenen, oft entlegenen Theilen der Gesammelten
Schriften Wagner's herangezogen sind, ist — ausser ihrer Authenticität — Zweierlei erreicht:
1) eine erschöpfende Vollständigkeit dieser Aussprüche, sodass der Leser gewiss sein kann, dass in keinem
Theile der Schriften etwas auf den Gegenstand Bezügliches übersehen sei, was nicht schliesslich noch im Anhang
oder im Inhaltsverzeichniss imter dem gleichen Titel anzutreffen wäre;
2) durch jedesmalige Ausscheidung des nicht nothwendig zu dem besonderen Gegenstand Grehörigen und streng sach.
liehe Verbindung des Zusammengehörigen, in den meisten Fällen ein Text von einer speci fischen Vollstän-
digkeit, wie er sich, wiewohl echt Wagnerisch, dennoch in gleicherweise an keiner einzelnen Stelle der Schriften
wiederfindet, sodass die Encyklopädie in dieser Beziehung in ihrer Art überall Neues darbietet und wie ein
OiTigfinal^^iveirk l^ag^ei-'s gelesen werden kann, während andererseits die vorhandenen Belege
überall die zu Gninde liegenden Stellen der Schriften vergegenwärtigen.
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[No. 17.
„. ._ „ .. Von Dr. Arthur SeldL (FortMtasnng.) —Kritik: Hennann Oridensr, QnlnUMKo.^
Cmoll, für planDforte, Ewsi Violinen, Viola und VioloDMll, Op. 19. — TaKsigMoUahte: Barldita. — OonBerttnMciliaa. — Bngacamenti nnd
OavUpiele In Oper nnd Conoert — Rtrohenmuik. — Dpenauffllinnigsn. — Taimiaobta HltthelloBKen und Hotlsen. — Offener Sprediaa»!.
— Brlafkaaten. — Amaigen.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. ArthUF Seldl.
(Fortsetzung.)
Wie so ganz andere dteae kalte, nüchterne Reflexion
dea gelehrten DichterB über seinen Helden und der warme,
hoheitavolle (wenn auch philosophische) Herzeneergnss einer
Isolde, dea liebenden Weibee, über ihren geliebten Helden
bei Wagner! Alles und Aberallea ohne jeden Rest in die
dichterische Anschaaung aufgegangen; da iet kein Indi-
vidanm mehr, das noch zwischen Beide träte, kein Dichter
epilogisirt da mehr; nein, die Oeliebte seihst spricht das
fabala docet, und welches fahnla docet! Ich denke, man
fühlt mit mir den himmelweiten Abstand von diesem
rational isirten „Yerhängniss" zu Isoldens hocherhabenem
„SchwaneDgesang", der „sur Religion gewordenen Liehe
und zur Liebe gewordenen Vernunft", — die ganze, tiefe
Kluft, die diese beiden Dichtungen and ihre Anschauun-
gen noch himmelweit von einander trennt.
Das sind nun aber nur die grossen Umrisse en bloc;
im Einzelnen treten hier noch gar manche feine, indivi-
duelle Züge hinzu, und unter diesen begegnen wir weit
eher wieder Verwandtem oder doch Beziehungsreichem.
So wird uns s. B. Isolde von Irland, da sie an Tristan's
Leiche tritt, bei Knrtz als „fast übermenschlich hoch und
gross in ihrem faltigen Oewand" beschrieben und sp&ter
abermals als „gewaltig und hoch" bezeichnet. Sie stirbt
auch nach diesem Dichter im unentwegten, unvemandten
AnbUck des entseelten Tristan. Von Isolde H femer wird
uns ebenda berichtet: als sie ihre Rivalin, die echte Isolde
in ihrer Hoheit nun also vor sich stehen sah, da „schlich
sie still und scheu hinaus; sie konnts im eigenen Herzen
lesen, dass sie das Kebsweib nur gewesen", — und das
klingt merkwürdigerweise ein klein' wenig au die bekannte
Episode der beiden Rivalinnen aus dem Nibelungenliede
an. Karke sodann, der daraufhin auch noch hinznkommt,
wird von Brang&ne über das eigentliche Qeheimniss auf-
geklftrt, bringt die beiden Leichen in demselben Kiele,
der sie einst lebend über die blaue See geführt hatte
und ihaea zum flVerh&ngniss" geworden war, nachTintajol,
bettet sie im Garten unterm bewussten denkwürdigen
Olivenbaum, pflanzt „Rebe und Rose" auf ihrem Qrabe
nnd gibt sich dumpfem Brüten hin, wie viel besser es
sich für ihn wohl geschickt hätte, die Beiden zu vereinen
und sich an ihnen als an seinen Kindern zu erfreuen,
statt Isolden selbst in seinen alten Tagen noch tur sich
zum Eheweib zu hegehren. Brang&ne siecht dahin. „Sie
buBsten ihre Schuld im Lehen. Was blöde Menscbenaugen
sahn, das war ein Schein, das war ein Wahn, Du aber
sahst den wahren Laut, zu dir stieg nur das Wesen
auf — so ungeAhr die letzten Betrachtungen des Ge-
dichtes; ein Abschluss, so nüchtern und trocken, ja nichts-
sagend, so lauge wir uns iu den allgemeinen Ausdrucks-
nnd Umgangsformen gleichsam dabei bewegen; und doch
wieder von einer so verheissungsvollen Perspective, sobald
wir nur erst das Wort vom „Wesen", den „wahren
Laut" mit den Ohren der Zukunftsmusik hören und
dem „Schein" und „Wahn" mit Wagner'schem Aug
und Blick auf den Grund schauen. Und so wKren
wir denn endlich bei Wagner selbst angelangt!
17
214
Womit Wagner wie mit einem gewaltigen Ruck den
ganzen Sagenkreis in eine durchaus andere, ganz und gar
eigenthümliche Sphäre erhob und damit nicht nur ein fiir
allemal sich von allen früheren Bearbeitern wesentlich
onterschied, nein, auch den Stoff in seiner Dichtung zu
einem wie neugeschaffenen, völlig neugeborenen Original
umgestaltete, — es war, wie jede grosse That in diesem
Sinne, das „Ei des Golumbus": die Umbildung nämlich
des Minne- und Zaubertrankes zu einem Tod estrank, —
ein Moment, das noch immer viel zu wenig beachtet und
selbst von den sogen. „Kennern" richtig gewürdigt wird.
Damit ist auf einmal aus dem episch-verfliessenden Wun-
der ein dramatisch-psychologisches Motiv von treibender
Schärfe gewonnen, damit ist die Schuld der beiden Lie-
benden erst auf eine wahrhaft tragische Stufe gehoben,
dadurch auch ist der philosophische Kern mit einem
Schlage ein total anderer geworden, und das verklärt end-
lich auch den Ausgang in so mild-idealer Schöne und
Erhabenheit, wie wir es zum ersten Mal in diesem Ge-
dicht bei Wagner finden. Wenn wir unter „Wunder"
(mit Wagner) das zu Ounsten des übersichtlichen Ver-
ständnisses eines grossen Zusammenhangs von Handlungen
zusammengedrängte und auf deren wesentlichen Inhalt
nunmehr verdichtete Bild, somit die verständlichste,
concentrirteste Darstellung gerade der Wirklichkeit ver-
stehen, so konnte eigentlich auch schon der Liebestrank
Gottfried's nicht mehr unter diesen Wund er begriff fallen,
sondern musste vielmehr bereits als ein rationalisirtes,
ins Nüchtem-Verstandesmässige aufgelöstes Wunder ge-
fasst werden, da der Dichter jenen Trank mit dem ganz
real-praktischen Durst der beiden Liebenden lediglich als
„Zufall" einführen und erklären zu sollen glaubte. Ein
Stück Euripides, et#as von dem erkältenden Rationalis-
mus, von der prosaisch-nüchternen Skepsis, die in jenem
antiken Dichter an den uralten, gewaltigen und tiefen
Mythos herantrat, steckte schon in dieser reflectirten Auf-
fassung Oottfried's, und bei den späteren Bearbeitern
musste dieser Zug natürlich nur um so schärfer nnd ver-
nichtender hervortreten ; am meisten noch bei Hermann
Kurtz, der denn auch diesen „Zauber" am liebsten gänz-
lich aus der Dichtung verbannt haben möchte und —
echt modern und reflectirt — sogar im Oedicht selbst
sich mit Ingrimm also darüber vernehmen lässt:
„Zu solchem Bild der Leidenschaft
Was brauchts noch Zaubertrankes Kraft?
Den Trank, den Tristan und Isold
Getrunken, solch ein flüssig Oold,
Ich wähne, trank auch Oottfried's Mund;
Vom süssen Gift im Herzen wund.
Die brennende Wunde lächelnd
Mit kühlen Scherzen fächelnd,
Drängt er des Minnezaubers Hort,
Den ganzen, in sein Zauberwort
Und wird, verzaubert von Minne,
Ein Zauberer aller Sinne."
(Fortsetzvmg folgt.)
Kritik.
Hermann Grädener. Quintett No. 2, Gmoll, für Piano-
forte, zwei Violinen, Viola und ViolonceU, Op. 19.
Leipzig, Fr. Kistner.
Es ist die Glavierquintettlitteratur schon arm zu
nennen, da weder Mozart und Haydn, noch Beethoven
für sie schufen, und es ist Grund vorhanden, sich jedes
bedeutenden Zuwachses zu freuen. Für einen solchen
halte ich das vorliegende Quintett, meiner Prüfung und
Empfindung nach Eine der besten modernen Arbeiten auf
dem einschlägigen Gebiete. Es hat vier Sätze: Allegro
moderato, Scherzo, Adagio und Finale. Der erste Satz
(GmoU, ^/^-Takt) ist ausserordentlich streng thematisch
componirt und macht mir ästhetisch den Eindruck eines
pathetischen Ernstes, mit bald mehr oder minder geho-
bener Stimmung. In diesem Eiindruck liegt für mich die
Erklärung dafür, dass in dem ganzen Satze ein Dur-
Charakter vorherrscht. Ich fühle den gesammten Inhalt
sich fast auf derselben'^ Linie fortbewegen, und ich möchte
eine gewisse Originalität für diesen Satz dahin bean-
spruchen, dass er Stimmungsgegensätze nicht kennt, in
dem Maasse wenigstens, als sie sonst Componisten schaffen.
Vielleicht rührt aber daher auch die Erscheinung — die
einzige hier, die meinem persönlichen Empfinden einiger-
maassen entgegentritt — , dass der Componist sehr viel
mit dynamischen Steigerungen operirt, und zwar gehraucht
er sie nicht im Sinne vorübergehender grösserer Wallun-
gen, vielmehr lässt er sie fast durchweg als Mündungen
und Auggänge der einzelnen Theile erscheinen. Die Aus-
nahmen finden sich Partitur-Seite 15 — 16 vor K und
Seite 19 vor N. Schon der erste Satz offenbart deutlich
genug eine Eigenthümlichkeit der Grädener^schen Compo-
sitionsmethode, die darin besteht, dass Grrädener im Nach-
folgenden das Vorausgegangene in der Art desselben gerne
irgendwie fortsetzt oder umbildet. Man sehe diesbezüg-
lich die Verbindungsstellen dieses Satzes. Dadurch nun,
dass die Motive in einem Generationenwechsel sozusagen
begriffen sind, gewinnen sie selbst an individueller
Erscheinung und das Ganze an Eindringlichkeit der Be-
deutung. Auch möchte ich nicht eine interessante Er-
scheinung der Form unerwähnt lassen, deren Charakte-
ristiken ist, dass sie einen Nexus enthält, der einer psy-
chologischen Motivirung ähnlich sieht. Nach dem Schluss-
satz des ersten Theiles kehrt nämlich der Componist, wie
üblich, zum Hauptthema zurück, um die Bepetition des
ganzen ersten Theiles vor sich gehen zu lassen, — aber
auch nach vollzogener Repetition am Eingang des Durch-
führungstheiles hören wir ihn wiederholt Versuche unter-
nehmen, vom Thema des Schlusssatzes aus nach dem
Hauptthema zurückzukehren, und während nun der Com-
ponist im zweiten Theile (schon zum dritten Male) den
Schlusssatz überschreitet, tritt er in der Coda abermals
— wie fein gedacht! — zum Hauptthema hinaus.
Die Themen des ersten Satzes lauten:
ViolonceU.
^^M^^^^
215
moUo tranquillo e cantahile
v... L I |/i- jj I ^_ !j^j^^^£nt\
ff affetiuoso
Auf den ersten Satz folgt das Scherzo, das origi-
nellste Stück des Quintetts. Originell ist die Melodie des
ersten Theiles sowohl wegen der Vorschläge und Triller,
die ihre Zöge umlagern, ab wegen ihres Kreialaufes aus
dem Dominantenton zum Dominantenton zurück, der ein
Ende vorläufig unahsehhar macht. In dieser Art der Melo-
die liegt auch der Qrund, weshalb die so lange, in der
Hauptsache durchaus homophone Linie herauswächst. Es
gehörte die volle Meisterschaft des Gomponisten dazu, die
Homophonie in — Quintettform zu bringen. Hier hört man
weit ausgegossene Töne, als wären sie die Stimmung selbst,
dort wieder, den Weg des Hauptthemas entlang, zucken
erschreckte pizzicati, bald sieht man ein grösseres oder
kleineres Element des Themas wie losgelassene Stern-
acbnuppen über dieses oder jenes Instrument dahinfahren,
und wie klug, modern und zweckmässig spricht das Cia-
vier insbesondere! Hier das Thema:
Viola.
Allegro moUo, ten.
ten.
■ 1».
teti. ten, fy tt
ten.
la
i^'jjflij'jirtJj jji J'-'t!»^--
Sein Gegensatz, das Trio, wenn auch nicht so über-
»chrieben, bewegt sich im ^/^-Takt und einem lento
(largamente e pesante). Die Eigenheit des Gegensatzes
geht so weit, dass für meine Empfindung wenigstens die
Gontraste zu weit auseinanderliegen.
Pathos ist beiden Sätzen, dem ersten sowohl, als dem
Scherzo, eigenthümlich. Wenn aber das Pathos das Gefühl
ist, das wie zur Brust hinausstreben möchte, ist Innigkeit
dagegen dasjenige Gefühl, welches sich wie einwärts immer
tiefer bohren möchte, um dort das Fluidum satter Glück-
seligkeit zu schaffen. Das Variationenthema des Ada-
gios, das mich zur Innigkeit anregt, bedeutet so-
mit den grossen Gegensatz zu den vorausgegangenen
Theilen des Quintetts. Das Thema hat ein Ge-
folge von vier Variationen. Sowohl das Erste, als die
Letzteren werden vom Gegensatz des Glaviers und der
Streichinstrumente getragen, in der Hauptsache freilich,
da auch einzelne Züge bezeichnet werden können, in
denen das C3avier nicht schwerer wiegt, als jedes einzelne
Streichinstrument für sich. Auch muss ich das, wie ich
glaube, in Variationensachen neue Verfahren des Gompo-
nisten hervorheben, dass er die Repetitionen der einzelnen
Theile jeder Variation von inneren Gründen abhängig
macht Es wäre sehr erfreulich, wenn auch andere Gom-
ponisten über das, was ich gern Sitte der Form nennen
möchte, tiefer nachdenken wollten.
Nun gestatte man mir die Themen des letzten Satzes
(Finale) vorzufahren:
Allegro,
Pianoforte.
mfl^jfA0i f^jf^
•J ^^ ii
^^
Pzn'T^^T^
Das nächste, scheinbar tonartlose, aber, wie die Bassfüh-
rung überzeugt, in Emoll stehende Thema lautet:
// hxrgamente
i^i-tei-
'~-^r3 r
L_ "■ — ■»«i.il-a
216
und endlich das letzte Thema, das ich in der Gestalt an-
fuhren will, in der es zum zweiten Mal wiederkehrt:
l^^^lh'^h
ni^j ^J-i J^ J
m^m
w
U. 8. W.
^iM^
Man denke nun, dass diese Themen im Finale das
reichste und freieste Lehen fuhren, und man wird gewiss
in sich seihst kein Vorurtheil erwecken, wenn man das
Stück hoch schätzt. Wie kann ich ührigens den ganzen,
grossen Beichthnm des Quintetts schildern, wenn ich hier
auf eine ausföhrlichere Darstellung des Inhalts verzichten
muss!
I
Dr. Heinrich Schenker.
Tagesgeschichte.
Berichte.
Leipzig. Wie in anderen Städten, so ftihrte auch unseren
Musikfreunden der vorzügliche Dirigent Hr. F. X. Arens in
einem American Composers' Concert (im Alten Gewandhans)
eine Anzahl von Werken amerikanischer Gomponisten vor,
die hier, noch gänzlich unbekannt, lebhaften Eindruck hervor-
zurufen und über die Art der transaüantischen musikalischen
Production und ihren hohen künstlerischen Ernst zu belehren
nicht verfehlten. Volle Ursprünglichkeit der Erfindung schei-
nen auch die Amerikaner nicht zu besitzen: den Spuren
B>ich.Waguer's und Schumann's folgen auch sie. Aber in der
Frische ihrer poetisch-musikalischen Anschauung, in der posi-
tiven Formengebung, in der Lebendigkeit ihrer Rhythmik
und dem Glänze ihrer Instrumentation haben sie sich eine
bemerkenswerthe Selbständigkeit bewahrt. Von den aufj^-
führten Oompositionen interessirten sehr stark die der Suite
Op. 42 entnommenen Stücke „In einem verwimschenen Walde**,
„Lied der Hirten" und „Waldgeister** von E.A. Mac-Do well;
das ist eine poetisch empfundene, hochinteressante Musik, die
i'edem Goncertprogramm zur Zierde gereicht. Namentlich das
Srste wirkt kraffc seiner wunderbaren Stimmung tief und
nachhaltig. Sehr charakteristisch und von einem gewissen
grotesken Humor erBillt ist H. Schoenefeld^s „Marda fantasti-
ca**, eine Scene aus dem südlich eil Negerleben. V. Herbert's
„Liebesscene** aus der Serenade Op. 12 fesselt durch den zärt-
fichen üeberschwang ihrer Tonsprache und die Klangwirkung
des Saitenchors. Die Gavotte aus der Suite Op. 26 von
A. Foote ist recht hübsch, wenn auch nicht sonderlich bedeu-
tend. Auf hohem Kothurn schreitet G. W. Ghadwick's dra-
matische Ouvertüre „Melpomene** ; sie ist auf wirksamen The-
men (Englisch-Hom und Trompete) aufgebaut und durch den
wahrhaft dramatischen Schwung ihres otils und ihrer Oon-
traste hervorragend; der Oomponist beherrscht die moderne
Polyphonie in bemerkenswerther Meisterschaft: seine Harmo-
nik und seine Instrumentation knüpfen an U. Wagner an.
Als ein Werk vornehmsten Stiles erschien uns die sympho-
nische Phantasie „Aus meines Lebens Frühlingszeit" von
F. X. Arens; die Oomposition bedient sLch zwar der Form des
1. Sonatensatzes, bringt aber in diesem Bahmen nicht etwa
schulmeisterhaft zusammengeleimte Perioden und Phrasen,
sondern bewegt sich in kühner und freier Phantasie, ledig-
lich dem Zuge der poetischen Vorstellung folfi;end. Es ist daß
Bingen einer Jünglingsseele in allen ihren widerspruchsvollen
Entwickelungsphasen, das den Inhalt dieses symphonisch ge-
haltvollen und ausserordentlich wirksam instrumentirten Satzes
füllt. Auch J. K. Paine's Symphonie „Im Frühling** (1. und
2. Satz) präsentirte sich als ein oeachtenswerthes, lebhaft em-
pfundenes, planvoll aufgebautes, von poetischen Intentionen
e;etragenes Werk, namentlich in seinem 1. Satz. Das Scherzo
ist j^Loch für eine Mainachtphantasie etwas zu dick instru-
mentirt. Das Praeludium „Otho Visconti** von F. G. Gleason
^bt sich als breit gemaltes ijrrisches Stimmun^bild; gewählt
in der Md.odik, jedoch nicht sonderlich tief. Die aus
G. Bush*s „BSverie pastorale** zu Gehör gebrachten Scenen
j^Am Bach** und „Bundtanz** zeichnen sich durch feinsinnige
Tonmalereien und ein sehr zartes, reizendabgetöntesGoloritaus.
Es sind Stücke, die der feineren Unterhaltimgsmusik «igehdren.
Hr. Arens zeigte sich in der Interpretation dieser Werke als
ein ganz vorzüglicher Dirigent von hoher Intelligenz, leb-
hafter musikalischer Nachempfindung und bedeutendem Qe-
staltungsvermö^n. Man spendete dem Künstler herzlichen
BeifieJl, und die hier anwesenden Amerikaner ehrten den
tapferen Pionier ihrer vaterländischen Musik mit einem schönen
Lorbeerkranze. Um die Wiedergabe der Oompositionen machte
sich wieder die vortreffliche Gapelle des 134. Infanterie-Begi-
ments verdient. — o — .
Leipzig. Der längst als ausgezeichneter Künstler bekannte
blinde Orgel virtuos ür. Bernhard Pfannstiehl veranstaltete
am Abend des 10. April eine Musikau^Ührung in der Pauliner-
kirche, in welcher ihm die Sängerin Frau v. Knappst aedt
und die Violinistin Miss Bobinson mitwirkend zur Seite
standen. Hr. Pfannstiehl selbst spielte Toccata und Fuge in
DmoU von S. Bach, „Evocation ä la Ghapelle Sixtine** von
Liszt, „Ave verum** von Mozart und Festhymnus von 0. Piutti
und gab damit von Neuem Zeugniss von seinem Streben, in
der Wahl seiner Programmstücke ebenso der classischen, wie
modernen Zeit gerecht zu werden, denn die Stücke von Liszt
und Piutti hat er wohl, wie wir vermuthen, das erste Mal
vorgetragen. Der Piutti^sche Festhymnus machte auch dies-
mal den Eindruck eines ebenso gediegenen, wie stimmungs-
vollen Werkes. Hr. Pfannstiehl zeigte in allen Vorträgen
volle Gorrectheit und Sicherheit und gab jeden Gomponisten
charakteristisch wieder. Es sind derartige Leistungen bei
einem des Augenlichts Beraubten doppelt l)ewundemswerth.
Frau V. Knappstaedt steuerte mit ihrem voluminösen Mezzo-
sopran das „Heilig, heilig** von Händel und Lieder von Baff
und Schubert zum Programm. Namentlich waren ihre Lieder-
vorträge von tiefgehender Wirkung. Die hochtalentirte Miss
Bobinson spendete in künstlerisch reifer, sowie gemüth voller
Auffassung die Ddur-Sonate von Händel und die Fdur-Bo-
217
manze von Beethoven. Ihr warmer Ton umstrickte mit seinen
8ilber&den Aller Herzen. ^
Altenburg. In der Bartholom&ikirche hatte sich am
6. April eine and&chtig lauschende Zuhörerschaft zu dem Ck)n-
cert zusammengefunden, welches der um die kirchliche Musik-
pflege unserer JEtesidenz hochverdiente Oantor Hr. Franke
mit seinem Kirchenchor ausf^rte. Es waren keine leichten
Aufgaben, welche der tapfere Pionier auf diesem Musikgebiete
seiner S&ngerschaar gestellt hatte, indem er dieselbe singen
Hess die beinahe 400 Jahre alten, in ihrer contrapunctischen
Strenge allerdings mehr den Verstand, als dasGemütü berühren-
den „Lamentationes Jeremiae" von Eleazar Genöt, Palestrina*s
weihevolles zwöl&timmiges „Jubilate Deo", den urgesunden
achtstimmigen Psalm 187 von H. Schütz, das ergebungsvolle
geistliche Lied „Wenn Alles eben käme** von B. Vog3, ein
warm abgetöntes „Requiem aetemam** von W. Stade und den
Dritten derprachtvollen Fest- und GMenksprüche von Brahms.
Alle diese Vorträge machten unter der begeisterten Direction
des Hm. Franke einen sehr frischen, anregenden Eindruck,
über dem man einige mit unterlaufende Intonotionstrübun-
gen und den Mangel einer feineren dynamischen Ausarbeitung
öfter vergass. An der Ausftlhrung des Palestrina'schen „ Jubi-
late Deo* betheiligten sich mehrere dem Kirchenchor nicht
angehörige Herren, sowie auch Damen. Zwischen die Chor-
nummem waren Solovorträge der hiesigen Sängerin Frl.
Schnittmann und des Leipziger Gewandhausorganisten Hrn.
Homeyer eingeschoben. Die junge Dame sang mit kräftl-
£m Organ, aber etwas natundistisch und unsicher in der
tonation Composit^onen von Händel, W. Stade und Less-
mann. Hr. Homeyer zeigte seine auch hier längst bekannte
und stets freudig anerkannte Meisterschaft in der effectvollen
Broeig'schen Phantasie über „Christ ist erstanden** und Prae-
ludium und Fuge von Ad. Ruthardt, einer Novität, die durch
schöne Erfindung und harmonische Feinheiten lebhaftest in-
teressirte und namentlich in der Fuge sehr wirkungsvolle
Steigerungen enthielt. Hr. Homeyer liess dem Brosig'schen,
wie dem Buthardt'schen Werke die denkbar günstigste
Instrumentirung zu Theil werden, die gleichzeitig auch die
vorzügliche Beschaffenheit der Orgel dieser Kirche erkennbar
piachte. E.
Oera, 6. April. Nachdem der Chor des Musikalischen
Vereins bereits im letzten Concert durch Vorftthrung der
„Jahreszeiten** eine so schöne Probe seiner Leistungsfähigkeit
abgelegt hatte, bestätigte derselbe auch gestern in dem Meinen
Goncerte (ohne Orchester) die vorgefiasste gute Meinung bei
Aufführung von B. Schumann's „Der Böse Pilgerfiihrt**^ mit
Clavierbegleitung. Von den gemischten Chören fand die
„Selge Zeit** eine sehr schöne Wiedergabe, der Männerchor
„Bist du im Wald gewandelt** war namentlich im 2. Verse
recht ansj^rechend, und die Elfenchöre wirkten durch die Menge
schöner, jugendfrischer Stimmen wahrhaft entzückend. Das
Tenorsolo sang Hr. Trautermann aus Leipzig künstlerisch
vollendet mit der eanzen^Schönheit seines ausgibifi^n Ornms
in warmer Empfinaung , Vofür ihm reicher &i&2l zu Theil
wurde. Auch die beiden Lieder mit Begleitung des Claviers, die
derselbe ausserdem noch spendete: „Sehnsucnt** von Pfitzner
nnd Wanderlied von Schumann, waren von herrlicher Wirkung.
Die Partie der Böse sang eine Schülerin von Frau Unger-
Haupt, Frl. Stade aus Leipzig, mit weicher , sympathischer
Stimme. Dieselbe brachte ausserdem noch drei Einzellieder zum
Vortrag, von denen Schumann's „Lotosblume** ihr am besten
zu lieg«[i schien. Alle übrigen äoli wurden durch Mitglieder
des Vereins in ansprechender Weise ausgeführt, namenüich
trat die Vertreterin der Altpartie durch Fülle und Schönheit
4er Stimme besonders in der Arie „Im Wald, gelehnt am
Stamme** und dem nachfolgenden Duett sehr vortheilhaft her-
vor. Sämmtliche hiesige Solodamen sind übrigens Schülerinnen
der renommirten Q^sanglehrerin Frl. Gertrud Müller. Ausser-
dem wurden noch von unserem trefflichen Dirigenten und
einem hiesigen Herrn zwei Stücke für zwei Claviere sehr
schön gespielt, und zwar Praeludium und Sarabande von
H. V. Wilm und Einleitung und Allegro aus der Sonate in
Bdur von Hans Huber, von denen das Letztere am meisten
gefiel. Beicher Beifall lohnte sämmtliche Vorträge. Die
Saison des Vereins hat damit ihren definitiven Abschluss ge-
funden, und bei dem vortrefflichen Eindruck, den diese Con-
certe imter der excellenten Leitung unseres Hm. Hofcapell-
meister Kleemann hinterlassen, bleiben wir auch fernerhin
.des künstlerischen Genusses in reichem Maasse gewärtig.
Concertumschau.
Altenburg. Aufführung des städt. Eürchenchors (Franke)
am 6. April: Chöre von £. Genöt, Palestrina, H. Schute
(Psalm ia7), B.Vogel („Wenn Alles eben käme**), W.Stade
(-Bequiem aetemam**) u. Brahms („Wo ist ein so herrlich
Volk**), Solovorträge des Frl. Schnittmann von hier (Qesang.
„Wenn ich einst von jenem Schlummer** v. W. Stade, „Sei
stiU** V. Lessmann etc.) u. des Hm. Homeyer aus Leipzig
(Phant. V. M. Brosig u. Prael. u. Fuge v. Ad. Buthardt).
Angers. Abonn.-Concerte der Assoc. artist. (Frömaux):
No. 18. Zwei Sätze a. -Bomöo et Juliette** v. H. Berlioz,
„Euryanthe**-Ouvert. v. Weber, „Walkürenritt** v. Wagner,
Ballade v. S. de Santa Colomar, Parade militaire v. Masse-
net, Gesangvorträge des FrL Mar6chal (Arie a „Älda*' von
Verdi und Cantüene a. „Cinq-Mars** v. Gounod). No. 19.
„Egmont**-Ouvert. v. Beethoven, Vorspiel zu den „Meister-
singern** V. Wagner, Phant. üb. spanische Motive v. Gevaert»
„Angelus** a. „Joanne d'Arc** v.B. Godard, Solo vortrage der
Frls. Bourgaud (Viol., 2. Conc. v. B. Godard u. Finale des
1. Conc. V. Vieuxtemps) u. Wein^^rtner (Clav., Concert-
sätze V. Bubinstein u. Litolff^ Bigodonv. F. Thomöetc.).
— Ausserord. Conc. derselben Gesellschaft am 13. März: „Buy
Blas**-Ouvert. v. Mendelssohn, Marsch a. der Suite algörienne
V. Saint-Saöns, Bruchstücke a. „Thamara** v. Bourgault-
Ducoudray (unt. Leit. des Comp. u. Solist. Mitwirkung der
Frau Boidin-Puisais u. des Hm. Warmbrodt), Solovorträge
der Frau Boidin-Puisais (Arie a. „Samson und Dalila** von
C. Saint-Saöns) und der HH. Warmbrodt (Arie a. „Alceste*
V. Gluck) u. Marsick (Viol., Suite fantaisiste v. J. Bordier
[unt. Leit. des Comp.], Symph. espagnole v. E. Lalo, „Songe**
V. Marsick u. Elfentanz v. Popper).
Boston. 131. Conc. des Apollo Club: „The Tmmpeter**
f. Tenor- u. Bsuritonsolo, Männerchor u. Dreh. v. T. Streng,
„Der Einsame** f. Baritonsolo, Streichorch. und Homer von
E. Grieg, „Mila** f. Sopran- u. Basssolo, Männerchor u. Dreh.
V. Saint-Saöns. Elsa*s Traum a. „Lohengrin** v. Wagner,
ges. V. Frau Walker.
Bristol. Wagner-Conc. der Bristol Festival Society unt.
Leit. des Hm. JM16 u. solist. Mitwirk, der Frau Nordioa, des
Frl. TrebeUi u. der HH. McGuckin und SanÜey: 3. Act aus
„Tannhäuser**, Vorspiel zu „Parsifed** u. 3. Act a. „Lohengrin**
V. Wagner.
Chicago. Conc. zum 25jähr. Jubelfest des Musical CoUege
am 23. Febr.: Jubelouvert. v. Weber, Emoll-Clavierconc. v.
Chopin (Frl. Striegel), 1. Symph. f. Org. (Hr. Falk) u. Dreh. v.
A. Guilmant, 1. Violinconcert v. Bruch (Hr. Marx), Ges.-
Balletta „II Guarany** v. Gomez (Frau de Mers Bennis), 1. Satz
a. dem AmoU-Clavierconc. v. Schumann (Frl. Guivey), An-
sprache des Bev. Dr. Thomas, Marsch a. „Tannhäuser** von
W agner. — 3. Conc. des Bendix Strin^ Quart, unt. Miwirk.
der Pianistin Frau Dutton-Atwill: Clavierquint. v. Sin ding,
Fdur-Streichquart. v. Bubinstein, And. a. Dp. 11 v. Tschal-
kowskv.
Clifton. 3. Chamber Conc. des Frl. Eyre (Clav.) u. der
HH. Darmaro, Duys, Wetten u. van Gelder (Streicher): Streich-
quart. Op. 27 V. Grieg, Qaviertrio Op. 26 v. Dvotäk, Clav.-
Yiolinson. Op. 80, No. 3, v. Beethoven. (Die AusftOirung die-
ses Programms wird in einem uns vorliegenden Bericht als
vortrefPuch und bewundemswerth bezeichnet.)
Gera. Conc. des Musikal. Ver. (Kleemann) unter solist.
Mitwirk, des Frl. Stade u. des Hm. Trautermann a. Leipzig
am 6. April: Compositionen f. zwei Claviere v. N. v. Wilm
(Prael. u. Sarabanae) u. H. Huber (Bdur-Sonate), „Der Böse
PügerfEdirt^ v. Schumann, G^esangsoli v. Schumann, Franz
(„Waldfiahrt**), Hofmann („Blumenorakel") u. P. Pfitzner
(„Sehnsucht").
Haarlem. 2. Conc. des Haarlem Phüharmonio (Fleck):
Schott. Symphonie v. Mendelssohn, „Frtkhlingswogen" v. Ph.
Scharwenka (unt. Leit.des Comp.), „Les Pröludes" v. Liszt,
G(esangvorträge der Frau Blauveit (Arien v. Massenet [aus
„Le Cid"] u. Bizet [a. „Les Pöcheurs de Perles"]).
Leipzig. (}eistl. MusikaufftOir. des Hrn. Pfannstiehl unt.
Mitwirk, der Frau v. Knappstaedt (G^es.) u. des Frl. Bobinson
(Viol.) am 10. April: SoU f. (Jes. v. Baff (.Sei still") u. A-,
f. Org. V. S. Bach (Tocc. u. Fuge in Dmoll), Liszt („Evo-
cation k la Chapelle Sixtine"), Mozart u. Piutti (Festhym-
nus) u. f. Viol. V. Händel (Ddur-Son.) u. Beethoven (Pdur-
21B
Romanze). — Am 16. April in der Thomaskirche Auffuhr, v.
8. Bach's Matthäus-Passion ant. Leitung des Hm. Prof. Dr.
Beinecke u. Solist. Mitwirk, der Frau Baumann y. hier, des
Frl. Minor u. des Hm. Dierich a. Schwerin, der HH. Mes-
schaert a. Amsterdam u. Meitzendorff. — 7. Gonc. des Pester'-
schen Dilett.-Orch.-Ver. (Pester): Stücke f. Streichorch. von
Händel (Menuett) n. Grieg („Uerzwunden", ^rstes Begeg-
nen" u. „Norwe^sch"), sowie zwei Norweg. Volksmelodien,
bearbeit. v. Svendsen, Solovorträge des Frl. Strauss-Kurzwelly
(G^., „Heimweh" v. Brahms, „Schlüsselblumen" v. Liszt,
„NeueJLiebe" v. Eubinsteinetc.) u. des Hm.Wille (Violonc,
And. V. Goltermann, Scherzo v. Kiengel u. „Widmung"
u. „Elfentanz" v. Popper).
London. Grystal Palace - Ooncerte (Manns): 28. Febr.
Ital. Symph. y. Mendelssohn, Ouvertüren v. Beethoven (No. 2
zu „Leonore") und Cornelius („Der Barbier von Bagdad"),
Solovorträge der HH, Oudin (Otes.) u. Becker (Violonc, Con-
certstück v. Bazzini, Tarantella v. Popper etc.). 5. März.
Cantate „Queen Hynde of Galedon" v. H.McCunn (Solisten:
Damen Fillunger u. Squire u. HH. Piercy u. Black), -Hebri-
den"-Ouvert. v. Mendelssohn, Vorspiel zum 8. Act a. „Lohen-
grin" V. Wagner, zwei Nummern a. -Bosamunde" v. Schu-
bert etc. 12. März. Cdur-Sjmph. v. Schubert, „Ooriolan"-
Ouvert. V. Beethoven, Vorspiel zu „Lohensrin" v. Wagner,
Solovorträee der Frau Glenn {Qtes.) u. des Hm. Prof. Joachim
(Viol., 3. C^nc. V. Bruch, Cdur-Son. v. S. Bach etc.). 19. März.
2, Synaph. v. Beethoven, Norweg. Tänze Op. 35 von Grieg-
Sitt, Solovorträge der Frau Valda (Ges.) u. des Hm. £. Silas
(Clav., Hmoll-Conc. u. Rigodon eig. Comp., sowie Lnpromptu
y! Rubinstein).
LÜttieh. 3. Concert der Sociöt^ des Nouveaux Concerts
(Dupuis): 3. S3nnph. v. Brahms, „Don Juan" v. B. Strauss,
Huldigungsmarscn v. Wagner, Claviervorträge des Hrn. Sli-
vinski (Conc. Op. 23 v. Tschaikowsky, Gdur-Barcarole v.
Bubinstein etc.).
New-Yopk. 6. Conc. der Symph. Society (Damrosch):
5. Symph. v. Tschaikowsky, „Siegfried^s Rheinfahrt" und
BheintÖchter-Terzett (Damen Alves, Xaschoska und Koert-
Kronold) a. der „Götterdämmerung" v. Wagner, Gdur-Cla-
yierconc. v. Beetnoven (Hr. Rummel). — 5. Conc. des Sym-
phony Strine Quart, unt. Mitwirk, des Pianisten Hrn. Lam-
bert: Streichquartette v. Beethoven (Op. 18, No. 4) u. Schu-
mann (Op. 41, No. 2), Bmoll-Claviertrio v. Volkmann. —
13. Damrosch Sunday Conc. : Vorspiel zum 3. Act a. „Lohen-
erin", Preislied a. den „Meistersingern" (Hr. Montariol), Klage
der Rheintöchter a. dem 3. Aufzug des „Rheingold" (Damen Klein,
Kaschoska und Ritter-Goetze), FrühHngslied (Hr. Montariol),
,^euerzauber"-u. „Walkürenritt" a. der „Walküre", „Wald-
weben" a. „Siegfried", Gesang der Rheintöchter (obengen.
Damen). Siegfhed's Tod u. Trauermarsch a. der „Götterdäm-
merung" v. R. Wagner.
Paris. Conservatoriumsconcerte (Garcin) am 28. Febr. u.
6. März: 2. Symph. v. Beethoven, 2. Satz a. der Symphonie y.
B. Godard, zwei Nummern aus der „Sommemachtstraum"-
Musik v. Mendelssohn, Bruchstücke a. „Judas Maccabäus" v.
Händel, „Adieu aux jeunes mari6s" v. Meyerbeer, Violoncell-
conc. V. E. Lalo (Hr. Cros-Sfidnt-Ange). — Colonne-Concerte:
6. März. -Au Paysbleu" v. A. Holmös, Ouvert., Duett (Frl. Is-
saurat u. Hr. Auguez) u. Türk. Marsch a. den „ Ruinen von Athen"
v. Beethoven, Bruchstücke a. „Namouna" v. E.Lalo, „Walkü-
renritt" v. Wagner, Solo vortrage des Frl. Issaurat (Arie a.
„Chevalier Jean" v. Jonciöres) u. der HH. Auguez („Chri-
stophe Colomb" V. A. Coquard) und Johannes Wolff (Viol.,
2. Conc. V. B. Godard). 13. März. Bruchstücke a. „Romöo
et Juliette" v. Berlioz (Solo: Frl. de Montalant), „Egmont"-
Husik V. Beethoven (Solo: Frl. de Montalant), „Impressions
d'Italie" v. G. Charpentier, Vorspiel, Lehrbubentanz und
Aufzug der Zünfte a. den „Meistersmgem" v.Wagner, Fant.
tzigane f. Clav. (Hr. L. Di6mer) v. L. Lambert. — Lamou-
reux-Concerte: 28. Febr. Ouvert., Scherzo u. Finale v. Schu-
mann, „Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, „Widdweben" a. „Sieg-
fried" und Spinnerchor a. dem „Fliegenden Holländer" von
Wagner, Solovorträge der Brau Brunet-Lafleur (Ges., „La
Sulamite" v. Chabrier) u. des Hm. Slivinski (Clav., Bdur-
Concert v. Tschaikowsky). 6. März. 9. Symph^v. Beetho-
ven (9oli: Damen Leroüx-Kibeyre u. Joussen u.'HH. Engel
u. Oudin), „Ruy Blas" -Ouvert. v. Mendelssohn, Un^. Marsch
v. Berlioz, „Der Bergentrückte" v. Grieg (Solo: Hr. Oudin),
Preislied a. den „Meistersingern" von Wagner (Hr. Engel).
13. März. 9. Symph. v. Beethoven (Soli: famen Lerouit-Ki-
beyre u. Joussen u. HH. Engel u. Oudin), Ouvertüren von
Weber u. Wagner („Rienzi"), Gesangyorträge der HH. Engel
(„La Procession" v. 0. Franck) u. Oudin („li Vision deSaül*
V. Galvotti). — 1. Conc. der Association musicale (Fontbonne):
Pr^l. V. Sieveking, Ouvertüren v. Wagner („Rienzi") und
G. Piernö (symphonique), BaUetmusik a. „Prince Igor" v.
A. Borodin, Entr'acte a. JLes Caprices de Marianne" voa
E. Chausson, Seren, u. Valse lente v. V. d*Indy, Gesang-
vortrage der Damen Boidin-Puisais („L'Ondine et la P^heur"
V. defiröville) u. Sanz (Arie a. „SamsonetDalila" v. Saint-
Saöns u. „Poöte et Fantöme" v. Massenet).
Philadelphia. Zwei Concerte zur Feier des 40jähr. Be-
stehens des Young Männerchor unt. Mitwirk, des „Arion" a.
New- York, des „Orpheus" a. BufiGälo, des „Arion" a. Brooklyn,
des Baltimore Liederkranz und verschiedener einheimischen
Gesellschaften u. des New- York Svmph. Orch. (G. Hinrichs):
No. 1. „Egmont"-Ouvert. v. Beethoven, „Landkennung" für
Männerchor u. Basssolo (Hr. Fischer) v. Grieg, „Die Kreuz-
fahrer" V. Gade (Solisten: Frau Ritter-Gk>etze und die HH.
Fischer u. Friedman), zwei Theile a. der Oper „Der Trom-
peter von Säkkin^en" v. A.C1 aasen. „InPursuitofCaliban"
a. der „Tempe6t"-Musik u. „Pagina d'Amore" v. F. van der
Stucken, l&nnerchor „Aennchen von Tharau" von Sucher,
Festmarsch mit „Star Spangled Banner" von G. Hinrichs,
Solovorträge der Frau Ritter-Gk>etze („Es blinkt der Thau" v.
Rubinstein, „Zur Drossel sprach der Fink" v. d^ Albert,
„Blumensprache" v. Meyer-Melmund etc.) und des Hm.
C. Stemberg (Clavier, Amoll-Concert v. Schumann). No. S.
„Rienzi"-Ouyert., „Walkürenritt", Wotan's Abschied (Hr. Fi-
scher) u. „Feuerzauber" a. der „Walküre" v.Wagner,^,Chöre
„Der Morgen" v. Rubinstein, „Abendruhe" v. Attenhof er,
„Beware" v. Kirschner, „Spring" u. „Moming in the Woods"
v. Rhein berger, „So fSeur" v. Engelsberg, „Soft tones
within the woodlands ring" v. Nessler u. A.
Providence (R. I.). 2. Conc. des New- York Symph. Orch.
(Damrosch): Vorspiel u. Schlussscene a. „Tristan und Isolde"
v. Wagner, „Sommemachtstraum" -Ouvert. v. Mendelssohn,
Scherzo „Fee Mab" v. Berlioz, 14. Ungar. Rhaps. v. Liszt,
Violin vortrage des Hm. Brodsky (u. A. Span. Tanz v. Sara-
sate).
Veraltete Programme, eotoie Programme ohne Angabe von Ort und
Ikttum müssen völlständiff unoettchtet bleiben/
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Altenburg. In der letzten Abendunterhaltung des hie-
sigen Männer^esangvereins wirkte Frl. Gondar aus Leipzig
als Gresangsolistin mit und erwarb sich durch reine Intona-
tion, gute Tonbildung und Declamation und warme Empfin-
dung von Nummer zu Nummer wachsende Anerkennung. —
Berfin. Die Pianistin Frau Laidlaw, welche bereits im v.
Winter mit Erfolg sich hier hören Hess, gab kürzlich in
einem eigenen Concert neue Proben ihres hübschen Talen-
tes zum Besten, die sämmtlich ein ^hr dankbares Publicum
fanden. In der Kroll'schen Oper, deren GapeUmeister die
HH. Ruthardt und Gille sein werden, stehen gleich zum
Beginn der Spielzeit interessante Aufführungen oevor. So
wira u. A. Hr. Bubinstein seine „Macöab^r" persönlich
leiten und Frau Moran-Olden die Leah dabei smgen. —
BPflssel. Die Greigerin Frl. Leonora Gl euch aus Canada,
ehemalige Schülerin des Leipziger k.Conseryatoriums der Musik
und des V iolinmeisters Brodsky daselbst, spielte in einem Con-
cert der Artistes musiciens das Mendelseohn^sohe Concert und
die Gdur-Bomanze von Beethoven mit feiner und poetischer
Empfindung, schönem, tadellosem Ton und hübsöhen Details
in aer Ausitkhrung und Auffassung. In demselben Concerte
fand der Pariser Pianist Hr. Di 6m er mit seiner bis aufe
Feinste ausgearbeiteten Technik, seinem idealen Anschlag und
der Eleganz seines Vortrags viel Gefkllen. — Font. Um die
Auff&hrung von Haydn's „Schöpfung", welche am 1. Aprü
der Akademische Gesangverein veranstaltete, machten akm in
den Solopartien hochverdient Frl. Schneider aus besisan.
deren warmer und nobler Vortrag von einem vollen und
Schönen Organ ^tragen wird, der Tenorist Hr. Trauter-
mann aus Leipzig, der mit vorzüglichster Aussprache feuri-
ges Temperament verbindet, und der Bassist Hr. Leideritz
aus Leipzig, dessen klangvolle und wohlausgegUchene StiJnme
überall im Dienste geschmackvoller Auffassung und trefflitther
Declamation stand und in dieser Vereinigung echt künstleri-
sche Wirkung mächte. — Landau. In einem C(mcertd6s'Hm.
219
Löwe wirkten neben dem Concert^eber, dessen Yiolinspiel
hier anerkannt ist, solistisch der Pianist Hr. Wie mann aus
Pforzheim und der Violoncellist Hr. Hartmann aus Mann-
heim mit und erwiesen sich als ausgezeichnete Künstler ihrer
bez. Instrumente. — Paris. Der Tenor Hr. Alyarez debu-
tirte mit Glück in der Oper. Seine Stimme ist in der Höhe
vortrefflich, die Mittellage indess genügt nicht.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 14. April. „Nim lasset uns den
Leib begraben" v. J. Brahms. „Wir drücken dir die Augen
zu** V. J. G.Schicht. 16. Aprü. „Ave verum** v. E. F. Bichter.
„Golgatha** v. S. Bach-Bust. „Wenn ich einmal soll schei-
den** V. S. Bach. 17. April. Ostercantate v. S. Bach. Nicolai-
kirche: 18. AprU. Ostercantate v. S. Bach.
OpernauffDhrungen.
März.
Schwerin. Grossherzogl. Hoftheater: 2.u. 13. Die Stumme
von Portici. 4. u. 27. Mignon. 6. Oberen. 9. Die Regiments-
tochter. 15. XJndine. 20. Hoffinann's Erzählungen. 24. Wil-
helm Teil.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Wie die „M. N. Nachr.** aus Bayreuth melden, sind
die Billets zu den fünf ersten und drei letzten Festspielauf-
fiüirungen, sowie der „Meistersinger** -Darstellung am 81. Juli
daselbst bereits vollständig v e r g r i f f e n.
* Das 2. Schwäbische Musikfest in Augsburg zu
Pfingsten stellt ein sehr conservatives Programm für seine
drei Testtage in Aussicht, wie dies angesicnts des Festdiri-
genten Hm. Dr. Schletterer auch kaum anders zu erwarten
war. Von der Neuzeit werden nur der Kaiser-Marsch von
Wagner und das Streichquintett von Brahms Kunde geben.
Trotzdem von Solostücken bereits Concerte von Spohr und
Mendelssohn angezeigt werden, steht man mit namhaften
Solokräften erst in Imterhandlung.
* Brahms' beiden neuen Kammermusikwerke mit Clari-
nette, das Quintett und das Trio, sind in letzter Zeit drei
Mal mit grösstem Erfolg in den Monday Populär Ooncerts
zu London gespielt worden.
* In Genua bereitet man für das Oolumbus- Jubi-
läum Aufführungen vor, die auf den Entdecker Amerika's
Bezug haben. So zwei Opern „Gristoforo Colombo**, die Eine,
vor einem halben Jahrhundert etwa erstmalig aufgeführt, von
Barbieri, die andere neue von Franchetti, ein Ballet gleichen
Namens von Monplaisir und eine Gantate „Oolombo**, eigens
für das Fest von Flatania, dem Director des Oonservatoriums
in Neapel, geschrieben.
* In Philadelphia wurde eine deutsch-amerikani-
sche Gesellschaft begründet mit der Aufgabe, die drama-
tischen Componisten zu fördern. Bei Gelegenheit der Auf-
stellung in Chicago schreibt diese Gesellschaft eine Preisbe-
werbung für die Composition einer Oper, zu welcher sie das
Textbudi liefert, aus. Fünf Preise von 400 bis 1500 J( sind
verfügbar, das beste Werk soll während der Ausstellung auf-
gefüllt werden. Die preisgekrönten Werke gehen in den
Besitz der Gesellschaft über, welche den Componisten einen
gewissen Procentsatz ihrer Einnahmen gewährt. Mannscripte
sind bis zum 1. Oct. d. J. einzusenden.
* In Ferrara werden vom 21. bis 23. April Festlich-
keiten zur Feier des hnnderijährigen Bestehens derdorti^n
Universität abgehalten werden, bei welcher Gelegenheit eine
von Finotti componirte Cantate aQ%e{%lhrt werden soll.
* Pas in Dessau projectirte Friedrich Schneider-
Denkmal gelangt vieUeicht noch in diesem Jahre zur Aus-
führung und Au&tellung.
* Der seit Langem unter der verdienstlichen Leitung des
Hm. Anton Krause stehende Städtische Singverein zu
Barmen feierte am 8. April sein Tt^'ähriges Erstehen mit
einer Aufführung von S. Baches Hmoll-Messe. -
uh-
* Die unter Leitung des Hrn. Ed. Wachmann stehenden
Philharmonischen Concerte in . Bukarest begingen
kürzlich das 26jährige Jubiläum ihres Bestehens.
* Im k. Hofopemhaus zu Budapest kam R.Wagner's
„Siegfried** in der ungarischen Uebersetzung des Dr. Rado
kürzlich zur ersten Aunuhrung und machte einen tiefgehen-
den Eindruck.
* Im Hoftheater zu Carlsruhe soll am 29. d. Mts.
P. Cornelius* „Cid** zur Erstauffi!thrung daselbst gelangen.
* Bruneau's Oper „Le R6ve** ist in Marseille kühl
aufgenommen worden.
* Im Stadttheater zu Teplitz fand unlängst eine neue
lyrische Oper „Der geraubte Kuss** von Chr. F.W. L es eben
eine freundliche Aumahme.
* Die Oper „Santa Chiara** vom Herzog Ernst von
Sachseu-Coburg-Gk>tha ging am 9. April als Novität über die
Bretter des Stadttheaters zu Halle a. S.
* In Düsseldorf erlebte am 13. d. Mts. eine
„Die Mädchenstreiche** von Bob. Kratz ihre erste A
rung.
* Der Männergesangverein „Arion** in New-York,
wohl der hervorragendste Männerchor in Amerika, wird
in bevorstehendem Sommer eine Kunstfahrt nach Deutsch-
land unternehmen und unter Leitung seines ausgezeichneten
Dirigenten Hm. van der Stucken in Berlin, Leipzig, Dres-
den, Cöln, Frankfurt a. M., Hamburg. München etc. concer-
tiren. Der Ertrag seiner Concerte ist rar wohlthätige Zwecke
bestimmt.
* Dem Stuttgarter Hoftheater droht der Verlust
des Hofcapellmeisters Hm. Zumpe, indem demselben ein
glänzender Engagementsantrag vom Schweriner Hofbheater
zugegangen ist. Obgleich das Gesuch des Hm. Zumpe um
Entlassung aus seinem mehnährigen Stuttgarter Contract an
höchster Stelle abschläglich beschieden wurde, so befürchtet
man trotzdem, dass damit die Angelegenheit noch nicht end-^
^iltig entschieden ist. Durch den Weggang des Hm. Zumpe,.
in welchem endlich der lang ersehnte begeisterte und that-
kräftige Dirigent für die Stuttgarter Hofcapelle und Oper ge-
funden worden ist, würde, wie man von dort schreibt, dem
Musikleben der schwäbischen Hauptstadt ein empfindlicher
Schaden zugefügt werden.
* Das Dirigentenamt des PhUhsirmonischen Vereins zu
Carlsruhe ist unlängst von Hrn. Hofopemdirector Motu
auf den Hoi^ianisten Hrn. Cornelius Eübner aus Baden«
Baden übergegangen.
* Hr. Arrigo Boito, der bekannte Componist und Libret-
tist, ist von der italienischen Regierung mit der General-
inspection des technischen Unterrichts an den Conserva-
torien und Musiklyceen des Königsreichs betraut worden.
* Hr. Joseph Barnby ist zum Director der Guildhall
School of Music in London ernannt worden, wird aber die
Stellung des Dirigenten der Royal Choral Society beibehalten.
* Zu den gefeiertsten Instrumentalsolisten der letzten
Saison ist Hr. Hofconcertmeister Halir in Weimar zu zählen
Sewesen, der auf seiner letzten Concerttoum^, namentlich in
er französischen Schweiz, die seltensten Triumphe mit seinem
Spiel erregt hat.
* Hm. Musikdirector Urban in Greiz wurde vom Ftürsten
die Medaille merito acdignitati verliehen.
* Hr. Cantor Opitz in Oybin erhielt das Verdienstkreuz
des Sachs. Albrechtsordens verliehen.
Todtenllste. Am^te Artus, CapeUmeister an verschie-
denen Theatern von Paris ^ Componist von Melodramen und
Tänzen, f in Paris. — Giuseppe Ciampl, berühmter Bassö
comicojt in Malta. — Charles A. White, Chef derVerla^-
firma White, Smith & Co. in Boston, f« ^2 Jahre alt, daseiet.
~ Dr. nhil. W. A. Lampadius, em. Diaconus zu Leipzig,
eifriger Musikliebhaber, der sich durch litterarische Arbeiten,
namentlich seine Mendelssohn-Biographie, auch in weiteren
musikalischen Kreisen bekannt gemacht hat, f. 80 Jahre 'alt;
am 7. April — Frau Brandt-Görtz. Mitglied Aed k. Theateirs
zu Hannover, eine ausgezeichnete Opemsän^rüi, f, 33 Jahre
alt, am 12. April während einer Zahnoperation in Cassell
220
Offener Sprechsaal.
Noch einmal die „Camilla'* des Hrn. Carl Goepfart.
Recht post festum, d, h. ein volles Vierteljahr nach dem
Erscheinen der treffenden Kritik unseres Hm. A. Smolian
über das in der Ueberschrift gen. Opus, bricht in der No. 18
des „Chorgesang** vom 1. Aprü c. ein Hr. Ernst Otto Nodnagel
(doch nicht alias Nothnagel?) eine blutige Lanze ftlr diese Oper.
Wir möchten wirklich wissen, auf welchem weltvergessenen
Stück Erde Hr. Capellmeister, Componist und Ehrenmitglied
Goepfiftrt diesen seinen neuesten Schildknappen aufgegabelt
hat, denn abseits von dem Eunstgetriebe unserer Zeit muss
das Individuum vegetiren, das sich für diese „Camilla" zu
begeistern vermag. Ueber den G^eschmack lässt sich jedoch
nicht streiten! Immerhin glaubten wir, Hm. A. Smolian von
der Existenz dieses sonderbaren Schwärmers Kunde geben zu
sollen, indem wir ihm ein Exemplar der betr. Zeitungsnum-
mer zustellten. Seine unten folgende Beantwortung dieser Zu-
sendung thut zwar dem Gekl&ffe des Hm. Nodnagel viel zu
viel Ehre an, wird aber demohngeachtet wegen der neuen
Schlaglichter, die sie auf Hm. Gk)epfart und seine Leute wirft,
die Leser unseres Bits, stark interessiren.
D. Red. .
Caplsruhe, 6. April 1892.
Sehr geehrter Hr. Fritzsch!
Den Beweis für meine Behauptuns;, dass die „Camilla"
ein künstlerisches Nichts sei, erbringt oier Glavierauszuff, der
ja doch schliesslich einige Aehnlichkeit mit der Partitur haben
dürfte, auf jeder Seite und in iedem Systeme, und wenn ich
somit Jedermann auf GoepfiEirt's Werk selbst als auf das um-
fassendste Beweismaterial für meine „subjective Kritik*^ hin-
weisen müsste, so bin ich am weni|;sten gesonnen, mich |auf
eine Polemik mit Hm. Ernst Otto Nodnskgel einzulassen, dem
neuesten Gk>epfiEirt-Kämpen , welcher in der zuMlig von Hm.
Hans Licht, dem Verleger vieler Qoepfturt'scher Compositionen,
▼erlegten Zeitschrift Jber Ghorgesang** gewaltig gogon meine
kurze Kritik der „Gamilla^ zu Felde gezogen ist. Für alle
Diejenigen, denen es um die Kunst ernst ist, hat es zur end-
giltieen Einsargung des Ooepfart'schen Ruhmes dieses Nod-
nagels wahrlich niät bedurft, und da ich die ganze Abhand-
lung im „Ohorgesang" als ganz direct vom Gomponisten der
.Gamilla** inspirirt erachte, an Begeisterung in diesem Kampfe,
bei dem es sich für mich um ein „künstlerisches Nichts** han-
delt, auch jedenfalls hinter dem Autor und seinen muthigen
Vasallen, welche für „ein Werk von in mehrfacher Hinsicht
symptomatischer Bedeutung** streiten, zurückstehen würde.
Bo verzichte ich darauf, von dem mir von Hm. Nodnagel
gütigst ertheilten „Worte** — ihm gegenüber wenigstens —
<&ebrauch zu machen.
Ihnen gegenüber, der Sie die Güte hatten, mir die be-
ireffende Nummer des „Ghorgesanges** zuzustellen, fühle ich
mich jedoch zu einigen Bemerkungen veranlasst, die nöthigen-
falls — nicht Ihnen und nicht mir — wohl aber dem „Musi-
kaUschen Wochenblatte** zur Abwehr dienen könnten. Vor
Allen Dingen berufe ich mich nochmals als auf mein Beweis-
xnaterial für mein völlig absprechendes ürtheil auf die sämmt-
lichen Nummern der „Gamilla**, und indem ich alle Dieieui£;en,
welche sich für diesen — da es sich eben um ein Nichts han-
delt — allerdings ganz zwecklosen Streit interessiren sollten,
auffordere, sich ja den Glavierauszug^ oder die Partitur des in
Rede stehenden Werkes zu beschaffen und dort meine Be-
weise — oder vielmehr des Gomponisten Beweise — für meine
Behauptungen aufzusuchen, glaube ich trefflich für Hm.
Gk>epfart's weitere Verbreitung gesorgt zu haben. Da ich
selbst nicht Gomponist bin und nur hier und da einmal einige
kleine „ Widmungsges&nge** veröffentlicht habe, was ja schliess-
lich jedem Musiker einmal passiren kann, so habe ich an guten,
eigenartigen und stimmungsvollen Neuschöpfiingen Anderer
jederzeit eine rechte Freude gehabt, und wenn G^pfart's „Ga-
miUa** diese Freude in mir nicht zu erwecken vermochte, so
glaube ich denn doch die Schuld dafür dem Werke und nicht
mir beimessen zu sollen. Den Vorwurf der Subpectivität
meines Urtheüs lasse ich mir gerne gefskllen; wird doch
schliesslich jedes Urtheil, das sich auf den Inhalt, die melo-
dischen Keime und den geistigen und seelischen Stimmungs-
gehalt einer Gomposition, nicht aber auf die mehr äusserlichen
Momente des Satzes und der Form erstreckt, jederzeit ein sub-
jectives sein und bleiben müssen. Auch Hr. Nodnagel ver-
mochte meiner subjectiven Behauptung, dass die „Gamilla**
gedankenarm sei, nur die zum mindesten ebenso subjective
Ansicht, „dass die »Gamillac von einer Fülle liebenswürdiger
und anmuthiger Melodien strotze** gegenüberzustellen und wird
— wollte ich ihn um Beweise bitten, wie er mich zu solchen
auffordert — eben doch auch nur auf das in Rede stehende
Werk hinweisen können. Die Ansprüche der Einzelnen an
ein Kunstwerk sind eben verschiedene. Für mich können aber
selbstverständlich nur meine Ansprüche maassgebend sein,
und meinen Ansprüchen gegenüber ist und bleibt die „Ga-
milla** ein künstlerisches Nichts — und ihr Autor ein bekla-
genswerther junger Künstler, der durch den Mangel jeglicher
§elbstkritik und durch die kritiklose Begeisterung einiger ihn
geradezu dem gefllhrlichsten Ende — dem Lächerlichwerden —
zutreibenden Freunde soweit um alle ernstere Besonnenheit
gekommen ist, dass er nunmehr, völlig in Ghrössenwahn und
Verfolgungswahnsinn verfallen, mit seinen albernen Press-
fehden, nicht aber mit seinen Gompositionen eine recht be-
dauerliche symptomatische Bedeutung erlangt hat.
Einer Taktlosigkeit und Indiscretion glaube ich mich mit
der Bezugnahme auf Goepfart*s stolzes Vorwort „An meine
Freunde** insofern nicht schuldig gemacht zu haben, als mir
von Hm. Goepfart selbst, den ich nur äusserst flüchtig von
einigen Musi^esten her kannte, ohne jegliche Veranlassung
meinerseits ein mit eigenhändiger Widmung und mit dem
Vorworte versehenes Exemplar des Glavierauszuges — und
Tags darauf die briefliche Aufforderung, „mich nunmehr des
flotten Werkes anzunehmen und darüber zu schreiben** zuge-
stellt worden war. Ich schwieg — in stiller Theilnahme, und
erst nachdem Sie, geehrter Hr. Fritzsch, mir ein halbes Jahr
später die „Gamilla** zur Besprechung zugesandt hatten und
mich mittlerweile durch das persönliche Benehmen Qoepfart's,
der beispielsweise sich bei einer hiesigen AuffÜlnnmg der
„Trojaner** von BerÜoz hinter mich gesetzt und mir den Ge-
nuss des gewiss für jeden Musiker interessanten Werkes durch
mitleidige Achs! und Obs! und fortwährende laute Bemerkungen
wie „schülerhaft!** „ungeschickt!** u. dgl. mehr gründlich ver-
leidet hatte, sowie durch seine und seiner Haller zum Theil
geradezu wahnwitzige Reclameartikel — ich erinnere Sie an
ie angeblich durch GoepfiBirt glücklich vollzogene Verbindung
„Mozart*scher Melodik und Wagnerischer Dynamik** — ein
heftiger Widerwille gegen das zudringliche, geschraubte und
selbst unwahrhaftige Gebahren der HH. Goepfeui;, Stommel
und Gonsorten erfasst hatte, entschloss ich mich dazu, diesen
ganzen dummdreisten Spuk mit einigen wenigen, aber kräf-
tigen Worten von mir — und wennmÖgUch von den Lesern
Ihres geschätzten Blattes abzuwehren.
Was nun Hm. Nodnagel's Belehrung über meinen angeb-
lich fjEklschen Gebrauch des Wortes Motiv anbelangt, so
muss ich zugestehen, dass im Sinne der alten Formenlehre aus
dem zweiten und dritten Takte des Gdur-Satzes beim Auf-
treten der Gamilla leicht zwei und wohl auch mehr Motive
entnommen werden könnten, dass mir aber im Hinblick auf
die Art von Gx)epfart's musikalischer Arbeit die Anwendung
des Wortes im Sinne von Leitmotiv passender erschien; und
da kann ich denn nimmermehr zugeben, dass eine zweitaktige
melodische Phrase durch viermaUge Nebeneinanderstellung
(zwei Mal auf der Tonica und dann zwei Mal auf der Domi-
nante) zu einem achttaktigen Motive heranwachse, wie Hr.
Nodnagel das zu erkennen vermeint. Wenn übrigens Hr.
Nodnagel — „oflen gestanden, wirklich nicht weiss, was ein
Künstler mit einem Motive anders anfEuigen sollte, als es zu
wiederholen**, so dürfte er dieses sein iedenfialls sehr lücken-
haftes Wissen leicht durch einen Einblick in die Werke aller
Gomponisten von einiger Bedeutung — selbstverständlich
nehme ich hier die in dieser Hinsicht sehr wenig lehrreichen
Werke seines Schützlings aus — ergänzen und vertiefen
können.
Doch wozu alle weiteren Erklärungen, da Hm. Gk>epfart
doch nicht mehr zu helfen ist, wie Sie, sehr geehrter Hr.
Fritzsch, aus nachstehendem Briefe ersehen mögen, den, gleich
einer BuUe mit rothem Hängesiegel versehen, Hr. Goepfeurt
mir sofort nach dem Erscheinen meiner Kritik in liebens-
würdigster Weise, für die ich ihm hier meinen Dank aus-
spreche, zugesandt hatte. Der aus Weimar und vom 8. Ja-
nuar d. Jahres datirte Brief lautet wörtlich folgendermaassen:
„Geehrter Herr! Es hat mich innig emreut doch nun,
wenn auch auf einigen Umwegen Ihre »wahre Meinung«
über meine kom. Oper »Gamilla« zu er&hren. Man lernt
nur von seinen GK^fnem, — ich danke Ihnen, dass Sie mir
würde, abute ich k&ma, — es war Liszt's eigener Wunsch ;
dass ich ee der Camilla quasi als »Leitmotiv« mitgeben
möcht«, (aber ohne weitere Geschichten damit zn machen,
wie er ansdrOckllob wünscht«) es moss eben so bleiben,
betonte er. Ihre sehr irttstiKei and obenbiQ schnell fertige
Absprecbang des mir sehr ueben und wertvollen Werkes
ist mr mich gKnzlich ohne Wert, da mir ein Wort vom
alten Meister natttrhcher wertvoller sein muas als ganze
Bände des Mos. Wochenbl. oder Ihrer Feder. Uebngeus
audiatur et altera pars, — bÖFfin Sie sich erst mal das
Werk a. d. Bflhne an, und artheilen Sie dann — ee ist
ja 8. Z. in Karlsruhe eingereicht, legen Sie bei Uott«! ein
221
Kites Wort ein und lassen sich den Knuu ■
e Partitur enthält gani merkwürdige Sachen. Im üeb-
rigea — treffen wir uns Ja noch. Ergebenst K. Qoepfart."
Daas Goepfart sich in diesem Schreiben znr Becbtferti-
guag für seine sterile Behandlung einer au sich §fanz glück-
lichen musikalischen Idee unf eine Anweisung Meister Liezt's
beruft, ist znm mindesten ebenso piet&tvoll «nd geschmacklos
wie im Trio seines F ismoll- Scherzos Op. 4G die Angabe dar
Dreiklaugsbrecbunten als einer „Variant« von Liszt", und
mit dem Commendatore Mozart's möchte ich Hrn. Goepfarb
zurufen: „Lascia a'morti la pace!"
Mit bestem Omss verbleibe ich Ihr sehr ergebener
Arthur Smolian.
Br'iet'ka.sten.
y. T. in C. Wir können Ihnen nicht sagen, ob Nodnagel
ein Fseudonym oder der wirkliche Name des neuesten Q.-
Kkmpen ist. Bitten Sie doch die Bedaction des betr. Blattes
um Auskunft, wenn diese Frage Sie besondere ioteressirt, was
bei uns der Fall nicht ist.
A. L. in W. Ihr Bayreuther Orchestercollege von 1878
Hr. A. Stegmann lebt schon lange nicht mehr in Leipzig,
sondern in Dessau, wo er bis zu seiner unlängst wegen
eines Armleidens erfolgten Pensionirnng als Hofmusiker
H. S. in M. Wir werden in der n, Concertumschau Ihres
grossen Erfolges Erw&bnung thun.
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2613. Maurischer Marsch Jk 1,60.
2615. Scherzo -Yalse . . ^ 1,50.
2616. Malagnena Ji 1,50.
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2620. Einzugs- und Maurischer Marsch . . . JL 2, — .
2621. Balletmusik Jk B,— .
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Partitur Ji 1,50. Stimmen cplt. Ji 8, — .
Für Violoneeil mit Pianofortebegleitung von Dav. Popper.
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Für Violoneeil, (oder Violine), Harmonium und Pianoforte
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titur Jf 1,50. Stimmen cplt. Ji 8, — .
Für Horn mit Pianofortebegleitung von F. Gumbert.^^ 1,50,
Für Viola alta mit Pianofortebegleitung von Hermann
Ritter. ^ 1,50.
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Hof mann. Jt 1,50.
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;Die WaiicOre.
No. 4. Siegmund's Ldebeslied (Winterstürme
wichen dem Wonnemond) . , , . Jt 2, — .
Götterdämmerung.
No. 5. Trauermarsch beim Tode Siegfried's. Jt 2, — .
Parsifal.
No. 6. Vorspiel Jt 2,50.
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Leipzig, am 28. April 1892.
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Daa Hnaikalische Wochenblatt encheint jährlich in Ö3 Nummern. Der Abonnementabetzag
far du Quartal ron 13 Nummern ist 3 Hark; eine einEelneNnmmerkiMtet 40 Pfennige. Bei
directer frankirter Kreuzband send ung treten nubitehende vierteljährliche Abonnements-
Seiae in Kraft: 2 Mark 50 Pf. für dag Deutsche Reich nnd Oesterteioh. — 2 Mark 76 Pf.
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ZusTUDdeleffUDK TOratehender Betngabedinrnngen berechnet
Die Inaertionigebabreii nir den Ranm einer gespaltenen Febteeile betragen SO Pfennige.
|No. 18.
: Die Sagt von ,,Trl«t(ui and Iiolde" bei Biehwd Wagner. Ton Dr. Artbnr SeldL (FortaetzDDg.} — Tagsegeschlchte : B«Tielit«. — Ooneert-
<-— - BBXi«amrata and Outipiela In Oper nnd Oonoert. — Slrohnunnilk. — OpemanfllUinuigeii. — TermisohM HlUbeUmigeD nnd
Briukwtsn. — Anzilsan.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seidl.
(Fortaetzong.)
Das ist hCcbatens nor der interessante Versach einer
litterBrischen oder psychologischen Elrkl&miig des Hinne-
trauks, daa mag am Ende auch geistvoll nein, — poetisch
ist es nicht, nnd die eigenste Aufgabe des modernen Be-
arbeiters und Nen-Dichters dftukt mir dabei erst recfat
verkannt. Thatsächlich erst Wagner gelang es, mit ge-
nialem, glücklichem Griffe beiden Hotiren in Einem
gerecht zn werden, über der Verwerthung des Todes-
tranks auch des alten Liebestruikes und LJebesmotives,
und über den Pflichten des Dramatikers die ewigen
Becbte deaWunders nicht zu vergessen. Denn wo anders,
als jost im Reich nnd Gebiete der Ijebe sollte das Wun-
der nicht auch heute noch „modern" sein könnenl Dass
die beiden Liebenden bei Wagner mit volleni Bewnsstsein
den Todestrank geschlürft haben, somit nur dieses Be-
wnsstsein, der Oedanke an den nahen, gewissen, weil
bereits getrunkenen Tod, nicht etwa eine physiolo-
gische Wallung des Blutes, ihre Zunge nnd Lippe zum
LiebesgestAndnisse gelöst haben konnte (es ist dabei cha-
rakteristisch, dass Isolde — die um das Oeheimniss am
sichersten weiss, weil sie es ja selbst Brang&nen ver-
ordnet — auerst den Namen „Tristan" hauchtl) —
diese noch heute von so Vielen bestrittene Thatsache
erhellt schon ans folgenden vier Stellen unseres Textes
bei Wagner gani deutlich:
flWohl kenn Ich Irlands Königin
Und ihrer Künste Wnnderkrafl;
Den Balsam nütz ich, den sie bot;
Den Becher nehm ich nun,
Dass ganz ich heut genesel ....
Ewger Traner einzger Trost,
VergesaeuB gfltger Trank, —
Dich trink ich sonder Wank!"
Es sind Worte Tristan's im 1. Act, unmittelbar bevor er
den Becher an den Mund setzt Dann im 2. Act:
In deiner Hand den süssen Tod,
Als ich ihn erkannt, den sie mir bot
sagt wieder Tristan zu Isolde und preist ihn, diesen
Trank, nnd „seines Zaubers hehre Kraft", dass er ihm
„dorcb des Todes Thor, wo er ihm flosa, weit nnd
offen erschlossen habe das Wanderreich der Nacht".
So ward der Liebestrank zum Todestrank und blieb
doch immer noch der Zaubertrank; daher hat denn auch
schon vorher Isolde Brangäne darüber belehrt:
Des Todes Werk, nahm ichs vermessen zur Hand,
Frau Hinne bat meiner Macht es entwandt:
Die Todgeweihte nahm sie in Pfand,
Fasste das Werk in ihre Hand.
18
226
Endlich im 3. Act bestätigt Tristan noch einmal (von
Isolde) :
Den Oifttrank gab sie mir zu trinken;
Wie ich da hoffte, ganz zu genesen,
Da ward der sehrendste Zauber erlesen,
Dass nie ich sollte sterben,
Mich ewger Qual vererben.
Nicht nur wird durch diesen Thatbestand an sich
schon die sogenannte Schuld der beiden Liebenden im
menschlichen, irdischen Sinn eine mehr und mehr proble-
matische werden, muss doch solche im Anblick des Todes
bekannte Liebe, solcher nicht mehr für diese Welt der
Erscheinung geschlossene Bund nothwendig auch anderen
Gesetzen dann unterworfen sein — , sondern auch der
Todestrank als solcher wirft weiterhin seine tiefernsten
Schatten sowohl auf ihre (wohlgemerkt einmalige) nächt-
liche Zusammenkunft im 2. Act, als auch auf ihrGemüth,
wie auf ihre ganze Auffassung der Lage und ergibt hier
eine ganz neue Anschauung der Dinge, eine thatsächlich
wesentliche, ich möchte sagen sittliche Vertiefung des
ganzen Stoffes, wie seiner Ausmalung überhaupt gegen-
über dem in dem Gottfried 'sehen Gedicht hervortretenden
Intriguenspiel, und zwar eine sittliche Vertiefung, die
sich nach anderer Seite hin nur noch vervollständigt,
wenn wir zu unserer Beruhigung im Verlaufe desselben
Aufzuges noch erfahren, dass Marke aus scheuer, ehr-
fürchtiger Entsagung Isolde zu berühren nicht gewagt hat.
Nun will ich damit nicht gemeint haben, dass
Wagner die Hinweise zu solcher, vergeistigter Umdich-
tung, die Anregungen zu dieser Wendung nicht auch
schon in den älteren Vorlagen zum Theil habe vorfinden
und empfangen können. Wir werden gleich nachher
sehen, welch unverkennbare Beweise und Anhaltspuncte
für solche Behauptung in den früheren Gedichten bereits
vorliegen. Allein es bleibt doch immer und immer wieder
zu betonen, dass, wo sich dort allenfalls die Keime und
Anlagen hierzu vorfanden, Wagner der Sache doch erst
eigentlich (wie wir sagen) „auf den tiefsten Grund" ge-
blickt hat. So stossen wir z, B. — um hier gleich den
versprochenen Znsammenhängen mit Früherem ein wenig
nachzugehen — schon bei Gottfried auf eine Stelle, wo
Tristan seinem Schwager, da er ihm sein Verhängniss mit
der ersten Isolde entdeckt, erzählt:
wie sie Beide geschlürft hätten „mit blindem Sinne
den Todes trank, den Trank der Minne" —
und es ist das in derThat eine gar frappante Zusammen-
stellung und Verknüpfung beider Motive in einen Ge-
danken, die ja immerhin anregend bei der Lecture wirken
konnte. Aber Jeder fühlt auch sofort, wie abrupt, wie
anorganisch selbst diese Ideen Verbindung an jener Stelle,
mehr nur als gelegentlicher Apercju, noch auftritt. Auf
der anderen Seite wieder war freilich der tragische Grund-
cliarakter des Helden selbst doch auch in den älteren
Quellen bereits deutlich genug vorgebildet, worunter ich
zunächst nicht etwa das auch von unserem Meister an
zwei Stellen seines Dramas (im 2. und 3. Aufzuge) ge-
streifte düstere Verhängniss der Geburt Tristan *s gemeint
haben will, als vielmehr jenen ernsten, tragischen Grund-
ton verstehe, der sich schon an des Helden Namen (da-
mit indirect allerdings auch wieder mit seiner Geburt
zusammenhängend) knüpft und von Gottfried wie seinen
späteren Bearbeitern zum Gegenstande sinnvollster Aas-
deutungen gemacht wird. So lesen wir u. A. bei Ersterein
einmal:
„Seht, wie traurig es war,
Da ihn die Mutter gebar;
Seht, wie früh die Welt ihm Not,
Des jungen Rückens Bürde, bot;
Seht, welch ein traurig Leben
Ihm zu leben ward gegeben;
Seht an den traurigen Tod,
Der alle seine Herzensnoth
Mit einem Ende beschloss,
Der alles Todes Uebergenoss
Und aller Trauer Galle war.
Wer jemals diese Märe gar
Vernimmt, erkennt wohl, dass dem Leben
Der Nam entsprechend ward gegeben:
Er war, so wie er hiess, der Mann,
Und hiess recht, wie er war: Tristan."
(Ich bitte den Leser, an tristis = triste hierbei zu denken !)
„Bi walin schuf Leben im Todes drang"
wird uns sodann von Immermann berichtet, während
Hermann Kurtz in seinem Gedichte diese ganze Idee aui
seine Weise paraphrasirt mit den Versen:
„Der Held, den in der Todesnoth
Sein Vater zeugte, den im Tod
Gebar der bange Mutterschooss,
Verbreitet um sich ein Todesloos;
Mit tödtlich süssem Weh entfacht
Er auch des Sängers Herz und macht
Das Dichten selbst zum Trauerspiel:
Die kleinen brachten es ans Ziel,
Die grossen Sänger starben dran."
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Berichte.
Berlin. Im k. Opernhaus ging nach mehr&ohen Ver-
schiebungen endlich am 21. April M. Moazkowski's dreiactige
Oper „B o a b d i 1" erstmalig in Scene. Das von Carl Wittkowdcy
verfasste und etwas nüchtern versificirte Textbuch behandelt
eine Episode aus dem letzten Vertheidigungskampfe der Mauren
fegen die spanische Herrschaft unter Könif Ferdinand V. zu
Snde des 15. Jahrhunderts. Der 1. Act spielt vor dem könig-
lichen Palast inCordova und beginnt mit dem Einzog des in
Begleitung spanischer, aus maurischer Gefangenschaft befreiter
Krieger aus siegvollem Kampfe gegen den Maurenkönig
Boabdil und dessen Heer zurückkehrenden spanischen Feld-
herm Rodrigo Grafen von Gabra, der, vom Volk und seixiem
König dankesfreudig empfangen, nicht selbst Antheil an die-
ser Freude über den erfochtenen Sieg nimmt, weil es ihm
versagt geblieben war, auf diesem Zuge gegen die Feinde
gleichzeitig auch, wie er gehofiib, die ihm von diesen bei
trüberem Anlass geraubte Tochter Elvira wieder zu finden.
Unter spanischer Bedeckung nahen Zoraja und je vier Mauren
und Maurinnen, um von Ferdinand Gnade für Boabdil und
dessen Mutter Ayxa zu erflehen, ihre Bitten durch Ueber-
reichung ihrer Kostbarkeiten unterstützend. Unter diesen
befindet sich Zoraja^s Halskette mit dem Bilde der Mutter,
das zur Erkennung der von Cabra verloren geglaubten Tochter
führt. Dieser Umstand wirkt scheinbar günstig für Boabdil, in-
dem König Ferdinand verspricht, ihm Leben und Krone zu lassen.
227
Später, als Boabdil und seine Mutter selbst erscheinen, ver-
sichert Ferdinand ihn sogar seiner Freundschaft, ernennt ihn
zu seinem Lehnsvaaallen, damit er sich von Neuem Granada
erobere und die Krone erstreite, und verspricht ihm, den die
Mutter heimlich vor diesem Lehnsverhältmss warnt, die heiss-
geliebte Zoraja zur Frau, welche Zusage die ursprünglichen
Sedenken BoabdiUs vollends zerstreut. In Wirkhchkeit sind
alle diese Worte trügerisch, denn der Plan, den Ferdinand
seinem mit den Boabdil gegebenen Versprechungen nicht einver-
standenen Feldherrn heimlich mittheilt, geht dahin, dass in dem
Streite um Granada gegen Za^al, der daselbst den Thron errungen
hat, die Mauren sich gegenseitig aufreiben, und er dem Mauren-
thum dainn durch ein neu zu werbendes Heer den letzten Todes-
stoss geben will. Der 3. Act spielt im Alhambra-Schloss zu
Granada. Boabdil hat Zagal geschlagen, ist voll des Dankes
für den Sieg, aber auch voller Sehnsucht nach Zoraja. Da
erscheint plötzlich seine Mutter, um ihn von Neuem an seine
trügerische Stellung zu erinnern. Die sehr energischen Vor-
halte und Warnungen der Mutter erreichen ihr Ende, als
ebenfalls ganz unerwartet Zoraja erscheint. Sie ist, von dun-
klen Ahnungen e^etrieben , auf geheimen Pfaden gekommen,
um sich nur durcn den Tod von Boabdil trennen zu lassen, und
schnell werden die Vorbereitungen zur Vermählung der Beiden
getroffen, die dann mit echt orientalischer Pracht, unter pom-
pösem Bsklletgepränge, im Löwenhof in der Alhambra vor sich
geht. Kaum hat der Priester die Trauungsceremonie beendet,
als Gabra mit Gefolge hereingestürmt kommt, die Vermählten
mit Vorwürfen überhäuft, ohne damit Weiteres zu erreichen,
als dass ihm Boabdil den Vasalleneid zurückgibt und das
Lehnsschwert, mit dem er das von Gabra gehaltene Banner
durchhaut, zerbricht. Bache drohend zieht (äbra ab, während
Boabdil und seine Leute sich gegenseitig heissenKampf um die
Freiheit geloben. Der 3. Act zeigt uns Boabdil m voller
Sieeesfreime in Betreff Granadas, das er mit der zu erwar-
tenden Hilfe des entthronten Zagal am anderen Morgen vollends
zu befreien hofß;. Zagal hat sich aber mit Cabra verbunden, um
Boabdil zu überfallen. Cabra, als Bettler verkleidet, gewinnt
noch Jussuf, einen maurischen Hauptmann, zum bösen Bunde
und verabredet mit diesem Zeit und Zeichen des XTeberfalles,
bei dem Cabra mit eigener Hand Boabdil zu tödten schwört.
Zoraja ist Zeugin der Unterredung; sie erkennt ihren Vater
und macht ihm erregte Vorstellungen, ohne ihn zu Besserem
zu bekehren. Mit böser Drohung verlässt Cabra die Tochter.
Zum Entscheidungskampf bereit erscheint jetzt Boabdil. In
längerem Duett sucht ihn Zoraja von dem Gang, der ihm durch
Cabra sicheresVerderben droht, zurückzuhalten. Umsonst! Das
eigene Leben für seine Rettung einsetzend, nimmt sie ihm, als
er geht, Mantel und Panier ab und schreitet, mit dem Mantel
angethan und das Panier in der Hand tragend, ihm voraus dem
Hintergrunde zu. Der im Versteck lauernde Cabra, hierin das
mit Jussuf verabredete Zeichen erschauend und Boabdil kom-
men wähnend, streckt mit sicherem Schuss die Tochter nieder.
Zur Leiche eilend, erkennt er das eigene Kind. Seine schwarze
That rächt Boabdil auf der Stelle, indem er ihn erdolcht. Er
selbst gibt sich den Schwertern der mit Siegesgeschrei heran-
stürmenden Spanier preis und stirbt in der freudigen Hoff-
nung, mit Zoraja nun wieder vereint zu sein. Dies in Kurzem
die Handlung, die in ihrem äusserlichen Prunk, als da sind
effectvoUe Ensemble- Wirkungen , glanzvolles Ballet etc., und
ihrem Mangel an einem eigentlichen entwickelungsföhigen dra-
matischen l^em ganz den Zuschnitt der Grossen Oper hat.
Falschheit und Verrath sind ihre hauptsächlichsten Ingre-
dienzen, von einer trag^chen Schuld ist trotz der Metzelei
am Schluss nirgends die Rede. Wenn bei Alledem die Oper
keinen abstossenden Eindruck machte, sondern im Gegentheil
eine sehr freundliche Aufnahme fand, so verdankt sie dies
ledigHoh der Musik des Hm. Moszkowski, die von Anfang
bis Ende das Interesse des Hörers erregt und wach hält. Ueber
eine wirkliche Originalität in der Erfindung gebietet ja
Moszkowski nicht, aoer er besitzt eine ungemein oewegliche
G^ostaltun^kraft und künstlerischen Geschmack, verbunden
mit tüchtigem contrapunctischen G^eschick und wählerischem
Sinn f^ Instrumentation, sodass seine Musik zwar nicht von
tiefer oder nachhaltiger Wirkung ist, dagegen aber auch nir-
gends eigentlich trivial wird. Etwas monoton wirkt sie durch
die grosse Bevorzugung gerader Taktarten. Dass der Componist
offen Farbe in seinen Ansichten über dramatische Bühnenwerke
bekennt tmd mit vollen Segeln auf dem abgestandenen Wasser
der Grossen Oper segelt, ist zwar ehrlich, aber um so auffälliger, als
gerade die besten X^ummern seiner Musik, das erste Vorspiel
und das grosse Duett im 3. Act, den starken Einfluss erkennen
lassen, den der Bayreuther Meister im Grunde auf ihn ausübt.
Dieses Schwanken des Componisten zwischen den Kunstprin-
cipien Meyerbeer's und Wagner^s benimmt der Musik die
stilistische Einheit. Aber auch noch zwei weitere Mängel
machen sich bemerklich: Einerseits seine Schwäche im Cha-
rakterisiren und Individualisiren, denn wie sich die feindlichen
Völker in ihrer Ausdrucks weise durch Nichts unterscheiden,
so heben sich auch die Einzelpersonen nicht wesentlich
gegen einander ab, vielleicht mit Ausnahme der Zoraja.
Andererseits die gering dramatische Kraft, die aber mög-
lichenfalls nicht auf eine positive Schwäche des Componisten,
sondern mehr auf den nicht sehr anregenden oder gar be-
geisternden Stoff und seine Bearbeitung zurückzuführen ist.
Dem Gesagten gemäss haben den meisten Werth die rein
orchestralen Nummern, in welchen sich die Vorzüge Mosz-
kowski's am unverkümmartsten zeigen, so das schon erwähnte
Vorspiel, der Einzugsraarsch zu Anfang des 1. Actes und die
Balletmusik. Besonders reizvoll, vielfach pikant und in der
3. Nummer „Maurische Phantasie" mit deren scharfrhythmi-
sirtem immerfort sich wiederholenden dreitonigen Motiv, das
u. A. auch von zwei auf der Bühne postirten Paukenschlägern
tractirt wird, wirklich originell ist die Balletmusik, in wel-
cher überhaupt der Erfolg des Abends gipfelte und das neue
Werk selbst die vomehmlichsten Chancen für die Verpflan-
zung auf weitere Bühnen besitzt. Nur ist es aber nöthig,
dass Letztere über gleiche choreographische Kräfte, wie sie
die Berliner Oper in ihrem Ballet besitzt, und namentlich
über eine gleich entzückende, wahrhaft poetisch wirkende Solo-
tänzerin, wie Frl. dell*Era, zu verfügen haben, aber auch über
einen gleich vorzüglichen Arrangeur, wie Hrn. Graeb. Die
Besetzung der musikalischen Partien der von Hrn. Capell-
meister Kahl mit Temperament und Sicherheit geleiteten
Novität zeigte zwar die zweite Garnitur der vorhandenen
Kräfte, war aber demohngeachtet grösstentheils sehr respec-
tabel, so vor Allen Frl. Hi edler äa Zoraja, Frau Staudigl
als Avxa und die HH. Stammer als Ferdinand und Roth-
mühl als Boabdil. An die Provinz erinnerte Hr. Fränkel
als Cabra, nicht nur betreffs des Gesanges, sondern auch der
Darstellung, die verschiedene drollige, dem Ernst der Hand-
lung nicht entsprechende Momente darbot. Die NebenroDon
waren ausreichend durch die HH. Schmidt, Mödlinger,
Lieb an und Armbrecht vertreten. Der Chor that überall
bestens seine Schuldigkeit und zeichnete sich auch durch
seine lebendige Theilnahme an der Handlung aus, wo solche
angebracht war. Das Orchester dürfte alle Intentionen des
Componisten zur erwünschten Wirkung gebracht haben, we-
nigstens erschien es uns, als hätte Hr. Moszkowski die Aus-
fuhrung des orchestralen Theils seiner Partitur sich gar nicht
schöner vorstellen können. Da an der Hofoper der Beichs-
hauptstadt die Ausführenden etwaigen Hervorrufen nicht mehr
Folge leisten dürfen, so waren es nur der Componist, der
Textdichter und der Balletmeister , die solchem Verlangen des
Publicums zu entsprechen vermochten, und sie thatens gewiss
sehr gern. Am meisten hatte natürlich der Componist zu er-
scheinen.
Dresden. Die grosse Musikaufführung am Palm-
sonntag im k. Hofopernhause — von je ein Hauptanziehungs-
punct in dem regen Musikleben der sächsischen Residenz —
gewann dieses Jahr durch ihr an Bedeutung und Werth
wohl kaum zu Übertreffendes Programm von vornherein fast
noch höheres Interesse, als sonst: bestand dasselbe ja lediglich
aus Compositionen von Beethoven und Wagner, sodass
nur noch Bach gefehlt hätte, um das grosse, alles Andere in
der Tonkunst überstrahlende Dreigestirn zu ergänzen. Und
mit welchen ihrer Werke waren der Wiener und der Bay-
reuther Meister noch dazu vertreten! Ersterer mit der
Neunten, Letzterer mit einem Bruchstücke aus dem
„Parsifal", der Verwandlungsmusik und Schlussscene des
ersten Aufzuges nach des Componisten eigener Einrichtimg
zum Concertvortrage.*) Es stand also eine Fülle der höchsten
*) Wenn der sich mit — v — unterzeichnende Bericht-
erstatter des „Dresdener Journals" die Verwandlungs-
musik im „rein musikalischen Inhalt sehr dürftig''
findet und überdies herausbekommen hat, dass sie sich „all-
mählich in monotonen, sequenzartigen und modulatoriseh
gesuchten Zusammenfügungen verliefe'S ^^ ^^^ ^^
seine Sache und kann nicht gerade von allgemeinerem Inter-
esse sein, denn eine Schwalbe macht noch keinen Sommer,
und ein so kluger und feinsinniger Zuhörer wie TIr. — r ~
18»
228
and reinsten Kunstgenüsse in Aussicht, und kein Musikbeflis-
sener, der es nur irgend möglich machen konnte, wird wohl
vers&umt haben, sowohl der öffentlichen Hauptprobe am Sonn-
abend den 9. April, als auch der Aufführung selbst am Sonn-
tag beizuwohnen, — und Keiner wird die weiten Räume des
schönen Dresdener Hoftheaters unbefriedigt verlassen haben.
— Die Frage Über die Berechtigung . des „Parsifial" -Frag-
mentes im Goncertsaal wird durch die Goncession des Meisters
selbst aufgehoben, doch kann man es sich nicht verhehlen,
dass von oem gewaltigen Eindruck, den man in Bayreuth hat,
keine Bede sein kann, und dass man auch gerade bei dieser
Musik den Klangzauber des verdeckten Orchesters mehr ver-
misst, als wo anders, — natürlich, weil man den „ParsifBl**
bisher nur in Bayreuth gehört hat und infolgedessen ver-
wöhnt ist; namentlich die Einsätze der Posaunen und Trom-
peten traten oft viel zu sehr hervor und deckten das Streich-
orchester, so z. B. gleich zu Anfang der Yerwandlungsmusik
die Accorde in A und C. Die Ausuhrung selbst seitens der
k. musikalischen Gapelle unter Leitung des Generalmusik-
directors Hm. S c h u c h und unter Mitwirkung der D r e y s s i g'-
sehen Singakademie, des Dresdener Lehrer-Gesang-
vereins, oer oberen Ghorclasse des k. Gonservato-
riums, des k. Hoftheatersingchores, der k. Hofkir-
chensänger und der Gapellknaben war eine sehr gute,
ohne allerdings — das kann man um absoluter Gerechtigkeit
willen nicht verschweigen — höchsten Anforderungen ent-
sprechen zu können. Wir wollen nicht an die Generalprobe
denken, in der einige recht böse Sachen vorkamen, allein die
Aufftdirung selbst soll in Betracht kommen ; aber es war auch
hier nicht Alles so, wie es sein sollte und wie es Hr. General-
musikdirector Schuch selbst sicher gewünscht hätte: der Or-
chesterpart hätte oft noch feinere Nuancirungen vertragen, von
den GhÖren litt namentlich der der Knaben „Der Glauoe lebt;
die Taube schwebt*' etc. imter ungünstiger Au&t^ung und
kam infolgedessen nicht genügend zur Geltung. Gewaltig
imponirt hat uns die Schuch*sche Interpretation der 9. Sym-
phonie: fast Alles kam durch die ausgezeichnete Gapelle, die
jedem Wink ihres genialen Dirigenten mit bewunderungs-
würdiger Präcision folgte, zu vollendeter Wirkimg, im Scherzo
sprühte es von Geist und Leben, ungemein zart und tief em-
pfanden wurde das Adagio, diese Sphärenmusik ohne Gleichen,
wiedergegeben (das Ddur-Seitenthema im '/«-Takt hätten wir
allenfaUs noch etwas mehr zurückhaltend gewünscht), und
auch der erste Satz musste in dieser Klarheit und Plastik der
Wiedergabe einen grossen Eindruck hervorrufen; zugegeben
sei, dass Schuch in der Herausarbeitung der Themen und in
gewissen Nuancirun^n hier manchmal des Guten ein wenig
viel that, dass er die Musik zu sehr als dramatische behan-
delte, — aber es „kam Alles so heraus**, dass man jedenfalls
Anerkennung zollen musste, zumal wenn man bedenkt, dass
unbedingt als competent zu betrachtende Persönlichkeiten,
wie z. B. Prof. Dr. Kretzschmar in Leipzig, auf demselben
Standpuncte stehen und dieselben Literpretationsansichten
vertreten. Loa AUgemeinen einverstanden konnten wir uns
auch mit der Ausführung des Schlusssatzes erklären; die
Chöre krankten natürlich an den gewöhnlichen üebeln, d. h.
der zu schwachen Besetzung der Tenöre und den in den hohen
Lagen oft kreischend und schrill klingenden Sopranen. Für
die Soli hätte man in Dresden wohl noch eine bessere Be-
setzung finden können, denn wenn auch nicht tadelnswerth,
so war sie doch nicht „erster Glasse**: so machte der Sopra-
nistin Frl. Brüninfi^ bei der Stelle: „Wo dein sanfter Flügel
weilt** (Partitur in der Peters-Aus^abe pa^. 266/266) das hohe
H rechte Beschwerden, die Altstimme des Frl. Fröhlich
dünkte uns zu schwach für ihre Aufgabe, der Tenor Hr.
Anthes schien wenig gut disponirt, der Bassist Hr. Ne-
buschka hielt sich zwar recht wacker und sang auch das
grosse Recitativ ganz hübsch, doch war uns seine Tongebung
nicht vornehm und edel genug. F. B. Pfau.
Genf, Ende März. Zwei für unser Musikleben wichtige
Ereignisse bestimmen mich, meinem Junibericht ausnahms-
weise vorzugreifen. Das Erste, von schmerzlicher Art, ist das
Hinscheiden des langjährigen Leiters unserer Abonnement-
kann nicht als Prototyp des Publicums betrachtet werden,
jedenfieJls wollen wir es aber nicht verabsäumen, diese auf
das musikalische Empfindunfi;s- und Receptionsvermögen jenes
Herrn so interessante Streiflichter werfenden Auslassungen
auch den Lesern des „Musikalischen Wochenblattes** zur ge-
fälligen eigenen Beurtheilnng zugänglich zu machen.
concerte Hueo von Senger. Dieser talentvolle Künstler und
hochherzige Mann hatte sich zur Aufgabe gestellt, bei uns die
bessere symphonische Musik bekannt zu machen, xmä liees sich
weder durch pecuniären Verlust, noch durch persönliche Miss-
erfolge aufhalten, sein artistisches Streben fortzusetzen. Wäh-
rend mehr als zwanzig Jahren focht er unausgesetzt für die
gute Sache, und wenn unser Publicum jetzt für ernstere Werke
einen regen Sinn hat, so verdanken wir diesen Fortschritt
dem Verewigten. Obgleich schon am Anfiemg der musikali-
schen Saison leidend, dirigirte dennoch H. v. Senger die vier
ersten Abonnementconcerte; mit Ende December verschlim-
merte sich aber sein Zustand dermaassen, dass man für einen
Stellvertreter sorgen musste und das Gomitö Hm. Willy £eh-
berg, Professor der oberen Olavierclassen am Gonservatorium,
ersuchte, den Taktstock zu übernehmen. Bald darauf fand
das eingan^ dieses Berichtes angedeutete zweite Ereigniss
statt, nämlich die nach dem am 18. Jan. erfolgten Tode des
Hugo V. Senger geschehene Ernennung des ärn. Behberg
zum Gapellmeister unserer Abonnementconcerte. Diese
Wahl wurde sehr günstig aufgenommen, und man kann dem
Gomitö der Goncerte zu derseloen nur gratuliren.
Gleich das erste Goncert des neuen Jahres fi;ab Hm. Beh-
berg vollauf C^legenheit, seine bereits währena seiner künst-
lerischen Thätigkeit in Deutschland erprobte Tüchtigkeit als
Dirigent zu documentiren, da das Programm als Hauptnummer
die 3. Symphonie von Brahms enthielt. Dieses bedeutende
Werk, recht sorgfliltig vorbereitet und stilvoll interpretirt,
verschalte dem jungen Künstler und seinem Orchester einen
wichtigen Erfolg. Sicht minder bei^lig wurden die anderen
Orchesterstücke des Abends: die Ouvertüre „Meeresstille und
^ückliche Fahrt** von Mendelssohn, das Ddur-Menuett von
Händel und eine Piöce von Guiraud, aufgenommen. Der aus-
gezeichnete Violoncellvirtuos Hr. Hugo Becker aus Frank-
furt a. M. war der Solist dieses Ooncertes und rechtfertigte
durch sein vollendetes Spiel den ihm vorausgegangenen grossen
Ruf. Seine fertige Technik glänzte im Goncert von Saint-
Saöns und in der Tarantelle von Popper, während sein war-
mer seelenvoller Ton in „Kol Nidrei** von Bruch, einer Sara-
bande von S. Bach und dem bekannten Andante von Tartini
Aufisehen erregte. Nach dem Stücke von Popper enthusiastisch
hervorgerufen, gab er als „encore** das „Perpetuum mobüe** von
Fitzenhagen zu. Dem Orchester gebührt für seine exacte Beglei-
tung des Ooncertes von Saint-&iöns und der Oomposition von
Bruch ein besonderes Lob. Das folgende Goncert, welches
wenige Tage nach dem Tode H. v. Senger's stattfand , fing
mit dessen Trauermarsch an. Dieses stimmungsvolle Stü(£
erregte tiefe Wehmuth im Herzen der zahlrei^en Freunde
des Verstorbenen und klang wie eine letzte Huldigung des
Orchesters an seinen treuen Leiter. Die anderen Orchester-
nummem: „Les Pr61udes** von Liszt und die Gmoll-Symphonie
von Beethoven passten mit ihren heroischen Zügen ganz gut
dazu und wurden, besonders die Liszt'sche symphonische
Dichtung, vortrefflich interpretirt. Weniger gefielen uns die
Compositionen von Saint-Saöns (3. Goncert) und Bruch (Schot-
tische Phantasie), welche der berühmte Violinvirtuos Hr. Eugen
Ysaye aus Brüssel vorführte. Diese bedenkliche Wahl verhin-
derte jedoch nicht, ihn, wie schon vor Jahren, warme Aufiiahme
finden zu lassen, denn er ist hierein immer gern gesehener Ghist.
Die Solistin des 7. Ooncertes, Frl. Montalant aus Paris, ver-
schaffte uns mit ihrem Gesang eine arge Enttäuschung. Man
hatte uns diese Dame als eine stimmbegabte und ausSrucks-
fähige Künstlerin empfohlen, aber leider war von Stimme und
Ausdruck an diesem Abend nicht viel zu spüren, sodass ihr«
Vorträge beim Publicum wenig Anklang fanden. Glücklicher-
weise wirkten die Orchesternummem von Raff („Im Walde**),
Wagner (Vorspiel zu den „Meistersingern**) und Chabrier
(„Espana**) ganz anders. Namentlich errans^ das Vorspiel von
Wagner, unter der befeuernden Direction des Hm. ]E&hberg,
einen vollständigen Sieg. Hr. Stavenhagen, der vor zwei
Jahren mit seinen Becitals hier Aufsehen erregte, gab auch
als Solist des 8. Ooncertes brillante Proben seiner Virtuosität,
indem er das Esdur-Olavierconcert von Liszt und kürzere Solo-
stücke von Chopin, Henselt und Liszt sehr temperamentvoll
vortrug. Die reizende Bdur-Symphonie von Svendsen, sechs
Instrumentalnummem ausMendelssqhn's Musik zum „Sommer-
nachtstraum** und die Ouvertüre zu „Tannhäuser** vervoll-
ständigten das Programm. Das vorletzte Goncert verschaffie
uns das Vergnügen, einen der begabtesten Violinisten unserer
Zeit, Hm. GoncertmeisterHalir aus Weimar, kennen zu ler-
nen. Dieser eminente Künstler spielte das Beethoven'sche
Goncert mit einer Vollkommenheit, die an die besten Jahre
229
des Grossmeisters Joachim erinnerte. Als Solopi6cen hatte er
die Bomanze von Svendsen und eine eigene höchst effectui-
rende Transscription der 6. Rhapsodie von Liszt gewählt.
Mehrmals hervorgerufen, innsste er, um das Publicum zu be-
schwichtigen, zwei Zugaben bewilligen. Eine anziehende und
brillant instrumentirte Symphonie in GmoU des bekannten
französischen Tonkünstlers Ijalo gefiel so sehr an diesem
Abend, dass( man dieselbe wahrscheinlich in der nächsten Sai-
son wieder aufnehmen wird. Anfemg und Ende besagten
Concertes bildeten die „Medea** -Ouvertüre von Gherubini und
der Ungarische Marsch von Berlioz. Die heutige Listrumen-
tation, namentlich diejenige der französischen Gomponisten,
welche grösstentheils diese Kunst jetzt mit einem ausser-
ordentlichen Raffinement treiben, scheint mir bedenklich zu
werden. Durch vieles Hören solcher berauschender Klang-
efiFecte verändert sich der Geschmack: für Einige verlieren
sogar die Ideen eines Orchesterwerkes von ihrer Bedeutung,
wenn deren Instrumentirung nicht eine äusserst virtuosenhafte
ist. Seit ^wisser Zeit bekrittelt man Schumann und Brahms
in diesem Punct, und wir hörten netüich bei Gelegenheit der
Aufführung der herrlichen Cdur-Symphonie von Schubert im
letzten ATOnnementconcert ähnliche ^merkungen. Glück-
licherweise besitzt aber diese geniale Musik m sich selbst
Lebenskraft genu^, um den Anstrengungen unserer Yivisectoren
zu spotten. Zwei Stücke: das berühmte Air von S. Bach für
Streichinstrumente und das „Meistersinger*' -Yorspiel von Wag-
ner, welche in früheren Goncerten Glück machten, wurden auf
Verlangen wieder gespielt und femden abermals grossen Bei-
i^l. Dagegen gin^ eine kleine Novität von Moszkowski,
„Cortöge" betitelt, ziemlich imbemerkt vorüber. Um den Cy-
klus der Abonnementconcerte glänzend zu beschliessen, hatte
das Gomit^ die in Paris sehrgeteierte Sängerin Frau Bichard,
längere Zeit Mitglied der (Crossen Oper und jetzt bei Hm.
Carvalho beschäxligt, mit schwerem Gelde engagirt. Diese
Dame besitzt noch eine schöne Stimme und versteht dieselbe
künstlerisch zu verwerthen, sodass der Applaus ihren Vor-
trägen nie fehlt.
Die Kammermusiksitzungen des Quartetts Stern-
berg imter Mitwirkung des herzoglich sächsischen Hofpia-
nisten Hm. Willy Behberg haben im vorigen Winter einen
solchen Aufschwung genommen, dass das Concurrenz-Quartett
der HH. Bey und Genossen zum ersten Mal seine Soiröen
einstellte. Die Mannigfaltigkeit der Programme und die
Vorzüglichkeit der Ausführung zogen im Saale des Gonser-
vatoriums alle Diejenigen, w^che sich bei uns für diese
höhere Gattung von Musik interessiren, herbei. In meinem
letzten Bericht meldete ich den Erfolg der drei ersten Sitzun-
f^en: die drei übrigen, welche im Februar und März statt-
fanden, gaben den früheren Nichts nach. Folgende Ensemble-
stücke wurden gespielt: GmoU-Streichquintett von Mozart,
Dmoll-Glaviertrio von Schumann, Streichquartettsätze von
Liszt („Angelus**), Qrieg und TschaäkowsKv, Septett von
Saint-Satos, Streichquartett Op. 18, No. 5, von Beethoven und
auf Verlangen das Glaviero^uintett von Sinding. Letzteres
Werk endeKe. wie schon bei seiner ersten Vorführung, einen
kolossalen Erfolg. Hr. Willy Behberg bekundete seine Meister-
schaft nicht nur in der schwunghaften Durchführung des
Glavierparts der obenerwähnten Gompositionen, sondern noch
in der köstlichen Interpretirung des Dmoll-Ooncertes von
Bach und einiger Stücke des talentvollen so früh entschla-
fenen schweizerischen Tonkünstlers Gustav Weber. Auch
sein Bruder, der treffliche Violoncellist Hr. Adolf Behberg,
zeichnete sich als Solist aus, indem er eine Suite von GorelLi
mit schönem Erfolg vortrug. Dem famosen Primgeiger des
Quartetts, Hm. Sternberg, und allen seinen Genossen, sagen
wir hiermit für die empfangenen Genüsse unseren allerbesten
Dank.
Um diese Gorrespondenz nicht allzusehr zu verlängern,
verschiebe ich bis auf Ende Juni meinen Bericht über die
übrigen zahlreichen Goncerte der verflossenen Saison. |f
Conoertumsohau.
Aachen. 6. städt. Abonn.-Gonc. (Seh wickerath) : 6. Symph .
V. Beethoven, Ouvertüren v. Schumann („Manfred^) u. Sme-
tana („Die verkaufte Braut**), „Frühlingsbotschafb** v. Ghbde,
deutsche Volkslieder „Ich fahr dahin**, „In stiller Nacht^ u.
„Die Wollust in den Mayen**, f. gem. Ghor ges. v. Brahms,
Glaviervorträge des Hm. Bosenthal a. Wien (Emoll-Gonc. v.
Ghopin u. „Don Juan*'-Phant. v. Liszt).
Altenburg. 2. Abonn.-Gonc. der Singakad. (Sitta. Leip-
zig) unt. soHst. Mitwirk, des Ehepaares HUir a. Weimar (Ges.
u. Viol.):' 1. Symph. v. Volkmann, „Hebriden**-Ouvert. v.
Mendelssohn, Soli f. Ges. v. F. v. Holstein („Klein Anna
Kathrin**), Taubert („Das Mädchen an den Mond**) u. A. u.
f. VioL V. Beethoven (Conc), Cui (Berceuse) u. Sitt(Polon.).
Amsterdam. Aussergewöhnl. Abonn.-Gonc. im Neuen
OoncerÜiaus(Kes)am24. März: 3. Svmph. v. Brahms, „Ana-
kreon**-Ouvert. v. Cherubini, „Oharureitagszauber** v.Wagner,
Violin vortrage des Hm. Ysaye (Cmoll-(S)nc. v. Saint-Saöns
u. Schott. Pnant. v. Bruch).
Angers. 20. Abonn.-Gonc. der Assoc. artist. (Frömaux) :
2. Theil a. „Wallenstein** v. d'Indy, Ouvert. zu „Montano et
Stephanie** v. H. M. Berton, „Hochzeitszug** a. „Lohengrin** v.
Wagner, Stücke f. Streichorch. v. Schumann u. Boccherini,
Violm vortrage des Hm . Marteau (C moll-Gonc. v.Saint-Sa&ns.
„Albumblatt" v. ß. Wagner, Ballade v. Moszkowski und
Bhaps. V. P. Lacombe).
Baden-Baden. Beethoven- Abend des Pianisten Hm.
Pfeiffer unt. Mitwirk, der HH. Bletzer u. Wamke (Streicher)
am 26. März: Ciaviertrio Op. 70, No. 1, And. a. dem Clavier-
trio Op. 97, Sonaten f Clav. u. VioL Op. 30, No. 2, und für
Olavier Op. 67. (Die Ausführung des Programms war nach
einem Bericht des Hrn. Dr. Bich. Pohl eine ausgezeichnete.)
Bamberg. 102. Musikabend des Musikal. Vereins: Suite
-Aus Holberg^s Zeit** v. Edv. Grieg, Adagio und Bondo f.
Clav., Fl., Ob., Viola u. Violonc. v. Mozart, Chorgesänge v.
Rheinberge r («Auf dem Baumstamm** u. „Nun weisst du,
Trotzkopf**), Gade („Im Wald**) u. Brahms („Vineta** und
„Abendständchen**), Arie v. Mendelssohn.
Berlin. Conc. der Pianistin Frl. v. Timoni unt. Mitwirk,
der Sängerin Frl. Cretius am 29. März: Soli f. Ges. v. Lind-
blad(„Hierauf dieser Höhe**) u.A.u.f.Clav. v. Brahms (Fmoll-
Sonat§, Th. Kirchner („Albumblätter**), Dvofäk („Tände-
lei**), Liszt (Concertetude) u. A. —Conc. der Pianistin Frl. v.
Unschuld unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Math. Wagner am
80. März: Soli f. Ges. v. Bruch (Ariea. „Achilleus**), Franz
(„Im Herbst**), Heuberger („Der Spielmann**), Schubert,
Cornelius („Vorabend** a. den Brauthedem), Bubinstein
(„Neue Liebe**), F. Wüllner („Die Einsame**), Ad. Jensen
(„Morgens am Brunnen**), Petri (Wiegenlied) u.W. Taubert
(„Wildfimg**) u. f. Clav. v. Bach-Liszt (Amoll-Fuge) u. A. —
3. Kammermusikabend v. Gust. u. Ingeborg Erner u. Fritz
Eät)enhahn unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Bluhm u. des Hm.
Krelle (Viola): Olavierquart. v. Schumann, B dur-Claviertrio
V. Ph. Büfer, Soli f. Ges. v. Bies (Wiegenlied^ u. A. u. f.
Viol. V. Svendsen (Bomanze) u. F. Kiel (Amoll-Stück). —
Conc. der Pianistin Frau Laidlaw unt. Mitwirk, der Sängerin
Frl. Eisberg u. des Violoncellisten Hrn. Bouman am 31. März:
A dur-Clav.-Violoncellson. V. Beethoven, Soli f. Ges. v. Bruch
(Arie a. „ AchiUeus**), Schubert, Cornelius („Komm, wir wan-
deln**), Lassen („Vöglein, wohin**), Sucher („Liebesglück**),
Bungert («Ein kleines Lied**) u. Brahms („Meine Liebe ist
grün**), f. Clav. v. Schulhoft (zwei Etüden), Liszt („Cam-
panelia**) u. A. u. f.' Violonc. v. J. de Swert (CmoU-Conc).
— Conc. des Opemver. (Bloch) unt. solist. Mitwirk, der Frau
Feininger , des Frl. Bichter u. der HH. Diezel u. Glömme a.
Dresden am 4. April: Scene a. der Oper „Harald, der Wicking**
V. A. HalUn, „Die erste Walpurgisnacht** v. Mendelssohn,
„Die Mohnblumen** f. Tenorsolo, Chor u. Orch. v. E. Tinel,
Duett u. Arie a. „Jessonda** v. Spohr. — 4. Conc. des Phil-
harm. Chors (Ochs) unt. solist. Mitwirk, der Frau Baumann
a. Leipzig, des Frl. Kloppenburg u. der HH. Zeller a. Weimar
u. Schelper a. Leipzig: 9. Symphonie u. Ouvert. Op. 124 v.
Beethoven (unter Leit. des Hm. Dr. v. Bülow), „Die Flucht
nach Egypten** v. Berlioz, Schicksalslied v. Brahms. —
Concert des Pianisten Hm. Bob. Fischhof a. Wien mit eig.
Gompositionen unt. Mitwirk, des Frl. Lydia Müller und des
Hm. Gkusche (Ges.). sowie der HH. Prof. Barth (Olavier) u.
Zigic (Viol.) am 6. April: Adur-Clav.-Violinson., Variat. und
Fuge f. zwei Claviere, div. Lieder u. Ciaviersoli.
Bern. 3. Soiröe f. Kammermusik der Musikgesellschaft:
dolfer [ClÄV.], Jann, Beyer, Tuczek u. Monhaupt fStreicherl.)
Bonn. 3. Kammermusikabend der HH. Holla!enaer, Kömer,
Schwartz u. Hegyesi a. Cöln (Streicher) unt. Mitwirkung der
HH. Eibenschütz (Clav.) und Friede (Clar.) von ebendaher:
HmoU-Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente u. Amoll-Trio f.
Clav., Clar. u. Violonc. v. Brahms, Ddur-Streichquartett v.
.'
I
230
Mozart. — Conc. f. das Beethoven- Haus, gegeben vpn Hrn.
Sarasate (VioL) u. Frau Marx (Clav.) m. Compositionen von
Beethoven unt. Mitwirk, der HH. Prof. Jensen a. Cöln, Rens-
burg u. Prof. Dr. Wolff v. hier am 9. April: Streichquartett
Op. 74, Olaviertrio Op. 70, No. 1, Seren, t. Streichinstrumente
Op. 8 u. Kreutzer-Sonate.
Boston. Concerte des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
No. 20. 8. Symph. v. Beethoven, Trag, öuvert. v. Brahms,
Beigen seliger Geister a. „Orpheus** v. Gluck, Gesangvorträge
der Frau Joachim. No. 21. Amoil-Symph. v. Mendelssohn,
Fdur-Seren. f. Streichorch.v. Volk mann, „Wotan's Abschied"
u. „Feuerzauber" a. der „Walküre" v. Wagner, Andante u.
AUegro a. dem Conc. f. Fl. u. Harfe v. Mozart (HH. Mol6 u;
H. Schuöcker).
Bremen. 5. Kammermusikabend der Philharm. Concerte:
Cdur-Streichquintett v. Schubert, GmoU-Clavierquartett von
Brahms, Ddiir-Streichquart. v. Haydn. (Ausführende: Frau
Erdmannsdörfer-Fichtner [Clav.] und HH. Halir, Wittenberg,
Pfitzner, Smith u. Weingardt [Streicher].)
Carlsruhe. 3. Conc. des grossherzogl. Hof kirchenchors
(Brauer) unt. Solist. Mitwirk, der Frau Hoeck-Lechner (Ges.)
u. der HH. Wolf (Orgel) u. Bühlmann (VioL): Chöre v. Men-
delssohn, Brahms („Wo ist ein so herrlich Volk"), Lotti u.
S. Bach („Lob imd Ehre"), And. a. dem CmoU-Conc. f. Viol.
u. Bratsche (Hr. Brauer) v. Mozart, Soli f. Ges. v. S. Bach u.
F. Hiller („Gebet"), f. Org. v. S. Bach (Dmoll-Toccata) u.
Mendelssohn (FmoU-Son.) u. f. Viol. v. Bruch (Adagio).
Cassel. 6. Abonn.-Conc. des k. Theaterorch. (Treiber):
1. bis 3. Satz der 9. Symph. v. Beethoven, Huldigungsmarsch
V. B. Wagner, Cdur-Serenade f. Streichorch. v. ß. Fuchs,
Ciaviervorträge des Hrn. Kosenthai („Don Juan" -Phantasie
V. Liszt etc.).
Chemnitz« 6. geistl. MusikauffÜhr. des Kirchenchors zu
St. Jacobi (Schneider) unt. vocalsolist. Mitwirkung der Frau
Otto-Alvsleben a. Dresden: Ein geistliches Abendlied f. Tenor-
solo, gem. Chor u. Orch. v. Beinecke, „Wie lieblich sind
deine Wohnungen" f. Chor, Soloquart, u. Orch. v. Th. Schnei-
der, „Vergebung" f. Chor^ Soijransolo u. Orch. v. Jadassohn,
„Ihr habt nun Traurigkeit" f. Sopransolo u. Chor aus dem
Deutschen Requiem v. Brahms, Sopranlieder v. A.Becker
(„Mache mich selig") u. O. Wer mann („Ich möchte heim").
(„Eine seltene Kunsterscheinun^", schreibt man uns, „ist und
bleibt Frau Otto-Alvsleben, welcne mit voller, weicher Stimnie,
der die Zeit Nichts von ihrem Glänze zu rauben vermocht
hat, ihre Soli sang.") — 9., 10. u. II. Symph.-Conc. der Stadt.
Capelle (Pohle): Symphonien von Haydn (Ddur), Beethoven
(No. 8) u. Brahms (No. 8)^ „Les Pr61udes" v. Liszt, „Bilder
aus dem Süden" v. J.L. Nicod6, Huldigungsmarsch v. Bich.
Wagner, Stimmungsbild „Sehnen" v. F. Mayerhoff (unter
Leitung des Comp.), „Musikalische Dorfgeschichten" v. Edm.
Kretschmer, Variat. a. dem Forellen-Quintett f. Orch. von
Schubert-Hünn, Reigen seliger Geister u. Furientanz a. „Or-
Sheus" V. Gluok, Emoll-Clavierquint. v.Chr. Sinding(HH.
fayerhoffl Schieraann, Göllnitz, Dörr u. Mann), Solovorträge
der Frls. Hof (Ges., „Lieber Schatz, sei wieder gut" v. Franz,
„Wie berührt mich wundersam" v. Bendel etc.) und Elzer
(Ges., „Dich, theure Halle" a. „Tannhäuser" v. Wagner) und
des Hrn. Schiemann (Viol., 1. Satz a. dem Conc. v. S vendsen).
Cöln. 7. Kammermusikauf führ, der HH. Hollaender und
Gen. m. denselben Mitwirkenden u. Programmnummern wie
oben unter Bonn.
Constanz. Symph.-Conc. des Hrn. Handloser am 3. April :
2. Symph. v. Beethoven, „Peer Gynt"-Suite v. Grieg, „Mei-
stersinger"-Vorspiel V. Wagner, Edur-Polon. v. Liszt, Cla-
viervorträge des Otto Hegner a. Basel (Valse-Caprice v. Strauss-
Tausig etc.).
Crefeld. 3. Kammermusikabend der HH. Hollaender u.
Gen. a. Cöln m. denselben Mitwirkenden u. Programmnum-
mern wie oben unter Bonn. — 6. Abonn.-Conc. der Concert-
gesellschaft (Grüters) m. dem Requiem v. Verdi unt. solist.
Mitwirk, der Frauen Uzielli u. Hahn u. der HH. Dr. Gunz u.
Sistermans a. Frankfurt a. M.
Danzlg. 2. Aufführ, des Danziger Gesangver. (Schumann)
m. „Amor und Psyche" f. Soli, Chor u. Orch. v. G. Schu-
mann unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Oberbeck a. Berlin, Suhr
u. Rautenberg, der Frau Küster u. der HH. Zameckow und
Brodmann a. Berlin. (TJeber die Composition, die dem Pub-
licum sehr gefiel, schreibt ein dortiges Blatt u. A.: „Ein
nobler künstlerischer Geist weht durch das gewaltige Werk,
das uns im Reiche der Musik auf die licnten Höhen der
Freude wie in die finsteren Tiefen seelischen Jammers leitet
und uns dort ebenso erheitert und erhebt, wie hier nieder-
drückt, und es gewährt eine seltene Freude, die imgemein
durchsichtige, klare musikalische Charakteristik zu analy-
siren.")
Darmstadt. Am 22. März Auffuhr, v. Brahms^ Deut-
schem Requiem durch den Musik ver. u. die grossherz. Hof-
musik unt. Leit. des Hrn. de Haan u. Solist. Mitwirkuns; des
Frl. Rau v. hier u. des Hrn. Ad. Müller a. Frankfurt a. M. —
2. Kammermusikabend der HH. de Haan (Ciavier), Helmer,
Walter, Oelsner u. Reitz (Streicher) unt. Mit wirk, des Hm.
Müller (Ob.): Bdur-Clavierquartett v. Saint-Saöns, Esdur-
Streichquart, v. Mendelssohn, Trio f. Clav., Ob. u. Bratsche
V. Ad. Kuthardt. (üeber die Novität von Ruthardt wird
uns geschrieben, dass dieselbe, mit grosser Liebe einstudirt
und mit wahrem Behagen aufgeführt, beim Publicum sehr
angesprochen habe.)
Dordrecht. 4. Kammermusiksoiröe der HH. Vink und
Erdelmann unter Mitwirk, der HH. E. Mossei, Bouman und
J. Mossei: Emoll-Clavierquint. v. Chr. Sin ding, Adur-Cla-
vierquart. v. Brahms, Ddur-Seren. f. Viol., Bratsche u. Vio-
lonc. V. Beethoven.
Dresden. Orgelvortrag des Hrn. Werner a. Baden-Baden
am 27. März m. Compositionen v. S. Bach (Praelud. u. Fuge
in Cmoll), PachelbeL (). A. F isch er (2. Satz des Conc. „Ostern^)
u. A. Guilmant (CmoU-Son.) in Abwechselung m. Violin-
vorträgen des Hm. Eismann (Rec. u. Arie v. C. A. Fischer
u. Romanze v. Gade).
Emmerich. Am 27. März Auffuhr, v. Haydn's „Schöpf-
ung*' durch den städt. Gesangver. u. die Liedertafel „Euterpe^
unt. Leit. des Hm. Poppe u. solist. Mitwirk, des Frl. Fiedler
a. Cleve u. der HH. Dreinhöfer a. Osnabrück und Fischer a.
Wesel.
Erfurt. Conc. f. den ICaiser Wilhelm-Denkmalfonds am
22. März, veranstaltet vom Männergesangver. und Barfüsser
Kirchengesangver. unt. Leit. des Hm. Sioffarth: „Das grosse
Jahr" f. Männerchor, gem; Chor u. Clav. m. verbind. Declam.
(Hr. Wiecke) v. C. Goepfart, gem. Chöre v. Lützel u. Bort-
niansky, Männerchöre v. C. Goepfart („Am Ohiemsee'*) u.
H e g a r ( „Todten volk" ), Vi oloncellsuite „Im Walde" v. P o p p e r
(Hr. KieiSer), Melodram „Der Mutter Gebet" v. Reinecke
(HH. Wiecke u. Goepfart). TAuf dem uns zugesandten Con-
certzettel sind die Goepfart^schen Stücke dick roth unter-
strichen. Bei der Seltenheit, mit welcher dieser Componisten*
name auf den uns zugehenden unzähligen Pro^^mmen zu
finden ist, wäre dieses Anstreichen nicht nöthig gewesen,
denn derartige Curiosa übersieht man kaum. Natürlich lag
dem Programm auch eine „schöne" Recension bei.)
Essen a. d. R. 6. Conc. des Musikver. (Witte) unt. solist.
Mitwirk, der Frauen Uzielli u. Hahn a. Frankfurt a. M. u. der
HH. Wulff a. Strassburg i. E. u. Sistermans a.Fmnkfurta.M.:
Siegfried's Tod u. Trauermarsch a. der „Götterdämmerung"
V. Wagner, Requiem v. Verdi.
Forst. Am 1. April Aufführ. v. Haydn's „Schöpfung"
durch den Akadem. Gesangver. unt. solist. Mitwirk, des Frl.
Schneider a. Dessau u. der HH. Trautermann u. Leideritz a.
Leipzig.
Frankfurt a. M. 12. Museumsconc. (Kogel): 7. Symph.
V. Beethoven, 3. u. 4. Theil a. „Romeo und Julie" v. Berlioz^
„Oberen" -Ouvert. v. Weber, Violinvorträge des Hrn. Thomson
a. Lüttich (4. Conc. v. Vieuxtemps etc.). — 10. Kammer-
musikabend der Museums-Gesellschaft: Ddur-Streichquart. v.
Mozart, Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente u. Trio f. Clav.y
Clar. u. Violonc. v. J. Brahms. (Ausführende: HH. Kwast
[Clav.], Prof. Heermann, Naret-Koning, Bassermann, Welcker
u. Becker [Streicher], sowie Hr. Mühlfeld a. Meiningen [Clar.].)
Genf. Am 30. März Auf führ. v. Liszt *s „Legende von
der heil. Elisabeth" durch die Soci6t6 de Chant sacr6 u. den
Chor des Conservatoriums unt. Leit. des Hrn. Ketten u. solist.
Mitwirk, des Frl. Jansen, der Frau Ketten u. des Hrn. Auguez.
(Eine frühere Notiz dieses Blattes über die Aufführung ist
dahin zu beschränken, dass die Sängerin der Titelpartie, Frl.
Jansen, total unzulänglich war.)
Glogau. Conc. der Singakad. (Lorenz) unt. solist. Mit wirk,
des Sängerpaares Schmidt(-Köhne) a. Berlin, der Frau Stein
u. der HH. Bauer u. Thiele v. hier am 29. März: „Das Feuer-
kreuz" V. M. Bruch, „Die Walpurgisnacht" v. Mendelssohn.
(Die Aufführung beider Werke wird in einem uns vorliegen-
den Bericht sehr gerühmt, von den Solisten werden besonders
die Berliner Gäste gepriesen.)
Gothenburg. Oonc. der Harmoniska Sällskapet am
16. März: Gem. Chöre m. Soli v. L. Norman, E. Sjögren
231
u. V. Svedbom, Fi-auenchöre v. A. Söderman, Ciaviervor-
träge des Hm. Schousboe (12. üng. Bhaps. v. Liszt etc.).
Graudenz. S3anph.-Oonc. der Militärcapelle (Nolte) am
23. März: Gdur-Symph. v. Haydn, Ouvertüren v. Mendelssohn
u. Thomas, Intermezzo a. „Cavalleriaru6ticana**v. Mas ca^ni,
„Aschenbrödel'* v. Bendel, Harfen vortrage des Frl. Girod
(Phant. V. Pönitz etc.).
Halberstadt. Musikauffnhr. des Oratorien ver. am S. April :
Requiem v. Berlioz, Tenorarie a. Mendelssohn^s „Elias".
Hamburg. Kammermosikabende der HH. Zajio. Löwen-
berg, Schloming u. Gowa am 14. u. 26. März: D molI-Clavier-
qaint. v. Gernsheim (Clav.: der Comp.), Quintette f. Clar.
u. Streichinstrumente v. Brahms u. Mozart (Clar.: Hr. Hol-
land), Streichquartette v. Yolkmann (Emoll) u. Beethoven
(Op. 59, No. 3), Yiolinchaconne v. S. Bach. — 10. Philharm.
Conc. (Prof. v. Bemuth) : 6. Symph. v. Beethoven, „Manfred"-
Ouvert. V. Schumann, Orchestervariat. über ein Haydn'sches
Thema v. Brahms, Gtesangvorträge des Frl Leisinger aus
Berlin („Vorabend" a. den crautliedern v. Cornelius, „Ver-
f übliches Ständchen** u. Wiegenlied v. J. Brahms etc.). —
enefizconc. des Hrn. Scheel am 22. März: Bdur-Svmph. v.
Haydn, -Sylvia"-Snite v. De Hb es, „Zauberflöten" -Ou vert. v.
Mozart, Orchesterballade „Des Sängers Fluch" v. H. v. Bülo w,
1. Slav.Tanz v. Dvotäk, Solo vortrage der HH. Dr. v. Bülo w
(Esdur-Conc. v. Beethoven u. Phant. üb. ung. Yolksmelodien
V. Liszt) u. Scheel (Yiol^ Fdur- Romanze v. Beethoven und
Seren, v. Haydn). — 2. Kammermusikabend des Hrn. Fiedler
(Clav.) unt. Mitwirk, der HH. Mühlfeld a. Meiningen (Clar.)
u. Gowa: Trios f. Clav^ Clar. u. Yiolonc. v. Brahms und
Beethoven (Bdur), Clav.-Yioloncellsonate v. M. Fiedler. —
3. Kammermusikabend des Hm. Kopecky unt. Mitwirk, des
Pianisten Hrn. Levi: Clav.-Yiolinsonaten v. Dvof äk (Fdur)
u. Schumann (Dmoll), Yiolinsoli v. F. W. Rust (DmoU-Son.)
u. S|>ohr. — Kammermnsikabend des Hm. £. E. Taubert (Clav.)
m. eig. Compositionen unt. Mitwirk, des Frl. Weitz (G^esang),
sowie der HH. Kruse, Könnecke, I^icking u. Dechert (Streicher),
sämmtl. a. Berlin, am 28. März: Esdur-(}lavierquart., DmoU-
Streichquart. u. div. Lieder. — Ciavierabend des Hm. Rosen-
thal am 29. März m. Compositionen v. Beethoven (Son. Op. 111),
Brahms (Faganini-Yanat.), David off-Rosenthal („Am
Springbrunnen") u. A. — Kammermusikabend des Kruse'schen
Streichquartetts (HH. Kruse, Markees, Müller u. Dechert) aus
Berlin unt. Mitwirk, des Hm. Dechert v. hier am 4. April:
Quintett f. Clar. u. Sireichinstrumente v. Brahms, Streich-
quartette V. Beethoven (Op. 69, No. 2) u. Haydn (Cdur).
Hildesheim. Damen-Gnstabend der Liedertafel (Schotte)
am 26. März : „Märchenbilder" f. Clav. u. Yiol. v. Schumann
(HH. Amelung u. Schotte), Chorlieder v. Wein wurm („Ständ-
chen"). W.Tschirch („Die Heimath" u. „Frühlinßpglaube"),
Enffelsberg („Heini von Steier"), H. Marx (Dorfreigen) u.
C. Schotte („Vom Häslein und vom Mägdlein"), Solovorträge
des Frl. Perl a. Sondershausen (Gtes., „Mittemacht" v. Sitt,
-Neue Liebe" v. Rubinstein, Seren, v. Bruch etc.) und des
Hm. Himmer (Yiolonc).
Königsberg i. Fr. 45. Stiftungsfest des Sängervereins
(Schwalm): Männerchöre m. Orch. v. R. Schwalm („Abend-
stille am Meere") u. C. Zöllner („Des Müllers Lust und Leid")
u. a cap. V. F. Zander („Ave Maria") u. R. Schmidt (Alt-
assyr. Lied) etc.
Leipzig. Extraconc. im Neuen Gewandhaus (Prof. Dr.
Reinecke) am 20. April: 1. Symphonie v. Schumann, „König
Manfred"-Ouvert. v. Reineclce, Solovorträge der Frau Bau-
mann (Ges., „Feldeinsamkeit" v. Brahms etc.) u. des Hm.
Prof. Dr. Reinecke (Clav., Adur-Conc. v. Mozart). — Matinee
ebendaselbst zur Begpründung; des Pensionsfonds aer Aspiran-
ten des Stadtorchesters unt. Leit. des Hm. Paur am 24. April:
„Don Quixote" v. Rubinstein, „Wilhelm Tell"-Ouvert. v.
Rossini, Seren, f. Streichorch. v. Tscha'ikowsky, Clavier-
vort.räge des Hm. Rosenthal a. Wien (Esdur-Conc. u. 12. Ung.
Rhaps. V. Liszt etc.).
Limbach. Symph.-Conc. des Hrn. Asbahr am 5. April:
DmoU-Symph. v. Th. Schneider (unt. Leit. des Compon.),
Ouvert. zur „Räuberbraut" v. Ferd. Ries, Ne^erlieder u. Tänze,
bearbeit. v. Schulz-Beuthen. Conc. f. vier Violinen v. Maurer
(HH. Asbahr, Berger, Schuller u. Girnth), Romanze für zwei
Yiolinen m. Clav. v. J. Fache (HH. Asbahr u. Berger), Ge-
sanffvorträ^e des Frl. Boehme (Arie a. „Samson und Dalila"
V. Saint- Saöns, „Im Maien" v. R. Becker etc.).
London. Conc. des Hrn. A. Ashton (Clav.) m. eig. Com-
positionen unt. Mitwirk, der Frau Squire (Ges.) u. der HH.
Thorae (Clav.), J. u. W. Sutcliffe, Hobday u. Squire (Streicher)
am 16. März: EmoU-Clavierquint., A dur-Claviertrio, Phanta-
siestücke f. Yiol. u. Clav., Irische Tänze f. Clav, zu vier Händen
u, div. Lieder.
Mannheim. Conc. desYer. f. class. Kirchenmusik (Hän-
lein) am 22. März: Gem. Chöre v. S. Bach („Ich lasse dich
nicht"), G. Yierli ng („Yerschneit liegt rings die ganze Welt")
U.F.Bauer („Herr, wer darf wohnen"), „Christus im Schiff"
f. Frauenchor v. Brahms, Solo vor trä^ der HH. Boslet aus
Ludwigshafen (Orgel, Phant. u. Fuge m Gmoll v. S. Bach u.
And. a. Op. 118 v. Merkel) u. Becker a. Frankfurt a. M. (Yic-
loncell. And. relig. v. Fitzenhagen etc.). — 4. Kammermusik-
aufführ. der HH. Schuster, Stieffei, Gaulö u. Kündinger unt.
Mitwirk, der Sängerin Frau Seubert- Hausen: Streichquartette
V. Schumann (Amoll) u. Sgambati (Desdur), Gesangsoli v.
Beethoven u. Weber. — 8. Akad.-Conc. (Frank): 6. Symph. v.
Beethoven, Eine Faust-Ouvert. v. Wagner, Solovorträge des
Frl. Zimmer a. Frankfurt a. M. (Ges., „Sind es Schmerzen"
V. Brahms etc.) u. des Hrn. Schuster (3. Ck)nc. v. Bruch),
(üeber den Yortrag des Hm. Schuster liegen uns die lobend-
sten Berichte vor, nach welchen derselbe meisterhaft, mit
einer Wärme der Tonerzeugunf, mit einer frischen Unmittel-
barkeit der Empfindung gespielt hat. die ihm reichen Beifall,
einen durchschlagenden Erfolg verscnaffbe. Dem trefflichen,
umsichtigen und feinfühligen Dirigenten der Concerte, Hrn.
Frank, wird für alles Schöne, das diese Concerte während der
Saison boten, der herzlichste Dank gesagt.)
Mlddelburg. Am 22. März Aufführ. v. S. Bach's Mat-
thäus-Passion durch den Gesangver. „Tot Oefening en Uit-
spanning" (Cleuver) unt. solist. MitwirK. der Frls. Lütkemann
a. Amsterdam u. Etienne ä. Aachen a. der HH. Litzinger a.
Düsseldorf u. Messchaert a. Amsterdam, sowie eines ungen.
einheim. Baritonisten.
Neubrandenburg. Conc. des Yer. f. gem. Chorgesang
(Naubert) am 28. März: Chöre v. E. E. Taubert („Sommer-
nacht", „Im Frühling" u. „Abends"), F. v. Holst ein (Abend-
lied und „Seefahrt"), Haydn, Bungert („Die beiden Alten",
„Es weiss es und räth es" u. „Die Fenster auf"),u. Schubert-
Flittner (Deutsche Tänze, m. Clav.), Ciaviervorträge der Frau
Naubert (Spinnerlied v. Wagner-Liszt etc.).
Osnabrück. Am 30. März Auffuhr, v. Bruch's „Lied
von der Glocke" durch den Gesangver. (Drobisch) unt. solist.
Mitwirk, des Frl. Martini u. der Frau v. Knappstaedt a. Leipzig
u. der HH. Stumpf a. Cöin u. Staudigl a. Berlin. (In einem
uns vorliegenden Bericht, in dem zunächst die Leistungen des
Chors ausserordentlich gelobt werden, heisst es von den So-
listen u. A., dass Hr. Staudigl mit seinem Yortrag wieder-
holt den lebhaftesten Beifall hervorgerufen habe, Frau von
Kna|)pstaedt der „Stern des Abends" gewesen sei und Frl.
Martini über eine schmelzvolle, selbst zur die höchste Tonlago
sehr ergibige Sopranstimme verfüge.)
Posen. Am 22. März Auffuhr, v. Bruch's „Odysseus"
durch den Hennig'schen Yer. (Hennig) unter solist. Mitwirk,
des Frl. Finkeist ein u. der HH. Hildach u. Klein. (Wie man
berichtet, hat die Aufführung einen trefflichen Verlauf ge-
nommen.)
Prenzlau. Am 2. April Aufführ. v. Haydn's „Schöpfung"
durch den Gesangver. unt. solist. Mitwirk, des Frl. Pröbster
u. der HH. EJrchner u. Blossfeldt a. Berlin.
Schwerin. 5. Orch.-Conc. der Hofcap. (Schmitt) unter
Mit wirk, der Frau Hadinger, des Frl. Minor u. der HH. Liebes-
kind, Drewes u. Hungar, sowie des Gesangver.: „Abenoera-
gen "-Ouvert. v. Cherubini, „Das Feuerkreuz" v. Bruch, „Die
erste Walpurgisnacht" v. Mendelssohn.
Sorau. Am 26. März Aufführ. v. Haydn's „Schöpfung"
durch den Gesangver. f. gem. Chor (Franke) unt. solist. Mit-
wirk, des Frl. Oberbeck u. der HH. Kirchner und Rolle a.
Berlin.
Stuttgart. Hofconc. am 9. März m. Solovorträgen der
Frau V. Knappstaedt a. Leipzig (Ges., „Das Haidekind" von
Schäffer, „Ich liebe dich" v. Grieg etc.) u. der HH. Hro-
mada (Ges., „Yon ewiger Liebe" v. Brahms, „An der Lin-
den" V. Ad. Jensen u. „Ich habe nur einen Gedanken" von
Zumpe) u. Seitz (Yiol., Gavotte v. Klengel etc.). — 8. Abonn.-
Conc. der Hofca pelle (Zumpe): Symphonien v. W. Speidel
(Ddur) u. Haydn rGdur), Solovorträge der HH. Guraa. Mün-
chen (^Ges.) u. Prof. Cabisius (Yiolonc, Emoll-Conc. v. Servais\
Tilsit. Conc. des Oratorienver. unt. Mitwirk, der Sän-
gerin Frl. Oberbeck a. Berlin: „Manfred"-Ouverture, „Der
Rose Pilgerfahrt", AmoU-Clavierconc. u. Lieder v. Schumann.
— 2. Musikabend der Bürger-Gesellschaft: „Egmont "-Musik
V. Beethoven, Concertouvert. v. Raff, Balletmusik aus „Or-
232
pheus" V. Gluck, 2. Satz a. dem Clavierquint. v. Schumann,
Variat. a. dem Forellenquint. v. Schubert.
Varel. Am 6. April Aufführ. v. HändeFs „Josua" durch
den Singver. unt. sollst. Mitwirk, der Frau Johannsen a. Preetz,
des Frl. Woltereck a. Hannover u. der HH. Kirchner u. Se-
verin a. Berlin.
Wiesbaden. 4. Abonn.-Conc. des Gonservat. für Musik
(Prof. Fuchs) unt. vocaler Mitwirk, der Frau Riemann u. des
Frl. Bloem: Sonate (Suite) f. zwei Violinen, Violonc. u. Con-
tinuo V. Ev. dair Abaco, Sonate f. Viol. u. Basso continuo v.
Händel, Sonate a 3 v. Ck>relli, als Ooncerto grosso bearbeit. v.
F. Geminiani. Chöre a. dem Lochheimer u. Münchener Lieder-
buch, V. G. bufay, J. Oke^hem, H. Isaak, P. Hofhaimer u.
B. Ducis, sowie „Sumer is icomen in", engl. Rota a. dem 18.
Jahrb., rXni Sätze a. dem „Stabat mater** f. Sopran u. Alt m.
Streichorch. u. Org. v. Pergolesi, Soli f. Ges. v. Martini u. f.
Clav. V. Rossi, Sc^latti, Mufiat u. Oouperin.
Zweibrücken. Conc. des Caecilien-Ver. ((Stehlen) unter
Mitwirkung des Baritonisten Hm. Keller a. Ludwigshafen am
20. März : 5. Symph. v. Beethoven, „Oboron**-Ouvert. y. Weber,
Vorspiel, Siciliana u. Intermezzo a. „Cavalleria rusticana" v.
Mascagni, „Frithjof auf seines Vaters Grabhügel" v. Bruch,
Psalm 187 f. Chor, Solo u. Orch. v. Vieri ing, Gesangsoli v.
Löwe u. Bruch (Seren.).
Veraltete Programme, »ovHe Programme ohne Angctbe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben t
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Antwerpen. Im letzten Goncert des Gerde artistique
entzückte die Geigerin Frl. Glench durch ihre Vorträge und
hatte einen ungeheuren Erfolg. Im letzten Goncert der k.
Harmoniegesell^hafl wurde die Pianistin Frl. Kleeberg von
Seiten des Publicums und des Orchesters mit den lebhaftesten
Beifallsbezeugungen bedacht. — Cöln. Die Nachrichten,
welche über Frau Moran-Olden hierher gedrungen waren,
hatten nicht gelogen: Die Sängerin, die gegenwärtig der ge-
feierte G«8t unserer Oper ist, hat gleich mit ihrer Antritts-
partie, dem Fidelio, ihr künstlerisches Gottesgnadenthum er-
wiesen und mit ihrem grossartigen Spiel und Gesang unser
Publicum gepackt und begeistert. Kicht weniger wirkungs-
voll, wenn auch in anderer Art, ist ihre Auffassung der Oar-
men, deren fascinirende Darstellung dabei stets dem wild-
dämonischen Charakter der Partie entsprach. Ihr nächstes
Auftreten wird der Wagnerischen Isolde gelten. — Leipzig.
Im Neuen Stadttheater, der Wiege seines Ruhmes, gastirte
kürzlich in zwei seiner besten Partien, als Hans Heiling und
Wolfram von Eschinbach, Hr. Perron aus Dresden. —
Paris. Am 8. April gab der Pianist Hr. F. Blumer im
Pleyerschen Saale imter Mitwirkung der HH. Marsick und
Genossen ein Kammermusikconcert, in welchem er Musik
aller Stilgattungen, insbesondere neuere Werke, mit Eleganz,
reizvollem, geschmeidigem Anschlag und stilvoll vortrug und
sich reiche künstlerische Ehren erwarb. Der vortremiche
Pianist Hr. Henry Falcke ^b am 9. April ein Goncert mit
Orchester ^n welchem er mit Vorträgen neuerer Werke be-
deutende Wirkung erzielte und mehriach gerufen wurde, t-
Rom. Die Opemgesellschaft des Goetanzi-Theaters wird in
der Frühjahrssaison aus den Damen Bellincioni, Darclöe
und Bavasio-Prandi und den HH. Stagno, de Negri,
Palagalli-Bossetti, Battistini, Fumagalli, Mares-
calchi und Broglio bestehen, Über welche Hr. Masche roni
den Taktstock schwingen wird. Das Repertoire wird die
Opern „Otello", „Simon Boccanegra" und „Traviata" von
Verdi and „L'Amico Fritz^ von Mascagni umÜEissen.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 23. April. „Ich weiss, dass
mein Erlöser lebt" v. J. M. Bach. „Kommt wieder aus der
finstem Gruft" v. S. Bach. „Jauchzet, ihr Hinmiel, jubelt,
ihr Lüfte" v. G. Vierling. Nicolaikirche: 24. April. „Bleib
bei ims" v. S. Bach.
Opemaufdlhrungen.
März.
Stuttgart. K. Hoftheater: 2. Rigoletto. 4. Don Juan.
7. u. 13. Die Königin von Saba. 11. Der Freischütz. 15. Martha.
17. Tannhäuser. 28. Der Troubadour. 21 Der fliegende Hol-
länder. 27. Die Zauberflöte. 80, Der Trompeter von Säkkingen.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Der Richard Wagner-Litteratur steht eine werthtolle
Bereicherung bevor durcn das demnächst im Druck erscheinende
Werk „Die sagenwissenschaftlichen Grundlagen der »Nibelun-
gen«-Dichtung** von Dr. E. Meinck, indem dasselbe erst^
malig das Sagen material, welches der Wagnerischen Trilogie
zu Grunde liegt, in seiner Vollständigkeit darbietet.
* In Baden-Baden hat Volkmann's BmoU-Cla-
viertrio bei seiner vor einigen Monaten erfolgten ersten
Auffuhrung daselbst eine derart durchschla^nde Aufnahme
gefunden, dass es auf vielfSaches Verlangen wiederholt werden
musste. Um die dortige (allerdings sehr verspätete) Einfüh-
rung des genialen Werkes, das anderwärts bereits ziemlich
bekannt ist und seinen Weg sogar schon in die üebungspro-
gramme unserer Conservatorien (vide Leipzie und Dresden)
fefunden hat, machte sich die Pianistin Frl. Oswald ver-
ient.
* Mozart's Requiem wurde in der Charwoche erstma-
lig in Rom, und zwar im Gostanzi-Theater gleichzeitig mit
dem „Stabat mater** von Pergolese aufgeführt.
* Im Scala-Theater zu Mailand fand kürzlich eine etwas
verspätete Bossini-Feier statt, welche ihren Höhepunct in
der Schlussnummer, dem von dem greisen Ma^tro Verdi
dirigirten Gebet aus „Moses**, enthielt.
* In Königsberg i. Pr. will man eine Hochschule
der Musik für Blinde gründen, und hat man zu diesem
Zweck bereits ein Gomitö gebildet.
* Am 24. April sollte in Choisy-le-Roy, der Stadt, in
welcher Rouget de Tlsle starb, das hundertiährige Gteburtsfest
der „Marseillaise" feierlich begangen werden.
* Wagner's „Tannhäuser" ging nun auch in Toulouse
über die Bretter und erzielte einen entscheidenden Erfolg.
Die Darstellung des Titelhelden ist ein Ruhmesblatt für Hm.
Tourniö zu nennen.
* In Aix-Les-Bains steht für die Saison 1892 Wag-
ner *s „Lohengrin" gleichfalls auf dem Spielplan.
* Die endlich am 21. April im Hofopemhaus zu Berlin
unter Hm. Kahles Leitung erstmalig in Scene gegangene
neue Oper „Boabdil*' von M. Moszkowski fana eine un-
gemein warme Aufnahme, die sich durch mehrmaligen Her-
vormf des Gomponisten manifestirte.
* Im Pagliano-Theatcr in Florenz wurde dieOper „Tilda"
von Cilea mit vollständifi;em Erfolg erstmalig aufgeführt.
Der ^'unge Oomponist wuroe 22 Mal gerufen , vier Nummern
wurden zur Wiederholung verlangt. — Dagegen fand die neue
Oper „Oimbelino" von van Westerhout im Argentina-
Tneater in Rom eine getheilte Aufnahme, die Olaque war
überlaut.
* Der in seiner künstlerischen Thätigkeit auch in Deutsch-
land rühmlich bekannte schwedische Bassist Hr. Elmblad
soll auf Wunsch einiger kunstbegeisterten und vermögenden
Landsleute aus schwedischen Sängern und Sänfi;eriunen und
deutschen Orchestermusikem ein Opernensemble bilden, um
mit demselben unter Leitung eines deutschen Gapellmeisters
in Schweden Rieh. Waener*s n^i^^ST des Nibelungen"
und „Tristan und Isolde" in n. Saison aufzuführen.
* Die Berliner Liedertafel hat unter ihres Dirigenten
Hrn. Zander Leitimg kürzlich in Wien ganz grossarti^
künstlerische Triumphe gefeiert.
* Hr. F. X. Aren s, der vorzügliche amerikanische Gapell-
meister und Gomponist, ist vom Präses der Wiener Internatio-
nalen Ausstellung für Musik- und Theaterwesen eingeladen
worden, ein American Gomposers' Goncert an&ngs Jtini
in Wien zu dirigiren.
* Hr. Hofcapellmeister J. S. Svendsen in Gopenhagen
hat vom König den Auftrag bekommen, eine Gantate zar
bevorstehenden goldenen Hochzeitsfeier des Königspaares zu
componiren.
233
* Hr. Renner, von dem wir neulich mittheilten, dass er
als erster Gesauglehrer &a das k. CoDServatoriam für Musik
zu Dresden engagirt worden sei, ist factisch eine Woche hin-
durch als solcher thätig gewesen, hat aber dann den einge-
gangenen Vertrag wieder rückgängig gemacht und ist, zur
f rossen Freude seiner zahlreichen Leipziger Schüler, zu
auemdem Domicil nach Leipzig zurückgekehrt.
* Hr. Organist Türke in Zwickau hat seine verdienst-
liche Thätigkeit auf dem Gebiete der öiTentlichen Pflege der
Kammermusik kürzlich mit dem 100. Ooncerte dieser Art ein-
festellt. Die von ihm veranstalteten 100 Kammermusikabende
egannen im October 1868 und boten in ihren Programmen
Claissisches und Modernes in reicher Auswahl.
* Die Dresdener Gomponisten HH. Felix Draeseke
und £dm. Kretschmer wurden zu k. Professoren ernannt.
Todtenllste. Franz Toms, Mitglied der Hofcapelle zu
Wien, ein ausgezeichneter Pistonbläser, f, 55 Jahre alt, am
18. April. — Therese Kalliwoda, Wittwe des Gomponisten
W. Kalliwoda, unter ihrem Mädchennamen Brunnetti als vor-
zügliche Sängerin bekannt gewesen, f, 89 Jahre alt, inOarlsruhe.
BiTief*l£A8teii.
L. E. in R, Sie finden das Werk in besonders eleganter
Ausgabe bei Breitkopf & Härtel, hier.
y, C, in Z. Der nachgefragte Artikel von M. Wirth
steht im 16. Jahrgang unseres BLeittes.
B. y, in S, Br. Nodnagel, dessen Domicil wir in einem
versteckten Winkel der Erde wähnten, ist also Schüler der
Berliner Hochschule für Musik und ein besonderer Intimus
des Hm. G.! Das gut subventionirte k. L[istitut kann sich zu
solchem Schüler gratuliren.
IV. IV. in Si, Die Bewerber um die Hofcapellmeisterstelle
in Schw. bilden bereits eine Legion, sodass für Nachzügler
wenig Aussicht sein dürfte.
A,Tß.xeigeu,
Verlag von Wilhelm HanSOn, Leipzig.
XXen!
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temirapiler Clami erte älterer Heister
bearbeitet von
Dr. Hans Harthan.
Minuetto aus einer Sonate von O. C. Wagenseil.
— Largo aus dem Orgelconcert vonW. F. Bach.
— Gigue von C. H. Graun. — Gigue von Mozart.
— Bourröe aus der 2. Violinsonate von J. S. Bach. —
Rondo von Ph. Em. Bach. — Fuge aus der Emoll-
Suite von Händel. - Toccata von Paradies. —
Burleske von J. L. Krebs. — Praeludium von
J. C. Bach. — Toccata von Giemen ti.
2 Mark.
W. Auenbach Nachf.y
Husikalleiüiandlaiiit luid Lielhanstalt,
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Grosses IdUger von Musikalien etc.,
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modernen MufdMitteratur (Über 100,000 Exemplare),
welche stets ergänzt imd vergrössert wird.
Coulanteste Bedingungen, sehnellsta Lieferung.
Ansiehtsendungen stets zu Diensten.
Prospecte gratis und franco. [448 — .]
Im Verlage des Unterzeichneten erschien und ist durch
jede Buch-, iTunst- und Musikedienhandlung zu beziehen:
(E moU)
für zwei Violinen, Viola und Violoncell
componirt
von
Ottokap Novibcek.
Partitur Pr. 5 Mark netto. Stimmen Pr. 5 Mark netto.
In vergangener Saison wiederholt in Leipzig (in der
6. Kammermufiok im Neuen Grewandhaus und im 3. Goncert
des Liszt-Yereins) mit aussergewöhnlichem Erfolg durch
das Brodsky-Quartett zur AuflRihrung gebracht, wird diese
Novität auch anderwärts ihre bedeutende Wirkung nicht ver-
sagen, weshalb sie allen Quartettvereinen angelegentlichst
empfohlen werden darf. [449.]
Leipzig.
E. W. Fritzsch.
Soeben erschien die 2. Auflage des Ciavierauszuges zu
„Camilla",
komische Oper in 3 A^cteii,
Dichtung von Rob. Herold,
Musik
von
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Preis 12 ^ n.
Leipzig^ in Commission bei Hans Liohta
NB. FOr {Mitglieder de8 Allgemeinen deutschen
Musikvereins Pr. 6 M.
NeuerVerlagvonRIES 4 ERLER in Berlin. JJeUe ClavierCOmpOSitionen
Wilhelm Kienzl, „TanzMder". « ve„^. „. Fr. Kistner >. L.ip.u
Davidoff| Chi) Am Springbrunnen. Für Pianoforte
übertrag:en von Theodor Kirchner . . uf 2,—.
Kpzyacanowaki, Ignaoei Op. 48. Menuef. „ 1,20.
— Op. 49. 2 Vakea. No. 1. Asdnr . . „ 1,20.
No. 2. Desdur . . „ 1,20.
— Op. 50. 2 Nocturuea. No. 1, Gmoll . „ 1,20.
No. 2. Fdur . „1,20-
Lambepg, Josephi Op. 12. Nippes.
SniCe de petita morceaux en forme de danBe „ 3, — .
— Op. 13. (4) Bizarreries „ 2,—.
LongO|AleSMindPO|Op.21. 3Maztirkas.
No. 1. B „ 1,50.
[456.] No. 2. Gm „ 1,50.
No. 3. Eb. „ 1,50.
Reinhold) Hugo, Op. 51, (6) Stimmungs-
bilder „ 2,50.
RoBatii Luigii iMenuet „ 1,20.
— S^rönado „ 1,20.
— Valse „ 1,50.
12 CtavJerstUcke in Tsnzfomi. Op. 41.
Zu 4 Hftnden. Heft 1, 8 h 3,60 Jt. Heft a ä 5 .jI.
Za 2 H&nden. Heft l,B ki Jt. Heft 3 ä 3,liO Jl.
Der „Berl. Börsen -Courier" schreibt darüber: „Die Tanz-
bilder bieten charakteriatische Tonstücke von edler Erfindang
und EorgiUUigster DurchfÜhrnne, manche davon mit gutem
Humor Kesättigt. Der Componist begnügt eich dabei nicht,
ans die Dek&nnten Tanzcharaktere neuer und älterer Zeit vor-
zufahren, aondem er bringt uns auch seltenere Bilder, wie
K. B. einen iGkiveuanzi oder eiuea 'Loferen, daneben fehlt
ee nicht an einer >Eajaderei, und eiumal tanzt ^der König mit
Anna Boleyn«. Wir wünechen diesen Heften recht weite
Verbrwtung," — „Berl. Fremdenblatt"; „Eine äusserst ainnige
Gabe bat der Componiat in dieser seiner jüngsten Scböpfana;
geboten. Die Tenzbilder durften bald weite Verbreitung finden.
Ferner erschien:
1451.]
Oper von
^Willielin SZiezizL
Daraus einzeln: Der Hahnen tanz (Ballet). Zu 4 H&nden
Jt 3,40. Zu 3 Hftnden Jt 1,60.
Vorspiel und Brantchor des S.Aufaages. Zu4Hftuden
Jl 1,60.
Melodien zu 3 H&nden 3 J(.
Neuer Verlag von E. W. FritZSCh in Leipzig.
Trio
für Ciavier, Oboe und Bratsche
Adolf Euthardt.
Op. 34. Pr. 6 M.
Durch alle Buch-, Kunst- und Musikalienhandlungen, sowie
direct vom Verleger zu beziehen. [46«.]
Verlag von E. W. Fritxsch in Leipzig, [453.]
Jlinna T Trauungsgesang. „Zwei Hftnde wollen heute
vUUUC) U*} sich" (nach Gerok) Säx gemiaohten Chor. Par-
titur und Stimmen Jl 1,—. (Partitur Jt —,60. Stimmen
k Jt —,15.)
^usikaüai-VerlagiuHl SoriÄ
(mpfifhll sich dem hochiiwhrtfn Publicum zur sdin(llsl*n (
und billijMm Besorgung allrr^uftkalteii.iritahai.äthnftrn'etc.
Jütaloge soWie Afsicl^rssendungen
Siehen auf Wunsch bertilwilliost ;u Dienslen.
[464b.] Mit
(Stut^rt, C. Graninger) Band I und II ä M. 4,50;
Band III M. 8,50, sind in Bezug auf musikalische
und technische Erziehung fiberr ascfaende, bisher
unerreichte Resultate zu erzielen.
soeoffspceeoccee£fefiocsccbcfetcfci
Verl^tjon E. W. Fribsch in Leipzi«.
Studie
über den Waker Op. 64, No. 1, von F. Chopin
von [45
Horiz Rosenthal.
Pr. 1 .4 60 ^.
386
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Pianinos
bester Qualität, einfache nnd elegante Aus-
stattung, sind wegen
Liquidation einer Fabrilc
zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
[469-.]
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C. Schwalbach, Reichsstrasse 24, LeipZÜL
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Gesang
Album
fttr
mit Hanoforte
in
Origioalconipositionen
ler bfiiMtesiei dniulM Mielstoil
(mit Beiträgen v. Abt, Andrö, Marsch-f
lex, Reissiger, Kreutzer, SpeyerJ
Spohr^ 6traii8s. Tanwite, Zallnei
V. A.) • Bde« geb* m. ttbei
BO OompoaliloiMay alle I
lAnde Mum» Wtr anstatt 84 MJ
für nur 10 M. -fii
Die geringe Anzahl des Resf
ler Auflage soll yeräassertj
rerden, da das bertlhmte Ün-
»mehmen seiner Kostspielig-
keit weeen eine neue Aur
acht er&hzen soll. Die Samm-
lung enthält eine Reihenfolge
ler vorzüglichsten Gomposi-|
bionen ftu* eine Singstimmemil
~^ianofortebegleitun^, Beitri
von den ersten Meistern dei
!onkunst. [460.J
Rick. laMe's Verlag, l^essao.
Verlag von
Raabe & Plothow, Berlin, W. 9,
Potadamerstr. 7a.
Soeben erschien: [461a.]
LebrMcli der lannonie
als Leitfaden
für den llnterriolit| sowie 2um Selbststudium
von
Max Loewengard.
Preis Ji 2,50 netto.
Im Verlage von F. Em C X^eTiol£a;i*t in Leipzig
erschienen soeben:
Michaelis-Wichtl's
Zehnte Auf läge, mit besonderer Rücksicht auf gemeinsamen
Unterricht in Musikschulen und Lehrerbildungsanstalten
bearbeitet von
Robert Linnarz.
Geheftet Ji 3 netto.
Der Herausgeber der neuen Ausgabe nahm bei seinen
Verbesserungen und Vermehrungen besonders auf die Anfkn^r
Rücksicht. Diesen möchte er es so leicht 'als irgend möghch
machen, sich rasch auf den vier Saiten zurechtzufinden, die
richtige Körper- und Handhaltung zu erlangen, sowie die
Fingerbewegung, die Griffarten und die Bogenföhrung zu
erlernen. [462.]
Anleitung zur grflDdlieken Eriemong des Clarärspiek
unter Zugrundelegung von
Yolis- M Ojenunelodien« teclmiscliei ueboimeft und auserlesenen StMen
aus Werken älterer und neuerer Meister.
Bearbeitet von
Carl A. Krttgen.
Zehnte Auflage.
Neue wesentlich vermehrte und verbesserte, sowie mit
Original-Beiträgen versehene Ausgabe
von
Uso Seifert.
In 40 geheftet Jf 8 netto, gebunden Jf 4,50 netto.
Um hinter gesteigerten Anforderungen nicht zurückzu-
bleiben, hat die neue Ausgabe manchenei wesentliche Ver-
besserungen und sehr erhebliche Vermehrungen erfahren, die
selbst weitgehenden Wünschen genügen dünten. Die Schule
ist jetzt wirklich gut und praktisch, lusterweckend und
sehnellfördernd. Ungeachtet des um ein Dritttheil g^ewach-
senen Umfanges ist ^r bisherige wohlfeile Preis von
Ji 3 netto unverändert geblieben.
Für den Gesang-XJnterrichtl
Friedrich Wieek's Singflbnngen,
herausgegeben von
IMarie Wieclc und Louis Grosse.
Text deutseh und englisch.
Theil I. Kurze ein- u. mehrstimmig Uebungen. Geh. n. 2,—
Theil II. Grössere ein-u. zweistimmige Vocalisen. Geh. n. 2,60
Ansichtssendungen stehen zu Diensten.
Neuer Verlag von B. W. Fritzseh in Leipzig.
IVerncr, Äug:., Ch>. 42. Gavotte für Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Jf 2, — . [463.]
Im Verlag von Herin« Oefiterwifs in Dessau erschien
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Der Tag der Pfingsten,
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286
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Ffir Soli, Chor nnd Orehester.
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Partitur Ji 30,—. Orchesterstimmen Ji 40,—. Jede Chor-
«tfmme Ji 1,—. Textbuch 20 /^. Ciavierauszug Ji 10,—.
Seiner MajestSt dem Kaiser Wilhelm II. gewidmet.
Auffireführt in Magdeburg, Amsterdam, Gotha, Hamburg,
Elsenaeh, Erfürt, Lübeck, Limburg mit schönem Erfolg.
Demnächst Aufführungen in Speyer etc.
Aus der Besprechung der Magdeburgischen Zeitung:
Das jüngste Ton werk H. Hofmann's fand am letzten Mittwoch
bei uns durch unseren Kirchengesangverein im Bunde erle-
sener Solisten unter Leitung des Altmeisters Beblin^ seine
Erstaufführung. Sie üernd vor einer zahlreichen, erlesenen
Zuhörerschaft statt, welche mit sichtlicher Spannung dem
Verlaufe folgte und ihrer Befriedigung mehrmals lauten Aus-
druck gab, zum Schlüsse durch ein stürmisches Hoch auf den
anwesenden Oomponisten, in welches der Chor der Instrumen-
tisten mit einer dreifachen Fanfare einstimmte. Wenn wir
für eine Musikzeitun^ schrieben, so würden wir uns der Ver-
pflichtimg nicht wohl entziehen können, die Partitur Nummer
für Nummer durchzugehen. So müssen wir uns darauf be-
schränken, unsere aufrichtige Freude über eine grosse und
schöne Tonschöpfung auszusprechen, welche ein entschiedenes
Gepräge von Eigenart und Selbständigkeit an sich trägt.
Wie von einer Hofinann^schen Schöpfung im Voraus zu er-
warten war, so erwies sich auch die „Editha*' wieder in
allen Beziehungen als ein Werk reifer Meisterschaft. [466.]
Die Coloratur-Sängerin Fräulein
SopAie SKeyden
hat mir die Erledigung ihrer Concertangelegenheiten über-
tragen, und bitte ich Anfragen und Engagementsanträge
für die Künstlerin direct an mich gelangen zu lassen.
[467.]
CoDeertdireetion Hermann Wolff,
Berlin W., Am Caibbad 19, I. Tel.-Adr.: MusikwolflT.
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
oroheaters. [ms—.]
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 21.
herzogl. Bäohs. Hcfpiaalsty FrofeBseur supärieür am OonBervatoriiun
lu Genf (Schweii). [469—.]
Goneert- Vertretung: Hermann WolfT, Berlin.
Carl Halir.
Vertr. H. WolfT. Berlin.
[470b.]
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Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [473 — .]
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[Ro. 19.
\\K: DI« Sige Ton „Tristan und Inldo" bei Richard Wasnor. Von Dr. Arthur SeldL {ParUetEnng,
Lohre. Von E. GrHel. Tagaig'""^'''**'*" "— <^».-<-* -"- thi-^ fD..-A..^*..».„ v n^-i.i...
tiuuplala in Oper snd Oonoert.
NotUea. ~ Onner SprsehsuJ. — Brlefkuten.
... _ ,. , „., Zur Vereinfachune dar TowchlHm«!-
Wien. (Fortaetzong.) — BerlahM. — Conoartamieiian. — SnngsmBntB nnd
Opemaoffluimngen. — AalBafUhrt« KoTJUten. — Vennlichte Hltuelliingan and
Aniaigen.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Vor Dr. Artlittr Saldi.
(Fortsetsung.)
Mit gutem Rechte konnte dämm auch Simroek von
der Gottfried 'seilen Dichtung in Miner „EinleitUQg" zu
dereelben behaupten: „Als ilir (der beiden Liebenden)
tragischea Schicksal hatte es der Dichter gleich anfangs
hingestellt, als ein Schicksal, dem sie nicht ausweichen
konnten, das ihr Leben beherrschte und zu dem Tristan
schon durch seine Geburt bestimmt war. Hehrfach be-
sieiclinet der Dichter die Hinne als Tristan's angeeibtes
Leid, das ihn bu tödten bestimint war, wie es ihm auch
schon den Namen gab." SoSimrock im Jahre 1855,
noch vor der Entstehung des Wagner'schen „Tristan"-
Dramas! Und, um da« Bild nun noch zu vervollständi-
gen, seien jetzt auch die beiden Stellen aus Wagner —
von denen ich bereits Erwähnung gethan — im Wortlaut
hier aufgeführt. Die Eine findet sich im 2. Act am
SchlusB und lautet:
„Dem Land, das Tristan meint,
Der Sonne Licht nicht scheint;
Es ist das dunkel nächtge Land,
Daraus die Jfntter einet mich sandt,
Als, den im Tode sie empfangen,
Im Tod sie liess zum Licht gelangen.
Was, da sie mich gebar, ihr Liebeebcrgi',
Das Wunderreicli der Nacht "
Die Andere st«ht im 3. Act und hat diese Fassung:
„Hubs ich dich so verstellen.
Du alte, ernst« Weise,
Mit deiner Klage Klang?
Durch AbAudwehen drang sie bang.
Als einst dem Kind doa Vaters Tod verkündet;
Durch Morgengrauen bang und I>flneer,
Als der Sohn der Mutter Loos vernahm.
Da er mich zeugt und starb,
Sie sterbend mich gebar.
Die alte Weise sehnsuchtsbang
Zu ihnen wohl auch klagend drang.
Die einst mich frug nnd jetzt mich fragt.
Zu welchem Loos erkoren — ich damals wohl geboren?
Zu welchem' Loos?
Die alte Weise sagt mire wieder:
Mich sehnen — und sterben.
Sterben — und mich sehnen!
Nein! ach nein! So heisst sie nicht:
Sehnen! Sehnen —
Im Sterben mich zu sehnen,
Vor Sehnsucht nicht zu sterben!"
Wer riefe sich dabei nicht zugleich wieder dia be-
kannten rührenden Züge aus dem Leben von Tristan's
Eltern ins Gedäcbtniss: „Da Riwalin, da Blanchefiur —
da Blanchefiur, da Riwalin" wie es heisst, die uns gleich
am Anfang als Vorgeschichte dos Epos so traulich ge-
schildert werden und die später in der Liebe TrisUn's
und Isoldens ihr so genaues Gegenbild finden:
»0
nd
So war er sie und sie war er;
Er war für gie und sie für ihn.
Ein Mann ein Weib — ein Weib ein Mann;
Tristan Isot — Isot Tristan.
Wir wollen hier nur an Wa^er's „Isolde! Tristan!
Tristan! Isolde!** (im 1. Act) denken nnd an sein „Da
Isolde, Tristan ich — nicht mehr Tristan, nicht Isolde"
(im 2. Act), nm daran gleich wieder die Fortbildung und
den Fortschritt (s. z. s. ins „Ewige**) wahrziuehmen.
Aber wir gehen noch weiter und finden bei Immermann
als Motto zum Ganzen den Vers über Paolo und Francesca
da Bimini aus Dante's „Inferno** vorangesetzt:
„Amor condusse noi ad una morte."
(„Die Liebe führte uns zu gleichem Tode.**)
Auch das erinnert uns wieder lebhaft an die Sage, spe-
ciell an jenen Zug derselben, wie Tristan, so berichtet sie
uns Gottfried, mit besonderer Vorliebe den Refrain vor
sich hingesungen habe:
„Isot ma drüe — Isdt m'amie,
En YXLB ma mort, en vus ma yie!** —
Und indem wir diesen Gedankengang jetzt noch weiter
ausspinnen, bringt uns dies vollends gar auf die viel-
erwähnte Stelle aus unserem Gedicht, wo es heisst:
„Denn Keines von uns Beiden kann
Zum Sterben kommen, noch zum Leben,
Wirds ihm vom Andern nicht gegeben.**
Isolde sagts an der Stelle, da sie far immer von Tristan
Abschied tiimmt, zu ihrem Helden; unmittelbar voraus-
gegangen waren diesen Worten wiederum die Verse:
„Wenn je Isolde und Tristan
Ein Herz und eine Treue waren.
So wird das währen immerdar.
Doch bitt ich, dass, wohin Ihr fahrt,
Ihr euch, moiu Glück und Leben, wahrt;
Mein Leben zieht mit euch von hier.
• . • » tsold und Tristan,
Hir und ich, wir Zwei sind immer Beide
Ein Leib in Lieb und Leide.
Ich weiss doch allzuwohl, dass ihr
Von eurem Leben scheidet,
Wenn ihr Isolde meidet;
Denn euer Leben, das bin ich.*'
Da sie dann seinem Schiff, welches ihn von dannen trägt,
in Wehmuth nachblickt, heisst es:
»
„Wenn damals ihr das Herz nicht brach,
Wars nur, weil sie ihn lebend wusste
Und darum selbst noch leben musste.
Denn Leben konnte sie und Sterben
Ohne Tristan nicht erwerben** . . . .,
wozu man hinwiederum halten wolle die Stellen bei
Wagner (3. Act, beim Erwachen Tristan's):
„Isolde noch im Beich der Sonne!
Im Tagesschimmer noch Isolde!
Welches Sehnen, welches Bangen,
Sie zu sehen, welch Verlangen!
Sie zu suchen, sie zu sehen,
Sie zu finden, in der einzig
Zu vergehen, zu entschwinden
Tristan ist vergönnt** ....
oder später:
„Wusst ichs nicht? Sagt ich es nicht?
Dass sie noch lebt, noch Leben mir webt?
Die mir Isolde einzig enthält,
Wie war Isolde mir aus der Welt?**
Ein andermal wieder lautet die Sache bei Gottfried:
„War doch an ihnen beiden
Auch nur ein Herz und nur ein Muth;
Ihr beider Uebel, beider Gut,
Ihr beider Tod, ihr beider Lieben
Liess Minne sich in Eins verweben!**
(Fortsetzung folgt.)
VMiB-
BäBS-
Zur Vereinfachung der TonschlOssel-Lehre.'*')
Sopran-
-JÄ
Alt'
Tenor«
ir^r^rri^
Mezzosopran-
Bariton-
Der Schüler lerne zuerst die Terzen-Kette ghdf— ace,
sehe dann, wie obiges 11-Liniensystem zwei solcher Ketten
darstellt, von denen die Eine mit der ghdf -Gruppe, die
Andere (indem sie Jene zu einer Secunden-Beihe erg£izt) mit
der a c e - Gruppe beginnt und schliesst.
*) Die in No. 14 d. Bits, abgedruckten Bemerkungen zur
Pädagogik der Schlttssel-Lehre von Max Arend haben £e Ein-
sendung einiger weiteren Beitrage zu diesem Thema zur Folge
gehabt, mit oeren Veröffwtlichung wir nachstehend beginnen.
D. Red.
Nachdem er die völlig gleicbgebildeten Aussengrup^en
beherrschen gelernt, übe er die innere Gruppe, welcne sich
um die zerstückte c-Linie lagert, und beobachte dabei, wie hier
die Linien firleichnamig mit Jenen Zwischenräumen sind (und
ebenso die Käume mit den Linien).
Sodann verdecke er wechselweise das Yiolin- und Baas-
System, sodass die HiLGsUnie c als Beiden an^hOrLg; erscheint,
nnd sehe dann, wie in den Claviemoten die beiden Hälften
auseinandergerückt erscheinen. — Weitere Hil&linien werden
ihm nun als Uebergriffe in das Gebiet des Nachbar-Schlüssels,
resp. als Anbau (nach aussen) je einer a c e - Gruppe erklärt,
239
was ihm beim Anschauen- der inneren a c e - Gruppe auf obiger
Tabelle ganz selbstverständlich erscheinen wir^
Mehr als drei Hilfislinien werden am besten so behandelt,
dass drei derselben abgezogen eedacht werden, wodurch dem
Schüler dieOctav des zu lesenden Tones entgegentritt. Dass
er dieselbe nur unter Yertauschung von Linie und Zwischen-
raum findet, ist ihm aus obiger Tabelle bekannt. ^ * * • . ^
Sollen (auf höherer Stufe) die alten Schlüssel erlernt
werden, so sind dieselben, wie die Tabelle zeigt, als „Aus-
schnitte** jenes ll-Liniensvstems zu betrachten.
Man übe zuerst den Alt-Schlüssel, welcher die Mitte des
ganzen Systems bildet und sich symmetrisch um jene ehe-
maligir lulfislinie c lagert.
Den Sopran- und Tenor-Schlüssel übe man dann, immer
im Hinblick auf die Tabelle, indem jedes Beispiel aus dem
einen (um eine Octav versetzt) im anderen sofort wieder-
holt wird, wobei das Notenbild nur um einen Platz verschoben
erscheint.
In derselben Weise sind dann Mezzosopran- und Bariton-
Schlüssel zu behandeln.
Jede weitere Erläuterung dürfte der Umgang mit der
Tabelle unnöthig machen.
Vielleicht tagt obiger Vorschlag mit dazu bei, die rich-
tige Schlüssel-Lelmnethode zu finden.
Er führt auf die Idee, die Elementar-Clavierschüler zuerst
von zwei vierlini^n Systemen spielen zu lassen, bei denen
man nicht numenren, sondern nur von der e-, h-, d-, f-Linie
sprechen dürfte, und denen die a- und e-Lime (zuerst farbig
oder dünner gezogen) später beigesellt würde.
£. Qrüel.
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Fortsetzung.)
Wien.
Bevor wir über die fast zahllosen Einzelconoerte der nun
zur Ruhe gefi;angenen Saison summarische Bücksohau halten,
sei in Kürze aer letzten „grossen^ Aufführungen gedacht. Die
bedeutendste darunter war Jene der Beethoven^schen Missa
solemnis am Chardienstag. für welche Capellmeister Ger icke
den ihm unterstehenden Singverein treffuch einstudirt hatte,
wenn auch über die Wahl der Tempi mit ihm gerechtet wer-
den konnte. Wir schwer es ist, das ^osse Sopransolo in Beet-
hoven*s Messe zu singen, bewies dieThatsache, dass man sich
bemüssigt fühlte, für dasselbe eigens eine fremde Sängerin
anher zur Mitwirkung zu erbitten, da man in Wien keine
einheimische Kraft — und wir verfügen doch über recht re-
spectable — der Riesenaufgabe für gewachsen hielt. Nun, Frl.
Oberbeck aus Berlin rechtfertigte am Ghardienstag technisch
voUstftndifi^ die in sie fi;esetzten ^Erwartungen, sie brachte mit
ihrem hell ansprechenden, wenn auch etwas kleinen Sopran
sozusagen jeden Ton. Ümsomehr wurde an ihrem Gesänge
die Hauptsache, die Seele, vermisst. Noch weit weniger be-
friedig die Vertreterin des Altsolos, unser jüngstes Hofopem-
mitglied Frau Anna V a r n e g g. Ihre grosse Unsicherheit Hess
diesmal nicht einmal ihre sonst sehr sympathischen Stimm-
mittel zur Geltung kommen. Es konnte wehmüthig stimmen,
wenn man sich erinnerte, wie prachtvoll dereinst die zwei
weiblichen Soli bei uns von Frau Wilt und von Frau Papier
gesungen worden waren. Erstere wurde uns — allerdmgs
nachdem sie schon denZenith ihres Könnens überschritten —
bekanntlich durch die grauenvollste Katastrophe für immer
entrissen. Letztere hindert ein chronisches Halsleiden an der
Ausübung ihres Berufes: beide Künstlerinnen sind bisher in
Wien nicht mehr ersetzt worden. Wenigstens ist uns von
dem einstigen berühmten Soloquartett unserer Oratorienauf-
führungen der Tenor Hr. Walter erhalten geblieben, wäh-
rend f\Xr die BasnMurtie Hr. Rokintansky in Hrn. G. Grengg
einen würdigen Nachfolger erhielt: Beide sangen in der Missa
^ulemnis ausgezeichnet. Sehr schön spielte Hr. Hellmes-
b erger jun. das führende Violinsolo m dem himmlischen
„Benedictus*', und auch die übrige OrchesterleistunK war eine
entsprechende, wenn auch leider nicht die vollzählige Phil-
harmonische (Gesellschaft mitwirkte.
Ein weihevolles Vorspiel zu den Musikaufführungen der
Charwoche bildete der 10. sogenannte „Renaissance-Abend**
der HH. Dr. R. Hirschfeld und 0. Köstinger, welcher un-
serem Publicum im Bösendorfer-Saal Heinrich Schütz* Johannes-
Passion in Erinnerung brachte. Das für die Zeit seiner Entsteh-
ung höchst merkwürdig ausdrucksvolle, das tiefste Durch-
drungensein von dem Bibelworte bezeugende Werk ist in Wien
vor ungeflihr 15 Jahren in der Michaeliskirche aufgeführt
worden, und zwar damals nach der Bearbeitung Prof. Siedel's
in Leipzig. Diesmal hatte man die Bearbeitung A?Mende]s8ohn's
gewftmt, Hr. Walter sang geradezu meisterhaft den Evan-
gelisten, der treffliche Baritonist Hr. Forsten mit der edelsten
Würde den Heiland, ein tüchtiger Dilettant, Hr. Tomschi k,
die übrigen Soli, an der Wiedergabe der Chöre betheiligte sich
unter Hrn. Köstinger's verständnissinniger Leitung eine kunst-
begeisterte Schaar Damen und Herren vom Singverein. So
kam das Werk des Altmeisters — von welchem Dr. Hirschfeld
in einem eeistvoUen einleitenden Vortrag ein umfrissendes
Charakterbfld zeichnete — zu der tie&ten Wirkung, die der-
fleichen auf ein modernes Publicum überhaupt nur noch
ervorzubringen im Stande ist.
Ein sehr wohl gelungenes Kirchenconcert der Wiener
Singakademie, wefohes u. A. das berühmte .Miserere** von
Allegri und Mozart^s hochbedeutendes, von Thibaut unter-,
von Ulibischeff freilich überschätztes „Miserioordias domini**
vorführte, dann ein sich nicht streng an den kirchlichen
Rahmen haltendes, sonst recht interessantes geistliches Con-
cert des Männergesangvereins waren die übrijeen bemer-
kenswerthesten musikalischen Darbietungen der Uharwoche.
Wenden wir uns jetzt zu der feist unübersehbaren Reihe
der Virtuosen, so finden wir ai^ dem Gebiete der Olavier-
musik gleich zu An&ne der Saison die jungen Matadoren
Moriz Rosenthal, Emu Sauer und Eu^n d*Albert im
rühmlichsten Wettstreit begriffen. Als Musiker verdient von
den Dreien ohne Zweifel d Albert die Palme: es erregte all-
gemeine Bewunderung, wie der treffliche Meister an einem
und demselben Abend drei der bedeutendsten und interessan-
testen, aber auch schwierigsten Gonoerte, die je geschrieben
wurden : Jene von Beethovenin G, von Chopin in E moll und von
Liszt in Es bei höchster technischer Vollendung mit vollkom-
menster Beleuchtung der so unendlich verschiedenen charak-
teristischen Eifi;enart jedes Einzelnen hinzustellen wusste.
Freilich mehr den Reiz des Pikanten, Originellen, Verblüffen-
den übt auf das Publicum das ffnmdtose Bravourspiel eines
Sauer, eines Rosenthal. Dass sicn in Letzterem immer mehr
die Klärung vom Virtuosen zum Musiker vollzieht, bezeugt
u. A. die AH;, wie er Beethoven's Adur-SonateOp. 101 inter-
pretirt, namentlich aber das dem fuinrten Finale vorausgehende,
räumlich so kleine (es sind nur 80 Takte), geistig so wunderbar
^osse A moll- Adagio .Langsam und sehnsuchtsvoll** wiedergab.
Auch Emil Sauer mnden wir vielfach auf dem Wege des Fort-
schritts, und müssen wir ihm besonders für eine Kammermusik-
leistung: die Ausführung des Glavierparts in Brahms' umge-
arbeitetem Hdur-Trio (Mi Hellmesberger geboten) unser re-
spectvollstes Gompliment machen. Freilich fehlte es dazwischen
auch wieder nicht an kleinen ün^heuerlichkeiten, Uebertrieben.-
heiten in gegensätdicher Anseinanderhaltung der Tempiu. dßl.
Wie Hr. Sauer z. B. Beethoven's Sonate pathötique phrasirt,
da wird dieser volksthümlich eowordenen Glavieroomposition
des Meisters vor lauter geistvoUen Druckern und Nuancen die
ihr innewohnende herzberückende Innigkeit bis auf den letzten
Tropfen aus^presst. Wer Beethoven eben nur subjectiv-
geistreich, spitznndig-ausklügelnd, nicht vom Herzen zum Her-
zen zu spielen vermag, sollte dem Meister lieber fem bleiben.
Wie Anton Rubinstein in seinem Wohlthätigkattsconcerte
wieder auf den Tasten zu stürmen und zu donnern^ dabei
aber auch zu singen und zu kosen verstand, haben wir. den
Lesern bereits mitgetheilt, — nicht ohne Bedauern über das
fi;ar zu einseitige, nur den Spieler selbst als Componisten ver-
herrlichende Programm. Em sehr vid versprecnendes neues
Talent war in Rubinstein's jugendlicher Schülerin Sofie von
Poznanska zu begrüssen, die fireilioh ihrem grossen Meister
von seinen äusseren Manieren wohl noch mehr abgeguckt,
als eben nöthig war. Technik, Temperament, Kraft una Em-
240
pßnduog stellen aber die junge Dame unzweifelhaft in die
erste Reihe der Pianistinnen, wenn sie ihr ungestümes Feuer
auch wird massigen müssen. Ein noch weit bedeutenderes
Talent, fast möchten wir sagen: Clayiergenie offenbarte sich
in dem jungen Norweger Martin Kn utzen, welcher, nachdem
er als Stipendiat seines Königs ein paar Jahre bei Professor
Leschetizky in Wien eih-ig studirt, nun mit sensationellem
Erfolge vor die Oeffentlichkeit trat. Was Hrn. Enutzen^s
Spiel vor Allem charakterisirt, ist sein ausserordentliches
rhythmisches Q^fÜhl, das ihm wie elektrische Funken aus den
Fingern hervorsprüht. In solch schneidiger, auf das Bestimm-
teste jeden Accent bringenden Weise, daoei von einem vollen,
männlichen Anschlag (der nur manchmal etwas hart und
stechend wird) und der glänzendsten Technik unterstützt,
spielte nun der feurig Eunstnovize mit Orchester Grieg's
A moll-Concert (das wir wirkungsvoller nie gehört) und ein in
Wien bisher noch unbekannt gewesenes, höchst merkwürdiges
Concert (Desdur) eines zweiten Landsmannes Knutzen's:
Christian Sinding. Dieser Componist muss wohl zu den
glühendsten Verehrern Meister Wagner's gehören, denn mit
wahrer Todesverachtimg sprengt er seinen Pegasus mitten
hinein in die Flammen des untergehenden WcShall, macht
den gewaltigen, aber eben doch nur der Bühne zugedachten
„Nibelungen** -Stil ohne Weiteres zu dem seinigen für absolute
Musik, für den Concertsaal. Schon das durch alle drei Con-
certsätze sich durchziehende plastische Hauptthema gestaltet
sich, zunächst nordisch-national erscheinend, durch seinen auf-
fallenden Abschluss entschieden Wagnerisch. Fast ungeheuer-
lich ist die technische Schwierigkeit des Claviersolos zu nennen,
welches Hr. Knutzen spielend bewältigte, desgleichen das
Au&ebot an elementarem Lärm, zu welchem sich Ciavier und
Orchester am Schlüsse des Stückes vereinen. Im Ganzen
macht das Concert den Eindruck eines echten Sturm- und
Drangwerkes, mitunter jedes ästhetische Maass überschreitend,
ruhelos durch alle Chorden chromatischer Modulation brau-
send, dabei aber doch ein sprechendes Zeugniss des Talentes,
des leidenschaitsglühenden und selbst poetischen Empfindens
seines Autors. An einigen wunderbar zarten, innigen Stellen
fehlt es nicht. Freilich, dass viele Tastenhelden die ausrei-
chende Kraft, Technik und besonders die Lust haben werden,
dem jungen Martin Knutzen das Sindin^*sche Concert nach-
zuspielen, muss wohl entschieden bezweifelt werden.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Nur in ihrer äusseren Physiognomie, d. h. in
der Besetzung der Solopartien, hatte die altgewohnte Auffüh-
rung von S. Bach's unsterblicher, stets von Neuem den tiefsten
Einaruck hinterlassender Matthäus-Passion amCharfreitag
in der ehrwürdigen Thomaskirche dieses Jahr sich Etwas ge-
ändert, — sonst verlief fast Alles in dem bekannten Oeleise:
die Auffkssung des Werkes seitens des Hrn. Capellmeister Prof.
Dr. Beinecke war dieselbe geblieben, die Nummern 19, 28,
29, 38, 41, 44, 48, 61, 63, 66, 68, 61, 66, 66, 70 und 75 wurden
auch dieses Mal weggelassen, die Vorhalte oder Quartsext-
accorde, welche Bach durch den bezifferten Bass am Ende
mancher Nummer vor dem Uebergan^ in den Dreiklang vor-
schreibt, pflegte man auch heuer meistens zu ignoriren, sich
auf die Ersteren beschränkend, die Chöre hielten sich recht
gut (besonders erwähnt sei, dass der soprauo ripieno im Ein-
gangschor vorzüglich herauskam) und litten nur an der zu
schwachen Besetzung der Tenöre, das Orchester spielte gut,
wobei die meisterhafte Ausführung der Orgelpartie durch
unseren berühmten Gewandhausorganisten Hm. Homeyer
hervorgehoben sei. Von den Solisten, die wir sonst an dieser
Stelle noch nicht zu begrüssen Gelegenheit hatten, berührte
uns am sympathischsten die Altistin Frl. Minor aus Schwerin,
deren vom Adel echter Künstlerschaft getragener, seelenvoller
Gesang den Litentionen des Meisters ül^raU entsprach. Durch
sein schönes Organ imponirte wieder Hr. Messchaert aus
Amsterdam, der sich erst kurz zuvor im Gewandhaus so un-
gemein günstig eingeführt hatte; nur war unserer Meinung
nach seine Tongebung oft etwajs zu brutal, und es fehlten
seiner Ausftihrung der Christus-Partie die nöthi^ Weihe und
ein gewisser verklärter Schimmer, den man hier nicht ver-
missen möchte. Als vollständig ungenügend imd seiner Auf-
fibe in keiner Weise gewachsen erwies sich leider der Bassist
r. Meitzendorff. Au& Neue bewährten sich unsere ein-
heimische ausgezeichnete Sängerin Frau Bau mann durch
die schöne und stilgerechte Wiedergabe der Soprangesänge,
sowie Hr. Die rieh aus Schwerin als Evangelist.
F. B. Pfau.
Leipzig. Zwei Nachzügler hatten die Orchesterconcerte
im Neuen Gewandhause am 20. und 24. April. An ersterem
Datum veranstaltete man — d. h. wohl die Stadt — ein Abend-
concert zu Ehren des hier tagenden Congresses für innere
Medicin, zu welchem aber auch käufliche Billets zu haben
waren, und am 24. April femd die Matinee zur Begründung
des Pensionsfonds der Aspiranten des städtischen Theater-
und Gewandhausorchesters statt. Das Concert am 80. April
mit Hrn. Prof. Dr. Beinecke als Hanptdirigenten , welches
wir versäumen raussten, hatte in Schumann's 1. Symphonie,
Beinecke's „König Manfred** -Ouvertüre und Solovorttägen der
Frau Baumann (Lieder von Schumann, Schubert, firahms
und Mendelssohn, denen noch eine Zugabe HillerVher Muse
folgte) imd des Hm. Prof. Dr. Beinecke (Adur-Clavierconcert
von Mozart) nur allbekannte Sachen im Programn), die in
ebenfiills längst erprobter guter Ausführung den Gästen und
sonstigen Zunörem dargeboten worden sind. Weit interes-
santer gestaltete sich die von Hrn. Capellmeister Paur ge-
leitete Matin6e mit A. Bubinstein*s Orchesterhumoroske ^Don
Quixote**, der Serenade für Streichorchester von P. Tschai-
kowsky und Hm. Moriz Bosenthal als Solisten. Die das
Programm schliessende „Wilhelm Tell^'-Ouverture haben wir
uns geschenkt. Hr. Anton Bubinstein, welcher seit der Com-
position seines „Don Quixott;'* zu ganz anderen Ansichten über
Programmmusik gekommen ist, hat jedenfalls dieses Werk mit
viel ergibigerer Phantasie geschaffen, als die Meisten seiner
späteren Werke. Haben wir auch diesmal ebensowenis;, wie
vor 20 Jahren, als das Werk im Alten Gewandhaus tSß No-
vität erschien und mit BeifisJl und Zischen aufgenommen
wurde, eine nachweisbare Üebereinstimmung der Musik mit
dem aufgestellten, dem Concerteettel beigedruckten Programm
zu finden vermocnt, so hat uns das Werk doch in reinmusi-
kalisoher Beziehung besser behagt, als damals, wozu jedenfalls
die lebendige, geistsprühende Ausführung unter Hm. Paur's
Leitung das Iure mit oeigetragen hat. Unter gleich günstigem
Stern stand die Wiedergabe der Tscha'ikowsky'schen Serena^/e,
von deren vier Sätzen uns besonders wieder die beiden mitt-
leren gefielen. Hr. Bosenthal, der den weiten Weg von Wien
nach hier nicht gescheut hatte, um unseren Orchesteraspiranten
den Weg zur Sicherung eines Buhehafens für das Alter ver-
kürzen zu helfen und darin dem hochherzigen Beispiel, das
erst kürzlich Anton Bubinstein — wenn auch in anderer Form
— gegeben, nachzustreben, erregte mit dem Vortrat des Esdnr-
Concertes von Liszt, zweier Li eder ohne Worte von Mendelssohn,
der 12. Ungarischen Bhapsodie und einer Extraspende (Etüde
von Thalberg) denselben frenetischen Beifall, wie bei frühereu
Gelegenheiten seines hiesigen Auftretens und dürfte nament-
lich auch die Vielen, deren Goncertbesuch wesentlich auf die
grosse Anziehungskraft seines Namens zurückzuführen war,
ihre volle Bechnung haben finden lassen. Ein j|^z exquisiter
Flügel von Blüthner war auch diesmal der in jeder Vortrags-
nuance willige Dolmetsch des in seiner Art einzigen Pianisten.
Leipzig. Die Hauptprüfungen im k. Conservato-
rium der Musik haben in diesem Jahre die Zahl zehn er-
reicht. Ueber das Erste derselben haben wir s. Z. berichtet.
Heute wollen wir summarisch über deren neun Nachfolgerinnen
referiren. Die meiste Zeit derselben nahm, wie schon immer,
das Ciavier als Soloinstrument in Anspruch. Diesem Vor-
rang entsprechend, registriren wir zunächst die betr. Leistungen :
GmoU-Concert von Moscheles — Frl. Elisabeth Werner aus
Leipzig-Eutritzsch (hübsche Geläufigkeit, aber noch zaghaft in
den Efiectstellen), Fismoll-Concert von Hiller = Hr. Walter
Haan aus Brooklyn (trotz anscheinenden Selbstvertrauens
nicht überall zuverlässig in der Technik und etwas trocken
im Ton), FmoU-Concert von Jadassohn = Hr. Budolph Klam-
roth aus Eisenach (musikalisch- verständig bei ziemlicher
Sicherheit der Finger). Gdur-Ccmcert von Beethoven = Frl.
Suza Doane aus Brooklyn (klar und zuverlässig im Techni-
schen und sinnig in der Auf&ssung), GmoU-Concert, 1. Satz,
V. Mendelssohn = Hr. Georg Luschen aus Zwischenahn in
Oldenburg (passable, fieissige Leistung), Fmoll-Concert von
Henselt = Hr. Albert Lockwood aus Troy in Amerika
(kräftig und energisch im Anschlag, jedoch ohne besonderen
geistigen Schwung), Cdur-Concert, 1. Satz, von Beethoven«
Frl. Ethel Bichardson aus Melbourne in Australien (noch
etwas zu etudenhaft gespielt, dabei aber einzelne sinnige Mo-
241
mente gewahren lassend), FmoU-Ooncertstück von Weber :=
Frl. ElEi Lautenschläger aus New- York (trotz des kurzen
Studiums von % Jahr schon sichere virtuose Beherrschung des
fespielten Jank6-Flügels zeigend, erfreute das junge, kaum
em Kindesalter entwachsene Mädchen besonders auch durch
das gut musikalische Wesen ihres Vortrags), Amoll-Ooncert
von G^rieg := Emesto Consolo aus Mailand (echtra^ige Pia-
nistenleistung voller Feuer und Temperament, wie man sie
auf Gonservatorien nur äusserst selten findet), BmoU-Conoert
vonX. Seh arwenka=:: Hr. James Edmunds on aus St. Helens
in England (etwas monoton im Ausdruck, aber sonst recht
acceptabel, soweit wir dem Vortrag beiwohnen konnten),
-Der Wanderer** von Schubert-Liszt und Spinnerlied von
Wagner-Liszt = Frl. Alice Himpe aus Leipzig (zwei Vor-
träge auf dem Jankö-Flügel, die der Schülerin erfolgreich aus-
genutzte Gelegenheit boten ^ sowohl tüchtige Fertigkeit, wie
empfindungsvollen Gesang zu zeigen), EmoU-Concert von
Chopin = Frl. Louise Ho eh aus Brooklyn (tüchtiges tech-
nisches Können mit energischem, für Chopin aJlerdings des
Oeftieren zu männlichem Ausdruck verbindend) und Esdur-
Concert von Beethoven = Hr. Beinhold Tramm aus London
(etwas ungleich in der Ausarbeitung, im Ganzen jedoch von
entschiedenem, grössere Reife noch versprechendem Tedent zeu-
gend). Dem Cmvier möge das auf der Orgel Gebotene fol-
Sm: Toccata und Fuge m DmoU von S. Bach = Frl. Marie
ansen aus Melbourne (sowohl im Manual, wie im Pedal glän-
zend virtuos ausgeführt), Pastoralsonate vonBheüiberger=Hr.
G^rg Luschen aus Zwischenahn (saubere und efiectvoll
registrirte Leistung), AmoU-Concert von S. Bach = Hr. Benito
Fumaealli aus Mailand (ein bei einem Ausländer wegen der
liebevollen Behandlung des Stoffes doppelt erfreulicher Vortrag)
und Adur-Sonate von G. Ritter = Hr. Theodor Görschen
aus Jöhstadt bei Annaberg (geistvoll und virtuos in Einem).
Sehr schwach war in diesem Jahre die Violine als Solo-
instrument vertreten in den zwei, dazu nur von Damenhänden
auseefiihrten Nimmiem: AmoU-Concert von H. Sitt = Frl.
Evelyn Street aus Toronto in Canada (mit trefflicher Aus-
bildung der linken Hand leichte Bogenführung verbindend,
Hess die junge Dame hauptsächlich nach Seiten der Tonent-
wickelung und Empfindung noch Wünsche übrig) und Concert,
1. Satz, von Brahms = Frl. Leila Taylor aus Oxford (ein
f^ das ge^nwärtige Können der zweifelsohne talentirten "hlßsa
noch zu küiines Wagniss und deshalb wenig Freude erregend).
Um eine Nummer überlegen war der VioEne deren grössere
Schwester, das Violoncell. Dasselbe gelangte zur Action
zwei Mal in Volkmann's Concert und ein Mal in dem Raff'-
schen. Von den Executanten des ersteren Werkes war Hr.
Emil Braun aus Lenzburg seinem Studiengenossen Hm. Alwin
Fähndrich aus Leipzig namentlich in der Behandlung der
Cantilene und der Kernigkeit des Tons voraus, während bei
Hm. Fritz Philipp aus Görlitz (in Raff 's Concert) Alles erst
noch im rechten Werden begriffen erschien. (Schluss folgt.)
CaPlsruhe. Als Festvorstellung zum vierzigjährigen Regen-
ten-Jubüäum Sr. k. Hoheit des Grossherzogs wurde Freitag,
den 29. d. Mts., im hiesigen Hoftheater die Oper „Der Cid** von
Pet«r Cornelius erstmalig ai^eführt und fand eine recht en-
thusiastische Aufoahme. E&. Hofopemdirector Mottl mit
seinem bewährten Orchester, Frl. Mailhac als Chimene und
Hr. Plank als Cid leisteten in höchstem Maasse Bewunde-
rungswürdiges, und da man von Seiten unserer kunstsinni^n
Intendanz aucn keine Mittel gescheut hatte, um die Novität
geradezu ausserordentlich schön auszustatten, so gestaltete
sich die Vorführung des er^eifend schönen Werkes, über
welches wir demnächst in diesem Blatte eine ausführlichere
Besprechung brin^n werden, zu einem jener seltenen und
völlig einwandfreien Kunstfeste, wie solche der feetspielfrohe
Director unserer Hofojjer den Carlsruhem von Zeit zn 2ieit
— ihnen zur Freude, sich zur Ehre — darbietet. Das Publi-
cum, das nach dem ersten Acte noch etwas befremdet von der
vollwerthigen Ei^nart des Dichtercomponisten Cornelius zu
sein schien, fSsuid im zweiten Acte schon die rechte Fühlunfi^
mit dem neuen Werke und dankte Frl. Mailhac und Hm. Pla^
fCkr deren ausserordentliche Wiedergabe der beiden Hauptpartien
durch vielfachen Hervorruf und ruhte am Schlüsse des Wer-
kes in enthusiastischer Freudigkeit nicht eher, als bis auch
Ux. Mottl mit seinen DarsteUem auf der Bühne erschien.
Auch die übrigen Partien waren trefflich besetzt, und zwar
wurde der König von Hm. Oberländer. Alvar Fanez von
Hm. Lang und der Bischof von Hm. Heller gesungen. Die
Wittwe des Dichtercomponisten mit ihren Kindern und viele
auswärtige Kunstfreunde wohnten der Vorstellimg bei, und
allgemein lobte man das herrliche Werk und die vorzügliche
Wiedergabe, mit welcher Carlsruhe wiederum — zwar nicht
an erster Stelle, wie bei den „Trojanern", aber doch an zweiter
Stelle — für ein bedeutendes und in beklagenswerthester Weise
vernachlässigtes Werk eines mit ungewöhnlicher und vor-
nehmster Scnöpferkraft begabten grossen Todten eingetreten
ist. Gleich dem Cid der spanischen Romanzen dürfte der
todte Cornelius wie mit seinem „Barbier von Bagdad", so auch
mit seinem „Cid" in seiner sieghaften Schöpferkraft den leben-
den Opemcomponisten noch recht ge&hrlich werden. Er
hat von Wagner gelernt, ohne ihn nachzuahmen, während
unsere modernen Opemcomponisten den Bayreuther Meister
zum grössten Theüe nachahmen, ohne das Wesentlichste seiner
Kunst — die unbedingte Wahrhaftigkeit — von ihm lernen
zu wollen oder lernen zu können. Arthur Smolian.
Concertumschau.
Aussig. 1. Kammermusikabend: „Sie^Oded-Idyll" von
Wagner im Arr. f. Clav. u. Streichquint., Fdur-Claviertrio
v. Gade, Violoncellconc. v. Saint-Saöns etc.
Berlin. Concerte der Meyder^schen Cap. im Concerthaus
am 18. u. 20. April: Nordischer Festzug u. norweg. Phant. f.
Orch. V. J. Seim er (unt. Leit. des Comp.), symphon. Dicht.
„Von der Schauenburg" v. M. Wagner, Vorspiel u. „Isoldens
Liebestod" aus „Tristan und Isolde" v. R. Wagner, Ouver-
türe zu „Die Quitzows" von AI. Dorn etc. (lieber die
Novitäten von Selmer schreibt die „Voss. Zeit.": „Der Ein-
druck, den diese Werke hinterliessen, war im grossen Gfmzen
ein durchaus günstiger. BLr. Selmer weiss zu erfinden und
auch zu gestalten, in jener wie in dieser Beziehung bleibt er
immer eigenartig, immer interessant. Eine Phantasie, der man
es sofort anhört, dass sie aus warmer Empfindung quillt, die
sich nie zu brutalen und lärmenden Effecten hinreissen lässt,
zudem eine achtunggebietende Kenntniss der Mache: dies ist
heutzutage gewiss nicht wenig. Wenn auch Hr. Selmer in
jedem Tone den Skandinavier verräth, so weiss er sich doch
von aller Anlehnung an die fährenden Meister seiner Heimath,
so namentlich an wieg und Svendsen, frei zu halten. Hyner-
modem ist freilich auch er, und dies in Verbindung mit dem
Streben, originell zu bleiben, verleitet ihn zu mancher Ge-
zwungenheit, ja Härte, namentlich in der Harmonie und der
contrapunctischen Behandlung der Themen. Das Meiste hätten
wir an der Instrumentirung auszusetzen, da Hr. Selmer zu
Gunsten der Holzbläser ganz auffallend die anderen Instru-
mente, vor Allem das Streichorchester, vernachlässigt. Bis zu
einem gewissen Grade m.8Lg diese ungleiche Behandlung der
orchestralen Mittel durch den poetischen Grundgedanken der
Compositionen gerechtfertigt sein, dennam treffendsten malt der
Klang des Holzoläserchores diese träumerische Natur, düster
wie ihre Sagen, abgeschieden wie die Menschen, die sie be-
wohnen. Aber in der Musik' sollte dem Ohre zum mindesten
dasselbe Recht werden, wie der dichterischen Phantasie, und
dieser fast ununterbrochene melancholische und glanzlose Klang
wirkt endlich ermüdend, ja beunruhigend. Und dann — liessen
sich denn diesen Naturbildem nicht auch günstigere Seiten
abgewinnen^ Momente, in denen einmal auch der strahlende
Ton der Geigen zur Geltung käme? Wir glauben wohl, vor-
nehmlich in einem > Festzuge c, und wenn er auch ein »nor-
discher« ist.") — Conc. der Sängerin Frl. Wolfradt unt. Mit-
wirk, des Hm. Hagemeister (viol.) und des Frl. Metzdorfl'
(Violonc.) am 5. Apnl: Soli f. Ges. v. Ad. Jensen („Ueber
die Welt" und „Komm zum Ghirten"), Brahms („Vor dem
Fenster"), Cornelius („In Lust und Schmerzen"), F. Reh-
feld („Wir Sassen allein"), Hildach („Frühling ist da"), Hof-
mann („Es ist geschehen") u. A., f. Viol. u. f. Violonc. —
Conc. des Pianisten Hm. Ferrier unt. Mitwirk, der Sängerin
Frau Herzog am 8. April: Soli f. G^. v. Haydn, H. Wolf
(Lied der Suleika, „Morgenthau", „Der Knabe und das Imm-
lein" u. Elfenlied), L. v. Hirsch feld („Mondeszauber"), Graf
Hochberg („So halt ich endlich dich") und R. Wustandt
(„Waming") u. f. Clav. v. Liszt („Liebestraum" No. 3 und
12. Ungar. Rhaps.) u. A.
Bingen. Conc. des Hrn. Louwerse (Clav.) unt. Mitwirk,
des Frl. Dietz (Ges.) u. des Hm. Pflug (Viol.) a. Frankfurt a. M.
am 3. April: Fdur-Clav.-Violinson. v. Grieg, Soli f. G^es. v.
Schubert, Brahms („Mainacht"), Liszt („Lioreley"), d'Al-
bert („Das Mädchen und der Schmetterling") und Sommer
(„Du rothe Bos"), f. Clav. v. Chopin, Rubinstein (Romanze)
u. Gottschalk („Pasquinade") u. f. Viol.
242
Breslau. 10.— 12. Syinph.-Cono. der Bresl. Conoortcap.
(Riemenschseider): Symphonien v. B. Volkmann (Dmoll),
L. Heidingsfeld (n^öni^ Lear") u. Haydn (Esdur), „Les
PrMudes" v. Liszt, Einleit. zum 3. Act a. „Tannhäuser" v.
Wagner, Ouvertüren v. Brahma (Akad. Fest-), Lassen (üh.
ein thüring. Volkslied) u. A., Vocalduett v. Nicolai (Frau
Biemenschneider u. Frl. fiöbich), Solovorträge der Frau Bie-
menschneider, des zwöli^ähr. Pianisten A. Wittenberg u. der
HH. HeUriegel (0«s.) u. Dr. Münzer (Clav.) u. A. m.
Büekeburg. 2. Kammermusikabend derHofcap.: Seren,
f. Blasinstrumente v. Mozart, Sept. Op. 20 v. Beethoven. —
4. Abonn.-Cono. derselben Gap.: 8. Symph. v. Beethoven, Eine
Fau8t-0uvert.v. Wagner, Bdverie f. Orch.v.B Metzdorf f,
Olaviervortrftge des Hm. Lutter a. Hannover („Bönödiction de
Dieu dans la SoUtude** v. Liszt etc.).
Carlsnihe. Am 10. April Conc. zum Besten der Pen-
sionsanstalt des Hoftheaters unter Mitwirk, des Philharmon.
Ver., sowie der Frls. Königst&tter, Mailhac u. Friedlein u.
der HH. Heller, Lang u. Pumk m. Beethoven's „Christus am
Oelberg" u. 9. Symph.
Graz. 4. u. 5. Mitgliederconc. des Steiermark. Musikver.
g Gegner): Symphonien v. Brahms(Cmoll) u. Haydn (Ddur),
dur-Orchestersuite v. S. Bach, Ouvert. zum „Beherrscher der
Gtoister^ v. Weber, Festmarsch v. B. Strauss, Violinvorträge
des Frl. Scotta (1. Conc. v. Bruch etc.).
Gflstrow. 2. Conc. des G^esangver. (Schondorf) unt. solist.
Mitwirk, der Frau Schmidt-Köhne a. Berlin, des Frl. Minor
u. des Hm. Dierich a. Schwerin: «Der Böse Pilgerfahrt** u.
vier Nummern a. „Frauenliebe und -Leben** von Schumann,
.Liederreigen** f. Solostimmen, Chor u. Glavier und Sopran-
lieder „Komm, o Tod**, „Der Spielmann**, „Wandern geht
mein Liebster** u. „Am Sommertag** v. B. Heuberger. (Der
Berichterstatter der „G. Z.** schreibt ganz begeistert über den
Verlauf dieses Concertes.)
Kaiserslautem. 3. Conc des Caecilien-Ver. (Pohl) unt.
Mitwirk, der Sängerin Frl. Schauseil a. Düsseldorf: 2. Seren,
f. Streichorch. v. K.Fuchs, Mühleng^esang a. „SommerfaJirt**
f. do. V. H. Zöllner, Brautlied f. gem. (3ior, zwei Hörner u.
Clav. V. Ad. Jensen, „Miijam^s Siefi^e6fi;e6ang** f. Sopransolo,
gem. Chor u. Clav. v. Schubert, Sopran£eaer v. Srahms („Feld-
einsamkeit** u. Wiegenlied), v. Koos [?] (Winterlied) u. A.
Kiel. 2. Oonc. des St. Nicolaichors (Forst): Esdur-Quint.
f. Clav. u. Blasinstrumente v. Mozart (HH. Keller, Schmidt,
Brückner, Jacobs u. Bräunlich), gem. Chöre v. A. E. Grell
(Ostermotette), Eccard, B.Klein,Schumannu.J. Mai r (Nacht-
lied), Oesangvorträge des Frl. Bistow a. Hamburg („Feldein-
samkeit** V. Brahms, „Ach, wenn ich doch ein Lnmchen war**
V. Franz, „Die Liebe kommt wie Diebe** v. Krause, „Die
Bekehrte** v. Stange, „Domröschen** v. Kleinpaul, „Der
Kobold** V. Beinecke etc.). — Liederabend der Frau Schmidt-
Köhne a. Berlin am 21. März m. Compositionen v. Brahms
(„Vergebliches Ständchen**), Ad. Jensen („Schlaf nur ein**),
H. Schmidt (-Waldruf"), 0. L essmann („Meine Mutter
hats gewollt**), Kienzl („Immer leiser**), Franz („Frtihlings-
liebe**), Stange („Die Bekehrte**) u. A. — 18. Kammer-
musik-AufftLhrung des Dilett.-Orch.-Ver. : Gdur-Streichquart.
V. Mozart, CismoU-Claviertrio v. J. Zellner, Lieder „Vöglein,
wohin so schnell**, „Weil auf mir**, „Er ist gekommen** und
„0, wenn ich doch ein Inmichen war** v. Franz (Frl. Brocken-
huus).
Leipzig. Nachfeier des Geburtstags Sr. Mai. des Königs
Albert im k. Conservat. der Musik am 27. April: Serenade f.
Blasinstrumente v. S. Jadassohn = HH. Bammeita. Leipzig,
Drescher a. L.^Gohlis, Kämpfe a. L.-Beudnitz, Köhler a. Ei-
senberg, Hoffineyer a. Mehrstedt, Pathe a. Gröbzig i. Anh.,
Büchner a. Königrode a. H., Apitzsch a. Glesien i. Pr., Zeu-
mer u. Neidhardt a. Leipzig, Esdur-Clavierquart. v. B h ein-
her ger = Frl. Burbage a. Washington u. HH. Zimmermann
a. Groningen, Schäfer a. Wiesbaden u. Hammig a. Leipzig^,
König Aloert-Hymne f. gem. Chor v. C. Beinecke, AmoU-
Violoncellconc. v. Saint-Saöns — Frl. M. Taylor a. Oxford,
Vanat. a. dem Kaiser-Quart, v. Haydn = das gesammte
Streichorchester. — 9. Musikabend des Kammermusikver. :
Ciavierquart. Op. 86 v. Jadassohn (HH. Oppenheim, Löwen-
thal, Klesse u. Merckel), Ddur-Clav.-Violinson. v. G.Weber
(HH. Oppenheim u. Löwenthal), Solovorträge der HH. Trauter-
mann (Gesang, „0 du, vor dem die Stürme schweigen** von
F. Braunroth und „Mit einer Böse** v. 0. Paul), Jentzsch
(Bratsche, Nott., BaUeide u. And. cant. v. B. Jockisch) und
Merckel (Violonc, Suite s^rieuse v. C. Badecky).
Linz. 4. Kammermusikconc. der HH. Schreyer u. Kuhns
unt. Mitwirk, der HH. Haslinger (Ges.), Görisch, v. Neumann-
Spallart, Schober u. Schweinitzer (Streicher): GmoU-Streich-
Juint. V. Mozart, Gdur-Clav.- Violinsonate von Bubinstein,
lieder „Am Weiher**, „Veilchen und Nachtigall** und „Beim
Tanze** v. E. Kuhns.
Luzern. Conc des Caecilien-Ver. u. Männerchors Luzem
unt. Leit. des Hrn. Frischen u. solist. Mitwirk, der HH. Gher-
häuser a. München u. Fessler a. Zürich am 17. März: „Les
Pröludes** v. Liszt, „Bobe8|)ierre**-Ouvert. v. Litolff, „Die
erste Walpureisnacht** von Mendelssohn, Schlussscene des 3.
Aufzuges a. den -Meistersingem** v. Wagner, Männerchöre
V. Job. Kinkel („Bitters Abschied**) imd Girschner („Hüte
dich**), G^sangsoU v. L. Hartmann (Schwanenlied) u. A.
Minden. 8. Abonn.-Conc. des Musik Vereins (Zuschneid):
„Les Pröludes** u. Schnitterchor a. „Prometheus** von Liszt,
Schicksalslied f. Chor u. Orch. v. Brahms, Solovorträse des
Frl. Bintelen a. Bielefeld (Gesang, „Erinnerung** und „Meine
Liebe ist grün** von J. Brahms, ^Frühling und Liebe** von
M. Blumner etc.) u. des Hrn. Sahla a. Bückeburg (Violine,
Bomanze v. L v. Bronsart etc.).
Mttnehen. Abonn.-Concerte der Musikal. Akad. (Fischer):
No. 3. Tongemälde „Heroide** v. F. Sander, „Wasserträger**-
Ouvert. V. Cherubini, Solovorträge des Frl. Borchers v. hier
(Ges., „Waldfahrt** v. Franz etc.) u. des Hm. Ysaye a. Brüssel
(VioL, H moll-Conc. v. Saint-Saönsu. Schott. Phant. v. B r u c h).
No. 4. Ddur-Symph. v. Haydn. „König Stephan** -Ouvert. v.
Beethoven, Solovorträge der Frls. v. Sicherer (Ges., Arie ans
dem „Feuerkreuz** v. Bruch, „Feldeinsamkeit** v. Brahms,
„Ständchen** v. B. Strauss etc.) u. Sc^'elderup (Clav., Conc,
Berceuse u. „Cameval** v. Grieg und Valse-Etude v. Saint-
Saöns).
Neisse. Am 8. März Auffuhr, v. Mendelssohn's „Paulus**
durch die Sineakad. unt. solist. Mitwirk, des Frl. Plüddemann
a. Breslau u. der HH. Kirchner u. Severin a. Berlin.
Neustrelitz. Conc. im Hoftheater am 8. April: Ddur-
Orchestersuite von F. Kretschmer (unter Leit. des Comp.),
„Sakuntala**-Ouvert. v. Goldmark, Türk. Marsch v. Mozart,
„Deutsch** V. Moszkowski, Solovorträge des Frl. Christen
((}es., „Wolle Keiner mich fragen** v. Slansky, „Entsagung**
V. Mascagnietc.) u. der HH. Wogritsch (Gtes., Batten&nger-
Lieder u. „Aennchen von Tharau^^ v. H. Hofmann etc.) u.
Köhler (Violoncell, Seren, u. Tarantelle v. Lindner). (IJebar
die Novität von F. Kretschmer wird geschrieben: „Besonders
lebhaft sprachen die beiden Mittelsätze an: ein symphonisch
gehaltener Walzer, der auf allgemeinen Wunsch wiederholt
werden musste, und ein stimmungsvolles Andante. Auch der
vierte Satz, der musikalisch bedeutendste Theil des Werkes,
hinterliess einen vortheilhaften Eindruck.**)
Sehwerin. Am 2. April Aufführ. v. Haydn*s „Schöpfune**
durch die Singakad. (OchiB a. Wismar) unter sollst. Mitwirk,
des FrL Paghelli u. der HH. Hintzelmann u. Ad. Schulze a.
Berlin. (Die Aufführung, die gut verlief, trug zu Ehren des
scheidenden Dirigenten, welcher Mecklenburg verlässt, ein
besonders festliches Gtepräge.)
BV Veraitete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort un /
Datum müssen voUständig uniieaehtet bleiben t
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Berlin. Frl. Niki ta, das ehemalige G^sangswimderkind,
hat sich in der Ejroll'schen Oper nun auch als Bühnensängerin
bekannt gemacht, ohne jedoch besonders zu reussiren. Ge-
waltig schlug dagegen gleich beim ersten Auftreten Frau
Moran-Olden durch, die als Fidelio ein längeres Ghistspiel
ebendaselbst eröffnete. Leider nur ragt die geniale Künstlerin
gar zu sehr über ihre Umgebung hinaus. — Frankfurt a. M.
Frau Staudigl aus Berlin, die Nachfolgerin der Frau Luger,
eröffnete als Fides ein Gaistspiel an der zukünftigen Stätte
ihres Wirkens und feierte mit ihrer Darstellung einen grossen
Triumph. — Halle a. S. Hr. Weint raub, welcher einige
Winter mit vielem Eifer die hiesige Oper leitete, verabschie-
dete sich in einem eigenen Orchesterconcert als intelligenter
Beethoven-Dirigent Dem Programm gaben Abwechselung
Gtesangvorträgo des Frl. Polscher aus Leipzig und des ein-
heimischen Baritonisten HJm. Bachmann. Erstere interessirte
namentlich durch den hinreissenden Vortrag des tiefempfun-
denen „Liebesfrühlingl* aus „Rosen und Myrthen** von C.Piutti .
Weniger Erfolg hatte Hr. Bachmann, trotz ausgezeichneten Vor-
trags, mit den Dvo^&k'schen Zigeunerliedem. — Hannover. In
einem 3. Concert, dessen Hauptnummer Beethoven's „Eroica*^
243
bildete, und dessen Solist der Sänger Hr. Zarneckow aus Berlin
war, beschloss kürzlich die Hofcapelle aus Bückeburg die
unserem Publicum gebotenen musikalischen Genüsse, für die
man ihr und ihrem trefflichen Dirigenten Hrn. Sahla ein
ehrendes Andenken widmen wird. — Königsberg i. Pr. Der
Helden tenor Hr. Alvary be^nn sein ftlr diese Saison drittes
Gastspiel als Walther von Stolzing, um darauf im „Nibelungen^-
Orklus drei verschiedene Partien durchzuftlhren, während Frl.
Malten in demselben als Brünnhilde mitwirkte. Beide Gäste
wurden enthusiastisch gefeiert. — Leipzig. Seinen bisherigen
Giastrollen in Leipzig hängte Hr. Perron neuestens den
Fliegenden Holländer an, ohne diese Partie besser oder
schlechter darzustellen, als früher. — London. Eines grossen
Erfolges durfte sich Hr. Lamond in einem Grystal Palace-
Concert rühmen, in welchem er Tschaikowsky's Glavierconcert
Op. 23, sowie Transscriptionen von Liszt und Tausig vortrug
und auf der einen Seite durch vollendete Technik, auf der
anderen durch poetische Wiedergabe sich hervorthat. —
München. Unsere letzte „Garmen^-Aui^hrung stand unter
keinem guten Stern, indem ein Frl. Kutsch er ra ausC!oburg
in recht provinzialer Weise und mit wenig Stimme die Titel-
partie sang. — New- York. Hrn. d'Albert's Gla vier vortrage
üben den gewohnten Zauber aus. Ohne alle äusserlichen
Virtuosenmanieren, blos durch die Innerlichkeit und Wahrheit
seines Spiels erreicht er diese Wirkung. — Paris. Hr.
Bouhy hat nach einigen Vorstellungen sein Engagement an
der Grossen Oper rückgängig gemacnt. — Wiesbaden. Als
zweiter Baritonist wurde an das k. Theater Hr. Zimmer-
mann, der zuletzt am Hoftheater zu Sondershausen mit Er-
folg thätig war, engagirt.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 30. AprU. „Gott, sei mir gnä-
dig" V. G. Rebling. „Siehe, um Trost" v. E. F. Richter.
1. Mai. Chor „Bleib bei uns" u. Choral „Beweis dein Macht"
V. S. Bach.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 20. März. „Adte, Domine"
V. W. H. Veit. 27. März. „Agnus Dei" v. Morlachi. 8. April.
„Da gabst dem ewigen Geist" v. Vierline. 15. April. „Ehre sei
dir, Christus, der du littest Noth" v. H. Schütz. 17. April.
Schlusschor a. der „Schöpfung" v. Haydn. — St. Johannis-
kirche: .20. März. „Weinet nicht über Jesu Schmerzen" von
Wermann. 15. April. „Tenebrae factae sunt" v. M. Haydn.
17. April. „Du wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen"
V. Kücken. — St. Paulikirche: 20. März. „Herr, höre mein
Gebet" v. Hauptmann. 27. März. Psalm 28 von B. Klein.
8. April. „Dennoch bleib ich stets bei dir" von Richter.
10. April. „Sei getreu bis in den Tod" v. Neithardt. 15 April.
„Ghnste, du Lamm Gottes" v. Hauptmann. 17. April. „Du
wirst meine Seele nicht in der Hölle lassen" v. Kücken. —
St. Petrikirche: 20. März. „Ach Gk>tt, vom Himmel sieh dar-
ein" V. D. G. Bach. 27. März. „Das Lamm, das erwürget
ist" V. A. Becker. 3. April. „Lamm Gottes" v. A. Becker.
10. April. „Machet die Thore weit" v. A. Becker. 15. April.
„Siehe, wie der Gerechte stirbt" von Bichter. 17. April.
„Der Herr tödtet und macht lebendig" von Alb. Becker. —
St. Kicolaikirche: 20. März. „Ach Gott, verlass mich nicht"
von H. Hofinann. 10. April. „Sprich nur dein Amen über
diesen Bund" v. Schurig. 15. Apnl. „Heiige Wunden dieser
Stunden" v. Bortniansky. 17. April. Ostercantate v. Gast. —
Schlosskirche: 27. März. „Herzliebster Jesu, was hast du ver-
brochen" V. Crüger. 10. April. „Herr, wer wird wohnen" v.
Hauptmann. 17. April. „Heut triumphiret Gottes Sohn" von
Herzog.
Torgau. Stadtkirche: 17. April. „Ein Herz, das kenn
und weiss ich" v. Alb. Becker. „Ich weiss, dass mein Erlöser
lebt", „Durch Einen kam der Tod" und „Denn wie durch
Adam** v. Händel. 18. April. „Nicht so ganz wirst meiner du
vergessen" v. M. Hauptmann. 24. April. „Christ ist erstan-
den" u. „Magdalena weint am Grabe" v. Löwe.
Opernaufflihrungen.
März.
Wien. K. k. Operntheater: 2., 12. u. 17. Bastien und
Bastienne. 2., 6., 12., 17. u. 22. Cavalleria rusticana. 8. u.
25. Margarethe. 4. u. 18. Bitter Pasman. 5. Der Troubadour.
6., 13. u. 16. Werther. 7. Figaro*s Hochzeit. 8. Lohengrin.
9. Stradella. 10. u. 21. Manon. 11. Aüda. 14. Der Prophet.
15. Das goldene Kreuz. 19. Die Zauberflöte. 20. Die Walküre.
23. Bomeo und Julie. 24. Die Afrikanerin. 27. Tannhäuser.
29. Der Wasserträger. 30. u. 81. Freund Fritz (Mascagni).
April.
Wien. K. k. Operntheater: 2., 6^ 8., 11., 22. u. 27. Freund
Fritz. 3. Lohengrin. 4., 21. u. 26. Werther. 6. Aida. 7. Car-
men. 9., 19. u. 29. Cavalleria rusticana. 10. Die Meistersin-
ger von Nürnberg. 17. Tannhäuser. 18. Manon. 19. Die Begi-
mentstochter. 20. Pie Afrikanerin. 23. Der Prophet. 28. Mar-
garethe. 29. DerPostiUon von Loi\jumeau. 30. Der Trouba-
dour.
Aufgefllhrte NovitSten.
Ashton(A.), Edur-Clav.-Violinson. (London, Rieh. Gompertz'
Chambre Conc. am 18. Febr.)
Bazzini (A.), Symph. Dicht. „Francesca da Rimini". (Am-
sterdam, Abonn.-Conc im Neuen Concerthaus am 25. Febr.)
Concertstück f. ViolonceU. (Rostock, 3. Conc. des Con-
certver.)
Berlioz (H.), „Harold"-S3rmph. (Boston, 15. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Ouvert. zu „Beatrice und Benedict". (Berlin, 8. Phil-
harm. Conc.)
B i z e t (G.), Orchestersuite „L' Arlösienne" . (Leipzig, 19. Abonn.-
Conc. im Neuen Gewandhaus.)
Orchestersuite „Roma". (Copenhagen, 3. Philharm.Conc.)
Borodin (A.), „Eine Steppenskizze aus Mittelasien" f. Orch.
(Frankfurt a. M., 9. Museumsconc)
Brahms (J.), 2. Symph. (Berlin, 8. Philharm. Conc.)
3. Symph. (Basel, 8. Abonn.-Conc. der Allgem. Musik-
gesellschaft.)
— — 4. Symph. (Dortmund, 3. Conc. des Musikver.)
Akad. Festouvert. (Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen
Concerthaus am 25. Febr.)
Conc. f. Viel. u. Violonc. (Frankfurt a. M., 9. Museums-
conc.)
— — Adur-Clavierquart. (Bern, 3. Kammermusik der Musik-
gesellschaft.)
Ciaviertrio Op. 87.' (Hüdesheim, 2. Kammermusik der
HH. Nick u. Gen.)
Rhapsodie f. Altsolo, Männerchor u. Orch. (Schwerin,
4. Orch.-Conc. der Hofcap.)
„Nänie" f. Chor u. Orch. (Cöln, 9. Gürzenichconc.)
§chicksalslied f. Chor u. Orch. (Bückeburg, 4. Auffuhr.
des Oratorienver.)
Bruch (M.), 3. Violinconcert. (Schwerin, 4. Orch.-Conc. der
Hofcap.)
— — „Lied der Städte" f. Chor u. Orch. (Hamburg, Conc.
der vereinigten Männergesangvereine von Hamburg und
Altona.))
— — „Odysseus". (Bonn, 5. Abonn.-Conc. des städt. Gesang-
ver. Saargemünd, Aufführ, am 21. Febr. unt. Leit. des
Hm. Gehlen.)
„Schön Ellen" f. Soli, Chor u. Orch. (Cüstrin, Wohl-
thätigkeitsconc. des Chorgesangver. am 18. März. Dort-
mund, 3. Conc. des Musikver.)
Cornelius (P.). Ouvert. zur Oper „Der Cid". (Dessau, 6. Conc.
der Hofcap.)
Cossmann (B.), Violoncellconc. (Cassel, 5. Abonn.-Conc. des
k. Theaterorch.)
Floersheim (0.), Prael. u. Fuge f. Orch. (Boston, 15. Conc.
des Boston Symph. Orch.)
Glinka (M.), „Kamarinskaja" f. Orchester. (Frankfurt a. M.,
9. Museumsconc.)
Goetz (HO« Frühlingsouvert. (Constanz, 4. Abonn.-Conc. des
Hm. Handloser.)
GmoU-Claviertrio. (Breslau, Tonkünstlerver.)
Goldmark (C), Ouvert. „Im Frühling". (Rostock, 8. Conc.
des Concertver.)
Ouvert. „Der gefesselte Prometheus". (Cassel, 5. Abonn.-
Conc. des k. Theaterorch.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. „Peer Gynt". (Dessau, 6. Conc.
der Hofcap.)
Streichorch.-Suite „Aus Holberg's Zeit". (Dortmund,
3. Conc. des Musikvereins. Schwerin, 4. Kammermusik-
abend.)
Fdur-Clav.-Violinson. (Dessau, 4. Abend des Kammer-
musikver.)
244
Grieg (Edv.), „Landkennung" f. M&nnerchor, Baritonsolo u.
Orch. (Bremen, Wohlthätigkeitsconc. am 5. April.)
Herzogenberg (H. v.), Streicnquart. Op. 42. (Berlin. 3. Quar-
tettabend [2. Cykl.] der HH. Prof. Joachim u. Gfen.)
Hubay (J.), Amoll-Violinconc. (Berlin, 8. Philharm. Conc.)
Htirse (jbx „Othello" -Ouvert. (Dessau, 6. Conc. der Hofcap.)
Keyl (E.H.), Esdur-Clavierquint. (Dresden, Tonkünstlerver.)
Kiengel (J.), D moU-Violoncellconc. (Gera, 199. Concert des
]i£isikal. Ver.)
Kretschmer (Edm.), Gdur-Sext f. Fl. u. Streichinstrumente.
(Dresden, Tonkünstlerver.)
Lalo (E.), AmoU-Symph. (Genf, 9. Abonn.-Conc. im Stadt-
theater.)
Ouvertüre zu „Fiesco". (Amsterdam, Abonn.-C)ono. im
Neuen Concerthaus am 25. Febr.)
Liszt (F.)j Symph. Dichtungen „Die Ideale" und „Mazeppa".
(Leipzig, 8. Conc. des Liszt-Ver.)
„LesPr61udes". (Halle a.S., 4. Conc. der Stadtsohützen-
G^sellschaft.)
„Prometheus". (Berlin, 3. Conc. des Philharm. Chors.
Bückebnrg, 4. AufRihr. des Oratorianver.)
Conc. pathöt. f. zwei Claviere. (Copenhagen, 8. Phil-
harm. Conc.)
Merkel (J.), CmoU-Symph. (Breslau, 10. Abonn.-Conc. des
Bresl. Orch.- Ver. Görlitz, 124. Conc. des Ver. f. Musik-
freunde.)
Neuhoff(L.), EmoU-Clav.-Violinson. (Leipzig, 7. Musikabend
des Kammermusikver.)
Perger (ß. v.), Seren, f. Violonc. m. Streichorch. (Ebenda-
selbst.)
Baff (J.), Waldsymph. (Chemnitz, 3. Abonn.-Conc. der städt.
CapeUe.)
— — JLienoren"-Symph. (Leipzig, 6. Akad. Orch.-Cono.)
Ouvert. -Ein feste Burg". (Breslau, 6. Symph. -Conc.
der Bred. Concertcap.)
CmoU-Claviertrio. (Dresden, Tonkünstlerver.)
Bheinberger (J.), Amoll-Duo f. zwei Claviere. (Hamm,
Conc. des Hm. Frank.)
Bubinstein(A.), Ouvert. zu „Antonius und Cleopatra". (Han-
nover, 1. Conc. der Hofcap. a. Bückeburg.)
Rudorff (E.), 2. Symph. (Schwerin, 4. Orch.-Conc. der Hof-
capelle.)
Saint-Saöns (C), GmoU-Clavierconc. [Jankd-Flügel.] (Gera,
199. Conc. des Musikal. Ver.)
— — Dmoll-Clav.-Violinson. (Frankfurt a. M., 7. Elammer-
musikabend der Museumsgesellschaft.)
Schar wen ka (X.), Ciavierquart. Op. 87. (New- York, 6. Conc.
des New- York Symph. String Quart.)
Schreck (G.), Orator. „Christus der Auferstandene". (Leip-
zig, 18. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus.)
Schumann (G.), Dramat. Ouvertüre. (Bromberg, 2. Symph.-
Ck)nc. des Hrn. Schneevoigt.)
Schwalm (R.), „Gothenzucr" f. einstimm. Männerchor mit
Hörnern, Posaunen, Tuoa u. Pauken. (Bremen, Wohl-
thätigkeitsconc. am 5. ApriL)
Sinding (Chr.), Amoll-Viol.-Claviersuite. (Dresden, Ton-
künstlerver.)
Strauss (R.), Symph. Dicht. „Macbeth". (Berlin, 8. Philharm.
Conc.)
Tondicht. „Tod und Verklarung". (Cöln, 9. Gürzenich-
conc. Leipzig, 3. Conc. des Liszt-Ver.)
Svendsen (J.), 1. S^ph. (Frankfurt a.M., 9. Museumsconc.)
Romanze f. Viol. u. Orch. (Berlin, 8. Philharm. Conc.
G^nf, 9. Abonn.-Conc. im Stadttheater.)
Thieriot (F.). Oct. f. Streich- u. Blasinstrumente u. „Herbst-
fipesänge" i. gem. Chor m. Clav, zu vier Händen. (Ham-
burg, Tonkünstlerver.)
Vi erlin g (G.), Trag. Ouvert. (Posen, Orchesterconc. des Phil-
harm. Ver. am 28. Febr.)
Volkmann (R.), 2. Seren, f. Streichorch. (Leipzig, 6. Akad.
Orch.-Conc.)
3. Seren, f. Streichorch. (Rostock, 8. Conc. des Conoert-
vereins.)
— — Gmoll-Streiohquartett. (Leipzig, 8. Kammermusik im
Neuen Gewandhaus.)
"Wagner (R.), „Meistersinger" -Vorspiel- (Danzig, 6. Abonn.-
Conc.)
Kaiser-Marsch. (Hannover, 1. Conc. der Hofcapelle a.
Bückeburg.)
Zöllner (H.), „Columbus" f. Soli, Männerchor u. Orchester.
(Leipzig, Conc. des Männer-G^esangver. am 26. Febr.)
Vermischte Mittheiiungen und Notizen.
* Der Initiative einiger Musikfreunde verdankt die Stadt
Lausanne ein Wagner-Festival, welches am 22. und
23. April mit bestem Gelingen vor sich ging und grossen
Eindruck hinterliess.
* Das diesjährige, vom 5.— 8. Oct. in Lee ds stattfindende
Musikfest wird folgende neuere Werke im Programm föhren:
Cantate „The Egyptian Maid" von Co wen, Ouvertüre „Le
Camaval romain" von Berlioz, Symphonie von Cliffe, Bruch-
stücke aus den „Meistersingern" von Wagner, Ballade „La
belle Dame sans merci" von Mackenzie, Bruchstück aus „Tem-
pest" von Sullivan, Cantate „ Arethusa" von Alan Gray, zwölf-
stimmiger Psalm „De Profundis" von Hubert Parry, Schick-
salslied von Brahms und „The Spectre's Bride" von Dvor&k.
* Das Oratorium „St. Franoiscus" von E. Tinel hat wie
schon anderwärts kürzlich auch in Amsterdam, wo es unter
Leitung des Hrn. Röntgen zur Aufführung gelangte, eine sehr
günstige Aufnahme giunden.
* Im n. Jahre kommt das 4500 Ji betragende Reisestipen-
dium der Meyerbeer-Stiftung für Componisten neu zur
Ausgabe. Als Preisarbeiten, welche bis zum 1. Febr. 1893 au
die k. Akademie der Schönen Künste in Berlin einzureichen
sind, werden verlangt: 1) eine achtstimmige Doppelfuge,
2) zwei Ouvertüren für grosses Orchester und 3) eine Cantate
för Sopransolo, Chor und Orchester.
* Wie wir neulich mittheilten, hat die Erfindung dei-
Gümbel'schen Saitenorgel eine mächtige Förderung
durch die hochan^;e6ehene Hofpianofortefabrik von Julius
Feurich in Leipzig erfieJiren, indem gleich die ersten von
dieser Firma vorgeführten Instrumente einen Zweifel an der
praktischen Bedeutung der ingeniösen GümbePachen Idee
nicht mehr aufkommen liessen. Kürzlich hatten wir Gelegen-
heit, in der hiesigen Thomaskirche ein mit der Saitenorgel
verbundenes Pianino zu hören, und waren ebenso erstaunt
über den grossen und vollen, die weiten Räume dieses Gottes-
hauses voUständig beherrschenden und fallenden Ton, wie
sympathisch berührt durch dessen weichen und vornehmen
Klangcharakter. Die Saitenorgel wird nicht blos ein viel^er
suchtes Instrument für das Haus und Schul- und kirchliche
Zwecke werden, sondern wegen der Selbständigkeit ihrer
Klangfarbe sicher auch Verwendung in Orchestercomposi-
tionen finden.
* Mit den Beiträgen zu dem Nessler-Denkmal in
Strassburg i. E. wiUs doch nicht recht vorwärts gehen.
Eine Dresdener Zeitung schlägt witzig vor, dass man vor allen
Anderen die Baritonisten, die dem Componisten ganz besonders
dankbar sein müssten, zur Denkmalsteuer heranziehen solle.
* Die Scala in Mailand ist, nach den italienischen Jour-
nalen zu urtheilen, im Niedergang begriffen. Die letzte
Saison war jämmerlich, wenn auch nicht für die Unterneh-
mer, welche etwa 100,000 Frcs. gut gemacht haben. Das
Theater sei nur noch eine „kostspielige Antiquität", heisst es
da, denn 300,000 Frcs. jährliche Subvention von der Stadt
seien keine Kleinigkeit.
* Im Stadttheater zu Königsberg i. Pr. ging in der
letzten Aprilwoche unter Mitwirkung des Frl. Malten (Brünn-
hilde) \md des Hm. Alvary (Loge, Siegmund und Siegfried)
zum ersten Mal vollständig Wagner^s „Ring des Nibelungen"
in Scene, und hinterliess das Werk einen tiefen Eindruä. —
G^enwärtig wird die Trilogie im Hofopemhaus zu Berlin
aufführt, und nahe bevor steht eine Aui^hrung des gewal-
tigen Werkes im Stadttheater zu Hamburg.
* In Sevilla gelangte kürzlich erstmalig mit grossarti-
gem Erfolg Wagner's „Lohengrin" zur AuStlhrung.
* Im Hoftheater zu Carlsruhe gelangte am 29. Apiil
unter Mottl's Direction mit entschiedenem Erfolg erstmalig
Cornelius* Oper „Der Cid" zur Darstellung. Der Premiere
war am 25. April ein Cornelius-Abend vorausgegazigen,
der, durch einen mündlichen, orientirenden Vortrag des am.
Mottl über den Gefeierten, eingeleitet, in einem Fragment aus
dem „Cid" und in den Brautliedem das Hauptinteresse erregte.
* Im Hoftheater zu Darmstadt ging am 24. April unter
de Haan's belebender Leitung erstmalig P. TschaikowskVs
-Eugen Onögin" in Scene, und zwar mit ansehnlichem Er-
folg.
i
245
* Im Stadttheater zu Leipzig ging am 3. Mai anlässlich
des goldenen Ehejubiläums des Componisten die 1851 ge-
schriebene Oper „Casilda" von Herzog Ernst von Sachsen-
Coburg-Gotha als Novität über die Bretter.
* L Brüll's neue Oper „Gringoire" soll infolge der ihr
in München gewordenen freundlichen Aufiiahme bereits von
82 anderen Bühnen zur Aufführung angenommen worden sein.
* Die Oper „Bitter Pasman'' von J. Strauss hatte sich
bei ihrer ersten Präsentation im Deutschen Landestheater zu
Prag einer überaus freundlichen Aufnahme zu erfreuen. Auf
dersellien Bühne soll am 21. Mai die neue Oper „Die Hexe^
von dem dänischen Componisten Enna zur Premiere ge-
langen«
* „Lsora von Provence" von Luigi Mancinelli betitelt
sich die ausländische Oper, welche neuestens im Stadttheater
zu Hamburg, vom Componisten in Person geleitet, ihre Pre-
miere erlebte.
* Im Hofkheater zu Stuttgart fand bei ihrer Erstauf-
föhrung am 18. April F. v. Flotow's Oper „Indra** eine sehr
warme Aufnahme.
* Maöstro Verdi soll seine neue Oper „FalstaiP* nunmehr
wirklich vollendet haben. Die Premiöre derselben wird in
Mailand stattfinden.
* Aus Bordeaux wird die freundliche Aufnahme einer
neueiM Oper Mazeppa" von Madame Grand val gemeldet.
* Mascagni^s Oper „Die Bantzau'^ wird in deutscher
Spi'ache endgntig zuerst in Wien in Scene gehen, und zwar
schon im Herbst.
* Einen unerwarteten hübschen Enfolg hatte im Monnaie-
Theater in Brüssel die zweiactige Oper „Gyptis** von Noöl
Desjoyaux, einen Erfolg, an dem der Componist allein An-
theil hatte, da das Libretto langweilig ist.
* Im Verdi-Theater zu Padua wurde die neue Oper
„Jaufrö Budel" von Silvio Daniel i mit einem Erfolge ge-
geben, der sich in etwa 15 Hervorrufen des Componisten und
der Wiederholung dreier Nummern aussprach.
* Einen ÜEinatischen Enthusiasmus entzündete in Galli-
oli .Sara la Trovatella**, die Erstlingsoper des jungen
. F. Bianco.
* Der berühmte Cölner Männer-Gesangverein be-
ging am 27. April seinen 50. Gründungstag mit einem im
Dom angeführten Re€[uiem für seine heimge|;angenen Mit-
glieder. Unter den weiteren Festlichkeiten äeichen Anlasses
nahm ein grosses Concert im Gürzenichsaal die erste Stelle
ein.
* Hr. Dr. H. v. Bülow war eingeladen, auf dem Schwä-
bischen Musikfest zu Augsburg die „Eroica** von Beethoven
zu dirigiren. Wie man aus Italien, wo der grosse Künstler sich
gegenwärtig aufhält, schreibt, wird derseloe diesem Wunsche
entsprechen. Durch diesen Umstand gewinnt dieses Musik-
fest mit Einem Male bedeutend an Interesse.
* Wie Berliner Blätter melden, habe sich Hr. Dr. H. v.
Bülow bestimmen lassen, die Direction der Philharmonischen
Concerte für die 2. Hälfte der n. Saison wieder anzunehmen,
während die HH. Dr. Hans Richter in Wien und Maszkowski
in Bremen die 1. Hälfte leiten werden.
* Hr. Dr. H. v. Bülow ist eingeladen worden, während
der Colnmbus-Festausstellung zti Genua drei Concerte mit
dem Berliner Philharmonischen Orchester zu geben.
* Im Beethoven-Conservatorium in St. Louis hielt Hr.
W. Maimene einen Vortrag über das Leben und Wirken
Franz Liszt's. Eine Schülerin des Instituts spielte bei dieser
Gelegenheit des Meisters Hmoll-Sonate.
£
* Der Wiener Pianist Hr. Alfred Grünfeld ist kürzlich
von seiner ruhmgekrönten Amerikafahrt, die er meist in Ge-
sellschaft seines Bruders Heinrich, des Berliner Violoncellisten,
ausgeführt hat, nach seinem Domicil zurückgekehrt. Ebenso
dürfte der Pianist Hr. Päd er ewski bereits auf europäischem
Boden von seiner amerikanischen Triumphreise sich erholen.
'^ Unter den Solisten, die zur Mitwirkung in amerikani-
nischen Concerten eingeladen werden, spielten von jeher die
Contrabassisten eine ganz seltene Bolle. Ein solcher Fall hat
sich neuerdings ereignet, indem man Hm. G. Laska, den
ausgezeichneten Schweriner Virtuosen genannten Instruments,
für das Ende Mai in Eochester stattfindende Musikfest en-
gagirte.
* Der Hofcomponist und Director des Ballets an der k.
Oper zu Berlin Hr. Peter Hertel beging am 28. April sein
40jähriges Componisten- Jubiläum, indem am gen. Tage 1852
seine Balletmusik zu ^antanella" erstmalig zur Aufmhrung
gelangte.
* Der Dresdener Hofopernsänger Hr. Biese feierte kürz-
lich den (iO. Jahrestag seiner Bühnenthätigkeit.
* König Albert von Sachsen ertheilte dem Dresdener
Kammermusicus Hrn. E. Rüdiger das Ritterkreuz 2. Classe
vom Albrechtsorden und ernannte dessen Collegen Hrn. A.Bauer
zum Kammervirtuosen.
Todtenliste. Moritz Karasowski, k. Sachs. Kammer-
musiker, durch seine Chopin-Biographie auch weiteren Kreisen
bekannt geworden, f, 59 Jahre alt, am 20. April in Dresden.
— Prof. Gustav Janke, zweiter Dirigent des k. Domchors zu
Berlin, f, 53 Jahre alt, am 22. ApriL— Frau Zoä Kotsche-
toff, berühmte russische Opemsängerin, f, 84 Jahre alt, am
11. April in Moskau. — Ed. Lalo, bekannter französischer
Componist, f» 80 Jahre alt, am 22. April in Paris. — Fran-
cesco Lamperti, berühmter italienischer Gesangsprofessor,
t, 79 Jahre alt, am 1. Mai in Como. — Prof. Dr. Wilhelm
Rust, Lehrer am k. Conservatorium der Musik und Cantor
der Thomasschule zu Leipzig, in seiner Bedeutung als prak-
tischer Musiker, Musikgelehrter und Componist eingehend im
21. Jahrgan^^ d. Bits, ^würdi^t, % im 70. Lebensjahre stehend,
am 2. Mai ufolge eines Gehirnschlages
Offener Sprechsaäl.
Sehr geehrter Herr!
Finden Sie das nicht allzu toll? Die „Neue Zeitschrift
für Musik** No. 14 (6. April) — wer sie mir heute geschickt
hat, ich weiss es nicht, wills nicht wissen — schreibt S. 164,
Colonne 2
„Beethoven componirte die Symphonie sulla morte d'un
eroö (auf den Tod eines Heldenr.
Solche Journalisten - Ignoranz - Frechheit übertrifft doch
alles Dagewesene!
Una meine Wenigkeit, der richtig nach der Origiual-
partitur citirt: „Sinfonia eroica composta per festeggiare il
sovvenire d'un grand' uomo", wird von dieser Windigkeit der
Lüge beschuldigt!!! Proh Pudor!
Können Sie mirs verargen, dass ich Ihre „Seestadt unter
solchen Umständen auf Lebenszeit ebenso enthusiastisch
meiden werde wie das perfide Lakaienklatschnest Dresden?
Hochachtungsvoll ergebenst
H. v. Bülow.
Bi*iefl£a,8teii.
y. //. in C, Von den eingesandten Drucksachen ist nur die
neueste zu verwenden, denn unmöglich köimen wir auf Ihre
Thaten vom Herbst und von noch früher zurückkommen.
Z. G, in F, Der Violin virtuos Hr. J. Hubay lebt in Buda-
nt, ist ein ehrlicher Deutscher von Geburt und heisst eigent-
1 Huber.
C. Jf. in R. Ueber Draeseke^s Oper „Gudrun" haben wir
gelegentlich deren Aufführung in Hannover ausführlich im
17. Jahrg. unseres Bits, berichtet. Es ist uns unfasslich, dass
dieses scnon durch seine Selbständigkeit bedeutende und her-
vorragende deutsche Werk nicht schon längst die Bande über
die besseren Bühnen gemacht hat.
$4ß
AnBelflren.
Flltgrcl- und Planfno-Falirlkant*
Hofliefei^ant
Sr. Maj. des Kaisers von Deatschland und Königs von Preassen,
Ihrer Haj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Preussen,
Ihrer Haj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. KönigL Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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No. 2. Staubwolken steigen bei jedem Schritt , .S 1, —
No. 3. Als hoch der Voflmond ^ 1, —
Lieder aus der Levante :
No. 1. Glaube M—fiO
No. 2. Bosporus! Du bebst vor Wonne . . . ^ ], —
No. 3. Furchtbar ist es, wenn wir denken . . .^ 1, —
No. 4. Oft sangst du Lieder für Andre . . . ,S —,60
Nirwana Ji 1,—
Bs ivaltet oben auf den liolien FJ eilen e^— ,H0
Bs gibt Gestirne ^ 1,—
Hana Hapthan,
Op. 38. Vier Lrieder:
No. 1. Curiose Geschichte ........ Ji — ,75
No. 2. Greheimniss S — ,75
No. 3. Mit deinen blauen Augen 4 — ,f>0
No. 4. Leise zieht durch mein Gemüth . . . Ji~fiO
Op. 22, No. 1. Warnung vor dem Wasser (allen
flotten Dörpt'schen Burschen gewidmet) für eine Sing-
stimme mit Piano S 1, —
Alfred Toff t,
Op.6. Brotisebe Blätter. Vier Lieder: No.l. Sommer-
mittag. .^1,—. No.2. Elisabeth. ^1,—. No.8. Sommer-
nacht. ,S 1,—. No. 4. Der Sommer, ./i 1,—. [476.]
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Ton Dr. Arihnr Seid). (Fortsetzung.) — 7,ur VsTflEnfaehong der Toniohllliael-
CoBcsi-tamscbaa. ~ EDgagementa nnd Qulsptele In Oper and Conoert.
BD. — KriHsEher Anhang: Bayrenther Tasohenkalooder I8S2.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seldl.
Et sind «beimo TJele Anläufe und Versache, der
feinen Dialektik d«8 Herzens, wo aicb das Leben in der
Liebe zum Tod zu verknoten scheint, aaf den Grund zu
kommeD, — sprachlich-psycholog^ische Exciireionen, wie sie
weiterhin zur feinsinnigen Sjnonj'mik des Wortes „La-
meir": ans Ameir (Minnen), amer (bitter) nnd )a mer
(das Meer) — man rergesse auch nicht „Des Meeres und
der Liebe WeDen"! — fuhren und sich schliesslich auf
ein Wortspiel oder eine Antithese als ihren prägnantesten
Ausdruck zuspitzen, wie z. B. den folgenden: „Liebes
Leben, leiden Tod — lieben Tod und leides Leben!"
Ee ist das grosse, tiefe, nnerschöpflicbeGrundthema Goft-
fried's vom „lieben Leide", —dasselbe, das Rieh. Wagner
bereits früher einmal (in einer seiner FrosaBchriften) an-
geschlagen hatte, wenn er den schönen Stabreim bildete:
„Die Liebe bringet Lust und Leid, doch in ihr Weh auch
webt sie Wonnen" — oder dichterisch eingekleidet hat
im „Nibelungen-Ring", wenn er sein Waldvöglein im
aSie^lfned'' dem Recken vorsingen lAsst:
„Lustig im Lied
sing ich von Liebe,
wonnig und weh
web ich mein Lied:
nur Sehnende kennen den Sinn!"
ein Thema, welches — harmtoser zwar, ich möchte sagen:
volksthümltch — auch behandelt ist in jenem artigen
Gedichtcheu (ich weiss nicht mehr, von wem es her-
rührt), das da spricht:
Ob Lieben Leiden ist.
Ob Leiden Lieben ist,
Weiss ich zu sagen nicht t
Aber ich klage nicht;
Lieblich das Leiden ist.
Wenn Leiden Lieben ist. —
— ein Thema endlich, welches ganz in Aem gleichen Sinne
auch entschieden wird in der Uhland'schen Romanze: „Der
Caatellan von Couci", und zwar hier in der Strophe:
„Aber solch ein Herz geniessen,
Wendet leichtlicb die Gedanken . . ,
Ja, ich bin dem Tod geweihet,
Seit mich dieses Herz genfthret." —
Kurz, es ist und bleibt die ewige Variation des einen
Grnndthemas, dos „Hohe Lied der Liebe", — und es kann
auch kein Zweifel sein, die Anlage zu einem solchen
war wirklich auch schon in dem alten Gottfried'schen
Epos aus dem Zeitalter des Minnesanges in Deutschland,
virtualiter wenigstens, dürfen vir sagen — durchaus vor-
handen. Das haben auch Andere bereits längst heraus-
gefühlt, indem sie die Dichtung mit ähnlichen classiscben
Verherrlichungen derselben Grundidee, wie Pyramus und
Thisbe, Hero nnd Leander, Romeo und Julie in eine
250
Linie rückten; und Gottfried selber in seinem Gedichte,
bei Schilderung der berühmten Minnegrotte, zeigt durch
Erwähnung weiterer, antiker Beispiele — wie PhiUis, Eana-
cee, Biblis und Dido — deutlich, dass er sicih solchen
Zusammenhangs in der Idee deutlich bewusst gewesen ist,
ja, dass er mit voller Absichtlichkeit ein solch hohes und
womöglich unvergängliches Lied der Liebe thatsächlich
anstimmen wollte.
Vortrefflich charakterisirt Simrock einmal diese tie-
feren Beziehungen des Stoffes an sich, an der Stelle, wo
er u. A. darauf hinweist, „wie alle diese Liebessagen
ihren gemeinschaftlichen Grundgedanken gehabt haben'':
Die Liebe, sagt er, kennt in ihrer Einseitigkeit kein an-
deres Gesetz mehr als das eigene, das sie zwingt, sich
zu vollbringen. Sie ist „des Gesetzes Erfüllung'*, auch
wenn sie mit hundert Gesetzen sich im Widerspruch be-
finden sollte. Sie überwindet alle Hindemisse, welche die
Aussenwelt ihr entgegenstellt, durchbricht jede Schranke
der (blos herkömmlichen) Sitte, um nur ihr Ziel zu er-
reichen, das ihr allein Giltigkeit hat — Wie dieser
Grundgedanke in Romeo und Julie, der bekanntesten
dieser Liebessagen, durchgeführt ist, bedarf keiner Erin-
nerung; auch hier geschieht es nicht ohne Verletzung
wohlbegründeter sittlicher Ansprüche, die aber für die
Poesie so wenig, als für die Liebe allgemeine Giltigkeit
haben können. Pyramus hinwiederum ist in demselben
Irrthum wie Romeo befangen; er hält die Geliebte für
todt, weil er ihr zerrissenes, blutiges Gewand findet. Er
misst sich selber die Schuld ihres Todes bei und ersticht
sich über ihrem Gewand, wie Romeo über Juliens ver-
meintlicher Leiche das Gift trinkt. Aber Thisbe war so
wenig als Julie gestorben ; jetzt freilich, da jener Irrthum
dem Pjrramus, dem Romeo das Leben gekostet, gibt sich
auch Thisbe den Tod, stirbt auch Julie vor Schmerz an
der Seite des Geliebten. Ein ähnlicher Irrthum wird im
Tristan bei Gottfried durch die falsche Nachricht von dem
schwarzen Segel erregt und tödtet ihn; über seiner ent-
seelten Hülle bricht dann Isolden das Herz. So entweicht
dem Leander, der so lange der stürmenden Meerfluth wider-
standen hatte, die Stärke, als ihm mit Hero's Fackel der
Stern der Liebe zu erlöschen schien. Der Selbstmord
Hero's, welcher diese Geschichte beschliesst, läuft dann
wieder ganz parallel mit demjenigen der Thisbe:
und mit fliegendem Gewände
Schwingt sie von des Thurmes Rande
In die Meerfluth sich hinab.
u. 8. w. u. s. w. — So ungefthr Simrock in liebevoller Aoa-
föhrung; und gewiss muss es daraufhin von um so grosserer
Bedeutsamkeit für uns sein, bei Wagner nun allen diesoi
Einzel-Sagen im Totalgewande gleichsam — in einer Art
von gewaltig-genialer Zusammenfassung — zu begegnen.
Vor Allem ist es die wiederholte Warnung der beiden
Liebenden vor dem heranbreohenden Tage (im 2. Acte),
die ein frappantes Gegenstück zu der analogen Scene in
„Romeo und Julie" bildet Hier (bei Wagner) ist es
Brangäne, die VertriiUte selber, mit ihrem Gesang von
der Warte herab, dort (bei Shakespeare) zuerst die Lerche
mit ihrem Triller und erst dann die Amme, die den
Frühlichtstreif im Osten künden und vor Gefahren warnen.
(Ueberdies noch weist dieser Gesang Brangänens auf den
unter dem Namen „Wächterlied ^ in der Litteratur be-
kannt gewordenen, speciell der Minnezeit und ihren ge-
heimen Sorgen und Gefahren seine Ausbildung verdanken-
den lyrischen Typus zurück.) Nächstdem erinnert in dem*
selben Aufzuge zu Beginn die Leuchte Isoldens wiederum
an Hero's Fackel, wobei wir dann zugleich nur wieder
daran zu denken brauchen, dass dieses Symbol in antik
griechischer Auffassung: aufrecht stehend die Fackel des
Eros, gesenkt aber seinen Gegenpol, den Tod, bedeu-
tete, — um alsbald der unvergleichlichen Vertieftmg auf
den Grund zu schauen, welche hier .der Vorgang durch
Wagner erfahren, und die weiteste, grossartigste Per«
spective vor unseren Blicken sich aufthun zu sehen.
(Fortsetzung folgt.)
Zur Vereinfachung der TonschlQssel-Lehre.
Die Nummer 14 Ihres geschätzten Blattes brine;t- einen
Aufsatz des Hrn. Max Arena, worin ein neuer Vorscnlag zur
Pädagogik der Schlüssel- Lehre in der Musik gemacht wird.
Sehr richtig weist der Verfasser darauf hin, dass die einzelnen
Schlüsselgattangen im Quintenverhältniss zu einander stehen
und dass demnach, da man theoretisch jeden Schlüssel auf
jede Linie des Notensystems setzen kann, jeder Schlüssel
identisch mit dem Schlüssel seiner Ober- resp. Unterquint ist.
Ob ich also das c durch den C-Schlüssel auf der mittleren Linie
oder durch den G-Schlüssel auf der obersten (fünften) oder
endlich durch den F-Schlüssel auf der untersten (ersten) Linie
bezeichne, ist gleiche:iltig. Ehenso würde der C-Schlüssel auf
der untersten Linie dem G-Schlüssel auf der mittleren Linie,
der C-Schlüssel auf der vierten dem F-Schlüssel auf der zweiten
Linie entsprechen. In diesen drei Fällen*) steht immer nur
ein Schlüssel da, wo er auch in der Praxis Vorkommt: der
C-Schlüssel; dagegen sind die zur Vergleichung herangezo-
e^enen G- und F-Schlüssel auf Linien gesetzt, auf denen sie
m der Praxis keine Berechtigung haben. Hieraus geht her-
vor, dass dieser Vergleich die Kenn tniss der Koten im F- und
G-Schlüssel voraussetzt und nur dazu dienen soll, die Erler-
nung der in den C-Schlüsseln geschriebenen zu erleichtem.
Unverständlich bleibt es daher, warum der Ver&sser trotz-
dem von der Erlernung der Schlüssel überhaupt spricht, be-
ginnt er doch die Ausemandersetzung seiner Mlethoae ab ovo:
mit einer Erklärung des Fünfliniensystemsl
Viel wichtiger dagegen erscheint mir eine andere, kürz-
lich von Hrn. William Wolff in Berlin entwickelte Methode
zur schnellen Erlernung der Noten in den beiden Haupt-
schlüsseln. Er lässt die beiden Liniensysteme des VioUn- und
Bassschlüssels als eine Einheit auffassen, indem er sie-anein-
ander rückt und nur fllr die Linie des mittleren c iRaum
lässt, welche er in gebrochener Weise hineinzeichnet. Nach
den nöthigen Erklärungen über die Benutzung der Linien und
ihrer Zwischenräume trägt er sodann von diesem c nach oben
und nach unten die Noten der Cdur-Tonleiter ein und l&sst
sie einüben. Sehr wichtig ist bei diesem Verfahren, dass sich
die ersten Noten Vorstellungen mit der Grundvorstellung un-
seres modernen Tonsystems, der Cdur-Tonleiter, decken.
Die hier vorgeschlagene gleichzeitige Erlernung der BaJ»-
und Discantnoten vermittelst eines Elfimiensystems erscheint
mirwerth, weiter verbreitet zu werden. Sollten Sie mit mir
hierin gleicher Meinung sein, so würde ich mich freuen,
wenn Sie diesen Hinweis gelegentlich fllr Ihr geschätztes
Blatt verwenden wollten. Di. Johannes MerkeL
*) Die anderen noch möglichen Fälle haben keinen Werth.
da bei ihnen Keiner der zur Vergleichung benutzten Schlüssel
der Praxis entspricht.
261
Tag e s g eschichta
Berichte.
Leipzig« 1. März. Der yerffangene Monat Februar
brachte den Theater- and Kunstfreunden unserer Stadt ein
überaus freudiges Ereigniss: am 10. betrat unser bertlhm-
testes Theatermit^lied, Otto Schelper, nachdem ihn ein
tückisches Augenleiden mehrere Monate lang von dem Schau-
platz seiner so selten reich gesegneten künstlerischen Th&tig-
keit fem gehalten, zum ersten Male wieder als Fieiro in
Rossini*s unverwüstlichem .Barbier von SeviUa** die „Bretter,
die die Welt bedeuten". Wenn man je davon sprechen will,
dass ein beliebter Bühnenkünstler bei einer besonderen Ge-
legenheit recht gefeiert worden ist, so wird man jenes
10. Februars gedenken können, — denn enthusiasmirter kann
ein Publicum wohl kaum sein, als damiüs, begeistertere Ova-
tionen kann es selbst seinem ausgesprochensten Lieblinge
nicht bereiten! Es gab gar kein Ende mit Hervorrufen,
Lorbeerkränzen und filumenspenden, und als Schelper am
SchlusSj zu einigen Dankesworten gedrängt, „Euch macht
Ihrs leicht, mir macht Dirs schwer, gebt Ihr mir Armen
zu viel Ehr" begann, da glaubte man ihm die Bührung, da
begriff und fühlte man es, dass er diesen Tag, als einen der
schönsten in seiner künstlerischen Laufbahn, nie vergessen
werde! Der in jenen Tagen allgemein ausgesprochene und
wohl ebenso herzlich, als aufrichtiK gemeinte Wunsch, dass
uns der grosse Künstler und liebenswürdige Mensch noch
recht lange, ia wenn möglich für immer erhalten bleiben
möge, soll auch an dieser Stelle seinen gebührenden Nachhall
finden. —
Die Premiere, die uns der vergangene Monat brachte, war
Andrö Messager's „La Basoche*^ deutsch „Zwei Könige^.
Da das Werk des französischen Componisten auch in diesem
Blatte vor einiger Zeit schon eine eingehendere Besprechung
gefunden, so können wir uns heute kurz fassen. Wenn wir
nach dem bedeutenden Bof , der ihm fast von überall her
vorau8|png, gewissermaassen mehr erwartet hatten und uns
eine nicht wegzuleucpaende Enttäuschung nicht erspart blieb,
so mag das vielleicht individuell sein und soll nicht als für
dae Werk entscheidend hingestellt werden; gar nicht zu ver-
kennen ist aber, dass ein strenger und der Sache auf den
tiefbten Grund gehender Kritiker an „La Basoche*' Viel aus-
zusetzen finden wird. Das von Aloert Carrö entworfene
Textbuch enthält neben nicht zu unterschätzenden, echt dra-
matischen Zügen einiee derbe Absurditäten und unmögliche
Situationen. Das an und für sich nicht genug zu lobende Streben
des deutschen üebersetzers Ludwig Hart mann, den Noten-
text möglichst unberührt zu lassen, hat demselben leider zu
öfteren recht unschönen und für den ersten Moment beinahe
unverständlichen Satzconstructionen und Bedewendtmgen ver-
ftüirt.*) Was die Musik anlangt, so beruht ihr Vorzug in
pikanten Einzelnheiten, L[istrumentationsfeinheiten und theil-
weise eeistvoU ersonnenen Klangcombinationen, die alle die
Hand des finnzösischen Meisters erkennen lassen. Erwähnt
sei der entzückende Frauenchor im ersten Act „Horch!
Horch*' (Ciavierauszug pag. 27) in Desdur mit dem Orgel-
punct auf der Dominante As in der Harfenstimme, das reizende
Madrigal in F dur (Ciavierauszug pa^. 81) mit seinen hübschen
Imitationen im Bass. Im zweiten Act gefiel uns neben dem
ginzen niedlichen Tischduett zwischen Clement und der
önigin Marie hindere der das Finale einleitende originelle
Chor „Nur leise, kein Geräusch gemacht** (Cdur, Ciavier-
auszug pag. 146), aus dem dritten Act, der im Allgemeinen
xuusiluiliscn etwas abfilLllt, seien das Lied der Fleurette
^Meinen Gatten sollt ich nicht erkennen^ (Bdur, Clavier-
auszng pag. 198) und das Couplet des Clement „Friedlich
mit & im Kämmerlein^ (As dur, Ciavierauszug pag. 216)
erwähnt. Die Hauptnachtheile der Musik von „£ai)aBoche^
glauben wir einerseits in dem Mangel an Stileinheit, anderer-
seits in der unverkennbaren und über das Maass des Erlaubten
hinausgehenden Anlehnung an Bichard Wagner erblicken zu
dürfen; in letzterer Beziehung denken wir besonders an die
CbOre des ersten Actes, in denen die frappantesten Anklänge
an die „Meistersinger^ nachzuweisen sind, femer an das
G«s dur-Duett zwischen Cl6ment und Fleurette im zweiten
*) Auch kommt es vor, dass kurze Endsilben auf eine
länger gehaltene Note fedlen. so z. B. in dem Couplet Clöment's
(ClATierausBug pag. 217, Zeile 4, Takt 1) bei demWort „Krone*'.
Aufzug „Wenn deine Lieb der meinen gleicht^, das nament-
lich von den Worten ,JComm herauf ins stille Kämmerlein*'
an, was Melodik und Khythmik betrifft, in merkwürdigster
Weise an den „Tristian** erinnert, schliesslich sei noch der
vollständig Wagner'schen Behandlung des Homs in den Mittel-
stinunen gedacnt, so z. B. in der (der Anlage nach recht un-
bedeutenden) Ouvertüre und zu Anfang des Finales des ersten
Actes. Mit der Einstudirung des an fast alle Ausführenden «
bedeutende Ansprüche stellenden Werkes hat Hr. Capell-
meister Porst eine bemerkenswerthe künstlerische That voll-
bracht: er hatte speciell den Chor, der ja sonst bei uns den
wxmden Punct aller Opern- Atiffilhrungen bildet, zu einer recht
anständigen Leistungstähigkeit emporzuheben verstanden, und
das Orchester folgte seiner belebten Direction mit sichtlicher
Hingabe. Von den Solisten zeichneten sich in erster Linie
Frau Baumann und Hr. Merkel in den BoUen der Königin
Marie und des Cltoent aus, Hr. Knüpf er schuf aus der
(hier stark zusammengestrichenen) Partie des Herzogs von
Longueville eine ganz ergötzliche Charge, Frau Porst als
Fleurette konnte gesangßch nicht immer vollständig ge-
nügen und vergriff unserer Meinung nach auch schauspielerisch
Manches; ihre frühere Thätigkeit bei der Operette warf oft
recht deutlich bemerkbare Schatten zurück. Die kleineren
Bollen waren entsprechend besetzt. —
Neueinstudirungen gab es Eine bei uns im Monat
Februar: man hatte am 21. Cherubini's .Wasserträger", dem
in erster Linie durch seine gemüthvoile Handlung stets von
Neuem ein unbestrittener EiloIg gesichert ist, wieder einmal
hervorgesucht, eine Wahl, die um so mehr zu loben ist, als
wir in Hm. Schelper einen Vertreter der so ungemein
sympathischen Titelpartie besitzen, der augenblicklich wohl
kaum seines Gleichen hat. Ihm schlössen sich Frau Bau-
mann, Frl. Mark, Hr. Merkel und Hr. Marlon als Con-
stanze, Marzelline, Armand und Antonio in würdiger Weise
an, Chor und Orcnester unter der Direction des Hm. Capell-
meister Paur leisteten sehr Anerkennenswerthes. —
Zur Feier der 100. Wiederkehr von Bossini 's Geburts-
tag hatte man am 29. Februar eine Aufführung seines ^TelL"
angesetzt, in der sich wiederum Schelper durch die in
schauspielerischer, wie gesanglicher Beziehung gleich meister-
hafte Wiedergabe der Hauptrolle auszeichnete, und in der
Hr. Merkel, unser vortrefflicher lyrischer Tenor, der mit
einem jedesmaligen Auftreten Vollkommeneres leistet, Gelegen-
heit hatte, als Arnold seine prächtigen Stimmmittel auf das
Glänzendste zu entfalten. A& Mathilde bewährte sich Frau
Bau mann, die kleineren Partien waren bis auf den Baum-
garten (Hr. Greiner) und den jungen Fischer (der an jenem
Abend gänzlich heisere Hr. Degen) in geeigneter Weise be-
setzt. Die grosse Rütli-Scene am Schluss des zweiten Auf-
zug gelang imter Mitwirkung des Gesangvereins „Sänger-
kreis^ recht ^t, um die Oberleitung des Ganzen machte sich
Hr. Capellmeister Paur verdient. —
Zur Erinnerung an den 13. Februar hatte man am Tage
darauf eine Aufftmrung der „Meintersinger*' angesetzt,
über die wir, da sämmtliche Bollen in den allbekannten
Händen waren, kurz hinweggehen können und nur erwähnen
wollen, dass Schelper den äachs wieder ganz prächtig inter-
pretirte, dass Frl. Mark als Evchen bedeutende Fortschritte
macht, dass Hr. Marion wie immer ein musterhafter David
war und dass sich als Magdalene, Pogner und Kothner
Frau Duncan-Ch ambers, sowie die Hm. Wittekopf und
Knüpfer bewährten. Der Beckmesser will Hm. Neldel noch
nicht recht glücken, und es wird ihm auch schwer fallen, in
dieser Partie Vollendetes zu leisten, da sie ihm gesanglich
zu hoch liegt Der Stolzing des Hrn. Hübner war leider
wieder nur wenig genügend, ebenso wie die Leistung der
Chöre oft eine recht fragwürdige war. Das Orchester unter
Capellmeister Paur spielte zu ungleichmässig, als dass man
zu einem ungetrübten Kunstgenuss hätte kommen können.
Ausser den „Meistersingern" war der Bayreuther Meister im
vorigen Monat nur noch mit einer Aufführung seines „Tann-
häuser** vertreten, die um deswillen von oesonderem In-
teresse war, als Hr. de Grach zum ersten Male die Titeln
partie bei uns sang und sie zwar nicht erschöpfte, aber doch
in Hinsicht auf die grossen Schwierigkeiten einen so überaus
glücklichen Anlauf nahm, dass man von der Zukunft nur
das Beste zu erwarten hat. Sehr schön sang bis auf einige
&UZ pas im dritten Aufzug Hr. Demuth den Wolfram, wo-
20*
252
gegen man die Damen Pewny und Calmbach als keine
geeigneten Vertreterinnen der Venus und der Elisabeth be-
zeichnen kann. —
Zum Schluss dieses Monatsberichtes sei noch erw&hnt,
dass wir am 24 Gelegenheit hatten, einer recht ^ücklichen
„Fidelio" -Aufführung Deizuwohnen, und dass der „Don Juan**
am 28. zwei Neubesetzungen aufwies, mit denen wir uns
aber nicht vollkommen einverstanden erklären konnten. Denn
wenn wir über die Elvira des Frl. Pewny lieber ganz mit
Stillschweigen hinweggehen wollen (man muthet dieser an
und ftlr si^ sehr talentvollen jungen Dame neuerdings viel
zu viel zu und düjfte ihr dadurch mehr schaden als nützen),
so müssen wir gestehen, dass wir von dem Don Juan des
Hm. Demuth mehr erwartet und nicht geglaubt hätten,
dass er sich einige so starke Blossen wie an jenem Abend
geben würde! — F. R. Pfau.
Leipzig. Die Hauptnrüfungen am k. Conserva-
torium der Musik. (Scnluss.) Ausser auf dem Glavier,
der Orgel, der Violine und dem Violoncell producirten sich
Solisten auch auf der Flöte, der Clarinette und dem Hom,
sowie im Gesang. Li einer der Virtuosität guten Spielraum
bietenden Gomposition für Flöte von Toulou zeigte Hr. Paul
Hessler aus Stauchitz i. S. vorzügliche Tonbildung und be-
deutende Fertigkeit und Sicherheit, verbunden mit gut musi-
kalischer Empfindun|^. Die Clarinette fand Vertretung
durch die HS. Wüliam Dougherty aus Winona (Esdur-
Ooncert von Weber) und Max Wiedemann aus Leipzig
(2. und 1. Satz aus dem Bdur-Concert von Mozart). Es ver-
riethen diese Vorträge ein schon sehr respectables technisches
Können, welcher Anerkennung das gelegentliche Umschlagen
eines Tones keinen Eintrag zu thun vermochte, und natür-
lichen Ausdruck. Das Esdur-Ck)ncert für Waldhorn von
Mozart wurde im ersten Satz von Hm. Bernhard Zeumer
aus Leipzig und in den zwei anderen Sätzen von Hm. Ernst
Seidel aus Markneukirchen vorgetragen \md schloss sich in
seiner Ausfühnm^ den soeben erwähnten Leistungen auf der
Clarinette an, vielleicht mit dem Unterschied , dass Das, was
dem einen Bläser an musikalischem Geföhl abging, dem an-
deren an der technischen G^schmeidie^keit fehlte. Li der Kunst
des Gesanges legten Proben der hereits erlangten Ausbil-
dung ab: Frl. Ida Schumacher aus Bostock in I&indel's Arie
„O hätt ich Jugal's Harf**, Hr. Hermann Bärge aus Leipzig
in Liedern von Grieg und Schumann, Hr. Friärich Hüppe
aus Detmold in Walther's Werbelied „Fanget an" aus den
„Meistersingem" von Wa^er und Hr. Adolph Scholz aus
Breslau in Hal6yy's Cavatine „Wenn ewger Hass". Frl. Schu-
macher hat wenig Stimme, besitzt aber eine sehr hübsche
Coloraturfertigkeit und singt auch rein. Anscheinend stimm-
lich nicht besonders disponirt, machte Hr. Bärge diesen Man-
gel jedoch vollständig durch seinen geistig und seelisch be-
merkenswerthen Vortrag vergessen, während bei Hrn. Hüppe
mehr der Glanz des Organs, als eine besondere Vertiefung des Aus-
drucks den äusseren Erfolg sicherten und Hr. Scholz nach keiner
Seite hin über ein anstänaiges Mittelmaass hinausreichte. Zu
den Sololeistungen dürfte noch das Concertino für drei Trom-
peten von F. Vorberger zu zählen sein, das von den HH.
Ferdinand Baschdorff aus Katto wi tz, Heinrich V o g e s aus
Hessen und Bichard Dittmer aus Leipzig-Reudnitz tonlich
durchweg gut gerathen und mit sieghafter Bravour zu Gehör
befördert wurde, wogegen das von 18 Geigern unisono vorgetra-
fene „Perpetuum mobile" von Paganim nebst Einleitung Von
iorillo mehr nach Seite, des Ensemblespiels gravitirt und als
derart vorzüglich gelungene Nummer, dass sie sofort wieder-
holt werden musste, zu Anfang der Leistungen auf diesem
Gebiet erwähnt sein mag, welche wie folgt sich darstellten:
Streichquintett von Svendsen = HH. Paul Listemann aus
Boston, Friedrich Wasshausen aus New- York, Oskar Krug
aus Altenburg, Otto Hundhammer aus Reichenbach i. V.
und Franz Liste mann aus Boston (von den beiden äusseren
Stimmen der talentirten Brüder Listemann ebenso liebevoll
wie sicher getragen, war das Ensemble sehr befriedigend
und gedieh dem Werke überall zu kräftiger Wirkung), Streich-
quintett Op. 29 von Beethoven — HH. Louis Zimmermann
aus Groningen Emil Schochardt aus Merseburg, Ferdinand
Schäfer aus Wiesbaden, Walter Barchewitz aus Schweid-
nitz und Philipp Hammig aus Leipzig (eine in den von uns
gehörten beiden ersten Sätzen sehr fleissige und gewissenhafte
Leistung), Esdur-Clavierquartett von Mozart = Frl. Becky
Baum aus Danzic; und HH. Alfred Wille aus Greiz, Walter
Barchewitz imd Carl Barth aus Weimar (sorgfMtige Ein-
studiruns zeigend, litt der Vortrag öfter etwas unter der Hast
der Pianistin, die sonst aber recht sauber spielte), Es dar-
Ciavierquartett von Schumann nr Frl. Clara Wesarg ans
Braunschweiß und HH. Alfred Wille, Hellmuth Rudolph
aus Diethenslorf und Philipp Hammig; Fdur-Claviertrio von
Gade = Frl. Katie Stauber aus Clinton und HH. Alfred
Wille und Carl Barth; Fdur-Clavier- Violinsonate von Grieg
= Frl. Marie Hansen aus Melbourne und Hr. Louis Zimmer-
mann (nach unserem Gewährsmann — wir selbst haben die
letzten drei Ensemblenummem nicht gehört — ist besonders
das Schumann'sche Quartett ganz prächtig gegangen, der
Wiedergabe der Grieg'schen Sonate hat es einigermaassen an
Temperament gefehlt, während das Gade*sche Trio eine gute
Durcnschnittsleistung ergeben hat) , Hmoll-Qnartett für Solo-
violine, 2. Violine, Viola und Violoncell von L. Spohr, die
Solo Violine im 1. Satz von Hrn. Anton Korb ans Platten und
im 2. Satz von Hm. Ludwig Lauboeck aus WunsiedeL die
Begleitung von den HH. Joseph Richter aus Leipzig, Hell-
muth Rudolph und Gert Haas; m.ans aus Rotterdam gespielt
(mit virtuosem Chic überwand bei zufriedenstellender Intona-
tion Hr. Korb die verschiedenen Schwierigkeiten seiner Auf-
gabe und nicht weniger wurde Hr. Lauboeck der seinen ge-
recht; Beiden ist jedoch noch grösseres Tonvolumen zu wün-
schen), DmoU-Cla vier- Violinsonate von Gade =: PrL Katie
Matthaei aus Martinsburg (W. Va.) und Hr. Anton Korb
(mit Lust, Liebe und gutem Gelingen gespielt, machte dieser
Vortrag einen sehr erfreulichen Eindruck), Becitativ und An-
dante aus der Ciavier- Violasonate von A. Rubinstein =r HH.
Hugo Goldfarb aus Stargard und Ernst Sattler aus Bock-
wa i. S. (dem mit lebenaiger Auffassung seinen dankbaren
Part ausführenden Bratschisten schmiegte sich der Pianist da,
wo er mehr begleitend war, aufmerksam und decent an, ohne
jedoch, wo es nöthig war, es an der richtigen Selbständigkeit
fehlen zu lassen), 1. Satz der Clavier-Clarinettensonate von
Draeseke = HH. Georg Luschen aus Zwischenahn in Olden-
burg und Wüliam Dougherty (der bei dieser Gelegenheit
besonders hervortretende schöne Ton des Clarinettisten er-
freute ebenso, wie die einsichts- und geschmackvolle Behand-
lung des Ciavierparts), Variations concertantes für Ciavier und
Violoncell von Mendelssohn = Frl. Clara Hillger aus New-
Orleans und Hr. Philipp Hamm ig (eine in der GKüto der
musikalischen Litelligenz und der Tongebnng mehr nach Seite
des Violoncellisten neigende, im Ensemble aber beide Theüe
fleich ehrende Leistung). — Mit dem schwächsten Theil der
'rüfungen, dem der Compositionsfrüchte des Institute, achlies-
sen wir unseren Bericht. Es wurden an solchen vorgesetast:
Orchest^rouverturen von Fritz Hempel aus Altenburg (ecclö-
siastique) und N. Lrving Hyatt aus Troy in Amerika (zu
„Enoch Arden"), Quintett für Ciavier und Streichinstrumente
von Julius Bleichmann aus St. Petersburg (der Componist und
HH.Paul u. Alfred Wille aus Greiz, Emil Schochardt und Philipp
Hammig), zwei Romanzen für Pianoforte und Violine (me
Componistin und Frl. Leila Taylor aus Oxford), vier Olavier-
stücke (Frl. Birdie Vosburgh aus Clinton) und Lieder „Ein-
samkeit" und -An meine Königin" (Frl. Paula Doenges aus
Leipzig) von üora C ad de 11 aus Torquay in Enc^and, Suite
für zwei Pianoforte (HH. Albert Lockwood und W^alter Haan
aus Brooklyn) und Phantasie für Pianoforte (Hr. Albert Lock-
wood) von N. Irving Hyatt, Variationen für davier von
Robert Löwenstein aus Hamburg (der Componist), Phan-
tasiestück und Mazurka für do. von Wilhelm Mittrup ans
Düsseldorf (der Componist), zwei Orgelstücke von Adolph Fey
aus Neumünster (der Componist), Lieder „Am Brünnelein*'
und Zwieg-esang von Robert Löwenstein (Frl. Flora Wolf
aus Chemnitz), „Herr Frühling", Wiegenlied, „Ilse" (Frl. Elise
Schmidt aus Leipzig-Reudnitz), „Vale", „Der Zigeunerbu" und
„Liebeslust und -Leid" (Hr. Otto Schröder aus Halle a. S.) von
Ernst Müller von hier. Von den beiden Ouvertüren haben
wir die Hyatt'sche versäumen müssen. Dieselbe wurde von
vorurtheilslosen und urtheüsÖLhigen Musikern als ein Werk
bezeichnet, das in der Selbständigkeit und Wirksamkeit seiner
Gedanken, der Trefflichkeit der thematischen Arbeit und in
Bezug auf Instrumentation eine Ausnahmestellung unter den
in den letzten Jahren bei dieser Gelegenheit gebotenen Or-
chestercompositionen beanspruchen dürfe.*) Das andere Stück
* Dieses Urtheil wird negativ auch bestätigt durch den
Effect, den das Novum auf das verrostete musikalische Gtehim
des Hrn. Eduard Bemsdorf gemacht hat, denn der kritische
Senf, den dieser Kritikaster zu diesem Fall gibt, lautet, dass
besagte Ouvertüre „geradezu abstossend durch gedankliche
268
gleicher Gattong von Hempel war mehr mit dem Verstand
und einer in den contrapunctisohen Disciplinen schon recht
kundigen Hand, als mit selbstschöpferiscner Phantasie ge-
schrieben und machte dementsprechenden Eindruck. Nach
der Hyatt'schen Ouvertüre und dessen theilweise sehr inter-
essanter Suite für zwei Claviere rangirte hinsichtlich des
inneren Werthes das Ciavierquintett von Bleichmann, eine
Composition voller Greist und Frische, sowie respectabler Er-
findungskraft, deren Wirkung nur die übergrosse L&nge
einiger Theile in Etwas Abbrudi that. Was sonst von instru-
mentalen Novitäten zu Gehör gelangte, war, vielleicht mit
Ausnahme der uns nicht ganz vers&ndlich gewordenen Gla-
vierphantasie von Hyatt und der von uns versäumten, aber
gerimmten Orgelstücke von Fey, nicht derart, dass man be-
sondere Merkmale angeben könnte, und das Gleiche gilt, wenn
man ein paar Nummern des Hm. Müller ausnimmt, von den
Liedern, von welchen besonders die des Frl. Gaddell das Mög-
lichste an Physiognomie- und Interesselosigkeit leisteten. Das
Schülerorchester stand, wo es in Action kam, unter der
sicheren und befeuernden Leitung des Hm. Sitt: nur Hr.
Hempel nahm in der eigenen Ouvertüre die Zügel selbst in
die Hand, eine Dirigentenerscheinunfi^, die in diesen Prüfungen
immer seltener geworden ist, während in vielen anderen
Musikschulen die Directionsübung der Schüler ein obligato-
risches Fach bildet und die Eleven nicht blos ihre eigenen
Werke dirigiren dürfen, sondern ihr Geschick auch in der
Leitung fremder Ensemblecompositionen — sowohl in den
üebungsstunden, wie vor dem Publicum — zu zeigen haben.
Wenn wir auch schon wiederholt ohne Resultat auf diesen
Mangel an unserem in allem üebrigen auf der Höhe der Zeit
stehenden Conservatoriimi hingewiesen haben, so soll uns dies
doch nicht abhalten, im Interesse des Instituts von Neuem
auf diesen Punct zurückkommen und zu einer Aenderung
hierin anzuregen.
Dresden. Die zu Gunsten der Platen-Stiftung f&r Freitag
angesetzte, in Folge eines Unfalles, welcher unseren Walther
betroffen, aber aufgeschobenen Vorstellung der „Meister-
singer*^ fand am 2. Mai bei ansverkauftem Hause statt. Sie
war eine Festvorstellung im besten Sinne des Wortes. Denn
über der ganzen Darstellung lag die Weihe vornehmer künst-
lerischer Stimmung, die gerade für die „^^i^tersin^er** so
nöthig ist, wenn der in der Dichtung ruhende unversiegbare
Born tiefster und anmuthigster Poesie wirksam hervorquellen
soll. Die Chöre der Hofoper, deren Trefflichkeit ja weithin
anerkannt ist, waren in allen ihren Leistungen vorzüglich,
die „Prügelsceue" blieb, entgegengesetzt dem Tohuwabohu**
anderer Bühnen, immer noch Gesangsscene, rein und präcis in
Stimmung und Einsatz. Geradezu erhebend wirkte die Yolks-
scene am Schlüsse des Werkes. Arrangements und Haltung
des Chors wie der Comparserie ist in Dresden mustergiltig.
Die Dresdener Begie vermag auch dieses schwierige Material
zur künstlerischen Wirkung zu zwingen. Das fkllt besonders
Dem auf, der von Leipzig Kommt und dort gelernt hat, sich
an schlechtes Einsetzen, Auseinand ersinnen des Chores und
theilnahmloses Herumstehen der Statisterie nachgerade zu fi^e-
wöhnen. — Die scenische Wirkung ist in Dresden unerreicht,
weder der in Berlin entfaltete Prunk, noch die reiche Aus-
stattung in Wien vermag sie zu übertreffen : bis ins Kleinste ist
durch Gruppirung, Decoration und die besondere Beleuch-
tung, die bresden zu eigen, eine malerisch-ideale Stimmung
über das Bühnenbild ausgebreitet.
Was die Efnzeldarst^ung betriffb, so war das Beste, was
Geboten ward, der Hans Sachs des Hrn. Scheidemantel. Der
Künstler gab eine vollkommen ausgearbeitete schauspielerische
Leistung, aus der überall liebevolles Eindringen und feinfühliges
Verstänoniss sprachen. Ein Vergleich der Auffassung Scheide-
manteVs mit dem Sachs Schelper's gibt eine Fülle von Anre-
gung zur Vertiefung in das Werk selbst. ScheidemantePs
Sachs findet seinen Schwerpunct in würdevollem, schönem
Ernste; während Schelper die liebenswürdige Bonhommie des
Charakters am meisten betont, lässt Scheidemantel die künst-
lerische Gesinnung und Tendenz mehr hervortreten. Das zeigt
sich gleich im ersten Acte mit Beckmesser ganz auf-
fallend. Schelper wendet in dieser Scene dem Merker gegen-
über feine, köstliche Ironie an, Scheidemantel bis zur Ent-
rüstung gehenden vorwurfsvollen Ernst. Er legt den Nach-
druck auf den Künstler Sachs, Schelper auf die Persönlichkeit.
Corruptheit und Verworrenheit, formelle Ausbündigkeit und
wüsten Orchesterlärm" wirke.
Die gesangliche Leistung ScheidemantePs, dessen Stimme jetzt
auf der Höhe steht, war wundervoll. Der Walther des Hrn.
Gritzinger war mehr Bitter als Junker, das jugendliche
Ungestüm, das der dichterische Charakter verlangt, kam nicht
zur Geltung. Was den Gesang betrifft, so falten diesem oft
das innerliche Feuer und der Schmelz der Stimme. Das Organ
des Sängers klang oft zu hart und rauh. Spiel und Haltung
waren durchweg vornehm und klar bestimmt. Hr. Hofmüller
hat seinen treimchen David in Bayreuth einstudirt bekommen,
ob aber alles Das, was er vorbrachte, mit dem Stempel der heilifi;en
Tradition versehen, erscheint fraglich. David ist ein lieber,
frischer und munterer Bursch, so gab ihn auch Ho&nüUer,
leider nur etwas zu munter. Sachsens Lehrbnb darf auch
seinen Ernst haben, allzuvieles Herumspringen und Lustigsein
schadet. David soll nicht — zappelig sein ! Besonders im ersten
Act, wo er dem Bitter den Codex des Zunfbgesanges herbetet,
muss ein gewisser Ernst verlangt werden. David soll sich
damit wichtig thun, nicht aber sich darüber lustig machen.
Die Eva sang Frau Witt ich. Bei ihr überwiegt der gesang-
liche Theil der Partie stets den darstellerischen. Leider aber
— ob durch Erschöpfung oder Indisposition, soll unergründet
bleiben — versagte im dritten Act ihr der Wohllaat der Stimme
fänzlich ; dadurch kam das Quintett um seine ganze Wirkung,
'rau Wittich versuchte mit aller Anstrengung ihre Stimme
zu halten, allein abgesehen davon, dass sie im Takt ausein-
ander war, verdarb ihr bis ins Kreischen gesteigerter Ton alle
Wirkung. Auch bei der Darstellung dieser Scene hält sie —
aber hier auch nicht Frl. Malten — den Vergleich mit der
Leipziger Eva Frl. Mark aus, in der tiefinnigen und weihe-
vollen Wiedergabe ist diese den Dresdener Partnerinnen
weit überlegen. Beim Beckmesser des Hm. Jensen fiel die
Auffassung der BoUe auf. Hr. Jensen bemühte sich, seinem
Merker ein repräsentatives Moment zu geben, der Hr. Stadt-
schreiber trat dabei in den Vordergrund und zeigte mitunter
ganz chevalereske Allüren. Jensen^s Darstellung war nicht
unpassend und uninteressant, Beckmesser ist, wie man sieht,
in allen Prägungen möglich, man kennt ihn als Possen-Hans-
wurst, wie als Franz Moor-artigen Bösewicht.*) Warum man
aber selbst in Dresden noch einige Possen-Mätzchen als Zu-
gabe zu den .Meistersingern'' iür nöthig erachtet, ist uner-
findlich. Beckmesser und der Nachtwächter glauben immer
noch, dazu verpflichtet zu sein. Etwas Seltenes in ihrer Art
war die Darstellung des Kothner durch Hm. Gutzschbach.
Das war wirklich ein Stück von dem behäbigen, seiner Würde
bewussten, aber philiströsen Bäckermeister, wie ihn sich der
Dichter gedacht und wie er ihn wohl auch dargestellt wissen
wollte! Hugo Dinger.
Concertumschau.
Aachen. 7. Stadt. Abonn.-Conc. (Schwickerath) mit
S. Baches Matthäus-Passion unt. Solist. Mitwirk, der Frauen
Hoeck-Lechner a. Carlsmhe u. Metzler-Löwy a. Leipzig und
der HH. Kaufmann a. Basel u. Hildach a. Berlin, sowie eines
einheim. ungen. Bassisten.
Altenbupg. Musikal. Abendunterhalt, des Männergesang-
vereins am 4. April: Männerchöre v. W. Stade („Frimlings-
reigen** u. ,jVor Jena"), Vierling („Maienwald" u. „Esgfeult
mer"), H. Sitt („0 wilÜtommen, Frühlingswonne") u. A., Solo-
vorträge des Frl. Gondar a. Leipzig (Ges., „Jetzt ist er hinaus"
V. H. Iliedel, „Ein Obdach gegen Sturm" v. B. Kahn, „Zur
Drossel sprach der Fink" v. d* Albert, „Lieblich hat sich
gesellet" v. W. Stade. „Leb wohl, lieb Gretchen" v. Gade
u. Wiegenlied v. W. Taubert) u. des Hm. Funger v. hier
(Clav., „Liebesgedicht", „Schmetterling" u. „An den Frühling"
V. Grieg, Gavotte eig. Comp. etc.).
Altena. 3. Symph.-Conc. des Bürgerver.: Bdur-Svmph.
V. Havdn, symph. Prolog zu Dante'sTDivina Commedia" v.
F. V. W oy rsch, „Oberen" -Ouvert. v. Weber, Ballade u. Polon.
f. Viel- V. Vieuxtemps (Hr. Saal).
* Nach der gelegentlich der in Rede stehenden Auffüh-
rung geäusserten Ansicht des Hm. Ferd. Gleich ist Beckmesser
überhaupt keine „komische" Figur, „sondern eine unglaub-
liche (!) Carrikatur, die man sich allenfalls in einer Posse
oder Burleske gefallen lassen kann, vielleicht auch wohl ein
der dem Meister übel wollenden musikaÜsch-reactionären
Kritik geltender Racheact (!)", — so neben anderem Unverstand
und Unsinn aus gleicher Feder zu lesen in No. 125 des „Dr.
Anz." D. ßed.
254
Büekeburgr* 6. Auffuhr, des Oratorienver. (Sahla) mit
Haydn's „Jahreszeiten" unt. sollst. Mitwirk, der Frau Schmidt-
Köhne a. Berlin u. der RH. Zameckow a. Berlin n. Brune a.
Hannoyer.
Carlsruhe. Auffuhr, des Ver. f. evangel. Kirchenmusik
unt. Mitwirk, der Sängerinnen Frls. Helbing u. Zimmer aus
Frankfurt a. M., desBaritonisten Hm. Baumer u. des Organisten
Hm. Werner a. Baden-Baden am 10. April: Psalm 96 f. Bari-
tonsolo, Chor, Org. u. Harfe v. Müller-Hartung, Chöre v.
M. Frank u. A., Soli f. Ges. v. Gade („Aus dem Staube") u. A.
u. f. Org. V. S. Bach (Prael. u. Fuge in CmoU) u. Guilmant
(zwei Sätze a. der Dmoll-Son.). — Am 12. April Auffuhr, v.
Mendelssohn'« „Paulus" durch den Philharm. Ver. (Kühner^
unt. Solist. Mitwirk, der Frau Beuss, des Frl. Friedlein und
der HH. Bosenberg und Eömhildt. — ComeHus-Abend am
25. April: Einleitende Worte des Hrn. Mottl über P. Corne-
lius, Scene a. der Oper „Der Cid" (Frl. Mailhac u. Hr. Flank),
Lieder „Untreu", „Veilcnen", „Komm, wir wandeln" u. „In
Lust und Schmerzen" (Frl. Königst&tter) , Brautlieder (Frau
Reuss) u. verschiedene Gedichte (Hr. Wassermann) v. P. Cor-
nelius.
Chemnitz. Symph.-Conc. des Hrn. Asbahr am 2. April:
Dmoll-Symph. v. Th. Schneider (unt. Leit. des Compon.),
Ouyert. zur „B&uberbraut" v. Ferd. Bies, Andante aus dem
Streichquart. Op. 11 v. TschaXkowsky, Negerlieder u. -Tänze,
bearbeit. v. Sohulz-Beuthen, Gbsan^vorträge des Frl. Boehme
(Ariea. „Samson und Dalila" v. Saint-Saäns, „Im Maien" v.
B.Becker etc.).
Cineinnati. Piano Becitals des Hm. G. Schneider am
12. u. 26. März m. Compositionen v. F.W. Eust (Bdur-Son.),
Schumann (Phantasiestücke), Grieg (,.Humore8ken" Op. 0),
Beethoven, Mozart, A. Bird (Variat.), Ad. Jensen („Idyllen"
No. 2 u. 4 a.Op. 43) u. Schubert.
Danzig. Conc. des Pianisten Hm. Dr. 0. Fuchs unter
gesangl. Mitwirkung des Frl. Daniela u. des Hm. Pauli am
26. März: Vocalduett „Liebesgarten" v. Schumann, Soli für
Ges. V. C. Fuchs („Das Blatt im Buche". Schäfer-Eomanze^
^hlafendes Kind**, „Der Mider" u. „Verlassen") u. A. u. f.
Clav. V. Brahms (GmoU- u. Hmoll-Khaps. u. Ddur-Ballade),
Beethoven (Sonate Op. 57), Hiller (Tocc.), Liszt (1. Ungar.
Bhaps.) u. A. — - Gheistl. Musikabend des Hm. Dr. C. Fuchs
unt. Mitwirk, des Frl. Brackenhammer (G^.)) der Frau G«mm
(Harfe), des Männergesan^er. (v. Kisielnicki) u. der Theil'schen
Militaircap. am 12. April: Conc. f. Org.. Streichorch. u. zwei
Oboen, Vorspiel u. Choräle „Ein Lämmlein geht", „Christ ist
erstanden* u. „Ein feste Burg", sowie Cdur -Toccata f. Orgel
V. S. Bach. Männerchöre v. Eccard, Palestrina u. M. HaycLn,
Larjgo f. Harfe u. Org. v. Händel, Soli f. Ges. von F. Kiel
(Arie a. „Christus") u. B. Becker („Meine Seele ist stille zu
Gott"), f. Org. V. Liszt („In der Sixtinischen Capelle") und
Nicolai -Liszt (Ouvert. üb. „E3in feste Burg").
Dessau. Am 15. April Aufftihr. v. F. Schneider*s Orat.
„Gethsemane und Gk>k^atha" durch den Singechor u. solist.
Mitwirk, der Frls. Schneider u. Grunow u. der HH. Feuge,
Kirchner u. Schönlein.
Dordreeht. 2. Conc. der Orch.-Vereenig. (Erdelmann):
Militär83rmph. v. Ha^dn, Ouvert. zu „Die weisse Dame" von
Boieldieu, Balletmusik a. „Feramors" v. Bubinstein, „Herz-
wunden" u. „Der Frühling" f. Streichorch. v. Grieg, GesanR-
vorträge des Frl. Klinge a. Crefeld („Ave Maria" v. Bruch,
„Es muss was Vi^underbares sein" v. F. Bies etc.).
Dresden. 10. Prüf. -Auffuhr, im k. Conservat. f. Musik:
„Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, Solo vortrage der Frls. Mal-
medö (G«s., Arie v. Verdi), Walker (Ges., Arie v. Meyer-
beer) und Beichel (Clav., 2. u. 1. Satz des DmoU-Conc. von
Rubinstein) u. der HH. Grützner (Ges., „Die Frist ist um" v.
Wagner), Zeidler (Violonc, 2. u. 1. Satz des Conc. v. MoHque)
u. Anders (Clar., 1. Satz des Conc. v. Spohr). — AufRlhmng
der Hofcap. f. den Unterstützungsfbnds f. ihre Wittwen und
Waisen unt. Leit. des Hm. Schuchu. Mitwirk, der Solisten
Frls. Brüning u. Fröhlich u. der HH. Anthes u. Nebuschka,
sowie der Dreissig'schen Singakad., des Lehrer-Gesangver.,
der oberen Classen des k. Conservat., des k. Hoftheatersing-
chors u. der k. Hofkirchensänger u. Capellknaben am 10. April:
Verwandlungsmusik u. Schlussscene des I.Aufzuges a. „Par-
sifieJ" V. Wagner, 9. Symph. v. Beethoven.
Düren. Conc. des Instrumentalver. (Hilgers) am 8. Aprik
1. Satz der 2. Symph. v. Brahms, Ungar. Suite f. Oroh. v.
H. Hof mann, feosamunde"-Ouvert. v. Schubert, Clavierquint.
V. Schumann, Lieder v. Liszt („Die Loreley") u. A.
Duisburg. Bich. Wagner-Conc. unter Leit. des Hm.
Gille a. Düsseldorf am 11. April: Ouvertüren zum „Fliegenden
Holländer" u. „Tannhäuser", Vorspiele zu „Lohengrin" und
den „Meistersingern", Fragmente a. „Tannhäuser", „Lohen-
grin", der „Walküre^ (Liebeslied [Hr. Frank], Wotan's Ab-
schied [Hr. Lurgenstein] und „Feuerzauber"), „Götterdämme-
rung" (Tagesgrauen u. Scene [Frl. Schindler u. Hr. FrankJ,^
Trauermarsch u. Schlussscene [Frl. Schindler]) u. „Parsifal**
(„Char£reitagszauber"). (Ein dortiger Beferent schreibt über
dieses Concert: „Wir gehen nicht &hl, wenn wir dieses Con-
cert Über die in letzter Zeit hier stattgefundenen grösseren
musikalischen Aufführungen stellen j in tadellosen , fein aus-
gestalteten Leistungen, in einem gediegenen Zusammenwirken
der orchestralen Kräfte wird wohl schwerlich Eines derselben
auf gleicher Höhe mit ihm stehen." Dann weiter^ anschei-
nend mit Bezug auf die sonstigen Musikverhältnisse Duis-
burgs: „Man konnte glauben, einen neuen Tag angebrochen
zu sehen, einen neuen Tag auf musikalischem Gebiet nach all
den zwar vielfach herrlichen, häufig aber auch durch ihre bis
zum Ermüden oftmalige Wiederholung, durch ihre an glatten,
engbegrenzten üfem dahinfliessende Tonfülle übersättigend
wirkenden alten Werken.")
Eberswalde. 89. Conc. des Concertver.: Clav.-Violinson.
Op. 47 V. Beethoven, Soli f. Ges. v. Cornelius („Komm, wir
wandeln"), Kienzl („Immer leiser"), daMotta („Guter Bath**
u. -Ländlicher Beigen"), B. S t r a u s s („Ständchen" ), H. S c h m i d t
(„Waldruf"), Stange („Die Bekehrte") u. A., f. Ciavier von
Liszt („Au bord dnine 80urce")u. A. u. f. Viol. v.E. Singer
(Bomanze), Sgambati (Seren, napol.) u. Bazzini (Gnomen-
tanz). (AusftUirende: Frau Schmidt-Köhne [G^.l u. HH. da
Motta [Clav.] u. Fink [Viol.].) (Das da Motta'sche Lied „Länd-
licher Keigen" musste Frau Schmidt-Köhne auf stürmisches
Verlangen da capo singen. Ein dortiger Beferent schreibt
über dasselbe: »Mir ist kaum ein Lied bekannt, in welchem,
wie in Dichtung, so auch in Composition die alljährlich in
jedes Menschen Brust erklingende Frühlingslust einen so hin-
reissend beredten Ausdruck gefunden hat. Das Lied ist
eine wahrhafte Bereicherung des Liederrepertoires der Sän-
gerin und wird überall, wo es erklingt, die Herzen zum Jubel
stimmen.")
Elsleben. Passionsmusikaufftlhr. am 12. April, unt Mit-
wirk, der S&igerin Frl. Wa^er a. Cöln u. A. m. veranstalt.
V. Hm. Organist Bichter : G^isÜ. Dialog f. Chor, Altsolo u. Org.
V. A. Becter, Chöre V.O. Bichter („AffnusDei"),M.Haydn,
H. F. Müller („Mein Jesus wird am Aoend spät") u. A., Soli
f, Ges. V. S. Bach u. f. Org. v. S. Bach und C. F. Engel-
brecht (Choralvorspiel „Herzliebster Jesu").
Elberfeld. Conc. der Liedertafel (Dreeert) am 27. März:
Listrumentalnummem v. Cherubini, Hänoel und Mascagni
(Litermezzo a. „Cavalleria rusticana"), Männerchöre v. Men-
delssohn („Festgesang an die Künstler", m.Orch.), Kremser
(„Wenn Zweie sich gut sind"), B. Prayon („Heim")u. D re-
ger t („Sängertreue"), Männerquartette m. Sopransolo v. Dr e-
fert („Wenn sich zwei Herzen scheiden") u. Hill er („Die
enster auf), Solovorträge des Frl. KrStma v. hier (Gto^ing,
„Bispetto" V. J. Bönt^en etc.) u. des Hm. Schmidt a. Bar-
men (Violonc, „Arlequin" v. Popper, TaranteUe v. Fi-
scher etc.).
Erfurt. Am 29. März Auffuhr. v.Mendelssohn's „Elias"
durch den Musikver. (Mertel) unter solist. Mitwirk, des Frl.
Krötma u. der HH. Grahl u. Fitzau.
Esslingen. Passionsconc. des Oratorienver. (Prof. Fink)
unt. Solist. Mitwirk, der Frau Fink u. der HH. Lorch u. Beck
(Ges.), sowie Schmidhuber (Org.) am 12. April: Fragmente a.
dem „Tod Jesu" v. Graun u. dem „Messias" v. Händä, G«istl.
Dialog f. Chor u. Solo m. Org. v. A. Becke r, ^em, Chöre von
S. Bach u. Chr. Fink (gMüd vom Sehnen"), Männerchöre v.
B. A. Weber, GkiUus u. E. F. Bichter („Gross sind die Wo-
gen"), Soli f. Gtes. u. f. Orgel. (Anknüpfend an die an den
Verein abgegebene Erklärung der Frau Fink, künftighin die
grösseren Solopartien in dessen Aufführungen nicht mehr
übernehmen zu wollen^ schreibt ein dortiger Beferent: „Ln
Laufe der letzten 30 Jahre hat Frau Fink etwa 115 Mal die
grösseren Soli in geistlichen und weltlichen Musikwerken
übernommen, mit eisernem Fleisse und aufopfernder Hinge-
bung unter der Leitune ihres Hm. Gemahls studirt und stets
mit Staunenswerther Sicnerheit, mit künstlerischem Verständ-
niss und wärmster Empfindung zur Durchführung gebracht
und dadurch die Herzen der Zuhörer erquickt, erfreut, erbaut
und oft gerührt, und dies Alles stets in selbstlosester Weise,
wodurch sie zugleich dem Oratorienvereine Tausende von
Mark erspart hat. Und wie hat sie durch ihre mustergiltigen
255.
Vorträge die Lehrthätiekeit ihres Gatten so trefflich unter-
sttltzt! Landauf, landab hören wir von alten und jungen
Lehrern mit Begeisterung von ihren Kunstleistungen reden.**)
Frankfurt a. M. 3. Conc. des Gaecilien- Vereins (Prof.
Müller) m. S. Bach's Matthäus-Passion unter Solist. Mitwirk,
der Frau Hoeck-Lechner , des Frl. Eloppenburg u. der HH.
Pichler, Hildach u. Ad. Müller. — Letztes Conc. des Frank-
furter Trios der HH. Kwast, Bassermann und Becker unter
Mitwirk, der HH. Sistermans (Gesang) u. Allekotte (Viola):
FmoU-Clavierquart. v. B. Scholz, D moU-Claviertrio v. Schu-
mann, Lieder v. Beethoven.
Genf« Ck>nc. des Organisten Hm. Barblan unt. Mitwirk,
des Hm. Thiele (Pos.) und eines Vooalcjuart. am 16. April:
Vocalquartette v. Schubert u. Danzi, Soli f. Org. v. Barblan
(Pr^l.). Mendelssohn (zwei S&tze a. der 8. Sonate), C. Frank
(Adagio a. Op. 16) u. S. Bach (GmoU-Phant.) u. f. Pos. von
Mendelssohn u. H. Thiele (Phant. über „Parsifal** [!]).
Görlitz« Geistl. Musikaufflihr. des Ghorgesangyer. (Hell-
wig) unt. Solist. Mitwirk, der Sängerinnen Frau Fischer aus
Zittau u. FrL Spiess am 19. April: Geistl. Dialog f. Altsolo
u. Chor m. Harmon. v. A. Becker, Chöre v. Vulpius, Lotti,
M. Bach u. M. ßlumner („Selig sind die Todten**), Vocal-
duett „Durch das dunkle Thor der Schmerzen^ von Händel,
Gesangsoli von Franck, Wer mann („Ich möchte sein") und
Raff („Sei still**). (Frau Fischer hat, wie man schreibt, mit
ihren Solo vortragen, „in denen ihre so schöne, voUe, so recht
kirchliche Stimme zu grösster Wirksamkeit kam**, ihre Zu-
hörer ordentlich begeistert.)
Gotha. 8. Vereinsconc. der Liedertafel unt. solist. Mit-
^virk. des Frl. Möbius a. Sondershausen u. des Hm. Büttner
(Gres.), sowie des Violinisten Hm. Künzel: „Danse macabre**
V. Saint-Saöns, Vorspiel (zu?) v. Reinecke, „Johanna von
Orleans** f. Männerchor, Soli u. Dreh. u. Arie des Simon Dach
a. „Aennchen von Tharau" v. H. Hof mann, Schnitterchor
a. „Prometheus** v. Liszt, 2. u. 3. Satz a. dem Edur-Violinconc.
v. Vieuztemps.
GothenburST- Concert der Harmoniska SäUskapet (Dr.
Valentin) unt. Mitwirk, der HH. Frederiksen, Czapek, Levan
u. A. am 9. April: Fragmente a. „Köni^ Thamos** v. Mozart,
„Aarstidsbilleder** f. Soli u. Clav, zu vier Händen v. Gade,
„Ezcelsior** f. Solo u. Chor v. Liszt, Streichquartettsätze v.
Rubinstein (a. Od. 17) u. Tschaikowsky (a. Op. 11), zwei
Sätze a. dem Dmou-Violinconc. v. Wieniawski.
Im Haag. Am 12. April AufEÜhr. v. S. Baches Matthäus-
Passion unt. Leit. des Hm. S. de Lange und solist. Mitwirk.
der Frls. de Roever u. Kempees a. Amsterdam u. des Hnou
Hintzelmann a. Berlin, sowie des Hm. Messchaert und eines
ungen. Bassisten a. Amsterdam.
Hambarg. 6. Volksconc. der Philharmon. Gesellschaft:
ß. Symph. V. Beethoven, „ Wasserträger** -Ouvert. v. Cherubini,
2. Seren, f. Streichorch. v. Volkmann, Ciavier vortrage des
Hm. Rosenthal (Esdur-Conc. v. Liszt u. „Camaval** v. Schu-
mann). — 32. Privataufftihr. des Gesangver. v. 1680 (Prof.
Bödecker) unt. Mitwirk, des Frl. Faller u. der HH. Geor^ u.
Kugelberg: Ddur-Clav.-Violoncellson. v. Rubinstein, Vanat.
Op. 6 f. ao. V. L. Bödecker, zwei Sätze a. der Suite Op. 140
f. do. V. F. Lachner, gem. Chöre v. E. Grell („Abend"),
Schlottmann (Frühlingslied), Billeter („Frühling^uss*
u. „Frühling ohn Ende^), Härder („Bitte**) und Härtel
(„Waldeefrieaen**), Frauenohöre v. Hummel („Der Mai** und
„Frühlingslust**) u. Reinecke (»Vom Bäumlein, das andere
Blätter gewollt**). Gesan^li v. Stange („Die Bekehrte**) u.A.
— Am 15. April Conc. un Stadttheater unter Leit. des Hm.
Mahler n. soBst. Mitwirk, der Frauen Liasmann u. Heink u.
der HH. Cronbm;er u. Lissmann: Requiem v. Mozart, „Te
Deum" f. Soli, Chor, Orch. u. Org. v. Ä. Brückner.
limsbruek« 6. Mitgliederconc. des Musikver. (Pembaur):
Chöre V. Palestrina, F. Idiel (nünd ob ich schon wanderte**
u. „Wie lieblich sind deine Wohnungen**), F. Hegar (»Lie-
derfrühling**), L Brüll („Süsses Be^bniss**) und Meyer-
Olbersleben (BrautHed), Orgelvortoäge des Hm. Homeyer
a. Leipzig (Tocc. u. Fuge in Dmoll v. S. Bach, DmoU-äon.
V. Menddissohn u. Phant u. Fuge üb. BACH v. Liszt).
Nürnberg« Kammermusikaoend der HH. Göllerich von
hier ^lav.), Bassermann a. Frankfurt a. M. (Viol.) u. Kiefer
a. Erfurt (Violonc.) am 14. März: Claviertrios v. Beethoven
a». 70, No. 1) u. Schubert (Od. 10^ „Tristia** f. dieselben
trumente v. Liszt, Gdur-clav.-YiolonceUson. v. Nicod6.
(Ein dortiges Blatt schreibt hierüber u. A. : „Die Darbietungen
dieses Künstlertrios gehörten in der That zu den ausgesuch-
testen musikalischen Genüssen, die man sich auf dem Gebiete
der Kammermusik denken kann.") — 3. Conc. des Philharm.
Ver. (Winderstein) unt. solist. Mitwirk, des Ehepaares Ritter
(Q^s. u. Viola alta): „Harold** -Symph. v. Berlioz, „Egmont**-
Ouvert. V. Beethoven, Soli f. Gesang v. Weber, Franz („Im
Herbst**), H. Ritter („Du bist mein**) und Lassen („Früh-
ling**) u. f. Viola^lta v. Rubinstein(And. a.Op. 49), Liszt
(Romance oubli^e) u. H. Ritter (Mazurka).
Oels. Am 23. März Aufführ. v. Haydn's „Jahreszeiten**
durch den G«sangver. f. gem. Chor (Winkelmann) unt. solist.
Mitwirk, des Frl. Gk)ldschmidt a. Sondershausen und der HH.
Prof. Kühn u. Paiü a. Breslau.
Osnabrüek. 4. Kammermusikabend der HH. Oeser von
hier (Clav.), Wünsch u. Bieler a. Braunschweig (Streicher):
Claviertrioev. Volkmann (BmoU) u. Brahms (Cdur), Clav.-
Violinson. Op. 47 v. Beethoven. (Auch dieser letzte Kammer-
musikabend erfreute sich der rückhaltslosen Anerkennung der
dortigen Presse. Einer der Berichte sohliesst: „Das verständig
abgewogene Zusammenspiel , die SorgÜEdt, mit der die drei
Vortragenden an ihre Aufgabe herantraten und, was irgend
daraus geschaffen werden konnte, zu voller Schönheit er-
stehen hessen, die bei den heutigen Ansprüchen keineswegs
leichte Auswanl der Piöcen und eine nicht immer dankbare
Mühewaltung sind ohne üebertreibung wirklich anzuerkennen.
Hr. Oeser befindet sich mit diesem seinen letzten Concert-
abend in der Saison am Ende einer erfolgreichen Thätigkeit.
Sein musikalisches Unternehmen steht leoenskräftig auf der
Höhe unseres Musiklebens.**)
Penlg. Kirchenconc. des Kirchenchors u.'de8 Chorgesang-
ver. unt. Leit. des Hm. Rühling u. Mitwirk, der Sängerin Frl.
Lenniick a. Dresden u. der HH. Reichardt sen. u. jun. aus
Waldenburg. sowie des Stadtoroh.: Zwei Sätze a. der Dmoll-
Sonate für Orgel zu vier Händen von G. Merkel, „Gloria**
f. Chor, Soli, Orch. u. Org. v. M. Hauptmann, Chorgesänge
V. M. Hauptmann („Ich danke dem Herrn**, m. Soli) u. E. F.
Richter („Kann icns ermessen** und „Gib deinen Frieden**),
Soli f. Qtes. V. Mendelssohn, Hiller (Gebet) und Wermann
(Danklied) u. f. Org. v. Mendelssohn (Variat. u. And. a. der
6. Sonate). (Die Anfßihrung findet eine begeisterte Bespre-
chxmg in einem dortigen Blatt. Betre£& der Chorleistungen
wird u. A. geschrieben: „Was hier an rhythmischer Schfiffe,
Intelligenz und Adel der Phrasirung, Musterhaftigkeit dei:
Aussprache und insbesondere Schärfe der Consonantirung von
Nichtberu&sängem geleistet wurde, bliebe einfekoh unerklärt
ohne die Annahme eines heroisch das Gkinze emporreissenden
Einzelnwillens, der seine Untergebenen weit üb^ das schale,
nur physikalisch richtige Notensingen hinaus zu unbewusst
künstlerisch schaffenden Werkzeugen seines eigenen künstle-
rischen Willens und Bewusstseins sich schafft. Wir glauben,
mit diesen letzteren Ausführungen Hm. Cantor Rühling eine
längst^eschuldete Anerkennung auszusprechen und nicht so-
wohl eine Kritik zu üben, als vielmenr eine Erklärung zu
g^ben, die auf frühere ConcerÜeistungen des Hm. Cantor
ühling gleicherweise, wie auf das Kirchenweih-Concert an-
gewendet werden muss.**)
Trier. 4. Ver.-Conc (Lomba) m. HändePs „Messias** unt.
Solist. Mitwirk, der Frls. Krötma a. Elberfeld u. Höf ken aus
Cöbi u. der HH. Wolf a. Cöln u. Schulz-Domburg a. Würz-
burg. (Von den Solisten war der Tenorist leidend und Frl.
HöiKen neu för Trier. Man schreibt Über dieselbe u. A.:
„Gute Schule, natürlicher Vortrag, treffliche AufßEissung zeich-
nen die Dame aus. . . . Der Vortrag hat etwas ungemein
Schlichtes und Inniges, etwas geradezu Seelenvolles.**)
Weimar. 4. Abonn.-Cono. des Chorgesangvereins ^of.
Müller-Hartung) m. A. Tottmann*s Märchencomp. „Edel-
weiss** unt. solist. Mitwirk, der Frls. Martersteig, Sältzer,
Braun u. Ickel u. der HH.Kühn u. Goepfardt. (Declam.: Hr.
Dr. Vulpius.)
■V V^raUtU Ptofframme, «owfo Programm$ ohne Angäbe von Ort und
Datum müoMn volUtändig unbeaeMot hlHbent
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Boston. Meister Brodsky stellte in einem Concert des
New -Yorker Philharmonischen Orchesters mit dem Vortrag
des Beethoven'schen Violinconcertes eine Leistung hin, wie
man sich deren in solcher Vortrefilichkeit hier nidit erinnern
kann. Besonders der langsame Satz wurde in solcher Wärme
und Reinheit des Tones noch nicht gehört. Ein wahrer Bei-
fallssturm erbrauste am Ende seines Vortrages. Hr. Alwin
Schröder, der in Europa rühmlichst bekannte Violoncellist,
256
erschien den Bostonianern , obgleich er während der Saison
mehrfach hervorgetreten war, erst im rechten Licht in dem
von ihm gegebenen Recital. „In der Breite des Stils, der
meisterhaften Technik, dem feinen Geschmack und der Em-
pfindimg zeigte er sich als Einen der grössten Violoncellisten
der Welt**, sagt der New- Yorker „Musical Cgfirier**. — Frank-
furt a. M. Frau Stau di gl hatte für ihr zweites Gkistspiel-
auftreten die Ortrud gewählt und fdhrte auch diese Partie mit
der Vollendung einer Meisterin durch. Die hiesige Oper macht
im Engagement dieser Künstlerin eine überaus glückliche
Acquisition. — Innsbruck. Für das 5. Mitgliederconcert des
hiesigen Musikvereins war Ihr Leipziger Orgelmeister Hr.
P. Homeyer als Solist gewonnen worden, der auf dem
schönen Orgelwerke des Stadtsaales geradezu Sensation mit
seinem grossartigen Spiel erregte, denn eine gleich stupende
Virtuositöt auf den Manualen und Pedalen und eine gleich
sichere geistige Beherrschung der Vortragsobiecte war wohl
noch keinem der begeisterten Zuhörer vorgelcommen. Und
welch feinen Klangsinn zeigte der grosse Meister im Begist-
riren? — London. Frl. Carrie Pringle entzückte in einem
Orgelconoert des Hm. DufPield die Zuhörerschaft durch den
Vortrag HändePscher und Mendelssohn'scher Arien. Ihre
klare, reine und metallische Sopranstimme, zu geistlicher Mu-
sik besonders geeignet, klang wie eine „himmlische Botschaft**
durch die weiten Itäume des Gotteshauses. — Marseille. Im
letzten classischen Goncert der Saison erspielte der belgische
Pianist Hr. de Greef sich und seinem Hauptstück, dem AmoU-
Concert von Grieg, einen beträchtlichen Erfolg. — Münehen.
Im Hoftheater hat in zwei WaCTer-Partien (Brünnhilde in
der „Walküre" und Senta) Frl. !fi£Lrie Joachim aus Elberfeld
gastirt und mit ihrem schönen, warm timbrirten Organ und
ihrer lebensvollen Darstellung einen wirklich tiefen Eindruck
auf den verständigen Theil des Publicums gemacht, sodass
man der Intendantur nur rathen kann, sich dieses herrlichen
Talentes für unsere Hof bühne zu versichern. — Nantes. Die
hiesige Presse feiert enthusiastisch die Pianistin Frl. Marie
Weingaertner, welche das E moU-Concert von Rubinstein,
Werke von Liszt, Chopin und neueren Franzosen virtuosen-
haft gespielt hat und mit Blumen bedeckt wurde. — New-
York. F^rau Joachim vermochte in ihrem 1. Recital, trotz-
dem ihre Stimme den höchsten Anforderungen nicht mehr
entspricht, lebhaft zu interessiren. — Zeitz. Die letzte Auf-
führung des Musikvereins hatte das Vocalquartett Frau
Ronneburger aus Berlin, Frl. Fröhlich und HH. Ronne-
burger und Glömme aus Dresden, sowohl den Pianisten
Hrn. Anton Förster aus Leipzig als Mitwirkende. Die Sän-
ger erfreuten durch Ensemble- und Solovorträge und wahrten
sich durch dieselben eine dankbare Erinnerung. Als Virtuos
in gutem Sinne, weil mit einer staunenswerthen Technik
grosse musikalische Intelligenz und feurifi;es Temperament
verbindend, documentirte sich Hr. Förster, dessen Leistungen
bald allgemein von sich reden machen werden.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 7. Mai. Zum Gedächtniss flLr
den am 2. Mai verstorbenen Thomas-Gantor Prof. Dr. Rust:
„Selig sind die Todten", Tonsatz von W. Rust. „Mitten wir
im Leben sind" v. Mendelssohn. „Ave verum corpus" von
W. Rust. Nicolaikirche: 8. Mai. Trauer-Ode v. F. W. Rust.
Opernaufflihrungen.
April.
Stuttgart. K. Hoftheater: 3. Martha. 6. Das Glöck-
chen des Eremiten. 7. Figaro's Hochzeit. 18. u. 21. Indra
(F. V. Flotow). 24. Lohengrin. 26. Der Freischütz. 29. Die
Walküre.
Vermischte IMIttheilungen und Notizen.
* Das in Leipzig aufgestellte Mendelssohn-Denk-
mal wird, wie jetzt definitiv bestimmt worden ist, nicht am 22.,
sondern am Vormittag des 26. Mai enthüllt werden, und ladet
der Verein zur Errichtung dieses Monuments alle Diejenigen,
welche dieses Unternehmen gefördert haben, zur Theilnahme
an dieser Feier ein. Das dem Enthüllungsact folgende Con-
cert wird nach neuerer Disposition den 114. Psalm, das Violin-
concert (Prof. Dr. Joachim) und den „Lobgesang" im Pro-
gramm haben. (S. auch das betr. Inserat in heut. No.)
"* Die Wiener Internationale Ausstellung für
Theater- und Musikwesen ist am 7. d. Mts. feierlichst
eröffnet worden. Am Nachmittag des 8. Mai fand in der
Musikhalle unter Hans Richter 's Leitung und Mitwirkung des
Philharmonischen Orchesters, des Sing Vereins und erster so-
listischer Kräfte der Hofoper eine Aufführung von Beetho-
ven's 9. Symphonie statt.
* Die Gesellschaft der Musikfreunde zu Wien hat für das
Jahr 1893 den Beethoven-Compositionspreis im Be-
trage von 1000 Fl. ausgeschrieben. Zur Bewerbung sind Com-
ponisten aller Länder oerechtigt. Die näheren Bestimmungen
dieses Goncurses theilt die Gesellschaft auf Verlangen mit.
* Hr. F. N. Manokopf in Paris hat den gänzlich ver-
schollen geglaubten „Ohant du Gombat" von Rouset de
risle, dem Verfasser der Marseillaise, wieder aufgefucd^i und
seiner an musikalischen Reliquien reichen Sammlung einver-
leibt. Rouget de Plsle schrieb den „Chant du Gombaf im
Jahre 1800 für die egyptische Armee.
* Weinn ein kleines Provinzialblättchen in seiner Un-
wissenheit seinen Lesern alles Ernstes erzählen würde, dass
Glara Schumann nicht blos Pianistin, sondern auch Opern-
sängerin gewesen sei, so wäre dies nicht weiter aunällig.
Dass aber ein musikalisches Fachblatt wie der Londoner
„Musical Standard^ einen derartigen Unsinn druckt, ist wahr-
haft unglaublich! Nach demselben soU die berühmte Künst-
lerin zu den Mitgliedern einer Operntruppe ihres Gatten (!),
welche 1841 in Manchester deutsche Opern aufführte, gehört
haben. Wenn diese Mär nicht in einer Mai-Nimimer des
Blattes stände, könnte man allenfalls auf einen Aprilscherz
schliessen, so aber gibts gar keine Erklärung für diesen Lapsus
* Das grosse Gentraltheater in Philadelphia wurde
während einer Vorstellung durch Feuer zerstört. Verluste
an Menschenleben und zahlreiche Verwundungen sind leider
zu beklagen.
* Die in der k. Hofoper zu Berlin soeben sehr glücklich
verlaufene „Nibelungen'^-Aufführung findet sofort eine
Wiederholung, um den Wünschen Derer, welche zu der ersten
Aufführung Keine Plätze erhalten konnten, nachzukommen.
* Im Hoftheater zu Stuttgart ging am 8. d. Mts. unter
Zumpe's zugvoller Leitung erstmaligP. Gornelius* „Barbier
von Bagdad" in Scene, und zwar mit grossem Erfolg.
* Marseille hat nun auch Masca^ni^s „Cavalleria
rusticana" gehört, ohne sich indess damit zu befreunden.
Dagegen feiert „Lohengrin" Triumphe, die in den Geschieh ts-
bücnern dieses Theaters noch nicht dagewesen sind.
* Die Baseler Liedertafel, unter Hm. Dr. Volkland's
Leitung stehend, hat unlängst eine Kunstfahrt nach Stutt-
gart gemacht und dort grosse künstlerische Ehren mit ihren
Vorträgen sich errungen.
* Hr. Hofcapellmeister Zumpe bleibt Stuttgart er-
halten. Nicht nur sind ihm dieselben Vergünstigungen , wie
man sie ihm in Schwerin bot, bewilligt worden, sondern man
hat auch einen Contract auf Lebenszeit mit ihm abge-
schlossen.
* Hr. Musikdirector W. Steinhart in Stuttgart beging
am 4. d. Mts. das Jubiläum seiner ununterbrochenen fünmg-
jährigen künstlerischen Thätigkeit an der Hofoper zu Stutt-
gart. Unter anderen ehrenden Zeichen der Anerkennung
wurde demselben die Ernennung zum k. Hofcapellmeister zu
Theil. Der Jubilar, 1819 in Prag geboren und seine musi-
kalische Ausbildung dem dortigen Gonservatorium verdankend,
begann seine Thätigkeit am Stuttgarter Hoftheater als Contra-
bassist, wurde anlässlich des 25. Jahrestages seiner Dienst-
stellung zum Concertmeistor und ein Jahr später zum Musik-
director ernannt.
Todtenllste. Fröd^ric Dolmetsch, der älteste Ciavier-
lehrer in Nantes, der zahlreiche hervorragene Schüler heran -
febildeL f, 79 Jahre alt, in Nantes.— Alfred Didot, Bassist,
er in Italien, besonders an der Scala in Mailand, grosse Er-
folge gehabt, ti 6Ö Jahre alt, durch Selbstmord. — Moritz
Hanisch, Musiklehrer in Leipzig, durch eine Reihe Ciavier-
compositionen leichteren Genres auch auswärts bekannt gewor-
den, t) 65 Jahre alt, am 8. Mai.
257
Kritischer Anhang.
Bayreuiher Tasckenkaknder 1892. Berlin, P. Tbelen.
Das allbekannte, Hebgewordene fiüclüein tritt heuer iinter
anderen Verhältnissen ins Publicmn: die ehemaligen Bedac-
teure Ghraf Sporck und 0. Merz sind Hrn. Oskar Eichberg
gevächen, der Verlag ist von Bote & Book an P. Thelen
ttberjg;egangen. Ob dieser Wechsel von Yortheil, darüber mag
der Leser selbst entscheiden. Der Unterzeichnete erklärt offen,
die neue Ausinibe ge&llt ihm weni^^er gut, als die früheren
Jahrgänge. Der neue Jahreang bnngt auf 186 Seiten (statt
247 im \^rjahre!) ein „Ealenaarium", einen Au&atz des Bedac-
teurs: .Zum ftbi&igg'ähriffen Jubiläum des »Eienzi«**, von Dr.
Heinricn Beimann eine Abhandlung über ^die Gral- und Par-
civalsage-Legende in ihrer historischen Entwickelung und
Umgestaltung durch Bichard Wagner^ und den Wiederab-
dmä des Y^gner'schen Feuilletons: „Pariser Fatalitäten für
Deutsche**. Dass dieser hochwichtige Auftatz Wagner's, der
leider in den Ges. Schriften und Dichtungen des Meisters
fehlt, einem grösseren Publicum wieder zugänglich gemacht
wird, ist sehr anzuerkennen, nur verwundert es, von derBe-
daction in dem Vorwort zu erfahren, dass dieser Brief „seit-
her noch nicht wieder abgedruckt und daher fast ganz un-
bekannt ist^. Im Jahrgang 1890 desselben Kalenders steht
.jedoch deutlich zu lesen : „Ostdeutsche Bundschau, 1890, Ko. 8.
Kesius, Waener'sche Feuilletons von 1841.** Auf jenen Ab-
druck der (x>rrespondenzen Wamer^s für die „Europa" sei
hier deshalb hingewiesen, weu ^;enannte Wiener Wochen-
schrift ausser den „Pariser Fatahtäten für Deutsche" auch
noch den anderen Bericht Wagner's, die „Pariser Amüsements",
vollständig zum Abdruck gebracht hat!! — Diesem wichtig-
sten Theile des Buches folgt femer : „Bichard Wagner in Braun-
schweig, ein Erinnerungsblatt von |Ians Sommer", „Christ.
Theod. Weinlig. Ein Gedenkblatt", „Eine neue Oper von — rg."
„Bosa Sucher", deren Portrait als Isolde dem Kalender voran-
steht, und die gewohnten Mittheilungen: Ueber die Bühnen-
festspiele, Allgemeiner Bichard Wagner- Verein , Bibliogra-
phie, Auffuhrungen der Werke Wagner^s etc.
Die allerliebsten „Xenien", die die früheren Jahrgänge
des Kalenders zierten, sind diesmal gänzlich verschwunden,
die Bücher- und Zeitimgsschau ist auffällig dünn, sehr zu
vermissen ist ein kurzer Bericht über die Beschlussfiafisune;
der letzten Generalversammlung des Allgemeinen Bichara
Wagner- Vereins.
Das Buch macht, im Vergleich zu seinen Vorgängern,
den Eindruck, als ob ausser der gewohnten herzlichen und
warmen Empfindung, die die früheren Jahrgänge uns so werth
machte, auch die erforderliche Sorgfalt zu vermissen wäre.
So ist schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden,
dass das Geburtsdatum der Frau Wagner ganz unrichtig an-
gegeben ist, etc. Ebenfalls ist der „Verwaltungsrath" noch als
solcher mit voller Personal- Aufzeichnung genannt, obgleich er
in Wirklichkeit gar nicht mehr existirt.
Wenn nach Wirth's curiosem Wort die „Errettung Bay-
reuth^s durch den Berliner Geist" Geltung haben soll, so
dürfte die Umwandlung des „Taschenkalen^rs" kein geeig-
netes Argument dafür sein. Der alte Geist und die alten
Büchel waren besser! Hugo Dinger.
Bi*iefls:a.steii.
Prof, H, Sehr, in B, Wir kommen gern auf Ihre neue
Oper zurück, wenn dieselbe, vollständig fertig, im Druck oder
auf einer Bühne erschienen sein wird. Jetzt hat ein Hinweis
auf dieselbe für unsere Leser keinen rechten Zweck.
E, O. N, in ß. Ihre Zuschrift hat uns persönlich amu-
sirt und wird diese Wirkung zweifelsohne auch auf Hm. S.,
dem wir sie zuschickten, ausüben, kaum aber auf einen wei-
teren Leserkreis, den wir deshalb mit der Lecture derselben
verschonen können. Ein anderer Grund zum Abdruck Ihrer
Entgegnung Hegt für uns nicht vor, da dieselbe keine eigent-
lich „factischen" Berichtigungen enthielt. Dass Sie Inren
Namen mit d und nicht mit th schreiben und wider Ver-
muthen nicht abseits vom Kunstgetriebe unserer Zeit vegetiren,
sondern in Berlin leben, haben wir gelegentlich schon erwähnt»
Anzeigen.
Denkmal Mr Felix Hendekobn-Bartholdy.
[601.]
Was der im Jahre 1868 gegründete Verein zur Errichtung eines Denkmals für Felix Mendelssohn-Bartholdy
in Leipzig in Aussicht genommen hat, ist jetzt zur Ausfahrung gelangt.
Wir verdanken dieses erfreuliche EIrgebniss der Unterstützung, die uns zu Theil geworden ist von dem
Bathe und den Stadtverordneten, sowie von der Gewandhaus-Goncertdirection Leipzigs, desgleichen von vielen Kunst-
freunden und Vereinen innerhalb und ausserhalb unserer Stadt.
Die Feier der Enthüllung des vor dem Neuen Gewandhause in Leipzig aufgestellten Denkmals, das von
Herrn Bildhauer Werner Stein in Leipzig entworfen und modellirt und von der Firma Hermann Howald iu
Braunschweig in Bronze gegossen worden ist, soll
Donnerstag, den 26. Mai d. J. Vormittags ii Uhr
stattfinden.
AUe Diejenigen, welche das Unternehmen gefördert haben, werden hiermit ergebeust eingeladen, au der
Feier sich zu betheiligen.
Für Diejenigen, an welche diese Einladung gerichtet ist, werden auf Verlangen Zutrittskarten im Bureau
des Neuen Gewandhauses in Leipzig ausgegeben.
Leipzig, im April 1892.
Der Verein zor ErriehtoDg eines Denkmals für Felix Nendelssohn-Barthoidy.
Justizrath E. Ansehütz. Professor Dr. J. V. Carus. Oberbürgermeister Dr.
0. Georgi. Dr. 0. Günther, Vorsitzender. Dr. S. Jadassohn. Geh. Hofrath
Professor Dr. J. A. Overbeek. Professor Dr. R. Papperitz. Professor Dr.
0. Paul. Professor Dr. C. Reinecke. Concertmeister E. Röntgen. Eechtsanwalt
C. Schrey. Bürgermeister Justizrath Dr. B. Tröndlin. Dompropst Dr. E. Wendler.
268
Soeben erschien in unserem Verlage:
[502.]
Felix "Weingartner.
•#0 €S%J^ €iM% ^ 1 1 J^Mm MLm^JL M^Mm^ät ^I^^^^mm t ^m ^mmm ^^ einc tiefe Stimme mit Beffloitiinff
1^. JVie Wallfanrt naCn i/l^l^lÄÄr/ des Orchesters oder ClaviersPartit,^
JiAjbO netto. Orchesterstimmen ^7,50. Mit Glavier Ji 2,50. Für höhere Stimme mit Glavier ^ 2,50.
Mitte dieses Monats werden erscheinen:
WW ^/\fgw§j\ Iji Neun Gesänge für eine Singstimme mit Glavierbegleitung Ji 4,50. — Dasselbe
//• iItUrQlU9 in 2 Heften k Ji 3,— und Ji 2,50. Hieraus einzeln No. 1. Schön Ella und
Harold Jt 1, — . No. 5. Ich liebe dich ohne Schranken Ji 1, — .
WO ^%wB^i t^ä^ätä^'W^ ^^' ®^^® tiefere Stimme mit Ciavierbegleitung ^2, — . Dieselben einzeln :
lO% A/rCl dCTl^arir No.l. Zweifelnder Wunsch. No. 2. Meine Braut. No. 3. An Emma i 1 .4f
Dieselben für höhere Stimme Ji 2,—. Einzeln k Ji \,—.
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6p.
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Leipzig
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Soeben erschien:
P#lp#UlEi
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Verlag won L. Hoffartii in Dresdeii.
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,4)as heilige Lachen"
von Ernst von Wlldenbruch
für
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Musik von
Ferdinand 3f€ummeL
Preis M. 8,—. [504.]
Der vollständige Clavierauszng des Wildenbruch-
HummePschen Märcbenscbwankes „Das heih'ge Lachen^'
erschien vor Kurzem und ist zum Preise von n. Ji 10
durch jede Buch- und Musikalienhandlung, sowie direct
von der unterzeichneten Verlagsbandlung zu erhalten.
L eipaig. C. F. W. SiegeFs Musikalienhandlung
(B. Linnemann).
für
grosses Orchester
von
f glii Drsiitk@.
Op. 54.
Partitur 6 Ji.
Stimmen \Q Ji
Das herzogl. Hoftheater in Braunschweig sucht drei
Violinisten. Schriftliche Meldungen unter Beifügung der
Atteste sind an das Intendantur-Bureau zu schicken. Der
Tag des Prohespiels wird den Betreffenden demnächst mit-
getheilt Reisekosten werden nicht vergütet. [505a.]
W. Auerbach Nachf .,
Musikalien-Versandgeschäft und bedeutende
Lemanstalt,
Neomarkt 32, Leipzig, Neomarkt 82.
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stattung, sind wegen
Liquidation einer Fabriic
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Illustrlpte Preis-Yepzeißhmsse zu beziehen durch
C. Schwalbach, Reichsstrasse 24, Leipzig.
ä69
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Sof-MusikalienhancLlTUXg in Sx*eslau,
erscheint SOObon: P14.]
Trois
Morceani caraeti^ristipes
pour Piano
par
: Neuer Verlag von Breitkopf & Härtel In Leipzig.
Friedrich von Flotaw.
Ton seiner l¥lttwe. [509.]
VI, 166 S. 80 geh. Ji 3,—.
Von der Wittwe des beliebten Tondichters wird hier an
der Hand von Familienurkunden, sorgfältig gesammelten Nach-
richten der Presse und eigenhändigen Aufzeichnungen Flotow's
eine Bio^aphie gehoten, die Anspruch auf Vollständigkeit und
Authenticität macht.
Wir empfehlen das Werk allenFreundenFlotow'scherMuse.
Die Cantorstelle an der evangelischen St. Johannis*
kirche in Memel mit einem jährlichen Einkommen von
1050 ^ ist neu zu besetzen. Geeignete Bewerber bitten
wir, ihre Meldungen unter Beifügung ihrer Zeugnisse bis
zum 1. Juni c. an unseren Y^^^^^^^^^^ Superintendent
Oloff einzureichen. Wir bemerken, dass der Cantor die
Verpflichtung zur Bildung und Leitung eines Kirchen-
chores zu übernehmen hat, der namentlich bei Festgottes-
diensten die Gemeinde erbaut.
Memel, den 23. April 1892. [510b.]
Der ßemeMelirclienratti ügf St Jotiannislarclie.
Verlag von Breitkopf A Härtel in Leipzig.
Neue Lieder.
BlFOh Reynardson, H. F., 7 Lieder (deutsch-englisch) für
1 Singstimme. Ji 3,50.
Bremner, Ernst J., 2 Lieder für 1 Singstimme. Ji 1,—.
1. Viel Träume. 2. Der Fichtenbaum. [511.]
Dreszer, Anast. W., Op. 21. 3 Lieder f. 1 Singst. J$ 1,75.
1. Denkst dran? 2. Wenn ich mein Auee weide. 3. Bei dir.
Tinel, Edgar, Op. 88. 6 Lieder (deutsch-vlämisch) f. 1 Sing-
stimme. ^ 3, — .
Soeben erschien in meinem Verlage : [51 2c.]
Cornelfns Bfibner, „Vöglein, wohin so schnell^^ Duett
für 2 Frauenstimmen mit Pianofortebegleitung. Preis 2J(
Baden-Baden. £niil Sommermeyer.
Musikalienhandlung.
Verlag von E« W. Fritsseli m Leipzig. [513.]
HIV J Beethoven'» Streichquartette.
.^ASOhOIP Versuch einer technischen Analyse dieser
M I Werke im Zusammenhange mit ihrem gei-
flUlBi «tigen Gehalt. (Mit vielen in den Text ge-
druckten Notenbeispielen.) Pf. 5 Mark.
Oeuvre 6.
No. 1. Rire de fantömes.
No. 2. Mazourka.
No. 3. Petite valse.
Jt 1,50.
Jt 1,60.
Verlag von Wilhelm Hansen, Leipzig.
Orgel -Phantasie
von
üldb We ^4%
Festliches Praeludium Ober den Chopaii
„Lobet den Herra'^ 1 ^ 50 4.
Violincompositionen
mit Pianoforte-Begleitung
von
^^%m M#7#r<>
1.
2.
3.
Sirinade«
Berceuse«
Mazurek«
1 Ji bO
1 Jt bO
2 ^ 60
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Heinr. Germer's
ist die beste aller bis jetsst er^
I^r>%_^ _rm^ _■ , schienenen. -Mua.Wochenbl.**!
■ yKtf^l^niF- Bine Aufgabe, die mit glän-
^^^^^" ""of zendstem Gelingen gelöst
Ausgabe ist. „Ciavierlehrer«.
Z u systematlsehem Studlengebraueh geordnet in 4 Bän-j
den je 2 J(,
Supplementband: Tägliche Studien. Op. 387. 1 Ji
t^t^^mä
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OrgeleompositioDen
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und are^i^ürdiart zu werden! [5l6a.J
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[518.]
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Flügel und Pianinos
und edlem» sangpreioliem n?oii.
"y^rxA/xfly "Vertreter "bez. "VerlEatafAxxxagazizie azi allezi "bedevitexKier«
Die Fabrik bestellt seit 7. NoVOmbor 1853.
^l/iru^^^
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orohesters. [5i9*-.]
Leipzig, Raiser-Wilhelm-Strasse 21
henogl. B&ohfl. Eo^ianiBt, Frofesseor snp^eur am Oonservatoriom
xn Genf (Sohweu). [530—.]
Goneert- Vertretung: Hermann WolfT, Berlin.
Alfred KLrasselte
Baden-Baden.
[521—:] Vertr. H. VUoYfl. Beplln.
Richard Schulz-Dornburg,
Concerts'dnger (Bassbariton)^
Sologesangslehrer der kgl. Musikschule
Würzburg, [522o.]
bittet die verehrlichen Cancer t- Dir ectiofien^ Engagemeftts-
Anträge für seine Mitwirkung^ als
Lieder' und Oratorien^ Sänger
an sei?ie Adresse,
Würzburg, Friedensstr, 49,
gelangen zu lassen.
Vollständige Aosbildnng für Oper d. Ooneerl
Ensemble-Uebangen. Rollenstndinm.
Von mir auBgebildete Scbtder: Magdalena Jahns, Selma
Scboder, Carl Scbeidemantel u. A. m. [523—.]
Bodo Borchers.
Gresanglehrer.
Leipzig.
Neu.
■eti.
von
Simon Breu.
Op. 11. 4 Spielmanns-Lieder (Gedichte von Dr. A. Schiff-
ler), für Bariton mit Begleitung des Pianofoite. Ji 1,50.
No. 1. Frühlin&;8segen.
No. 2. Unter &m Flieder.
No. 8. Klage.
No. 4. Nach Welschland.
Op. 14. 4 Spielmanns-Lieder (Gredichte von Dr. A.SchAffW),
für Bariton mit Begleitung dös Pianoforte. 2 Jlt
No. 1. Italia.
No. 2. Wildrosen.
No. 3. Welsche Treu.
No. 4. Beim Mütterlein.
Op. 19. Puppenlieder. lOGedichtevo^Aloys Jos. Rackert,
für 1 oder 2 Singstimmen mit Pianoforte. 2 Jk
No. 1. Wie das Kind seine Puppe in Schlaf singt.
No. 2. Wie das £ind die Puppe weckt.
No. 3. Wenns Pttppchen gewaschen wird.
No. 4. Ringelreihn.
Mein Ptopchen beim Camarienvogel.
Wenns Kind mit der Pu]^ tanzt.
Das kranke Püppchen.
Wenns Püppchen darf späteren gehn.
An das Plauderpüppchen.
No. 10. Abschied von der JPuppe.
Op. 20. 5 Lieder für Bariton mit Pianoforte.
No. 1. ,Jch wollt ich w&r ein König", von Graf Arthur
Ballion. 50 A,
Verrauscht und
1 Ji
No. 5.
No. 6.
No. 7.
No. 8.
No. 9.
No. 2.
verronnen, von Fr. Wilh. Weber.
No. 3.
No. 4.
Spidmannslied, von Fr. X. Seidl. 75 A.
Sch&ffl<
er.
0 Frühling, komm wieder, von A.
60 /ij.
No. 5. Nächtlicher Ellang, von W. Zipperer. 1 Ul 50 >^.
Op. 21. Der Zauberring. Ballade von Arthur GrrafBallion
für 1 mittlere Singstimme mit Pianoforte. 2 Ji
Op. 24. 5 Lieder eines alten fahrenden (Gesellen (Gre*
dichte von August Schäffler) für Bariton mit
forte. 2 M
No. 1. „Wie bist du, Finke, des Glückes voll".
„Dirne am Brunnen dort^.
„Weit bin ich in die Irr g^gan,'^'*"
No. 2.
No. 3.
No. 4.
No. 5.
mfeDT
j,0 Lerche, lache ein einziges lud**.
Leipzig«
Ich hab mich still ergeben**.
PM4.1
Fl*. KMbMP.
Druck von C. G. Böder in Leipzig.
Hierzu eine Beilaß:e von Fr. Kistner in Leipzig.
Leipzig, am 19. Hai 1892.
Ilirrt illilUcks Eicl-, Euii-
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MitlllRlI lUlldlUII llll U
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fOr Musiker jundJKusikfreunde.
Verantwortlicher Eedacteur und Verleger;
X. W. Fritisoh,
Leipzig, KönisBStrawe 6.
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um. Jabrg.]
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IN«. 21.
., _„ . ,.. _.. , „.. Tueuraohiehte: MMikbrief MU Wien.
, Ei^kgements and Gutaptele In Opar nnd Oonotrt — KiräieDmiulk. — OpemanfnhinngBB.
>TiUten. — VennlaebU Hittbellnngen and Notizen. — Kritiaoher Anbang: Hermun Rltt«T, ,^ch*Td Wagnar all Bnleber".
BrtelkaMen. — AuEetgen.
Die Sus Ton „Tristan nud Iiolde" bei Rtobard Wagner. Ton Dr. Ailbnr SeldL (FortaetEimg.}
(FortoetanB.) — Berleble. — Oancertanuidiaa. " ' ' "-^— .-.. ._ « « —
— AaieefUfirte r "
Bin Tolksbnob.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dt. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
EDdlich ist es ein gar tiefer, nicht zu übersehender
Zug in unBerem Drama, daes Wagner den gefallenen
HoroM niebt etwa nur — wie ältere Ueberlieferungen
bericliten — den Oheim, Bonderu sogar den Verlobten
boldens sdn lOast. Schon von anderer Seite wurde gar
treffend bereits einmal dar&nf hingewiesen, welche grosse
Wichtigkeit und nnvarkennbare Bedeutung just diese
Version tür das Ganze habe, insofern ja der Umstand,
dass ^Tristan zum HOrder an der Heldin früherem Ver-
lobten (nicht blos deren Verwandten) warde, ganz gewiss
eine um nur so grössere, menschlich - gesellschaftliche
Schranke zviechen Beiden aufrichte; und es ist dies in
Wahrheit die Potenztmng, die Verschärfung einer Idee,
welche in den alten claasischen Gedichten von der Macht
wahrer Hinne nur zu hAufig wiederkehrt, besonders aber
in dem eigentlich claseischen Uueter für diesen tieftragi-
Bchen Conflict, in Shakeapeare's „Romeo und Julie", ihren
weltyernichtenden und doch wieder wel (versöhn enden,
m&chtigen Ansdmck findet; jener Idee n&mlich, dass ge-
rade die eigenen Blutsverwandten der beiden Liebenden
mit einander in Hader liegen müssen, um die Kraft und
Uacht einer über solche Familienzwistigkeiten des Blutes
hoch hinausragenden, trotz ihrer bestehenden und be-
huTMiden, aber auch an ihnen dann notbwendig zu Qmnde
gehenden Liebe desto gewaltiger und unerhörter erschei-
nen zu lassen. Aehnlich hat ja auch Bomeo Tybald, den
Vetter seiner Julie, im Zweikampfe erst kürzlich getödtet.
Und eben damit werden wir zugleich auch aufmerksam
auf den Fortschritt, welcher in der Sage selbst ku rer-
zeichnen ist, — die E^twicketung, welche der alte Grund-
kem; Trennung zweier für einander bestimmten Herzen
durch feindliche Hächte — mittlerweile zurückgelegt hat.
Denn während sich die Sage von Pyramus und Thisbe,
auch die von Hero und Leander, noch auf einfacheren,
mehr Susserlichen Motiven aufgebaut hatte, indem dort
die Hemmnisse nur in Gegenständen der todten Welt, in
einer trennenden Wand, einem trennenden Meere bestan-
den, so tritt uns die Sage nun bei Romeo nnd Julie und
Tristan und Isolde wesentlich vergeistigt entgegen: Men-
schen und ihr unseliger Wahn sind hier die feindliehen
Mächte. Reicher imd psychologisch ungleich tiefer ge-
staltet sich damit die Handlung, aber Alles wird auch io
die Sphäre von Schuld und Sühne gerückt. Der Kampf
mit den hierbei ins Spiet tretenden Mächten ist nunmehr
ein verantwortlicher geworden.
Indess, wie Schiller in seinem Gedicht „Hero und
Leander" es beschreibt:
Die Liebe fand den Weg.
Aus des Labyrinthes Pfaden
Leitet sie mit sichrem Faden ....
und in Wahrheit ist nun dieses: die Macht nnd tiefe
Wirkung der Minne, der Kern, diese hohe Idee „von
der Liebe reinstem Wes« >" gegentlber allem atSrenden
269
und widerlichen Ungemach auch der eigentliche, letzte
Sinn der alten Tristan-Sage wie schon des Gottfried'schen
Gedichtes gewesen; ein heroisches Pathos der Liehe, dür-
fen wir es nennen, das dann seihst hei Wagner nur
wieder nach- nnd ansklingt in den edel - hoheitsvollen
Worten der Herrin Isolde an die „thörge Magd" (vom
2. Act):
„Frau Minne kenntest du nicht?
Nicht ihrer Wnnder Macht?
Des kühnsten Muthes Königin,
Des Weltenwerdens Walterin;
Lehen und Tod sind ihr unterthan,
Die sie weht aus Lust und Leid
In Liehe wandelnd den Neidl"
Den, ich meine diesen Sinn, hahen auch die späteren
Bearbeiter und neueren Erklärer des Stoffes nach Gott-
fried in ihm gesucht, wenn sie sich an eine Neu- oder
gar Umdichtung desselben heranwagten. Aber freilich,
sie haben ihn thatsächlich wohl mehr gesucht, als schon
gefunden. Denn gewissermaassen nur der Potenz, der
Anlage nach ruhte er in ihr, als eine Möglichkeit, wie
ein entwickelungsfähiger Keim; nicht dass er etwa schon
vollkommen ausgebildet, in durchaus klarer Ausprägung
und gleichsam auf die letzte, höchste Formel gebracht,
in ihr bereits vorgelegen hätte. Die Quintessenz war
noch nicht gefunden, die jener umfassenden Idee durch-
aus adäquate Form, welche die tiefste Tragödie mensch-
lichen Lebens mit der tiefsten Philosophie vereinigen und
diese unendlich reiche Welt des Gefühles noch zum Le-
ben der Musik zu steigern vermochte, — sie war trotz aller
schon geschehenen Anläufe und bisherigen Versuche noch
nicht gewonnen, sondern erst noch zu entdecken. So
mussten an dieser Klippe auch wiederum die einzelnen
Bearbeiter (mehr oder minder kläglich) scheitern, insoweit
EÜe sich von jener ursprünglichen Vorlage nicht allzu
selbständig entfernten, sie nicht mit eigenartigem Geiste
und neuem, originalem Gehalte zu durchdringen wussten.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Fortsetzung.)
Wien.
Einen eigenen „Nordischen Musikabend" veranstaltete im
Verein mit dem temperamentvollen jungen Geiger Max Herold
V. Stocla und dem tüchtigen Violoncälisten Luka die tech-
nisch gewandte und sehr musikalische Wiener Pianistin Ella
Kern dl. Man bagegnete da den bekannten Namen Grieg
(Cla vier- Violoncellsonate und Ciavierstücke „Aus dem Volks-
leben"), Gade (Nordischer Tanz für Violine), Svendsen (Ro-
manze für Violine), Schytte (Concert-Etude), Kjerulf (Inter-
mezzo) und die in Wien bisher weniger bekannten Bechj^aard
(Sonett), Winding (Lied ohne Worte), Jörgen Mailing (Khap-
sodie), Sinding (Presto für Violine) und Sjögren (Ciavier- Violin-
sonate Op. 24). Natürlich fesselten bei weitem am meisten
die Grieg'schen Sachen, wie denn der Componist des AmoU-
Goncertes und dÖr „Peer Gynt"-Suite bei uns bereits Einer
der beliebtesten unter den zeitgenössischen Tonsetzem ge-
worden ist. Immerhin fesselte auch die etwas langathmig
Uberschwängliche Sonate von Sjögren (buchstäblich eine
Violinsonate mit Clavierbegleitung, nicht ein beide Instra-
mente gleichberechtigt behandelnaes Duo), von den kleineren
Cla vierstücken das Sechgaard^sche Sonett, von den VioUn-
nummern die Svendsen'säe innige Romanze, die zuerst Hr.
Marcello Rossi in unsere Concertsäle einführte. Die übrigen
Nummern verriethen wenig nordisch-CharakteristiBches, am
wenigsten die Rhapsodie von Mailing, der uns vor einigen
Jahren hier eine GLavierinterpretation seiner musikalisch weit
interessanteren, aber an einem höchst unglücklichen Textbuch
krankenden Oper „Lisinka** zum Besten gegeben. Obwohl
dieser „Nordische Musikabend^ überwiegend den Eindruck
eines Cniriosums machte und Manches, z. B. das Sinding'sche
Violin-Presto im Vergleich mit dem gluthvollen Glavierconcert
desselben Autors, geradezu enttäuschend wirkte, verdient doch
Frl. Kemdl mit ihren musikalischen Mitheliem alle Aner-
kennung, so muthig Über die nachgerade langweilanden
Schablonen-Programme der meisten Concertpianisten hinaus-
fegrijQfen zu haben. Wenigstens erfuhr doch unser l^ublicum,
ass droben in Skandinavien nicht blos einige wenige be-
rühmte Meister componiren, wenn auch durch den besagten
Abend der Respect vor dem dortigen Stande der musikalisäen
Production nicht zu sehr erhöht wurde. — Rücksichtlich des
Programms verdienen noch die Concerte mehrerer anderen
tüchtigen Wiener Pianistinnen Erwähnung, so Jenes des Frl.
Adele Mandlich, welche xma\ entsprechend von Hm. Rad-
nitzky unterstützt, mit einer sehr hüosch gearbeiteten Clavier-
Violinsonate (DmoÜ, Manuscript) unseres blinden Orgamsten
J. Labor bekannt machte und ausserdem mit demselben Geiger
und dem gleichfalls schon erwähnten Violoncellisten Luka
ganz vortrefflich Brahms* in Wien zu selten gespieltes, phan-
tasievolles Cdur-Trio Op. 87 ausführte. Um die erste grössere
Kammermusikarbeit eines gebürtigen Leipzigers, jetzt Com-
positionsschülers von Prof. JTN. Fuchs in WienJEtobert Gound,
— nämlich ein für das jugendliche Alter seines JBUdners erstaun-
lich formfestes und wohlklingendes Ciaviertrio (Amoll) — nahm
sich im Verein mit den HH. A. Rosö und B. Hummer er-
folgreich Frl. Paula Dürrnber^er an. Frl. von Timoni
erbeute durch eine sehr verständige Wiedergabe der Brahins'-
schen FmoU-Sonate Op. 6, die aUerdings kurz zuvor — an
einem Rosö'schen Quartettabend — ■ in Hm. L BxüW eine»
noch congenialeren Interpreten gefunden hatte. Der glftaaen-
den Darstellung des geistisprühenden, bizarren Rieh. Strauss*-
schen Clavierquartettes (Cmoll) in einer anderen Roeö*schen
Soir6e durch JBemhard Stavenhagen gedachten wir schon:
IJQ seinen eigenen Concerten bot dieser vielleicht eleganteste,
wenn auch keineswegs genialste idler Liszt-Spieler nichts
hervorstechend Neues. Ganz meisterhaft spielte er wie immer
Liszt*s 13. Rhapsodie, — die für ihn geschrieben worden sein
könnte, femer die bekannten zwei „legenden'' und '^[anz be-
sonders auch die tief gedachten, charaktervollen Variationen
über das „Qrucifixus^ der Bach*schen Hmoll-Messe, freilich
ein vom Hörer grösste Aufinerksunkeit forderndes Stück und
daher sich mehr an die intimeren Freunde und Kenner der
Liszt'schen Muse wendend, als an das grosse Publicum. Be-
kanntlich hat Stavenhagen auch das ei^;reifende Stück Selbst-
biographie, das uns Liszt in seiner ^humann gewidmeten
Hmoll-Sonate hinterlassen^ zum Gegenstand des eingehendsten
Studiums gemacht, und Niemand spielt diese bedeutendste der
Liszt*schen Solocompositionen klangsdböner; bestechender,
Stil- und charaktervoller (ohne die geringste eigenmächtige
Aenderung, die sich Stavenha^n nur zu gern erlaubt^selbst
in classiscnen Sachen) gibt Liszt's Sonate aber der Wiener
Pianist Conservatoriumsprofessor Ferdinand Löwe wieder,
wie er erst kürzlich wieder in einem zusammen mit dem be-
rühmten Wagner-Sänger Ferdinand Jäger gegebenen Concert
fezeigt, auf das wir noch zurückkommen. Merkwürdig ist,
ass Manche der gefeiertsten Virtuosen mit dem sdten Beet-
hoven im Concertsaal so wenig anzufiEUigen wissen, obgleich
sie sich redliche Mühe geben, ihn möglichst modern zu phra-
siren, aufzuputzen, zu Übermalen, wom gar zu corrigiren. So
schien Hm. Stavenhagen der bekanntlich in die unbegleiteie
tiefe Tonica ausklingende Schluss des Finales der Asdur-
Sonate Op. 26 nicht effectvoll genug, flags hängte er ihm
noch einen Accord an: was wohl Hr. v. Bülow zu dieser
„Verbesserung" gesagt hätte? — Wir glauben, er hätte darob
eine nicht weniger energische Straf rede losgelassen, als, wäre
er Ohrenzeuge der gänzüch falschen Accentuürung gewesen,
mit welcher der siebenjährige polnische Wunderknabe Raoul
Eoczalski (auch ein Held der eben abgelaufenen Saison)
Mendelssohn's allbekanntes Frühlingslied (m Adur, aus dem
5. Heft der „Lieder ohne Worte**) nnd so manches Andere
a»9
vortrug. Schade um das wirkliche Talent des hochhegahten
Enahen, dessen kräftiger Anschlag auf den eines reifen Mannes
schliessen lassen könnte: er hefindet sich gegenwärtig offen-
har nicht in den rechten pädagogischen Hänäen. Man denke
nur: ihn. der noch keine Octave spannen kann, zwingt man,
vor dem Publicum Beethoven's Waldstein- und CismoU-Sonate,
Weber's Ck>ncertstück und Liszt'sche Bhapsodien zu spielen.
Das für das Alter höchst üeberraschende, aber natürlich
trotzdem gänzlich unzureichende solcher Leistungen wird
dann noch stürmisch applaudirt , sodass der ganz mit Orden
und Medaillen behängte siebenjährige „Hofpianist Sr. Majestät
des Schah von Persien" sich natürlich schon för einen per-
fecten Virtuosen halten muss. während er doch alle Ursache
hätte, sich einige Jahre vom Goncertsaale streng fem zu halten
und zu Hause, von einem verständigen Mentor e^eleitet, syste-
matisch zu Studiren, um wirklich Das zu werden, wozu ihn
der Genius der Kunst allem Anschein nach bestimmt hat.
£s könnte Einem das Herz bluten, wenn man beobachten
muss, Yne so viel musikalisches Gefühl, so viel Ehrgeiz imd
Lust zur Sache fast gewaltsam auf Abwege geleitet werden.
Da scheint ein zweiter musikalischer Wunder&abe, der zehn-
jährige Wiener Pianist Poldi Spielmann, schon den besseren
Führer und Berather epefunden zu haben, und zwar an dem
weit und breit als höcnst tüchtig bekannten hiesigen Conser-
vatoriumsprofessor Adolf Prosnitz, der sich in Fachkreisen
auch durch ein vortreffliches „Compendium der Musikge-
schichte*' allgemeine Achtung erworben. Rücksichtlich des
Anschlages aas rechte zehnjährige Kind und daher hinter
seinem um mehrere Jahre lungeren Bivalen weit zurück-
stehend, offenbart dafür der kleine Spielmann eine weit soli-
dere, durchgebildetere Technik, die er eben Professor Prosniz
verdankt. Auch vermae er faiBt Alles auswendig zu spielen,
während wir von Koc^&ki auch noch nicht das Ideinste Stück
ohne vorliegende Noten gehört. Endlich hat man von dem
.^hfgährigen Wiener Pianisten den Schwindel ganz unreifer,
allen möglichen hohen Herrschaften gewidmeter Compositions-
versuche fem gehalten, während es diesfalls der siebenjährige
Pole berMts zu Opus 40 oder gar darüber gebracht hat. Ma-
• zurken, Walzer u. dgl., bei denen natürlich Niemand controliren
kann, was wirklich von dem kleinen Componisten, was von
anderer Hand herrührt, dabei auch nirgends irgend einen
' oriffineUen Zug verrathend. Nun wir wollen abwarten, was
scImessHch aus dem heute bereits als das „Wunder seiner
Nation** gepriesenen Baoul Koczalski wird: etwas Ungewöhn-
liches steckt ohne Zweifel in ihm, man muss ihn schon jetzt
eine ausgeprägte (leider sosar bereits etwas nervöse) musi-
kalische Natur nennen, während der kleine Spielmann mehr
den Eindruck vollkommenster Dressur hervorbringt. Wie aus
einem ehemaligen, gleichfalls zu früh vor die OeSentlichkeit
gebraclaten Wundendnde durch unablässigen Ernst und Eifer
im Arbeiten an der Vervollkommnung wirklich etwas Künst-
lerische«», fiogar relativ Bedeutendes zu werden vermag, das
haben wir in dieser Saison mit Freuden an den Leistungen
des Frl. Bona Eib-enschütz gesehen und gehört, die sich
dank ihrer Studien bei Frau Clara Schumann zu Einer der
gediegensten, technisch und geistig gleich hochstehenden
Baoh-. Beethoven- und Brahms-Interpretinnen am Ciavier ent-
' wickelt hat.
(t^ortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig, 1. April. Mit vier seiner ^erke war an un-
serem Neuen Stadttheater Meister Wagner im Monat März
vertreten: man gab am 1. den „Fliegenden Holländer^, am 4.
,,Lohenffrin'', am 28. „Tristan und Isolde" und endlich am 27.
die „Walküre". Am meisten Interesse von all diesen Auf-
führungen beanspruchte der „Tristan", fiemd doch an diesem
Abend .ein — selbstverständlich von der Direction Staege-
mann schon Wochen lang vorher mit der grössten Emphase
angekündigtes und unter der nöthigen Preiserhöhung der
Plätze inscenirtes — dreifaches Gastspiel statt: Frl. Malten
aus Dresden sang die Isolde, Hr. Gudehus aus Berlin den
Tristan und Hr. Bucha aus Weimar den Marke. Die Er-
* Wartungen konnten also wohl nicht mit Unrecht hochgespannt
sein, je höher man aber gespannt war, je tiefer musste man
leider im Laufe der'Yorstellun^ enttäuscht werden. Der erste
Aufzug verlief verhältnissmässig noch recht günstig, aber im
zweiten brach das Missgeschick los. Weder FrL Malten, nochHr.
Gudehus erwiesen sich ihren Aufgaben im grossen Duett als
vollständig gewachsen; mögen nun Beide an jenem Abend
unter einer unglücklichen Disposition |^litten haben oäer
mögen sich die Anstrengungen der langjährigen Bühnenlauf-
bahn in so einschneidender Weise geltend machen, jeden^LLs
vermisste man hier wie auch dann im dritten Aufzug Wohl-
klang der Stimmen, ausreichende und mühelose Höhe und
— was uns, offen gesagt, am meisten frappirte — Beinheit der
Intonation, sowie rhythmische Präcision. Dass die Leistungen
Beider sich wie früher durch wohldurchdachtes Spiel und
bemerkenswerthes Eindringen in den geistigen Inhalt ihi&r
Bollen empfehlen würden, konnte als selbstverständlich vor-
ausgesetzt werden, namentlich die schauspielerische Gestaltung
der Isolden-Partie seitens des FrL Malten kann nie oft genug
gerühmt werden und muss stets volle Bewunderung abzwin-
fen. Hm. Bucha's Gesang — der Name dieses Kummers ist
urch seine Mitwirkung an den Bayreuther Festspielen schon
in weitere Kreise gedrungen — zeichnete sich zwar durch
reine Intonation, sowie ziemlich sichere Beherrschung des
Stoffes, die auf fieissiges Studium schliessen lässt, aus, doch
wurde jeder G^nuss an demselben durch ein fortwährendes
Tremolo vereitelt. Was unsere einheimischen Künstler be-
trifft, so haben sie sich gelegentlich jener „Tristane-Auffüh-
rung auch nicht gerade mit Kuhm bedeckt, es ging nirgends
ohne einige mal-accidents ab, selbst unserem sonst doch stets
bombensicheren Hm. Schelper, dessen im T7ebri|;en ganz
vorzüglicher Kurwenal rühmend hervorgehoben sem möge,
„passirte" einmal Etwas. Eine ganz ungenügende, für ein
Theater wie das Leipziger geradezu beschämend wirkende
Leistung war die Brangäne des Frl. Calmbach. Mit Freuden
hören wir, dass die Dame demnächst unsere Bühne verlassen
wird, und beneiden nicht diejenigen Theaterbesucher, die sie
in Zukunft werden hören müssen. Wenn man zu sagen pflegt,
dass an jeder Aufführung, wenn sie im Allgemeinen auch
noch so — wenig gut war, doch irgend etwas Lobenswerthes
ist, so konnte das auch hier gelten, und es ist um so erfreu-
licher, als dieses Mal ein Hauptfactor sich recht günstig ge-
staltete: das Orchester war es, das, seiner herrlichen Aufgabe
sichtlich bewusst und eingedenk, ganz prachtvoll spielte, und
ihm wie seinem Leiter Hrn. Capellmeister Paur, der sich
dieses Mal von seinen sonst so beliebten Dehnungen und
Tempo Verzögerungen vollständig emancipirt hatte, gebührt
volles Lob.
Der „Lohengrin" am 4. war wohl lediglich angesetzt
worden, um dem auf Engagement ^astirenden Frl. Beuer
vom Stadttheater in Mainz Gelegenheit zu geben, sich in der
neuerdings gern als Versuchsstation benutzten Bolle der Ortrud
dem Pubücum vorzustellen. Unsere Ansicht über diebetreffende
Dame, die wir am 2. schon im „Troubadour^ als Azucena z^
hören Gelegenheit hatten, fassen wir dahin zusammen, dass
sie bei schöner stimmlicher Begabung und bemerkenswerther
Fähigkeit, rein zu intoniren, echten Smn und Verstand für das
dramatiscne Element besitzt. Besorgnisserregend dünkten uns
nur verschiedenCi rhytlimische Schwankungen, die sich beson-
ders im „Troubadour" bemerklich machten, sowie der Um-
stand, dass ihre Kraft gegen Ende des zweiten Aufzuges im
„Lohengrin" sichtlich erlahmte. Die Elsa sang am 4. März
zum ersten Male bei uns Frl. Pewny. Schon im letzten
Februar-Bericht wurde an dieser Stelle bemerkt, dass die ge-
nannte junge Dame neuer4ings hier Überanstrengt wird:
binnen acht Wochen hat sie — abgesehen davon, dass sie
sonst sehr viel beschäftigt wurde — zum ersten Male die
Aida, Venus und Elvira („Don Juan") singen müssen, dazu
kam in der neunten Woche nun die Elsa, und^ was vorauszu-
sehen war, trat ein: sie beherrschte die Partie ganz unvoll-
ständig, war weder schauspielerisch, noch gesanglich irgendwie
in die Tiefen derselben eingedrungen und gab Alles eher,
denn ein Bild dieser poesiedurcntränkten Wagnerischen Gestalt.
Die Aufführung des „Fliegenden Holländer'* und der
„ Walküre ** am 1. und 27. boten zu besonderen Bemerkungen
keinen Anlass. Erwähnt sei aus dem Repertoire des Monats
März, das im Allgemeinen recht wenig Abwechselung und gar
nichts Neues brachte, die Vorstellung von GounocPs „Mar-
farethe^ am 21., in der Frl. Mark zum ersten Male hier
ie Titelrolle san^ und mit ihrer in jeder Beziehung gleich
hervorragenden, ja beinahe meisterharten Ausgestaltung der-
selben einen neuen Beweis ihres aussergewöhimchen Talentes
erbrachte und sich beim Publicum einen vollen und grossen
Erfolg errang. F. R. Pfau.
Zwiekau, Aprill892. Die letzten zwei Musikvereius-
concerte(Vollhardt) botengleich den vorangegangenen einige
31»
964
gams henroxragende Leistungen. In erster Linie sei die Bdur-
Symphonie No. 2 von Svenasen genannt, ein Werk, dessen
reizvolle Schönheit und Frische gar nicht genug gerühmt
werden kann. Auch Schumann^s Cdur-Symphonie prftsentirte
sieh in schöner Vollendung. Einen sensationellen Erfolg er-
rang Gurti's Ouvertüre zur Oper „Hertha'^ mit ihrer hohen
melodischen Schönheit und blendenden Listrumentation ; der
(selbst dirigirende) Gomponist erhielt lebhaften Hervorruf.
Unter den Solisten nennen wir zuerst Frl. Polscher aus
Leipzig, welche mit Bruches „Odysseus'^-Arie, noch weit mehr
aber mit ihrer virtuosen Wiedergabe von Liedern, zumal sol-
chen naiven oder heiteren Ghenres, Ausgezeichnetes leistete
und durch vollendet zierlichen Vortrag sdbst Unbedeutendes,
wie Harthan's Wiegenlied und des Unterzeichneten „Müller,
hab Acht***), zur Wirkung zu bringen verstand. Allseitiges
Interesse erweckte auch Hr. B. Zwintscher aus Leipzig,
welcher im Dmoll-Conoert von A. Hubinstein sich als Pianist
von ganz hervorragender Kraft und Sicherheit erwies : schade,
dass ein so schönes und grosses Talent durch eine auisäusser-
liohe Virtuosenthum zugeschnittene, poesielose, weil gänzlich
üherhetzte Wiedergabe der As dur- Polonaise von Chopin sich
ia minder hellem Lichte zeigte; auch zwei „Kreisleriana"-
S&tze liessen poetischen Zauber vermissen. Gelingt es Hm.
Zwintscher, seine Auffassung zu veredeln und zu vertiefen,
so bat er das Zeug, mehr als ein Virtuos für die Massen: ein
wirklich erosser Künstler zu werden. Ein solcher, auf der
höchsten Sta£e der Meisterschaft, ist Hr. Ooncertmeister Arno
Hilf aus Leipzig. Nach solcher Gharakterisirung darf man
wohl darauf verzichten, seine eminenten Leistungen weiter
zu zergliedern; nur das sei gesagt: unver^^esslich ist uns der
zaubeäafte Genuss, den er uns durch seine Wiedergabe der
unerhört schwierigen Concerte von Bazzini und Paganini be-
roitet hat. Besonderes Interesse erhielt Hm. Hilf s Vortrag
dadurch^ dass kurz zuvor Hr. Wilhelmj hier concertirt hatte
und so einen Vergleich nahelegte. Der alte (?) Violin virtuos steht
an Fülle, Kraft und Süssigkeit des Tons noch immer uner-
reicht .da (über- das bekannte Schnarren seiner G-Saite bei
starken Tönen muss man hinwegsehen); das Chopin'sche Des-
dur-Nootume und dasGmoll-Concertvon Bruch hat er immer
wieder entzückend schön gespielt; aber dennoch ist uns Hrn.
Hilfs herbe, oft geradezu dämonisch berührende Männlichkeit
lieber, zumal seine Technik wohl noch stupender ist; auf die
Dauer ermüdet ein ewig glatter sonniger Meeresspiegel, die
trotzige (Gewalt des Sturmes kcuin von noch höherer Schön-
heit sein; und wie Hr. Hilf im Bazzini'schen Goncert die
leidenschaftliche Scala aller erdenklichen Stimmungen durch-
läuft, das sagt doch noch mehr als Allee, was Hr. Wilhelmj
uns zu sagen hatte. An dem Begleiter des Letzteren, Hrn.
B. Nie mann, ist eine bedeutende Technik und bemerkens-
werthe Sicherneit und EJarheit des Spiels zu rühmen; doch
war z. B. den Symphonischen Etüden von B. Schumann, so
meisterhaft klar sie herauskamen, eine gewisse trockne Kühle
und Nüchternheit wenig förderlich. Uebrigens leistet er an
geschickter, taktvoller Anpassung an den sehr „frei" vortra-
genden (feiger wirklich Erstaunliches^
In der 3. Kammermusik (Türke), die wir wegen eines
TrauerfSalls versäumen mussten, soll Frl. Marg. Türke sehr
hübsch Glavier gespielt imd gegen früher bedeutende Fortschritte
aufgewiesen haoen. Der 4. Abend brachte ein nicht sehr bedeu-
tendes Streichquartett in Ddnr Op. 211 von C. Beinecke, das
Ciaviertrio Op. !, No. 8, von Beethoven (HH. Fe tri, Klengel
und Türke) und das wundervolle Schubert'sche Streichquin-
tett in Cdur (HH. Petri, v. Dameck, Unkenstein, Klen-
fel und Wille). Alle drei Werke erfuhren eine schöne Wie-
ergabe, besonders das letzte wurde ausgezeichnet gespielt,
nur litt es ein wenig unter offenbarer Indisposition des Fnm-
geijg;er8; vielleicht trug das Missgeschick zweier springenden
Saiten die Mitschuld. Interessant war das Zusammenwirken
*) Ob mit diesem Urtheil über das eigene Lied unser
geehrter Hr. Beferent Dr. P. Pfitzner demselben nicht Unrecht
thut? Nach dessen uns sonst bekannt gewordenen Liedern,
die von einem frischen, fröhlichen Gompositionstalent zeugen,
ganz sicher! Nichtsdestoweniger wird durch diese, der Be-
scheidenheit des Componisten alle Ehre machende Bemerkung
das von einem gewissen Edmund BochUch in ein anderes
Musikblatt lancirte schroff absprechende Urtheil über die betr.
Programmnummer in den Augen Derer, welche in demselben
nicht einen Act persönlicher Bancune vermuthen, anscheinend
bestätigt, und diese Schadenfreude hätte der Gomponist seinem
langjährigen Widersacher nicht bereiten sollen! D. Bed.
zweier so hervorra^nden Violoncellisten, wie der HH. Klengel
und Wille, deren Meisterschaft ja hinlänglich bekannt ist. —
Hr. Türke hat an diesem Abend mit seiner 100. Kammer-
musik in Zwickau seine diesbezügliche Thätigkeit beschlösse :
voraussichtlich wird der Musikverein die Erbschaft in irgend
welcher Form übernehmen. So wenig wir sonst mit den per-
sönlichen künstlerischen Leistungen Hm. Türke's, bei Anle-
gung eines einigermaassen ernsteren Maaasstabes, uns immer
einverstanden erklären konnten, so bereitwillig haben wir
jederzeit das grosse unbestreitbare Verdienst dieses merkwür-
digen Mannes zu£;egeben, welches er sich erwarb, als er vor
26 Jahren aus kleinen Anfügen heraus mit nie erlahmendem
Eifer diese Kammermusikabende ins Werk setzte imd fort-
führte. Seit 1880 erhielten dieselben durch ständige Mitwir-
kung von Leipziger Künstlern eine grössere Bedeutung auch
nach aussen und haben, wenn auch mit wechselndem Erfolge,
doch manchen schönen und genussreichen Abend uns bereitet
und es zweifellos erreicht, den Sinn für gute Musik in unserer
Stadt kräftig zu fördern. Dieses grosse Verdienst Hm. Türke's
fand an jenem Abend seitens des Publicums durch allseitige
Ovationen lebhafte Anerkennung; auch Hr. Concertmeistar
Petri aus Dresden, dessen treue Mitwirkimg das Concertunter-
nehmen ganz hervorragend förderte, erhielt eine wohlverdiente
Lorbeerspende.
(Schluss folgt)
Conoertumsohau.
Amsterdam. Mat. music. im Neuen Conoerthaus (Kes)
am 18. April: 3. Symph. v. Beethoven, Vorspiel, „Charfirei-
tagszauber" u. Verwandluugsmusik a. „Parsifal" v. Wagner.
— Abonn.-Conc. ebendaselbä am 28. April: Harold-Symph. v.
Berlioz (Violasolo: Hr. Timmner), „Le Rouet d^Omphale** v.
Saint-Saöns. Ouvertüren v. Gade u. Smetana (Lustspiel-),
Vorspiel zu „Boabdil" v. Moszkowski.
Angers. 20. Abonn.-Oonc. der Assoc. artii^^. (Frömaux):
2. Satz a. „Wallenstein*' v. V. d'Indy, Ouvert. zu „Montane
et Stephanie*' v. Berten, „Träumerei*' v. Schumann-Godard,
Menuett f. Streichorch. v. Boccherini, Brautmarsch a. „Lohes-
grin** V. Wagner, Violin vortrage des Hrn. MaTt«au(d. Coeft».
V. Saint-Saöns, „Albumblatt" v. Wagner, Ballade Op. 16
V. Moszkowski u. Bhaps. v. P. Lacombe). — Extraconcert
der Assoc. artist. (Frömaux) am S.April: Ouvert. zu „Le MMe-
cin malgr^ lui** v. Gounod, symph. Dicht. „Le f&roce Chas-
seur** V. de Vleeshouver (unt. Leit. des Coinp.), Tanz der.
Priesterinnen, Bacchanale, Duo (Frau Soetens-Flament u. Hr
Fontaine) u. Arie (gen. Dame) a. „Samson et DaUla" vo^
Saint-SaönS; Altniederländ. Volkslieder, bearbeit. v. Kremser
(Soli: die HH. Fontaine und Meinioux). „Die Alpenfee*' für
Männerchor a cap. v. Kremser (die Gaecilien-Gesellschaft),
Solovorträge der Frau Soetens-Flament („Le Myosotys" von
deVleeshouver u. „Harpzang" v. Blockx)n. des Hrn. Fon-
taine („Super Flumina*^ v. Bordier u. „Poöme d'Amour" v.
de Vleeshouver). — Gr. Gonc. Annuel, geg. v. Hm. Frömaux
unt. Mitwirk, der HH. Blumer (Glav.^ u. JandeUi (Harfe), so wie
der Caecilien-Gesellschaft am lO.Apnl: 7. Symph. v. Beethoven,
„La Plainte" v. L. de Bomain, Türk. Marsen v. Mozart, 2. Theü
a. „Le Döluge" v. Saint-Saöns, Ghorlieder v. Moniuszko
(Chanson de Mignon) u. Kremser („Die Alpenfee"), Soli f.
Clav. V. Rubinstein (Gdur-Barcarole), Jadassohn (Scherzo)
u. A. u. f. Harfe v. Hasselmans (Barcarole u. Taranteile).
Baden-Baden. Kammermusiksoir^ am 8. April: Cla-
viertrios v. Mendelssohn (DmoU) n. Volkmann (BmoU), And.
a. dem Streichtrio Op. 9, No. 2, v. Beethoven. (Ausfährende:
Frl. Oswald [Clav.] u. HH. A. u. G. Krasselt und Wamke
[Streicher].) — Symph.-Conc. des städt. Curorch. (Hein) am
22. April: 8. Symph. v. Beethoven, symph. Dicht. „Friede,
Kampf und Sieg" v. 0. Bübner, „Fee Mab" v. Berlioz.
Basel. Histor. geistl. Conc. des Hm. Walter am 13. April :
„Vater unser" f. fünf Solostimmen u. Chor m. Org. u. Streich-
instrumenten V. H. Schütz, Elegischer G^esang v. Beethoven,
Chöre V. Palestrina, Lotti, Händel, Mozart und Mendelssohn,
Largo f. zwei Violinen v. S. Bach (Hr. Bargheer u. ein un&^n.
Herr), Solo vortrage der Frau Sibold (Ges.) u. der HH. Glaus
(Org., Canzone v. Frescobaldi u. Vorspiel u. Fuge über „O
Traurigkeit" v. Brahms) u. Nägeli (Violonc).
Boston. 3. Pianof. Bec. des Hm. Mac-Dowell m. Ck>ia-
Positionen von Mac-Dowell (Largo, „Idyll", „Humoreske",
Köverie, Poem u. Fuge), Martucci (Improvviso),Grieg(Nott.),
Balakireff („Islam") u. A. — Concerte des Boston Symph.
266
Oroh. (Nikisch): No. 2S. 2. Symph. v. J. K. Paine, Onver-
turen v. C. Gold mark („Saknntala") u. Beethoven. No. 28.
1: Symph. y. Schumann, Suite a. der Musik zu Shakespeare*s
„Hajnlet^ v. G. Henschel (unt. Leit. des Comp.), -Oheron"-
Onvert. v. Weher, Gesangrorträge der Frau Henschel.
Breslau. 7. u. 8. Musikahend des Tonkanstlervereins:
Glavierquart. v. Schumann, Glaviertrio Dp. 1, No. 3, v. Beet-
hoven, Clav.-Violinson. Dp. 100 v. Brahms, Soli f. Ges. von
J. Schaf fer („Die Einsame^, -Gleich wie aer Mond** u. „Im
Maien**), Beinecke („O süsse Mutter**), Gounod (Serenade),
Grieg (Solvejg's Lied), Wagner (£lisaheth*s Gehet a. „Tann-
hAuser**) U.A., f. Org., f. Clav. v. Liszt (,,yall^ d*Ohermann**
u. „l^logue**) u. f. Viol. V. Thomö (And. relig.) u. G. Hol-
' laender (Spinnerlied). (Ausführende: Frau Springer u. Frl.
Schönfeld [Ges.] u. HH. Schlesinger [Ges.], Kahl [Org.], Bensch
u. Greis [Clav.], Fahian u. Steinitz [Streicherj.)
Chemnitz. Musikaufft&hr. in der St. Jacohikirche am
16. April unt. Leit. des Hm. Schneider u. solist. Mitwirk, der
Frls. Gk>etze a. Dresden u. Boehme v. hier u. der HU. Bonne-
hurger a. Dresden u. Dftseler a. Berlin, ausgef. v. der Sing^
akad., dem Kirchenchor zu St. Jacohi u. der städt. Capelle:
Passionsmusik v. Schütz-BiedeL Requiem v. Mozart.
ChieagO. 8. Pop. Oonc. des Chicaeo Orch. (Thomas):
„Faust's Verdanmiung** v. Berlioz, Orchestersuite Op. 42 v.
Mac-Dowell, Suite Mozartiana v. Tscha'lkowsky. „Phafi-
ton** V. Saint-Saens, „Rienzi**-Ouvert. v.Wagner, Adagio a.
„P^metheus** v. Beethoven, „Aufforderung zum Tanz** v. We-
her-Berlioz, Goncertstück f. Clav. v. Weher (Hr. Liehling). —
2. Pop. Piano Conc. des Hm. Liebling m. Compositionen v.
Godard (»Au Matin** u. Mazurka), Karganofi (Noct. und
Mazurka), Gottschalk, Mason, Louis Br assin (Nocturne),
Schutt (Valse lente), Schumann (Son. Oja, 22) u. A.
Coblenz. 6. Abonn.-Conc des Musudnstituts (Heuhner)
m. Bruch 's „Odysseus** unt. solist. Mitwirk, der Frls. Er6t-
ma a. Elberfeld u. Assmus (?) a. Berlin u. der HH. Doerter
a. Mainss. Keller a. Mannheim u. Lindlar v. hier.
Dortmand. 4. Conc. des. Musikver. (Janssen): 8.0uvert.
zu .Leonore** v. Beethoven, „Wanderers Sturmlied** f. Chor u.
Grch. V. B. Strauss, „Das Glück von Edenhall** für do. von
£. Humperdink, SolovortrS^ des Frl. Asmus (?)a. Berlin
(Ges., „Von ewiger Liebe*^ v. Brahms, „Klänge und Schmer-
zen** V. J. Janssen, „Ln Mai** v. B. L. Herman, „Träume**
. V. B. Wagner, „Es wartet ein bleiches Jungfräulein** von
Lessmann, „Neue Liebe** v. Bubinstein etc.) u. des Hm.
Halir a. Weimar (VioL, 8. Conc. v. Bruch, Berceuse v. Cui
u. Bhaps. V. Liszt-Halir).
DüisseldOPf . 4. Concert des G^esangver. (Steinhauer) mit
S. Bach's Matthäus-Passion unt. solist. Mitwirk, der Frauen
Hoeck-Lechner a. Carlsruhe u. Craemer-Schleger von hier
u. der HH. Grahl a. Berlin, Schmalfeld a. Zünch u. Taux a.
Frankfurt a. M.
Gotlia. 10. Conc. des Musikver. (Prof. üetz) m. Vier-
ling*s ,^Alarich** unt. solist. Mitwirk, des Ehepaares Hildach
u. Sbb Prl. Schämack. (Die Leistungen des Cnores und der
Solisten finden in einem uns vorliegendsn Bericht rückhalts-
lose Anerkennung, während die Hauptehren des Abends dem
Dirigenten zugesprochen werden, der amSchluss der Anfüh-
rung auf wieoerholten Hervorrnf mit dem Componisten des
Werkes erschien.)
Hannover. Am 16. April Aufführ. v. S. Bach's Matthäus-
Passion durch die Musikakad. (Kotzky) unt. solist. Mitwirk,
des Frl. v. Sicherer a. München, der Frau Metzler a. Leipzig
u. der HH. Kaufmann a. Basel, Staudigl a. Berlin u. Gillmeister
V. hier. — 3. Conc. der Hofcap. a. Bückeburg (Sahla) : S.Sym-
phonie V. Beethoven, Eine Faust-Ouvert. v. B.Wagner, ilö-
verie f. Orch. von B. Metzdorff, Gesangvorträge des Hm.
Zameckow a. Berlin („Wie bist du, meine Königin** v. Brahms,
„Lehn deine Wang** u. „Am Ufer des Flusses** v. Ad. Jen-
sen etc.).
Hermannstadt. Ausserordentl. Musikabend des Her-
mannstädter Musikver. (Bella) am 4. April: Allegro appass. f.
Viol. u. Clav. V. A. Tottmann, Cavatine f. do. v. J. Baff,
„Feenwalten** f. Frauenchor u. Clav. m. Declam. v. H. S t o e c k e r t,
Gesangsoli v. Verdi. J.L. Bella ( „Erste Liebe**) u. Ad. Jensen
(»Sie blasen zimi Aomarsch**). — Conc. desselben Vereins am
8. April: Festmarsch v. B. Strauss. „Königin Waldlieb** f.
gem. Chor u. Orch. v. M. Meyer- Olber sieben, Frühlings-
syxnphonei f. do. v. L. Milde, Dmoll-Clavierconc. v. Mozart,
Ö©8Migyorträge der Frau Singer („Ich liebe, was fein ist** von
J. L. Bella, „Der Vogel im Walde** v. W. Taubert, „Auf
Wiedersehen** v. Edg. Krones etc.).
Hildburghausen. 8. Abonn.-Conc. der Hofcap. a. Mei-
ningen (Steinbach): Orchestervariat. über ein Haydn'sches
Thema v. Brahms. Ouvertüren v. Beethoven und Wagner
(„Der fliegende Holländer** u. „Tannhäuser**), 3. Slav. Bhaps.
V. Dvorak, concert. Quart, f. Ob., Clar., Hom u.Fag.m.Orch. v.
Mozart (HH. Kirchhoff, Mühlfeld, Leinhos u. Hochstein). Gbsanff-
vortrage des Frl. Dussel a. Cöln (Arien v. Weber u. GounocO-
Kiel. 8. Conc. des Gymnasial-Orch.-Ver. (Jess): Gdur-
Seren, f. Streichorch. v. Mozart, Wasser- und Feuermusik v.
Händel, Ciavierquart. Op. 16 v. Beethoven, And. a. dem 3. Conc.
f. zwei Viol. u. Clav. v. S. Bach. — Vortrag geistl. Gesänge
seitens des St. Nicolaiohors (Forst) am 31. März: Chöre von
Suriano, Klein, J. W. Franck u. Dr. Palm er („Tröstet mein
Volk**), Solovorträ^ der HH. KeUer (Org., Variat. üb. Bach'-
sche Themen v. Liszt) u. Mühlfeld t (VioL).
Landau. Conc. des Hm. Löwe (Viol.) unt Mitwirk, der
HH. Wiemann a. Pforzheim (Clav.) u. Hartmann a. Carlsruhe
SViolonc.) am 6. Aprü: Ciaviertrio Op. 97 v. Beethoven, Soh
'. Clav. V. Jensen-Niemann („Murmelndes Lüftchen**) und
Liszt (Bhaps.), f. Viol. vi A. Löwe (Bomanze) u. Wieni-
awski („Legende** u. zwei Mazurkas) u. f. Violonc. v. Moli-
que, O verbeck (Schlummerlied) u. Popper (-Vito**). -— ö.Ver-
einsconc. des Musikver. unt. Mitwirk, der Frau Walter und
der HH. Walter u. Wamke a. Baden-Baden: Andante a. dem
Dmoll-Claviertrio v. Mendelssohn, Ddur-Clavier-Violoncell-
son. V. Bubinstein, Soli f. G^. v. B. Pohl („Fichtenbaum
und Palme**), Lassen (Frühlingslied), E. Walter („So bist
du mein** u. „Wohl waren es Tage der Sonne**) u. f. Violonc.
V. Popper (Mazurka u. Tarantelle), H. Sitt (Seren.) u. A.
Laibaeh. Ausserordentl. Kammermusikabend der Phil-
harm, (stesellschafb am 6. April: Bdur-Streichsext. v. Brahms,
CLavierquint. v. Schumann, CJlav.-Violinson. Op. 47 v. Beet-
hoven. (Ausführende: HH. Zöhrer [Clav.l, Gterstner, v. Bagen-
feld, Moravec, Till, Lasner u. Wettach (Streicher].) — Ausser-
ordentl. Conc. desselben V^r. am 12. Apnl m. Ha^dn's „Schö-
pfung** unt. Leit. des Hm. Zöhrer u. solist. Mitwirk, der Frau
Bitter-Haecker a. Würzburg u. der HH. Link a. Graz und
V. Beichenberg a. Wien. — Mitglieder-Concerte desselben
Ver.: No. 4 m. denselben Solisten, wie im vorhergehenden
Conc. „Hebriden**-Ouvert. v. Mendelssohn, Fragment a. der
gSchöpfang*' v. Haydn, G^sangsoli von Mozart, Franz („Im
Herbst**), B. Wagner (Schlummerlied) u. Schumann. No. 5.
8. Symph. v. MendeLasohn, „Euryanthe*'-Ouvert. von Weber,
Conc. t. zwei Violinen v. Alard (HH. Gnesda u. Drahsler),
Lieder „0, versenk** v. Brahms. „Ich liebe dich** v. Grieg
u. „Im Maien** v. Hill er (Frl. Souvan).
Lausanne. Grand Concert et Conference sur „FAnneau
du Nibelung** de B. Wagner unt. Leit. des Hm. Banti und
Mitwirk, des Tenors Hm. Bourgeois u. einiger ungen. Solisten
am 22. u. 28. April: Vier Tonbilder a. „ICneingold**, Einzug
der Gtötter in Walhall, Siegmund*s Liebeslied, Duett zwischen
Siegmund und Brünnhilde, „Walkürenritt**, Wotan*8 Abschied
u. „Feuerzauber**, Gesang der Bheintöchter, Trauermarsch u.
Schlussscene a. der „Götterdämmerung**. („L'Estafette** gab
zu diesem Concert eine Eztranummer mit biographischem
Material und den Hauptleitmotiven in Noten heraus,)
Leipzig. Hausconc. des Bach- Ver. (Sitt) unt. sollst. Mit-
wirk, der Frau Metzler-Löwy (Ges.) u. der HH. Consolo aus
Mailand (Clav.) und J. Klengel (Violonc.) am 16. Mai: „Die
Weihe der Nacht** f. Altsolo, Choy u. Orch. v. H. v. Herzo-
eenberg, Chöre a cap. v. Lechner, Donati u. Ctotoldi, Soli
f. Chiv. V. S. Bach (Dmoll-Conc, 1. Satz, u. Phant. u. Fuge
in GmoU) u. f. Violonc. v. S. Bach (Cdur-Son.) undMarceuo
(Fdur-Son.). — 10. Mnsikabenä des Kammermusikver. : Emoll-
Streichquart. v. Volkmann (HH. Payne, Klesse, Jentzsch u.
Merckel), Trios f. Clav., Clar. u. Hörn v. M. Heidrich (HH.
Tramm a. London, Kessner u. Budolph) u. f. Viol., Bratsche
u. Violonc. V. C. (S^rädener (HH. v. Dameck, Heintzsch u.
Hansen), Vorführung des neuen Harmoniums in natürlicher
Stimmung (System Müller) durch die HH. Prof. MüUer aus
Budolstadt u. Straube a. Berlin. — Conc. zum Stiftungsfest
des Grieg- Ver. am 17. Mai: GmoU-Streichquart. v. Edv. Grieg
(Frl. Brammer u. HH. Lie, Schäfer u. Hansen), Fdur-Clav.-
Violinson. v. demselben (Frls. Holmsen und Brammer), Solo-
vortrage der Frls. Polscher ((3^es., „Curiose Gteschichte** von
Borghüd Holmsen, „Viel Träume** und „Böschen biss den
Apfel an** v. Chr. Sin ding, Wiegenlied v. H. Harthan u.
„Des Dichters Herz**, „'ne Dim ich erblickt** u. „Hoffnung**
V. Edv. Grieg) und Holmsen (Clav., „An den Frühling" v.
Grieg u. Barcarole u. Scherzo eig. Comp.) u. des Hm. Hansen
(Violoncellconc. v. Svendsen, 2. Satz).
266
Lemberg. Am 13. n. 24. April Aufführrm^n v. Hän-
dePs „Messias*' durch den Gkiliz. Musikver. (Scowarz) unter
Solist. Mitwirk, der Damen Kruszelnicka, Strassem u. Wotos-
zcsak u. der HH. Lewicki, Szaymanski, Dr. Czemy u. Zegar-
kowski, sowie Unterstützung des Gresangver. „Lutnia".
Llssa. Wohlth&tigkeitsconc. unt. Leit. des Hrn. Fleischer
am 7. April: Gem. Chöre v. Fächer („Lenzes Wonne**, mit
Solo u. Clav.), Rheinberger („AU meine Gedanken**) und
Spielt er („Der Postillon**, m. Solo, oblig. Piston imd Clav.),
„Mai tag** t. Frauenchor m. Clav. v. Rheinberger, Vocal-
duette V. Lassen („Ln Rosenbusch die Liebe schlief**) u. A.,
ges. V. Frl. Gk>ldschmidt u. Frau Raue, Solovorträge der HH.
Oswaldt (G^es., „Kling leise, mein Lied** v. Liszt) und Mar-
quart (Violonc, Polon. v. Popper etc.) u. des Frl. Mechow
rClav., Rhaps. v. Liszt).
Mannheim. Conc. des Luther-Kirchenchors (Köhler) am
10. April: Chöre von Bortniansky, M. Haydn, M. Hetzel
(„Christ ist erstanden**) u. Gluck, Solo vortrage des Frl. Wag-
ner (Ges., „0 Tag, so schwarz** u. Osterarie v. A.W er nicke)
u. der HH. Heiss (Ges., „So sinkst du nun** v. Ueberl6e u.
„Hallelnjah, der Herr ist erstanden** v. R. Palme) u.Hänlein
(Org., Choralvorspiel v. S. Bach u. „Hosiannah** v. J. Lem-
mens).
Metz. 5. Conc. des Musikver. m. Bruch' s „Lied von
der Glocke** unt. sollst. Mitwirk, der Frls. Rudolpn a. Trier
u. Augustin V. hier u. der HH. Zameokow a. Berün u. Haase
a. Rotterdam.
Mülheim a. d. R. 2. Abonn.-Conc. (Stronck) mit Schu-
mann*s „Das Paradies und die Perl** unt. sollst. Mitwirk, des
Frl. KrStma a. Elberfeld, der Frau Crämer-Schleger a. Düssel-
dorf u. des Hm. Zarneckow a. Berlin.
Naumburg a. S. 4. Conc. des Gesangver. (Arndt) mit
Bruches „Odysseus** imt. sollst. Mitwirk, der Frls. Schmidt
a. Frankfurt a. M. und Hohenschild a. Berlin und des Hm.
Büttner a. Gk>tha.
New-Tork. Festconcerte zur Feier des 5^ähr. Bestehens
der Philharm. Society unt. Leit. des Hm. Seidl. No. 1. Ge-
naue Wiederholung des Eröffnungsconcertes am 7. Deo. 1842:
6. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Weber („Oberen**) und
Kalbwoda (DmoU-Concert-), Quint. Op. 74 v. Hummel (HH.
R. Hoffmann [Clav.], Arnold, Schwarz, Bermer und Manoly
[Streicher]), Duett a. „Armida** v. Rossini (Frau de Vere und
Hr. Dippel), Rec. u. Arie „Ocean, du Ungeheur** a. „Oberon**
V. Weber (Frau Mielke), Introd. u. Arie „In des Lebens Früh-
lingstagen** a. „Fidelio** v. Beethoven (Hr. Dippel), Arie „Ah,
che amando** a. „Belmonte und Constanze** v. Weber (Frau
de Vere). No. 2. Dante-Symph. v. Liszt, 3. Conc. f. Streich-
orch. V. S. Bach, Duett u. zwei Arien a. „Euryanthe** v. We-
ber (Frau Mielke u. Hr. Fischer), 2. Clavierconc. v. Tscha'i-
kowsky (Hr. Rummel). No. 8. 9. Symphonie v. Beethoven
(Solisten: Damen de Vere u. Alves u. HH. Dippel u. Fischer),
„Zauberflöten**-Ouvert. v. Mozart, 3. Act a. der „Grötterd&m-
merung** v. Wagner (Frau Mielke u. Hr. Dippel), Quart, a.
dem 1. Act a. „Fidelio** v. Beethoven (Frauen de Vere und
Mielke u. HH. Dippel u. Fischer). — Piano Recitals des Hm.
d'Albert: No. 1 mit den Sonaten Op. 53, 90 u. 109 u. den 32 Va-
riationen V. Beethoven. No. 2. DmoU-Prael. u. Fuge v. Bach-
d' Albert, Son. Op. 78 v. Beethoven, Var. sörieuses v. Mendels-
sohn, Suite Op. 91 V. Raff, Impromptu Op. 90, No. 8, v. Schu-
bert, Walzer „Man lebt nur einmal** v. Strauss-Tausig,
„Liebestraum** No. 8 u. Span. Rhaps. v. F. Liszt. No. 8.
6. Engl. Suite v. Bach, Amoll-Ronao v. Mozart, Rhaps. Op.
79, No. 2, V. Brahms, Hmoll-^nate v. Chopin, Amoll-Bar-
carole von Rubinstein, Sonett des Petrarca, „Feux follets**
u. Tarantella „Napoli e Venezia** v. Liszt.
Nürnberg. Am 3. April Aufführ. v. S. Bach's Matth&us-
Passion durch den Ver. f. class. Chorgesang (Ringler) unter
sollst. Mitwirk, der Frau Dotzer v. hier, des Frl. Wagner a.
Cöln u. der HH. Vogl a. München, Ankenbrank u. Maier v.
hier. (Die Aufföhrung wird als ganz vorzüglich gerühmt.
Von der auswärtigen Solistin Frl. Wagner schreibt man: „Ln
Besitze einer runden, vollen Altstimme, die, durch eine gute
Schule geläutert, stets angenehm berührt, gelang es Frl.
Math. Wagner vollständig, die ihr gewordene Aufj^abe in rühm-
licher Weise zu lösen. Mit edler Einfachheit, tiefer Empfin-
dung und anerkeunenswerther Deutlichkeit brachte sie ihre
sämmtlichen Gesänge, insbesondere aber die Arie »Erbarme
dichc, mit Violinsolo, meisterhaft gespielt von Hm. Concert-
meister Amigo, dann das Recitativ »Erbarm es Gott« und
»Ach, Golgathalc zu gutem Vortrage.**)
Oldenburg. Wohlthätigkeitsconcert des St. Lamberti-
Kirohenchors (Kuhlmann) unt. Mitwirk, der HH. Düsterbehn
u. Hildebrandt: Psalm 100 f. gem. Chor v. E. F. Richter,
altdeutsche geistl. Volkslieder „Gott der Vater** u. „Der Tod
als Schnitter**, f. do. bearbeit. v. Plüddemann, altböhnxische
Weihnachtslieder „Freu dich, Erd und Sternenzelt** u. „Die
Engel und die Hirten**, sowie altdeutsche geistl. Lieder „Lob-
gesang auf Christus** u. „Gottes Edelknabe**, f. do. bearbeit.
V. C. Riedel, „Ein Gedenkb latt** f. Org., Viol. u. Violonc. v.
Tb. Kirchner, Soli f. Org. v. Rheinberger (Fisdur-Son.),
B. Haynes (And. a. Op. 14) u. Merkel (And. a. Op. 113), f.
Viol. u. f. Violonc.
Plauen 1. V. Am 16. April Aufftihr. v. F. M. Gast's
Orator. „Johannes der Täufer** durch den Musikver., Kirchen-
chor, „Polrhymnia** u. „Harmonia** u. das Stadtorchester unt.
Leit. des Hm. Riedel u. sollst. Mitwirk, der Frau Otto-Alvs-
leben a. Dresden, des Frl. Hunger u. der HH. Schulz-Dorn-
burg a. Würzburg, Wünsche u. Hartenstein.
Rostock. 3. Kammermusikabend des Hm. Bühring unt.
Mitwirk, der HH. Weiglin, Köhler u. Voss: GmoU-Clavier-
?uart. V. Mozart, Esdur-Claviertrio v. Bargiel, Soli f. Clav.,
Viol. u. f. Violonc. (Romanze v. G. Wiggers u. Gavotte
V. Popper).
Stuttgart. 3. Kammermusikabend der HH. Prof. Pruck-
ner, Singer, Wien u. Seitz unter Mitwirk, des Sängers Hm.
Hromada: G moll-Clavierquart. v. Mozart, Cmoll-Qaviertrio
V. Mendelssohn, Rondo brill. f. Clav. u. Violine v. Schubert,
Lieder „Im Rhein, im schönen Strome**, „Grewitter**, „Am
Himmelsthor**, „Sapphische Rhapsodie**, „Ritt in den Tod** u.
„Aus den Himmelaaugen droben** v. H. Behn. (üeber die
neuen Lieder von S. Behn schreibt das dortige „Neue
Tageblatt** u. A.: „Nicht in der gewohnten Bahn und her-
Sebrachten Form ziehen diese hochinteressanten Gebilde
ahin; der Componist erfasst seine Texte in der tie&ten Be-
deutung und scneint dabei mit heissem Drang seiner glühen-
den Phantasie Ausdruck verleihen zu müssen. So erreicht der
Gesang eine eigenthümlich anmuthende hohe Bedeutung und
wird durch eine überschwängliche Clavierunterlafi;e, die eigent-
lich mehr orchestral gedacht ist und fast selbständig ihre
Wege geht, in grossartiger Weise unterstützt. Die Lieder sind
nicht für die leichte Unterhaltung, sondern erfordern sowohl
von Seiten des Vortragenden, als der Hörer eine ernste Wssr
gäbe.**)
Veraltete Programme^ sowie Progratnfne ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Berlin. Wie verlautet, hat Hr. Generalintendant v.Hoch-
ber^ die mit Auszeichnung am Cölner Stadttheater wirkende
Altistin Frl. Charlotte Huhn zur Nachfolgerin der unsere
Hofoper verlassenden Frau Staudigl bestimmt. — Bremen. In
die durch den Tod Roh. Heckmann's erledigte Concertmeister-
Stelle wird zum Herbst der Berliner Violinist Hr. Kruse ein-
treten, gUnter p;lftnzenden Bedingungen**, wie die Concertdirec-
tionH. Wolff in Berlin der Presse bekannt gibt.— Göln. Die
Stellungen, welche der verstorbene Prof. Japha als Concert-
meister des Stadtorchesters \md VioUnlehrer am Conservato-
rium der Musik innehatte, sind durch den Violinvirtuosen
Hm. Emil Barö in Mainz neu besetzt worden. — Frank-
furt a. M. Frau Andriessen aus Cöln begann als Fidelio
in unserem Opernhaus ein Gastspiel auf Engagement. Die
Dame hat sich bereits bei früheren hiesigen Gastdarstelliin-
§en, trotz einiger Mängel ihres G^esanges und Spiels, viel&che
ympathien bei unserem Publicum erworben und dieselben
mit ihrer neuesten Darbietung noch mehr befestigt. — Ham-
burg. In das Opernpersonal des Stadttheaters wird der treff-
liche Tenorist Hr. Grün in g aus Hannover eintreten. —
London. Der Pianist Hr. Lutter aus Hannover zeiciinete
sich in einem eigenen Recital durch vollkommene Technik,
glänzende Ausführung, verständige Textauffassung und
Selbstbeherrschung aus und gab sein Bestes in Werken -von
Liszt. Der Wunderknabe Otto Hegner erschien nach zrwei-
jähriger Abwesenheit mit einer vervollkommneten und ver-
feinerten Technik und wunderbar gewachsenem VerständnisB
vor dem hiesigen Publicum, warm bewillkommnet. Sein
Hauptstück war Beethoven 's „Appassionata**, welche er mit
f rosser Sorgfalt und Energie behandelte. — Mannheim. An
teile des Frl. Mohor ist nach günstig verlttufenem Gastspiel
Frl. Calmbach aus Leipzig an das hiesige Hoftheater engagirt
worden. — Paris. Zu ihren unzähligen Triumphen ge^rann
267
FrL ArnoldBon mit ihrer Carmen-Darstellung in der Komi-
schen Oper einen neuen. Nie hat die Künstlerin mit mehr
Beiz gesungen, als an diesem Abend. Nach jedem Act, wie
nach Schluss der YorsteUung wurde sie vielüsu^h hervorgerufen.
Leider war es ihr. anderweitiger Verpflichtungen wegen^ nicht
möglich, mehr als zwei Mal diese Kolle zu singen. Li dem
4. Orgelconcert, welches der hiesige Orgelmeister Hr. Guil-
mant im Trocaa6ro-Palast gab, wirkte auch dessen ehemaliger
Schüler Hr. Werner au^ Baden-Baden mit. Seine Vorträge
einer &. Bach^schen Fuge und einer neuen Guilmant'schen
Gomposition erfreuten sich warmer Anerkennung seitens des
PubHcums.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 14. Mai. „Hoffe, Herz" von
W. Bust. Psalm 1 17 y. R. Franz. 15. Mai. „Singet und spielet
dem Herrn" v. W. Bust.
OpernauffDhrungen.
ApriL
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 1. Der Barbier
von Sevüla. 20. Euryanthe.
Carlsruhe. Grossherzogl. Hoftheater: 3. Der fliegende
Holländer. 8. Aida. 18. Der Trompeter von S&kkingen. 21.
Das goldene Kreuz. 28. Cavalleria rusticana. 24. Die Zauber-
flöte. 29. Der Cid (P. CorneUus).
Gotha. Hoftheater: 2. u. 8. Der wilde Jäger. 7. Das
goldene Kreuz. 10. Der Troubadour. 12. u. 21. Die Zigeu-
nerin (Balfe). 17. Lohengrin. 19. Bobert der Teufel. 24. Don
Juan.
AufgefDhrte Novitäten.
Bazzini(A.), Yioloncellconc. (Freiburg i. B., 6. Symph.-Conc.
des Stadt. Orch.)
Berlioz (H.), „Harold"-Symph. (Berlin, 8. Phüharm. Conc.)
Ottvert. zu „Beatrioe und Benedict". (Cöln, 10. Qtir-
zenichconc.)
„Vehmrichter"-Ouvert. (Breslau, 11. Abonn.-Go^c. des
Bresl. Orchesterver.)
Borodin (A.), „Eine Steppenskizze aus Mittelasien" . (Boston,
17. Conc. des Boston Symph. Orch. Stuttgart, 7. Abonn.-
Conc. der Hofcap.)
Brahms (J.). 3. Symph. (Mac^eburg, 6. Logenconc. Stutt-
gart, 7. Abonn.-Conc. der Hofcap.)
Ddur-Orch.-Seren. (Breslau, 12. Abonn.-Gonc. des Bresl.
Orchesterver.)
Orchestervariat. üb. ein Haydn'sches Thema. (Orefeld,
5. Abonn.-Conc. der Conc-G^ellschaft.)
Akad. Festouyert. (Wiesbaden, 12. Künstlerconc.)
1. Clavierconcert. (Stockholm, 2. Symph.-Oonc. der k.
Gau.)
Violinconcert. (Zürich, 8. Abonn.-Oonc. der Allgem.
Musikgesellschaft.)
Bdur-Streichsezt. (Laibach, 4. Kammermusikabend der
Philharm. Gesellschaft.)
Glavierquint (Dordrecht, 3. Soiree f. Kammermusik
der HH. Vink u. Erdelmann.)
Emoll-Clav.-Violoncellson. (Frankfurt a. M., 8. Kammer-
musikabend der Museumsgesellschaft.)
Rhapsodie f. Altsolo, Männerchor u. Orch. (Frankfurt
a. M., 11. Museumscono.)
Busoni (F. B.), Drei Sätze a. der symphon. Suite Op. 26.
(Boston, 16. Conc. des Boston Symph. Orch.)
Dvof äk (A.), 4. Symph. (Do., 17. Conc.)
Elsdur-Streichquart. (Hamburg, 4. Kanmiermusikabend
der HH. Zajic u. Gen.)
Fmoll-Claviertrio. (Leipzig, 4. Popul. Kammermusik-
abend von Hm. v. Böse u. Gten. Hamburg, 2. Conc. des
Frl. Marstrand.)
„Stabat mater" f. Soli, Chor u. Orch. (Basel, Conc. des
Baseler Gesangver. am 17. März.)
Gade (N. W.), „Agnete und die Meermädchen*' f. Solo, Chor
u. Orch. (Stockholm, 2. Abonn.-Cono. der Philharm. Ge-
sellschafbO
Goldmark {CX Symph. „Ländliche Hochzeit''. (Chemnitz,
8. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
Gold mark (C), „Sakuntala^-Ouverture. (Linsbruck, 4. Mit-
gliederconc. des Musikrer.)
Gouvy (Th.), „Stabat mater« f. Soli, Chor u. Orch. (Cöln,
10. Gürzenichconc.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. «Peer Gynt". (SchafFhausen,
4. Abonn.-Conc. des Musikcoilegiums.)
Suite „Aus Holberg's Zeit" £ Streichorch. (Annaberg,
10. Museumscono. Freiburg i. B., 6. Symph.-Conc. des
städt. Orch.)
Fdur-Clav.-Violinson. (Bingen, Conc. des Hm. Lou-
verse.)
^Vor der Klosterpforte" f. Soli, Frauenchor u. Orch.
(Stockholm, 2. Abonn.-Conc. der Philharm. Gesellschaft.)
„Landkennung" f. Baritonsolo, Männerchor und- Orch.
(Prag, Conc; des TJniversitäts-Gesangver.)
Harthan (H.), Serenade f. Streichorch. (Dorpat, 1. Symph.-
Conc.)
Herzogenberg (H. v.), Quint. f. Clav. u. Blasinstrumente.
(Braunschweig, 3. Abend der Neuen Vereinigung fftr
Elammermusik.)
Hofmann (HO, „Frithjof" -Symph. (Innsbruck, 4. Mitglieder-
conc. des Musikver.)
„Johanna von Orleans" f. Soli, Männerchor und Orch.
(Prag, Conc. des TJniversitäts-Gesangver.)
Kauffmann (F.), Dramat. Ouvert. (Magdeburg, 7. Logen-
conc. u. 5. Harmonieconc.)
Esdur-Claviertrio. (Berlin, Conc. v. Frl. Herms u. Gen.
am 16. März.)
Klengel (J.), DmoU-Violoncellconc. (Gotha, 8. Vereinsconc.
des Musikver.)
Liszt (F.), Dante-Symph. (Hannover, 2. Conc. der Hofcap.
a. Bückeburg.)
„Orpheus". (Magdeburg, 7. Logenconc.)
^Les Pröludes". (Boston, 17. Conc. des Boston Symph.
Orch.)
-Tasso". (Wiesbaden, 11. Künstlerconc.)
Esdur-Clavierconc. (Cöln, 10. Gürzenichconc.)
Adur-Clavierconc. (Berlin, 9. Phüharm. Conc.)
Ludwig, Orchestersuite. (Dresden, 2. Prüf.-Auffuhr. im k.
Conservat. f. Musik.) '
Mendelssohn (J.), Orgelson. über den Choral „Vater unser
im Himmelreich". (Oöln-Ehrenfeld,WohlthätigkeitBconc.
am 27. MärzO
Moszkowski (M^), Fdur-Orchestersuite. (Zürich, 7. Abonn.-
Conc. der Allgem. Musikgesellschaft.)-
„Cortöge" £^Orch. (Genf, 10. Abonn.-Conc. im Stadt-
Nicod6 (J. L.), Fünf Nummern a. der Symph.-Ode „Das
Meer". (Crefeld, 6. Abonn.-Conc. der Conc.-Gesellschafb.)
Noskowski (S.), D moU-Streichquart. (Iimsbruck, Soiröe der
HH. Prof. Schwartz u. G«n. a. München.)
Eaff (J.)i CmoU-Clavierconc. (Boston, 16. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Beinecke (C), Adur-Clayierquintett. (Laibach, 4. Kammer-
musikabend der Philharm. Gesellschaft.)
Bubinstein (A.), 5. Symph., Phant. f. Clav. u. Orch. etc.
(Leipzig, 20. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus.)
Gmoll-Clavierquart. (Leipzig, Extra -Kammermusik am
26. März ebendaselbst.)
Saint-Saöns (C), „Le Bouet d^Omphale". (Frankfurt a. M.,
10. Museumscono.)
Schulz-Schwerin (C.), Serenata giocosa f. Orch. (Berlin,
1. Conc. des Akad. Orch.-Ver.)
Seyffardt (£.), Schicksalsgesang f. Altsolo, gem. Chor und
Orch. (Frankfurt a. M., 11. Museumscouc.)
Smetana (F.), Gmoll-Claviertrio. (Lübeck, 4. Kammermusik-
abend des Frl. Herrmann.)
Stenhammar (W.), „Im Bosengarten" f. Soli, Chor u. Orch.
(Stockholm, 2. Abonn.-Conc. der Philharm. G^esellschaft.)
Strauss (B.). Symph. Dicht. „Tod und Verklärung". (Leip-
zig, Wohlthätigkeitsconc. in der AlberthaUe am 16. März.)
„Wanderers Sturmlied" f. Chor u. Orchester. (Crefeld,
6. Abonn.-Conc, der Conc.-G^ellschaft.)
Taubmann (0.), Psalm 13 f. Soli, Chor u. Orch. (Leipzig,
2. Conc. des Biedel- Ver.)
Thieriot (F.), Sinfonietta. (Hamburg, 9. Philharm. Cono.)
TschaXkowsky(P.), Gdur-Orchestersuite. (Basel, 10. Abonn.-
Conc. der AUgem. Musikgesellschaft.)
TJhlig (Th.), Fdur-Blasquint. (Dresden, Tonkünstlerver.)
Vierfing (G.), Ouvertüre „Im Frühling". (Frankfurt a. O.,
3. Symph.-Conc. des Philharm. Orch.)
268
Yolkmann (B.), 3. Seren, f. Streicliorch. (Frankfart a. M.,
11. Museumsconc. Oldenburg, 7. Abonn.-Gonc. der Hof-
cap.)
Concertstüok f. Clav. (Chemnitz, 8. Syinph.-Ck>nc. der
stftdt. Cap.^
Bmoll-Claviertario. (Innsbruck, Soiröe der HH. Prof.
Schwartz u. Gen. a. München.)
Waffner(R.)» ^üie Faust-Ouvert. rOarlsruhe, 6. Abonn.-Conc.
aes Hoforch. Stockholm, 2. Symph.-Oonc. der k. Cap.
Trier, 3. Vereinsconc. des Musikver.)
Vorspiel u. Bruchstücke a. den „Meistersingern *'. (Kiel,
Symph.-Conc. des Dilett.-Orch.-Ver. am 2. März.)
„Meistersinger^-Yorspiel. (ßenf, 10. Abonn.-Gonc. im
Stadttheater.)
Vorspiel u. Schlussscene a. „Tristan und Isolde''. (Bres-
lau, 12. Abonn.-Gonc. des BresL Orch.-Ver. Freiburg i. B.,
6. äymph.-Gonc. des städt. Orch.)
Vorspiel zu „Tristan und Isolde". (Innsbruck, 4. Mit-
gliederconc. des Musikver.)
Trauermarsch a. der „Götterdämmerung". (Magdeburg,
6. Harmonieconc. Stuttgart, 7. Abonn.-Gonc. der Hoz-
oapelle.)
Woyrsch (F. y.), Bmoll-S3miph. (Lübeck, 6. Philharm. Gonc.)
Wüerst (B.), Buss. Suite f. Streichorch. (Speyer, 4. Gonc. v.
Gaecitien-Ver. u. Liedertafel.)
Zellner (J.), Adur-Sinfonietta. (Kiel, Symph.-Goncert des
Dilett.-Orch.-Ver. am 2. März.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* In Leipzig hat sich aus daselbst ansässigen, wie vor-
übergehend zum Studium aufhaltenden Skandinaviern ein
Grieg- Verein gebildet, welcher am 17. d. Mts. das Fest
seiner Gründimg mit einem Goncert im Krystallpalast be-
geht, dessen Programm in unserer heutigen Goncertumschau
verzeichnet steht.
* Die Soir^, welche die Direction des k. Theaters zu
Lüttioh zur Feier des 150. Geburtstages Gr6try*s ge-
geben, war von einer «zahllosen Menge besucht, . trug ein
überaus festliches Gepräge und verlief auch sonst glanzvoll.
Verschiedene Bruchstücke aus Werken des alten Meisters
wurden vorgeftlhrt, und Hr. Arthur Pougin beleuchtete in
einem meisterlichen, mit warmen Beifallsbezeugungen ange-
nommenen Vortrag das Schaffen desselben.
* Der unter Leitung des Hm. Päts stehende Musik-
verein zu Herford beging am 8. Mai mit einem grossen
Goncert die Feier seines öOjlQirigen Bestehens.
* Den ersten Preis von 500 Dollars für die beste Gom-
position des Textes zur Golumbüs-Feier, ausgeschrieben
von den vereinigten deutschen Gesangvereinen in Amerika,
^wann Hr. D. Melanet^ Dirigent des Uermania-Männerchors
in Baltimore, der 2. Preis von 800 Dollars wurde Hm. H. Zöll-
ner, dem Dirigenten des „G«rman Liederkranz", zuerkannt.
* Wie die „Zeit. f. I.** mittheilt, hat die Hofpianoforte-
fEibrik von V. Berdux in Heilbronn den Versuch gemacht, den
Panzer-Bahmen für Pianinos in Aluminium herstellen
zu laceen und in Anwendung zu bringen. Diese Neuerung
macht die Instrumente nicht blos bedeutend leichter im Ge-
wicht, als die bisherigen in Eisenrahmen, sondern soll auch
infolge einer günstigen Einwirkung des Aluminiums auf den
Ton in dieser Beziehung von grosser Tragweite sein.
* In der Kroll*schen Oper zu Berlin ging am 12. Mai
A. Bubinstein's Oper „Die Maccabäer" unter Mitwirkung
der Frau Moran-Olden als Leah, des Frl. Prosk^ als Nafimi
u. A. m. mit stürmischem Erfolg erstmalig für diese 6ühne in
Scene. Das Werk ist früher, mb die gen&e Marianne Brandt
noch Mitglied der k. Oper war und mit ihrer Darstellung der
Leah dasselbe Über Wasser hielt, oft im Hoftheater gegeben
worden, war also keine Neuigkeit für die Beichshauptstadt.
* G. Beinecke*s neue komische Oper „Der Gouvertienr
von Tours'* soll am 5. Juni erstnialig im Stadttheater zu
Leipzig zur Aufführung gelangen.
* In der Komischen Oper zu Paris ging kürzlich ids
Novität die Oper „Enguerrande** von Ghapuisin Scene, ohne
jedoch zu gefallen.
* Das Philharmonische Orchester zu Berlin wird
auch in diesem Jahr während des Sommers in Schevenin-
gen concertiren.
* Wie amerikanische Blätter schreiben, erhalten die Im-
presarii HH. Abbey und Grau, welche Hm. Anton Bubin-
stein mit 125,000 Dollars für 50 Goncerte in Amerika enga-
nrt haben, von der Glavierfabrik Steinway & Sons damr,
dass der Künstler ausschliesslich Flügel dieser Firma in
diesen Goncerten spielt, das nette Sümmchen von 50,000 Doli.
Diese Mittheilung ist nicht gerade schmeichelhaft för Stein-
way & Sons, weil es nach mr scheint, als benutzten erste
Künstler deren Instrumente nicht der Güte wegen, sondern in-
folge geschäftlicher Manipulationen, und bedürfe es für diese
Firma besonderer pecuniären Anstrengungen, um berühmt«
Pianisten zur öffentlichen Benutzung ihrer Flügel zu ani-
miren.
* Hr. Generalintendant Graf B. v. Hochberg in Berlin
erhielt vom Kaiser das Prädicat „Ezoellenz" verliehen.
a
* Der Grossherzog von Baden hat Hm. Hofopemdirector
Mottl in Garlsruhe den Orden 1. Glasse mit Eichenlaub vom
ZUirin^er Löwen und den HH. Hofinusikern Metius in
Garlsnuie und ünger in Mannheim, sowie Hm. Musik-
director Handloser in Gonstanz das Verdienstkreuz vom
Zähringer Löwen verliehen.
Todtenliste. Emest G u i r a u d, geschätzter französischer
Gomponist, Professor am Pariser Gonservatorium, t) ^^Xä 55
Jahre alt, am 6. Mai plötzlich in Paris. — Agostino Gambara,
geschickter Geiger, t) 90 Jahre alt, in Venedig. — Heinrich
Greve, Mitglied der Hamburger Oper, ein vorzüglicher Bari-
tonist, t cun 12. Mai im Alter von 47 Jahren. — Job. Nep.
Skraup, als Gomponist verschiedener Opern und Verfiusser
gesangpädagogischer Werke zu Namen gelangt, f, 81 Jahre
alt, in J?rag.
Kritischer Anhang.
Hermann Ritter. -Richard Wagner als Erzieher^. Ein
Volksbuch. Würzburg 1891.
Als das als Mode-Lecture bekannt gewordene Buch
„Bembrandt als Erzieher** erschien, musste jeder mit den
Schriften Wagner's näher Vertraute aufrichtig die Oberfläch-
lichkeit und Sach-Unkenntniss bedauern, mit welchen der ge-
heimnissvolle Bembrandt-Mann gerade über Wagner geurtheilt
hat. Hätte dieser sich die Mühe genommen, Wagner's Schriften
kennen zu lernen, so hätte ihm für sein löbliches Wollen und
Wünschen gerade aus Wagner eine lebhafte Anregung und
Unterstützung fliessen können, er hätte unmittelbar von
Wagner mehr Treffliches zu schöpfen vermocht, als was er
nun aus seinem zu diesem Zwecke erst mühsam zurechtge-
stutzten Bembrandt herholt.
Es lag daher bei dem lebhaften Rufe der Gegenwart nach
„Erziehern** sehr nahe, Wagner dabei in den imn gebühren-
den Vorder^prund zu rücken. Das vorliegende Buch will in
dieser Hinsicht wirken, der Verfasser bemüht sich, der gang
und gäbe gewordenen Musikanten-Auf&ssung von Wagner^
Wirken entgegen zu treten, und weist mit begeisterten iVor-
ten, unterstützt durch eine hohe künstlerische Auffassung und
ästhetische Bildung, darauf hin, dass in Wagner nicht nur ein
„Weisester**, sondern ein eminenter Dichter, ein weltumfassen-
der künstlerischer G^ist zu verstehen sei. Von diesem erhar
benen Standpunct aus misst er die Probleme der Wagnerischen
Dichtung, das Eigenartige von Wagner's Persönlitmkeit und
von Wagner*s ästhetischen Theorien.
Bei dieser vortrefflichen AufGusung Wagner*s ist es nur
zu bedauern, dass der Autor sich so kurz gemsst und viel zu
wenig in die Tiefe gelängen ist. Doch da das Buch sich nur
das Ziel gesteckt, ein ^o&sbuch*' zu sein und „als Buch für
die Jugend gedacht ist**, darf man es nicht über sein sich
selbst vorgezeichnetes Maass hinaus messen wollen. Zur
269
ersten Einfhhrune in Wagner ist es ganz vorzügUch geeignet ner „schon sehr genau kennen und seit Jahren spielen". Da-
und es wird auch vielen Leuten sehr nützlich sein, die Wag- her sei es warm empfohlen! Hugo Dinger.
Br*iefl£a,8ten.
Ernst Otto Nodnagel in Berlin. Wir registriren mit dem nö-
thifi^n Resjpect Ihre Behauptungen, dass Sie seit Ihrer Ver-
mählung nicht mehr Schüler der dortigen Hochschule und
kein Intimus des Hm. Goepüart sind. Wünschen Sie vielleicht
auch noch unsere dritte damalige Bemerkung, dass sich die k.
Hochschule zu Ihnen als Schüler gratuliren könne, berichtigt?
Z. G, in 5. Das hochinteressante Richard Wacpier-Mu-
seum des Hm. Oesterlein in Wien befindet sich im 4. Bezirk,
Alleegasse 19, und ist während der Sommermonate von 9 bis
5 X7hr geö&et. Sie werden in demselben das Gewünschte
sicher finden.
y. P, in N, Das eingesandte Lied gelangte noch nicht
zur Besprechung.
F. G. in B, Die Pflege des Streichquartettspiels in Privat-
kreisen ist zwar viel seltener, als früher, immerhin aber gibt
es noch dauernde Heimstätten für diese edle Art von Musik-
übung. Als eine solche, vielleicht die älteste der existirenden
überhaupt, hat das gastfreundliche Haus des Hm. A. Kökert
in G^nf. eines vortrefflichen, s. Z. auch in Deutschland durch
Kunstreisen bekannt gewordenen Violinisten, zu gelten, in
welchem seit circa 80 Jahren ein Streichquartett unter Füh-
rung des Hausherrn allwöchentlich seine Sitzungen abhält.
Ed. G, in S. Wenn die Monatszeitschrift „iSe Orsjel" die
Besprechuner einer Goepfart'schen O^lsonate mit aer Be-
merkung sdiiliesst. dass es wirklich Zeit sei, „gegen solchen
Schund der Orgellitteratur ernstlich Fronte zu machen", so
kann ihr hierin nur beigepflichtet werden. In dem ihm noch
einzig zugänglichen Orean, dem „Chorgesang", in welchem
er erst kürzuch sein Müthchen an Richard Pohl zu kühlen
suchte, wird Hr. Goepfart nun wahrscheinlich auch diesen
„Schund" vertheidigen, falls es nicht gar Hr. Nodnagel unter-
nimmt.
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Op. 50. Suite für 2 Pianoforte zu 4 Händen.
Op. 52. Sechs Lieder für eine Singstimme.
Op. 53. Drei Ciavierstücke.
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Op. 11.
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No. 2. Valw-Caprio«. 1 ^ 20 4. _
Op, 12.
Nippes. Snite de petita morceauz SB tonne-
de daue. 3 J^
Op. 13.
Blzarreriea. 2 Ji.
Op. 14.
No. 1. Valm expressive. 1 ^ 20 4.
No 2. Barcarolfe. 1 ..« 20 4.
Op. 16.
No. 1. Berceuse (Wiegenlied). 80 4.
No. 2. Fneuse(Iiider8pinn.tnlie). 1.4150 4.
[686.1
zig. Fp. Kistnep.
Laip
Soeben etwUen:
ESne sjuplionisclie Dichtnng
naeh Sehüler'sclien Worten
für
grosses Orchesten
componirt von
Partitur n. Ji
Leipzig.
Op. 24.
', — . Orcbesterstimmen n. Jl 12, — .
[886,]
C. F. W. Sir^el'fl Hnsikalienhandlnn«:
(B. Linnemaon).
271
[687—.]
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Alleinli^e Tertretamc fftr »lle IJSiider
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des Rassisten Herrn Plunket Gpeene.
Oratorien- and Kammersänger,
des Herrn Emile Saupet,
des Jangen Violoncell-Virtuosen
Jean G^pardv (iSjährig)
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des Herrn |. J. Paderewski,
zie'bat -vieler azidereix 'ber'ü.lixxi.ieia. Si-iiziailer.
Alleinige Vertretung der Londoner Symphonie-Concerte.
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Li
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[542.]
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Die Fabrik besteht seit 7. November 1853.
^l/l/XOy^
Richard Schulz-Dornburg,
Concertsänger f Bassbartion) ^
Sologßsa/ngalehrer der kgl. Musikschule
Wilmburg, [64db.]
diUet die verehrlichen Ccncert-Directionen^ Engagements-
Anträge für seine Mitwirkung als
lAeder- VMd Ordtorien-Sänger
an seine Adresse ^
Wiir»burg, Friedenssir. 49,
gelangen zu lassefu
Ciy^lPsill»
9€err Slrnold Stose,
erster Concertmeister der k. k. Hofoper in Wien, bat
mir seine Vertretung übergebeil. Die verehrten Herren
Vorstände der Concertgesellschaften und Vereine, die auf
seine Mitwirkung reflectiren, werden ersucht, sich oho-
möglichst zu wenden an [548g.]
Impresario LudwIg fipflüffeld.
Wien I, Getreidemarkt 10.
Siloti,
Jrl8>IllS't. [648q.)
Pari«. 86, ATenne Triidalne.
Conoerfaneteter des GewandlMus- und Theater-
Orchesters. [644—.]
Leipzig, Kaiser-Wiliielm-Strasse 21.
hmogl. B&ohs. Ho^ianist, Frofesseur snpMeor am OonserYatorium
SU Genf (Bchweii). [545—.]
Goncert-Vertretung: Hermann WolfT, Berlin.
Vollständige AnsMldnng für Oper d. Ooneerl
Ensemble-Üebungen. Rollenstudinm.
Von mir ausgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Sebna
Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [550-— 4
Leipzig.
Bodo Borchers.
Q-ee«aii^lehrer.
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Hof-Musikalienhandlung in Breslau»
erscheint soeben: [551.]
Alfred K.rasseit. Josef Casimir Hofmann's
[546—.]
Baden-Baden.
Vertr. H. ¥7olir. Berlin.
Compositionen
fOr Pianof ortei
Die verehrten Herren Vorstände der Concertgesell- Op. 14. Thema mit Variationen und Fuge. Jl 2,75.
Schäften und Vereine, die in der kommenden Saison auf Op. 15. DeUX MoroeaUX.
die Mitwirkung des [547c.]
Hofpianisten Alfred Grünfeld
reflectiren, werden ersucht, dies baldmöglichst bekannt
zu geben an
Impresario Ludufiflj BrOnfeM.
Wien I, Oetreidemarkt 10.
No. 1. Scherzo Ji 1,50.
No. 2. Mazourka u» 1,25.
Op. 16. Deux Mazourkas. No. 1, 2 , k JH 1,50.
Op. 17. Zwei Stacke. No. 1. Andante . Ji 1,50.
No. 2. Presto . . Jt 1,50.
Compositionen von iiervoppagen-
der Bedeirtmtg.
Dmok von 0. a. fiödar In Leipsig.
Leipzig, am 2Ö. Mai lSd2.
HRi diintcii Bidi-, tur-
111 lulbiliiluliiii», uwit
um
E. W. Fritzsch,
Leipzig, KÖnigsstraHe 6.
nr du imtniKki f oekiiiun
Mfüuu lundmu IUI u
ilnolni.
nni. Jahrg.]
Da« Hank&liiche Wochenblstt enobaint j&hrlicli in 53 Narnnteni. Dar AbonDemeDtabeba^
für du Quarta] Ton IS Nutnmem ist S Mark ; eine einielne Nnmmer kostet 40 PfettDige, Bei
directei fmnkirter KreuibandaeudaDg treten oftchttehende viertelj&hrlicbe Abonnementa-
pieiae in Kraft: 3 Hark 50 Pf. für daa Deutache Reich und Oesterreicb. — 2 Mark 76 Pf.
für weitere Länder des Allgemeinen PoatTeieina. — Jahreaabonn Omenta werden anter
ZuffrundeleKUuK vontehender BaiagabediiiTun^en berechnet.
Die InaertionBgebflhrMi rar den Raum einer geapaltanen Fetitaeile betragen 30 Pfennige.
[No. 22,
Inhftlt: Dl« S*«s von „Tristan und laolde" bei
nnd wTea (FortaaUnng). — B«rlBh(e.
TcrmUÖhCe HltCheUnngen nnd Hotiian.
Uohard Wagner. Van Dr. Arthur Saldi. (Fortastzane.) -- TaKeagaaohlohta : Huikbrlere aai Baa
Conoertamaclwo. ~ Engagenwala und Oaataplals in Oper und Ooneert — KlMbaaiaulk.
■ ■ - AnzeigeiL
. Brte(kut«n. -
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsebnmg.)
Wir könnten dabei nun füglicb stehen bleiben und
uns hinfort allein nm mehr Wagner und einer Würdigung
seiner besonderen Verdienste zuwenden, wenn uns hier
nicht vorher auch noch einige wenige Stellen ana den
bekannteren Schriften der Romantiker beschäftigen müas-
ten, die uns Engleich das Bild des edlen Novalis nahe
bringen werden. Sebon H. Ehrlich citirt einmal — frei-
lich in dorchans tendeneiöser Weise gegen Wagner —
mit ganz specieller Anwendung auf den 2. Act des Wagner '-
sehen „Tristan" eineStelleausderSchlegerscben „Lncinde",
die Worte des Julius an Lociude n&mlich (es ist der
Form nach schon dort ein Dialog, ein Duett in Prosa):
Julius: „0 ewige Schnsnchtl — ■ doch endlich wi^
des Tages fruchtlos Sehnen, eitles Blenden
sinken und erlöschen, und eine grosse Liebea-
nacht sich ewig ruhig fehlen"
— nnd ich möchte diesem Paaeua, wenn denn schon ein-
mal citirt werden soll, noch jene andere Stelle aus dem-
selben Roman beifügen, wo es heisst (vgl. Reclam- Aus-
gabe 8. 9): .Ich kann nicht mehr sagen, meine Liebe
oder deine Liebe; Beide sind sich gleich nnd vollkommen
Eins, so viel Liehe als Gegenliebe. Es ist Ehe; ewige
Einheit und Verbindung unserer Geister, nicht hlos fQr
das, was wir diese oder jene Welt nennen, sondern fBr
die eine, wahre, nntheilbare, namenlose, unend-
liche Welt, für unser ganzes ewiges Sein und Leben."
Auch bei meiner Lecture der Tieck'schen „Genovefa",
also wieder einem Hauptwerk der Romantik, fiel mir die
seltene Zusammenstellung von „hochbeTUSst" und „nicht
hewusst" in EriDnerung an unseres Meisters „einbewnsat
— höchste Lust" und „unbewusst — höchste Lust!"
besonders auf in den Versen:
Brust an Bmst geschmiegt,
In Armen versunken,
Die Augen trunken,
In blühender, voller Lust.
Uns selber hochbewusst —
Und nicht hewusst
Weit mehr jedoch als diese immerhin nur vereinzelt
auflretenden SAtze aus der (überdies mit Recht berüch-
tigten) „Lucinde", oder einer „Genovefa", weit mehr nnd
weit nachhaltiger müssen uns hier Novalis' nnvergleich-
liche „Hymnen an die Nacht" beschäftigen, in denen sich
— wie Hettner treffend bemerkt — Hsinnig^ Aufgehen
in dem geheim niss vollen Dankel der Natur" mit den
„rührendsten Klagetönen bangender Todessehnsucht" zu
einem wunderbar mystischen Tiefsinn vereinigt. Und ich
denke dabei noch nicht einmal an jene, von fast allen
Litterat Urgeschichten übereinstimmend hervorgehobenen
Worte: „Eine Verbindung, die auch für den Tod ge-
schlossen ist, ist eine Hochzeit, die uns eine Genossin für
die Nacht gibt Im Tode ist die Ijebe am süssesten,
für den Liebenden ist der Tod eine Brautnacbt, ein Ge-
ö94
heimniss süsser Mysterien." .... — jenes Parodoxon, das
— wie wir gern zugeben wollen — in seiner eigentbüm-
lieben Mischung von Religion und Wollust allerdings
schon bart an der Grenze des Geniessbaren stehen dürfte
und ganz gewiss nicht auf Wagner und seine Phantasie
mehr eingewirkt hat; ich denke hier zunächst vielmehr
an den poetisch-eigenartigen, unergründlich-tiefen Geist,
der das Ganze ernst durchweht und der zweifelsohne mit
und neben Schopenhauer dem 2. Acte des Wagnerischen
p Tristan" den Weg bereitet bat. Bekanntlich fasste der
edle Jüngling, da ihm die Jugend geliebte starb, den he-
roischen Entschluss, „ihr nachzusterben" ; der Tod, der
im natürlichen Lauf der Dinge, kraft der zum Willen ge-
wordenen Sehnsucht, dann erfolgen, in Kurzem erfolgen
würde, sollte — so meinte er — „nicht Flucht, nicht
Nothmittel", sondern „echte Aufopferung, Beweis seines
Gefühls fürs Höchste" sein, sollte die Menschheit von der
Möglichkeit einer solchen Liebe überzeugen, ihr eine solche
^Treue bis in den Tod" durch das lebendige Beispiel
versichern ; und in eben jenen seinen „Hymnen an die
Nacht" führte der Dichter nun diesen „mystischen Ent-
schluss des Sterbens" wirklich aus. „Abwärts von der Welt
des erfreulichen Lichtes wendet er sich zu der heiligen,
unaussprechlichen und geheimnissvollen Nacht;
sie öffnet in uns die unendlichen Augen, welche —
unbedürftig des Lichtes — die Tiefen eines liebenden
Gemüthes durchschauen. Der irdische Schlaf und die
irdische Nacht sind nur der Schatten des wahrhaftigen
Schlafes, nur die Dämmerung der Todesnacht Zu
ihrer Verherrlichung rauschen die Schwingen dieser Nacht-
begeisterung. Denn wer einmal die krystallene Woge
gekostet hat, die in des Hügels dunklem Schoosse quillt,
wahrlich, der kehrt nicht in das Treiben der Welt
mehr zurück, in das Land, wo das Licht in ewiger
Unruhe hauset. Wird doch diese ganze herrliche Welt
voll Pracht und Glanz und schöner Ordnung dereinst
in der Nacht wieder erlöschen, aus der sie geboren
ist, und die sie mütterlich trägt. Dorthin zieht es den
Dichter." (Vgl. R.Haym: „Die romantische Schule"; 1870,
S. 337 f.) „Fernab liegt die Welt. . . . Wie arm und
kindisch dünkt mich das Licht nun, wie erfreut und ge-
segnet des Tages Abschied! . . . Zehre mit Geistergluth
meinen Leib, dass ich luftig mit dir mich vermische und
dann ewig die Brautnacht währe!" — Wir glauben Tristan,
meinen Schopenhauer und Wagner in Einem zu athmen.
Ich bitte Jeden, der sich dafür interessirt, einmal den
Text des 2. Aufzuges der Wagnerischen Tragödie neben
diesen Gedanken des früh verstorbenen Dichterjünglings
zu lesen, — und er wird wahrhaft verblüfft sein ob der
interessanten und wichtigen Analogien, die sich daraus
ergeben. „Selbst dann bin ich die Welt" lässt Wagner
seinen Tristan bekanntlich u. A. auch sagen. „Da die
Nacht" , . so erläutert Brandes die romantische Schule . .
„dem Ich die umgebende Welt verbirgt, treibt sie das
Ich gleichsam in sich selbst hinein. Das Selbstgefühl und
das Nachtgefühl sind daher Ein- und das Selbe." Halten
wir dazu endlich auch noch jene Strophe bei Heine vom
Tod und der kühlen Nacht:
„Der Tod, das ist die kühle Nacht,
Das Leben ist der schwüle Tag.
Eß dunkelt schon, mich schläfert —
Der Tag, der hat mich müd gemacht!"
— so haben wir die Summe aller der Anregungen ge-
zogen, die der jüngsten Neuschöpfung des „Tristan"
vorausgegangen waren und für deren Schöpfer wohl mehr
oder minder wirksam gewesen sein mochten. Der Reigen
hat sich uns damit endgiltig geschlossen, die Fülle der
Vorausnahmen haben wir als befruchtende Kraft für den
modernen Meister kennen gelernt; damit aber sind wir
nun auch dem Einblick in das Wesen seiner Dichtung,
wie dem wahren Verständniss derselben näher und näher
gerückt Nur wenig kann es mehr sein, was uns „zu
thun noch übrig bleibt" ; und selbst dieses Wenige — wir
wollen es im echten, grossen Glauben an das Künstlerisch-
Organische nur gleichsam in nuce, nur mehr aus dem
Kerne und innersten Centrum eben jenes Organismus
heraus zu erfassen suchen.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Basel.
Meine Berichterstattung über das Baseler Concertwesen
beschränkte sich bis jetzt eigentlich auf die Concerte der
Musikgesellschaft und des Gesangvereins; mit diesen ist aber
der Stoff keineswegs erschöpft, und noch jetzt, mitten im
Frühling, nachdem Musiksaal und seit Palmsonntag das
Theater ihre Pforten geschlossen haben, reiht sich ein Con-
cert an das andere, bald weltlichen, bald geistlichen Charak-
ters. Es lohnte sich schon der Mühe, aucn über diese Seite
unserer Musik zu berichten; doch da immerhin die Abonne-
mentconcerte im Mlttelpuncte stehen, soll auch heutß aus-
schliesslich von denselben berichtet sein.
Das Benefizconcert unseres verdienten Capellmeisters
Dr. Yolkland leitete wie üblich die zweite Serie ein, und
zwar war dasselbe, wie gewöhnlich, durch die Mitwirkung des
Gesanfirvereins und der Liedertafel ein Concert der reichsten
Ab Wechsel un^. An der Spitze befand sich Beethoven's 7. Sym-
phonie, tremich ausgeführt und lebhaft applaudirt. Die
zweite Orchesternummer war Schumann^s „Manfred** -Ouver-
türe. Im Mittelnunct des Interesses stand wohl He|»r's
-Todtenvolk" für Männerchor; schon letztes Jahr wurde diese
Gomposition mit ungetheiltem Beifall aufgenommen und
machte auch bei der jetzigen Wiederholung grossen Ein-
druck. Jedenfalls wird dieses Werk in weiten Kreisen be-
kannt werden, da die Aufgabe für die Sänger ebenso dankbar
ist, wie der Genuss für den Hörer. Allerdings vermag nur
ein wohlgeübter Chor die technischen Schwierigkeiten zu
lösen. Die tonmalerischen Effecte drängen sich nicht vor,
aber trotzdem ist die Tondichtung von grossartiger Dramatik.
Besonders wirkt der Schluss, der auf einem Orgelpunct der
zweiten Bässe im tiefen C aufgebaut ist. — Die solistische
Ausschmückung des Concertes lag in den Händen des Hrn.
Hildach aus Berlin, der sich seiner Aufgabe mit gewohnter
Meisterschaft entledigte. Er trug eine Händersche Arie und
mehrere Lieder vor und fand mit seinem echt musikalischen,
fein gebildeten Vortrag die gebührende Wtlrdiffung. Ein©
wohlgelungene, in den Soli meist mit einheimischen Kräften
besetzt« Aufführung der „ Walpurgisnacht" von Mendelssohn
durch den Gesangverein bildete den Schluss des Concertes.
Lassen wir nun die Übrigen Concerte Bevue passiren,
indem wir zuerst der Orchesternammern e^edenken. Von
Symphonien wurden folgende aufgeführt: Sohumann's dritte»
die rheinische, die in Cdur von Schubert, Fdur (No. 3) von
Brahms^ Adur von Mendelssohn und Cmoll von Beethoven.
Am meisten vermag immer noch diese letzte die Zuhörer zu
elektrisiren; sie ist bei uns populär wie keine Zweite und
auch unserem Orchester gewissermaassen in Fleisch und Blut
Übergegangen. Mendelssohn wird jedes Jahr mit einer Sym-
phonie oerücksichtigt, und zwar abwechselungsweise mit der
Adur oder Amoll; diesmal war die Erstere an der Beihe.
Der Wunsch, auch andere seiner symphonischen Werke kennen
zu lernen, ist durch die Auffuhrung der Lobgesang-Cantate
270
dieses Jahr in Erfüllung gegangen. Brabms^ Fdur-Syxnpbonie
fand diesmal weniger Beifall, trotz der sorgfaltigen Ein-
studirang. Seine Orchesterwerke sind bei uns iK)erhaupt noch
nicht zum vollen Verständniss durchgedrungen und vermögen
noch nicht als Ganzes zu wirken, besonders wenn, wie bei
uns, ein Zeitraum von mehreren Jahren zwischen den Wieder-
holungen liegt. Wir sind eben trotz der Reichhaltigkeit un-
serer Programme auf zwölf Symphonien per Jahr angewiesen,
und unser Publicum lässt sich die alten, längst liebgewonnenen
classischen Werke nicht gerne durch neuere verdrängen.
Jene sind immer noch Hauptsache und schränken das In-
teresse an diesen ein. So fallen z. B. von den zwölf in diesem
Winter gespielten Symphonien vier auf Beethoven, zwei auf
Schumann. Weit entfernt, diesen Geschmack unserer Concert-
besucher als verkehrt zu schelten, muss man doch bedauern,
dass die Neuzeit dabei etwas zu kurz kommt.
Dass jedoch manchmal die Werke selbst dieses Miss-
trauen verschulden, zeigt Das^ was über Zweie der übrigen
Orchesternummern zu berichten ist. Diese waren meistens
wohlbekannte Ouvertüren verschiedener Art: „Sommernachts-
traum" von Mendelssohn, „Anakreon" von Cherubini, „Oberen"
von Weber, „Jessonda" von Spohr, „Ben venu to Cellini" von
Berlioz, „Lohengrin" von Wagner. Als Novitäten traten hin-
fe^en dazu: Iteinecke^s Ouvertüre zur „Zenobia" und die
uite in Gdur von Tschaikowsky. — Beinecke^s Opus reiht
sich entschieden seinen früheren nicht ebenbürtig an. Er
ist darin wohl der Componist, der nach der classischen Norm
arbeitet, aber er wirkt aus allzu grosser Classicität lang-
weilig. Leicht entsteht so nur eine Form ohne die lebendige
Seele. Die Anerkennung, die bei uns seinen früheren Werken
gezollt wurde, mag die ungünstige Aufnahme der „Zenobia"
vergessen machen. Vollständiges Fiasko machte die Suite
des russischen Componisten. Die Sätze derselben reihen sich
nämlich folgendermaassen an einander: Elegie, Yalse m^lanco-
lique, Scherzo und Thema mit Variationen; gespielt wurden
drei derselben, und zwar umgekehrt: die Elegie, der weit-
aus umfangreichste Satz und auch der gefälligste, am Ende,
das Scherzo, ein Grebilde ohne Mark und Knochen, am An-
fang. So begann die Suite mit einem allem Takte hohn-
sprechenden Hin- und Herjagen der Instrumente; ein mono-
tones Trommelwirbeln mit Trompetenfanfaren unterbrach den
Wirrwarr, um demselben wieder aufs Neue Raum zu geben.
Und als dieser Satz zu Ende war, herrschte lautlose Stille
im Saal, die Ablehnung war eine entschiedene. Der Walzer
ist dagegen nicht uninteressant. Tiefliegende Flötenpassagen
feben ihm ein düsteres Colorit. Das Trio mit seinen sich
reuzenden Octavenschritten in den Bratschen klingt aber
wieder ziemlich nichtssagend. Solche Musik ist unseren Ohren
noch zu fremd und russisch. Schade um den ersten Satz,
der sehr gefällig ist. Nach den beiden Sätzen, die missfallen
hatten, verlor auch dieser seine Wirkung; er dauerte zu
lange, und das Publicum beschäftigte sich entschieden mehr
mit der Beobachtung der elektrischen Bogenlampen über dem
Podium, die während des Stückes nach vielen Zuckungen
erloschen. *)
(Schluss folgt.)
(I>ortsetzung.)
Wien.
Drei höchst erfolgreiche Concerte veranstaltete im Ehrbar-
Saale die aUüberaU, unseres Wissens auch in Leipzig, durch
ihr meisterhaftes Zusammenspiel auf zwei Ciavieren berühm-
ten musikalischen Dioskuren Willi und Louis Thern, dem
neuerdings bei uns Hr. und Frau Röe mit rühmlichem Eifer
nachstreben, ohne bisher das Vorbild vollständig erreicht zu
haben. Unter den Solo-Violinisten der Saison ist natürlich
vor Allem Meister Joachim zu nennen, dessen herrlicher Quar-
tettleistungen wir schon gedachten, der sich aber auch wieder
als Interpret des Beethoven'schen Concertes in musikalischer
Beziehung ganz einzig erwies, obgleich freilich seinen hoch-
künstlerischen, ja idealen Intentionen die linke Hand nicht mehr
so vollkommen gehorcht, wie ehedem. Uns für ein neues — das
dritte — Violinconcert M. Bruches (wie das zweite aus Dmoll
*) Das an origineller Musik reiche Werk würde zweifels-
ohne auf ein besseres Verständniss und freundlichere Auf-
nahme gestossen sein, wenn man es vollständig und in der
vom Componisten vorgeschriebenen Reihenfolge seiner Sätze
gebracht hätte. D. Red.
gehend) tieferes Interesse eiuzuflössen, das vermochten selbst
alle Kunst Und aller Adel des Joachim'schen Vortrags nicht, es
fehlte der Neuheit zu sehr an originellen Gedanken, sowie an
Wärme oder ^r Tiefe der Empfindung. Joachim trat diesmal
auch als Tondichter vor uns, und zwar mit seinem 2. Violincon-
cert (in Gdur), das freilich neben dem viel gespielten ersten
(in uneianscher Weise, Op. 11) stark im Hintergrunde steht.
Für Wien war es seit der ersten Vorführung durch den Com-
ponisten selbst — 1867 — so gänzlich verschollen, dass es
neulich Viele für eine frischweg aus Joachim's Arbeitszimmer
kommende Novität hielten. Der gute Musiker sieht auch aus
dieser früh geschriebenen Partitur Seite für Seite heraus,
wenn ihr auch nicht allzuviel Phantasie nachzurühmen ist.
Dafür erfreut in den Ecksätzen (deren letzter zum Theil unter
dem Banne Schumann 's steht) der schöne Fluss, die interes-
sante Verflechtung der Solostimme mit dem symphonisch ge-
führten Orchester, während in dem schwermüthig-stimmungs-
voUen Andante (Cmoll) — unseres Erachtens der werth vollste
Satz — sich die ungarische Abstammung des Componisten
nicht verleugnet. Ueber Joachim's unvergleichliches Bäch-
Spiel haben wir wohl an dieser Stelle nichts Neues zu sagen.
Er bleibt auf diesem Gebiet ein ewiges Muster, dem übrigens
in dieser Saison eine Reihe jüngerer Künstler, selbst Künst-
lerinnen meist erfolgreich nachgeeifert hat. An erster Stelle
ist Franz Ondrifiek zu nennen, der sogar in Bezug auf die
Interpretation eines bestimmten, aber modernen Werkes — des
Violinconcertes von Brahms — sich unmittelbar neben Joachim
stellen darf: sein wunderbar vornehmer und durchgeistigter
Vortrag der herrlichen Tondichtung erregte allgemeines Ent-
zücken. Unter den zahlreichen Violinspielerinnen^ welche in
der abgelaufenen Concertperiode vor unser Publicum traten,
lernten wir zwei höchst beachtenswerthe neue Talente kennen :
die Italienerin Bianca Panteo und die Dänin Frida Scotta.
Der äusseren Erscheinung nach könnte bei den eben Genannten
eine Verwechselung der Nationalität vorliegen, die Südländerin
Panteo ist nämlich blond und blauäugig, die Landsmännin
Gade^s, Frida Scotta, eine ausgesprochene Brünette mit jenem
sprechenden Augenaufschlag, wie er vielen Italienerinnen und
Spanierinnen eigen ist. Beide Geigerinnen imponiren durch
einen selten grossen Ton, Jener des Frl. Scotta ist von fast
männlicher Kraft und dürfte diesfalls von dem keiner CoUe-
gin, mit Ausnahme Marie Soldat's, erreicht, geschweige denn
übertroiFen werden. Dazu kommt bei Frida Scotta (die wie
Teresina Tua schon durch ihre persönliche Anmuth sofort
einnimmt, ohne es wie Letztere — nötbig zu haben) glänzende
Technik, besonders für moderne Virtuosenaufgaben, obgleich
sie sich mit Glück auch an einzelnes Classisches wagen konnte.
Geradezu überraschend gelang ihr Mendelssohn's Violinconcert,
dessen Finale wir mit so grossem einheitlichen Zug und in
so fascinirend iiapidem Tempo (ohne dass dies übertrieben
wurde) von einer Dame noch nie ausführen gehört. Beetho-
ven's Kreutzer-Sonate fühlte sie sich allerdings nicht ge-
wachsen, es fehlte da weniger am Technischen, als an der
rechten geistigen Grösse der Auffassung. Reinster Gesang
entströmte aber der Scotta'schen Geige bei Schumann*s Abend-
lied und einer von Sarasate übersetzten Chopin'schen Nocturne ;
die ebenso vollendete, als einschmeichelnd liebenswürdige
Wiedergabe verschiedener Glemznummem aus Sarasate*s Re-
pertoire (dessen eigener „Habanera" und Zigeunerweisen, be-
sonders auch der von ihm in Wien eingerührten, für den
Spieler so überaus dankbaren Mazurka von Zarzicky) zeigten
den interessanten dänischen Gast in seinem wahren Element.
Bei allen Vorzügen dieser Leistungen möchten wir aber doch
Bianca Panteo das überlegene Talent zusprechen. Ist sie
wirklich erst zwölf Jahre alt, welche auf den Concertzetteln
verzeichnete Altersangabe indess mit der jungfräulichen Reife
der Erscheinung kaum übereinstimmt, so hätte man es in
diesem Falle nocn weit mehr mit einem Wunderkinde zu thun,
als rücksichtlich des kleinen Pianisten Koczalski. Aber sollte
Bianca Panteo auch schon 14 — 15 Jahre zählen (dies unserer
Meinung nach der richtige Sachverhalt), die Sicherheit und
Plastik, mit der sie gleicn entsprechend altclassische Stücke,
z. B. Tartini's Gmoll-Sonate, wie Modernes (Adagio el6gique
von Wieniawski, Fr. Ries* „Perpetuum mobile**, T. Nacbfez'
Zigeunertänze) wiedergibt, wären kaum minder zu bewundern.
Jedenfalls ist diese junge Italienerin eine musikalische Natur,
auf deren Weiterentwiclelung man selbst gespannt sein darf.
Als Bach-Spielerinnen versuchten sich auf der G^ige mit mehr
oder weniger Glück die Damen Gabriele Amann-Neusser,
Theresia Schuster-Seydel, Irene v. Brenn erb er g und Ma-
thilde Neu ff er, wobei die Wiedergabe der Ciaconna durch die
22*
276
erstgenannte junge Künstlerin unbedingt den Preis verdiente.
Frau Amann-Neusser erzielte auch mit dem selten gespielten
2. Violinconcert von Bruch, Frl. v. Brennerberg mit dem um
so häufiger zu hörenden ersten desselben Tonsetzers lebhaften
und durchaus gebülirenden Beifall. Künstlerisch gereift trat
eine schon im Backfischalter wegen ihrer technischen Vorzüge
viel gepriesene Wiener Gleigerin nach langjähriger Abwesen-
heit vor uns: Frau Bertha Breitner (als Frl. Hafft die
tidentvollste Schülerin des zu früh verstorbenen Prof. Heissler
fiwesen). Auch ihr Gatte, der Concertpianist Hr. Ludwig
reitner, ein ehemaliger Schüler Bubinstein^s und seinen
Herrn und Meister damals mitimter in forcirten Aeusserlich-
keiten zu überbieten suchend, erfreute durch geistige Abklä-
rung seines virtuosen Spieles, das freilich auch jetzt noch
nicht tiefer zu ergreifen verm^. Welch gediegene und dabei
echt moderne Richtung das Künstlerpaar Breitner verfolgt,
bezeugt das Programm ihres letzten Goncertes, das u. A.
Kammercompositionen von Brahms (Gmoll-Trio) und Dvorak
(Glavierquintett in A) enthielt. Von einheimischen Violinisten
wäre noch des kaum achtzehinährigen Max Lewinger zu
gedenken, der, aus der Schule des Gonservatoriumsprofessors
Grün hervorgegangen, bei seinem ersten öffentlichen Auilreten
das Mendelssohn'sche Goncert, Bach 's Giaconna (diese mit der
Schumann'schen Glavierbegleitung) und Wieniawski's „Faust^-
Phantasie so ausgezeichnet wiedergab, dass man mit geschlos-
senen Augen hätte darauf schwören mögen, einen reifen
Meister vor sich zu haben. Es versteht sich, dass seit diesem
glänzenden Debüt Hr. Lewinger ein viel begehrter Gast der
verschiedensten Goncertunternehmungen war. Last not least
ist unter den Goncert^igern der Saison der unwiderstehliche
spanische Sänger Pablo de Sarasate zu nennen, der wieder
mit seiner von ihm unzertrennlichen künstlerischen Reise-
geflihrtin, der Pariser Pianistin Frau Berthe Marx, vor dem
Publicum erschien. Irgendwelche neue Vorzüge, etwa grös-
sere Vertiefung nach der geistiepn Seite offenbarten die Beiden
nicht. Glatt und eindrudcsvoll flog unter ihren Fingern die
zur Eröfi&iung gespielte Beethoven^he Kreutzer-Sonate vor-
über, in deren zweiter Variation Sarasate allerdings ein viel-
leicht von keinem Rivalen erreichtes Kunststück des denkbar
vollkommensten kleinen Staccato zum Besten gab. Aber in
den Ecksätzen hörte man diesmal von Beethoven kaiun eine
Spur. Die Gomposition hätte nach der Art ihrer Darstellung
ebenso gut von Böriot und Thalberg sein können. Um so be-
strickender sang der „Paganini von Saragossa** seine eigenen
schwärmerisch-pikanten ächen auf der Geige, und in Kaff's
„Liebesfee" entfesselte er mit seinem Zauberbogen wahrhaftig
eine ganze Feerie der verwegensten technischen Hexereien in
Trillern, Staccati, Pizzicati, Doppelgriffen u. s. w. Zweifels-
ohne ist und bleibt Sarasate unter den Violinisten der Gegen-
wart derjenige, der jedes störende materielle Nebengeräusch
der Tonerzeugung am meisten abzustreifen versteht — selbst
in den schwierigsten Bravourstücken. Freilich war dieser an
und für sich so zauberisch abgeklärte Ton nie ein mächtiger
und scheint überdies in letzter Zeit an Körper, an Volumen
noch verloren zu haben. Wie ihr Partner glänzte auch Frau
Marx neulich erst wieder auf rein virtuosem Gebiet. Da bot
sie denn u. A. Tausig's anstrengende Ungarische Zigeuner-
weisen und ein paar Ghopin-Zugaben mit einer schneidigen
Bravour, die das Publicum in Ekstase versetzte.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Die vor. Woche brachte noch eine kurze Gon-
cert-Nachblüthe: am Montag das Hausconcert des Bach-
Vereins und den 10. Musikabend dei Kammermusik-
Vereins, am Dienstag das Stiftungsconcert des Grieg-
V er eins und am Mittwoch ein Goncert des Hrn. F. Wild.
Die wie das Wild'sche Goncert im Alten Gewandhaus statt-
fehabte Aufführung des Bach-Vereins hatte als Novität für
ier H. v. Herzogenberg*s „Weihe der Nacht" für Altsolo,
Ghor und Orchester im Programm, welches Werk, unter Hrn.
Sitt's liebe- und schwungvoller Direction und mit Frau
Metzler-Löwy als Solistin in vorzü£^licher Weise zur Wie-
dergabe gelangend, einen ersichtlich allgemeinen nachhaltigen
Eindruck auf das Publicum machte durch die Vornehmheit
seines (allerdings zeitweilig von Brahms* beeinflussten) ge-
danklichen Materials, die glückliche, in ihrer Wirkung nur
einigemale durch zu langes Verweilen bei einigen Textstellen
gehemmte Wiederspiegelung der in der HebbePschen Dich-
tung enthaltenen träum vollen Stimmung und die in Jedem
und Allem die Hand des Meisters zeigende sinnvolle Behand-
lung des Vocalsatzes und des Orchesters. Der Verein isang^
ausserdem noch a capella das altdeutsche Liebeslied „Gott
behüte dich" von Lechner, sowie die von P. Gomelius bear-
beiteten Madrigale „Wenn wir hinausziehn*' von Donati und
„Amor im Nachen" von Gastoldi, freundliche und liebenswür-
dige Stücke, die in der durch lebendige Auffassung und feine
dynamische Schattirung sich auszeichnenden Ausführung, die
sie erfuhren, zu prächtigster Wirkung gelangten. Fr&u
Metzler-Löwy machte ausser in dem v. Herzogenberg'schen
Stück sich auch noch durch den tiefempfundenen und klang^-
gesättigten Vortrag des 86. Psalms von Martini um das Gon-
cert verdient, das solistisch ferner noch der einheimische
Violoncellmeister Kien gel und der junge Mailänder Pianist
Hr. E.Gonsolo unterstützten. Ersterer spielte technisch ganz
unübertrefflich solo eine Gdnr-Sonate von S. Bach und unter
Glavierbegleitung des Hrn. Sitt mit wunderschöner Ton^ebung^
und edelstem Ausdruck ein Stück gleicher (]hittung von Marcello,
während Hr. Gonsolo in der Wiedergabe des l. &ktzes aus dem
D moU-Goncert und der für Glavier übertragenen Phantasie
und Fuge in Gmoll von S. Bach durch sein virtuoses und
klares l^iel gerechtes Aufsehen erregte und durch seine bei
einem Ausländer doppelt anerkennenswerthe pietätvolle Auf-
fassung höchst sympathisch berührte. — Das (3oncert^ welches
der kürzlich hier gegründete Grieg- Verein aus Anlass eben
dieser Gründung im sogen. Blauen Saal des Krystallpalastes
veranstaltete, sdiloss als Hauptwerke Grie^'s G moU-Streich-
quartett (Frl. Brammer und die HH. Lie, Schäfer und
Hansen) und F dur-Clavier -Violinsonate (Frls. H o l m s en und
Brammer) in sich, von welchen das Erstere dank der zug-
voUen und die Mitwirkenden elektrisirenden Führerschaft der
Primgeigerin die bei Weitem bessere Ausführung erfuhr. FrL
Holmsen, in der Sonate sichtlich stark durch Befistngenheit
an der rechten Entfaltung ihres Könnens behindert, oethei-
ligte sich weiter an dem Goncert durch den geistig lebendi-
gen Vortrag von E. Grieg's „An den Frühling" und zweier
netten eigenen Gompositionen: Barcarole und Scherzo, und
Hr. Hansen that dasselbe mit der zwar technisch reinlichen,
aber ziemlich manierirten Beproduction des Mittelsatzes yod
Svendsen's ViolonceUconcert. Die solistischen Hauptehx«n d<a
Abends trug Frl. Polscher mit ihrer Gresangskunst davozi.
die einer melodisch apart gerathenen „Guriosen Gkschichte*^
von Borghüd Holmsen, den zwei interessanten , aber etwas
schwerflüssigen Liedern „Viel Träume" und „Röschen biss
den Apfel an" von Ghr. Sinding und vier unbekaxmteren Ge-
sängen von Grieg („Des Dichters Herz", „'ne Dirn ich erblickt"
und „Hoffnung" 2 sowie einer norwegisch gesungenen Zugabe)
zugute kam; wir können hier nur wiederhofon, was wir
getegentlich des letzten hiesigen Auftretens über diese ein-
heimische Sängerin sagten: dass sie zu den besten (Goncert-
sänfi;erinnen der Gegenwart zu zählen sei und dass sie speciell
in aer Warmblütigkeit des Temperaments, durch welche ihre
Vorträge so unmittelbar wirken, und die meisterhafte Behand-
lung des Textes ihres Gleichen suche. Wir wünschen dem
jungen Verein unter der Fahne des genialen norwegischen
Meisters ein langes und fröhliches Bestehen nach innen und
nach aussen! — Ein un^mein ab wechselungs volles musika-
lisches Menü bot Hr. Wild in seinem Goncert. Da wir das-
selbe vollständig in der heutigen Goncertumschau mitgetheilt
haben, so können wir uns unter Hinweis auf diesen Andruck
hier um so kürzer fassen. Mit Ausnahme des Beethoven*schen
Adagios, dessen geschickt gemachte Bearbeitung an sich wohl
kaum eine zwingende Noth wendigkeit war, handelte es sich
in diesem Goncert nur um Novitäten des Verlags von Gon-
stantin Wild in Leipzig und Baden-Baden. Voll^ndig über-
flüssig in ihrer gedruckten Existenz erschienen uns die oeiden
Violoncellconcertsätze von Truman, und auch das F. Wild'sche
Lied hatte in seiner melodischen Naivetät mehr einen Heiter-
keits- als Anerkennungserfolg. WerthvoUe Gompositionen
sind die Ballade imd das Lied von Borodin, dichterisch inten-
tionirt und interessant und eigenartig in der Ausfuhrung
gaben sich die PfohPschen Lieder, deren letztes („Rückkehr")
nur leider eine wenig genüg^ende AusfÜhrunp^ ^uäi, und nicht
übel, nur etwas farblos in aer Stimmung, sind die Erstling
von D welshau vers-Dery. PohPs von Frl. Polscher feung
gesungener „Liebesfrünling" erwirkte der aus^^eze^chneten
Sängerin doppelten Hervorruf, sodass sie noch M. Sommer's
reizvolles Wiegenlied zugab. Einen gleichen Effect machte
mit seiner einschmeichelnden Melodik das warm empfundene
Wiegenlied von Afferni in der tonsüssen Ausfuhrung durch
277
Frl. B ramm er, nur dass die junge Dame die Zugabe mit dem-
selben Stück spendete. Neben diesem Wiegenli^ fanden aber
auclm die anderen Violinstücke eine beifällige Aufnahme. Neu
von den Solisten war für das Publicum der Hr. Ck)noertgeber,
dessen Vortrag Intelligenz und Empfindung bekundete, jedoch
in Btimmlicher Hinsiebt noch zu wenig ausgeglichen ist, als
dass er durchweg künstlerisch befriedigen konnte. — Dem
10. Musikabend des Kammermusik-Vereins waren wir wegen
des gleichzeitigen Bach-Vereinsconcertes beizuwohnen ver-
hindert.
Leipzig, 1. Mai. Im Allgemeinen nicht mehr Anregung
als der Monat März bot an unserem Stadttheater der April,
zu Anfang de&selben interessirte allenfalls die Neueinstudirung
von Auber's reizender Spieloper „Des Teufels Antheil**,
die überdies von einem vollen künstlerischen Erfolg begleitet
war; der Hauptantheil an demselben gebührte Frl. Mark, die
mit ihrer entzückenden Ausführung der schwieri^n Carlo
Broschi-Partie das Publicum an jenem Abend geracezu elek-
trisirte und von Neuem das glänzendste Zeugniss dafür er-
brachte, dass sie ausser ihrer grossen musikah'schen Begabung
auch die einer seltenen dramatischen Gestaltungsfahigkeit
besitzt. Möge uns die junge Dame, die augenblicklich eine
Bauptzierde der hiesigen Oper bildet, noch recht lange er-
halten bleiben!*) Nächst ihr gebührt ebenfalls volles Lob
Hm. Merkel, der sich als ein vorzüglicher Vertreter des
Bafael d'Estuniga erwies, sowie Hrn. iTnüpfer, denn Letz-
terer hatte als Gil Vargas Gelegenheit, sein reich entwickeltes
Talent filr das komische Fach glänzen zu lassen. Als Casilda
gastirte an Stelle imserer erkrankten Frau Porst Frl. Giese
vom Stadttheater in Chemnitz und fand sich mit ihrer Auf-
gabe in annehmbarer Weise ab, die kleineren Bollen waren
genügend besetzt. Chor und Orchester hielten sich ^t,
über einige Schwankungen in den Ensembles wusste Hr.
Capellmeister Paur mit rühmenswerthem Geschick hinweg-
zuleiten. — Nächst dieser Neueinstudirung war es ein Gast-
spiel des Hrn. Perron vom k. Hoftheater zu Dresden, das
im vergangenen Monat — allerdings auch nur in gewissen
Kreisen — Interesse beanspruchen konnte. Die an dieser Stelle
oft besprochenen Leistungen des Künstlers hatten sich in
Nichts geändert, und so hörten wir denn mit demselben Em-
pfinden wie früher am 13. den „Hans Helling" —eine un-
gemein sympathische Anna war in dieser Vorstellung Frl.
Mark, während Frl. Calmbach (Königin) und Hr. HtUbner
(Conrad) nur wenig genügen konnten — , am ersten Oster-
feiertag hat der von unserer jungen Damenwelt, deren Gunst
immer noch zu seinen besonderen Merkmalen gahört, wieder
enthusiastisch gefeierte Gast den Wol£ram im „Tannhäuser"
gesungen, und am 21. vertrat er die Partie des Wanderers
im „Siegfried". Dem Umstand zufolge, dass das letztge-
nannte Werk seit dem 20. Juni vorigen Jahres nicht über
unsere Bühne gegangen war (! !), wollen wir die beregte Auf-
führung noch mit einigen kurzen Worten streifen: Hr. Per-
ron hat den Wanderer wie stets, was wir auch gelegentlich
der letzten Dresdener „Nibelungen" -Aufführungen zu consta-
tiren nicht verabsäumt haben, sehr schön gesun^n, nicht
minder bewährten sich Hr. Marion als Mime, schade, dass
er dieses Mal stellenweise etwas ontrirte. Die weniger an-
spruchsvollen Bollen der Erda, des Waldvogels, des Alberich
und des Fafner waren mit Frau Dun can- Chambers, Frau
Baumann, sowie den HH. Knüpf er und Neldel entspre-
chend besetzt; Hr. Hübner konnte seiner schwierigen Auf-
gabe, die Titelpartie zu interpretiren, wieder nur senr wenig
fenügen, rückhaltslos anerkannt muss aber entschieden der
leiss werden, den der zu solchen Dingen nun einmal nicht
prädestinirte Künstler auf dieselbe verwendet hatte. Neu war für
Lieipzig die Brünnhilde des Frl. Doxat: wie in Allem, was
sie Dringt, zeigte sie auch hier ein liebevolles Verständniss
für und ein tiefes Eindringen in ihre Aufgabe, man merkt
es, dass sie sich mit ihren Bollen nicht nur oberflächlich be-
schäftigt^ sondern dass sie dieselben, und zwar auch ihrem
Verhältniss zu dem übrigen Theil des Dramas nach, studirt;
deshalb gewinnt man auch durch ihre Interpretation der
Wagnerischen Gestalten stets eine gewisse Befriedigung und
sieht vielleicht rücksichtsvoller, als sonst Über die maonig-
*) Dieser sehr gerechtfertigte Wunsch wird jedenfalls
nicht zu erfüllen sein, da dieses Talent ja längst für die
Wiener Hofoper engagirt sein soU und hier — natürlich bei
sehlechter Bezahlung seitens des Hm. Staegemann — sich auf
jene Stellung nur vorzubereiten hat. D. Bed.
fachen Schwächen, die dem G^esang der jungen Dame an-
haften und die sie gar nicht ablegen wiU, hinweg : denn un-
reine Intonation, öfteres Zuhochsingen und Tremoüren störten
den Gesammteindruck ihrer Leistung immer noch sowie früher.
Das Orchester, unter der Leitung des Hrn. Capellmeister Paur,
spielte wohl oft recht schön, hätte das nach unserer Meinung
aoer immer thun sollen. — Zum Schluss sei hinzugefügt dass
Meister Wagner im April ausser den ebenerwähnten Werken
noch am Palmsonntag mit den „Meistersingern", am 24.
mit dem „Lohen gr in" (eine senr massige Aurführung!) und
am 29. mit dem „Fliegenden Holländer" vertreten war.
F. B. Pfau.
Mülheim a. d. Ruhr. Der hiesige Gesangverein hat,
nach einem kurzem Interregnum, infolge der Erkrankung des
um das hiesige Musikleben hochverdienten, inzwischen ver-
storbenen k. Musikdirectors Hubert Engels, in der Person des
Hm. Bichard Stronck einen ausgezeichneten Dirigenten ge-
wonnen, der die Leistungen des Vereins — allerdings unter-
stützt durch die nunmehr weit reichlicher fliessenden äusseren
Mittel — auf eine solche Höhe gebracht hat, dass sie einer
ehrenvollen Erwähnung auch in einem musikalischen Fach-
blatte, das strenge Auslese halten muss, wohl werth erschei-
nen. Hr. Stronck begann seine Thätigkeit im Winter 1H90/91
mit einer bestens gelungenen Aufführung des „Paulus"
(Solisten: Frls. Gerlach und Venu aus Düsseldorf und HH.
Bakkes und Haase aus Botterdam). In dem folgenden Con-
cert mit gemischtem Programm („Mirjam's Siegesgesang" von
Schubert, Theile aus einem Psalm von H. Engels, Jupiter-Sym-
phonie von Mozart, Festzug und Brautlied aus „Lohengrin"
von Wagner und Akademische Festouverture von Branms)
führte sich Hr. Stronck mit Weber's Concertstück und Solo-
sachen von Schumanli, Chopin und W. de Haan auch als vor-
trefflicher Ciavierspieler ein. — Die Beihe der Concerte dieses
Winters begann mit einer prächti^n „Me8sias"-Aufführnng
(Solisten: Frl. Oberbeck aus Berlin, Frl. Anna Mosebacn
ausCöln und HH. Litzinger aus Düsseldorf und Sistermans
aus Frankfurt a. M.); es folgte eine nicht minder gelungene
von Schumann's „Das Paradies und die Peri" mit Frl. Krötma
aus Elberfeld, Frau Craemer-Schlegel aus Düsseldorf
und Hrn. Zarneckow aus Berlin, während die Basspartie
von einem Vereinsmitgliede gesungen wurde. Die vortrenliche
Durchführung der Altpartie durch Frau Craemer-Schlegel sei
deshalb noch besonders hervorgehoben, weil diese Sängerin
hohen Banges in der weiteren Oeflentlichkeit noch nicht neu^h
Verdienst bekannt zu sein scheint. Mit dem dritten Concert,
dessen Programm aus der heutigen Concertumschan d. Bits,
ersichtlich ist, fand die Saison ihren höchst befriedigenden
Abschluss. — g.
Zwiekau, April 1892. (Schluss.) Einen exquisiten Go-
nuss bereitete uns unter Führung seines genialen Diri-
genten Hrn. Professor Dr. H. Kretzschmar der Universi-
tätssängerverein der Pauliner aus Leipzig, welcher am
12. und 13. März zum Besten des Schumann-Denkmals und
der Gemeindediakonie zwei Concerte gab. Wir verzichten auf
genaue Besprechung der Chorsachen, da dieselben aus den
tetzten Leipziger Concerten meist bekannt und in diesem
Blatt hinreichend gewürdigt worden sind. Als ganz besonders
gelungen seien aus dem weltlichen Concert hervorgehoben:
Waldüed und „Todtenvolk" von Hegar, welch Letzteres, wenn
es so grossartig und wundervoll gesungen wird, immer wieder
von gewaltifi^ter Wirkung ist': femer die hochoriginellen
Grieg'schen Chöre mit Tenorsolo (^Geh ich Abends aus" und
„Der Taugenichts") und endlich „Die verlassene Mühle" von
T. Streng, Ballade mit Orchester. Die Tenorsoli sang mit be-
kannter Sicherheit und stimmlicher Kraft Hr. Trautermann
aus Leipzig. Ausserdem erzielte er mit drei ausgezeichnet
gesungenen Liedern („Sehnsucht" von Pfitzner, „In Lust und
Schmerzen" von Ritter und Schumann*s Wanderlied) einen
fressen Erfolg. Auch am Kirchenconcert war er betheiligt;
ie nicht bedeutende Kirchenarie von Gkide und eine wir-
kimgsvolle dankbare Arie von B. Vollhardt gaben ihm Ge-
legenheit, mit seinen grossartigen wohlgeschulten Stimmmitteln
zu glänzen. Die Pauliner brachten sechs Chöre a capella zu
Gehör, darunter das Volkmann'sche „Benedictus", das unge-
mein liebliche „Pilger auf Erden" von Cornelius (nach Schu-
bert) und eine interessant gearbeitete Motette von Prof. Dr.
Kretzschmar: die Hauptnummer war die schwierige Schu-
mann'sche Mfotette „Verzweifle nicht" (l., 4. und 5. Satz). Da
gerade dieses Blatt schon wiederholt die eminente Dirigenten-
278
befähigong des Hm. Prof. Dr. Kretzschmar and die unter
seiner Leitung zu unübertroffener Höhe gelangte Leistungs-
fähigkeit des „Paulus** gerühmt hat, so erübrigt uns nur noch
die Bemerkung, dass der pecuniäre Erfolg hinter dem künst-
lerischen erfreulicherweise nicht zurückgeblieben ist: Bein-
gewinn nahe an 1800 Ji, — Auf die guten Fortschritte un-
seres Schumann-Denkmalfonds kommen wir gelegentlich
zurück.
Hatte der „Paulus** uns so gezeigt, welcher Vollkommen-
heit der M&nnergesang bei geistvoller Leitung und gestützt
auf eine alte glänzende Tradition fähig ist, so erscheint es
wohl nicht leicht, den Leistungen des Zwickauer Lehre r-
Gesanevereins (Cantor Kressner) die richtige Würdigung
zu Theü werden zu lassen. Obwohl ihm naturgemftss die oben-
genannten Vorzüge abgehen, ist er doch in hervorragender
Weise bemüht, grösseren Ansprüchen gerecht zu werden und
das Seini^ zur Pflege ernster Kunst beizutragen. Dies docu-
mentirt sich auch in den Aufj^ben, die sich der Verein stellt.
So hatte man in einem kürzlich zum Besten des Schumann-
Denkmals fegebenen Concert als Hauptwerk Heinrich Hof-
mann's „Johanna von Orleans** für Chor, Soli und Orchester
gewählt, in welchem Frl. B. Näser die Titelpartie mit gutem
-elingen wiedergab. Das zwar ziemlich gedankenarme, in
der Form aber gross angelegte Werk gab den ^Lngem vollauf
Gelegenheit, ihre gute stimmliche Beschaffenheit und musi-
kalische Schlagfertigkeit im besten Lichte zu zeigen. Auch
die grossen Chorconcerte Vollhardt's hat der Verein schon
wiederholt in dankenswerthester Weise unterstützt. Wir wün-
schen ihm aufrichtig ferneres Gedeihen in seinen künstleri-
schen Bestrebungen.
Aus den kleinen Kirchenmusiken (Vollhardt) sind
als besonders gelungen oder interessant hervorzuheben: S.Bach's
Motette „Lob und Ehre** für Doppelchor, Mendelssohn^s acht-
stimmiges „Heilig, heilig**, aus Palestrina's Missa Papae Mar-
celli das grossartige „Kyrie** und „Ehre sei dir, Chnste** von
H. Schütz. Solisten waren Hr. &immermu8icus Eismann
aus Dresden, welcher sich in der Kirche nicht minder wie
kurz zuvor im Ck>ncertsaal als tüchtiger und geschmackvoller
Geiger bewährte , und Frl. Elise Klemm aus Leipzig, welche
bei ihrem hiermit erfolgten ersten öffentlichen Auftreten der
vorzüfiflichen Schule ihrer Lehrerin, Frl. Stübecke in Leipzig,
ein g&nzendes Zeugniss ausstellte. Die klane^volle kräftige
Sopranstimme, die gesunde Tonbildung und Athmung berech-
tigen zu schönen Hofi&iun^n, wenn die junge Sängerin die
noch etwas schülerhafte Aühle und Unbeseeltheit des Vor-
trags überwunden haben wird.
Im Schlussconcert der Saison (Palmsonntag) vermittelte
der a capella-Verein (Vollhardt) die Bekanntschaft mit
A. Becker 's „Selig aus Gnade**, einem interessanten, werth-
vollen Werke, dessen Schwerpunct in den wunderbar schön
gearbeiteten, oft geradezu dramatisch wirksamen Chören liegt,
imterstützt durch sehr geschickte, modern und doch kirchlich
gehaltene Instrumentation. Die Solopartien enthalten grosse
chönheiten, wirken jedoch weniger unmittelbar und packend ;
auf den naheliegenden Vergleicn mit dem classischen Deut-
schen Bequiem von Brahms darf man sich freilich nicht ein-
lassen. Die Aufführung war im Wesentlichen eine tadellose,
der Chor überwand mit Lust und Liebe die zahlreichen
Schwierigkeiten des in allen Theilen nicht leichten Werkes,
das Soloquartett — Frl. Heinig und Hr. Trautermann aus
Leipzig, Frau Bächi-Fährmann und Hr. Kammersänger
E. Glömme aus Dresden — stand auf der Höhe seiner Auf-
fabe und leistete infolge ausgezeichneten Zusammenpassens
er Stimmen Hocherfreuliches. Hr. Musikdirector Vollhardt
kann mit hoher Befriedigung auf diese letzte, wie auf seine
vorhergegangenen künstlerischen Thaten der Saison zurück-
blicken, die durchweg als eine schöne und genussreiche be-
zeichnet zu werden verdient. Dr. P. Pfitzner.
Concertumschau.
Altenburg. 119. Auffuhr, der Singakad. (Sitt a. Leipzig)
m. Mendelssohn^s „Paulus** uut. solist. Mitwirk, der Frls. Berg
a. Nürnberg u. Gondar a. Leipzig u. der HH. Geyer v. hier
u. Hungar a. Schwerin. (Die Aufführung, von Hrn. Capell-
meister Sitt aufs Sorgfältigste vorbereitet, gin^ unter dessen
zielbewusster und belebender Leitung in wirkungsvollster
Weise von Statten.)
Altona. 3. Conc. der Singakad. (Prof. Krug) unt. Mit-
wirk, der Frauen Zingg u. Wessel (Gtes.), des Frl. Philippson
(Clav.) u. des Hm. Bläha (Viol.) aus Hamburg: Gdur-Clav.-
Violinson. v. Bubinstein, Cyklus „Aus verwehten Blättern**
f. gem. Chor m. Clav. v. Am. Kru^, Schlaflied der Zwerge
f. Frauenchor m. Clav. a. „Schneewittchen** von Beinecke,
Vocalduette v. Sachs („Beharre**) und Veit („Elfenzwiege-
spräch**), Soli f. Ges. V. Cornelius („Komm, wir wandeln**),
Stange („Die Bekehrte**) u. A. u. f. Clav.
Baden-Baden. 5. Kammermusik der HH. Bletzer, Bienert,
Pageis u. Wamke: Streichquartette v. Baff (Dp. 192) und
Beethoven (Dp. 132). — Conc. f. den Pensionsfonds des städt.
Curorch. unt. Leit. des Hm. Hein u. Mitwirk, des Chorvereins
„Baden**, der Frls. Maühac u. Friedlein u. HH. Lang u. Heller
a. Carlsruhe (Ges.), sowie des Hrn. A. Krasselt v. hier (Viol.)
am 10. Mai: „Par8ifiBd**-Vor8piel v. Wagner, 9. Symph., Arie
„Ah, perfido** u. 1. Satz des Violinconc. v. Joeethoven. (Nach
einem Bericht des Hm. Dr. Bich. Pohl hat die „Neunte**, för
deren Geist der Dirigent ein feines, pietätvolles Verständniss
bekundet habe, eine ^[anz vorzügliche Wieder^be erfahren,
ist Frl. Maühac nach ilurem Arien vertrag mit Blumen über-
schüttet worden und haben sich der Wirkung des Concertsatzes
die «rosse künstlerische Buhe, Klarheit und Sicherheit des
Hm.Krasselt besonders förderlich erwiesen. Ln Chorsatz hat
Hr. Hofopemdirector Motu a. Carlsruhe, der dem Concert bei-
wohnte, eifirig mitgesungen, ein schönes 2ieichen für dessen
echte Beethoven-Begeisterung!)
Berlin. Conc. des Organisten Hm. Deckert unt. Mitwirk,
der Frau Müller-Bonneburger (Gkfi.) u. des Hm.Büdel(Violonc.)
am 11. Mai: Soli f. Ges. v. Beethoven u. S. Bach, £ Orgel v.
M. Brosig (Choralvorspiel „0 Traurigkeit**), L Faisst (Bdur-
Trio), G. Merkel (Choral verspiel „Straf mich nicht**), Ph.
W o 1 f r n m (B moll-Sonate), A. Guilmant (Trauermarsch und
Seraphiuen-Gesang) u. S. Bach (Cmoll-Passacaglia) u. f. Vio-
lonc. V. 0. Wer mann (C moll-Largo) u. G. Merkel (Arioao).
(Unter den von Hm. Deckert durchweg mit vortrefflichem
Gelingen vorgetrae^enen Novitäten hat die Wolfrmn'sche So-
nate das hauptsächlichste Literesse für sich in Anspruch ge-
nommen.)
Bielefeld. Am 16. Mai Auffuhr, v. Bruch's „Odysseos**
durch den Musikver. unt. Leit. des Hrn. Zuschneid a. Minden
u. Solist. Mitwirk, der Frls. Tilly a. Dortmund u. KloppeD-
burg a. Frankfurt a. M. u. des Hrn. Büttner a. Coburg.
Cassel. Conc. des Intlierischen Kirchenchors (Sptf/igier)
am 29. April: Praelud. u. Fuge in HmoU f. Org. v. S. &ch
rHr. Bode), Motette „Sei getreu bis in den Tod** v. Engel,
Kirchenorat. „Selig aus Gnade** v. A.Becker (Solisten: Frau
Bösing u. Frl. Grandidier v. hier u. HH. Hintzelmann und
Lauckhardt a. Berlin). (Von den Solisten hat namentlich Hr.
Hintzelmann durch seine „wundervolle Stimme und seinen
natürlichen und edlen Vortrag** die Zuhörer fhr sich ge-
wonnen.)
Chemnitz. 12. Symph.-Conc. der städt. Capelle (Pöble):
8. Sjmph. V. A. Klughardt, Ouvert. Op. 124 v. Beethoven,
Scherzo a. der Oper „Soabdil** v. Moszkowski, Solo vortrage
der HH. Weimershaus (Viol., 1. Conc. v. Bruch) und ühlig
(Contrabass, Conc. v. Stein).
Cöln» Conc. des Hm. Arend unt. Mitwirk, der Sängerinnen
Frls. Overhoff u. Solterbeck a. Hamburg (am 12. Mai?): „Sta-
bat mater** v. Pergolese, Soli f. Ges. u. f. Clav.
Constanz. Am 27. März AufEühr. v.Mendelssohn's „Elias**
unt. Leit. des Hrn. Grosser u. solist. Mitwirk, des Frl. Hiller a.
Stuttgart, der Frau Exter a. München u. der HH. Hensler a.
Zürich u. Bargmeier a. Aarau. (Dieselbe wird als sehr ge-
lungen bezeichnet.)
Döbeln. Am 13. Mai Aufführ. v. Schumann's „Das Para-
dies und die Peri** durch den Chorgesangver. u. Lehrer-Ge-
sangver. unt. Leit. des Hrn.Stübner u. solist. Mitwirk, der Frau
Köhler-Grützmacher a. Dresden, des Frl. Behrends a. Berlin
u. des Hrn. Trautermann a. Leipzig. (Die dortigen Blätter
sind voll des Lobes über die gelungene Aufführung des herr-
lichen Werkes.)
Dopdreeht. 2. Aufruhr, der Maatschappij tot Bevord. der
Tonkunst (Erdelmann) unt. solist. Mitwirk, zweier ungen.
Damen u. des Hm. Spoel a. dem Haa^: „Adonis-Feier** von
Ad. Jensen, „Erlkönigs Tochter** v. Gade, „Das Fenerkreuz"
V. ^uch.
Rsen a. d. R. 6. Conc. des Musikver. (Witte) unter
Solist. Mitwirk, des Ehepaares Haase a. JU^tterdam und des
Hm. Dörter a. Mainz: 6. Symph. v. Beethoven, „Aois und
Galathea** v. Händel, zwei Vocalduette v. Mozart.
Frelbupg 1. B. Am 10. April Aufführ. v. S. Bach's Mat-
thäus-Passion durch den Musikver. (Adam) unt. solist. Mit-
279
wirk, der Frls. Beize a. Oarlsruhe u. Haas a. Mainz und der
HH. Diezel a. Berlin, E. v. Müde a. Weimar u. Brodmann
a. Berlin.
Ologau« Am 16. April Aoffiüir. y. Graun's „Der Tod
Jesu" unt. Leit. des Hm. Tschirschky a. soHst. Mitwirk, des
Frl. Ströder v. hier u. der HH. Suckel a. Grünberg, Fiedler
a. Görlitz n. Bauer v. hier. (Die „herrliche |?J Fassionsmusik**
Grann's wurde, wie man von dort schreibt, durch die Auf-
filhrung zu „ergreifendster Wirkung" gebracht.)
Herford. Musikfest des Musikyer. (Päts) am 8. Mai zur
Feier dessen 50jähr. Bestehens unt. solist. Mitwirk, der Frau
Schmidt-Köhne a. Berlin, des Frl. Kloppenburg a. Frankfurt
a. M. u. der HH. Büttner a. Gotha u. Strathmann a. Hanno-
ver: 3. Ouvertüre zu „Leonore" v. Beethoven, „Odysseus** v.
Bruch, Rhapsodie f. Altsolo, Männerchor u. Orch.v. Brahms,
Scene u. Arie der Agathe a. dem „Freischütz" v. Weber.
Bad Kissingen« Symph.-Conc. des Hrn. Schreck am 5. Mai :
3. Symph. v. Beethoven, „Oberon"-Ouvert. v. Weber, Violin-
conc. V. Mendelssohn (Hr. Ohliger).
Leipzig. Conc. des Hm. F. Wild (Ges.) m. Gomposi-
tionen a. dem Verlage v. Constantin Wild in Leipzig und
Baden-Baden unt. Mitwirk, der Frls. Folscher (Ges.), Bram-
mer (Viol.) u. der HH. G. Borchers ((3«s.), AfPemi (Clav.) u.
Hansen (Yiolonc.) am 18. Mai: Lieder v. F. Y. D welshau-
vers-Dery (Liebeslied u. Mailied), AI. Bor od in („DasMeer*^
u. „Des Mädchens Zauberschlaf ), A. F. Hill („Am Meer*").
E. E. P. Truman („Du bist wie eine Blume«), F. Pfohl
(„Am ersten Mai", Schlummerlied u. „Rückkehr*'), B. Pohl
(„Liebesfrühling"), Th. Jadoul („Sehnsucht), J. Haarklo u
(„Andre beten zur Madonna") u. F. Wild („Lieb Lieschen"),
Adagio a. dem Esdur-Glavierconc v. Beethoven, zum Solo-
Vortrag eingerichtet v. Th. PfeifTer, Soli f. Violine v. H. P.
Sawyer (Bomanze), Th. Jadoul (Elegie), A. F.Hill („Liebe")
u. U. Af f erni (Wiegenlied) u. f. Violonc. v. E. E. P. Truman
(DmoU-Conc, 2. u. 3. Satz). — Abendunterhaltung im k. Con-
servat. der Musik am 6. Mai: Phant. u. Fuge f. Org. v. Frl.
Dora Caddell, Schülerin der Anstalt = Hr. Gerhardt a. Leip-
zig, Ddur-Streichquart. v. Mozart = HH. Brandenburg aus
Jßreslau, Bichter u. Henkel a. Leipzig u. Hattenbach a. Lübeck,
Arie u. Gebet der Elisabeth a. „Tannhäuser" v. Wagner »»
Frl. Munkelt a. Leipzig, Clav.-Yiolinson. Op. 24 v. Beethoven
=z Frl. Greig'Si. Laurence-Kirk (Scote) und Hr. Wamecke a.
Wiesbaden, Fuge a. der Emoll-Claviersuite v. Händel und
Ddur-Gavotte f. Clav. v. S. Bach-Mason = Frau Biese aus
New- York, Adur-Clav.-Yioloncellson. von Beethoven — HH.
Beidler a. St. Gallen u. Braun a. Lenzburg, GmoU-Clavier-
conc. V. Mendelssohn = Hr. Farmer a. New-York.
London. Annual Pianof. Becital des Hm. Thome unt.
Mit wirk, des Frl. Thome u. der HH. Co wen u. Gravely am
14. Mai: Compositionen f. zwei Cla viere v. Onslow (Op. 7),
Baff (Clhaconne) u. A. As h ton (Suite), Claviersoli v. Beet-
hoven (Son. Op. 81), E. H. Thorne (vier Charakterstücke) u.
Chopin.
Magdeburg. 4. Casinoconc. (Kaufmann) : 3. Symph. v.
Schumann, „8onynemachtstraum"-0nvert. v. Mendelssohn, Solo-
vorträge des Frl. Schacht a. Berlin (Ges., „Mai nacht" v . B r a h m s
etc.) u. des Hm. Dechert v. ebendaher (Violonc, Andante und
„Am Springbrunnen" v. Davidoff etc.). — Harmoniecon-
certe (Kaumnann): No. 7. 3. Symph. v. Schumann, Ouvert.
„Le Camaval romain" v. H. Berlioz, Solovorträge des Frl.
Finkenstein a. Berlin (Gk«., „Träume" v. Wagner, „von ewiger
Liebe" v. Brahms etc.) u. des Hrn. Prof. Bitter a. Würzburg
(Viola alta, Suite v. S. Bach-Bitter, Andante v. Bubinstein
u. Gavotte eig. Comp.). No. 8. Cmoll-Symphonie v. Haydn,
„Aufforderung zum Tanz" v. Weber-Berfioz, Solovorträge des
Frl. Kloppenburg a. Barmen (Ges., Arie a. „Samson und Da-
lila" V. Saint-Sagns, „Dort in den Weiden" u. „Vorschneller
Schwur" V. Brahms, „Habt ihr meinen Schatz gesehen" v.
H. Schmidt etc.) u. des Hm. Petersen v. hier (Violonc, DmoU-
Conc. V. Baff, „Adieu" v. Davidoff, Seren, v. Sittu. „Spa-
nischer Cameval" v. Popper). — 8. Conc. im Logenhause
Ferdinand z. Gl. (Kaufmann): „L'Arltoienne", Suite v. Bizet,
Ouvertüren v. Wagner („Tannhäuser") u. Weber, „Auffor-
derung zum Tanz" v. Weber-Berlioz , Variat. a. dem Kaiser-
qnart. v. Haydn, Gesangvorträge des Frl. Heinig a. Leipzig
(„Heimweh" v. Brahms, „üeberall blühendes Maienglück"
V. F. Kauffmann, Frühlingslied v. Umlauft, „Im Mai" v,
Franz, „Julia" v. H. Hofmann u. „Das Echo" v. F. Schu-
bert). — Armenconc. daselbst: 7. Symph. v. Beethoven, Ouver-
türen V. Gluck u. Berlioz („Le Camaval romain"), „Parsi-
fal" -Vorspiel v. Wagner, Gesang vortrage des Frl. Klein v.
hier („Aus meinen grossen Schmerzen" v. Franz, „Du wun-
dersüsses Kind" v. Th. Kirchner, FrühUngslied v. Müller-
Härtung etc.). — 6. Conc. des Kaufmann. V er. (KanfPinann) :
HmoU-Symph. v. Schubert, Ouvertüren v. F. Kauffmann
(Dramat.) u. Berlioz („Le Camaval romain"), Fisdur-Largo
f. Streichquart, v. Havdn, Gesangvorträge der Frau v. Knapp-
staedt a. Leipzig („Ich liebe dich" v. Grieg, „Abandreihn"
V. Beinecke, Wiegenlied v. Taubert, „Im Maien" v. Hil-
ler etc.). — 8. Abonn.-Conc. des Brandt'schen Ver. (Brandt)
m. Mendelssohn*s „Paulus" unt. solist. Mitwirkimg der Frls.
Schmidt a. Frankfurt a. M. u. Engmann v. hier u. der HH.
Grahl a. Berlin u. Perron a. Dresden. — Tonkünstlerver. am
14., 21. u. 28. März, 11. u. 29. April: Streichquartette v. Beet-
hoven (Op. 18, No. 1, u. ()p. 59, No. 2), Haydn (Odur), Grieg
(Gmoll), Mozart pmoU), Tschaikowsky (Op. 11), Schubert
(DmoU) u. Brahms (CmoU), gespielt v. HH. Berber, Fröh-
lich, Trostorf u. Petersen, Cmoll-Claviertrio v. Volkmann
(Clav. : Hr. Kauffmann), Divert. f. Streichtrio v. Mozart, Vocal-
duette V. Bubinstein („Sang des Vöelein") und Schumann,
Solovorträge der Säne^erinnen Frls. Wäe („Betrogene Liebe"
V. Hildach, Wiegenlied v. Harthan etc.) u. Engmann (Arie
V. Eckert u. „Es blinkt der Thau" u. „Neue Liebe" v. Bu-
binstein)u. des Hm. Petersen (Conc. v. Tartini-Grützmacher).
Mannheim. 6. Kammermusik der HH. Schuster, Stieffei,
Gkiulö u. Kündinger unt. Mitwirk, der HH. Schwarz a. Frank-
furt a. M. (Clav.) u. Kratochvil v. hier (Clar.); Hmoll-Quint. f.
CQar. u. Streichinstrumente u. Trio f. Clav., Clar. u. Violonc.
V. Brahms, Dmoll-Clav.- Violinsonate v. A. Urspruch. —
Matin^ des Streichquart, der HH. Prof. Heermann, Naret-
Koning, Welcker u. Becker a. Frankfurt a. M.: Streichquar-
tette V. Brahms (Op. 51, No. 2), Beethoven (Op. 185) und
Schubert (Dmoll).
Minden* 2. u. 3. Soir6e f. Kammermusik der HH. Zu-
schneid (Clav.), Beyer, Tüting, Heisterberg und Kellermann
(Streicher): Streichquartette v. Beethoven {Oja. 74), Mozart
(Esdur). Baff („Die schöne Müllerin") und Haydn (Gdur),
D dur-Clav.- Violoncellson. v. Bubinstein, F dur-Clav.-Violin-
son. V. Grieg. — 4. Conc. des Musikvereins (Zuschneid) m.
Haydn's „Jahreszeiten" unter solist. Mitwirk, des Ehepaares
Schmidt-(Köhne) a. Berlin u. des Hm. Dierich a. Schwerin.
Mülheim a. d. R. H. Abonn.-Conc. (Stronck) unt. solist.
Mitwirk, des Ehepaares Haase a. Botterdam, der Frau Crae-
mer-Schlegel a. Düsseldorf u. des Hm. Bakkes a. Botterdam :
9. Symph. v. Beethoven, „Freischütz"-Ouvert. v. Weber, „Erl-
königs Tochter" v. Gfide, Brautlied a. „Lohengrin" v. Wag-
ner, „Halleluja" v. Händel, Liebeslieder- Walzer f. vier Sing-
stimmen m. Clav, zu vier Händen v. Brahms, zwei Vocal-
duette V. Mozart, Gesan^soli v.Chr. Bering ^„Mondbeglänzt
im stillen Walde" u. „Wenn er auf den Schild"), Bungert
(„Liebestod"), Schumann u. Grieg („Ich liebe dich").
Paris. Conservatoriumsconcerte (Garcin) am 20. u. 27.
März: Symphonien v. Mendelssohn (Adur) und Haydn („La
Beine"), 2. Bild des 1. Actes a. „Parsifal" v. Wagner (Solo:
Hr. Dufriche). Conservatoriumsconc. (Garcin) am Charfreitag:
6. Symph. V. Beethoven, Bemiiem v. Saint-Saens (Solisten:
Damen Menusier u. Terrier-Vicini und HH. Warmbrodt und
Auguez), „Pater noster" v. Gounod u. Schott. Phant. f. Viol.
V. Bruch (Hr. Sarasate). — Colonne-Conc. am 28. März:
6. Symph. v. Beethoven, Suite „Impressions d'Italie"v.G. Char-
pentier, Bruchstücke a. „Bomöo et Juliette" v. H. Berlioz,
„H6l6ne" v. A. Messager, Solovorträge des Frl. Baldo (Ges.,
„Le Berger" v. G. Hue) u. des Hrn. Pennequin (Viol., Bo-
manze V. Saint-Saöns). Colonne-Concert am Charfreitag:
„Athalia" -Ouvert. v. Mendelssohn, Trauermarsch a. „Hamlet"
V. Berlioz, Scene a. „Parsifal" v. Wagner, „Inflammatus"
a. dem „Stabat mater" v. Bossini (Frl. Kraus u. der Chor),
„L'EnÜBmce du Christ" v. Berlioz (Hr. Warmbrodt u. der Chor),
Variat. f. zwei Claviere v. Schumann und Scherzo f. do. von
Saint-Saöns (HH. Diömer u. Bisler), Solo vortrage der Frau
Kraiiss (Ges., Elisabeth's Gebeta. „Tannhäuser" v. Wagner,
„Alanuit" v. Gounod u. Bruchstück a. „Marie Magdeleine"
V. Massenet) u. der HH. Warmbrodt (Ges., No. 4 aus „Les
B^titudes" v. C. Franc k) u. Hollman (Violonc, „KolNidrei"
V. Bruch). — Lamoureux-Conc. am 20. März unter solist.
Mitwirk, der Frau Matema a. Wien: Baps. norv6gienne v.
E. Lalo, Vorspiel zu „Le Dringe" v. Saint-Saöns, Ouvert.
zu „Harald" v. X. Leroux, ünffar. Marsch v. H. Berlioz,
Bruchstücke a. „Tristan und Isolde", „Charfreitagszauber" a.
„Parsifel" u. Schlussscene a. der „Götterdämmerung" v. Wag-
ner. Lamoureux-Conc. am Charfreitag unt. Mitwirkung des
Sängers Hrn. van Dyck: Brachstücke a. „Bom6o et Juliette"
280
u. a. „raust's VerdammuM" v. Berlioz, Vorspiel zu „Par-
siÜBil**, Liebeslied a. der „Walküre", Vorspiel u. Gesang Wal-
ther*s a. dem I.Act der „Meistersinger", Trauermarsch a. der
„Götterdämmerung", GraJserz&hlung a. „Lohengrin" u. „Tann-
häuser" -Marsch v. Wagner.
Potsdam. Wohlthätigkeitsconc. am 9. Mai: „Die See-
jungfrau" f. Frauenchor, Soli, Clav. u. Declam. v. E. Grüel,
Olavieryortrftge des Hm. Andersson.
Salz wedel. Am 29. April Auffdhr . v. Haydn's „Schöpfung"
durch den Gesangver. f. gem. Chor unt. solist. Mitwirk, des
Frl. Lampe u. der HH. Kirchner u. Blossfeldt.
Wflrzburg. Am 11. Mai Aufführ. v. Mozart's Requiem
unt. Leit. des Hm. Kliebert und solist. Mitwirk, der Frauen
Wilhelmj a. Wiesbaden u. Wahler a. Schwerin und der HH.
Hormann a. Frankfurt a. M. u. Schulz-Domburg v. hier.
Zwickau. 4. Philharm. Conc. (O. Rochlich u. Eilenberg) :
Cdur-Symph. v. Haydn, symphon. Dicht. „Durch Nacht zum
Licht" V. Edm. Roch lieh, Tonbilder f. Orch. zu Schiller's
„Lied von der Glocke" v. C.Stör (Declam.: Hr. Teichmann),
Gmoll-Clavierconc. v. Mendelssohn (Hr. Rasch).
Veraltete Programmef sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GSste in Oper und Concert.
Düsseldorf. Im 5. Concert des Gesangvereins „Düssel-
dorf" wirkten gesangsolistisch Frl. Marie Schnitzler und
Hr. Gau sehe mit. Beide waren schon von früher her bestens
accreditirte Gäste. Einen ganz aussergewöhnlichen Erfolg er-
sang sich der Creuznacher Baritonist. Man soll aber auch
einen Sänger suchen, der seine angeborenen Mittel so vorzüg-
lich in der Grewalt hat und der mit so ausgezeichneter Ain-
fassung und Declamation vorträgt, wie der Genannte, den
man infolge dieser Eigenschafben getrost unter die besten
bekannten Baritonisten zählen darf, ohne damit zu viel zu
sagen. — Loulsvllle, Ky. Am 25. April erschien zum ersten
Male vor dem hiesigen Publicum die Pianistin Frau Bloom-
field-Zeisler und erregte Aufsehen mit dem Vortrage des
D moU-Concertes von Rubinstein, welches sie mit wunderbarer
Reinheit und Fülle des Tons, wie bemerkenswerther Technik
wiedergab. — München. Im Hoftheater gastirt gegenwärtig
Frl. Emmanuela Frank aus Düsseldorf auf Engagement und
hat sich mit ihrer Darstellung der Azucena und der Fides
bereits die be^isterte Anerkennung des Publicums erworben.
— Paris. Fn. Calv6 ist vom l.Nov. für zwei Jahre an die
Komische Oper en^ragirt worden. In der Grossen Oper trat
nach seiner Kückkenr aus Amerika Hr. Lassalle als Nelusco
wieder auf und wurde von dem zahlreich erschienenen Publi-
cum aufis Herzlichste gefeiert.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 21. Mai. „Jauchzet dem Herrn,
alle Welt" v. Mendelssohn. Psalm 103 v. Hauptmann. —
Nicolaikirche: 22. Mai. „Singet und spielet dem Herrn" v.
W. Rust.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* lieber die vom 21. Juli bis 2\. August d. J. in Bay-
reuth stattfindenden acht „Parsifiäl"- und je vier „Tristan
und Isolde"-, „Meistersinger"- und „Tannhäuser"-Auff[ihrungen
gehen uns nachstehende authentische Mittheilungen zu: Als
Dirigenten werden die HH. Q^neralmusikdiroctor Levi
(München), Director Mottl (Carlsruhe), Hofcapellmeister Dr.
Richter (Wien) \md Hofcapellmeister Strauss (Weimar)
fungiren. Die Hauptpartien erhalten folgende Besetzung:
„Parsifal": Parsifai == van Dyck (Wien), Grüning (Han-
nover); Kundry =: Frl. Mailhac (Carlsruhe), Frl. Malten
(Dresaen); Gumemanz z= Grengg (Wien), Frauscher
(Bremen); Amfortas = Kaschmann (Mailand), Scheide-
mantel (Dresden); Klingsor = Liepe (Berlin), Plank (Carls-
ruhe); Soloblumenmädchen = die Damen Hartwig (Dort-
mund), Hedinger (Breslau), Mitschiner (Stettin), Mulder
(Utrecht), Welschke (Breslau) imd Wiborg (Schwerin). —
„Tristan und Isolde": Tristan = Vogl (München); Isolde
= Frau Sucher (Berlin); Marke = Döring (MLannheim),
Gura (München); Kurwenal = Plank (Carlsriuie): Brangäne
= Frau Staudigl (Berlin).— „Tannhäuser": Iiandgraf=:
Döring (Mannheim): Tannhäuser := Grüning (Hanno-
ver); Wolfram = Scheidemantel (Dresden): Walther
= Gerhauser (Bayreuth); Biterolf = Liepe (Berlin); Hein-
rich = Zeller (Weimar); Reinmar = Bucha (Weimar);
Elisabeth = Vertreterinnen der Soloblumenmädchen; Venus
= Frl. Mailhac (Carlsrnhe). — n^id Meistersinger von
Nürnberg": Hans Sachs = Gura ^München); Pogner =■
Frauscher (Bremen); Beckmesser = Müller (Leipzig);
Eothner =--- Bachmann (Halle a. S.); Walther von Stolzing
= Anthes (Dresden); David = Hofmüller (Dresden); Eva
— Vertreterinnen der Soloblumenmädchen: Magdalena = Frau
Staudigl (Berlin). — Die Regie filhrt, wie in den letzten
Jahren, Hr. Kammersänger und Hofopemregisseur Fuchs
(München), während Hr. Musikdirector Kniese (Bayreuth) die
Chöre dirigirt und die musikalische Leitung auf der
Bühne inne hat. Die Orchester- und Chorkräfte sind in glei-
cher Weise wie in den früheren Jahren zusammengestellt,
ebenso besteht auch das Personal, das unter Leitung von
Virgina Zucchi (Mailand), die choreographischen Theüe im
„Tannhäuser" auszuführen hat, wie im vergangenen Jahre
vorwiegend aus Mitgliedern des Balletcorps der k. Hof bühne
in Bernn. Der technische Theil untersteht der Leitung
desgrossherzogl. Hoftheatermaschinemeisters Kranich (Darm-
stadt), der mit seinem Personal nächster Tage hier eintreffen
wird. Die G^sammtproben werden am 19. Juni beginnen.
* Der Liszt-Verein zu Leipzig bringt in seinem 4.
Concert Anfang Juni u. A. die Dante-Sympnonie von Liszt
unter Leitung des Hrn. Hofcapellmeister Weingartner aus
Berlin zur Aufführung.
* Unsere neuliche Notiz über die am n. Donnerstag statt-
findende Enthüllung des Mendelssohn Bartholdy-
Denkmals zu Leipzig vervollständigen wir im Interesse
auswärtiger Festtheilnehmer dahin, dass sich an der musika-
lischen Feier dieses Actes das Stadttheater mit einer Abend-
aufführung des „Sommemachtstraums" mit der Mendelssohn'-
schen Musik betheiligen wird.
* In Utrecht findet vom 24. — 26. Mai ein Musikfest
der Nederlandsche Toonkunstenaars-Vereeniging statt, dessen
Hauptwerk die dramatische Cantate „Jahveh's Wraak" von
W. F. G. Nicolai bildet.
* Auch in Mexico bereitet man eine Columbus-Feier
vor. Das Nationaltheater in Mexico wird bei diesem Anlass
eine neue italienische Oper „Cristoforo Colombo a San Do-
mingo" von Giulio Moral es zur Aufführung bringen.
* In Wien spukt wieder einmal die Gründung von po-
pulären Symphonieconcerten durch die Berliner Con-
certdirection Hermann Wolff. Hr. Wolff sei, wie man schreibt,
dieserhalb bereits mit dem dortigen Ausstellungsorchester, das
in seiner Qualität sehr gerühmt wird, und dessen Dirigenten
Hrn. H. Grädener in Verbindung getreten.
* Am letzten (10.) Musikabend des Kammermusik- Vereins
zu Leipzig wurde ein nach dem System dea Hrn. Professor
Müller in Rudolstadt gebautes Harmonium in natür-
licher Stimmung vorgeführt, über welches Hr. Ferd. Pfohl
im „L. T." u. A. schreibt: „Das Geniale der Idee liegt in der
Ein&chheit, mit der Hr. Prof Müller die reine Stimmung auf
seinem Instrumente zur Darstellung bringt. Während alle
mit reiner Stimmung versehenen Instrumente einen schwer-
flLlligen, die klare Anschauung und die praktische Handhabung
verwirrenden Tastenplural auSsu weisen natten, beschränkt sich
das Instrument Müller's auf die normale Tastenanordnung. Bei
allen Veränderunjgen der Tonart wird die Reinheit der Stim-
mung durch zwei Kniehebel (Einer für die Moll-, der Andere
für die Dur-Accorde) bewirkt, deren Grebrauch keinerlei nen-
nenswerthe Schwierigkeiten bereitet. Hr. Straube junior, ein
vortrefflicher jun^r Künstler auf dem Harmonium, bracht«
(nach einem einleitenden Vortrstg des Erfinders) eine Anzahl
von Tonstücken, darunter solche von grossem Modulations-
reichthum (»Ave verum« von Mozart) zu Gehör; der Wohl-
laut dieser Stücke war ein unbeschreiblicher: jene Reinheit,
welche der Tongebung eines idealen a capella-Ohores eigen,
entströmte ihnen. Es war Sphärenmusik."
* Die k. Theater zu Cassel, Hannover und Wies-
baden sollen 1895 in Stadttheater \imgewandelt werden.
* In der soeben abgeschlossenen Spielzeit des Monnaie-
Theaters in Brüssel steht, der Anzahl der Aufführungen
nach, „Lohengrin" mit der Zahl 27 oben an.
281
* In Halle a. S. wird jetzt die Frage discutirt, ob es
nicht möglich sei, das dortige Gebartshaus Handelns, in
welchem jetzt ein Brauerei-Ausschank betrieben wird, pro-
fanen Zwecken zu entreissen und, nach dem Beispiel der
Goethe-, Schiller- und Körner-Häuser, zu erhalten. Hoffent-
lich ist das Haus nicht so bauföllig, wie das Geburtshaus
Wagner*8 in Leipzig, welches schon aus diesem Grunde ähn-
lichen Versuchen, wie man sie jetzt in der Nachbarstadt an-
strengt, nicht Stand zu halten vermochte und einem Neubau
gewiäien ist.
"* M. Moszkowski*s Oper „Boabdil" ist in Budapest
zur Auffuhrung angenommen worden.
* Messager's Oper „La Basoche** ging kürzlich erst-
malig in München in Scene und überholte im Erfolge die
letzten vorangegangenen Novitäten dieser Bühne. Die Aus-
führung war eine ausgezeichnete.
* In der Grosäsen Oper zu Paris gelangte am 16. Mai
£. Key er 's neue Oper „Salammbo" mit grossem Succös zur
Premiöre.
* Im Dresdener Hoftheater ging in v. Woche erst-
malig die neue einactige Oper „ Der Liebeskampf" von E.Meyer-
Heimund in Scene. Dieselbe soll, wie man uns mittheilt,
nach dem Muster der Masca^ni'schen „Oavalleria rusticana**
fabricirt worden sein, ohne jedoch in irgeni einem Puncte
sich mit jenem Werke messen zu können, und man wundert
sich, dass eine Bühne von dem Bange des Dresdener Hof-
theaters Pathenstelle bei diesem Abklatsch vertreten hat.
* Hr. Hofcapellmeister Alois Schmitt in Schwerin hat
sich von seiner dortigen langjährigen hoch verdienstlichen
Amtsthätigkeit im letzten Abonnementconcert der Hofcapelle
verabschiedet, in welchem er Beethoven's 9. Symphonie diri-
^rte und desselben Meisters Es dur-Clavierconcert spielte. Das
Publicum Hess dem scheidenden Künstler zum letzten Male
die herzlichsten Ovationen zu Theil werden.
* Hr. Anton Seidl wird in nächster Saison die Oper in
New- York wieder leiten. Ausserdem wird er, dank den Be-
mühungen seiner Freunde und der Freunde guter Musik,
welche auf drei Jahre einen Garantiefonds von 50,000 Doli,
gezeichnet haben, ein eigenes festes Concertorchester haben.
* Wie manches grosse Talent oft durch missliche Um-
stände und eigenes Verschulden nicht zu einer sicheren Posi-
tion gelangt, beweist neuerdings der Pianst Hr. Arthur Fried-
heim. Seit einiger Zeit in New- York auf hältlich und Boden
gewinnend, hat er die daselbst errungene Stellung mit Einem
[ale verscherzt, indem er in der Betrunkenheit mit einem
Theaterangestellten in Streit gerieth, der für diesen — ob
infolge eines ihm versetzten Schlages oder der bei dem Herz-
leiden desTerstorbenen doppelt gefährlichen gemüthlichen Auf-
regung, scheint noch nicht festgestellt zu sein — einen tödt-
lichen Ausgang hatte.
* Der Schriftsteller Hr. Dr. H. Bulthaupt in Bremen
erhielt vom dortigen Senat den Professortitel verliehen.
* Ausser den in v. No. vermerkten Auszeichnungen hat
der Grossherzog von Baden noch weiter verliehen das Ritter-
kreuz 2. Classe vom Orden des Zähringer Löwen dem Kam-
mersänger Hrn. Bosenberg in Oarlsruhe und Opernsänger
Hm. Knapp in Mannheim, sowie die Hofopernsängerin Frl.
Fritsch in Carlsruhe zur Kammersängerin ernannt.
Todtenliste. Ferdinand Poise, ein in Frankreich ge-
schätzter Opemcomponist, f? ^^ Jahre alt, am 14. Mai in
Paris. — Domprobst Dr. Adolf Emil Wendler, Senior
der Gewandhaus-Concertdirection zu Leipzig, der er seit 1849
als Mitglied angehörte, eifriger MusikÄrevmd, in den Jahren
1844—46 Redacteurder „Allgemeinen Musikalischen Zeitung",
t, 84 Jahre alt, am 16. Mai.
Berichtigung. Der kürzlich in Hamburg verstorbene
Baritonist Greve hiess nicht Heinrich, sondern Franz mit
dem Vornamen.
JB T* i e f l£ a. 19 t e n<
//. G, in M, Für die gew. Mittheilung steht Hinen der
Insertionsweg offen.
£, O, N, in B, Da sie die G.'sche Orgelsonate als eine
„saloppe Sudelei** bezeichnen, so sind wir mit unserer Yer-
muthung allerdin^ im Unrecht gewesen, was wir gern zu-
e;eben. Im Uebngen thun Sie doch ruhig, was Sie nicht
lassen können.
F. E, C. in R, Der von dem Director und seinen B.egi8-
seuren sicherlich erhoffte Ordensregen für jene verspätete Pre-
miere hat sich, so viel wir wissen, noch nicht auf diese
Herren ergossen.
IV. G. in S, P. Cornelius' Oper „Der Barbier von Bag-
dad" ist im Verlage von 0. F. it^nt Nachfolger, hier, er-
schienen.
Anseiffen.
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übertragen und bitte, Engagements-Anträge an dieselbe
zu richten. [576.]
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Die verehrten Herren Vorstände der Concertgesell-
schaften und Vereine, die in der kommenden Sabon auf
die Mitwirkung des [677bJ
(öaffl I^iiL Hofpianisten Alfred Grünfeld
^s^^WÄÄ «b ebSSS^ reflectiren, werden ersucht, dies baldmÖQlich$t beka
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orohesters. [67o— .]
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 21.
Die Concertsängerin Frau
Mala Hieber (Sopri]
hat uns ihre geschäftliche Vertretung übertragen, und
bitten wir, Offerten für dieselbe gefälligst an uns richten
zu wollen.
[571.]
Nene Berliner ConcerMgentnr
Onevkow & Stemberg.
Berlin ^\^., Linkstrasse 31.
Telegr.-Adr.: Musikleben.
Idoll Kldmann,
Violin-Virtuos. [672u.]
Dresden-A. A.malienstr. lO, II.
Hermann Gausche,
Concert- und Oratoriensinger (Bariton),
[573b.] Sehüler Stoekliaasen's.
Vertreter: Herrn. WollT, Berlin.
Adresse: Creuznach, Villa Ehisheimer.
Engagements-Anträge für
Engen imd inna Hildarh
bitten wir wie bisher nur an uns zu richten. 1574.1
Nene Berliner Concert-Agentnr
€h%evkaw & Sternberg.
Berlin ^\^. Linkstrasse 31.
Telegr.-Adr.: Musikleben.
iDttlr Vim
herjogl, Bäohs. Hofjpianist, Professeur supörieur am Oonservatorium
«u Genf (Schwell). [676— J
Concert Verticiung: Hermann Wolff, Berlin.
Drnck von C. G.
reflectiren, werden ersucht, dies baldmöglichst bekannt
zu geben an
Impresario Ludivig GpOnffeld.
Wien I, Getreidemarkt 10.
Frau
Wir haben die geschäftliche Vertretung der Altistin
Emilie Wirth
übernommen und bitten, Engagements- Anträge für die
Künstlerin direct an uns gelangen zu lassen. [67'^.]
Neue Berliner Concert-Agentur
Gnevkow & Sternberg.
Berlin W>, Linkstr. 81. Telegr.-Adr.: Mnsikleben.
Alfred K.
[679—.]
Baden-Baden.
Yertr. H. PT'olff. Beplin.
Engagements-Anträge für Herrn
Slnton Sistermans (SSass)
bitten wir auch in nächster Saison an uns zu richten.
[680.]
Neue Berliner Concert-Agentur
Gnevkow & Sternberg.
Berlin W.» Linkstr. 31. Telegr.-Adr.: Mnsikleben.
Clara Hoppe,
Concert- und Opatoviensftnaepin (SopranK
[68Ik.] Frankfurt a. Oder.
3fCerr Slrnold iRose,
erster Concertmeister der k. k. Hofoper in Wien, hat
mir seine Vertretung übergeben. Die yerehrten Herren
Vorstände der Concertgesellschaften und Vereine, die auf
seine Mitwirkung reflectiren, werden ersucht, sich ehe-
mOgiichst zu wenden an [682b.]
Impresario Ludwig GpOnffeld.
Wien I, Getreidemarkt 10.
Engagements-Anträge für die Concertsängerin Fräulein
l>dt^di^ea Si^miM (Sof^ifan)
bitten wir an uns zu richten. [683.1
Nene Berliner Concert-Agentor
Gnevkow & Sternberg.
Berlin W., Linkstrasse 31. Telegr.-Adr.: Musikleben»
Röder in Leipzig.
Leipzig, am 2. Juni 1892.
nm iiutticu Bici-, Luii-
ul lulkiUiikuiUiiigi, iDwie
II, KHK ^ ■^
"^Ä^J^ für ¥ii»iVfir ntiri ¥n»itfpniiTi(1n ■^W
ni lu imuiMi TMaun
MljnDiti Imiilnuii lUl u
dMH BMactni n itimlin
fOr lusikerjand lusikfreunde.
Verantwortliclier Eedactenr und Verleger:
E. W. Fritzsoll,
Leipzig, KöDlgutriiHe 6.
^^
Das HoailtalUcbe Wochenblaitt eraoLeint j&hrlich in 53 Nummern. Der Abonnemeotabetraff
f3r daaQnsrtal von 18 Nummern ist SM&rk; eine einEeLneNummer kostet 40 Pfennige. Bei
direeter frankirter KreutbnndBendung treten nachstehende vierteljährliche Abonnementa-
preiBe in Kraft: 3 Mark 50 Pf. für das Deutache Reich nnd Oesterreich. — 2 Mark 75 Pf.
für weitere Länder da« Atigemeinen PoitvereinB. — Jahreeabonnemente werden unter
Zugrundelegung vorstehender BecugebedinKungen berechnet
Die InaertionagebUireD rar den Raum einer gecpaltanen Petitaeite betragen dO Pfennige,
nni. Jabrg.]
[Ho. 23.
Inhall: Dia 3u* i
(SohluS) -
theUimgeD lud Notlien. -
ftiefbästen. — Anzeigen.
nnd QÜtaplale In Oper imd C
Ta«:«M«a(
- Eirol
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Ton Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzong.)
Der Leser hat mit mir verfolgt, wieviel — unerwartet
viel Ziige Rieh. Wagner (im vulgären Sinne des Wortes)
für sein Drama hatte „gebrauchen" können. Und doch,
wie ist er trotz Allem and hei Alledem noch so eigen-
artig, so dorchauB neu und nrsprünglich geblieben, — ins-
besondere in seiner Behandlung des L und 2. Actes und
hier zunkchst wieder in der gediegenen psychologischen
wie philosophischen Fundirung des Ganzen, was ihm Nie-
mand streitig machen kann, noch streitig machen wirdl
Denn, selbst wenn wir dort anf die Anklänge an Novalis
stärkeren Nachdruck verlegen wollten, als dies bei aller
auch noch so grossen Verwandtschaft der Ideen wohl un-
bedingt nöthig erscheint: Wagner würde dann immer
noch das grosse, unnachahmliche Verdienst gebühren, ge-
rade den „Trist an "-Stoff, ohne ihm Gewalt anzuthnn,
in diese Nachtfluth eingetaucht, mit diesen durch und
durch unserem Jahrhundert angehörenden Anschauungen,
mit dem modernphilosophischen Bewnsstsein sozusagen
ganz und gar durchtrftnkt zu haben; er würde immer noch
deijenige sein, der zum ersten Male jene grossartige Syn-
these von Tristan-Sage, Schopenhauer' ach er Philosophie
und Novalis 'scher Oemutbstiefe zu einem harmonisch-
edlen, ungetrübten, von keines Gedankens Blfisss mehr
angekränkelten Ganzen vollbracht hat
Ich habe erst kürzlich, in den „Bayreuther Bl&ttem"
— nach meines Freundes Wolfg. Golther dankenswerthem
Vorgange — , eine auch auf die detaillirteren Seelen-
regnngen, die dramatischen und dialektischen Feinheiten
näher eingehende Analyse speciell des 2. „Tristan" -Actes
zu gehen versucht; ich will meine Leser daher an dieser
Stelle nicht weiter mit solchen Dingen belästigen, da sie
dies ja eventuell gar leichtlich an besagtem Orte nach-
lesen kdnnen und ich ohnedies hier womöglich nur eine
abgeschwächte Wiederholung jener ausführlicheren Ab-
handlung zu geben vermöchte. Zudem liegen unsere
„Blätter" seit Neuestem ja bei jeder Ortsvertretung, wie
ich höre, auf nnd sind also auch mühelos za erhalten.
Nur über den tiefereu Sinn und die letzte, wenn ich so
sagen darf: esoterische Bedeutung eben dieses im keu-
schen Nachtbereich heiligster, intimster Liebe sich abspie-
lenden Aufzuges möchte ich hier noch einige wenige*
Worte mir erlauben, welche uns zugleich ganz wie von
selbst zum gesuchten Ausgangspunct unserer langwierigen
Betrachtungen führen werden.
Ich kenne ein Gedicht, das hat einen mir unbekannten
Anonymus zum Verfasser, dabei die Schilderung und Aus-
deutung einer zauberisch berückenden, mild umfangenden
Sommernacht-Stimmung zum Gegenstand, und es endet
mit dem bangen Zweifel oder der tie&innig der Natur
abgelauschten — Alternative, möcht ich das eigent-
lich schon nennen:
(Alles still — *nnr süsse Dufte
Steigen auf vom Blumenbeet;)
Zaubrisch locken alle Lüfte:
Sünde! oder Still OebetI
286
Es klingt wie eine Frage, und man wird begreifen, wie
ich just eben hier beim „Tristan** auf dieses Gedicbt ge-
rathen kann. Auch im „Tannhäuser** (3. Act) war sie
schon einmal aufgeworfen diese Frage, dort aber in der
Umwandlung und sinnvollen Umdeutung der verzehrenden
Venus-Flamme zum milderstrahlenden, klaren und gerei-
nigten Lichte des keuschen Abendstemes durch den edlen
Wolfram von Eschenbach nicht im Sinne der „schönen
Sünde**, sondern eben des „stillen Gebetes** entschieden
worden. Wir werden uns auch hier nicht lange erst zu
bedenken haben, um zu wissen, wie wir dieses „Entweder
— Oder** (wenn es denn schon einmal zur Anwendung
kommen soll) im Hinblick auf den 2. Act unserer ,, Tri-
stan**-Tragödie zu entscheiden haben.
Hat man nämlich mit vollem Rechte Rieh. Wagner
den berufenen und wahren „Erben Beethoven's** genannt,
so Hesse sich — vielleicht mit noch ungleich mehr Be-
rechtigung (so kühn dies auch klingen mag) — nun
auch von ihm sagen, dass der „Tristan" insbesondere —
geistig — nicht nur musikalisch besehen — als die Fort-
setzung eines Beethoven'schen Zuges, als weiterer Aus-
bau eines ganz speciellen Stückes der 9. Symphonie
(und zwar aus dem vierten und letzten Satze) aufzufassen
sei, der Versstrophe nämlich :
„Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!** —
Ich sage wohlweislich: Beethoven, nicht Schiller, ob-
zwar ja diese Verse ursprünglich von Letzterem herrühren
und vom Componisten der bekannten „Ode an die Freude**
nur entnommen wurden; denn wie Beethoven in seiner
eigenartigen Auswahl und der Zusammenstellung des bei
Schiller noch viel weiter ausgeführten Textes schon eine
ganz bestimmte und höchst individuelle Geistesrichtung
bekundete, so hat er ohne Zweifel auch durch jene seine
geistige Grossthat: dass er nämlich diesen Gedanken mit
der all vereinenden Kraft der Musik in metaphysischen
Zusammenhang brachte und so gleichsam erst dem Dichter-
wort in Tönen die Zunge löste, für alle Zeiten sich ein
Anrecht darauf erworben, als geistiger Verehrer dieser
„Idee des 19. Jahrhunderts** unserem Schiller unmittelbar
an die Seite gestellt zu werden. (Ueberdies hat er ja
ganz dieselben Verse auch in seinem „Fidelio*', dem
„Hohen Lied der Gattenliebe**, als die Haupt- und Grund-
Idee gleichsam des ganzen Dramas in den Vordergrund
gestellt.)
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
(Schluss.)
Basel.
Unter den Solisten der fünf Abonnementconcerte waren
die Meisten in Basel noch unbekannt. Gleich im Ersten der-
selben trat die berühmte Liedersängerin FrauLilian Sander-
son auf. Leider fand sie eine etwas kühle Aufnahme. Wohl
musste ihre feine Stimme entzücken, aber gar oft gingen die
Töne gänzlich verloren, und man hörte in dem grossen lUtuni
unseres Musiksaals £ELSt Nichts mehr von ihrem Gesang. Dazu
kam die Zahl von zehn Liedern, die zum Theil an sicn schon
ermüdend anzuhören waren. Es war entschieden zu viel für
ein Goncert mit zwei Solisten. Denn den Löwenantheü des
Beifalls trug der junge Violinvirtuos Alfred Krasselt aus
Baden-Baden davon. Mit dem Vortrage des neunten Con-
certes von Spohr und der beiden letzten Sätze desjenigen in
Edur von Vieuxtemps feierte er einen vollständigen Triumph.
Seine feine, saubere Technik, die leichte Bogenfübrung und
der geschmackvolle Vortrag. Alles im Rahmen der Gewissen-
haftigkeit, die den Lehrjanren eigen ist, lassen in Krasselt
den tüchtigen Virtuosen erkennen, der uns jedenfalls bald
als gereifter Künstler wieder begegnen wird. Ebenfalls ein
noch nie bei uns erschienener, wenn auch schon vergebens
erwarteter Gast war Hr. Perron aus Dresden. Esr schien
auch dieses Jahr ein Unstern über seinem Besuche zu walten,
denn das Goncert musste verschoben werden, weil der Sänger
„auf höheren Befehl'^ in Dresden zu bleiben hatte. Nun aber
trat der lang Ersehnte wirklich auf und entschädigte durch
seine vortrefflichen Vorträge unser Publicum in hohem
Maasse für das Warten. Zuerst sang er eine Arie aus
-Alfonso und Estrella** von Schubert und entfaltete darin
die schönen, vollen Klangmittel, die ihm* zu Gebote stehen,
während das Fehlen eines gewissen dramatischen Lebens auf
Bechnung der mehr lyrischen Gomposition zu setzen ist.
Um so mehr befriedigten die Liedervorträge, und unter
diesen wirkte „Der Doppelgänger'^ von Schubert so packend,
dass eine Wiederholung stürmisch verlaust wurde. Auch
die übrigen Lieder, von Schumann und Brahms, fanden regen
BeifSeJl. Perron's Auftreten in Basel hat einzig nur den Wunsch
rege &;emacht, es möge uns vergönnt sein, den Künstler
öfter bei uns zu Gkisto zu haben. Solist des nachfolgenden
Goncertes war Hr. M. Kosenthal aus Wien, in diesem Jahr
xmstreitig der gefeiertste Glaviervirtuos Europas. Um nim
aber wahr zu sein, muss ich berichten, dass Basel ihn nicht
in dem Maasse geieiert hat, wie andere Städte, trotz der Be-
wunderung, die seinem Talent auch bei uns nicht versagt
wurde. Vor Allem war die Wahl des zweiten und dritten
Satzes des Ghopin'schen Emoll-Goncertes keine glückliciie;
es war dasselbe in den letzten Jahren bei uns bis zum Ueber-
druss oft gespielt worden, auch hätte sich Hr. Rosenthal
mit einer Gomposition kernigerer und kräftigerer Natur als
Interpret der classischen Musikwerke documentiren dürfen.
Die „Don Juan*' -Phantasie Liszt's, das zweite Stück, war
entschieden eine phänomenale Leistung in technischer Be-
ziehung, und hier möchte wohl Niemand Hm. Bosenthal den
BAug aolaufen. Dass derselbe musikalisch fein und perfect
vortragen kann, hat er am ehesten durch seine Zugabe be-
wiesen, die sog. Vöglein-Etude von Henselt, die er mit einer
wunderbaren Eleganz wiedergab. Hr. Prof. Heermann aus
Frankfurt a.M., im neunten Abonnementconcert imser Gast, ge-
hört zu den längst anerkannten Künstlern. Sein Vortrag aes
Beethoven^schen Violinconcertes brachte viel Neues; that-
sächlich interpretirt er einzelne Stellen recht frei, mit sub-
jectiven Licenzen, passt das Goncert einigermaassen der fi:«n-
zösischen Vortra£;s weise an; er &;ewinnt aber dabei auch
wieder Viel durch die vermehrte Eleganz und leichte Flüssig-
keit des Spiels. Wenn es auch etwas verwunderlich i8t,da^
unter seinen Händen das Goncert eine so von der Joacnim'-
schen abweichende Gestaltung annimmt, so dürfen wir doch
Heermann's Auffassung als eine dem Werke angemessene
anerkennen. Die übrigen Solo vortrage zeigten die hervor-
ragende Technik des trefflichen Künsuers. Im zehnten Gon-
certe endlich begegneten wir unserer längst bekannten und
gern gehörten Frl. Pia von Sicherer aus München, dem
fast stetigen Gast unserer Gesangvereinsauffiihrungen. Die
Dame im Kahmen des Orchesterconcertes zu hören, hat einen
entschiedenen Vortheil, denn es treten da erstens ihre guten
Eigenschaften als Liedersängerin zu Tage, sodann lässt eine
einzeln vorgetragene Arie, wenn sie auch aus dem Zusammen-
hang gerissen ist, ruhigeres Anhören zu als die der Ora-
torienaufführung. Uebrigens waren die Lieder nicht günstig
gewählt, Zweie derselben („Bist du bei mir" von Bach und
-Vor meiner Wiege" von Schubert) klangen aus in die „Letzte
Kuh"; das Dritte, „Die Allmacht" von Schubert, hat auch
mehr Pathos als Melos, so blieb als wirkungsvollstes Stück
das „Ave Maria" aus dem „Feuerkreuz" von Bruch. Iq der
That ein effect volles Stück, ausstaffirt mit den bekannten
Klangfarben dieses Gomponisten ; es bietet darum dem Singen-
den reiche Gelegenheit zur Entfaltung der Stimme und wirkt
287
aucli auf den Hörer. Die ruhig gehaltenen Partien nahmen
darin entschieden den Vorrang vor den dramatisch belebten
ein, sowohl was die Composition, als auch den Vortrag des
Frl. V. Sicherer betrifft.
Nicht unerwähnt will ich die Quartettsoiröen lassen,
deren zweite Hälfte meistens dassische Kammermusikwerke
brachte, darunter zum ersten Male Beethoven's Variationen
über den „Schneider Kakadu^. Eine besonders rühmliche
Leistung war der Vortras; des Quartetts in AmoU (Opus 132)
des gleichen Meisters, £ts nach allgemeinem Wunsch noch
ein zweites Mal in das Programm eingereiht wurde.
Den Bericht über das zweite G^sangvereinsconcert möchte
ich zugleich mit demjenigen über das dritte, noch bevor-
stehende erledigen. Es lohnt sich dann Überhaupt der Mühe,
noch eine kleine Nachlese zu halten, wie ich anfangs ange-
kündigt habe. Dr. R. L.
Berichte.
Leipzig. Am 26. Mai war es dem Verein, welcher sich
1868 auf Anregung des Hm. Prof. Dr. 0. Paul zur Errich-
tung eines Denkmals für Felix Mendelssohn Bartholdy con-
stituirt hatte, endlich beschieden, das Resultat seiner Bestre-
bungen und Mühen in die schöne Wirklichkeit treten zu sehen,
indem an diesem Tage das von dem hiesigen Bildhauer Werner
Stein entworfene und modellirte und von der Firma Hermann
Howald in Braunschweig in Bronceguss ausgeführte Monu-
ment unter Anwesenheit einer Anzahl von Mitgliedern der
Mendelssohn'schen Familie, sowie zahlreicher Vertreter der
städtischen Behörden und der einheimischen Musikwelt in
feierlicher Welse enthüllt wurde. Diese Enthüllungsfeier be-
fann präcis 11 Ühr mit einer längeren warm gefühlten Rede
es Hm. Dr. Günther, des Vorsitzenden des betr. Comit6s,
die bei aller grossen Pietät für den heimgeeangenen Meister
doch objecbiv und sachlich blieb, wie nachstellende Theile
derselben bezeugen mögen: „Seit wir ihn verloren, haben sich
Verschiedene, begeistert und wohlp^erüstet, in den Dienst der
edlen Kunst gestellt, und wenn wir anerkennen, dass von so
Manchem Grosses geleistet worden ist, so folgen wir nur dem
Beispiele Felix Meudelssohn-Bartholdy^s, der, durchaus edlen
Charakters, erfreut war über die Erfolge Anderer. Nie ge-
hörte er zu Denen, welche, in schädlicher Weise das Streun
der Kunstjünger beeinflussend, der Meinung Ausdruck geben,
dass von der Zukunft Nichts zu hoffen sei Was aber
auch auf dem Kunstgebiete erscheinen möge, ihm, den wir
heute feiern, bleibt der Ehrenplatz gesichert, den er sich
errungen hat im Streben nach den höchsten Zielen. Immer-
dar wird gepriesen werden, dass Felix Mendelssohn Bartholdy
unvergängliche Verdienste sich erworben hat um die Ent-
wickelung der Kunst, — nie kann und wird aber auch ver-
f essen werden, dass der Gepriesene unendlich Viel gethan
at zur Förderung des Kunstlebens in unserem
Leipzig. Er wusste in den Herzen Derer, welche sich unter
ihn stellten, Begeisterung zu erwecken. Ihn, den in vorderster
Reihe stehenden Mitbegründer des Conservatoriums der Musik,
erfüllte ein beglückendes Gefiihl, wenn er sich in der Mitte
Derer befand, welche aus der Nähe herbeigekommen und aus
weiter Feme nach Leipzig geeilt waren, angelockt durch die
Kunde, Felix Mendeksohn-ßartholdy wolle ihr Lehrer sein."
Nachdem Hr. Dr. Günther, dessen thatkräftiger Energie die
unter dem früheren Vorsitzenden des Oomitös stark ins otocken
gekommene Denkmalsfrage in erster Linie die nunmehrige
Lösung zu verdanken ist, gesprochen und das Denkmal in das
Eigenthum und den Schutz der Stadt gestellt hatte und unter
den Klängen des von Gonservatoristen unter Leitung des Hm.
Sitt gespielten Kriegsmarsch der Priester aus der „Athalia"-
Musik die Hülle gefallen war, ergriff zum Schluss der Feier
Hr. Oberbürgermeister Dr. Georgi das Wort und führte
dabei u. A. aus: „Mit der Vollendung dieses Denkmals ist
uns nun das drückende Gefühl vom Herzen genommen, dass
dem Manne, der uns so Grosses und Schönes gegeben hat, das
verdiente äussere Zeichen unvergänglichen Dankes noch nicht
gewidmet sei. Dieses Gefühl der Dankesschuld hat unsere
Stadt auch als Gemeinwesen empfinden müssen. Wir hatten
uns nicht nur daran zu erinnern, was Mendelssohn unseren
Bürgern an Freude, Erhebung und reinem Genüsse durch
seine unvergänglichen Schöpfungen, durch die Meisterschaft
seiner musikalischen Leitung und seine künstlerischen Dar-
bietungen gewährt hat, wir mussten uns auch dessen bewusst
bleiben, welche Bedeutung für unsere Stadt dieser Qine Mann
gewonnen hat, indem er das musikalische Leben un-
serer Stadt zu einer ungeahnten Höhe emporgehoben,
indem er eine ihren Ruf über den Erdkreis verbreitende
Hochschule der Musik hier gegründet und auf ^ese Weise
zu dem geistigen wie wirthschaftlichen Aufbau unserer Stadt
mächtig beigetragen hat. Bausteine aus dieser seiner Bauhütte
sind auch die neuen stattlichen Häuser, die wir der Pflege
der Musik in dieser Gegend gewidmet haben *} und bei deren
Errichtung wir nur die Kräite gebraucht haben, die er in
unserer Stadt hat erwecken und entwickeln helfen. Dass sie
dessen eingedenk ist, das hat die Stadt zum Ausdrucke brin-
gen wollen, indem sie hier an der Schwelle des Neuen Ge-
wandhauses den Platz für das Denkmal ^währt hat. Die
Stadt wird es sich deshalb auch, daran zweifle ich nicht, stets
zur Ehrensache machen, dieses Denkmal würdig zu erhalten,
und ich nehme daher die ausgesprochene Üebergabe im Namen
der Stadt und im ausdrück&chen Auftrage des Rathes mit
herzlichem Danke hiermit an."
Dem Denkmal-Enthtdlungsact folgte um 12 Uhr im Saale
des Neuen Gewandhauses, vor dessen Hauptpforte die Statue
?ostirtist, einFestconcert, dessen Programm aus dem 114.
'salm, dem Violinconcert und der Symphoniecantate „Lob-
gesang** von Mendelssohn bestand. Die Wahl des Hm. Prof.
^r. Joachim aus Berlin war nur durch Pietätsrücksichten
erklärlich, denn noth wendig erschien das Engagement eines
auswärtigen Violinisten für diese Localfeier umsoweniger, als
wir in den HH. Hilf und Prill zwei Künstler besitzen, die der
Ausführung des Mendelssohn'schen Violinconcertes in jeder
Beziehung gewachsen sind. Es konnte also nur der Umstand
für Hm. Joachim gesprochen haben, dass sein Vortrsigdieses
— 1846 von David hier als Novität vorgeführten — Werkes
für den weitaus grössten Theil der zeitgenössischen Violin-
spieler typisch wurde und blieb, und dass sich das Leipziger
Publicum ungezählte Male an demselben erfreuen durfte.
Wenn der Genuss an dem Solospiel des Hm. Joachim in Be-
zug auf das Materielle überhaupt seit Längerem ein sehr be-
dingter ist, so war er dies auch bei Gelegenheit dieser Fest-
feier. Die wohl am schmerzlichsten von dem alternden Meister
selbst empfundene Unsicherheit in der Intonation und der
Bogen^hrung wirkte nicht blos auf die Ton^ebung, sondern
auä auf den seelischen Ausdruck schädi^ena und hemmend
ein, was namentlich Diejenigen, die, wie wir, in Joachim
lange Jahre hindurch das leuchtende Ideal eines deutschen
Geigers verehrten, trotz der dem Künstler auch dieses Mal
dargebrachten begeisterten Ovationen aufs Schmerzlichste be-
rühren musste. von den Solisten im „Lobgesang** waren
Frau Baumann und Frl. Münch von uns schon oft nach
Verdienst gewürdigte künstlerische Kräfte, deren Mitwirkung
dem Werke nur zum Schmuck diente, während der Tenor-
solist Hr. Anthes aus Dresden in unserer Stadt debutirte.
Derselbe besitzt ein warm timbrirtes und vorzüglich gebil-
detes Organ und gewann sich mit seinem vortrenlichen Vor-
trag schnell die l^nnpathien der Zuhörer. Der Grewandhaus-
chor und das Gewanahausorchester behaupteten sich unter
Hrn. Prof. Dr. Reinecke 's liebevoller und jugendlich elasti-
scher Direction mit schönen Ehren. Dem Concert wohnte,
wie der Enthüllungsfeier, eine Anzahl von Mitgliedern der
Mendelssohn'schen Familie bei.
Leipzig. Frau Unger-Haupt, die so erfolgreich thä-
tige einheimische Gesanglehrerin , führte am 26. Mai einem
eingeladenen grösseren Publicum und der Presse eine Anzahl
ihrer Schülerinnen vor. Es wollte uns scheinen, als ob das
Gesammtresultat der dargebotenen Prüfungsleistungen noch
in keinem Schuljahre der trefflichen G^sangspädagogin —
1890/91 nehmen wir von dieser Bemerkung aus, da wir 1891 die
betr. Aufführung nicht besuchen konnten — so prächtig ge-
wesen sei, als heuer, indem kein einziger Vortrag mit unter-
lief, den man für absolut unzulänglich hätte bezeichnen müssen.
Was allen Darbietungen, auch diesmal wieder, gemeinsam
zum Lobe gereichte, war die gewissenhafte Wahrung einer
deutlichen Textaussprache und die Ungeziertheit im Ausdruck.
Ausserdem wollte es uns bedünken, als wären die diesjährigen
Leistungen ganz besonders erfreulich auch in Betreff aes Ton-
ansatzes gewesen, der nur ganz selten etwas guttural erklang«
Von den in Frage kommenden Schülerinnen war uns vorher
— 1890 — nur Frl. Susanne Stade von hier be^gnet, deren
musikalische Empfindung sich seit damals verfeinert und ver-
tieft hat, während von der früheren verschleierten Färbung
*) Neues Gewandhaus und k. Conservatorium der Musik.
288
des Organs nur noch wenig zu bemerken wkr, sodass sowohl
ihre Führung der ersten Stimme in Bheinberger's Hymne für
vier Frauenstimmen, als auch der Vortrag von Sololiedem
von Ad. Jensen, Scnubert und Franz erfreulichster Natur
waren. Mit besonderer Auszeichnung ist Frl. Anna ßöttcher
von hier zu nennen, die mit trefifhch disciplinirter und in
aUen Laeen klangsatter Stinmie, temnerament- und stimmungs-
voll Lieder vonSitt, Liszt und Menaelssohn sang. Anzureihen
ist ihr Frl. Allie Camper aus Chicago, die in Liedern von
Wintzer und Schumann schöne seelische Belebung der Canti-
lene bekundete, in d* Albert's «Das Mädchen und der Schmetter-
ling" natürliche Grazie und leine Schelmerei entwickelte und
in der bekannten Coloraturarie aus Rossini's „Semiramis**
durch sichere Volubilität der Stinmie excellirte. In letzterer
Eigenschaft bewährten sich — in aufisteigender Güte — auch
die Frls. Eugenie Böttcher von hier (Arie aus Händers „Jo-
sua"), Marie Laube von hier (Arie von Lotti), Julie Span-
genberg aus Altenburg (Arie. aus Nicolai's „Die lustigen
Weiber von Windsor"), Margarethe Böhme von hier (Pagen-
arie aus Me^erbeer's „Hugenotten**) und Else von Prosky aus
Dessau (Ane aus Maillart's „Das Glöckchen des Eremiten"),
von denen namentlich die Letztere auch prächtiges Vortrags-
talent documentirte. Als Liedersängerinnen haben wir noch
aufzufuhren die Frls. Else Müller von hier (ergibige), aber
noch der rechten Ausgleichung ermangelnde stimmliche Mittel
und Litelligenz und Wärme m der Auffassung), Irma Bet-
tega aus Torgau (wohlgepflegtes Talent nach Seiten des Ma-
terials, wie des Ausdrucks) und Liddy Blauhuth von hier
(sorfi^tiger und correcter, aber etwas kühler Vortrag). Vor-
zügnch in Intonation, Belebtheit des Ausdrucks und der Con-
gruenz der Stimmen gestaltete sich die schon erwähnte Hymne
von Bheinberger, an deren Ausführung sich ausser Frl. Stade
noch die Damen Anna Böttcher, Bettega und Gertrud Neu-
h&usser von hier betheiligten, und ausgezeichnet im Klang,
in der Beinheit und der dynamischen Ausarbeitung gelangen
auch die Anfang und Ende des Programms bildenden Frauen-
chöre von Lachner („Abendandacht** mit Altsolo [FrL Neu-
häusser] und „Libellentanz**) und Heymann-Rheineck („Was
streift vorbei**), die unter der schwungkräfkigen Direction der
Frau Ünger-Haupt einige 30 Elevinnen derselben zur Wieder-
gabe brachten. Die Ckivierbegleitung wurde wie immer in
diesen Prüfungen auch difi3mal in aufmerksamster und sinn-
gemässester Art von Hrn. Dr. F. Stade ausgeführt.
Hamburg» 1. Mai. Gelegentlich unserer jüngsten Bericht-
erstattung sprachen wir von zwei neuen, während der letzten
beiden ]i£>nate gekommenen und wieder gegangenen Opern;
es sind deren unterdessen drei geworden, nach welchen Nie-
mand mehr fragt: „Lorle** von Alban Förster, „Der Traum**
von Alfred Bruneau und „Isora von Provence** von Luigi
Mancinelli. Davon hatte das an zweiter Stelle genannte Werk
den wenigsten Erfolg, und nach zweimaliger Aufführung ist
es spurlos verschwunden. Schwerlich kann man sich aber
auch Uninteressanteres und Langweiligeres vorstellen, als das
„Der Traum**-Teztbuch und Hässlicheres, wie die Musik dazu.
Im Boman von Zola, welchem der Opemtext ziemlich genau
und Schritt vor Schritt folgt, kann sich die Sache wohl noch
machen, da wirkt die unausgesetzte Phantasterei, dieses
Einerlei in der Stimmung und dieses krankhaft-überspannte
Leben und Treiben bei Weitem nicht so ermüdend, wie auf
der Bühne, von wo aus die schwüle, dicke Athmosphäre, die
fortwährend über der Scene ausgebreitet ist, sich abspannend
auf die Sinne des Beobachters legt. Und dazu die klang- und
sanglose, unmelodische, durch ihre harmonische TJnschönheit
das Ohr geradezu beleidigende Musik, — wir haben Frl. Bet-
taque, Frau Heink, die HH. Cronberger, Greve und
Wienand bewundert und zugleich beklagt: bewundert, dass
sie diese Tonwüsteneien ihrem Gedächtniss einzuprägen ver-
mocht, und beklagt, dass sie einmal wieder völlig nutzlos Zeit
und Arbeitskraft aufgewendet hatten. Wenn dieses Stück
sogleich auf Widerstand stiess, so wurde dagegen „Lorle** bei
der Erstaufführung nicht ohne zustimmenden, freundlichen
Beifsdl angehört, und der anwesende Componist konnte am
Ende der Vorstellung auf dem Podium erscheinen, um dem
Publicum eine dankende Vemeigung für die wohlwollende
Aufnahme seines Werkes zu machen. Andauerndes Interesse
hat die Oper aber weder textlich, noch musikalisch erregt.
Das Buch, nach Berthold Auerbach gemacht, ist ein bunt zu-
sammen gewürfeltes Gemisch von allerlei Begebenheiten und
Vorkommnissen, aus welchen man manchmal nicht recht klug
wird, und Förster's tonsetzerische Arbeit ist von einer gewissen
klanglichen Nettigkeit und Annehmlichkeit, aber ohne irgend«
welche Eigenart und weitere gedankliche Bedeutung. Auch
hier hatten die fleissigen Bemühungen der darstellenden
Künstler (Frl. Bettaque, Frl. Polna, Frau Heink und die
HH. Lissmann, Cronberger und Weidmann) keinen er-
heblichen Nutzen. In Betreff des Erscheinens und Wieder-
verschwindens der dritten Neuigkeit, von „Isora von Pro-
vence**, lagen die Verhältnisse ähnlich wie bei „Lorle**. Die
wohllautende, vortrefflich instrumentirte und recht melodien-
reiche Musik Mancinelli's, der in seiner Oper den Spuren des
späteren Verdi, von Carl Goldmark und besonders Richard
Wagner folgt, und die auf historischem Boden stehende und
nicht uneben dargestellte Handlung hatten bei der Premiöre
ziemlich lebhaften Applaus, aber bei der zweiten Vorstellung
war das Haus bereits leer, und die dritte fand nur noch eben
statt. Das ist die Geschichte der letzten drei neuen Opern
und ihres Schicksals in Hamburg, — sie stimmt nicht gerade
fröhlich. Louis Bödecker.
. Stuttgart. Sonntag den 8. Mai hat Abul Hassan Ali
Ebe Bekar in der schwäbischen Residenz seinen siegreichen
Einzug gehalten. Gross war die Zahl der Hörer, die herbei-
geströmt waren, um seinen Weisen zu lauschen, und während
Nureddin den unvergleichlichen Hauptkünstler verwünschte
und endlich seinem Gefühl in den unzweideutigen Worten:
„Werft ihn hinaus!** Ausdruck verlieh, hat gewiss Keiner der
gespannt Lauschenden im Hause ein Gleiches gewünscht.
Am Schlüsse der Oper erschien bei dem vollem Erfolge, der
ihr zur Theil ward, die eindringliche dreifache Mahnung des
Orchesters: „Vergiss den Barbier nicht!** zum mindesten über-
flüssig. Wie über manchen Vorstellungen ein unerklärliches
Missgeschick waltet, so schwebt wieder über anderen unver-
kennbar ein guter Stern, unter dessen Strahlen Alles voll und
ganz gelingt. Die hiesige Erstauffiihrung von Peter Cor-
nelius' Oper „Der Barbier von Bagdad** fand unter einem
solchen Glücksstern statt, wie schon die vorzügliche aus Einem
Gusse gearbeitete Wiedergabe der glanzvollen Ouvertüre be-
kundete, welche den lebhaftesten Beifall fand. Die so erzeugte
animirte Stimmung hielt während des ganzen ersten Aufzugs
an ; die Physiognomie des Publicums spiegelte die behaglichste
Heiterkeit, wieder, imd wenn der BeifiEill beim Niedergang: dea
Vorhanges nicht frenetischer losbrach, so ist dies wohl auf
die Reonnung des nicht gerade wirksamen Actschlusses zu
setzen. Die unvergleichlicnen Schönheiten des zweiten Auf-
zuges belebten indessen die Stimmung des Hauses aufis Neue,
sie wuchs immer stärker an, Hand in Hand mit dem sich
steigernden Tumult auf der Bühne, und als über dem herr-
lichen Salamaleikum des Barbiers und der Versammelten der
Vorhang^ das zweite Mal sank, äusserte sich der einmüthieste
Beifall in derartigem Maasse, dass die Mitwirkenden aem
Hervorruf vier Mal Folge leisten mussten. Es war ein völliger
Sieg auf allen Linien zu verzeichnen. — Es ist mir nicht möglich,
jeder Leistung im Einzelnen zu gedenken, da — abgesehen
vielleicht von dem unfreiwilligen Heiterkeitserfolge, den die
im Drange der Mitwirkung statt durch einen leisen durch
einen geradezu vernichtend heftigen Schlag auf die grosse
Trommel illustrirte Dickbäuchigkeit des Bakbarah errang —
kaum Etwas zu nennen wäre, das man anders oder besser hätte
wünschen mögen. lieber alles Lob erhaben war die feine
Wiedergabe Abul Hassan's durch Hm. Hromada; Hr. Elm-
horst und Frl. Broch zeichneten das Liebespaar mit voll-
endeter Anmuth und Liebenswürdigkeit, auf das Glücklichste
secundirt durch Hrn. Bergen und Frl. Klein, welche die
Parallele des Cadi und der Bostana mit urwüchsigstem Hn-
mor durchführten; ein wahrer „deus ex machina** stand am
Schlüsse Hr. Wagner als Calif inmitten der bewegten Menge.
Die höchste Anerkennung verdienten der Chor, der die schwie-
rigsten Ensemblesätze mit spielender Leichtigkeit wiedergab,
sowie das Orchester, das im heftigsten Feuer mit völligster
Sicherheit und Ruhe Stand hielt und sich in glänzender Fülle
des IQanges selbst übertraf Der allerwärmste Dank für die
Wiedergabe des herrlichen Werkes aber ^bührt Hm. Hof-
capellmeister Zumpe, für dessen ohnegleiche Leistung das
höchste Attribut unseres Sprachschatzes zu gering wäre. Er hat
an diesem Abend mit vollster Hingabe seines reichen Könnens
unserem Repertoire in P. Cornelius' Meisteroper dauernd das
Werk einverleibt, welches als heller Morgenstern am Himmel
der Kunst bereits lange erstrahlte, ehe an demselben die
Sonne in Richard Wagner 's „Meistersingern** aufging. Mit
Fug und Recht darf idi zum Schlüsse Peter Cornelius' sieg-
289
'eicbem Einzug in Stuttgart die auf den Dichter und sein
Werk gleich bezügliclien Worte nachrufen:
Heil diesem Hause, denn du tratst ein,
Salamaleikum!
Leb in dein tausendst-es Jahr hinein,
Salamaleikum!
Dr. H. Behn.
Concertumschau.
Amsterdam. Abonn.-Concerte im Neuen Concerthaus
(Kea) am 6. u. 12. Mai: 1. u. 9. Symph. (Letztere ohne Schluss-
satz) V. Beethoven, „L'Arlösienne** v. Bizet, symph. Dicht.
„Macbeth" y. B. Strauss, „Träumerei*' a. der Waldsymph.
Y. Baff, symph. Einleit. zu „Sigurd Slembe** v. Svendsen,
Ouvertüren v. Lalo („Le Boi dTTs"), Mendelssohn u. Gui-
raud („Piccolino"), 3. Seren, f. Streichorch. v. Volkmann
Sioloncellsolo: Hr. Mossel). — Klassiek-Ooncerts des Palais-
k.(Hol) am 6. u. 12. Mai: Symphonien v. A. Averkamp u.
Schubert- (HmoU), Ouvertüren v. Weber u. Wagner („Tann-
häuser**), Bhaps. f. Orch. v. Lalo, Concertstück „Auiersteh-
ung" f. Orch. v. B. Hol, „Herzwunden" und „Frühling« f.
Streichorch. v. Grieg, Sept. Op. 20 v. Beethoven (HH. Gra-
mer. Hofmeester, Bosmans, Mönch, Endlich, Koch und Gail-
lard), Gonc. f. Viol. u. Violonc. v. Brahms (HH. Gramer u.
Bosmans), Lento a. dem Gonc. f. zwei Violinen v. S. Bach
(HH. Gramer u. v. Adelberg), Solovorträge des Hm. Bosmans
(Beigen v. Popper etc.).
Bamberg. 108. Musikabend des Musikal. Ver.: „Früh-
lingsbotschan'' f. Chor u. Orch. v. Gade, Ddur-Glav.-Violon-
celison. V. Mendelssohn, Violinson. eines unbekannten Autors,
„Meditation^ f. Glav. u. Hörn v. Bach-Gounod, drei vierstim-
mige Ghoralgesänge v. S. Bach, Arie „Es ist genug'' v. Men-
delssohn.
Chemnitz. 3. KammermusikauffÜhr. des Hrn. Pohle:
Streichoctett v. Svendsen, Ddur-Streichquartett v. Haydn,
Cmoll-Glavierphant. v. Mozart. (Ausführende: HH. Mayer-
hoff [Glav.], Dchiemann, Weimershaus, Göllnitz, Eloss, Dörr,
Uhlig, Mann u. Glaser [Streicher].) — Gr. geistl. Musikauf-
führ. in der St. Jacobikirche am 1. Mai unt. Leit. des Hm.
Pohle, ausgeführt v. Frl. Bockatroh (G^.), den HH. Fischer
a. Dresden (Org.), Schiemann (Viol.) u. Mann (Violonc), dem
Musikver., der „^ufonia**, dem Lehrer-Gesangverein und der
städt. Cap.: Symph. Tonstück „Ln Dom** f. Org. u. Orch. v.
G. A. Fischer, „Jubilate, Amen** f. Sopransolo, gem. Ghor
u. Orch. V. Bruch, „Hallelujah** v. Händel, „Dankgebet** f.
Männerchor, Org. u. Orch. bearbeit. v. Kremser, Morgenlied
f. Männerchor v. Bietz, SoU f. Ges., f. Viol. v. S. Bach und
Bies (Aria) u. f. Violonc. v. Bargiel (Adagio).
Delitzsch. Gonc. in der Stad&irche am 22. Mai : Thema
u. Variat. a. der Suite f. Clav., Viol. u. Violonc. v. Bhein-
b erger, Soli f. Ges. v. Baff („Sei still**) u. A., f. Orgel von
Wagner (zweiGhöre a. den „Meistersingern**), Liszt(Phant.
u. Fuge über BAGH) u. Nicolai-Liszt (Ouvert. über „Ein
feste Surg**), f. Viol. v. Händel (Son.) u. f. Violonc. v. J. S.
Bach (Air). (Ausführende: Frau v. Knappstaedt [Ges.] und
HH. Homeyer [Org.], Sitt [Viol.] u. Zlengel [Violoncell] aus
Leipzig.)
Dortmund. Gonc. der Liedertafel (Armbrecht) unt. solist.
Mitwirk, der Frls. Krötma a. Elberfeld (Ges.) u. Schwartz a.
Cöbi (Viol.) am 26. April: „Anakreon** -Ouvert. v. Gherubini,
„Das Thal des Espingo** f. Männerchor u. Orch. v. Bhein-
berger, „Sturmesmythe** f. do. v. F. Lachner, Lieder für
Sopransolo u. Männerchor v. Beinthaler (-Glockenthürmers
■Töchterlein**), Mozart (Wiegenlied) u. F. Hiller („Die Ler-
chen**). Männerchöre v. J. Otto („Kreislauf*), Pfeil („Still
ruht der See**) u. Attenhofer („Mein Schätzelein**), Soli für
Ges. V. Lassen („Allerseelen**), Schlottmann(„Bohtraut**),
Mascagni („Entsagung**), L. Hartmann („Lockende Töne**),
Schumann u. W. &rger (KinderUed) u. f. Viol. v. Spohr u.
Wieniawski („Legende** u. Polon.).
FreibuFg i. B. Goncert des Männef-Gesangver. (Adam)
unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Olivia u. Lina Diebold (G^es. u.
Glav.) u. des Hm. Bemmele (Ges.) am 16. Mai: Männerchöre
m. Begleit, v. vier Hörnern v. Schumann (Waldlied a. „Der
Böse Pilgerfahrt**), Goldmark („Frühlingsnetz**) u. Schubert
(„Nachtgesanfi; im Walde**) u. a cap. v. Storch („Nachtzau-
ber**), Attennofer („Morgenandacht**) u. Kremser (altnieder-
länd. Volkslied), Soli f. Ges. v. Brahms („Meine Liebe ist
grün**), Lassen („Allerseelen**), H. Levi („Der letzte Gruss**)
tu A. u. f. Clav V. W.Speidel (Saltarello), Wagner-Liszt
(Spinnerlied) u. A. (Der Verein, der zum ersten Mal unter
seinem neuen Dirigenten sang, verfüg, wie ein dortiges Blatt
meldet, „über ein gutes Stimmmatenal und trug seine Chöre
it Präcision und feiner dynamischer Nuancirung vor**.)
Genf. Conc. des Hm. IJ. Jaques-Dalcroze mit eigenen
Werken unt. Mitwirk, eines Theiles des Gonservatoriumschors
unt. Leit. des Hm. Ketten, der Frau Ketten (CJes.), des Frl.
Philippen (Ges.) u. der HH. Zbinden (Ges.), Charbonnet (CJes.),
Bey (Viol.), A. Behberg (Violonc.) u. Th. Ysaye (Clav.):
Chorlieder „Chanson des trois fendeux**, „Le Goucou**, „La pe-
etc., Bondo scherzando f. Viol., Suite f. Violoncell zwei Bal-
letairs f. Clav, zu vier Händen u. Noct. f. Clav, allein. (Jxl
den uns vorliegenden Berichten werden die Frische der Ideen,
sowie die wahre Empfindung und die Grazie in den Compo«
sitionen des neu ernannten Professors der Harmonie am d!or-
tigen Conservatorium gerühmt und die Ausführenden mit
hohem Lob bedacht.)
Halberstadt. 6. Stöbe'schee Abonn.-Conc.: „Les Pr61u-
des** u. 2. Ungar. Bhai^. v. Liszt, „Meistersinger** -Vorspiel,
„Tannhäuser** -Ouvert., Ejiiser-Marsch, „Charfreitagszauber** a.
„Parsifal** u. Einleit. u. Brautlied a. „Lohengrin** v. Wagner.
(Ein derart modernes Programm dürfte in mdberstadt zu den
grössten Seltenheiten gehören. Vivat sequens!)
Leipzig. Festconc. im Neuen Gewandhaus zur Enthül-
lung des Mendelssohn-Denkmals am 26. Mai unt. Leit. des Hm.
Prof. Dr. Beinecke u. solist. Mitwirk, der Frau Baumann, des
Frl. Münch, Beide v. hier, u. des Hm. Anthes a. Dresden (Ges.),
sowie des Hm. Prof. Dr. Joachim a. Berlin (Viol.): Psalm
114, Violinconc. u. „Lobgesang** v. Mendelssohn. — Gonc. des
Kirchenchors zu St. Johannis (Böthig) unter solist. MitvTirk.
des Frl. v. Broke, der Frau Böthig u. des Hrn. Waldvogel
(G^s.), sowie des Hrn. Pfannstiehl (Org.) am 29. Mai: Chöre
V. B. Ducis, Eccard, S. Bach , J. B. K(1nig, F. Mergner, A. F.
Anacker u. A., Orgelsoli v. J. Baptista, S. Bach u.W. Bust
(Choralvorspiel „Wer nur den lieben Gott lässt walten**). —
Abendunterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 13. Mai.
Drei Nummern a. der Clav.- Violinsuite v. Goldmark« Frl.
Peters a. Hamburg u. Hr. Zimmermann a. Groningen, Fest-
hymne f. Org. V. C. Piutti -« Hr. Gerhardt a. Leipzig, So-
natensätze V. F. Schubert (Allegro mod. a. Op. 42), Beethoven
(AUegretto a. Op. 101) u. Weber (Allegretto appass. a. Op. 24),
f. Streichquart. Übertr. v. F. Hermann = HH. Zimmermann,
Schochardt a. Merseburg, Schäfer a. Wiesbaden u. Hanmiig
a. Leipzig, Adagio f. Pos. v. J. Kühn =Hr. Truhnsa. Leip-
zig, Cmv.-Violinson. Op. 12, No. 1, v. Beethoven = Frl. Holm-
den a. Birmingham u. Hr. Zimmermann, Adagio u. 1. Satza.
dem Schwed. Conc. f. Fl. v. W. Popp = Hr. Drescher aus
Leipzig-Gohlis, 82 Ciaviervariationen v. Beethoven = Hr.
Eckert a. Leipzig. 20. Mai. Prael. u. Fuge in Gdur f. Org.
von S. Bach = Hr. Beyer a. Bastenburg i. Ostpr., Gdur-
Streichtrio v. Beethoven = HH. Korb a. Platten, Sattler a.
Bockwa i. S. u. Bramsen a. Copenhafi;en, CmoU-Clavierconc.
V. Beethoven = Frl. Lohr a. ü-rossahnelroda, Sopranlieder v.
Moniuszko, Pergolese u. Schubert = Frl. Haage a. St. Peters-
burg, Cdur-Clavierconc. v. Mozart = Frl. Schaube a. Leipzig.
MQhlhausen i. Th. 2. Gonc. des Musikver. (Möller) unt.
Solist. Mitwirk, der HH. Büttner u. Bürger a. Gotha: Gon-
certouvert. v. J. Möller, Intermezzo a. „Uavalleria rusticana**
V. Mascagni, „Die erste Walpurgisnacht** v. Mendelssohn,
G^sangsoli v. Mozart, H. Hof mann („Heiige Nacht** aus
„Aennchen von Tharau**), Badecke („Aus der Jugendzeit**),
Meyer-Helmund („Der Schwur**), A. Kleffel („Auf der
Wacht**) u. H. Sommer („Ganz leise**). — „Bessource**-Con-
certe (Möller): No. 4. „Euryanthe** -Ouvert. v. Weber, Inter-
mezzo a. „Cavalleria rusticana** v. Mascagni, Solovorträge
des Frl. Leutheusser a. Frankfurt a. M. (Ges., „Botschaft** v.
Brahms, „Neue Liebe** v. Bubinstein etc.) und des Hm.
Gregorowitsch a. Berlin (Viol., 2. Gonc. v. Wieniawski, Bar-
carole V. Ondriöek u. Zigeunerweisen v. Sarasate). Wo. 5.
„Goriolan** -Ouvert. v. Beethoven, Intermezzo f. Orch. v. Bar-
giel, 3. Seren, f. Streichorch. v. Volkmann, Duett aus dem
„Fliegenden Holländer** v. Wagner (Frl. Altona u. Hr. Bütt-
ner a. Grotha), Solovorträge der Grenannten („Ich liebe dich**
V. Grieg, „Die Antwort** v. Böhm, „Lockung** und „Grab-
schrift ** V. Sommer etc.). No. 6. Gdur-Streichquartett von
Haydn, Claviertrio Op. 1, No. 1, v. Beethoven, Soli f. Viol. v.
Cui (Berceuse) u. Sitt (Polon.) u. f. Violonc. von J. Hub er
(Melodie) u. Schubert. (Ausführende: HH. Möller [Clavier],
290
Halir. Freyberg, Nagel und Grützmacher ans Weimar
[Streicher].)
Mttnehen. 2. Volksthüml. Gonc: Amoll-Streichquart. n.
Esdur-GlaTiertrio v. Schubert, Olav.-Violinßon. Op. 24 ▼. Beet-
hoyeu. (Ausführende: HH. Schönherr. Haindl, Schmid, Feller
u. A. m.) — Oonc. der Musikal. Akad. (Fischer) am 10. April
unt. Solist. Mitwirk, der Frau Wekerlin, des Frl. Blank und
der HH. Voel u. Bruks: 9. Symph. v. Beethoven, Caecilien-
Ode ▼. EQlndel. — Gonc. des Porges'schen Chorver. (Porges)
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Dressler u. des Hm. Gura (Ges.),
sowie des Hm. Prof. Giehrl (CIbly,) am 13. April: Chöre von
J. Ch. Bach (^Ich lasse dich nicht**) u. P. Cornelius („Lie-
be, dir ergeb ich mich^ „Ich will dich lieben, meine Erone"
u. „Thron der Liebe*), Vocalduette „Scheiden**, -Liebesprobe**
u. „Der beste Liebesbrief** v. P. Cornelius, Soli f. Ges. v.
J. E niese (vier Wanderlieder), Eich. Wagner („Schlaf, hol-
des Kind** und „Die Erwartung**), P. Cornelius („Auf ein
schlummerndes Kind** u. „Aufmg**) u. F. Liszt (»Die Yäter-
gruft** u. Jüol Liebeslust**) u. f. Öav. v. Liszt fPetrarca-So-
nett in EoLur) u. A. — Concertedes Orch.-Ver.: No. 4. Adur-
Clavierquint. v. Saint-Saöns (Frl. Schjelderup u. HH. Dr.
Schulze, Jodl, L. u. H. Schönchen), GmoU-Clav.-Violinson. v.
Grieg TFrl. Schjelderup u. Hr. Dr. Schulzeh Solovortr&ge des
Frl. ■Vollmar (Ges.. Wi^nlied v. Tschaikowsky etc.) und
des Hm. Kubierscnky ( viol., Cdur-Conc. v. Tartini^chwartz).
No. 5. Svmphonien v. Dittersdorf („Die vier Weltzeitalter**)
u. H. Ulrich (HmoU), Feetouvert. v. Yolkmann, Vorspiel
zu „LeD61uge** v. Saint-Saöns (Violinsolo: Hr. Dr. Schuke),
Einleit. zu einem verloren gegangenen Concerto a 4 voci f.
concertirende Viol. (Bearbeit. v. L. Abel), 3 Trompeten, Pauken,
9 Oboen, 2 Violinen. Viola u. Basso continuo v. S. Bach (con-
certirende Viol.: Hr. Dr. Schulze).
Nürnberg. Geistl. Conc. des Protestant. Kirchenchors
(Bayerlein) am 15. April: Chöre v. fl. Schütz („Dank sei un-
serm Herrn**), Lotti („Oracifixus**), J. W. Franck („Jesus neigt
sein Haupt**) und Rheinberger (Osterhrmne) , Vocalterzett
Josefs Garten** m. Begleit, v. Org., Harftu.Homv. Lassen
(Frau Campe u. HH. Barth u. Wunderlich), „Mache mich selig,
o Jesu** f. Sopransolo (Frau Campe) u. Frauenchor m. Begleit.
V. Org. u. Harfe v. A. Becker, Solo vortrage der Frls. Leger
(Ges., „Meine Seele ist stille zu Gott** v. K. Bmmerich) u.
Brettinger (Ges., „Des lauten Te^es wirre Klänge schweigen**
V. P. Cornelius) u. des Hrn. mlzel (Orgel, figur. Choral „O
Haupt voll Blut und Wunden** v. S. Bach). — Concert des
MÄnnergesangvereins (Bayerlein) am 2. Mai: „Abenceragen**-
Ouvert. V. Cherubini, „Das Feuerkreuz** f. Soli, Chor u. Orch.
V. Bruch (Solisten: Frau Campe u. HH. Bierling u. Büttner),
„Vor der Klosterpforte** f. Soli, Frauenchor u. Orch. v. Grieg
(Solistinnen: Frls. Krämer u. Bierling), „Die Allmacht** ftlr
Tenorsolo (Hr. Barth), Männerchor u. Orch. v. Schubert-Liszt,
Solovorträflje des Hm. Büttner („Ich denke dein** v.E. Faltis
u. „Grabscnrift** v. Sommer).
Oldenburg. Conc. des St. Lamberti-Kirchenchors (Kuhl-
mann) am 14. April: Orator. „Die Aufer weckung des Lazarus**
f. Soli u. Chor m. Org. v. Löwe, Chöre v. Decius, J. M. Haydn
u. Mozart, Quint. f. Sopran u. Männerchor v. Mendelssohn,
Orgelsoli v. Händel (Prael. u, Fuge in Fmoll) u. Ph. Büfer
(And. a. Op. 16). — Ausserordentl. Conc. des Singyer. (Manns)
am 26. April: „Hymne an die Musik** f Soli u. Chor m. Clav.
V. Grimm. „Harald** u. „Der Weidenbaum** f. gem. Chor m.
Clav. V. Eheinberger, „Der Herbst** u. „Frühüng** f gem.
Chor m. Blasinstrumenten v. F. Manns, Quartette „Nacht-
Sruss**u. „Frühlingsglocken** f. Frauenstimmen v. A.Hollaen-
er, Solo vortrage einer ungen. Sängerin („Lebe wohl** u. „Die
Lerchen** v. L. Wallbach etc.) u. der HH. Düsterbehn (Viol.,
Bomanze v. F. Bies und 6. Ungar. Tanz v. Brahms-Joa-
chim), Kufferath (Violonc, Mel. v. Eubinstein u. Taran-
telle V. Cossmann) und Günsel (FL, Murillo-Conc. v. Ter-
schak).
Paris. Conc. der Frau Jeanne Meyer (Viol.) am 29. März:
Clav.-Violinson. v. G. Faurö (Clav.: der Comp.), Phantasie-
tänze f. Clav, zu vier Händen, Viol. u. Violonc. v. M. J. Erb,
Solovorträge der Frauen Boidin-Puisais (Ges., „Vergebliches
Ständchen** v. Brahms etc.) u. Meyer (Adagio u. Scherzando
V. Marsick, Introd. u. Scherzo v. Lalo etc.) und des Hm.
van Goens (Violonc, E16gie u. Mazurka eig. Comp.).
Posen. Wohlthätigkeitsconc. des Philharm. (5rch. (Hen-
nig) am 26. April: Amoll-Symph. von Mendelssohn, Trauer-
marsch a. der 3. Symph. u. „Coriolan**-Ouvert. v. Beethoven,
gLohengrin** -Vorspiel v. Wagner, Gesang vortrage des Hm.
Klein („Ich liebe dich** v. Müller-Hartung, „Alt-Heidel-
berg** V. Ad. Jensen etc.). (Die Orchesternummem habext
nach einem uns vorliegenden Bericht eine ausgezeichnete
Wiedergabe erfiüiren,)
R^ensburg. Musikabend des Damengesangver. (Heffiier)
am 7. Mai: „Eübezahl** f. Solo, Frauenchor u. Clav. v. A. Hart-
laub (Solisten: Frl. Stör, Frauen Pummerer u. Wallner, FrL
Wagner a. Cöln u. Hr. Puttkammer), Frühlingslied f. Frauen-
chor m. Clav. V. W. Bargiel, Solo vortrage des Frl. Wagner
(„Jetzt ist er hinaus** v. H. Biedel, Kinderlied v. W. Ber-
ger etc.).
Rfldesbeim. Conc. des Gesangver. (v. Beckerath) unter
Solist. Mitwirk, der Frau Hoeck-Lechner a. Carlsruhe, des^FrL
Beck a. Frankfurt a. M. u. der HH. Doerter a. Mainz n. Müller
a. Frankfurt a. M. am 18. April: Entr'acte a. „König Man-
fred** V. Eeinecke, Fragmente a. „Lohengrin** v. Wagner,
„Spanisches Liederspiel**, No. 1—5, u. „Das Paradies und die
Peri**, 1. u. 2. Theil, v. Schumann, Chor „Seht, er kommt*
V. Händel, GeeauKSoli v. Franz („Im Herbst**), Brahms
(JDes Liebsten Schwuri?), Schumann u. Bruch („Flucht** a.
„Heimathbüd**).
Solingen. Conc. des Lehrer-C^esauj^er. (Ho£&nann) unt.
Solist. Mitwirk, der Frauen Mensing-Odrich u. Wirth a. Aachen
u. des Hrn. Mors a. Dortmund am 3. Apnl: Hmoll-Symph.
V. Schubert, Concertouvert. v. Bietz, „Coriolan** f. Männerchor,
Soli u. Orch. u. Jägerchor a. „Der Schmied von Ruhla** von
F. Lux, Gesangsoli v. R. Wagner („Dich, theure Halle** a.
„Tannhäuser**) u. Bruch („Hellstrahlender Tag** a. „Odys-
seus**).
Stuttgart. Auffuhr. desVer. f. class. Kirchenmusik (Zumpe)
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Hiller, der Frau Schuster u. aer
HH. Weiss u. Schütky am 15. April: Fragmente a. der Mat-
thäus-Passion V. S. Bach u. .dem „Messias^ von Händel. —
9. Abonn.-Conc. (Zumpe) m. Mendelssohn's „Paulus" unter
Solist. Mitwirk, der Frls. Hiller u. v. Lutterotti u. der HH.
Schütky. Bos6e, Wagner u. Bfidik. — 10. Abonn.-Conc. (Zumpe)
m. Haydn's -Schöpfung** unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Hiller
u. der HH. Wellig a. Düsseldorf, Hromada u. Schütky.
1^^ Veraltete Programmej sowie Programme ohne Angabe von Ort nnd
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben l
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Berlin. Die Kroll-Oper bot in letzter Zeit Gelegenheit^
in Frau Moran-Olden die genialste dramatische und in
Frau Sembrich die bedeutendste Coloratursängerin unserer
Zeit abwechselungsweise bewundern zu können. Der Barito-
nist Hr. Schwarz aus Weimar, der ebenfalls daselbst gastirt,
ist ein tüchtiger Künstler. Nach dem kritischen Barometer
des „Kl. J.** könnte man ihn für einen seltenen Meister seiner
Kunst halten, denn ähnlich, wie man ihn in dem gen. Blatt
herunterreisst^ werden daselbst gewöhnlich nur wirkliche Ca-
pcu^itäten — vide Frau Sembrich, FrL Spies und E. d'Albert! —
Dehandelt An Stelle des Hrn. Kammervirtuos Gantenberg,
welcher zum Herbst in den Ruhestand treten will, wird Hr.
Emil Prill aus Hamburg als 1. Flötist in die k. Hofcapelle
eintreten. In diesem seinem ehemaligen Schüler erblickt
Meister Gantenberg selbst einen der verantwortlichen Stellung^
vollständig gewachsenen Amtsnachfolger. — Graz. Ln städti-
schen Theater hat unlängst Frau Mater na aus Wien mit
ungeheurem Erfolg ein kurzes, die Partien der Selica, des
Fidelio und der Ensabeth umfassendes Gtistspiel absolvirt. —
London. Das Pianoforte Recital, welches am 26. Mai B[r.
Alexander Siloti aus Moskau hier veranstaltete, vermittelte
die hocherfreuliche Bekanntschaft mit einem Künstler ausser-
gewöhnlicher Art. In seinem Spiel vereinigt sich höchste
Virtuosität mit vollendeter, oft ganz zauberhafter Tongebung^
und warmfuhliger Auffassung, sein Vortrag regt stets xm^e-
mein poetisch an und unterscheidet sich hierin von dem Spiel
der Meisten der hier auftretenden Virtuosen . Die Aufnahme des
Künstlers war eine wirklich enthusiastische. Das Debüt des
Frl. Calv6 im Covent Garden-Theater als Santvizza war för
die Künstlerin ein unmittelbarer grosser Erfolg in gesanglicher
wie schauspielerischer Hinsicht. Der Ciavierknabe MaxHam-
bourg zeichnete sich in einem seiner Abschiedsconcerte durch
den vorzüglich gelungenen Vortrag von Bach's Chromatischer
Phantasie und Fuge aus, während er Schumann's ^[mpho-
nische Etüden steflenweise überhastete und in der Wirkung
durch unschönen Anschlag beeinträchtigte. Hr. Bonawitz
gab am 21. Mai ein etwas lang gerathenes historisches Con-
cert mit Cla vierwerken älterer und neuerer Meister und ent-
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ledigte sich seiner Aufgabe mit Geschick und Ausdauer. —
Wien« Im Ansstelluximheater wird vom 2. bis 8. Jimi das
Opempersonal des OEeonischen Nationaliheaters in Opern von
Smetana, Dvof&k, Bendl und Sebor, sowie in einem Melo-
drama von Vrchlicsky-Fibich gastiren.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 28. Mai. „Freut euch, ihr Christen
alle'' ▼. Job. Eccard. „Aus der Tiefe rufe ich" y. W. Bust
Nüolaikirche: 29. Mai. „Wer da glaubet und getauft wird**,
Chor der gläubigen Seelen u. Choral a. der 37. Cantate von
S. Bach.
Vermisohte IMiWieilungen und Nottten.
* Der unter der hochverdienstlichen Leitung des Hm. Dr.
Viotta .stehende Richard Wagner- Verein in Amsterdam
brachte am 20. Mai unter Mitwirkung der Frauen Sucher und
Staudigl und der HH. Gudehus, Liebeskind, Plank und Mes-
sckaert den 1. und 8. Au&sug von „Tristan und Isolde*' zu
oonoertmftssiger AufRihrung und erregte mit derselben den
J^H^usiasmus der Zuhörer.
* Das 2. Westfälische Musikfest in Dortmund
unter Hrn. Janssen's Leitung ist recht befriedigend verlaufen.
Wir werden demnächst einen ausführlichen B&cht über das-
selbe bringen.
* Der rührijB^ Tonkünstlerverein zu Hamburg be-
ging am 21. Mai mit einem grossen Concert unter Leitung
seines Dirigenten Hm. Spengel und Mitwirkung des FrL
Oberbeck a. Berlin und der HH. Dannenber^ und Schradieck,
sowie der vorzüglichsten dortigen Chorvereine und eines aus
einheimischen Musikern zusammengesetzten Orchesters das
2öjährige Jubiläum seines Bestehens.
* Im Pariser Conservatorium erregte das daselbst in der
Audition des envois de Bome am 18. Mai aufgeführte Sym-
phonie-Drama „La Yie du poöte** von dem im Concours von
1887* mit dem grossen Prix de Bome ausgezeichneten Gustave
Charpentier Aufsehen.
* In Boston fand kürzlich eine von Hm. B. J. Lang
geleitete Privat-Concertaufführung von Wagner 's „Parsi-
lal** statt, welcher ein enthusiastisches Publicum von etwa
^000 Personen beiwohnte.
* In Halle a. S. soll sich bereits ein Comitö ^bildet
haben, um die Mittel zu beschaffen, die nöthig sind, das Ge-
burtshaus Handelns zu erwerben und profanen Zwecken
zu entziehen.
* Die Feier der Enthüllung des Mendelssohn-
Denkmals in Leipzig ging am Sro. Mai in der geplanten
Weise vor sich. Näheres über dieselbe ist unter den heutigen
Berichten zu finden.
* Wie in Gassei, Hannover und Wiesbaden scheint man
auch in Mannheim die Hofbühne in ein städtisches
Theater umwandeln zu wollen.
* Bichard Wagner 's „Lohengnn" hat bei seiner ersten
Aufführung in Tours am 24. Mai eine grossartige Begeiste-
rung beim Publicum erregt.
* Peter Cornelius' prächtig Oper -Der Barbier von
Bagdad'' ist in Stuttfi^art, wo sie am 8. Mai als Novität er-
schien, bereits drei JiEbI unter gleichbleibendem Erfolg wie-
derholt worden.
* Hans Sommer 's Oper „Lorelei^, welche bereits in
Braunschweig die Feuerprobe der öffentlichen Aufföhrun^
mit Ehren bestanden hat, soll am 3. Juni erstmalig in Wei-
mar in Scene gehen und am 5. zur ersten Wiederholung ge-
langen.
* Im Teatro del Liceo in Barcelona wurde Tomas Bre-
ton's, des Componisten der „Liebenden von Teruel", neue
Oper „Gkirin'', obgleich auf ein schwaches Libretto gestütat,
doch mit vollständigem Erfolge für den Componisten ge-
geben.
* Die von Lto Delibes zurückgelassene und von Masse-
net instrumentirte Oper „Kassva" soll zum Herbst in der
Optoi-comique zu Paris erstmalig angeführt werden.
* Von elf Bewerbern um den Prix de Bome im Pariser
Conservatorium wurden nach ihren Probearbeiten nur fünf
zur eigentlichen Bewerbung zugelassen.
* Hr. Eugen d' Albert ist auf der Bückkehr von seiner
rühm gekrönten amerikanischen Concertreise begriffen.
Todtenliste. Theodore Lalliet, ausgezeichneter Oboe-
bläser, lange Zeit im Orchester der Grossen Oper in Paris^
t in Paris. — Jules Duprato, talentvoller, aber nicht gsnug
gewürdifi^r französischer Opemcomponist, f , bald 66 Jahre
alt, in faris. — Marie Breidenstein, tüchtige Concertsftn-
eerin. seit 1887 jedoch der Thätiffkeit als solcher infolge einer
KrauKheit entzogen und nur noch als Gk)sanglehrerin gewirkt
habend, f kürzlich in Erfurt.
Brie tlL asten.
7% Pf, in B,'B, Auszeichnungen durch Verleihung von
Brillantnadeln, Manchettenknöpfen, Tabaksdosen und Aehn-
lichem haben wir nie registrirt und können auch Ihnen gegen-
über von dieser Begel nicht abgehen.
B. E, in B, Es war vorauszusehen, dass das „Kl. J.**
auch in diesem Jahre es nicht anHiebenaufBayreuÜi werde
fehlen lassen. Dass die Person, welche im Solde dieses jüdi-
schen Blattes die Streitaxt aucn heuer führt, dabei nicht von
den reinlichsten Motiven geleitet wird, wissen leider nur we-
nige Leute, und dies ist das Schlimme bei der Sache! Immer-
hin aber würden wir den von dem bissigen Litteraten mit
einer wahren Berserkerwuth verfolgten Erben des Meisters
und deren treu bewährtem Freund und Berather eine Wider-
legung der schmachvollen Angriffe arg verdenken.
C, B. Da Sie bequeme Gkle^enheitnaben, die erwünschte
Auskunft über Dr. A.'s litterarische Thäti^keit durch eine
Buchhandlung zu erlangen, so wollen Sie sich an eine solche
wenden.
Anzeisren.
Die verehrten Herren Vorstände der Concertgesell-
schaften und Vereine, die in der kommenden Saison auf
die Mitwirkung des [684a.]
Hofpianisten Alfred Grünfeld
reflectiren, werden ersucht, dies baldmöglichst bekannt
zu geben an
Impresario Ludwig SrOnfeld.
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Harmonium allein (Aug. Reinhard) . .
Harmonium u. Clayier (Ueinhard, Op. 31,
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Violine* Harmonium u. Clavier (Reinhard)
Flöte, Harmonium und Clavler (W. Popp)
Violine und Ciavier (JuL Qust. Stern)
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zwei Claviere zu 8 Händen (wilh. Popp)
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gratis beigefügt
Robert Schumann,
ffräumerei
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Op. 15, No. 7.
A. Für Ciavier zu 2 und 4 Hflnden (zusammen), rev. und
übertragen von Ludwig Mendelssohn. »^—,60.
B. Für Harmonium und Ciavier» übertr. von Max Oesten.
JL 1,—.
C. Für Harmonium (oder Orgel) solo, übertr. v. A. Beinbard.
J( —,60.
D. Für Flöte (oder Violine), Harmonium und Ciavier,
übertragen von Wilh. Popp . . , . Jt 1,20.
£. Für Flöte (oder Violine) und Harmonium, übertragen
von Wilh. Popp JK —,80.
F. Für Flöte (oder Violine) u. Ciavier, übertr. v. W. Popp.
G. Für Violoncell (oder Viola) und Harmonium, übertr.
von Wilh. Popp . J( —,80.
H. Für Violoncell (oder Viola) und Qavier, übertragen
von Wilh. Popp Ji —,80.
I. Für zwei Violinen und Ciavier, übertr. von J. G. Stern.
Jt 1,— .
von
Peter Tschalkowsky.
Op. 2, No. 3.
A. Für Ciavier zu 2 H&nden Ji —,80
B. Für Ciavier zu 4 Händen (Ludw. Mendelssohn) „ 1,—
G. Für zwei Claviere zu 8 Händen (F. Brissler) „ 2,—
D. Für Violine und Ciavier (Max Grünberg) . . „ 1,—
E. Für Violoncell und Clavier (Phil. Roth) . . „ 1,—
F. Für Flöte und Clavier (Wilh. Popp) . . . . „ 1,—
G. Für Cornet ä pistons und Clavier (Wilh. Popp) „ 1,—
n. Für Harmonium und Clavier (A. Eeinhard) . „ 1,50
I. Für Violine, Harmonium u. Clavier (Beinhard) „ 1,80
K. Für Violoncell, Harmonium u. Clavier (Beinhard) „ 1,80
L. Für Flöte, Harmonium und Clavier (W. Popp) „ 1,80
M. Für Cornet äpistons,Harmon.u. Clavier (Popp) „ 1,80
N. Für zwei Violinen und Clavier (J. G. Stern) „ 1,30
0. Für Streichquartett (Quintett) u. Harmonium
(Aug. Beinhard) „ 2,50.
Robert Schumann,
Slßendlied.
Op. 85, No. 12.
A. Für Clavier zu 4 und 2 Händen (zusammen), rev. und
übertragen von Ludwig Mendelssohn. Ji — ,60.
B. Für Harmonium und Clavier, übertr. von A. Beinhard.
*/i —,80.
C. Für Harmonium (Orgel) solo, übertr. von A. Beinhard.
Ji —,60.
D. Für Flöte (Violine), Harmonium und Clavier, übertr.
von Wilh. Popp 4^ 1,20.
F. Für Violine (Violoncell) und Harmonium in Des,
übertragen von Aug. Beinhard , . , Ji — ,80.
F. Für Flöte (Viofine) imd Harmonium in Ddur, übertr.
von Wilh. Popp M —,80.
G. Für Flöte (Violine) u. Clavier in D dur, übertr. v. W. Popp.
J6 —,80.
H. Für Violoncell (Viola) und Clavier, übertr. von W. Popp.
%,r6 — ,öU.
I. Für Viola (Violoncell) u. Harmonium, übertr. v.W. Popp.
Ji —,80.
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Pianofortespiel. Heftl-IIIje JH 1,—. 3, — .
Op. 271. 20 techniache Uebungen. Heft I u. II
je Ji 1,50 3,—.
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je Ji 1,- 2,—.
Op. 340. 25 UebungBstücke für die Jugend. . 1,50.
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C. F.W. Siegel's Uasikallenbandlang
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HerauBgegeben durch eine von der königl. preuas. Regie-
rung berufene Commiaaion.
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Nachdem die Hauptpflichten gegen die Heroen der Ton-
kunst durch Veranstaltung von Gesamratausgahen ihrer Werke
eingelöst sind, beginnen wir mit einem neuen erossen deutr
sehen National werke, bei dem als Ziel gilt: die Entwickelung
der TontuDKt in Deutschland durch Veröffentlichung beieich-
hender Hauptwerke, die auch weiter der öffentlichen Muaik-
Sflege dienen können, vorzuführen. Das Direotoriam der
ach -Gesellschaft empfiehlt seinen Mitgliedern den Beitritt
zum neuen Unternehmen , auch die Herausgeber der naheza
beendeten Schütz- nnd Händel-Ausgabe sind der Com-
mission beigetreten. Mag durch Subscription aof die Denk-
mäler eine Gesellschaft für deutsche Tonkunst entstehen, die
alle wahren Förderer ernster Musikpflege umfasst Band I
ist erschienen. Subscriptionspreis für den Band je 15 Jt.
ProBpecte kostenfrei.
Leipzig, im Mai I
Brettkopf <. HSrtel.
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[604—.]
ßoncert'&ireetion Daniel Stlayer,
LOMDOM, 180 New Bond Street.
Telegramm- Adresse: ,,IJiSBt>]jOiidoB*'.
Alleinige Tertretunc für alle I<ftiider
der Sopranistiii Fräulein Macintyrea
Prima-Donna assoluta der könlgrllehen Italienlsehen Oper Covent-Garden, London,
des [Bassisten Serrn Plunket Greenei
Oratorien- und Kammersänger,
des BCerrn Emile Saunet.
des Jungren Vloloneell-Virtuosen
Jean G^rardy (ISjährig)
und
des Herrn |. J. Paderewski,
zielost -vieler a3a.derexi 'beruli laa t e xi "SL li xi ■ 1 1 e v.
Alleinige Vertretung der Londoner Symphonie-Conoerte.
XJebernimint das A.rrangeinent von
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unter persönlicher Leitung.
Anfragen und AuftrAge werden direot an die Direirtion erbeten.
6oncert-9ireciion Sfaniel Stlayer,
LOHDOH, 180 New Bond Stroat.
Telegramm- Adresse: ^fliisst-IiOndoii^^.
Musikdirector gesucht.
[805b.]
Infolge Ablebens des bisherigen hiesigen Husikdirectors ist die dadurch vacant gewordene Stelle neu zu
besetzen. Verpflichtungen: Gesangunterricht an der höheren Stadtschule und einigen Primarschulclassen, Unterricht
in Violine, Flöte und Glarinette an der höheren Stadtschule (einzelne Classen und Ensemble), Orgeldienst der evangel.
Kirche, Direction eines Männerchors und eines gemischten Chores (Beide für Eunstgesang) und eines Orchesters.
Festes Anfangsgehalt Frcs. 4300 — 4500, Gelegenheit zu reichlicher Privatbethätigung. Sehr schöne bleibende
Stellung, als Mittelpunct des gesammten musikalischen Lebens der Stadt. Antritt nach Uebereinkunft. Anmel-
dungen sammt kurzem Lebensabriss und Zeugnissen sind bis 15. Juni dem Unterzeichneten einzureichen.
GlarUS, den 19. Mai 1892.
Dr. Ernst Buaa.
Verlag von Eugen Franck's Buchh. (G. Maske) in Oppeln.
Soeben erschien: [606b.]
2le€er das ^arsteUungs-
vermögen der Sflusiü.
Eine XJntei^uchung
an der Hand von Prof. Hanslick's Buch
„Vom Musikalisoh^Sohönen".
Von
Paul Schneider.
Preis ^ J$
Verlag von Ries & Erler in Berlin.
Ffir gemischten Chor mit OlaTierfoegleitong.
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56. Hafls. Eine
Liederreihe. Clavier-
Partitur und Solostimmen k Q Ji. Chorstimmen
6 ^.
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MaY Zfinifftr °P- '^^^ Altgriechisches Lieder-
lUftA ZiCUgCl) spiel. Partitur 6 ^ i etto. Chor-
stimmen 4 Jl 80 /^.
Verlag yoii E. W. Fritzsch in Leipzig. [608.]
Pluttl, Carl, Dp. 3. Drei Interludien für Orgel. Ji 2^.5.
2d6
Wir. beehren nns ergebenst anzuzeigen, dass der
Pianist Herr [609.]
Rummel
nach zweijährigen Concertreisen in Amerika in nächster
Saison wieder in Deutschland concertiren wird, und bitten
die geehrten Vorstände, Offerten für den Künstler an uns
richten zu wollen.
Neue ßerliner Goneert-Agentnr
Onevkow & Sternberg,
Berlin AV. Linkstrasse 31.
Telegr.-Adr.: Musikleben.
Ich habe meine geschäftliche Vertretung der
Neuen Berliner Concert -Agentur
Gnevkow & Stembera,
Berlin W., Linkstrasse 31, Telegr.-Adr.: Musikleben,
überteagen und bitte, Engagements- Anträge an dieselbe
zu richten. [616.]
Frederic Lamond (Pianist).
XOntr Ue^l»
herzogl. Bachs. Hofpianist, Professeur sup^rienr am Oonservatorium
KU Genf (Sohweix). [610—.]
Concert- Vertretung: Hermann Wolff, Berlin,
Die Altistin Fräulein
€lata Säfadfi
hat mir die Besorgung ihrer geschäftlichen Angelegen-
heiten überwiesen, und bitte ich, Anfragen und Engage-
mentsanträge für die Künstlerin direct an meine Adresse
zu richten, [ßH«]
Coneertdireetion Hermann W«lff.
Die Erledigung meiner Concertangelegenheiten habe
ich der
Coneertdireetion Hermann Wolff,
Berlin W., Am Carlsbad 19, I. TeL-Adr.: Musikwolff;
überwiesen, und bitte ich, Anfragen und Concertengage-
ments-Anträge für mich von jetzt ab direct an obige
Adresse zu richten. [616.]
Carl Mayer (Bassbanton),
grosshenogl. mecklenburgischer HofopemBän^.
Engagements-Anträge fär Herrn
^nton Sistermanns (SSass)
bitten wir auch in nächster Saison an uns zu richten.
[617.]
Neue Berliner Concert-Agentur
Gnevicow & Stemberg.
Berlin W,, Linkstr. 81. Telegr.-Adr.; Musikleben.
Berlin W., Am Carlsbad 19, I. Tel.-Adr.: Musikwolff. ^^^
®iill^lll»
Concertmeister de$ Gewandhaus- und Theater-
orchesters. [612—.]
Leipzig, Kaiser-Wilbelm-Strasse 21.
übernommen und bitten, Engagements-Anträge für die
Künstlerin direct an uns gelangen zu lassen. [618.]
Neue Berliner Concert-Agentur
Gnevkow & Sternberg.
Berlin W>, Linkstr. 31. Telegr.-Adr.: Musikleben.
leb habe meine Vertretung in Ooncert-Angelegen-
heiten der [Ö18-]
Reuen Berliner Concert -Agentur
OnevTcow & Sternberg,
Berlin W. Linkstrasse 31.
Telegr.-Adr.: Musikleben,
übertragen, und bitte, Engagements-Anträge in Zukunft
an dieselbe zu richten.
Johanna Höfken (Altistin).
a€ew
erster Concertmeister der k. k. Hofoper in Wien, hat
mir seine Vertretung übergeben. Die verehrten Herren
Vorstände der ConcertgescUschaften und Vereine, die auf
seine Mitwirkung reflectiren, werden ersucht, sich ehe-
möglichst zu wenden an ' [619a.]
Impresario Ludwig Sriliiffeld«
Wien I, Getreidemarkt 10.
Engagements-Anträge für
Anna und Engen Hildach
bitten wir, wie bisher nur an uns zu richten. [614.]
Neue ßerliner Coneert-Agentur
Chnevkow & Sternberg.
Berlin "W., Linkstrasse 31.
Telegr.-Adr.: Musikleben.
Hermann Gausche,
Concert- und OratoriensSnger (Bariton),
[620a.l 8chüler 8tockhaii«en'«.
Vertreter: Herrn. Wolff, Berlin.
Adresse: Creuznach, Villa Ehishelmer.
Paris.
iloti,
Pianist. [62ip.i
86, Avenue Trndalne.
Wir haben die geschäftliche Vertretung der Altiatön \
i
EmiHe Wirth
TV.nBAl> WA«, n tl. 1>X<1a«. I«> T.aI«i«{i
Leipzig, am 9. Juni 1892.
»[A lUltlUtl Buk-, KlUI-
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[Ro. 24,
und NotlEsn.
i „TrMan und Iiolde" bal Rlohard WaKuer. Ton ]>r. Artlmr SeIdL (PortastEniig.) — Sobi
1.. „_„_ „__...___.. "-^■ioldy-Denkm»la zu Lei--'- "" v....... u_..i.i....> ..
e in Oper und Oddosi
i«B
uumitli». Von Ednud Bson. —
_. Wisa, (PortsetEHng.) — Ooiuert-
AnfB«nhTto NoTltUeii. — VeimludiM MlttheilnngMi
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
Bicbard Wagner hat nnD — so meine ich — auf Beetho-
ven fortbauend und sein Evangelium der allgemeiDBD
Menschenliebe weiter aosdeutend — jene „Special-Idee"
gleicbaam für sich beransgegriffen und sie in eeinera «Tri-
Btan", entgegen der dort von Beethoven gefeierten Anf-
bebnng aller Schranken du Ich in der Ällverbrüderung
der Henflchheit, in geistiger Anlehnung an seinen grossen
philosophischen Lehrmeister ab eine Verkündigung jenes
TÖUigen Aufgehens des Individuums in nur einem er-
gänzenden menechlicben Individuum, des nEinen" im
„Anderen", zum geistigen Vorwnrf und typischen Inhalte
Beines Dramas gemacht. Denn dass hier Nicht« mehr rein
«nnlich, Nichts nur mehr bloB weltlich und irdisch, Alles
vielmehr ganz intim, innerlichst, geistigst, aufzufassen sei
— das hranche ich dem aufmerksamen Leser des 2. Auf-
zuges nach allem Vorausgegangenen wohl nicht erst mehr
zu versichern.*) Diesen einen, so entscheidenden Zug
hat Schopenhauer in seinem System dereinst g&nzlich über-
sehen, diese Möglichkeit der Erlösung vollkommen zu be-
rückrichtigen vergessen, sah er doch nur immer Frau
*) Weni^tens kann ich nicht wohl glauben, daas meine
Leeer ohne Weiteres eine einzige und zugleich letzte firaut-
naoh^ wie die von Gottfr. Keller in „Romeo nnd Julie auf
dem Lande" beschriebene, annehmen wollen!
Venus, nie aber auch die heilige Elisabeth im Weibe; nnd
man darf somit wohl behaupten, dass Wagner in seinem
„Tristan" ebenso wie einen Gottfried von Strassborg und
dessen mannigfache Bearbeiter anch Schopenhauer und vor
Allem Beethoven fortgesetzt habe. Aber auch die Verse
ans der Mosart'schen „ Zauberflöte " :
„Wir wandeln durch der Töne Macht
Froh durch des Todes düstre Nacht!"
scheinen zu einer Art von Motto für unsere nTristan"-
Schöpfung geworden zu sein! Wie dieses Beides nun
wiederum zn verstehen ist, wird sofort ans nachstehenden
Darlegungen hervorgehen.
In die philosophisch- metaphysische Terminologie
Schopenhauer *s übersetzt, würde das Alles nämlich nnge-
f%hr so lauten müssen: Einstens war eine Ur-Einheit, die
entzweite sich in Geschlechter und ward dadurch als
„Welt" zur schlechten Vielheit, die den Zwiespalt
schon in sich trftgt, aber nun unablässig strebt, in „Liebe"
All-Einheit (eine höhere Stufe, als die ursprünglich leere
Einheit!) zu werden. Es ist die tiefere Weisheit des alten;
„Zwei Seelen und Ein Gedanke — zwei Herzen und Ein
Schlag"; der tiefere, sozusagen esoterische Sinn jener be-
kannten Sage: dass die auf dem Grabe Tristan's und
Isoldens gepflanzten „Rosenstock und Rebe" untrennbar
zaEins verwachsen seien, — jene „zur Religion gewordene
Liebe", von der bereits die Frau von StaSl in ihrem
Buche über Deutschland bewundernd spricht, von der erst
neuerdings wieder Ed. Schläger sehr eindringlich zu un»
geredet Jiat Und wenn wir hierbei nun nicht vergessen
S98
wollen, dasB das Alles jetzt — bei Wi^er — im
Gegensatz zu den älteren Dichtungen, mit dem Ton zu
ewig^em Bunde yermählt, in einem masikalisclien Dra-
ma vor sich geht, so scheint es nns vollends auch noch
die endgiltige Bifallnng jenes bekannten Tieck'schen
Verses, der da lange als ein Signal und Prograoosni der
Romantik gegolten:
„liebe denkt in silBflen T5nen,
Denn Gedanken stelm zu fem!^*)
Während nim aber den Philosophen „die farchtbare
Wahrheit*' der emig flieh fortzengenden Zweiheit der
Geschlechter nj^^ nSglicher Weise ans der Liebe ent-
keimende Brloenng durchaus veikeBiieB" Itees, trat dw
Künstler an seine Stelle und, „indem er nach Keimen
forscht, He — in dieser Welt yerborgen — eine bessere
erstehen lassen könnten, erkennt er eben in der Liebe,
und zwar in derjenigen zwischen Weib und Mann, die
Kraft der Erlösung vom Egoismus": mit einem „Alles
ist eitel, — nur die Liebe nicht I*' dichtet er seinen
„Tristan**. Wir nennen das Weltüberwindung und ver-
stehen es hier als „vereinende Sehnsucht**, wie sie die
ursprüngliche „eatzweieitde Selbstsucht** glücklich zur
Eins werdung und Hingabe überwunden hat. Nur aber
die „Idee** kann es sein, welche in solchem Falle wirk-
lich vom Leben zu erlösen vermag. „Das Bewusstsein
des Leidens dieser Welt ist bereits eine solche beiden
Liebenden gemeinsame Idee, die sie weit über allen blos
individuellen Horizont hinausheben muss. In dieser Idee
finden sich Tristan und Isolde, und Solches ist etwas ganz
Anderes, als der sehr sehwanke Begriff einer »Seelen-
harmonie« ....** (Ich citire hier einige wenige Sätze
aus der vortrefflichen Tristan - Arbeit von Dr. Wolfgang
Golther, erschienen im „Bayreuther Tascbenalmanach**
von 1886.)
(Fortsetzung folgt)
OoMinMiiiiiinsi
Von Eduard fieuss.
L Vorwort.
Die in dar ersten Hälfte dieses Jahrhunderts fleschaffanen
musikalischen Werke müssen in der letzten Hälfte desselben
das Schicksal mehr oder weniger nothwendiger Ausgaben er-
dnlden, welche nicht immer dem Triebe nach Veröffentlichung
entdeckter Weisheiten, sondern leider zum grossen Theile
Gesohäffcezwecken entsprangen sind. Wenn aus der Menge
der auf diese Weise entstandenen Ausgaben der deutschen
Classiker und ihrer Nachfolger auf die Zunahme des Ver-
ständnisses für dieselben ein^chluss gezogen werden könnte,
so müsste es der sein, dass heute kaum noch an einem Zwei-
unddreissigstel herumgedeutet zu werden brauchte. Die öffent-
lichen Vorträge der Werke bekunden jedoch selbst bei be-
rühmten Virtuosen eine Kachlässigkeit in der Wiederc^be,
ja selbst in der Berücksichtigung; der verschiedenen Texte,
dass sogar die vorhandenen AusgM)en noch zu c^ering an Zahl
erscheinen, w«ui eben mit ihrem Ersoheinen solein schon ein
günstiger !Binfluss ausgeübt werden könnte. Wie wenig ein
solcher sich g^tend macht, beweist unter vielen anderen Lieb-
lingsstücken der Ciavierspieler der Schumann 'sehe „Car-
*) Was frolich nicht in dem von Ohamberiain einmal ver-
fochtenen Sincne ftü* Tristan in Anspruch genommen werden
darf: vergl. die Gontroverse zwischen Ohamberiain und Dr.
H. Eeimann über „Die Sprache in »Tristan und Isolde« und
ihr Verhältniss zur Musik** — nAllg. Musik-Zeitung** ; Jahrg.
1888, S. 983, 806 und 365.
naval** , dessen Vortrag von den unglaublichsten Widersinnig-
keiten strotzt. Schon das erste Achtel des „Pröambule** wird
in der Kegel über den Leisten der folgenden Sechszehntel —
Schauen. J^ebenbei ma^ hier bemerkt werden, dass es einem
erausgeber gelungen ist, die echt Schumann'sche Voraus-
nähme es im vierzennten und achtzehnten Takte der ^ voUa
in ein phiHsterhaftes des zu verwandeln.
Im Folgenden sollen einige Stellen erörtert werden, welche
vieUfliclrt einer genaueren Bezeichnung^ unterzogen werden
könnten, ohne dass dadurch gleich eine — neue Ausgabe
nothwend% würde.
1. Im „Pierrot** begiim«B die Spionxe ihr Spiel soiart
in der linken Hand: es wäre also gut, folgende marcato-Zeichen
anzuwenden:
2. Im ,,VaIse noble** steht allerdings der Bogen jedesmal
über drei Takten. Die richtige Ausftkhnmg kann nur erzielt
werden, wenn die linke Hand nicht an den Vierteln kleben
bleibt, da sonst die beliebte Zerlegung in drei Bögen erreicht
wird:
j/ r' finr' m^m
3. Die Septolen des „Eusebius** sollen als continuirliche,
nicht ein£;etheilte Passagen eespielt werden; doch würde ein
leichter Accent (agogischern nach dem 4b Achtel gerecht-
fertigt erscheinen, wodurch die ersten vier Achtel den folgen-
den oechssehntel-Quintolen entsprechen würden.
4. Im „Florestan** verfährt das accentuirte €8 des zweiten
Taktes zu einer Verschiebung der melodischen Phrase, welche
mit fis beendigt ist. Das es gehört zum Begleitungsaccord
der linken Hand und sollte mit diesem zufiammengeeclineben
werden.
Hat sich in der Klammer das 8 der „Pa^^ons** m£.\^
zufkllig in ein ? verwandelt, da doch stets nur im Plvaral von
den Papillons geredet wird?
5. In den £inleitung8ti^ten zur „Coquette** mnss die Figur
der linken Hand ziemHen au£fii.llend nuu^kirt werdefi; Auch
ist das zweite b des 8. Taktee nneh unten zu streichen, da
es nicht zum Motiv gehört.
Noch auffallender mag sich dieses nuurcato am Schlüsse der
„Goquette** gestalten, um die .Renlique**, welche eich unmittelr
bar anschliessen muss, sehr deutlich hervorleudAen zu lassen.
In dieser kann die Imfce Hand bei der Dmoll-Stette «m f
auch das Vorschlags -(2, wie in der reobien Hand, spMflR.
Im 13. Takte muss der Bindestrich vom b des 8. Viertel atm
b des folgenden Taktes in der linken Hand getrieben werden,
da im vorhergehenden G^nge der rechten Hand aucb beide
b angeschlagen werden sollen.
6. Wenn der letzte Takt des „Chopin** bei der VTieder-
holung auch ganz, ohne besonderen Abscnluss, gespielt werden
soll, so deutet das entschieden auf einen unmittelbBreii An-
schluss an die .EstreUa**^ also ohne Absatz.
7. Gegen den von emer hervorragenden Virtuosin in der
„Reconnaissance** angewandten Effect
12 12
1 a 1 s
muss energisch Verwahrung eingelegt werden, da die Bindung
der oberen Octave nicht unterbrochen werdto darf. Die Untec>-
■
i
299
stimme muss also streng nach der Vorschrift mit dem Daumen
ausgeführt werden. Dass Schumann eine besondere Yorliebe
für die Verwendung eines beweglichen Daumens hatte, geht
auch aus der zweiten. Novellette und aus dem „Au&chwunjg^"
hervor, in welchem jedoch das beabsichtigte ma/reaJto &&
Daumens
in «in sinnloses Hervorstechen des obem m mit dem 5. Finger
verwandelt wird, — allerdings wob technischer Hilflosigkeit.
B. In „Pantalon et Golomoine'' leitet die FmoU-ModuSi^on
der 1^ voUa deutlichst au den 4 Takten vor dem meno presto
zurück. Die Stellang des Wiederholungszeichens darf also
nicht, wie es in einigen Ausgaben geschehen ist, verändert
werden. Der vom Comp<miston in Senr 2a vöUa ficc die linke
Hand vorgeschrieb^iie Fingersatz: 3 auf gea deutet auf ein
legato mit dem f des folgenden Taktes: sonst würde der
5. Finger bequemer sein.
9. In der „Valse allemande" ist fraglos bei der Wieder-
holung der ersten aohttaktigen Periode eine ^ ViMa mit fol-
gendem Abschluss versäumt worden:
Die Modulation nach Asdur gehört nur snim ersten Theil,
da der 2. mit Esdor beginnt, sie folglioh in <]tor Luft stehen
würden
10. Der j:|29p-Septimeiiacoord am Schluss des „Paganini"
soll nur niedergedrückt, nicht angeschlagen werden: ein be-
kannter Pedalenect.
11. Dass im 14. Takte der;9fl^ voJteder „Promenade'^ jene
oben erwähnte Virtuosin das gea der Bässe in ein g verwan-
delt bat, mae ala bedeutsame Warzrang erwähnt worden.
12. im „Marche" möge der Eintritt des Thhne du XVII^me
siede recbt breit und langsamer als die vorhergehende Stelle
«enommen werden : denn in dieser Behäbigkeit kündigt sich
das Wesen der „Phüister^^ im G^egensatze zu der über^ru-
delndenAucw^afisenheit der ,,David8bündler*' an.
Die im vorhergehenden niedergelegten Erörterungen sind
einer eingehenden Berüoksichtagung der feinsinnigen Detail-
arbeit im „Camaval" entsprungen und mögen nicnt als ober-
flächlidie Kritteleien angesehen werden.
Carlsruhe, 19. Januar 1892.
Eduard Reus&
n.
Vorstehendes Vorwort war an Stelle einer neuen Aus-
gabe des „Gamaval^^ verfaest und mit dem Ersuchen an Frau
Dr. Clara Schumann gesandt worden, gütigst davon Einsicht
nehmen zu wollen. Der Zweek dieser Sendung sollte darin
bestoben, der Wittwe Bobert Schumann's eine Aufimerksam-
keit SU erweisen. Die sofortige Znrücksendung dieses Vor-
worte war von einem Briefe begleitet, in welchem Julie
Schumann dim. YcocfsaBer mittheilto, „dass ihre Grossmutter
meinte, ihre kritische Gbsammtausgabe der Schumann'schen
Werke sei oorreot genne für begabte Spieler, — Unbegabte
sollen doch lieber ganz oavon bleiben". Es ist nicht recht
verständlich, inwiefern die Begabung der Spieler mit einer
kritischen Besprechimg des Textes in Verbindung gebracht
werden konnte. Wttrde dieser Standpunct der Qentbesamkeit
und Zufriedenheit mit dem Vorhauaenen weitereemhrt, so
müsste bald aller Wissenschaft ein Halt! zugeru&i werden.
Mit dem von Haus aus fortschrittlichen Sinne Schumann^s
läfißt sich, eine derartige Aeusserung wohl kaum vweinbaren,
wenn er selbst auch, wie es zur Begründung derselben in
jenem Briefe weiter heisst, „der genaueste Correotor seiner
Sachen" gewesen sein soll.
Obgleich die Bemerkungen des Vorworte somit vor den
Augen der Frau Schumann seine Gnade gefunden haben, so
werden sie nun ohne dieselbe der OeffentUchkeit für die-
jeni|^ „be^bton Spieler" übergeben, welchen .es in erster
lAme um die Richtigstellung der ihnen vorliegenden Auseabe
dee „Carnaval" zu thun ist, und welche sich oaxin durch kein
Yete beirren lassen wollen. Es ist zu bedauern, dass Frau
Schumann „entschieden dagegen ist, irgend welche Zeichen
hinzuzufügen", da unter diesem Verhalten ihre kritische Qe-
8an:mitausgabe der Werke ihres Chatten an unbedingter Zu-
verlässigkeit manche Einbnsse erlitten hat.
m.
Der Ver£EiSser des obigen Vorworte sucht seit Jahren
die erste Ausgabe der Pa^nini- Etüden von Llszt, wenn
auch nur abschriftlich, zu bekommen. Dieselben müssen bei
Haslinger (Wien) nach der im Jahre 1640 vollzogenen Heirat^
der Frau Schumann erschienen sein^ weil sie bereite die auch
in zweiter Ausgabe beibehaltene Widmung an sie aufweisen.
Da Bobert Schumann jene erste Ausgabe mit edier Begeiste-
rung besprochen hat, so liess diese Tnatsache den G^eiumken
erzeugen, dieselbe könne sich noch in den Händen einer Frau
befinden, welcher nie wieder eine ähnliche schwärmerische
Huldigung ihrer SUnstlerschaft wie gerade aus der Feder
Liszt's zu Theil geworden ist. Für die mit dem Vorwort
eingesandte Anfrage nach dem Besitze jener Aufgabe und für
die im Falle der Bejahung daran geknüpfte höfliche Bitte
um gütige Anordnung einer Gopie derselben scheint Julie
Schumann von ihrer Qrossmutter keinen Auftrag zur 'Beant-
wortung erhalten zu haben. —
Inzwischen hat Heinrich Porges dem VerfJEtsser in
freundlichster Weise das erste Heft jener ersten Ausgabe des
Liszt'schen Werkes zum Geschenk gemacht. Es bleibt somit
nur der Wunsch nach Eenntnissnahme des zweiten Heftes
übrig, worin allerdings die beiden Edur- Etüden enthalten
sind, deren erste in der ursprünglichen Gbstalt eine ganfs
veränderte Physiognomie getragen hat.
Tagesge schichte.
Mtisikbrief.
(Fortsetoung.)
Wtoo.
Ueberaus zahlreich waren in der abgelaufenen Saison hier
die Geeangsconcerte. Auch diesÜEkUs begegnete man dem
bewährten Alten und interessanten Neuen, groesoi Tajenton,
ja selbst ersten Meistern, aber freilich auch so mancher liittel-
mässigkeit. Zu den anzieheoidsten neiien Er8oheinun^»n.^pe-
hörte Frau LiUian Sanderson, die geistvolle, vonso aohem
künstlerischen Ernst erfüdlte Amerikanerin , deren Vorzüge im
„Musikal. Woohenbl.** bezeite von anderer Seite eine so wajrme
Würdigung erfahren. Frau Sanderson gab bei uns zwei OqU"
cextb, in welchen sie sich zunächst schon durch die glüok-
liche Wahl ihrer Vorträge, die besonders die Prodnction der
Gtegenwart berücksichtigt, die Hoaohtung der Kenner und des
kunsteinni^^ TheUes des Publicums erwarb. Und die ein-
fach schli<2ite, dabei aber doch ungemein feinnuancirte und
von einer trecfflichen Schule unterstützte Art der Wiedergabe,
als deren Hauptvorzug vielleicht die musterhaft deutliche
Aussprache zu betrachten, musste natürlich die einmal jeewon-
neue gute Meinung der verstehenden Hörer bis zur Bewun-
derung und wärmsten Sympathie stei^m. Wie ergreifend
weiss Frau Sanderson die originellen Tondichtungen August
Bungert*s wieder zu geben, eines Gomponifiten. den sie für den
deutschen Concertsaal gleichsam neu entdeckt hat! Dessen
„Kleines Lied" muaste sie wiederholen, mir persönlich war in
ihrer Darstellung das in seiner naturwabreti Einfachheit ge-
radezu erschütternde Stimmungsbild des frierenden, sich tur
seine hungrigen Kleinen aufopfernden „Sandträgers'', dessen
eintönig wiederholter Buf so lange ungehört verhallt, noch
weit werthvoUer. Tiu?elang brachte ich den eigenen Eindruck
nicht los. Auch für Sohumann's wehmüthig volksthümliohe
BaUade „Die rothe Hanne" traf die Sängerin üherraachend
den rechten Ton. Die Masse des Publicums zu be^istem
vermag Frau Sanderson nicht, wenigstens nicht in Wien. Bei
uns gibt man zu viel auf Glanz oder £>ch individii^en Beiz der
Mittel, eine Gottesgabe, die der Künstlerin leider venu^ ist
So musste sie denn in Gtesängen, die man hier von stimm-
be^abteren Rivalinnen, wie namentlich Frau Boea Pamer,
Ahce Barbi, Hermine Spies gehört, natürlich abfallen, von
den drei Letztgenannten erfreute uns in der verflossenen Sai-
24*
300
suii nur die Barbi mit ihren an Feinheit wie Mannigfaltig-
keit des Aasdrucks und technischer Vollendung kaum zu über-
bietenden Meistervorträgen. Mit der entschiedensten Vorliebe,
ja mit wahrer Begeisterung und dem^m&ss auch durchgrei-
fendsten Wirkung singt sie neuerdm^ Brahms: für eine
Vollblut-Italienerm gewiss ein seltener Fall. Bei grosser Viel-
seitifi^keit doch am meisten der modern französischen Richtung
wahR^erwandt, zeigte sich eine andere technisch hervorragende
Sftnfi;erin, Frl. Jet&a Finkenstein aus Darmstadt, die ihre
AusDÜdone, wie wir hören, theils Prof. Engel in Berlin, theils
Frau Viaraot-Gkircia in Paris verdankt. Letztere Schule hat
offenbar die besten Früchte getragen, was sich an der eigens
pikanten und zündenden Manier verrieth, mit welcher die
l)ame einem Bolero von Massö und einem Chanson arabe von
Godard lebhaften BeiÜEdl erwarb: allerdings raffinirte Stücke
von recht zweifelhaftem Werth. Für die Poesie eines Wagner
(^Träume") und Brahms („Von ewiger Liebe" und Anderes)
fehlte dem Vortrage bei luler tadellosen Correctheit der rüh-
rende Herzenston. Ein hervorstechendes geistiges Element
vermiesten wir in den Darbietungen einer technisch kaum
minder geschulten und der eben genannten stimmlich über-
legenen Sopranistin Frl. Baphagla Pattini, angeblich k. preuss.
Hofopems&ngerin. Der Vergleich mit Frl. Finkenstein bot
sich von selbist, da beide Sängerinnen u. A. die Romanze aus
Thomas' „Mignon" vortrugen. Viel mehr Interesse, ja Sen-
sation erregte in dem CJoncerte des Frl. Pattini ihr Oheim
und Lehrer, Hr. Bettini, Einer pener temperamentvollen und
fabelhaft beweglichen echt itahenischen Buffo-Sänger, die
heute beinahe schon auf den Aussterbeetat gesetzt sind. Von
Matetro Bettini mit dem ihm eigenen sprudelnden Humor in
Phrasironfi; und Mimik Bossini^s Tarantella zu hören, ist
zimi TodtJUAchen; wenn aber der ehrwürdige Graukopf trotz
längst verblichenen Stimmsohmelzes zärtuche Liebeslieder
„girrt**, — dann hört freilich der Spass auf. Als ein in Wien
stets wülkonunener Gast erschien auch heuer wieder Hr. Paul
Bulss, der miUtftrisch schneidigste aller Baritone— wie man
ihn h&ufig nennt — , eben deshalb aber auf der Bühne z. B.
als Zampa wohl noch überzeugender, denn im CJoncertsaal.
Hr. Bulss verdient Übrigens unseren besonderen Dank, dass
er an seinem bei Bösendorfer gesehenen Lieder- und Balladen-
Abend M. Plüddemann's „Taudier" in den MittaJpunct. des
Programms setzte. Es war dies mit Rücksicht auf die un-
gewöhnliche Länge der besagten Ballade ein Wagniss, viel-
leicht eher fübr einen intimen Kreis verstehender Freunde des
Eunstgenree geeignet, als in einem öffentlichen Ooncert zu
riskiren. Die reactionäre Kritik hat denn auch nicht erman-
gelt, dem berühmten Gast fiir die „höchst unglückliche Wahl"
gehörig den Text zu lesen. Ihr Berichterstatter empfing aber
von der Doppelleistung des Componisten und des Sängers bei
dieser Wiedergabe des „Tauchers" einen höchst anregenden
Eindruck, einzig bedauernd, dass nicht ein energischerer
Spieler, als Hr. F. Masbach vor dem Flügel und nicht lauter
Gesinnungsgenossen im Parterre sassen. Plüddemann's „Tau-
cher" ist in der farbenreichen, auf einem Haupt-Leitmotiv
basirenden Begleitung, welche den declamatorischen Accenten
der Singstimme folgt, durchaus orchestral gedacht und will
daher auch amClavier möglichst so angepackt sein: ein Felix
Mottl vermöchte dies, verstand er uns doch bei seinen unver-
gesslichen -Tristan"- und „Parsifal"-Interpretationen in Wien
vom Bösendorfer Flügel aus das fehlende Orchester fast zu
ersetzen. Uebrigens war selbst der äussere Erfolg, den Hr.
Bulss mit der Plüddemann*schen Ballade erzielte, ein so be-
deutender, dass er den Sänger für den Opfermuth. mit der er
sich einer im landläufi^n Sinne undankbaren Auigabe unter-
zog, belohnt und für die nachhinkenden Unbilden der ICritik
entschädigt haben dürfte, wenn er nicht schon diese Ent-
schädigung reichlich in dem erhebenden Bewusstsein fand,
für einen wahrhaft ernst strebenden und die gewählte Form
meisterhaft beherrschenden Tonkünstler, wie Plüddemann
Einer ist, so mannhaft eingetreten zu sein. Zwei Sensations-
concerte in des Wortes verwegenster Bedeutung veranstaltete
im grossen Musikvereinssaale Hr. Theodor Reichmann,
dessen Scheiden von der Wiener Hofoper eine bisher unaus-
geftdlte Lücke in deren Repertoire gerissen, dessen stimm-
licher Schmelz und überquellend herzenswarmer, poetischer
Vortrag namentlich auf unsere Damenwelt einen Zauber üben,
wie kaum die irgend eines zweiten Baritons. Denagemäas war
auch der Saal an beiden Abenden wochenlang im v oraus aus-
verkauft und der Triumph des seltenen Gastes ein vollstän-
diger. Eine nicht misszuverstehende Anspielung auf das
eigentliche Terrain seines Wirkens, das er in Wien wohl so
gern wieder beträte, wenn man ihm „von der anderen Seite^
nur ein wenig entgegenkäme, lag in der Wahl des Programms
für den zweiten Abend. £^ gab da nur Opernstücke zu hören
und zumeist solche, die im Ooncertsaal, herausgerissen aus
dem dramatischen Zusammenhange, an Wirkung ausserordent-
lich verlieren. So Hans Sachs' Monologe aus dem 2. und 3. Act
der „Meistersinger", Wolfram's Gesänge ebenfalls aus dem 2.
und 3. Act des „Tannhäuser", die grosse (erste) Arie des Hans
Heiling und Anderes. Welche Sehnsucht mussten alle diese
Herrliäkeiten bei der bestrickenden Wiedergabe in zahllosen
Herzen erwecken: sie in der Oper selbst wieder von Reich-
mann zu hören, woselbst bei uns sein Sachs (bekanntlich
durchaus nicht die stilvollste dramatische Verkörperung des
grossen Schusterpoeten, aber doch eine ungemein fessände,
zuletzt erhebende Leistung), noch mehr aber sein Wolfram,
Holländer, Heiling, Vampyr zur 2ieit völlig unersetzt sind.
Leider fürchten wir, daas nach Alledem, was vor Reich-
mann's geradezu brüsker Entlassung vom Hofopemtheater
zwischen den Coulissen vorgegangen sein soll — wir können
es hier nicht einmal andeuten — an einen Wiedergewinn des
Soetischen Sängers vorderhand nicht zu denken ist. Stimm-
ch zeigte er sich an den beiden Goncertabenden auf der
vollen Höhe seiner Kraft, dabei bemerkten wir sehr rühmens-
werthe Fortschritte in Bezug auf Declamatioxf, Gebrauch des
Athems und der Tongebung, welch Letztere der Künstler jetzt
mitunter bis zum leisesten Flüstern abzudämpfen weiss, um
natürlich im Gegensatz hierzu dann mit dem vollen Brustton
um so unwiderstehlicher zu wirken. Eine ganz eigene Natur,
eine grandiose Specialität bleibt Th. Reichmann, der, wie wir
wissen, R. Wagner au£9 Höchste verehrt, unter allen um-
ständen selbst im Ooncertsaal: nun, vielleicnt erfreuen wir uns
bald wieder seiner glänzenden Bühnenvorzüge. Wenn schon
nicht in Wien, so daftlr an idealerer Stätte — in Bayreuth.
(Fortsetzung folgt.)
Concertumsohau.
Baltimope. 5. Oonc. des Baltimore Symph. Orch. (Jang-
nickel): Ungar. Suite v. H. Hofmann, Ouvert. „Prince Igor"
V. Borodin, LRhaps. v. A. H&ll^n, fealletmusik a. ,yLeC\^^
V. Massenet, Adagio con variazioni a. dem Kaiserquart, v.
Haydn, Gbsangvorträge der Frau Metzger. — Piano Recital
des Hrn. d' Albert am 12. April mit Werken v. Bach-d* Albert
(Ddur-Praelud. u. Fuge), Beethoven (Son. Op. 109), Mendels-
sohn (Variat. sör.), Ohopin, Raff (Suite Op. 91) und Liszt
(PetrarcarSonett, „Feux foUets" u. Span. Rhaps.).
Boston. Conc. des Philharm. Orch. a. New- York (Dam-
rosch) unt. Mitwirk, der Damen Franklin, Clarke und Little
(Ges.) u. des Hm. Brodsky (Viel.) am 12. April: 3. Ouvert
zu „Leonore" v. Beethoven, „Einzug der Götter .in Walhall"
u. K^gegesang der Rheintöchter a. „Rheingold", „Walküren-
ritt" a. der „Walküre", „Waldweben" a. „Siegfried", Gesang
der Rheintöchter u. Trauermarsch a. der „Gdtterdämmerung"
V. Wagner, Violinconc. v. Beethoven. — Auf^r. v. Schu-
mann^s „Das Paradies und die Peri" durch die „Gecilia" unt.
Leit. des Hrn. Lang u. solist. Mitwirk, der Damen Ford, Whit-
tier, Thomas, Little u. King u. der HH. Winch u. Buffum.
— Concertaufführung v. Wagner's „Parsifal" unt. Leit. des
Hm. Lang mit dem Seidl-Orchester a. New- York und dem
„C)ecilia"-Club, sowie unt. gesangsolist. Mitwirk, der Damen
Mielke, Wymann u. Little u. der HH. Fischer, Dippel, Meyn
u. Henschel am 4. Mai. — Letztes Conc. des Kneisel-^uart.
unt. Mitwirk, der HH. Perabo (Clav.), NoväÖek (2. Viel.) und
Schulz (2. Violonc): Gdur-Streichsext. v. Brakms, EmoU-
Streichquart, u. Clav.-Violoncellson. (welche?) v. Beethoven.
Chicago. 8. Kammermusik der HH. Bendix u. Gen. unt.
Mitwirk, der HH. Seeboeck (Clav.) u. Scheurs (Clar.): Clar.-
Quint. Op. 81 V. Weber, Streichquart. „Aus meinem Leben**
V. Smetana, Adur-Clav.-Violinson. v. Brahms.
Cleveland. 4. Philharm. Conc: „Frithjof^'-Symph. von
H. Hofmann, Ouvertüre zu „Richard III." v. Volkmann,
drei Nummern a. „Coppelia" v. Delibes, Intermezzo a. „Oa-
valleria rusticana" v. Mascagni, Slav. Marsch v. Tscha'i-
kowsky, Solovorträge der Frau Ford (Ges.) u. des Hm. Egry
(Viol., u. A. Zigeunertänze v. Sarasate).
Darmstadt. 8. Kammermusikabend der HH. de Haan,
Helmer, Walter, Oelsner u. Reitz unt. Mitwirk, des Hm, En-
gel (Clar.): Hmoll-Clavierquart. V.Mendelssohn, Bsdur-Streich-
quart. v. Haydn, Amoll-Trio f. Clav., Clar. u. Violonoell ▼.
Brahms.
Dresden. Conc. des Sän^rs Hra. H. Melms am 6. Mai:
CUv.-ViolinsoDkte (Op. ?) v. Oade (Frl. v. Ziegler a. Hr. Els-
muin), SoloTortrige dee Frl. t. Ziegler (Lied obne Worte v.
TsohalkovTsfcy und Bmoll-Scherzo v. Chopin) der Frau
Blaroliow-Liiidnar (DecUm.) u. der KH. Melme („Ein Augen-
" ■ - " lll» V
blick" V. Hering, „Joaminstraueli'' und „FrUhlingswelt^ .
A. Ukuric«, „Aoschied" v, C. Hess eto.) u. Blsmanii (Sara-
301
cabre" u. 2. u. 8. Satz des Gmoll-Oonc. f. zwei Claviere von
Saint-Saöns, Soli f. Gea. v. Rnbinstein („Es war ein aller
König"), Brahma („Vergeblichoa Ständchen"), Betöny („Me-
lancholie", „VergiBSmeinnicht", „Spielmanns Lockung" und
„ZuTersicht"), G. Henschel (Morgenhynme u. .Jung Diet-
rich") u. A, a f. Clav. v. J. Lorenz (zwei Novelletten, Wal-
zer-Fragment u. „n mazzetto di fiori"). |
Das Felix Mendelssohn Bartholdy-Denkmal In Leipzig, modelliFt
(Nach einer photographischen Äninahme von Hermann Voge
n Werner Stein.
1 Leipzig.)
buidav.J.C. Arnes, Canzonetta t. Qodard o. Danses zt^-
nes V. Nachöz). — G^istl. Maeikaufführ. des Organisten Hrn.
Borrmann unt. Mitwirkung des Frl. Blüher (Ges.), der HH.
Brückner (Oes.) u. Eismann, sowie des Männergesang Vereins
„Liederkreis-Harmonie" am 16. Mai: Chöre v. RosseUi, CA.
Fischer (Chor a. „Teil") u. R. Palme („Wie lieblich sind
anf den Bergen"), Vocalduett v. Mendelssohn, Soli f. Ges. v.
Mendelssohn u. Beethoven u. f. Viol, v. Bheinberger (zwei
Sait«ns&tze) n. J. C, Arnes (Sanhande).
Forst. S. Fhilharm. Conc. (Beröny): HmoU-Sjmph. v.
Schubert, Ouvert. „Meeresstille und glückliche Fahrt" v. Men-
delssohn, I. Bhaps. V. Liszt, Solovortr&ge der Frau Luther
(Caav., Concartstück v. Weber) u. des Hrn. Ber6nj (Violine,
7. Conc. V, de Bäriot, Romanze b. dem 9. Conc. v. Wient-
awski u. Cavatine T. Raff)-
Ologan. Conc. des Hrn. Jul. Lorenz unt. Mitwirk, der
Sftngerin Frau Becker u. A. m. am 7. Mai: M&nnerchOre v.
Tittoria n. J. Lorenz' (Altdeutsches Minnelied), „Danse ma-
Helslngrors. 7.— 14. Hosikaufftthr. [des llnaikinBtituts;
Cmoll-Clavierquart. v. J. Brahms (HH. Dayas, Halvorsen,
Schwartz u. Merck), Streichquartette in Emoll v. J. Halvor-
sen, Op. 96 v. Beethoven und in Gdur v. Haydn (HH. Hal-
vorsen, Sante, Schwartz a. Merck), Claviertrios in Bdur und
EsdoT V. Schubert a. in CmoU v. Brahms (HH. Dayas, Hal-
vorsen u. Merck), No. 1 a. Op. 70 v. Beethoven (Frl. Hyman-
der u. gen. Streicher) u. in Amoll v. Tschalkowsky (Hr.
Ekman □. gen. Streicher), GmoU-Clav.-YioUnson. von Orieg
(HH, Dayas u. Halvorsen), ^ultaaelle", Variat. f. C^avier u.
Violonc. V. F. B. Bnsoni (HH. Dayas u. Merck), Zigeoner-
lieder Op. 103 f, Soloquart, u. Clav. v. Brahma (Ges.: Frls.
Leander u. Popofl' u. HH. Seppelia u. OjanpertL, Ciavier: Hr.
Dayas) Solovortrftge der Frls. Morduch (Gos.j „Zur letzten
guten nacht", „T>eT Rose Erwachen", „Einst, jetit" u. .Frtth-
Iingswonne" v. W. H. Dayas), Hymander (Clav., Gmoll-
Phant. V. Beethoven) u. Wendell (CUv., Gdur-Sonate v. Schu-
bert) u. der HH. Ojanperä (Wolfram's Gesänge a. „Tannhäu-
302
ser" V. Wagner u. „Om jag dör först" und „I hosten" von
R. Faltin), Dayas (Variat. u. Fuge üb.einHÄndePsches Thema
V. Brahme u. Sonaten in Bmofl v. J. Reubke, Op. 101 v.
Beethoven u. inHmoll v. Liszt), Halvorsen (Amoll-Concerte
V. S. Bach u. Vieuxtemps, EmoU-Romanze v. Chr. Sin ding
u. „Huldrelok" u. Furioso eig. Comp.) und Merck (Sonate v.
Boccherini).
Leipzig. Auffuhr, des Riedel- Ver. (Prof. Dr.Kretzschmar)
unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Martini, Sperling u. Gondar u.
der HH. G. Borchers u. Schreiber (Ges.), sowie des Hrn. Ho-
meyer (Org.) am 2. Juni: Air a. der Ddur-Suite f. Streichorch.
v. S. Bach, Pastorale f. do. a. dem „Messias" v. Händel, Historie
.,8aul, was verfolgst du mich" f. Soli, Chor in 14 Stimmen,
Streichorch. u. Org. v. H. Schütz, Motette „Singet dem Herrn
ein neues Lied" f. zwei Chöre v. S. Bach, Altdeutsches Weih-
nachtslied f. gem. Chor u. Soli v. R. Volk mann, Chorlieder
-Auf Christi Himmelfahrt", „Auf das Pfingstfest" und „Am
Tage der heiligen Dreifaltigkeit" v. J. Eccard, Soli f. Tenor
V. H. Albert, J. W. Franck u. H. Schütz (Psalm m. Streich-
instrumenten u. Org.) u. f. Org. v. S. Scheidt, M. Schildt u.
J. Prätorius. — 4. Conc. des iiiszt-Ver. unt. Leit. des Hm.
Weingartner a. Berlin: Dante-Symph. v. Liszt, 3. Ouvert. zu
„Leonore" v. Beethoven, Verwandlungsmusik a. „Malawika"
V. F. Weingartner, Solovorträge der HH. Gauschea. Creuz-
nach (Gesang, „Botschaft", „Abendgang" und „Komm" von
A. Fuchs u. „Edward" v. Löwe) u. des Hm. Schuster aus
Mannheim (Violine, 3. Conc. v. Bruch).
Neuchätel. 32. Conc. der Sociöt^ chorale (Röthlisberger)
unt. gesangsolist. Mitwirk, des Frl. Prosky a. Zürich, der
Frau Käuber-Sandoz a. Bern und des Hrn. Troyon von hier:
Fragmente a. „Orpheus" v. Gluck u. „Lohengrin" u. „Tann-
häuser" V. Wagner. (Harfe: Hr. Pester a. 2ürich.)
New-York. Conc. zu Ehren der National League of
Musicians unt. Leit. der HH. A. Seidl, Damrosch u. van der
Stucken u. Mitwirk, der Frau Ritter-Goetze (Ges.) u. des Hrn.
Brodsky (Viol.): Suite „Esclarmonde" v. Massenet, 3. „Leo-
noren"-Ouvert. v. Beethoven, Vorspiel u. „Isoldens Liebestod"
a. „Tristan und Isolde" u. Kaiser-Marsch v. Wagner, Soli f.
Ges. von Saint-Saöns (Arie a. „Samson und Dalila") und
Wagner („Träume") u. f. Viol. v. Bruch (1. Concert). —
d, Conc. des „Liederkranz": Scblussscene a. dem 1. Aufzug v.
„Parsifal" v. Wagner, Einzugsmarsch a. der „Königin von
Saba" V. Goldmark, a capella-Chöre „Die Vesper" v. Beet-
hoven und „Im Winter" v. Kremser, Solovorträge der HH.
E. de Reszkö (Q«s.), Rummel (Clav., GmoU-Conc. v. Saint-
Saöns) u. Schröder (Violonc, u. A. Spinnlied v. Popper).
— Aufführ. V. Saint-Saöns' „Samson and Dsdila" durch die
Oratorio Society unfe Leit. des Hm. Damrosch und Mitwirk,
der Frau Ritter-Goetze u. der HH. Montariol, Fischer, Moore,
Distelhurst u. Robinson. — 2. Conc. des Music Club: Streich-
octett V. Svendsen, G^sangvorträge des Frl. Pewny („Die
Nachtigall" v. Alabieff, „Rast" v. Goldmark u. „Vergeb-
liches Ständchen" v. Brahms) u. des Hm. Fischer.
OsnabrQck. Geistl.Conc. in der Marienkirche am 16. April
unt. Mitwirk, des Chors dieser Kirche, veranstaltet vom Orga-
nisten Hm. Oeser: Chöre v. Gade, Hauptmann u. Bach-Wäl-
ner, Soloquart. „Ich hab dich lieb" v. A. Becker, Vocalduett
„Quam admirabile" v. Rh ein berger, Soli f. Ges. v. Keiser
u. f. Org. V. S. Bach (Phant. u. Fuge in Gmoll) u. Rhein-
berger (And. a. Op. 162). (Nach dortigen Berichten, die dem
Orgeispiel des Hm. Oeser volles Lob angedeihen lassen, muss
die Orgel dieser Kirche ein sehr ungenügendes, eines Gottes-
hauses ganz unwürdiges Werk sein.) — Geistl. Conc. des Ge-
sangver. (Drobisch) in der St. Katharinen-Kirche am 13. Mai:
Chöre v. Händel u. P. A. Scliulz, sowie altdeutsche geistliche
Lieder „Die mystische Rose" u. „Gottes Edelknabe", bearb.
V. C. Riedel, Motette f. Frauenchor v. Mendelssohn, Soli für
Ges. V. Radecke (Geistl. Lied), Hiller (Gebet) U.A., f. Org.
v. Hesse u. S. Bach u. f. Violonc. v. Händel.
Paderborn. 4. Conc. des Musikver. (Wagner) : And. aus
dem Ciavierquart. Op. 16 v. Beethoven, Barcarole f. Clav., Viol.
u. Violonc. V. Fesca, Fdur-Clav.-Violinson. v. Grieg (Hr. Wag-
ner u. Frl. Schwartz a. Cöln), Chorlieder v. A. Kleffel („Es
fuhr ein Fischer") u. J. J. M a i^ r („Frühling ohn Ende"), Männer-
quartette v. Menager, Abt u. Pohlenz, Solovorträge der Frls.
Rintelen a. Bielefeld (Ges., „Du rothe Rose auf grüner Haid"
v. Lessmann, „0 wie tief" v. P. E. Wagner, „Der Lenz"
V. Lassen, „Sommerabend" u. „Frühling und Liebe" v.
M. Blumner) u. Schwartz (Gmoll-Legende v. Wieniawski,
5. Ungar. Tanz v. Brahms-.Toachim etc.).
Rostock. 8. u. 4. Orch.-Conc. des Ver. Rostocker Musiker
(Dr. Thierfelder): Symphonien v. Schubert (Cdur) u. Brahms
(Cmoll), Ouvertüren v. Spohr, H. Hof mann (Schauspiel-) u.
Raff („Ein feste Burg"), Trauermarsch v. Chopin, Intermezzo
f. Streichorch. v. Wüerst, „Consolation" f. do. v. Raff.
Rotterdam. Conc. v. Rotte's Mannenkoor (Verhey) unt.
Solist. Mitwirk, des Frl. Klinge a. Crefeld u. A. am 28. April:
„Johanna von Orleans" f. Männerchor, Soli u. Orch. v. H. Hof-
mann, „Velleda" f. do. v. Brambach.
Sondershausen. Kammermusik im Conservat. der Musik
am 16. Mai: Ciavierquart, v. Schumann, Seren, f. Blasinstru-
mente V. L. Bödecker, Adur-Clav.-Violoncellson. v. Beetho-
ven. (Ausfuhrende: HH. Herold [Clav.], Corbach, Schomburg,
E. u. A. Martin, Strauss, Vaupel, Bauer u. Götze.)
Speyer. 4. Conc. v. Caecilien-Ver. u. Liedertafel (Schef-
ter) mit H. Hofmann's „Editha" f. Soli, Chor u. Orch. unt.
Solist. Mitwirk, der Frls. Kolb a. Frankfurt a. M. und Closs-
mann a. Ludwigshafen, des Hm. Keller v. ebendaher u. eines
ungen. Bassisten.
Veraltete Programme^ sowie Progrofntne ohne Angabe von Ort und
Datum tHÜssen vollständig tmbeacktet bleiben!
Engagements und GSete in Oper und Concert.
Güstrow. In den Hauptsolopartien des M. Bruch'schen
„Odysseus", welcher kärzlich durch den hiesigen Gesangver-
ein zur Wiedergabe gelangte, waren Frl. Minor aus Schwerin
und das Ehepaar L issmann aus Hamburg activ und er-
regten durch ihre süperben Leistungen den lebhaftesten Bei-
fall. — London. Frl. Calvö hat sowohl als Santuzza, wie
auch als Suzel („L*Amico Fritz") im Covent Garden-Theater
reiche Ehren davongetragen, Hr. vanDyckin -Margarethe"
Trimphe gefeiert. — LQtzen. Auch heuer durile sich unser
Gustav Adolf- Verein bei Veranstaltung eines Concertes der
uneigenniUzigsten Unterstützung des Ehepaares Kl enge!
(Declamation und Violoncell) und der HH. CapellmeisterSitt
(Violine) und Tenorist Trautermann aus Leipzig erfreuen,
welchen Künstlern sich die junge Violoncellistin Miss Maj
Taylor aus Oxford, eine hochtalentirte Schülerin Meister
KlengePs, und der brillante Pianist Hr. Consolo aus Mailand
angeschlossen hatten. Die von diesen Herrschaften gebotenen
Genüsse waren abeimals seltenster und köstlichster Art und
werden allen Zuhörern unvergesslich bleiben. — Paris. Der
Tenor Hr. Lafarge, bisher am Monnaie-Theater in Brüssel,
ist für die hiesige Komische Oper verpflichtet worden. —
Schwerin. Die viel umworbene hiesifi^e Hofcapellmeister-
stellung ist an Hrn. Gille in Düsseldorf, dem ein sehr guter
Ruf vorausgeht, übergegangen. Nachfolger des Grenannten
in Düsseldorf wird Hr. Göllerich in Königsberg i. Pr. sein.
— Wien. Zu der k. k. Oper wird zum 1. August die dra-
matische Sängerin Frau Thomas-Schwarz aus Strass-
burg i. E. in festes Engagement treten.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 4. Juni. Motette „Singet dem
Herrn ein neues Lied" v. S. Bach. 5. Juni. Drei Nummern
a. der Cant. „Also hat Gott die Welt geliebt" v. S. Bach.—
Nicolaikirche: 6. Juni. Dasselbe wie am 6. Juni.
AufgefUhrte Novitäten.
Arens (F. X.), Symph. Phant. „Aus meines Lebens Frühlings-
zeit". (Leipzig, American Composers' Conc. unt. Leit. des
Hrn. Arens am 9. April.)
Bazzini (A.), Dmoll-Streichquart. (Chemnitz, 2. Kammer-
musikauffiihr. des Hrn. Pöble.)
Berlioz (H.), Ouvert. zu „B6atrice et B6n6dict". (Hamburg,
9. Abonn.-Conc. unt. Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow.)
„Die Flucht nach Egypten". (Berlin, 4. Conc. des Phil-
harm. Chors.)
B o r o d i n (A.), Es dur-Sy mph. (Bern, 6. Abonn.-Conc. der Mosik-
gesellschaft.)
Brahms (J.), 8. Symph . (Amsterdam, AussergewÖhnl. Abonn.-
Conc. im Neuen Concerthaus. Chemnitz, 11. Symph.-Conc.
der Stadt. Cap. Lüttich, 3. Conc. der Sociöt^ des Kou-
veaux-Concerts.)
4. Symph. (Leipzig, 21. Abonn.-Conc. im Neuen Ge-
wandhaus.)
Adur-Seren. f. kl. Oreh. (Berlin, 10. Philharm. Oonc.)
303
Brahms (J.), Orchestervariat. über ein Hftndersches Thema.
(Hambnrff, 10. Fhilharm. Conc.)
Trag. Oavert. (Boston, 20. Conc. des Boston Symph.
Orch.)
Bdur-Streichsextett. (Bremen, 6. Kammermusik Brom-
berger-Skalitzky.)
iTmoll-Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente u. AmoU-
Trib f. Clav., Clar. u. Violonc. (Bonn, 3., Crefeld, 8., u.
Cöln, 7. Kammermusik der HH. Hollaender u. Öen. a.
Cöhi.)
Gmoll-Clavierquart. (Bremen, 5. Kammermusikabend
der Philharm. Concerte.)
Schicksalslied f. Chor u. Orch. (Berlin, 4. Concert des
Philharm. Chors.)
Bruch TM.), 3. Violinconcert. (Boston, 18. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Chadwick (G. W.), Ouvert. „Melpomene^. (Leipzig, Ameri-
can Composers' Conc. unt. Leit. des Hm. Arens am
9. April.))
Costa (A.), Orchestersuite, Cantate „Vision" f. Soli, Chor u.
Orch. u. Legende „Pilgerfahrt der Seele" f. Sopransolo,
Frauenchor u. Orch. (Berlin, 2. Conc. des Comp.)
Dvor&k (A.), Ciaviertrio Op. 26. (Clifton, 3. Chamber Conc.
des Frl. Eyre.)
Ciaviertrio Op. 66. (Leipzig, 158. Kammermusik im
Riedel- Ver.)
Fuchs (R.), Cdur-Seren. f. Streichorch. (Cassel, 6. Abonn.-
Conc. des k. Theaterorch.)
Ddur-Seren. f. Streichorch. (Laibach, 3. Mitgliederconc.
der Philharm. Gesellschaft.)
G 6 r n s h e i m (F.), Ouvert. „Waldmeisters Brautfahrt" . (Ham-
burg, 8. Abonn.-Conc. unt. Leit. des Hm. Dr. v. Bülow.)
„Salamis" f. Männerchor, Baritonsolo u. Orch. (Chem-
nitz, 2. Abonn.-Conc. des Lehrer-Gesangver.)
Goldmark (C), Clav.-Violinsuite. (Bern, 6. Kammermusik-
mat. des Hrn. Denhof.)
Grieg (Edv.). Orchestersuite aus „Peer Gynt". (Constanz,
Symph.-Conc. des Hm. Handloser am 8. April.)
GmoU-Streichquartett. (Clifton, 3. Chamber Conc. des
Frl. Eyre.)
Clav.-ViolonceUson. (New-York, 10. Conc. der HH. Herr-
mann u. Gen.)
Grill (L.), Ouvert. „Hilarodia". (Leipzig, 21. Abonn.-Conc.
im Neuen Gewandhaus.)
Hallön (A.), Fragment a. der Oper „Harald, der Wicking".
(Berlin, Conc. des Opemver. am 4. April.)
Hansen (E. R.), Suite f. Streichorch. (Leipzig, 4. Soiröe des
Kammermusikver.)
Hub er (H.), Bdur-Sonate f. zwei da viere. (Gera, Conc. des
Musikal. Ver. am 6. April.)
Jadassohn (S.), „Vergebung" f. Chor, Sopransolo u. Orch.
(Chemnitz, 6. geistl. Musikaufßihr. des Kirchenchors zu
St. Jacobi.)
Jensen (G.), Clav.-Violoncellsonate. (Leipzig, 4. Soir^ des
Kammermusikver.)
Kahn (R.), Hmoll-Clavierquart. (Stuttgart, 8. Quartettsoiröe
der HH. Singer u. Gen.)
Klughardt (A.), 8. Symph. (Magdeburg, 8. Casinoconc.)
Cmoll-Symph. (Dessau, 7. Uonc. der Hofcap.)
Koch (F. E.), 2. Symph. (Zwickau, 8. Phübarm. Conc.)
Kronach (E.), Ouvertüre zu O. Ludwig's Trauerspiel „Die
Makkabfter". (Zwickau, 8. Philharm. Conc.)
Krug (Am.), Symph. Prolog zu „Othello". (München, 8. Conc.
des Orch.- Ver.)
Lanse (S. de), 3. Symph. (Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen
Concerthaus.)
Liszt (F.), „Les Pr61udes". (Chemnitz, 10. Symph.-Conc. der
Stadt. Cap.)
Adur-Clavierconcert. (Hamburg, 9. Abonn.-Conc. unt.
Leit. des Hm. Dr. v. Bülow.)
Mac-Dowell (F. A.), Drei Sätze a. der Orchestersuite Op. 42.
(Leipzig, American Composers' Conc. unt. Leit. des Hrn.
Arens am 9. April.)
Moszkowski (M.), Vorspiel und Balletmusik a. „Boabdil".
(Hamburg, 9. Abonn.-CJonc. unt. Leit. des Hrn. Dr. v.
Bülow.)
Nicodö (J. L.), „Bilder aus Süden" f. Orchester. (Chemnitz,
11. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
Paine (J. K), 1. u. 2. Satz a. der Symph. „Im Frühling".
(Leipzig, American Composers' Conc. unt. Leit. des Hm.
Arens am 9. April.)
Raff (J.), Ciavierquart. Op. 202. (Chemnitz, 2. Kammermusik-
aufführ. des Hrn. Pohle.)
G dur-Claviertrio. (Leipzig, 4. Soir6e des Kammer-
musikver.)
Reinecke(C.), „Ein geistliches Abendlied" f. Tenorsolo, gem.
Chor u. Ghrch. (Cnemnitz, 6. geistl. MusikauffÜhr. des
Kirchenchors zu St. Jacooi.)
Rheinberger (J.), Orgelconc. inFdur. (Amsterdam, Abonn.-
Conc. im Neuen Concerthaus.)
Esdur-Clavierquart. (New- York, 9. Conc. der HH. Herr-
mann u. Gen.)
Rubinstein (A.), D dur-Streichquart. (Dessau, 6. Abend des
Kammermusikver.)
Rufer (Ph.), B dur-Claviertrio. (Berlin, 8. Kammermusikabend
V. Hm. Emer^u. Gen,)
Schneider (Th.), „Wie lieblich sind deine Wohnungen" für
Chor, Soloquart, u. Orch. (Chemnitz, 6. geistl. Musikauf-
führ. des Kirchenchors zu St. Jacobi.)
Schumann (G.), Hmoll-Symph. (Thorn, Künstlerconc. am
22. März.)
„Amor und Psyche" f. Soli, Chor u. Orch. (Danzig,
2. Aufführ, des Danziger Gesangver.)
Sind in g (Chr.), Emoll-Clavierquint. (Chemnitz, 9. Symph.-
Conc. der städt. Cap.)
Smetana (F.), Ouvertüre „Die verkaufte Braut". (Aachen,
6. städt. Abonn.-Conc.)
Ouvert. „Vltava". (München, 3. Conc. des Orch .-Ver.)
Streichquart. „Aus meinem Leben". (Leipzig, 158. Kam-
mermusik im Riedel- Ver.)
Svendsen (J. S.), 1. Satz a. dem Violinconcert. (Chemnitz,
10. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
AmoU-Streichquart. (New- York, 8. Conc. der HH. Herr-
mann u. Gen.)
Tinel (E.), Orator. „Franziscus". (Würzburg, 6. Conc. der k.
Musikschule.)
„Die Mohnblumen" f. Tenorsolo, Chor u. Orch. (Ber-
lin, Conc. des Opemver. am 4. April.)
Tscha'ikowsky (P.), 5. Symph. (New- York, 5. Concert der
Symph. Society.)
Symph. Dicht. „Hamlet". (Boston, 18. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Clavierconc. Op. 28. (Lüttich, 8. Conc. der Soci6t6 des
Nouveaux-Concerts.)
Verdi (G.), Requiem. (Crefeld, 6. Abonn.-Conc. der Concert-
gesellschaft.)
Volkmann (R.), 1. Symph. (Altenburg, 2. Abonn.-(>)nc. der
Singakad.)
2. Seren, f. Streichorch. (Boston, 21. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
3. Seren, f. Streichorch. (Aschersleben, 6. Abonn.-Conc.
des Hm. Finzel.)
Wagner (R.), „Meistersinger^-Vorspiel. (dJonstanz, Symph.-
Conc. des Hm. Handloser am 3. April. Magdeburg, 3.
Casinoconc.) p-
„Parsifal"-Vorspiel. (Aschersleben, 6. Äbonn.-Conc. des
Hm. Finzel.)
Huldigungsmarsch. . (Caasel, 6. Abonn.-Conc. des k.
Theaterorch. Chemnitz, 9. Symph.-Conc. der städt. Cap.
Lüttich, 3. Conc. der Soci6t6 des Nouveaux-Concerts.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* In der St. James-Halle zu London haben am HO. Mai
unter kolossalem Erfolg die Hans Richter- Concerte mit
einem Wagner und Beethoven gewidmeten Programm be-
gonnen.
* Dieses Jahr soll Wales sein erstes Musikfest in
Cardiff, nach dem Muster der Feste in Leeds und Birming-
ham, haben. Der Leiter desselben soll Hr. Joseph Barnby
sein 2 welcher auch der Componist der einzigen wirklichen
Novität des Festes, des Oratoriums „Saul of Tarsus*', ist.
* Unter dem Titel „Denkmäler deutscher Ton-
kunst*', herausgegeben durch eine von der k. preussischen
Begierun^ berufene Commission, wird soeben von der Welt-
firma Breitkopf & Härtel in Leipzig ein nationales Unter-
nehmen angekündigt, das für die Tonkunst Das zu werden
verspricht, was die „Monumenta Germaniae** für die vater-
ländische Geschichte geworden sind. Seine Maj. Kaiser Wil-
helm II. hat schon vor drei Jahren ausdrücklich das vater-
ländische und künstlerische Ziel dieser Unternehmung ge-
304
billigt, die durch Yeröffentlicliuiig bezeiclmender Hauptwerke
die Entwickelang der Tonkunst in Deutschland darstellen und
damit nicht nur der Mnsikforschung, sondern namentlich der
öffentlichen Musikpflege dienen soll. Der vom Cultusminister
Dr. Bosse berufenen Oommission gehören an: Martin Blumner,
Johaimes Brahms, Friedrich C&ysander, Oscar von Hase,
Hermann von Helmholtz, Heinrich von Herzogehbeig, Joseph
Joachim, Philipp Spitta, Adolf Tobler und Carl Weinhold.
Diese Unternehmung, deren erster Band soeben als eine Ehren-
gabe für die allgemeine Mnsikau sstellung in Wien von der
preussischen Begierung ausgegeben worden ist, darf, zumal
wenn sie sich zu einer allgäneinen deutschen auswächst —
und der Name Johannes Brahms greift ja schon übw die
Beicbsgrenze — , die öffentliche Förderung in Anspruch neh-
men ; denn solcher kann ein vaterl&ndisches Werk von dieser
Bedeutung ebensowenig entbehren, wie des lebhaften Antheils
der nicht eben zahlreichen ernsten Musikpfleger.
* Die Commission zur Columbus-Feier in Genua hat
beschlossen, den Altmeister Yerdi um eine Cantate oder eine
Ouvertüre zu dieser Feier anzugehen.
* Das Haus des Zöllner-Chors in New-York ist
durch Feuer gänzlich zerstört worden.
* Wae;ner's „Lohengrin*' wurde in Sevilla zum ersten
Male gegeben und mit gespannter Aufinerksamkeit angehört.
* H. Zöllner's Oper „Faust"', 1887 erstmalig in Mün-
chen au%effihrt, ging am 96. y. Mts. neneinstudirt daselbst
in Scene.
* Hans So mm er 's Oper „Lorelei*" hatte sich bei ihrer
Erstaufftihrung im Hofbheater zu Weimar am 3. Juni einer
sehr günstigen Aufnahme zu erfreuen. Einen ausführlichen
Bericht bringen wir nftohstens.
* In Berlin gab es in vor. Woche zwei Opernpremi^ren:
in der Hofoper ging am 4. J. Strauss' „Bitter Pasman** in
Scene, während die ECroll-Oper am 3. A. Förster's JLorle"
herausbrachta Beide Novitäten fanden freundliche Au&ähme.
* Mascagni's „L*Amico Fritz" hat im Covent Qftrden-
Theater in Lp ndon eine sehr günstige Aufnahme gefunden,
welche vielleicht aber mehr dem persönlichen Erfolg des Frl.
Calv6, der Darstellerin der SuzeL zuzuschreiben ist. — Dasselbe
Werk hatte auch bei seiner £rstau£[%lhrung im Hofbheater
zu Dresden am 2. Juni einen hübschen Enolg.
* A. Enna's Oper „Die Hexe" hat bei ihrer Premiere
am Deutschen Landestheater zu Prag am 1. Juni einen
grossen Erfolg gehabt.
* Carl Beinecke* 6 neue Oper „ Der Gouverneur von Touis*^
wurde bei ihrer Erstaufführung in Leipzig am 5. Juni sehr
warm aufgenommen.
* In St. Petersburg wurde, wie es scheint, die neue
Oper „Le Prince Söröbreny" von Kazatchenko bei ihrer
erstmaligen Aufföhrung vom Publicum sehr günstig, von der
Kritik weniger gut aulgenommen.
* Die im Bellini-Theater in Neapel er8tmaligau%efährte
neue dreiactige Oper „Mercedes" von Daniele Per regrini
hat ein schwaches Libretto und die Musik ist düster und er-
mangelt des Interesses der Neuheit. — Ein verdientes Schicksal
hatten die Opern „Gringoire" von Scontrino, im Yerdi-
Theater in Padua mit grossem Erfolg- au%eföhrt, und
-Pagliaccio" von Leon Gavallo, mit ungeheurem Erfolg im
Dal Yerme-Theater in Mailand als E^tiingsoper des ge-
nannten Dichter-Gomponisten gegeben.
* An der Feier der goldenen Hochzeit des dänischen Königs-
paares in Gopenhagen nahen sich compositorisch der 87jAhrige
J. P. E. Hart mann, der Nestor der lebenden Gomponisten, und
Hofcapellmeister J. S.Svendsen beth^iligt: Ersterer schrieb
eine in der Universität aufgeftlhrte Gantate, Svendsen einen
Morgengrusschor fOr die Gopenhagener Sänger, sowie die
melodramatische und Balletmusik zu einem im k. Theater auf-
geftkhrten Festspiel von Prof. BergsÖe.
* Der Architekt Beynaud der Grossen Oper in Paris
ist von dem Minister der Schönen Künste nach Wien be-
ordert worden, um daselbst die Maschinerien und Deco-
rationen der Hofoper zu studiren, da man in Paris den
Bchn^en Decorations Wechsel noch nicht kennt, wie er in
Wien durch Dampfkrafl bewerkstelligt wird.
* Hr. Jos. M. Homeyer, ein ausgezeichneter Orgelspieler,
beging kürzlich das 26jährige Jubiläum als Organist in Duder-
* Hr. Prof. Ant. Zamara in Wien hat vom Ejiiser von
Oesterreich das goldene Yerdienstkreuz mit der Krone ver-
liehen erhalten.
Todtenliste. Ant. Aulagnier, Organist, Gomponist,
Musiklehrer und Musikalienverleger, f, 90 Jahre alt, in As-
niöres. — Alexis Bouvier, als Bomanzencomponist berühmt,
wenigerdurchseineOperetten, fam IS.Mai, 56 Jahrealt, inParis.
Beriehtlgung: In No. 92 muss es in den Berichten u.
der Goncertumschau unt. Mülheim a. d. B. Frau Graemer-
Schleger statt Graemer-Schlegel und 6. statt 9. Symph. v.
Beethoven heissen.
Brief l£
JS. 7\ in C Die Gantorstelle an unserer Thomaskirche ist
noch nicht wieder besetzt, Sie können sich also inmier noch
melden, wenn Sie auch kaum einen Erfolg damit haben dürften.
G. O. in JB, Was Sie uns Über die verstorbene Sängerin
schreiben, brachten wir unter Begleitung eines Portraits der-
a 8 t e n*
selben bereits im 16. Jahrgang unseres Bits., weshalb wir
keinen Gebrauch von Direr ger Einsendung machen konnten.
Anonymus m Z. (?). Dire Mittheilungen über das Yorleben
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No. 1. „WieMelodieausreinerSphärehörich-.öO^.
No. 2. „Ich will bia \u die Sterne". 1 Ji
No. 3. »Hein ausser Schatz! Du bist zu gut". 50 /^.
No. 4. „Ich dachte dein in tiefer Nacht". 50 4-
No, 5. „Wehre nicht, o Lieb, wehre nicht". 75 ^. '
Op. 11. 5 Duette (VolkspoeBion, übersetzt von 6. Fr.
Daumer) für zwei Singstimmen mit Piftnoforte.
No. 1. Tröstung (Litthauisch). Für Sopran u. Alt. 1 Jl
No. 2. Sehnen und Bangen (Litthauisch). Für Sopran
und Tenor. 1 Jt
No. 3. Vergeblicher Rath (Böhmiscli). Für Soprau
und Alt. 1 Jt
No. 4. Liebeagezä&ke (Neugriechisch). Für AU und
Tenor, 1 ^
No. 5. Rasche Onade (Russisch), Für Alt u. Tenor. \Ji
Op, 12. 5 MlnneiiedeP von Walther von der Vogol-
weide. Für eine Singstimme mit Pianoforte.
No. 1, Ein ICosB von rothem Munde. 50 /^.
No. 2. Bcbönheit und Tugend. 1 Ji
No. 3. Ergebung und Versagung. 1 Jt
No. 4. Unter der Linde. 1 Ji
No. 5. Gewalt der Hinue. 1 Ji
Op. 14. T LledeP för eine Singstimme mit Pianoforte.
No, 1. „D&mmerod liegt der Somraerabend" (Heine).l^
No. 2, „Einen Liebsten hab ich" (aus dem Italieni-
schen von G. Fr. Danmer). 1 Ji
No. 3. n^nd du bist vermählt" (ans dem Serbischen
von G, Fr, Daumer). 50 4,
No. 4. „Du wunderschüneB Ü&gdelein" (aus dem Ru-
mänischen von Carmen Sylva). 50 4-
No. 5. „Die Jungfrau scblAft in derKammer" (Heine),
1 Ji
No. 6. „0 Liehe, kehre meinem Herzen". 50 4-
No. 7. „Dn schaust mich an" (aus dem Rumänischen
von Carmen Sj'lva). 1 Ji
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R W. FRITZSCH.
Die Sage von „Tristan und kolde" bei
Richard Wagner.
Tod Dr. ApthuF Seldl.
(Fortaetnmg )
„Was ist Liebe unter dem Zeichen der Ewig-
keit?" — Diese inbalts tiefe, ach wer wiegende Frage, sie
bildet gleichsam die philosophische Signatur unseres Dra-
mas, und so könnten wir füglich auch dun alten Spruch:
„Was du ewig liebst, ist ewig dein" als die eigentliche
Sentenz des 2. Actes insbesondere ausgeben. Diese ernste
Frage legen sich auch die beiden Liebendon hier vor,
diese Antwort suchen eich Beide gegenseitig auch zu
geben; und es ist nur das Ewig- Wei bliche , jenes tief-
menschliche und echt weibliche Sehnsnchtsverlangeu des
liebenden Herzens, sich mit dem geliebten Wesen g nz
und vollends Eines zu wissen — dasselbe mutatis mu tan dis,
das auch, ein Qretchen ihren „Doctor" vorher bu „kate-
chisiren" verlangt, — wenn es Isolde nicht eher zur Ruhe
kommen Ifisst, als bis ihr Tristan seine innersten Regna-
gen, und geheimsten Ekupfindungen ganz und gar enthüllt
hat nnd jene philosophische Idee in ihrer vollen Reine,
das Glaubeosbekenntniss — wenn wir so sagen dürfen —
in seinem ganzen Umfange, seiner ganzen Eraft und
Tiefe nun von Beiden gemeinsam ngetheilt" wini. Dies
nAmlichistder dramatische Sinn des 2. Actes, der so oft
geleugnet worden ist. Was dereinst Altmeister Goethe
in seiner Vermählung Faustens und Helena's mit der Er-
lernung des (deutschen) Reimes durch I^etztere beabsich-
tigte, das hat hier bei Wagner in dem sich schliesslich
zu einem einzigen Helos vereinigenden Zwiegesang des
Masikdramns eine geistige Vertiefung dahin erfahren,
dnss — was dort erst nur Sstbetisch gemeint und nur
foi-mell Ausgeführt sein konnte — hier nun ideell vollendet
und materiell vollsogen ist.
Wie hier im „Tristan" (vgl. den hehren Zwiegesang:
„So stürben wir" etc.) Jedes dem Anderen immer das
entscheidende Wort vom Munde nimmt, bis ihre Stimmen
sich dann endlich in der gemeinsamen, gleichen Idee auch
zum Unisono vermählen, es erinnert gewiss nicht wenig
310
an jene bekannte Stelle der Reim-Unterweisung Helena's
durch Faust. „Eines Athems inniger Bund", — das in
und durch die Macht der Musik offenbarte Mysterium
liebender All-Einheit selbst! Auch bei Faust und Helena
ist es ja eine Beiden „gemeinsame Idee**, die dem Ge-
spräch SU Grunde liegt, zudem die (dort mit lediglich
dichterischen Mitteln) auf dem Wege des poetischen
Einklangs gesuchte und gefundene Lösung des Zwie-
spalts zur organischen Einheit; nur — wie wir jetzt wohl
noch hinzufügen ..dürfen — mit dem einen, gar wesent-
lichen unterschiede, dass dort (im Faust) schlechterdings
nur im Sinne einerWeltfreudigkeit verstanden werden
kann, was hier — von den Beiden: Tristan und Isolde —
im Sinne und Geiste der Weltüberwindung ein för
allemal entschieden wird. Es ist, wie "wenn dort noch
einmal, der alte Heide in seiner ganzen griechischen Herr-
lichkeit aufgelebt, hier aber das Ghristenthum zum ersten
Mal entscheidend in dieses Stoffgebiet der Gesammt-
b'tteratur eingetreten wäre.
Damit wären wir denn auf dem eigentlichen Höhe-
puncte unserer Betrachtung des „Tristan "-Gedichtes an-
gelangt, und nur kurz möchte ich die Aufinerksamkeit
des Lesers noch darauf hinlenken, dass wir in diesem
letzterwähnten Zuge allerdings ein gar bedeutsames Grund-
element Wagnerischen Wesens und Wagnerischer Eigen-
art aufgedeckt haben, eine charakteristische Eigenthüm-
lichkeit, die ihn von allen anderen Dichtem und Vor-
gängern — nicht nur in Behandlung dieses Stoffgebietes
— auf den ersten Blick unterscheiden muss. Wenigstens
scheint mir bisher an ihm noch immer viel zu wenig be-
achtet jene eine grosse Thatsache von der Umbildung
•.und Umwandlung aller Stoffe in dem soeben berührten
Sinne einer Umkehr von der Bejahung zur Verneinung
der Welt. Nur dadurch war eine so interessante, fes-
selnde und denkwürdige Erscheinung möglich, wie diejenige :
dass die beiden Ideen, Tristan und Parcival, welche
im 13. Jahrhundert von zwei als geistigen Gegnern
sich gegenüber stehenden Männern gedichtet worden waren
und damals noch als das Losungswort für zwei in beson-
deren Heerlagern sich schroff bekämpfende, geistige Rich-
tungen der Zeit aufgefasst werden durften, in unserem
Jahrhundert in einer einzigen Person verkörpert und
vereinigt auftreten konnten. Dass ich mich recht aus-
drücke: es ist, wie wenn erst jetzt, im 19. Jahrhundert,
durch Wagner und seine Gestaltung derselben alle jene
alten, prähistorischen Mythen, denen doch ursprünglich nur
die alte Anschauung vom Sonnenmythus zu Grunde lag
und die mit ihren Kämpfen des Sonnenhelden gegen die
nächtlichen Gewalten zum Leben im Lichte doch immer
nur im Sinne der Bejahung und der Lebensfreudigkeit,
des weltlichen Thatendranges und seines äusseren Erfolges
verstanden werden konnten, — als ob erst jetzt, sage ich,
diese alten Sagen endlich ganz und gar vom christlichen
Geiste der Welt-Verneinung durchdrungen wären, erst
heute das Christenthum auch diese altheidnische, daseins-
freudige und lebenslustige Poesie endgiltig sich erobert
und überwunden hätte. In diesem (oder doch ähn-
lichem) Sinne konnte auch der edle Novalis in der 5.
„Hymne an die Nacht" Christum als Denjenigen feiern,
der das ernste Räthsel der ewigen Nacht, das die
heitere griechische Welt ängstigende Todesräthsel, ge-
löst und zum Tag erhellt habe!
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Zweites Westfälisches Musikfest zu Dortmund
am 22. und 23. Mai 1892.
Erster Tag.
Dass alle zweiten Werke und Unternehmungen ihre
Achillesferse haben und dem Neide der Götter ganz vorzugs-
weise ausgesetzt sind, kann Niemand geistvoller auseinander-
" setzen, als Friedrich Nietzsche es gethan hat. Auch das zweite
West&lische Musikfest hatte, im Vergleich zu seinem so
ausserordentlich glänzend gelungenen Vorgänger, etnig^er-
maassen unter diesem Unstern zu leiden. Dies betrifil haupt-
sächlich die Leistungen des Chores. Die Batterie war zwar
stärker als das erste Mal (nach dem Yerzeichniss 827 Stimmen
e;egen 677), aber sie war bei Weitem nicht so stark geladen.
reicht nur entbehrte der prachtvolle Erö&ungschor von Bach:
„Lobet Qott in seinen Keichen^ fast ganz jener Frische,
Klangfülle und spontanen Begeisterung, welche wir vor zwei
Jahren nicht genug zu r&hmen hatten, sondern selbst in den
bekannten, Allen geläufigen Chören der ,,Schöpfung*' wollte
es über ein gewisses Durchschnittsmaass wohlanständiger
Correctheit nirgends recht hinaiiskommen, weder im forte
(.Stimmt an die Saiten**), noch im piano („Gepriesen sei des
Herren Macht**), noch im crescenao („Dich beten Erd und
Himmel an**). Nur der Schlusschor des zweiten Theiles er-
reichte ganz, der des ersten annähernd die frühere Höhe.
Woher diese auffedlende Erscheinung? Weder in der Persön-
lichkeit des Dirigenten, der seine glänzende Befähiguns^ fbr
die Aufgabe schon vor zwei Jahren so unwidersnrechlich
dargethan hatte, ist der Grund zu suchen, noch ancn in dem
Stiinmenmaterial des Chors, welches im Wesentlichen dasselbe
war, wie damals. Von Yortheil war es jedenfalls nicht, dass
das Hauptwerk des Festes, Haydn^s „Schöpfung^, im Laoie
des Winters und noch kurz vor dem Feste von vexachiftd«»»^
der mitwirkenden Vereine fEir sich allein aufgeltüift worden
war: dadurch musste die beste Frische vorweggenommen
werden und konnte sich leicht eine verhängniss^ue falsche
Sicherheit einstellen. Da aber auch der Chor von Bach unter
dem Uebel zu leiden hatte, so kann dies nicht die wahre und
ausschlaggebende Ursache gewesen sein. Es bleibt daher nur
die Erklärung übrig, dass diesmal nicht, wie vor zwei Jahren,
der Festdirigent, Hr. Julius Janssen, die Oberleitung auch
der Vorübung der einzelnen Vereine hatte. (Gerade diesem
Umstände g&ubten wir damals die ftir einen Musikfisstchor
fast unerhörte Einheitlichkeit, durchschlagende Kraft und
Sicherheit zuschreiben zu müssen, und in der diesmaligen Er-
fahrung finden wir die Gegenprobe. Wir setzen durchaus keinen
Zweifel in die Versicherung aes — beiläufig bemerkt vortrefflich
redigirten — Festbüchleins, dass „die Herren Dirigenten der mit-
wirkenden Vereine in dankenswerthester Weise durch fleissige
und gewissenhafte Vorarbeit das Werk gefördert haben**.
Wenn aber zwölf verschiedene Vereine, unter denen nur der
Dortmunder eine beträchtliche, aber keineswegs entscheidende
relative Majorität besitzt, ihre Aufgaben gänzlich unabhänjgig
von einander vorbereiten, so ist es nicht menschenmöglich,
in einer oder zwei Hauptproben diese disparate Masse zu
einem einheitlichen Gkmzen zu verschmelzen. Gerade je tüch-
tiger die Dirigenten der einzelnen Vereine sind, um so selb-
ständiger wird ihre individuelle Auffassung in der feineren
Ausarbeitung des Werkes sich geltend machen, um so stören-
der werden aber auch die Literferenzerscheinungen "beim Zu-
sammentreten des G^esammtchores sein. Wenn uiso irgendwo,
so ist hier Vielköpfigkeit vom Uebel, und es ist auf das Drin-
gendste zu wünschen, dass für das nächste Fest wieder eine
engere Fühlung unter den mitwirkenden Vereinen hergestellt
wird.
Nachdem wir uns hiermit unserer schwersten Beferenten-
pfiicht entledig haben, können wir mit um so vollerem Lobe
des namentlich im Streicherchor, aber auch in den Solobläsem
vortrefflich besetzten Orchesters bedenken. Die Ouvertüre zur
„Zauberflöte** gelang ideal, absolut vollendet. Die Tempofhh-
rung des Hm. Janssen war meisterhaft, das HaupteeitmaasB
bewegt, wie es dem reichen inneren Leben des Stückes ent-
spricht und doch voll besonnener, „apollinischer** Mfiasigung,
311
sodass es vollkommene Deutlichkeit auch der feinsten, zarte-
sten Gliederungen gestattete. Auch die Farbenabtönung des
DurchftdirungeSheiles war hoch zu rühmen, und die syinboU-
sehen Bl&seraccorde glauben wir nur unter ▼. Bülow so ein-
dringlich und rhythmisch correct {fiP\P ) wie hier gehört
zu haben. Auf gleicher Höhe der Vollendune^ stand die Wieder-
gabe des Yiolinconcertes von Beethoven £irch Hrn. Halir.
Solist. Dirigent und Orchester gaben ein glänzendes Beispiel
künstlerischen Zusammenwirkens, in vollkommener Freiheit
und schönster Harmonie, sodass man sich völlig ungestört der
Zaubermacht dieses herrlichen Beethoven*schen Morgenpsalms
hingeben konnte. Es waren Momente höchster Weihe und
himmlischer Weltentrücktheit, wie wir sie lang» nicht mehr
erlebt hatten. Hr. Halir spielte noch, mit vollendeter Meister-
schaft, zwei unbegleitete Solostücke, Suitens&tze von S. Bach,
die aber leider wegen ihres immerhin überwiegend histori-
schen bez. musikarchäologischen Interesses flLr das grosse
Publicum verloren gingen.
Wenden wir uns nun zu den Gtesanessolisten, so ist zu-
nächst von der Sopranistin FrL Gustave Tilly aus Dortmund
zu sagen, dass sie über eine tüchtige allgemein-musikalische
Bildune und gutes Gehör verfügt und eine gediegene Art zu
singen hat, an der wir nur das hin und wieder vorkommende
Einsetzen klingender Anfangsconsonanten auf fremden Tönen
auszustellen hätten. Leider aber besitzt ihre Stimme nicht
demjenigen sinnlichen Glanz und Reiz, den ein Musikfest-
publicum nun einmal in erster Linie von seinen Solisten ver-
langt und der in einem Werke der naiven Ckkttun^^ aller-
dings doppelt ungern entbehrt wird. Dass es FrL Tüly
trotzdem gelang — und zwar hauptsächlich im dritten Theile,
wo vorzugsweise das menschliche Gtefühlsleben als solches zur
GeltunA^ kommt — , durch Innigkeit und Wärme der Empfin-
dung £e Sprödigkeit ihres übrij^ns keineswegs positiv un-
angenehmen Organs zu übarwinden, gereicht ihr im Vergleich
zu ihren von der Natur in dieser Hinsicht mehr begünstigten
Kunstgenossinnen zu um so grösserem Lobe.
Hr. WiUy Birrenkoven aus Göln besitzt einen metallrei-
chen gut geschulten Heldentenor, an dem freilich, wie der
manchxnal nicht sofort ungetrübte Ansatz hoher Töne beweist,
die Anstrengungen seines Bühnenberu& nicht sanz spurlos
vorübergegangen sind. Den stilistischen Anforderungen des
Oratoriengesanges weiss Hr. Birrenkoven in erfreulicher Weise
und jedenfalls mehr als Viele seiner Bühnencollegen gerecht
zu werden. Seine schöne Auffassung der Arie „Mit Würd und
Hoheit^ sagte uns ganz besonders zu.
Hm. fudolf von Milde aus Weimar liegt anscheinend das
Weiche, Zarte, GemüthvoUe näher^ als das Grosse und Pathe-
tische. Er besitzt einen umfeuigreichen Bassbariton von war-
mer, sehr sympathischer Klangfarbe und eine schöne Ton-
bildune, die nur hin und wieder durch eine gewisse, an das
Süsdicne streifende Manier ein weni^ beeinträchtigt' wird.
Hiervon abfi;e6ehen ist sein Vortrag frei von stiüstiscäien und
sonstigen ungehörigkeiten. Wir möchten auch glauban, dass
ihm nach weiteren Studien noch Gebietserweiterungen nach
der Seite des grossen Stils vorbehalten sind; sein prächtiges
Organ wenigstens dürfte ihm hierbei keine Hindernisse
bereiten.
Alles in Allem scheiden wir von den Eindrücken dieses
ersten Tages mit der Erinnerung an manchen hohen Gtenuss
und mit l^rechtigten Hoffnungen auf ein gutes Gelingen des
kommenden Tagewerks.
(Schluss folgt)
Hannover» im Mai.
tn den letzten Monaten der Goncertsaison (seit Anfiemg
Februar) war uns Fni.u Musica besonders hold; zahlreiche
musikalische Darbietnxigen, theUs von wahrhaft künstlerischem
Werthe, £Anden statt. Zunächst gedenke ich der zweimaligen
scenischen Aufrührung des Oratoriums „DieLegende von der
heiligen Elisabeth** von Liszt durch die Hannoversche
Musikakademie unter Leitung des k. Capellmeisters Hm.
Kotzky. Das Werk fiemd Darstellung am 95. und 27. Febr.
Mitwirkend waren als Solisten Frau Agnes Stavenhagen =
Elisabeth. Frau Anna Beok-Radecke = Landgräfin, Hr.
Alois Grienaner=: Landgraf Ludwig, Hr. Gillmeister =
Kaiser Friedrich und Landmif Hermann, sowie Hr. Brune =
Magnat und Seneschidl. Der Chor zählte circa 260 Sänger,
den Orchesterpart vertrat die k. Gapelle. In Scene gesetzt
war das Werk dqrch Hrn. Opemregisseur Uttner: die präch-
tigen Decorationen waren angefertigt von dem Tneatermaler
Hm. Knauerhase von hier. TJeber den Werth des gross-
artigen, erhabenen Werkes bemerke ich nur, dass es veraient,
recht oft aufgeführt zu werden. Die Darbietung desselben
war, wenn auch nicht vollkommen, so jedoch eine würdige.
Frau Stavenhagen verkörperte das Bild der liebreizenden,
frommen Elisabeth in edler Weise. Die zwar nicht sehr n-osse
Stimme tönte innig und erwärmend. Der gemüth- una cha-
raktervolle Vortrag erhöhte die Wirkung. Trefflich in Ton
und (Gebärde vertrat Frau Beck-Radecke die Landgräfin.
Lobenswerthes leisteten auch die anderen Solisten. Die Chöre
sangen sicher: imponirend wirkte besonders der Chor der
E[reuzfahrer. JDie Auffuhrungen waren gut besucht und ver-
dientermaassen von bedeutendem künstlerischen Erfolge be-
gleitet. Die zweite Grossthat des Vereins war die Auffüh-
rung der Matthäus-Passion von S. Bach. Schon seit längeren
Jahren erhält der Charfreitag eine besondere Weihe durch
diese Darbietung, welcher (Gebrauch nun hoffentlich auch als
feststehend gelten wird. Frl. Pia v. Sicherer und Frau
Metzler-Löwv, sowie die HH. Rob. Kaufmann aus Basel,
Staudigl und Gillmeister vertraten die Solostimmen höchst
lobenswerth. Neu für Hannover war der genannte Tenorist,
welcher sich stimmlich gut für die Partie des Evangelisten
eignet und auch geschmackvoll vorträgt; nur liess derselbe
in rhythmischer Beziehung theilweise Sicherheit vermissen.
Chor und Orchester (k. CapeUe) wirkten unter Hm. Kotzky's
Leitung taktfest und ausdrucksvoll.
Von der königl. Gapelle sind die vier letzten der acht
Abonnemen tconcerte zu verzeichnen. Das 5. Concert
verschönte Frau LiUian Sanderson durch ihre Mitwirkung,
und das Orchester brachte die 3. Symphonie von Mendelssohn,
Ouvertüre „Le Camaval romain" von Berlioz und Rhapsodie
in zwei Sätzen von Lalo zu Gehör. Literessant gestaltete sich
das 6. Concert durch den Gast Hm. Stavenhagen, welcher
das glanzvolle Esdur-Clavierconcert von Liszt mit grosser
Klarheit interpretirte und damit voUen Erfolp^ erzielte. Hr.
Gillmeister (Bassist) reussirte gut mit seinen Liedervor-
tiilgen; weniger mit einer Orchesterballade „Ekkehard" von
F. Schilling, welcher zu geringer, wirksamer musikalifloher
Stoff innewohnt. Das Orcnester führte zu Anfang des Con-
certes die etwas veraltete Ouvertüre zu ^'erabras** von Schu-
bert aus, während die immer schöne Bdur-Symphonie von
Schumann den Schluss des Concertes bildete und recht gut
dargeboten wurde. Ln 7. Concert gelangte die 1. Symphonie
vonBrahms zu G^hör, ohne grössere Wirkung zu hinterlassen,
woran wohl die etwas matte Ausführung von Seiten des Or-
chesters die Schuld trug. Auch der herrliche Kaiser-Marsch
von R. Wagner, welcher am Ende des Programms stand, fiind
keine wür£ge Reproduction; schon allein das Tempo war zu
schnell genommen. An der Seite des 8. Ranges des Opern-
hauses war der für den betreffenden Gesang zu wenig zahl-
reiche Theaterchor ungünstig postirt, sodass der Letztere mit
seinen Tönen kaum durchdrang. Derartige Ausführungen
können dem Werke, welchem sonst begeisternde Wirkung inne-
wohnt, das hier aber fast spurlos vorüberging, nur schaden.
Zur Mitwirkung in diesem Concert erschien der berühmte
Violoncellist Popper, welcher ein eigenes einsätriges Concert
(Gdur) mit Orchester vortrug. Die erwähnte OomDosition
(wohl eher nur Concertstück zu nennen) ist kein schwung-
voUes, aber fein empfundenes Werk und wohlklingend instru-
mentirt; sie wurde von Hm. Popper zugleich sehr schön ge-
spielt. Grossen Beifall erntete der Künstler mit seinen klei-
neren Vorträgen, in welchen er grosse Technik bekundete.
Frl. Jahn, unsere verdienstvolle zweite dramatische Sängerin,
vertrat den vocalen Theü und sang eine Arie aus „Elias^,
sowie Lieder von Schumann und Bräms, doch schien ihrem
künstlerischen Ghelingen an diesem Abend kein günstiger Stern,
denn der Vortrag litt an merklicher Aufregung. — Im 8. und
letzten Concert bessHr. Professor Joachim seine ^'ielbewun-
derten Violintöne erklingen und brachte das Concert Op. 68
von Bmch, sowie Sonate („Le TriUe du diable**) von Tartini
und die unvermeidliche Zugabe zu Gehör. Die Aufiiahme war
eine enthusiastische. Frau Koch-Bossenberger sang eine
Arie aus der Oper ^ritannico** von Graun und fand viel
Applaus nach dem Vortrag des Frühlingsliedes von Becker
und einer da capo-Nummer. Das Orchester leitete das Concert
mit der Ouvertüre zu „Ali Baba** von Cherubini ein und be-
schloss dasselbe mit der Cmoll-Symphonie von Beethoven.
Wie aus den Programmen der besprochenen Concerte, welche
r5*
312
der Direction des Hm. CapellmeiBter Hern er unterstellt
waren, zu ersehen ist, bestanden die Orchesterwerke &st ohne
Ausnahme aus älteren, sogenannten classischen Werken. In
meinen früheren Berichten habe ich den Mangel an Novit&ten
in den Programmen der k. Capelle wiederholt beklagt, und
es scheint vorl&ufig leider noch keine Aenderung, wenigstens
in den von Hm. Hemer geleiteten Concerten, eintreten zu
wollen.
(Fortsetzung folgt.)
(Fortsetzung.)
Wien.
Des gewohnten Zuspruchs eines begeisterten Stammpubli-
cums erfreuten sich die Concerte unseres beliebtesten Lieder-
sikngers 'Hm. Gustav Walter und seines weiblichen Gegen-
stüäes, derG^sangsprofessorinS. Nicklas-Kempner: Beide
begegnen sich in auserlesener Zartheit des Vortrages ^ die
freilich nicht selten die Grenzen des weichlich-Süsslichen
streift. Man sehnt sich dann mitunter nach einem kräftigen
Brustton. Frau Nicklas-Kemnner hatte den Dritten ihrer drei
Liederabende ausschliesslich J^ovitäten Wiener Componisten
gewidmet, da gab es denn natürlich recht viel Unbedeutendes
zu h()ren, mochte auch Jeder der vorgeführten Tonsetzer noch
so sehr von seiner Unsterblichkeit überzeugt sein. UmMiusver-
Ständnissen vorzubeugen, sei sogleich erwähnt, dass Brahms,
Groldmark und der poetisch empfindende und mit peinlicher
Sorgfalt an seiner oelbstvervoÜkommnung arbeitende R. Heu-
berger in jenem Concerte nicht vertreten waren. Selbstver-
ständlich auch nicht der kühne, von Wagnerischen Prämissen
ausgehende Neuerer Hugo Wolf, der ja in gewissen Kreisen
wegen seiner persönlichen Rücksichtslosigkeit, die er nament-
lich als musikab'scher Berichterstatter eines Wiener Wochen-
blattes an den Tag gelegt, geradezu als vervehmt gilt. Es ist
factisch vorgekommen, dass, als Frl. Marianne Brandt einige
Lieder von Hugo Wolf aufis Programm setzen wollte, der Musik-
kritiker eines Wiener Tageblattes ihr seinen Besuch machte,
um sie zu warnen: es würde nicht ein einziger (!) Journalist
über ihr Concert schreiben, wenn sie auch nur ein einziges
Wolf schee Lied sänge. Welche Anmaassung, als engeres liut-
flied einer in Wien sattsam bekannten Clique förmlich im
famen der gesammten Kritik sprechen zu wollen ! £s gibt ja
bei uns Gott sei Dank! noch unabhängige Federn genug, die
sich den Teufel um Persönlichkeiten scheeren. Aber die grosse
Künstlerin Marianne Brandt Hess sich wirklich einschücntem
und strich die Wolfschen Lieder (bezüglich Welcher ein an-
deres, selbst componirendes Mitglied jener Clique die Ent-
deckung ^macht: dass sie absolut nicht zum Singen seien)
ohne Weiteres vom Programm, gerade wie ein Jahr zuvor
demselben Terrorismus nachgeoend auch ein nicht minder
bedeutender, seither leider dahin geschiedener Meister des
Vortrags: Emile Blauwaert, gethan. Ein hübsches Pröbchen
der musikalisch-kritischen Zustände in Wien! Wie es scheint,
kann es die Clique Hugo Wolf, wie Anton Brückner auch
nicht verzeihen, dass Beide gleichsam aus dem Schoosse un-
seres Akademischen Wagner-Vereins hervorgegangen sind,
jedenfalls ohne dessen eifriges Hinzuthun heute lange nicht
so bekannt wären, wie es ihrer Bedeutung zukommt. Bei
Brückner ist diese Bekanntheit in Wien bereits zur Berühmt-
heit, ja, was vielleicht mehr wie^t, zur Popularität gediehen :
man braucht nur in unserer Musikausstellung herum zu wan-
dern, um allenthalben Bruckner's Namen zu vernehmen, ihn
selbst in Wort 'und Bild vorgeführt zu sehen (Tilgner^s spre-
chend ähnliche Büste erregt geradezu Aufsehen imd war schon
öfters mit Blumen geschmückt), selbst das Schattenspiel in
dem kleinen japanesischen Theater hat sich den greisen Meister
als eine der markantesten musikalischen Persönhchkeiten nicht
entgehen lassen, die — vor etwa zehn Jahren vom grossen
Publicum in Wien entweder noch gar nicht gekannt oder
doch kaum ernst genommen — nun gewöhnlich in Einem
Athem mit Brahms ^nannt wird: die zwei berühmten
Doctoren unter den Wiener Componisten: wie oft vernehmen
wir dieses geflügelte Wort auf der Ausstellung! Hugo Wolf
ist nun freilich nicht entfernt zu gleich allgemeinem Ansehen
durchgedrungen, wie Brückner, was einerseits schon durch das
von inm vorzugsweise gepflegte, weit bescheidenere Genre
(Einzel^esang mit Ciavier), andererseits auch in einem gewissen
Uebereifer seiner Freunde begründet erscheint, der dann na-
türlich auf der anderen Seite wieder verdoppelte Opposition
erweckt. Wolfs begeistertste Vorkämpfer m Wien sind be-
kanntlich Prof. Josef Schalk, der Chordirigent des Akademi-
schen Wagner- Vereins, und Ferdinand Jäger, der geistvolle
Wagner-Sänger. Wie nun die Beiden zusammen in dem Con-
certe des Pianisten Ferdinand Löwe Wolf sehe Lieder vortrug;en
— es waren nicht weniger als zwölf und genau die Hälfte
musste wiederholt werden — ^ da konnte sich gewiss kein Un-
parteiischer dem zwingenden Reize dieser die verschiedenartig-
sten poetischen Stimmungen meisterhaft wiedergebenden Cha-
rakterstücke entziehen. Läuft auch manche Herbneit mit unter,
mag man diese oder jene Modulation für zu gewagt, viel-
leicht auch Einzelnes seine Wagner*sche Abstammung zu
wenig verhüllend finden, der G^sammteindruck: es mit einer
musikalischen Kraft zu thun zu haben, die genau weiss, was
sie will, und das Gewollte auch erreicht, lässt sich doch nir-
gends hinwegdisputiren. Nun begreifen wir allerdings, dass,
rein musika&ch genommen, die Härten einzelner Wolrschen
Lieder einem sehr empfindlichen und nur an den älteren
Modulationsplan gewöhnten Ohr wenig behagen mögen. Aber
auch nach £eser Richtung gibt es bei dem geistvollen, feu-
rigen Tonsetzer zahlreiche Ausnahmen, welche die gegnerische
Kritik, wäre sie nur ein Bischen um Ehrlichkeit bemüht, nicht
verschweigen sollte. Nehmen wir beispielsweise Eine der
neuesten Wolf sehen Gaben, seine Vertonung von ^Wer sein
holdes Lieb verloren** aus dem „Spanischen Liederbuch** von
Geibel und Heyse: wir wüssten wahrlich nicht, was selbst
etwa ein einseitiger Verehrer von Schubert, Schumann und
Robert Franz an dieser reizvollen Comnosition, in welcher
sich Singstimme und Ciavier auf das Scnönste melodisch er-
gänzen, gleichsam wechselseitig die Worte von den Lippen
nehmen, — ausstellen könnte?! Und die humoristische &aft
des „Tambour**, des „Soldat**, des „Rattenfllnger**, die elegische
Poesie, welche „ Anakreon^s Grab** durchströmt, die Begeiste-
rung, in welche bei Wolff das Eichendorff'sche „Heimweh*
(„Grüss dich, Deutschland, aus Herzensgrund**) oder desselben
Dichters „Freund** ausklingt, die fromme Linigkeit des „Ge-
bet", „Auf ein altes Bild**, der dramatische Schwung von
„Seemanns Abschied**, die ossianische Erhabenheit von
j/WegU's Gesang**, — wie bezeug dies Alles des Componisten
Talent, wie verdiente es auch in Deutschland allgemein be-
kannt zu sein! Dass an eben jenem sensationellen Abend,
der Hugo Wolf und seinen beiden Interpreten einen so gnwwsv
Triumph verschaffte, der zweite Concertgeber, Hr. Ferdinand
Löwe, ganz meisterhaft Liszt^s Hmoll-^onate vortrug, die
mit ihres Schöpfers Herzblut geschriebene Tondichtung gleich-
sam wie ein eigenes Erlebniss mittheilend, wurde schon an
einer früheren Stelle dieses Briefes bemerkt. Auch S. Bach's
Orgelphantasie und Fuge (Gmoll) in Liszt's TJebertrasung und
die letzte Cmoll-Sonate (Dp. 111} von Beethoven gaoen dem
trefflichen Spieler Gelegenneit zur Verwerthung seines sel-
tenen DarsteÜungstalentes, das doppelt achtenswerth erscheint^
weil es sich stets nur als solches gibt, nie egoistisch-virtuosen
Zwecken dient. — Dass ein feinsinniger und hochgebildeter
Wiener Componist Schumann'scher Richtung (gegenwärtig der
feuereifri^e, imermüdliche Dirigent der Populären Symphonie-
concerte in der Musikausstellung), Hr. Hermann Gräaener,
neuerdings als musikalischer Lyriker mehr bekannt wurde,
ist das Verdienst des Baritonisten Ed. Gärt ner, Eines unserer
bestgeschulten und intelligentesten Concertsänger, der sich mit
besonderer Vorliebe Grädener's keusche, populäre Liedermuse
zur Interpretation erkoren. Hr. Gärtner concertirt theils allein,
theils in Verbindung mit dem talentvollen jungen Hornbläser
Louis Savart, der uns u. A. mit einer Jugendarbeit von
Richard Strauss: Concert für Waldhorn Dp. 11, b^annt machte.
Ein sehr wohlklingendes und formgeredites, aber nichts we-
niger als originelles Stück, das eigentlich nur dadurch inter-
essirte, dass es im Zusammenhalt mit des geistreichen Com-
ponisten neuesten Schöpfungen den in ihm zum Durchbruch
gelangten vollständigen Wandel ästhetischer Anschauung
überraschend beleuchtete. Wer hätte nach dieser harmlosen
Gabe absoluter und zu bestimmten Solozwecken geschriebener
Musik die hyperkühnen symphonischen Dichtungen „Don
Juan** und „Tod und Verklärung** voraussehen können?!
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Bilden die Aufführungen von Oratorien oder
sonsti^n ein Concert ausfüllenden Wericen durch den Ried el-
Verein entsprechend der stets hervorragenden Bedeutmig der
Vortragsobjecte wirkliche Höhepuncte im Musikieben unserer
513
Stadt, so besitzen die a cajpella^Ooncerte dieses Vereins eine nicht
mindere Anziehungskraft in der mit künstlerischer Gewähltheit
verbundenen Mannigfaltigkeit der Programme und dem Beiz,
den feinschattirter und seelisch beleoter Chorgesang ohne
Instrumentalbegleitung stets auf das Gemüth des empfinden-
den Menschen ausübt. Nach beiden Richtungen gewährte die
Aufführung des Mustervereins am 2. Juni hohen, ungetrübten
Genuss. Hatte der eminente Dirigent des Vereins Hr. Prof.
Dt. Kretzschmar in dem vorhergehenden a capella-Concert
die Venetianische Tonschule in ihren hauptsächlichsten Ver-
tretern zu Worte kommen lassen, so waren es in der letzten
Aufführung Werke deutscher Componisten von Eccard bis auf
die neueste Zeit, welche das Programm bildeten. Von Eccard
sang der Verein die preussischen Festb'eder „Auf Christi Hirn-
Steigerung und das Dritte durch seine Glaubensfestigkeit sich
besonders charakterisirten. Hinen folgte die Historie „Saul,
was verfolgst du mich" für Solostimmen, Chor in 14 Stimmen,
Streichorchester und Orgel von H. Schütz, welche in ihrer
ganzen Conception, in der zielsicheren und kunstvollen tech-
nischen Beherrschung des Stoffes und ihrem packenden musi*
kaiischen Ausdruck schon allein hinreichte, diesem Tonsetzer
die ihm gebührende Stellung in der Entwickelung deutscher
Musik anzuweisen, als Vorläufer des Titanen S. Bach, dessen
gewaltige Motette „Singet dem Herrn ein neues Lied" den
chwer- und Höhepunct des ganzen Concertes ergab. Mit
Bobert Volkmann's Altdeutschem Weihnachtslied aus dem
12. Jahrhundert, einem der bedeutungsvollsten Werke der
kirchlichen Tonkunst unserer Zeit, war dem Verein die letzte
Aufgabe in diesem Concert gestellt. Unter der begeisternden
Führung des Hm. Prof. Dr. Kretzschmar erhielten die Lei-
stungen des Chores den Charakter gesanglicher Improvisationen,
so sicher und frei, abgelöst von jeder technischen Beeng^ung,
dafür überall durchdrungen von einem heiligen Kunsteifer und
lebensvoller Empfindung, in dem S. Bach 'sehen Doppelchor
„Singet dem Herrn ein neues Lied" geradezu monumental,
festäteten sich dieselben. Die Soli resp. das Soloquartett in
en Werken von Schütz,. S. Bach und Volkmann waren durch
die Frls. Martini, Sperling und Gondar und die HH.
G. Borchers und Schreiber angemessen besetzt und kamen
bis auf ein kleines Versehen der Altistin ungefährdet zum
Austrag. Neu waren Frl. Sperling mit ihrem klaren und sym-
pathischen Organ und musikalischen Vortrag und der mit einer
nübschen Stimme ausgestattete, aber in der Tonbildung und
im rhythmischen Gefühl noch unsichere Bassist. Von den
Gesangsolisten trat Hr. Borchers in Liedern von H. Albert
und J. W. Franck, sowie in dem Psalm „Mein Herz ist bereit"
von H. Schütz noch besonders hervor. Sein intelligenter und
empfindungs voller Vortrag, verbunden mit sehr deutlicher
Aussprache, erweckte allgemeine Anerkennung. Weitere soli-
stische Gaben spendete Hr. Homeyer, der sich ausserdem
durch sein Orgelaccompagnement um das Concert verdient
machte, in Stücken von S. Scheidt, M. Schildt und J. Prätorius,
deren Eindruckslosigkeit durch den nach unserer Ansicht etwas
farblosen Vortrag nicht behoben wurde. Mit Streichorchester-
stücken von S. Bach (Air aus der Ddur-Suite) und Händel (Pa-
storale aus dem „Messias") wurde das Pro^pamm in rein in-
strumentaler Weise erweitert. — Bei der jetzt schwebenden
Frage der Neubesetzung der Can torstelle an der Thomaskirche
dürnen mit uns wohl die meisten Besucher dieses Concertes
unwillkürlich im Stillen gewünscht haben, dass der in der
praktischen wie wissenschaftlichen Förderung der Musik gleich
exceptionelle Künstler, welcher bisher nur vorübergehend, als
Dirigent der Biedel-Concerte, vom Chor des berühmten Gottes-
hauses aus in so seltenem Grade Liebe und Begeisterung für
die kirchliche Tonkunst bei Ausführenden und Publicum zu
entzünden versteht, zum ständigen Wirken an dieser Stelle
von den mit der Neubesetzung des Cantorats betrauten Be-
hörden berufen werden möge^ und wenn wir diesem Wunsche,
der sich mit der in urtheilsfllhigen Kreisen unserer Stadt
ganz allgemein herrschenden Meinung in dieser Frage deckt,
öffentlich Ausdruck geben, so handeln wir vor Allem im In-
teresse der wichtigen Sache selbst.
F. Li»zt*8 Dante-Symphonie, die Brichard Wagner als die
„Seele des Dante^schen Gredichtes in reinster Verldärung" und
als „Eine der erstaimlichstenThaten der Musik" bezeichnet, in
ihrer Originalgestalt in Leipzig bekannt gemacht zu haben,
ist Eines der grössten Verdienste, die sich derLiszt-Verein
mit Hm. Martin Krause an der Spitze um den Genius Liszt^s
erworben hat. Derselbe brachte das Werk — gleichzeitig mit
der Faust-Symphonie — - als Novität in seinem grossen Theater-
concert am 22. Oct. 1886. Die Aufführung beider Schöpfungen
war eine unvergessliche That unseres Theater- und Gewand-
hausorchesters und dessen genialen, unersetzten und unersetz-
baren ehemaligen Capellmeisters Nikisch. Im 4. heurigen
Liszt-Vereinsconcert <am 3. Juni) erfolgte in der Alberthalle
durch die verstärkte Capelle des 184. Infanterie-Itegiments
und einen stimmlich gut beschlagenen und trefflich singenden
Frauenchor unter Führung des Hrn. Hofcapellmeister W ein-
gar tn er die erste Wiederholung des Werkes. Sie ergEib eine
ganz erstaunliche Leistung der vorzüglich disciplinirten Militär-
cap^elle und erwies von Neuem auf das Eclatanteste die ^ross-
artige Directionsbegabung des "Hin, Weingartner, der mit der
vollkommen sicheren technischen Beherrschung des Stoffes
eine äusserst feinfühlige Auffassung verbindet und seinen
jugendlichen Enthusiasmus für die von ihm verehrten Com-
positionen auch unverktLrzt auf die Ausführenden zu über-
tragen weiss. Verleitet ihn sein Temperament auch manch-
mal, mehr auf die Gesammtwirkung aer Composition hinzu-
arbeiten, als minutiös auf das feine Geäder zu achten, so
kommt dieser Ueberschuss an phantastischer Schwungkraft
gerade der imposanten Dante-SchöpfongLiszt's mehr zustatten,
als zum Nachtiieil, die in erster Linie poetisch verstanden una
extatisch reproducirt, aber nicht mit reflectirendem Verstand
interpretirt werden will, sollen die in ihr wechselnden Stim-
mungen und Empfindungen den richtigen Widerhall bei den
Zuhörern finden. Der ausgezeichneten Ausführung entspre-
chend war der Eindruck, den das Werk machte, ein tiefer,
nachhaltiger; er verschaffte sich Ausdruck durch wiederholten
Hervorruf des Dirigenten. Die Directionskunst des Hm.Wein-
girtner kam ferner noch der Verwandlungsmusik aus dessen
per „Malawika" und der 3. Ouvertüre zu „Leonore" von
Beethoven zu gute. Die „Malawika"-Musik verleugnet bei
aller AMehnung an Wagner und Liszt nicht ein bedeutsames
Compositionstalent, das, falls es zur vollständigen Emancipa-
tion von den genannten Meistern gelangt, noch süsse Früchte
darbieten wira. Die Beethoven'sche Ouvertüre zeigte in der
Auffassung Selbständigkeit und riss in der Ausführung auch
dort i^it sich fort, wo man mit der Ersteren nicht ganz über-
einstimmte. Als Sob' sten waren der Baritonist Hr. G a u s c h e
aus Creuznach und Hr. Concertmeister Schuster aus Mann-
heim für das Concert gewonnen worden. Hr. Gausche sang
die Lieder „Botschaft", „Abendgang" und „Komm" von Albert
Fuchs und die Ballade „Edward" von Löwe und bestätigte mit
dem Vortrag dieser Stücke die hohen Lobsnrüche, welche
unser Blatt namentlich in letzter Zeit über dessen Gesangs-
kunst gebracht hat. Besässe das Organ noch etwas menr
Klangsäimelz und verliesse den Sänger an gewissen aus-
schlaggebenden Stellen noch vollends eine gewisse Reserve
im Ausdruck, so dürfte er den Besten seiner StimmcoUegen
gleichgestellt werden. Ganz musterhaft sind namentlich Text-
behandlung und Phrasirung. Hr. Schuster war infolge eines
Missverständnisses der 4. Geiger, der uns in der vergangenen
Saison mit dem Vortrag von Bruches phrasenreichem 8. Concert
drangsalirte. Es war uns nicht möglich, dieser neuesten Prü-
fung vollständig Stand zu halten. Soweit wir den 1. Satz
über uns ergehen Hessen, fanden wir Hm. Schuster in seinen
Spieleigenschaffcen vollkommen ausreichend für diese hohle
musikalische Nuss, weil es bei deren Oeffnung durchaus
gleichgiltig ist, ob ein grösserer oder kleinerer virtuos sie
aufknackt und ob er dies mit grösserer oder geringerer Ele-
ganz thut.
Utreeht. Der Niederländische Tonkünstlerver-
ein, 1875 von den bedeutendsten Musikern Hollands ins
Leben gerufen, mit dem Zwecke, die Werke der jetzt leben-
den Componisten zur Aufführung und die ausübenden Landes-
kinder zum Öffentlichen Auftreten zu bringen, hielt am 25.
und 26. Mai seine 17. Generalversammlung ab, bei welcher Ge-
legenheit ein Musikfest stattfand, an dessen erstem Tag eine
dramatische Cantate für Solo, Chor und Orchester in drei
Theilen: ^Die Bache Jahveh's", Dichtung von P. A. M. Boele
van Hensbroek, Musik von W. F. G. Nicola!, zur ersten Auf-
führung gelangte und einen entschiedenen Erfolg erlebte.
Solisten waren Frau Lydia Holm aus Weimar (Sopran), Frl.
C. Hecker (Alt) und die HH. Bogmans (Tenor) und Arnold
Spoel (Bariton). Das hiesige Orchester, verstärkt durch
viele auswärtige Mitglieder des Vereins, besorgte den instru-
mentalen TheS. Der Componist dirigirte selbst und wurde
durch Kränze, Lorbeeren, Tusch u. s. w. ausgezeichnet. Der
314
Stil des Werkes ist ^anz und gar der der Neuzelt. Am
zweiten Tage errang eine Ouvertüre zu Shakespeare*s „King
John** von Joh. Wagenaar einen grossen Erfolg. Von den
Solisten war es namentlich Hr. Henri Fe tri, z. Z. k. Goncert-
meister in Dresden, der den Sieg davon trug; er spielte das
neueste Violinconcert seines Lehrers Joachim und eine Ro-
manze und Gaprice von A. Bubinstein. L. J.
Concertumschau.
Aachen, l.— S.Symph.-Conc. desStadtorch. (Schwickerath):
2. Symph. v. Schumann, zwei Sätze a. der Waldsymph.v. Raff,
-Peer 6ynt"-Suite v. Grieg, „L'Arlteienne" v. Bizet, „Sieg-
fried-Idyll" V. Wagner, „Kamarinskaja" v. Glinka, Ouver-
türen V. Goldmark („Sakuntala"), Brahms (Akad. Fest-) u.
A., Vorspiele zum 8. Act v. „Lohengrin" u. zu den „Meister-
singern" V. Wagner, Fdur-Rhaps. f. Orch. v. Liszt, Solo-
vorträge der Frau Wolff-Dwillat a. Oöha (Ges., „Weisst du
noch" V. Ad. Jensen, „St&ndchen" v. R. Strauss etc.) und
des Hm. Römer (Yiol., Introd. u. Rondo capricc. v. Saint-
Saens etc.). — Gtesellschafteabend des M&nnergesangyereins
„Goncordia" (Kube) am 15. Mai: Männerchöre von Eckers
(„Salve regina"), Dre^ert („Zieh hinaus" u. „Blau Blümlein"),
Böhm n. Genöe, Streichorcheeterstücke v. Gillet, Kiel und
Gregh, Seren, f. Violonc. u. Fl. v. Titl (HH. Westendorp u.
Schlevoigt), Solovortrl^ der Frau Wirth (Ges., „Im Herost"
V. Franz, „Die Bekehrte" v. Stange, „Lenz" v. Reubke,
„Ach, wer aas doch könnte" v. Berger und Wiegenlied v.
Mozart) u. des Hm. Schlevoigt („Das Wald vöglein " v. Dopp-
ler). — Am 19. Mai Aufftil:?. v. Mendelssohn*s „Elias" unt.
Leit. des Hm. Schwickerath u. Solist. Mitwirk, der Frau Wil-
helmj a. Wiesbaden, einer ungen. Altistin u. der HH. Litzinger
a. Düsseldorf u. Keller a. Mannheim.
Amsterdam. 2. Aufföhr. des Rieh. Wagner-Yer. mit der
concertmäss. Wiedergabe des 1. u. 3. Aufsnges v. „Tristan und
Isolde" V. R. Wagner unter Leit. des Hrn. Dr. Yiotta und
Mitwirk, der Frauen Sucher u. Staudigl a. Berlin u. der HH.
Gndehus a. Berlin, Liebeskind a. Schwerin, Flank a. Garls-
ruhe n. MesschaÖrt v. hier.
Basel. Am 99. Mai Aufftlhr. v. S. Bach's Matthäus-Pas-
sion durch den Baseler (}esangver. (Dr. Yolkland) unt. Solist.
Mitwirk, der Frau Huber-Fetzold v. hier, des Frl. Huhn aus
Göln u. der HH. Kaufmann v. hier, MesschaÖrt a. Amsterdam
u. Hegar v. hier.
Berlin. Goncertabend des Loewe-Yer. am 17. Mai, aus-
geführt V. den HH. Fricke, Staudigl u. Bussmann, sowie dem
a capella-Yer. (Putsch): Ghorgesänge „Salviim £ac regem", „In
der Marienkirche". „Im Yorübergehen" u. „0, Lindenblüthe",
Männerchöre „O lons Bandusiae"u. „Kloster Grabow", Balla-
den „Archibald Douglas", „Gregor auf dem Stein" u. „Prinz
Eu^n", Arie a. der Oper „Malek-Adhel" u. sonstige Gesang-
soli. — 62.Yereinsabend des Richard Wagner- Yereins Berhn
unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Yoges, des Sängers Hm. Ober-
hauser, des Yiolinisten Hm. W. M^er u. des Eichberg'schen
Damenchors: Yortrag des Hm. A. Heintz üb. Rieh. Wagner
in seinem rein menschlichen Wesen, Psalm 187 f. Sopransolo,
Frauenchor, Yiol. u. Glav. v. F. Liszt, Frauenchor „Gott ist
mein Hirt" v. Schubert, Soli f. Ges. v. Liszt („Jeanne d^Arc
vor dem Scheiterhaufen"), Wagner (Hans Sachs* Monolog a.
den „Meistersingern"), H. Brückler („Trompeter"-Lieder) u.
Brahms („Das Lied vom Herrn von Falkenstein") u. f. Yiol.
V. S. Bach (drei Sätze a. der Edur-Suite).
Birmingham. Letztes Orchesterconc. des Hm. Stockley
am 31. März: Skandinavische Symph. v. F. H. Gowen, Ouv.
„Im Herbst" v. Grieg, „Benedictus" v. Macken zie, Solo-
vorträge der Damen Walker (G^es.), Holmes (Qes.) und der
HH. Ben Davies (Ges.) u. W. Hess (Yiol., l.Gonc.v. Bruch).
— Gonc. der Birmingham Amateur Orchestral Society (Läng-
sten) am 30. April: 2. Symph. v. Gounod, Gipsy-Suite von
E. Ger man, Ouvert. „Im Herbst" v. Grieg, Intermezzo aus
„Gavalleria rusticana" v. Mascagni, Gzardas v. Michiels,
Soiovorträge des Frl. James (Ges.) u. der HH. Taunton (Ges.)
u. Henley (Yiol., Introd. u. Rondo capricc. v. Saint-Saöns).
Bonn. 1. Auffuhr, des Beethoven-Yer. (Köhler): Miütär-
symph. v. Haydn, Ouvertüren v. Beethoven u. Gluck, 2. Seren,
f. Streichorch . v. Yolkmann, Sphärenmusik f. Streichquart.
V. Rubinstein, Gesangsolo vortrage des Frl. Rudolph a. Trier
(„Morgens am Brunnen" u. „0, lass dich halten, goldne Stunde"
v. Ad. Jensen etc.) u. des Hrn. Lomerzheim v. hier.
Bremen. Am 6. Mai Auffdhr. v. 0. Reinthaler*sOra-
torinm „Jephtha" unt. Leit. des Hm. Nössler und soIist. Mii-
wirk. des Frl. Reinthaler v. hier, der Frau Wirth a. Aachen
u. der HH. Scheuten v. hier a. Gausche a. Greuznach.
Brooklyn. 6. Philharm. G<mic. des Bostoner Symph.-Orch.
(Nikisch): „Harold in Italien" v. Berlioz (Bratschensolo: Hr.
Kneisel), „Les Pr6ludes" v. Liszt, „Le Rouet d'Omphale" v.
Saint-Saöns, Glaviervorträge des Hm. E. d* Albert (Esdus-
Gono. V. Beethoven etc.). — Testimonial-Gonc. f. u. unt. Leit< Hm.
A. Seidl in der Academy of Music am 3. Mai: „Les PrÖludes"
V. Liszt, Ouvert. zum „FUegenden Holländer" u. Pilgermarsch
a. „Tannhäuser" v. Wagner, Balletmusik aas „Boabdil" v.
Moszkowski, Streichorchesterstdcke v. Gillet („Bluette"),
Grieg („Anitra's Tanz") u. Herbert (Polon.), Ouvertüre zu
„Leonore" (welche?), sowie Terzett u. drei Arien a. „Fidelio"
V. Beethoven (Frau Mielke u. HH. Dippel u. Fischer).
Brüssel. 4. Pop. Gonc. (Dupont): „La Mer" v. P. Gilson
(Declam.: Hr. le Bargy), 8. Au&ug a. „Parsifid" v. Wagner
(Solisten: HH. Larfiatrge, Seguin u. Baaiali). — Gonservato-
riumsconc. (Gevaert) am 10. April: Symph. „Der Sommer" v.
Raff, „Tannhäuser"-Ouvert , Yorspiel zu den „Meistersingera"
u. „Siegfried-Idyll" v. Wagner, 2. Theil a. „L^Enfuioe du
Ghrist" V. Berlioz (Solo: Hr. Gheyrat). — Letzte Sitzung
der Sociöt^ de musique de chambre p. instr. ä vent am 8. Mai
m. Werken v. Saint-Saöns: Sept. i. Tromp., Glav. (Hr. de
Greef) u. Streichinstrumente, Giav.-Yiolinson. Op. 79 etc.
Buffalo. 8. Orch.-Gonc. (Lund): Hochzeitsmusik v. Ad.
Jensen, Rhaps. „Espafia" v. E. Ghabrier, „Waldweben'' a.
„Sieg^ed" v. Wagner, „Norwegischer Künstlercameval" v.
Svendsen, Yorspiel zu „Eve" u. „Aubade" a. „Le Gid" v.
Massenet, „Legende" v. J. Lund, zwei Nummern aus der
Norweg. Suite v. H. Hof mann, „Kirmes" a. ^jGhariotte Gor-
day" V. P. Benoit, Yiolinvorträge des Frl. M. Powell (Introd.
u. Rondo capricc. v. Saint-SaÖns, 2iigennertänse v. Sara-
säte etc.).
Cöslin. Am 21. Mai Auffuhr, v. M. Blumner's Orato-
rium „Der Fall Jerusalems" durch den Gesangver. f. gem.Ghor
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Görke, einer ungen. Altistin u.
der HH. Kirchner u. Rolle a. Berlin.
Dresden. Nachfeier der goldenen Hoohaeit von» Heno^
Ernst n. u. Herzogin Alexandrine v. Sachsen-Gob^rg-GoÜia,
veranstalt. im k. Gonservat. f. Musik am 18. Mai: 1. Glavier-
Yiolinson. v. Grieg (HH. Bachmann u. Lan^), (}lar.-01avier-
son., 2. u. 4. Satz, v. F. Draeseke (HH. Helbig u. Bachmann),
Quart. „Er ists" u. Quint. „Schon rauschen um mein Haupt" a.
„Santa Ghiara" v. Ernst v. S.-G.-G. (Frls. Wedekind u. Schar
per u. HH. Lange, Gässner u. Hofstein), Soiovorträge der Frls.
Albrecht (G^., „Gedanken" u. „Der Traum" v. Ernst v. S.-
G.-G.), Wolf (Declam.) u. Boemm (Declam.) u. des Hm. Hof-
stein („An seine Braut" v. Ernst v. S.-G.-G.).
Güstrow. 3. Gonc. des Gesangvereins (Schondorf) mit
Bruches „Odvsseus" unt. Solist. Mitwirk, des Ehepaares Liss-
mann a. Hamburg u. des Frl. Minor a. Schwerin. (Die „G.
Z." beginnt ihren Bericht über diese Aufführang: „Der statt-
liche Gnor der Sänger und S&ngerinnen, s&mmtliche Yertretar
der Solopartien und das vollb^etzte Orchester, die st&dtische
Gapelle aus Rostock, verbanden sich unter der feurigen und
doch festen Führung des Hrn. Musikdirector Johannes Schon-
dorf zu einem wohlgelungenen Ganzen, das auf die Zuhörer
wie eine bedeutende That, volle Bewunderung herausfordernd,
wirkte. Der Kritiker vergass seinen leidigen Beruf und er-
freute sich der Klangschönheit der Stimmen und des köst-
lichen Wohllauts, der dem Orchester entströmte, in dem jedes
einzelne Instrument auf seine Weise — Harfe (Hofinusiker
Moser aus Schwerin) und Geigen voran — dem Gomponisten
besonders zu huldigen schien, — ja, das Ohr schwelgte förm-
lich in den süssen Harmonien von bestrickendem Reiz. Schon
die Ausführung der Ouvertüre liess anssergewöhnlich Schönes
erwarten, und diese Erwartung wurde aufe Erfreulichste loe-
stätigt.")
Leipzig. Abendunterhaltungen im k. Gonservatorium der
Musik: 24. Mai. Esdur-Orgelson. v. S. Bach = Hr. Hiller ä.
Breslau, Ddur-Streichquart. v. Mozart = Frl. Yerschoyle a.
Springfield, HH. Rabe a. Bergen u. Henkel a. Leipzig u. Frl.
Taylor a, Oxford, Glav.-Yiolinson. Op. 80, No. 8, v. Beethoven
= HH. Hoffinann a. Görütz u. Wille H. a. Greiz, Andante f.
Ob. u. Glav. V. Kröber = HH. Kämpfe a. L.-Reudnitz u.
Freitag a. Dresden, Yocalduett „Du bist die Stütze meines Al-
ters" V. M6hul=r Frl. Kirchhof u. Hr. Schultheiss a. Leipzig,
Milit&rconc. f. Yiol., 1. Satz, v. Lipinski = Frl. Yerschoyle,
Dmoll-Glaviertrio v. Mendelssohn = HH. Wagner a. Freiberg,
315
Wille I. a. Greiz u. Haagnians a. Botterdam. 27. Mai m* Com-
Positionen v. Mendelssohn: Omoll-Orgelsonate = Hr. Beyer a.
Rastenburg (Ostpr.), Psalm 100, Eödur-Streicbquart. = HH.
Zimmermann a. Groningen, Scnochardt a. Merseburg, Schäfer
a. Wiesbaden u. Hammig a. Leipzig, HmoU-CSapriccio brill. f.
Clav. = Frl. Middleton a. Süd-Wales, „Hebriden"-Ouvert.
LoulSYille, Ey. Concerte des Chicago Orch. (Thomas):
26. April: Suite a. „Peer Gynt" v. E. Grieg, Ouvert. zum
„Fliegenden HollÄnder" v. Wagner, „Carneval in Paris** v.
Syendsen, drei Nummern a. „Faust's Verdammung** v. Ber-
lioz, 8. Slav. Brhaps. v. Dvorak, Variat. a. Op. 18, No. 5,
f. Streichorch. v. Beethoven. 4. Clavierconc. v. Bubinstein
(Frau Bloomfield-Zeisler). 26. April. Symphonie „Ländliche
Hochzeit** v. Goldmark, Vorspiel zu „Lohengrin** u. „Wal-
kürenritt** V. Wagner, Ungar. Tänze v. Brahms, Solovor-
träge der Frau Bloomfield-^isler(Clav., FmoU-Conc. v. Cho-
pin) a. des Hm. Bendix (VioL, Air variö v. Wieniawski).
Lttttleh. 3. Conc. des Conservatoriums (Badoux?): Ein
deutsches Requiem v. Brahms (Solisten: Frl.Warnots u. Hr.
Fontaine), „BÄverie Orientale** v. Glazounow, Festzug a. der
„Königin von Saba** v. C. Goldmark, Solo vortrage des Frl.
Warnots u. des Hrn. Fontaine (Arie a. „L'Escaut** v. P. Be-
noit).
Lützen. Musikal. Soiröe des Gustav Adolph-Zweigver.
am 29. Mai: Ciaviertrio Op. 1, No. 3, v. Beethoven, „Novel-
letten** f. dieselben Lostrumente v. Gade, Suite f. zwei Violon-
ceUs v. D. Popper, „Schön Hedwig** v. Hebbel m. Clav. v.
B. Schumann, Soli f. Ges. v. M.Vogel („Verrathene Liebe**),
Em. Paul („Frühling** und „Winter**), 0. Paul („Mit einer
Rose**} u. H. Sitt („Vöglein, o Vöglein, o lasst mich in Euh**),
f. Clav. V. Grieg (Menuett), Chopin u. Godard („En cou-
rant**) u. f. Violonc. v. Servais („Le Dösir**). (Ausführende:
Frau Klengel a. Leipzig [Declam.]^ Frl. M. Taylor a. Oxford
I Violonc] und HH. Consolo a. Mailand [Clav.], Trautermann
Gtes.], Sitt [VioL] u. Klengel [Violonc] a. Leipzig.)
Meinlngen* 4. Kammermusikabend des Singver.: HmoU-
Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente v. J. Brahms, Streich-
?|^uartette v. Haydn (Bdur) u. Beethoven (Op.l8.No.2). (Aus-
ührende: HH. Mühlfeld fClar.], Fleischhauer, Abbass, Funk
u. Wendel [Streicher].)
Merseburg. Am 28. Mai Aufftlhrung v. Mendels8ohn*s
„Paulus** durch den Gesangver. (Schumann) unt. Solist. Mit-
wirk, des Frl. Oberbeck u. der HH. Kirchner u. Ad. Schulze
a. Berlin.
New-York. 3. Conc. des Männergesang ver. „Arion** (van
der Stucken) : Orchesterphant. „Der Sturm** v. Tscha'ikowsky,
Melodram u. „Camevalsscene" aus der Oper „Piccolino** von
E. Guiraud, „Normannenzug** f. Baritonsolo (Hr. Remmertz),
Männerchor u. Orch. v. Bruch, „Der Mo^;en** f. Männerchor
u. Orch. V. Rubinstein, „Ständchen** f. I^li, Männerchor u.
Orch. V. Storch, Männerchöre acap. v. F.Leu („Abend am
Meere**), Abt („Mir träumte**) u. jfremser („Fröhliche Ar-
ranth**), Solovorträge der Frau Wyman (Ges., Arie a. „H6ro-
diade** u. „Bonne Nuit**- von Massenet, J3, lass dich halten,
goldne Stunde** v. 0. Floersheim u. „Die Quelle** v. Gold-
mark) u. des Hm. Rummel (Clav., Esdur-Conc. v. Liszt).
Peilau. Am 11. Mai AufBihr. v. C. Lowe's Orator. „Die
Festzeiten** durch den Kirchenchor (Lubrich) unt. solist. Mit-
wirk, des Frl. Wirth a. Breslau, der Frau Miethe v. hier u.
der HH. Paul u. Prof. Kühn a. Breslau.
Ruhrort. Conc. des Gesangver. (Siegert a. Düsseldorf)
unt. gesan^;8olist. Mitwirk, des Fn. Krötma a. Elberfeld, einer
ungen. Altistin u. der HH. Litzinger u. Flintz a. Düsseldorf:
1. Theil a. „Acis und Galathea** v. Händel, Chöre v. Haydn
u. Wagner („Wach auf* a. den „Meistersingern**), „Liebes-
lieder** v. Brahms, Gesangsoli v. Brückler („Als ich zum
ersten Mal dich sah**), Lessmann („Du rothe Ros auf grü-
ner Haid**), Em. Hartmann („Ein Vogel über dieHaide weit**),
W. Berger (Kinderlied) u. A.
Saarbrfleken. Concerte des Listrumentalver. (Fassbaen-
der) unt. gesangsolist. Mitwirk, der Frls. Rudolph a. Trier u.
Ramsler a. Münster (auch Clav.) u. der HH. Diezel a. Berlin
u. Fenten a. Cöln: 13. Mai. „Egmont** -Ouvert., Chorphant. u.
Cdur-Messe v. Beethoven. 14. Mai. Clav.-Violinson. Op. 47
V. Beethoven (HH. Fassbaender u. Neuheisel), Bdur- Variat. f
Clav, zu vier Händen v. Mendelssohn (Frl. Ramsler und Hr.
Fassbaender), „Zigeunerlieder** v. J. Brahms, Gtesangsoli v.
Mozart, Brahms (Minnelied), Rubinstein („Gelb rollt mir
zu Füssen**), Ad. Jensen („Margreth am Thore** u. „Morgens
am Brunnen**), Goldmark („Fata morgana) u. Liszt („Ich
liebe dich**).
Sandershausen. 1. Lohconc. (Prof. Schröder): CmoU-
Symph. V. A. Klu^hardt, „Parsifal** -Vorspiel v. Wagner,
Ouvert. „Ln Frühling** v. Goldmark, Violinconc. v. Beet-
hoven (Hr. Corbach). (Unser dortiger Hr. Berichterstatter
schreibt uns über dieses Concert: „Der Anfang unserer dies-
jährigen Lohconcertsaison konnte wohl hiebt weihevoller ge-
macht werden, als mit dem erhabenen Vorspiel zum Bayreutner
Bühnenweihfestspiel »Parsifal« und mit dem unmittelbar fol-
genden Violinconcert von Beethoven, vorgetrae^n vom Con-^
certmeister Corbach. Unser neuer schnell beliebt gewordener
Concertmeister hat nach so bedeutenden Vorgängern, wie
Uhlrich, Petri, Arno Hilfl keinen leichten Stand. Er behaup-
tet sich aber mit hohen Ehren neben den genannten vorzüg-
lichen Künstlern. Sein G^igenspiel ist sehr solid und sicher^
eine tadellose Technik, vollkommene Reinheit und Eleganz
sind ihm eigen j in der süssen Cantilene des ersten Satzes
entwickelte er eine strahlende Schönheit des Tones, in der
fressen Cadenz [von Joachim] eine glänzende Bravour. Nach
em Schlüsse lohnte ihn rauschender BeifetU und Hervorruf.
Die weiteren Bestandtheüe des Programms waren für uns
Novitäten, nämlich Gbldmark's frische, sprudelnde und effect-
voUe Ouvertüre >Im Frühling« und Klughardt's Symphonie
in Cmoll, deren dritter Satz (Presto) und Finale sehr g&-
fielen.**)
Stuttgart. 2. Abonn.-Conc. des Neuen Singver. (Seyffardt)
unt. vocalsolist. Mitwirk, der Frls. Hiller, Oppenheimer und
Schmidt v. hier, des Frl. Beck a. Frankfurt a. M. u. der HH.
Wulff a. Strassburg i. E.. Dr. DisÜer u. Fischotter v. hier:
„Genove£ia**-Ouvert. v. Schumann, -Schicksalsgesang" f. Alt-
solo, Chor u. Orch. v. E. H. Seyftardt, „Der Rose Pilger-
fahrt** f. Soli, Chor u. Orch. v. Schumann. Soli f. Gesang v.
Brahms („Dort in den Weiden**) u. A. u. t. Clav. v. Chopin u.
Brahms (Gmoll-Rhaps.).
TPieP. Conc. des Kirchenchors v. St. G^^lph unt. Mit-
wirk, der Sängerin Frl. Rudolph u. A. m. v. hier am 1. Mai:
„Die sieben Worte des Erlösers am Kreuze** v. Haydn, Hjrmne
f. Sopransolo, Chor u. Orch. v. Mendelssohn.
Warnsdorf. Wohltbätigkeitsconc. des Dresd. Männer-
fesangver. (Jüngst) unt. solist. Mitwirk, des Frl. Saak (Gtes.),
er Frau Bauer-Ziech (Harfe) u. des Hrn. Bauer (Fl.) a. Dres-
den am 26. Mai: Männerchöre von L. Liebe („Das Helden-
grab**), A. Kayl („Schliesse mir die Augen beide**), Krem-
ser („Der Kosake tränkt sein Ross**, Altniederländ. Lied u.
-Hell ins Fenster**). H. Jüngst („Spinn, smnn** u. „Die wilde
Rose**) und Attennofer („Dort liegt die Heimath**). Phant.
„Casilda** f. Fl. u. Harfe v. Doppler -Zamara, Soli i. G^es. v.
Th. Binmer (?) („Ave Maria**), L. Hartmann („Zuleika**),
H. Jüngst („Die wilde Rose**) u. Mascagni („Blumenorakel**),
f. Harfe v. Oberthür (Elegie) und f. Fl. v. Doppler (Airs
valaques). (Die Dresdener ^nger haben, wie man berichtet,
ganz herrlich gesungen und sind von dem kunstsinnigen
Publicum Wamsdorfe ungemein gefeiert worden.)
Weimar. Conc. der Frau Hessenland-Formaneck (G^.)
u. der HH. Halstead u. Fazer (Clav.): Compositionen f. zwei
Cla viere v. Gluck-Reinecke (Impromptu), E. Schutt (Variat.)
u. Edv. Grieg (Altnorweg. Romanze m. Variat.), Gesangsoli
V. Wagner („Träume**), T sc haikowsky („Es war zur ersten
Frühlingszeit**), Hildach („Mutter, o sing mich zur Ruh**)
u. A. — 7. u. 8. Abonn.-Conc. der grossherzogl. Musikschule
(Prof. Müller-Hartunj;): 7. Symph. v. Beethoven, „Oberon**-
Ouvert. V. Weber, Emleit. zur „Legende von der heil. Elisa-
beth** V. Liszt, Kaiser-Marsch v. Wagner, Vocalterzett a.
dem „Freischütz** v. Weber (Frls. Ickel u. Schulze und Hr.
Keller), Solovorträge der Frls. Schulze u. Rothmann (Clav.) u.
der HH. Kündinger (VioL), Kern (Viol.). Lindecke (Violonc.)
u. Giroud (FL, Conc. v. Friedrich dem (rrossen).
Wiesbaden. Conc. des Chorgesangver. (Zerlett) am4. März:
„Der Rose Pilgerfahrt** imd „Zigeunerleben** v. Schumann,
Schwanenlied u. „Ständchen** f. Frauenchor m. Harfe, VioL u.
Hörnern v. Zerlett, G^sangsolo vortrage des Frl. Pfeil („Von
ewiger Liebe** u. „Vergebliches Ständchen** v. Brahms), der
Frau Zerlett-Olfenius („Ouvre tes yeux bleus** r. Massenet,
„Immer leiser** v. Brahms u. „Strampelchen** v. Hildach)
u. des Hrn. Gausche a. Creuznach. — Symphonieconcerte des
städt. Curorchesters am 6., 13. u. 18. März: S3rmphonien von
BeeÜioven (No. 4), J. Raff („Lenore**) und Mozart (Ddur),
symph. Dicht. „Tod und Verklärung** v. R. Strauss, „Fee
Mab** V. Berlioz, Ouvertüren v. Cherubini, A. Egidi („Ein
Sommermärchen**, unt. Leit. des Comp.), Brahms (Akadem.
Fest-) u. Beethoven (No. 3 zu „Leonore**), Vorspiel zur Oper
„Afraja** v. O. Dorn, Allemande, Sarabande und Gavotte für
316
Streichorch. v. H. Purcell, Solovortrftge der HH. Nowak (Viol.,
Bomanzev. Jehin u. „Elfentanz" v. Popper) u. Rohm (Wald-
horn, Esdur-CJonc. v. R. Strauss). — 4.Äammermusikabend
des Ver. der Künstler u. Kunstfreunde: Streichquartette von
Oherubini (Esdur) o. Beethoven (Op. 59, No. 2), zwei Streich-
quartettsätze V. Schubert (a. dem Cfmoll- u. Dmoll-Quartett).
(Ausführende: HH. Prof. Heermann, Naret-Koning, Welcker
u. Becker a. Frankfurt a. M.). — 3. Aufführ, des Wiesbadener
Streiohquart. der HH. Weber, Troll, Müller und Brückner:
Streichquartette v. Brahms (Bdur) u. Mozart (Odur), Variat.
f. Streichquart, über ein Beethoven'sches Thema v. H. Rie-
mann. — Cono. f. die Pensionscasse des städt. Curorch. unt.
Leit. des Hm. Lüstner am 7. April: „Hebriden"-Ouvert. von
Mendelssohn, Vorspiel zu den „Meistersinffern" v. Wagner,
Adagietto a. „L'Arl6sienne** v. Bizet, Solo vortrage des Frl.
Krötma a. Elberfeld (Ges., „Mädchenfluch" v. Brahms etc.)
u. der HH. Pischek a. Stuttgart (Ges., „Stille Sicherheit" v.
Franz etc.) u. Sormann a. Berlin (Clav., Esdur-Conc. v. Beet-
hoven, „Etincelles" v. Moszkowski, Mazurka v. A. Sormann
u. 9. TJngar. Rhaps. v. Liszt). — Wohlthätigkeitsconc. des
Lufer*schen Gesangver. (Lufer) am 10. April: Chöre v. Haupt-
mann, Rheinberger („Vaterunser") u. H.Hof mann („Salve
regina"), Solovorträge des Frl. Bloom v. hier (Ges., „Wiegen-
lied der Maria" v. L. Langhans, „Sei still" v. Raif etc.) u.
der HH. Rosenkranz v. hier (Org., DmoU-Tocc. v. S. Bach etc.)
u. Prof. Ritter a. Würzburg (Viola alta). — 3. Vereinsconc. des
CaeciUen-Ver. (Wallenstein) m. Beethoven's Missa solemnis
unt. sollst. Mitwirk, der Frauen Schröder-Hanfstaengl a. Frank-
furt a. M. u. Wirth a. Aachen u. der HH, Naval aus Frank-
furt a. M. u. Siehr a. München. — 1. Orgel- u. Vocalconc. des
Hm. Wald; Orgelsoli v. Ad. Hesse, S. Bach, H. Reimann
(Canzone), Reinecke („König Manfred" -Entr'acte) u. J. G. Ed.
Stehle („Pro gloria et patria"), Gesangsolo vortrage der Frls.
Rudolph u. Zech („Gebet" v. Hiller etc.) und des Hm. Geis
(„Der Herr schauet vom Himmel" v. Zander etc.).
Witten. 3. Conc. des Musikver. (Dr. Kreuzhage) : 3. Ouv.
zu „Leonore" von Beethoven, „Die Schöpfung" von Haydn
(Solisten: Frl.Krötma a. Elberfeld u. HH. Wulff a. Strassburg
i. E. u. Sistermans a. Frankfurt a. M.).
Worms. Am 8. Mai Aufführ, der „Faust"-Scenen von
Schumann durch die Musikgesellschaft u. Liedertafel (Kiebitz)
unt. Solist. Mitwirk, der Fns. Schauseil a. Düsseldorf, Clotz,
Guntrum, Mielcke u. Rasor, der Frau Schneider und der HH.
Doerter a. Mainz, Ejiapp a. Mannheim u. v. Schmid a. Cöln.
(Die Aufführung wird als eine „durchweg gelungene" be-
zeichnet. Hr. Knapp war für Hm. Perron eingesprungen,
der wieder einmal, wie schon so oft in anderen Fällen und
erst im vor. Jahre hier, seine zugesagte Mitwirkung nicht
eingehalten hatte. Hr. Knapp Hess den ausgebliebenen Dres-
dener Sänger in keinem Moment vermiHsen.)
WürzDurg. Conc. der Liedertafel (Meyer-Olbersleben)
am 5. April: Männerchöre v. Beethoven, Herb eck („Zum
Walde", m. Hornbegleit.), Rheinberger („Germanenzug") u.
Mendelssohn^ gem. Chöre v. Mendelssohn, Frauenchöre „Glau-
be, Liebe, Hoffnung", „Frühliogsgruss" u. „Wie ist doch die
Erde so schön" v. Meyer-Olbersleben, Duetta. dem „Flie-
genden Holländer" v. Wagner (Frl. v. PoUenbuig und Hr.
Adelmann), Solovorträge des Frl. v. Pollenburg („Gesang auf
der Barke" v. Kretschmer, „Du liebes kleines Mägdelein" v.
Haberzettel u. „In Lust und Schmerzen" v. Ritter) u. des
Hm. Adelmann („Am wilden Klippenstrande" v. Henschel,
„Stürm, stürm" v. R. v. Hornstein etc.).
Zeitz. 3. Aufführ, des Concertver.: Fra^entea. „Fide-
lio" V. Beethoven (Quartett), Kreutzer u. Donizetti, Zigeuner-
lieder V. Brahms, Vocalduette „Altdeutscher Lieoesreim" u.
„Im blühenden Garten" v. Hildach, Soli f. Ges. v. Gold-
mark („Herzeleid"), Meyer-Helm und („Verlassen"), H. v.
Koss (Wiegenlied), W. Berger (Kinierlied) u. A. Becker
(„Rothhaarig ist mein Schätzäein") u. f. Clav. v. Beethoven
(Son. Op. 57), Chopin u. Liszt (Mephisto- Walzer u. Taran-
telle aus „Venezia e Napoli"). (Ausführende: Frau Müller-
Ronneburger, Frl. Fröhlich u. HH. Ronneburger u. Glömme
a. Dresden [Ges.], sowie Hr. Förster a. Leipzig [Ciavier].) —
Auft\ihr. des Gesangver. „Gem. Chor" unter soiist. Mitwirk,
des Frl. Brange u. der HH. Marion u. Brandt a. Leipzig am
14. Mai: „Die erste Walpurgisnacht" v. Mendelssohn, Ter-
zett a. „Joseph in Egypten" v. M6hul, Soli f. Sopr. v. Schu-
mann u. Cornelius („Komm, wir wandeln zusammen"), für
Ten. V. Reinthal er (Romanze a. „Käthchen von Heilbronn")
u. Schubert u. f. Bariton v. Clara Seh u manu („Ihr Büd") u.
I. Brüll (Bombardon's Lied a. „Das goldene Kreuz"). (Die
Debütantin Frl. Brange hat sich, wie man uns schreibti durch
ihr schmelzvolles Organ, ihre musterhafte Tonbildung und
klare Aussprache, sowie die warme Nattlrlichkeit ihres Vor-
trags die besonderen Sympathien des Publicimis erworben.)
H^^ Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Berlin. Wie man schreibt, soll der Tenorist Hr. Emil
Götze vom Herbst n. J. ab für die k. Oper verpflichtet worden
sein, um die HH. Gndehus und Rothmühl in Etwas zu ent-
lasten. An gleicher Stelle hat der Tenorist Hr. Sommer aus
Cöhi ein Gastspiel mit sich steigerndem Effolg begonnen,
während in der KroU-Oper die (^Bistdarstellungen der ver-
götterten Frau Sembrich dem Ende zu ^hen. — London.
Das neueste Ereigniss in der Royal Italian Opera war der
Wiedereintritt der Frau Melba und der Gebrüder HH. B aszk h
in Gounod's „Bomöo et Juliette", welcher dieser Vorstellung
besonderen Glanz verlieh. — Mew-York. Die Impresarii
Abbey und Grau haben Hm. Anton Seidl für nächste Saison
als Dirigenten einer Beihe von deutschen, namentlich Wm^-
ner'schen Opern enga^girt, während der Capellmeister Hr.
Vianesi für die italienische Oper in Thätigkeit bleibt. —
Omaha. Nicht blos als technisch vollendete und mit seltener
Ausdauer ausgestattete, sondern auch als höchst poetiscK ge-
staltende Pianistin stellte sich Frau Bloom field-Zeisler
hier vor und erwarb sich alle Sympathien. — Paris. In der
Generalprobe zu Berlioz' „Les Troyens" in der Komischen Oi>er
erregte oesonderes Interesse das Debüt einer jungen Sängerin,
Frl. Delnat, deren Stimme eine bewundernswerthe Stun-
dung und Gleichmässigkeit besitzt.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 11. Juni. Motette „Komm,
heiiger Geist" v. M. Hauptmann. „Wie lieblich sind auf den
Bergen" v. E. F. Bichter«. 12. JunL „O, welch eiiwr^Ti^fe^
des Keichthums" a. „Paulus" v. Mendelssohn.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 18. April. Schlusschor aus
„Christus am Oelberg" v. Beethoven. 1. Mai. „Sanctus*^ v.
Mozart. 8. Mai. Hjmne f. Altsolo u. Chor v. Mendelssohn.
16. Mai. „Lobe, meme Seele, den Herrn" v. M. Hauptmann.
22. Mai. „Vater unser" v. Schultz-Heynatz. 26. Mai. „Lobet
Gott in seinen Beichen" v. S. Bach. — St. Johanniskirche:
18. April: „Ich weiss, dass mein Erlöser lebt" von Händel.
24. April: „Gottes gewaltiger Arm hat Macht" v. Bheinberger.
8. Mai. „Jauchzet Gott" v. Thoma. 16. Mai. „Preis und An-
betung sei unserm Gott" v. Bink. 26. Mai „Triumph ihm,
Jubel und Dank" v. J. A. P.Schulz. — St. Paulikirche: 18.ApriL
„Der Herr ist wahrhaftig auferstanden" von Th. Drobisch.
24. April. „Salvum fac regem" v. Zocher. 1. Mai. „Selig sind,
die Gottes Wort hören" v. Hellwig. — St. Petrikirche: 18. April.
„Nun aber ist Christus auferstanden" v. Alb. Becker. 1. Mai.
„Des Herrn Wort ist wahrhaftig" v. Becker. 8. Mai. „Wach
auf, mein Herz, und singe" v.F. Hiller. 16. Mai. Geistliches
Lied V. Hiller. 22. Mai. „Herr, höre mein Gtebet" v. Haupt-
mann. 26. Mai. „O Heiland, reiss die Himmel auf" v. Brahms.
— St. Nicolaikirche: 18, April. „Sei getreu bis in den Tod"
V. Schurig. 1. Mai. „Gott ist die Liebe" v. Engel. 8. Mai.
„Jauchzet Gott" v. Thoma. 22. Mai. „Kommt, laast uns an-
beten" V. Hauptmann. — Schlosskirche: 18. April. „Triumph,
er kommt mit Pracht", Choral u. Schlusschor a: dem y!Lo}>-
fesang" v. Mendelssohn. 24. April. „Salvum fec regem" v.
tocher. 1. Mai. »Gib dich zufrieden" v. Bemmann. 8. Mai.
„Es sollen wohl Berge weichen" v. Bust.
Pössneck. Mauritiuskirche: 26. Mai. „Gott ist die Liebe**
V. Engel. 6. Juni. „O, welch eine Tiefe des Beichthums" a.
„Paulus" V. Mendelssohn. 6. Juni. „Komm, heiiger Geist** v.
Bortniansky.
OpernauffUhrungen.
Mai.
Stuttgart. K. Hoftheater: 1. Fest Vorstellung bei An-
wesenheit des Königs und der Königin von Sachsen. 2. Act
von „Die Königin von Saba u. 2. Act von „Tannhäuser. 3. u.
29. Indra. 7. Oavalleria rusticana. 7., 15. u. 20. Der Barbier
317
von Bagdad. 10. Tannb&ufler. 18. Margarethe. 17. Zar und
Zimmermann. 22. Lohengrin. 24. Carmen. 27. Der Waffen-
schmied.
Wien. K. k.Hofopemtheater: 1. Manon. 2. Der Wasser-
träger. 3., 10., 15., 20. u. 25. Freund Fritz. 4. Romeo und
Julie. 6., 9. u. 16. Werther. 7. ßienzi. 8., 18., 21. u. 24.
Gavalleria rusticana. 11. Lohengrin. 12. u. 27. Carmen. 14.
Das Rheingold. 17. Der Freischütz. 19. Der Prophet. 22.
Mifi^on. 28. Aida. 24. Die Regimentstochter. 25. Bastien
und Bastienne. 26. Tannhäuser. 28. Rigoletto. 29. Die Wal-
küre. 80. Der Wildschütz.
Vermischte MKtheilungen und Notizen.
* Das 69. Niederrheinisohe Mnsikfest unter Prof.
Dr. Wüllner*s allseitig begeistert belobter Direction hat
einen höchst glänzenden Verlauf genommen, trotz dem Um-
stände, dass man von der Tradition, ein classisches Oratorium
aufzuführen, abgegangen war.
* Den künstlerischen Oulminationspunot hat das zweite
Schwäbische Musikfest zu Augsburg in den Pfingst-
tagen, wie vorauszusehen war, in der Aufführung der Eroica-
Symphonie Beethoven*s und des Kaiser-Marsches von Wagner
unter H. v. Bülow's fascinirender Leitung gefunden. Der
eigentliche Festdiri^nt war Hr. Domcapellmeister Dr.
Schiet terer, der seinen Theil gewissenhaft vorbereitet hatte
und auch rechtschaffen durchführte.
* Die vlämische Musikschule zu Antwerpen beging
in der Pfingstwoche das 26jährige Doppel-Jubiläum
ihres Bestehens und der Direction des Hm. Peter Benoit mit
einem dreitägigen &;länzend verlaufenen Musik fest, dessen
Programme ausschliesslich aus Werken vlämischer Cktmpo-
nisten bestanden.
* Das in Salzburg während der Pfingsttage abgehaltene
erste Deutsch-akademische Sängerfest erfreute sich
zahlreicher Theilnahme der betreffenden Kreise und verlief
sehr anregend. Die Wahl der nächsten Feststadt ist auf
Dresden (für 1896) gefallen.
* In der Royal Institution of Great Britain in London
hielt vom 80. April bis 21. Mai Hr. E. Dannreuther vier
Vorlesungen über J. S. Bach's Kammermusik, welche
durch musikalische Vorträge näher beleuchtet wurden.
* In Paris bereitet man die Einrichtung eines „Salon
demusique" vor, eines Seitenstücks zum „Salon de peinture",
eine Art musikalischer Ausstellung, bei welcher in acut grossen
Sitzungen noch unveröffentlichte Werke vorgeführt und mit
Preisen verschiedener Olassen ausgezeichnet werden sollen.
Für dieses Jahr sind bloe zwei solcher Sitzungen geplant,
welche unter Leitung des Hm. Grabriel Marie am 10. una
17. Juni stattfinden.
* Hr. Dr. Joseph Parry, welcher am University College in
Cardiff über Musik liest, hat eine Musikschule ftlr Süd-
wales und Monmouthshire zu gründen unternommen und sich
der Mitwirkung der besten Lenrkräfte versichert.
* Die Akademie der Schönen Künste in Frankreich hat
den diesrjährigen Monbinne-Preis im Betrage von 3000 Frcs.
Hm. A. Messager für dessen Oper „La Basoche** und den
Chartier-Preis fftr Kammermusik Hm. Charles Lefeb vre
zugesprochen.
"• Die gegenwärtige Deutsche Oper im Coventgarden-
Theater zu London eröffnete am 8. Juni ihre Saison mit
einer Aufführung von Rieh. Wagner's „Siegfried" unter
Leitung des Hm. Mahler und Mitwirkung der Frauen Sucher
und Heink, der HH. Alvary, Glrengg, Wiegand, Liban u. A. m.
Das Werk wurde enthusiastisch angenommen.
* Die erste Spielzeit in dem neuen Stadttheater zu Z Ürich,
das in Hm. Kempter einen trefflichen Capellmeister und
unter seinem OpempersonaJ ausgezeichnete Kr&fte wie Frl.
Prosky und Hm. Georg Lederer besitzt, zeichnete sich durch
vorzügliche Aufführungen Wagnerischer Werke aus. Es
gelangten zur Darstellung „Lohengrin" elf Mal, „Tannhäuser"
und die „Meistersinger" je sieben und „Tristan und Isolde"
fünf Mal.
* M. Moszkowski*s Oper „Boabdil" wird in n. Saison
auch im Marie-Theater zu St. Petersburg zur Aufführung
gelangen.
* Im Bellini-Theater in Neapel wurde die einactifi;e Oper
„Mastro Giorgio" von Domenico Sodero, einem nocn uner-
fahrenen jungen Componisten, erstmalig gegeben und vom
Publicum nacnsichtig aufgenommen. — Desgleichen wurde in
Ver colli die neue Oper „Vendetta" von Arturo Berutti
zum ersten Maie aufgemhrt. Sie erwies sich von untergeord-
netem Werthe.
* In einem Artikel „Die musikalische Entwickeluns;
Schwerins" weist die „Mecklenburgische Zeitung" schlagend
die grossen Verdienste nadi, die der von dort — infolge einer
Differenz mit dem Hoftheaterintendanten Hm. v. Ledebur —
geschiedene Hofcapellmeister Alois Schmitt durch seine
86jährige Thätigkeit in dieser Stellxmg sich um das dortige
Musik- und Opernwesen errungen hat. Dieselben sind unseren
Lesern nicht unbekannt, indem unser Blatt schon zu Anfang
seines 19. Jahrgangs in einer Biographie des verdienten Mannes
dessen Streben und Schaffen eingehend gewürdigt hat.
* Hr. J. P. E. Hartmann in Copenhagen ist kürzlich
von seiner Stellung als Präsident des dortigen Musikvereins,
dessen Directorium er 54 Jahre lang angehörte, zurückge-
treten, und zwar aus Groll über die Unzufriedenheit, welcne
Presse und Publicum über seinen Sohn Emil Hartmann als
Nachfolger Gade's in der Dirigentenstellung dieses Vereins
laut werden Hessen und die auch dah'n geführt hat, dass an
dessen Stelle einstimmig der Violoncellist Hr. F. Neruda, ein
naturalisirter Däne, gewählt wurde. Die Hegemonie, welche
die Familie Hartmann so lange Zeit in der dänischen Haupt-
stadt ausübte, ist somit zu Ende gegangen.
* Das Ehepaar Edvard und Nina Grieg in Bergen er-
hielt gelegentlich seiner silbernen Hochzeit am 11. d. unter
anderen Geschenken einen prachtvollen New- Yorker Stein-
way-Flügel.
* Hr. Jules Gar ein hat aus Gesundheitsrücksichten die
Wiederwahl als Leiter der Pariser Conservatoriumsconcerte
abgelehnt, aiMeine Stelle wurde der Flötist Hr. Taffanel
gewählt. Hr. Danbö als zweiter Capellmeister legte dieses
Amt nieder. Zum Chordirector dieser Körperschaft wurde
Hr. Samuel Rousseau ernannt.
* Der Prinzregent von Bayern verlieh Hm. Hofcapell-
meister Doppler m Stuttgart den Michaelsorden 4. Classe.
Todtenliste. Dr. Wilh. Langhans, Violinist und Musik-
schriftsteller in Berlin, t, 60 Jahre alt, am 9. Juni. — Her-
mann Philippi, k. Opernsänger a. D. in Wiesbaden, von 1866
bis 1885. als erster Bariton am k. Theater daselbst rühmlichst
gewirkt habend, f am 25. Mai. — Tom Hohler, einst be-
fiebter Londoner Opemtenor, t ani 2. Mai in Monte-Oarlo. —
Alfred W. Gilmer, wohlbekannter Cornetbläser und Musik-
director, f, 54 Jahre alt, in Birmingham. — Frl. Marie Donne,
seit 20 Jahren als Professeur de sofi<^ am Conservatorium in
Paris thätig, f. 43 Jahre alt, in Paris. — Wilhelm Halle,
langjähriger tüchtiger Dirigent des Stadtorchesters zu Halle
a. S., tj ^^ Jahre Sit, am IB. Juni.
Kritischer Anhang.
Bern. Boeekelmann. Bomance pour Violon ou Violoncelle
et Piano, Op. 2. Hamburg, Fritz Schubert.
Hans A. Cesaek. Barcarole für Violine mit Clavierbeglei-
tung, Op. 9. Dresden, Adolph Brauer.
Henri Herold. Nocturne für Violine oder Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte, Op. 12. Berlin, Baabe & Plothow.
F. Klose. Elegie für Violine oder Bratsche mit Begleitung
des Pianoforte, Op. 7. Berlin, Fr. Luckhardt.
Josef Nesvera. Zehn Eklogen für Violine mit Pianoforte-
begleitung, Op. 48. Prag, Bursick & Kohut.
Hugo Reinhold. Romanze und Menuett für Violoncell mit
Begleitung des Pianoforte, Op. 42. Leipzig, Fr. Kistner.
318
Dsls ist eine Jßeihe von kleinen Musikstücken für £nsem-
blespieli die Alle, bis auf einzelne Ausnahmen, den gleichen
lyrischen ChanLkter haben und sämmtlich freundlicher Aner-
kennung werth sind. Boeckelmann^s Romanze singt in der
Streichstimme recht wohUautend zu ganz einfachem Piano-
forte-Accompagnement, und die Barcarole von Cesack wiegt
und schaukelt im leichten Sechsachtel. Henri Herold, der
treffliche Yiolinspieler, hat für sein Noctumo eine hübsche
Cantilene erfunden, und in seiner Elegie bewährt F. Klose
sich abermals als ausgezeichnet tüchtiger Musiker. Eine ganze
Sammlung von gut wirkenden Vortragspi^cen präsentirt Nes-
vera in seinen Eklogen, die wohl eine lebendige Vortrags-
art, aber keine bedeutende Technik von dem Ausführenden
der Gteigenpartie verlangen. Reinhold's beide Nummern sind
zierlich und fein von fx>rm und Inhalt.
Louis Bödecker.
JBiriefkAsten.
M. G. in A^.-K Der Abdruck ist s. Z. wahrscheinlich
wegen der fehlenden Angabe des Concertortes unterblieben.
Gerade aus Amerika und England gehen uns viele Concert-
Zettel ohne den so nöthigen Ortsvermerk zu, die deshalb —
oft trotz interessanter Programmaufstellung — unberücksich-
tigt bleiben müssen. Dass wir in der Ooncertumschau ganz
besonders neue und neueste Werke berücksichtigen und durch
gesperrten Druck der Oomponistennamen augenfällig machen,
ist eine Gepflogenheit, die wir im Interesse der Neuzeit schon
lauge üben.
IV. K. in R, Die hiesige Kunsthandlung von Hermann
Vogel, Goethestrasse, gibt die von uns in vor. No. benutzte
photographische Abbildung des Mendelssohn -Denkmals in
zwei verschiedenen Grossen, Gabinet und Folio, ab.
L, in B. Ihr Mitbürger erinnert an den hiesigen Gantor
Hrn. R., welcher s. Z., anscheinend, um sich bei einigen
orthodoxen Geistlichen „lieb Kind" zu machen, gOfiTjan eine
Aufführung des Verdi'schen Requiems in unserer Thomas-
kirche loszog.
n z e i ST o >^<
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Maznrek. ji 2,50.
Christian Sinding, Suite (Fdur). 5 Ji
Carl Schuler, S^r^nade. Ji 1,80.
Benjamin Godard,Berceuse et S^r^nade. Ji 1,50.
Rob. Schunriann, Abendlied, herausg. von Singer.
75 4.
Rob. Schumann, Träumerei, herausg. von Singer.
,75 4.
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Für Violine mit Pianofortehegleitung von Aug. Wilhelmj
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Für Violen cell mit Orchesterbegleitung von Dav. Popper.
Partitur J6 1,50. Stimmen cplt. Jt 3, — .
Für Violoncell mit Pianofortebe^eitung von Dav. Popper.
J6 1,50.
Für Harmonium mit Pianofortehegleitung von Joh. May.
Für Violoncell, (oder Violine), Harmonium und Pianoforte
von Aug. Reinhard. Ji 2,40.
Für Horn mit Orchesterbegleitung von F. Gumbert. Par-
titur Ji 1,50. Stimmen cplt. Ji 8,—.
Für Horn mit Pianofortehegleitung von F. Gumbert. .i» 1,50.
Für Viola alta mit Pianofortehegleitung von Hermann
Ritter. Ji 1,50.
Für Cornet k pistons mit Pianofortebegleitimg von Rieh.
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319
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Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland and Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser), und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preussen»
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angenotntnen und auegefUhrt.
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Die Wagner-Encyklopädie stellt es sieb zur Aufgabe, die durch ihre reformatorische Bedeutung auf dem Ge-
biete der Kunst und Cultur hervorragenden Aeusserungen Wagner's über eine umfassende Beihe von Erscheinungen auf dem
weiten Gebiete der Kunst- und Culturgeschichte in alphabetischer Folge und nach Möglichkeit nicht blos in aphoristi-
scher Kürze wiederzugeben, sondern jene Ausspri\che, wo die Sache es mit sich bringt, in ungezwungener Weise zu kleinen
Abhandlungen über den einzelnen Gegenstand zu verbinden. Diese Abschnitte, von sehr verschiedenem umfang, sind
durchweg aus den mit buchstäblicher Treue wiedergegebenen, eigenen Worten des Meisters zusammengestellt. Indem fiir
Jeden dieser Abschnitte die vorhandenen Aussprüche aus den verschiedenen, oft entlegenen Theilen der Gresammelten
Schriften Wagner's herangezogen sind, ist — ausser ihrer Authenticität — Zweierlei erreicht:
1) eine erschöpfende Vollständigkeit dieser Aussprüche, sodass der Leser gewiss sein kann, dass in keinem
Theile der Schriften etwas auf den Gegenstand Bezügliches übersehen sei, was nicht schliesslich noch im Anhang
oder im Inhalts verzeich niss unter dem gleichen Titel anzutreffen wäre;
2) durch jedesmalige Ausscheidung des nicht nothwendig zu dem besonderen Gegenstand Gehörigen und streng sach.
liehe Verbindung des Zusammengehörigen, in den meisten Fällen ein Text von einer speci fischen Vollstän-
digkeit, wie er sich, wiewohl echt Wagnerisch, dennoch in gleicherweise an keiner einzelnen Stelle der Schriften
wiederfindet, sodass die Encyklopädie in dieser Beziehung in ihrer Art überall Keues darbietet und wie ein
Oriffinttliiverk l^a^'nei**» gelesen werden kann, während andererseits die vorhandenen Belege
überall die zu Grunde liegenden Stellen der Schriften vergegenwärtigen.
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I stattung, lind wegen
Liquidation einer Fabriic
> zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
1
Aus- ^p
i
lllustrirte Preis-Verzeiehnisss zu bezieheD dureh
C. Schwalbach, Reichsstrosse 24, Leip:
:
zig. •
"Verlag -von Hies Ät Ei*ler in Berlin.
Älban Förster, „Lorle".
Oper in 4 Aufzügen.
Ciavierauszug mit Text 15 M. netto. Einzelne Nnrnmeni etc.
[663.1
lieber die am 3. Juni In Berlin am KroM'ichen Thaatar statt-
gehabt« erste Aufführung wird u. A. geschrieben: „Wir
möchten als ein GesammtiartheU von Vornherein betonen, dus
uns Ihr kOnstlarlichar Warth entichiadan Ober mancher hundert
■aJ aufiefOhrlaR (osenannten Lliblingto|iar dtr Ictztan zahn Jahre
llaht." (Post.) — i,Von erfreulichstem Werthe ist es, daae
uns Director Engel die Bekanntschaft mit einer Arbeit ver-
mittelt hat, die, ohne ein gerade direct sensationelles Gepräge
zu haben — doch unabwclibar lu den berufenen Composltlonan
der deutschen OpernbOhna aut den letzten 10 oder 15 Jahren gahflrt,
soweit diese bemtlht sind, die alten, verstindnissinnigen und
herzinnigen Formen des älteren Opemgefüges in wohlthuende
Erinnerung zu bringen." (Berliner Local -Anzeiger.) — „Im
Allgemeinen bewegt sich Förster's Musik in altgewohnten
Bahnen; in ihrem melodischen Inhalt von Nessler'acher
&tckingerei nicht allzuweit entfernt, gibt sie sich doch in
der Form ein gut Theil vornehmer, '& ist sehr viel aorg-
ftJtieere, gediegenere Arbeit und die Instrumentation zum
Theu, wenn nicht gerade originell, so doch wirklich reizvoll."
(Berl. Börsenzeitung,) — ,.Sie werfen ein freundliches Sonnen-
licht Über das Ganze, welches in Art und Form den Nessler-
schen Opern nahe kommt, ohne jemals in die Banalitäten des
elsässiachen Componisten zu verfallen. Förster ist offenbar
ein weit feinerer Musiker als Nessler. — Das Publicum freute
sich herzlich der schönen Lieder und gab seinen l^ank den
Darstellenden, dem Componisten, der nach den Actschlüssen
nähme durchaus zufrieden sein." (Berl. Neueste Nachrichten.)
— „Wie in Dresden und Hamburg, wo sie im Laufe des letzten
Jahres aufgeführt wurde, hat die Oper auch hier einen durch-
aus günstigen Erfolg erzielt. Nach jedem Acte musst« der
Componist mit den Hauptdarstellern wiederholt vor dem Vor-
hans erscheinen, lun in rauschenden Beifallsbezeugimgen den
Dank der Hörer entgegen zu nehmen, salbil bei «Raner Scene
bekundete lu vertchiedanen Malen das Publicum lein Interesse und
■aln fialallen aa dem Qebotanen." (Berl. Fremdenblatt,) — „Ei
fehlt UM an Opern, wla FOrster'i • Lorled Diese Behauptung zu
begründen, hier und heute, darauf müssen wir verzichten,
um Niemanden zu kränken 1 Sympathisch berührt hat uns
der echt dsutsche Zug in Förster's Partitur. Wir wissen, dass
Tausende (tafDr keine Verwendung haben; schön, sie möeen
welschen Singsang, vorziehen, was thuts? War Etwa» IDr Heri
und fiemOth tucht, dem sei das »Lor1e< empfohlen. Beklatscht
wurden viele Nununem, zur "Wiederholung begehrte man un-
nöthig das Ballet." (Kl. Journal. Wilhelm Tappert.)
Durch jede Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung sa
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Op. 1. Zwei Noctumea für Pionoforte. M. 1,50.
Op. 2. Walzer für das Pianoforte zu vier Händen. M. 2,60.
Dp. 8. Kleine Büder für Pianoforte. M. 2,—.
Op. 4. Sieben Lieder für eine Baritonstimme mit Pianoforte.
Heft I. 1. Ich geh nicht in den grünen Hain. (W. Oster-
wald.) 2. Heimweh. „0, doss ich draussen lag". (0. Stielsr.)
3. Sommersegen. „So warm und herrlich liegt die Welt".
(Wolfgang Müller v. Königs winter.) M. 2,—,
— Idem. Heft II. 4. Unergründlich. „Ich küsst« sie auf die
Stime kaum". (J.G.Fischer.) 6. Zwiegesang. „Im Fliedoi^
busch ein Vögleiu sass". (R. Beinick.) 6. So wandr ich in
die weite Welt. (W. Osterwald.) 7. Falsch, aber süss.
„Komm, falsche Dirne", (G. F. Danmer.) M. S,— .
Op. 5. Fünf Ciavierstücke. Heft I., H. & M. 2,—.
Op. 6. Sechs Lieder und Gesänge für gemischten Chor.
Heft I. Die Eose treibt ein rothes Blatt. (W. Osterwald.)
2. Trennung. „Er ritt'so einsam durch den Wald". {Alex.
Kaufmann.) 8. Heimkehr. „Und wieder ritt er durch den
Wald". (Alesander Kaufinann.) Part. u. Stimmen M. 3,40.
(Part. M. 1,20. Stimmen i. M. —,30.)
— Idem. Heft n. 4. Mit sanften Flügeln senkt die Nacht.
(W. Osterwald.) 6. Durch säuselnde B&ume im Mondenschein.
(W. Osterwald.) 6. Kommt auf den Anger, muntre Buben.
(W. Osterwald.) Part, und Stimmen M. 2,40. (Part. M. IJ».
Stimmen k M. — fiO.)
Op. 7. T^nae für Pianoforte zu vier HBnden. Heftl. M.4,— ,
Heft II. M. 8.-.
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FrDhÜRss-Erwactian, Bomanze in Fdor, übertr. von Aug. Beinhard
Beetbövailr I<. V^ Op.e9. Soiiat«iiiAdur(deiiiBaronT,GleicbenatemKew.), Ubertr. von Aug.Beinhard, netto
'KlefTel, A., Op. 6. Manch der Wichtelin9nnBr, mit Stteicbquintett H. &,— , itu 8 HAnden (ohne Begleitung) . .
Mobr, Herrn., Op. 29, No. l. Sonatln« in Gdur I (
Op. 39, No. S. Manch in Cdur [ leichte Original-Compositionenspeciell fttrMuaikschnlen {
Op. 2», No. 3. Rondo-Allagro in Gdnr . . . ) I
Op. 48». Police« in Ddur. Original-Oompoaition
* Op. 48b. PolacGi in Ddur zu 8 Händen mit Begleitung von 3 Yiolinen, Yiola, Yioloncell u. Bass ad. libitum
*MollP, Ouvertura: Handwerhar laben mit 3 Violinen, Viola, ^oloncell, Basa M. 7,~, do. sa 8 Hdn. (ohne Begleitung)
*MfWzkowsl£l, M., Op. 13. Spanitcha TBnia. No. 1 und 3. Cdur, Gmoll
• Op. 13, No. 3 und 4. Adur, Bdur übertr. von Bernh, Wolff . c
• Op. 12. No. 5. Ddur (Bolero) 1 I „ o,— .
Vala« brlilanla pour 3 Pianoa i 8 malni par C. Gurlitt netto „ 8,—.
RubliMtelii, AntoOt Op. 8, No. 1. Malodla in Fdur, übertr. von Wilh. Popp „ S,—
Sobarwenlu, Pta^ Op. 54, No. 6. Manaetl iu Ddur, übertr. von F. Brtseler „ 3,60
Sohubert, Pr^ Unsariachar Harach, CmoU, übertr. von Beruh. Wolff „ 3,—,
Sehultz, Bdmn, Op. 64. Polonalaa, Cdur, Original-CoTnpoaition „ 2,—.
Op. 157. Sarenada m Fdur. Original-Composition „ 3,— _
Sohunuum, Rob>t Chor und Finale aue „Das Paradies und die Fori", Übertr. von Aug. Beinh&rd .... „ 6—'
Op. 31, No. 1. Hovallatla, übertr. von Aug. Beinhard „ 8,—;
*SoedePiiian, Aug., Op. 13. Schwadlschar Hochieltamarach in Fdor, mit Quintett M. 4,—, ohne Begleitung . „ ?,60'
* Op. 18, BrOllopa-Marach in Ddnr aus der Bauer nhöchneit, mit Quintett M. 4,—, ohne Begleitung .... „ 3,60'
Tsebaikovraky, P., Op. 2, No. 3. Lied ohna Worte, ChanI lans Parolea i 8 malna par F. Briseler .... „ 3,—'
Zu denjenigen Compositionen, die mit einem * bezeichnet Bind, werden auch die Strelcbqnlntett- oder
4(Dartett-8tlDiineii billigst geliefert, ich mache alle Musikschulen, Vereine und Ooncertgesell-
schaften auf diese ivjljk«lline Besetzung au&ierkaam. Die Streichinstrumente können auch fortfallen.
IV Special- TerKelchnlsie K^tAi^i erprobter DVerke gratl». "9^
Carl SimOlli Musikverlag, Berlin SW.y Markgrafenstrasse 21.
Eot-MuBikalienbändler S. H. des Erbprinzen von Anhalt.
IM9.]
322
[670—.]
6oncert-9irection Sfaniel StZayer,
LONDON, 180 New Bond Street.
Telegramm-Adresse: „litszt-IiOndon**.
Alleiniire Tevtretoni: für alle liftnder
der Sopranistin Franleiii Macintyre^
Prima-Donna assoluta der königliehen Italienisehen Oper Covent-Oarden, London,
des ^Bassisten Herrn Pliinket Gpeene.
Oratorien- und Kammersängrer,
des Herrn Emile Saupet.
des Jungen Violoneell-Vlrtuosen
Jean Görardy (iSj^hrig)
und
des Herrn |. J. PadePenfSkiy
ixelaat *v^ielez* axxderezx 'ber'Q.lx ixx t e zx ^ -iizxatlez*.
Alleinige Vertretung der Londoner Sympbonie-Concerte.
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XJebernimmt das A-rrangement von
^^®k® doBcerten in London nnd Tonrn6en in England, Amerika und Australien (gt^s^
unter persönlicher Leitung.
Anfragen und Aufträge werden direct an die Direction erbeten
6oncert-9irection 9aniel STlayer,
LONDON, 180 New Bond Street.
Telegramm-Adresse: „lilszt-IiOndon**«
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Uebertragungen für Viola alta (Altgeige)
mit Begleitung des Pianoforte
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No.
1
10.
No.
11.
No.
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No.
13.
Air vari6, von P. Rode. Op. 10. 1 Jf, bO /^.
Elegie, von H. W. Ernst. Op. 10. 1 ^ 50 ^ .
Suite (Sarabande, Gavotte, Andante, AUegro),
von Joh. Seb. Bach. 2 .^ 50 4.
Nocturne, von F. Chopin. Op. 9, No. 2. 1 ^.
Lied ohne Worte, von F. IViendelssohn Bar-
tholdy. Op. 53, No. 2. 1 Jl,
Russische Melodie (Eosakentanz). 75 /i^.
Moto perpetuo, von N. Paganini. (Nachgelass.
Werk.) 2 Jt.
Frühlingslied, von F. Mendelssohn Barthoidy.
Op. 62, No. 6. 1 Ji.
Lied ohne Worte, von IMendelssohn BarthoIdy.
Op. 85, No. 1. 1 Jt,
Adagio cantabile aus der Sonate path^tique,
von L. van Beethoven. Op. 13. \ Jt.
Romanze, von Ch. Davidoff. Op. 23. 1 Jt
50 4.
Cavatina, von J. Raff. Op. 85, No. 3. 1 .>^
50 4.
Wiegenlied, von Fr. Schubert. Op. 97, No. 2.
75 4.
No. 14. Impromptu, von Fr. Schubert. Op. 90, N0.3.
2 Jt.
No. 15. Serenade aus dem Quartett Op. 74, von Jos.
Haydn. 1 Jt,
No. 16. Notturno aus der Musik zum „Sommemachts-
traum", von F. Mendelssohn Barthoidy.
1 ^ 50 4.
No. 17. Walzer, von F. Chopin. Op. 34, No. 2. 1 Jt.
No. 18. Adagio aus dem Glarinetten-Quintett, vonW.A.
Mozart. 1 Ji.
No. 19. Aria, von Francesco Durante (geb. 1684,
gest. 1755). 1 Ji.
No. 20. Larghetto, von GlUSeppe Tartini (geb. 1692,
gest. 1770). 1 Ji,
No. 21. CzdrdÄs. 1 Ji.
No. 22. Lento, von Joh. Seb. Bach. 1 Jt.
No. 23. Siciliano, von Joh. Seb. Bach. 1 Jk
No. 24. Adagio, von Joh. Seb. Bach. 1 .^50 4.
No. 25. 4 altschottische Volkslieder. 1 Ji bQ 4-
1671.]
Leipzig. Fr. Klstnep»
323
3ttusiüalien'97&va 1892, 37o. 1 von 9os. SU61 in SdUinenen.
Böhm, Theob., 12 Etndes pour la flute propres k ^galiBer le doigt^ dann toutes les gammes .... 3 60
CasinOy 72. Liefg. Messager, Andr^, La Basoche. (Zwei Könige.) 1. Abtheilung. Favoritstücke
(mit eigener Directionsstimme) fär 2 Violinen, Viola, Violoncell, Bass, Flöte, 2 Glarinetten, 2 Hör-
ner, Poeatine, Trompeten und Pauken, Trommel und Becken; ad libitum: 2. Flöte und Plccolo,
Oboe, Fagott und Harfe, einger. von H. Ley 10 —
— 73. lÄeig. Messager, Andrö, La Basocbe. (Zwei Könige.) 2. Abtheilung. Favoritstücke (mit
eigener Directionsstimme) für 2 Violinen, Viola, Violoncell, Bass, Flöte, 2 Clarinetten, 2 Homer,
Posaune, Trompeten und Pauken ; ad libitum: 2.Flöte und Piccolo, Oboe und Fagott, einger. von H. Ley. 8 —
Coi*n0liuS^ P0t0l*y D01* Cid« Lyrisches Drama in drei Aufzügen. Dichtung vom Componisten.
VollstAndige Partitur. (Preis unterliegt besonderer Vereinbarung.)
Partitur der Ouvertüre allein i Aufföhrungsrecht vorbehalten '»«"<' J "
Stimmen zu der Ouvertüre allein J 10 —
Glavierauszug mit Text (übertragen von LThuille) netto 12 —
Ouvertüre zu 2 Händen 1 80
Ouvertüre zu 4 Händen 2 50
Textbuch netto — 50
Ebner, CdrI, Op. 5. Wiegenlied für Violine und Streichorchester (ad libitum Harfe) 2 —
Idem für Violoncell und Streichorchester (ad Idem far Violine und Harmonium 1 20
libitum Harfe) 2 — Idem für Violoncell und Harmonium .... 1 20
Idem für Violine und Ciavier 1 20 Idem für Flöte und Harmonium 1 20
Idem für Violoncell und Ciavier . i ... 1 20 Idem für Ciavier zu 2 Händen .1 —
Idem für Flöte und Ciavier 1 20 Idem für Ciavier zu 4 Händen . ' 1 20
— — Op. 6. Zwei Stücke für Violoncell und Clavier. a. Träumerei 1 20
b. Humoreske 2 —
— — Op. 9. Zwei kleine Stücke für Violoncell und Clavier, No. 1. Ein Liedchen 1 —
No. 2. Ländler 1 30
_ _ Op. 10. Czdrdas für Violoncell und Clavier 1 50
— — ■ Op. 28. Largo für Violoncell und Clavier (oder Orgel) zum Concor tgebrauch 1 20
Greith, Cari, Op. 17. Acht zweistimmige Gesänge für Sopran und Alt mit Clavierbegleitung. H^ 1 1 60
Heft 2 1 80
Hasselbeok, Hans, Op. 11. Zwei Stücke für Violoncell und Clavier 1 20
Messager, A^ Siehe: Casino.
MOhlauer, M., Op. 45. Erinnerung an Salzburg (Glockenspiel) für Zither — 60
Ortner, A., Op. 14. Vier Männerchöre a capella. No. 1 „0 Vaterland«. Part. 40 /^. Stimmen 60 4. 1 —
(No. 2 — 4 erscheinen später.)
Ritter. Alexander, Festmarsch zu 2 Händen aus der Oper j,Wem die
Krone 7*^ üebertragen von Herm. Ley 1 50
— — Polonaise (Conrad's Erzählung) zu 2 Händen aus der Oper „Wem
die Krone?'' Üebertragen von Herm. Ley 1 50
— — Op. 19. Primula veris. Zwei Gedichte von N. Lenau för 1 Singstimme mit Clavierbegleitung. 1 60
StraUSS, Franz, Op. 8. Concert für Hom mit Begleitung des Orchesters oder Claviers. Ausgabe mit
Clavierbegleitung. 3 —
— — Op. 12. Empfindungen am Meere. Romanze ftir Hom oder Violoncell mit Clavierbegleitung.
Ausgabe für Hom und Clavier ... 1 50
Ausgabe für Violoncell und Clavier . . 1 50
StraUSSf Riohardy Op* 28b Maobetha Tondichtung für grosses Orchester. Für Clavier zu
4 Händen. Üebertragen von L. Thuille 6 —
Suppiy Franz von. Vollständige Ouvertüre zu „Dichter und Bauer" far Zither (Bassschlüssel), üeber-
tragen von Friedr. Feyertag 1 50
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324
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Anfragen und Engagements-AntrSge für mich sind
auch für die Folge an meine aiuschliesBsliche Vertretung,
die [677.]
CoDcertdirection Hermann Wolff.
Berlin W., Am Garkbad 19, I. Tel.-Adr.: Musikwolff,
zu richten.
Doerter
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orchesters. [678--.] " von
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 2L SS4miitt4 $(0hii$(0k#r«
Die Erledigung unserer gescbäfüichen Angelegen-
heiten haben wir für die Folge der
doBcertdireetioD flermaim WoMf,
Berlin W., Am Garlsbad 19, I. Tel. -Adr.: Musikwolff,
übertragen, und bitten wir, Anfragen und Engagements-
anträge für uns direct an obige Adresse zu senden.
[682.]
LoHis Mil Snsamie R6e (Clav.).
Von den J^ittbeilungf en
der Musikalienhandlung
Breitkopf & Härtel in Leipzig«
Brüssel, London und New-York,
ist No. 38 — Mai — zur Ausgabe gelangt. Diese Mitthei-
lungen sind in allen Musikhandlungen kostenfrei zu haben,
werden aber auch auf Wunsch von der Verlagshandlung in
Leipzig unter Streifband übersandt. [688.]
ComDositionen für Haife
it>aiT vu^h
hersogl. säohs. Hofjpianist, Profeasenr sup^rieur am Oonsenratorium
in aenf (Schweii). [679—.]
Concert- Vertretung: Hermann Wolff, Berlin.
Alfred KLrasselt.
Op. 16.
Op. 17.
Op. 7.
Op. 10.
Op. 13.
Leipzig.
1684]
Soeben erschienen:
Elegie. Ji 1,80.
Drei StUcke (StAndchen. — Abendfeier. — Bei-
gen). Ji 1,80.
Vor Kurzem erschienen:
Nocturne. Ji 1,80.
Sörönade. M 1,30.
Impromptu. Jt 2,30.
C. F. W. SiegePs Muslkalienhandlang
(B. Linnemann).
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Baden-Baden.
Vertr. H. IXToUr. Berlin.
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Ensemble-Uebangen. RoUenstudiam.
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Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [681—.]
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Harmonium-Haus.
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Druck von 0. G. Södur ia L«ipsig.
.J
Leipzig, am 28. Juni 1892.
HlA riUÜlCtl Buk-, [Ull-
ui luiuilutullupi, tnli
tili» 11)1 Fonliiiir
Verantwortlicher Kedacteur und Verleger:
E. W. FritiBoh,
Leipzig, KöDlguiraMe 6.
Ib lu luUiliuki f Kkukun
MtlUtl lUlltlllU lllt U
"^»^5^ für lusikerjuidjrusikfreuiide. ^J^
V Verentwortlioher Kedacteur nnd Verleger: •&
Dm MunkalUahe WochanbUtt enubaint jKhrlich in Cül Nnmmeni. D«r ÄbonDementsbetrae
fQr duQoArtal von 18 Hummern üt SHaik; eine einielne Nummer koetet 40 Pfennige. Bei
wtit ■ 1. 1 directer frankirter Ereusbandundting treten D&chitehende Tiertelj&hrliche Abonnementa-
AAllL J&DrK* i Vn\»6 in Kraft: % Hark 60 Pf. fSr dat Deuttehe Reich und Oeitetreicb. — 3 Hark 76 Pf.
~ ^ rBr weitere LKnder de* Allgemeinen Poitrereim. — Jahreaabonnementi werden nnter
ZuKmndelMvne Tontahender Becngtbedinrangen berechnet.
Die IiwertionagebSbreD Hr am lUnm einer gespaltenen TetitMile betragen 90 Pfennige,
luhklt: Di« S«i|r« van _Tt1bIui und Isolde" bsl Blobud Wunar. Ton Dr. Aii
(Bcliliua) und Weimu, — Bsriolit >iu LelpslK. — OoneMtiuiiiDhtn. —
— AiKBemhTU KoTitUsL — TermiwihM Hll&eUnBKen and Notmn. -
inr äeIdL (Bchlua
BDCuementi und
■ Bä^kMten. — i
Die geehrten Leser
des „Musikalischen Wocfunblatte^', deren Abonnement mit dem laufenden Quartal, resp. mit vorliegender No. at Ettde
geht, werden für den Fall, dass sie dieses Organ Hier den gen, Termin hinaus eu erhalten wünschen, gebeten,
ihre Bestellungen rechtzeitig anMttgen eu wollen , damit in der Ztsendung keine Unterbrechung stattfindet. —
Den werthen Jakresabonnenten gegenüber bedarf es natürlich dieser &innerti/^ mchi.
K W. FRITZSCH.
Die Sage von „Tristan und Isolde" bei
Richard Wagner.
Ton Dr. Arthnr Seidl.
(SohloBa.)
Ee ist eine gewaltige, fär die Folge noch gar nicht
vdllig zu übersehende Umkehr in der WsIt«nsohaa-
UDg selber, eine Wiedergeburt im echt christlichen
Sinne des Wortes, eine geheimniss voll-tiefe Wendung des
meDBchlicben Geistes nach innen überhaupt, — die uns
in ihrer ganten Bedeutung nnd Tragweite erat klar wer-
den wird, wenn vir Wagner, den überaengungatreuen
ÄnhAnger Schopenhauer'a, mit der letzten grossen dich'
terischen Eracheinung, dem „Olympier" Goethe, zusammen-
halten, die im Ganzen aber trotzdem nur wieder nach
eigenen Venen eben desaelben Goethe wiederum aua dem
nPaust" völlig deutlich zu begreifen sein wird, da uns
denn ihr neuer Sinn giltig für alle Zeit enthalten dünkt
in der Strophe:
Laaat der Sonne Glanz reisehwinden,
Wenn ea in der Seele tagt;
Wir im eignen Herzen finden,
Was die ganze Welt versagt"*)
Unter diesem Geaichtapuncte betrachtet iat denn auch gar
Vieles bei unserem Heister tiefer zu deuten, bedeutet
dann auch z. B. Parsifal's Auftreten in schwarzer
Rüstung im 3. Act dea gleichnamigen Dramas nicht den
„Ritter von der traurigen Gestalt", wie lose WitzUnge,
die „Weltlinge" dieser Welt, meinten, sondern die hier
angedeutete gewaltige Umwftlzung, welche in der ge-
sammten Anachannng mittlerweile vorgegangen ist: eine
*) Vgl. „Tristan" 8. Act: „Barg ii
9 sich die
826
ideale UmkeHr und Wandlimg nach innen im Oegensate
zu allem früheren , glänzend-weltlichen und eitel-prahle^
riachen Rittergepränge nach aussen. Und was sagt uns
dann vollends eine Notiz, wie die in dem H. von Wol-
zogen'schen Leitfaden zum „Tristan" S. 5 Anm. zu
lesende: dass Tristan (der Name) urspränglicfa wohl
der keltische „Drystan^ (zu deutsch: thürstig = kühn
und wild; griechisch: thrasys ■* muthig; Sanskrit:
drishtan = keck, frech) gewesen sei, also zweifellos
auf den Sonnengott und seine tapferen Heroenthaten
zurückgehe? Ich denke: sie sagt uns so ziemlich Alles,
enthält sozusagen meinen ganzen Aufsatz im Kerne. Was
Wagner vollbrachte, es war eben die Umwandlung seines
Helden aus einem „Drystan'' — dem kühnen, daseins-
freudigen unä lebenslustigen Sonnenjünglinge — zu einem
„Tristan'' — dem Träger der tiefsten Herzenstragik: in
diesem einen Satze concentrirt sich der ganze Inhalt
unserer Tristan-Frage; hier haben wir
die eigentlichste „That'' Wagner'sl
Und ihr letztes Endziel? Nirwana! — das wir allen
„Geistern, die verneinen'', allea „ Schalksnaturen " und
„Skeptikern'' dieser Welt für diesmal übersetzen wollen
mit dem kräftigen Ooethe'schen Worte an Mephisto:
„In deinem Nichts hoff ich das All zu finden!"
Tagesgeschichte.
Mutikbriefe.
Zweites Westfälisches Musikfest zu Dortmund
am 22. imd 23. Mai 1892.
(Schluss.)
Zweiter Tag.
Der Eingangschor des „Dettinger Te Deum" von Händel
träfi^in seiner stark äusserlich-conventionellen Factur das Merk-
mal seines ausserkünstlerischen, historisch-politischen Anlasses.
Auch die Ausführung war nicht im Stande, diesem Mangel auf-
zuhelfen; wenn aucn Einzelnes, wie z. B. der Einsatz des
fugirten Themas im Alt, sehr schön herauskam, so wurden
doch weder die Sänger, noch die Zuhörer recht warm dabei,
und selbst der immerhin in dem Stück entwickelte äussere
Glanz und Pomp wollte nicht voll zur Perception kommen,
sonst hatte das Stück als Erö&ungsnummer doch mehr wir-
ken müssen.
Hrn. V. Milde* s Vortrag der „Elias" -Arie „Es ist e^enug"
bestätisi» im Wesentlichen unser gestriges Urtheil. Die Arie
ist docn nicht so weinerlich sentimental, als beispielsweise die
Hmoll-Arie des Paulus; die Stelle z. B. „Und ich bin allein
übrig i'eblieben" lässt sich im Vortrag zu wahrer tragi-
scher Erhabenheit steigern. In dieser Hinsicht erreichte Hm.
V. Milde^s Vortrag nicht das Ideal.
Das nun folgende orchestrale Hauptwerk des Festes, die
Adur-Symphonie von Beethoven, wurde zwar in Anbetracht
ihrer für ein Musikfestorchester enormen Schwieri£^keit sehr
brav und tüchtic;. offen gestanden aber doch nicht* in der-
jenigen idealen Vollendung herausgebracht, die wir nach den
herrlichen Orchesterleistungen des ersten Festtages erwartet
hatten. In der blühenden, schwellenden Einleitung schien die
anjg^estrebte feine a^oeische Ausarbeitung noch nicht allen
Mitwirkenden in Fleisä und Blut übergegangen zu sein, so-
dass die innere Wärme des Vortrags noch etwas dadurch be-
einträchtigt wurde; im ersten Ailegro hielten zwar die Gheigen
die einzig richtige abbetonte Auffassung J ^ f* Pf 1 f '
mit höchster Kraft und Entschiedenheit fest, im Durchfüh-
rungstheil verfielen aber die Bläser bald wieder in den alten
Adam der Volltaktiekeit, sodass das Ganze hier nur durch
das Gewicht der Zählpuncte zusammeuj^halten wurde. (Ob
hieran die, eine höhere JcünsUerische Absicht schwerlich erken-
nen lassende, Inconseq[uenz der Beethoven'schen Schreibweise
— bald Puncto, bald Pausen — mit schuld war?) Das Alle-
n'etto wollte uns, die wir keineswegs zur „Trauermarsch**-
Partei gcdiören, doch ein wenig allzuschnell erscheinen, der-
art, daas die feine Gliederung der beiden Achtel des Motivs
undeatlich wurde; auch in dem Dur- Alternativ hätte Einiget,
z. B. die von Schumann hervorgehobene himmlische Stelle,
noch süsser und schwelgerischer üerauskommen dürfen. Das
Scherzo gelang vortrefflich, abgesehen von einem fatalen Um-
werfen bei der zweiten Reprise .welches durch ein Missver-
ständniss des sonst trefflichen Paukees und einifi;er Bläser
entstand, die wieder &;anz von vom anfangen woUten, und
welches wir nur erwähnen, um die ausgezeichnete Geistes-
gegenwart des Dirigenten hervorzuheben, der im Nu die ver-
sprengten Truppen wieder gesammelt hatte, sodass gewiss
manche Zuhörer den Unfall kaum bemerkt haben werden.
In dem wahrhaft bacchantischen, athemveisetzenden Tempo
des letzten Satzes bewiesen die Streicher eine glänzende Schnei-
digkeit und Kraft und die Bläser eine musterhafte Discre-
tion; das Ganze fSemd dadurch einen hinreissend schwung-
vollen Abschluss.
Mit der nun folgenden Nummer, der Ocean-Arie aus We-
ber's „Oberen^, betrat die bei Weitem glänzendste Vocal-
solistin des Festes, Frau Moran-Olden, ass Podium. Kein
Wunder, dass schon bei den ersten Tönen dieser herrlichen
Sängerin das Thermometer der allgemeinen Begeisterung einen
gewaltigen Schuss machte! Frau Moran-Olden san^ in der
That ganz wandervoll ^ in jeder Note pulsirte das feurigste
Blut, und mühelos ergmg sich ihr prachtvolles Organ auf der
ganzen weiten Scale der Affecte. welche das hemiche Ton-
stück durchläuft. Schade nur, oass eine so hochbedeutende,
geniale Künstlerin nicht den beliebten "^wei-Octaven-Kopf-
sprung („stellst Du — ein Schreckbild dar**) verschmähte,
der aUerdings, seinem Zwecke entsprechend, eine sofortige
explosive BeimUasalve auslöste, eleichwohl aber von höherem
künstlerischen Standpuncte uns Bedenklich bleibt, nicht nur
weil er der ausdrücklichen, wohlbedachten Vorscnrifl des in
solchen Dingen sehr feinsinnigen Gomponisten zuwiderläuft,
sondern hauptsächlich deswespen . weil solche extreme Aus-
drucksmittel, an falscher Stelle lediglich des Effects halber
herbeigezogen, ihre Wirkung anderen Stellen vorw^pehmen,
wo sie wirklich künstlerisch nothwendig sind (z. B. Kundry^s:
„Ich sah Ihn — und lachte").
Liszt*s „Tasso^ eröffnete den 2. Theil des Programms.
Liszt ist sozusa^ren Hrn. Janssen 's Specialität', und so war
denn auch der Vortrat dieses immerhin genialen und seinem
(Gegenstände congenialen, aus intensivsäm Mit- und Nach-
erleben desselben entsprungenen Werkes mit einer Liebe und
Sorpfalt herausgearbeitet, wie sie nur durch die grösste per-
sönuche Sympathie und Hingebung inspirirt werden kann.
Es ist ja wahr, dass dem Stücke noch eme ^wisse Vorliebe
für das rein-Decorative anhaftet (und es steht uns deshalb
nicht so hoch, wie etwa der „Orpheus" oder die „Faust"-
Symphonie), allein so durchgeistigt und von Empfindung über-
quellend, wie in dieser Au£Eührung, können auch derartige
Stellen den grossen und schönen Gesammteindruck nicht be-
einträchtigen. Es ist eben der ganze Liszt, zu dessen berechtige
tigten Eigenthümlichkeiten auch die Schattenseiten seiner
herrlichen und liebenswürdigen Vorzüge gehören. — Man hat
Hm. Janssen bereits vor der Wiederholung solcher „gewagten
Experimente" gewarnt; mö&;e er sich aber dadurch nicht be-
einflussen lassen^ — schon deshalb nicht, weil jeder Künstler ^
neben dem classischen Gemeineut vor allem Das bringen soU
und darf, was seiner persönlicnen Eigenart am meisten ent-
spricht. Wenn Hr. Janssen uns zum nächsten Feste die ^anze
j^aust" -Symphonie, deren ersten Theil er bereits in einem
Winterconcerte zu einer höchst eindrucksvollen Aufßlhrung
brachte, oder vielleicht &;ar den „Christus" bescheeren möchte,
so sind wir überzeugt, dass er damit dem Verständnisse der
verehrungswürdigen Künstlerpersönlichkeit Liszt's ganz neue
Bahnen eröflnen würde.
Während Hr. Birrenkoven uns in seinen Lieder vortragen
(„Liebesglück" von Sucher, „Komm, wir wandeln zusammen''
von Cornelius und Wanderlied von Schumann) noch besser
gefieL denn als Oratorieusänger, waren wir von den Liedern
der Frau Moran-Olden nicht in gleichem Maasse ent^ttclrt^
wie von ihrer Arie. Es mag dies zum Theil an der Wahl
327
ihrer Vorträge gelegen haben. An Stelle der nachgerade etwas
abständigen „SSttemden Liebe" von Bubinstein hätten wir
jedes benebige von Brahms, der unter den Liedern nur mit
einer Zugabe vertreten war, vorgezogen. Heuberger's „Spiel-
mann" ist zwar sehr fein und vornehm, aber auch etwas aka-
demisch kühl, und der Componist hätte aus dem, von ver-
haltener Leidenschaft fbrmlich erglühenden Gedichte unseres
Erachtens mehr machen können. Mit Mozart*s Wiegenliede
endlich begab sich die ganz vorzugsweise dramatische San
gerin auf aas Gebiet der musikalischen Kleinmalerei, und so
sehr sie auch hierdurch die weite Ausdehnung ihres Kunst-
gebietes vor Augen führte, so glauben wir doch, dass sie ihrer
ganzen Natur nach mit Grösserem GhrGsseres geleistet haben
würde.
Brahms' tie&inniges „Schicksalslied" war trotz einiger
kleinen Schwankungen und Unreinheiten (— „zu ruhn!" —
zweiter imitirender Einsatz des Alleerothemas!) bis dahin
weitaus die beste Ghorleistung und offenbar gleich dem „Tasso"
mit ganz besonderer Liebe vorbereitet. In dem langsamen
Satze war herrliche Stimmung und in dem zugvoll und aus
Einem Gusse gegebenen AUegro erhob sich der Chor stellen-
weise zu imposanter Macht und Grösse („es schwinden, es
fEkllen" — „blindlings" — „wie Wasser" u. s. w.). Auch das
Orchester klang sehr schön.
Hr. V. Milde blieb auch in seinen Liedervorträgen seiner
Eigenart getreu. Franz' „Widmung" und Jensen's „Morgen-
ständchexi" gelangen ihm vortrefßich und besser als des
Ersteren „Genesung", in welchem Liede eine ihm nicht zu
Gebote stehende, fast Tannhäuserische Leidenschaft über den
schwächlichen Text hinweg den musikalischen Gehalt zur
G^ltune bringen muss. Sehr schön sang er auch die Zugabe:
„So hao ich doch die ganze Woche" von Brahms.
Der Schluss des Programms war dem Andenken an den
Geburtstag Richard Wagner's gewidmet, dessen Büste auf dem
Podium aufgestellt war und unter allgemeinem Jubel mit
Lorbeer bekränzt wurde. Zunächst sang Hr. Birrenkoven,
und zwar vortrefflich, das Preislied aus den „Meistersingern" :
dann folgten das Vorspiel und der Schluss aus „Tristan una
Isolde" und schliesslicn die Apotheose des Hans Sachs in der
beliebt gewordenen Fassung (Vorspiel des 3. Actes bis zum
„Wach auf", womit, etwas abrupt, der Chor einsetzt, und
Schluss des Werkes vom Einsätze des Chores an). Nach
dem j^lanzvoUen Preislied schien der Eingang in das „Wun-
derreich der Kacht" nicht so leicht zu finden; der unendlich
sehnsüchtige Ausdruck des Vorspiels hätte zu Anfang noch
intensiver nerausgearbeitet werden können fdurch noch lang-
sameres Tempo und eine gewisse Dehnung aer Auftakts- und
Vorhaltsachtel); und auch Frau Moran-Olden entwickelte nicht
finz die hinreissende Gewalt und Grösse, wie in der „Oberon"-
rie, in der sie sich anscheinend doch etwas zu senr — zum
Nacntheil des Kommenden — ausgegeben hatte. Man kann
nicht sagen, dass das Orchester zu laut gewesen sei: am
Schlüsse darf die Stimme wirklich „ertrinken, versinken in
des Weltathems All"; es schien vielmehr eine gewisse Ab-
spannimg, vorzugsweise der psychischen Kraft, eine Ungunst
des Augenblicks vorzuliegen, gegen die auch der bedeutendste
Künstler niemals vollkommen gesichert ist. Seien wir also
nicht undankbar und erkennen wir die immer hochbedeutende
Leistung an, welche Frau Moran-Olden trotzdem zu bieten
wusste. In der Apotheose entfalteten Chor und Orchester alle
Pracht und Herrlichkeit, sodass der wundervolle Choral und
der begeisternde Schluss ihre volle Wirkung auf die noch
zahlreicher als am ersten Tage erschienenen Zuhörer aus-
übten.
So schloss das schöne Fest, welches, ungeachtet der Sonnen-
fiecken, welche pflichtmässige Objectivität nicht verschweigen
durfte, im Gh&nzen einen herrlichen und erhebenden Eindruck
hinterliess und sichere Gewähr bietet für das fernere Gedeihen
dieses für die Geistespflege der Provinz hochbedeutsamen
Unternehmens. — g.
Weimar.
Wie bereits kurz berichtet, ist Hans Sommer*s Oper
„Lorelei" unterm 3. Juni nun auch zu Weimar erstmalig in
Scene gegangen. Für Weimar war es sozusagen Pflicht- und
EIhrensache, sich des interessanten und für die neuere Opem-
entwickelung immerhin bedeutsamen Werkes ohne Rücksicht
auf den äusseren Erfolg anzunehmen; denn einerseits lebt der
Componist desselben als liebenswtlrdiger GeseUschafter seit
mehreren Jahren hierselbst am Orte, andererseits hat es Wei-
mar aus alter, edel-künstlerischer Tradition gottlob doch noch
nie nöthig eenabt, bei einer Novität zuerst nach der Casse
zu fragen. Um so erfreulicher, wenn — wie hier — das be-
herzte vorgehen ein guter Erfolg und ein schönes Gelingen
belohnen.
Um es gleich voraus zu schicken: Mit den schwersten
theoretischen Bedenken bin ich in die Aufführung gegangen,
um schliesslich doch vor der Thatsache einer wirklichen, wenn
auch in manchen Stücken mehr äusseren, so doch immerhin glück-
lichen und beachtenswerthen Bühnenwirkung zu stehen. Es liegt
darin zum Mindesten ein Problem, das eingehender studirt
sein will, und Über das man nicht mit einem einfachen Kopf-
schütteln lediglich hinweggehen kann. — Schon im vorigen
Jahre, gelegentlich der Erstaufführung des Werkes zu Braun-
schweig, hat das „Musikal. Wochenblatt" eine ausführliche
Besprechung des Werkes aus der Feder meines gesch. Freundes
Martin Krause gebracht, welches ein abermaliges näheres
Eingehen auf die Oper um so entbehrlicher erscheinen lassen
könnte, als ich mich in vielen Puncten einfach auf sie berufen
dürfte. Dennoch haben sich aber aus Anlass der Weimarer
Wiederholung immer noch eine solche Menge neuer Gesichts-
puncte ergeben, dass — wenn auch nicht ^rade eine Revision
jenes ersten Urtheües nothwendig erscheint — doch eine aber-
malige weitere Ausführung und zum Tb eil neue Begründung
nicht ganz unangebracht sein möchte, ganz abgesehen noch
davon, dass ich mich in einem grundwesentlichen Puncte, mit
meiner Beurtheilung des Schlusses nämlich, von allen meinen
Herren Collegen der Feder, die bisher das Wort hierzu er-
griffen haben, also auch von Krause, glaube unterscheiden zu
müssen. Ich will es daher versuchen, zur Einführung zunächst
diese rein theoretischen, nach Lecture des Textbuches und aus
dem Studium des Ciavierauszuges mir entstandenen Bedenken
näher zu kennzeichnen.
Der Textdichter, Hr. Gustav Gurski, hat sich — wie be-
kannt — bei der Conception seines Buches an Wolfs beliebte
Lurlei-Dichtung ganz augenscheinlich angelehnt. So sehr ich
es nun begreife, dass man — nach all den früheren, vergeb-
lichen Versuchen, den Lorelei-Stoff zu dramatisiren — in jener
epischen Vorlage das willkommene, sozusagen concretere Ge-
rippe zu einem sinnvolleren dramatischen Aufbau begrüssen
konnte, so verhängnissvoll sollte doch diese Anknüpfmig ge-
rade rar unseren Opemdichter werden. Namentlich in S&n
Einzelnheiten der Dichtung tritt die missliche Nachwirkung
solcher Anlehnung nur zu augenflLllig zu Tage. Zu den ganz
allgemein, bei jeder einfachen Dramatisirung einer epischen
Dichtung beobachteten Mängeln — die sich nothwendig ein-
stellen müssen, weil hier die breitere psychologische Motivi-
rung, die das Ganze dort oft erst verständlich macht, verloren
geht — treten bei Gurski noch besondere, ihm individuelle
Missgriffe mit hinzu. Der Verfasser des Textbuches zur Som-
mer'schen „Lorelei" zeigt sich so stark beeinflusst und ab-
hängig von der Wolf sehen Vorlage, dass er sogar darüber
stellenweise ganz vergisst, dass seinen Zuschauem dieses innere
geistige Band, welches die „Lurlei" Wolfs beherrscht und wel-
ches er von dort in seiner Phantasie mitbringt, fehlt, und
ihnen dadurch Sprünge und dramatische Unklarheiten zu-
muthet, welche eben erst die Wolf sehe Dichtung zu einer
Einheit wieder verbinden könnte. Schon bei Erwin und
Ludwig macht sich dies zum Theü unangenehm bemerklich ;
die Rheintochter vollends— altes Weib, Fee, Zauberin, Köni-
gin und Nixe zugleich, Kupplerin, Mutter, Buhlerin und In-
triguantin in einer Person — erscheint mir gänzlich unge-
niessbar und ist nicht zum wenigsten schuld daran, wenn
Manche behaupten wollten, dass sie die Oper nicht recnt habe
„erwärmen" können. Dazu kommt noch eine wahrhaft un-
f lückliche Hand in der Gruppirung, der Anordnung und dem
Luf bau der dramatischen G^mmthandlung. Selten ist mir
eine ungeschicktere Acteintheilung bei einer modernen Oper
vorgekommen, und ein wahres Glück ist es noch zu nennen,
dass hier zu Weimar infolge zwingender, rein technischer Er-
wägungen die Verwandlung im §. Aufzuge 'zu einem voUen
Actschluss benutzt und damit die Vorführung des Musikdramas
in vier (statt in drei) Acten ermöglicht wurde. Ich sage: er-
möglicht. Denn gingen wir dadurch auch der werthvollen
Verwandlungsmusik aes 2. Actes leider verlustig, so lässt sich
dem Gomponisten zur Einhaltung dieses Verfahrens auch für
die Zukunft doch nur dringend rathen, da sonst die uxiglaub-
lich rasche Sinneswandlung Ludwig's noch unverständlicher
und verletzender wirkt, als sie es ohnehin schon ist. Freilich
weiss ich nur zu gut, dass wir auch bei Wagner das Vorbild
26*
328
einer solchen Sinneswandlung („Siegfried") in einem einzigen
Acte erlebt haben, und Sommer mag das vielleicht sogar als
eine Art erstrebenswerthes Ideal vorgeschwebt sein. Aber
nicht ohne Weiteres berechtigt, wie es mir bedttnken will.
Denn dort tritt das „Wunder" eines Zaubertrankes mit hinzu,
die „Abbreviatur der Wirklichkeit", deren der Mythus nicht
gebrechen kann, und welche im mythischen Gewände eben-
sosehr mit Berechtigung auftritt, als sie in diesem Rahmen zu-
fleich völlig verst&ndhch bleibt. Und das ist es wohl tiber-
aupt, was wir Alle gegen das Gtanze — wir mögen uns nun
drehen und wenden, wie wir wollen — theoretisch im letzten
Grunde doch einzuweüden hätten, daas es musikalisch gleich-
sam mit dem Anspruch des „Mythus" vor uns hintntt, wah-
rend es doch dichterisch noch ganz und gar in der primitivsten
Sage stecken bleibt. Ein tiefer, innerer Widerspruch liegt hier
noch vor, der am allerhauptsächlichsten meine eingangs er-
wähnten Bedenken begründet hat und bei aller aug^nolick-
Uchen Bühnenwirkung doch die eigentliche Lebenfflcähigkeit
des Werkes för die spätere Zukunfl in Fra^e stellen möchte.
XJm es an einem Gleichniss aus der bildenden Kunst klar zu
machen, was ich damit meine: die Loreley-Sage verhält sich
zum Mythos etwa wie eine Moritz Schwind'sche Poesie zu der
gewaltigen Philosophie eines Peter von Cornelius. Die Incon-
fruenz, der Conmct entsteht, wo der romantisch-sinnige
chwind'sche Inhalt im grossen, mythologischen Stile eines
Ck)melius nun vorzutragen gesucht wird. Auf das musikalische
Gtebiet übertragen und unser Thema im Besonderen angewandt,
Hesse sich etwa der Name Lortzing oder auch Weber dem-
jenigen Wagner^s gegenüber stellen. Die Sache dünkt mir
deshalb um so wichtiger, weil es eerade in diesem Puncte
für den überzeugten Wagnerianer, als den wir Hans Sommer
nach allen seinen bisherigen, musikalischen wie litterarischen,
Aeusserungen mit Fug und Becht doch auffassen dürfen,
grundsätmch zu einem HicBhodus, hicsalta! kommen muss.
t es doch eine ganz merkwürdige Erscheinung, dass fast alle
die Nach- Wagner sehen Operncomponisten in der musikalischen
Form bis zum spätesten Wagner der „Meistersinger", des „Nibe-
lungen-Ringes" und der oomplicirtesten „Tristan" -Parmonik
vorgedrungen sind, gerade im dichterischen Theil, in der dra-
matischen Grundlage aber das gestellte Problem einer eben-
bürtigen „Ehe" zwischen Dichter und Musiker zum gleichen
„Zweck des Dramas" immer noch nicht genugsam sa.beaohten
scheinen. Im Grunde genommen kommen sie darin selten über
„Hans Heiling", „ündme" und dergl. hinaus , setzen also da
ein, wo Wagner schon angelangt war, als er die „Feen" oder
(günstigsten Falles) den „Fliegenden Holländer" schrieb.
Ich glaubte diese vom reinsten, aufrichtigsten Wohlwollen
eingegebene Aussprache meiner anfänglichen, auch durch die
reale Bühnenaufrahrung nicht ganz zerstreuten Bedenken
fegenüber dem von Gurski veifassten TexttheU der Oper
em Werke selbst wie insbesondere meiner persönlichen
Freundschaft für den Oomponisten schon darum schuldig zu
sein, weil dessen hohes, künstlerisches Streben, sein ernstes,
gediegenes und reifes WoUen gewiss die höchste Anerken-
nung und allseitigste Zustimmung sich erringen muss. Ein
Talent wie daGtjenige Sommer's ist nicht nur des Beifalles
der Besten würdig, es verdient auch jede erdenkliche Auf-
munterung und moralische Unterstützung auf seinem dornen-
vollen Pfade, üeberdies schickte ich gern diese Auseinander-
setzung mit Gurski hier voraus, um desto grösseren Nachdruck
nunmenr auf einen Vorzug des Textes legen zu können, den
die dramatische Lösung der Sommer'schen Oper vor allen
früheren musikdramatischen Bearbeitungen der Sage unbe-
dingt voraus hat und bei dem sich das Lob — wie ich nach
der mir mitgetheilten Entstehungsgeschichte dieses Textbuches
zu meiner lebhaftesten Freude nöre — indirect an den Com-
Sonisten selber richten darf. Stellen wir dabei vor Allem fest,
ass der Loreley-Stoff für musikdramatische Behandlung erst
von dem Augenblicke an brauchbar wird, da Lore die Treue,
wenn auch nur in einem ganz vereinzelten Fall, als in der
Welt wirklich vorhanden anerkennen muss und, statt in „ewi-
gsr Rache" zu enden, aus Mitleid lieber sich selbst zum
pfer bringt 2 so ist es doch gewiss für uns beachtenswerth,
dass diese wichtige Wendung, welche bei Sommer zum ersten
Mal auftritt, nicht vom Textdichter selbst herrührt, sondern
ihre Ausführung der besonderen Anregung eines „Wagneri-
aners", Hans von Wolzogen's, verdankt. Inwieweit auch mit
der Einführung des Heine*schen sogenannten „Volksliedes"
gerade von Wagnerischer Seite ein glücklicher Griff vorliegt,
wage ich im Aiigenblicke nicht zu entscheiden; Vielen will
es eher als das Gegentheil eines solchen erscheinen. Gleich-
viel, der Oomponist hat mit keckem Wagemuth zugegriffen,
und es lässt sich immerhin sagen, dass hier die Anknüpfung
an Heine-Sücher auch einer populäreren Wirkung der Oper zum
mindesten nicht im Wege steht. Aber auch dem tiefer empfin-
denden, feiner gebildeten Hörer sagt dieser Schluss Etwas; denn,
indem er die Entstehung des „'\u>lk8liedes" aus tie&tem Leid
schildert (»Ich weiss nidit, was soll es bedeuten, dass ich so
traurig bin") — wobei der Fischer Erwin über den drama-
tischen Vorgang und Zusammenhang hinaus ganz zur mythi-
schen Person, zum „Dichter" selbst geworden ist — , verknüpft
sich mit ihm in seiner concreten Ausgestaltung zugleich der
Sinn, dass die Rache waltenden Wirkungen Lore's vom Augen-
blick ihres Mitleidens an aufhören und von dem Augen-
blick ihrer eigenen Erstarrung zum Felsen ihr unsterbliches
Fortleben in der Sage und im Liede (jetzt erst: Lore-Ley!)
nun beginnt. Wie ganz anders der Ausgang bei Wolf, dem
modernen Dichter der „Lurlei", wo Lurlei , da sie sich auch
Erwin gegenüber durch ihren Schwur zwangvoll gebunden
sieht, nun fttr diesen einen Treuen, den sie ^eichtalls dran-
gehen muss, unaufhörlich unzählige Opfer vom Rheine fordert
und fortgesetzt ins Verderben schickt! Ich weiss nicht, ob meine
Leser seinerzeit von der heftigen litterarischen Fehde Kenntniss
genommen haben, in die Sommer seines Textbuches zur „Lore-
lei" wegen mit Wolf gerieth, da dieser den Textdichter der
Oper eines Plagiates an seiner epischen Dichtung bezichtigte.
Nach meiner Meinung war es seinerzeit sehr unrecht von Hm.
Gustav Gurski, wenn er sich dem Gomponisten gegenüber so
entschieden weigerte, den Namen Wolfs auf &b Textbuch
mit zu setzen. Die Anregung durch Wolfs „Lurlei" lag nun
einmal vor, und dem Textdichter lässt sich, wie wir gesehen
haben, überdies eine starke Anlehnung, zum Theil in wesent-
lichen Puncten und oft unter wörthdien Anklängen nach-
weisen, die nicht immer mit der Lücke unserer Gesetze be-
züglich dramatischer Behandlung epischer Stoffe sich recht-
fertigen lässt und nicht auf die Freiheit des Dramatikers in
Benutzung epischer Vorlagen ohne Weiteres zurückgeführt
werden kann. Ebenso unklug und taktlos erscheint mir aber
auch Wolfs hartnäckiger Protest dagegen; denn, hätte ihn
schon jener obenerwähnte Ausfi^ng bei Sommer stutzig machen
und auf einen entschiedenen Unterschied im Sinne selbstän-
diger Bearbeitung und Erfeussung des Stoffes aufrnerksam
maohen müssen, umso viel mehr hätte er als denkender \ai^
feingebüdeter Litterat nicht übersehen sollen, dass er selbst
unendlich viel Grundelemente, ja ganze Züge der älteren
ündinen-, Melusinen-, Loreley-, Nöck- und Steinernen Jung-
frau-Sagen in seine Dichtung mit verwoben hatte, deren sicn
aber kem Dichter, der sich mit ähnlichem Stoffe befeisst, er-
wehren kann, weil sie bei diesem Thema einfach in der Luft
liegen, derentwegen ihm aber ganz derselbe Vorwurf seinerzeit
schon hätte gemacht werden zönnen. — Ob mm allerdings die
besprochene ^hlusswirkung bei Sommer zur LebensflLhigkeit
der Oper beitragen wird, vermag ich ftlr den Augenblick
nicht zu beurtheilen, und mag auch billig der Zukunft zur
Beantwortung Überlassen bleiben. Es mag genug sein, zu sagen:
Wir hoffen es! Nur das Eine möchte icn dunit lestgestellt
haben, dass sie es nach meiner fester üeberzeugnng gewiss
nicht ist (wie nämlich so Viele glauben), die den Lebensfieiden
des Werkes abzuschneiden droht. Nur hat sie mich
leider noch nicht mit den anderen, bereits charakterisirten,
recht zahlreichen und augenfiLlligen Fehlem des Textes ver-
söhnen können und wird auch kaum im Stande sein, diese je
völlig vergessen zu machen.
War es nun schon erfreulich, demjenigen Theile des Text-
buches, dem der Oomponist innerlich und geistig am näcbsten
stehen mag, die freuoige Anerkennung seiner eohtpoetiscHen
Wirkung, wie seiner wahrhaft musikdramatischen Tendenz
nicht vorenthalten zu brauchen, so lässt sich vollends von der
rein musikalischen Seite des Werkes nur mit der unverhoh-
lensten und ungetheiltesten Bewunderung mehr sprechen.
Von Vornherein musste es ja schon das regste Interesse er-
wecken, die Sommer 'sehe Declamation, in der er sich auf
lyrischem Gtebiete bereits als Meister gezeigt, in ihrer Ver-
werthung nun auch für das Drama zu studiren, und es ist in
der That eine Freude, zu verfolgen, wie dasjenige, was als
sein Bestes und Eigezistes dort zur reifen Frucht entwickelt
worden, nunmehr hier so recht zum vollen Austrag kommt.
Sommer declamirt die ganze Oper hinduroh nicht nur correct,
sondern auch eindringhch, nicht allein sinngemäss, sondern
sogar mustergiltig. Es ist der selbständigste und eigenartigste
Stü im Sinne eines der deutschen Wortwurzel entstammenden
Sprachgesanges, dem ich seit Wagner begegnet bin, und nur
329
das Herüberbinden von Auftakt-Noten bei Einsätzen und Ab-
sätzen drobt' ein wenig zur Manier zu werden, wovor ich den
Oomponisten /.as guten Gründen j^rn bewabrt sehen möchte.
Aber auch a ai dem Gebiete der imstrumentation, der A\isge-
staltung des ganzen Orchesterparts, der Chöre, Ensembles tritt
uns der Componist mit einer wahrhaft verblCkffenden Reife ent-
gegen, die man nicht genug rühmen kann. Es ist geradezu
erstaunlich, bedenkt man dabei, dass Sommer seit seiner Ju^nd
nicht mehr instrumentirt hatte jmd mit dieser Oper als einem
Elrstlingswerk auf diesem Felde an die Oeffentlicnkeit heraus-
tritt. Seinen musikalischen Accenten sind grosse dramatische
Kraft, seiner Musik im Allgemeinen ein frisch pulsirendes Le-
ben und ausserordentliche Modulationsfkhigkeit zu eigen. Be-
sondere Kunst entwickelt er auch in der Oestaltungvon
Stimmungsübergangen, ganz im Sinne seines Vorbildes Wag-
ner. Nur einige Leitmotive dürften wohl noch ein wenig
origineller, etwas weniger „vorbildlich^ gerathen sein, und
Eines fehlt seinem Stile vielleicht noch zur vollen Grösse:
die Steigerungsfkhigkeit bis zur verblt^endsten, höchsten
plastischen Einfachheit — um nicht zu sagen Einfalt hin, die
Wagner immer da als grandios wirksamen, letzten Trumpf
ausgespielt hat, wo der höchste, äusserste Grad von Extase
erreicht war. Noch nie aber habe ich bei einem Nachfolger
Wagner^s jenen grossen Bogen, jenes breite, weit ausholende
und tief verathmende Pathos des Bajreuther Meisters in dem
Grade zu beobachten geglaubt, wie eben hier bei Sommer.
Und zeigt er sich von dieser Seite schon durchaus als ein
voll^ti^er Beherrscher des neueren musikdramatischen Stiles
bis m die Einzelnheiten der Declamation hinein, so vollends
bei allen lyrischen Episoden als vollendeter Meister des Liedes,
der er nun einmal ist und bleibt. Buhepuncte, wie die mannig-
fachen Gesänge und Lieder Lore's, der unvergleichliche Zwie-
gesang im 2. Acte, dem die Breite des %-Takes (für den
übrigens Sommer auch sonst eine grosse Vorliebe verräth)
ganz ausgezeichnet bekommen ist, bilden wahre Perlen der
specifisch Sommer'schen Lyrik. Weniger Gefallen konnte ich
an den Nixen-Chören im 2. Acte finden, denen es ein wenig
an dem äusseren, rein sinnlichen Klangreiz gebricht , an den
wir seit Wagner bei solchen Vorwürfen einigermaassen ge-
wöhnt sind, -- doch mag das im Grunde subjectiv sein; mehr
dage^n wieder an den Chören der Wassergeister etc. im 4. Act,
die« viel Charakteristischeaan sich haben. Mangel an Wechsel
wird man zum mindesten der Oper nicht nachsagen können ;
vom einfEichen Lied und Tanz bis zu den verwickeltesten,
reichbewegtesten Chören, Aufzügen, Volkssoenen, Naturvor-
fängen, ist Alles in ihr enthalten. Ja, feist möchte unver-
esserlichen „Kritikern'' ein wenig der Verdacht aufsteigen,
dass hier — wie Wagner einmal sagt — nur wieder ^die Ab-
sicht des Dramas le£glich herbeigezogen sei, um der Wirk-
samkeit der Musik Anhalt zu desto unumschränkterer Aus-
breitung zu geben**, wenn wir nicht wüssten, wie ernst es dem
Componisten in seinem Streben gerade nach den dramatischen
Ehren ist. Endlich noch eine Frage: Warum ist wohl an
Stelle der (in den „Meistersingern*' bereits verwendeten)
Walzerform im 1. Act, gelegentlidi des Mailehensfestes, nicht
lieber diejenige der ^Eheinländer Polka** zur künstlerischen
Verwerthung gelangt? Wäre dies nicht etwas Neues und
dabei doch zugleich im Wagnerischen Sinne Sinn- und Stil-
volles gewesen?
üeoer der Auffuhrung selbst waltete ein guter, überaus
günstiger Stern, sodass gewisse in der Hauptprobe noch be-
rechtigte Befürchtungen wie mit Einem Schlage gleich von
Anbeginn zerstreut waren. Sie war mit einem Worte prächtig
und entbehrte auch des äusseren Glanzes nicht, — was Alles
bei dieser schwierigen Partitur gar viel besagen will, der
schwersten vielleicht, die seit Wagner überhaupt wieder ge-
schrieben worden ist. Vor Allem gebührt der vorzüglichen,
ebenso umsichtigen wie feinsinnigen Kegie ein uneingeschränk-
tes Lob. Man muss wissen, unter welchen äusseren Schwierig-
keiten eine so hübsche Ausstattung zu Stande kam, um dieses
Lob nicht etwa als eine pure Phrase zu empfinden. Aber auch
die Chöre und Ensembles waren alle wie aus Einem Gusse,
und das Orchester vollends zeigte sich von seiner leistungs-
fähigsten, wackersten Seite, — nicht zu vergessen der vielen
obligaten Instrumentalstellen. Es war nicht mehr als billig,
dass am Schlüsse des Ganzen auch Capellmeister Bichara
S trau SS mit den Künstlern vor der Rampe erschien, dessen
entschiedenem, planvoll durchgreifendem und befeuerndem
Vorgehen wir diese ganz vortreffliche Aufführung vornehm-
lich verdanken, und der damit wieder einmal den glänzend-
sten Beweis sowohl seiner Begabung, als auch seiner charak-
•tervoUen Energie geliefert hat. Ausgezeichnet in Spiel und
Gesang war die Vertreterin der Hauptpartie, Frau otaven-
hagen, die darstellerisch weder den kecken Uebermuth, noch
auch eine Vertiefung der rein menschlichen Seiten an Lore
vermissen liess und ihren so schwierigen, weil widerspruchs-
vollen Part mit einer Hingabe und einem künstlerischen
Ernste erfiasst hatte, der aUein schon volles Gelingen hätte
verbCbrgen müssen, auch wenn sie nicht eine so begabte und
strebsame Sängerin wäre. Ihr zur Seite traten als würdige
Genossen Hr. Zell er (Erwin) und Hr. R. v. Milde (Lud-
wig). Hr. Zeller schien allerdings in der Aufführung weni^r
gut disponirt, als in der Hauptprobe, was sich namentlich
gegen den Schluss hin einigermaassen bemerklich machte,
und auch Hr. R. v. Milde mochte sich im 2. und 8. Acte
stimmlich ein wenig übernommen haben; Beide aber setzten
mit gutem Erfolge ihr volles künstlerisches Vermögen zum
Gelingen des Ganzen ein. TJebrigens ist es mir anfi;e8ichts
einer Leistung, wie derjenigen des Letztgenannten, schlechter-
dings unverständlich, warum sich diesen durch und durch
musikalischen, geschmackvollen und geschickten Sänger, der
hier nur vertretungsweise als Gast einige Rollen übernommen
und im vorigen Jcäre einen ganz vorzüglichen Barbier von
Bagdad uns geboten, bisher noch keine Bühne zu dauerndem
Engagement gewoimen hat. Nicht wenig überrascht hat uns
femer Frl. Tibelti als Rheintochter, die mit der bedeutenden
Aufgabe entschieden gewachsen war und ihrer an sich un-
dankbaren Rolle doch musikalisch und darstellerisch so cha-
rakteristische Seiten abgewann, dass ich ihr mein besonderes
Compliment zu dieser tüchtigen Leistung zollen muss Von
den Vertretern der Nebenpartien endlich verdienen noch Frl.
Schoder (Brigitte), Hr. v. Szpinger (Jost) und Hr. Robert
(Burgvogt) hervorhebend genannt zu werden, wogegen mir
diesmal Hj. Hennig (Pater Hilarius) weniger behagte, dem
man seinen ünmuth an der ihm ungewohnten Declamations-
aufgabe ordentlich anmerken konnte. Oder tauschte ich mich
nur?
Der Erfolg war ein zweifelloser. Der Beifeill liess bereits
nach dem 1. Acte nicht auf sich warten: namentlich aber
schlug das herrliche Duett im zweiten durch und riss die
Zuhörerschaft zu freudi^ter Begeisterung bei offener Scene
hin, sodass der Componist, der auch noch am Schlüsse des
Ghuizen mit den Darstellern und dem Dirigenten wiederholt
gerufen wurde, schon beim Abschlüsse dieses Actes vor der
Kampe erscheinen musste. Eine gleich glänzende Aufnahme
wie bei der Premiere am 8. Juni fand die Oper bei ihrer ersten
Wiederholung. Das Merkmal jedes echten Kunstwerks scheint
sich auch bei diesem Werke einstellen zu wollen: Es ge-
winnt ganz entschieden bei öfterem Hören!
Dr. Arthur Seidl.
Bericht
Leipzig. Der Monat Mai war auch für unsere Theater-
freunde Nichts weniger als ein Wonnemonat. Das Repertoire
bot, eine „Tannhäuser"- und eine „Rheingold^^-Aufnihrung
abgerechnet, wenig Anregendes; gute Leistungen der Repro-
duction waren vereinzelt. Es scheint, dass die Messe destructiv
auf unser Opemensemble einwirkt: die Meisten unserer Dar-
steller, längst nicht mehr gewohnt, das Publicum wie ein
Parterre von Königen zu respectiren, lassen sich ^ehen und
glauben etwa, dass das, was sie leisten, sei es auch noch so
massig, für die sogenannten „Messonkels** ~ das Wort wird
stets mit verächtlichem Blick und ironischem Nasenflüjg;el-
vibriren ausgesprochen — eben noch gut p^ug sei. Der An£ng
des Mai brachte uns als Novität die ethche 40 Jahr alte Oper
„Casilda** von Ernst, Herzog von Scuihsen-Coburg-Gotha: oie
Handlung ist ein lyrisches Drama, dessen Fäden zerflattemd
lose geknüpft sind. Seelische Vertiefang und wirkliches dra-
matisches, aus dem Charakter, den Fehlern und Tugenden der
Handelnden entsprungenes Leben fehlt dem Textbuche voll-
ständig; die Charakteristik der Personen ist, jene Casilda's —
einer leidenschaftlichen Zigeunerin — ausgenommen, blass
und bleichsüchtig, die Personen selbst berühren uns in ihrem
Wohl und Wehe fast gar nicht, und so bleibt man dem Text-
buche gegenüber kühl bis ans Herz hinan. Die Musik Herzog
Emst*s ist eine durchaus respectable, jedenfalls die beste, die
ein begabter Componist zu diesem Texte zu schreiben ver-
mochte. Schlicht, einfach und natürlich erhebt sie sich an
einzelnen Stellen (so in der Cavatine Alfonso's im 1 . Act und
in einigen versteckter liegenden Takten, wie dem Violonoell-
830
Arioso im 4. Act) zu wohlthuender Wärme des Ausdrucks.
Ganz trefflich wusste der fürstliche Componist die Ensemhle-
scenen zu gestalten: Solostimmen, Chor und Orchester sind
überall geschickt behandelt und offenbaren einen feingebü-
deten Musiker, eine sicher gestaltende Hand. Anfreunde
Grösse erwarte man von der „Casilda** -Musik nicht; in ihrer
Ehrlichkeit macht die Musik einen entschieden günstigen Ein-
druck. Merkwürdig ist es, dass die Oper — obwohl sie in
Spanien spielt — auf das Localcolorit (bis auf einen Bolero)
fanz und gar verzichtet und damit eines starken äusseren
Reizmittels sich begibt, um die Aufführung des Werkes
machte sich hochvemient Frl. Mark (eine geniale Casüda),
Treffliches boten die HH. Schelper (Don Louis) und Merkel
(Alfonso), die brillante Goloraturpartie der Donna Anna sang
Frau Bau mann vorzüglich, und als Gomez hatte Hr. Neid ei
eine zwar gute Maske, aber keine gute Bolle gewählt. — Mit
der Signatur neu einstudirt ging bald nach „Casilda''
Weber- Mahler's viel gepriesene, von einigen Fanatikern weit
überschätzte, in Wirklichkeit ganz nette Oper „Die drei
Pin tos** mit gutem Erfolg in ^ene, der in der Hauptsache
der espritvoilen Darstellung zu danken war. Den Don Pinto
gab Hr. Knüpf er: mit einem Anstrich von überwältigender
Komik eine vollendete bis ins kleinste Detail fein ausgearbei*
tete humoristisch-groteske Meisterleistung. Der Gaston des
Hm. Merkel empfahl sich durch Biegsamkeit und Feuer der
Darstellung. Mustergiltig war Hr. Schelper als Ambrosio;
sowohl mit seinem raffinirten Spiel, wie mit der virtuosen
Behandlung der Fistelstimme erzielte der Künstler nachhal-
tige Wirkungen. Frau Porst sang die Partie der Inez und
musste die Komanze vom „Kater Mansor" theilweise wieder-
holen, nicht weil sie etwa besonders vorzüglich gesungen war,
sondern weil ein falscher Einsatz die Wiederholuxig der An-
fangstakte dringend noth wendig machte. Frau Baumann
als Clarissa, Frl. Mark als Laura, Hr. Wittekopf als Pan-
taleone gaben ein gutes Ensemble. Der Kanon im 3. Acte
und Ambrosio's Arie wurden zur Wiederholung verlangt. —
Gktötspiele absolvirten die Damen Frl. Friede vom Stadttheater
in Magdeburg und Frl. Gaebler vom Stadt theater in Elber-
feld. Erstere trat als Santuzza in Masca^ni's „Gavalleria
rusticana^ mit gutem Erfolg auf. Die Dame besitzt ein wohl-
lautendes, in der Höhe klangvolles und weittragendes Organ ;
die* schauspielerische Leistung verzichtete aur die rasende
Leidenschaftlichkeit eines in allen seinen Tiefen aufgewühlten
Empfindungslebens, trug aber ein individuelles Gepräge.
GräuUch sang Hr. Hübner den Turiddu: seinem stimmlichen
Unvermögen entsprechend war die Turiddu-Partie „neu be-
arbeitet", d. h. durchgängig transponirt oder punctirt worden.
Das nennt man „Kunst" und „Künstler". Frl. Gaebler sang
die Marzelline in Beethoven's „Fidelio": die niedliche und
wohl^ebildete', aber kleine Stimme und die mädchenhafte
Grazie der Darstellung sicherten der jungen Dame allseitige
freundliche Au&nerksamkeit. Florestan und Leonore kamen
durch Hm. de Grach und Frl. Doxat zu imposanter Dar-
stellung; dagegen war der Pizarro des Hm. Demuth in der
Auffassung verfehlt: ist Pizarro wirklich der auf Katzen-
pfoten einherschleichende, scheue und erbärmlich feige Mord-
§e8elle, den Hr. Demuth aus ihm machte? Hr. Demuth
üsterte den Pizarro, wo er ihn mit den Accenten überschäu-
mender Wuth hätte malen sollen. — Die Aufführung des
wunderbar poesievoUen „Rheingold" wirkte nach der Dürre
des Messrepertoires erquickend, oefruchtend und belebend wie
ein warmer Mairegen. Die erste Scene hatte in ihrem tech-
nischen Arrangement von Hm . Oberregisseur Goldberg inso-
fern eine Verbesserung erfahren, als die Bheintöchter nicht
mehr, wie früher, sich gezwungen sahen, von einer gesund-
heitsschädlichen Maschine herab zu singen, sondern auf einer
horizontalen gut maskirten Ebene in halber Bühnenhöhe ihre
plastischen Schwimmbewegungen mit nixenhafter Grazie auszu-
führen in der Lage waren. Der scenische Effect dieser Neue-
rung war ein ausserordentlich günstiger und Hlusion schaffender.
Den Wotan sang Hr. Demuth bis auf eine am Schlüsse be-
merkbar werdenae Ermüdung kraftvoll und reckenhaft im
Ausdruck, mit stolzer Walhallpracht des Organs. Hr. Neldel
war als Donner ganz am Platze, verschleppte aber die Qe-
witterbeschw^örung. Wunderbares nach Seiten der Charakte-
ristik und der Declamation leisteten die HH. Schelper (Al-
berich) und Marion (Mime); Hübner 's Loseist die absolut
beste Leistung dieses Sängers und auch relativ recht beifalls-
werth. Die übrie^en Darsteller sind bekannt. Im Orchester
(unter Hrn. Capellmeister Paur) kamen viele Versehen, be-
sonders verfrühte Einsätze vor. Auch die Orchestereinleitung
war nicht ideal genug; das tiefe Es der Oontrabässe klan^ so
stark, dass man das Schnurren einer Fabrik, etwa einer
Flachsspinnerei, zu hören glaubte. t-
Concertumsohau.
Boston. Ooncerte des Boston Philharm. Orch. (Listemann):
No. 5. „Phaöton" v. Saint-Saöns, Ouvertüre „The Müler's
Daughter" v. Chadwick, Span. Rhaps. v. Chabrier, „An-
filus" f. Streichorch. v. Liszt, „Ave Maria" für Solovioline,
arfe u. Org. v. Gounod, Solo vortrage des Frl. Wentworth
(Ges.) u. der HH. Rogers (Harfe) u. Fries (Violonc, „The Swan"
V. Saint-Saöns u. Concertpolon. v. Popper). No. 6. „Peer
Gynt" -Suite v. Grieg, Introd. zu „Loreley" v. Bruch, „Wald-
weben" a. „Siegfried" v. Wagner, Solo vortrage des Frl. Le-
wing (Clav.) u. des Hm. Dr. Clark (Ges.). No. 7. Ouvert. zu
„In the Mountains" v. A. Foote, 1. Schwed. Rhaps. v. Hal-
len, 1. Divert. f. Streichorch. u. zwei Homer v. Mozart, Bal-
letmusik aus -Feramors" v. Rubinstein, Solo vortrage der
Frau Paulsen-White (Gtes.) u. des Hm. Doerner (Clav., Esdor-
Conc. V. Liszt). No. 8. „Orpheus" v. Liszt, „Rienzi"-Ouv.
V. Wagner, „Aufforderung zum Tanz" v. Weber-Berlioz,
Solovorträge des Frl. Edmands (Ges.) u. des Hm. Sherwood
(Clav., Amoll-Conc. v. Grieg etc.).
Braunschwelg. Musikal. Matin^ v. Hm. u. Frau Weg-
mann (Ges. u. Clav.) am 22. Mai m. Soli f. Gresang v. Löwe
(„Odin's Meeresritt"), Schumann, R. Franz („Lieber Schatz,
sei wieder gut" u. „Genesung"), Edv. Grieg (vier Nummern
a. „Fjeld und Fjord"), A. Fuchs (drei Nummern a. „Berg-
sagen"), Brahms (Minnelied), H. Sommer („Rothhaarig ist
mein Schätzelein") u. Rubinstein („Der Asra" u. Frühlings-
lied) u. f Clav. V. Beethoven (Phant. Op. 77), Liszt („Ricor-
danza"), Beethoven-Busoni (Eccossaisen), Schumann u. Chopin.
Breslau. 1. u. 2. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.
(Riemenschneider): 6. Symph. v. Beethoven, Sinfonietta für
Blasinstrumente v. J. Raff, „Wallenstein*s Lager" aus der
„Wallen8tein"-S3rmph. v. R h ei nb erger, Ouvert., Nocturne,
Scherzo u. Hochzeitsmarsch a. der „Sommemachtstraom"-
Musik V. Mendelssohn, Ouvertüren v. Wagner (^Tannhäuser"J,
Rein ecke („Friedenaeier"-) u. Beethoven (No.3 zu „Leonore"),
Valse-Caprice v. G. Riemenschneider, „Frühlings-Moz^flpen-
Ständchen" v. Lacombe, „Aufforderung zum Tanz" v. Weber-
Berlioz, 2. XJng. Rhaps. v. Liszt, Marionetten-Trauermarsch
V. Gounod.
Carlsruhe. 3. Conc. des Philharm. Ver. (Rübner) unter
gesangsoIiBt. Mitwirk, der Frls. Friedlein und Könie;stätter:
„Vor der Klosterpforte" f. Soli u. Frauenchor jn. Clavier v.
Grieg, Chöre v. S. Bach (a. der Cant. „Bleib bei uns") und
P. Cornelius („Amor im Nachen" und Liebeslied), Frauen-
chöre V. Cherubini („Blanche de Provence") u, W. Bargiel
(„Frühlingsnacht"), Vocalduett „Der Frühling" v. Lassen,
Gesangsou v. Brahms („Feldeinsamkeit"), Grieg („Ich liebe
dich"), E. Steinbach („Rothhaarig ist mein Schätzelein"),
P. Cornelius („Epheublatt"), E. Lassen („Allerseelen") u.
Tschaikowsky („Nur wer die Sehnsucht kennt").
Cöln. Musikal. Gesellschaft (Prof. Seiss) im März und
April: Symphonien v. Rubinstein („Ocean"), Gade (Bdur) u.
Mozart (Esdur), Streichorchestersuite „Aus Holberg^s Zeit" v.
Grieg, Kaiser-Marsch v. Wagner, „Humoreske" f. Orch. v.
E. Hupaperdinck, Ouvertüren v. Beethoven, Rietz, Bennett
U.Mendelssohn, Ciavierquart, v. F. Kessel, Hymnus f. Harfe,
Viol., Violonc. u. Org. v. F. Gotthelf, Solovorträge der Frls.
Paleit a. Wiesbaden (Ges.) u. Schnlze a. Hamburg (Clavier),
der Frau Craemer-Sohle^r a. Düsseldorf (G«s.) und des Hm.
Lazarus (Clav., Rhapsodien v. Brahms u. Vortragsstücke eig.
Comp.).
Düsseldorf. 6. Conc. des Gesangver. (Steinhauer): Chöre
V. Mozart, Mendelssohn u. Schumann, „Kaiser Otto's Weih-
nachtsfeier" f. Bariton m. Schlusschor v. Löwe, Solo vortrage
des Frl. Schnitzler von hier (G^snang, „Lieb kindlein, gut
Nacht" V.W. Taubert „Herz Krieg, Herz Sieg** v. C. Stein-
hauer etc.) u. der HH. Gausche a. Creuznach (Ges., Minne-
lied V. Brahms etc.) u. Steinhauer (Clav.).
Freibnrg i. B. 3. Conc. des Musikvereins (Adam) unt.
Solist. Mit wirk, der Frls. Schäfer a. Waldshut und Harden v.
hier und der HH. Peter u. Hieber v. hier: .Sommemachts-
traum"-Ouvert. v. Mendelssohn, „Eh-lkönigs Tochter" f. Soli,
Chor u. Orch. v. Gade, Festcantate zum lojähr. Reeierungs-
jubiläum des Grossherzogs Friedrich von Baden f. do. v. AI.
Adam, Duett-Nott. a. ,^eatrice und Benedict" v. Berlioz.
331
OothenbUFg. KirchencoDC. des Hm. Dr. Valentin am
18. Mai: Compositionen f. Solo u. Chor t. Norman („Rosa
rorans bonitatem"), Wennerberg (»Nim själ l&ngtar**) und
Liszt („Exoelßior"), Chöre m. Org. v. Abt Vogler u. Mozart,
Solovortr&ze des Hrn. Smith (Ges., „Confatatis** a. dem Re-
quiem V. Verdi, „Palmsonnti^*' y. Fanröetc.), einer migen.
öängerin u. des Frl. Andröe (Org., Fuge v. Guilmant).
am
Im Haag. Conc. des (^esangver. „Excelsior** (S. de Lange)
81. Mai: Psalm 42 f. Chor u. Solo v. Mendelssohn, Königs-
SsaJm £, Chor m. Org., Harfe u. Messinginstrumenten v. H. v.
[erzog enberg, Chöre „Trost" v. Gluck u. hebr. Mel. „O,
herrlich Land", Dearbeit. v. S. de Lange, Solovorträge des Frl.
Corver (Ges.) u. des Hrn. S. de Lange (Org., Festouverture
„Ein feste Burg" m. Messinginstrumenten v. Nicolai und
Prael. u. Fuge v. M. Brauer).
HambUFg, Festconc. zur Feier des 2)jähr. Bestehens des
Tonkünstlerver. unt. Hauptleit. des Hm. Spengel am 21. Mai:
Fdur-Symph.,sowieFest-u.Gedenksprttche£Chor v. Brahms,
Ouvertüren v. S. Bach (Ddur f. Orch. u. Ore.) u. Mendels-
sohn („Meeresstille und glückliche Fahrt"), „Osanna" f. Chor
m. Orch. u. Org. v. Ad. Mehrkens, „Am Traunsee" f. Bari-
tonsolo, Frauenchor u. Orch. v. F. Thieriot, Sommernachts-
chor a. „Sigurd" v. Am. Krug, Sopranarie u. Festchor aus
dem Orator. „Der Tod Balder's" v. 0. Beständig, „Halle-
lujah" a. dem „Messias" v. Händel, Violinconc. v. Beethoven,
Sopranlieder v. Riccius, Grädener u. Gurlitt. (Mitwir-
kende im Chor Singakad., Caecilien-Ver., Bach-(Jesell8chaft,
Concertver., Altonaer Singakad., Gesan^er. v. 1867 u. Eims-
bütteler Musikgesellschafb und als Solisten Frl. Oberbeck a.
Berlin u. Hr. Dannenbere v. hier [Ges.], sowie Hr. Schradieck v.
hier [Viol.].) — Conc. der Dresaener Liedertafel (R. Becker)
am 21. Mai: Männerchöre v. Schubert, Dre^ert („Rheinsage"),
Riet^, Schumann, R. Becker („Ave Maria", m. Sopransolo,
„Abendglocken" u. Bismarok-Lied), Petschke („Neuer Früh-
ling") u. R. Wagner („Gruss seiner Getreuen"), sowie Volks-
lied „Die Königskinder", Solovorträge der Frau Starcke-Görlich
(Gfes., „Du bist wie eine stille Stemennacht" v. Kretschmer,
„Abschied" v. G. Hermann, „Frühlingszeit" v.R. Becker etc.)
u. des Hm. Scholtz (Clav., „Löse, Himmel, meine Seele" von
Lassen-Liszt, „Liebesgesang" u. „Burleske" eig. Comj). etc.).
Herzogenbusoh. Concerte der Liedertafel „Oefening en
Uitstpanning" (Bouman): 32. April. Orchesterstücke v. T6cha^
kowsky („Die Jagd"), Mascagni (Intermezzo a. „Cavalleria
rusticana") u. Edm. Kretschmer (Marsch a. den „Folkun-
gem"), Requiem f. Männerchor u. Orch. v. Cherubini, „Das
Glück von Edenhall" f. Soli, Männerchor u. Orch. v. Schumann,
Violoncellvorträge des Hrn. Bouman a. Berlin (Cdur-Conc. v.
J. de Swert, Phant. eig. Comp, und „Reigen" v. Popper),
8, Mai. Chörev.Schubert-Liszt(„DieAllmacht",m. Tenorsolo),
Edg. Tinel (Psalm 29), C. Goldmark („Frühlingsnetz", m.
Clav.) u. W. G.F.Nicolai („Der Zopf"), Gesangsolovorträge
des Frl. Chatelain a. dem Haag („Le Rdve de Jösus" von
Pauline Viardot, „Chant d*Automne" v. Ch. Gounod, „La
Feuille de Peuplier" v. Saint-Saöns, Seren, v. S. de Lange
etc.) u. zweier ungen. Herren.-— Am 3. Mai Aufführ. v. Han-
delns „Samson" durch die Zangvereeniging (Bouman) unter
Solist. Mitwirk, der Frls. Steijn a. dem Haag u. Kloppenburg
a. Frankfurt a. M. u. der HH. Wulff v. ebendaher u. Haase
a. Rotterdam.
Kissingen, l. Novitätenconc. des Hrn. C. Kistler unter
Leit. des Hm. Döring: Stücke f. kl. Orch. v. O. Ladendorff-
Kistler („Stilles Glück" u. „Zum Angedenken"), Jerichau
(„Christkindlein") u. Thadewald(„ATOndglocken"), Seren, f.
Blasinstrumente u. Contrabass v. R. Strauss, „Deutschlands
Dankgebet für Bismarck" f. Streichinstrumente u. Harmonium
(ohne Gesang?) v. C. Kistler, 2. Satz a. einer Clav.-Violin-
son. V. P. Gradewitz (HH. Kistler u. Döring), Posaunensoli
„Vision" u. „Am Kreuzwege" v. C. Goepfart (Hr. Reibestein
a. Meiningen). — Symph.-Conc. der Corcapelle (Schreck) am
26. Mai: Ddur-Symph. v. Mozart, Adagio a. einer Sjnoiph. v.
P. Grade witz, örcnestersuite „Bilder vom Rhein" ▼. P. Schu-
macher, Streiohorchesterstücke v. Schumann (Nord. Lied) u.
Steck („Plirtation").
Leipzig. Abendunterhaltnngen im k. Conservatorium der
Musik: 81. Mai. „Das Märchen von Schneewittchen" f. Soli,
Frauenchor. Declimi. u. Clav. v. C. Reinecke, Soli = Frls.
Friedel a. österfeld u. Gottlöber a. Sangerhausen, Declam. =
Frl. Kirchhof a. Leipzig, Clav. = Hr. Consolo aus Mailand.
Esdur-Trio f. Clay^ Viol. u. Viola v. Mozart = Frl. Foerstel
a. Leipzig u. HH. Korb a. Platten u. Sattler a. Bockwa i. S.,
Emoll-Yioloncellconc, 2. u. 1. Satz, v. F. Grützmacher =
Hr. Schilling a. Bad Elster, Fdur-Clav.-Violinson. v. Grieg =
HH. Hempel a. Altenburg u. Zimmermann aus Groningen,
„Novelletten" f. Clav., Viol. u. Violonc. v. Gade = Frl. H. Tay-
lor a. Brotten u. HH. Korb u. Braun a. Lenzburg. 3. Juni.
Fmoll-Clavierconc. v. Chopin = Frl. Vosburgh aus Clinton,
Ballade f. Pos. v. G. Lange = Hr. Dathe a. Tautendorf i. S.,
Emoll-Clavierconc. v. Chopin = Frl. Spittel a. GhoÜia, Esdur-
Claviertrio v. Schubert = HH. Eckert a. Leipzig, Branden-
burg a. Breslau n. Haag^ans a. Rotterdam.
London. Pianof. Recital des Hm. Siloti am 26. Mai m.
Compositionen v. S. Bach, Beethoven, T ausig (Zigeunerwei-
sen), Tschaikowsky (Romance Op. 6), Arensicy (Basso
ostin.), Rubinstein (BarcaroUe), Liszt (Mephisto- Walzer,
„Consolation" u. 14. Ungar. Rhaps.), Schubert u. Chopin.
Middelburg. Am 26. Mai Aufführ. v. Haydn's „Schöpf-
ung" durch den Gesangver. „Tot O^fenin^ en üitspanning"
(Cleuver) unt. Solist. Mit wirk, des Frl. v. Sicherer a. München
u. der HH. Zameckow a. Berlin u. Haase a. Rotterdam.
Münster i. W. Concerte des Roothaan'schen Gesangver.
(Roothaan): No. 2. Frauenchöre Morgenlied u. „Schneeglöck-
chen" V. Edw. Schultz, Gesangsolo vortrage der Frls. Pelle
a. Cöln (Brautlied v. Cornelius [welches?], JMein Schatz" v.
Hiller, „Ständchen" v. Weckerlin u. A.) u.Höfken v. eben-
daher (Arie a. „Hakon Jarl" v. Reinecke, „Der Asra" von
Rubinstein, „Lieber Schatz, sei wieder gut" u. „Im Mai" v.
Franz, Wiegenlied v. Brahms u. A.). No. 3. „Liebesscenen"
f. Sopr., Alt, Ten. u. Bass m. Clav. v. H. Reimann, Zigeu-
nerlieder f. do. V. Brahms, Gesangsoli v. Bruch (Arie aus
„Odysseus"),* Ad. Jensen („Frühlingsnacht"), Rubinstein
LGelb rollt") u. A. (Ausführende: Frls. Hesse u. Höfken u.
HH. Roothaan u. Geisthövel.) No. 4. Gesangsolovorträge der
Frls. Breuer (Elisabeth's Begrüssung der Halle a. „Tannhäu-
ser" v. Wagner, -Sie sagen, es wäre die Liebe" v. Th. Kirch-
ner, „Das Kraut Vergessenheit" v. Hildach, „Die Bekehrte"
V. M. Stande, „Li deine braunen Aiigen" v. P. Kiengel
etc.) u. Zimdars (Arie a. „Odysseus" v. Bruch, „Neue Liebe"
V. Rubinstein etc.). (Früher gemischter Chor, später nur
als Frauenchor auftretend, hat der Verein in seinen beiden
letzten Concerten die eigene Mitwirkung überhaupt eingestellt
gehabt. Aus welchem Grunde?)
Neustadt a. d. H. Conc. des Männergesangver. „Concor-
dia" (Weins) a. Wiesbaden unt solist. Mitwirk, der Sängerin
Frau Wilhelmi u. des Violoncellisten Hrn. Brückner v. eben-
daher am 22. Mflci: Männerchöre v. Bruch („Vom Rhein"),
Schumann, M.v.Weinzierl („Herbststtirm"), D r e g e r t („Der
letzte Gruss"), Hill er („Die Lerchen", m. Sopransolo) u. A.,
Soli f. Ges. u. f. Violonc. v. Godard („Träumerei"), Popper
(„Papillen") u. A. (Ueber das Violoncellspiel des Hrn. Brück-
ner schreibt die „Pf. Pr." : „Der Violoncellist Hr. 0. Brückner
behandelt sein vorzügliches Instrument mit vollendeter Meister-
schaft. Voller Wärme und Linigkeit erscheinen die gesang-
lichen Partien, leicht und sicher vermag er den höchsten
technischen Schwierigkeiten zu entsprechen.")
(^^ Veraltete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen voltständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Baden-Baden. Dass der Tenorist Hr. Theodor Wachtel
sen. trotz seiner 69 Jahre noch immer sein Publicum zu en-
thnsiasmiren versteht, hat er kürzlich in einem Concert des
jungen einheimischen Violinvirtuosen Hm. Alfred Krasselt
unwiderleglich bewiesen. Seine Mitwirkung in diesem Con-
cert hat &ssen Zweck, den Fonds zum Ankauf einer selten
schönen Stradivarius-Geige für den Goncertgeber zu vergrössem,
ausgezeichnet gefördert. Hr. Krasselt erregte mit seinem Spiel
nicht mindere Bewunderung, als die elektri sirenden Gesang-
soli. — Detroit. Die Pianistin Frau Bloomfield-Zeisler
gewann mit ihren Vorträgen im 6. Concert des Philharmonie
Club hohe £hren, welche sich in vielfachen Hervorrufen
äusserten, auf welche die Künstlerin mit zwei Zugaben ant-
wortete. — Leipzig. Bei der letzten .Walküre"-AuffÜhrung
sprang in der Siegmund-Partie helfena Hr. William Müller
aus I&nnover ein und rettete somit dieselbe. In den Garten-
concerten des Krystallpalastes singt die mexikanische Prima-
donna Miss Churchill. Hr. Edwin Schloemp. der Impre-
sario der exotischen Dame, eignet sich zu diesem Posten bemer,
als zum Mitreden in rein künstlerischen Fragen, das er s. Z.
namentlich in einer eigenen Musikzeitung zur Belustigung der
wenigen Leser derselMn übte. — London. Der brillante Yiolon-
333
cellmeister Hr. Hugo Becker wirkte solistisch im 6. Goncert
der Philharmonie SsKsiety mit und fügte den schon früher
hier durch sein illustres Spiel errungenen Lorbeeren neue
Blätter ein. — Nflrnberg. An Stelle des nach Stettin gehen«
den EEni. Qrimm wird Hr.P. Prill aus Hambnrg in n. Saison
Gapellmeister unserer Oper sein. — Stuttgart. Die letzte
pMeistersinger^-Auffuhrung im Hofiheater ging unter der
Mitwirkung des Frl. Mulder aus Bayreuth als Evchen und
des Hrn. Nebe aus Carlsruhe als Beckmesser vor sich und
trug diesen beiden Gästen reiche Ehren ein. Ist über Hm.
Nebe als einen anerkannten Meister seines Faches nur zu
sagen, dass sein Beckmesser eine Musterleistung war, so lautet
das XJrtheil über die Debütantin Frl. Mulder aahin, dass die-
selbe eine junge hochbegabte, von jeder Theaterunart unbe-
rührte Sän^rin ist, die über eine merkwürdige Trefisicher-
heit der Stimmung in Wort und Gebärde gebietet. Dieselbe
ist vom nächsten Jahre ab für unser Opemensemble als stän-
diges Mitglied gewonnen worden.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 18. Juni. „Lasst uns gehn in
Gottes Charten**, Johannisfestlied v. Papier. Psalm 116 „Das
ist mir lieb, dass der Herr" v. H. v. Herzogenberg. Nicolai-
kirche: 19. Juni. „0, welch eine Tiefe des Reichthums'' a.
„Paulus" V. Mendelssohn.
Torgau. Stadtkirche : 26. Mai. „Christus ist aufgehoben
gen Himmel** v. D. H. Engel. 5. Juni. „Schaffe* in mir, Gott,
ein reines Herz** v. D. H. Engel. „So sind wir nun Bot-
schafter** u. „Wie lieblich sina die Boten** a. „Paulus** von
Mendelssohn. 6. Juni.- „Er weidet seine Heerde** u. „Für so
viel Gnade singen wir** v. Händel.
Zwickau. St. Marienkirche: Mai — Juni. „^^''''1 ^^ ^^
will ich mich retten** u. „Der Herr ging vorüber** u. „Heilig**
a. dem „Elias** von Mendelssohn. „Richte mich, Gott** von
H. Franke. Danklied v. H. Schütz. „Sanctus*' u. „Benedictus**
a. der Ksdur-Messe v. Schubert. „Gnädig und barmherzig*'
V. Grell. „Du, meine Seele, singe** u. „Du, Vaterhand, die mich
so treu geführt** v. Vollhardt.
Aufgeführte NovitSten.
Ashton (A.), EmoU-Clavierquint., Adur-Claviertrio etc. (Lon-
don, Conc. des Comp.)
Berlioz (H.), „Eomeo und Julie**, 3. u. 4. Theil. (Frankfurt
a. M., 11. Museumsconc.)
— — Requiem. (Halberstadt, Gonc. des Oratorienvereins am
3. April.)
Brahms (J.), 1. Symph. (Graz, 4. Mitgliederconc. des Steier-
mark. Musikver.)
— — Orchestervariat. über ein Haydn'sches Thema. (Ham-
burg, 10. Phüharm. Conc.)
— — jöcad. Festen vert. (Breslau, 12. Symph .-Conc. der Bresl
Concertcan.)
Quint. I. Clar. u. Streichinstrumente u. Trio f. Clav.,
Clar. u. Violonc. (Frankfurt a. M., 10. Kammermusik-
abend der Museumsgesellschaft.)
— — Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente. (Hamburg, Kam-
mermusikabend der HH. Zajic u. Gen.)
— — Adur-Clavierquart. (Dordrecht, 4. !Kammermusik der
HH. Yink u. Erdelmann.)
Trio f. Clav., Clar. u. Violonc. (Hamburg, 2. Kammer-
musikabend des Hm. Fiedler.)
Ein deutsches Requiem. (Darmstadt, Aufführ, durch
den Musikver. u. die Hofmusik am 22. März.)
Bruch (M.), 3. Violinconc. (Mannheim, 8. Akad. Conc.)
„Das Fenerkreuz** f. SoH, Chor ü. Dreh. (Glogau, Conc.
der Sine^akad. am 29. März. Schwerin, 5. Orcn.-Concert
der Hoicap.)
„Das Lied von der Glocke**. (Osnabrück, Aufführung
durch den Gesangver. am 30. März.)
„Odysseus**. (Posen, Aufführ, durch den Hennig'schen
Verein.)
Bülow (H. V.), Orchesterballade „Des Sängers Fluch**. (Ham-
burg, Benefizconc. des Hm. Scheel.)
Delibes (L.), „Sylvia**-Suite. (Ebendaselbst.)
Dvor&k (A.), Fdur-Clav.-Violinson. (Hamburg, 3. Kammer«!
musikabend des Hrn. Kopecky.)
Fiedler (M.), Clav .-Violoncellsonate. (Hamburg. 2. Kammer-
musikabend des Hrn. Fiedler.)
Gernsheim (F.), DmoU-Clavierquint. (Hamburg, 'Kammer-
musikabend der HH. Zajic u. Gen.)
Grieg (Edv.), Fdur-Clav.-Violinson. (Bingen, Conc. des Hm.
Louwerse am 3. April.)
Heidingsf eld(L.), „KOnigLear*^*Symph. (Breslau, 11. Symph.-
Conc. der Bresl . Concertcap.)
Jadassohn (S.), Ciavierquart. Op. 80. (Leipzig, 9. Musikabend
des Kammermusikver.)
Kretschmer (£dm.), „Musikalische Dorfgeschichten** £ Dreh.
(Chemnitz, 10. Symph.-Conc. der städt. Cap.)
Lassen (E.), Festen vert. üb. ein thüring. Vollcslied. (Bres-
lau, 12. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.)
Liszt (F.), „Les Pröludes**. (Ebendaselbst.)
— — Esdur-Clavierconc. (Leipzig, Matin6e f. den Pensions-
fonds der Theaterorch.-Aspiranten.)
„Die Legende von der heil. Elisabeth**. (Genf, Aufführ.
unt. Leit. des Hm. Ketten am 30. März.)
Metzdorff (R.), Röverie f. Orch. (Bückeburg, 4. Abonn.-
Conc. der Hofcap.)
Raff (J.), Concertouvert. (Tilsit, 2. Musikabend der Bürger-
geseÜschaft.)
Rubinstein (A.), „Don Quixote** f. Orch. (Leipzig, Matinee
f. den Pensionsfonds der Theaterorchester-Aspiranten.)
Ruth ar dt (Ad.), Trio f. Clav., Ob. u. Bratsche. (Darmstadt,
2. Kammermusikabend der HH. de Haan u. Gen.)
Saint-Saöns (C), Bdur-Clavierquart. (Ebendaselbst.)
Schneider (Th.), Dmoll-Symph. (Limbach, Symph.-Conc.
des Hrn. Asbahr am 5. April.)
Schwalm (R.), „Abendstille am Meere** f. Männerchor und
Orch. (Königsberg i. Pr., 45. Stiftungsfest des Sängerver.)
Selmer (J.), Nordischer Festzug u. Norweg. Phant. £ Orch.
(Berlin, Concerte der Meyder'schen Capelle am 13. und
20. April.)
Sgambati(G.), Desdur-Streichquart (Mannheim, 4. Kammer-
musikaufführ. der HH. Schuster u. Gen.)
Sinding (Chr.), EmoU-Clavierquint. (Dordrecht, 4. Kammer-
musik der HH. Vink u. Emelmann.)
Speidel (W.), Ddnr-Symph. (Stuttgart, 8. Abonn.-Conc. der
Hofcap.)
Taubert (E. £.), Es dur-Clavierquart., D moU-Streichquart. etc.
(Hamburg, fcanmiermusikabend des Comp, am 28. Man.)
Tschaikowöky (P.), Seren, f. Streicborch. (Leipzi^y Matm^
f. den Pensionsfonds der Theaterorchester-Aspiranten.)
Verdi (G.), Requiem. (Essen a. d. R., 6. Conc. des Musik Ver-
eins.)
Volkmann (R.), Dmoll-Symph. (Breslau, 10. Symph.-Conc.
der Bresl. Concertcap.)
— — Emoll-Streichquart. (Hamburg, Kammermusikabend
der HH. Zajic u. Gen.)
Weber (G.), Ddur-Clav.-Violinson. (Leipzig, 9. Musikabend
des Kammermusikver.)
Wagner (R.), Eine Faust-Ouvert. (Bückeburg, 4. Abonn.-
Conc. der Hofcap. Mannheim, 8. Akad.-Conc.)
„Siegftied's Tod** u. Trauermarsch a. der „Gtötterdäm-
memng** (Essen a. d. R., 5. Conc. des Musikver.)
Vermisohte Mittheilungen und Notizen.
* Die Stadt Mailand will im Jahre 1894 eine Theater-
und Musikausstellung wie die Wiener veranstalten.
* Als ein Curiosum der Musik- und Theaterausstellung
in Wien ist es zu bezeichnen, dass das Comitö es versäumt
hat, das Oesterlein'sche Wagner-Museum ftür dieselbe
zu gewinnen. Wie man von dort schreibt, ist Gefahr vor-
handen, dass diese einzig dastehende Wagner-Sammlung nach
Chicago entfährt und Deutschland verloren gehen wird.
* Der Musikalien Verlag von J. Schuberth A Co. in
Leipzig ist kürzlich durch E^uf an den jungen tüchtigen
Musik Verleger Hm. Felix Siegel in Leipzig übergegan^n
und wird von demselben \inter der bisherigen Firma weiter
geführt werden.
* Heinrich Hof mann, dessen grosses Chorwerk „Editha**
in vor. Saison an verschiedenen Orten mit Erfolg aufgeführt
wnirde, hat kürzlich ein neues, einen ganzen Concertabend
ausfüllendes, „Prometheus** betiteltes Concertstück für Chor,
Soli und Orchester vollendet, das, demnächst in C. F. W. Sie-
geVs Musikalienhandlung (R. Linnemann) in Leipzig erschei-
nend, sicher mancher Concertdirection gelegen kommen wird.
* Die erste AufßUirang des unter dem Namen „Salon
musical*' gegründeten Unternehmens in Paris (s. vor. No.
d. Bits.) wurde durch die Dazwischenkunft der Administration
de TAssistance publique im letzten Au^nblicke verhindert,
mit welchem Rechte, das können wir mcht ersehen. Gtenug,
die Aufführungen müssen verschoben werden.
* Das Sjndicat der Pariser Theaterdirectoren hat sich
dahin geeinigt, der Presse die Freibillets zu denGeneral-
Sroben zu entziehen, eine Maassregel, die den Berichterstattern
ie schnelle Erfüllung ihrer Pflicht erschwert und bei der
Presse Entrüstung nervorruft.
* Im Hoftheater zu Stuttgart gingen Bich.Wagner*!S
„Meistersinger" am 14. Juni erstmalig onne jeden Strich in
Scene, nachdem die früheren Aufführungen des herrlichen
Werkes sich in den crassesten Verstümmelungen überboten
hatten. Das Verdienst der Rehabilitirung des Werkes hat
sich Hr. HofcapellmeisterZumpe erworben, unter dessen be*
feisterter Führung sich die Aufführung auch sonst zu einem
ireigniss für diese Stadt gestaltete. Unter den von auswärts
herbeigekommenen Besuchern der auch in ihrem äusseren
Erfolge glänzend verlaufenen Vorstellung befand sich Frau
Gosima Wagner aus Bayreuth. Für sie hatte die Auffüh-
rung specieUes Interesse ausserdem deshalb, weil in der-
selben oie diesjährige Bayreuther Evchen-Darstellerin — Frl.
Miüder — die gleiche Partie ausführte.
* Im Goventgarden-Theater zu London, in welchem, wie
schon erwähnt, gegenwärtig unter Direction des Hm. A. Harris
abwechselnd deutsche, italienische, französische und englische
Werke aufgeführt werden, ging am 11. d. die Legende .La
Luce dell'Asia*' von dem englischen (?) Componisten Isiaore
de Lara^ recte Isidor (>)hn, als Novität in Scene. Am 13.
wurde ^Siegfried'' daselbst wiederholt, am 16. gelangte „Tristan
und Isolde'^unter ungeheurem Erfolg zur AunÜhrung, und für
Ende d. und Anfang n. Mts. ist der vollständige „Nioelungen-
Bing'' angesetzt.
* Berlioz' Oper „Les Troyens" wurde, veranlasst durch
dieSociötö des grands auditions, dieser Tage in der Komischen
Oper zu Paris gegeben, doch scheint nacn den Berichten der
eigentliche Platz dieses Werkes die Grosse Oper mit ihrer
grosscji Bühne und ihren vpUkomjnßußren Maschinerien zu
sein, die eine bessere Inscenirun^ ermöglichen. Von den Dar-
stellenden that sich die siebzehnjährige Debütantin Frl. Delna
ids Dido besonders vor, Lob verdiente auch Hr. LafSarge als
Enöe. Das Ensemble klappte bei der ersten Vorstellung noch
nicht. Der Eindruck des verkürzten Werkes scheint nicht
gross gewesen sein.
* Hans Sommer's Oper „Lorelei" ist von dem Stadt-
theater zu Strassburg i. E. zur Aufführung für Anfiftng des
Winters angenommen worden.
* Das Marie-Theater zu St. Petersburg wird als erste
Opernnovität der n. Saison die neue einactige Oper „Jolconde**
von P. Tschat kowsky zur Aufführung bringen.
333
^ A. Förster^s Oper „Lorle'' ist neuerdings auch vom
Carlsruher Ho f th e a t e r zur Aufiföhrung angenommen wor-
den. Im Berliner Kroll-Theater ist sie bereits ein halbes
Mal mit andauerndem Erfolg über die Bretter gegangen.
* Als Amtsnachfolger des Freiherrn von Stengel, welcher
die Stellung aufgab, ist Hr. TheaterdirectorP rasch in Strass-
burg i. E. zum Intendanten des Hoftheaters zu Mannheim
erwählt worden.
* Da Hr. Hofcapellmeister Strauss in Weimar durch
Krankheit verhindert ist, an den Bühnenfestspielen zu Bay-
reuth thätigen Antheil zu nehmen, so wird an seiner SteUe
Hr. Gapellmeister Dr. Muck in Prag die „Meistersinger*^ ein-
studiren und dirigiren.
* Hr. Gbibriel Faurö in Paris ist zum Ins pect or des
Musikunterrichts in den Filialen des Conservatoriums , den
Nationalschulen der Musik und in den Singschulen der Chor-
knaben an SteUe des verstorbenen Guiraud ernannt worden.
* Hr. Kammervirtuos Wink 1er, der weitbekannte Wei-
marische Meister der Flöte, hat für den 1. Juli c. seine Ent-
lassung aus der dortigen HofcapeUe, der er 33 Jahre hindurch
als actives Mitglied zur grössten Zierde gereichte, erbeten
und vom Grossherzog unter glänzender Anerkennung der
grossen Verdienste, welche er sich um dieses Kunstinstitut
erworben, und Belassung des vollen bisherigen Gehaltes als
lebenslängliche Pension bewilligt erhalten.
* Hr. Julius Nest 1er, Gesanglehrer am Staatsgymnasium
und Inhaber eines Musikinstituts zu Leipzig, erhielt dasPrä-
dicat eines k. Musikdirectors verliehen.
* HerzogEmst von Sachsen-Goburg-Gotha hat Hm. Opern-
regisseur Goldberg in Leipzig — wohl aus Anerkennung
für dessen eifrige Leipziger uiscenirung der „Gasilda*', kaum
in Verkennung aer stimmlichen Qualification des Genannten —
zum Kammersänger ernannt oder, wie eine ofdcielle Mitthei-
lung des Staegemann'schen Theaterbureaus vorsichtig sich
ausdrückt: demselben den „Charakter eines Kammersängers
verliehen^.
Todtenliste. Alphonse Leduc, einer der bedeutendsten
Musikverleger und Redacteur von ^L^Art musical*^ in Paris,
t daselbst. — Charles Ferlus, sehr angesehener Organist
und Componist in Narbonne, f, 64 Jahre alt, daselbst. —
Giuseppe Lombarde, unter dem Namen Lombardini bekannt
und geschätzt als Componist, Gesanglehrer und VerfiEbSser
lehrhafter Werke über Gesang, f, 72 Jahre alt, in Neapel.
— Achille Panizza, vortreffUcner Orchesterdirifi;ent und Einer
der gesuchtesten Musiklehrer Mailands, f das^bst. — John
Farley, in den Ver. St. von Amerika und in Canada wohl-
bekannter Sänger geistlicher Musik, f, 63 Jahre alt, in Boston.
— Frau Bossi-Caccia, einst berühmte Säugerin an der
Pariser Komischen Oper und an verschiedenen Bühnen Ita-
liens, Portugals und Hollands, zuletzt Gk^anglehrerin, f, 74
Jahre alt, erblindet in Havre.
BriefUasten«
F, iV. in £, Wenden Sie sich mit Ihrer Anfrage direct
an den Verwaltungsrath der Bühnenfestspiele zu Bayreuth;
nur befürchten wir, dass Sie zu spät kommen, da die Auf-
führungen der beiden Werke, welche Sie zu geniessen wün-
schen, schon längst ausverkauft sind.
Af. Z>. in C. Wir kommen in Kürze auf die betr. An-
gelegenheit zurück.
C. M, in P. Kürzere Mittheilungen erwünscht. Für ein-
gehendere Berichte dürfte dem dortigen Musikleben der all-
gemeiner interessirende Stoff fehlen.
B. O. in K. Nach den charakteristischen Beclamenotizen
zu schliessen, mit welchen die Localpresse auf die Eduard
Strauss-Concerte hinweist, scheint der Nachgefragte gegen-
wärtig in Leipzig zu sein.
Anzeigen.
W. Klfttner, Musik-Sortiment, Leipzig, S
empfiehlt sich zur schnellen prompten Besorgung von S
Musikalien» musikalischen Sehriften etc. — Kataloge ^
und Auswahlsendungen stehen zu Diensten. [686 — .] 2
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nnter persAnll^er Leitung.
H^" Anfragen und Auftrüge werden direot an die Direotion erbet
ßoncert-9irection Daniel Sflayer,
LONDON, 180 New Bond Street.
Telegramm-Adresse: „IiiaEt-London*'.
Quartett (Esdur)
fOr
Clavler, Violine, Bratsoiie und VIolonoell
TOn
Ernst Ednard Tanbert
Op. 38.
Preis H. 10,—. [6S9.]
Du Werk ist . wiederholt von Dr. Hans Bischoff,
Friedrich Oernsbeim, Oskar Raif, Frans Ramme) u. A.
gespielt worden; der Componist selbst bracbte das Quar-
tett im letzten Winter in der Philbannonie in Berlin and
im Saale des Conventgartena zu Hamburg mit grossem
Beifall zur Aufführung.
Leipzig.
C. F. W. Siegers HasikaUenhandluDg
[R. Linnemann).
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flli* eine Stimme und Piano
componirt von
Hans Harthan.
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Festmarsch ftlr Glavier zu vier Händen, Op. 14. M. 2, — .
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fhr gemischten Chor. Part. u. Stimmen M. 1,60.
Part. M. 1,—. Stimmen k 15 Pf.
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direet yom Verleger zu beziehen.
=^
ff
Ein ivMm m F. WM.
f-Clr Soll Maad. Olior
mit Begleitung von zwei Clavieren
componirt von
W« A. Remy«
Op. 16.
Partitur ^ 12, — . Chorstimmen (k Ji — ,50. u. 1, — .)
Ji 3, — . Solostimmen Ji 1,50.
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Dureli Jede Baolt-» Konai- und MoefkaUenliandlimg* so-
wie direet vom Verleger» aaelt cor Anslclit» sa beslenen.
Neuer Verlag von BreKkopf & Hirtel in Leipzig.
Bisehoff-Ghiiionna.
Messe in Amoll fUr Soll, Chor und Orchester.
Ciavierauszug 6 Ji, Jede Chorstimme 60 A, Partitur und
Orchesterstimmen in Ahschrirt. [697.]
Das schöne Werk zeichnet sich durch grossen Melodien-
reichthum aus undverräth nicht nur den tüchtigen, ^ormfi;e-
wandten Meister, sondern überzeugt den Hörer auch von aer
grossen Erfindungskraft, die allein, fi;etragen von echt christ-
licher Begeisterung, derartige Werke ins Leben zu rufen
vermag. (Feuiile d'Avis de Lausanne.)
Verrag von E. W. FrttZSCh in Leipzig.
für Ciavier Oboe und Bratsche
IS[^1
ac
ac
ai='=ic
r^
componirt von
Adolf Buthardt.
Op. 34, Pr. 6 M.
Durch alle Buch-, Kunst- und Musikalienhandlungen, sowie
direet vom Verleger zu beziehen. [698.]
Verlag von BbretiUtopf A Hlhrtel in^ipzig. ^^
Soeben ist erschienen: [699.]
FerriMio B. Bnsou, Op. 3K
Concert stück in Ddur
für Pianoforte mit Orchester.
ksgezeielmet mit dem ersten Rubinsteln-ComposittoDsprels.
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Solostimme mit Begleitung eines zweiten Pianoforte an Stelle
des Orchesters Ji 5, — .
Verlag von S* W. Fiitiseh iajieipzig.
Studie
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von [700.]
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Franz Abt, willkommen l Begrüssungschor von Her-
mann Franc ke, für Männerstimmen . . . . ^ 3j— •
Partitur Ji 1,20. Stimmen ö, 45 4j.
C. Jos. Bp'ambachi im Frühling. Lied im Volks-
ton von H. Weiser, für Männerstimmen (Text deat^
und französisch) •^ ^^'
Partitur 60 ^. Stimmen ä 16 /^,
Vinzonz Lachnerp Op. 64b. WaidUed von Emil
Engelmann, für M&nnerchor Ji B, .
Partitur J$ l.?0. Stimmen k 45 4.
Ferdinand mSliringi Op. 101. Rhelngauer Grussl
von F. Mfturer, für MÄnnerchor -^ **>"'•
Partitur Jt 1,20. Stimmen ä 46 4J.
Carl RoinockOp Sommerhymnus von Martin Greji^
für Männerchor -^ ^i^-
Partitur JH 1,20. Stimmen k 30 z^.
Josef Riieinbergerp Op. I7d, No. 1. Germanen-
Zug von Aug. Silberstein, für Männerohor . Ji 2,4D.
Partitur Jf 1,20. Stimmen ä 30 /ij.
Leonhard Wolfffp Op. 12. Jung Werner vonVictor
Scheffel, für Männerchor -^ »i— •
Partitur Jt 1,20. Stimmen ä 46 /ij.
J. B. Zerlett. Op. 1L2. Das Grab Im Busento von
August öraf^ von Platen, für Männerchor (T^t
deutsch und französisch) -^ ^t**-
Partitur Ji 1,20. Stimmen ä 80 >^.
befinden sich jetzt in meinem Verlage und stehen auch
zur Ansicht zu Diensten.
Leipzig, im Juni 1892. 1709.]
F- E. C. Leuckart.
Drack von 0. G. Böder in Leipzig.
Zu den auf Buchhftndlerwege und direct bezogenen Exemplaren der vorHegenden Nummer eine Beilage des
Kammersängers Hrn. BonnO Koebice.
Leipzig,
30. Juni 1892.
um «uiucu im-, iiw
ul lustiuuudtiuii, mne
um IUI Miiin n
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II, HU IC ._ ^—.^^
fii (u iBuiDiKki WKiiimn
IWQUII lUlllBUU lU U
dOHi Eilacinr ii riiwiiii.
far Musiker jaMJffusikfrGunde.
Verantwortlicher Eedacteur und Verleger:
X. W. FritiBoh,
LaipziS, KOnlgsstrawe e.
^^
Xini. Jaürg.] i
Du Moiikftliiohe Wochenblatt enofaeint j&hrlieh in B9 Nummern. Der Abonnemeniabetn^
fflr dM Quartal von 18 Nnmmern ist 3 Mu-k ; eine einseliie Nummer koBtet 40 Pfennige. Bei
direeter friuikirter Kreuibandsendung treten nachatehende vierteljährliche AbonnementB- ,„ ._
--'K in Kraft: 2 Mark 50 Pf. fSr dag Deutiche Reich und Oeiterreich. — 2 Mark 76 Pf. | Na gl
weitere Linder de« Allgemeinen pMtrerein». — JahreBabonnementa werden nnter ' *
ZuffTundeleguDR Torrtehender BeingHbedingun^n berechnet.
Die InMttioDBgebflhren Hr den Bum einet geapaltanaa Tebtaeile betrageD SO Pfennige,
: Kin WSrtohen aber WiedarMebang and yortrag ilter Toealmadk. Von Dr. Hugo Kiemuin.— Erlük: Chrlttli
niT Fluioforte und groaata DrdiMter. — Bl0|nplilMhM: Du Prill qnartetL (HU aiaer Portniterupp«.) *""
rnnkfnrt a. M., Hannmu (Forteetmuigt und Wim (FortBeteana). — Beridite. — " ' "— "
und Coae«rt. — KlMhaBmiulk. — OpemanffUnuigeii. — AuüeflUiTta Norltttna.
- Briefkartaa. — Anietsen.
- Vsrmii^te HltUieUniigen nnd NoUiMi. -
Ein wortchen über Wiederbelebung und Vortrag
•Her Voothnusik.
Ton Dr. Hugo Rlemann.
Unsere Tage erleben eine nmfan^eiche Renaissance
der musikaltachen Kunst vergangener Jahrhunderte. Nach-
dem es znntlchst gelungen, Joh. Beb. Bach aus einhundert-
j&brigem Schlnnimer zu erwecken und das VerstAndniss
■einer Bchreibireise in weitere Kreise zu tragen, bat man
weiter und weiter zurückgegriffen und sich hemfiht, auch
die Grösse der Heister zu begreifen, welche das 17., das
16,, ja das 15. Jahrhundert beirnnderte. Die kirchlichen
Tonverke der gidsateh Heister dieser Zeit nnd rwar nie
ganz verstummt; doch waren es nur wenige auserw&hlte
Stätten, wie die Sixtinische und einige andere Capellen,
welche diesen Cultua treiben konnten, und nur wenigen
Glücklichen konnte es daher vergSunt sein, solchen AufPBh-
mngen beizuwohnen. Heute regt es sich überall; nicht nur
die KirchenchOre oller grosseren ßtftdte haben die wAbb-
rigen Frodncte der letzten Vergangenheit durch kräftige
Werke der Blütheaeit des imitirenden Contrapuncts er-
seist, auch in den ConcertstJen treten mehr und mehr
altciaesische Werke anf, und anch die weltliche
Vocal- und Instrumentalmusik der Zeit vor Bach wird
allmählich hervorgeholt. Staunend stehen wir vor einer
Fülle musikalischer Bchätae, die noch beute von tiefer-
greifender Wirkung ist und so wenig als veraltet bezeich-
net werden kann, wie etwa ein Gemälde von Tiaian oder
Rafael.
Zu den mancherlei Hindenüsaen, welche einer vollen
Würdigung dieser älteren mnsikaliacben Schätae entgegen-
standen — deren wichtigste der herrschende Oeachmack
der Zeit war, der aber jetzt glücklicherweise einmal seine
Blicke nach rückwärts gewandt hat — , kam ein rein
ftuBserliches , nämlich der Umstand, dass die Art der
Notirnng wenigstens der Werke des 15. nnd 16. Jahr--
hunderta eine von der heutigen ao verschiedene ist, dass
■ie ein jahrelanges mübaeliges Studium voraussetzt; zudem
fehlte es bia vor gar nicht langer Zeit sehr an Büchern,
welche anch nnr für dieses Studium eine Anleitung geben
konnten.
Die reichen Schätze der geistlichen und weltlichen
Vocalmnsik vor 1600 sind fast ausnahmeloa nur in Mn-
zelstimmen gedruckt (bez. geschrieben), abo nicht in
übersichtlichen Partituren, die Noten haben nicht nur
andere Formen, als die heute üblichen, sondern auch ganz
andere Geltung, es fehlte auch noch der heute ao be-
queme Taktstrich u. a. w u. B. w. Waa Wunder, wenn ea
daher etwaa langsam ging mit der Erschliessung dieser
Keichthfimer? — nicht allemal ist ja auch Derjenige, wel-
cher die nöthigen Vorkenntnisse für die Uebersetzung der
alten Notirungen in moderne sich erworben hat, gerade
mit -dem schnellen zutreffenden Kunstnrtheil begabt, um
das Schöne und noch heute Lebensfähige (das Claasiache)
aus dem Wust dessen herauszufinden, waa die kleinen
Geister der Druckerschwärze anvertraut hatten.
Das ist nun anders geworden, seit man eine solche
Uebertragung aua der alten Notirungs weise in die heute
übliche in grösserem Maassatabe in Angriff genommen hat.
leb nenne nur die Publicationen von ChDron(1808, 1827 S.),
Franz Commer (Collectio etc.), Carl Proske (Musica Divina},
Stephen Lück (1859), der Londoner Musical Antiquarian
Societ; (1845 ff), der Gesellschaft für Uuaikforschung
a?
388
(Eitner'f MonaUbefte für MuBikgeechichte) , so wie die
moDumentalen Augaben der Werke Palestrina't.
Vorausgesetzt, diese nnn in recbt erheblicber Anzahl
vorliegenden Uebertragungen (auch der Oevaert^schen,
Ambros'schen [5. Band der Musikgeschichte] nicht zu ver-
gessen) sind wirklich yoUgenügende Uebersetzungen ans
einer nicht mehr verständlichen Schreibweise in eine heute
geläufige I so ist jetzt allerdings auch dem nicht philolo-
gisch gebildeten Musikfreunde wirklich Gelegenheit ge-
boten, der älteren Litteratur näher zu treten, sie schätzen
und lieben zu lernen , und wenn er dazu die erforder-
lichen Kräfte zur Verfügung hat, das ihm besonders Zu-
sagende zur Aufführung zu bringen.
Eines bleibt aber an diesen sogenannten Uebertra-
gungen in moderne Noten, wie sie heute allgemein üb-
lich sind, befremdlich, nämlich die grosse Länge der ein-
zelnen Noten werthe: lauter Ganze und Halbe, dazu gar
noch hier und da die Doppeltaktnote (Brevis), ja noch
grössere Werthe (Longa und Maxima), nur ganz aus-
nahmsweise einmal ein paar Viertel oder gar Achtel.
Haben denn, wird sich jeder nicht genauer mit der Musik-
geschichte Vertraute fragen, die Leute damals Alles so
langsam gesungen? und die natürliche Folge ist dann
weiter, wenn so etwas Altes eins tudirt wird, eine unerträg-
lich langsame Temponahme, die einen zusammenhängen-
den Vortrag ohne fortgesetztes Zerreissen der Worte durch
Athemnehmen unmöglich macht und auch das Verständ-
niis des Aufbaues sehr erschwert.
(Schloss folgt.)
Kritik.
Christian SIndIng. Concert in Desdur für Pianoforte und
grosses Orchester. Copenhagen und Leipzig. Wilhelm
Hansen, Musik-Verlag.
Christian Sinding, der junge norwegische Componist,
dessen Clavier-Quintett in Emoll vor ungefähr zwei Jahren
im Leipziger Gewandhause einen sensationellen Erfolg er-
rang und Einen der HH. Mitarbeiter d. Bl. zu einer der er-
götzlichsten und zweckdienlichsten Elritikaster- Hinrich-
tungen veranlasste, hat ein neues umfangreiches Opus
erscheinen lassen, welches mittlerweile auch bereits in
Wien, gespielt von dem neuesten Ciavier - Virtuosen
Knutzen, einem Landsmanno des Componisten, die Feuer-
taufe vor der Oeffentlichkeit bestanden hat. Mit der zu-
nehmendon und auf immer grössere Kraftentfaltung ge-
richteten Virtuosität der modernen Componisten und Glavier-
Spieler hat das Clavierconcert mehr und mehr seine ur-
Hprünglichu Kigenthümlichkeit eines vom Orchester beglei-
teten und stellenweise abgelösten Solovortrages eingebüsst
und ist immer mehr zu einem bis auf kleinere Solo-
Cadonzon mit völliger Gleichberechtigung beider Parteien
und beiderseitigem gross ten Kraftaufwande auszufahren-
den Kiunpfstücke für Olavier und Orchester geworden.
Hatte schon Beethoven in richtiger Würdigung seines
sich immer reicher ausgestaltenden begleitenden Orchester-
pavtes vom U dur-Concerte ab die Bezeichnung „mit Be-
gleitung des OiTheaters**, welche sich noch auf den
Originalausgaben seiner ersten drei Concerte findet, in
die bis heute noch gebräuchliche Aufschrift „für Ciavier
und Orchester'* umgewandelt, so greifen unsere modernen
Componisten in ihrer vornehmlich durch Berlios und
Wagner geweckten Neigung lu einem tönenden plein-air
«u immer grelleren und schärfer constratirenden EJang-
farben und gestalten solcherweise das Clavierconcert zu
einem Wettstreite mit dem Orchester und oftmals sogar zu
einem Todeskampfe gegen das Orchester. Solcher Art ist auch
das neue Concert von Sinding, und es erscheint uns als sehr
wahrscheinlich, dass schon wegen der enormen physischen
Anforderungen, welche eine bedeutende Wiedergabe des
gegen ein überreich instrumentirtes Orchester ankämpfen-
den und durchweg äusserst vollgriffig gehaltenen Clavier-
partes an den Interpreten stellt, sich nur Wenige unserer
jüngeren und zumal im Gebiete der Kraftentfaltung doch
recht tüchtigen Ciaviertitanen an dieses Werk erfolgreich
werden heranwagen können. Wer aber das Wagniss
unternehmen kann, dem dürfte unseres Elrachtens nach
ein grosser Erfolg gewiss sein, da Sinding's Concert
neben vielen Vorzügen, auf die wir weiterhin zu sprechen
kommen werden, nur zwei Mängel aufweist: ein Ueber-
maass von Kraft und Leidenschaftlichkeit, welches man
einem jungen und brodelnden Feuergeiste gern nachsieht,
und ein für einen absoluten Musiker, als welchen wir
einen Concertcomponisten doch ansehen müssen, allzu
intimes Verhältniss zu Wagner, welches jedoch von dem
Publicum der Gegenwart, das ja bekanntlich äusserst gern
„Nibelungen "-Musik ohne die gefürchteten „Nibelungen"-
Längen hört, nachsichtig bourtheilt und vielleicht sogar
als Vorzug empfunden werden dürfte. Mehr noch als
das dauernd zu grosse Kraft-Aufgebot hat es uns aller-
dings gestört und mit Bedauern erfüllt, dass allen drei
dem Werke zu Grunde gelegten und vielfach in ausser-
ordentlich kunstvoller und interessanter Weise mit ein-
ander combinirten Themen ein gewisser „Nibelungen "-Zug
anhaftet, der beim ersten Thema in der Fassung der
beiden ersten Sätze sich allerdings vornehmlich nur rhyth-
misch bemerkbar macht, im letzten Satze sich jedoch
zu tauschender Rheintöchterähnlichkeit ausbildet, beim
zweiten Thema durch eine leichte Beimischung Gounod-
artiger Süsse gemildert erscheint und das dritte Thema
geradezu zu einem Abkömmlinge Siegfried's und Brünn-
hildens stempelt. Diesem Fehler, den wir bei dem geradezu
suggerirenden Einfluss Wagnerischer Musik auf fast jeden
jüngeren noch nicht völlig in sich gefestigten Tonsetzer
begreiflich finden, andererseits aber beklagen müssen,
weil nur diese Unselbständigkeit der Grundgedanken uns
für Sinding's Concert eine lediglich ephemere Bedeutung
voraussehen lässt, während wir demselben seiner geist-
vollen, gross angelegten und technisch völlig ausgereiften
Ausarbeitung nach gerne dauernde Bedeutung und blei-
benden Werth zusprechen würden, können wir bedeutende
Vorzüge gegenüberstellen. So erscheint uns schon die
Verwendung der gleichen , allerdings für jeden Satz
rhythmisch bedeutend umgestalteten Hauptthemen für
alle drei Sätze des dadurch zu einer ausserordentlichen
Einheitlichkeit gelangenden Concertes als ein vollgiltiger
Beweis für den schaffenskräftigen Formensinn des Autors,
und die souveraine Freiheit, mit welcher Sinding ferner-
hin diese Themen combinirt und Einzelne derselben in
engführender Weise zu feurig stolzem Aufschwünge heran-
stürmen lässt, dazu die vollkommene Beherrschung eines
sehr reichen und nur vielleicht etwas zu „übermässigen"
und „alterirten", solcherweise aber fär ein absolutes
Musikstück allzu unruhevollen harmonischen Apparates
bekunden von Seite zu Seite mehr das unbeschränkte
Können Sinding's, dem sich in ferneren Schöpfungen des
jungen Componisten auch ein selbständigeres und in
seinem Kraftüberschwange weise beschränkteres Wollen
zugesellen mög^. Ein specifisch nordisches Gepräge hat
t
1
die Gomposition nicht, und nur die Qmnien* und Octaven-
parallelen, die mit vollster Absichtlichkeit dem Elintritte
des Clavieres im zweiten Satze vorausgelien, mag der
Gomponiflt seinem Landsmanne Grieg als Omss dargebracht
haben. ESinem modernen, mit ausreichender Spannkraft
för Yollgriffigstes Spiel nnd mit zuverlässiger Octaven-
technik ausgerästeten Clavierspieler bietet das in Bede
stehende Concert keine nnüberwindlichen Schwierigkeiten,
und da dasselbe in seiner kraftvoll fliessenden Energie
jeden Musiker interessiren dürfte, so bleibt zu wünschen,
dass recht viele Clavierspieler sich mit demselben be-
fassen — und dass dann diejenigen, denen dasselbe seinem
Inhalte und seiner Spielart nach ernstlich zusagt, Sinding's
Clavier-Concert durch öffentlichen Vortrag zu jener all-
gemeineren Berücksichtigung, welche dasselbe — in un-
seren Tagen wenigstens — wohl verdienen dürfte, ver-
helfen möchten. Jedenfalls aber wünschen und hoffen
wir, dass es dem Componisten dieses Concertes gelingen
möge, sich bei Zeiten dem ihn irrefahrenden Zauber-
banne des Wagnerischen Musikdramas zu entziehen und
bei besonnener Rückkehr zu sich selbst eine selbstän-
digere Triebkraft der melodischen Erfindung zurückzu-
gewinnen. Dass wir sodann wirklich bedeutende Pro-
ductionen von dauerndem Werthe von ihm zu erwarten
haben dürften, das erscheint uns im Hinblick auf sein
auch in diesem neuesten Ciavier -Concerte offenbartes
reiches und kräftiges technisches Können fast zweifellos.
Arthur Smolian.
Biographisches.
Das Priil-Quartett.
(Mit einer Portraitgruppe.)
Die Pflege der Kammermusik im Leipziger Gewand-
haus, die vor Adolf Brodsky's künstlerischem Wirken da-
selbst nur Einem ständigen Quartett — mit zeitweise alter-
nirendem Primgeiger — obgelegen hatte, ist auch nachdem
Weggange des genannten Künstlers, welcher das Qnartett-
spiel zu einer geradezu idealen Vollkommenheit zu steigern
wusste, auf zwei selbständige Quartettvereine vertheilt
geblieben. Während aber die beiden Quartettgenossen-
schaften in der Brodsky'schen Zeit — infolge der Ausserge-
wöhnlichkeit dieses Primgeigers — in der Qualität der Leistun-
gen und dem Ansehen beim Publicum nicht unwesentlich sich
unterscheiden, hat sich mit dem starken Personenwechsel, der
sich in ihnen im vorigen Herbst vollzog, eine schöne künst-
lerische Eibenbürtigkeit eingestellt, sodass Leipzig jetzt nicht
mehr ein ganz ausgezeichnetes und ein minder gutes Streich-
quartett, sondern deren zwei, in Einzelnheiten selbstverständ-
lich individuell verschiedene, im Totalen jedoch gleich ganz
vortreffliche besitzt. Haben wir uns s. Z. eingehend mit dem
Brodsky-Qnartett beschäftigt, in welchem gegenwärtig der
eminente Arno Hilf den Vorsitz einnimmt, während die
Mitgenossen wie damals die HH. Hans Becker, Hans Sitt und
Julius Klengel sind, so ist es nur billig und recht, wenn
wir unseren Lesern heute in Wort und Bild auch die andere
Vereinigung, das Quartett der HH. Prill, von Dameck,
Unkenstein und Wille, vorführen, deren trefflichen,
ebenso stil- wie temperamentvollen, dabei technisch und
klanglich bis ins Kleinste hinein liebevoll nnd gewissen-
haft ausgearbeiteten Quartettvorträgen wiederholt rück-
339
haltslos Anerkennung und Lob an dieser Stelle gespendet
wurden.
In Carl Prill, dem Primgeiger des in Rede stehen-
den Quartetts und der Seele desselben, hat das Leipziger
Musikleben eine ganz besonders glückliche Acquisition
gemacht. Trotzdem derselbe in dem nicht gerade weit
von hier entfernten Magdeburg mehrere Jahre hindurch
in hervorragendster Weise künstlerisch sich bethätigt hatte,
war er doch, als er im Herbst v. J. als Concertmeister
an das Leipziger Theater- und Gewandhausorchester be-
rufen wurde, sowohl dem Publicum, wie seinen FachcoUegen
eine fast unbekannte Grösse. Hatte er sich hier durch seine
Thätigkeit im Orchester schnell in Respect bei den Musikern
gesetzt und durch sein liebenswürdiges und collegialisches
Auftreten deren persönliche Sympathien gewonnen, so
vergrösserte er den Kreis seiner hiesigen Verehrer ins
Weite durch die Meisterschaftsbeweise, die er während
der Saison als Solist und Quartettspieler gab. Im Grewand-
haus wurde ihm ausserdem auch noch Gelegenheit ge-
boten, eine weitere Seite seines Talents zu documentiren,
indem ihm Hr. Gapellmeister Prof. Dr. Reinecke die Di-
rection eines Theiles der Orchesterbegleitungen übertrug,
in welcher er gleich bei seinem Debüt — dem Brahms'-
schen Violinconcert, einer sicher verantwortungsvollen Auf-
gabe! — mit vollen Ehren die Sporen verdiente, unser
Künstler wird aber — dafür bürgen seine Begeisterung
für seinen Beruf und sein bisher bewiesenes echt künst-
lerisches Streben! — mit diesen Erfolgen sich nicht be-
gnügen, sondern fortgesetzt auf die Erreichung idealster
Ziele hinarbeiten, und der Lohn wird sicher nicht aus-
bleiben, umsoweniger, ab Carl Prill noch im Anfang des
ersten Mannesalters steht und das ganze Leben noch vor
sich liegen hat. — Derselbe wurde am 22. Oct. 1864 in
Berlin, als Sohn des k. Capellmeisters Carl PriU, geboren
und begann bereits im 6. Lebensjahre, Musik zu treiben.
Den Violinunterricht erhielt er vom Vater, in die Elemente
des Clavierspiels führte ihn Musikdirector Handwerg ein.
Mit 9 Jahren war er so weit vorwärts geschritten, dass
sein Vater mit ihm und den übrigen Kindern, die eben-
falls sehr musikalisch sind (Paul hat sich mittlerweile zum
tüchtigen Capellmeister , Emil zum exquisiten Flötisten
ausgebildet), grössere Concertreisen durch Deutschland,
Russland, Schweden, Dänemark, Holland etc. unternehmen
konnte, auf welchen der kleine Carl bereits Aufsehen
als Solo- und Ensemblespieler erregte. Nach Berlin zurück-
gekehrt, nahm derselbe zunächst Violinunterricht beim
Kammervirtuosen Hellmich und bei Prof. Wirth, später, als
Schüler der k. Hochschule für Musik, bei Prof Dr. Joachim.
Während des letzteren Studiums war er gleichzeitig Concert-
meister der Capellen von Prof. v. Brenner und Jul. Laube
und von 1883—1885 als Sologeiger der Bilse'schen Ca-
pelle engagirt. In den Sommersaisons von 1885 und 1886
finden wir ihn als gefeierten Solisten in den Concerten
der Hlava^'schen Capelle in Pawlowsk bei St. Petersburg.
Bis zum Herbst 1891 war er danu in Magdeburg als
Concertmeister, Dirigent und gesuchter Lehrer seines
Instrumentes auf das Erfolgreichste thätig. Erwähnung»-
werth aus dieser Periode ist, dass er im dortigen Ton-
künstlerveroin wiederholt sämmtliche Streichquartette von
Beethoven zur Wiedergabe gebracht hat. Als Solist hat
er ausser in Beriin, Magdeburg und Leipzig auch noch
anderwärts sich reiche Erfolge erspielt.
(Schluss folgt.)
27*
340
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Frankfupt a. M., im Juni.
Es wäre sicherlicli nicht ohne Interesse, authentisch fest-
zustellen, welche Momente den Schöpfer der ,,Oavalleria
rusticana" veranlasst hahen, der Novelle „Freund Fritz"
von Erckmann-Chatrian mehr als eine nur reoeptive Auf-
merksamkeit zu widmen. Das allerdings wahrheitsgetreue,
überaus harmlose Bild süddeutschen Kleinstadt-Lebens fesselt
doch nur durch den nicht gerade complicirten psychologischen
Process, welcher Kobus nach fünfzehnjährigem Junggesellen-
thum in die Arme der Ehe treibt und durch den von Yom-
herein abgeschlossenen Charakter des alten Heirathsvermittlers,
des Babbiners David Sichel. Die anderen Personen der Novelle,
vielleicht noch mit Ausnahme des Zigeuners und der kleinen
Suzel, vor Allem aber der Steuereinnehmer Haass, der ehe-
malige Landwehrsergeant Friedrich Schulz und die anderen
Nebenfiguren stecken mit ihren Pfeifen, Schoppen und stunden-
langen Gesprächen über wichtige Materien, wie die Ankunft
der Störche etc., bis an die Ohren in urdeutschem Philister-
thum und können bei einem heissblütigen Italiener wohl
kaum einem Verständnisse beeegnet sein. Die Bezeichnung
der Oper als Commedia lirica h^rechtigt zur Annahme, dass
es vorzue;dweise die lyrischen Momente gewesen sind, welche
Mascagni fesselten, eine Bestätifi^g der Thatsache, dass das
Gegensätzliche die meiste Anziehungskraft besitzt. Denn das
TsJfent des Gomponisten gravitirt keinesw^ nach der Lyrik,
er ist unseres Dafürhaltens nicht einmal Melodiker im Sinne
eines Mozart, Weber, Rossini und Verdi, er ist vor Allem
Dramatiker, welcher kühn alles Nebensächliche, nicht der
Katastrophe Dienende über Bord geworfen und uns gewisser-
maassen ein berauschendes Destillat der Leidenschafben und
GhefÜhlserre^ungen vorsetzt. In wie weit Mascagni den
lyrischen Efementen Rechnung getragen hat, soll weiter unten
beleuchtet werden, hier dürfen wir aber bereits hervorheben,
dass „L'amioo Frits** Nicht» weniger als ein „LustqMel*' - ist.
Die Oper bietet keine Verwickelung, keine Intriguen, keine
Situationskomik und auch keine komisch wirkenden Personen.
Die in der Novelle mit vielem G^chick fi;eschilderten spiess-
bürgerlichen Freunde des Titelhelden sina bei Mascagni farb-
lose Schablonen, und der Rabbi David darf, wenn wir die
Intentionen der Schriftsteller verstehen, durchaus nicht als
sogen, komische Person agiren. Der Gomponist hat wahrlich
nicht das Mindeste c^than, um diese freilich schon in dem
Stoffe begründeten Mäneel des Librettos zu beseitigen. Fast
scheint es, als wenn die abgehetzte, von Nervosität und
Pessimismus erfüllte Gegenwart überhaupt nicht mehr den
graziös-sorglosen Ton zu treffen weiss, auf welchen derartige
„Lustspiele^ fi;estimmt seih müssen, dtenn selbst „DerWider-
spänstigen Zähmung** von Goetz — an sich vielleicht die beste
Oper nach Wagner, jedenfEills ein überaus feinsinniges, an-
muthiges Werk — besitzt nicht jenen naiven Zauber, mit
welchem Mozart und Rossini, ja selbst noch Nicolai und
Lortzing die Zuhörer bannen. In ^Freund Fritz** wirkt Alles
zu schwerfällig und prätentiös, schon die grosse Anzahl der
Molltonarten Tässt ungetrübte Heiterkeit nicht aufkonunen,
Dissonanzen und Chromatik drine;en fast ununterbrochen un-
barmherzig auf uns ein, und der bei Mascagni zu einer Manier
fewordene, bei massigem Gebrauch und an zutreffender Stelle
ie Lebendigkeit erhöhende Tempowechsel erzeuf't hier eine
musikalische Unruhe, welche dem Lustspiel-Genre fem bleiben
sollte. Und ist denn überhaupt ein „lyrisches Lustspiel** nicht
eine contradictio in adjecto? eine Zusammenkoppelune^ zweier
sich ausschliessenden Begriffe? Ein Lustspiel, welches lebendig
fortschreitende Handlung verlangt, trägt von Vornherein den
Todeskeim in sich, wenn lyrische Empfindunfi;en derart in
den Vordergrund gestellt werden, dass es speciell als „lyrisch**
qualificirt werden muss. Die Lyrik lie^t im Wesen der Ton-
kunst und wird sich mehr oder weniger m allen C^m geltend
machen; selbst die erhabensten dramatischen Schöpnmgen,
wie „Don Juan**, „Fidelio**, „Walküre**, „Tristan und Isolde**,
enthalten rein lyrische Momente, indessen dürfte es Niemandem
einfallen, diese Werke speciell als „lyrische** Dramen zu be-
. zeichnen. An und für sich hätten vielleicht auch der psycho-
logische Umwandelungsprocess, welchen Fritz durcmnacht,
und die sich knospenhafb entwickelnde, unbewusste zarte Liebe
der Suzel ein Hervortreten lyrischer Stimmungen begünstigt;
was uns aber der feurige Italiener bietet, ist weit entfernt,
den Ton zu treffen, welcher deutsches G^müth und deutsche
Innigkeit in sich schliesst. Mit wenigen Ausnahmen fehlen
der süsse Duft der Poesie, die besänftigende Ruhe idyllischen
Stüllebens, die Naivetät des Empfindens, wie sie einst noch
Weigl in der „Schweizerfamilie** für derartige Sujets zum
spontanen Ausoruck brachte. Ueberall treten uns ernste
Kefiezion und eine Steigerunfi^ der Leidenschafben entgegen,
welche mit dem kleinstödtiscnen und ländlichen Leben im
Widerspruch stehen. Nicht eine milden Duft entströmende
Frühlingsblüthe ist die Oper, sondern eine künstlich in Bronce
modellirte Blume, welche we^en ihrer Arbeit besondere Auf-
merksamkeit erregt, im Uebngen aber kalt lässt.
(Schluss folgt.)
Hannover, im Mai.
(Fortsetzung.)
Um so freudiger wurde das Erscheinen der Schaum burg-
Lippischen Hofcapelle be^üsst, welche unter Leitung des
Hofcapellmeisters Hm. Sahla in drei Goncerten neuere Werke,
und zwar die Dante-Symphonie von Liszt, Eine FauBt-Ouver-
ture und Kaiser-Marsch von R. Wagner, Ouvertüre .Antonius
und Cleopatra** von Rubinstein und „RÄverie*^ vonR. Metedorff
zur Ausführung brachte. Von älteren Werken standen im
Programm: die Symphonien No. 3 und 8 von Beethoven,
die Ouvertüren No. 8 zu „Leonore** von demselben Gompo-
nisten und zum „Freischütz** von Weber. Hr. Sahla ist ein
tüchtiger Dirigent, der die Partitiir im Kopfe hat, welcher
Umstand ihm gestattet, ohne Noten zu dirigiren. Seine Mu-
siker leisten seinen Winken und Intentionen willig Folge und
spieen recht jgut, weshalb auch die Darbietungen, die bis
aufs Kleinste durchdacht und probirt sind, wirksam zum Aus-
druck gelangen, trotzdem die Gapelle nur etwa 45 Mann
zählte. Den Vocalsatz in der Dante -Symphonie sang ein
combinirter Damenchor unter Hm. Metzdorn's Leitung. Im
ersten Goncert war Hr. Evers mitwirkend, welcher die Unca-
risolia Phantasie för PiaoDforte (mit Orchester) von Liszt Mar
imd temperamentvoll ausführte. . Hrn. Evers ist nur etwas
mehr Kraft für dieses Werk zu wünschen. Das zweite Gon-
cert erhielt besonderen Reiz durch die Mitwirkung der Frau
Schmidt-Koehne. welche schönen Erfolg mit einer Arie von
Mozart und nocn mehr mit ihren Liedergaben errang. Die
„Rdverie** von Metzdorff wurde hier zum ersten Male angeführt
und fand fi^te Reproduction. Sie ist ein wirksames C^ncert-
stück, brillant instrumentirt und steigerungsvoll; sie macht
den Eindruck eines Vorspiels zu einem Drama, weshalb der
Name „R^verie** zu einfBi^h dafür erscheint. Der anwesende
Gomponist wurde vom Publicum besonders geehrt. In dem-
selben Goncert sang der Tenorist Hr. Zameckow eine Arie von
Mozart und wusste ausserdem die Zuhörer weniger durch
voluminöse Stimme, als vielmehr durch seinen sinnigen Vor-
trag einiger Lieder von Brahms und Jensen zu entzücken.
Die besprochenen Goncerte des Hm. Sahla waren sehr stark,
und zwar von den besten Kreisen des hiesigen Publicums
besucht und fanden reichen Beifedl. Hoffentuch kehrt Hr.
Sahla mit seiner wackeren GapeUe auch in der nächsten Saison
zu neuen künstlerischen Thaten wieder.
Ein Goncert des k. Domchores femd unter Leitung des
k. MuHikdirectors Hm. August Bunte statt, in welchem u. A.
Ghöre von J. M. Bach und Palestrina, sowie „Qui tollis** aus
der Gdur-Messe für Bariton mit obligatem Violoncell, Ghor
und Orgel von Haydn zu Gehör gelangten. Dem Beispiele
des Domchores folgend, fand auch in der Apostelkirche (durch
den Marktkirchenchor, Dirigent Hr. Stöcker) und St Aegidien-
kirche (Dirigent Hr. G. Meyer) je ein Goncert statt. In der
Dreifaltigkeitskirche wurden Vorträge geistlicher Musik im
Ghorgeeang (Dirigent Hr. Dreyer), S^ogesang und Orgel
(Organist Kohlmann) geboten.
Hr. Organist L.W uth mann, über dessen erstes Goncert
ich bereits früher lobend berichtete, gab für einen müden
Zweck ein zweites Goncert, in welchem er von seinem treff-.
liehen Orgelfij)iel aufs Neue Zeugniss ablegte. Die dabei mit-
wirkenden Solisten (Hr. Kiunmermusiker Lorleberg aus-
genommen) konnten nicht befriedigen. Die Goncertsängerin
sang stets zu tief, und des Bassisten robuste Ton^bung be-
rührte imangenehm. Es ist sehr lobenswerth, dass die Kirchen-
musik in neuerer Zeit hier mehr gepflegt wird, nur darf sich
HJalmar von Dam eck.
IDels F3?ill-<^-Lia.rieti-
Georg Wille.
Capl Pplll.
(Nach Photographien von Qeorg Brokeach in Leipzig.)
Bernhard Unkenstein.
342
diese Pflege nicht auf kleinere Vorträge allein beschränken.
Ausserdem sollten fiir die Soli nicht vorherrschend Dilettanten,
sondern gute Künstler genommen werden, andemfieklls dürfte
der Geschmack für Kirchenmusik hier bald verloren gehen.
In der Marktkirche veranstaltete am 2. Ostertafi; der tüchtige
Orgelvirtuos Hr. Pfannstiehl-Leipzig mit dem Röthig^-
schen Soloquartett ein Concert, welches leider nicht so be-
sucht war, wie es die Leistungen der Ausführenden verdienten,
woran wonl besonders der für hiesige Verhältnisse nicht gut
passende Concerttag die Schuld trug. — Das geistliche Concert
in der Marktkirche, von Frl. Thoma Bors, unserer früheren
ersten dramatischen Sängerin, gegeben, erfreute sich dagegen
starken Besuches und hatte künstlerischen Erfolg, da die
Sängerin eine gute Programmwahl getroffen hatte und ihre
Gesänge ausgezeichnet disponirt vortrug. In diesem Ooncerte
waren ausser einem Damenchor noch Hr. Organist Klose und
Hr. Steinmann (k. Kammermusiker) als Violoncellist mit-
wirkend.
(Fortsetzung folgt.)
(Fortsetzung.)
Wien.
Wir kommen nun endlich dazu, über die musikalischen
Bühnen-Ereignisse der verflossenen Saison zu berichten. Die
Wiener Hofoper führte in der Zeit von Anfang October bis
Ende Mai fünf Novitäten vor, wenn man die zimx ersten Mal
gegebenen, von uns bereits besprochenen Jugendopem Mozart^s
„Bastien und Bastienne" und „Die Gärtnerin" („La finta
guurdiniera") hinzurechnet, erhöht sich deren Zahl auf sieben.
Die erste, am 4. October 1891 — wegen des Namensfestes des
Kaisers, unserem ofQciellen Novitätentage — gefi;ebene Neu-
heit, „Die Liebenden von Teruel", Text una Musik von
dem Spanier Thomas Breton, deutsche Bearbeitung von
Friedrich Adler, brachte es nur zu wenigen Wiederholungen,
was sich aus dem geringen Gehalte des Werkes hinlän^ich
erklärt. Im Grunde hat man es hier mit einer verwässerten
Meyerbeer'schen Spectakeloper zu thun, die nur stellenweise
aucn edleren Wagnerischen Einflüssen Baum gewährt, dabei
aber eine ausgeprägt tonsetzerische Physiognoniie , mit Aus-
nahme wenieer Steilen sogar die erwartete nationale Charak-
teristik gänsslich vermissen lässt. Letzterer Mangel fällt um
so mehr auf, als es sich in der Oper um die Vertonung eines
in Spanien, namentlich durch die dramatische Bearbeitung
von J. Hartzenbusch, äusserst populär gewordenen Stoffes
handelt, und die „Liebenden von Teruel" in ihrem Heimath-
lande beinahe ein ähnlicher poetischer Nimbus umgibt, wie
überall in der Welt die Liebenden von Verona — „Bomeo
und Julie^. Als Librettist zeigt sich Th. Breton nicht eben
ungeschickt, die Anordnung der einzelnen Scenen hat etwas
Spannendes, freilich fehlt gerade den Höhepuncten der Hand-
lung jede feinere Motivirung, und könnten die beiden letzten
Acte sehr wohl in einen einzigen zusammengezogen werden.
Durch die Musik zieht sich wie ein rother Faden eine an-
geblich spanische Volksweise, die aber gar nicht national
— wie z. B. die meisten Motive in Bizet's „Carmen" — ,
sondern eher wie ein Tiroler Ländler oder ein Walzer vom
alten Lanner klingt, was sich dann bei der hochdramatisch
gemeinten Behandlung dieses immer wiederkehrenden Leit-
motivs mitunter geradezu komisch macht. Als Gimzes wirkt
in der Oper am meisten das grosse Liebesduett des dritten
Actes, das freilich, wie es schon in der Situation Jenem aus
den „Hugenotten" auffedlend verwandt erscheint, sich von
diesen auch manchen musikalischen Accent erborgt. Wenn
wir das rasche Verschwinden der Oper vom Bepertoire be-
dauern, so geschieht es höchstens wegen der angezeichneten
Leistungen der beiden Hauptdarsteller (FrL Schläger und
Hr. Winkelmann), welche für ihre Person einen fast sen-
sationellen Erfolg errangen, der aber nicht hinreicht, das
Publicum auf die Dauer für das Werk zu interessiren.
Einen seltsam fi^mischten Eindruck empfing man von der
nächsten, am Neujanrstage 1892 gegebenen Novität „Bitter
Pasman", Oper in drei Acten von L. Doczi, Musik von
Johann Strauss. Der Walzerkönig, in seinen alten Tagen den
Spuren Richard Wagner's nachgehend, der flotte Rh3rthmiker
der „Fledermaus" TOmüht sich, das wunderbare orchestrale
Gewebe der „ Meistersinger ** nachzubilden! Nun, wenn man
auf einem anderen, der grossen Masse weit offenliegenden
Gebiete in glänzendstem Maasse die allgemeine Volksgunst
errungen, plötzlich auf Letztere verzichtet und, an das ürtheil
fortschrittlich gesinnter Kenner appeUirend, sich im Spätherbst
seines Lebens ohne äusseren Zwang von freien Stücken
ein so viel höheres künstlerisches Ziel steckt, so ehrt dies
gpewiss denjenigen, der es unternimmt. Eine andere Frage
ist, ob dann auch die Kräfte des betreffenden Tonsetzers rar
ein so hochachtenswerthes Beginnen ausreichen. Und da
müssen wir denn nun leider constatiren, dass Johann Strauss
in diesem Puncte seine Mittel ein wenig Überschätzt hat.
Man erkennt dies deutlich an dem mangelnden Fluss, dem
mühsamen, stückweisen Aneinandersetzen , nicht energischen
Fortschreiten der „Rittes Pasman" -Musik. Und besonders seine
künstlerische Nachfolge Wagner 's ist gleichsam in der Ab-
sicht stecken geblieben. Gerade die Hauptsache fehlt: die
herrlich polyphone und echt symphonische Führung des Or-
chesters auf Grundlage scharf ausgeprägter Leitmotive.
Strauss* Orchester im „Ritter Pasmarr, so häufig ihm den
Singstimmen gegenüber die führende Rolle zufallt, wechselt
zu oft mit den Motiven, mit der Taktbildung, es ist musika-
lische Mosaik zu nennen, freilich für dieses Stückwerk
manches bunte Steinchen nicht gewöhnlicher Gattung, ja
selbst feiner geschliffene, edle Kry stalle verwerthend. Der
Sinn vorstehenden Bildes wird dem Leser wohl klar sein. Das
eigentliche Unglück der Oper, welche L. Doczi's Lieblings-
stoff „vom Küssen^ in gar zu interesseloser und zum Theil
sogar unbeholfener Weise verarbeitet, obgleich es an poetischen
und humoristischen Zügen der Diction nicht fehlt, ist das Sujet.
Daneben laufen aber auch die är^ten Trivialitäten mit ein-
her. Ein junger ungarischer König küsst incognito die junge
Gattin eines rauhen Recken, Ritter Pasman — der der Vater
seiner Frau sein könnte — , und als nun der sich an seiner
Ehre schwer verletzt glaubende Magnat Sühne vor dem
Herrscherthrone des ilun selbst noch unbekannten Landes-
fursten begehrt, wird ihm diese dadurch zu Theil, dass er
nach einigen Hin- und Herreden die junge Königin selber
küssen darf. Für einen ganzen Opemabend wohl eine recht
dürftige Handlung, die überdies m der Fassung Doczi^s an
dem Capitalfehler leidet, gerade da, wo man es am wenigsten
erwartet, nämlich am Scnluss des zweiten Actes — wo der
König nach glücklich geraubtem Kuss mit seinen Jagdgenossen
das Weite sucht — , ins Weinerlich-Sentimentale zu verfallen.
Text, UAd ^Jfwk muthen den Hörern allen Ernste», zu, mit.,
dem betrogenen alten Ritter, der dabei kalilköpfig seinem
Schmerze Ausdruck gibt, tragisches Mitleid zu empfinden.
Welche Abgeschmacktheit!
Strauss" Musik offenbart, wie schon angedeutet, manchen
hübschen, melodischen und harmonischen Zug, wenn auch
der Born der Erfindung nicht mehr recht aus dem VoUen
quült; ein sehr feines Stück, mit den fast unaufhörlichen
schmachtenden Ritardandos freilich wohl gar zu ausgedüftelt,
ist die Walzer -Ariette. der Eva (d. h. der wider Willen ge-
küssten Rittersfrau) zu nennen. Einen getreu Wagner^s
„Meistersingern'' nachgebildeten, kräftigen Orgelpunct bringt
das festliche Vorspiel des letzten Actes. Erst nach diesem,
so ganz und gar nicht Straussisch klingenden Orchesterstück
kommt der vom Publicum ersehnte Tanzcomponist zum Vor-
schein, und zwar in einer frischen, temperamentvollen Ballet-
musik, aus welcher besonders die böhmisch-nationale Polka
(zum Empfang der aus Böhmen stammenden jungen Königin
gespielt) und der melodiöse zweite Theil des Walzers wirken.
Wenn aber hier und da behauptet wurde, diese Balletmusik
stehe an elektrisirendem Schwung einzig dar, so ist dies arge
Uebertreibung. Sie ist vor Allem nicht schlagend neu, man
flaubt, Aehnliches schon oft gehört zu haben. Freilich konnte
ergleichen nur Strauss schreiben, aber es hat ihm diesmal
doch mehr die in vieljähriger Praxis erworbene meisterliche
Routine, als wirkliche Lispiration die Notenfeder gefuhrt.
„Ritter Pasman*' — in den Hauptrollen von den HH.
SchrÖdter, Reichenberg und Fn. Renard ganz be-
friedigend gegeben — erlebte bisher in Wien neun Auf-
führungen, und zwar in ziemlich rascher Folge, bis die neuen
Opern von Massenet („Werther") und Mascagni („Freund
Fritz") dem Werke bedeutend Concurrenz machten, sodass
es nun, wenigstens vorübergehend, vom Repertoire abgesetzt
wurde. Zu einem Zug- und Cassastück scheint uns Strauss^
Oper absolut nicht geeignet, wohl aber dürfte ihr der svm-
pathische Name ihres musikalischen Autors mit Leichtigkeit
jede grössere deutsche Bühne eröffnen und wenigstens bei
den ersten Aufftdinm^n eine freundliche Aufnahme sichern,
-wie sie ja ganz kürzhch erst eine solche in Berlin gefunden
haben soll.
(Schluss folgt.)
343
Berichte.
Leipzig. Am Abend des 28. gab der Amsterdamer
a capella-Chor in der hiesigen Tnomaskirche ein Goncert,
das leider nur schwach besucnt war. Am Vorabend des Jo-
hannistags weilt halb Leipzig auf den Friedhöfen und schmückt
die Gräber; auch war es den musikalischen Kreisen der Stadt
nicht bekannt oder nicht klar genu^ geworden, welche Be-
deutung dieses Concert hatte. Diejenigen, welche ihm bei-
wohnten, haben einen wicklichen tiefen Eindruck davon ge-
tragen und stimmen darin überein, dass dieser Aufführung
gegenüber die sonst etwas abgenutzte Bezeichnimg eines
„musikalischen Ereignisses** am Platze war.
Das Programm enthielt Chöre und mehrstimmige S&tze
von Dufay. Ockeghem, Obrecht, Clemens non Papa, Chr. Hol-
lander, Ort. Lassus und Sweelinck j es zeigte also die Tonkunst
der Niederländer im 15. und 16. Jahrhundert.*) Diese Periode
ist unserer Zeit nicht blos sehr fremd ; sie begegnet auch von
Vornherein einer geringschätzigen Meinung. Seit ForkeLwird
sie in den Handbüchern der Musikgeschiente als Vorstufe der
wahren Kunst, als abschreckendes Beispiel einer in blossen
Künsteleien stecken gebliebenen Richtung behandelt. Auch die
begeisterten Darstellungen, in denen Kiesewetter und seinNefiTe
Ambros für die niederländische Musik eingetreten sind^ haben
diese Vorurtheile nicht zu brechen vermocht. Carl Biedel ist
wobl der Einzige gewesen , der sich bis zu Josquin de Pros
vorgewagt hat. Die älteren Meister blieben ruhig in den
Archiven, und die spärlichen Neudrucke und Partiturausgaben
ihi^r Werke bildeten nur ein anderes Grewand zum weiteren
Schlafen und Schlummern. Da hat nun der Amsterdamer
a capella-Chor eine wahre Zauberthat gethan, die Niederlän-
der des 16. Jahrhunderts in ihrem wahren Licht gezeigt und
damit den Schleier von einer Kunstwelt weggezogen, deren
Schönheit unvergleichlich ist. So merkwürdig es klingt, aber
alle Hörer dieses Concerts werden die Thatsache bestätigen,
dass gerade die ältesten Compositionen des Programms:
Duüay's „Kyrie" (aus der Messe „L'homme armö"), Ockeghem's
„Chnste" und Obrecht^s „Agnus Dei" (bei ihm fehlt noch wie in
allen älteren Vocalmessen das „Dona nobis pacem") die tiefste
Wirkung übten, eine Wirkung, ee^n die von den späteren Ton-
seteem, die das Programm berücksichtigt, eigentlich nur Swee-
linck Stand hielt. Dawar keine Spur von Archaismus und Üeber-
gangskunst. Nichts von den leeren Harmonien und anderen
Elementen einer noch unentwickelten Technik zu bemerken,
die auch von den Kennern jener Periode gefürchtet werden.
Die Macht, Freiheit und Schönheit dieser Melodik fesselt« Ohr
und Herz mit unwiderstehlicher Gewalt, und der Fülle des
Lebens, die aus der Phantasie und dem Klang dieser Com-
positionen ausströmte, stand man geblendet, entzückt und er-
frifPen gegenüber. Diese Gesänge und diese Meister bedeuten
ie höchste Blüthezeit der mehrstimmigen Vocal-
composition. Was natürliche und wirksame Ausnutzung
der Menschenstimme anbetrifft, so ist diese Zeit niemals Über-
troffen, kaum von Einzelnen wieder erreicht worden. Die
Kunst der Palestrina und Bach gelangte auf einem völlig
anderen Boden zur Vollendung; nach Anschauungen und
Mitteln waren die Niederländer als Gesangscomponisten in
einer freien und günstigeren Lage. Wenn der Chor auf Ob-
recht's „Agnus Dei" oder Ockeghem's „Christe** ein Durch-
schnittsstück ans der &;eistlichen a capella-Musik imseres Jahr-
hunderts hätte folgen lassen, — wie würde diese vertrocknete
Declamationsarbeit dagestanden haben! Wenn schon Orlandus
Lassus mit der Motette „Manus tuae Domine" und Clemens
non Papa mit dem „0 crux benedicta" gegen die Meister des
16. Jahrhunderts beträchtlich abstanden, so lag das vieUeicht
in der Absicht des Programms. Denn will man den Orlandus
in seiner vollen Grösse zeigen, so bieten sich von selbst die
Busspsalmen und die Magnificats, während Clemens non Papa
in seinen, allerdings nur in Sammelbüchem des 16. Jahrhim-
derts zerstreuten und wie es scheint den Forschem und Her-
ausgebern unbekannt gebliebenen Messen am bedeutendsten ist.
Von den niederländischen Meistern des 16. Jahrhunderts war
es nur J. P. Sweelinck, dem das Programm des Concerts ganz
gerecht wurde. Er befindet sich mit Dufay und seinen Zeitge-
nossen in der gleichen Lage, dass er der Pionierarbeit bedarf.
*) Die dem Programm beigedruckten Erläuterungen stellen
Dufay ins 14. Jahrnnndert, der älteren Annahme entspre-
chend. Haberl hat jedoch (Bausteine für MusikgeBchichte I,
1886) festgestellt, dass dieser Meister am 27. November 1474
gestorben ist.
Man hat ihn, bei uns wenigstens, bisher nur als Orgelcompo-
nist gekannt und ^^eschätzt. Keiner unserer deutscpen Neu-
drucke berücksichtigt seine Chorwerke. Diesem Mangel, und
zwar gleich im grossen Stile abgeholfen zu haben ist das Ver-
dienst der „Vereeniging voor Noord-Nederlands Muziekgeschie-
denis" . Aus ihren stattlichen Ausgaben brachte das Programm
nicht weniger als vier Psalmen und die fünfstimmige Weih-
nachtsmotette „Hodie Christus natus est" zum Vortrat. Sie
entfalten eine hervorragende Meisterschaft im Sinne der so-
genannten späteren niederländischen Schule, zeigen die Hin-
neigung zu compacteren, «jnassigeren und derberen Wir-
kungen, das Vordringen des accordischen Elements und
instrumentale Einflüsse. In der Reinheit der Kunst nach
Gehalt und Form bedeuten sie einen Rückschritt, heimeln
aber ausserordentlich durch einen naiv volksthümlich realisti-
schen Zug an, der sich von ihnen ab in der geistlichen Com-
position bis in die Werke Handelns und Bach's erhalten hat.
Am drastischsten veranschaulicht ihn die Weihnachtsmotette
Sweelinck*s durch die urkräftigen ausgelassenen Zwischenrufe
des „Noe, Noe".
Der Haupttheil von dem Dank, zu welchem das Vorgehen
des Amsterdamer a capella-Chors verpflichtet, ist an den Diri-
genten dieses Chors zu entrichten: Hm. Daniel de Lange, der
als Symphoniecomponist über Hollands Grenzen hinaus bekannt
ist. Er nat diesen Chor geschaffen und geschult, sein ist die
Idee, die alten Meister seiner Heimath zu Ehren zu brinc^en.
Und wenn ihm dies hier gelungen ist und ohne Zweifel auch in
Wien, wo der Chor in der Ausstellung singt, und überall, wo
er sich sonst noch zeigt, gelingen wird, so werden das niu-
Diejenigen vollständig zu würdigen vermögen, die mit den
Schwierigkeiten jener Werke bekannt sind. Hier kommt Alles
auf den Dirigenten an, zunächst darauf, dass er aus den todten
Zeichen etwas Lebendiges heraus zu lesen versteht. Moderne
Bildung, moderne Traditionen und Ansichten lassen da vollstän-
dig im Stich. Wer nicht selbständig, frei und muth^ genug ist,
zu errathen, zu ergänzen und nach dem Geist« die Form eigen-
mächtig zu bestimmen, der wird an solchen Aufgaben scheitern.
Allerdings gehört dazu in erster Linie auch ein reiches Wissen.
Eine moderne Symphonie, sei sie noch so vollgepackt, zu diri-
E'ren, ist dagegen eine Kleinigkeit. Wir können zum höchsten
obe des Hm. de Lange nur feststellen, dass die unbefangenen
Zuhörer von dieser Sachla^ Nichts gemerkt haben, es mag
ihnen kaum zum Bewusstsem gekommen sein, was diese Com-
positionen technisch Ungewöhnliches verlangen. Das war na-
türlich mit ein Verdienst des Chors. Nach den heutigen Be-
griffen war das allerdings ^r kein Chor. Wir sind an Massen
von Sängern gewöhnt, die sich nach Hunderten zählen lassen.
Der Amsterdamer Chor besteht nur aus 18 Stimmen. Aber Jede
dieser Stimmen gehört einem durchgebildeten G^esangskünstler,
es dind lauter Solisten, die zum Theil, wie der Tenorist Ro g-
mans, in ihrer Heimath hervorragendes Ansehen geniessen.
Messchaert, der auch in unseren deutschen (>)ncertsälen
heimisch ist, steht an der Spitze der Bässe. Augenblicklich
ist dieser Amsterdamer a capella-Chor allerdings ein ünicum,
keine zweite Grossstadt besitzt ein solches Institut, selbst St.
Petersburg nicht. So waren aber die Chöre des 16. und 17. Jahr-
hunderts, ftlr welche die Palestrina, Lassus, GhLbrieli und die
anderen Meister des 16. und 17. Jahrhunderts ihre a capella-
Compositionen schrieben. Componisten, wie Dufay^ Ockeghem
u. A. waren Sänger in solchen Chören. Der Stil dieser Werke
steht im engsten Zusammenhang mit den Mitteln, durch die
sie ausgeftlhrt wurden. Für Bach^sche Motetten, Betthoven*sche
Messen, für die Mehrzahl der neueren Chorwerke möchten wir
unsere starken Dilettanten vereine nicht missen; sie sind ausser-
dem für die musikalische Volkserziehung unersetzlich. Aber
wollen wir die alte a capella-Mnsik nicht blos gelegentlich
kosten, sondern wirklich wieder aufleben und oen musika-
lischen G^ist unserer Zeit befruchten lassen, so müssen wir
auch wieder solche Chöre, wie der Amsterdamer a capella-Chor
ist, an den Hauptplätzen errichten. Möglich sollte das wohl
sein. H. K.
Hamburg, 1. Juni. TJm in unserer Berichterstattung
über die hiesigen Concert- und Theater-Vorkommnisse keine
Lücke zu lassen, haben wir noch einer Reihe anerkennens-
werther Aufführungen, die in die Monate April und Mai fielen,
zu gedenken. An Bedeutung imd Interesse voran stand das
Symphonieconcert, das Hr. Dr. v. Bülow zur Feier des 77.
Geburtstages des Fürsten Bismarck veranstaltet hatte und das
voll der erhebendsten, nnvergesslichen Momente war. Es
wurden nur Werke von Beethoven gespielt, und zwar in voll-
344
st er Hingabe an den Inhalt derselben: die Symphonie in Cdur,
Adagio and AUegretto aus der Balletmusik „IKe Geschöpfe
des Prometheus", die „Egmont" -Ouvertüre und die „Eroica**.
Wie diese Tonschöpfungen mit wahrer, edler Begeisterung
zur Wiedergabe gelangten, wie sie bezüglich ihrer Ausführung
in Jedem Takte die l^rkmale des Verständnisses und der Yer-
tiernng des Meisterdirigenten in den Geist der Compositionen
aufwiesen, so waren auch die Zuhörer wie in einem Zauber-
bann gefangen, und als der letzte Ton der „Eroica** erklang,
da fühlte sich Jeder bis ins Innerste ergriffen und bewegt.
Das Publicum liess seinem Enthusiasmus für den Vermittler
der hohen Kunstfrenden freien Lauf und war auch völlig mit
ihm einverstanden in Betreff der dem Riesen von Friedrichsruh
dar^brachten Huldigungen. — Von den anderweitigen April-
Ereignissen sind die Charwochen-Aufführungen der Philnar-
monucer unter v. Bernuth imd im Stadttheater unter Gapell-
meister Mahler zu nennen. Bei den Philharmonikern
handelte es sich um die regelmässig jedes Jahr wiederkehrende
Matthäus-Passion, deren Darstellung im chorischen und instru-
mentalen Theile, sowie in den Soli recht wohl gelang. Gewiss
ist die häufige Beschäftigung mit Bach's gewaltiger Ton-
schöpfung für Jedermann eine erspriessliche, und der Nutzen
derselben machte sich in den Ghor- und Orchesterleistungen
dieses Mal ganz gut bemerkbar, aber diese ausschliessliche
Befürwortung eines Werkes sollte doch nicht zur Tendenz
gemacht werden, zumal nicht seitens der hiesigen Philharmo-
nischen Gesellschaft, die in ihren Chorconcerten von dem un-
bekannteren so gut wie keine Notiz nimmt. Wohin soll dieses
Prunken mit einem oder einigen Werken und das Negiren aller
übrigen Hervorbringnngen f ünren ! — Grosses Interesse forderte
das geistliche Concert im Stadttheater, das ausser
Mozart's Bequiem das „Te Deum" von Anton Brückner auf
dem Programm hatte. Die Wahl des letzteren Stückes für
den Chameitag war freilich eine wenig passende und der
Stimmung des Moments angemessene, aber man hörte doch
einmal etwas Neues, und dieser umstand machte die anderen
Bedenken vergessen. Das „Te Deum'' hat durch die Kraft
und Energie des musikalischen Ausdrucks, welcher dem der die
Seele bewegenden, machtvollen Textworte gleich kommt, tief
und eindringlich gewirkt. Von dem wie mit ehernem Schritte
eintretenden terzenlosen Hauptmotiv bis zu dem riesenhaft
grossen, an den felsenfesten Eingang anknüpfenden Schluss
geht ein überwältigender Zug, dessen Grösse und Gewalt sich
Niemand entziehen kann. Unter der Leitung des Hrn. Mahler
gerieth das „Te Deum" vortrefflich. Der Chor, in allen
Stimmen durch die Solisten des Instituts verstärkt, warf
grossen Ton aus, sang rhythmisch präcis und sicher, und das
Orchester that mit iJlem Eifer seine Pflicht. — Dem April
fehören femer das letzte Philharmonische Volksconcert an,
essen Solist Hr. Rosenthal war, und die Soir^ des tüch-
tigen Quartettvereins der HH. Kruse, Markees, Müller
und Dechert aus Berlin, der sich so ehrenvoll mit Beetho-
ven's EmoU aus Op. 59, Haydn's Cdur, Op. 38, und Brahms'
köstlichem Op. 115 (Olarinette: Hr. Max Dechert von der
Laube*schen Capelle) bei uns einführte, dass wir sein Wieder-
kommen im Laufe des nächsten Winters wünschen möchten.
(Schluss folgt.)
Sondershausen. Den Eingang des 2. Lohconcertes
bildete Beethoven*s gewaltige „Eroica**, v. Bülow's Bismarck-
Svmphonie. Sie erfuhr unter Hm. Schröder's befeuernder
Meisterdirectlön eine ganz herrliche Wiedergabe, fein und
feistvoU, voll trefflicher Nuancirungen , rhythmischer und
ynamischer Schattirungen. Nicht minder congenial in der
Auffassung war die Beproduction des Wagnerischen „Sieg-
fried-Idylls" mit seinen üoerirdischen Tönen, seiner ätherischen
Melodik und Harmonik. Das hochpoetische Tonstück erlebte
eine prächtige Wiedergabe. Das dritte Stück des orchestralen
Bestandtheiles des Programms war Tschaitkowsky's Ouver-
türe zu .„Bomeo und Julie**. Das Werk war uns neu, hat
übrigens mit Bücksicht auf seine kunstvolle Arbeit, auf
Sch£*fe und Bestimmtheit der Rhythmik lebhaft interessirt.
Die Tragik des Stoffes ist kühn und pathetisch gezeichnet.
Der Componist vTandelt auf Liszt'schen Bahnen: ein Haunt-
motiv des Au^hrungstfaeiles hat frappante Geistesverwanat-
schaft mit dem Hauptmotiv in Liszt^ „Hamlet**. Solist des
Tages war Hofmusiker Alfred Martin mit Volkmann's Vio-
loncellconcert in AmoU. Unverkennbar hat der junge Künst-
ler tüchtige Studien gemacht; denn technisch war er der
schwierigen Aufgabe gewachsen, und wenn er noch recht ein-
gehenden Fleiss und energisches Studium auf edle und schöne
Tongebung verwendet, wird es ihm sicher gelingen, höhere,
ja sähst die höchsten Stufen der Kunstleiter zu erklimmen.
— Ein interessantes, prächtiges Programm hatte das 3. Loh-
concert: 1) Ouvertüre zu „Christof orus" von J. Bheinberger,
welche als künstlerisches, höchst wirksames Werk des Ge-
rühmten Meisters des Contrapuncts zu bezeichnen ist. 2) Sym-
phonische Variationen von Nicod6. Wir freuten uns, dieser
redenden, eigenartigen, von gesundem Geist durchwehten
Dichtung des genialen Tonsetzers, die beim hiesigen Musik-
feste 1886 zum ersten Male und im Laufe der Jahre zur
grossen Freude des Publicums noch meürfeush gespendet wurde,
wiederum zu begegnen. 8) „Todtentanz** von fiiemenschneider.
Eine sinnige, hochpoetische Illustration der Goethe*schen
Ballade, fein ausgearoeitet, hohen Greistesflug ihres Schöpfers
bekundend, ungleich höher zu stellen , als aie Saint-Saöns*-
sehe, dieselbe Ballade interpretirende, gar zu derb realistische
symphonische Dichtung „Dansemacabre**. Unsere competenten
Kritiker waren einig in der Bewunderung der charakteristi-
schen Schönheiten dieses Werkes, einig in dem Wunsche,
noch andere Schöpfunjsen dieses Tondichters kennen zu lernen,
von welchen Hr. Pro^ Schröder noch die „Julinacht** (die auch
Erdmannsdörfer vor einer längeren Reihe von Jahren gebracht
hat) in Aussicht genommen hat. 4) Symphonie in Es dur (die
sogenannte rheinische) von Schumann. Bekanntlich eine gross-
artige Tondichtung, eine der schönsten, poesievollsten Inspi-
rationen des herrlicnen Meisters. Sämmtliche Programmtheile
erfreuten sich einer concreten, schwungvollen Wiedergabe
und lebhaften Beifalls, die Symphonie in allen fiUif Sätzen.
Besonders sympathisch wurde Biemenschneider^s geniales
Werk aufgenonunen. F. F.
Conoertumsohau.
AugsbUPg. 2. Schwab. Musikfest unt. der Hauptleit. des
Hm. Dr. Schletterer: 1. Tag (5. Juni). „Die Jahreszeiten** v.
Haydn (Solisten: Frl. Schauseil a. Düsseldorf und HH. Dr.
Walter a. Wien u. Moor a. Berlin). 2. Tag (6. Juni). 8. Sym-
Shonie v. Beethoven u. Kaiser-Marsch v. Wagner (unt. Leit.
es Hm. Dr. H. v. Bülow), Marsch u. Chor a. den „Ruinen
von Athen** v. Beethoven, Conc. f. Streichinstrumente von
S. Bach, „Hallelujah" v. Händel, Concertante f. zwei Violinen
V. Spohr rHH- Prof. Walter u. Sohn a. München), Rec. u. Arie
„Ombra felice** v. Mozart (Frl. Blank a. München), Concert-
stück f. Clav. V. Weber (Hr. Sauer a. Dresden). 3. Tag (7. Juni).
Streichquart. Op. 67 v. Brahms (HH. Prof. Walter, Zieeler,
VoUnhaJs u. Bennat a. München), „Spanisches Liederspier* v.
Schumann (Frls. Dussel a. Cöln und Blank und HH. Dr.
Walter und Moor), Solovorträge der Frjs. Dussel („Domrös-
chen** V. WüUuer, „Suleika** v. Mendelssohn u. „Er ist ge-
kommen** V. Franz) u. Blank („In der Mainacht**. „Sappni-
sche Ode** u. Volkslied v. Brahms; u. der HH. Dr. Walter
(Lieder v. Schubert), Moor ( „An Süssliebchen** v. B r a h ms, „Jung
Werner's Lieder v. H. Biedel u. „An die Leyer** v. Schubert)
u. Prof. Walter (Romanze v. H. Ries u. „Ronde des lutins**
y. Bazzini).
C6in. 69. Niederrhein. Musikfest unt. Leit. des Hm. Prof.
Dr. WüUner und solist. Mitwirk, der Frls. Leisinger a. Berlin,
Malten a. Dresden n. Huhn v. hier u. der HH. Birrenkoven
V. hier u. Perron a. Dresden (Ges.), sowie des Hm. Sarasate
(Viel.): 1. Tag (5. Juni). Symphonien v. Schumann (No. 4)u.
Beethoven (No. 9), „Euryanthe**-Ouvert. v. Weber, Psalm 114
V. Mendelssohn, Triumphlied f. Baritonsolo, Chor u. Orch. v.
Brahms, Schlussscene a. der „Götterdämmerung** v. Wag-
ner. 2. Tag (6. Juni). Symph. „Romeo und Julie** v. Ber-
lioz, „Anakreon**-Ouvert. v. Cherubini, Requiem v. Verdi.
3. Tag (7. Juni). Symph. Dicht. „Tod und Verklärung** von
R. Strauss, Ouvertüren v. F. Hiller rConc.-) u. Beethoven
(No. 8 zu „Leonore**), „Schön Ellen** f. Soli, Chor u. Orch. v.
Bruch, Psalm 18 f. Tenorsolo, Chor u. Orch. v. Liszt, Soli
f. Gesang v. Rubinstein („Hagar in der Wüste**), Franz,
Cornelius u. Schubert u. f. VioL v. E. Lalo (Conc. espagn.)
u. Raff („Liebesfee**).
Leipzig. Aufführ. V. altniederländ. geistl. Musik durch
den Amsterdamer a cap.-Chor unt. Leit. des Hm. D. de Lange
am 28. Juni in der Thomaskirche: Werke v. J. P. Sweelinck,
W. Dufay, J. Ockeghem, Lassus« J. Clemens non Papa, Ob-
recht u. Hollander. — 6. Conc. des Liszt- Ver. unt. Leit. des
Hm. Klughardt a. Dessau: CmoU-Symph. v. A. Klughardt,
„Les Prölndes** v. Liszt, „Orpheus' K^lage und Liebessang
in der Unterwelt**, 8. Theil der Symph. „Orpheus** v. C. An-
346
■orffe (unt. Leit des Comp.), Solovorträge des Frl. Schämack
a. Coburg (G^., „Frühling im Herzen^, „Im Bosengarten** u.
„Mit Regen und SturmesKeDrause^ y. A. Fnchs, „GateNacht^
V. H. Petri, „Mainacht^ v. A. Klughardt u. „Frühling" v.
Ad. Lorenz) n. des flm. Stavenhagen a. Weimar („Todten-
tanz" u. Adur-Conc. y. Llszt).
Utrecht. Musikfest der Nederlandsche Toonkunstenaars-
Yereen.: 24. Mai Gonc. in der Domkirche. Adagio u. AlLmod.
a. der Orgelson. zu vier Händen Op. 30 v. G. Merkel (HH.
Wagenaar u. W. Petri), Solovorträge der HH. W. Petri (Präl.
a. C^. 10 y. Bheinberger), Wajronaar (And. a. Op. 95 von
J. A. van Eijken, Pastorale y. £. Hol u. Tocc. u. Fuge in
D moll v. S. Bach) u. H. Petri a. Dresden (YioL, Chaconne v.
S. Bach, Arioso v. Bietz u. Adagio v. A. Becker). 26. Mai
Auffiihr. v. W. F. G. Nicolais dramat. Oantate „Jahveh's
Wraak" unt. Leit. des Comp. u. solist. Mitwirkung der Frau
Hollm a. Weimar, sowie des Frl. Hecker a. dem Haag, der
HH. Bogmans a. Amsterdam u. Spoel u. eines ungen. Bassisten
a. dem Haag. Matin^ am 26. Mai. Ouvert. zu Shakespeare^s
^önig Johann" v. J. Wagenaar (unter Leit. des Comp.),
fijrmne f. Soli, gem. Chor u. Orch. v. J. N. W. C. A. (warum
nicht gleich ein ganzes halbdutzend Vornamen!) Buijgrok
(unt. Leit. des Comp.), Schlusschor a. „ Jahveh^s Wraak'' von
W. F. G. Nicolai (unter Leit. des Comp.), Solovorträge der
Frauen Yeerman-Bekker (Clav., Concertstiick Op. 22 v. Schu-
mann etc.) u. Hollm („Vrijheid" v. B. Hol u. „Mailust" v.
S. de Lange), des Frl. Hecker („Hooger Lente" v. B. Hol u.
Slaepliedeken v. A. Sjpoel) und der HH. Bogmans („In *t
Woud" V. H. Nolthenius u. „Diesirae" v. J.H.Verhulst),
Spoel („Willst du tFauri^ sein und klagen" v. A.J.Acker-
mann u. „Moeder en kmd" v. M. A. iBrandts Buijs) und
H. Petri (Gdur-Conc. v. Joachim u. Bomanze u. Caprice v.
Bubinstein).
fl^^ Veraltete Programme, sowie Programtnt ohne Angabe von Ort und
Datum fnüssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Berlin. Nachdem Frau Sembrich ihr lorbeerge-
echmüoktes Gastspiel in der KroU-Oper beendet hat, ist als
Tenormagaet Hr. Botel in dieselbe eingezogen. Das Belle-
Alliance-Theater wird seine neue Saison als „Neue deutsche
Oper" beginnen. Als Capellmeister werden die HH. Bai da
und Junkermann amtiren. — Chemnitz. Der Leipziger
Männergesangyerein „Concordia" unter Geidel's Leitung
hat in emem hier veranstalteten Concert ungemein mit seinen
wahrhaft exquigiten Leistungen gefallen. — - Frankfurt a. M«
Frau Angelika Luger hat als Mignon Abschied von der hie-
sigen Oper, der sie längere Zeit mit Auszeichnung als Mit-
füed angehörte, genommen und sich als Gräfin Toto ins
Privatleben zurückgezogen. Die Abschiedsvorstellung war
von retchen Ehren für die Künstlerin begleitet. — Prag. In
einer Matinöe für den patriotischen „Verein vom rothen Ereuz^
war Anton Bubinstein der gefeierte Held sowohl als Com-
ponist, wie als Pianist. — Seheyenlngen. Das Philharmo-
nische Orchester aus Berlin mit Hrn. Herfurthan der Spitze
hat seine sommerliche Concertthätigkeit hierselbst unter be-
fnsterter Aufnahme begonnen.— Wiesbaden. Im hiesigen k.
heatererö&ete Hr. v. Be i ch enb e rgaus Wien ein Gkstspiel als
Mephisto in GiDunod^s „Margarethe . Sein Spiel findet mehr
Anerkennung, als sein Gesang.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 26. Juni. „Sterben, ists denn
Sterben noch*|, Johannisfestlied v. 0. Wermann. Psalm 96
,,Singet dem Herrn ein neues Lied" v. W. Bargiel. 26. Juni.
«Sanctus" a. der Missa solemnis v. E. F. Bichter.
OpernauffDhrungen.
Mai.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: li. Der Waffen-
schmied:
Carlsruhe. GrossherzogL Hoftheater: 1. u. 8. Der Cid
(P. Cornelius). 3. u. 31. Der Waffenschmied. 5. Das goldene
Kreuz. 18. Das Glöckchen des Eremiten. 15. Cavalleria rusti-
cana. 17. Fidelio. 22. Götterdämmerung. 26. Der Prophet.
Juni.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 1. Das Glöck-
chen des Eremiten.
Garlsruhe. Grossherzogl. Hoftheater: 5. Der Trompeter
von S&kkingen. 7. Die Legende von der heiligen Elisaoeth.
9. Die Meistersinger von Nürnberg. 12. Cavalleria rnsticana.
16. Bomeo und Julie (Gi>unod).
Aufgeführte Novitäten.
Becker (A.), Geistl. Dialog f. Chor, Altsolo u. Orgel. (Eis-
leben, Conc. des Hrn. Bichter am 12. April. Esslingen,
Passionsconcert des Oratorienver. am 12. April. Görlitz,
Musikauff&hr. des Chorgesangver. am 19. April.)
Berlioz (H.), „^^^i^ld^'Symph. (Amsterdam, Abonn.-Conc.
im Keuen Concerthaus am 28. April. Nürnberg, 3. Conc.
des Philharm. Ver.)
Bödecker (L.), Variat. f. Ciavier u. Yioloncell. (Hamburg,
22. PrivataufEhhr. des Geeangver. v. 1880.)
Brahms (J.), Cdur-Claviertrio. (Osnabrück, 4. Kammermusik-
abend der HH. Oeser u. Gen.)
Clav.-Violinson. Op. 100. (Breslau, 8. Musikabend des
Tonkünstlerver.)
SchicksiJslied f. Chor und Orch. (Minden, 3. Abonn.-
Conc. des Musikver.)
Bruch (M.), „Odysseus*' f. Soli, Chor u. Orchester. (Coblenz,
6. Abonn.-Conc. des Musikinstituts.)
Brückner (A.), „TeDeum'' f. Soli, Chor u. Orch. (Hamburg,
Conc. im Stadttheater am 16. April.)
Goldpiark (C), .Sakuntala^-Ouvert. (Boston, 22. Gonc. des
Boston Svmph. Orch.)
Henschel (G.), Suite a. der Musik zu Shakespeare's „Ham-
let''. (Do., 28. Conc. des Boston Symph. Orch.)
Hofmann (H.), Ungar. Suite f. Orch. (Düren, Conc. des In-
strumentalver. am 3. April.)
„Johanna von Orleans" fbr Männerchor, Soli u. Orch.
(Gotha, 8. Yereinsconc. der Liedertafel.)
Humperdinck (E.), „Das Glück von Edenhall** f. Chor u.
Orch. (Dortmund, 4. Conc. des Musikver.)
Kretschmer(F.), Orchestersuite inDdur. (Neustrelitz, Conc.
im Hofbheater am 8. April.)
Liszt (F.), „Lee Pröludes**. (Minden, 3. Abonn.-Concert des
Musikver.)
Esdur-Clavierconc. (Hamburg, 6. Volksconc. der Phil-
härm Gesellschaft )
„Tristia" f. Clav., Viol. u. Violonc. (Nürnberg, Kammer-
musikabend der HH. Göllerich u. Gen.)
Mac- Do well (E. A.), Orchestersuite Op. 42. (Chicago, 3. Pop.
Conc. des Chicago Orch.)
Moszkowski (M.), Vorspiel zur Oper „Boabdil". Amster-
dam, Abonn.-Conc. im Neuen Concerthaus am 28. April.)
Nicodö (J. L.), Gdur-Clav.-Violoncellson. (Nürnberg, Kam-
mermusikabend der HH. GöUerich u. Gen.)
Paine (J. KA 2. Symphonie. (Boston, 22. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Bubinstein (A.), Ddur-Clav.-Yioloncellsonate. (Hamburg,
22. Priyataufführ. des Gesangver. v. 1880.)
Bühne r (C), Symphon. Dicht. „Friede, Kampf und Sieg".
(Baden-Baden, Symph.-Conc. des städt. Curorchest. am
22. April.)
Saint-Saöns (C), „Danse macabre". (Gk>tha, 8. Vereinsconc.
der Liedertafel.)
Sander (F.), Tongemälde „Heroide" f. Orchester. (München,
3. Abonn.-Conc. der Musikal. Akad.)
Schneider (Th.), D moil-Symph. (Chemnitz, Symph.-Conc.
des Hm. Asoahr am 2. April.)
Scholz (B.), FmoU-Cla Vierquartett. (Frankfurt a. M., letztes
Conc. des Frankfurter Trios.)
Strauss (B.), „Wanderers Sturmlied" f. Chor u. Orch. (Dort-
mund, 4. Conc. des Musikver.)
T Ott mann (A.), „Edelweiss" f. Soli, Frauenchor und Orch.
(Weimar, 4. Abonn.-Conc. des Chorgesangver.)
Tsohaikovesky (P.), Suite „Mozartiana" f. Orch. (Chicago,
8, Pop. Conc. des Chicago Orch.)
Vierlin^ (G.), „Alarich" f. Soli, Chor u. Orchester, (Gotha,
10. &nc. des Musikver.)
Volkmann (B.), 2. Serenade f. Streichorch. (Baden-Baden,
Kammermusiksoiröe am 8. April. Hamburg, 6. Volksconc.
der Philharm. Gesellschaft.)
BmoU-Claviertrio. ^Osnabrück, 4. Kammermusikabeiid
der HH. Oeser u. Gton.)
346
Wagner (R.), Eine Paust-Ouvert. (Hannover, 8. Oonc. der
jBofcap. a. Bückebure.)
Woyrsch (F. v.), Symph. Prolog zu Dante's „Divina Oom-
media*^. (Altona, 3. Synpb.-Conc. des Bürgenrer.)
Musikalien- und BOohermarkt.
Eingetroffen:
Bartmuss, Eich., Oratorium -Der Tag der Pfingsten**,
Op. 14. (Dessau, Rieh. Kable's Verl^ [Herrn. Oeeter-
witz].)
Bischptf-Ghilionna, Amoll-Messe f. Soli, Chor u. Orch.
(Leipzig, Breitkopf & Härtel.)
Brahms, Johannes, Trio f. Clav., Clar. u. Violonc^ Op. 114,
u. Quint. f. Clar., zwei Violinen, Bratsche u. ViolonceU,
Op. 116. (Berlin, N. Simrock.)
Busoni, F. B., Concertstück f. Olavier mit Orch., Op. 31a.
(Leipzig, Breitkopf & Hfixtel.)
Kempter, Lothar, „Mahomet's G^eeang" f. M&nnerchor und
Orch. (Zürich, Phil. Fries.)
Klengel, Julius, Thema m. Variat. f vier Yioloncells, Op. 28:
(Leipzig, Breitkopf & Härtel.)
[B. Linnemann].)
Rosenthal, Moriz, und Schy tte, Ludwig, Schule des höheren
Clavier&npiels. (Berlin, Adolph Fürstner.)
Sin ding, Christian, Suite (Fdur) f VioL u. Pianof. (Copen-
nagen und Leipzig, Wilhelm Hansen.)
* «
Arend, Max, Systematisches Lem-Princip für die Schlüssel-
und Transpositionslehre in der Musik. (COln, Hlian &
UUrich.)
Friedrich von Flottnv, Von seiner Wittwe. (Leipzig, Breitkopf
& H&rtel.)
Goldschmidt, Dr. Hugo, Der Vocalismus des neuhochdeut-
schen Eunstgesanges und der Bübnensprache. (Ebenda-
selbst.) «kl • '
Kunn, Dr. Carl Gustav, Die Tontaubheit und der Musik-
unterricht. (Wien, Moritz Perles.)
Loewengard, Max, Lehrbuch der Harmonie als Leitf&den
für den Unterricht, sowie zum Selbststudium. (Berlin,
Raabe & Plothow.)
Nagel, Dr. Wilibald, Johannes Brahms als Nachfolger Beet-
hoven's. (Leipzig u. Zürich, Gebrüder Hug.)
Oesterlein, Nicoxaus, lieber Schicksale und Bestimmung des
Richard Wagner-Museums in Wien. (Wien, Ricnard
Wagner-Museum )
Proch&zka, Rudolph Freiherr, Mozart in Prag. Zum hun-
dertjährigen Gedächtniss seines Todes. (Prag, H. Domi-
nicus [Tb. Gruss].)
Pudor, Dr. Heinrich, Die Welt als Musik. (Dresden, Alba-
nus'sche Verlagsbuchhandlung.;
Spitta, Philipp, Zur Musik. Sechszehn Aufsätze. (Berlin,
Gebrüder Paetel.)
Tschirch, Wilhelm, Aus meinem Leben. (Gera, A. Nugel.)
Weinzierl, Max v., „Wandersehnsucht^ f. Männer- od. gem.
Chor m. Clav. od. Orch., Op. 100. (Leipzig, C. F. W. Sie-
gePs Musikalienhandlung [R. Linnemann].)
Vermischte IMittlieilungen und Notizen.
* Bei Breitkopf & Härtel in Leipzig wird im Herbst eine
Sammlung von Liszt'schen Briefen erscheinen, heraus-
^p^eben von La Mara, welche hierzu von der Fürstin Witt-
genstein, der TJniversalerbin des heimgegangenen Meisters,
aiitorisirt wurde.
* Der Streichquartettverein der HH. Ed. Herr-
niann, Hauser, Lilienthal und Schenck in New-York,
welcher im Winter 1890/91 erstmalig für dort sämmtliche
Streichquartette von Beethoven in seinen Soir^n zur
Aufführung brachte, hat diese echt künstlerische That mit
frossemEnolg in der letzten Saison wiederholt. Aus den
eutschen Concertsälen erinnern wir uns nur des Magdeburger
TonktüisÜervereins. welcher in den letzten Jahren mit Unter-
stützung des mittlerweile nach Leipzig berufenen Concert-
meisters Hm. C. Prill und dessen dortigen Quartettgenossen
das gleiche unternehmen ausführte.
* In Toulouse veranstaltete die Association des artistes
musiciens ein Festival Saint -Saöns, bei welchem der an-
wesende als Dirigent und Pianist thätige Componist begei-
sterte Aufnahme fand.
* Ein Hr. J. C. Ames führte in St. James* Hall in Lon-
don die Jank6-Claviatur (Blüthner-Flügel) vor und bewies
nicht nur die TJeberlegenheit dieser genialen Erfindung, son-
dern erwarb auch für seine Fertigkeit darauf volle Anerken-
nung. Sein Hauptstück war Grieg's A moll-Concert.
* Der „Nibelungen **-Cyklus unter Mahler*s Leitung
im Coventgarden-Theater zu London hat am 29. Juni unter
grossem Erfolg begonnen. Die Aufführung des „Rheingold^
wird als eine recht gute geschildert.
* Die Intendanz der k. Hofoper zu Berlin will in n.
Saison Berlioz* „Trojaner" unter Leitung des Hm. Wein-
gartner zur Aufführung bringen.
* Im Leipziger Stadttheater ist jetztwieder Schenk ^s
„Dorf barbier'' im Rejpertoire. Die HH. Staegemann & (3old-
berg geben die Oper m deren einer kleinen Hälfte, indem sie
von mn^hn Nummern sieben ausführen lassen, ein künst-
lerischer Barbarismus, wie man ihn allenfalls noch auf deü
„Seh weinchen*'-Theatem findet. — Die letzte „Nibelungen"-
Aufführung der genannten Herren, auf die durch deren
Pressbureau schon lange vorher die Aufmerksamkeit des Pub-
licums hingelenkt worden war, verlief ebenfalls in mehr als
um ein Viertel gekürzter Weise: „Sie^ried" fiel einfach ganz
aus, und in der „Götterdämmerimg*' hess man die Nornenscene
weg. WahrscheinUoh waren einige neue Darsteller mit ihren
Partien nicht rechtzeitig fertig geworden und Ersatz von
auswärts hatte mit den minimalen Gkustspielhonoraren, die
Hr. Staegemann für gewöhnlich zahlt, nicht beschafit werden
können.
* In Mantua wurde die Oper „La Partita a scacchi*' von
Abba-Cornaglia erstmalig und, wie es scheint, mit Beifall
aufgeführt.
' * In Leipzig erregten in vor. Woche die Vorträge deJH
Amsterdamer a capella- Chors Aufsehen. (S.denBericht
in vorl. No.)
* Hr. Dr. Otto Günther ist infolge der Arbeitsüberbür-
düng, welche sich aus dem gleichzeitigen Vorsitz in den
Directorien der Leipziger Gewandhausconcerte und des k.
Conservatoriimis der 2^sik ergeben hat, von der ersteren
Stellung zurüc^etreten. Dies^be wurde auf die Directorial-
mitgliederHH. Dr. Lampe- Vischer und Heinrich Flinsch
übertragen.
* Aus der grossen Amerika-Reise des Hm. Anton
Rubinstein, mit der s. Z. die betr. Unternehmer und Ver-
mittler so gewalti^n Lärm in der Presse schlu^n, wird
schliesslich gar Nichts. Der grosse Künstler sei von dem
Contract nocn in letzter Stunde zurückgetreten, da er sich vor
den Strapazen der Reise fürchte! Diese Toumöe sollte wieder
einmal die allerletzte Kunstreise Rubinstein's sein. Wir wer-
den nächstens ganz sicher zu hören bekommen, dass dieselbe
nunmehr in Europa ausgeführt werden wird, was an sich eine
sehr gute Idee wäre. Wenn die verehrten HH. Concertagenten
bei Hm. Ant. Rubinstein nur endlich das, im Grunde nur auf
Füllung der eigenen Geldtaschen ausgehende Zugmittel der
„letzten Concertreise'' aufgeben wollten! Es ist dieses grossen
Künstlers wirklich nicht würdig, und bei lO«/o oder noch
mehr Provision haben Jene ausserdem schon längst so viel
durch Rubinstein verdient, dass sie sich schämen müssten,
seinen Namen bis zum letzten Tropfen für ihre Interessen
auszuquetschen.
* Wie man aus Wien meldet, ist die dortige hochbedeu-
tende Sängerin Frau Rosa Papier von ihrem längeren ge-
fahrdrohenden Halsleiden wieder ganz genesen, sodass sie mit
ihrer Kunst wieder in die Oeffentlichkeit treten wird, jedoch,
unter Entsagung der Bühnenthätigkeit, nur noch im Concert-
saal und als Lenrerin des Gesanges.
* Der durch seine langjährige Berliner Thätigkeit ehren-
vollst bekannt gewordene k. Musikdirector Hr. B. Bilse be-
geht am 3. August in Liegnitz, dem Auag;angspunct seiner
DixigentenlaufMLhn und jetzigen Domicil, <&s OT)jährige Jubi-
läum als Capellmeister.
347
* Zum zweiten Capellmeister der Gonservato-
riumsconcerte in Paris ist an Stelle des Hm. Banbö Hr.
Thibault erw&hlt worden.
Todtenliste. Prof. Gustay Scharfe, Hofonernsängera. D.
in Dresden, ausgezeichneter Ghesangspädagog, als solcher lange
Jahre hindurch eine Zierde des dortigen k. Gonservatoriums
für Musik, f, 67 Jahre alt^ am 26. Juni, -r Adolphe Sin-
soilliez, Geiger, Gomponist, welcher sich um das Musikleben
in Lille, an dessen Gonservatorium er als Secretftr thfttig war,
sehr verdient gemacht, f, 77 Jahre alt, in gen. Stadt.
Bi*iefl£a.steii«
F, G. in D, Die Dedicationen, die die HH. B. Scholz und
M. Bruch mit neuen Gompositionen dem dortigen Gesang-
verein gemacht haben, erscheinen uns durchaus nicht des Aiu-
hebens werth. welches in einem Tb eil der Tagespresse ihnen
zu Theil wira.
Z. L. in R. Unsere bez. Notiz in vor. No. hat ihre Bich-
tigkeit: Hr. Dr. M. ist bei allem bewährten grossen Talent
nur infolge der Erkrankung des Hrn. Str. nach Bayreuth be-
rufen worden und dirigirt allein die „Meistersinger^.
R. y, in L, Auch wir empfingen den Eindruck, als habe
der Opemdichter selbst die laJime Vertheidigun^ seines Sujets
feschrieben, zumal wir vorher von der Gereiztheit gehört
atten, in die ihn Beurtheilungen seiner Erzeugnisse ver-
setzen, die nicht Alles gutheissen.
Anseiffeii.
<^ xr^ji iA/iii...i_ u...«An ?,>:„_:. 9 "^^ ' * i ^—
Verlag Ton Wilhelm Hansen, Leipzig.
IN^euI
[710.]
lierroiTageMer Clavierf erb älterer Heister
bearbeitet von
Dr. Hans Harthan.
Minuetto aus einer Sonate von G. C. Wagenseil.
— Largo aus dem Orgelconcert vonW. F. Bach.
— Oigue von C. H. Oraun. — Gigue von Mozart.
— Bourr^e aus der 2. Violinsonate von J. 8. Bach. —
Rondo von Ph. Em. Bach. — Fuge aus der Emoll-
Suite von Händel. — Toccata von Paradies. —
Burleske von J. L. Krebs. — Praeludium von
J. C, Bach. — Toccata von Clement!.
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Tägliche Uebungen
SEa
von
berbler und Bfenpert
Systematisch geordnet
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einriob Ehrlich.
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b) Uebunfi;en aus Scalen und L&ufern gebildet.
c) Gebrochene Accorde.
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G-esangl ehr er .
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bQrgermelsteramt hier zu richten. [7idb.]
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eingeladen werden sollen, erhalten bis zum 10. Juli Be-
nachrichtigung. Reisegeld wird zu demselben nicht ver-
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%
XXni. Jahrg.] g,«;.^K„ftjM„k
Dae Hueikaliache Wochenblatt entubsiQt jährlich in 53 Nummern. Der Abonnementabeteac
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(Solilnu.) — Tageagescbiohte: Uuikbriefe ans FrauUnrt a. M. (Sublosg), Hamiovei (Schlass) nnd Wien (Sdiliuä}. — Berislits. — Mnosn-
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nnd KotizuL — Eritiacher Anllang: ÖeBsligiuiterrldit fUi dealache Volkaschnlen von 0. Pii^tnsr. — Briefkasten. — Anietgen.
Ein WOrtohen über Wiederbelebung und Vortrag
alter Vocalmusik.
Von Dr. Hago Rlemann.
(Sohlufls.)
Zweck dieser Zeilen ist, daranf binzuweisea, dass es
grundfalsch ist, Compositionen ans der Epoche der
Niederländer (15. — 16. Jahrhundert) ohne Verkürzung
der Notenwertbe in modernen Notenzeichen herauszu-
geben, gmndfalBch wenigstens insofern, als man damit
wirklich einen Uehertrag gegeben zu haben meint. Aller-
dings ist ja die Hauptschwierigkeit der Aufgabe derUeber-
tragnng überwunden, wenn man die Mensur festgestellt,
die Ligatnren richtig aufgelöst und alle Perfizirungen,
Imperfizi rangen, Alterationen a. s. f. richtig erkannt und
in heutiger Weise durch V erlängerangspuncte , Sjmko-
pirungen n. e. w. ausgedrückt bat. Aber das immer noch
bleibende altertb um liehe Bild der Notirung — die zu lan-
gen Noten — ist eben auch noch ein Theil dessen, was be-
seitigt werden muss, wenn die Niederschrift in vollem
Sinne für uns lebendig werden soll. Einzelne Heians-
geber, wie Hermesdorff, auch Wüllner haben hie und da in
einzelnen Stücken die Werthe auf die H&lfte verkürzt:
dos ist schon sehr angenehm für den Leeer der Noten;
aber es reicht nicht ans. Die Notirungen 8U5 dem
15.— 10. Jahrhundert müssen auf den vierten Theil
verkürzt werden, wenn das richtige Bild entstehen soll.
Es ist das nicht eine Idee, ein Einfall von mir oder irgend
Jemandem, sondern einfach das stricte Oebot der Logik.
Denn wenn auch diese Zeit den Taktstrich nicht an-
wandte, — der Begriff des Taktes war ihr nat&-lich ebenso
geläufig und unentbehrlich, wie uns heute. Der Name
Takt kam im 15. — 16. Jahrhundert auf, bedeutete abfir
ganz etwas Anderes, als heute, n&mlich nicht die höhere
Elinheit der 2i&hlzeiten, sondern vielmehr die einzelne
Schlagzeit (tactns ^ Schlag, Berührung); die höhere
Einheit, also der eigentliche Takt hiess damals Tempus
und entsprach demWerth der Brevis. Im 12. — 13. Jahr-
hundert war die Brevis Scblagzeit und die höhere Einheit
(der Longa entsprechend) hiess Perfectio. Deshalb muss,
da wir heute gewohnt sind, das Viertel als Schlagzeit an-
zusehen, im 12. — 13. Jahrhundert die Brevis, im 16. — 16.
die Semibrevis mit dem Viertel übersetzt werden. Das
nOchste Ergehniss ist dabei die Gewinnung von Takten,
in denen wirklich Etwas vorgebt, während bei den heute
gebräuchlichen Uebertragungen die einzelnen Takte selten
mehr als zwei Noten in der Einzelstimme bringen; das
Ange des Uenschen von heute siebt nun sofort das reiche
Leben in den Stimmen und haftet nicht an den lästigen
bohlen Notenköpfen. Der Sänger von heute findet sich
viel leichter mit den alten Tonsätzen ab, wenn sie ihm
in solchem wirklich zeitgemässen Gewände geboten wer-
den, er wittert Nichts mehr in ihnen von Moder und Grab,
sondern sie Ingen ihn mit vollen lebendigen Augen ver-
ständnisBvoll an. Anch die „alten" Schlüssel sind ein
Hinderungsg^rund für die Befreundung mit solchen alten
Sachen. Dass dieselben dem Musiker, vor Allen dem
Musikhistoriker geläufig sein müssen, versteht sich; aber
wenn man doch die als Chiavette gemeinten ansnahmswei^en
Stellungen beseitigt, warum setzt mau, wenn man doch
einmal übertragen will, nicht überhaupt nur die Schlüssel,
in denen die Stimmen heutiger Werke gedruckt werdenP
88
Die nächste Nummer des „Musikalischen Wochenblattes" erscheint erst am 21. Juli.
350
Eb ist mir kürzlich gelungen, eines der ältesten
Denkmäler des vollausgebildeten C!ontrapuncts, und zwar
Eines, das gar keinen hässlichen Zopf hat, eine Sammlung
reizender Liebeslieder von Dufay's älterem Zeitgenossen,
Gilles Binchois, vollständig zu entziffern, die als wohl-
gehüteter Schatz in der Münchener Bibliothek verwahrt
wird (Mus. Ms. No. 3192); das Ergebniss habe ich so-
eben der Oeffentlichkeit übergeben, und zwar in einer
Gestalt, die den alten Herrn (er lebte etwa 1400 —
1460) gleich in weitesten Kreisen beliebt zu machen
geeignet ist. Ich biete die sehr vollständig erhaltenen
Chansons : „ Vostre tres doulx regart plaisant^ , „ H^las, que
poray jeplusfaire", „Mon euer chante joyeusement'', „Vostre
aUe me desplaist tanf, „MaDameque j'aime** und „Deuil
angoisseux^ — in moderner Notirung mit Ersetzung des
altfranzösischen Textes durch einen, den Sinn jener con-
servirenden deutschen, und beabsichtige damit nicht nur,
endlich Binchois ins rechte Licht zu rücken (bis jetzt ist
nur eine einzige höchst fehlerhaft überlieferte und von
Kiesewetter mangelhaft übertragene Chanson „Ce mois de
May" von ihm bekannt), sondern zugleich für meine Art
der Uebertragung (mit verkürzten Werthen) Propaganda
zu machen. Der Anfang des Chanson „Vostre tres doulx
regart plaisant" mag hier als Orient irungs-Probe stehen
(die Notirung ist noch die kurz nach 1400 ganz ver-
schwindende mit schwarzen und rothen Noten):
Disoantos.
• (Andante*)
i
Tenor <
(8va tiefer)
Contratenor.
Dein hol - der JBlick so sanft und
^
-^
<5>
t
9^
£
cfrtjr-Tir|
P
•t
%
TS^J
1
I
mild, du an - ge - be - tet £n - gels-bild!
t
ä
^^
^^
ts^
Pl^^
£
^m
Vergleicht man hiermit die gemeinübliche Art der
Uebertragung:
m
<9-
Ä-
^
Vo8 - tre
t
3=^
^
tres doulx
re-
5?
is:
3E
2z:
P
_ g^
-^-
^^
so wird man mir gewiss beistimmen — das ist überhaupt
noch gar nicht übertragen I
Dass die Art, wie man heute in diese alten Werke
die Taktstriche einfügt, auch gar nicht so ganz unanfecht-
bar ist, sei nur noch leise angedeutet. Taktwechsel, Deh-
nungen und Elisionen, welche den gleichmässigen Verlauf
des symmetrischen Aufbaues unterbrechen, waren jener
Zeit so wenig fremd, wie uns heute, und fielen um so
weniger auf, als das Fehlen des Taktstrichs sie ver-
birgt. Die fortgesetzte Einfügung des Taktstrichs nach
je zwei oder drei Semibreven ist da oft genug eine rein
mechanische Manipulation, die den wahren Sachverhalt
vielmehr zu verdecken, als aufzudecken geeignet ist. Nur
ein Beispiel statt hundert als Beleg. Im 5. Band yon
Ambros' Musikgeschichte S. 16 findet sich eine dreistim-
mige Chanson „Se vostre coeur" von Johann Okeghem,
über welche gewiss schon gar mancher Chorvereinsdiri-
gent weggeblättert hat, ohne zu ahnen, welch eine Perle
er übersah. Ambros hat wohlweislich nach je zwei Semi-
breven den Taktstrich gesetzt, obgleich das Stück un-
zweifelhaft alla breve im alten Sinne (nach Breves taktirt,
Brevis als Zählzeit) erfunden ist (vgl. den Discant); hätte
er versucht, alle zwei Breves den Taktstrich zu setzen,
so würde er auf starke Hindernisse gestossen sein, da
mehrmals je drei Breves zur höheren Einheit zusammen-
gehören (erst die dritte statt der zweiten ' schwer
[schlussfähig] ist; ja einmal (vor der Fermate in der
Mitte des Stücks) bilden drei statt zwei Semibreven Mo-
tive, es entsteht also vorübergehend ein dreitheiliger Takt,
der aus dem Allabreve heraustritt ( J J für J J) , ohne
dass eine Veränderung der Mensurvorschrift darauf hinweist.
Meiner oben signalisirten Publication werde ich später
auch eine Uebertragung dieses Stückes folgen lassen. Hier
nur eine Probe des wechselnden Taktes (die ebener-
wähnte Stelle):
I <
U
Discant.
p^
T
=itgd^
?t*
M
Dei-ne Au-genhab'n ent-zündt ein FeuV in
Tenor.
f^rrn ' crr:M;^M?J=j
Contratenor.
^
^
m^
£
^
g u NB.
Her - - zen mein, das mich ver-
1
y
zen mein, das mich ver
^äftZplIj!
NB.
/T^
NB.
t
Eirrnz
/9-
I
u
steht! Neig' dich zu
mnr
•J r r^^^^ä^^
9iÖ
1
t=t
-«-
^
3!
S
361
Ich gebe hier die Stelle, wie ich sie habe singen lassen;
das Original steht eine Terz tiefer, weil der Discant nicht
für Frauenstimme, sondern für Falsettisten berechnet ist.
Ambros' Uebertragung geht über diese klar zu Tage
liegenden Taktwechsel glatt mit ({^ hinweg!
grossen Jugend doppelt ehrenvollen Position er ausser
auf Alwin Schröder auf eine ganze Beihe berühmter
Meister seines Instrumentes (Carl Schröder, Emil Hegar,
Davidoff, F. Grützmacher etc.) als Vorgänger zurück-
blicken kann.
Biographisches.
Das Prill-Quartett.
(Schluss.)
üeber die Quartettgenossen PrilFs können wir nach-
stehende biographische Mittheilungen machen:
Franz Hjalmar von Dameck (2. Violine), am
24. März 1864 in Copenhagen geboren, erhielt wie Prill
den ersten Violinunterricht vom eigenen Vater, der, ob-
gleich Biilitär von Beruf, die Musik doch eifrig pflegte.
W&hrend eines vorübergehenden Aufenthaltes in Dresden
— der Heimath seiner Mutter — im Jahre 1875 setzte er
seine Violinstudien bei dem dortigen trefflichen Violinisten
Sachse fort und besuchte später (1879 — 1882) zwecks
weiterer künstlerischer Vervollkommenung das k. Conser-
vatorium zu Leipzig, wo ihn Prof. Hermann und Goncert-
meister Schradieck im Violinspiel unterrichteten und Prof.
Dr. Rust theoretisch unterwies. Mit Auszeichnung von
dem Institut entlassen, trat er 1882 als 1. Violinist in
das Theater- und Gewandhausorchester und 1888 als
Secondogeiger in das Quartett Petri ein, das durch ihn
eine sehr nöthige Aufbesserung an diesem Pulte erhielt.
Bernhard Unkenstein, der Bratschist dieses Quar-
tetts, gehört demselben seit 1884 an und ist das noch
einzige Mitglied des Quartetts aus dessen damaligem Be-
stände. Er ist am 21. März 1860 in Dessau, als Sohn
eines armen erblindeten Musikers, geboren und erhielt
auf dessen Wunsch schon vom 7. Lebensjahre an Violin-
unterricht durch den Hofmusiker Friedrich Müller, wel-
chen Lehrer er vier Jahre später mit Hofconcertmeister
Bartels vertauschte, der ihn vollends zum tüchtigen Vio-
linisten ausbildete. Diesem Unterricht schloss sich ein
zweijähriger theoretischer Gursus bei Diedicke an, sodass
er, musikalisch wohlausgerüstet, im Jahre 1877 die Vater-
stadt verlassen konnte, um zunächst in Russland seine
Kunst praktisch zu verwerthen und später als 1. Geiger
in die Hofcapelle in Darmstadt einzutreten, welche Stellung
er 1884 mit der des 2. Bratschisten des Leipziger städti-
schen Orchesters vertauschte.
Georg Wille, der Violoncellist des Quartetts als Nach-
folger Alwin Schröder's, dessen Vaterstadt Greiz und dessen
Geburtstag der 20. Sept. 1869 ist, erhielt vom Vater, der
dort Musikdirector ist, von früh an praktischen Unter-
richt auf verschiedenen Instrumenten, deren von ihm be-
vorzugtestes die Violine war. Mit 16 Jahren als Schüler
in das k. Gonservatorium zu Leipzig eintretend, wurde er
jedoch der Violine untreu und griff zum Violoncell, auf
welchem er sich in einem vierjährigen, von Julius Rlengel
geleiteten Studium zum perfecten Künstler entwickelte,
sodass er 1890 bei Bewerbung um die zweite Violon-
cellisten-Stelle im Leipziger Theater- und Gewandhaus-
orchester als Sieger hervorging und 1891 nach Weg-
gang Alwin Sehr öder 's in die von diesem besetzt ge-
wesene Stellung des ersten Solovioloncellisten und in des
Genannten Quartettplatz einrückte, in welcher bei seiner
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
FFankfupt a. M., im Juni.
(Schluss.)
Schon der Beginn des die Oper einleitenden Preludietto ist
für das Werk charakteristisch! Diese neun Takte mit ihren har-
monisch harten, unerbittlich consequenten Sexten frösteln an und
passen absolut nicht in den Rahmen eines Lustspiels, sie sind
— wenn Mascagni nicht gerade durch wohlfeilen Contrast
wirken wollte — um so unerklärlicher, als sie zu einem im
Walzer -Tempo gehaltenen, einfachen und ganz graziösen,
wenn schon unbedeutenden Motiv führen. Trotzdem möchten
wir diese Einleitung, welche übrigens zu der Oper in keiner
thematischen Beziehung steht, für Eines der besten Stücke des
Werkes erklären. Auch die erste Scene mit ihrem Gespräche
zwischen Fritz und David zeichnet sich durch anmuthige
Lebendigkeit aus, wenn schon zahlreiche harmonische Härten
(das dem Gdur sich unvermittelt anschliessende Fdur) auch
hier der Stimmung nicht gerade entsprechen. Eigenthümlich
ist der oftmalige Tempowechsel, welcher in 149 Takten 27 Mal
eintritt (Seite 7— 16 des itaKenischen Ciavierauszuges). Das
Antrittslied SuzePs mit seiner brutalen Folge Gdur, Dmoll
ei-scheint für deren zarten jungfräulichen, daoei aber heiteren
und gesunden Charakter wenig geeignet; sie Überreicht Fritz
einen Veilchenstrauss und quält sich dabei fortwährend auf
morosem Dmoll herum. Die Stelle: „tutto si allieta: il cielo
6 uno splendore, Paria ö dolce sottile e il prato 6 in fiore",
welche von einem frischen, auf dem Lande gross gewordenen
ziebzehnjährigen Mädchen heiter und leicht wiedergegeben
werden müsste, lässt Mascagni „largamente con espressione"
mit einer Empnase singen, wie sie einer „Trovatore"-Leonore
anstehen würde. Richtiger ist der Zigeuner Beppo charakte-
risirt, welcher sich mit einem wohl etwas zu langen Yiolin-
solo einführt; sein zweistrophiges Lied mit der straffen
ungarischen Rhythmik (Gmoll) verräth wenigstens seine Her-
kunft. Wie wenig Mascagni sich in deutsche Stimmung
finden kann, wie crass er die Farben mischt, beweist die
musikalische Illustration des Strafisermons, welchen der Rabbi
während des lustigen Mahles, sicher nicht zu ernst gemeint,
seinem Freunde Fritz wegen dessen Garcjon-Neigungen zu
Theil werden lässt; gespensterhaft steigen die Terzen in
chromatischem Tremolo herunter, man könnte an das Fürchten-
Lehren Mime's oder an einen schauerlichen Fluch denken!
Li diesen Verhältnissen wirkt die Stelle fast wie eine Parodie!
Der kurze Act schliesst aber doch in heiterer Stimmung mit
einem flotten Marsch, dessen Thema einem elsässischen Volks-
liede: „i bin lusti" entnommen ist. Der den Wohlthäter Fritz
feiernde Chor, welcher übrigens in der Oper von einem ganz
neuen Gesichtspuncte aus (darüber unten mehr) nicht in den
Vordergrund und auf die Scene tritt, singt im Anschluss an
den Marsch einen kleinen Satz. Der zweite Act führt uns
ohne längeres Präludium auf den Hof des Kobus*schen Land-
gutes, wo Suzel in hellem Frühlingsmorgen Kirschen pflückt,
►as einleitende pastorale Gdur nebst dem graziösen Walzer-
motiv in Ddur ist eine der glücklichsten Eineebun^n des
Tondichters, bei welcher sich edle Melodik mit durchsichtiger
Harmonik eint. Aus der Feme hören wir eine Oboe eme
elsässische Volksmelodie: „Es trug das Mädelein*| anstimmen,
und der Chor singt wieder unsichtbar ein kleines moroses
Sätzchen über das „Erhalten seines Schatzes". Dass Mascagni
auch für die zur Arbeit eilenden Landleute eine Molltonart
(Gmoll) gewählt, ist geradezu unbegreiflich und trübt die
sich glücklich entwickelnde Scene. Die Situation wird noch
peinlicher, wenn Suzel anstatt eines ihrer frischen Jugend
28»
85i^
angemessenen neckischen Liedes eine Art Ballade vorführt
(ein Zwiegespräch zwischen einem Bitter und einem Mädchen,
welches Srsterem eine Rose schenken will) und von einer
Molltonart in die andere fUllt. Einen kleinen Lichtblick ge-
währt das pikante und der Anmuth nicht entbehrende kurze
Ritomell (Allegretto, ^k). Die folgende Scene unter dem
Kirschenbaum ist der Erckmann^schen Novelle fremd (Suzel
bringt hier Fritz Kirschen in die Stadt) und fiür eine Idylle
sehr glücklich erdacht. Das sanft wiegende Andante sostenuto
(Adur. %) ist reizend und um so anheimelnder, als es endlich
auch die vorgeschriebene molta semplicitä. athmet und einen
beglückenden Frieden ausstrahlt. Aber lange vermag der
Tondichter sich nicht in Buhe zu wiegen. Fritz, welcher
„den süssen Frieden heilifi;er Unschuld^ preisen will, geräth
in ein so pathetisches und leidenschafblicn gehaltenes AmoU,
dass man den im Grunde genommen doch recht prosaischen
Siten Junfi;en für einen verzweifelten Manrico halten könnte,
ie Melodie ist nicht gerade ohne Adel, aber für Kobus und
die Situation unpassend. Erst wenn wir in das Adur (^/i)
zurückkehren, strahlt die Sonne wieder, und der sanft ver-
hallende Schluss dieses Duetts ist trotz des merkwürdigen
Tempowechsels (in vier Takten 'V*» ^A» '/*» ^M "^^n bezaubernder
Wirkung. Doch schon nahen die Freunde, welche Fritz auf
seinem Landgute besuchen wollen; die Motive sind lebhaft,
natürlich aber wieder in leidigem Moll mit dreizehnmaligem
Tempowechsel in 27 Takten. Erst das folgende Bdur, welches
das recht alltägliche Grespräch über Befinden , Spsizieren-
fehen etc. begleitet, s^lane^ auf das Niveau anmuthiger
'lauderei, welches Auber bei derartigen Gelegenheiten so
trefflich einzuhalten verstand. Die folgende Scene, in welcher
David die mit einem Kruge nach dem^runnen gehende Suzel
um Wasser bittet, um mit ihr die biblische Geschichte von
Bebekka und Eleazar zu recapituliren, ist Erckmann-Chatrian
fremd und bietet der Composition sehr günstige Momente.
Das Andante religiöse in Gaur beginnt in löblicher Einfach-
heit, steigert sich aber unserem Empfinden der Situation
widersprechend zu pathetisch bis zu einem in /// gehaltenen
tremolo grandiose. Nach einem kurzen Zwiegespräch zwischen
dem Babbiner und Fritz, bei welchem Letzterer erfahrt, dass
für Suzel ein Mann gefunden sei, folgt in knapper Form ein
„lyrischer" Erguss des Titelhelden. Er klagt, dass die viel-
verhöhnte Liebe ihn gefangen halte, und beschliesst, nach der
Stadt zu fliehen. Das Gmoll-sostenuto mit der 24 Mal an-
klingenden trüben Terz C. Es lässt die Beklommenheit des
Kobus sehr treffend erkennen und erfährt durch das kurze
Esdur eine wirklich Innigkeit verrathende Unterbrechung.
Diese Scene ist für Mascagni überaus charakteristisch! Wohl
jeder italienische und mancher deutsche Componist hätte die
vorzügliche Gelegenheit zu einem langathmigen Arioso nicht
unbenutzt vorübergehen lassen, Mascagni ist aber auch hier
vor Allem Dramatiker, der jede Schönrednerei verschmäht.
Die Schlussscene des zweiten Actes, in welcher Fritz mit
seinen Freunden nach der Stadt abreist, verläuft zwar lebendig
(in 20 Takten achtmalis^er Tempowechsel), bringt aber, sich
thematisch an die dritte Scene dieses Actes anlehnend, keinerlei
neue Motive. Das den dritten Act einleitende Dmoll-Inter-
mezzo ist eine mit ungarischen Bhythmen verquickte Aus-
führung des elegischen vioUnsolos von Beppo ; bei seiner ein-
dringlichen Tonsprache dürfte es überall dankbare Zuhörer
finden und gewohnheitsmässig da capo gefordert werden.
Schwieriger dürfte die Feststellung sein, weshalb gerade
dieses Motiv des nur episodisch hervortretenden Zigeuners
so bedeutungsvoll in den Vordergrund geschoben wird. Nach
dem Aufziehen des Vorhanges hören wir Fritz kWen, dass
die Liebe ihn überall verfolge. Die Scene ist nicht bedeutend
und gewinnt nur durch die gegensätzlich wirkenden , hinter
der £$ene gesungenen Sätze aes Chores. Eigenthümlich und
neu ist die Bolle, welche Mascagni dem Chore in der Oper
zuweist. Die kleinen Sätze desselben sollen offenbar nur
musikalisch als Contrast, nicht in die Handlung eingreifend,
dramatisch wirken, der Chor ist nur Instrument; deshalb
agirt er nicht aui der Bühne und bleibt stets hinter der
Scene. Es dürfte daher auch sehr fraglich sein, ob das von
der hiesigen Begie angeordnete opernhafte Auftreten der
Kinderschaar in der Schlussscene des ersten Actes, welches
dem Au^ freilich Abwechselung bietet, den Intentionen des
Compomsten entsprechend nicht besser zu unterbleiben hätte.
Beppo führt sich mit einem lebendigen Motiv aus dem ersten
Acte ein und singt gleichfalls von unglücklicher Liebe. Das
StrophenUed (GmoU) ist insofern bemerkenswerth , als das
Begleitungsmotiv für die ersten zwei Verse acht Mal in ganz
gleicher Weise wiederholt wird, und zwar mit der bei Mas-
cagni sehr beliebten, unvermittelt harmonischen Folge Gmoll,
Amoll, Dmoll und Gmoll. Die die dritte Scene ausfüllende
Hymne Fritzens an die Liebe (Gresdur) ist sehr melodiös und
geschmackvoll, hier tritt der sinnliche Beiz in sein volles
Becht und wirkt auch bestrickend. Ob dieses aber Töne für
Hrn. Kobus sind, welcher sein Leben bisher nüchtern fast
ausschliesslich materiellen Genüssen gewidmet hat, möchten
wir stark bezweifeln. Aus dem übrigen Theile des Actes
ragen einigermaassen nur noch das harmonisch sehr com-
plicirte Klagelied Suzels (CmoU) und die sechste Scene hervor,
in welcher Fritz und Suzel sich ihre Liebe gestehen. Freilich
ist auch das Duett von Schwülstigkeit nicht freizusprechen
und für die naiven Charaktere der Liebenden viel zu refiectirt.
Das also ist ein „Lustspiel", und zwar ein „lyrisches"! Viel-
leicht könnte uns entgegengehalten werden, dass eine Kritik,
welche die musikaliscne Charakteristik der handelnden Per-
sonen nicht nach den sich in den Tönen erkennbar machenden
Intentionen des Componisten beurtheilt, sondern auf den Ur-
sprung des Librettos zurückgeht, zu schiefen, ungerechten
Cfonsequenzen erlangen müsse. Dieser Einwand ist nur
scheinbar berechtigt. Auch der Verfasser des Textes ist nicht
so wesentlich von der Schilderung der Erckmann-Chatrian
abgewichen, dass sich die Charaktere der drei Hauptpersonen
in einer der Novelle fremden Beleuchtung darstellten. Es
wäre dieses, sollte deren Beiz gewahrt werden, offenbar auch
unmöglich gewesen. Was uns aber der Componist hieraus
geschaffen, ist ein wahrheitswidriges, verzerrtes Bild, welches
sich der Parodie nähert. „Freund Fritz" kann daher nur als
ein gänzlich verfehltes Werk betrachtet werden, zu dessen
Aumlhrung auch in Deutschland Niemand den Muth finden
würde, wenn die Speculation mit der „Cavalleria rusticana"
sich nicht so gewinnbringend erwiesen hätte. TrotzaUedem
möchten wir die Oper nicht gerade als einen Bückschritt
gegen das Erstlingswerk des Componisten, als das erbärm-
licne Machwerk eines an „Schmieren" thätig gewesenen
talentlosen Boutiniers bezeichnen. Sie ist Nichts weniger als
eine sogen. Capellmeister-Oper, welche mit landläufigen Phrasen
um sich wirrt und hundert Mal besser Geschriebenes ver-
wässert wiederholt. Nirgends finden wir Beminiscenzen, selbst
nicht einmal an die eigene erste Schöpfung, und Manches
verräth Genie und Originalität. Es scheint uns indessen, als
wenn Mascagni in seinem Bestreben, uns Neues zu bringen,
auf Irrwege gerathen sei, und namentlich der Harmonie aui
Kosten der Schönheit imd Wahrheit grausamen Zwang an-
thne. Die Musik ist manierirt, bis zum üeberdruss refiectirt
und leider oft roh. Die Instrumentation, obschon dem Stoffe
entgegen viel zu massiv, ist mit grösserer Sorgfalt und theil-
weise auch geschickter als in der „Cavalleria rusticana" durch-
geführt. Immerhin hat die Oper keine Zukunft, in Deutsch-
land wird sie wegen der Musilc, in Italien wegen des Stoffes
auf Widerstand stossen. — Dass die Vorführung eines Werkes
von so complicirter Structur für den Dirigenten und die Mit-
wirkenden mit ganz unverhältnissmässigen Schwierigkeiten
verbunden ist, erscheint selbstverständlich; nur ein sehr
discretes Abtönen der crassen Farben wird deutsche Ohren
vor einem peinlichen, oft geradezu beleidigenden Eindruck
bewahren. Hr. Capellmeister Dessoff, von ästhetischem
Feingefühl geleitet, der trefflich geschulte Instrumentalkörper
und unsere verständniss vollen Opemmitglieder haben, soweit
dieses in dem gegebenen Bahmen möglich. Alles gethan, um
den Contrast der brutalen Musik mit dem Stoffe zu mildem.
Hr. Pichler als Fritz imd Hr. Heine als Babbiner — in
dem bekannten Bühnenstücke eine Parade-Bolle Possart^s —
boten schauspielerisch und gesanglich ganz Vorzügliches.
Auch der Zigeimer des Frl. Weber, weläie nach dem Ab-
gange der Frau Luger von der Bühne wohl mit Becht noch
mehr in den Vordergrund treten wird, verdient vollstes Lob.
Frl. Jäger als Suzel, wie immer sympathisch, tüchtig und
verständig, konnte, von dem Bleigewichte dieser Musik er-
drückt — freilich ohne jedes eigene Verschulden — , der Suzel
nicht die jugendliche Frische und Gesundheit geben, welche
sie in der Novelle auszeichnen. Anstatt des blühenden Land-
mädchens, welches selbst noch zu dem guten, aber spiess-
bürgerlichen Fritz mit einer gewissen Ehrftircht aufblickt,
eine sentimental angehauchte „Tochter höherer Stände", welche
in einem Genfer Pensionat teine Umgangsformen gewonnen
und die kleidsame Tracht einer Elsässerin angelegt hat, eine
Art Martha. Die anderen Bollen waren gleichfafis in guten
Händen. Der Begie endlich gebührt für die stimmungsvoUe
Einrichtung uneingeschränkte Anerkennung. B.
863
Hannover, im Mai.
(Schluss.)
Von auswärtigen Künstiem besuchte uns Frau Etelka
G e r s t e r , welche durch ihren charaktervollen , reizend-
neckischen Vortrag die Hörer so entzückte, dass der Applaus
kein Ende nehmen wollte. Ihr Partner war der Pianist Hr.
Sally Liebling.
Auch der treffliche Violonist Wilhelm j gab ein Concert
unter Mitwirkung des Pianisten Eud. Nie mann, welches
leider schwach besucht war; es fiel ungünstig zwischen die
Aufführungen der „Elisabeth" von Liszt. Die frfliere spanische
Primadonna Linda Diaz veranstaltete ein Concert, doch habe
ich noch nie so unrein und tremolirend singen hören, als es
bei der genannten Sängerin der Fall war.
Die niesigen Künstler befleissigten sich, das Hannoversche
Publicum mit ihren Gaben zu erfreuen. Hr. Lutter (Pianist)
war mit seinem 4. Musikabend vertreten, an welchem sich
Frl. Huhn durch ihre schätzbaren Vorträge wieder in gute
Erinnerung brachte. Hr. Sahla stand zu gleicher Zeit mit
auf dem Programm. Hr. Lutter zeigte sich in seinen Dar-
bietungen von Keuem als ein Künstler, dem es darum zu
thun ist, nur Gutes zu leisten.
Die Concertsängerin Frl. Schotel und der Baritonist
Hr. Brune brachten am 2. und 3. Duettabende eine Auswahl
stimmungsvoller Duette, von denen ich nenne: „Die beiden
Dorf linden" von Lassen, „Wie klang aus deinem Munde"
von W. Berger, das reizende „Se il mio ben" von C. M. v.
Weber und „L'addio" imd „La Gelosia" von Donizetti, welche
Compositionen in gutem Zusammensang und dem Inhalt ent-
sprechend wiedergegeben wurden. Auch mit ihren Sololiedern
boten die Concertgeber recht Lobenswerthes. Als Solisten
fungirten der Violoncellist Blume und Hr. Evers.
Hr. Organist und Pianist Klose absolvirte seinen 2. und
3. (letzten) Musikabend; am zweiten derselben brachte er fünf
Sonaten von Beethoven zum Vortrag, während das Programm
des letzten Abends Bach, Beethoven, Weber, Schumann,
Chopin, Liszt und Henselt enthielt. Das Spiel des Hrn. Klose
ist correct, jedoch etwas pedantisch und geziert. Die nßigo-
Ietto"-I*araphrase von Liszt verlangt einen geeigneteren Spieler,
als Hrn. Klose, wenn sie überhaupt geniessbar sein soll.
Die Kammermusikabende der Hfl. Haenflein und Ge-
nossen brachten neben Werken von Haydn, Mozart, Beethoven,
Schubert, Schumann, Mendelssohn und Fritz Kauffmann (Piano-
fortetrio Op. 20) das herrliche Streichquintett Op. 111 von
Brahms (zwei Mal), welches besonders in den ersten drei Sätzen
schönen Eindruck hinterlässt. Frau Concor tmeister Haenf-
lein vertrat mit Geschick die jeweiligen Ciavierpartien.
Die Kammermusikabende der HH. Bill er und Ge-
nossen mit Hm. Pianist Evers blieben am Werthe und in
der guten Ausfuhrung nicht hinter denen des Hm. Haenflein
zurück. Der bemerkenswertheste Vortrag war das Hmoll-
Quintett für Streichquartett und Clarinette von Brahms. Das
Werk zeigt in seiner Erfindung Schumann*schen Einfluss(?),
trägt auch theil weise ungarischen Charakter: die gediegene
musikalische Arbeit in dem Werke lässt den Meister erkennen,
insbesondere ist das Adagio ein geradezu bewundemswerther
Satz. Die Clarinettenpartie brachte Hr. Kammermusiker Bol-
land gut zur Geltung; er zeichnete sich besonders durch ein
schönes piano aus.
Die ICammermusikabende ftlr Blasinstrumente erfreuten
sich wieder eines zahlreichen Besuches. Mitwirkend waren
die Kammermusiker: Herbort-Flöte, Oley-Oboe, Sobeck-
Clarinette, Fedisch- Fagott, Richtef-Horn und Hr. Major-
Clavier. Es gelangten vVerke von Beethoven, Rubinstein,
Brahms (Trio Op. 114 für Ciavier, Clarinette und Violoncell),
Onslow, Meyer-Ölbersleben, Pauer, Gouvy, Ries, Scheck, Klug-
hardt (die stimmungsvollen „Schilf lieder", Viola: Hr. Kraft)
und Uhlig zu Gehör, deren Ausführung eine recht gute war.
Am zweiten Vereinsabend des Rieh. Wagner -Vereins
sprach Hr. G. Kastropp über Rieh. Wagner^s Kunstprin-
cipien. Der Redner wies auf Wagner's Lieblingsidee hin:
die nationalen griechischen Volksfeste ähnlich in Deutschland
wieder aufblühen zu lassen, welche Idee den Bayreuther Fest-
spielen zu Grande liegt, und besprach zugleich den Lebens-
gan^ des Diohter-Componisten, von dessen Geburtsort, dem
musikalischen Leipzig ausgehend, bis zu seinem Tode in dem
märchenhaften Venedig. Frl. Schotel sang Lieder von
Schumann („Lied der Braut" und „Mit Myrthen und Rosen")
und von Rieh. Wagner („Der Engel" und Schlummer-
lied), Hr. Lutter spielte die Sonate Op. 90 von Beethoven
und brachte mit Frl. Friedhoff (k. Schauspielerin) das
schon früher gut aufgenommene Melodram ,4jenore" von
Bürger-Liszt, besonders in rhythmischer Beziehung, trefflich
zum Ausdruck.
Noch habe ich den Bericht über das Concert des Han-
noverschen Männer gesang Vereins nachzuholen, welches
zum Besten des Baufonds für das neugekaufte Vereinshaus
vor überfülltem Saale stattfand. Das Programm enthielt die
beliebtesten und wirkungsvollsten Vorträge des Vereins, welche
ungetheilten Beifall fSemden und denselben im vollen Maasse
verdienten. Zu wünschen bleibt nur noch, dass sich der
Gesangverein, welcher über 200 Sänger zählt, höhere Auf-
gaben stellt als bisher und vielleicht alljährlich mindestens
ein grösseres Gesa^gswerk zur Aufführung bringt. Wenn
ein derartiger Verein, wie der genannte, welcher zu den
allerbesten zählt, nicht Werke, wie „Das Meer" von Nicod6
und ähnliche zu Gehör bringt, wer soll sie dann aufßüiren?
Sie verstauben im Lager des Verlegers, und da ist es doch
wirklich Schade darum. Also, frisch ans Werk!
In der k. Oper hat sich manches Bemerkenswerthe zu-
getragen. Das schnelle, traurige Ableben der Frau Brand t-
Görtz errefi^ allgemeines Bedauern, denn die Künstlerin hatte
sich durch inre Leistungen die Sympathien des Hannoverschen
Publicums erworben. Mit der Norma-Partie erzielte sie noch
in der letzten Zeit bedeutende Wirkung, indem sie trotz des
Coloraturgesanges Gemüth und Seele damit auszudrücken ver-
stand. Für den Wagner -Verein hatte sie die Isolde studirt,
und nur ihr Tod vereitelte die Ausführung. Ihre letzte Partie
war die der Königin in „Hans Helling". Ein ehrendes An-
denken wird der Künstlerin bewahrt bleiben. — Unter den
Gastspielen an der k. Oper war das des Hm. Reichmann
besonders hervorragend. Der geschätzte Künstler san^ Hans
Helling, den Trompeter (diesen wohl aus Gefälligkeit) und
den Holländer, welch Letzterer eine tiefdurchdachte Leistung
voll Wärme und treffender Charakteristik war. Hr. Kammer-
sänger Emü Götze absolvirte ein Gastspiel, welches die drei
Partien Lohengrin, P/)phet und Lyonel („Martha") umfasste.
Ich habe der Vorstellung des „Lohengrin" beigewohnt. Das
Charakterisirungstalent des Hrn. Goetze ist nicht so hervor-
ragend, wie seme Stimmmittel; denn der genannte Sänger
bot in dieser Beziehung nichts Neues, hingegen singt der-
selbe so recht aus Herzensgrund; seine Töne, gleichviel ob
in hoher oder tiefer Lage, £:ingen mächtig und wohllautend
aus der Brust und zu^eich ergreifend: während des herr-
lichen Abschiedgesanges im „Lohengrin" ist manche Thräne
der Rührung genossen. Zu diesen schönen stimmlichen Eigen-
schaften gesellt sich noch eine stattliche Erscheinung mit
gewinnendem Blicke, sodass es wahr erscheint, wenn der
hör die Worte singt: „Wie ist er schön und hehr zu
schauen". In der Partie der Elsa war Frau von Hübbenet
aus Cassel noch in letzter Stunde für das erkrankte Frl. Jahn
eingetreten; ihre Darstellung war in manchen Theilen recht
lobenswerth. Der Spielplan brachte ausser „Hiame" von
I. V. Bronsart (welche Oper drei Mal gegeben wurde) neu ein-
studirt „Armida" von Gluck, „Johann von Paris" von Boieldieu
und „Rigoletto". Von unseren neuen Kräften wirken Frau
Beck-Radecke und Frl. Jahn als wackere Sängerinnen.
Mit Ende der Saison verlassen zwei verdienstvolle langjährige
Mitglieder unserer Oper, der Heldentenor Hr. WiUiam Müller
und der Bassist Hr. Bietzacher, infolge Pensionirung un-
sere Bühne; ihre Namen sind in der G^^hichte der Letz-
teren oft in Ehren genannt worden. An Stelle des Hrn.
Müller tritt Hr. Min n er und für Hrn. Bietzacher ist, wie
ich höre, Hr. von Schmid aus Cöba, welcher als Leporello
gastirte, engagirt worden.
Die hiesigen OpemaufHihrungen und die im Opemhause
stattfindenden Concerte werden in neuerer Zeit auf telepho-
nischem Wege nach dem nahegelegenen Wiener Caf6 tiber-
fuhrt, wo man diesen „Genuss" für 60 Pfennige haben kann.
Emil Fritzsoh.
(Schluss.)
Wien.
Wir kommen nun zu den zwei zugkräftigsten Novitäten
der Saison: „Werther" von Massenet und „Freund Fritz"
von Mascagni. In dem Werke des Franzosen Überwiegende
Reflexion, feinstes Raffinement, das Resultat langjähriger Er-
fahrung, in der Oper des Italieners mehr musikalisches Voll-
364
blut bei minder vornehmer Haltung, ein gewisses der augen-
blickliclien Stimmung Nachgeben, das selbst vor Banalitäten
(wie z. B. dem bereits in der „Cavalleria rusticana" abge-
nutzten stets wiederkehrenden sentimentalen Vorhalt) nicht
zurückschreckt, dabei aber instinctiv stets, wenn nicht das
Richtige, so doch relativ Wirksames trifft, — so könnte man
vielleicht die beiden Partituren vergleichen, die in dem aus-
gesprochenen Bühnensinn ihrer Ck>mponisten zusammentreffen.
Sieht man von der argen Verballhornun^ ab, die sich Goethe's
mit dem Herzblut des Dichters geschriebener Roman unter
den Händen dreier (!) französischen Librettisten hat gefallen
lassen müssen — die edle, keusche Lotte wird im letzten Act
der Oper einfach zur Ehebrecherin — , so übt „Werther" in Mas-
senet's Vertonung stellenweise einen eigenen poetischen Reiz.
Mehr als je zuvor hat sich der geistreiche Franzose diesmal
der Weise des grossen deutschen Dichter-Gomponisten ge-
nähert, entschiedener als in irgend Einer seiner früheren Opern
den Schwerpunct in das mit glänzender Virtuosität behandelte
Orchester verlegt. Auf diesem Wege gewinnt der Oomponist
bedeutende Wirkungen: eine ebenso zart erfundene, als in-
strumentirte Orchestermelodie begleitet ungemein stimmungs-
voll den Schluss des ersten Actes, der uns Werther und Lotte,
von dem ländlichen Ballfest zurückkehrend. Arm in Arm der
Letzteren Wohnung zuschreiten zeigt: eine selten dramati-
sche Ausdruckskran gewinnt sodann Massenet's Orchester im
letzten Act während des Zwischenspieles, das Werther's Ver-
zweiflung und den aus selber folgenden Entschluss, den Tod zu
suchen, schildern soll. Auf die Kunst, Stimmung zu machen,
versteht sich überhaupt Massenet besonders im ersten Act der
Oper, wo uns aus der Musik, den kleinbürgerlichen Verhält-
nissen entsprechend, mitunter etwas wie „Meistersinger" -Luft
behaglich anweht. Anderswo wird man freilich durch das
fehlende ursprünglich-Melodische frostig berührt. Im Ganzen
wird die Wirkung der Oper von der individuellen Empfindung
des einzelnen Hörers abhängen, inwiefern er in den nandeln-
den Personen noch die Gestalten Goethe's zu erkennen, an
ihren leidenschaftlichen Seelenkämpfen Antheil zu nehmen
vermag. Den grossen und anscheinend bleibenden Wiener Er-
folg der Novität entschieden die glänzenden Leistungen der
beiden Hauptdarsteller Frl. Renard und Hr. van Dyck, mit
denen als Dritter im Bunde das treffliche Orchester genannt
werden kann. Schon seit seinem hinreissenden Chevalier de
Grieux in „Manon** als der berufenste gesangliche deutsche
Interpret Massenet's gefeiert, ist Hr. van Dyck in neuester
Zeit dem Pariser Tondichter noch auf einem ganz anderen
Gebiete näher getreten : er hat nämlich (in Gemeinschaft mit
dem Franzosen de Roddaz) für ihn den textlichen Vorwurf
eines einactigen Ballets „Das Glockenspiel" („Le Carillon")
verfasst. Die Idee: dass zwei Bösew^ichter , welche das von
einem jungen Rivalen soeben reparirte Stadt-XJiirwerk, von
deosen rechtzeitigem Functioniren des gehassten Jünglings
Lebensglück abhängt, zei-stört haben, im entscheidenden
Augenblick durch einen Zauber des heiligen Martin selbst in
die zwei mechanischen Figuren verwandelt werden, welche
mit ihren Hämmern die • vermeintlich vernichtete TJhr zum
Schlagen bringen, entbehrt nicht der Originalität, umso-
mehr aber Alles, was diesem unerwarteten Schlusseffect vor-
ausgeht, des Interesses. Den Componisten hat dieser kleinen
choreographisch-pantomimischen Aufgabe gegenüber die Phan-
tasie g^zlich im Stiche gelassen, und besonders seine sonst
so reiche coloristische Phantasie. Wer von diesem „Glocken-
spiel" etwa überraschende Klangwirkungen, wie wir sie von
Bizet's „L'Arl6sienne" („Le Carillon") oder von Delibes' „Cop-
pelia" her kennen, erwartete, musste arg enttäuscht werden.
Die Musik (unter allerlei Tonmalereien auch wie in den „Jah-
reszeiten" das Krähen der Hähne nachahmend) arbeitet viel-
mehr mit platten Effecten, selbst mit gesuchten Missklängen,
höchstens wäre einem „Dialogue sentimental" eine etwas
wärmere Stimmung nachzurühmen. Massenet's „Glockenspiel"
wurde bei der Erstaufführung nur aus echt Wienerischer
Höflichkeit für den anwesenden Componisten zu Liebe „a]p-
plaudirt", gefallen hat die Novität nicht. In Verbindung mit
einem beliebten kürzeren Zugstück, z. B. der zur Zeit noch
immer unverwüstlichen „Cavalleria rusticana", erfüllt aber ein
solcher wenn auch künstlerisch werthloser Einacter immer-
hin seinen Zweck. Dies mag erklären, dass das „Glockenspiel"
seither doch noch mehrere Male wiederholt wurde.
Und der Erfolg von Mascagni's -Freund Fritz" ? Nun, er
kann, was die Au&iahme seitens des Publicums betrifft, durch-
aus nicht Jenem der „Cavalleria" zur Seite gestellt werden,
ein grosser, unbestrittener, sich bei den Reprisen sogar er-
höhender war er doch, bei den Kennern hat der Eindruck
geradezu die Meinung von Mascagni's Talent erhöht. Denn
nur ein echtes Bühnentalent konnte für diese magere, dürf-
tige Handlimg — die den Lesern wohl schon von früheren
Schilderungen her bekannt — Interesse einflössen, ihren Trä-
gern unsere Sympathien gewinnen. Also das directe Gegen-
theil von der „Cavalleria". in welcher Oper schon der dem italie-
nischen Volksleben abgelauschte Stoff die Fülle der in einem
einzi^n Act angebauten südlichen Leidenschaft, besonders
aber der wie eine Explosion wirkende tragische Schluss, einem
landsmännischen Componisten den halben Erfolg verbürgte.
Was eigentlich den heissblütigen Mascagni zur Vertonui^ der
harmlosen Elsasser Dorfgeschichte veranGisste, ob ihm ein ^sser
Zufall das Buch der HH. Erckmann-Chatrian in die Hände
gespielt oder er mit Absicht zeigen wollte: sein Erfolg hänge
nicht vom Libretto ab, — wunderlich, grillenhaft bleibt die
Wahl gerade dieses Stoffes für den Componisten der „Caval-
leria" unter allen Umständen. Zog ihn vielleicht das ihm von
Kindheit an vertraute ländliche Element an, so hätte er anderer-
seits nicht vergessen dürfen, dass Elsass nicht Sicilien sei und
dass ein alternder, behäbiger, ehrsamer Junggeselle, wie Freund
Fritz, musikalisch anders charakterisirt werden müsse, als der
junge, leicht erregbare Turiddu. Mascagni hat aber da und
dort mit fast den gleichen grellen Farben gemalt, im letzten
Act seiner neuen Oper macht er aus dem Titelhelden den
richtigen italienischen Liebestenor, den man sofort in das Ge-
wand Turiddu's stecken könnte, das ihm gewiss vortrefflich
anpasste. In der hochdramatischen Unterstreichung jedes
Accentes, jeder Phrase fällt dieser letzte Act aus der idylli-
schen Athmosphäre, in welcher sich die früheren Acte be-
wegen (oder doch dem textlichen Vorwurf zufolge bewegen
sollen) vollständig heraus. Man empfindet die ungehörigen
Kraftsteigerungen noch störender, da ja über den glücklichen
Ausgang der Geschichte Niemand im Zweifel und daher
Freund Fritz* musikalische Verzweiflungsausbrüche— die u. A.
hier auch in dem bei Mascagni bereits obligatorisch geworde-
nen Intermezzo Ausdruck finden — ganz überflüssig ei^scheinen.
Was hier doch wirkt tmd namentlich den früheren Acten
einen eigenen Reiz verleiht, ist der überall erkennbare Pul&-
schla^ warmer, natürlicher Empfindung, welcher sich im 2. Acte
zugleich in meist sehr anziehender Form kundgibt: der stim-
mungsvoll poetische Anfang und — auf ihn wehmüthig zurück-
greifend — der Schluss des Actes, die musikalisch sehr fein
ausgearbeitete, bereits mit Recht gerühmte Kirschenscene, das
kaum minder glücklich componirte, auf einen fortlaufenden
Bläser-Choral gestützte Bibelduett und dazwischen so mancher
packende declamatorische oder orchestrale Zug: alles Das zu-
sammen zeigt Mascagni's Talent und sein Geschick, sich in
eine Situation musikalisch einzuleben, von der günstigsten
Seite. In der organischen Fügung der meisten Musikstücke
einen kaum zu verkennenden Fortschritt j;egenüber der „Ca-
valleria" aufweisend, offenbart „Freund Fritz" freilich auch
ein gewisses Fortschreiten des Componisten auf minder künst-
lerischer abschüsfflger Bahn. Hierner gehört ausser dem be-
quemen häufigen Wiederholen gewisser melodischen und noch
mehr modulatorischen Lieblingswendungen die leidige Manier,
einer an sich recht gewöhnlichen Phrase durch seltsame Har-
naonisirung (oft nur durch Alteration eines einzigen Tones,
die gebrachte kleine statt der erwarteten grossen Terz u. dgl.
bewirkt) den Schein des Neuen, OrigineUen und hiermit Be-
deutenden auftäuschen zu wollen. So natürlich sich im All-
gemeinen Mascagni^s Empfinden und besonders seine melodi-
sche Declamation gibt, so unnatürlich gestaltet sich recht oft
deren harmonischer Untergrund. Mitunter bringt er ohne die
geringste Nöthigung von irgend welcher Seite abscheuliche
Kakophonien: was sollen z. S. die gleichsam roh hingeklexten
Sextaccorde, die zu der ersten walzerartigen (übrigens auf-
fallend an Liszt's „Tasso" erinnernden) Melodie des Vorspiels
führen? Wir finden ftir diese und manche andere genial
thuendeHässlichkeit und Leichtfertigkeit keinen anderen £rklä-
rungsgrund, als den der schlimmsten Originalitätshascherei, —
der spanische Pfeffer nicht als Würze, sondern als Speise aar-
fereicht! Hier könnte der ehrgeizige junge Livomese vom
eutschen Meister Wagner lernen,' der, wo es der Verwirk-
lichung einer dichterischen Idee galt, vor keinem harmoni-
schen und orchestralen Wagnisse zurückgeschreckt (vnr erin-
nern nur als an ein besonders bezeichnendes Beispiel an
die furchtbar gewaltige Steigerung bei Wotan*s „Göttemoth"
in der „Walküre"!), der aber in seinen eigentlichen Meister-
werken nie um blos äusseren Reizes willen auch nur die
geringste modulatorische Sonderbarkeit hingeschrieben. Frei-
lieh, wenn man gewissen Leuten glauben wollte, so wäre 1
Richard Wagner — in der Meinung des Wiener Publi(
heute
_ Publicums
wenigstens -— bereits von Pietro Mascagni künstlerisch ent-
thront: triumphirend wird verkündigt, dass in der eben ab-
gelaufenen Saison des Letztgenannten Name 75 Mal auf dem
Theaterzettel der k. k. Hofoper erschien (und zwar mit „Ca-
valleria rusticana** 62 Mal, mit „Freund Fritz" 13 Mal), der
Wagner's nur 82 Mal. Aber abgesehen, dass ein so über-
schwÄnglicher Cultus, wie er bei uns mit der „Cavalleria**
getrieben wird, schliesslich zur Abnutzung führen muss (wir
haben ja ganz Aehnliches schon an dem kaum minder ge-
feierten, freilich schwächeren „Trompeter von Säkkingen" er-
lebt), dass es ferner etwas leichter ist, einen Einacter (zu-
sammen mit anderen Stücken) oft hintereinander zu geben,
als Riesenwerke, wie die „Nibelungen" -Dramen oder die
^eistersinfi'er", kann bezüglich einer Modeoper ein plötzlicher
Umschlag des Geschmackes über Nacht eintreten, während
Wagner*s classische Kunst als das Höchste der dramatischen
Musik an keine G^chmacksrichtung gebunden ist. Wollen
wir abwarten, wie man bei uns in 2 — 3 Jahren über Mas-
cagni denken wird : es ist eben noch nicht alle Tage Abend.
Dr. Theodor Helm.
Berichte.
Leipzig. Mit seinem 6. Concert schloss der Liszt-
y er ein am 27. Juni, allerdings etwas verspätet, eine glänzende
Saison glanzvollst ao. War der Hauptpfeiler des Programms
auch nicht, wie in den beiden vorhergegangenen Goncerten,
ein Werk von epochaler Bedeutung, so zeigte er, nämlich eine
neue CmoU-Symphonie von Aug. Klughardt, sich doch als eine
Oomposition. der man unter den neueren und neuesten Er-
zeu^issen gleicher Qattung einen ehrenvollen Platz anweisen
dart, und der Componist, dem die Orchesterleitung des Abends
bis auf Eine Ausnahme oblag, hatte dafür gesorgt, dass sie
durch die vorzügliche und gut verstärkte Capelle des 184. In-
fanterie-Regiments, welche sich auch in der letzten Saison
wiederum die mannigfachsten Verdienste um das hiesige
Concertwesen erworben hat, in allen ihren Theilen äusserst
wirkungsvoll zur Wiedergabe gelangte. Der erste Satz, ein
AUegro non troppo, führt die Novität in prächtiger, anspre-
chender Weise ein. Rhythmisch-straife und plastische The-
men geben ihm den Cnarakter frischer Lebensfreudigkeit,
der nur in einer etwas aus der Stimmung fallenden fugirten
Periode vorübergehend sich verleugnet. Ein Andante cantabile
folgt ihm und bringt volle Beweise dafür, dass das lyrische
Vermögen des Componisten, das so reiche Blüthen getrieben,
nicbt versiegt ist. Ein süsses Gedenken an ein vergangenes
herzbewegendes Erlebniss scheint den Componisten zu diesem
stimmungsvollen Satz inspirirt zu haben, der auch nach Seite
der Erfindung Sachen aufweist, die aus originalem Geist
herausgeboren sind. Dass nirgends blosse Empfindsamkeit zu
Tage tritt, sondern überall wirklich Empfundenes zur Aus-
sprache gelangt, ist ein Vorzug für sich. Weniger Eindruck
hat uns das Scherzo presto gemacht, das weder seiner Be-
zeichnung recht entspricht, noch durch frappante Gedanken
sich auszeichnet. Mit einem im Charakter dem 1. Satze ver-
wandten Finale — Andante maestoso und Moderato e molto
maestoso — schliesst das Werk, doch hat der Schlusssatz nicht
ganz die Erfindungsfrische des ersten und ist auch nicht frei
von Reminiscenzen, von welchen die an Mendelssohn's „Lob-
gesang" am aufdringlichsten sich bemerklich macht. Alles in
Allem ist jedoch diese neueste Schöpfung des Dessauer Meisters,
wie scbon gesa^, eine werth volle Gabe, die derselbe dem musi-
kalischen Pubhcum macht und die von dem Leipziger Theil
des Letzteren mit grossem Beifall entgegen genommen wurde.
Hr. Klu^ardt zeigte sich als feinfühliger Dirigent aber auch
in den ,)pröludes" von Liszt, sowie im Accompagnement von
dessen „Todtentanz" und Adur-Concert för Ciavier und Or-
chester, und es wäre der Orchesternovität von C. Ansorge
sicher dienlicher zu ihrer Wirkung gewesen, wenn dieselbe
statt vom Componisten ebenfalls von Hm. Klughardt dirigirt
worden wäre, welche Vermuthung wir auf Grund der von uns
besuchten Hauptprobe, in welcher Hr. Klughardt den Takt-
stock führte, aussprechen dürfen. Dieses Orchesterstück, der
zweite, „Orpheuo* Klage und Liebessang in der Unterwelt"
betitelte Theil einer Symphonie „Orpheus", ist ganz im Stile
der Liszt'schen symphonischen Dichtungen geschrieben, nur
dass unter Ansorge's Händen die Form ganz zerschlagen er-
scheint und man in dem aus lauter kurssen und kürzeren,
355
meist ganz unvermittelt einander folgenden Gedankenspähnen
den poetischen Faden, den der Titel erkennbar machen will,
bald ganz verliert. Mit grosser Gewissenhaftigkeit ist Ansorge
darauf bedacht gewesen, allem Schablonenhaften und Trivialen
auch in gedanklicher Beziehung aus dem Wege zu gehen ; lei-
der aber sind in seiner stark von Wagner und Liszt beein-
fiussten Erfindung nur selten individuelle Spuren zu entdecken,
sodass die Novität hierin ein tieferes Interesse zu bieten
nicht im Stande war. Die Neigung des Componisten als
Dirigent seines Werkes, das Pathetische in demselben durch
lane;same Tempi noch zu steigern, während Klughardt die
Sacne energischer anfasste, sowie eine sichtbare Schwerfällig-
keit in der Kunst des Dirigirens überhaupt verkürzten die
an sich nicht unmittelbare Wirkung der Composition noch
wesentlich. Einen kolossalen Erfolg erspielte sich Hr. Sta-
venhagen, der eine Solist des Abenas, in den oben erwähnten
Ciavierwerken ; nach dem Concert wurde der Applaus geradezu
frenetisch und zwang dem ausgezeichnet disnonirten A^ünstler
noch eine Etüde von Chopin ab. Einen vollen künstlerischen
Erfolg hatte neben Hm. Stavenhagen, mit welchem sie sich in
die solistische Ausstattung des Programms theil te, Frl. Schär-
nack mit ihren Liedervorträgen, wenn derselbe auch mehr
aus der vollendeten Art ihres Gesanges, als aus der Wahl
der Vortragsobjecte selbst resultirte, denn dieselbe war, so
nobel in Stimmung und Ausdruck die Lieder sich auch im
Ganzen gaben, nicht mannigfaltig genug, um nicht den Ein-
druck einer gewissen Monotonie aufkommen zu lassen. Die
Lieder hiessen „Frühling im Herzen", „Ln Rosengarten" und
„Mit Regen und Sturmgebrause" von Albert Fuchs, „Gute
Nacht" von Petri, „Mainacht" von Klughardt und „Frühling"
von Ad. Lorenz und wurden am Ciavier in äusserst feinfüh-
liger Weise von Hm. Anton Förster accompagnirt.
Hamburg, 1. Juni. (Schluss.) Am Abend des 91. Mai
machten der Hamburger Tonkünstlerverein, der zur
Feier seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens ein
Concert veranstaltete, und die Dresdener Liedertafel,
die am Vormittag dem Fürsten Bismarck in Friedrichsrub
eine Serenade gebracht und die Gele^nheit benutzt^ um
dem hiesigen Publicum einen Beweis ihrer ausgezeich-
neten Leistungsfähigkeit zu geben, einander Concurrenz.
Der Schreiber dieser Zeilen , der für das Leben und Streben
innerhalb des Tonkünstlervereins aus mancherlei Gründen
sich schon lange keine Theilnahme mehr abe^winnen kann
und bereits seit mehreren Jahren deshalb auf die Mitglied-
schaft verzichtet hat, war zu den Dresdenern gegangen und
berichtet über das Stiftungsfest, zu welchem ihm übrigens
auch keine Eintrittskarte geworden, nach Hörensagen. Zur
Ausstattung des Festprogramms waren Compositionen gewählt,
deren Schöpfer zu Hamburg in irgendwelchem Verhältniss
gestanden haben oder noch stehen: D dur-Ouverture von Job.
Seb. Bach, das „Hallelujah" aus Händel's „Messias", dieFdur-
Symphonie und die Fest- und Gedenksprüche von J. Brahms,
Mendelssohn's „Meeresstille und glückliche Fahrt"-Ouverture,
das „Osanna" aus der Missa solemnis von Mehrkens, Sommer-
nachtschor aus „Sigurd" von Krug, ein Ensemblestück aus
„Der Tod Balder's" von Beständig, „Am Traunsee" von Thieriot
und Lieder am Ciavier von Riccius,Grädener undGurlitt. Selt-
samer Weise hatte sich unter diese Sachen der erste Satz aus
Beethoven*s Violinconcert verirrt, für dessen Anwesenheit wir
keine Erklärung finden können. Was die Ausführung anbe-
trifil, so stand ein Chor von reichlich tausend Personen, ein
hundert Mann starkes Orchester, ein Contingent von sechs
Dirigenten(dieHH. V.Bern uth, Spengel, Thieriot, Krug,
Mehrkens und Beständig), ein aus Frl. Oberbeck. Hrn.
Schradieck und Hm. Dannenberg gebildetes Soiisten-
terzett zur Verfügung und das Resultat soll überall ein völlig
befriedigendes gewesen sein. — Zur selbigen Stunde, wo es im
Tonkünstler verein also hoch genug herging, haben wir uns
bei den Dresdener Sängern sehr hübsch imterhalten und er-
freut an den prächtigen Vorträgen. Der gut erzogene Chor
disponirt über wohllautende, klangvolle Tenöre, die sich nicht
eine unedle Tongebung gestatten, über tiefe, klare, ausgibige
Bässe, die das harmonische Grebäude fest und sicher tragen, und
über ein wahrheitsgetreues Verständniss und Empfinden, wo-
durch die wiederzugebenden Chorstücke textlich und musi-
kalisch durchaus ihr Recht bekommen. Nachdem der Wahl-
spruch der Liedertafel in kräftigen Tönen erschallt war, gab
es zunächst das gemüthsinnige „Salve regina" von Franz
Schubert, dann Dregert's recht nett eflfectuirende „Rheinsage",
856
JuliuB Bietz' zarteinnige „Einsamkeit**, R. Schmnann^s Lieder-
perlen „Die Boee stand im Thaa** und „Die Minnesänger**,
das allerliebste Volkslied -Es waren zwei Eöni&isldnder**, ein
freundliches „Neuer Frühling** von Petschke, drei geschickt
gemachte Fi^en von dem verdienstvollen Dirigenten der
liiedertafel, Beinhold Becker: „Ave Maria**, „Abendglocken**
und Bismarok-Lied, und Waener's „Gruss seiner Getreuen*".
Wenn diese mit Schwungs Leben und Bewegung, körperlicher
und geistiger Frische gesungenen Chöre mit stürmischem Bei-
fall aufgenommen wurden, wenn das überaus zahlreiche Pub-
licum im Verlaufe des Aoends nicht mit Zeichen wärmster
Zustimmung zurück gehalten hatte, so gab zum Beschluss,
als das „Sei uns ge^rüsst! o Held, du Deutschlands fi;rösster
Sohn" ertönte, eine Alles fortreissende Begeisterung sich kund.
Wagner^s „Gruss** schlug mit elementarer Gewalt durch, und
es erhob sich ein Jubel, der davon zeugte, wie voll und ganz
das Auditorium den Worten des Poeten und den Tönen des
Meisters beistimmte. — Zwischen den Vorträgen der Lieder-
tafel gab Hr. Schultz aus Dresden einige Kleinigkeiten in
applauswürdiger Ausführung am Flügel zum Besten und Hess
sicn eine Dame mit den Afiuren einer Soubrette hören, von
deren „Gesan^eistungen** wir nicht weiter reden wollen.
Die Follinischen Theater in Hamburg und Altena
haben gestern Abend ihre Pforten geschlossen, und die Be-
trachtung von Dem, was während der neunmonatUchen Spiel-
zeit an musikalischen Dingen darin geschehen, mag nicht
ohne Interesse sein. Das oedeutsamste Ereigniss war der
zehn Vorstellunfi;en umfassende Wagner-Cyklus. der nur
dadurch, dass fVau Klafsky durch ihres Gatten Tod an der
Mitwirlning verhindert war, unter erschwerenden Umständen
zur Ausßihrung kam. Die Isolde, die Frau Sidonie Both aus
Darmstadt in Vertretung unserer heimischen Künstlerin bot,
war in jeder Hinsicht, im Gesang und in der Darstellung,
eine unzureichende und that der Aufführung Schaden. Weit
eher konnte Frau Josefine von Hübbenet aus (kssel als
Brünnhilde in der „Gk^tterdämmerung** s^enüfi^en, wenn auch
das starke Vibriren ihres Organs recht erheblich störte. Aus-
reichenden Ersatz konnte auch Frl. AJine Friede aus Magde-
burg nicht liefern, deren Brüniüiüde in der „Walküre** im
Gonventionellen stecken blieb. Wir haben also verspürt, wel-
chen Werth Frau Rla£sky ftlr unser Opeminstitut besitzt, und
woUen wtknschen, dass sie sich während der Ferien von dem
schweren Schicksalsschlae wem'gstens soweit erholt, um zum
Herbst ihre künstleristme Thätiekeit wieder beurinnen zu
können. An ferneren Gtöjsten bracnte der Wagner-Cyklus Frl.
Jettka Finkenstein aus Cassel, die ftür die erkrankte Frau
Heinck den Adriane vortrefflich repräsentirte, und Hm. Hans
Thomaszeok aus Düsseldorf, der ftlr den plötzlich verstor-
benen Hrn. Greve den Wanderer und den Wotan übernahm
und beide Partien recht tüchtie bewältigt«. Die Mitglieder
des Ensembles sind unter Führung der HH. GapeÜmeister
Mahler und Hentschel stets mit .allem Eifer und durch-
weg mit gutem Erfolg um ihre gewichtigen Aufgaben bemüht
gewesen: Frl. Bettaque, Frl. Gelber, die HH. Alvary,
Seidel, Lissmann, Wiegand und nicnt am wenigsten die
des Orchesters. Vergessen sei nicht die Bemerkung, dass
sämmtliche Vorstellungen des Cyklus vor ganz gendltem
Hause stattfanden. Das Hamburger Publicum zeigte über-
haupt den Tondramen Bichard Wa^er's gegenüber eine leb-
hafte Antheilnahme, wie folgende Ziffern beweisen: während
der eben beendigten Saison wurden an 65 Abenden Wagneri-
sche Werke aufeeftlhrt, wovon „Tannhäuser** 22 Mal, „Lohen-
gin** 13 Mal, Sie „Meistersinger** und „Walküre** je 7 Mal,
„Tristan und Isolde** und „Si^;fried^** je 6 Mal, „Der fliegende
Holländer** 3 Mal, „Bienzi**, „Bheingold** und „Götterdämme-
rung** je 1 Mal gegeben wurden. Solche Zahlenreihe besagt
manchmal mehr, ab eine Menge von Worten. Um gleich bei
der Statistik, die sich zwar etwas trocken ausnimmt, dafi'ir
aber als treu und verlässlich sich gibt, zu bleiben, so stand
Adam 11 Mal auf dem Bepertoire, Auber 24 Mal, Beethoven
6 Mal, Bellini 2 Mal, Bizet 16 Mal, Gherubini , Goldmark,
Halövy, Möhul und Itubinstein je 1 Mal, Donizetti, Gluck,
Gkoetz, Gbunodj Herold, Kreutzer und Weber je 3 Mal, Flotow
17 Mal, Lortzing 8 Mal, Meyerbeer 8 Mal, Mozart 17 Mal,
Nessler 7 Mal, Nicolai 6 Mal, Bossini 2 Mal, Thomas 12 Mal,
Verdi 14 Mal und Mascagni — 63 Mal.
Von den Neuigkeiten, die die letzte Saison brachte, wird
wohl keine im nächsten Winter wieder erscheinen, und es
hat deren eine ganze Anzahl gegeben: „Eugen Onögüi** von
Tschaikowsky, „Philemon und Baucis** von Gk>uncä, „Der
Traum** von Bruneau, „Isora von Provence** von Mancinelli,
„Zwei Könige** von Messager, „Des Köni£;8 Schwert** von
Hentschel und „Lorle** von Förster, um welche die aufgewen-
dete Mühe eine vergebliche und unnütze war. Das meiste
Ge&Uen hat davon noch Messager^s „Zwei Könige** gefunden,
welches Werk 10 Mal erschien, wogegen Förster^s „Lorle**
6 Mal, die anderen Novitäten 2, höchstens 3 Mal zur Auf-
führung gelangten. — Bei diesem Bückblick auf die jüngste
dramatiscSi-musikalische Vergangenheit am hiesigen Ort, na-
mentlich beim Betrachten der letzten Neuigkeitsliste, sind uns
verschiedene Gedanken gekommen, darunter auch der: wie
es wohl sein würde, wenn unsere Opemleitung bei der Aus-
wahl der neu herauszubringenden Stücke künftig das Augen-
merk etwas mehr auf die Schöpfungen deutscher Künstler
richtete. Louis Bödecker.
Concertumschau.
Aachen. 4. u. 5. Symph.-Conc. des städt. Orchesters
(Schwickerath): Symphonien v. Beethoven (No. 5) u. Schu-
mann (No. 3), Ouvertüren v. Goldmark („Ln Frühling**) u. A.,
And. a. dem Streichquart. Op. 11 v. Tschaikowsky, „Hoch-
zeitsmusik** f. Orch. V. Ad. Jensen-B. Becker, Gtesangvor-
träge des Frl. Zimdars („Mainacht** v. Brahms, Pastorale v.
Bizet etc.).
Annaberg. Jubiläumsconc. des Seminars unt. Leit. des
Hrn. Thalemann am 8. Juni: „TeDeum** f. Chor, Blechblas-
instrumente, Contrabass u. Pauken v. Beinecke, Gantate f.
Soli, Chor, Orch. u. Org. v. A. Biedel, Hymnus f. Männer-
chor u. Orch. V. 0. W ermann, „Vater unser** f. gem. Chor
V. Lux, Solovorträge der Organisten HH. Weber (Ddur-Tocc.
V. S. Bach), Bormann (1. Satz der Amoll-Son. v. Bhein ber-
ger) u. Türke a. Zwickau (Adagio v. Merkel).
Berlin. 5. Vortragsabend der Freien Vereinigung: Barca-
role u. „Feenruf** f. Frauenchor u. Soli v. W. Freudenberg,
Solovorträge der Frauen Freudenber|f (Ges., „An die Unge-
nannte**, „Die Lerche" u. „ Bussische Liebesfahrt** v.W. Fr en-
den her g) u. Mankiewicz (Clav., Noct., Menuett, Musette u.
S6r6n. castilienne v. W. Kuntze), der Frls. Paghelli (Ges.,
„Am Morgen** v. W. Langhans li. „Dfo Veilchen** v.Svend-
sen) und Grimminger (Ges., Cavatine a. der „Königin von
Saba** V. Gounod, „Mit deinen blauen Augen** v. Lassen etc.)
u. der HH. van Gorkom (Ges., Cyklus „Asteroiden** v. B.Buck),
G. Freudenberg (Clav., Gnomenwalzer und JS-raziella** von
W. Freudenberg) u. Both (Violonc, Mel. v. J. Gauby, Can-
zonetta v. V. Herbert u. Span. Tanz v.W. Freudenberg).
Bonn. Geistl. Conc. des evang. Kirchengesangver. (Köhler)
am 24. Mai: Chöre v. G. Vierling („Du gabst dem ewigen
Geist** u. „Du bists allein**) u. Bortniansky, Solo vortrage des
Frl. Kamp a. Crefeld (Ges., „Gebet** v. Hiller etc.) und des
Hm. KöhterJOrg., Prael. u. Fuge in Ädur v^^S. Bach, Gmoll-
Son. V. J.
Schumann).
Son. V. J. P. E. Hartmann und 3. u. 2. BACH-Fuge von
Breslau, 1 . W^ner- Abend der Bresl. Concertcap. (Biemen-
schneider) am 11. Juni: „Siegfried-Idyll" Ouvertüren zum
„Fliegenden Holländer** u. „Tannhäuser**, Kaiser-Marsch, Ein-
leit. zum 3. Act. a. „Tannhäuser** u. A. m. v. B.Wagner. —
4., 5. u. 6. Symph.-Cionc. derselben Cap. : Symphonien v. Beet-
hoven (No. 3 u. 5) u. Baff („Im Walde**), 1. Satz der Ocean-
symph. V. Bubinstein, „Norwegischer Künstler-Cameval** v.
Svendsen, Musik zum „Märchen von Turandot** v. G. Kie-
men Schneider, Ouvertüren v. A. Bitter („Der faule Hans**),
Weber, Abert (,jAstorga**) und Lassen (Beethoven-), Fest-
praeludium v. G. Kiemenschneider, BaUetmusik a. „Boab-
dil** u. Melodie v. Moszkowski, 1. Ungar. Bhaps. v. Liszt,
Intermezzo „Polnisch** v. A. Ludwig, Adur-Polon. v. Cho-
pin-Biemenschneider, Fackeltanz V. Meverbeer.
Cinelnnati. 7. Piano Becital des Hrn. G. Schneider mit
Compositionen v. Mozart, J. W. Bust (Andantino u. Variat.),
Beinhold (zwei Etüden u. Impromptu), Beethoven (Sonate
Op. 90) u. Klein (Hochzeitsgesang a. Op. 14 u. drei Nummern
a. der Suite Op. 25).
Cöln. 4. Volk&-Symph.-Conc. (HoUaender) : Eine Prome-
theus-Symph. v. 0. Dorn, Ouvertüren v. Schumann („(Jeno-
vefa**) u. Wagner („Tannhäuser**), Esdur-Clavierconcert von
Beethoven (Hr. Dr. Neitzel).
Delitzsch. Conc. des Musikver. unt. gesangsolist. Mitwirk,
der Frls. Martini a. Leipzig, Flamme und Kayser u. des Hm.
Leideritz a. Leipzig am 28. Juni: „Comala** v. Gade, Kaiser-
Marsch m. Schlusschor v. Wagner, Sept. v. Beethoven, „Die
357
Birkeu und die Erlen" v. Bruoli, Gesangsoli v. Wafirner(l.
Gtesang Wolfiram's), Bubinstein („Nachhall**), Pfitzner
(„Sehnsucht**), Lassen („An die Nacht**), Beinecke (nBar-
barazweige**) u. Ad. Jensen („Alt-HeidelDerg**).
Dessau. Am 19. Juni Aufftlhr. des Orator. „Der Tag"der
Pfingsten** y. B. Bartmuss durch den Chor der St. Johannis-
kurone unt. Leit. des Hrn. Theile u. soHst. Mitwirk, des Frl.
Schneider u. des Hrn. Leonhardt.) (Das „Anhalt. Tagebl.**
schreibt u. A., dass die „Erwartung eines hohen Genusses
nicht getäuscht** worden sei, denn dAS „herrliche Oratorium**
habe „auf alle Anwesenden ersichtlich einen bedeutenden Ein-
druck fi;eniacht und jene gehobene Stimmung erzeugt, die nur
ein echtes und ernstes Kunstwerk hervorbringen kann**.)]
Düsseldorf. Conc. des Bich. Wagner-Yer. unt. Leit. des
Hm. Mottl a. Garlsruhe u. Mitwirk, der Frau Sucher a. Berlin,
der HH. Plank a. Carlsruhe (G^.) u. Dingeldey y. hier (Clay.)
u. des stftdt. Orch. am 26. Mai: Eine Faust-Guyert., Yorspiel
u. Monologe a. dem 2. u. 3. Aufzue^der „Meistersinger**, „Der
Venusberg** (nachcomp. Scene zu ,^annhäuser**), Wotan's Ab-
schied yon Brünnhilde u. „Feuerzauber** a. der „Walküre**,
die Sohlussscenen a. „Tristan und Isolde** u. ,,Götterdämme-
rung** und Lied „Träume** y. Wagner, „Mazeppa**, Esdur-
Clayierconc. u. Lied ^Mignon** y. Liszt.
FreibUPg 1. B. Kirdienconc. des Hrn. Hoppe (Grg.) unt.
Mitwirk, des Frl. Weizel (Ges.) und der HH. Stickel (Engl.
Hom u. Ob.) u. Clement (Hom) am 22. Mai: Soli f. Ges. yon
Hiller („(Stehet**), f. Grg. y. S. Bach (Fdur-Tocc.) u. Bhein-
b erger (Esmoll-Son.), f. Ob. y. Bheinberger (Andante), f.
EngL Hom u. f. Wcddhom. (Programm und Ausführung
dieses Concertes erfreuten sich dersdben Anerkennung, wie
s. Z. die Kammermusiksoiröe, welche, als einzige der ganzen
Saison, ebenfalls yon Hm. Hoppe gegeben wurde.)
Gaben. Oonoertabend des Musikyer. (Ochs) am 27. April:
Andante a. der Gdur-Symph. y. Haydn, Ouyert. zu „Josef in
Egypten** y. Möhul, Hochzeitsmarsch y. Mendelssohn, Clayier-
quart. y. Schumann, Clayieryorträge des Hm. Ochs. (Hr. Trau-
gott Ochs, der neue (3antor und Organist an der Stadt- und
fi^uptkirclie, erntete als Dirigent und Pianist yollste Aner-
kennung. Von seinem Clayierspiel wird geschrieben, dass es
sich „durch schönen tonyollen Anschlag, eminente Fingerfer-
tigkeit und eine yon feinem musikaliscnen Yerst&ndniss und
innerer Wärme zeugende Ausdrucksweise** auszeichne.)
Hagen 1. W. 3. Abonn.-Conc m. G. Yierling's Orato-
rium „Alarich** unter Leitung des Hm. Eayser und Solist.
Mitwirk, der Frls. MüUer-Hartunga. Weimar u. Kloppenburg
a. Frankfurt a. M. und des Hm. Büttner a. Coburg. (Chor:
Stadt. G^esang^ereine yon Hagen u. Iserlohn, Hagener Lehrer-
u. Männergesangyer. ; Orch.: Barmer Orch.-Yer. u. Cap. des
Hm. Küttner y. hier.)
Halle a. S. Aufföhr. der Singakad. (Beubke) unt. Solist.
Mitwirk, der Frls. Martini a. Leipzig, Schiefer y. hier und
Gondar a. Leipzig u. der HH. Trautermann u. Wünschmann
a. Leipzig (Ges.), sowie des Hm. Schmidt a. Riga (Yiol.) am
25. Juni: „Der Böse Pilgerfethrt** y. Schumann, „Mirjam*s
Siegesgesang** y. Schubert, Duette f. Sopr. u. Ten. „Im Mai**
u. „Der Frünling kommt** y. P. Umlauft, Soli f. C^sang v.
B. Kahn („Obdach im Sturm**), C. Beinecke („Klein Anna
Kathrin**), W. Taubert (Wiegenlied), Löwe, Bubinstein
(„Die Thräne**) u. Ad. Jensen („Alt-Heidelberg**) u. f. Yiol.
y. Bruch (Yorspiel u. Adagio [a. dem 1. Conc.?]) u. H.Schmidt
(Litermezzo).
Hamm. Conc. des Musikyer. (Frank) imt. sollst. Mitwirk,
des Frl. Nathan a. Frankfurt a. M. u. der HH. Schmitz a. Ha-
fen i. W. u. Brune a. Hannoyer am 15. Mai: ^2. Symph. yon
»eethoyen, „Die Schöpfung** y. Haydn. (In einem uns yor-
liegenden Bericht wird die YorfÜhrung der Symphonie als
eine „gewandte und graziöse** bezeichnet und über £e Wieder-
gabe der „Schöpfung** u. A. geschrieben: „Der Chor löste
seine Aufgabe mit einer wahren Brayour. Die Sicherheit des-
selben im Yortrage und im Einsetzen macht ihm selbst und
dem Dirigenten alle Ehre. Hr. Musikdirector Frank hat es
yerstanden, die Mitglieder für die edle Musica zu begeistern
und ^ die Haydn ^che Tonschöpfung insbesondere zu inter-
essiren. Man merkte es dem Yortrage an, dass jedes einzelne
Mitglied mit yoller Seele und ganzem Herzen dabei betheiligt
war. Dass bei solcher Leistung dem Dirigenten ein sehr
grosses Yerdienst gebührt, braucht wohl kaum erwähnt zu
werden. Die Gesammtleistung war eine durchaus gelungene,
und kann der Musikyerein sowohl, wie Hr. Musikdirector Frank,
der mit wahrer Meisterschaft den Taktstock zu fähren yer-
steht, auf die heutige Aufführung mit einer gewissen Befrie-
digung zurückblicken.** Becht trübselig scheint es dagegen
um den musikalischen Sinn des dortigen Publicums bestellt
zu sein, denn das Concert war nur schwach besucht.)
Heidelberg. Wohlthätigkeitsconc. am 24. Juni: Hmoll-
Clayiertrio y. Ph. "Vy olf rum (der Comp. u. HH. Triebel u.
Schlemmer), Soloyorträge des Frl. Küttner (Ges., ländlicher
Beigen** y. J. Y. da Motta, WinterUed y. H. y. Koss, „Sol-
yejg^s Lied** y. Grieg, „Ständchen** y. B. Strauss etc.) und
des Hm. da Motta (CSay., „Bönödiction de Dieu dans la Soli-
tude** y. Liszt, Esdur-Noct. y. Field u. „Bergers etBerg&res**
u. Gayotte y. Godard). (Die Ausfährung findet in der Presse
rückhaltslose Anerkennung; yon den Solonummem musste
da Motta*s „Beigen** da capo gesungen werden.)
Iserlohn. Am 19. Juni Aufführung y. G. Yierling's
„Alarich** durch dieselben Kräfte wie oben unter Hamm.
Kaiserslautern. Concert des Musikyer. (Damian) unter
Solist. Mitwirk, des Frl. Bau a. Darmstadt (G^.) u. des Hm.
Hohlfeld y. ebendaher (Viol.) am 21. Mai: Männerchöre yon
Goldmark („Frühlingsnetz**, m. yier Hörnern u. Clay.), Ko-
schat („Aus der Bauernstube**, m. Orch.), F. Hegar („Die
beiden Särge**), F. Hiller („Wanderers Nachtlied** u. „Früh-
lingseinzug**, mit Sopransolo), 0. Hohlfeld („B£argreth am
Thor**) u. C. Attenhofer („Mein Schätzelein**), Soli f. Ges.
y. C. Mangold (Bec. u. Gebet Ingeborg's aus „Frithjof*),
E. Hildaoh („Das Kraut Yergessenheit**), Grieg („Lauf der
Welt**) u. Meyer-Helmund(Zauberlied)u. f. Yiol. y. S.Bach,
Schumann- Joachim u. Yieuxtemps.
Kissingen. 2. Noyitätenconc. des Hrn. Kistler: Clayier-
Yiolinson. y. 0. y. Chelius, Soli f. Clay. y. H. y. Bronsart
(Mel.), Petersen [?] (Etüde) u. H.Scholz [?] (l.Satza. einem
Conc.) u. f. Yiol. y. Ohliger (Abendlied) u. Syendsen (Bo-
manze). (Ausfuhrende: Frl. Friedrich a. Würzburg [Clay.] u.
Hr. Ohliger y. hier [Yiol.].) — Symph.-Concerte der Curcap.
(Schreck) am 2. u. 16. Juni: Symphonien y. Beethoyen (No. 6)
u. Schubert (Hmoll), Seines hongroises y. Massenet, Ouyer-
turen y. Mendelssohn u. Gluck, Soloyorträge der HH. Ohliger
(„Faust**-Phant. y. Sarasate) u. Yoigt (FL, Conc. y. Mozart),
Kronstadt 1. S. Conc.derPhilharm.Gfesellschaft (Brand-
ner und Sommer) im Mai: „Lohengrin** -Yorspiel, „Tannhäu-
ser**-Ouyert. u. Trauermarsch a. der „Götterdämmerung** y.
Wagner, „Mignon** -Ouyert. y. Thomas, 2. Ungar. Bhaps. y.
Liszt-Müller-B erghaus, Asdur-Polon. y. (Jhopin-Müller-
Berghaus.
Leipzig. Sommerfest des akad. Gescmgyereins „Arion**
(Prof. Müller) unt. Mitwirk, der Cap. des 134. Lif.-Beg. (Jah-
re w) am 2. Juli: Ouyerturen y. Chembiniu. Draeseke(Akad.
Fest-), sowie andere Orchestemummem, „Landkennung** für
Männerchor, Baritonsolo u. Orch. y. Griegj^„B[rieg8gesang
im Walde** f. Männerchor und Orch. y. G. Weber, ,/Wald-
meisters Brautfahrt** f. do. y. Brambach, Männerchöre a cap.
y. G. Schreck („Gebet auf den Wassern**). Fr. Mair (König
Bing**), B. Bief (Wanderlied), G. Schmidt („Wenn ich ein
Walclyöglein war**), H. Jüngst („0, dass es muss im Frühling
sein**), H. Schulz-Beuthen („Darf ih 's Dimdl liabn?*0
C. H. Döring („Das Mädchen spricht**) u. B. Schmidt (Alt-
assyrisches Lied), sowie „Das Mädchen yon Gowric**, arr. y.
Dürrner, Fant, appass. f. Yiol. y. Yieuxtemps (Hr. Hamann).
— Abendunterhaltungen im k. Conseryat. der Musik: 17. Juni.
AmoU-Clayierconc, 1. Satz, y. Hummel = Frl. Knapp a. Chi-
cago, Arie „Schon eilet froh der Ackersmann** y. Haydn =
Hr. Weayer a. Westfield, Fdur-Clay.-Yiolinison. y. Grieg =
Frl. Tom a. London u. Hr. Korb a. Platten, Yioloncellconc. y.
Piatti = Hr. Listemann a. Boston, Amoll-Yiolinconcert yon
H. Sitt = Hr. Zimmermann aus Groningen, FmoU-Clayier-
conc. y. Chopin = Frl. Doane a. Brooklyn. 22. Juni.
Ouyerture zur Oper „Der Gouyemeur von Tours**, Yorroiele
zum 2. Act derselben Oper u. zum 5. Act y. „König Manfred**
u. Cdur-Clayierconc. (= Hr. Consolo a. Mailand) y. C. Bei-
necke, Terzett a. „Joseph in Egypten** y. M6hul = Frl.
Kirchhof a. Leipzig und HH. Müller a. Crimmitschau und
Weayer, Clavierquint. y. Schumann = Frl. Wesarg a. Braun-
schweig u. HH. Wille I. u. IL a. Greiz, Thomas u. Hammig
a. Leipzig.
Ludwigshafen a. Rh. Conc. des Yer. f. dass. Kirchen-
musik (Bieling) am 1. Juni: Gem. Chöre yon Mendelssohn,
Bungenhagen u. Alb. Becker („Erquicke mich mit deinem
Licht** u. „Herr Gott, nun schleuss den Himmel auf), Yocal-
terzett „Abendreihn** y. 0. Wermann (Frau Steinhäusser, Frl.
Heim u. Frau Niess), Solovorträge des Frl. Clossmann y. hier
(Ges., „Gebet** y.Hiller etc.) u. des Hm. Werner a. Baden-Baden
(Org., Prael. u. FugeinCmoll y. S.Bach, „Gebet** eig. Comp.,
368
Son. y. Gailmant etc.). (üeber die Chorleistungen schreibt
die „Pf. Pr." q. A.: „Die Einsätze sind so sicher, die Beach-
tung aller auf Rhythmik und Dynamik sich beziehenden Vor-
schriften so genau, die Aussprache so klar, die Athmung so
einheitlich, dass man nur mit wärmster Aberkennung von den
heutigen Leistungen des Chors sprechen darf.^)
Hühlhausen 1. Th. Am 17. Juni Auffuhr, v. HändePs
.Bamson*' durch den Allgem. Musikver. (Möller) unter solist.
Mitwirk, der Frauen Hertwig u. Opitz u. der HH. Marx u.
Knabe y. hier. (Die „M. Z." äussert sich über den chorischen
Theil der Aufführung u. A. wie folgt: „Ein frischer Zug be-
lebte die Sänger und bekundete das hohe Interesse und die
warme Hingebung, mit denen man sich dem Studium des
grossartigen Werkes unterzogen hatte. Die Einsätze waren
Sräcis, die Durchführung klar; das Letztere darf auch yon
em Doppelchore am Eiäe des zweiten Theiles gelten. Diese
wohlyerdiente Anerkennung wirft ihr reflectirendes Licht auf
den Dirigenten des Vereins, Hrn. Musikdirector Möller. Der-
selbe hat nicht nur wieder einmal sein Dirigentengeschick
bewiesen, mit dem er Chor und Orchester zu leiten weiss,
sondern yor allen Dingen ein 2ieugni8S yon dem tiefen Ver-
ständniss abgelegt, mit dem er an eine solche Aufgabe heran-
tritt, und das seine Wirkung auf die ausfuhrenden Kräfte
nicht yerfehlen kann.'')
Münehen. Conc. des Lehrer-Gesangyer. (Sturm) am 1 . Mai :
„Egmont**-Ouvert. v. Beethoyen, „Toröador et Andalouse'' f.
Orch. y. Bubinstein, Noct. a. der „Sommemachtstraum**-
Musik y. Mendelssohn, „Wittekind" f. Baritonsolo (Hr. Kirsch-
ner), Frauenchor, Männerchor u. Orch. y. Th. Podbertsky,
sechs Niederländische Volkslieder, f. Männerchor u. Soli mit
Orch. u. Org. bearbeit. y. Kremser, gem. Chöre y. Brahms
(„Li stiller Kacht") u. Bheinberger („AllmeineGedanken**),
Männerchöre y. F. Hegar („Rudolf yon Werdenberg") und
L. Thuille („Die Wasserrose" u. „Frtlhlingsnahen"), sowie
Volkslieder „Sei still" u. „Lehnsmanns Abschied", gesetzt y.
E. Humperdinck, C^esangsoloyorträge der HH. Schreiber
(„Linddurtig" y. M. Z enger und „0 lieb, so lang du lieben
kannst" y. Liszt) u. Kirschner („Wenn dich die Seufzer krän-
ken", „Innen und aussen" u. Wanderlied y. M. Z eng er).
Neustadt a. d. H. 4. Kirchengesangfest des Eyang. Kir-
chengesangyer. f. die P&lz unt. Leit. des Hm. Prof. Lützel
a. Zweibrücken am 19. Juni: Chöre y.C.Beinthaler (Psalm
103), J. H. Lützel („Macht hoch die Thür", „Herr mein
Gott" u. „Danket dem Herrn"), L. Schröter, Vulpius, J. Chr.
Weeber („Siehe, das ist Gk)ttes Lamm"), Bortniansky, S. Bach
und Ed. Grell („Gott, gib Friede"), Orgelyorträge der HH.
Bernhard y. hier (Fesl^rael. v. J. G. Herzog u. Gdur-Prael.
y. Mendelssohn) u. ELahn a. Kaiserslautern (Choralyorspiel üb.
„Ein Lamm geht hin" u. Phant. u. Fuge in Gdur y. S. Bach
u. Adagio a. Op. 117 y. G. Merkel). (Das Fest wird als eine
in allen seinen Theilen, yom ersten bis zum letzten Ton,
„würdige, wirklich gottesdienstliche Festaufföhrung, ein herr-
liches, gelungenes Fest" bezeichnet.)
New- York. 13.— 16. Concert des Streichquart, der HH.
Herrmann, Hauser, Lilienthal u. Schenck: Clayierquintett y.
Chr. Sin ding (Olay.: Frau Chadick), Streichquint. Op. Uly.
Brahms (2. Bratsche: Hr. Schill), Streichquartette y. Schu-
mann (Op. 41, No. 1) u. Beethoyen (Op. 130, 131 u. 185), so-
wie Variat. a. dem DmoU-Streichquart. y. Schubert.
Oldenburg. Conc. des St. Lambertikirchenchors (Kuhl-
mann) am 3. Juni: Chöre y. Decius, Bortniansky, Mozart u.
E. F. Richter (Psalm 100, m.Soli), sowie altdeutsche Volks-
lieder „Erstanden ist der heiige Christ" und „Der Tod als
Schnitter", bearbeit. y. M. Plüddemann, und altböhm. Weih-
nachtslieder „Freu dich, Erd und Sternenzelt" u. „Die Engel
und die Hirten", bearbeit. y. C. Riedel. Soloyorträge des Frl.
Schmidt a. Berlin (Ges., Arie y. C. EcKcrt etc.) u. des Hrn.
KuMmann (Orgel, Fdur-Tocc. y. S. Bach, And. a. Op. 16 y.
Ph. Rufer u. And. a. Op. 113 y. Merkel).
Paris. Conc. der „Euterpe" unt. Leit. des Hm. d^Ozanne
am 7. Mai: Schicksalslied u. Liebeslieder-Walzery. Brahms,
1. Theil a. „Das Paradies und die Peri" u. Fdur-Clayiertrio
V. Schumann. (Solisten: Damen Ott, Steinsilber, Hellmann,
Catala u. Ducamp u. HH. Fürst, Gerold u. Britt [(}es.], Che-
villard [Clay.J, Geloso u. Schneklud [Streicher].) (Die Auffüh-
rung war Eine der bemerkenswerthesten der Saison.)
Bad Reinerz. l.--4.Symph.-Conc. des Curorch. (Loewen-
thal): Symphonien v. Beethoyen (No. 6 u. 3), Haydn (Gdur,
ft. „Cayalleria rusticana" v. Mascagni, „Frählings- Morgen-
ständchen" y. Lacombe, Soloyortr^e der HH. Knoch (Viol.),
Reimann (Violonc), Gemisch (Clar.) und Tuckermann (Hom)
u. A. m. — 1. — 3. Kammermusikabend: Esdur-Streichquint.
y. Mozart, Streichquartette y. Beethoven (Op. 18, No. 2), üaydn
u. Th. Kirchner (Op. 20), sowie einzelne Streichquartett-
sätze u. A. m. (Unter dem nicht registrirten Rest befinden
sich u. A. als höchst erbauliche Stücke für derartige Pro-
f ramme eine Mandolinen-Serenade y. R. Eilenberg u. H. [im
rogramm steht F. y.] PfeiPs „Still ruht der See" als Horn-
quartett! Wählerisch ist die Hand, welche diese Kammer-
musik-Programme aufstellt, jedenfalls nicht!)
Seheveningen. 1 .u. 2. Symph.-Conc. des Philharm. Orch.
a. Berlin (Herfurth): Symphonien v. Beethoven (No. 7) und
Raff („Lenore"), symphon. Dicht. „Fruhlingswogen" y. Ph.
Schar wenka, „Cortöge" y. M. Moszkowski, Vorspiel zu
„Lohengrin", Vorspiel u. „Isoldens Liebestod" a. „Tristan und
Isolde" u. „Waldweben" a. „Siegfried" y.Wagner, 2. Rhaps.
norv6g. V. Lalo, 1. u. 2. Satz a. dem DmoU-Violinconc. yon
Vieuxtemps (Hr. Eidering) u. A. m.
Sondershausen. 2.— 4. Lohconc. (Prof. Schröder) : Sym-
phonien V. Beethoven (No. 3 u. 5) und Schumann (Esdur),
„Tasso" V. Liszt, „Todtentanz" y. G. Riemenschneider,
„Siegfried-Idyll" v. Wagner, symph. Variat. f. Orch. v. Ni-
co dS, Ouvertüren y. Tscha'ikowsky („Romeo und Julie"),
Rheinberger („Christoforus") u. Brahms (Trag.)» Soloyor-
träge der HH. Rückbeü a. Freiburg i. B. (VioL, DmoU-Oonc.
y. Wieniawski) u. A. Martin y. hier (Violonc, Concert y.
Volkmann).
Tilsit. Proyinzial-Kirchengescmgfest: l.Tagm. HändePs
„Samson", ausgeführt vom Oratorienver. (Wolff) unter solist.
Mitwirk, der Frls. Paleit u. Friede u. der HH. Kirchner u.
Schulze.
Würzburg. Festconc. der Liedertafel zur Feier ihres
ÖOiähr. Bestehens unt. Leit. des Hm. Meyer -Olbersleben und
Solist. Mitwirk, des Frl. MtlUer-Hartung a. Weimar und der
HH. MüUer-Hartung v. ebendaher u. Knapp a. Mannheim am
5. Juni: Festouverture „Feierklänge" v. M. Meyer-Olbers-
leben, Festchor zu diesem Jubiläum f. Männerchor u. Orch.
y. C. F. Weinberger (unt. Leit. des Comp.), „Oolumbus" f.
Männerchor, Soli u. Orchester v. H. Zöllner, Chorlieder v.
A. Böhme („Das stille Thal"), C. Isenmann („Heute scheid
ich") u. H. Lange („Mein Herz, thu dich auf*).
Zweibrüeken. Zweitägige Musikaufführ. des Caecilien-
Ver. (Gtehlen) unter solist. Mitwirk, der Frls. v. Sicherer aus
Mtknchen u. Haas a. Mainz u. der HH. Diezel a. Berlin und
Sistermans a. Frankfurt a. M. (Ges.), sowie der HH. Neuheisel
a. Saarbrücken (Viol.) und Kaul a. Berlin (Viola): 19. Juni.
„Das Paradies und die Peri" y. Schumann. 20. Juni. Suite
„Aus Holberg's Zeit" f. Streichorch. y. Grieg, weitere Stücke
f. do. y. Händel, DvoHk (Notturno), Tscha'ikowsky (Ele-
gie) u. Gouvy (Schwed. Tanz), Soli f. Ges., f. Viol. u. f. Viola
(„Albumblätter" y. H. Sitt).
f/tr* Veraltete Programme^ sowie Progranmu ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Berlin. Die neue Altistin der Hofoper Frau Ritter-
Götze wird ihre Stellung am 1. Sejpt. antreten. In der KroU-
Oper ist immer noch Hr. Botel mit seiner beneidenswerthen
Stimme der Hauptmagnet. — Dresden. Wie vortheilhaft es
für die Gasse ist, berimmte Namensvettern zu haben, bewies
auch hier der starke Besuch, welchen die Goncerte des Hm.
Eduard Strauss und seiner Gapelle aus Wien fanden, denn
an sich ist Hr. Eduard Strauss Nichts weniger als ein Diri-
gent im rechten Sinne. — Kaiserslautern. Hr. Hofooncert-
meister Otto Hohlfeld aus Darmstadt hat unlängst in einem
Conoert des hiesigen Musikver eins als Violinyirtuos einen
durchschlagenden Succ^ erzielt. Als Hauptgegenstand seiner
unvergleichlichen Darstellungskunst hatte er Praeludium,
Menuette, Gavotte und Eondo aus der 6. Sonate von S. Bach
gewählt. — London. Mit einem künstlerischen und pecuniä-
ren Erfolge, wie er hier noch selten einem Pianisten zu Theil
wurde, gab Hr. Paderewski kürzlich ein Clavierrecital in
St. James^s Hall, die trotz der hohen Eintrittspreise vollstän-
dig ausverkauft war. Im Goventgarden-Theater gefüllt un-
femein die Goloratursängerin Frl. Emmy Teleky aus Ham-
urg. Ihre Susanne in „Figaro^s Hochzeit" war eine reizvolle
Leistung.
859
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirclie: 2. Juli. „XJebers Gebirg Maria
fsht", Motette v. J. Eccard. „Magnificat" v. P. G. B. Martini,
icolaikircfae: 3. Juli. „Sanctus" a. der Missa solemnis von
E. F. Richter.
AufgefOtirte Novitäten.
Ashton (A.), Suite f. zwei Claviere. (London, Annual Pianof.
Hecit^ des Hm. Thoma am 14. Mai.)
Averkamp (A.), Symph. (Amsterdam, Klassiek-Conc. des
PaleiS-Ork.)
BargielfW.), Esdur-Claviertrio. (Rostock, 3. Kammermusik-
abend des Hm. Bühring.)
Busoni (F. B.), Variat. f. Clav. u. VioloncelL (Helsingfors,
Musikinstitut.)
B rahm 8 (J.), Orchestervariat. über ein Haydn'sches Thema.
. (Hildburghausen, 3. Abonn.-Conc. der Hofcapelle a. Mei-
ningen.)
Conc. f. Viol. u. Violonc. (Amsterdam, Klassiek-Conc.
des Paleis-Ork.)
Bdur-Streichsext. (Laibach, Ausserorden tl. Conc. der
Philharm. Gesellschaft.)
— — Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente u. Trio f. Clav.,
Clar. u. Violonc. (Mannheim, 6. Kammermusik der HH.
Schuster u. G«n.)
Cmoll-Clavierquart. u. C raoll-Claviertrio. (Helsingfors,
Musikinstitut.)
Streichquart. Op. 51, No. 2. (Mannheim, Matinee der
HH. Prof. Heermann u. Gen. a. Frankfurt a. M.)
— -- C moU-Streichquart. (Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Trio f. Clav., Clar. u. Violonc. (Darmstadt, 3. Kammer-
musikabend der HH. de Haan u. Gen.)
Rhapsodie f. Altsolo, Männerchor u. Orch. (Herford,
Musikfest des Musik ver.)
Bruch (M.), „Das Feuerkreuz«* f. Soli, Chor u. Orch. (Nürn-
berg, Conc. des Männerjgesangver. am 2. Mai.)
— -- ^Jubilate, Amen" f. Sopransolo. gem. Chor und Orch.
(Chemnitz, Musikaufführung in der St. Jacobikircbe am
I. Mai.)
n^*s Lied von der Glocke** f. Chor, Soli u. Orchester.
(Metz, 5. Conc. der Musikcap.)
„Odysseus** f. do. (Bielefeld, Aufführung durch den
Musikver. am 15. Mai. Naumburg a. S., 4. Conc. des Ge-
sangyer. Herford, Musikfest des Musikver.)
Fischer (C. A.), Symph. Tonstück „Im Dom" f. Orgel und
Orch. (Chemnitz, Musikaufführ. in der St. Jacobikircbe
am 1. Mai.)
Gast (F. M.), Oratorium „Johannes der Täufer**. (Plauen i.V.,
(Auffahr. unt. Leit. des Hm. A. Riedel am 15. April.)
Grade ner (C. G. P.), Trio f. Viol., Bratsche u. Violoncell.
(Leipzig, 10. Musikabend des Kammermusikver.)
Grieg (Edv.), Gmoll-Streichquart. (Leipzig, Stiftungsconc.
des Grieg- Ver. Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Gdur-Clav.- Violinsonate. (München, 4. Conc. des Or-
chesterver*)
Cmoll-Clav.-Violinson. (Helsingfors, Musikinstitut.)
Grimm (J. 0.), „Hymne an die Musik** f. Soli u. Chor mit
Clav. (Oldenourg;, Ausserordentl. Conc. des Singver.)
Grüel (E.), „Die Seejungfrau** f. Frauenchor, Soli, Ciavier u.
Declam. (Potsdam, Wohlthätigkeitsconc. am 9. Mai.)
Halvorsen (J.), Emoll-Streichquart. (Helsingfors, Musik-
institut.)
Hartlaub (A.), „Rübezahl** f. Solo, Frauenchor u. Ciavier.
rRegensburg, Musikabend des Damengesangvereins am
Heidrich (M.), Trio f. Clav., Clar. u. Hörn. (Leipzig, 10.
Musikabend des Kammermusikver.)
Herzogenberg (H. v.), „Die Weihe der Nacht** f. Altsolo,
Chor u. Orch. (Leipzig, Hausconc. des Bach- Ver.)
Kluffhardt (A.), 3. Symph. (Chemnitz, 12. Symph.-Concert
der Stadt. Cap.)
Krug (Am.), Cyklus „Aus verwehten Blättern** f. gem. Chor
u. Clav. (Altena, 3. Conc. der Singakad.)
Liszt (F.), „Les Pr61udes**. (Halberstadt, 6. Stöbe*sches
Abonn.-Conc.)
— — Hmoll-Cla Viersen. (Helsingfors, Musikinstitut.)
Lux (F.), „Coriolan** f. Männerchor, Soli u. Orch. (Solingen,
CJonc. des Lehrer-Gesangver.)
Meyer-Olbersleben (M.), „Königin Waldlieb** f. gem. Chor
u. Orch. (Hermannstadt i. S., Conc. des Musikver.)
Milde (L.), Frühlingssymphonei f. gem. Chor u. Orchester.
(Ebendaselbst.)
Raff (J.), Streichquart. Op. 192. (Baden-Baden, 5. Kammer-
musik der HH. Bletzer u. Gen.)
Streichquart. „Die schöne Müllerin**. (Minden, 3. Soir^
f. Kammermusik der HH. Zuschneid u. Gen.)
Reubke (J.), Bmoll-Clavierson. (Helsin^ors, Mnsikinstitut.)
Rheinberg er (J.), „Das Thal des Espmgo** f. Männerchor
u. Orch. (Dortmund, Conc. der Liedertafel am 26. April.)
Rechlich (Edm.), Symph. Dicht. „Durch Nacht zum Licht**.
(Zwickau, 4. Philharm. Conc.)
Saint-Saöns (C), Vorspiel zu „Le D6luge**. (München,
5. Conc. des Orch. -Ver.)
Adur-Clavierquint. (München, 4. Conc. des Orchesterver.)
Strauss(R.), Symph. Dicht. „Macbeth**. (Amsterdam, Abonn.-
Conc. im Neuen Concerthaus.)
Svendsen (J. S.), Einleit. zu „Sigurd Slembe**. (Ebenda-
selbst.)
Streichoct. (Chemnitz, 3. Kammermusikaufführung des
Hrn. Pöble.)
Tschaikowsky (F.), Streichquart.Op.il. (Magdeburg, Ton-
künstlerver.)
A moll-Claviertrio. (Helsin^ors, Musikinstitut.)
Urspruch (A.), Dmoll-Clav.-Violmson. (Mannheim, 6. Kam-
mermusik der HH. Schuster u. Gen.)
Volkmann (R.), Festouvert. (München, 5. Conc. des Orch.-
Vereins.)
— — E moll-Streichquartett. (Leipzig. 10. Musikabend des
Kammermusi k ver.^
Cmoll-Claviertno. (Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Wagner(R.), „Meistersinger** -Vorspiel, Kaiser-Marsch, „Chai--
freitagszauber** a. „Parsifal** etc. (Halberstadt, 6. Stöbe'-
sches Abonn.-Conc.)
„Parsifal** -Vorspiel. (Baden-Baden, Pensionsfondsconc.
des Curorch.)
Vermischte IMittlieilungen und Notizen.
* In Mailand hat sich unter dem Titel „Genossen-
schaft der Mailänder Pianisten** ein Verein zur künst-
lerischen, moralischen und ökonomischen Hebung des Pianisten-
standes gebildet, verbunden mit einer Abtheilung zur gegen-
seitigen Unterstützung. Der Verein will Vervollkommenungs-
schulen gründen und fordert Vereine und Gesellschaften auf,
im Falle dieselben Concerte geben wollen, sich an besagte
Genossenschaft zu wenden.
* Das Conservatorium der Russischen Musikgesellschaft
in St. Petersburg wurde im verflossenen ünterrichtsjahre
von 647 Schülern und Schülerinnen besucht, von denen auf
die Clavierclassen 263, auf die der Orchesterinstrumente 150
und auf die Gesangsclassen 80 kamen.
* Hr. Frank van der Stucken beabsichtigt, im October
in Naw-York eine Opernakademie zu gründen.
* Der Soramerauffiihrung von HandeTs „Judas Macca-
bäus*' im Crystal Palace zu London wohntsn 22,(i88 Zu-
hörer bei.
* Die rühmlichst bekannte Firma Jos. Aibl in Mün-
chen hat, um sich ausschliesslich ihrem täglich an künstleri-
scher Bedeutung zunehmenden Musikalien verlag widmen zu
können, ihr Musikaliensortiment imd Ciaviergeschäft an Hm.
Wilhelm Salzer in Aschaffenburg verkauft, der diese Geschäfts-
zweige unter der Firma Jos. AibPs Sortiment (W. Salzer)
weiterführt.
* Durch die Presse geht das Gerücht, dass die HH.
Staegemann & Goldberg sich entschlossen hätten, im n. Winter
Liszt^s „Legende von der heiligen Elisabeth** scenisch auf
dem Staattheater zu Leipzig zur Aufführung zu bringen.
* Hr. Anton Rubinstein hat sich im neuen Deutschen
Theater zu Prag bei verschlossenen Thüren und unter Ab-
wesenheit jedes weiteren Zuhörers am 27. und 28. Juni seine
neueste geistliche Oper „Moses** vorspielen lassen. Sie wird
doch nicht ebenfalls wie manches andere grössere Werk dieses
emsig schaffenden Componisten viel Lärm um Nichts bedeu-
ten? Die Prager Premi6re ohne Publicum ist jedenfalls eine
originelle Idee gewesen und hat, wie dies die Verbreitung
860
durch die Presse bezeugte, der ^Novität und dem Opemper-
sonal des Hrn. Angelo rfeumann als wirksame Beclame ge-
dient.
* Das Dresdener Hoftheater hat die Saison mit
.Tannhäuser*' beschlossen. Dasselbe wird den 20. Oct. als
den 60. Jahrestag der ersten „Rienzi^'-Auffuhrung mit einer
Musteraufführung dieser Oper begehen, der sich in schneller
Folge die übrigen Bühnenwerke des Meisters, natürlich mit
Ausnahme der „Feen" und des „Parsifal", anschliessen sollen.
* In der Berliner Hofoper war der 22. Juni der letzte
Spieltag der verflossenen Saison, und zwar bildete eine Gala-
vorstellung zu Ehren der Anwesenheit des italienischen
Eönigspaares diesen Abschluss. Die erste Novität der Ende
August beginnenden neuen Saison wird Sullivan's „Ivan-
hoe" sein.
* Im Herbst sollen im Ck>v6nt Gtarden-Theater in Lon-
don Wagner's Werke info^ ihres gegenwärtigen grossen
Erfolges daselbst in englischer Sprache und zu billigen
Preisen aufgeführt werden. Man hont, Hm. Alvary für den
Tristan zu s^winnen, die anderen Darsteller sollen englisch
sprechende Künstler sein.
* B. Wagner^s „Lohengrin"* wurde im Stadttheater zu
Agen, der Hauptstadt des Departements Lot-et Garonne, mit
Enolg erstmalig gegeben.
* Das neue Hammerstein'sche Opernhaus zuNew-York
wird im Herbst mit M. Moszkowski's „Boabdil" eröffiiet
werden.
* Eine in Bezug auf Text und Musik eingeborene ame-
rikanische Oper erleote kürzlich im Tremont-Tbeater in Bo-
ston ihre erste Aufführung und wurde gut aufgenommen.
Es ist dies die komische Oper „Puritania^ von Edgar Still-
man Kelley, Text von McLellan. Die Musik soll das Beste
sein, was je ein amerikanischer Componist hervorgebracht.
* Im Hoftheater zu Weimar bereitet man ein neues
Musikdrama, ^„Horant", Dichtung und Musik von Emil He tt-
stedt, zur Aufführung vor. Der oereits im Druck vorliegende
Tlgft erweckt eine günstige Meinung für daa Werk; dessen
musikalischer TheU ebenso tüchtig ausfallen möge.
* Ln Hoüheater zu Stuttgart ging jüngst eine neue
einactige Oper „Die Strassensängerin** von Prof. Wöbe r mit
schwadaem Effect erstmalig in Scene.
* Der üniversitätsgesangverein zu St. Pauli unter
Leitung des Hm. Prof. Dr. Kretzschmar in Leipzig begeht
vom 17. bis 19. d. Mts. sein 70iähriges Stiftungsfest, dessen
musikalischen Theil ein geistliches und ein welüiches Goncert
bilden werden.
* Der Amsterdamer a capella-Chor unter Leitung
des Hm. D. de Lange hat wie auf seiner Heise nach Wien
in einigen deutschen Städten so auch in der österreichischen
Hauptstadt wahrhafte Begeisterung mit seinen exquisiten
Leistungen erregt.
* Hr. Dr. Bichard Pohl beging am 2. Juli sein 40jähri-
g^es Jubiläum als Mitarbeiter der „Neuen Zeitschrift für Mu-
sik", in welcher er s. Z. bekanntlich namentlich aufs Uner-
schrockenste und Wirksamste für Wafi^er und Liszt gekämpft
hat. Wir gratuliren dem verdienten Manne, der auch unserem
Blatte so manchen werthen Beitrag geliefert hat, von Herzen
zu dem in vollster geistiger und körperlicher Frische erreich-
ten 40. Jahrestag seiner litterarischen Thätigkeit.
* Hr. Friedrich Grützmacher jun., Concertmeister und
1. Violoncellist der k. Oper zu Budapest, ist zum Professor
seines Instrumentes an das dortige Conservatorium berufen
worden.
* Der Ciavierfabrikant William Steinway in New- York
erhielt das Prädicat eines preussischen Ho££abrikanten ver-
liehen.
* Hrn. Prof. I. Seiss in Oöln wurde der preussische
Kronenorden verliehen.
* Hr. Hofcapellmeister Zumpe in Stuttgart erhielt das
Hitterkreuz 2. Classe des sächsischen Albrechtsordens ver-
liehen.
* Herzogvon Sachsen-Coburg-Gotha hat den HH. Concert-
meister AI. Eichhorn in Coburg und Hm. Musikdirector
Keiser in Darmstadt die Herzog Ernst-Medaille, sowie Hrn.
HoftheaterdirectorWünzer in Darmstadt das Bitterkreuz erster
Classe des Sachsen-Emestinischen Hausordens verliehen.
Todtenliste. Dionigi Cortesi, Musiklehrer und Yer-
fjBJSser mehrerer Werke über Musik, f iu Civitavecchia. —
Eos Mor^ais, angesehener wallisischer Tenor, f 55 Jahre alt.
— Teodoro Quilez, vortrefflicher Geiger, t a™. 1. April, 42
Jahre alt, in Lissabon. — Heinrich Brückner, der berühmte
Hoftheatermaler in Coburg, fj 86 Jahre alt, am 24. Juni.
Berichtigungen. In No. 27, S. 344, Sp. 2, muss es 5. Zeile
V. o. kunstreiches statt künstlerisches und 22. Z. weiter
correcten statt concreten heissen.
Kritischer Anhang.
Gesangpädagogisohes.
Besprochen von Moritz VogeL
Gesangunterricht fükr deutsche Yolkssohulen. Auch zur Ein-
flihrung in Seminarien geeignet. Von 0. Fiehtner, Lehrer
in Leipzig. Leipzig, Enist Wunderlich.
Der Verfasser bricht in seinem Werkchen eine Lanze für
das „Trefi&dngen" gegenüber dem blossen nNach dem Gehör
singen", wie es in den meisten Schulen leider gehandhabt
wira. Seine Arbeit handelt in sechs Hauptabschnitten über
den Werth der Musik im Allgemeinen, gibt einen geschicht-
lichen Bückblick auf die Hauptentwiokelungsstufen des Ge-
sangunterrichts, begründet die Methode des Trefi&ingens, be-
fasst sich in eingehender Weise mit der Aussprache, berührt
kurz das Capitel Y ortrag beim Gesänge und endigt mit einem
nach Classen geordneten Lehrgange. Das Buch ist interessant
S flehrieben. Als das Wichtigste an und in demselben ist die
ethode des Treffsingens selbst hervorzuheben. Der Verfasser
vertritt hier die Ansicht, dass man mit den betreffenden
Uebungen früh, d. h. sofort beim Beginne des Gesangunter-
richts anfiemgen müsse. Und darin hat er nur Becht, denn
sind die Kinder durch das jahrelang betriebene G^hörsingen
erst denk&ul geworden, so ist alle später angewendete MfUie,
sie zur Anwendung des Verstandes zu bringen, sehr oft ver-
geblich. Nicht einverstanden aber könnte ich mich damit
erkl&ren, den Eündem als Anschauungsmittel sogleich die
Notenschrift zu geben, und zwar aus dem Grunde, weü die
Letztere, resp. das Notensystem, eine klare Anschauung vom
Tonsystem nicht gibt. Es widerspricht demselben streng ge-
nommen eigentlich schon der Begriff Zwischenraum, denn
ein leerer Baum ist in den Augen der Kinder keine Stufe.
Ab^;esehen davon macht das Notensystem auch keinen Unter-
schied zwischen ganzen und halben Stufen, denn es werden
3 — 4 und 7—8 in Cdur gerade so notirt wie alle anderen
Stufen. Wenn man also mit dem Begriffe „Anschauungs-
mittel'' denjeni^n des .Klarmachens^ verbindet, und das soUte
doch wohl sein, wird man gut thim, fürs Erste von der
Notenschrift Abstand zu nehmen, und das ist um so eher
möglich, als wir in der bildlich dargestellten Tonleiter*), wie
solcne schon vor Jahrzehenten beim Gesangunterricht benutzt
worden ist, einen ausgezeichneten Ersatz haben. Dieselbe
reicht für die Unterstufe, auf welcher es sich um ein Treff-
singen ohne Unterstützung des Lehrers doch wohl nicht han-
deln kann, vollständig aus. Auf der Mittelstufe cuigekommen,
l&sst sich aus der Leiter das Notensystem au& Bequemste ent-
wickeln. Bis dahin aber haben die Kinder das Tonsystem
eigentlich schon in seinen Grundzügen kennen gelernt, und
zwar sicherer und leichter, als nach der Notenschrift. — Im
Uebrigen bin ich mit dem Verfasser ganz einverstanden,
unter Beherzigung des alten Sprüchwortes, nach welchem
*) Siehe: Das Tonsystem und die Notenschrift im Zu-
sammenhange mit dem Schul-G^sangunterrichte dargestellt
von Moritz Vogel. Leipzig, Max Hessens Verlag.
^61
viele Wej^e nach läom fahren. Jedenfalls gehört Hr. Fichtner
zu denjenigen Gesanglehrem , die es mit ihrer Sache ernst
nehmen und denen es auch an Muth und Einsicht nicht fehlt,
ihre TJeberzeugune ööentlich zu vertreten. Ob wir es auf
diesem Wege endlich einmal zu einer mehr verstandesge-
mässen Behandlung des Gesangunterrichts bringen werden,
wage ich kaum zu entscheiden. Als Hr. Fichtner jüngst in
einer Versammlung Leipziger Lehrer über unseren (&^n-
stand sprach, wurden, laut Zeitungsbericht, am Schlüsse seines
Vortrags verschiedene Stimmen laut, die der Ansicht waren,
dass es in der Schule des TreSsingens gar nicht so nothwen-
dig bedürfe. So man das aber wahrnimmt am fi;rünen Holze,
was soll am dürren werden! Ich glaube, hier hmt nur durch-
greifen von oben, d^nn von unten, d. i. aus den Kreisen
musikalisch gebildeter G^esaziglehrer, ist schon genug ge-
schehen. Honen wir also, &S8 auch in diesem Falle der
Segen einst von oben kommen werde.
(Fortsetzung folgt)
Bx*iefl£a.steii*
fV, C, in C. Wir sind nicht im Stande, Ihnen schon jetzt
die Solisten der nftchstwinterlichen Gewandhausconcerte zu
nennen. Betreffs der Violinisten Joachim und Sarasate dürfen
wir aber wohl unbedenklich annehmen, dass sie auch in der
nächsten Saison unserem Publicum nicnt geschenkt, sondern
anderen, namentlich an dieser Stelle noch um>ekannten Geigern
unnöthigerweise den Platz wegnehmen werden.
F. y, in D. Ihre Aufstellungen sind mit Ausnahme des
Orchesters des Deutschen Theaters zu Pr., welches nur drca
*6^ Mann stark sein soll, so ziemlich richtig, jedoch in der Zahl
zu beschränkt, als dass sie statistisches Interesse bieten' könnten.
A, K. in P, Das berühmte Werk von Töpfer in der neuen
Bearbeitung Allihn's darf wohl an vorderster Stelle genannt
werden.
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Clavier-Quintette.
Costa, A., Op. 1. Quintett für Pianoforte, 2 Violinen,
Viola und Violoncell. 12 Jt
Draeseke, F., Op. 48. Quintett für Pianoforte. Violine,
Viola, Violoncell und Hom. 18 Jt
Erlanger, G., Op. 39. Quintett f. Pfte., 2 Violinen, Viola
und Violoncell. Ib Jt
GoetZy H., Op. 16. Quintett für Pianoforte, Violine, Viola,
Violoncell und Contrabass. \Q Jt bO /^.
Graedener, H., Op. 6. Quintett No. 1, HmoU, f. Piano-
forte, 2' Violinen; Viola und Violoncell. 13 ^ 50 4.
— Op. 19. Quintett No. 2, CmoU, fürPianoforte, 2 Vio-
linen, Viola und Violoncell. \b Jt
Jadassohn, S., Op. 76. Quintett No. 2, Fdor, für Piano-
forte, 2 Violinen, Viola und Violoncell. 12 Jt
Nowakowski, J., Op. 17. Quintett für Pianoforte, Vio-
line, Viola, Violoncell und Contrabass. 9 Jt
Onslow, G., Op. 70. Quintett in HmoU für Pianoforte,
Violine, Viola, Violoncell und Contrabass. 11 Jt
— Op. 76. Quintett in Gdur für Pianoforte, Violine, Viola,
Violoncell und Contrabass. 10 Jt
— Op. 79 bis. Quintett in Bdur für Pianoforte, Violine,
Viola, Violoncell und Contrabass. 9 Jt bQ /^.
Rheinberger, J., Op.ll4. Quintett for Pianoforte, 2 Vio-
linen, Viola und Violoncell. 12 Jt
Rückauf, A., Op. i3. Quintett für Pianoforte, 2 Violinen,
Viola und Violoncell. 12 Jt [7241
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Als Lehrer sind thätig die Herren: Professor Dr. F. Wüllner, M. Abendroth, Goncertmeister E. 6ar6,
W. Bock, K. Ezner, G. Böttcher, G. F. Gortella, A. Eibenschütz, Director Dr. Erkelenz, F.W. Franke,
R. Friede, L. Hegyesi, E. Heuser, Goncertmeister G. Hollaender, N. Hompesch, Professor G. Jensen,
A. Iffert, Fräulein Felicia Junge, E. Ketz, Dr. 0. Klauwell, W. Knudson, C. Körner, A. Krögel, Ober-
Eegisseur E. Lewinger, königl. Musikdirector E. Mertke, Aug. y. Othegrayen, M. Pauer, J. Schwartz,
Professor I. Seiss, stellvertretender Director, 0. Singer, Kammersänger B. Stolz enberg, P. Tomasini,
F. Wolschke, E. Wehsener.
Das Wintersemester beginnt am 16. September d. J. Die Auftiahme-Prüfung findet an diesem Tage, morgens
9 Uhr, im Schulgebäude (Wolfsstrasse No. 3/5) statt. Das Schulgeld beträgt für ein Hauptfach und die obligatorischen
Nebenfächer Jk 300 p. a. Ist das Hauptfach Sologesang, Jk 400, und wenn Betheiligung an der Opernschule hin-
zutritt, Jk 450 p. a.; ist das Hauptfach Gontrabass oder ein Blasinstrument JL 200 p. a. Für die Betheiligung am
Seminar zahlen die betr. Schüler ein für allemal JL 50.
Wegen weiterer Mittheilungen, Schulgesetze u. s. w. wolle man sich schriftlich an das Secretariat des Gon-
servatoriums (Wolfsstrasse 3/5) wenden, welches auch schriftliche und mündliche Anmeldungen entgegennimmt.
Cöln, im Juni 1892.
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ich an die [743.]
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Berlin W-, Am Carlsbad 19, I. Tel.-Adr.: Musikwolff,
zu richten, welcher ich die Besorgung meiner Concert-
angelegenheiten übertragen habe.
Gustav Borchers
(Tenor).
Clara Hoppe,
Conoert- iiikd OratovleiuiMnaeifln (Sopran).
[744h.] Frankfurt a. Oder.
Follständige Ansbildnng für Oper n. Coneert
Ensemble-Uebungen. RoUenstadinm.
Von mir ausgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Selma
Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [746—.]
Leipzig.
Bodo Borchers.
Gesan^l ehrer.
Im Stadtischen Orchester zu Düsseldorf ist mit
dem 1. September d. Jahres eine pensicnsberechtigte Stelle
an der 2. Flöte (bez. Piccoloflöte) zu besetzen. Jahres-
gehalt 1440 Mark. Anmeldungen sind an das Obw-
bUrgermeisteramt hier zu richten. [746a.]
Di^'enigen Bewerber, welche zu einem Probespiel
eingeladen werden sollen, erhalten bis zum 10. Juli Be-
nachrichtigung. Reisegeld wird zu demselben nicht ver-
gütet.
Düsseldorf, im Juni 1892.
Für den Oberbürgermeister.
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Die Insertioiiagei
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[No.29|30.
- FanUletoa: Die
Tagraguoblobte ; Uiulkbrief am Weimar. ~ Berichte. — OoneartnnuahaD.
mnilk. — AD^efllhrta Navitätsn. — Tennliehte Hittheilimgen und Ncitlxsn.
häiuer, A. DlaabBTger und Wilh. Stnrm. — Briefbasten. — AüEtiBen.
Die Stellung der Musik In der griechischen Tragödie.
Von C. K-P.
In unserer Zeit scheint man nicht mehr sehr viel
vom daasiscfaen AUerthum wissen zn vollen. Woher
tnag es woU kommen, dass die Verehrung und Be^iste-
rung fdr die Antike so sehr im Abnehmen begriffen ist?
Kommt es nicht daher, veil sie uns zu einfach and kalt
erscheinen will. Wir leben in einer Zeit der Subjectivi-
tat, in einer Zeit, da dae Individuum, der Einzelne, volle
Berücksichtigung verlangt. Eine solche Zeit war wohl aoch
die, in der Euripides seine kritischen Dramen achrieb, nicht
aber jene classische Epoche, da Sophokles und Aescbylos
ihre gewaltigen, erschütternden Werke schufen. In jeuer
S^eit war die Kunst universal, Eigenthum der ganzen Na-
tion; auf das subjective Gefühl des Einzelnen wurde wenig
Werth gelegt. Man gab viel auf äussere, einfache Form
und Schönheit. Gewaltige Leidenschaft war nicht in der
Weise, wie bei uns, das Gepräge der Kunst. Und wo
diese Leidenschaft vorhanden war, wurde sie gleichsam
durch das entgegengesetzte Gefühl aufgehoben, um das
ästhetische Gleichmaass wieder herzustellen.
Nachdem wir uns nun eine sichere Grandlage ge-
schaffen, indem wir einiges Allgemeine aber die classische
Kunst der Hellenen sagten, wird es uns leicht werden,
unser Thema za bearbeiten. Schiller sagt: „Aber die
Seele spricht nur Folyhymnia aus." Die Musik ist die
Sprache der Seele. Die süssesten, zartesten Weisen, so-
wie die von der grössten Leidenschaft eingegebenen Ac-
corde entströmen dem tie&ten Inneren des Menschen, der
Seele. Kann also die Musik bei den Griechen dieselbe
Stellung einnehmen, wie bei uns? Der Grieche ist viel
zu sehr auf das Aenssere, auf die Form, bedacht, als dass
die Mosik, die Sprache der Seele, sich zu einer selbstfin-
digen freien Kunst hätte entwickeln können.
Und doch: es w&re falsch, zudenken, dass der Grieche
die Musik, die heutzutage zum Abgott Vieler geworden,
völlig unbeachtet gelassen hat. Nein, im GegentheU,
er brauchte die Musik, um seine Kunstidee, die er in
der Tragödie zur Darstellung brachte, zur höchsten Voll-
endung bringen zn können, fxijih/ ayav: das ist der
Qrundzog, die Grundidee seiner Werke. Schönes Maass
und absolute Harmonie.
Wozn anders wurde sonst, nachdem die Tragödie
aufgeführt war, ein Satyrspiel hinzogefügt, wozn anders,
als um die von der Leidenschaft ergriffenen Gemüther zu
beruhigen, als um die frühere Heiterkeit wieder hervor-
zumfen und das gestörte Gleichmaass der Seele wieder
herzuBtelleD?
Als selbständige Kunst konnte die Murik ans den ange-
fahrten Gründen nicht bestehen, in Verbindung aber mit dem
Wort des Dichters war sie wohl im Stande, jene vorhin ange-
gebene hohe Aufgabe zn lösen. Wenn wir die Frage unter-
suchen wollten, wiennd auf welche Weise die Munk diese
Aufgabe gelöst hat, würden vir uns auf ein ebenso unbe-
kanntes, wie schwieriges Gebiet wagen. Hanptsäcl^ch
kam die Musik naturgemäss bei den Chören der Tragödie
in Betracht. Dass diese nicht in der Weise der Mendels-
sohn'schen gesungen wurden, ist klar. Es war, wie ich
mir vorstelle, eine Art musikalischen Sprechens, viel-
leicht unserem Becitativ ähnlich, begleitet von Ki-
tharen und Flöten, die zugleich Takt und BhTthmus
markirten.
mfio
366
Aber wenn sie naturgemäss auch noch höchst unvollkom-
men war, was für eine ergreifende Wirkung mag doch diese
Musik ausgeübt haben! Denken wir zum Beispiel an die
erhabenste der sieben Sophokleischen Tragödien , „Anti-
gone". Kreon, der heissblütige, junge Herrscher, hat in
dem stolzen Bewusstsein, das Bechte zu thun, Antigone
zu qualvollem Tode verurtheilt. Endlich ändert er, von
Teiresias unheilvoller Weissagung bewogen, seinen Sinn.
Da ist es zu spät. Hämon, sein geliebter Sohn, bohrt
sich das Schwert in die Brust, Euridice, sein Weib, tödtet
sich, — und das Alles, Alles ist veranlasst durch ihn, ihn
allein, und ein einziges Wort hätte genügt, ein einziges
Wort, zu richtiger Zeit gesprochen, um all das Entsetz-
liche hindern zu können. Er bricht zusammen, äusserlich
wohl Sieger, innerlich moralisch geknickt, gebrochen. Und
das Alles sieht der Zuschauer, bald hofft er, bald kann
er nicht mehr hoffen, Alles regt ihn auf, reisst ihn bald
in die, bald in jene Leidenschaft. Aber immer wieder
erklingen die ruhig abgemessenen, sanften Weisen der
Musik, und der ganze furchtbare Strom der Leidenschaft
löst sich auf in unendliche Wehmuth, und bald ist wieder
Ruhe, absolute Ruhe, wie die Ruhe nach dem tosenden
Sturm auf dem unendlichen, weiten Meere.
Wir können unsere Betrachtung nicht schli essen,
ohne an einen Mann zu erinnern, dem gerade diese Be-
handlung der Musik als Ideal vorgeschwebt hat: Richard
Wagner. Wir kennen jenes Wort Wagner's: „Heilige An-
tigone! Dich rufe ich an; lass deine Fahne wehen, dass
wir unter ihr vernichten und erlösen!" Wenn Wagner
allerdings thatsächlich sein „Kunstwerk der Zukunft" so
gestaltet hätte, wie es nach seinen Worten scheint, das
heißst, wenn er sich in seiner Musik lediglich nach dem
griechischen Vorbild gerichtet hätte, würden wir moderne
Menschen ihm vielleicht weniger Geschmack abgewinnen
l^önnen, als es in der That der Fall ist.
Und doch auch für uns hat jene Kunstidee der Alten,
was speciell die Behandlung der Musik betrifft, etwas
überaus Befriedigendes. Damit der Mensch nicht auf die
Stufe des seinen Leidenschaften dahingegebenen Thieres
herabsinke, damit er Mensch im vollsten Sinne des Wortes
bleibe, damit er seine Leidenschaften zügeln und be-
herrschen lerne, dazu ist sie da, die hohe, hehre, himm-
lische Göttin, die Musik. Eine Auffassung, von der auch
wir immer noch lernen können. Wagner hat nicht Un-
recht, wenn er sagt : Auf die herrliche, griechische Kunst
blicken wir hin, um aus ihrem innigen Verständniss zu
entnehmen, wie das Kunstwerk der Zukunft beschaffen
sein müsse! Damit soll allerdings nimmermehr gesagt
sein, dass die Musik auch bei uns nur dieselbe Stellung
einnehmen soll, wie bei den Griechen. Dass wir aber
jener Idee des furjöev ayav viel entnehmen können, gerade
was unsere Musik betrifft, steht fest.
Kritik.
Heinrich Bulthaupt. Dramaturgie der Oper. 2 Bände.
Leipzig, Breitkopf & Härtel. 1887.
Die Anzeige von Bulthaupt*s „Dramaturgie der Oper"
kommt durch die Schuld des Referenten spät; aber hoffent-
lich nicht zu spät. Wie man ein gutes Buch zwei Mal
und öfter liest, so darf man auch von ihm sprechen, ob-
wohl es schon bekannt genug ist. Und Bulthaupt's „ Dra-
maturgie" ist ein gutes Buch, das sich bereits in den
Händen vieler Musiker und Theaterbesucher befindet und
auch schon in den Zeitungen, in der Berichterstattung
über Opemaufführungen seine Wirkung äussert.
Was sich aus der Masse herausheben und Beachtung
finden wül, muss Eigenthümlichkeit haben. Diese liegt
bei dem Buche B.'s in dem Gesichtspunct, von dem aus
er die Oper betrachtet, schildert und beurtheilt. Bulthaupt
sieht in der Oper zuerst nach der Dichtung, prüft zuerst
Handlung und Charaktere auf ihre Wahrscheinlichkeit und
auf ihren menschlichen Gehalt Von dieser Grundlage aus
untersucht er dann die musikalische Brauchbarkeit des
Stoffes und die Behandlung, die er durch Textdichter und
Componisten erfahren hat.
Den Anspruch absoluter Neuheit kann diese Methode
der Opernkritik nicht erheben. Von älteren Schriftstellern
war es namentlich Stefano Arteaga, der in seinem be-
kannten Buche „Le rivoluzioni del teatro musicale Ita-
liano" (Venedig 1783, 3 Bde.) den Grundsatz durchführte:
die Geschichte des Musikdramas auf der Geschichte der
Opemdichtung aufzubauen. Aber dadurch wird das Ver-
dienst Bulthaupt's nicht verringert. Es kommt nicht viel
darauf an, wer einen guten Gedanken zuerst gehabt hat,
aber umsomehr darauf, dass ihn Einer zur allgemeinen
täglichen Münze macht. Einen solchen Erfolg trauen wir
B.'s „Dramaturgie der Oper^' zu. Sie ist ein Lehrbuch,
durch das auch der Laie zu einer selbständigen und ver-
nünftigen Kritik der Oper geschult wird. Sie hat natür-
lich vielfache Berührung^puncte mit den Arbeiten Ed.
Hanslick's und anderer Autoren, die in neuerer Zeit die
Oper seit Gluck, die sogenannte „moderne Oper" behan-
delt haben. Sie macht ihnen jedoch keine Concurreoz.
Sie hat ihren eigenen, ihren grossen und gemeinnützigen
Werth in erster Linie darin, dass sie eine Methode, Opern
zu beurtheilen, durchführt, die jedem gebildeten Menschen
zugänglich ist. Wie Arteaga, wahrscheinlich ohne sich
dessen bewusst zu sein, unter dem Einfluss der Gluck'schen
Reformen stand, so ist Bulthaupt's „Dramaturgie der Oper*'
dem Boden der Kunst Richard Wagner's entwachsen. B.
ist der erste Systematiker der neuen Schule, der Erste,
welcher die unterste Grundidee der Compositionen und
der Schriften Rieh. Wagner's zum Ausgangspxmct nimmt
für eine Kritik, für eine Theorie der Oper im Allgemeinen.
Diese Grundidee heisst, wie allgemein bekannt: In der
Oper ist das Drama Zweck und Hauptsache: die Musik
nur Mittel! Dieser Satz ist an sich so einfach und ein-
leuchtend, dass er gar nicht weiter bewiesen zu werden
braucht. Ihn zu bestreiten war nur in einer ästhetisch
streitsüchtigen, durch Nebensachen gereizten, in liebge-
wordener Gewohnheit gestörten Zeit möglich. Ausserdem
bestätigt ihn die Geschichte auf Schritt und Tritt Die
Oper hiess zuerst dramma in musica, die Erfinder dieses
Musikdramas wollten damit die antike Tragödie ersetzen
und in Neuproducten beleben. Weiter: Der Verfall der
Oper begann allemal mit dem Verfall der Dichtung.
Wenn heute die Musikdramen der Venetianischen Compo-
nisten, wenn auch die des Scarlatti und der anderen
Meister der Neapolitanischen Schule, Händel eingeschlossen,
ganz und gar vergessen sind, so liegt die Schuld nicht
etwa an einem vermeintlichen Naturgesetz, nach dem die
Werke der Tonkunst nur eine Lebensdauer von fünfzig
oder hundert Jahren beschieden sein soll. Gegen diese
Hypothese sprechen die neuen Gesammtausgaben von
Schütz und Palestrina, dagegen sprechen die Madrigale
des L. Marenzio, die ihre dreihundert Jahre Niemandem
w?
verratfaen. Die Tonkunst hat eine Geschichte, die sich
vor der der hildenden Künste nicht zu verstecken braucht.
Aber die Musiker kennen sie nicht. — Wenn wir heute
keine Opern von Cavalli und Cesti mehr hören und hören
möchten, die doch vor zweihundert Jahren die Wunder
der Welt bildeten, so liegt die Schuld daran in erster
Linie an den Aureli, Minato und den anderen Textdichtem
des 17. Jahrhundorts, die statt des Brotes bunte Steine
gaben. Und doch hatten diese Dichter noch das gute Vor-
bild gekannt, welches Rinuccini iur die Opemdichtung in
seiner „Euridice" und in seiner „ Arianna" aufgestellt hatte.
Aehnlich kannten auch in unserer Zeit Scribe und seine
Nachtreter, mit Mosenthal an der Spitze, die Dichtungen
Calzibigi's, die Gluck für seine Reformopem benutzte.
Und doch schrieben sie die effectsüchtigen, anekdotischen
Textbücher, deren Verworrenheit und Ideenlosigkeit selbst
das grosse Talent Meyerbeer's zum Opfer gefallen ist.
Das sind gleich einige Thatsachen, die nicht blos
für Wagner's Ansichten vom Wesen der Oper sprechen.
Sie führen zugleich darauf hin, dass es nothwendig oder
wünschenswerth ist, einmal die unveränderlichen, die dem
Wechsel von Zeit und Geschmack entzogenen Lebensbe-
dingungen der Oper, die Naturgesetze der Oper theore-
retisch festzulegen. Denn nur Wenige sind im Stande,
sie au« der Geschichte selbst herauszulesen.
Aber, wird man fragen, haben wir denn noch keine
solchen Theorien der Oper? Wir haben überhaupt nur
wenige und noch weniger, die allgemein zu brauchen wären.
Die Oper trat am Anfang des 17. Jahrhunderts als ein
Kind des Ekperiments in die Kunstgeschichte herein. Die
Florentiner Hellenisten, aus deren Kreisen sie hervorging,
haben sehr Viel über die Wirkung der antiken Tra-
gödie und die Wirkung der antiken Musik studirt und
gesehrieben. Sie sind auf dem Wege des Nachdenkens
zur Erfindung des Hecitativs gekommen. Aber merkwür-
digerweise berühren ihre Schriften ganz wichtige Grund-
fragen gar nicht; z. B. die nicht, ob alle Handlungen und,
wenn nicht, welche sich far das Musikdrama eigneten.
Nur in den gereimten Prologen der Opern wird dieser
Punct einige Male gestreift. Das weitere Anfangsmaterial
zu einer Theorie der Oper ist dann in den Vorreden zer-
streut, welche die Dichter der Venetianischen Bühnen
ihren Textbüchern voranstellten. Erst, als in der zweiten
Hälfte des 18. Jahrhunderts die Schäden der italienischen
und französischen Oper weltkundig wurden, suchten Männer
wie Arteaga und Rousseau nach ästhetischen Grundlagen,
die für die Zukunft eine gesunde Entwickelung der Gat-
tung sichern sollten. Componisten von der Bedeutung
eines Gluck, später Gr^try, die das Wort zur eigenen
Sache nahmen, kamen dabei zu Hilfe. Bald war wieder
Alles ruhig; für die Oper des 19. Jahrhunderts war die
theoretische Bewegung des vorhergehenden gar nicht da-
gewesen. Wir haben aus unserer Zeit Lehrbücher für die
Composition der Oper; von Reicha und von Lobe z. B.
Sie bescheiden sich mit praktischen und technischen An-
weisungen, die vorwiegend auf den Werken Mozart's,
Spontini's und anderer Zeitgenossen fassen, umgehen
aber die principiellen und tieferen Fragen. Erst Wagner's
kühnes Streitbuch über „Oper und Drama" griff sie auf
und brachte sie zur Lösung. Es ist die erste erschöpfende
Theorie der Oper, aber sicher kein zum allgemeinen Ge-
brauch geeignetes Werk. Es bestand also bis heute eine
Lücke, und in sie tritt Bulthaupt ein.
Dass sich der Verfasser der Bedeutung seines Unter-
nehmens bewusst war, geht aus dem Titel seines Buches
hervor: „Dramaturgie der Oper". Das ist ein sehr stolzer
Titel. Denn er knüpft an ein Hauptwerk eines unserer
grössten Deutschen an, an G. E. Lessing's „Hamburgische
Dramaturgie". Dieses Vorbild vor Augen hat Bulthaupt
bereits eine „Dramaturgie der Classiker" veröffentlicht.
Eine „Dramaturgie der Oper" ist allerdings eine bedeu-
tend schwerere Aufgabe. Lessing fand unter seinen Vor-
arbeitern einen Aristoteles und dessen gewaltige Regeln.
Solche fertige, unbestrittene Vorlagen kamen Bulthaupt
nicht zu Statten. Die Anschauungen Gluck's und Wagner's
sind noch nicht in den Allgemeinbesitz übergegangen.
Diese Sachlage hat den Verfasser veranlasst, etwas zurück-
haltender aufzutreten, als der Zweck seiner Arbeit erlaubt.
Er selbst sagt hierüber im Vorwort: „Ich habe mich
wohl gehütet, allgemeine Gesetze über das Wesen der
Oper aufzustellen, ohne dass ich versucht hätte, sie am
einzelnen Beispiel zu entwickeln. Ihr Gebiet ist noch so
wenig nach allen Richtungen durchgearbeitet, dass die
Gefahr Behauptungen aufzustellen, denen die Fülle der
vielartigen Erscheinungen der Oper widerspricht, allzu
nahe liegen würde." Es gibt aber Gesetze der Oper, für
die man das einzelne Beispiel nicht abzuwarten braucht,
weil sie von der überwiegenden Mehrzahl der vorhandenen
Beispiele bestätigt, von der gesammten Geschichte der
Oper förmlich gepredigt werden. Ein solches Gesetz ist
z.B. das: dass die tragische oder, sagen wir allgemeiner,
die ernste Oper eine Handlung erfordert, die sich in we-
nigen, aber bedeutenden Scenen abspielt. Beweis: Peri,
Gluck, Wagner. Gegenbeweis : Die Venetianer, Meyerbeer.
Auch die komische Oper unterliegt diesem Gesetz. Sie
verträgt ebenfalls keine verwickelten Intriguen, und man
sollte nicht Anstand nehmen, komische Opern, die schwer
zu übersehen sind, schlecht zu nennen, ohne Rücksicht
auf eine' dazu componirte geniale Musik. Bulthaupt würde
seine Arbeit vereinfacht, ihre Wirkung erleichtert und
verdoppelt haben, wenn er die „allgemeinen Gesetze über
das Wesen der Oper" bestimmter ausgesprochen, klar in
den Vordergrund gestellt hätte.
Sehr oft blickt in den Betrachtungen, die Bulthaupt
an die einzelnen Beispiele knüpft, der Satz durch, dass
es „für die Musik zunächst und immer auf das Gefühl
und die Empfindung ankommt". Diese Ansicht betont
der Verfasser so stark, dass es den Anschein gewinnt,
als lege er auf die PhantasiekraH; der Musik, auf ihr
Vermögen, äussere Anschauung zu unterstützen, weniger
Gewicht. Es würde falsch sein, zu unterschätzen, wie
sehr die Musik auch von dieser Seite dem Drama zu
Hilfe kommt. Namentlich die ältere französische Oper
bietet hierfür schlagende Beweise. Die stärksten bei Rameau.
Doch glauben wir, mit der Annahme nicht zu irren, dass
die ältere Oper dem Verfasser wenig bekannt ist. Wie
könnte er sonst von „einem gewissen Campra" sprechen,
Piccini einen „singseligen, kleinen Italiener" nennen, das
Verhältniss Gluck*s zu Traetta unerwähnt lassen, ange-
sichts Händers, Rameau's u. A. von einer „halbentwickel-
ten Instrumentalmusik" reden! Bulthaupt beginnt seine
„Dramaturgie" zwar erst mit Gluck, um sie bis auf Wagner
fortzusetzen. Aber für eine Neuauflage würden wir ein auf
Quellen gegründetes Studium der älteren Oper sehr wün-
schenswerth finden. Die geschichtliche Begründung seiner
„Dramaturgie" würde dadurch gewinnen und die sonst
so gediegene Arbeit von landläufigen Irrthümeni gereinigt
werden, die auf Rechnung von Bitter und ähnlichen
Geistern gesetzt werden müssen.
H. Kretzsclnnar.
29/30*
868
Feuilleton.
Die ,,Cavalleria ruaticana" in ihrer Heimath. —
„Lohengrin" in Boiogna.
Italienische Theatererinnerungen.
Von Dr. phil. Rudolf Schlösser.
Es kann nicht meine Absicht sein, mit den folgenden
Zeilen eine Charakteristik des italienischen Theaters zu geben;
dazu war mein Aufenthalt in Italien zu kurz und ist meine
Eenntniss der Verhältnisse zu gering. Ich habe nur fünf
YorsteUunj^n an vier Theatern gesehen; hierunter befand
sich kein Schauspiel, und was die Ox>er anbetrifft, so sah ich
drei Mal die gleiche Vorstellung („Gayalleria rusticana") und
ein Mal die eines deutschen Werkes („Lohenfirin"). Meine
Erfahrungen sind also sehr lückenhaft, und idi beschränke
mich daher auf die Besprechung der italienischen „Cavalleria
rusticana** und des „Lohengrin" ; die folgenden Bemerkungen
über das italienische Theater bitte ich, weder für vollständig,
noch ftlr unbedingt zuverlässig zu halten; sie enthalten nur
meine Eindrücke und Erfahrungen, soweit sie für das Ver-
st&ndniss der Hauptsache unerläisslich sind.
Schon der Anolick des italienischen Theaters belehrt uns
darüber, dass wir es mit etwas dem Deutschen wesentlich Un-
gleichem zu thun haben. Man kann kurz sagen, dass der Zu-
schauerraum nur aus Parquet und Loe;en besteht. Ersteres
ist nicht annähernd so hofßüiig wie bei uns, wodurch die
Bedeutung der Lo^en noch stei^. Diese sind meist nur mit
der allemothdürfbiesten Bücksicht auf die Bühne gebaut:
Zahlreiche Plätze erlauben dem Zuschauer das Betrachten der
Scene nur unter verwegenen Körperverrenkungen, während
sie den angenehmsten und freiesten Ausblick ins Publicum
gewähren. Die Lo^n sind eben zum grossen Theil Familien-
und Gonversationszimmer der Abonnenten, und bezeichnender
Weise führen denn auch im Pergola-Theater zu Florenz die
vornehmen Familien der Stadt^ gMchsam als Namensschilder,
ihre Wappen an den ThÜren ihrer Loe^n.
Zu einem verdeckten Orchester fehlt natürlich auch der
geringste Ansatz ; ja, sogar der Souffleurkasten ist theil weise
ein unbekannter Luxus: An manchen Theatern erhebt sich
mit wahrhaft classischer Einfalt kurz vor Beginn der Vor-
stellung aus einer Lücke des Bühnenbodens* ein mähni^
Haupt, dessen Besitzer den ganzen Abend in dieser Situation
verharrt und dem Amt des Soufflirens obliegt.
Ein Hauptschaden der italienischen Darstellungen ist das
Wandern der Truppen. Soviel ich habe feststellen können,
g^bt es stehende L^embühnen nach unserer Art überhaupt
nicht. Eine Truppe studirt sich 3 — 4 Stücke ein, nimmt
gegebenenfalls auch das nöthige Balletcorps mit und spielt in
verschiedenen Städten je 3—6 Wochen. Gewiss hat dies den
Vorzug, dass die Sänger sich mit ihren Partien besser ab-
finden und nicht gezwungen sind, viele Bollen bunt durch-
einander zu Studiren; indessen kann man sich doch denken,
was schliesslich herauskommt, wenn eine Truppe in vier
Städten je 10—15 Mal die „Lucia" oder den „Trouba-
dour" gibt.
In diesem System liegt, wie mir scheint, auch der Haupt-
grund für die beispiellose Entartung des Publicums. Wenn
man bedenkt, dass sich dieses zum grossen Theil aus Abon-
nenten zusammensetzt, welche von den, ich will sagen je zehn
aufeinander folgenden Vorstellungen von 3 — 4 Werken wenig-
stens die Mehrzahl hören, so kann es nicht Wunder nehmen,
wenn diesem Theile des Publicums alles Andere im Theater
interessanter ist, als die Vorstellung; dabei vergesse man
nicht, dass von den dargestellten Werken nur der allergeringste
Theil etwas Neues ist! — Natürlich wirkt das Verhalten der
Haute-volöe mit auf das Betragen des übrigen Publicums:
Unaufmerksamkeit, laute Unterhaltung, Anstandsvisiten in
den Logen. Mitsummen oder gar han}lautes Mitsingen der
Melodie genört Eines wie das Andere zum guten Ton.
Hierzu kommt nun noch die UnempfM.ns'lichkeit des Ita-
lieners für das Dramatische und die Vorliebe für das Oon-
ventionell-Melodische und Gesangliche, um jede echt theatra-
lische Wirkung zu zerstören. Die Einzelleistung und das
Einzelstück in der Oper sind dasjenige, was beachtet wird;
daher auch die oft ins Unglaubliche gehenden Wiederholun-
gen einzelner Gesangsstücke, der unter Null stehende Werth
des Ghores und die E£Pecthascherei der Darsteller. Die beiden
folgenden Beispiele mögen alles Dies erläutern.
I.
Die „Gavalleria rusticana'' sah ich Ende vorigen Jahres
kurz hintereinander im Teatro dal Verme zu Mailand, im
Teatro Bossini zu Venedig und in der Florentiner Pergola.
Der Deutsche, welcher die Vorzüge und Nachtheile seiner
heimischen Au^hrungen der „Bauemehre*' hat kennen lernen,
weiss für gewöhnlich, dass er eine gleich gute dramatische
Darstellung wie zu Hause in Italien nicht erwarten kann,
wird sich aber gewiss auf die guten gesanglichen Leistungen
und die bessere Verbindung des Wortes mit dem Tone freuen.
In letzterer Hinsicht wird er nicht enttäuscht werden,
wohl aber in Bezug auf den gesanglichen Theil der Dar-
stellung. Wenn man sagt, dass man auf der italienischen
Bühne besser singe, als bei uzis, so ist das sehr cum gprano
salis zu nehmen; icn zweifle nicht, dass auf den besten Büh-
nen Italiens besser gesungen wird, als auf den entsprechen-
den deutschen, im Uebrigen kann man aber sagen, dass Keiner
dem Anderen Viel vorzuwerfen hat. Nur die Leistungen des
Ghores stehen bedeutend unter dem deutschen Niveau, und
selten habe ich so roh und verständnisslos singen gehört, wie
von den italienischen Ghoristen.
Im Folgenden werde ich aus den drei Vorstellungen, die
ich hörte, das Wichtigste und Gharakteristischste herausheben.
An den beiden unbedeutenderen Bühnen herrschte schon
vor Beginn der Vorstellung ein munteres Treiben. In Mai-
land steckte Santuzza ihr Haupt vergnügt aus dem pforten-
artigen Mitteltheile des Vorhangs ins Publicum, una einige
Ghoristen säumten nicht, diesem schönen Beispiel schleunigst
nachzukommen. Aehnliches sah ich in Venedig; dort kam
aber noch dazu, dass der Vorhang nicht ganz bis zum Boden
reichte. Wem nun die Bizet'sche Suite, welche dem Werk
voranging, zu lang war, der konnte sich damit unterhalten,
die Füsse des Ghors zu betrachten und die muntere Grazie
einiger Choristen zu bewundem, die mit ihren Pantoffeln den
Takt schlugen. In Florenz habe ich in dieser Beziehung
nicht zu klagen gehabt.
Das Vorspiel heginnt, und dies ist das Zeichen dazu, dass
man nach und nach, ohne sich sehr zu beeilen, seinen Platz
einnimmt; bis zur Siciliana unterhält man sich recht unge-
zwungen, sobald aber deren Einleitungsaccorde erklingen, er-
tönt ein allgemeines „Pst!". Turiddu singt sie mehr oder
minder gut, und rasender Beifall belohnt ihn, sobald er geendet
hat. Er tritt alsdann, entweder mitten im Vorspiel (Kler, wo
es anständiger hergeht, am Ende desselben, vor den Vorhang
imd verneigt sich demüthig; hierauf geht, je nachdem, ent-
weder nur die Siciliana oder aber das ganze Vorspiel noch
einmal los!
DerVorhang geht endlich auf und man erblickt mit Entsetzen
die „echt italienische" Decoration, ein paar alte Häuser, wo-
möglich auch ein grosses Kirchenportal in deutschgothischem
Stil und im Hintergrunde einen zerschlissenen grauen Himmel,
während vom, wie aus der Erde gewachsen, das einsame
Haupt des Souffleurs in die Scene ragt. Hinter den Goulissen
schreit der Ghor — jede andere Bezeichnung wäre unzutreffend.
Das vorhergehende stumme Spiel wird durch planloses Henmi-
rennen einzelner Personen ersetzt.
Der Ghor tritt auf, von rechts die Weiblein ^ von links
die Männlein, nimmt vom seine Aufstellung und beginnt sein
Lied wieder. Je näher man dem Schlüsse kommt, desto mehr
schreit man, und je mehr man schreit, desto mehr nähert
man sich der Bampe.
Die zweite Scene beginnt mit der bekannten leidenschaft-
lichen Passage im Orchester, und siehe! herrlich in der Ju-
fend Prangen, in gemässigtem Tempo, ein süsses Lächeln auf
en Lippen, tritt Santuzza ein, von stürmischem Jubel be-
grüsst, den sie mit einer zierlichen Verbeugung erwiedert.
Mutter Lucia, die je nach der Auffassung der Darstellerin als
beleibte Wirthsfrau oder june;es Mädchen erscheint, beweist
meist von Vornherein, dem Texte zuwider, der Santuzza alle
mögliche Sympathie.
In Deutschland bemüht man sich wenigstens einiger-
maassen, das unmotivirte Auftreten des Ghores vor Alfio*s Lied
zu vertuschen. Davon ist in Italien keine Bede. E!aum be-
369
ginnt die Soene, so erscheinen von rechts die Weiblein, von
unks die Männlein und stellen sich vorne auf. Früher habe
ich mir zuweilen erlaubt, über das Aussehen deutscher Theater-
chöre Bemerkungen zu machen; seitdem ich die italienische
Oper kenne, habe ich eingesehen, wie ungerechtfertigt das
ist , denn jenseits der Alpen scheinen nur militäruntaugliche
Individuen imd Frauen, die schon das Schwabenalter erreicht
haben, zum Chorsin^en zugelassen zu werden.
Wenigstens zwei von den drei Alfio's, die ich sah, wären
in Leipzig eines durchschlagenden Heiterkeitserfolges sicher.
So unglaubKch es klineen mae: Niemand hat so wenig Ge-
schick, sich auf derBimne zu oewegen und richtig zu gesti-
culiren, wie die Mehrzahl der Italiener. Kommt dann noch
dazu, dass der Betreffende nicht singen kann, so kann man
sich die Wirkung denken.
Bemerkenswerth in darstellerischer Hinsicht ist die
Kirchenscene. Santuzza stellt sich an den Wirthshaustisch
und wartet gemüthlich, bis sie singen muss; hierzu wird sie
von Mutter liucia aufgefordert, welche sie vom an die Rampe
führt. Wer nun meinen sollte, dass sie dort niederkniee, ist
sehr im Irrthum! Sie fordert das Publicum nachdrücklich auf,
den Herrn zu preisen, und der Chor, der nicht zurücl^tehen
will, erhebt sich und folgt ihrem Beispiel.
Die Wirkung der folgenden Hauptscene war je nach der
Darstellung sehr verschieden. Regelmässig rief die Erzählung
Santuzza*s „Als euer Sohn einst fortzo^ lebhaften Beifall
hervor, in Mailand musste sie sogar wiederholt werden.
Ausserordentlich lehrreich war die Scene zwischen Santuzza
und Turiddu, die selbst bei der schlechtesten Aufführung den
Eindruck hinterliess, dass hier etwas zur Geltung komme,
was bei der deutschen Darstellung nicht zum Ausdruck ge-
langt. Man fasst bei uns die Scene zu theatralisch und pa-
thetisch auf, wodurch der Schein erweckt wird, als genüge
die musikalische Illustration nicht für die Tragik des Auf-
trittes; in Italien, wo man, insofern überhaupt gespielt wird,«
die Sache realistischer fasst, gleicht sich Alles schöner aus
In Spiel wie Declamation gleich hervorragend fand ich^hier
den Morentiner Tnriddu, Hm. de Lucia.
Geradezu anstössig dagegen wirkte durch ^oben Realis-
mus überall das Auf&eten der Lola. Die Wiedergabe des
Wortwechsels zwischen ihr und Santuzza gehörte auf den
Fischmarkt, nicht auf das Theater. Alle drei Darstellerinnen
der Lola waren sich hierin ebenso gleich, wie in der Ün-
schönheit des Gesanges.
Auch im weiteren Verlaufe des Wortwechsels zwischen
Santuzza und Turiddu trat der eben bezeichnete Gegensatz
zwischen deutschem und italieniBchem Wesen zu Tage. Ge-
schmacklos war übrigens auch in diesen Scenen Manches.
Wenn Turiddu forteilte und Santuzza zurückblieb, brach sie
jedesmal in lautes Schluchzen aus, und diese rohe Durchbre-
chung des musikalisches Stils fand stets jubelnden Bei&IL
Dass das Intermezzo regelmässig wiederholt wurde und der
Chor „Nach Hause" an Lächeruchkeit das Denkbarste bot,
bedarf wohl kaum der Erwähnung. -— Das Trinklied habe ich
in Florenz gar drei Mal singen gehört, allerdings mit vollen-
deter Grazie. — In Mailand hielt man es übrifi;ens sogar für
wohlanständig, den Abschied Turiddu's von der Mutter wieder-
holen zu lassen, eine Scene. die ich nur in Florenz so packend
und wirkungsvoll dargestellt sah, wie in Deuts(^iland.
Mein ürtheil fasse ich dahin zusammen:
Jeder, der die „Cavalleria rusticana" gesehen hat, muss
zugeben, dass sie auf eine dramatische Wirkung abzielt, —
das genügt, um sie dem italienischen Publicum unverständ-
lich zu machen. Aber auch in Deutschland kann sie keinen
richtigen Boden finden, denn die Reste der Opemform müssen
uns abstossen, und das italienische Wesen der Handlung liegt
unserem Denken und Empfinden gleich fem.
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Weimar.
Weimar ist eine Stadt von ca. 25,000 Einwohnern. Wenn
alle Städte von solcher Einwohnerzahl in unserem lieben
Deutschland so viel gute Musik machen wollten, könnte es
um unser deutsches Musikleben nicht schlecht bestellt sein.
7 — 8 grosse Theater-(Orchester-) , einige Kirchen-Concerte,
eine Reihe von Musikschul-Concerten , 4 officielle Kammer-
musik-Soireen, mehrere Privatauffüüirungen und Solisten-
abende ziehen neben dem Theaterreperteire. das in der Woche
etwa 2 — 3 Opemvorstellungen bringt, wänrend einer Saison
an uns vorüber; dazu hat Weimar vor anderen Städten seines
Gleichen, und selbst grösseren Haupt- und Residenzstädten,
den hohen Vorzug voraus: eine Anzahl Componisten, deren
Namen vom besten Klange (Strauss, Lassen, Sommer ete.),
einen Dirigenten wie Strauss, zwei Solisten von der Qualität
eines Bemn. Stavenhagen und Halir und Concertsänger wie
Giessen oder R. v. Milde in seinen Mauern zu beherbergen.
Es lässt sich also wohl denken, dass wir zu Weimar hinsicht-
lich des Wie dieser Aufführungen nicht etwa an letzter
Stelle marschiren, wenn wir begreiflicher Weise auch z. B.
bei der Orchester besetzune mit etwas beschränkteren Mitteln
vorlieb nehmen müssen. Und ganz ebenso als das Wie darf
sich auch das Was der Darbietungen in seiner Mannigfaltig-
keit und modernen Reichhaltigkeit anderen Städten gegenüber
gar wohl sehen lassen. Ich denke, es e^enügt eine kurze, mehr
statistische Zusammenstellung in georängter Form, um den
Beweis hierfür, ganz im Allgemeinen wenigstens, hier anzu-
treten. So war z. B. Haydn in der vergangenen Saison ver-
treten mit einer Symphonie und dem Largo aus dem Ddur-
Quartett; Mozart aus Anlass des Jubiläumsjahres mit der
Symphonie in Gmoll, dem Clavierconcert in Dmoll, einem
Doppelconcert für zwei Cla viere (ganz vorzüglich und überaus
stilvoll, in erfreulichster Einhelli^eit gespielt von den HH.
CapeUmeistem Dr. Lassen und Rieh. Strauss), mit einer
Concertarie, dem Streichquartett in Gmoll, dem Streichquin-
tett in Gmoll, dem Allegretto aus dem Fdur-Quartett und
mehreren Opemarien; Beethoven mit den Symphonien in
Ddur und Cmoll, dem Violinconcert (Hr. Halir), dem Cla-
vierconcert in Gdur (Frau Margarethe Stern aus Dresden),
der Ouvertüre „Zur Weihe des Hauses*^ der Romanze für
Violine in Fdur, sowie dem Quartett in FmoU Op. 95; Schu-
bert (ausser mit mehreren seiner besten Lieder) mit der un-
vollendeten Hmoll-Symphonie und dem Trio Op. 99 in Bdur;
Mendelssohn mit dem Violinconcert (Joachim) und dem
CmoU-Scherzo für Ciavier (Stavenhagen); Schumann mit
der Bdur-Symphonie (NB. unter Direction von R. Strauss,
der damit seine Befähigung auch zur Au^ührung solcher
Meister ein für allemal erwies), dem Ciavierquintett in Esdur
Op. 44, sowie einigen Liedern; Chopin mit Clavierpiöcen
(Stavenhagen, Frau Stern); Brahms mit dem Quartett
Op. 51, No. 1, dem Quintett ()p. 111, den bekannten Un^ari-
scnen Tänzen und Liedern; Lassen mit seiner Symphome in
Ddur, der „Faust"-Musik (gegeben alljährlich gelegentlich der
Aufführung beider Theile des Dramas zum Osterfest), sowie
Liedern; Berlioz (ausser mit „Benvenute Cellini** in der Oper)
mit der dramatischen Symphonie „Romeo und Julie" und aem
Grandiosen Re(]^uiem (Letzteres sogar zwei Mal aufgeführt);
liszt neben Liedern und einer seiner Rhapsodieti (Frau
Stern) mit dem Esdur-dllavierconcert (Stavenhagen), den
symphonischen Dichtungen „Les Pröludes** und ,^azeppa",
sowie der „Legende von der heiligen Elisabeth** (albährhch in
scenischer Vorführung zu Liszt*s Geburtstag); Wagner mit
der Faust-Ouverture, dem Kaiser-Marsch, Liedern und Arien (in
der Oper: „Rienzi", „Der fliegende Holländer", „Tannhäuser",
„Lohengrin", „Die Meistersinger" und „Tristan und Isolde");
Cornelius (dessen „Barbier von Bagdad" und „Gunl5d" sich
auf dem hiesigen Repertoire dauernd erhalten) mit Liedern
und Gesängen; Ritter (neben seinen beiden kleinen Opern in
der Oper) mit einer „Seraphischen Phantasie" (die mir übrigens
ihrer Erfindungsarmuth wegen weniger behagte) und Liedern;
endlich Rieh. Strauss mit dem noch jugendlichen, aber sehr
frischen und pathetischen Ciavierquartett Op. 13, den Mäd-
chenliedern und der nachgerade berühmt gewordenen „Don
Juan" -Tondichtung (die — vielleicht grossartiger im Wurf wie
in der genialen, souveränen Beherrschung aller harmonischen
und instrumentalen Mittel — doch, was die Abgeklärtheit der
Form wie des Lihaltes anlangt, an „Tod und Verklärung" noch
lange nicht hinanreichen dürrte). Dies nur der äussere Rah-
men, dem sich dann zeitweilig noch gar manche dii minorum
gentium — wenn wir so sagen dürfen — mit einfügten: so
Gude mit den „Ossian-Nachklängen", (3k)ldmark mit der „Sa-
370
kuutftla^-Ouverture, Bruch mit seinem neuesten Violinconcert
(das durch Hrn. ConcertmeiBter Halir's süssen Geigenton nur
gewinnen konnte), endlich E. Homperdinck mit einer Ballade
^Die Wallfahrt nach Kevlaar" (der man das edle, schöne
Strehen anerkennen darf, anch wenn mau in solcher Wieder-
belebung einer bereits von Schumann vergrilPenen Form durch
die mittlerweile gewonnenen modernen Instrumentalmittel
nicht das Heil erblicken kann). Auch das interessante ame-
rikanische Componisten-Concert, welches zu beurtheilen später
auch Leipzig noch Gelegenheit hatte, hörten wir hier; da-
gegen bliebe allerdings wohl zu wünschen, dass wir von den
Slaven, den Skandinaviern (namentlich Grieg, Sinding), am
Ende auch von den Franzosen und Slaven hier mehr zu hören
bekämen. Italien ist ja durch Mascagni's neueste Opern auch
in Weimar bereits gar wohl vertreten, es wäre aber doch viel-
leicht von Sgambati und Martucci gelegentlich Notiz zu neh-
men, und entschieden vermisst hab^i wir vollends noch von
den Deutschen die beiden Wiener: Anton Brückner und Hugo
Wolff. Das muss im nächsten Jahre nachgeholt werden!
Besonders dankbar sind wir den Veranstaltern der regel-
mässigen Kammermusikabende — L assen-Halir und Genossen
— sowohl för die geschmackvollen Programme, als auch für die
innerhalb derselben geübte Berücksichtigimg der einheimischen
Lyriker. Wenn man Capacitäten auf diesem Gebiete, wie
Sommer, Lassen, Strause, auch Lindner, zu seinen Mitbürgern
zählt, braucht man den Vorwurf des „Localpatriotismus'' bei
Aufnahme ihrer Namen in die Goncertprogramme gewiss nicht
zu scheuen, und ^ratuUren darf man sich obendrein, wenn
man hierzu wie in Hm. Gi essen einen Liedersäne^r sich
gewonnen hat, der die Rücksicht auf den Stimmerfolg nicht
über die ernste künstlerische Verpflichtung stellt, solcher
Namen, auch wenn sie weniger dankbar und dem Publicum
schwerer zugänglich sein soUten, mit überall gleich grosser
Hingabe und Treue sich anzunehmen. Es thut dem Werthe
dieses XJrtheils keinen Abbruch, im Gegentheil, erhöht dies^
sogar, wenn man dabei constatiren muss, dass ihm am aller-
besten doch immer Lassen'sche Weisen liegen und er mit
seinem Organ und seiner Vortragsweise immer noch bei
diesen Nummern den Vogel abgeschossen hat. — Ein von Hrn.
Concertmeister ßoesel und einigen Herren des Hof Orchesters
ausnahmsweise veranstalteter besonderer Musikabend fand
reichen Bei£all und bot ein erhöhtes Interesse einerseits durch
die pianistische Mitwirkung des Hrn. Capellmeister Richard
Strauss bei seinem eigenen Quartett, andererseits auch durch
die Vorführung ei^^ener, zum Theil sehr e^efälliger Composi-
tionen der concertirenden HH. Roesel und Gutheil. TJm den
Vortrag der eingestreuten Lieder und Gesänge machte sich
Hr. Hofopemsäneer Bucha mit seinem prächtigen Or&;an ver-
dient, der — nach seinem bisherigen raschen W achmium zu
schliessen — noch Grosses zu versprechen scheint.
(Schluss folgt.)
Berichte.
Leipzig. In der Alberthalle ertönte währand der I.Hälfte
des Juli an drei Abenden voller Männer-Ohorgesang. Am 2.
hielt der akademische Gesangverein „Arion" im Krystallpalast
sein Sommerfest ab, dasselbe that am 9. der Leipziger Lehrer-
Gesangverein, und am 14. berührte der New- Yorker Männer-
fi^esang verein „Arion" auf seiner Siegesreise unser Leipzig.
Derselbe hatte ebenfalls die pompöse Alberthalle zum Kampf-
platz erwählt. (JEin 4. Concert gleicher Art wird am 18. da-
selbst folgen, das zweite Jubiläumsconcert des Universitäts-
gesangvereins zu St. Pauli.) Das Concert unserer Arionen
unter Hrn. Prof. Rieh. Müller 's frisch belebter und sicherer
Leitung brachte mit Unterstützung der Oapelle des lß4. Infan-
terie-Be^ments Grieg*s „Landkennung^, G.Weber's „Kriegs-
gesang im Walde^ und „Waldmeisters Brautfahrt'' von C. J.
Erambach und a capella-Chöre von G. Schreck („Gebet auf
den Wassern"). F. Mair („König Bing"), B. Rief (Wander-
lied), G. Schmidt („Wenn ich ein Waldvöglein war"), H. Jüngst
(„0, dass es muss im Frühling sein"), B. Schulz-Beuthen
(„Darf ih 's Dirndl liabn"), C. H. Döring (,jDas Mädchen
spricht") und Rieh. Schmidt (Altassyrisches Lied), sowie das
von Dürrner arrangirte schottische Lied „Das Mädchen von
Gowrie" zu Gehör. Von diesen zwölf Programmnummem
waren acht Novitäten für den „Arion". So preisenswerth die
räch auch bei dieser Gelegenheit wieder zeigende Beachtung
neuerer Werke seitens des Vereins ist, so dürite es doch Nichts
schaden, wenn in der Wahl derselben etwas rigoroser vorge-
^ngen würde. Von den hier in Betracht kommenden acht
Novitäten konnten strenger genommen nur Gust. Weber'a mann«'
lich-kräftieer, begeisterte Stimmung athmender und ija der
musikalischen Erfindung aparter ,^riegs^^e6ang im Walde^
imd H. Schulz-Beuthen's lustiges und origmelles „Gesana^l"
für gute Griffe in die neuere Litteratur angesehen werden,
während die Anderen nur selten aus dem alltäglichen Geleise
sich erheben, dafür aber um so öfter in vulgären Liedertafel-
stil verfallen. Als die besseren von ihnen sind die Chöre
von Brambach, Döring und Schreck zu bezeichnen. Von den
vier in Wiederholung^ gebrachten Chorwerken nahm Grieg's
„Landkennung** sowohl räumlich, wie gedanklich den vordersten
Platz ein. Eine Novität befand sich ausserdem unter den Or-
chestemummern, welche neben der von Hm. Hamann,
einem früheren Schüler Hans Sitt's, technisch reif und mit
künstlerischer Verve vorgetragenen Fantasia appassionata für
Violine von Vieuxtemps Abwechselung in aas Programm
brachten und unter Hm. Jahrow's straSer Direction zur Auf-
führung gelangten, nämlich eine Akademische Festouverture
von FeL Draeseke, die uns in ihrem potpourriartigen Gewände
und schwerfälligem und öfters billigem Humor aber offen ge-
standen nur den Eindruck einer G^legenheitscomposition ge-
macht hat, nicht würdig des Namens dieses bedeutenden Ton-
setzers, der übrigens dem Concert persönlich beiwohnte und
nach der Wieder^be seines Werkes durch Orchestertusch und
Lorbeerkranz gefeiert wurde. Von den Gesangsleistungen
der HH. Arionen ist zu berichten^ dass sie, was Intonation
und rhvth mische Präcision anbetrifil, ein anständiges Mittel-
maass kaum überschritten, und infolgedessen die künstlerische
Begeistemng, mit welcher dieser Verein Alles anfasst, nicht den
rechten vocaltechnischen Nachdruck erhielt. Am gelungensten
Sestaltete sich der Vortrag des Schulz-Beuthen'schen Chors,
er nicht nur schlagfertig im Ausdruck war, sondern auch
sonst so vorzüglich klappte, dass eine Wiederholung unum*
gänglich wurde.
Der Lehrer- Gesangverein hatte zur Mitwirkung die
Hartmann^sche Capelle herangezogen, welche unter Leitung
ihres tüchtigen Capellmeisters Hm. Erdmann Hartmann
einige Nummern des Programms selbständig und nach eigener
Wahl (u. A. höchst sonderbarer Weise mit einem Orchester-
arran^ment von Rieh. Wagner's „Liebesmahl der Apostel"
und einem Potpourri über Zeller*s „Vogelhändler" !) ausfüllte
und dem Verein in dem Hymnus „Lied und Leben" von
F. Wüllner, der Walzeridylle „Aus der Bauernstube" von
Th. Koschat und — in ihren bez. Mitgliedern — in dem Wald-
lied mit Hombegleitung aus R. Schumann^s „Der Rose Pilger-
fahrt" secundirte, welche drei Werke unter Hrn. Hans Sitt^s
befeuernder Führung ganz ausgezeichnet zur Wiedergabe ge-
langten. Der WüUner'sche Hymnus ist ein ernst intentionirtes
una nobel empfundenes Werk mit einzdnen in Stimmung und
Charakter g^z vortrefflich gerathenen Stellen, dem jedoch für
eine volle Wirkung der ^£uigel an eigener Erfindung und
Knappheit der Form im Wege steht. Koschat's neuestes Chor-
stück ist in der Auf&ssung des Textes ebenso naiv, wie
frühere ähnliche Werke dieses Componisten, mit denen es
aber auch die volle Frische anheimelnder volksthümlicher
Melodik gemein hat. Der Theil der Zuhörerschaft, welcher
für dieses Genre der Musik inclinirt, fand ersichtlich sein
vollstes Behs^n an diesem Novum. Von den Chören, welche
der Verein ohne Instrumentalbegleitung sang, waren neu das
einfach-gemüth volle Volkslied „Sandmännchen", der stim-
mungsvolle und auch musikalisch werthvoUe Chor „Nacht
und Traum" von C. H. Döring und ein frisches Frühlingslied
von Job. Dürmer (das Programm schreibt irrthümlich Julius
Dürrner, während doch nach neueren Forschungen der Vor-
name Johann festgestellt ist), dagegen schon früher gebotene,
aber gern wieder gehörte Gesänge Volkmann-Sie^rt^ gehalt-
volles „Ständchen" und C. Reinecke's tolles, seine da capo-
Wirkung auch diesmal nicht verleugnendes „Hüdebrandlied".
Der Vortrag aller dieser Chorsachen liess von Neuem die
schon so oft mit den höchsten Ausdrücken der Anerkennung;
von uns gepriesenen Vorzüge dieses Männerchors leuchtena
hervortreten: die ausgezeichnete Disciplin, die stets muster-
hafte Intonation und Aussprache, sowie Temperament und
Intelligenz in der Auffassung bei prächtigem stimmlichen
Material, Eigenschaften, welche der Verein in hohem Grade
zwar schon lange besitzt, deren jetzige Perfection aber das Ver-
dienst des Hrn. Capellmeister Sitt ist.
Gross waren die Erwartungen gewesen, mit welchen man
in den musikalischen, besonders sängerischen Kreisen unserer
Stadt dem schon seit Wochen versprochenen Auftreten des
371
renommirten M&xmergesangvereiiis j.Ariou*' aus New-Tork
entgegen gesehen hatte. Dass sie durch die tactischen Lei-
stungen des Vereins erftdlt, ja weit ÜbertrofTen worden sind,
darf ohne Bückhalt constatirt werden. Der seit einigen Jahren
unter Leitung des vlämischen Componisten Hrn. Frank van
der Stucken stehende Verein zählt zwar nur Ö5— 70 Mit-
f:lieder, entwickelt aber mit dieser nicht imposanten Anzahl
änger eine Elan^kraft und Ftllle wie manch doppelt so stark
besetzter Chor, wie er andererseits über ein wahrhaft zauber-
haftes piano verfugt Lässt sich hieraus darauf schliessen,
dass der New- Yorker „Arion" durchweg aus stimmlich gut
beanlagten und gesanglich tüchtig geschulten Kräften besteht,
so hat der Verein auch nach Seiten der Vortraeskunst die
glänzendsten Beweise des Könnens innerhalb der gestell-
ten Aufgaben, die Kunstlieder von der technischen und
psychischen Bedeutung, wie z. B. Rob. Schumann, Cornelius,
Volkmann und F. Hegar sie geschrieben haben, nicht in sich
schlössen, geliefert: das war Alles derart musikalisch fein
empfunden, dvnamisch ausgefeilt und sicher in der Klang-
wirkung berecnnet, ohne dabei in Künsteleien und Bafßne-
ments des Ausdrucks und der Ton^bung zu verfallen, dass
man seine ungetrübte Freude an jeder Nummer haben und
rückhaltslos mit einstimmen konnte in den sich seitens des die
mächtige Alberthalle bis aufis letzte Plätzchen füllenden Pub-
licums meistens geradezu frenetisch äussernden allgemeinen
Beifall. Li der IJngesuchtheit und Üng-eschminkheit des musi-
kalischen Ausdruck unterscheidet er sich aufö Günstigste von
den Männer^;esangvereinen, welche von Oöln, Berlin, Wien und
Strassburg i. E. nach Leipzig kamen und sich hören Hessen.
In Bezug auf den Eapport zwischen dem Dirigenten und den
Sängern wird man selten einen Verein finden, bei welchem Jener
so innig ist, wie bei dem New- Yorker „Arion", bei welchem
man gern den Vergleich anwenden kann, den man so häufig
bei Orchesterdirigenten gebraucht, indem man sagt, sie spielten
auf dem Orchester wie auf einem Ciavier. Schade, daßß der
Verein als Hauptnummer ein so landläufiges Product wie
G. Baldamus' „Weihe des Liedes*' aufstellen konnte! Von den
a capella gesungenen Chören, welche in der heut. Concert-
umschau unseres Bits, verzeichnet stehen, hatte die originellste
Physiognomie F. van der Stucken's „Abendfeier**, dessen Ba-
ritonsoK) sehr sympathisch von dem Vereinsmitglied Hrn.
Saenger ausgeführt wurde, wie auch die von dem Genannten
bearbeiteten amerikanischen Volkslieder lebhaftes Interesse
durch ihre Eigenart erre^n. Den meisten Effect aber machte
Kremser*s Altniederländisches Lied, dessen Vortrag allerdings
auch eine chorgesangliche Delicatesse feinster Sorte war. Hr.
van der Stucken, der den Verein für seinen deutschen Triumph-
zug vorbereitet hat, machte als Dirigent den Eindruck einer
Capacität. Ohne grosse äussere Beweglichkeit zwingt er mit
Blick und Hand seine Sängerschaar vollständig zu seinem
Willen, und dieser merkt man es an, wie gross und fest ihr
Vertrauen zu solch sicherem, geistvollem und warmblütigem
Führer ist. Wir begreifen, nachdem wir diesen amerikani-
schen Verein mit eigenen Ohren gehört haben, ganz gut das
fresse Benomm6e, in welchem er in seinem Vaterlande steht,
[it Mendelssohn's „Huy Blas** -Ouvertüre eröffnet, enthielt
das Pro^amm auch noch ein paar andere Instrumentalnum-
mem. Es traten die amerikanische Violinistin Miss Maud
Powell und der Berliner Pianist Hr. Rummel als Solisten
auf. Erstere, ehemals Schülerin des k. Conservatoriums der
Musik zu Leipzig, speciell des Hm. Henry Schradieck, spielte
Bruch*s GmoU-Concert und kürzere Stücke von Nardini, Sara-
sate und Massenet und declarirte sich als eine Violinistin,
welche mit voller und sympathischer Tongebung ausge-
?^lichene und sichere Technik und solide künstlerische Auf-
lassung verbindet und mit ihrem prächtigen Talent Überall
Genuss bereiten muss, so lange sie auf Fadaisen, wie Sara-
sate's „Zapateado" verzichtet. Hr. Rummel erfreute seine
alten Freunde und gewann sich neue mit der tüchtigen
Wiedergabe des Esdur-Concertes von Liszt, wobei ihn wesent-
lich ein im Klangcharakter und in der Gesangsfähigkeit selten
schöner, wirklich prachtvoller Concertflügel von Steinway &
Sons in New- York unterstützte.
Genf, Ende Juni. Nachdem ich in meinem vorigen Be-
richt die hier seit Neujahr stattgehabten Abonnementcon-
certe und Kammermusiksitzungen besprochen habe, muss ich
heute einige Zeilen den Übrigen Concerten der zweiten Hälfte
tmserer Musiksaison widmen.
Die Soci6t6 de Chant du Conservatoire (Direction
Hr. Ketten) gab im Februar eine sehr gelungene Auffuh-
rung der „Enfance du Christ** von Berlioz, welches Werk von
der zahlreichen Hörerschaft enthusiastisch aufgenommen
wurde. Drei Nummern musste man wiederholen, unter An-
derem den reizenden Chor der Engel. — Nicht ganz so erfolg-
reich war das Concert, welches die obenerwähnte Gesellschaft
im Verein mit der Sociöt6 de Chant sacrö veranstaltete,
um die ,jLegende von der heiligen Elisabeth** von F. Liszt
unserem i^ublicum bekannt zu machen. Die Hauptschuld da-
von trug die Sopranistin Frl. Jansen, eine schwedische, am
Theater zu Lyon wirkende Sängerin, welche die Partie der
Elisabeth sozusagen vom Blatt las. Eine solche TJngenirtheit
seitens einer seit Wochen engagirten Solistin kann nicht stark
genug gerügt werden.
Zwei in Paris wohnhafte Schweizer, der Musikverleger
Hr. Poulin und der Tonkünstler Hr. Doret. gaben Anfang
April im grossen Reformations-Saale unter Mitwirkung des
Stadtorchesters ein Concert, um verschiedene Compositionen
der jüngeren französischen Schule vorzuführen. Trcl::.l:m
man im Voraus dieses Ereigniss als ein höchst wichtiges
angezeigt und dasselbe grün<Üich ausposaunt hatte, waren die
Zuhörer nicht sehr zahlrmch erschienen, applaudirten aber
desto kräftiger, sodass mehrere Nummern da capo gespielt
wurden. Das sehr lange Programm enthielt Orchesterstticke
von Lambert, Faur6, Marty, Massenet, Saint-Saöns, d*Indy,
Dubois, die svmphonischen Variationen für Ciavier und Or-
chester von Cfesar Franck und mehrere Lieder von Lenepveu,
Faur6, Bruneau und Vidal. Die Meisten dieser Compositionen
zeichneten sich mehr durch geschickte Mache und virtuose
Instrumentation, als durch Ideenreichthum aus. Am besten
gerathen schien uns die Rhapsodie bretonne von Saint-Saöns
zu sein, ein angenehmes Stück, zuerst für Orgel geschrieben
und später vom Componisten für Orchester gesetzt. Frl.
Brass, Sängerin aus Paris, und der hier ansässige excellente
belgische Pianist Hr. Theophil Ysaye wirkten mit und ern-
teten reichen Beifall.
Ausser diesen drei grösseren mit Orchester gegebenen
Concerten fanden noch viele Soiröen und Matineen statt, die
ich aus Mangel an Raum bei Seite lassen muss. Eine Aus-
nahme möchte ich jedoch zu Gunsten unseres verdienten
Domorganisten Hrn. Barbl an und des begabten Componisten
Jaques-Dalcroze machen. Ersterer veranstaltete, wie ge-
wöhnlich am Charfreitag, ein Concert mit passendem gedie-
genen Programm; Letzterer führte einem geladenen Publicum
seine neuesten Vocal- imd Instrumentalarbeiten unter Mit-
wirkung einer Anzahl von Künstlern und Dilettanten vor.
Ganz besonders gefiel eine phantasievolle von Hrn. Adolf
Rehherg imd dem Componisten vortrefflich gespielte Suite
für Violoncell und Ciavier.
Hr. Willy Reh borg, dessen künstlerische Thaten als
Capellmeister und Claviervirtuos ich in meinem Märzbericht
signalisirte , trug auch als Professor der oberen Classen am
Conservatorium ansehnliche Erfolge davon. Mehrere seiner
Schülerinnen spielten öffentlich und machten den besten Ein-
druck. Eine sogar, Frl. GinevraDoria, gab ein selbständiges
Concert mit Orchester. Das Programm enthielt ausser eini-
gen Orchesternummern das F moll-Concert von Chopin und
verschiedene Solostücke von Moszkowski, Liszt und W. Reh-
berg. Hr. Adolf Rehberg wirkte mit und spielte unter
Anderem das interessante Concert für Violoncell von Svend-
sen, welches ihm reichen Applaus eintrug. — Die neulich
stattgehabten Prüfungen im Con.servatorium fielen ebenfalls
für die Schülerinnen des Hrn. Willy Rehberg brillant aus.
Die Vorträge der Gmoll-Claviersonate von Schumann, des
Allegro appassionato Op. 70 von Saint-Saöns und der Polo-
naise-Fantaisie Op. 61 von Chopin legten Zeugniss ab sowohl
für die vortreffliche Unterrichtsmethode des Lehrers, als für
das Talent und das eifrig Bestreben der Elevinnen.
Die drei von Hm. Tbeaterdirector Dauphin am Anfang
der Saison versprochenen grösseren Novitäten von Saint-Saäns
(„Samson und Dalila**), Lacorabe („Winkelried") und Wagner
(l. Act der „Walküre**; wurden auch wirklich im Laufe des
Winters gegeben. Das Wagner 'sehe Fragment, gut gesungen
(namentlich vom Tenoristen Hrn. Imbart de la Tour) und
vorzüglich inscenirt, erfreute sich eines solchen Beifalls, dass
wir hoffen dürfen, im nächsten Winter dieses Werk vollstän-
dig zu hören zu bekommen.
Hr. Sternberg, der Gründer und excellente Primgeiger
des Streichquartetts, welches seinen Namen trägt, verlässt
unsere Stadt nach siebzehnjährigem Aufenthalt, um einem
ehrenvollen Ruf nach Amerika zu folgen. Wir bedauern die-
sen Verlust aufrichtig und wünschen Hrn. Stemberg in seiner
872
neuen Stellung den ganzen Erfblgi welchen er zu haben ver-
dient. J(
Sondershausen. Das 4. Lohconcert brachte von Or-
cheetersachen Brahms' Tragische Ouvertüre, Liszt's „Tasso^
undBeethoven*s CmoU-Symphonie in vorzüglicher, vom Pub-
licum mit lebhaftem lueiiall aufgenommener Wiedergabe
und ausserdem Wieniawski's Dmoll-Ooncert für Violine, vor-
fi;etragen vom Goncertmeister Hrn. Bückbeil aus Freiburg
m Bfäen. Hr. Bückbeü, ein Sondershäuser Stadtkind, ver-
fögt über eine respectable Technik. Er erntete Applaus und
Hervorruf. — Zur Feier des Geburtstages Ihrer Hoheit der
Fürstin Marie flEuid am 28. Juni ein Extraconcert statt mit
folgenden Bestandtheilen; 1) Festmarsch von Raff, 2) Festouver-
ture über das thüringische Volkslied von Lassen, 3) „Abend-
reihn*' von Beinecke, 4) Larfi;o von Händel, 6) „Wach auf^ es
nahetgen den Tag" und „Ehrt eure deutschen Meister*' etc.
aus "Wag|ner'8 ^^Meistersingem", 6) Vorspiel zu Wagner*s
„Lohengrin*', 7) ^alletmusik aus SchrÖder's „ Aspasia", 8) „Piz-
zicato** von Merk und 9) Fackelpolonaise von Manns. Sämmt-
liche Nummern des interessanten Festprogramms wurden vom
Publicum mit patriotischer Begeisterung aufgenommen. Den
vocalen Theil der „ Meistersinger** -Scene führten die Schüler
bez. Schülerinnen des hiesigen ConservatoriumB mit Sicherheit
in ToEL Bhythmik und Dynamik durch. Die BaUetmusik trug
dem Componisten einen ehrenvollen Hervorruf ein. Das
Pizzicatostück von Merk, einem Pseudonymus, ist ein aller-
liebstes, feines Gabinetstück und gefiel ungemein; der Ver-
fasser darf getrost die Maske der Pseudonymität ablegen. —
Im 5. Lohconcert (3. Juli) hörten wir ausser einem Solo-
stück (Violoncellconcert von G. Saint-Saäns, vorgetragen von
Hm. Geist) Svendsen's Ouvertüre zu „Sigurd Slembe**. femer
eine Suite ftlr Orchester (Einleitung, Notturno, Idylle und
Festzug), „Liebesfrühling** betitelt, von Bückbeü, dem Solisten
des 4.Goncertes, endlich die Phantastische Symphonie von Ber-
lioz. letzteres Biesenwerk in geradezu vollendeter Ausführung
und Ausfeilung. Wir haben hier das Glück gehabt, dieses
eminente, geistsprühende Werk, eine der jg;enialsten Schöpf-
ungen des geistreichen Franzosen, wiederholt in mustergil-
tifi;en Darstellungen zu gemessen; Sclureiber Dieses hat £ts-
selbe in einem früheren Jahrgange d. Bits, einmal ausführ-
licher besprochen. Neuerdings wurde es wieder gebracht bei
der Tonkünstler- Versammlung 1886 und noch einmal im ver-
flossenen Winter. Der Wiederholuns; am 3. Juli möchte ich
die Palme zuerkennen, so fein war Alles ausgefeilt, die poe-
tischen Intentionen des Schöpfers in durchsichtigster Weise
wiedergegeben. Dank unserem verehrten Professor Schröder
für diese neueste Kunstthat! Die Suite von BückbeiL ein
nettes Werk, sehr gefällig und melodiös, wurde vom Publi-
cum auf das Freunoiichste auf&;enommen. Sie verdient weitere
Verbreitung. — Unser erster Violoncellist Hx, Alfred Martin
verlässt uns, um einem Bufe nach Helsingfors zu folgen. Wir
rufen ihm ein herzliches Lebewohl nach und wünscnen ihm
recht gute Erfolg auf seiner weiteren Künstlerlai:^bahn. Es
sei gestettet, hier noch ergänzend nachzutragen, dass Hr.
Martin bei seinem letzten Auftreten im 2. Lohconcert dem
Volkmann'schen Violoncellconcert die schwierige Gadenz von
Klengel eingefiigt hatte und mit schöner Bravour und herr-
lichem Gelingen ausführte.
Concertumschau.
Breslau. Goncerte der Bresl. Goncertcap. (Biemenschnei-
der) am 30. Juni, 2. u. 7. Juli: Symphonien v. Mendelssohn
(No. 4). Beethoven (No. 9, ohne den letzten Satz) u. Schumann
(No. 4), symph. Dicht. „Der Todtentanz" von G. Biemen-
schneider, Ouvertüren v. Wagner („Bienzi"), Mozart, Beet-
hoven (No. 3 zu „Leonore") u. Brahms (Akad. Fest-), Vor-
spiel zur Oper »Die sieben Baben" v. Bheinberger, Marsch
der heil, drei Könige a. „Ghristus" v. Liszt, Bioletmusik zu
Galderon's „lieber allen Zauber Liebe" v. E. Lassen, zwei
Zigeunertänze v. Heidin^sfeld ete.
Cöln. Musikal. Gesellschaft (Prof. Seiss) im Mai u. Juni :
Symphonien v. Haydn (Gdur), Schubert (Hmoll) u. Wüerst
(Fdur), Ouvertüren v. Gluck, Gherubini u. Weber, „Album-
blatt** f. Orch. V. Wagner-Beichelt, „Novelletten** f. Streich-
orch. V. Gade, Walzer u. Gapriccio f. do. v. 0. Beines, zwei
Stücke f. do. V. A. Krögel, Hymnus f. Viol.,Violonc., Harfe
u. Org. V. F. Gottheli| Goncerte in Dmoll f. zwei und in
OmoU f. drei Gla viere v. S. Bach, Suite f. zwei Violoncells v.
Popper (HH. Thalau u. Keller), Solovorträge des Frl. Dole-
schafa. Luzern (Glav., Gompositionen v. E. Heuser) u. der
HH. Becker a. Würzburg (G^., Lieder v. Beethoven, Deprosse
u. H. Zöllner), Löser a. Hannover (Glav., Son. appass. von
Beethoven, Sonett v. Liszt u. Walzer v. 0. Taus ig), Araniy
(Viol., Prei^ed a. den „Meistersingern** v. Wagner) und
Bensburg (Violonc, „Am Meeresstrande** eig. Gomp.).
Creuznaeh. Balladenabend des Hm. Gausche (Ges. u.
Dir.) unt. Mitwirk, der Frau Gausche-Scharffenberg (Clav.),
des Frl. Müller (Harfe), der HH. Weinreis (Org.j u. Nauen-
dorf (Hom), sowie eines Ghors am 17. Juni: „Frithjof auf
seines Vaters Grabhügel** f. Frauenchor u. Baritonsolo (mit
Clav.?) V. Bruch, Frauenchöre „Es tönt ein voUer Harfen-
klang**, Lied von Shakespeare, „Der Gärtner** u. „G«sang aus
Fingal** m. Harfe u. zwei Hörnern v. Brahms, Soli f. Ges.
V. B. Becker („Lord Wüliam und Schön Margareth**), Löwe
(„Der Nöck** u. „Kaiser Otto's Weihnachtsfeier** [m. Schluss-
chor]), B. Wagner („Die Frist ist imi** a. dem „Fliegenden
Holländer**) u. Schumann („Die Oapelle** Fm. Org.] u. -Die
Soldatenbraut**) u. f. Clav. v. Wagner („Meistersinger**- Vor-
spiel) u. Wagner-Liszt (Spinnerlied aus dem „Fuegenden
HoUänder**). (Die Ausführung des Programms ist nach einem
dortigen Bericht „in allen Th eilen wonlgelungen** gewesen.)
Dresden. ^Oonc. des Dresd. Männergesangver. (Jüngst) am
5. JuH: „Bienzi**-Ouvert. v. Wagner u. a. Orchestemum-
mem, Männerchöre v. C. Attenhofer („Dort liegt die Hei-
math mir am Bhein**), Th. Bradsky („Waldesnacht**),
H. Jüngst („0^ dass es muss im Frühling sein**, „Die wilde
Böse" u. pln Lieb und Treu**), A. Kayl („Schliesse mir die
Augen beide**). Ed. Kremser („Der Kosake tränkt sein Boss**,
„Komm, 0 komm** u. „HeU ins Fenster scheint die Sonne**),
0. H. Döring („Der schönste Bursch am ganzen Bhein**)
u. L. Liebe uDas Heldengrab**), Soloquart. „Abschied** von
Beschnitt (HH. Nitschke, Mende, Stütz u. Schütze).
Düren. Gonc. der Liedertafel u. des Dürener Männer-
gesan^^ver. (Necke) unt. Mitwirk, der Frls. Krätma a. Elber-
feld fGes.) u. Schwartz a. Cöhi (Viol.) u. der Militärcapelle a.
Aachen u. der städt. Gap. v. hier am 10. Juli: 8. Ouvert. zu
„Leonore** v. Beethoven. Vorspiel u. SiciUana a. „Gavalleria
rusticana** v. Mascagni, „FrühUngs Erwachen** f. Männer-
chor, Sopransolo u. Orch. v. Th. Gouvv, „Bheinleben** ftir
Männeronor u. Orch. v. Brambach, Männerchöre a cap. v.
A. Dregert („Blau Blümlein**, „Jägers falsch Lieb** u. Jch
hab dich so lieb**) u. B. Musiol („Ijebers Jahr**), Soli f. Ges.
V. Mozart, Em. Hartmann („Kennstduden Weg**), J. Brahms
(„Mädchenfluch**) u. W. Berg er (Kinderüed) u. f. Violine v.
Mendelssohn (Gonc.) u. A.
Haarlem . Musikfest der Haarlemschen Bach- Vereeniging
zum 20. Jubiläum ihres Bestehens: Kirchenconc. am 10. Juni
m. Solovorträgen des Frl. Bakker a. Amsterdam (Ges., Arien
V. Händel, S. Bach u. Marcello) u. des Hm. Hoog von hier
(Org., zwei Toccaten u. zwei Fueen v. S. Bach, And. v. Men-
delssohn u. „Monologe** v. Bhein berfer). Gonc. am 11. Juni:
8. Symph. v. Beethoven, „Sommemachtstraum** -Musik v. Men-
delssohn, BaUetmusik a. „Bosamunde** v. Schubert, Soli f. Ges.
V. Gluck, Marcello, Galdara u. Jomelli u. f. Viol. v. Brahms
(Gonc.) und Spohr. (Ausführende: das Orchester des Neuen
Goncerthauses in Amsterdam unt. Leit. des Hrn. Kes, sowie
die Frls. Barbi a. Bologna [Ges.] und Wietrowetz aus Berlin
Berlin [Viol.].) Gonc. am 12. Juni, ausgeführt von den Frls.
Barbi u. Wietrowetz u. Hm. Sauer a. Dresden (Glav.): I.Satz
a. der Gdur-Glav.-Violinson. v. Bubinstein, Soli f. (5es. v.
Astorga, PasieUo, Schubert, Brahms („Immer leiser wird mein
Schlummer** u. „Vergebliches Ständchen**) u. Massenet („Mar-
äuise** u. „Nuit d'Espagne**), f. Clav. v. Beethoven (Op. 129),
chumann, Mendelssohn, Baff (Bigaudon), Chopin, Liszt-Men-
delssohn u. Tausig-Schubert) u. f. 'Viol. v. Mendelssohn, Vi eux-
temps u. Sarasate). (Wenn dieser Bach- Verein sonst nur
selten Werke seines grossen Namengebers aufführt, so hätte
man doch wohl bei mesem Anlass eine grössere Berücksich-
tigung desselben erwarten dürfen. Ausserdem erscheint es
auffkUig, dass Haarlem selbst so schwach an der Ausführung
betheiligt ist.)
Hamm. Gtesangfest des Männergesangver. „Liedertefel**
imt. Leit. der HH. Frank, Diehl u. Haake v. hier, Heine a.
Münster, Kopfermann a. Unna u. Janssen a. Dortmund und^
Mitwirk, der Männergesangvereine Münster u. Dortmund, der '
Quartettvereine Hamm, Unna und „Arion** Hamm, des Frl.
Nathan a. Frankfurt a. M. (Ges.), des Hm. Gausche a. Greuz-
nach (G^.) u. der Gap. des 13. Inf.-Beg. a. Münster am
26. Juni: Blaiser-Marscn v. Wagner, „Frithjof" v. Bruch,
873
„Bretagne*^ f. Baritonsolo, Männerchor u. Oroh. v. W. Nolopp,
Männerchöre acap.v. A.M. Storch (.Naohtzauber" ), H. Jüngst
(„Zwiegesang**), 0. A. Kern („Waldsegen"), G. A. Heinze
(„Sonntag auf dem Meere*'), B. Badecke („Aus der Jugend-
zeit") u. F. He gar (Hymne an den Gtesang), G^esangsoli von
Löwe, C. Wendling („Die erste Blume"), E. Grieg („Ich
liebe dich") u. H-.v.Koss (Winterlied). (Das Concert hat,
wie uns vorliegende Zeitungen berichten, einen Verlauf j^e-
nommen, der die Ehrwartungen „weit übertroffen" habe. Das
Hauptverdienst an dem schönen Gelingen wird dem Haupt-
dirigenten Hm. Frank zugeschrieben, dem am Schluss des
Ooncertes nicht endenwoflender Beifall gespendet und als
„schwacher Ausdruck der Gefühle der Dankbarkeit" ein Lor-
beerkranz überreicht wurde.)
Heidelberg. G^istl. Gonc. des Bach- u. Akad. Ges.-Yer.
(Prof. Wolfirum) m. Oompositionen v. S. Bach unt. Solist. Mit-
wirk, des Frl. Lemke und der HH. Kirchner a. Berlin und
Keller a. Ludwigshafen (Otea.) am 2. Juli: Oantaten „Es ist
dir gesagt, Mensch" u. „Gk>ttes Zeit ist die allerbeste Zeit"
Beide bearbeit. v. B. Franz, Frauenchor „Den Tod Niemand
zwingen kunnt" m. Org., Orgelchoral „Wenn wir in höchsten
Nöthen sein".
Jena. Gonc. der Singakad. unt. Solist. Mitwirk, der Frls.
Münch a. Leipzig u. Vermehren a. Lübeck und der HH. Dr.
Paul V. hier u. Hungar a. Schwerin am 29. Juni: „Gottes
Zeit ist die allerbeste Zeit" v. Bach, Bequiem v. -Mozart.
Kaiserslautern. 4. (3onc. des Caecitien-Yer. (Pohl) unt.
Mitwirk, der Frau Hieber a. München (Ges.) und der HH.
Kwast a. Frankfurt a. M. (Clav.) u. Kiengel a. Leipzig (Yio-
lonc): Fdur-Clav.-Violoncellson. v. Brahms, Soli f. Ges. v.
Böhm („Still wie die Nacht"), A. Förster („Ich liebe dich")
u. A., f. Clav. V. J. Kwast (Capriccio u. zwei Etüden) u. A.
u. f. Violonc. V. Popper (Elfentanz) u. A.
Laibaeh. Auffuhr, v. Bein ecke's „Schneewittchen" f.
Soli, Frauenchor u. Declam. m. Clav, durch die Philharmon.
Gtesellschafb am 8. Juli (Soli: Frls. Erna u. Stephanie Handl
[Ges.]; Declam.: Frl. A. Wiesthaler.)
Leipzig. Conc. des New- Yorker Männergesanfi^ereins
„Arion" (van der Stucken) unt. Mitwirk, des Frl. Powwl (Viol.)
u. des Hrn. Bummel (Clav.), sowie derCan. des 134. Lif.-Beg.
am 14. Juli: „Die Weihe des Liedes" f. M&nnerchor u. Orch.
V. Baldamus, M&nnerchöre a cap. v. C. Attenhofer („Abend-
feier"), F. van der Stucken(„Frühlingsglaube",m. Bariton-
solo [Hr. SaengerjL Kremser (Altniederländisches Lied),
C. Girschner („Hüte dich"), J. Bheinberger („Die ver-
fallene Mühle"), M. Spicker („Im Grase thauts"), H. Jüngst
(„Braun Meidelein", m. Tenorsolo [Hr. Bieger]) u. W. Bunte
(Minnelied), sowie vier amerikanische Volkslieder, bearb. v.
F. van der Stucken, Soli f. Clav. v. Liszt (Esdur-Conc.) u.
f.Yiol. V. Bruch (1. Conc), Nardini, Sarasateu. Massenet.
— Abendunterhaltungen im k. Conservat. der Musik: 28. Jimi.
Adur-Streichquart. v. A. Borodin = HH. Listemann I. a.
Boston, Thomas a. Leipzig, Krug a. Altenburg u. Listemann ü.
a. Boston, Concertino f. Ular. v. Weber = fc. HofFmeyera.
Mehrstedt, Fmoll-Clav.-Violasonate v. Bubinstein = HH.
Goldfarb a. Starjmrd u. Sattler a. Bockwa i. S., Ciaviersoli v.
Bheinberger (Etüde u. Fugato in Amoll), Mendelssohn u.
Chopin (As dur- Walzer) = Frl. Schaube a. Leipzig, Clavier-
Vionnson. Dp. 12, No. 1, v. Beethoven = Frl. Herchmer a.
Montreal u. Hr. Wasshausen a. New- York. 1. Juli. Streich-
quart. Dp. 18, No. 2, V. Beethoven == HH. Lauboeck a. Wun-
siedel, Babe a. Bereen, Barchewitz a. Schweidnitz u. Fähnd-
rich a. Leipzig, Adur-Clav.-Violinson. v. Qade = Frl. Pabst
a. Leipzig u. Hr. WiUe a. Greiz, Hmoll-Clavierconcert von
Hummel = Hr. Beidler a. St. Gallen, Adur-Yiolinconc, 1. Satz,
V. Yieuxtemps =» Hr. Kleitz a. Leipzig, CmoU-Clavierconc. v.
Beethoven = Hr. Turner a. London. 8. Juli. Clar.-Quint. v.
Mozart = HH. Hoffmeyer, Schäfer aus Wiesbaden, Lie aus
Christiansand, Schochardta. Merseburg u. Hammig a. Leipzig,
Fdur-Clav.-Violoncellson. v. Beethoven = Frl. Smith a. Harl-
sey-Grange u. Hr. Braun a. Lenzburg, DmoU-Violoncellconc.
V. Goltermann = Hr. Schlemüller a. Leipzig, Ddur-Clav.-
Violinson. v. Mozart «- HH. Nestler a. Leipzig u. Wamecke
a. Wiesbaden, Violinsoli v. Spohr u. Lauo fPolon.) = Hr.
Wasshausen, „Camaval" f. Clav. v. Schumann = Hr. Tramm
a. London. 6. Juli. Fuge u. Prael. in Dmoll f. Orgel von
S. Bach = Frl. Hansen a. Melbourne, Clav.-Violinson. Op. 23
V. Beethoven = Frl. Wömer a. Leipzig und Hr. Wamecke,
Arie v. Lotti = Frl. Schumacher a. Kostock, zwei Notturnos
f. Viola u. Clav. v. Kalliwoda = HH. Henkel a. Leipzig u.
Hempel a. Altenburg, „Novelletten" f. Clav., Viol. u. Violonc.
V. Gade = FrLWainlud a. Gitomir (Bussland) u. HH. Liste-
mann I. u. Bramsen a. Copenha^n, Edur-Violincon., 1. Satz,
V. Vieuxtemps « Hr. Lie, Cmoll-Clav.-Quint. v. S. Jadas-
sohn a« Frl. Lo|ir a. Grossalmeroda u. HH. Kleitz, Thomas,
Sitttler u. Bramsen.
Neubrandenburg. Am 80. Juni Auffuhr, v. HändePs
„Samson" durch den Ver. f. gem. Chorees. (Naubert) unter
Solist. Mitwirk, der Frau Bonneburger, des Frl. Nittschalk u.
der HH. Hauptstein u. Bolle a. Berlin. (Viel Sinn scheinen
nach der „Meckl.-Str. Landesz." die guten Bewohner Neu-
brandenburgs für classische Musik nicht zu besitzen, denn
das Concert war so schwach besucht, dass der betr. Bericht-
erstatter auf ein bedeutendes pecuniäres Deficit schliesst. Die
Aufßlhrung wird von demseloen als durchweg gelungen be-
zeichnet. „Die Chöre wurden mit Präcision und grossem
Schwünge ausdrucksvoll und mit schönem Klange gesungen.
Das Orchester, aus den Mitgliedern der dortigen Stadtcapelle
bestehend, denen sich aus Interesse für den Dirigenten und
die Sache Musiker aus Friedland und Neustrelitz beigesellt
hatten, erledigte seine Aufgabe in einer Weise, wie man sie
von einer solchen zum erössten Theile sehr june^en Schaar
nicht erwartet hätte! Dadurch wird der Fleiss una die Mühe-
waltung, die der Dirigent des Vereins und der städtische
Capellmeister an die Sache gewendet haben j ins helle Licht
gestellt. Die Soli waren durch hervorragende Künstler be-
setzt." [Folgt die Würdigung von deren .Leistungen.] „Hm.
Musikdirector Naubert gebührt für die sorgf^tige und mühe-
volle Einstudirung und seine energische und umsichtie^e Lei-
tung, die dem (huizen zu so grosser Wirkung verhau, der
wärmste Dank.")
Oppenheim. Concert des evanje. Choralver. TBabe) am
8. Juli: Chöre v. Händel, Sucher, J. Chr. Weeber, Chr. Binck,
S. Scheidt u. N. Decius, ges. v. evangel. Choralver., Schüler-
chöre V. Nägeli u. Kreutzer, ges. v. der Chorschule, Solovor-
träge der Frau Bahn a. Worms (Ges., „Ave Maria" v. S. Bach-
Gounod u. Arie „Erwach zu Liedern der Wonne" v. Händel)
u. des Hm. Geil v. hier (Org., Tocc. v. S. Bach, Allegro u.
Adagio eig. Comp. u. Variat. v. Hesse).
Penig. 9. MusikauffÜhr. des Chorgesangver. (Bühling):
Compositionen f. zwei Claviere v. Beethoven (pEflrmont"-Ouv.),
Himmel (Cdur-Son.) u. Chopin (Cdur-Bondo), Lieaerspiel„Lenz
imd Liebe" f. gem. Chor u. Soli m. Clav. v. H. Hofmann,
Serenade f. gem. Chor u. Clav. v. L. Milde, Chorlieder von
C. Kuntze („Nun schlafen die Vöglein im Neste"), C. Stein-
hauer (,j Verstohlen geht der Mond auf"), J. Bheinberger
(„All meme Gedanken") u. A. Dregert („Hüte dich").
Bad Reinerz. 5.-— 6. Symph.-Conc. des Chirorch. (Loewen-
thal): Symphonien v. Beethoven (No. 7) u. Schubert (Hmoll),
Ouvertüren v. Bossini u. Beethoven („Coriolan"), „Lohengrin"-
Vorspiel v. Wagner, 2. Ungar. Bhaps. v. Liszt, gr. Phant.
(f. ?) V. B. Schumann, Solovorträge d!er HH. Knoch (Violine,
1. Conc. V. Bruch) u. Beimann (Violonc, And. u. Capriccio v.
Goltermann). — 4. u. 5. Kammermusikabend: Streichquar-
tette von B. Godard (Gmoll), Mozart (Bdur u. Dmoll) und
Beethoven (Op. 18, No. 1) etc.
Scbeveningen. 3.u. 4. Symph.-Conc. des Philharm. Orch.
a. Berlin (Herfurth); Symphonien v. Mendelssohn (Amoll) u.
Haydn (D dur), Ouvertüren v. Schumann („Manfred), Beetho-
ven (No. 8 zu „Leonore" u. Op. 124), Mendelssohn („Sommer-
nachtstraum") und Cherubini, „Legenden" f. kl. Orchester v.
Dvof&k, Variat. a. dem Adur-Quart. v. Beethoven, „Kling-
sor's Zaubergarten und die Blumenmädchen" a. „Parsifal" v.
Wagner, Solovorträge der HH. 01k (VioL 1. Satz aus dem
Ungar. Conc. v. Joachim) u. Müller (Harfe*, Asmoll-Phant.
V. F. Hummel).
Sondershausen. Lohconc. der Hofcap. (Prof. Schröder)
am 28. Juni: Festouvert. v. Lassen, „Lohengrin"-Vorspiel v.
Wagner, Festmarsch v. Baff, ,^ach auf, es nahet ^en den
Tag" u. „Ehrt eure deutschen Meister" a. den „Meistersin-
gern" V. W a gn e r, Balletmusik a. „ Aspasia" v.C. Schröder etc.
— 6. u. 6. Lohconc. derselben Cap.: Symphonien v. Berlioz
(fantast.), A. Klughardt (CmoU) und Mozart (Ddur), Suite
„Liebesfrühling" v. Bückbeil, symphon. Einleit. zu „Sigurd
Slembe" v. Svendsen, „Tannhäuser" -Ouvert. v. Wagner,
Solovorträge der HH. Corbach (Viol., „Gesangsscene" v. Spohr)
u. Geist (Violonc, Conc. v. Saint-Saöns).
Weimar. Aufführ, der grossherz. Musikschule zur Vor-
feier des (jteburtstags des Grossherzogs am 23. Juni m. Scenen
a. dem -Freischütz" v. Weber unt. Leit. des Hrn. Borich u.
Solist. Mitwirk, der Frls. Ickel u. Schulz u. des Hrn. Brack.
— Conc. der Bach-Stiftung m. G. Schumann's „Amor und
974
Pe^cbe*' unter Ldt. des Hm. Prof. MüUer-Hartang u. sollst.
Mitwirk, der Frls. Müller-£Lftrtang, lokel u. Mardersteig und
der HH. W. Mfiller-Hartong n. B. y. Milde.
(^^ VeralteU Programmet sowie Programme ohne Angabe von Ort ur^
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GXste in Oper und Concert.
Berlin. In der Kroll-Oper feiert Hr. Botel nach wie
vor IViompbe mit seiner Stimme. Frl. Louise Hey mann
begann als Lakmö ein Gastspiel daselbst. — Cassel. Als
Goncertmeister des hiesi^n k. Tbeaterorcbesters fand Hr.
Bud. HoppeD, ein trefflicher Geiger, Anstellung. — Halle
a. S« Das letzte Concert der Singakademie erfreute sich der
Mitwirkung eines Solistenmiartetts aus Leipzig, wie man es
nicht immer findet. Die Trls. Martini und Gondar und
die HH. Trautermann und Wünschmann bildeten das-
selbe imd iq^ndeten Gtenuss sowohl in dem Hauptwerke des
Programms, „Der Böse Pilgerfahrt*' von Schumann, wie auch
in ihrer übrigen künstlerischen Bethätie^ung in diesem Oon-
certe. Ebenso wurde das Concert des Akademischen Gesang-
vereins am 7. Juli von Leipziger Solisten unterstützt. Hier
waren es Frl. Polscher, welche durch ihre hinreissenden
Gesan^ortrftge entzückte, und der jugendliche Hr. Hamm ig,
der mit seinem ausgezeichneten Violoncellspiel allseitige Be-
wunderung erregte. — London. Der Pianist Hr. Beisenauer
hat hier Aufsehen mit seinem Spiel gemacht, nicht infolge
aufßLlliger Technik, sondern auf Grund seiner grossen künst-
lerischen Intelligenz. — München. Die Litendanz des k. Hof-
theaters hat mit Frl. Emanuela Frank, welche mit entschie-
denem Erfolg unlängst hier gastirte, einen dreijährigen festen
Contract vom 1. August an abgeechlossen. — St. Peters-
burg. Fran Mater na, zum ersten Male hier erschienen, hat
mit ihren ausserordentlichen Leistunc^en grossartige Erfolge
gehabt. Seit der Schröder-Devrient hat man hier keine so
ervorragende deutsche Sängerin gehört.
Kirchenmusik.
Leipzig«. Thomaskirche: 9. Juli. Geistliches Beiselied v.
R. VoUÖnann. Psalm 24 „Die Erde ist des Herrn** v. F. Lach-
ner. 10. Juli. „Du, Herr, zeigst mir den besten Weg" von
M. Hauptmann. 16. Juli. „Glücklich, wer auf Gott vertraut"
von W. Behberg. Psalm 2 „Warum toben die Heiden" von
Mendelssohn. Nicolaikirche: 17. Juli. „Du, Herr, zeigst mir
den besten Weg" v. M. Hauptmann.
Chemnitz. Schlosskirche: 26. Mai. „Christus fuhr gen
Himmel" v. Y. E. Becker. 5. Juni. „Schmücket das Fest mit
Maien" v. Clauss. 6. Juni. „Komm, du Geist des Lebens" v.
Bemmann. 19. Juni. Psalm 121 v. Wermann. — St. Marcus-
kirche: 29. Mai. „Herr, ich schrei zu dir" v. Hauptmann. —
St. Jacobikirche: 5. Juni. Sopranarie, Quartett u. Chor aus
der Pfingstcantate v. Schneider. 6. Juni. „Erfüllet war der
Tag der JPfingsten" v. C. Löwe. 12. Juni. „Ich schau empor
nacn jenen Bergen" v. A. Romberg. 19. Juni. „Sei stille dem
Herrn" a. „Elias" v. Mendelssohn. 26. Juni. „Der G^ist hilft
unsrer Schwachheit auf v. S. Bach. — St. Johanniskirche:
5. Juni. „Schmücket das Fest" v. Clauss. 6. Juni. „Schaffe
in mir, Gott" v. Engel. 12. Juni. „Sehet, welch eine Liebe"
V. Wermann. 26. Juni. „Siehe, ich sende meinen Engel vor
dir" V. Schurig. — St. Petrikirche: 5. Juni. „Gloria" v. Grell.
6. Juni. „Sanctus" v. Pembaur. 12. Juni. „Auf, auf zu Gottes
Lob" V. Frank-Biedel. 19. Juni. „Lasset uns frohlocken"
V. Hermann Franke. 26. Juni. „Ich lasse dich nicht" von
S.Bach. — St. Nicolaikirche: 5. Juni. „Komm, hei Iger Geist"
V. Bortniansky. 6. Juni. Schaffe in mir. Gott" von Engel.
12. Juni. „Der Herr ist König" v. Engel. 26. Juni. „Der
Herr ist mein Hirt" v. B. Klein.
Guben. Stadt- u. Hauptkirche: 17. April bis 19. Juni.
„Es ist gewisslich, dass er lebt" v. Ed. Köllner. „Heilig" v.
Alb. Becker. „Lob des Herrn" v. Jer. Clarke. „Heilig ist
Gott" V. Bortniansky. „Gott sei mir gnädig" v. C. Kocher.
„Gott, der du die Liebe bist" v. Gade. „Bitten" u. „Die Ehre
Gottes in der Natur" v. Beethoven. „Auf Christi Himmel-
fahrt" V. M. Frank. Cantate „0 ewiges Feuer" v. S. Bach-
Franz. „Hoffe auf den Herrn" v. Homilius.
AufgefOiirte NovitSten.
Arnes (J. C), Violinconc. (London, Orchesterconc. des Hrn.
Sinkins am 9. Juni.)
Bennett (St.), „May Queen" f. Soli, Chor u. Och. (Hal-
stead, Conc. der Halsrtead Choral Society am 19. Mai.)
Bizet (G.), 2. Suite a. „L'Arlteienne^. (New-York, 18. Dam-
rosch Sunday Conc.j
Bö d ecke r (L.), Seren, f. Streichorch. (Sondershausen, Kam-
mermusik im Conservat. der Musik am 16. Mal)
Brahms (J.), 1. Symph. (Rostock, 4. Orch.-Conc. des Yer.
Bostocker Musiker.)
Bdur-Sext. (Lüttich, Conc. der Schüler des Conservat.
am 22. April.)
Quint. f. Clar. u. Streichinstrumente, sowie Trio fhr
Clav., Clar. u. Violoncell. (Amsterdam, Kammermusik-
sitzung der HH. Cramer, Bo$mans u. Gen.)
Streichquart. Dp. 51, No. 2. (Great Yarmouth, Kam-
mermusik am 5. Mai.)
Gdur-Clav.-Violinson. (London, Becital der Damen Da-
vies u. Wietrowetz am 18. Mai.)
Brambach (C. J.), „Velleda" f. Männerchor, Soli u. Orch.
(Rotterdam, Conc. v. Rottete Mannenkoor am 25. April.)
Cobb (G.), Quint. Op. 22. (Great Yarmouth, Kammermusik
am 5. Mai.)
Cusins (W. G.), Sept. f. Clav. u. Blasinstrumente. (London,
Conc. des Hrn. Cusins am 22. Juni.)
Dessert (F. G.), Messe solenneile. (New-York, Concert des
Comp, am 18. April.)
Goldmark (C), „Sajcuntala"-Ouvert. (Philadelphia, Concert
des Boston Symph. Orch. am 25. April.)
Gouvv (Th.), Sept. f. Fl. u. Streichinstrumente. (Columbus
[OnioJ, 3. Kammermufiikconc. des Metropolitan Seztet
Club.)
Grieg (Edv.), Orchestersuite a. ^Peer Gynt". (Lüttich, Conc.
der Schüler des Conservatoriums am 22. April. !NOnnea-
polis, Conc. der United States Marine Band am 26. April.)
Suite „Aus Holberg's Zeit" f. Streichorch. (Hampetead,
Conc. des South Hampstead Orch. am 2. Juni)
— — Streichorch.-Suite Op. 40. (Portsmouth, Abendconcert
der Portsmouth Orchestral Society am 27. ApriL)
Amoll-Clavierconc. (London, Orchesterconc. des Hrn.
Sinkins am 9. Juni.)
1. Clav.-Violinson. (Atlanta. Conc. des Hm. Rehm am
9. Mai. Paderborn, 4. Conc. des Musikver.)
2. Clav.-Violinsonate. (Ravenswood, Hl., Scandinavian
night am 9. April.)
Cla Viersen. Op. 7. (London, Conc. des Frl. Bamett am
23. Juni.)
Hof manu (H.), Schauspielouvert. (Rostock, 3. Orch.-Conc.
des Ver. Rostocker Musiker.)
Conc. f. Flöte. (Columbus [Ohio], 3. Kammermusikconc.
des Metropolitan Sextet Club.)
„Editha" f. Soli. Chor u. Orch. (Speyer, 4. Conc. v.
Caecilien-Ver. u. Liedertafel.)
— — „Johanna von Orleans" für Männerchor, Soli u. Orch.
(Rotterdam, Conc. v. Rotte's Mannenkoor am 28. April.)
Jadassohn (S.), Clavierquint. Op. 70 u. Ciavierquart. Op. 109»
(Toronto, Kammermusik des Toronto (DoUege of Music am
2. Juni.)
Clavierquint. Op. 70. (Edinburgh, 2. Conc. des Edin-
burgh Quart.)
Kreuz (E.), Trio f. Clav., Viel. u. Viola. (London, Concert
der Musical Guild am 10. Mai.)
Lebrun (P.), EmoU-Symph. (Gent, letztes Conservatoriums-
conc.)
Liszt (F.), Dante-Symph. (Leipzig, 4. Conc. des Liszt-Ver.)
— — „Les Pr61udes". (Philadelphia, Conc. des Boston Symph.
Orch. am 25. April.)
Naumann, Nonett f. Blasinstrumente. (Brüssel, 3. Conc. der
Association des Instruments ä vent du Conservatoire.)
Raff (J.), Oufert. üb. „Ein feste Burg". (Rostock, 4. Orch.-
Conc. des Yer. Rostocker Musiker.)
— — Amoll-Quint. (Clapham, 7. Clapham Philharm. Conc.)
Rheinberger (J.), Clavierquart. Op. 38. (London, Conc. der
HH. G. u. H. Walenn am 26. Mai.)
15. Orgelson. (New-York, 13. Recital des Hm. Warren.)
Saint-SaSns (C), Amoll-Violoncellconc. (London, Conc. des
Hm. Leo Stern.)
Sin ding (ChrO, Quintett. (Paris, Conc. das Hm. F. Blumer
m. den HH. Marsick u. G^n. am 8. April.)
Variat. f. zwei Claviere. (Brüssel, Wohlthatigkeitsconc.
der HH. Storck u. Sevenants am 7. April.)
Stadfeld, Ouvert. zu „Hamlet". (Gent, letztes Conservato-
riamsoonc.)
376
Stanford (V.), Gdur-Streichquart. (London. Cono. der Musical
Guüd am 28. Mai.)
Strong (T.), Symph. „Sintram". (Brooklyn, Conc. der Seidl
Society am 12. April.)
Svendsen (J. S.), Norweg. KünsÜercameval. (New-York,
letztes Sountagsconc. des Hrn. Bamrosch.)
Streichoct. (New-York, 2. Conc. des Music Club.)
Violinromanze. (London, Frl. Griffith^s Conoert am
18. Mai.)
Thuille (L.), Sext. f. Clav. u. Blasinstrumente. (London, Hm.
Clinton^s Wind Chamber Conc. am 3. Mai.)
Wagner (R.), „Meistersinger" -Vorspiel. (Boston, l.Promenade-
Conc.)
Weingartner (F.), Verwandlungsmusik a.„Malawika". (Leip-
zig, 4. Conc. des Liszt-Ver.)
Widor (Ch.), 6. Orgelsymph. (New-York, 13. B^cital des Hrn.
Warren.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Die zu ganz wesentlichen Factoren des Leipziger Musik-
lebens entwickelten Akademischen Orchesterconcerte
und Liszt-Vereins-Concerte werden auch in nächster Sai-
son in der bisherigen Anzahl ihren Fortgang nehmen.
* Li Güstrow wurde am 10. Juli das 17. Mecklen-
burgische Sänger fest unter reger Theilnahme abgehalten.
FesWirigent war Hr. Schondorf.
* Anfang der vor. Woche &nd in Beutlingen das 23.
Liederfest des Schwäbischen Sängerbundes unter
starker Theilnahme statt. Die Berichte vergessen nicht, den
ungewöhnlich starken Bierconsum zu erwähnen.
* Li Carlsruhe beging die „Liederhalle" in den Tagen
vom 16.— 19. d. Mts. ihr öOjähriges Stiftungsfest, ver-
bunden mit einem Gesangs Wettstreit.
* lii Loodon hat Frau Constance Howard eine Reihe
von Vorträgen über Richard Wagner ^s Werke begonnen.
Geschickt ausgewählte ui^d von der Vorleserin ebenso geschickt
auf dem Ciavier ausgeführte Beispiele dienen dem näheren
Verständniss.
* Ln Juli und Aij^ust werden in Pesaro, der Vaterstadt
Rossini*s, Festlichkeit en stattfinden, welche die Einweihung
des neuen musikalischen Lyceums und des Rossini-Museums
begleiten und in Theatervorstellungen unter Leitung Mas-
cheroni*s und Concertaufführungen unter Leitung Pearotti's
bestehen werden.
* Das Bayreuth -Album, welches 1889 erstmalig er-
schien und s. Z. in unserem Blatte eingehender besprochen
wurde, ist auch heuer wieder auf dem Platz (Eiber feld, Ver-
lag von Sam. Lucas) und wird mit seinem belehrenden und
nützlichen Text und den dazu gehörigen Portraits und son-
stigen Illustrationen, die in der Ausföhrang einen ganz enor-
men Fortschritt gegen 1889 zeigen, mancnem Bayreuth-Be-
sucher sehr gelegen kommen, zumal der Preis der frühere
niedrige (1 Jf) geblieben ist. Höchst geschmack- und wahllos
wird auch heuer der Text durch Geschäftsanzeigen unter-
brochen.
* Sämmtliche Männerchöre und -Quartette, welche
der berühmte Chormeister Eduard Kremser in Wien bei
Gustav Löwy dort hatte erscheinen lassen, sind soeben mit
allen Rechten an die Verlagshandlung F. E. C. Leuckart
in Leipzig übergegangen.
* In Antwerpen ist eine Strasse mit dem Namen
Peter Benoit's versehen worden. — In Leipzig hoffl man,
um den daselbst geborenen nicht unbekannten Richard
Wagner in gleicher Weise ehren zu können, bereits zu
dessen 100. Geburtstag die hierzu nöthige Strasse gefunden
zu haben.
* Der Stadtrath von Cremona hat beschlossen, auf dem
Corso Victor -Emanuel ein Monument zu Ehren des Compo-
nisten Amilcar Ponchielli zu errichten.
* Der Prinzregent von Bayern hat die k. Musikschule
zu München zu einer Akademie der Tonkunst erhoben.
Das Institut soll fernerhin aus einer Vorschule, einer Hoch-
schule für Herren und einer Abtheilung ^ir höhere Ausbil-
dung der Schülerinnen bestehen.
* Die Stadt Paris hat von Neuem (alle zwei Jahre
wiederkehrend) einen Preis von 10,000 Frcs. für ein Werk
fressen Stils in symphonischer oder dramatischer Form filr
oli, Chor und Orchester ausgeschrieben, welches auf Kosten
der Stadt feierlich aufführt werden soll. Die Arbeiten sind
vom 16. Jan. bis 15. Febr. 1893 bei der Seine-Präfectur ein-
zuliefern.
* In der Bewerbung um den diesjährigen Compoeitions-
preis (Prix de Rome) am Pariser Conservatorium wurde kein
erster Preis zuerkannt. Die beiden zweiten Preise erhielten
die HH. Buss er und Bloch, Beide Schüler des verstorbenen
E. Guiraud.
* Das Museum des Louvre in Paris ist durch ein Ge-
schenk der Frau Marquise Visconti um ein kostbares Stück
bereichert worden. Es ist dies eine Harpe de mönestrel
von feinster Arbeit und ausserordentlicher Schönheit.
* Die Bibliothek des Pariser Conservatoriums ist von
Frau Pauline Viardot mit der Autograph-Partitur von
Mozart's „Don Juan" beschenkt worden.
* Die Stadt Erfurt wollte sich mit einem Aufwände von
500,000 Ji ein eigenes Theater bauen; sie ist jedoch hiervon
zurückgekommen, indem sie das dem Concert- und Theater-
verein angehörende Theatergebäude ankaufen und neu in
Stand setzen lassen wird, wobei sie allerdings 400,000 «^^ spart,
dagegen aber auch nichts Rechtes erreicht.
* Am 1. Januar 1893 wird im Renaissance-Theater in
Paris das so lange erhoffte „Thöätre-Lyrique*' unter
Leitung des Hm. L^once Detroyat eröflnet werden. Die
Bühne dieses Hauses ist nur klein, und darnach dürfte sich
wohl die Wahl der aufzuführenden Stücke richten.
* Im Stadttheater zu Nürnberg sollen, nachdem die
„Walküre^ daselbst schon aufgeführt wurde, in der nächsten
Saison auch „Rheingold'' und „Siegfried^ Au&ahme in
das Repertoire finden.
'*' Im Rossini-Theater zu Venedig ging am 8. d. Mts.
erstmalig ohne nachhaltigem Erfolg die kieue Oper „Moha-
med n."^ von Lorenzi-Fabris über die Bretter.
* Im Kroll-Theater zu Berlin ist unlängst eine einactige
romantisch-komische Oper von Bogumil Zepler, „Der Braut-
markt zu Hira" betitelt, als Novitöt in Scene gegangen.
* Im Covent Garden-Theater zu London erschien am
6. d. Mts. als Opernovität H. Bemberg's JGlaine**, während
am 8. im Drury Lane-Theater daselbst Nessler^s „Trom-
peter von Säkkingen" die erste dortige Aufführung erlebte.
* In Cossato wurde die neue Oper „II Conte de Mira-
bello** von Camerana mit Erfolg erstmalig aufgeführt.
* Die Direction des Stadttheaters zu Strassburg i. E. ist
in die Hände des renommirten Sängers Hm. Dr. Krückl aus
Frankfurt a. M. übergegangen.
* Der Allgemeine Richard Wagner-Verein verein-
barte bekanntlich auf seiner vorjährigen Generalversammlung
zu Bavreuth mit dem Verwaltungsrath der Bühnenfestspiele,
dass ihm dieser die von ihm für die lieurigen AuffÜÜirungen
zu bestellenden Eintrittskarten bis zu einem gewissen Termin
reservire. Die Folge dieser Vereinbarung ist, dass demVer-
waltungsrathe kürzlich, nach Ablauf der oez. Frist, circa 3000
jener Billets wieder zur Disposition gestellt wurden, worauf
wir Interessenten aufmerksam machen, da in der letzten Zeit
Eintrittsl^arten nur noch zu wenigen Aufführungen zu haben
waren.
* Der New-Yorker Männergesangverein „Arion"
unter Leitung des Hm. van der Stucken hat in Berun, Leip-
zig und Wien, in welchen Städten er sich bis jetzt hören
Hess, mit seinen Leistungen begeistertste Aufnahme gefunden.
* Eine reiche Musikfreundin in London, Frau Moberley,
hat ein Damenorchester von 65 Personen gegründet, in
welchem nur vier Contrabassisten männlichen Geschlechts
thätig sind. Dieses Orchester unter Leitung des Reverend
Moberley, des Gatten genannter Dame, hat vor einem zahl-
reichen Publicum und mit grossem Erfolg ein Concert gegeben,
dessen Programm aus Werken von S. Bach, Beethoven, Men-
delssohn, Wagher und Tschaikowsky bestand.
B76.
* Frau ThereseVogl, welche nach 97jftliriger Tätigkeit
an dem Münchener Hoftheater ihre Entlassung aus dessen
Mitgliederverband genommen hat, wurde in Anerkennung
ihrer unvergessHchen Verdienste um dieses Institut zu dessen
Ehrenmitglied ernannt.
* Der k. Musikdirector Hr. Hennig in Posen hat den
Titel eines k. Professors verliehen erhalten.
* Hm. Martin Krause in Leipzig wurde fiir seine her-
vorragenden Verdienste als 01avierpä£igog vom Herzog von
Anhalt der Professortitel verliehen.
* Der Violinvirtuos Hr. P. deSarasate wurde zum Ritter
der französischen Ehrenlegion ernannt.
* Die phüosophisohe Faonltät der Marburge^ üniversitftt
hat den Musikgelehrten Hm. Arrey von Dommer in Ham-
burg zum Ehrendoctor ernannt.
* Hr. Paladilhe ist an Stelle des verstorbenen E. Gui-
raud zum Mitglied der französischen Akademie der Schönen
Künste erwählt worden.
Todtenllste. Pierre Tharaud-Mainvielle, durch 36
Jahre erster Geiger an der Grossen Oper in Paris, f. 63 Jahre
alt, in Paris. — Femand Strauss, wohlbekannter Gomponist,
t, 69 Jahre alt, in Whitestone (Amerika). — Organist Her-
mann Eiedel in Neustadt a. d. 0., ein trefflicher Künstler
seines Instmmentes. f, 79 Jahre alt, kürzKch.
Kritischer Anhang.
Gesangpädagogisches.
Besprochen von Moritz VogeL
(Fortsetzung.)
Lieder für Kinder und Erwachsene, insbesondere ftlr Mittel-
und Oberolassen der Volks- und Bürgerschulen, auch für
OlavierschÜler , welche singen und sich selbst begleiten
wollen, von E. Steinhäuser, Hauptlehrer und Organist in
Mühlhausen i. Th.. Mühlhausen i. Th., G. Danner's Verlag.
Die Sammlung enthält neben vielem Bekannten auch
manches Unbekannte, und das ist kein Fehler. Im G^^ntheil!
Wenn der Schatz des deutschen Volksliedes nicht einst ver-
kümmern soll, wird es gut sein, demselben von berufener
Seite auch immer neue Zufuhr zu leisten. Es ist wenigstens
nicht einzusehen, warum das Volkslied allein eine Ausnahme
machen soll, da man doch auf allen anderen Gebieten von
Kunst und Litteratur rüstig weiterschaffb. Was nicht taugt,
föllt schon von selbst ab. Das Volk ist in Bezug auf seine
Lieder sehr w&hlerisch, was die mancherlei Eintagsfliegen, so
lustig sie auch ihr kurzes Dasein treiben, nur bestätigen.
Warum hat aber der Herausgeber der vorliegenden Samm-
lung in keinem einzigen FaSe den Gomponisten genannt?
Freilich ergeht es den Dichtem nicht besser. Hoffentlich ist
auf diese Weise Niemand lebendig begraben worden. — Der
Schwerpunct obiger Sammlung liegt darin, dass der musika-
lische Theil derselben so eingerichtet i.st, dass sich die Schü-
ler, sofern sie Ciavierspieler sind, selbst begleiten können.
Jedes Lied enthält nämlich eine Art Cadenz vorgezeichnet,
deren Accorde durch Zahlen bezeichnet sind, die sich im
Liede selbst als Fingerzeig för die harmonische Behandlung
wiederfinden. Auch für eine Handhabe in rhythmischer Be-
ziehung ist durch eine Tabelle gesorgt, sodass bei einigem
Geschicke des Spielers die Sache wohl gehen mag. Dass die
ganze Sammlung sehr fleissig gearbeitet ist, sei schliess-
lich noch hervorgehoben. Sie sei für Schulen, besonders aber
auch zum Privatgebrauche, angelegentlichst empfohlen.
Theoretisch-praktische Gesangschule zum Gebrauche für höhere
Lehranstalten von A. GlasbergeF, Gesanglehrer in Magde-
burg. Hildburghausen, F. W. Gadow & »ohn.
Das schon umfänglichere Buch besteht aus einem theo-
retischen und einem praktischen Theile. Der Erstere befasst
sich mit der allgemeinen Musiklehre und bringt Nichts, was
zu wissen nicht jedem Sänger von Vortheil wära Was die
Bezeichnungen „grosse Dritte, reine Vierte" etc. statt kürz
Terz und Quarte (^ae. 81) sollen, ist uns nicht recht ver-
ständlich. Man wird doch wohl Schülern höherer Lehr-
anstalten das Verständniss der lateinischen Ordnungszahlen
zumuthen dürfen. Auch anderweit entbehrt die Darstellung
des VerfiEissers zuweilen der nöthigen Präcision. So beginnt
z. B. der zweite^ praktische Theil des Buches mit folgendem
Satze: „Der zweite Abschnitt der vorliegenden Gesangschule
umfJASst diejenigen TJebune^n etc., die nicht erst sämmt-
lich absolvirt zu sein brauchen, bevor der Schüler zu seinem
Liederbuche greift", — was zum weiteren Studium des Buches
eben nicht sehr ermuntert. Abgesehen davon sind diese
praktischen Uebune;en im alten Schlendrian gehalten, inso-
fern, als die IntervaUe der Reihe nach abgehandelt werden,
und zwar so, dass auf den Terzenschritt in Dur unmittelbar
derjenige in Moll, auf die Dur-Sexte die Moll-Sexte folgt u. s. f..
also ohne jede harmonische Grundlage, und doch ist am
harmonischem Wege allein bei Gesangscnülem einige Treff-
sicherheit zu erzielen. Indess hat dieses Auseinanderhalten
von Terz und Sexte als maassgebend für den Klan^harakter
von Dur und Moll wenigstens doch noch einen Sinn. Was
aber sagt man, wenn der Verfasser auch alle übrigen Inter-
valle getrennt, also doch wohl als in Dur und Moll verschieden,
behandelt, sodass also z. B. auf den Octavenschritt (?) in Dur
der Octavenschritt in Moll folgt? Heisst das nicht die Schüler
absichtlich irre führen? %o der in dem Buche enthaltenen
Uebunfi^en sind einstimmig und erweisen sich bei näherer
Betrachtung als derart, dass sie der einigermaassen findige
Lehrer jeden Augenblick an der Wandtafel zu entwerfen ver-
mag. Insofern bleibt die Mühe, die sich der Verfasser des
Buches sicher gegeben hat, zu bedauern.
G^esangstudien für Mittel- und Oberschulen in methodisch ge-
ordneter Reihenfolge von Wilhelm Sturm, Musikdirector
in Biel. I. Theoretischer Theil &li Lehrer. II. Praktischer
Theil für Lehrer und Schüler. Berlin, Friedrich Luckhardt
Vorstehendes Werkchen macht sowohl durch seinen In-
halt, als auch durch seine äussere Ausstattung einen sehr vor-
theiihaften Eindruck. Es ist erschöpfend, ohne breit zu sein,
und verräth allenthalben einen sicheren Blick und eine sichere
Hand. Von den Uebungen ist der bei weitem grösste Theil
zweistimmig, und zwar in gut-polvphonem Satze gehalten.
Da die gebräuchlichsten Ton- und ^uiktarten hier ihre gründ-
liche Erledigung finden, auch die Rücksicht auf die Be-
schaffenheit der in Frage kommenden Stimmen nirgends ver-
leugnet wird, so steht ausser Zweifel, dass man diese Gesang-
studien allenthalben mit Vortheil benutzen wird. Sie seien
daher allen Gesanglehrern, welche über die nöthige Zeit zu
besonderen technischen Uebungen verfugen, aufs Wärmste
empfohlen.
(Fortsetzung folgt.)
!B]:*iefl£a.steii.
Ä\ M. in C, Für Ihre gef . Mittheilung und Uebersendung
des bez. Programms unseren Dank!
W. J, in D. Das hiesige Concert des „Arion" aus New-
York wurde von diesem Verein auf eigenes Risico veran-
staltet und die „Dr. Z." führt die Meinung ihrer Leser mit
der Bemerkung, dass Hr. „Goncertuntemehmer" Eulenburg
den Reingewinn des Ooncertes im Betrage von 1365 M Hm.
Bürgermeister Dr. Tröndlin zu wohlthätigen Zwecken aus-
gehändigt habe, irre.
M. L. in B, Das Buch wird nicht todtgeschwiegen wer-
den, nur dürfen Sie eine Besprechung nicht heute oder mor-
gen erwarten.
877
äLUxeigeUi
[748-.]
Ooncert-^ireetion Spaniel ffltayer,
LONDOHp 180 New Bond Street.
Telegramm- Adresse: „IjlsKt-IiOndon*'.
Alleinige Tertretiuic für alle Ijftnder
der Sopranistin Fränlein Macintypey
Prima-Donna assoluta der königlichen Italienlsehen Oper Covent-Oarden, London,
sten Ilerx*n Plunket Greeney
Oratorien- und Kammersänger,
des Herrn Emile SauPet.
des Jungen Violoncell-Vlrtuosen
Jean G^papdy (iSjährig)
' und
des Herrn |, J, PadePewski.
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Alleinige Vertretung der Londoner Symphonie-Concerte.
XJeberminmt das j^rrangernent von
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unter persönlicher Leitung.
Anfragen und Aufträge werden direct an die Direction erbeten.
6oneert^9ireetion Spaniel SHtayer,
LONDONi 180 New Bond Street.
Telegramm-Adresse: „Usst-IiOndon*^.
Flttsrel- und Planino-Fabrikant.
Hofliefeiraint
Sr. Maj. des Kaisers von Deutschland und Königs von Preussen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin yon England,
Sr. Kaiserl. und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinsen Friedrich Carl von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh. [749.]
I^ondon W .
445 Oxford-Str.
I. Fabrik: 6—7 Johannis-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. Fabrik: 21 Grünauer-Strasse und Wiener-Strasse.
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■
i
KSiiigliches Conservatorium der Musik itu Leipzig.
Die Aafnahme-PrttfDiig findet Mittwoch, den 5. OctoÖer, Vormittags 9 Uhr statt. Der Unterricht erstreckt
sich aaf Harmonie- nnd Compoeitionslebre, Fianoforte (auch aaf der JaDk6-Claviatar}, Orgel, Violine, Viola, Violoncell,
Contrabass, Flöte, Oboe, Clarinette, Fagott, Waldhorn, Trompete, Posaune, — auf Solo-, Ensemble-, Quartett-, Orchester-
und Fartltar-Spiel — Sologesang (vollständige Änabildung znr Oper), Chor-Gesang nnd Lehrmethode, verbanden mit
üebnngen im Sffentlichen Vortrage; Geschiebte nnd Aesthetik der Mnsik, italienische Sprache, Declamations- nnd
dramatischen Unterricht ~ nnd wird ertheilt von den Herren: Professor F. Hermann, Professor Dr. R. PappflrJtz,
Organist znr Kirche St. Nicolai, Capellmeister Professor Dr. C. Reinecke, Th. Cocciu«, Universitfits-Professor
Dr. 0. Paul, Dr. F. Werder, Mnsikdirector Dr. S. Jadassohn, L Grill, F. Rebling, J. Weidenbach, C. Piutti,
Organist snr Kirche St. Thomae, B. Zwintscher, H. Klesse, A. Reckendorf, J. Klengel, R. Rolland, 0. Schwalle,
W. Bärge, G. Hinke, F. Gumpert, F. Weinechenk, R. Müller, P. Quasdorf, Capeiimeister H. SItt, Eofpianist
C. Wendling, T. Gentzsch, P. Homeyer, Organist für die Oewandhans-Concerte, H. Becker, A. Ruthardt, G. Schreck,
C. Beving, F. Freitag, Unslkdlrector G. Ewald, A. Proft, RegiBseur am Stadttheater, Fräulein A. GÖtie, Herrn
Concertmeister A. Hilf.
Prospecte werden an entgeltlich ausgegeben.
' Leipsig, JaU 1892. [760b.
Das Directorium des Königlichen Conservatoriums der Musik.
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Bennelly W« Sl-y Op. 9. 3. Concerto. Cmoll.
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Orchesterstimmen no. 6 ^
Op. 19. 4. Concerto. FmoU.
Pianofortestimme 4 ^ 50 /i^.
Orchesterstimmen no. 8 ^
Blirgmilllery N-y Op. 1. Concert. Fismoll.
Pianofortestimme 6 ^
Orchesterstimmen no. 13 ^ 50 /^,
Pianoforte H 6 ^ 50 4.
Cbopilly Fr.y Op. 11. Concert. EmoU. (Mikuli.)
Partitur no. 4 ^
Pianofortestimme 2 ^ 60 /^.
Orchesterstimmen no. 9 ^ 25 /l^,
Draesekey F-y Op. 36. Concert. Es dar. Parti-
tur no. 18 JIl
Pianofortestimme 10 ^
Orchesterstimmen no. 18 ^
Pianoforte II 4 ^
FuchSy Roberly Op. 27. Concert. Bmoll.
Pianofortestimme 6 ^
Pianoforte 11 3 .>* 50 4-
(Orchesterstimmen in Abschrift.)
OoelZy H.y Op. 18. Concert Bdor.
Partitur no. 15 ^
Pianofortestimme 6 ^ ÖO /^.
Orchesterstimmen no. 10 ^
Pianoforte H 3 ^ 50 4-
Marlucoiy 6-y Op. 66. Concerto. Bmoll.
Partitur no. 18 ^
Pianofortestimme 9 Ji
Orchesterstimmen no. 18 ^
Pianoforte H 3 ^ 50 4.
Reineokey Carly Op. 120. Concert. (No. 2.) Emoll.
Pianofortestimme 7 ^
^ Orchesterstimmen no. 9 ^ 50 /^^
Pianoforte U 7 Ji
ReinhoMy H.y Op. 7. Suite fiir Pianoforte u. Streich-
orchester. Esdnr.
Pai-titur no. 7 ^ 50 4.
Für 2 Pianoforte 7 Ji ÖO /^.
Orchesterstimmen no. 5 ^ 25 /^.
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> .^ W v *■ V *
Julius ElengeL
Op. 28. TheAna mit Variationen f. 4 Violoncelle. 3 Ji
Op. 29. SeollS StOolce far Violonceli n. Pianoforte. 4 Ji
Diese reizenden kleinen Werke des allgemein bekannten
und beliebten Tondichters können allen Yerehrem guter
Yioloncell-Mnsik bestens empfohlen werden. [758.1
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Daraus separat:
Beethoven. 2. Auflage. Ji 1,50.
Ueber die Bestimmung der Oper. Ein akademischer Vor-
trag. 2. Auflage. ^ 1, — .
Ueber die Aufführung des BQhnenfestspieles »»Der Ring
des Nibelungen«*. 50 z^.
Ueber Schauspieler und Sänger. J6 1,50.
Das Bühnenfestspielhaus zu Bayreuth. Nebst einem Be-
richt über die Grundsteinlegung desselben. Mit sechs
architektonischen Plänen. Ji 1,50.
WAGNER^^ENCmOPÄDIE.
Haupterscheinungen der Oulturgeschiohte im Lichte der
Anschauung Biohard Wagner's.
In wörtlichen Anftihrungen aus seinen Schriften dargestellt von
Cm Fr. filasenapp.
Zwei Bände (60 Bogen gr. 8«). Broch. Ji 15,-«. Geb. Ji 18,—.
Der CMter der Senta id seine ideale DarstellDog.
Ein Beitrag zum Verständnisse der Oper: „Der
fliegende Holl&nder'* von Richard Wagner.
Broch. Ji 1,80.
(Der Erlös— abzüglich der Vertriebskosten— ist für den Bayreather Fonds
bestimmt)
fniax SufenXag.
Zur Einführung in Richard Wagner's
Bühnenfestspiel „Parsifal*<.
Broch. Jt —,60.
carTheckel.
Die Bfihnenfestspiele in ßayreoth.
AtUhentieeher Beitrag zur Oeeehichte ihrer JSn^-
etehung und EMwidoelmng^
Broch. Ji 1,50.
' . 4
880
• • <^. > .
1761.1
Bedeutendste Pianoforte-iFabrlk Europas!
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v^on aneirkaiuit iu:iiti.l>eirtro£renLeir Haltbarkeit
und edlem» sMiUgfreielieiii n?ou.
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^erlcaiafezaQ.a8azlxke azi allexi bedevitexicLeri
Die Fabrik besteht seit 7. November 1853.
-^/i/T/lx^
Kgl. Conservatorium für Musik (und Theaterschule),
Dresden.
37. Schuljahr. 48 LehrfBoher. Im letzten Schuljahre 749 SohQler, 86 Lehrer, dabei für theoretische
Fächer Prof. Felix Draeseke, Prof. Rischbieter, Prof. Dr. Ad. Stern etc.; far Ciavier Prof. Döring, Prof. Krantz,
Kammervirtuosin Frau Rappoldi-Kahrer , Schmole, Sherwood, Dr. mus. Tyson- Wolff etc.; för Orgel Org. Höpner,
Org. Janssen; für die Streich- u. Blasinstrumente die hervorragendsten Mitglieder der k. Hofcapelie, an ihrer Spitze
Prof. Concertmeister Rappoldi und Goncertmeister Fr. Qrützmacher: für Gesang Kammersängerin Frl. Agl. Orgeni,
Hoftheater-Ehrenmitglied Frau Otto-Alvsleben etc. ; far die Bühnen- Ausbildung Hofopems&nger Eichberger, Hofschau-
spieler Senff-Georgi etc. — Ausbildung vom Beginn bis zur Reife. Volle Curse und Einzelfifcher. Hauptein-
tritte Anfang April und Anfkng September. Eintritt auch zu anderer Zeit gestattet. — Prospect und Lehrerver-
zeichniss durch [762.]
Professor Eugen Krantz, Dlrector.
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orchesters. [763--.]
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 21.
herzogl. säohs. Ho^ianist, Frofesseur sup^rieur am OonBeryatoriam
8U Genf (Bchweis). [764—.]
Concert- Vertretung: Hermann Wolif, Berlin.
Alfred Krasselte
Baden-Baden«
[765—.] ' Vertr. H. WoUT. Berlin.
iloti,
^Pianist. [766m.]
so, Avenue Trudalne«
Vollständige Aosbildong für Oper o. Concert
Ensemble-Üebangen. Bollenstadium.
Von mir ansgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Selma
Schoder, Oarl Scheidemantel u. A. m. [767—.]
Leipzig. Bodo Borchers.
Gr-esanglehrer.
Verlag von Breitkopf A HSrtel in Leipzig.
. ^* N. ■* ".'vyv.
Paris.
Alt-Niederländisehe Meisterwerke.
Ausgabe der Vereeniging voor Noord Nederlands
ItfuzielgeschiedeniB.
In der Thomasicirehe zu Leipzig am 23. Juni
1 892 aufgeführt vom a capella-Chor aus Amsterdam unter
Leitung des Herrn Dan. de Lange.
Willem Dufay, „Kyrie** a. der Messe („L'homme armö**).
Johan Ockeghem, „Kyrie e Ohriste". Orlandus Lassus,
-Manustuae Öomine**. Jac. Clemens non Papa, „0 Crux
benedicta". Jac. Obrecht, „Agnus Dei" aus der Messe
(„Fortuna Desperata**), dreistimmig. Christ. Hollander, Ge-
bet (fllnfetimmig). T. P. Sweelinck, Psalm No. 122. Psalm
No. 67 (sechsstimmig). Psalm No. 24. Cantio Sacra. „Hodie
Christus natus est** (ftüifistimmig). Psalm No. 118 (sechs-
stimmig). [768.]
„Diese Ge6änfi;e und ihre Meister bedeuten die höchste
Blüthezeit der menrstimmigen Vocalcomposition.**
(„Mos. Wochenbl**. 80./VI. 1892.)
Als Harfenspieler für das Theater und zugleich Clavler-
lehrer am Musikvereine in Linz (Ober-Oester.) wird ein tüch-
ti^r Künstler mit 1. October d. J. aufgenommen. Gehalt für
beide Functionen (am Theater bis 1. Mai, km Musikvereine
mit 9 Unterrichtsstunden wöchentlich bis Mitte Juli 1898
dauernd) 650 Fl. Ö. W. [769b.]
Nebenverdienst als Clavierlehrer möglich. Antr&ge an
den Musikverein in Linz bis 10. August d. J.
Draok von G. O. Röder in Leipzig.
Hierzu eine Beilage von C. F. W. Siegel's IMusilcalienhandlung (R. Linnemann) in Leipzig.
Hm lUiuleu Bid-, luii-
id iHUiliwkHtiuiii, um
iiak am FoiifitH 11 MUihiL
•^
.^«
Leipzig, am 2S. Juli 1892.
mwniWKMiiiiMM
Organ
für Musiker jand Musikfreuade,
Yerantwortlicliär Red&ctear nud Yerlegw:
E. W. Fiitnoh,
Leipzig, KöoEgutraaM 6.
%
Xim. Jahrg.]
Das Uusikalieche WocfaeDblatt enobeint jährlich in 63 Nammeni. Der Abonnamotitebotng
für du Qaartal von 13 Nummem iat 3 Mark ; eine einzelne Nnminer kostet 40 Ffannige. Bai
directer frankirtar Kreaxbandaendnng treten nachstehende Tiertelj&hrltche Abonnementa-
Svm in Kraft: 2 Mark 50 Ff. ffir dat Deutsche Reich nnd Oesterreich. — 3 Mark 76 Pf.
r weitere L&nder dei Ailgetneinan PoctTeroim. — Jahreaabontiementi werden antsr
Dia Ia»ertiotugel
ZuKiundeleeuQff vorstehender Bei u gäbe diDRun^D berechnet
Bgebflhm fnr den Raum einer Bea^teoen Fetiteeile betragen 30 Ffemüfeb
[Ho. »L
' FenilletOD: Die ..GaTatlerla nuttcana" in ihrer Heimnth. -
„ — . .n Dr. pMI. Rololf SoUHaaar. (Scblaw.) ~ TagasKeachlchte : Mnslkbrlsfe w
LBipsig. — OOBOertamMhan. — EngusmenU and OutipialB in Oper and CoDocrt - „ _„._ __
H... — r-^u..i..f Anhuig: Bacher and Schrinen von C. Fr. aiuenapp, U. v. Woiiogen und Ed. Eulke, uwie geaaug^UagociaiAe WM;«
" ' ~ V Llngs, Ft. und D. F. Zimmer, Eob. Sohwalm and Bob. Linoarc — Briefkuten. — Anxelges.
Schulgesangunterrioht.
I.
Unter dieser TJeberschrift gab Hr. F. A. Sorge in
New- York eine Reibe Bemerkungen in No. 6 and 7 dieser
Huaikzeitniig. Er wollte und konnte ja den Gegenstand
nicbt erschöpfend behandeln, aucb nicbt einmal alle Seiten
beräbren. Er bat aber jedenfalls manchen Lehrer ange-
regt, BO anch mich, der ich zwar keinen Oesangunt erriebt
mehr ertbeile, aber denselben doch in der Litteratnr wie in
seiner Ausfährung auch apäter mit grossem Interesse verfolgt
habe. Da veranlassen mich nun zun&cbat ewei Sätse des
verehrten Herrn in der Neuen Welt zu einer Enridemng
oder ErgKnzuog.
Er erkennt an, dass in den besseren neuen Sammel-
werken öfter Compositionen unserer grossen Heister wie
Händel, Uozart, Beethoven, Weber, Schubert, Schumann
nnd so fort erscheinen und mahnt, nie zu vergessen, dass
Kinderetimmen weder den Umfang, noch das Volumen der
Stimmen von Erwachsenen haben, drei- oder gax vier-
stimmiger Scbnlgesang deshalb grundsätzlich auszuschlies-
sen sei. Und mit Bedauern betont er, dass viele, sogar
berfihmte Veifasser von Schulgesangb&chem nnd Lieder-
sammlungen diesen Fundamental unterscbied vergässen,
.viele Lieder dem Stimmen umfange Erwachsener gemäss
' setzten nnd dadurch den Lehrer nöthigten, solche erst zn
transponiren, einzurichten oder ganz zu übergehen.
Als ich dies las, fragte ich mich, ob Hr. Sorge wohl
die. verschiedenen Sammlungen meines verehrten Freun-
des, des k. Uusikdirectors nnd Organisten an der beil.
GeistkircbeEuUagdebuig, Budolf Palme, nicht kennen oder
vergessen oder angenommen haben mflcfate? Wie- Dem
auch sei, scheint es mir eine Pflicht gegen ihn und süne
Verdienste, wie gegen die Gesanglehrer an Schulen,
gerade nach jenen zwei Gesichtspnncten hin Palme's
Sammelwerke hervorzuheben. Denn sie entsprechen der
ersten Forderung des Hm. Sorge in der Auswahl, brin-
gen von den grossen Ueistem ausreichende und geschickte
Auswahl, möglichst wenig abweichend vom Original,
bßchstens vereinfacht oder nmgeaetst. Und im Stimm-
umfvig« oder Satze erfüllen sie dessen zweite Forderung,
ohne aber darum anf die reizvolle Zoi&gnng einer 2.
oder 3. Stimme zu verzichten. Und dieser wohlgelungene
Versuch scheint mir dankenswerther und beBser, als der
Vorschlag oder der Gmudsatz des Hrn. Sorge, dasa
mehrstimmiger Gesang von der Schule ausiuschlieMen sei
Ich meine folgende Sammelwerke Palme's:
I. FOr gemischten Chor, l) San^ nnd Klang
(Op. 47); 130 geistliche und weltliche Gesänge fBr Pro-
gymnasien, Prorealgjmnasien , Realschulen und böbeie
BürgeTBcbnleu, musterhaft in Auswahl und woUweiaiieh
gesetzt für 2 Soprane von c — f und c — ä, 1 Alt von
a — a, 1 Männerstimme von o — c, weil Tenorslimnea in
diesen Schulen meist fehlen, aber vierstimmiger Chorge-
sang am wirksamsten ist. 2) Sangeslust, 207 Num<
mern für gemischten Chor an Gymnasien und Bealscbnlan,
mit besonderer Berucksichtigong des Stiramnm&ngea
und des anderen Toncharakters jugendlicher Stimmen.
3) Auswahl vorzüglicher Chorstacke (Op. 48) fOr
Gymnasial- and Realschulchöre, meist mit Pianofort*-
begleitung, mit besonderer Beruckrichtigang des Stimm-
umfanges, 2 Bde., schon in 2. Auflage erschienen, von
Hm. Prof. Schabring, Director des Katharineums zu LS-
81
882
beck, besonders gerühmt and demselben gewidmet. Es
wollte diese eine Ergänzung des Vorigen geben durch
grössere, zur Aufführung geeignete Gompositionen, mög-
Siehst im originalen Satze, aber nöthigenfalls transponirt
oder unwesentlich verändert, wie es Tonlage und Schwie-
rigkeit oder Undankbarkeit der Stimmführung nöthig oder
rathsam machten. 4) Festglocken (Op. 38), eine
Sammlung leicht ausfahrbarer Festmotetten und religiöser
Festgesänge für gemischten Chor, zu allen festlichen
Zeiten und Tagen oder besonderen kirchlichen Anlässen
galten Singstoff bietend.
II. FQr Männerchor. 1) Deutscher Sänger-
schatz. Neue und alte, geistliche und weltliche Männer-
chöre für Oberclassen höherer Schulen, mit sorgföltiger
Berücksichtigung des Stimmumfanges von Gymnasiasten,
Realschülern, Seminaristen und Präparanden bei der Aus-
wahl oder Bearbeitung der 157 Nummern. 2) Psalmen-
und Harfenklänge (Op. 43). Sammlung leicht ausführ-
barer Festmotetten und religiöser Festgesänge, für Männer-
chor, nach Ordnung des Kirchenjahres wie zu besonderen
Oelegenheiten, 71 Nummern nebst liturgischen Gesängen.
III. Für Frauenohor. 1) Frauenchöre, 2 Bde.
Neue und alte, geistliche und weltliche, mit besonderer
-Berücksichtigung des Stimmumfanges der Schülerinnen von
Lehrerinnenseminarien oder der ersten Gesangsclassen in
höheren Töchterschulen, drei- und vierstimmig; auf der
Ausstellung 1882 durch die goldene Medaille aus-
gezeichnet, auf der Berliner Ausstellung von Gesangs-
lehrmitteln 1890 als bestes Werk der Art bezeichnet.
2) Feierklänge (Op. 36). 36 Festmotetten und reli-
giöse Festgesänge für dreistimmigen Kinder-, Frauen- oder
Männerchor nach Ordnung des christlichen Kirchenjahres,
mit Originalbeiträgen von 13 Tondichtern der Neuzeit,
■leicht sangbar, trotz kunstvoller Harmonie und Melodie.
Endlich ist: Der kirchliche Sängerchor(Op. 18)«
Sammlung von 88 dreistimmigen Gesängen und Chorälen
zu allen kirchlichen Festen und besonderen Gelegenheiten
und Liturgiegesängen, schon in 4. Auflage erschienen
und weithin bekannt.
Von den hier aufgeführten Sachen wurden bei der
Gesangslehrmittel- Ausstellung in Berlin 1890 von der Prü-
fungscommission unter Vorsitz des Hrn. Prof. Martin Rabe,
Directors des k. Conservatoriums, rühmend hervorgehoben
die Nummern 1, 4, 6, 7, 8, 9, auch zum Theil, z. B.
No. 4 und 8, dem Hm. Geh. Dr. Greiff Exe besonders
vorgeführt; die Meisten sind in grosser Auflage, zum
Theil in 2. — 4., verbreitet und dankbar benutzt. Und
die Heraushebung der Rücksicht auf Stimmumfang, Klang-
farbe und Ausführbarkeit etc. ist nicht blos im Titel,
sondern auch im Ganzen merklich.
Es sei mir gestattet, nun noch einige Bemerkungen
über obigen Gegenstand anzufügen, die zwar für Viele
nichts oder wenig Neues enthalten, aber doch vielleicht
verdienen, von jungen Gesanglehrem oder auch einmal von
älteren überdacht zu werden. Ich stamme aus Thüringen,
wo die Pflege der Musik zu Hause ist, gebürtig aus einer
an Lehrern, Sängern und Musiklehrem reichen Familie,
habe von Jugend auf viel Gesang und Musik getrieben,
ca. 25 Jahre an öffentlichen Anstalten unterrichtet, da
oder als Haus- und Instituts- oder Privatlehrer manche
Glavier- oder Singestunde gegeben und an mir selbst oder
an meinen Zöglingen Erfahrungen gesammelt, auch an
anderen Lehrern Beobachtungen angestellt, sodass ich wohl
ausser der inneren Lust auch die äussere Berechtigung
und Veranlassung fühle, über eine so wichtige Frage un-
maassgeblich mitzureden.
(Schliisfi folgt.)
Feuilleton.
Die „Cavalleria rustloana" in Ihrer Heimath. —
„Lohengrin'' in Bologna.
Italienische .Theatererinnerangen.
Von Dr. phil. Rudolf Schlösser.
(Schluss.)
n.
Nach dem Voraufgegangenen werden sich die Leser einen
Begriff davon machen können, welche Wiedergabe der „Lohen-
grin" fand, den ich im Teatro Branetti zu Bologna zu hören
Gelegenheit hatte. Mein Vor artheil war das denkbar schlech-
teste, wurde aber etwas besser durch die Lecture des sorg-
fältig und gut übersetzten Textes, von dem sich leider nach-
her herausstellte, dass er der Musik nicht genügend an^passt
war. Erheiternd wirkte übrigens die Einleitung des Ueber-
j Setzers; in derselben werden wir unterrichtet, dass der grösste
Theil des „Lohengrin" einem Epos Wolfram's von gleichem
Inhalt entnommen sei. Wolfi*am von Eschenbach sei Einer der
berühmtesten „Barden oder Minnesinger" gewesen, dessen
historisch eetreues Bild Wagner im „Tannhäuser** gegeben.
.I^r gehöre der spiritualischen Schule seiner Zeit an und sei
der Haupt Vorkämpfer für die Reinheit und Keuschheit der
Liebe, — der reinste Hohn auf einen Dichter, in dessen Wer-
ken gleich der erste Vers von der Dame handelt, die heim-
lich „an ir werden friundes arme lac**!
Das Theater fand ich, obwohl „Lohengrin** schon den
elften Abend gegeben wurde, gut besucht : die Stimmung war
aplir anirairt. König Heinrich guckte durch den Vorhang
ins Publicum, auf dem dritten Rang erkannte Jemand hoch-
erfreut seinen auf dem Olvmp befindlichen Freund und gab
dieser Freude entsprechend lauten Ausdruck; ein Orchester-
mitglied betheiligte sich an ihrer Unterhaltung. Endlich be-
ginnts: das Orchester war wieder ordentlich und gab, so weit
sich dies bei den unglaublichen Störungen beurtheilen Hess,
das Vorspiel gut wieder. Aber oh weh, als der Vorhang sich
erhob! inne graue Nebellandschafb mit einem Sumpf immnter-
grunde, schreiend ereile Costume und König Heinrich mit
einem unglaublich blonden, anscheinend aus Flachs verfertig-
ten Bart; die schon oben geschilderten Ghorgestalten vervoll-
ständigten das Bild.
Kaum begann die Vorstellung, so fing auch schon das
Streichen an:
„Der Noth des Reiches seid von mir gemahnt!
Komm ich zu euch nun, Männer von !brabant**,
so lauteten zwei aufeinanderfolgende Verse! Von dem üngar-
krieg erfuhr man gar Nichts. — Telramund, von Aussehen
gleich ungeschlacht, wie der König, sparte sich die Anrede
„O Herr, traumselig ist die eitle Magd**, sodass mit Hilfe be-
schleunigter Tempi die stark geschminkte und wohlbeleibte
Elsa früh genug kam, um dem Publicum Gelegenheit zu ge-
ben, Beifall zu klatschen. Der Chor stand theünahmlos und
unbeweglich und sang nur seine Noten — und selbst die noch
falsch — herunter; Telramund erachtete es filr unnöthig, den
König an seine Verdienste im Dänenkriege zu mahnen, und
der Heerrufer erntete für seinen zwei Mal mit mächtiger
Stimraenttaltung gesungenen Aufruf rauschenden Beifall.
Endlich zeigt sich der Schwan, offenbar irgendwo im
Publicum, denn Alles stürzt an die Rampe und schreit, bis
Lohengrin kommt; dann macht Alles wie auf Commando
Kehrt und geht genau an seinen früheren Platz. — 0 wie
schön ist dieser Lohengrin, wie wohlfrisirt sind seine Locken
388
und welch rekende Straossf edem iräfft er am Heltt, — das
erfordert Bei&ll, dem natürlich die mhliohe Yerheugang folgt.
Nun legt er mit unheimlichen Gaumentönen loe:
„Mercö, mercö, cigno gentU^,
in welchem Liede u. A. folgende Betonung yorkommt:
.Vanne, ritoma — nöl santo asil
In cui non penetra — lö seuardo uman.^
Elsa steht noch immer gemüthuch vorne. Gekniet hat
sie tlherhaupt nicht, und ihre Frauen hahen, sobald sie die
letBte Note gesungen, ihre Plätze wieder ein^nommen. Nun
hegtfSuBBt sie vergnügt ihren Better, und nachdem dieser lange
Zeit zu ihr gerraet, fiült ihr vor den Worten: „Mein Schirm,
mein Engel, mein Erlöser** ein, dass sie auch knieen könne.
Lohengrin's Liebesversicherung wird im Publicum lebhaft
gebilligt; vielseitiges „Bravo** und H&ndeklatschen beweist es.
Nachdem das^febrige glücklich im bekannten Opemstile
abgemacht ist, wobei Ortrud's seelenvolles Spiel Viel zur Wir-
kung beitr>, erhebt sich plötzlich Gkimbnnus — ich wollte
sagen König Heinrich — von seinem Sitze und spazirt zum
allgemeinen Entsetzen gerade auf den Dirigenten zu. Glück-
licnerweise bleibt er vor dem Souffleur stehen, und nun geht
es los: „Mein Herr und Gott**, wobei der Hauptzweck eines
Jeden ist, den Anderen zu überschreien. — Vom an der Rampe
endet auch, nach vollendetem Kampfe, der erste Act; wie
rührend wirkt es, wenn Elsa dem Publicum ihre Freude
mittheüt! —
Anstatt des zweiten Actes wurden Fragmente aus dem-
selben gegeben. In der ersten Scene fielen fort die Stellen:
„ Wars nicht dein Zeugniss, deine Kunde** bis „Dies Alles, ja,
ich sagt und zeugt es dir**; desgleichen: „Du wilde Seherin**
bis „Wo dir mein Seherauge leuchten soll**. Dann folgen un-
mittelbu: aufeinander die Worte: Jlfuss sich aLsbam ohn-
mächtig zeigen, wie es ist** und „0 Weib, das in der Nacht
ich vor mir sehe**. Auf diese Weise sind von rund 70 Versen
ca. 80 gestrichen ! Welchen Eindruck der Best bei dem opem-
haften Gesang und carrikirten Spiel der Ortrud machte, kann
man sich denken. Höchst bezeichnend war das lebhafte
„Bravo** nach Ortrud^s Passage: gSo lehr ich dich der Bache
süsse Wonnen**. Das Duett: Jdqt Bache Werk sei nun
beschworen** wurde da capo gesungen! —
Es würde ermüdend und Unfruchtbar sein, die folgende
Scene genauer zu betrachten. Erwähnt sei nur, dass bei den
Worten „Kehr bei mir ein** zwei Trompeter auf dem Thurme
erschienen und die Bühne vergnügt betrachteten. Telramund's
Bede: „So zieht das Unheil in dies Haus** fiel als über-
fiüssig fort.
Wie graziös und dramatisch belebt die Scene zwischen
dem Heerrufer imd den Edlen war, überlasse ich dem Leser,
sich auszudenken. Ausser den Worten der vier Edlen fiel
Folgendes aus: Hinter „Fluch ihm, dem Ungetreuen** die drei
Übrigen Verse dieses Chors, sodann die Worte „Doch will der
Held nicht Herzog sein genannt** u. s. w. und der darauf fol-
gende Chor bis auf einen Vers.
Das Orchester stimmt einen Militärmarsch an, in dem
man mit Mühe Elsa's Brautgang wiedererkennt, der Chor
nimmt rechts und links seine Aufstellung, und nun kann der
Zank der Frauen besannen. Von Spiel ist dabei natürlich
keine Bede: Elsa steht steif da, Ortrud fachtelt mit den Ar-
men; den Gesang „Ha, diese Beine deines Helden** spart
sie sich.
Liohengrin, wohlfrisirt, erscheint mit dem Struwelpeter
König Heinrich; die Scene nimmt in bekannter Weise mren
Verlauf^ bis Friedrich auftritt. Von dessen grosser Anrede
bleibt Folgendes übrig:
gDen dort im Glanz ich vor mir sehe.
Den klag ich des Betruges an.
Nach Namen, Heimath, Stand und Ehren
Frag ich ihn laut vor aller Welt.**
Auch unterdrückt er die Worte: »Darf ich ihm nicht ftlr
würdig gelten** u. s. w., womit auch Lohengrin's Antwort fort-
fielt, abgesehen von dem einen Verse:
^ur Einer muss ich Antwort geben,
Elsa!** '
Das folgende Quintett £fk]\t völlig aus . desgleichen die Worte
des Königs „Mein Held, entgegne &ühn dem Ungetreuen**
und was daran anschliesst. Telramimd eilt sofort auf Elsa
zu und sagt:
^ertraue mir, lass dir ein Mittel weisen,
Das dir Gewissheit schafft!**
Alle näheren Erläuterungen Telramund's fallen weg, denn
schon ruft Lohengrin: „Elsa, mit wem verkehrest du?** Der'
Schluss, mit grossem Orchesterspektakel und schönem Spiel
der Ortrud, nimmt dann seinen richtigen Verlau£ — Von den
114 Versen der wichtigsten Scene des Dramas bleiben so 66
übrig! Bechnet man von dem Auftreten Friedrich*s, so blei-
ben von 98 gerade noch 39! Ich kann dem Leser nur rathen,
sich einmal an der Hand des Textes zu überzeugen, welche
närrische Gestalt der Auftritt durch die Striche bekommt!
Dass da auch musikalisch nur Unsinn übrig bleiben kann,
ist klar! —
Verhältnissmässig das Beste, was der Abend bot, war der
dritte Act; es wäre imgerecht, leugnen zu wollen, dass iia^
mentlich die Liebesscene auch an kleineren deutschen Bühnen,
oft nicht besser gegeben wird. Das mangelnde Spiel, die un-
angenehme Stimme des Lohengrin und verschiedene Miss-
grifPe in der Wahl des Tempos thaten zwar das Ihre, um die
Wirkung zu zerstören; indess war doch das Ganze anhörbar
und guter Wille nicht zu verkennen. Freilich wirkt es ver-
blüffend genug, wenn bei „Athmest da nicht mit mir die
süssen DtSte** auf einmal die Bühne im hellsten Lichte er-
strahlt oder Elsa den Gesang „Ach könnt ich deiner werth
erscheinen** unterdrückt. Auch wird es Niemand schön finden,
wenn die vier Edlen erst erscheinen, wenn Telramund.tödt:
ist, — doch nach den Erfahrungen im zweiten Act wundert
man sich über dergleichen nicht mehr.
Die letzte Scene ist natürlich wieder sehr verkürzt, leider
muss man gestehen, meist nach deutschem Muster. Durch
den Strich des Gesanges „O Elsa, was hast du mir angethan**
des folgenden Ensemblesatzes und der Prophezeiung Lohen-
grin's tritt ja leider eine Lücke ein, die auch wir Leipziger
nur zu ^t kennen. Wenn nun auch noch Ortrud fortfällt, so
bleibt nicht viel Anderes übrig, als Lohengrin's Herkunft imd
„0 Elsa, nur ein Jahr an deiner Seite**, welch Erstere wieder
einmal da capo verlangt wurde; glücklicherweise kam es
nicht dazu.
Ich weiss nicht, ob man sich nach Alledem ein annähern-,
des Bild der Aufführung machen kann. Ich denke, was etwa
zu crass erscheinen könnte, gleicht sich aus mit dem, was
man gar nicht crass genug schildern kann; von dem, wovon
nicht die Bede war, kann man sich nach dem Gesagten ge-
wiss ein Bild machen. Soviel ist sicher, wir Deutschen können
solche Aufführungen im Ausland nur bedauern.
Dass es in Italien auch bessere Aufführungen WamerV
scher Werke gibt, bezweifle ich nicht; doch kann nach der
ganzen Laee der Dinge hier nur von Grad-, nicht von Wesens-
unterschieaen die B^e sein; wir haben daher gar keine Ver-
anlassung, uns darüber zu freuen, wenn neuerdin^ in Mailand
„Tannhäuser** (Pariser Bearbeitung) und in Turm die „Wd.-
küre** mit stürmischem Beifall aiifgenommen worden sind.
Leider scheint es im übrigen Auslande nicht viel besser zu
stehen, wenigstens gab nur vor zwei Jahren ein durchaus
f laubwürdiger Augenzeuge eine haarsträubende Schilderung
er Brüsseler „Walküre**. Was soll man selbst vom Parisiar
„Lohengrin** denken, wenn man, ebenfalls auf dem Umwege
über Brüssel, von kundiger Seite das absprechendste Urtheil
über Frl. Caron, die Pariser Elsa, hört? — Ist denn wirklich
an der Verbreitung Wagner*s im Auslande so viel gelegen?
Ist es denn erlaubt, die Intentionen des Meisters so dem Er-
folge zum Opfer zu bringen? Möchten doch wenigstens die
letzten Werke des Meisters, deren Schicksale doch ..von be-
rufener Seite bestinmit werden können, in Zukunft vor aus-
ländischem Missbrauche geschützt werden!
Tagesgeschichte.
Mu8ikbriefe. «
Carlsruhe, Juli 1892.
Indem ich unserer Hofoper, welche in der wechselvollen
Beihe unserer öffentlichen musikalischen Darbietungen wäh-
rend des letzten Halbjahres das gewichtigste und gewisße^r-
maassen auch das letzte Wort gesprochen hat, den letzten
Platz in meinem heutigen MusuLbriefe anzuweisen gedenke,
will ich zunächst — um mit Schönem und fast durchweg
Bühmenswerthestem beginnen zu können — über die Aboune-
mentconcerte des grossherzogl. Hoforchesters, deren je Eines
31*
884
in den Monaten Januar, Febmaar und Mikra etattgefonden hat,
berioliten.
Das Brste dieeer Gonoeirte, bei denen nnser musikaUaches
FnblMfBD stets so yoUsfthlig erscheint, dass die Räume des
aroesen Mnseom wies las sien oft als nnzareichend erwdsen,
brachte Beethoven's Cdur-Symphonie, zwei von Frau Kammer-
sftngerin Benss sebr schOn gesungene Schubert-Lieder („So
hm mich scheinen, bis ich werde" und „Meine Buh ist hin'')
tut den Tcm Meister Lisst so fkrbensohön gesetzten Orchester-
begieitungen und als gewaltige Schlussnummer die „Episode
de la via d'un artiste*' von Hector Berlios, welch Letztere ich
ttbrigens kaum 14 Tage sp&ter auch in Heidelberg unter Lei-
tung des Uniyersit&tsmusikdirectors Ph. Wolfrum in ganz
veraü|^ch«t und der hiesigen Wiedergabe ebenbürtiger Aus-
fÜÜuenng su hören bekam. — * Im zweiten Abonnementconcert,
weldhes dureh eine sehr effectvoll concipirte, mit aller moder-
lün Farbenpracht instrumentirte und trotz ihrer bedauerlichen
AiMDipfiBdung an berühmte Muster yom Publicum sehr bei-
Ikllig aufgenommene Festouverture von dem hierorts lebenden
uad sein Werk selbst dirigirenden Componisten Cornelius
Bttboer eingeleitet worden war, erfreuten Hr. Kammersänger
Tk. Bei eh mann einen grossen Theil des Auditoriums durch
Seins stimtnschöne, aber etwas äusserliohe Wiedergabe der
Hnling^Avie und mehrerer Lieder von Schubert und Schu-
mann und Hr. Bruno Ahn er, Mitglied unseres Hoforchesters,
alle H5rer durch seinen ausserordentlich tonschönen und tech-
niseh yofsfiglichen Vortrag des DmoU-Yiolinconcertes von
WIeaiawski. Dan Beschluss dieses Programms bildeten die
vier dnrehConcertvorträge sehr bekannt gewordenen Orchester-
sitae aus Qrieg's „Peer Gvnt"- Suite, welche auch hier als
pikante hors d'oeuvres wonl gewürdigt imd sehr freundlich
wurden. Stammen ja doch diese interessanten
ihea Stimmungsbilder noch aus jener schöneren Zeit,
welcher der hochbegabte norwegische Oomponist noch nicht
in geradesn sinnlosem Haschen nach Originalität allen Ge-
setaen der Schönheit und der musikalischen Logik Hohn ge-
sprochen — und die Ho&ungen auf immer schönere Gaben
seiner völligen Beife bei vornehm empfindenden Musikseelen
noeh nicht mit seinen „Glockenklängen'' Op. 54 zu Grabe
geläutet hatte. — Im dritten Goncert rahmten B. Wagner*s
tfFaust^'-OuvBrture, Händel's Goncert in Gmoll für Streich-
orchester und die in vollem, nie verlöschendem Glänze immer
wiedeor su neuem Heldeusiege anstürmende „Eroica** in all-
seitig beglückendster Weise recht unzulängliche Glaviervor-
tvttge des FrL Sonia von Schöhafzoff ein, und mit rau-
sehendera Befüe^ dankte sum Schlüsse dieses letzten Abonne-
mentconoartes das Publicum Hm. Hofopemdireotor Mottl
und seinw eifrigen Sohaar für die zumeist sranz vortrefflichen
Grohesterdarbietun^n dieses Winteii^ aus denen sich einzelne,
so Thema mit Variationen fhr StreichiDStrumente und Homer
und einzelne Sätae der Jupiter-Symphonie von Mozart, die
1. und 8. und theilweise auch die 7. Symphonie von Beetho-
van, die Symphonie fantastique von H. Berlioz, Wa^er's
„FaBSt**-Guverture und Liszt's „Maseppa" zur stolzen Höhe
nahezu völlifi" vollkommener Interpretationen erhoben hatten.
AuaserordenUich bedauerlich erscneint es mir — und einem
grossen Theile des hiesigen Publicums —, dass der grösste und
ernsteste absolute Gomponist der nach-Beethoven'schen Zeit,
Johannes Brahma, von den Goncerten des Hoforchesters völlig
ausgesohlossen bleibt ^ was seinen Grund wohl nur in einer
saltasmen Idioeyncrasie unseres Hm. Hofop^mdirectors finden
dürfte. Andererseits ist es sehr erfreulich, wahrnehmen zu
können, dass MottPs redliche Bemühungen um Einbürgerung
vi^er so lange unverstandenen und nichtverstandenen neueren
Tonwerke mehr und mehr von Erfolg gekrönt werden, und
dasa, wie man das bei der Aufführung der „Episode de la vie
d'un artiste" wohl beobachten konnte, ein grosser Theil des
hiesigen Publicums bereits eine wärmere und verständniss-
v^ere Fühlung zu Berlioz und seiner trotz manches Anfocht-
bai^n so übeiy^ossen Eigenart gewonnen hat. Das Meiste
hierfür haben die Aufführungen der „Trojaner** gethan. Viel
aber auch die unermüdlichen persönlichen und künstlerischen
Hinweise Mottl^s, sowie schliesslich die consequente Unter-
stützuns^, die ihm neuerdings von einem Theile der hiesigen
Presse bei allen seinen Bemühungen um das wachsende Ver-
ständniss in üngekannt- und üngeliebtsein dahingestorbener
Geistesgrössen, so namentlich Berlioz, Liszt, Cornelius, zu
Theü wird.
Am Palmsonntage fand an Stelle der in anderen Jahren
stattgehabten Aufl^hrung der Matthäus-Piission im Hoftbeater
selbst ein Goncert zum Besten der Pensionscasse des Hof-
theaters statt, und brachte das Hoforchester hierbei mit dem
Hofiheaterchor und unter Mitwirkung mehrerer Solo-Opem-
kräfbe und des Philharmonischen Vereins Beethoven's Orato-
rium „Christus am Oelberfi;e^ und die 9. Symphonie zur Auf-
führung. Die Wahl des Oratoriums musste ich trotz der zu-
meist vorzüglichen Wiedergabe des Christus durch Hrn. Hof-
opemsänger Lang und der trefflichen Ausführung sämmt-
licher Chor- und Orchestersätze als eine verfehlte bezeichnen,
da dieses Werk einerseits allzuwenige Züge des grossen Beet-
hoven, dagegen fast durchweg eine unbegreifliche Nachgibig-
keit gegen die Absurditäten dieser Passionsdichtung aufweist,
andererseits aber, der 9. Symphonie vorausc^heud , durch
seine Länge wie durch seine Bedeutun^losigkeit gleicher-
weise die frische und volle Aufhahmef^igkeit für das ^an-
tische Schlusswerk des Abends bei vielen Zuhörern erlämen
machen musste. Die Symphonie wurde unter Mottl's Leitung
mit genauer Berücksichtigung' aller Vorschriften und Vor-
schläge B. Wagner's vorzüglicn vorgetragen, besonders aber
licnte die Wiedergabe der beiden mittleren Sätze eine
erreicJ
hochgradige Vollkommenheit. Unzureichend für eine volle
Wirlnmg erschien mir die Besetzung der Chöre, und selbst
hier, wo die besten Intentionen beim Studium des Werkes
gewaltet hatten, und wo ein mit dem aUervortrefiflichsten
Wollen gepaartes hochbedeutendes Können für die Scblussode
der Neunten in die Schranken getreten war, vermochte das Lied
an die Freude doch keine rechte Freude zu erwecken, und mit
schmerzhaftem Losreissen von dem holden Aberglauben an
die Vollkommenheit auch dieses letzten Satzes musste ich im
tiefsten Innern dem ernstesten Kenner und Verehrer von Beet-
hoven's letzter Symphonie — Bichard Wagner — Becht geben,
der im Jahre 1865 aus allem seinem Beethoven-Enthusiasmus
hervor an Franz Liszt die schwerwiegenden Worte schreiben
konnte: „Für die neunte Symphonie als Kunstwerk ist der
letzte Satz mit den Chören entschieden der schwächste Theil,
er ist bloe kunstgeechichtlich wichtig, weil er uns auf sehr
naive Weise die Verlegenheit eines wirklichen Tondichters
vorstellt, der nicht weiss, wie er endlich nach HöUe und
Fegefeuer das Paradies darstellen soll.**
Die Kammermusik- Vereinigung der HH. Concertmeister
Deecke und Kammermusiker Hu ol, Hoitz und Schübel
erfreute den leider etwas kleinen Kreis der hiesigen auch für
diese allerintimste und ernsteste Kunstart wirklich begeister-
ten Musikfreunde mit weiteren drei Vorführungen, bei wel-
chen die StreichquartetteFmoll, Op. 95, von Beethoven, Gdur,
Op. 161, von Schubert und Ddur, Op. 50, von Haydn, sowie
femer mit Hinzutritt des Claviers Quintett Op. 5 von Sgambati
(Ciavier: Hr. Hofoperndirector Mottl), Trio in Dmoll Op. 68
von Schumann und Quartett Op. 41 von Saint-SaÖns (Ciavier
bei beiden letzteren Werken: Hr. Professor Ordenstein) in
rühmenswerther Art wiedergegeben wurden. Am Ersten dieser
Kammermusikabende sang die Kammersängerin Frl. Fritsch
mit grossem Erfolge einiee Lieder von Bob. Franz und Peter
Cornelius, am zweiten Abend trug Frau Kammersängerin
Beuss den „Dolorosa*'-Cyklus von Jensen mit tiefergreifendem
Ausdruck vor, imd im letzten internretirte Hr. Concertsänger
Adolf Bömhildt Beethoven's Lieoerkreis „An die ferne Ge-
liebte** in recht respectabler Weise.
Der allem Anscheine nach unter Leitung seines neuen
Dirigenten, des Hrn. Cornelius Bübner, recht ernsthaft stu-
direude Philharmonische Verein gab zu Beginn des
Februars ein Goncert, in welchem Mozart's „Misericordias Do-
mini**. Elegischer Gesang imd „Die Ehre Gottes** von Beet-
hoven, sowie „Mirjam's Siegesgesang**, „An die Sonne** und
„Des Tages Weihe** von Schubert recht hübsch vorgetragen
wurden. Die Solistin dieses Abends, unsere Kammersängerin
Frl. Fritsch, erfreute gleicherweise durch ihre stimmungs-
volle Ausfiihrung des Soloparts in „Mirjam's Siegesgesang**,
sowie durch ihre feinsinnige Wiedergabe mehrerer Lieder von
Franz, Cornelius, Liszt und Schumann. Femer spielten an
diesem Abend der als tüchtiger Claviervirtuos bekannte Diri-
fent des Vereins und Hr. Concertmeister Deecke dieFdur-
onate Op. 8 von Edv. Grieg und HändeFs Adur-Sonate, und
es la^ wahrlich nicht an dem bei beiden Stücken gleich vor-
trefflichen Vortrage der beiden Herren, dass der später ge-
spielte Händel dem später geborenen Grieg den Bang streitig
machte. Besonders ist es immer wieder der letzte Satz der
Grieg^schen Sonate, der mit seinem zerfahrenen, unruhvoll
modulirenden und stark Schumannislrenden Wesen den durch-
aus erfreulichen Eindruck der beiden ersten ^tze trübt imd
verwischt. In der Charwoche führte der Verein unter Mit-
wirkung der Damen Frau Beuss und Frl. Friedlein und
386
der HH. Bosenberg nnd Böm hildt, sowie des Hoforchesters
mit schönem Erfolge Mendelssohn^s „Paulus" auf, und ein
weiteres Vereinsconcert im Mai, bei welchem die Damen Frl.
Friedlein und Frl. Königstätter als Liedersängerinnen
debutirten, brachte Chöre von Bach, Cherubini, Bargiel
und Gastoldi, sowie .Grieg's „Vor der Klosterpforte". Ist dem
Vereine auch noch manche Schulung von Nöthen und er-
seheint es namentlich wünschenswerth , dass einige allzu-
scharfe Soprane durch weichere ersetzt und dass die Männer-
stimmen vollzähliger besetzt würden, so Hessen die drei dies-
jährigen Concerte doch die üeberzeugungj gewinnen, dass die
Leitung des Vereins nunmehr in tüchtige und geschickte
Hände gelegt sei, und dass man somit von der Fortentwicke-
lung des Philharmonischen Vereins Gutes und Bestes zu er-
hof^n berechtigt ist. Hrn. Comeb'us Bübner ist übrigens
auch die durch den Tod des Hm. Ernst Fritsche vacant ge-
wordene Stelle eines Directors der hiesigen Musik^ildungs-
anstalt übertragen worden.
(Fortsetzung folgt.)
(Schluss.)
Weimar.
Die Säneerin Frau Hessenland-Formaneck gab auch
in diesem Jahre wieder ein gut besuchtes eigenes Concert, d^m
gegenüber es die locale Kritik an erneuter A.nerkennung ihrer
Leistungen und der entsprechenden Aufmunterung nicht fehlen
Hess. Leider war es dem Unterzeichneten nicht vergönnt, der
freundHchen Einladung zu diesem Abend folgen zu können,
und ganz ebenso war er aus privaten Gründen auch verhin-
dert, das vom Chorverein firegeoene Concert in der Musikschule
mit Goepfart's „Liebesquelle" zu besuchen. Um so erfreuter
aber und — erstaunter war er über die Wiedergabe des Ber-
Hoz'schen Bequiems in der Stadtkirche (unter Leitung Prof.
Müller-Hartung*s und nach der Origpinalpartitur), die ihm
keinen geringen Bespect vor der Leistungsfähigkeit der dabei
betheiHgten ^instrumental- und Vocalkörper emflösste. Die
beinahe einwandfreie, wenn auch das erste Mal bezüglich der
Temponahme und in den grösseren Zügen vielleicnt noch
etwas unfreie Aufführung Hess mich unwillkürlich Prof. Müller-
Härtung mit den mir bekannten Dirigenten Dr. WüUner und
Dr. Kretzschmar vergleichen, die aUe Drei das Gemeinsame
haben dürften, das Gute nicht blos zu lieben, wenn es von
einer bestimmten Partei kommt, sondern es zu nehmen, wo
immer sie es finden, und es freudig anzuerkennen aus allen
Zeiten bis in die jüngste und letzte Vergangenheithinein. Mag es
Prof. Müller-Hartung dabei auch zuweilen an der dem Genie
gerade eigenthümlichen , eigensinnigen und glühend hassenden
ünseitigkeit gebrechen und der geniale Funke, der zündende
Blick, die momentane, göttliche Inspiration, welche die Cor-
rectheit mit der Freiheit gerade durcnbricht, sogar meist ihm
abgehen, so Hegt doch andererseits wieder in dieser seiner
Objectivität eine Eigenart, die in ihrer Seltenheit im Kunst-
leben die höchste Achtung verdient, und der beifälligen Zu-
stimmung aUer wahren Kunstfreunde sich versichert halten
darf. Hr. Gi essen sajig die mannigfachen Soli des Bequiems
so vorzügHch, mit so freiem, ungehindert schönem Ton , dass
man nur aufrichtig bedauern konnte, dem geistig wie stimm-
Hch gleich begabten Künstler statt im Theater nicht öfter in
einem solchen akustischen Kirchenraum begegnen zu dürfen.
Von den diearjährigen Solisten der Theaterconcerid muss
neben dem unablässig an seiner VervoUkommnung arbeitenden
und zur Beife sich abklärenden Stavenha^en und neben
Joachim, der seinerseits entschieden bereits im absteijg;enden
Ast seiner Buhmes-Flugbahn sich bewegt, die Pianistin Frau
Marsarethe Stern aus Dresden hervorgehoben werden. Frau
Protessor Stern hat seit dem Tonkünstlerfest zu Wies-
baden im Jahre 1889, wo ich sie zum letzten Mal hörte und
wo mir schon der Ernst ihres Strebens besonders angenehm
auffiel, technisch noch ganz bedeutende Fortschritte gemacht.
Hire Vorträge haben auch nach dieser Seite hin jetzt eine
Ausbildung erfediren, die nahe an absolute VoUendung grenzt
und entgegen einem bei anderen vielfach beobachteten Haschen
nach ledigHch äusseren, rein sinnlichen Klangreizen und
-Effecten mit einem Takt und vielseitigem, gedi^en durch-
gebildetem Geschmack auf den geistigen Inhalt des Ganzen ein-
feht, den inneren Gehalt, Stü, Aufbau und die Gesanmit-
truotur so bedeutsam hervorhebt, dass sie dadurch allein
schon eine ganz aparte Sonderstellung unter ihren zeit^nös-
siBchen BivaHnnen einnimmt, die ihr überdies der hiesige
glänzende Erfolg und die ihr entgegengebrachte stürmische
Aufnahme nur wieder bestätigt haben mögen. Wir freuen
ims dessen aufrichtigst, denn wir haben immer das Beste von
diesem neu aufgehenden „Stern" gehalten.
Um endlich noch ein kurzes, abschliessend resvmiirendes
Urtheil über die Orchesterleistungen in den Theaterconcerten
zu sagen, so mag immerhin gern zugegeben sein, dass man
da und dort hinsichtlich der Temponahme oder der Ausarbei-
tung einzelner Theile, namentlich bei classischen Werken, den
Herren Dirigenten gegenüber wohl anderer Meinung sein mochte,
im Grossen und Gmizen aber vor ^nz erstaunHchen und vor-
züglichen Besultaten stand, angesichts deren man einfach nur
den Hut abziehen kann. Liszt's „Mazeppa" z. B. wird mir in
dieser Vorführung unvergessHch sein. Was eine gewisse Be-
vorzugung modemer und modernster Orchesterwerke in den
Programmen — namentHch gegenüber specifisch classischen
Schöpfungen — bei diesen Concerten anlangt, so erscheint mir
dieselbe hinlänglich gerechtfertigt durch den Umstand, dass
Erstere mehr Gelegenheit zu Blech- und Bläserwirkungen
geben, worauf ein Instrumentalkörper, der das Streichquartett
nicht so voll und ausgibig besetzen kann, doch gar sehr zu
achten hat. Gewiss, das Streichquartett ist überall — auch
in den modernen Werken — Kern und Stütze des Ganzen;
in den classischen Werken aber ist zu ausschliesslich der
Schwerpunct auf diesen Theil des Körpers verlegt, als dass
sich hier ein Manco nicht zu deutlich am Ganzen räcnen sollte.
Ich glaube daher, eine Concertdirection thut nur weise daran,
wenn sie ihr Orchester durch eine geschickte Auswahl nicht
allzu oft der Gefahr eines solchen Defectus aussetzt, und er-
wähne dies hier gern, da es so mancherlei Missdeutungen und
Miss Verständnissen , die über Bich. Strauss möglicherweise
umlai:uPen könnten, vorzubeugen oder doch zu begegnen
vermag.
Absichtlich habe ich mich in obigem Berichte für diesmal
so kurz zusammengefasst: einmal, weil es durch mein eigen
Verschulden mit dem Abdruck desselben reichlich apät an der
Zeit geworden ist, und dann, weil ich unlängst für die Be-
sprechung einer neueren Oper so viel Baum von dieser Zeit-
schrift in Anspruch genommen habe, dass ich dem Hrn.
Bedacteur gegenüber jetzt nicht gern unverschämt erscheinen
möchte. Ueberdies wollte ich auch für diesmal, gelegentHch
meines ersten Musikbriefee über Weimars Concerirverhältnisae
lediglich überschauend mich vorerst einmal verhalten. Im
lUU^hsten Winter dann vermuthlich mehr davon!
Dr. Arthur Seidl.
• Bericht.
Leipzig. Die beiden von uns bereits erwähnten Con-
certe, welche der Universitätssängerverein zu St. Pauli am
17. und 18. Juli gelegentlich seines 70jährigen Stiftungsfestes
veranstaltete, waren dieser Feier durchaus würdig. Das
Erstere derselben fand in der Thoraaskirche, das Andere in
der AlberthaUe statt. Hr. Prof. Dr. Kretzschmar, der ex-
quisite Dirigent des Vereins, hatte denselben zu einem Theil
Aufgaben gestellt, wie sie nicht gerade häufig in Männerchor-
concerten vorkommen. In der Kirche zählten nierhin „Gloria"
und „Benedictus" aus der BmoU-Messe von B. Volkmann, der
1., 4. und 6. Satz der Motette „Verzweifle nicht" von Schu-
mann, „Mitten wir im Leben sind" von P. Cornelius und die
weniger, als die vorgenannten Chöre bekannte, aber denselben
nach Seiten interessanter Erfindung und Stimmführung eben-
bürtige Motette „Der Herr behüte deinen Einsang und Aus-
gang" von H. Kretzschmar, während im weltlichen Concert
neben dem wirkungsvollen, zu den besten Schöpfungen Bruch 's
zählenden „Frithjof* der a capella-Chor „Les Emigrants irlan-
dais" von F. A. G^evaört und die vom Componisten selbst feurig
und mit sicherer Hand zum Siege geführten Chöre mit Or-
chester „Lied fahrender Sänger" und „Indianischer Liebes-
gesang" von H. Zöllner die Prüfsteine rar die hervorragende
Ijeistungsfkhigkeit des Vereins bildeten. Freute man sich,
in den Programmnummem von H. Zöllner, von welchen das
in übermüthigster Stimmung vorüberstürmende „Lied fahren-
der Sänger" durch den in ihm enthaltenen ansteckenden Hu-
mor zündete und der „Indianische Liebesgesanp;" besonders
durch seine originelle schwermüthige Melodik die Herzen der
Zuhörer eigenartig berührte, die vortheilhafte Meinung, welche
man schon längst über das hervorstechende Compositionstalent
dieses Landsmannes hegte, von Neuem in vollstem Maasse sich
bestätigen zu sehen, so war der bislang nur als ausgezeichneter
386
Hnsikgelehrter hier bekannt gewesene Gevaört eine dem Fubli-
cum 80 gut wie neue Componistenerscheinung, denn wir können
uns nur einer Ballade erinnern, die vor ULngerer Zeit von
dem mittlerweile in der Vollkraft seines künstlerischen Kön-
nens verschiedenen Blauwadrt hier gesungen wurde, ohne
aber recht zu erwärmen. Als ein wahres Gabinetstück seines
Genres ist dagegen der genannte Chor des belgischen Meisters
zu bezeichnen, in welchem der Componist mit packenden
Farben die Wechsel volle Stimmung der Dichtung malt, aus-
geprägte individuelle Züge in der musikalischen Erfindung
zeigt und sich als eminenter Harmoniker erweist. Es hat uns
schon lange kein Männerchor einen so nachhaltigen Eindruck
gemacht, wie dieser Gevaört'sche, auf welchen wir aUe
leistungsfähigen und emststrebenden Männergesangvereine
nachdrücklich aufmerksam machen. Ausser den genannten
Männerchorcompositionen standen noch Chöre von Eccard,
Gluck , Beethoven . Mendelssohn (in der Kirche) , sowie
C. V. Ferfall („Noch ist die blühende, goldene Zeit"), C. P.
Zelter (das ungemein drastische „Meister und Gesell"), C. Zöll-
ner, H. Langer (das humorvolle „Wer muss denn nur
gestorben sein?") und Joh. Dürmer auf den Programmen.
uer unter Hrn. Prof. Dr. Kretzschmar's Leitung stets siegvollst
die ihm gestellten Aufgaben lösende Verein der Pauliner war
trotz der geseUigen Theile des Festes bei frischer stimmlicher
Disposition, sowie in Intonation und Aussprache rühmenswerth
und in der Auffiassung voller Begeisterung und Schwung-
hafü^keit. Wenn seine Vortrag in der Kirche nicht durch-
gängig die gleiche Klarheit wie in der Alberthalle zeigten,
so trug daran die bei massiger Hörerzahl nicht günstige
Akustik der Thomaskirche die Hauptschuld. Zu dem Bruch'-
schen Chorwerk waren Frl. Münch und Hr. Demuth als
Solisten herangezogen, von welchen die Erstere ihre Sopran-
partie mit reiner Stimme und ungemein ansprechendem Vor-
trag durchfilhrte, während der Gesang des Hm. Demuth so-
wohl hier, wie in zwei Löwe'schen Balladen und einem zu-
gegebenen Liszt'schen Liede, deren Clayierbegleitung ganz aus-
zeichnet Hr. A.Förster durchführte, durch starkes und fast per-
manentes Detoniren bedeutende Ein busse in der Wirkung erlitt.
Dass die beiden Balladen nach Seite spiritueller Auffassung
nur wenig genügten, muss ausserdem bemerkt werden. Im
Kirchenconcert wirkten solistisch die HH. Trautermann
(Becitativ und Arie „So ihr mich" aus dem „Elias" von
Mendelssohn), Hans Menzel (Adagio in freiem Stil für Orgel
von Merkel) und Wille (Violoncellstücke von Händel \md
GK>ltermann) verdienstlich mit.
Concertumsctvu.
Albany. Music Festival unt. Leit. des Hm. Mees : 1. Conc.
am 11. Mai Abends: HmoU-Symph. v. Schubert, Ouvertüren
V. Beethoven („Egmont") u. Wagner („Der fliegende Hollän-
der"), Air V. Bach, Cant. „The Bride of Dunkerron" f. Soli,
Chor u. Orch. v. H. Smart (Solisten: Frau de Vere-Sapio u.
HH. Jameson u. Daf%), Solo vortrage der soeben Genannten.
2. Conc. am 12. Mai Nachm. Vorspiel zu den „Meistersin-
gern" V. Wagner, Jubelouvert. v. Weber, BaUetmusik aus
„Feramors" v. Eubinstein, Hochzeitsmarsch v. Mendelssohn,
Seren, y. Volkmann (welche ?), Solovorträge der Frauen Fursch-
Madi (Arie a. „Hörodiade" v. Massenet etc.) und de Roode
(Clav., AmoU-Conc. v. Grieg) etc. 8. Conc. am 12. Mai Abds.
„EUas" V. Mendelssohn. (Solisten: Damen Burch u. Foresman
u. HH. Bieger u. Ludwig.)
Cincinnati. Musikfest vom 24. bis 28. Mai unter ge-
sangsolistischer Mitwirkung der Damen Mielke, Moore-Law-
son, Smith, Bitter-Goetze und de Vere und der HH. Lloyd,
Dippel, Ludwig, Maish u. Holmes: 1. Conc. „Paulus" v. Men-
debsohn. 2. Conc. 3. Symph. v. Beethoven, Cantate Op. 50
V. A. B e cke r, Scenen a. „ Alceste" v. Gluck. 3. Conc. 3. Svmph.
V. Brahms, „Mazeppa" v. Liszt, Ouvert. u. Arie „Ocean,
du Ungeheuer" a. „Ooeron" v. Weber, Trauermarsch v. Cho-
pin-Thomas, Arien v. Händel, Gluck, Mozart, Wagner, Gou-
nod u. Massenet. 4. Conc. 1. Symph. v. Schumann, 1. u.
2. Theil a. dem Weihnachtsoratorium v. S. Bach, „Te Deum"
V. A. Brückner. 5. Conc. 1. Act a. „Euryanthe" v. Weber,
Vorspiel, „Charfreita^zauber" u. Verwandlunesscene a. „Par-
sifal", sowie Scenen a. dem 3. Act a. „Tannnäuser" u. dem
8. Act der „Götterdämmerung" v. Wagner. 6. Conc. 6. Sym-
Shonie v. Tscha'ikowsky, Bakoczy-Marsch v. Berlioz,
luverturen zu „Fidelio" u. No. 8 zu „Leonore", Quart, und
Arien a. „Fidelio" v. Beethoven, Arien v. Massenet, Lieder
V. Wagner („Im Treibhaus" u. „Träume") und Schamann.
7. Conc. 8. Symph. v. Beethoven, Requiem v. A. Dvo^4k^
Quint. u. Choral a. den „Meistersingern" v. Wagner.
Leipzig. Zwei Concerte des Universitäts-Sängerver. zu
St. Pauli (Prof. Dr. Kretzschmar) zur Feier seines 7(^'ähr.
Stiftungsfestes: 17. Juli in der Thomaskirche. Männerchöre
V. Eccard, Gluck, Beethoven, Mendelssohn, Volkmann („Glo-
ria" und „Benedictus" a. der Bmoll-Messe), Schumann (drei
Sätze a. der Motette „Verzweifle nicht"), P. Cornelius
(.Mitten wir im Leben sind") und H. Kretzschmar („Der
Herr behüte deinen Eingang"), Solovorträge der HH. Trauter-
mann (G«s.), Menzel (Org., Adagio v. G. Merkel) und Wüle
(Violono.). 18. Juli in der Alberthalle unt. Mitwirk, des Frl.
Münch u. des Hm. Demuth (G«s.), sowie der Gap. des 134.
Lif.-Reg.: Jubelouvert. v. Weber, „Frithjof" f. liunnerchor,
Soli u. Orch. y. Bruch, Männerchöre m. Orch. v.H. Zöllner
(„Lied fahrender Schüler" und „Indianischer Liebectt»sang",
unt. Leit. des Comp.) u. a cap. v. C v. Per fall („Noch tat
die blühende, goldene Zeit"), Zelter („Meister und G^U"),
C. Zöllner („Auszug"), H. Langer („Wer muss denn nur
gestorben sein"), Dürrner („Die Blumen vom Walde") und
'. A. Gevaört („Les Emigrants irlandais"), Baritonsoll von
Löwe und Liszt („Es muss ein Wunderbares sein").
London. Hans Bichter-Concerte: No. 1. 3. Symph. v.
Beethoven, Vorspiel u. „Isoldens Liebeetod" a. „Tristan und
Isolde", Vorspiel zum 3. Act der „Meistersinger", „Walküren-
ritt" u. Kaiser-Marsch v. Wagner. No. 2. Vorspiel zu den
^Meistersingern", Ouvert. zu ,^ienzi" u. Eine Faust-Ouvert.,
Wotan's Abschied u. „Feuerzauber" a. der „Walküre", Vor-
spiel u. 1. Scene a. dem 3. Act der „Götterdämmerung", Ein-
leit. u. 1. Scene a. „Rheingold", Sachsens Monolog aus den
„Meistersingern" (Hr. Black) v. Wagner. No. 8 unter Mit-
wirk, des Sängers Hm. McGuckin: 1. Symph. v. Brahms,
Ouvertüren v. Mendelssohn („Die Hebriden") und Dvo^&k
(„Husitska"), Walther^s Preislieder a. den „Meistersingern" v.
Wagner, Arie a. der „Königin von Saba" v. C. Goldmark.
No. 4. 4. Symph. v. Beethoven, Suite a. „PeerGynt" v. Grieg,
Lustspielouvert. v. Smetana, „Siegfried-Idyll" v. Wagner,
Gesangyorträge des Hm. Black (Scene „Die Frist ist um" a.
dem „Fliegenden Holländer" u. Pogner's Anrede a. den „Mei-
stersingern" V. Wagner).
H^^ Veralteie Programme, sowie Programtne ohne Angabe von Ort und
Dattim müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Güste in Oper und Concert.
Berlin. Das Gastspiel des Hm. Botel in der Eroll^schen
Oper musste auf vielseitigen Wunsch der Besucher dieses
Tneaters um einige Abende verlängert werden. Frl. Hey-
mann schloss ihre Gastdarstellungen an dieser Stelle mit der
Partie der Bosine. Wir haben weder ihrem Gesang, noch
ihrem Spiel G^eschmack abfinden können und begreifen nicht,
wie sich einzelne Leute filr diesen Gast zu begeistern ver-
mochten. — Eisenach. Um das letzte Concert des Musik-
vereins machte sich neben dem einheimischen Organisten Hm.
Hempel Freifrau von Grote aus Vacha verdient, welche
künstlerisch gebildeten Sologesang zu demselben steuerte. —
Halle a. S. Die durch den Tod des Hm. Halle zur Neube-
setzung gekommene Stadtmusikdirectorstelle wird am 1. Au£.
an Hrn. Fried e mann, den mehrjährigen Concertmeister und
Yicedirigenten der Capelle des 1B4. Lifanterie-Begiments in
Leipzig, übergehen. — Rom. Frl. Emma Mettler, Eine der
letzten und Überhaupt besten Schülerinnen LiszVs, veran-
staltete hier unlängst ein Concert, das ihr die reichsten Ehren
brachte. Man darf sagen, dass der gespendete Beifall ver-
dient ist, wenn er durch so vollendete Leistungen hervor-
gerufen wird, wie sie Frl. Mettler bei diesem Auftreten hin-
stellte.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 23. Juli. „Also hat Gott die
Welt gäiebet" Motette von Dr. W. Bust. „Die Allmacht",
Hymne v. V. Lachner.
Vermischte IVlittheilungen und Notizen.
* Die Bühnenfestspiele in Bayreuth haben pro-
prammgemäss am 21. Juh mit „Farsifnr ihren AnÜEUig ge»
887
nommen. Unser geehrter Mitarbeiter Hr. Professor Martin
EjratiBe wird in der n. No. unseres filts. eingehender auf die
ersten Aa£B!dirangen zu sprechen kommen.
* Das 70jährige Jubiläum des Universitäts-Sän-
e^ervereins zu St. Pauli in Leipzig hat einen in jeder
Richtung vorzüglichen und animirten Erlauf genommen.
* Der gegenw&Hig unter Direction des Uniyersitätsmusik-
directors Hm. Felchner stehende Goncertverein zuGiessen
beging am 20. und 21. Juli die Feier seines 50jährigen
Bestehens.
* In Schweinfurt wurde am 17. Juli unter starker Be-
theiliffung der betreffenden Vereine das 8. Fränkische
Bundes-Sängerfest begangen.
* Der New- Yorker Männergesangyerein „Arion" erhielt
gelegentlich seiner Anwesenheit in Wien seitens der dorti-
gen Männergesan^ereine die Schubert-Medaille als seltene
Auszeichnung verliehen. Nicht weniger herzlich, ids in Wien
ist dieser ausgezeichnete Verein in München gefeiert wor-
den, wo die dortigen Männergesangvereine ihm zu Ehren ein
Sängerfest veranstaltet hatten , das in einer Verherrlichung
Bismarck*s austönte.
* Der langjährige verdiente Director des Conservatoriums
zu Genf Hr. Dr. Girard ist aus Altersrücksichten von diesem
Amt zurückgetreten. Zu seinem fNachfol^r wurde Hr.
Ferdinand Held, welcher sich durch seine lortschrittlich ge-
stimmten Musikbelichte im „Journal de Genöve*' einen guten
Namen in den dortigen musikalischen Kreisen gemacht hat,
erwählt. — Das Institut zalilte im letzten Schuljahr über
700 Schüler und Schülerinnen.
* In der Direction der Philharmonischen G^esellsohaft zu
London hat sich ein Wechsel vollzogen, indem an Stelle des
Hrn. Gowen der nicht weniger, als dieser bekannte Oomponist
Hr. Macken zie getreten ist.
Todtenllste. Gustav Bergmann, Männerchordirigent
und G^esanglehrer in Thun, f, 56 Jahre alt, daselbst am
22. Juni.
Kritischer Anhang.
Zwanglose Büchersohau.
Von Dr. Arthur Seidl.
Schon seit langer Zeit hat diese Bubrik im vorliegenden
Blatte geschwiegen und nur ganz gelegentlich durch kürzere
Intermezzi aus anderer Feder einen (£u3kenswerthen Ersatz
gefunden. Wir wollen sie heute wieder aufnehmen; aber
Leser wie Autoren wollen es sich dabei freundlichst geüeillen
lassen, wenn wir ob der Fülle des mittlerweile (seit einigen
Jahren) angehäuften Stoffes uns im einzelnen IJrtheile kurz
zu fSiissen suchen, Manches überhaupt nur summarisch behan-
deln können. Zur besseren üebersicht wollen wir das ganze
Material wenigstens in einige wenige Hauptabschnitte ein-
theilen und mit dem zweifellos wichtigsten derselben hier
gleich beginnen. Nämhch:
I. Wagneriana.
Als Eines der allerersten Werke auf diesem Gebiete —
nicht etwa, weil es im Verlage des Herausgebers dieser Zeit-
schrift erscnienen ist, sondern weil ihm der Vorzug vor allem
Nachfolgenden gebührt — wie dem Sonnenglanz vor dem Gas-
licht oder auch dem Original vor einem Portrait — verdient
hier die G. Fr. Glasenapp'sche Wagner-Encyklopädie
(Leipzig 1891, bei E.W. Fritzsch) eine Besprechung, an der wir
nur das Eine zu bedauern hätten, dass sie mit ihrem Bruder,
dem Wagner-Lexikon, nicht lieber den Namen vertauscht hat, so-
dass Dieses richtiger zur „Encyklopädie" umgetauft, dagegen
Jenes nun Wa^^ner-Lexikon genannt worden wäre. Sonst lässt
sich von Anlage, Ausführung und Ausstattung schlechter-
dings nur Gutes sagen, und im Uebrigen bürgt ja schon c'er
klangvolle Name des Herausgebers — der freilich diesmal allein,
ohne seinen früheren (renossen beim „Lexikon^, die Arbeit
auf sich nehmen musste — für den inneren Werth des Ganzen.
Von jeher, seit ich das Wagner-Lexikon benutze, hatte ich es
als ein Missverhältniss empfunden, dass den eiozelnen Begriffen
und Hauptartikeln von B. Wa^er*s Grundanschauung nicht zu-
gleich auch die davon gestreiften Nebengebiete, in Sonderheit
nicht die gelegentlich zur Sprache gebrachten historischen
oder zeitgenössischen Persönlichkeiten, deren Werke oder vom
Meister kritisirte Aeusserun^en mit eingefügt waren. Eine
thatsächliche Lücke steUte sich nach längerem Gebrauch hier
bei mir ein, der ich nur dadurch beizukommen vermochte,
dase ich mir in den Gesammelten Schriften, dem Brief-
wechsel, sowie in den Nachlass-Bänden die Namen, Werke,
Schlagwörter an den Band der Bücher ausschrieb und die
Stellen noch besonders anstrich. Diesem Uebelstande hat nun
auch für weitere Kreise in ungleich erschöpfenderer und syste-
matischerer Weise vorliegende „Encyklopädie" dankenswerth
abgeholfen. Ob sie, zusammen mit dem früheren Lexikon, nun-
mehr auch das sehnlichst erwartete „Namen- und Sachregister**
über die Gesammelten Schriften B. Wagner*s entbehrlich ge-
macht hat, würde ich erst nach mehrjährigem Zu-Batheziehen
Beider zu entscheiden wagen, (sfanz besonders sollte aber das
„Vorwort** gewtkrdigt werden, das durch eine Menge tief-
gehender Betrachtungen und neuer Gesichtspuncte eine durch-
aus selbständige Bedeutung in der Wagner-Litteratur ein-
nimmt und dem Leser sogar destomehr sagen wird, je ein-
gehender er sich selbst mit Wagner bereits beschäftigt hat.
ar treffend bemerkt es, „wie gar manche Andeutung des
Meisters in Arbeiten seiner Jünger bereits ihre eindringende
und tief belehrende Ausführung erhalten habe, wie einige
dieser Arbeiten unstreitig als monumentale Zeugnisse
für das Vorhandensein einer Wagnerischen Schule
auf dem Gebiet der Philosophie und Aesthetik dastehen und
wiederum zur Vergleichung mit vorhandenen Encyklopädie-
Artikeln aufifordern", ja, es spricht schliesslich die Erwartung
aus, dass „dereinst eine erweiterte »Wagner-Encvklopädie«
aus den werthvollsten Schriften seiner Schüler sich ergeben
werde**. Man mag es mir, dem Verfasser des ersten Ver-
suches einer Darstellung und Gliederung der bereits vorhan-
denen geistigen ^Wagner-Schiüe***), als etwas Menschliches
verzeihen, wenn ich mich dieser nachträglich gefundenen Be«
stätigtmg meines Versuches besonders gefreut habe. Möchte
das Werk für die Einführung und Popularisirung der Wag-
nerischen Originalschriften dasselbe leisten, was die „Parerga
und Paralipomena** für Schopenhauer^s WerKe dereinst gethan
haben, möchte es aber Jene nicht entbehrlich machen! Dies
der herzlichste Wunsch, den wir ihm auf seinen Weg in die
litterarische Oeffentlichkeit mitgeben können.
Von Hans von Wolzogen*s „ Erinnerungen an
Bichard Wagner** ist bei Beclam in Leipzig in der bekann-
ten Universalbibliothek eine neue, populäre und um das Dop-
pelte vermehrte Ausgabe, von C. Fr. Glasenapp eine klei-
nere Studie „Bichard Wagner als Mensch** (Biga 1890
bei Mellin & Cie) erschienen ; Letztere ist als Vortrag seinerzeit
von ihrem Verfasser im Bigaer Wagner- Verein zum Besten
gegeben, Erstere wiederholt und mit bestem Erfolge in Wag-
ner-Vereinen vorgelesen worden. JBeide haben das Gemeinsame
an sich, dass sie — neben dem Vorzug, aus bewährter, in
Wa^er-Fragen autoritativer Feder zu stapmen — von per-
sönbchem Erlebniss ihren Ausgangspunct nehmen und auf
den vertrauten Umgang mit dem Meister in der Erinnerung
zurückgreifen. Aber Jene sind doch anziehender, liebenswür-
diger und reichhaltiger. Dieses ist streneer, systematischer, von
schwererem Kaliber. So ergänzen sich Beide. Für Beide aber
darf als Motto dienen der vortreffliche Satz, den wir in der-
Glasenapp'schen Schrift finden: „Den Künstler Wagner als
Menschen betrachten, heisst: die in den einzelnen (Gestalten
seiner Kunst getrennten Züge seines Wesens wieder zu ihrer
grossen und herrlichen Einheit verbinden.**
Man braucht nur von diesen zwei Schriften unmittelbar
herzukommen, um sich einzugestehen, wie wenig Nietzsche
mit seinem Aufisehen erregenden „FaU Wagner^ seinerzeit
den richtigen Wagner getroffen hat. wie wenig er eine
eigene Widerlegung braucht. Hier: aer Mensch Wagner;
dort: Wagner als Schauspieler dargestellt! Umso weniger be-
greift man auch die Mühe, die sich Eduard Kulke in seinem
♦) „Hat Wagner eine Schule hinterlassen?** (Deutsche
Schriften, Kiel 1892.)
888
Bache ,,Itichard Wagner und Friedrich Nietzsche**
(Leipzig 1890 bei C. Beissner) mit Widerie^une des Letzteren
ffibt. Doch halt! Er versacht uns mittelst eingehender psycho-
logischer Analyse za schildern: wie Nietzsche zum Genier e^
worden, — der Fall Wagner wird zum Fall Nietzscne, das
Musikanten-Problem erweitert sich zum Philosophen-Problem:
da wird es doch interessant. Dieser Theil der Schrift ist
denn auch entschieden das Werth vollste an ihr. Kulke sagt:
Nietzsche lernte Voltaire näher kennen ; diesem verdankte er
die erlangte geistige Freiheit, und der „Parsified" war dann
nur ein Grund mehr ftir ihn zum Abfall. Zugegeben. Wie
aber kam ein Nietzsche gerade zu Ybltaire? Vielleicht könnten
wir dem Verfasser Aufklärung hierüber verschaffen, d. h. wir
glauben es ihm sogar bestimmt verrathen zu können; allein
wir wollen lieber schweigen darüber. Und warum dies? Ein-
fach aus — Mitleid ftlr den grossen, kranken Philosophen,
von dem wir stets zu hoch gedacht haben, als dass wir uns
durch den „ZwischenfSEtll Wagner" hätten irre leiten lassen.
Was das £uch von Kulke sonst noch zur Sache enthält, ist
eigentlich nur deshalb interessant und lehrreich, weil es zum
„Fall Kulke" sich erweitert. Der Verfasser genört nämlich
zur Speciee jener „gemässigten Wagnerianer", die sich b^
sonders dadurch auszeichnen, dass sie bei ihrem Kampf gegen
die vermeintlichen Bösewichter der (echten) Wagnerianer, wie
weiland Don Quixote^ gogen Windmühlen fechten. Das „Zwei
Seelen wohnen, ach, in meiner Brust" bildet auch die Signatur
dieser Brochure seiner Feder, und um die Verwirrung voll zu
machen, ist das Granze, das doch so manche anerkennende
Urtheile über Wagner enthält, „Hm. Hofrath Prof. Dr. Eduard
Hanslick hochachtimgsvoll gewidmet". Wenn Etwas den
eigentlichen Zweck dieser Apologie Wagner's contra Nietzsche
noch verdunkeln konnte, so war es diese entbehrliche Wid-
mung; und wenn Etwas dieser Unklarheit den Trumpf auf-
setzen konnte, so war es die ausdrücklich bestätigte Annahme
dieser Widmung durch den Hm. Hofrath.
(Wird fortgesetzt.)
GesangpSdagogisohes.
Besprocben von Moritz Vogel.
(Fortsetzung.)
Die noth wendigsten technischen Singübungen für Schul-
anstalten mit Altersclassen vom li. — 17. Jahre. Genau
nach dem Tonumfange imd der Stimmlage eingerichtet von
S. Widmann, Seminar-Musiklehrer. Stuttgart, Gredner &
Pfeiffer.
Der Verfasser unterscheidet bei Schülern im Alter von
14 — 17 Jahren dreierlei Stimmen, ungebrochene, halb- und
ganzgebrochene. Er hält es für unbedenklich, seine Schüler
auch dann noch zu unterrichten, wenn sie ganz oder theil-
weise der Mutation unterliegen, und gibt seine Uebungen
folgedessen in dreierlei Fassung, resp. Schreibart. Jeoen-
fajXs erfordert ein derartiger Unterricht die grösste Vorsicht
seitens des Lehrers. Sollten andere Lehrer in der gleichen
Lage sein — in der Be^l werden ja die im Stimmbuch
stehenden Schüler ;vom Singen dispensirt, — so seien sie auf
das fleissig und mit SacUenntniss gearbeitete Werkchen
S. Widmann*s hingewiesen.
„Sang und Klang". Auswalil geistlicher und weltlicher Q^
sänge für Progymnasien, Bealschulen etc. unter sorgflQ-
tiger Berücksichtigung des Stimmumfanges vierstimmig
bearbeitet von R. Falme. Leipzig, Max Hesse*s Verlag.
Vorliegende Sammlung könnte den angewandten Uebungs-
stofif zur eben b^prochenen Methode von Widmann abgeben.
B. Palme setzt bei Schülern von 14 — 17 Jahren vollständigen
Mangel an Tenören voraus, worin er wohl auch nicht irren
wird. Da nun aber der vierstimmige Gesang am wirksam-
sten und darum am wünschenswerthesten ist, so hat er es
unternommen, vorliegendes Ghorgesangwerk für zwei Soprane,
Alt und Männerstimmen (Bariton) aaszuarbeiten, und wird
damit sicher dem Bedürfnisse vieler höheren Lehranstalten
entsprochen haben. Die Sammlung ist reichhaltig (130 Num-
mern), die musikalische Bearbeitung durchaus geschickt,
Ausstattung und Preis billigen Anforderungen entsprechend.
„Liedergarten". Eine Sammlung ein-, zwei- und dreistim-
miger Lieder für Schulen, nacn dem Stimmumfänge der
Kinder in vier Stufen geordnet. Von Albert Linge« Zwei
Hefte. Leipzig, Ernst Wunderlich.
Die Lieder der Sammlung sind derartig nach dem Stimm-
umfange geordnet, dass derselbe von
^
nach und
nach bis
>-^
erweitert wird. Das gibt an sich schon
eine progressive Beihenfolge, die aber dadurch noch an Be-
deutung gewinnt, dass der Heraus^ber auch die anderweite
musikansche BeschafTenheit der Lieder gebührend in Bück-
sicht gez(^n hat. So vermeidet er es z. B. die ersten 20
Lieder hindurch, zwei oder gar mehrere Töne auf Eine Silbe
zu binden, was Anfllngern meist Schwierigkeiten bereitet.
Was die Texte anlangt, so scheint mir „Alles neu, macht der
Mai*' mit seinen abstracten Redewendungen an den An&ng
weniger passend. Bei No. 104 des 2. Heftes würde mich der
Anfang m Bezug auf die Satzweise zu einer Aenderung ver-
anlassen. Ln Uebrigen kann die Sammlung als brauchbar
empfohlen werden.
Geistliche Volkslieder aus alter und neuer Zeit für den Schul-
gebrauch gesammelt von Fr. Zimmer, Seminar-Musik-
oirector in Osterbuix« und Lic. D. F. Zimmer, Professor
der Theologie und Piarrer in Königsberg. Quedlinburg,
Chr. Fr. Vieweg.
Diese Lieder sind älteren, neueren und neuesten Ursprungs
und werden in £jreisen, die dem geistlichen Gesänge eine
besondere Pflege angedeihen lassen, willkommen sem. Die
Brauchbarkeit der Sammlung wird dadurch erhöht, dass der
dreistimmige Satz, in welchem die Lieder gegeben sind, so
eingerichtet ist, dass dieselben zwei- und dreistimmig gesun-
gen werden können. Da die dritte Stimme überdies auch in
zweierlei Form notirt ist, nämlich als Knaben- und als
Männerstimme, so kann man sich mehr Zweckmässigkeit der
Einrichtung wohl nicht gut denken. Es seien daher die Leiter
von Schulen und kirchliche Kreise auf die Sammlung auf-
merksam gemacht.
Schulliederbuch. 183 ein- und zweistimmige Lieder nebst
einer kurzgefftssten Chorgesangschule. Herausgegeben von
Robert Sehwalm, k. Musikdirector. Breslau, C. Bech^'s
Verlag.
Diese beispiellos billige Sammlung (188 der schönsten
Volkslieder, gut gesetzt und in solider Ausstattung für 30 /i^)
sei allen Interessenten aufs Dringendste empfohlen.
„Soli Deo gloria" ! Eine Auswahl religiöser Gesänge für ge-
mischten Chor. Zum Gebrauche für höhere Schulen und
Kirchenchöre bearbeitet von Robert Linnarz, k. Seminar-
Musiklehrer. Hannover-Linden, Verlagsanstalt von Carl
Manz.
Eine fleissig zusammengestellte Sammlung, enthaltend die
vorzüglichsten Kirchlichen Tonsätze älterer und neuerer Zeit.
Es dürfte wohl kaum möglich sein, dass eine allgemein be-
kannt gewordene Composition aus der Zeit von J . S. Bach
herab bis auf Mendelssohn in dem Buche vergeblich gesucht
würde. Für Earchenchöre enthält die Samnuung ein voll-
ständiges Bepertorium auf alle Zeiten des Kirchenjahres, und
empfiehlt sicn daher auch für solche in erster Linie die An-
schaffung des in jeder Hinsicht beachtenswerthen Werkes.
(Schluss folgt.)
B i* i e f*l£ a, s t e n.
£, y, in Z. Die von dem trefflichen Leipziger Bericht-
erstatter der „Schw. M.** angeführten Gründe zu dem ange-
sichts des sonst stockconservativen Geschmacks des Hm.
Bemsdorf doppelt auffiLlligen Umstände, dass dieser Kriti-
389
kastor die „h&rtotten Biaflen**, welche ihm die Muse Buhin-
siein's yentDreicht, „mit oetentativem , dankbarem Grunzen**
hinunterschlingt, sind durchaus die richtigen. Wir haben
Tms früher wiederholt in gleichem Sinne geäussert.
F. B. in E, Wir müssen auf imserem an dieser Stelle
schon gegebenen abschlägigen Bescheid der Conseguenzen
halber bestehen bleiben. Diejenigen Leser unseres Blattes,
welche die Heimgegangene in ihrem Eunstkönnen schätzten,
werden überdies dureh die Kunde von ihrem Hinscheiden
sicher an die von uns vor acht Jahren gebrachte Lebens-
skizze derselben erinnert worden sein.
F, C. in B. Die Nachricht, dass Hr. Prof. H. E. den
Berichterstatterposten beim »B. T." aufgegeben habe, ist nicht
ganz correct, indem die Kündigung des bez. Vertrags nicht
von ihm, sondern von dem Blatt ausgegangen ist, und zwar
schon vor Monaten.
AnselflTOiL
Conservatorium der Musik in Mainz,
gegi-ündet von Paul Sohumaoher,
unter üirection des BCerrn
Hermann Genss,
Professor und Ehrenmitglied der königl. Akademie in Bologna.
[770b.]
Unterricht wird ertheilt in allen Zweigen der Tonkunst vom ersten Anfang bis zur vollen Concertreife.
Dramatischer Unterricht. — Beginn des Winterhalbjahrs: 15. September. Aufhahmen finden zu jeder Zeit
stdtt. Prospecte gratis und franco. Ebenso jede gewünschte Ausicunft durch das Secretariat, IMittl.
Bleiche 40.
* !■ ■
linier Ibew ^vtiitfA»vtA %\fttK |i« $i»lfeii
Oonsenatorinm für Musik zu
Oarlsrnhe.
Bep lis IlEtefriettiöalires: 15. Septeglier 1892.
Der Unterricht erstreckt sich über alle Zweige der
Tonkunst und wird in deutscher, französischer, englischer
und italienischer Sprache ertheilt.
Auskünfte und ausführliche Prospecte gratis und
franco durch die Direction:
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Im Yerliig von E.W. Fritzseh in Leipzig erschien:
Die Bfihneflfestspiele in Bayreuth.
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marlceiifliaiiiiiiluii^eii» so-
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Tristan und Isolde, 6. Aufl., br. ^— ,75., cart. ^1,— .
Ring des Nibelunaen, broch. Ji i, — ., gbd. Ji 1,50.
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg
(Pariser Bearbeitung), 2. Aufl., broch. Jt 1,—.
Meistersinger, 4 Bog., broch. Jt i, — ., gbd. ^ä 1,25.
Ferner : [774b.]
ErQile tongli tte miisic of BIM faper's
Parsifal, 6 Bog., 8®, broch. Jt 1,—.
Tristan and Isoide, 4 Bog., 8^ broch. Jt 2, .
Ring of tiie Nibeiung, broch. Ji 2,—., gbd. Jt 2,50.
B^ Man achte genau auf aie Kanun der Verftueer und des Verlegere,
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Partitur no. 4 Ji,
Orchesterstimmen no. 6 Ji, [775. |
Für Pianoforte zu 4 Händen 2 ^ 50 4.
Leipzig. Fr« KlstnePa
liiiiiiiiiiiigiEgiiiiiRaiiiiiii^iaiiiiiBi
Weplag won Wilhelm Hanse Hj Lgipzig-
Sruss an die Sänpr,
Für Pianoforte .H I
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1776.J
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[777-,] ^
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WwwTOwWwwW
i2,
fQr grosses Orchester
Carl Kleemann, .
Op. 14.
Partitur no. 21 Jt. [780.
OrcheBterstimnien no. 30 Ji.
Für Pianoforte zu 4 HAnden 8 Ji.
Leipzig. Fr. Kistnar.
[781.1
'Walzer
Fiaiioforte zu. vier Händeu
von
Robert Fuchs.
Op. 25.
aeft I. 2 M. SO Ff.
Heft II. 3 M.
Für OrcheBter bearbeitet von Richard Heuberger.
Heft L Parütur ao. 6 Jt. [778]
Orchest«rstiinmen no. 9 Ji.
Heft n. Partitur no. 6 J«.
Orchesterstimmen no. 10 .^ 50 ^■
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Neuer Verlag von Breitkopf & HOrtel lo Leipzig.
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Wagner, wie ich ilm kannte.
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Richard Wagner's und über die EntstehungsgeBchichte seiner
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Das Werk erscbeint gleichzeitig auch in französischer und
englischer Ausgabe.
891
Königliches Conserratorinm der Wm\L m Leipzig.
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sich auf Harmonie- und Compositionslehre, Pianoforte (auch auf der Jankö-Claviatur), Orgel, Violine, Viola, Violoncell,
Oontrabass, Flöte, Oboe, Clarinette, Fagott, Waldhorn, Trompete, Posaune, -- auf Solo-, Ensemble-, Quartett-, Orchester-
und Partitur-Spiel — Sologesang (vollständige Ausbildung zur Oper), Chor-Gesang und Lehrmethode, verbunden mit
Uebungen im öffentlichen Vortrage; Geschichte und Aesthetik der Musik, italienische Sprache, Declamations- und
dramatischen Unterricht — und wird ertheilt von den Herren: Professor F. Hermann, Professor Dr. R. Papperitz,
Organist zur Kirche St. Nicolai, Capellmeister Professor Dr. C. Reinecke, Th. Coccius, Universitäts-Professor
Dr. 0. Paul, Dr. F. Werder, Musikdirector Dr. S. Jadassohn, L. Grill, F. Rebling, J. Weidenbach, C. Piutti,
Organist zur Kirche St. Thomae, B. Zwintscher, H. Klesse, A. Reckendorf, J. Klengei, R. Rolland, 0. Schwabe,
W. Bärge, G. Hinke, F. Gumpert, F. Weinschenk, R. Muller, P. Quasdorf, Capellmeister H. Sitt, Hofpianist
C. Wendung, T. Gentzsch, P. Homeyer, Organist für die Gewandhaus-Ooncerte, H. Becker, A. Ruthardt, G. Schreck,
C. Beving, F. Freitag, Musikdirector G. Ewald, A. Proft, Regisseur am Stadttheater, Fraulein A. Götze, Herrn
Concertmeister A. Hilf
Prospecte werden unentgeltlich ausgegeben.
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Die
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892
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f&r Musiker jandjffusikfreuiide.
Verantwortlicher Bedacteor und Verleger:
E. W. Fritssoh,
Leipzig, KönigBBtrasae 6.
^^
XXin. Jabrg.]
Das Haiikaliache Wochenblatt eratiliaiDt jährlich in 52 Nummern. Der AbonDemenUbetiui;
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[No, 82,
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anKSB nnd Kotlifln. — KritUaher Anhang: 0 "* '"'■- "'-
:: OaiangpUagt^lsolie Werke f<
and CarlsTube (Fortsetznngl. — Berichte. — Coneerl-
- Hnslkatien- und BücbennarkL — Vermischte Hltthel-
QrftsBuer, sowie A. GräiBoer nnd B. Kropf. — BriefkaMen. —
Sohulgeungunterrioht.
(SchldSfi.)
Znnaelut erscheint mir der OeMn^nnterricht als der
wichtigste Zweig der musikaliBchen Atubildung, der nicht
nur gleich dem Zeichenunterricht eine gewisse Fertigkeit
nnd den Geschmack auszubilden, sondern auch gleich
dem Unterricht in Seligion and Litteratur auf das Gemüth
wirken kann und soll. Die Pflege der Musik aber halte
ich mit Th. Waitz (Allgemeine Fftdagogik pag. 265 nnd
279) für einen sehr hedentsamen Factor der nationalen
und sittlichen Bildung, ja für kaum ubersch&tzbar, da sie
ja auf den Willen, den Sits des Charakters, erheblichen
£inflnBS äbt. Das erkannten ja auch schon die alten
Griechen, und nicht nur ein Piaton oder Aristoteles, so
klar, dasa ne die mosikalische Bildung als die Haapt-
richtong ihrer Jugenderziehung überhaupt neben der Gym-
nastik Bum Selbstzweck machten; dass Solon die musika-
lische Erziehung ans einem Vorrechte des Adels zu einer
allgemeinen Berechtigung und Verpflichtung anch der
Bärger- und BaaemsÖhne machte; ja, doss sie bei den
Spartiaten sogar ganz allein die geistige Seite der Jugend-
erziehnng vertrat Man vergleiche darüber die interes-
. santen Auseinandersetznngen des Seminarinspectors Helm
in Schwabach hei Behandlung des Gesangsunterrichts in
^ehr's Geschichte der Uethodik, IV, p. 205 ft
Nun scheint es zwar, als wenn diese Werthschltzung
des Unsikunterrichtes und der Musikpflege nicht gewichen,
sondern eher gewachsen wäre, wenn man die Unzahl von
Flügeln, Pianinos, Ciavieren oder Saiteninstrumenten be-
denkt, die gekauft und gebraucht werden, wenn man aus
allen Häusern und Stockwerken Clavier pauken oder
Saiten kratzen oder gen Himmel schreien hört. Aber
leider ist das nur noch keine Pflege der HusikI Die
Lehrenden sind oft ganz unberufene Personen, die durch
„ Maukstunden " zu 2, 4 oder 6 Ggr. oder mehr ihren
Lebensunterhalt oder Nebeaverdienst suchen und sieb kein
Gewissen daraus machen, dass sie die Zahl der Stümper
noch vermehren und die „Dilettantalnsqualen" füix gute
Uusiker ins UebermeuBchliche vermehren, ohne dabei
auch nur die Elemente der Musik zu lehren oder diese
selbst zu beherrschen. Dabei vergebt auch manchem be-
gabten Kinde alle Lust, Geschmack und Verstandniss für
Musik auf immer oder auf lange. Solche schwere Ver-
sündigung aber wird nicht bestraft!
Noch schlimmer steht es aber mit dem Oesangunter-
richte. Auch hier und hier erst recht wird von manchem ganz
Unberufenen so gesündigt, daiiB es ein Jammer und nie
wieder gut zu machen ist. Ich kann ein Liedchen davon
singen. In den untersten Classen der Realschule hatten
tvir einen ganz hübschen Anfang im Singen gemacht.
Alle Kinder mussten vom 6. Lebensjahre an wie beten,
so auch singen. Ich bin noch beute überzeugt (wie
Rud. Lange (Winke für Gesanglehier, Berlin 1885, p. 42),
dass das richtig war, schon deswegen, weil ja Kinder
meist schon vor Eintritt in die Schule daheim oder im
Kindergarten, dem Nachahmungstriebe folgend oder dazu
besonders angehalten nnd angeleitet, gesungen haben,
und weil es nicht richtig wAre, ihnen in der Schale zu
Die nächste Nummer des „Musikalischen Wociienblattes" erscheint erst am 18. August.
894
versagen, was sie ausserhalb doch tliun. Und wie oft
wirkt etwas Singen dazwischen erfrischend und neu be-
lebend! War es zuerst nur ein Verschen, ein paar Minu-
ten lang, allmählich wurde ein Liedchen oder ein textlich
und musikalisch leichter Choral versucht; wir sangen regel-
mässig und wirklich nicht schlecht für unser Alter. Schon
damals lernten wir richtige Körperhaltung und Athmung,
möglichst reine und gute Aussprache und Tonbildüng,
und vor Allem bekamen und behielten wir rege Lust zum
Singen. Als ich aber mit etwa neun Jahren ins Gymna-
sium überging, machten wir gleich mit beiden Beinen
einen tüchtigen Sprung und Plumps ins Blaue. Ich glaube
nicht zu irren, wir sangen auf Anhieb und gleichsam als
wissenschaftlichen Prolog „Gesang verschönt das Leben''.
Der Hr. Gesangsprofessor oder ofiFiciell „ Gantor *', zugleich
Lehrer des Rechnens, Schreibens und der Geschichte,
überall gleich schwach, am schwächsten in der Disciplin,
weil ohne jede Autorität, geigte, vor uns sitzend, nach-
dem er etwelche Vorbereitungen mit der Geige gemacht
und einige Minuten lang „phantasirt'' hatte, eine beliebige
Melodie vor, die wir gedruckt (in Erk und Greef oder
dgl. Sammlung) vor uns hatten. Wir sangen sitzend mit
und nach. Öfter unterbrochen und so genöthigt, das lebens-
volle Ganze zu Kochstücken zu zerhacken, um es schliess-
lich entweder roh mit aller elementaren Kraft herauszu-
gröhlen oder übertrieben zart und undeutlich zu säußeln.
Dabei wurde weder darauf geachtet, ob wir auch den
Text verstanden, unsere thüringische Mundart überwanden
oder die Melodie schon fassen konnten, noch auch nur auf
Körperhaltung oder drgl. doch so wichtige Aeusserlichkeiten.
Die Tonart wurde genannt und der Name einfach aus der
Vorzeichnung abgeleitet (1 Kreuz = Gdur, 2 =Ddur etc.),
und so und ähnlich ging es weiter kreuz und quer, ohne
Sinn und Methode, banal oder verfrüht wissenschaftlich,
bis zu Been und Kreuzen und zu allerlei Finessen der
Musik. Dabei wurden auch etliche von uns gezwungen,
vor der Zeit und wider die Natur tief zu singen und so
sicher todtgesungen ; Andere wieder dadurch geschädigt,
dass sie zu hohe Lagen zu erzwingen. hatten. Mir scheint
ja auch der zweistimmige Gesang als die natürlichste
Mehrstimmigkeit für die Volksschule und die Mittelclassen
höherer Schulen, voll musikalischen Reizes und auch all-
mählich erreichbar, wenn etwa der Lehrer die 2. Stimme
fleissig' mitgeigt oder singt. Aber man darf doch damit
weder zu früh beginnen wollen, noch vergessen, dass der
natürliche Stimmumfang gering ist, bei weiblichen Stimmen
etwa von c bis c, bei männlichen ebenso oder d bis e,
und dass jedes Uebertreiben oder Verfrühen der tieferen
oder höheren Lagen unrettbar verdirbt. Meine damals
schon früh merkliche und rasch sich entwickelnde Sicher-
heit im Hören und Treffen bei klarer und hoher Stimme
trug mir nun bei unserem Cantor besondere Gunst und
die Empfehlung an den Hrn. CoUegen, Regenten des
Kirchenchores, ein. Als er meine unentwegbare Sicherheit
und Stimmstärke würdigen lernte, stellte er mich bald an
die Spitze seiner Sopranisten und hielt mich dabei bis
zum — 16. Jahre etwa fest, während ich im Gymnasial-
chore allmählich zum fast einzigen 2. Bassisten und zum
Vorsänger bei den Morgenandachten vorgerückt war. Man
kann sich denken, welche Folgen das hatte. Wenn man
meine Stimme damals geschont und regelrecht gebildet
hätte, wäre sie wohl ein Bariton k la Hildach oder so
ähnlich geworden; so aber ist sie eine vom Contra-C bis
zum kleinen c reichende Bassstimme, die hier und da, wo
sie von klangvollen Sängern gedeckt erscheint, ganz
brauchbar sein mag, auch von Kirchen- und anderen
Vereinen gelegentlich besonders bei kirchlichen Aufgaben
gern genutzt worden ist, aber von mir vernachlässigt,
weil missachtet. Und nicht einmal Texte habe ich je
gelernt, höchstens einmal einen 1. Vers, und den noch
unsicher, dank der verflixten Manier, uns Alles von ge-
druckten oder geschriebenen Noten und Nichts frei singen
zu lassen. Liegt es nicht heute vielfach so? Wie oft
habe ich bei Ausflügen von Schulen Jungen oder Mädchen
singen hören; und wie oft plärren Manche mit, ohne ein
Wort Text hervorzubringen. Ja, wie oft hörte man wohl
Lieder, die frisch und flott in Wort und Melodie dahin-
flössen, weil sie nicht in der Schule gelernt waren! Wem
gibt das nicht zu denken. Und wer verargt es Unser-
einem, wenn er den Uebelthätern noch lange nachher zürnt
und Wehe! nachruft? —
Uebrigens habe ich aber solche üble Erfahrung weder
allein, noch nur damals als Schüler gemacht; ich kann
noch mit Anderem aufwarten. Dort war ein alter, über-
lebter, stumpf gewordener Mann ohne die nöthigen Kennt-
nisse und Fähigkeiten für das Lehramt, besonders für das
Singen, auch ohne persönliches Ansehen, daher erfolglos
und gefährlich. Aber ich kannte ein Gymnasium, da war
der Gesanglehrer ein wohlberufener Sänger, und doch
sangen seine Schüler schaurig schön. An einem anderen
wirkte ein als Componist rasch bekannt gewordener Fach-
mann mit geringem Lehrtalente und noch geringerem Ge-
schicke in der Behandlung heranwachsender Menschen aus
guter Familie; hätte sich nicht ein Altphilologe, der ein
feiner Musiker und tüchtiger Sänger und Singelehrer war,
erbarmt, die ganze Generation oder mehrere wären ge-
sanglich ruinirt worden. An einer Realschule wirkte als
„technischer Lehrer** ein tüchtiger Zeichner und Maler;
dem wurden natürlich ausser Zeichnen und Schreiben auch
Singen und Turnen aufgepackt, von denen er wohl kaum
eine Ahnung hatte. Er selbst hatte grosse Körperkraft
und musste nun wohl oder übel mitturnen, bis ich ihm
als alter Vorturner beisprang und etwas angelernte Me-
thode hineinbringen half. Er hatte aber auch etwas
geigen gelernt und sang einen recht dicken Bierbass;
nun waren aber Haltung, Aussprache und Tonbildung der
armen Sangesschüler so auffftllig, dass ich bald nach-
forschte und mit Vergnügen die Singestunden abgetreten
bekam. Nun hatte ich zwar kein Ciavier, konnte auch
nicht geigen, aber vorsingen. Und da Manche noch keine
Noten kannten, musste ich die Intervalle durch Zahlen
bezeichnen und die Gehör- und Trefiubungen eifrigst be-
treiben, bis ich auch etwas weniger bescheiden vorgehen
und mehr verlangen und zumuthen konnte. Wohin hätte
solch ein aufgedrungener Unterricht sonst wohl schliess-
lich geführt? Und dieser Fall, dass der Zufall oder die
Gunst bestimmend auf die Vertheilung der Fächer unter
die Lehrkräfte einwirkt, ist ja nicht etwa selten: ich
musste ja in meiner 1. Stelle am Gymnasium als classi-
scher Philologe ebensogut Religion als Naturbeschreibung
lehren, und später sollte ich gar einmal Schreibstunden
bekommen, weil der Hr. Rector mir den Hm. Vorgesetzten
zeigen wollte, trotzdem er wusste, dass ich davon Nichts
verstand. Zum Glück hatte ich die Fächer und Classen,
in denen ich unterrichten wollte und musste, in meinem
Vertrage bestimmt bezeichnen lassen, sonst hätte ich viel-
leicht nach meinem herrlichen ductus (den die Setzer zu
würdigen wissen!) noch viele Scribrifaxe gebildet. Damals
war die Sache für mich sehr schwierig und anstrengend,
auch im Ausgang bedenklich; aber natürliche Anlage,
395
guter Wille auf beiden Seiten, ernstes Studium halfen
bald zu leidlichen und allmählich zu anerkannt guten
Resultaten im Singen und Niederschreiben leichter Ge-
sänge.
Freudig überraschte es mich, als ich nachmals in der
„Gesimglehre fär Schulen" von Musikdirector Dr. Lorenz
in Stettin einen ähnlichen Versuch, wie ich ihn instinctiv
angestellt hatte, ausgearbeitet und schon bewährt fand,
und viel später die „Praktische Schreibsingeschule^ des
um Gesang- und Gesangunterricht hoch verdienten k. Musik-
directors H. Wehe kennen lernte, die von etwa denselben
Grundgedanken ausging, als ich, sie aber geistvoll und syste-
matisch entwickelte und ausbildete. Sie war schon 1856 bei
Heinrichshofen in Magdeburg erschienen, aber erst in der
erheblich veränderten und verbesserten Ausgabe von
1884 ff. allgemein gewürdigt und, statt nur nachgeahmt
oder angewandt, auch anerkannt worden. In dem Vor-
worte sagt er dort ganz treffend: 1) Der Unterricht im
Singen beginne mit den 1. Tönen einer Leiter, wie im
Lesen mit Lauten; 2) wie aus den Lauten Silben, Wör-
ter und Sätze zusammengesetzt werden, so aus Tönen
musikalische Phrasen^ Sätze und Liedchen; 3) wie Wörter
durch Buchstaben dargestellt werden, so die Töne durch
Noten; 4) Schreib- und Singübungen als Prüfstein, der
Tonerkenntniss entsprechen den orthographischen Uebun-
gen; 5) der logischen und grammatischen Zergliederung,
Umformung und Nachbildung von Lesestücken entsprechend
die von Musterliedem.
An einer anderen Anstalt hatte ich mit Erlaubniss
des Directors einen Gesangverein der Schüler eingerichtet,
da der Lectionsplan keine Singestunden aufwies. Hier
benutzte ich einen Flügel, bis ihn unverständiger Gebrauch
in den Pausen seitens der Herren Jungens in Übeln Credit
brachte und unmöglich machte. Mir schien die temperirte
Stimmung der Feinheit des Ohres und der Intonation zu
schaden; auch entzog mich das Spielen sitzend zwischen
den Schülern zu sehr der Beobachtung der Einzelnen und
des Einzelnen; daher verzichtete ich leicht darauf. Ich
will, zwar nicht allgemein dem k. Musikdirector am Semi-
nar in Posen, Hrn. G. F. Hennig, Recht geben und alle
Lieder mit Clavierbegleitung in Schulen als Deckmantel
und Zeichen von Bequemlichkeit oder Untüchtigkeit der
Lehrer oder Schüler bezeichnen; aber jedenfalls zeugen
sie mindestens von ganz übel angebrachtem Streben nach
Kunstgesang, der in die Schule entschieden nicht gehört,
nur in Seminarien oder meinetwegen in den Primen von
Gymnasien und Realschulen geübt werden mag, wenn
und nachdem man dem Volksliede imd dem Chorale und
dem einfachen Schulgesange voll gerecht geworden ist.
Bei dem blossen Vorsingen freilich beobachtete ich, dass
die Verschiedenheit der Stimme des Lehrers von der der
meisten Schüler in Register, Tonlage oder Klangfarbe die
Schwierigkeiten leicht unnöthig erhöht. Und allmählich
kam ich doch zu der Ueberzeugung, dass die Geige die
beste Hilfe beim Gesangunterrichte in der Schule bietet;
denn ihre Tonlage ist der kindlichen gleich; sie ist in
aufrechter Stellung und leicht, stark oder schwach, zu- oder
abnehmend, um eine oder einige Schwingungen höher oder
tiefer zu spielen und scharf von der Singstimme unter-
scheidbar, wo es notthut. Aber auch das wurde mir
immer sicherer, dass das Singen nach dem Gehöre in der
Schule vorherrschen muss, selbst nachdem (etwa im 3.
oder 4. Jahre) nach Noten gesungen wird; dass dabei
Gehör- und Treffübungen in jeder Stunde etwa 10 Minuten
gemacht werden müssen, dass doch keine Methode bei
jedem Schüler selbständiges Singen nach Noten erzielen
kann, dass endlich guter Gesang a capella und das ge-
schmack- und liebevolle Singen von Volksliedern imd
Chorälen den Haupttheil und das Ziel des Schulgesanges
bilden müssen.
Wo natürlich noch unter dem Namen von öffentlichen
Examina Schaustellungen der Lehrer und Schüler vor dem
grossen Publicum existiren und dieses oder gar die Be-
hörden nach dem Gebotenen die Schule selbst und die
Lehrkräfte beurtheilen, da wird unwillkürlich auch im
Gesang zu Spiegelfechterei in grösserem oder geringerem
Maasse gezwungen. Da kann man es natürlich dem Ge-
sanglehrer auch nicht verdenken, wenn er eigene oder
fremde Kunstwerke einpaukt, die über den Rahmen des
Schulischen weit hinausragen!
Ich will übrigens noch auf die Frage kurz hier ein-
gehen, wer in der Schule singen soll: nach meiner Mei-
nung Alle, selbst solche, die „kein Gehör und keine
Stimme'' zu haben behaupten. Niemand sollte von der
Singestunde dispensirt werden, es sei denn wegen Krank-
heit und nach fachmännischem Befinden des Gesanglehrers.
Können doch auch solche, die zeitweise oder überhaupt
nicht mitsingen, aus der Gesangstunde Vielerlei profitiren,
wenn sie richtig ausgenutzt wird, in der Art, wie etwa
Bücher von Hennig, Sering oder Lange anleiten. Wohl aber
wird der fachmännische Lehrer erlauben , die Stimmen wäh-
rend des Mutirens der Knaben oder bald nach Eintritt der
Entwickelung der Mädchen zu schonen. Noch weniger darf
natürlich ein Kind wegen seines Betragens aus der Singe-
stunde verwiesen werden; sind auch Gesanglehrer schwach
in der Disciplin, so werden sie dieselbe doch dadurch
nicht stärken. Wie aus anderen Gründen, so dieserhalb
wäre es immer erwünscht, wenn der Gesanglehrer auch z. B.
die Sprachstunden gäbe; ja, ich möchte am liebsten mit
Luther, wenigstens in der Volksschule oder in Elementar-
classen, keinen Lehrer angestellt wissen, der nicht singen
und Gesang lehren könnte. Wer sich heute diesem so
hohen und schwierigen Berufe widmen will, hat es ja
leichter, als wir vor 20 oder unsere Lehrer vor 40 Jahren ;
ihm stehen die trefflichen theoretischen und methodischen
Bücher und Liederbücher, die ich oben zum Theil an-
führte, zu Gebote. Aber kein Lehrer übernehme ihn
doch, ohne zu der allgemeinen Lehrbefähigung ganz be-
sondere für dieses Fach mitzubringen und heilige Begei-
sterung dafür zu empfinden. Mir scheint es, ausser tech-
nischer Tüchtigkeit müsste der Gesanglehrer auch hohe
intellectuelle und moralische Gaben, vor Allem auch
grossen Takt und feinen Geschmack haben, um des er-
wünschten segensreichen Wirkens sicher zu sein. Wenn
ich also in Etwas fehlgreife, so kann es höchstens darin
sein, dass ich mein Ideal von einem Gesanglehrer zu
schön ausdenke und von ihm zu viel fordere und erwarte.
Das hat aber nur darin seinen Grund, dass ich wünschte,
Frau Musica würde überall so geehrt, wie sie es verdient,
und unsere Jugend auch über das Leben in der Schule
hinaus mit guten Liedern versehen und gleichsam gefeit
gegen die Schelmen- und Tingeltangellieder, die heute
leider vorwiegen und um so leichter Geschmack und Sitte
verderben, wenn sie kein Gegengewicht finden. Dieses
aber kann nur eine gewisse Auswahl liebgewonnener
Lieder, nur ein gediegener Schulgesangunterricht bieten.
Scholasticus.
82*
896
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Bayreuth.
Unter den vier die diesjährigen Festspiele eröffiienden
Aofftlhrongen, „Parsifiai^, „Tristan und Isolde", „Tann-
hänser" und „Die Meistersinger von Nürnberg", ragte die
zweite in schier unerreichbarer Höhe empor. Die Darstellung
des „Parsifal"*litt etwas unter einer gewissen nervösen Hast,
wie sie oft im Q-efolge von Eröffiiunes-Yorstellungen auf-
tritt. Aber schon im Verlauf der Aufführung selbä verlor
sich dieser Mangel, und im zweiten und dritten Aufzuge kam
es zu Wirkungen, wie sie eben nur Bayreuth und der „Par-
sifal" hervorzubringen vermögen. Ein störender Fehler der
Besetzung, nämlich die Uebertragung der Partie des Amfortas
an einen italienischen Sänger, der sich sowohl stimmlich, als
auch darstellerisch nicht zur Lösung der schwierigen Aufgabe
eignete, hätte leicht vermieden werden können, wenn man
Beichmann oder Perron engagirt oder Hm. Scheidemantel
eleich von Vornherein die Partie übertragen hätte. Der
letztere Künstler hat den Wolfram so ideal schön e^esungen,
dass sicher auch sein Amfortas ein Glanzpunct der ersten
„Par8ifiBd"-Auffilhrung geworden wäre. Die Uebergehung
der altbewährten Kräite und Experimentiren mit jun-
Sen wenig erfiEQirenen Künstlern ist überhaupt die Signatur
er diesjäirigen Festspiele. Auf der allgemeinen Liste der
Mitwirkenden sind Künstler verzeichnet , die gar nicht nach
Bayreuth kommen werden (Schrödter und Krausse als Darsteller
des David) oder dem Feld der Festspiele den Bücken kehrten
^Müller aus Leipzig als Darsteller des Beckmesser), Andere
xehlen im Verzeichmss und kommen nun doch (HofmüUer aus
Dresden als Darsteller des David). Es wird im weiteren Ver-
laufe der Festspiele noch manche interessante Einzelheit über
diese Vorgänge zu berichten sein und auch der Umstand auf-
Seklärt werden müssen, dass trotz des angesagten Ausverkaufs
er Billets solche in Menge zu haben waren. Theilweise
scheint mir doch die Zurücknahme einer grossen Anzahl von
Vorausbestellungen seitens der Wagner- Vereine die Schuld zu
tragen, andererseits hat aber sicher eine grosse Menge von
Zwischenhändlern hier ihr Wesen getrieben, die, gestuft auf
den vorigen riesenhaften Andrang, auf Gewinn beim Billet-
verkauf speculirten und Eintrittskarten in grosser Anzahl
aufkauften. Thatsächlich wurden zu „Tristan" und „Tann-
hänser" Billets zur Hälfte des Preises angeboten, während die
Festspiel Verwaltung kaum eine Karte mehr in der Hand hatte.
Der verwaltungsrath ist selbstverständlich an cUesem Unfug
völlig schul dl OS. Gerade in diesem Jahre werden von allen
Seiten, im Gegensatze zu anderen Festspielzeiten, die grosse
Ck>ulanz und das gewinnende Entgegenkommen des Hrn.
Oommerzienrath v. Gross, der die schwierigste Position der
ganzen Festsi>iele zu behaupten hat, gepriesen, und der Schrei-
ber dieser Zeilen kann dies Lob nur sjs völlig gerechtfertigt
bestätigen.
Von den in der ersten Aufßlhrung mitwirkenden Künst-
lern sind in erster Linie van Dyck als Parsifal und Grengg
als Gumemanz zu nennen, Beide Musterleistungen von höch-
stem künstlerischem Werthe bietend. Wenn auch vanl^ck
mehr auf die Behauptung jener Vorzüge an&^ewiesen ist, die
von Vornherein seine Leistung als unvergleichlich stempelten,
so berührt doch die Frische seiner AufGassung immer von
Neuem sympathisch und beseitigt die Gefahr der schablonen-
haften Wirkimg, der ein Künstler leicht zum Opfer fallen
könnte, der hier in Bayreuth ausschliesslich Eine Rolle ausführt.
Grengg*s urwüchsige Künstlernatur strebt in unablässigem
Bingen nach dem Ideal der Gumemanz-DarsteUung. Er er-
reicht jenen seltenen Erfolg, der den Zuhörer stets zu der
Annahme bestimmt, er habe den Künstler nie vorher so voll-
endet gehört. Dieses Sichselbstübertreffen bedingt die reichste
Beübung, und in der That hat sich Grengg seit seinem ersten
Auftreten in Bayreuth den Buf Eines der talentvollsten Bassisten
unserer Zeit verdient. Unbeschreiblich schön singt er im letzten
Anfüge, jenem Theil des „Parsifal ^ der dem Künstler die
schwersten Gefahren bringen müsste, aa sein Temperament nur
widerstrebend der erhabenen Buhe des Stückes sich anbequemen
konnte. Aber wer denkt bei dieser idealen Verkörperung der
rührenden Greisengestalt an Schwierigkeiten oder theatrali-
sche Bücksichten; sie wird zum ergreifenden Bilde, würdig,
in die Gallerie der Festspielleistungen als eine der vollendet-
sten Schöpfungen eingereiht zu werden. Frl. Mailhacsang
und spielte in vorzügucher Disposition. Ihre Kundry ist eine
scharigegliederte, mit reichen Einzelvorzügen ausgestattete
immer interessante Leistung. Sie fesselt in jedem Moment
Auge und Ohr, und es ist wahrlich kein Nachtheil, dass Frl.
Mailhac im zweiten Aufzuge bildschön ist und im letzten
Aufzuge wie die Verkörperung des berühmten Bildes von der
büssenden Magdalene erscheint. Diese äusseren Vorzüge för-
dern die Illusion ganz im Sinne des Meisters, dem die äussere
Erscheinimg seiner Darsteller immer eine Hauptsache war.
Ganz wundervoll erklang aus dem geheimnissvollen „Grabe"
die Stimme TiturePs (Hr. Bucha), ich meine, die kleine, aber
so schwierig Partie noch nie in ähnlich vollendeter Weise
gehört zu nahen. Im Blumenmädchen-Ensemble zeichneten
sich die Damen Mitschinör und Mulder aus, das Ensemble
selbst war wieder ein Meisterstück feinsten Chorgesanges,
für das man Meister Borges aufrichtigen Dank zollen mnss.
Zu Hm. Kaschmann's Amfortas-Leistung nur einige Worte.
Seine Stimme reicht nicht aus, ausserdem wird sie durch ein
unleidliches Tremolo völlig verschleiert: wenn der Künstler
indisponirt war, hätte er nicht singen sollen, an jenem Abende
war sein Gesang völlig unzureichend. Generaldirector Levi
bevorzugt, wie immer, frische Tempi und erreicht doch im
2. und 8. Aufzuge ganz enorme Wirkungen, — warum sollte
man also mit dem ausserordentlichen Dirigenten rechten?
Scenisch gelang wieder Alles in höchster Vollendung.
Mit der Aufführung von „Tristan und Isolde" hat die
Wagner'sche Kunst wieder einmal einen Triumph errungen,
wie er grösser und berechtigter gar nicht gedacht werden
kann. Willenlos gab man sich dem Zauber der herrlichen
Bühnenschöpfung nin; verschwunden waren jene Bedenken,
die man immer im Voraus gegen irgend einen Theil der Be-
setzung hegt, und der Dank mr die wundervolle Aufführung
brach sich, entgegen dem hier herrschenden Brauche, in un-
geheurem Beifidlsjubel Bahn, rücksichtslos wie ein Gebire^-
strom, der seine Fesseln sprengt. Die weibliche Hauptrolle
ist der imponirende Mittelpunct des gewaltigsten Kreislaufes
der Gefühle, der je eine Bübnenschöpfung durchströmte. Nur
eine Auserwählte unter den Berufenen wird sich als Herrscherin
behaupten. Frau Sucher ist eine solche in so seltenem Maasse,
dass Alles sich ihr wie einer Fürstin huldigend beugt. Wer
dieser Isolde gegenüber mit kalter Verbindlichkeit banale
Phrasen brauchen wollte, der verdient nicht, diese Hingabe
an das Kunstwerk, diese Äusserungen einer genialen I^tur
mit erlebt zu haben. Dank ihr, der grossen Künstlerin, die
den Glauben an echte, die Person vergessen machende Kunst
wach hält. Dank ihr, die dem Werke des Meisters jene Wir-
kung verleiht, welche er von congenialen Naturen erwartete
und doch so selten femd! Neben dieser Isolde würdig des
alten Buhmes, sich in voller künstlerischer Grösse behauptet
zu haben, ist das Lob, welches man Hrn. Vogel spenden darf.
Mit seltener stimmlicher Frische und staun enswerther Aus--
dauer schuf Hr. Vogl ein Bild des Helden von eigenartiger
Grösse. Im ersten Aufzuge ganz Tristan der Held, ent-
faltete Hr. Vogl im 2. Au&uge in Überraschendster Zartheit
des Vortrages eine Kunst des Gesanges, die das oft miss-
handelte Duett in ganz neuem Lichte erscheinen Hess, — ein
wahres Meer von Wohlklang wogte uns bei der unbeschreib-
lich schönen Ausführung dieses Musikstücks entgegen. Ver-
stummt waren alle Vorwürfe, dass das Duett zu lang oder
langweilig sei. Das Ende bedeutete das Erwachen aus einem
berauschenden Traum. Der letzte Aufzug war von jeher
VogPs Meisterstück, — die Leistung ist hier unantastbar.
Wenn naturgemäss die Gestalten der Brangäne und des Kur-
wenal hinter der Isolde und des Tristan zurücktreten müssen,
so bereiten sie den begeisterungsfUhigen Künstlern doch nicht
minder hohe Aufgaben. Frau Stau ai gl ist gegenwärtig die
beste Vertreterin der Brangäne-Partie in Deutschland. Der
Vollklan|; ihrer Stimme ist ebenso bewundernswerth, wie die
Feinsinnigkeit des Vortrags, welcher das Anschmiegen an Isolde,
die Unterordnung auch in künstlerischer Beziehung, zum Ziele
haben muss. Wie Frau Staudigl dies erreicht, ist ebenso
meisterhaft, wie ihr Zusammenspiel mit Isolde. Hr. Plan k ist
ein prächtiger Kurwenal immer gewesen und ist es heute
mehr als je. Mit welcher Fülle von Gefühl erfüllt er nicht
den Zwiegesang mit Tristan im 3. Aufzuge^ wie rührend er-
klingt die jSUa^ge um den Todgeglaubten, wie jubelt die Stimme
bei dem Zeichen des Wiedererwachens des geliebten Herrn.
Hr. Gura fietsst den Marke viel weniger weich auf, als man
es gewohnt ist, aber doch in ergreifender wirkungsvoller
897
Weise. Im Besitze einer ausser^ewöhnlioh schönen Stimme
zeigte sich Hr. Anthes, nnd auch Hr. Gerhänser wusste
der kleinen Melot-Partie das nöthige energische Gepräge zu
geben . Das Orchester spielte unter lil o 1 1 P s genialer Leitung
so schön wie Deist nie zuvor, — die ganze Aufmhrung war ein
einziger schöner Sunstgenuss.
Die Opposition gegen die vorjährigen „Tannhäuser"-Auf-
fühmngen zielte namentlich auf scenische Einzelnheiten und
die Besetzung der Elisabeth-Partie durch Frl. Wiborg. Die
Inscenirung ist in diesem Jahre viel vollendeter, als im Vor-
jahre, und ebetiso darf man der Elisabeth-Darstellerin zu ihren
auffälligen Fortschritten gratuliren. Ob sie nun wirklich ein
Elisabeth-Ideal ist? Man sae^^ dass Frau Wagner diese Frage
bejahe: die grosse Menge bleibt aber bei ihrer Ansicht, dass
Frl. Wiborg die Ansprüche, welche man an eine Bayreuther
Darstellerin dieser so wichtigen Partie stellen darf, nicht er-
füllt. Wer hat nun Becht? Ich glaube, dass eine Vermitte-
lung beider Ansichten das Richtige trint. Frl. Wiborg ist
keinesfalls Das, was Wagner sich unter seiner Elisabeth dachte;
sie ist weder fesselnd in ihrer Erscheinung, noch übermässig
sjTiipathisch in ihrem Spiel, erflillt aber doch Das, was Frau
Wa^er vorschwebt, nämüch den Gegensatz zur üppigen,
sinnlich berauschenden Venus zu markiren, in fast vollkom-
mener Weise. Der Eindruck der Leistung würde ein noch
viel Rüstigerer sein, hätte man nicht bezü^ich der Betonung
des Kindlichen, TJnschuldsvpllen im Elisabeth-Oharakter die
Grenzen des Erlaubten überschritten, erschien nicht Elisabeth
gar zu puppen- oder nonnenhafb. Niemand wird das Publicum
von dem Glauben abbringen, dass Elisabeth eine jugendlich
schöne, anmuths- und hoheitsvolle Erscheinung sein müsse.
Der kindliche Zug wird das Publicum immer erst in zweiter
Linie interessiren , weil es in Elisabeth ein Weib sieht, das
alles Hohe und Bedeutende an sich zieht, das in gleich star-
kem Maasse den edlen Wolfram und den leidenschaftlichen
Tannhäuser fesselt. Man kann das Publicum nicht von dem
Vorwurfe befreien, gar nicht versucht zu haben, sich Frau
Wagner's Ansicht zu eieen zu machen, — daraus entstand ein
fänzliches TJebersehen der Fortschritte des Frl. Wiborg, da
och ihre diesmalig Leistung zeigte, dass sie mit höchster
Energie und Begeisterung^ den als richtig erkannten Zielen
zustrebt. Die Stimme der Dame hat sich sehr gekräftigt, und
ebenso ist das Spiel fortgeschritten zu grösserer Freiheit und
Sicherheit, zu einer edlen künstlerischen Festigkeit. In Hm.
Grüning hat man das richtige Talent für die schwierige
Tannhäuser-Partie getroffen. Frappirt schon die äussere Er-
scheinung dieses Tannhäuser — das blitzende Auge, das edle
Gesicht, die kühne Haltung der schlanken Gestalt geben ein
treffliches Tannhäuser-Bila — , so imponiren nicht weniger
die schönen künstlerischen Vorzüge, das feine, stil^rechte
Spiel, der treffliche, allen Steigerungen der M.usik folgende
Gesang. Grüning hat mit seinem Tannhäuser eine seinem
ausgezeichneten Parsifal würdige Leistung geboten und sich
mit ihr in die erste Reihe der begabten Tenoristen gestellt.
Ein gleiches Lob verdient auch der Bassist Hr. Döring als
Landgraf, ein Sänger, der sich vom völligen vorjährigen
Naturalismus zu hoher künstlerischer Beife emporgeschwungen
hat. Die Stimme, ein schöner sonorer Bass, zeigt trotz aller
Weichheit eine seltene Klangfülle, die Erscheinung ist sehr
stattlich, die Haltung edel und vornehm. Dass Hr. Scheide-
mantel die Partie des Wolfram unvergleich schön singt, wurde
schon im vorigen Jahre betont, auch bei den diesjährigen
„Tannhäuser"-Auffübrungen dürfte die schöne Ausführung der
Wolfram-Partie im Mittelpuncte des Interesses stehen. Frl.
Mailhacals Venus zeigte sich leider recht indisponirt, nicht
nur gesanglich, sondern auch im Spiel müde und lässig.
Hoffentlich gewinnt sie die im Vorjahre so bestechenden Vor-
züge bis zur zweiten Aufführung zurück. Die Inscenirung
machte den alten glänzenden Eindruck, im Aufzuge des 2. Actes
war manches Steife beseitigt^ wenn auch das Hauptgewicht
sichtlich mehr auf die Gravität, als auf die Schönheit der
Bewegungen gelegt war. Der Chor bereitete erlesene Genüsse,
namentlich mit der Ausführung der Finales im 2. und 3. Auf-
zuge. Das Orchester spielte wundervoll, und an einigen Stellen
(Vorspiel zum letzten Acte) hat die langsame Temponahme
des genialen Wagner-Dirigenten Felix Mottl selbst die hart-
näckigsten Gegner besiegt.
Die „Meistersinger** führte derselbe Dirigent, aber unter
erschwerenden Umstönden zum Siege. Frl. Mulder, eine sehr
begabte junge Sängerin, zeigte sich der Evchen-Partie noch
nicht gewachsen ; es fehlte ihr an stimmlicher Elrafb und Aus-
dauer, an der Kunst des Athemholens und der Schwesterkunst
des Phrasirens, vor Allem ^ und das ist ihren langen Bayreuther
Studien gegenüber das Merkwürdigste — an Klarheit der Aus-
sprache. Frl. Mulder wird gxit thun, ihre offenbar sehr schöne
Begabung unter Leitung eines wirklichen Gesangsmeisters
ausreifen zu lassen. Dann wird sie im Stande sein, den Stei-
ferungen der Partie Stand zu halten, dann erst wird sie
ei der Beherrschung des musikalischen Stofibs die Freiheit
des Spieles gewinnen, die man in Bayreuth erwarten darf.
Auch Hr. Frauscher aus Bremen genügte noch nicht den
^gesteigerten Anforderungen der Festspiele. Seine ganze Art
ist noch zu unsicher, vor Allem der Ansatz, der durch den
Hang zum Tremoliren getrübt wird ; auch die Aussprache be-
darf energischer Nachhilfe, — Sänger, denen man kein Wort
versteht, wie Frl. Mulder und Hr. Frauscher, gehören eben
nicht nach Bayreuth. Besser gerieth dem Sänger des Pogner
die schauspielerische Seite seiner Aufgabe, da ihm hier seine
schöne stattliche Erscheinung bedeutende Nachhilfe leistete.
Sehr gut gelang der Versuch, den Walther Stolzing einem
jungen, noch wenig routinirten, aber desto begabteren Sänger
anzuvertrauen. Hr. Anthes brin^ prächtiges stimmliches Ma-
terial in guter, wenn auch lange nicht vollendeter Schulung und
eine jugendlich frische Erscheinung mit und weiss diese Vor-
züge fesselnd zur Geltung zu bringen. In den lyrischen Ab-
schnitten leistet Hr. Anthes nahezu Meisterhaftes, so im ersten
Lied „Am stillen Heerd** tmd im Preisgesang: manchmal
reicht die Stimme nicht ganz aus, um in den Ensembles zu
dominiren, aber Hr. Anthes forcirt auch seine Stimme nicht
und hütet sich überhaupt mit feinem künstlerischen Sinn vor
allem Gewaltsamen. Jedenfalls darf man gerade auf seine
Entwicklung die weitestgehenden Hoffnungen setzen, deren
Erfüllung der Welt noch manche Ueberraschung bereiten wird.
Auf Nebe's Beckmesser war man am meisten gespannt, weil
die Geschichte von Ernst Müller's Entfernung sich im Publicum
rasch verbreitet hatte. Nebe ist ein Nachahmer des genialen
Friedrichs; ohne ins Schablonenhs^Pte zu verfallen, h&Lt er an
den von seinem Vorgänger errungenen Vorzügen fest. Man
war Friedrichs diese Anerkennung schuldig, und Hm. Nebe
gereicht es von Vornherein zum Lobe, seine eigenartige Be-
gabung nicht eigenmächtig und entgegen einmal errungener
Stileigenthümlichkeiten zur Geltung gebracht zu haben. Hr.
Nebe charakterisirt sehr scharf, seine Aussprache ist tadellos,
die eigenthümliche Färbung der Stimme erregte gleich beim
ersten Tone Interesse. In den Solostellen sang Nebe nicht
so viel wie Friedrichs, sondern blieb seiner anfitnglichen Auf-
fassung treu. Alles in Allem bot der Künstler ein treues
Charakterbild des in seinem niedrigen Sinne so lächerlichen
Merkers, ein Bild, das sich würdig den besten Bayreuther Er-
rungenschaften anreiht. DieMagdalene und der iDavid (Frau
Staudigl und Hr. Hof müller) e^ehörten auch in diesem Jahre
zu den leuchtenden Vorzügen der hiesigen „Meistersinger** -
Aufführung. Schwer wird mirs auszusprechen, dass sich das
Or^n des ehemaligen Meistersängers Eugen Gura kaum
mehr den Anforderungen der Sachs- Partie fügt. Der schon
früher auffallend nasale Klang des Organs ist jetzt zur Manier
geworden und wird ein imbesiegbares Hindemiss für die
&üher so glänzende Charakterisirungskunst des Sängers. Es
gibt kaum eine andere Partie, welche so reich ist an Stimmun-
gen, wie die Sachs-Partie, — ein monotoner EQang der Stimme
muss von Vornherein ^efllhrlich werden. Und so liegt der Fall
Gura leider jetzt, — die wunderbaren Stimmungswechsel wer-
den kaum bemerkt, und keine noch so hoch stehende schau-
spielerische Kunst kann über diese Klippe hinweghelfen.
Uerade die frühere Grösse Gura's fordert dieses ehrliche Urtheil
heraus, an einem so hochgebildeten Sänger kann man sich
nicht mit leeren Höflichkeitsphrasen vorüberwinden. Berau-
schend schön war die Orchesterleistung und ihre Gestaltung,
eine Meisterstreich Mottl*s, in dessen Händen diesmal das
Geschick dreier grossen Werke ruht. Wer das Bayreuther
„Meistersinger** -Orchester einmal hörte, vergisst es nie, im 2.
und 3. Aufzuge kamen Schönheiten zum Vorschein, die selbst
dem Meister nur im Traume vorgeschwebt haben mögen, —
es ist einzig unvergleichlich! Auch die Inscenirung verdient
hohes Lob, und wiederum hat es sich gezeigt, welch feste
Stütze Frau Wagner in der reichen Emhrung ihres Ober-
regisseurs Hm. Fuchs aus München findet.
M. Krause.
398
Carlsruhe, Juli 1892.
(Fortsetzung.)
Der unter Leitung des Hrn. Hof kirchenmusikdirector Max
Brauer stehende Caecilien-Verein, der in den Gesangs-
kräflen des unter der nämlichen Direction heündiichen Kirchen-
chores eine sehr zuverlässige Stütze hesitzt, im Uebrigen aber
fleich dem vorbesprochenen Vereine unter einer allzu geringen
letheiligung stimmbegabter Personen aus den Dilettanten-
kreisen der Stadt zu leiden hat, gab seine beiden noch aus-
stehenden Concerte am 23. Februar und am 5. April und
brachte im Ersteren den „Weihnachtsgesang" von F. Kiel,
drei Deutsche Volkslieder von Brahms, Motette für Frauen-
chor von Mendelssohn und das „Magnificat" von Durante,
im zweiten Concerte aber ausschliesslich Compositionen von
Schumann zu Gehör. Die künstlerischen Qualitätendes Vereins-
dirigenten bürgen dafür, dass auch im (^ecilien- Verein ernst
und gewissenhaft gearbeitet wird, und ist es daher umsomehr
zu bedauern, dass oftmals recht auffällige Mängel der Into-
nation und der Aussprache, sowie die Ausserachtiassung einer
feineren dynamischen Nuancirnng die Wirkung der Vereins-
vorträge nicht unwesentlich beeinträchtigen. So wurde
im ersterwähnten Concerte gegenüber der wirklich sehr schö-
nen Wiedergabe der Brahms'schen Chorgesänge die Ausfüh-
rung des Durante'schen „Magnificat" thatsächlich zu einem
recht „unzulänglichen Ereigniss". Einer ganz besonderen Be-
rücksichtigung von Seiten des Caecilien- Vereins hat sich Rob.
Schumann zu erfreuen, von dessen Compositionen der Verein
binnen Jahresfrist „Das Paradies und die Peri", „Zigeuner-
leben", verschiedene Lieder und das Ciavierquartett — Werke,
die Jedermann von Zeit zu Zeit gewiss von Herzen gern hört
und in diesem Falle noch lieber gehört haben würde, wenn
denselben eine etwas feinere Ausführung zu Theil geworden
wäre — , aber auch das zumal nach der in einem früheren
Concerte vorausgegangenen Ausführung von „Das Paradies
und die Peri" in seiner mehr äusserlichen und decorativen
Art ziemlich unerfreuliche Märchen „Der Rose Pilgerfahrt",
sowie die Ciavier- Violin.sonate in Amoll und die „Märchen-
erzählungen" für Ciavier, Clarinette und Bratsche — Beides
Compositionen, welche vorwiegend den Biographen und den
Psychiater, den Musiker aber nur äusserst wenig interessiren
können — zu Gehör gebracht hat. Der wahre Naturfreund
schaut mit tieiinnerster Begeisterung zur leuchtenden Sonne
au^ ohne sich auf ihre Fleäen zu besinnen oder gar Andere
auf dieselben aufmerksam zu machen, und wie alle dem Edlen
und Grossen nacheifernden Seelen schon heute mit schmerz-
vollem Verschweigen seiner letzten trüben Lebenstage in König
Ludwig n. von Bayern nur noch den hochherzigen Idealisten,
den ersten Bannerschwinger des Deutschen Reiches und den
enthusiastischen Förderer deutscher Kunst und im Reichs-
kanzler Fürsten Bismarck, unbeirrt durch alle trüben Nieder-
schläge gegenwärtiger Verstimmungen, den sieghaftesten Rea«
listen, den wägenden und wagenden Erringer der nationalen
Einheit lieben und verehren, so sollten auch unsere Kunst-
Hüter über die letzte leidenverstörte Epoche aus dem Leben
und Schaffen Schumann's schonend hinweggehen und sich durch
eine wahrlich übel angebrachte Pietät — häufig vielleicht
auch durch Opposition gegen ihnen missliebiges Neue — nicht
verleiten lassen, Werke vorzuführen, die das Publicum statt
des hellen Mondenglanzes der früheren Tonsprache Schumann^s
nur eine in einzelnen Fällen partiale („Der Rose Pilgerfahrt"
und die D moU-Sonate) — in anderen Fällen („Märchenerzäh-
lungen") totale Mondnnsterniss gewahren lassen. Man soll
den sinnig-deutschen und tief-gemüthvollen Schumann, dessen
gerechte Würdigung lange Jahrzehente hindurch bei dem
Widerstreit zwischen einer fanatischen Ueberschätzung und
einer empörenden Geringschätzung weiteren Kreisen fast un-
möglich gemacht worden war, nunmehr, da die Leidenschaft-
lichkeit hüben und drüben etwas ausgetobt hat, dem deutschen
Publicum in seiner ganzen zärtlichen Anmuth zum Verständ-
niss bringen, — nicht aber ihn dem Volke entfremden, wie
das durcn Vorführung seiner letzten Werke nur allzuleicht
geschehen kann. Ich glaube, dass alle Diejenigen, denen es
um die rechte Hochsch^tzung Schumann's und nicht um das
eigensinnige Hochhalten eines oppositionellen Principes zu
thun ist, meinen vorstehenden Erwägungen mit Wort und
Tbat bereits zugestimmt haben und auch femer zustimmen
werden.
Eine in unserer Zeit wahrhaft selten gewordene Concert-
nummer bildete im Programme des Ersten der beiden vor-
erwähnten Concerte der sehr hübsche Vortrag eines Weber^-
schen Concertstückes für Clarinette von Seiten des Hrn. Hof-
musikers Klupp. Ein lebhafteres Literesse für die Erlernung
der Blase-Instrumente und zumal der Holzblase-Instrumente,
sowie ftir die Gewinnung einer vollen Meisterschaft in der
Behandlung derselben könnte am vorzüglichsten wiederge*
weckt werden, wenn Flöte, Clarinette, Onoe und selbst das
Fagott, für das sogar ein Mozart Concerte geschrieben hat,
sich auch wieder hier und da einmal abseits von der geräusch-
vollen Heerstrasse des Orchesters als Solo-Instrumente hören
lassen dürften. Jedenfalls würde die Wiederaufnahme dieser
alten, guten Sitte, gegen deren frühere Ausartungen — zumal
das einseitige Verhätscheln der Flöte — ich mich wohl kaum
auszusprechen brauche, manche hübsche Abwechselung in die
Vereinsconcerte bringen und dabei fordernd auf die vortra-
genden Instrurr.entalisten selbst wie auf das allgemeine Musik-
verständniss der Hörenden einwirken. Zu erwähnen wäre
noch, dass der Dirigent des Caecilien- Vereins bei den „Märchen-
erzählungen" und dem Quartett von Schumann selbst die
Bratschenstimme gespielt hat, während der Ciavierpart des
letzteren Werkes in recht anerkennenswerther Weise von
einer sehr begabten Schülerin des hiesigen Conservatoriums,
welcher bereits in dem voraufgegangenen Concerte für ihre
hübschen Solovorträge kleinerer Stücke von V. Lachner, Schu-
mann und Henselt sehr aufmunternder Beifall zu Theil ge-
worden war, wiedergegeben wurde.
Der Verein für evangelische Kirchenmusik hat
am Palmsonntag in der evangelischen Stadtkirche ein Concert
unter Mitwirkung einiger hiesigen künstlerisch ausgebildeten
Gesangsdilettanten, einiger Homiusiker, sowie des ¥t\. Frieda
Zimmer aus Frankfurt a. M. und des Orgelvirtuosen Hm.
C. L. Werner, dessen Vorträge grossen Beifall fanden, ge-
geben. Die Ausführung sämmtlicher Chöre ist eine recht
lobenswerthe gewesen, und allgemeine Bewunderung haben
die vornehm schönen Gesangvorträge des Frl. Anna Hei hing
(Sopran), einer Schülerin des Hrn. Kammersängers Hauser,
erregt. --Der Katholische Kirchenmusik-Verein führte
unter Mitwirkung vieler hiesigen Musikfreunde und der Leib-
Grenadiercapelle am Charfreitage im grossen Saale der Fest-
halle „Die Fassion unseres Herrn Jesu Christi" in Verbindung
mit lebenden Bildern nach den Worten der heil. Schrift für
Soli, Chor und Orchester von Fideüs Müller auf, und soll die
würdevolle Schlichtheit der Composition, sowie die Schönheit
der von Hm. Bildhauer J. Baumeister gestellten lebenden
Bilder einen tiefergreifenden Eindruck hervorgerufen haben.
Eigene Concerte haben in diesem halben Jahre nur Hr.
Coicertsänger Adolf Römhil dt von hier im Verein mit Frau
Julia Uzieili aus Frankfurt a. M. und das Ehepaar Louis
und Susanne R6e gegeben. In ersterem Concert sangen Hr.
Römhildt und seine Partnerin, von Hrn. Hofopemdireotor
Mottl prächtig begleitet, Schubert's ganze „Winterreise",
und wenn Hr. Römhildt diesmal durch eine sehr ausdrucks-
volle und zumeist klangschöne Wiedergabe des auf ihn ent-
fallenden Liederantheils einen vollen und wohlverdienten Er-
folg zu erringen vermochte, so eroberte Frau Uzieili, welcher
eine wirklich schöne und dabei ausserge wohnlich gut geschulte
Stimme, sowie ein wahrhaft schönbeseelter Vortrag eigen sind,
die Herzen unseres Publicums im Fluge und dürfte bei einer
hoffentlich in Aussicht stehenden Wiederkehr nach Carlsruhe
der freudigsten Au&ahme gewiss sein. Hrn. Römhildt ist
man jedenfalls dafür Dank schuldig, dass er, über billigere
Erfolge hinwegsehend, seinen Stolz darin sucht, ernste und
hohe Kunstschöpfungen dem hiesigen Publicum unzerstückelt
vorzuführen, und oass er solcherweise seinem vorjährigen
Vortrage der „Schönen Mtkllerin" in diesem Jahre die „Winter-
reise" folgen liess — Das Ehepaar R6e, welches bekanntlich
das Zusammenspiel auf zwei Ciavieren als Specialität cultivirt,
fand auch hier eine recht freundliche Aufnahme und beson-
ders reichen Beifall für die schöne und wirkungsvolle Wie-
dergabe der Brahms'schen Variationen über ein Haydn'sches
Thema und der „Don Juan" -Phantasie von Liszt. An den
von Hm. Ree selbst besorgten zweiclavierigen und etwas
allzufreien Uebertragungen verschiedener Compositionen von
Schubert, Weber und Mendelssohn fand die Kritik mit
vollem Rechte Mancherlei auszusetzen.
In der Zeit vom 1 8. Juni bis zum 6. Juli fanden die acht
öffentlichen Schlussprüfungen des hiesigen Conserva-
toriums vor einem sehr zahlreichen Zuhörerkreise im grossen
Saale des Museums statt, und haben namentlich die beiden
ersten den Oberclassen zugewiesenen Vorspiele, bei denen
Clavierconcertsätze von Mozart, Beethoven, Weber, Hummel
399
Meüdelssolin, Hiller, Mosoheles, Henselt und Chopin und
Violin- und Yioloncellconcerte von Mozart, Viotti, B&iot und
de Swert in zumeist sehr rUhmenswerther Weise vorgetragen
wurden, sowie eine dem höheren Ensemhlespiel gewidmete
Pröfune und der Vortrag Haydn'scher Svmphoniesätze durch
die Orcnesterclasse des Instituts den volfgiltiffsten Beweis für
die ernste künstlerische Tüchtigkeit, mit welcner am hiesigen
Conservatorium die Tonkunst gelehrt und gepflegt wird, er-
bracht. Auch die G^sangsclassen waren mit mancher befrie-
digenden Leistung vertreten^ und die letzten drei Vorspiele
der Vorbereitungsclassen, bei denen die Kleinen und die ff anz
Kleinen zum Wort kamen, boten ebensosehr eine ergötzliche
Au^nweide, als einen zum Theil sogar durch das Durch-
schimmern besonderer Veranlagungen recht erfreulichen Ohren-
schmaus. Der Director des Instituts, Hr. Professor Heinrich
Orden stein, sowie das Lehrercolle^Qm der im verflossenen
Schuljahre von nahe an 400 Zöglingen besuchten Anstalt
dürfen mit dem frohen Gefühl, dass das Publicum ihrer treuen
und gewissenhaften Pflichterfüllung den lebhaftesten Beifall
gespendet hat, nunmehr die ihnen so wohl zu gönnende Ferien-
zeit antreten.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Dresden. Am 2. Juni fand hier die Premiere von Mas-
cagni's „Freund Fritz**, am 4. die erste Wiederholung des
Werkes statt. Da die Leser des „Musikalischen Woäen-
blattes** erst in den jüngsten Nummern eingehende Bespre-
chungen dieses „lyrischen Lustspieles** — wie es von den
Autoren benannt worden ist — gefmiden haben, deren Inhalt
ich mich in voUem Umfange anschliesse, so kann und muss
ich mich wohl heute kurz fassen und will nur nochmals das
Kesumö sehen, dass einerseits die Wahl des Stoffes mit Hin-
sicht aui Mascagni's Eigenart als verfehlt betrachtet werden
muss, andererseits aber in der musikalischen Diction gegen
die „öavalleria** ein Fortschritt, ein Zug ins Feinere consta-
tirt werden kann. Die bedeutendsten Nummern sind ent-
schieden das sogenannte Bibelduett (Andante religiöse, Q-dur,
'^/«-Takt), das Kirschenduett (Andante sostenuto, Aaur,%-Takt)
und das Intermezzo (Dmoll); das Erstere muss als ein geniales
Stück Musik bezeichnet werden, der Choral (zuerst von den
Blechbläsern vorgetra^n), auf dem das Gkmze aufgebaut ist,
ist einfach und natürlich erfunden — dies Letztere ist gerade
in „Freund Fritz** ein sonst nicht oft zu constatirender Vor-
zug — ; einen ganz entzückenden Eindruck muss das Kirschen-
duett bei entsprechender Ausführung machen (inwiefern dieses
in Dresden zu wünschen übrig Hess, soll weiter unten be-
leuchtet werden), und das Intermezzo gehört entschieden zu
dem Besten, was Mascagni überhaupt bis jetzt geschrieben
hat. Neben diesen nicht zu verkennenden Vorzügen hat
„Freund Fritz** der Nachtheile recht viele. Gleich das Vor-
spiel, zu dessen Anfang SVs Takte lang nur Sextaccorde, die
durch sich fortwährend wiederholende Querstände nicht schö-
ner werden, in ein beinahe kindlich zu nennendes Walzer-
thema überfuhren, wirkt recht unerquicklich, doch würde man
sich das schliesslich noch gefallen lassen, wenn sich Mas-
cagni im Verlauf des Stückes Das, was die „Cavalleria** gross
gemacht hat, gewahrt hätte: den fortreissenden Zug und den
ununterbrochenen Fluss in der Musik; aber Beides fehlt, es
ist im Gegentheil AUes so zerrissen und so gesucht und un-
natürlich, dass man, ausser in den vorhin erwähnten Oasen,
eigentlich nie recht froh wird. — Soviel noch über das Werk
im Allgemeinen. Die Aufführung in Dresden war von
Hrn. G^neralmusikdirector Sc buch mit gewohnter Sorg£ilt
und Hingabe vorbereitet worden, schade, dass sie unter der
nicht vollständig genügenden Besetzung zweier Hauptrollen
— der Susel und des Fritz — litt. Die Stimme der Frau
Schuch (Susel) reicht zu dieser und ähnlichen Partien heute
nicht mehr aus, — diese Thatsache zu constatiren, kann sich
eine gerechte Kritik nicht versagen. Mit der grossen Qe-
sangskunst, diese können Frau Schuch die Jahre natürlich
nicht rauben, ist es eben allein nicht gethan, — man verlangt
auch Gesang! Leider hatte nun auch Frau Schuch — und das
wonderte uns sehr — die Partie schauspielerisch ver-
friffen, denn was sie darstellte, war kein Schwarzwälder Natur-
ind, sondern eine gewiegte Kokette : so wie sie bei Hanczo's
Worten „Ein Taiisendschön** lächelt allenfalls die Bosine ihrem
Almaviva oder Frau Fluth dem Falstaff zu, aber nicht die
unschuldige Susel, das unwissende Kind des Landes. Aehn-
lioh, wie Frau Schuch, störte theilweise auch Hr. Anthes
(Fritz) die Illusionen: denn wenn er zumeist auch sehr schön
sang, so traf er doch im Spiel nur selten das Richtige und
war für die Partie viel zu ungelenk und hölzern: so darf
diese persona gratissima bei Jung und Alt, dieser Helfer der
Armen, der in seinem Dorfe wie ein kleiner König gefeiert
wird, nicht aussehen, — man verlangt eine sympathische Er-
scheinung und liebenswürdiges Wesen. Das waren dieSchatten-
seiten der Dresdener Aufführung. Im Uebrigen kann man nur
das Beste berichten. Der David fand m Hrn. Scheide-
mantel einen mustergiltigen Vertreter (seine wunderbaren
stimmlichen Mittel konnte der ausgezeichnete Künstler infolge
der fortwährenden Becitative nicht entfalten), die Partie des
Joseph kann man sich kaum besser dargestellt und gesungen
denken, als von Frl. von Chavanne, die kleineren RoUen
waren sämmtlich in den besten Händen. Das Orchester
spielte muster^tig und zeichnete sich am meisten durch die
geradezu hinreissende Wiedergabe des Intermezzos, das wieder-
olt werden musste, aus. Erwähnt sei noch die viiiniose Aus-
führung des Violinsolos im l. Act durch Hm. Concertmeister
Petri. Das Publicum nahm das Werk dankbar auf; dass
von einem Interesse wie an der „CavaUeria** nicht die Rede
sein kann, bewies schon der Umstand, dass sich bei der
zweiten Aufführung am 4. Juni bereits einige klaffende
Lücken im Zuschauerraum zeigten. F. B. Pfau.
Greifswald, im Juli. Als das hervorragendste und inter-
essanteste musikalische Ereigniss der letzten drei Jahre, wäh-
rend welcher das „Musikali^he Wochenblatt** keine Berichte
aus unserer Stadt brachte, hat zweifellos das auf Anregung
und unter Leitung des Musikdirectors Hrn. Drönewolfim
Februar 1889 vom Akademischen Gesangverein „Guilelmia**
veranstaltete Wagner-Concert zu gelten, das aber zu weit
zurückliegt, als dass wir es wagen dünten, die w. Leser dieses
Blattes noch mit einem Bericht über dasselbe zu behelligen,
so glänzend derselbe auch für die Ausführenden und den
Dirigenten Hm. Musikdirector Drönewolf ausfallen müsste.
Der Greifswalder Singverein (gemischter Chor), des-
sen üebungszeit, wie hier beiläufig bemerkt sei, infolge der einen
grossen Theil des Jahres in Anspruch nehmenden Studenten-
ferien (während deren es dann am Männerchor fehlt) leidei
eine sehr beschränkte ist, brachte in den letzten Jahren neben
mehreren kleineren Aufführungen am Glavier drei grössere
unter Zuziehung von Orchester (die hiesige, durch tüchtige
Dilettanten verstärkte StadtcapeUe) und auswärtigen Solisten
veranstaltete Conoerte, in denen „Samson** von ^Lndel, „Die
Jahreszeiten** von Haydn, „Die Flucht der heiligen Familie**
von Bruch, Grieg's „Vor der Klosterpforte ** und „Die schöne
Melusine** von H. Hof mann zur Aufführung gelangten. Trotz
der im Verhältniss zu anderen gleich grossen Städten ziem-
lich geringen Mit^liederzahl des Vereins und zahlreicher
anderweitigen Schwierigkeiten erfuhren die Chöre in den oben-
genannten Werken unter Musikdirector DrönewolPs Leitung
überall eine zug- und schwungvolle, präcise und fein nuan-
cirte Wiedergabe. Von den SoBsten zeichnete sich im „Sam-
son** vor allen Anderen Ihre vortreffliche Landsmännin Frau
Metzler-Löwy aus, während in den „Jahreszeiten**, in
Grieg's herrlichem „Vor der Klosterpforte** und in der „Schö-
nen Melusine** Frl. Reimann aus Berlin durch ihre in
stimmlicher und gesan^chnischer Hinsicht, wie nach Seite
der geistigen Durchdrm^ng ihrer Aufgaben gleich vollen-
deten Leistungen ihrem im Wagner-Concert hier errungenen
grossen Erfolge neue und wohlverdiente Lorbeeren hinzufügte.
Leider wurde der Gesammteindruck des nicht gerade tief-
gehenden, aber doch sehr liebenswürdi^n Hotmann'schen
Werkes durch die völlig unzulängliche Wiedergabe der Partie
des Raimund durch einen noch ganz unfertigen Sänger aus
Berlin stark beeinträchtigt. — Als besonders bemerkens-
werth, was die Thätigkeit des Singvereins anlangt, wäre dann
noch eines im vorigen Sommer stattgehabten und in allen
seinen Theilen ganz besonders gut gelungenen Kirchencon-
certes zu erwähnen, dessen Hauptnummem der mächtige
Choral „Was helfen uns die schweren Sorgen*^ mit derFigu-
ration „Sei nun wieder zufrieden** aus Baches grossartiger
Cantate „Ich hatte vielBekümmemiss**, drei Preussische Fest-
lieder von Eccard und A. Becker's wundervoller „Geistlicher
Dialog** — jedenfalls Eine der kostbarsten Perlen der neueren
deutschen Kirchenmusik— bildeten. Besonders letzteres Stück,
auf dessen Studium Musikdirector Drönewolf die allerpein-
lichste und liebevollste Sorgfalt verwandt, wurde .in nanezu
vollendeter Weise zu G^hör gebracht und hinterÜess bei den
400
Zuhörern einen ebenso tief ergreifenden wie nachhaltigen
Eindruck.
Der akademische Gesangverein „Guilelmia" brachte seit
dem grossen Wagner-Goncert in seinen theils öffentlichen,
theils vor einem geladenen Zuhörerkreise stattgehabten Auf-
führungen, deren in der Regel alljährlich zwei stattfinden,
an grösseren und neueren Compositionen u. A.: ,,Das Grab
im Busento" von F. Gernsheim, „Schottlands Thrftnen" und
„Lied der Städte" von Bruch, „Hildebrands Lied" von Jensen,
-Waldmorgen" von R. Becker, „Landkennung" von Grieg etc.
Ausserdem wurden noch eine Reihe von a capella-Männer-
chören von Mendelssohn, Marschner, Dürmer, v. Perfall, Bö-
nicke etc., sowie, um die nöthige Abwechselung in die Pro-
gramme zu bringen, auch mehrere Instrumentalsoli (ftirVio-
une, Violoncell etc.) zu Gehör gebracht. Sämmtliche Chor-
leistungen liessen an Präcision, Bchwung und gut nuancirtem
Vortrag kaum Etwas zu wünschen übrig, und wenn dieselben,
was Stimmklang und gesangliches Können anlangt, auch nicht
alle auf gleicher Stu^ standen — ein ümoband, der bei dem
fast in jedem Semester stark wechselnden und keineswegs
zahlreichen Mitgliederbestande des Vereins kaum zu vermei-
den sein dürfte, — so legten sie doch jedenfalls überall Zeug-
niss ab von dem regen Eifer und der opferwilligen Hingabe
des Dirigenten sowohl, wie der jugendlich frischen Sänger-
schaar an die Sache.
Mein Rückblick würde eine den Kennern hiesiger Ver-
hältnisse mit Recht auffallende Lücke zeigen, wollte ich nicht
mit einigen Worten noch der Wirksamkeit des hiesigen
Goncertvereins erwähnen, eines Vereins, der allwinteruch
vier Concerte veranstaltet und es sich vorwiegend zur Auf-
gabe gemacht hat, nur lediglich auswärtige, mehr oder
weniger renommirte (in ihren Leistungen Ihnen und Ihren
Lesern daher meist wohl auch bekannte) Solokräfte dem
hiesigen Publicum vorzuführen. Ob diese nach dem IJrtheil
einsichtiger hiesiger Kunstfreunde etwas einseitig vertretene
und ver&lgte Tendenz gerade der „Kunst" als solcher zu gute
kommt und förderlich ist, möchte zu bezweifeln sein. That-
sache ist, dass man in diese Concerte geht, nicht um Musik,
d. h. dieses oder jenes Werk von Beethoven, Brahms etc.,
sondern um Hm. X. aus L. snielen oder Frl. Z. aus B. sin-
gen zu hören, und dass die Programme nur. zu oft offenbar
mehr auf die Urheberschaft der „berühmten" Berliner Ge-
schäftsfirma mit der Telegrammadresse „Musikwolff — der
vornehmsten „Bezugsquelle" des Vereins — . als auf eine nach
wirklich künstlerischen Principien feinfünlig ordnende und
wählende Hand deuten. Immerhin bleibt dankbar anzuer-
kennen, dass besagter Verein Gelegenheit bietet, Künstlern
und Künstlerinnen, wie den Damen Carreno und Joachim
und den HH. Eugen d'Albert und Gura hier am einsam
entlegenen Ostseestrande zu begegnen.
Die letzte Aufführung des Singvereins (dessen Männer-
chor von den Mitgliedern der „Guüelmia" gebUdet wird) fand
am 18. Juni statt und bot nur zwei Programmnummem: das
Septett von Beethoven (selbstverständlicn in seiner Original-
gestalt) und „Der Rose Pilgerfahrt" von Schumann. Das nie
veraltende, unverwüstlich jugendfnsche Beethoven'sche Sep-
tett, das übrigens dem weitaus grössten Theil des hiesigen
Publicums völlig fremd war, wurde unter Leitung des Hrn.
Musikdirector Drönewolf von kunstsinnigen Dilettanten im
Verein mit Mitgliedern der hiesigen Stadtcapelle (von welch
Letzteren besonders der Hornist und Clarinettist durch ganz
vortreffliche Leistungen sich hervorthaten) zu Gehör gebracht,
und zwar in einer Weise, die sowohl von fieissigstem und.
fewissenhaftestem Studium, wie von feinsinnigster, dem Beet-
oven'schen Genius bis in die unscheinbarsten, aber doch
immer so wesentlichen Details hinein gerechtwerdender Auf-
fassung seitens des Dirigenten beredtes Zeugniss ablegte.
In dem Schumann'schen Werke lernten wir als Vertreterin
der Haupt- und Titelpartie eine junge Leipziger Sängerin,
FrL Susanne Stade, kennen, eine Schülerin von Frau Imger-
Haupt. Frl. Stade verfügt über eine weiche, sympathische
und vortreff'lich geschulte Sopranstimme, die nach der Höhe
zu als besonders ausgibig und umfangreich sich erwies. Ton-
bildung, Intonation und Aussprache genügen auch den weitest-
gehenoen Ansprüchen. Ein nicht zu unterschätzender Vor-
zug der jun^n Künstlerin ist ferner grosse rhythmische
Sicherheit, wie überhaupt vollste Herrachaft über ihre Auf-
gabe in Bezag auf alles rein technisch Musikalische. Gelingt
es der jungen Dame, woran wohl nicht zu zweifeln ist, im wei-
teren Verlaufe ihrer Entwickelung, künftighin nach Seite der
seelischen Vertiefung und poetisch -innerlichen Erfassung des
gesanglich zu Gestaltenden hier und da noch etwas mehr zu
thun, so glauben wir, ihr eine schöne Zukunft und reiche
künstlerische Erfolge in AussicJit stellen zu können. Das
vorhandene Material ist, wie gesagt, vortrefflich , nur müssen
noch etwas mehr Herz und Seele hinein! — Die übrigen
Solopartien, sämmtlich mit Vereinsmitgliedem besetzt, lagen
ebenfalls in recht ^uten Händen (namentlich wurden die Par-
tie der Elfenkönigin und das schöne Altsolo „Im Wald ge-
lehnt am Stamme" von einer jungen Dilettantin durch zart
poetischen und innig beseelten Vortrag zu überraschend schö-
ner, wirkungsvollster Geltung gebracht), und die Chöre, von
Hm. Musikdirector Drönewoli(aer imConcert auch die Clavier-
begleitung ausführte) mit grösster Sorgfalt einstudirt, gingen
durchweg vortrefflich, sowohl was rhythmische Präsision und
Phrasiruug, wie Nuancirung des Vortrags anlangt.
Das Sommerfest des akademischen Gesansyereins „Gui-
lelmia" am l.Jnli nahm trotz der durch zufMlige umstände
verminderten Zahl der Ausföhrenden — der Verein zählt
überhaupt nur circa 26 Mitglieder — einen befriedigenden
Verlauf. Der männlich kraftvolle „Festgesang an die Künstler"
von Mendelssohn, das innig empnindene, von echter Waldes-
poesie erfüllte Herbeck'sche Stück „Zum Walde" mit Beglei-
tung von vier Hömeen und a capeUa-Chöre von Silcher, B^er-
mann, Petschke und Dürmer erfuhren bis auf einige hier und
da sich bemerkbar machende Intonationsschwankungen eine
ezacte, sichere, durch entsprechende dynamische Schattirungen
wohlthuend belebte Wiedergabe. Die Klänee des jugendlichen
Männerchors wurden in angenehmster Weise unterbrochen
durch Ghesang Vorträge des Frl. Stade, die wir auch in diesem
Concert wieder zu b^rüssen die Freude hatten. Sie sang die
Cavatine aus dem „Freischütz" und Lieder von Schumann,
Franz und Hofinann. Die gebotenen Leistungen konnten das
oben über die junge Sängerin Gesi^p^ nur betätigen. In der
Weber*schen Oavatine trat die Neiffung, auf Kosten der Ge-
schlossenheit der musikalischen Phrase „schönen Ton** zu
bilden und zu entwickeln, hier und da vielleicht etwas zu
merkbar hervor, und Schumann*s „Widmung", wie auch
Franz' „Er ist gekommen" hätten nach unserem Gefühl um
eine Nuance feuri^r und leidenschaftlicher gesungen werden
können. Vortrefflich in jeder Beziehung gelangen Schumann's
„Lotosblume" und „loh wandere nicht", sowie aas entzückende
Franz'sche Lied ^ Durch säuselnde Bäume". Mit lebhaftestem
und reichstem BeifSsdl vom Publicum belohnt, wurde Frl. Stade
zu einer Zugabe genöthigt^ als welche sie das Franz^sche
„Musst nicht allein im freien" spendete.
Alles in Allem genommen: die beiden Vereine, der Greifs-
walder Singverein und der akademische Gesangverein „Gui-
lelmia", können mit vollster G^nug^uung und BeMedignng
auf die in diesen beiden letzten (%ncerten errungenen schö-
nen Erfolge zurückblicken. M. B.
Conoertumsohau.
Apolda. Conc. des Erfurter G^esangver. (Sieffarth) am
3. Juli: Männerchöre v. J. Schondorf („Grass dem Kaiser"),
G. Schreck (-Wo ist Gott"), EngelsbergLAnnabellLee"),
F. Hegar („Todtenvolk"), 0. Goepfart («Des Stemwirths
Töohterlein"), F.M. Böhme („Herzdrücken"), H.Bosenmey er
(Volkslied), Silcher, I. Machan ek (JLacrimae Christi") und
W. Köhler („Orakel"), Soloquint. „Beim Fensterin" v. Ko-
schat, Soloquartette v. F. Hesse ("„Mein Morgenstern") und
Ed. Hermes („Traum der Liebe"), sowie Altniederländ. und
Oberösterreich. Volkslied, bearbeit. ▼. Kremser.
Breslau. 9. u. 10. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.
(Riemenschneider): Symphonien v. Schubert (Cdur) u. Beet-
hoven (No. 4), Ouvertüren v. Gade („Hamlet"), Beethoven,
Litolff („Bobespierre") u. Lassen (üb. ein thüring. Volkslied),
vier Nummern a. der Suite „Aus aller Herren Länder" von
Moszkowski, Concert f. vier Waldhörner v. Hübler (HH.
Vogel, Schubert, Boss u. Barrasch), Clar.-Conc. v. Weber (Hr.
Wiedemann) etc. — 9. Wagner- Abend derselben Gap.: Eine
Faust-Ouvert., Vorspiele zu den „Meistersingern" u. „Lohen-
grin", „Waldweben" a. „Siegfried" u. A. m. v. Wagner.
Com. Volkssymphonieconcerte des städt. Orch.: No. 1
(Hollaender). 2. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Chera-
bini u. Gluck, Violinvorträge des Hm. Bar6a.Wien(l. Conc.
V. Bruch etc.). No. 2 (HoUaender). Cdur-Symph. v. Haydn,
svmph. Phant. -Ein Frtthlingsfest" v. F. Gotthelf, Ouvert.
Od. 124 V. Beethoven, BmoU-Clavierconc. v. Scharwenka
(Mr. Pauer). No. 8 (Hollaender). Hmoll-Symph. v. Schubert,
401
nZaaberflöten^'-OaTert. ▼. Mozart, Vorspiel u. Balletmusik a.
JBoabdil** y. Moszkowski, Solovortrftffe der Frau Craemer-
Scbleger a. Düsseldorf (Qes., Arie a. .«fosua^ v. Händel, ,,yon
ewi^r Liebe^ v. Brahms, „Ber Spielmann" v. Heuberger
u. ^Im Volkston" v. H. Schmidt) u. des Hm. Ketz (Hörn,
Concert v. Weber). No. 4 (Hollaender). Eine Proraetheus-
Symph. V. 0. Dorn, Ouvertüren v. Schumann („Genovefa") u.
Wagner („Tannhäuser"), Esdur-Olavierconc. v. Beethoven
(Hr. Dr. Neiteel). No. 5 (Prof. Dr. Wültoer). Odur-Symph.
V. Mozart, Ouvert., Scherzo u. Finale v. Schumann, Solovor-
trftfire der Frau Wolff-Dwillat (G^., Seren, v. B. Strauss etc.)
u. des Frl. Meyer (Clav., Gdur-Oonc. v. Beethoven). No. 6
(Hollaender). 8. Symph. ▼. Beethoven, Ouvert. zu ,^igaro'8
Hochzeit" v. Mozart, symph. Variat. f. Orch. v. F. Kessel,
Solovorträge der Frls. Skinner-Gordon (Ges., „Dichf theure
Halle" a. -Tannhäuser" v. Wagner efcc.) u. Scnwartz (VioL,
Gonc. V. Mendelssohn). No. 7 (Hollaender). AmoU-Symph.
▼. Mendelssohn, Ouvcurt. zum „Fliegenden Holländer" v. Wag-
ner, Solovorträfi^ der Frls. Zimdars a. Frankfurt a. M. (Ges.,
^eldeinsamkeit" v. Brahms, -Pastorale" v. Bizet etc.) u.
Feist (Clav., GmoU-Gonc v. Ed. Schutt). No. 8 (Hollaender).
2. Symph. v. Brahms, „Fidelio" -Ouvert. v. Beethoven, zwei
Sätze a. einer Nord. Suite v. E. Heuser, Violinvorträge des
Frl. Spiller (zwei Sätze a. dem 4. Gonc. v. Vieuxtemps, Ada-
gio V. Marsick u. Valse-Caprice v. Wieniawski).
fiisenaeh. Concert des Musikver. (Prof. Thureau) unter
Solist. Mitwirk, der Freifrau Grote a. Vacha (Ghas.) u. des Hm.
Hempel v. hier (Org.) am 6. Juli: Hymne f. Chor u. Orch. v,
H. Thureau, Psalm 49 f. Sopransolo, Chor, Orch. u. Org. v.
Mendelssohn, Soli f. Gea. v. Mendelssohn u. f. On^el v. Lux
(Phant., m. Posaunen), S.Bach (Omoll-Tocc.) u. £h ein ber-
ger (Conc).
Erlangen. Concert des Akad. Gesangver. (Oechsler) am
13. Juli: Qem. Chöre v. S. Bach, Lotti, M. Hauptmann und
J. Brahms („Wie lieblic]i sind deine Wohnungen" aus dem
Deutschen Bequiem), Motette f. Frauenchor, l%li und Orgel
Op. 39 V. Mendelssohn, Solovorträ|;e der Frau Zucker (Ges.,
^Wenn der Herr ein Kreuze schickt" v. B. Bad ecke u. .In
den blauenden Morgen hinein" v. A. Becker) und der UH.
Oechsler (Org., Esmoll-Sonate v. Bheinberger u. Phant. u.
FugeinEmou v. J.G,.Herzog) n. Hofrath Dr. Hilger (Viol.,
Elegie v. Bheinberger).
GflStrow. 17. Mecklenburg. Sängerfest ont. Leit. des Hm.
Schondorf u. Solist. Mitwirk, des Hm. Severin a. Berlin (Ges.):
„Bienzi"-Ouvert. ▼. Wagner, Krönungsmarsch a. den „Fol'
kungem" v. Kretschmer, Männerchöre m. Orch. v. Beetho-
ven („Die Himmel rühmen"), Ejreutzer („Siegesbotschaft"),
Gernsheim („Salamis", m. Baritonsolo) und Bruch („Dem
Kaiser") u. a cap. v. F. Otto („Der Männergesang"), Mendels-
sohn, J. Schondorf („Loigny" u. Trompeterlied), Sucher,
A. Jürgens („Drauss ist Alles so prächtig"), Dregert
(„Soldatenbraut"), A. Naubert („Aus&nrt") u. H. Hof mann
(„Maienzeit"), Baritonsoli m. Orch. v. H. Hofmann (Lieder
des Troubadours u. „Maienzeit") u. B. Becker („Der Trom-
peter an der Katzbach").
Im Haag. Orgelconc. des Hm. S. de Lange am 26. Juli
m. Compositionen v. Händel-S. de Lange (Concert u. Marsch),
S. de Lange (6. Son.), S. Bach (Prael. u. Fuge in Gdur und
Bicercata) u. M. Brauer (Prael. u. Fuge).
Halle a. S. Conc. des Akad. Gesangver. (Beubke) am 6. Juli :
Männerchöre v. A. Becker („Schnitter Tod" u. »^^en und
Sonne", m. Clav.), F. Schubert („Nachtgesang im Walde" und
„Der Gondel&hrer", m. Clav.), B. Franz-Beubke („Ave
Maria") und Bheinberger (-Jung-Wemer" u. „Alt-Heidel-
berg"), Solovorträ^ des Frl. Polscher a. Leipzig ((ies.; „März-
schnee" V. Erbprinz Friedrich von Anhalt, Wiegenlied v.
H. Sommer. „Am Meer" v. A. F. Hill, „Ach wer das doch
könnte" v. W. Berger etc.) und des Hrai. Hammig v. eben-
daher (Violonc^ 9. u. 3. Satz a. dem Hmoll-Conc. v. Davi-
doff, Noct. V. Chopin-Klengel u. Tarantelle v. Popper).
Kissingen. symph.-Conc. der Curcapelle (Schreck) am
9. Juli: 8. Symph. v. Beethoven, „Parsifal"- Vorspiel v. V7ag-
ner, „Souvenir d'Amörique" f. Viol., comp. u. gesp. v. Hrn.
Ohliger.
Laibaeh. Sommerliedertafel der Philharm. G^esellschaft
am 18. Juli m. Männerchören v. Abt („Vineta"), Marschner,
Dürrner („Lebensre^l"), Mendelssohn, Kreutzer, B. Wein-
wurm (zwei Volkslieder) und F. W. Bern er („Studenten-
gruss").
Bad Reinerz. 7. u. 8. Symph.-Conc. des Curorchesters
(Loewenthal): Symphonien v. Mozart (GmoU) u. Beethoven
(No. 9), „Danse macabre" v. Saint-Saöns, „Sommemachts-
traum" -Ouvert. V. Mendelssohn^ „Lohengrin "- Vorspiel v. Wag-
ner, „Aufforderung zum Tanz** v. Weber-Berlioz, dolo vortrage
der HH. Knop (Viol., Conc. v. Beethoven) u. Beimann (Vio-
lonc, Bomanze v. Hamerik etc.). — 6. — 8. Kammermusik-
abend: Quint. Op. 5f5 v. J. Vogt, Streichquartette v. Haydn,
Dessoff (Fdur), Beethoven (Op. 18, No. 3) und Godard
(Ginoll) etc.
Rom. Conc. der Pianistin Frl. Mettler unt. Mitwirk, des
Hm. Prof. Sgambati: Variat. f. zwei Claviere v. Schumann,
Ciaviersoli v. Mendelssohn, Schubert, Chopin, Sgambati
(Studio da concerto) und Liszt („Consolation" u. 12. Ungar.
Bhaps.).
Seheveningen« 5. u. 6. Symph.-Conc. des Philharm. Orch.
(Herfurth) a. Berlin: Symphonien v. Beethoven (No. 3) und
Gade (No. 4), „Les Pr61udes" v. Liszt, Ouvertüren v. Brahms
(Akad. Fest-), Goldmark („Sakuntala"), Wagner („Tann-
häuser") u. A., „Danse des Sylphes" v. Berlioz, „Une Nuit
ä Lisbonne" v. Saint-Saöns, Variat. a. dem DmoU-Streich-
quart. v. Schubert, Violinvorträge der HH. Bleuer (Conc. v.
Mendelssohn) u. Eidering („Gesangsscene" v. Spohr).— Conc.
desselben Orch. am 86. Juli: „Eine Steppenskizze aus Mittel-
asien" V. Borodin, symph. Einleit. zu „Sigurd Slembe" von
Svendsen, „Pester (5arneval" v. Liszt etc.
Sondershausen. 7. u. 8. Lohconcert (Prof. Schröder):
Symphonien v. Haydn (Ddur), Beethoven (No. 8) u. Mozart
(Cdur), Ddur-Suite v. S. Bach, „Julinacht" v. G. Biemen-
schneider, Ouvertüren v. Gluck, Mozart u. Beethoven, Suite
„Sommerffthrt" f. Streichorch. v. H. Zöllner.
Sonneberg. Am 10. Juli Aufftihrung v. Mendelssohn's
„Elias" durch den Singver. (Hetzel) unt. sollst. Mitwirk, des
Frl. Kühn a. Eisenach, der Frau Funk-Schreiber a. Meiningen
u. der HH. Trautermann a. Leipzig u. Büttner a. OobuM;.
Utreeht« Orgelconc. des Hrn. S. de Lange a. dem Haag
am 19. Juli m. Compositionen v. Händel-S. de Lange (Conc),
Brahms (Asmoll-Fuge), Pachelbel (Ciaconne), S. de Lange
(Andante a. Op. 30, No. 1), Mendelssohn (3. Son.) u. S. Bach
(Tocc. u. Fuge in DmoU).
Villingen. Am 17. JuUAufföhr. v. Mendelssohn's „Pau-
lus" unt. Leit. des Hm. Häberle u. solist. Mitwirk, der Frau
Hoeck-Lechner a. Carlsruhe u. derHH. Amtsrichter Obkircher
n. Beha v. hier.
VeraheU Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ori und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Conoert.
Berlin. Frl. Marie Deppe, deren 1890er Gastspiel an
der KroU-Oper noch in angenehmer Erinnerung ist, wurde
vom 1. Oct. d. J. ab auf drei Jahre an die k. Oper engagirt.
Li der Kroll-Oper wird am 6. d. Mts. Hr. Emil Götze ein
längeres Gastspiel beginnen. — Frankfurt a. M. In unserer
Oper gastirt gegenwärtig mit Erfolg Frau Ende- Andriessen
aus Cöln. —New- York. Für die am 21. Nov. im Metropolitan
Opera House beginnende Italienische und Französische Sai-
son sind von den HH. Abbey und Grau die folgenden Künstler
gewonnen worden: die Damen Eames, Nordica, Fierens,
Leid, Bauermeister, Kisley, Calv6, Scalchi und
Guerda und die HH. J. de Beszkö, Fariol, Rinaldini,
Corel, Vignas, Lassalle, Edmondi, Carbone, Mar-
tapor. E. deBeszkö, Abramoff, Viviani, de Vaschetti
und Tanzini. Die HH. Anton Seidl und Bevignani
werden sich in die Direction theilen. Das Repertoire wird
von neueren Werken enthalten: „Le Cid", „Manon" und
-Werther" von Massenet, „Tannhäuser", „Lohengrin", „Die
Meistersinger" und den „Fliegenden Holländer" von Wagner,
„Otello" von Verdi, „Carmen" von Bizet, „Ascanio" von
Saint-Saöns, „Amico Fritz" und „Cavalleria rusticana" von
Mascagni und „Mefistofele" von Boito. — Paris. In der
Grossen Oper steht ein Gastspiel der Frau Sembrich bevor,
dem man bei dem grossen Ruf der Sängerin mit allgemeinem
Interesse entgegensieht. Frau Sembrich wird sich oei dieser
Gelegenheit auch als Mozart-Sängerin zeigen. — Wien. Das
Capellmeisteramt am Hofburgtheater, welchem zuletzt Hr.
Jul. Sulzer vorstand, ist neu durch Hm. Kessel, den seit-
herigen Orchesterdirigenten des Burgtheaters, besetzt worden.
Zu den gelungensten und besuchtesten Ausstellnngs-Concerten
zählte der Liederabend des Klagenfurter Männergesang-
vereins unter C. Weidt's vorzüglicher Leitung, an welchem
*og
die Zuhörer aus der begeisterten Stimmung gar nicht heraus
kamen i
kirohenmusiic.
Leipzig. Thomaskirche: 30. Juli. „Palmsonntagmorgen"
V. C. Reinecke. Danklied v. J. Eietz.
Musikalien- und BQohermarlct.
Eingetroffen:
Dinger, Hugo, Die geistige Ent Wickelung Richard Wagner *s.
Versuch einer Darstellung der Weltanschauung Richard
Wagner^s mit Rücksichtnahme auf deren Verhältniss zu
den philosophischen Richtungen der Junghegelianer und
Arthur Schopenhauer*s. Band I. Die Weltanschauung
Richard Wagner's in den Grundzügen ihrer Entwickelung.
(Leipzig, E. W. Fritzsch.)
Das Drama Richard Wagner's. Eine Anregung. (Leipziir.
Breitkopf & HärteL) -^ e> v
Meiück, Dr. Ernst, Üie sagenwissenschaftlichen Grundlagen
der Nibelungen-Dichtung Richard Wagner's. (Benin,
Emil Felber.j
Mey, Gurt, Der Meistergesang in Geschichte und Kunst.
Tabulatur-Erläuterungen zu R.Wagner's „Meistersingern
von Nürnberg". (Carlsruhe, Commissionsverlag von Th.
Ulrici.)
Pfohl, Ferd., Führer durch Richard Wagner's deutsche
Nationaloper „Die Meistersinger von Nürnberg". (Leip-
zig, Feodor Reinboth.)
Praeger, Ferdinand, Wagner, wie ich ihn kannte. (Leipzig,
Breitkopf & flftrtel.) v *- e»
Vemnisolrte Mittheilungen und Notizen.
* Während der Monate September und October wird im
Royal Aquarium in London eine der kirchlichen Musik ge-
widmete Ausstellung stattfinden. Alles was auf die Ge-
schichte der Liturgie der verschiedenen Religionsbekenntnisse
Bezug hat, wird dort seinen Platz finden, ausserdem werden
Orgelconcerte und Conferenzen über Chorgesang und ähnliche
Stofie abgehalten werden.
• Der Orpheus-Club in Philadelphia schreibt folgende
Preise aus: 200 Dollars für die Composition eines legenden-
haften, romantischen oder heroischen Textes mit Ciavier-
begleitung in der Dauer von 15 Minuten: 100 Doli, für eine
dergl. in der Daner von 10 Minuten und 50 Doli, für das
beste Liebes-, Trink-, Tanz- oder Volkslied ohne Begleitung
in der Dauer von drei bis fünf Minuten.
* Die Sociöt^ des grandes auditions musicales in Frank-
reich eröffnet eine Preisbewerbung^ deren Gegenstände
^in dramatisches Werk ernsten oder tragischen und ein Werk
leictitöil oder nhäHtastischen Stiles sind. Jedes in einem oder
zwei Acten, nicht über iVt Stünden dauernd. Librettist wie
Componist müssen Franzosen sdiu. Def Componist hat in
der Wahl des Stoffes freie Hand, gewünscht wird die neue
Form, d. h. dem Componisten Stent die Eintheilung iti Sceüen
frei. Im Jahre 1893 sollen die preisgekrönten Werke Antch.
die Gesellschaft aufgeführt werd!en.
* Das k. Musikinstitut in Florenz hatte einen Preis für
die Composition des Schlussgesanges aus „La Mort di Abele*'
von Metastasio ausgeschrieben. Den ersten Preis erhielt Hr.
V. Giuseppe Sestini aus Piacenza, während dieHH. Guglielmo
Zuelli aus Reggio d'Emilie und Terenziano Marusi aus
Parma „ehrenvolle Erwähnungen** sich erwarben.
* Die gymnastische Gesellschaft „Cristoforo Colombo** in
Genua hatte einen Preis für eine zur Columbus-Feier aufzu-
führende Composition ausgeschrieben. Von 36 eingesandten
Manuscripten wurde das des Hrn. Giuseppe Rota aus Triest
einstimmig mit dem ersten Preise, zwei andere wurden mit
Medaillen ausgezeichnet.
* Die französische Kammer hat nun endlich den Wieder«
aufbau der Komischen Oper nach dem von der Regierung
vorgelegten Plane beschlossen.
* Richard W agner *s „Meistersinger** sollen bestimmt
im Frühjahr n. J. in der Grossen Oper zu Paris in Scene
gehen. Für die Partie des Walther Stolzing ist Hr. van Dyck
gewonnen worden.
* Des jungen dänischen Componisten Enna Oper „Die
Hexe**, welche die Feuerprobe der Oeffentlichkeit bereits in
Copenhagen und Prag gut bestanden hat, erscheint demnächst
bei Friedrich Hofmeister in Leipzig im Druck.
* Der durch seine kirchlichen Compositionen auch in
weiteren Kreisen bekuint gewordene k. k. Hofcapellmeister
B. Ran dhar tinger in Wien beging am 27. Juli seinen
90. Geburtstag.
* Zu Rittern der französischen Ehrenlegion wurden
ernannt der Componist Hr. Paul Yöronge dela Nux, die
Militärmusikmeister HH. Jacques Meyer in Laval, Sövö-
n6ry in Saint-Cloud und Adolphe Schwartz in Orleans,
Eugöne Bertrand, Director der Pariser Grossen Oper, und
Charles Widor, Orgelprofeesor am Pariser Conservatorium.
Todtenllste. Cölestin T i n g r y , ehem. Director der Musik-
schule in Cambray und Componist grösserer Werke, f. 73 Jahre
alt, in Algar. — George Washburne Morgan, Componist
und Organist, f, 69 Jahre alt, in Tacoma ( Wash.).
Kritischer Anhang.
Gesangpädagogisches.
Besprochen von Moritz Vogel.
(Schluss.)
Der Yolksschulgesane;. Eine Anleitung für Seminaristen und
Lehrer zur ErtheiTung eines rationellen Gesangunterrichts
in der Volksschule von A. Grässner, k. Musikdirector und
Seminarlehrer in Weissenfeis. Quedlinburg, Verlag von
Chr. Friedr. Vieweg.
Das Buch hält, was der Titel verspricht. Es bietet an-
gehenden Lehrern eine Anleitung zur Betreibung des Volks-
schul-Gesangunterrichts, die ebenso verständig fJs praktisch,
ebenso gründlich als sachgemäss ist und darum nur mit
Freuden begrüsst werden kann. Der Verfa&ser empfiehlt für
die Unterstufe das ZiflFernsingen, und zwar unter gleichzeiti-
ger Benutzung der bildlich dargestellten Tonleiter, und in
aiesem Sinne kann sich Jedermann mit ihm einverstanden
erklären, während das Zahlensingen allein, als der Veranschau-
lichung entbehrend, wohl Gegner finden würde. Denn um
das „Anschaulichmachen" der Sache kann sichs für die Unter-
stufe doch nur handeln, nicht darum, alle Tonverhältnisse,
womöglich auch die rhythmischen, erschöpfend darstellen zu
wollen. Die Methode Galin-Chev6-jParis, auf welche das Buch
zum Vergleiche verschiedentlich Bezug nimmt, geht in diesem
Puncte entschieden zu weit. Sie treibt den Teufel aus durch
Beelzebub, indem sie an Stelle der Notenschrift eine Schreib-
art setzt, die weder kürzer noch verständlicher ist, filr Kinder
wenigstens, und der Lehrer bedarf ihrer nicht. Die Noten-
schrift verdrängen wollen, davon kann nach Lage dör Sache
keine Bede sein, oder der Lehrer müsste es verantworten
wollen, trotz jahrelanger Bemühung seine Schüler mit all
ihrem Musiktreiben doch isolirt zu haben. Hat die Chev6*-
sche Methode aber keinen anderen Zweck, als den, die Noten-
schrift vorzubereiten , dann ist der Aufwand an Zeit und ver-
standesmässiger Arbeit, den ihre Betreibung erfordert, zu
gross. „Innerhalb gewisser Grenzen ist das Ziffemsingen —
immer in Verbindung mit der bildlich dargestellten Tonleiter
gedacht — veranscläulichend und anregend und gewährt bei
geschickter und fieissiger Behandlung unbedingt guten Erfolg.
Geht man aber darüber hinaus, so scn windet die überzeugende
Einfachheit und die Verständlichkeit des Verfahrens mehr
und mehr, und man erkennt das Unzureichende desselben**,
diesem Urtheile G.*s kann man nur beistimmen, trotz aller
Hochachtung vor der Logik und Verstandesschärfe, welche
die Herren Franzosen im Verfolge ihrer Ziffernmethode ent-
403
wickeln. Die Notenschrift, resp. unser ganzes Tonsystera,
bedarf eines Oommentars, das ist richtig, üna dieseh zu geben
— snigleich mit der ptaktiscli^n Aheignung der musikalischen
£lömente— , das ist die Aufgabe der Unterstufe. Dazu reicht
auf der einen Seite die mehrfach erwähnte Leiter, auf der
anderen eine Taktfigur wie folgende, die den Anfang des
Liedes „Alle Vögel sind schon da** rhythmisch dargestellt
enthält.
vollständig aus. Bei vorausgegangener gründlicher Verstän-
digung über das Wesen des Taktes wird die Anwendung der
Taktfigur nur ftir schwierie;ere Fälle erforderlich sein. In
der Begel werden Worte der Belehrung genügen, und das
ist gut, denn die Volksschule ist nicht m der Lage, sich
überflüssigen Luxus zu gestatten, am allerwenigsten nach
Seite des Gtesangonterrichtes hin.
Doch nun zurück zur Methode Grässner. In der Absicht,
den Kindern die Kotenkenntniss in „kleinen Fensen^ beizu-
bringen, behandelt der Verfasser die Notenschrift zunächst in
rhythmischer Beziehung, daran reiht sich ein Erschliessen des
melodischen Theiles, insofern, als das Liniensystem Erklärung
und Anwendung findet, doch so, dass die gewonnenen Ton-
stufen immer noch durch Zahlen bezeichnet werden. Es ist
dies der Kreis der sogenannten „Zahlennote". In einem
2. Kreise tritt der Begriff Tonart hinzu, und zwar durch
Vernjittelung des ,musik|illschei;i Alphabets utld der Scalen
Von C-, G- und Fdur. Soweit die Mittelstufe. Die Oberstufe
setzt den Quintenzirkel weiter fort, natürlich unter entspi'e-
chender Erweiterung der TJebungen, bringt die MoUtonleiter
u. s. f. Das Buch schliesst mit verschiedenen Artikeln päda-
gogischen und allgemein musikalischen Inhaltes, die ausnahms •
los von Interesse sind, wenn auch hier und da Ausstellungen
möglich wären. Sehr beherzigenswerth zumal erscheint das,
was im Anhange über die textliche Beschi^enheit unserer
Liederbücher gesagt wird. Der Verfasser zieht besonders
gegen gewisse Läppischheiten der Unterstufe zu Felde und
verfährt dabei ziemlich puritanisch. Im Grossen und Ganzen
aber hat er Recht. Die Volksschule ist eben keine Spiel^
schule.
Dass der Verfasser seine an sich überzeugenden Gedanken
allenthalben auch klar auszudrücken weiss, versteht sich Von
einem königl. preuss. Seminarlehrer von jahrelanger Praxis
wohl von selbst, und so kann sein Buch Allen ^ die mit der
Sache des Volksschulgesanges irgend Etwas gemein haben,
insbesondere aber angehenden Lekrern, zur Lecture, tesp»
zum Studium nur angelegentlichst empfohlen werden.
In gleichem Verlage und den Grundsätzen der Methode
Grässner's entsprechend ist ein Volksliederbuch erschienen,
herausgegeben von A. Grässner und dessen Oollegen R. Kropf
vom k. ScbuUehrerseminar zu Delitzsch. Nach dem, was oben
über die Methode Grässner's gesagt worden ist, bedarf die in
vier massig starken Heftchen erschienene Sammlung wohl
kaum noch einer besonderen Empfehlung. Druck und äussere
Ausstattung sind billigen Anforderungen entsprechend.
Brie f l£ et fsi t ert.
fV. in 7\ Der von Ihnen geleiteten „Samson** -Auffüh-
rung wurde bereits in No. 38 Erwähnung gethan, was Sie
übersehen zu haben scheinen.
B. G. in 5. Es ist uns in Frankreich kein Künstler-
Versandtgeschäft ä la Hermann Wolff bekannt.
/\ y. in K, Die von Hm. William Wolfi' in Berlin s. Z.
dem dortigen Musiklehrer- Verein empfohlene gleichzeitige Er-
lernung der Violin- und Bassnoten beim Elementar-Unterricht
war, was wir Ihrer Abhandlung über denselben Gegenstand
ent^genhalten , keineswegs dessen eigene Idee, sondern es
findet sich dieses Princip methodisch verwerthet bereits in
dem 1876 erschienenen „Vademecum für den ersten Cflavier-
unterricht" von Hugo Riemann und in umständlichster Weise
motivirt in dessen 1883 veröfientlichter „Vergleichender 01a vier-
schule".
L, C. in R, Schon längst erledigt!
Anxelffen.
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Tonkunst und wird in deutscher, französischer, englischer
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Op. 137. O icommi du iiolde Kleine I von
Paul Pasig für eine Singstimme mit Pianoforte —
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den GrundzUgen ihrer Entwiokelung.
Vorwort [804.1
Richard Wagner'B Persönlicheit.
Grundriaa der Eatwickelunj Richard Wagner's.
Erstes Capital. Die Periodisintog des Entwickelungs-
ganges Hidiard Wfl«ner's.
Zweites Capitel. Die erste 'Kanptperiode (1813—1849).
I. Allgemeines.
g 1. Die metaphysisch 'religiösen Anschauungen Wag-
ner's während der ersten Hauptperiode.
g 3. Die ethischen Anschauimgen Wagner'B.
n. Charakteristik der Eiuzelperioden.
% 3. KePeriode der rein conventionellenNachahmung.
§ 4. Emancipation zni Selbständigkeit, Wagner's „Pa-
riser Aub&tze", qDer fliegende Hollftnder",
g 6. Teranch einer Reformation dar deutschen Oper
und des Theaters.
a) Pro^smm seiner Thfttigkeit am Hoftheater
zu Dresden.
b) -Tannhinser" und „Lobengrin".
S 6, Uebaigang in die Jungbegersche Periode.
a) Vexiftngen einer potitiBi^-sociaten Gesellach afts-
refonn als Grundlage lur Reformation des
Kunstwesens.
b) Conflicte.
c) Eintritt in die demokratische Bewegung der
Jahre 1848 bis 1849. — Die Vaterlands- Vereins-
Rede.
d) „Siegfried'sTod". Uebergang znr Revolution.
Drittes Oapitel. Richard Wagner und der Mai-Äuötand
zu Dresden.
Viertes Capitel. Zwei bisher unbekannt gebliebene Auf-
sätze Wagner's tVtr die demokratiscb-socialisti sehen „Volks-
blfttter".
Fünftes Capitel. Die zweite Hauptperiode (1849—1883).
I. Wagner unter dem Einflasse der Philosophie der
Junghegelianer,
% I. Allgameine Charakteristik dieser Periode.
g 2. Die metaphysischen und religiösen Anschanangen
Wagner's während der Junghegel'schen Periode,
g 8. Die ethischen Anschauangen Wagner's während
der Jonghegerschen Periode,
g 4. Wagner^ politische Anschauungen während der
Junghegel'scben Periode.
§ 6. Kunstläire Wagner's in der Junghegel'schen
Periode.
II. Wagner unt«r dem Einflüsse der Philosophie Schopen-
hauer's.
g Ö. Uebergang zu Schopenhauer. Allgemeine Cha-
rakteristii dieser Periode.
g 7. Die metaphysisch-religiösen Ansohanungen Wag-
ner's in der letzten Hauptperiode seines Lebens.
3 8. Ethik.
g 9. Politische Anschauungen.
g 10. Kunsttheorie.
Tabellarische IJebersicbt über die Entwickelnng der Welt-
anschauung Richard Wagner's.
Verzeiohniss der Varianten zwischen den Originalausgaben
derWagner'schen theoretischen Schriften unddem Abdruck
der eweiten Anflage der Gesammelten Schriften und
Dichtungen.
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Ihrer Maj. der Königin von Bngland,
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Cramer's 66 Etaden. 4 Bände ä 1 ^ 26 4.
Clementl's 3^ CStaden (Gradus ad Parnassum). 2 Bde.
ä 1 ^ 60 /i&. [813.]
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Tägüche üebnngen
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Systematisch geordnet
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b) Uebune^en aus Scalen und Läafem gebildet.
c) Ghebrochene Accorde.
d) Uebungen in Doppelgriffen.
e) Uebungen ftU: das Handgdenk.
Fingerübungen
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Op. 61. [814.]
No. 1. Und hast du mir kein Wort . . Ji 1,20.
No. 2. Morgenlied Ji 1, — .
No. 3. Wiegenlied (finnisch) J6 1,— .
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Partitur J6 1J50. Stimmen cplt. Ji 3, — .
Für Violine mit Pianofortebegleitung von Aug. Wil heim j.
J6 1,60.
Für Violoncell mit Orchesterbegleitung von Dav. Popper,
Partitur Ji 1,60. Stimmen cplt. Ji 8, — .
Für Violoncell mit Pianofortebe^eitung von Dav. Popper.
Ji 1,60.
Für Harmonium mit Pianofortebegleitung von Joh. May«
Ji 2,~.
Für Violoncell, (oder Violine), Harmonium und Pianoforte
von Au^. Reinhard. Ji 2,40.
Für Hom mit Orchesterbegleitung von F. Gumbert. Par-
titur J6 1,60. Stimmen cplt. M( 8, — .
Für Horn mit Pianofortebegleitung von F. Gumbert. ^ 1,60.
Für Viola alta mit Pianofortebegleitung von Hermann
Ritter. JH 1.60.
Für Cornet ä pisions mit Pianofortebegleitung von Rieh.
Hof mann. Ji 1,60.
Für Harmonium oder Pedalflflgel oder Orgel von A. W.
Gottschalg. Jk 1,60. [816.]
Louis van Beethoven.
Symph-onien
für
S iPianofojrte zu. 4 Händen
bearbeitet von
No. 1.
No. 2.
No. 3.
No. 4.
No. 5.
No. 6.
No. 7.
No. 8.
No. 9.
Op. 21.
Op. 36.
Op. 55.
Op. 60.
Op. 67.
Op. 68.
Op. 92.
Op. 93.
Cdur. 5 .^ 50 4.
Ddur. 8 Jt.
(Eroica.) Esdur. W Ji.
Bdur. 8 .^ 25 4.
Cmoll. 7 .^ 75 4.
(Pastorale.) Fdur. 10 Ji.
Adur. 10 .^ 50 4.
Fdur. 7 U« 50 4 .
[816.]
Op. 125. Dmoll. Ib Ji,
Leipzig.
Fr. Kistnep.
Für das Soloquartett der Tempel „Keneseth Israel"
in Philadolphia (Nord-Amerika) wird eine äusserst tüch-
tige SopPanistilli die ausgezeichnet vom Blatte liest
und einige Kenntniss der englischen Sprache besitzt, ge-
sucht. Jahresgehalt 800 Dollars (3200 Mark). — Gleich-
zeitig ist die Stelle als Gesaiiglehrerill an der
dortigen Husic Academy neu zu besetzen. Anmeldungen
an Maurits Leefson, Organist und Chormeister der
Tempel und Lehrer an der Music Academy. Zur Zeit in
Amsterdam (Holland). 1^17.]
408
Hedeutendste Planoforte-Fabrik SliuropasX
[818] Flügel und Pianinos
von anerkaiiiiit; uiiti.l>ei*trofieiier HaltlMtirkeit
und. odlom^ sang^iroiolieiii HToii.
^^y^i/xnjb Vertreter "bez. Verlcatxfsxaaagaaixie axi allen 'bed.eutexid.erexi PlAtsexi. ^IfUm^^
Die Fabrik besteht leit 7. November 1853.
Coiistaiitiii Wildes Werlagi Leipzig und Baden-Baden.
[819a.] Soeben erschien:
von
Preis Mark 3,—.
Torllen^endeft l¥erk enthftlt ftich aller nntalosen WeltUnllffkelten und beaweekt, dem
S^chüler klare nnd praktlsehe Anfsehlüsse an uneben, welelie Ikn möglichst sehnell an dem
Ziele ffthren, seine Stimme richtin^ n^ebranehen an lernen.
Zu beziehen dupeh alle Buoh- und MusikaUenluuidluiigen.
i 1 0 1 i Adol r Xil^inann,
-w-^. . , U Vlolln-Vlrtuos. [sasr.]
IriaillSt. [8201.] Dresden-A. Amalienstr. lO. II.
Paris. 86, A^Tenue Triidalne.
TVillielm Flosse, Ä^lfrcd XlLraS
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Berlin. 8. VT. Homstp. 9. [82ie.] Baden-Haden.
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l * ^^^ Ensemble-Üebungen. Rollenstudium.
her8ogl.8&oh8.Hofj^iaiU8t,ProfeMeTir8npMenram0on8erTatoriiim Von mir aiusgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Selma
in Chnf (Bohweii). [828—.] Schoder, Carl Soheidenuuitel n. A. m. [828—.]
Concert-Vertretung: Hermann Wolff; Berlin. Leipzig. BOClO BOrCJlGrS.
G-esanglehrer.
OlSirSl HOPPG, Verlag von E. W. Fritzseh in Leipcig. [829.]
Coneert- und Ormtorienalngerin (Sopran). li¥emer. An«:., Op. 42. Gavotte Air Violoncell mit Be-
[824g.] Frankf^irt a. Oder. gleitong des Pianoforte. M 2,—.
Draok Ton C. tt. B5d«r in Leiptdg.
Leipzig, am 18. August 1892.
Duck duuiAi Bich-, I^IUI-
ul lusitilieitaiJlDUEi, iowie
jonb aiii m\lmt n
Tii «u iniiiiiiicki wockullaii
Mitiiiitt ZuHdniiiH ijid u
Umi UKmi n tiimm-
11, luv» .^ u^^.^^
'^«JJ»'^ für Musiker jandJTusikft'euiide. ^J^
\. Verantwortlicher Kedactenr und Verleger: ^ß
für Musiker jujidjffusikfreuiide.
Verantwortlicher Kedactenr nnd Verleger:
E. W. FritxBch,
Leipzig, EönlgsstraBse 6.
nni. Jabrg.]
Das Mustltalinchp Wochenblatt ersuhsiDt jäfarlich in 52 Nummern. Der ÄbonnementsbetraK
fQr daa Quartal von 13 Nummern ist 2 Mark; eine einzelne Nummer kostet 40 Pfennii^e. Bei
dtrecter frankirter Kreuibandsendun^ treten nachstehende viertetjKhrliche Abonnementa-
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Zuffmadele^n^ vorstehender Bei ugsbedi neunten berechnet.
Die InBertioDBf^ebllhrea mr den Raum einer gespaltenen Petitieile betragen 30 Pfennige.
ilt: Kritik; Johaones Brahms, Fünf GeeüogB rUr gemigebt«!! Chor a capellft, Op. IM. — TkjjMgeachiohte; Hnaikbrlefe au Bayreatb nnd CuIb-
nbe (Fortaetznng). — Beridlite. — Oonoerlomaohaa. — BngtgenieDts nnd OuUplele la Opsr nnd Conoert. '- Kirohenmulh, — Tsnniicht«
MltUMÜinfsn ud NotlisB. — KriHwIiar Anhang: Dr. Hugo Dinger, „Die HeisUrsInger von Nilrabarg", eine Stndle zar Efnfaiiinng ii
Werk. — Brtaftatlei
Kritik.
Johannes Brahms. Y^i Gesänge für gemiachten Chor
a capella, Op. 104. Berlin, N. 9imrock.
Besprochen von Dr. .Heinrich SoheDker.
Nachtwache I.
Der Chor iBt-sechsstimmig: Sopran, Alt 1 und 2,
Tenor, Bass 1 und 2. Der Bau der Melodie beweist,
dau ihre Erfindung von Vornherein auf einen Wechsel-
gesang Bezug genomnien hat;
Langsam.
Brust, ge- weckt vom 0 - dem der
Das principielle Festhalten am Wechflelgesang — denn
nur Eur AeuBserung der Pointe „Trag ein Nachtwind euch
(seufzend) in meines zurück " und vier Takte vor Schluss
tritt der gesammte Chor zur Einheit zusammen — lAset
den Chor gleichsam zwei Individuen repräsentiren, die im
Sopran und im Tenor verkörpert erscheinen. Die übrigen
Stimmen zeigen wenig Individualität im melodischen Sinne
and gehen, blos harmonisch fungirend, im Ausdruck der
Melodie unter. Die so innerhalb des Wechselgesanges
entstandene Homophonie (diese ist wobl als die ftusserste
Concession an das individuelle Moment des Inhaltes zu
betrachten, die die Form des Chores überhaupt möglich
macht) entspricht vortrefflich der Idee des Distichons.
Denn, wenn man mir auch das Recht nähme, zu behaupten,
dass die dünne Schiebt von Reflexion, die über dem
Inhalt ausgebreitet ist:
„Leise Töne der Brust, geweckt vom Odem der Liebe,
Hauchet zitternd hinaus, ob sich euch öffne ein Ohr,
Oefüie ein liebendes Herz, und wennsichkeines euch öffnet.
Trag ein Nachtwind euch senfzend in meines zaräck."
auf ein einziges Individuum von besonderem geistigen
Merkmal hinweist und die Form des Chores eher aus-
schliessen will, so würde ich doch wenigstens sagen dürfen,
dass die Homophonie im Chore nun geradezu geboten
erscheint. Nicht jeder Liebende versteht es doch, seine
, leise Töne der Brust" zu objectiviren; wenn also eine
solche Ohjectivität zur Nuance des Individuums wird, so
könnte es eben unmöglich geschehen, dass mehrere Indi-
viduen dieselben Nuancen zur Geltung bringen wollten,
weil dann die Nuance ihren Charakter als solche einbüssen
roüsste. Somit scheint mir die dichterische Form der Ob-
jectivimng aum mindesten die musikalische Form der
38/M
410
Polyphonie im Chor auszuschliessen. Thatsächlich hielt
Bich Brahma in seiner Gomposition an die Homophonie,
und ehen deshalb möchte ich ihm einen Vorwurf daraus
machen, dass er hie und da — der Idee zum Trotz —
die Polyphonie gesucht hat. So bei den Worten „Hauchet
zitternd hinaus", „öffne ein liebendes Herz" u. s. w. Das
mit Zugrundelegung der Homophonie erfundene System
der zwei Individuen, von denen ich oben Näheres sagte,
scheint mir weiter eine eigene selbständige, über die Idee des
Dichters hinausgehende Pointe des Gomponisten zu offen-
baren. Es ist, als wären es zwei Liebende, die sich ihre
gegenseitige Liebe zwar noch nicht gestanden, aber, fem
von einander, ihre „vom Odem der Liebe geweckten Töne
der Brust" einander widmen, und als kreuzten sich die
Töne und Seufzer in der Luft, die sie trennt. Diesen
meinen Eindruck wolle man blos als Hypothese betrachten,
in der ich für meinen Theil die Erklärung der beiden
Individuen finde. Sonst bliebe mir die Spaltung des
Chores umso unerklärlicher, als ja der Inhalt des Gedichtes
sich von Haus aus gegen sie aufzulehnen scheint
Da Brahms den Charakter des Inhaltes als den eines
eben vor sich gehenden Ereignisses empfand und die trei-
bende Kraft des Gefühles erkannte, die den Gedanken im
Nacheinander der Zeit sozusagen allmählig in Scene ge-
setzt hatte, musste er auch die von der Actualität stammenden
Anregungen in Form von Tonmalereien, die dann gleich-
sam direct motivirt erscheinen, verwerthen. So lautet «z. B.
die musikalische Auffassung der Worte: „Hauchet zitternd
hinaus" :
dolce
Sopran.
hau - chet zit - ternd hin - aus
und die der Worte: „trag ein Nachtwind euch seufzend" :
Sopran
iFf^m^a^p^Fp^B^
trag ein Naoht-wind euch seaf-zend, seuf-zend
Bei den Worten „ob sich öffn ein Ohr" versinnlicht das
bis zum forte gedeihende crescendo die hier eintretende
Steigerung des Gefühls. Nur nimmt es mich Wunder,
dass das psychologische Taktgefühl Brahms nicht zu zwingen
vermochte, die Form des Gedichtes bei den Worten „öffn
ein liebendes Herz" zu überwinden. Trotz dem Pentameter
und trotz dem Hexameter gehören die soeben citirten
Worte mitsammt den vorausgegangenen ganz gewiss unter
den Begriff derselben Steigeioing des Gefühls, und doch
konnte eine gewaltsamere Trennung, als die wir hören,
gar nicht vollzogen werden. Warum das?
Indessen muss ich den Chor wegen seiner absoluten
musikalischen Schönheiten, die ich etwa einseitig in Be-
tracht ziehen könnte, hauptsächlich aber wegen der
Wahrheit seiner Grundstimmung als seines Schöpfers im
besten Sinne würdig bezeichnen. Bemerkenswerth ist
schliesslich, dass Brahms dasselbe Distichon einem vier-
stimmigen Kanon für Frauenstimmen (Op. 113, No. 10)
zu Grunde gelegt hat.
Nachtwache IL
Ein sechsstimmiger Chor (Sopran, Alt I und II, Te-
nor, Bass I und II), Ein Meisterwerk bis in die kleinste
Zelle hinein I Wenn nicht die Melodik und die Harmonik
Brahms sofort verrathen würden, so könnte man in der
freien, sinnvollen Polyphonie, der kraftvollen Feierlidb-
keit und in dem breiten Rauschen der Harmonien — J. S.
Bach ahnen.
In genialer Weise mischt Brahms im ersten Theil
des Chores ein episches und lyrisches Moment, indem er
dem vereinigten Chor des Soprans, der Alte und des Te-
nors, der uns seinen zur Stimmung bereits herausgewach-
senen Eindruck kundgibt: „Ruhn sie? rufet das Hörn des
Wächters drüben aus Westen", das Motiv des Wächters,
wie unter dem Verwände einer Actualität, in den beiden
Bassstimmen unterschiebt:
Baas I.
Sä
Bass II.
5
i^
£
»
Kuhn sie?
/
Kuhn sie? u. s. w.
m
=:=?ä:
*
-»
^^
Bruhn sie? Ruhn sie?
So scheint über einer Welt der Wirklichkeit die Welt
der Stimmung sich zu bewegen. Bewundemswerth ist
dabei insbesondere der Zug des Componisten, dass er die
Action der Stimmung vor der der Tonmalerei in den
Horizont treten lässt. Noch bewundemswerther vielleicht,
wie Brahms mit Mitteln der Rhythmik die Form der Frage
bei den Worten: „ruhn sie? rufet das Hom" gelöst hat:
Sopran.
m
/7^
-&
^^^
-^^
U. 8, W.
Ruhn sie? ruhn sie? ru - fet das
Und wie nun des Hernes „aus Osten" gedacht wird, das
entgegenruft: „Sie ruhn", wendet sich wie instinctiv die
Tonfolge der Melodie in der Gegenrichtung:
^fe
£=£
;a:
und aus Os - ten das Hom
und wieder hört man im Bass II und Tenor und endlich
Alt II das Motiv des Hernes in der bejahenden Form des
umgekehrten Quartsprunges:
^^^
^^F=f=^
Sie ruhn!
*
wie ein Element der Wirklichkeit aus dem Gewebe der
Stimmung heraus ! Der erste Theil gelangt zum Abschluss,
ohne dass sich der Boden der Tonart (Esdur) geändert
hätte. 'Es sollen dadurch, wie ich glaube, Wesen und Cha-
rakter der Umkehrungen, die hier eine so bedeutungs-
volle Mission erfüllen, im besten Sinne des Wortes auf-
fallender und der Empfindung näher gebracht werden.
Noch höher aber müsste man die Tragweite dieses Mo-
mentes schätzen, wollte man mit mir darin Eines der
Mittel erblicken, wodurch Brahms dem Verhältniss der
beiden Distichen des Gedichtes zu einander, dem Verhält-
niss des Bedingenden zu dem Bedingten gerecht werden
wollte. Um dem in Stimmung und Gedanken bedingten
Distichon, dem zweiten nämlich — das Gedicht lautet:
„Ruhn sie? rufet das Hom des Wächters drüben aus
Westen,
Und aus Osten das Hom rufet entgegen:, si& ruhn.!
4n
Hörst dn, zagendes Herz, die flüsternden Stimmen
der Engel?
Lösche die Lampe getrost, hülle in Frieden dich ein" —
das h6dingende erste Distichon so wirksam als möglich
voranzustellen, schien es Brahms geboten, mit allen Mit-
teln eine plastische Geschlossenheit und Energie des Letz-
teren zu erstreben, und daher die Gonsequenz der Es«
dur-Tonart.
Um so freier, freilich psychologisch motivirt, hört
man dann im zweiten Theile die Asdur-, Cesdur, AsmoU-
Tonarten einander ablösen, bis wieder die Es dur-Tonart
ihr sozusagen angestammtes Herrscherrecht geltend macht.
Und nun bewundere und geniesse man, was Wunder
eines Genies sind! Es galt an der Grenze beider Theile
den Organismus der Stimmungen und Gedanken mit musi-
kalischen Mitteln zu fllrben und zu stärken, in einem
gewissen. Sinne sogar ihn ins Leben neu zu rufen: da
lässt Brahms den Chor bei den Worten „sie ruhn" am
Ausgange des ersten Theiles vom forte bis zum piano
herabsinken , lässt diesem piano den neuen Gedan-
ken entsteigen und schickt den Ton, der die alte Stim-
mung besohloss, hinaus, die neue zu bringen! Ist es da
nicht, als hätten sich die Stimmungen und Gedanken
mitten in der Stille des piano begegnet, und scheint
nicht in diesem Ton noch fast der Sinn der früheren
Harmonie zu leben?
Die Stimmen treten dann einzeln nacheinander ein,
als wollte durchaus Jede fragen : „ Hörst du, zagendes Herz ^ ,
und vereinigen sich bei den Worten „die flüsternden
Stimmen der Engel** zum Ausdruck der Frage. Die Me-
lodie dieses kurzen dreitaktigen Satzes ist mit der des
vorausgegangenen Theiles stark verwandt, wie ich später
unten zeigen werde.
Die Entrückung des Satzes in die As dur-Tonart —
sanft möcht ich die Entrückung nennen wegen des Hin-
weggleitens über den Cmoll-Dreiklang und wegen des an
erster Stelle des 2. Taktes verwendeten weichen F-Drei-
klangs — ,der Rhythmus und die Ordnung der Harmonien,
insbesondere die Stellung des Haupt- und des Dominant-
dreiklanges innerhalb derselben, der Tonfall der Melodie
bei dem Worte „Stimmen** und endlich die dynamische
Hebung der Melodie zu einer sanften Höhe gegen dieses
Wort hin, wie willig verbinden sich all diese Elemente, um
der dichterischen Idee zu dienen, die ja einen entlegeneren
Gedanken mit der sanften Kraft der Stimmung gleichsam
herabholen und fesseln will, und um der Form des Dich-
ters zu genügen, der fein und leise fragt, als würde seine
eigene Phantasie ihn selbst erst befragen!
Der Zauber dieser Stimmung ist sehr bald verschwun-
den — ein neuer, wirklicherer Gedanke hält Einzug. Aber
Brahms, mit ureigenem Wollen geradezu, als bediente er
sich dabei nur des Dichters, hebt ihn in eine verklärende
Höhe. In Gruppen und einzeln rufen die Stimmen, Eine
über die Andere hinweg: „lösche die Lampe getrost**, es
wächst die Wärme und Innigkeit einer beglückenden Zu-
versicht, und mit satter, aber weicher Kraft singen jede
und alle Stimmen „hülle in Frieden dich ein**.
Schon der geniale Einsatz des ges in der ersten
Stimmgruppe, der uns zu allererst in die freie Welt der
Polyphonie einführt und zunächst die so sonderbar schöne
Ces dur-Tonart öffnet! Das Motiv, das bei den Worten „und
aus Osten das Hom** erscheint, ist zwar nicht mehr neu, aber
welche Freiheit inder Aenderung des Quaitsprunges, in der
theilweisen Vergrösserung im Sopran! Neue Motive und
Melodien bringen uns erst die Worte „hülle in Frieden
dich ein**, in freien und strengen Nachahmungen, die in
den lebensvollen Stimmen einander jagen, aber man hört
auch hier deutlich und oft das alte, bekannte Motiv des
Hernes in der Fassung der Antwort zwiffchcfndiuroh ep-
klingen (besonders im Bass II), als wollte es uns wieder
auf den Boden stellen, auf dem wir früher gestanden.
Ich komme nun zu der Betrachtung der Melodie des
Chores. Sie ist es ja, die durch ihre Eigenart zunächst
den Eindruck romantischen Zaubers gibt, und in -ihrem
eigenen Schoosse ruhen ja die Keime all der harmoniflchen
Interpretationen, die ihr die bestimmte Physiognomie ver-
leihen. Nun sehe man die folgenden Gebilde:
ff:
■f9
t
ru - fet das Hom des Wächters drü-ben aus Wes - ten
und
m
t
-i9-
:st
fefe^ I f r ^^~^
Hörst du? za- gen- des Herz, die flüs-stem-den
^
-&-
X
?^
Stirn - man der En - gel?
Eigenthümlich ist Beiden der originelle Secundenschritt,
der sich in die reine harmonische Tonreihe hineindrängt,
ohne dabei auf einen eigenen harmonischen Sinn zu ver-
zichten.
Das melodische Gebilde des Soprans am Schluss lautet:
hül - le, hül
3
le im Frie-den, im
3
-€k
-^-
^
-«■2-
Frie-den, im Prie - den dich ein.
Wie charakteristisch sein Neigen zur Tiefe und die ele-
mentare Dreiklangszerlegung im Takt 3 und 4J
Wüsste ich es endlich zu sagen, welchen Antheil an
der Wirkung der Oomposition der Rhythmus und die Ordnung
der Harmonien nimmt! Doch wer kann ihn messen? Man
gestatte mir deshalb, in descriptiver Weise wenigstens auf
Einiges, das hierher gehört, aufmerksam zu machen. In
den ersten vier Takten occupirt der Tonica-Dreiklang den
ersten, der Dominant-Dreiklang regelmässig den dritten
Takttheil , den in den nächsten zwei Takten der
Subdominant-Drei klang ergreift, um den Schluss des
ersten Theiles an rechter Stelle vorzubereiten. Im achten
Takte vor Schluss trägt der erste Takttheil den Ces-
dur-, der zweite den Asmoll-, der dritte den Esdur-Drei-
klang. Im 7. Takte vor Schluss aber, also dem nächstfol-
genden Takte, werden der 1. und 2. Takttheil von dem
Bdur-Dreiklang als der Dominant des den 3. Takttheil
ergreifenden Esdur-Dreiklanges beherrscht, — und gerade
dieser Letztere ist es, der sich und seiner eigenen Tonart
die Zukunft bringen soll! Eine Krisis der Melodie, der
Dynamik, der Gedanken, der Tonart an einem dritten
Takttheile — doch eine geniale That! Wie unter einer
Nachwirkung der Krisis lässt sich auch weiter noch der
Esdur-(Tonica-)Dreiklang den dritten Platz gefallen, wäh-
83/34 ♦
412
i'ond der Subdominant-Dreiklang den ersten sich wählt;
erst später drängt Jener vor, bis er erreicht, was
seiner Bedeutung einzig und allein entspricht.
Das Wunderwerk, von dem ich eben erzählte, hat
nur 21 Takte!!!
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Bayreuth.
Drei weitere Aufführungen des „Parsifal", zwei des
„Tristan** und eine der „Meistersinger" vollendeten die erste
Hälfte der diesjährigen Festspiele. Ein ziemlich starker
Wechsel in der Besetzung macht einen Bückblick auf die
Aufführungen nothwendig. Die erste erfreuliche Verände-
rung war die Uebertragung der Amfortas-Partie an Hrn.
Scheidemantelj durch d essen Mitwirkung die 2. Aufführung
des „Parsifal** zu einer ganz musterhaften sich fi;estaltete. Hr.
Scheidemantel ist ein Meister des Wagnerischen declamato-
rischen Stiles. Ein abgesa^er Feind alier üebertreibun^n,
vermeidet der Künstler mit ebensoviel Glück jenes Forciren
der Stimme, mit welchem so mancher College die Anforde-
rungen des Wi^er-Gesanges zu decken versucht, und ist
ebenso weit entiemt von Sentimentalität, wie vom Ausdrucke
unmännlicher Klage. Und doch ist die Darstellung kraftvoll
und doch ist sie erfüllt von tiefem Gefühl, gestützt von
einer Charakteristik des todesmüden Könie;s, die Herz und
Sinn unwiderstehlich in den Bann tiefer Tneilnahme schlägt.
Wie wohl that solche Leistung nach der kraft- und saftlosen
des Vore;äneer8 in der Partie! In der folgenden Aufführung
trat Frl. Malten, die grosse Dresdener Wagner-Sängerin,
zum ersten Male in die ihr mit der Kundry-Partie übertragenen
Rechte. Die Künstlerin ist nach wie vor eine der interes-
santesten Erscheinungen auf der Bühne des Musikdramas.
Begünstigt sie in ihrer Auffassung eine kräftige Realistik,
durch Betonung des eignen fesselnden Naturell, so bleibt
sie doch immer eine Dienerin der Kunst, wenn es gilt, sich
den vom Meister unverrückbar vorgeschriebenen Grundzügen
des Werkes zu fügten, ihnen die eigene Empfindung unterzu-
ordnen. Der zweite Theil der Kundry-Partie kommt am
meisten Frl. Malten's Begabung entgegen, hier wirkt ihre
Darstellung am ursprünglichsten und so unmittelbar, dass der
Zuhörer ganz dem Banne der Zauberin verfällt und sich
nimmer, wie Parsifal, von ihm zu befreien vermag. So Herz
und Sinn berückend muss die Kundry dargestellt werden, soll
der Zuschauer die furchtbare Gefahr verstehen, welcher Par-
sifaFs Sendung durch Kundry^s Verführungskunst droht. Im
ersten Aufzuge markirt Frl. Malten scharf die Wildheit der
Gralsbotin, eingedenk jener Mahnung, welche für die denkende
Künstlerin in Gamemanz^ späteren Worten liegt „wie anders
schreitet sie als sonst**. Die fi^eiUhrlichen Klippen für die Into-
nation existiren für Frl. Malten nicht; sie singt die herben,
ein unendlich feines musikalisches Tasttgefühl verlangenden
Schritte so rein, als habe sie ihr ganzes Leben nichts öderes
gesungen, — die Schwierigkeit verschwindet vor der Summe
gewaltiger natürlicher Begabung. Wie schön Frl. Malten das
Bild des 8. Aufzuges, denn ein solches ist die Partie hier, wo
die Sän£;erin nur vier Töne auf das „Dienen, dienen!^ zu
singen hat, auffasst, wurde schon oft anerkannt. Das vollen-
dete Mienenspiel, die feinen Bewegungen ersetzen Das völlig,
was Wagner der Darstellerin vorenthielt, indem er ihr ausser
jenen wenigen Worten und Tönen eine stumme Aufgabe zu-
ertheilte.
Hr. Liepe war der Ellingsor dieser Auftührung. Das
Unfertige der vorjährigen Leistungen ist einer wohlthuenden
Sicherheit, einer Festigkeit und Bestimmtheit der Charakte-
ristik, gewichen, die von unablässigem erfol^eichen Vorwärts-
atreben zeugt. Hrn. Liepe*s stimmliche Mittel sind ausser-
fewöhnliche, weniger bezüglich des schönen Klanges, als nach
eiten der Kraft und Ausdrucksfllhigkeit. Mit der Charakte-
ristik der wechselnden Stimmungen in der EHing^r-Partie
hat der Künstler einen Meisterzug getban. Wie die Stimme
in furchtbarem Hohne aufblitzt, wie sie in Tönen grässlicher
Verzweiflung erbebt, wie sie in den Stellen forcirter Heiter-
keit den ganzen Grimm des furchtbar gereizten Dämons nach-
zittem Hess, das war vollendet in seiner Art und würdig einer
Kunststätte, welche nur auserlesene Kunstleistungen bieten
soll. Viel glücklicher als der die Aufführung wiederum be-
einträchtigende Hr. Kaschmann hat Hr. Liepe die Berechti-
gung seiner Berufung nach Bayreuth bewiesen. Warum man
HJm. Kaschmann nicht ruhig zurief „Wanderer, zieh deines
Weges" ist ebenso unerklärlich, als dass man Frl. Mulder
neben der Evchen-Partie noch die des 1. Knappen und
L Blumenmädchens singen lässt. Man hört so viel Gutes von
Frl. Mitschin6's Stimme, von Frl. Welschke's Begabung, dass
man seinen Stolz darein setzen müsste. der Welt TJeberra-
schungen mit den Leistungen neuer Talente zu bieten. Frl.
Mulder soll durch die Ueberanstrengungen um einen guten
Theil ihrer Leistungsfähigkeit gekommen sein, wie schade
für sie, wie bedauerlich für die Aufführungen, die gerade hier
grosse Frische und Schlagfertigkeit verlangen. — In der
zweiten „Meistersinger^'-Aurführung wurde man gegenüber
dem Evcnen der genannten Künstlerin diese Betrachtung
nicht los, konnte sich aber von Herzen erfreuen an der
Meisterleistunc des Hrn. Plank in der Sachs-Partie. Wie
bald waren alle Bedenken gegen die äussere Erscheinung des
neuen Sachs verschwunden ; wie behaglich war es ihm zuzu-
hören, seiner köstlichen Aofertigung der Meister im ersten
Aufzuge zu lauschen, den Aeusserungen seines unvergleich-
lichen Humors Eva gegenüber zu fo%en, die aus der Fra-
genden, ohne dass sie es ahnt, die Gefragte und Beichtende
wird. Wie unwiderstehlich wirkte in so herrlicher Auffas-
sung die Bestrafung Beckmesser's (2. Aufzug), der von Sachs
mit feinen Wendungen all jene Grobheiten zurückerhält, die
er in der Singschule spendet. Und nun gar der dritte Auf-
zug! Wer hat je solche Feinheit und Charakteristik, so tiefes
Gefühl bei so gesundem Humor erlebt? Mae Plank in den
ersten Aufzügen in gewandteren Collegen gefänrliche Rivalen
haben, in der unnachahmlichen Herzigkeit des Ausdrucks hat
er nicht seines Gleichen ; man muss die Darstellung miterlebt
haben, um alles Das verstehen zu lernen, was Wagner hier
an Tiefem und Hohem, an herrlichem Gefühle und köstlichem
Humor in die Partie hineinlegt! Kein Zuhörer wird dem
Künstler je diesen einzigen Genuss vergessen. Die AuffÜhnmg
rechtfertigte im Debrigen alle Bedenken und jene Lobsprüche,
welche die I.Darstellung herausforderte. Hier wie dort zeich-
nete sich Hr. Bachmann als Kothner vortheühaft aus. Er-
scheinung und Ton stimmten trefflich zu dem Bilde des
biederen Philisters, das Warner mit so gutem Humor ent-
worfen. Namentlich ist aucn die Declamation zu loben, die
nicht nur auf treffliche Athemeintheilun^, sondern auch auf
wohlthuende Klarheit der Aussprache sich stützte. Noch
schöner als das erste Mal sang Hr. Anthes den Walther
Stolzing, der, diesmal völlig Herr seiner Aufj^be, tonlich wie
darstellerisch ganz Vorzügliches bot. — Die beiden ersten
„Tristan*' -Aufrahrungen boten Übereinstimmende Besetzungen,
der Buhm der Ersten war auch der der Zweiten. In der
Dritten trat als neuer Marke Hr. Döring hervor, ein
Künstler, der wie in der Landgraf-Partie die auffälligsten,
erfreulichsten Fortschritte documentirte. Die Stimme hat sich
zu schöner Breite und bestechendem Glänze entwickelt, die
Declamation ist so ausdrucks- und eindrucksvoll, vne man sie
in einer der gefühlvollsten Partien des Meisters verlangen
darf. Die Darstellung ist, gestützt von einer männlich-edlen
Erscheinung, vornehm und lässt keinen Wunsch offen. Wahr-
lich, wenn man diese Fortschritte auf Bechnung der Bay-
reather Studien setzen darf, dann muss man die hiesige Bühne
als ein Bildungsinstitut allerersten Banges anerkennen.
All die glänzenden Aufführungen des ersten Abschnittes
sind das Resultat energischer Arbeit, eines Vorbereitungs-
fleisses, wie man ihn an keinem Theater der Welt trifft. Die
neu engagirten Künstler trafen schon im Mai hier ein und
mussten sich tagtäglich den eingehendsten, allerdings auch
anstrengendsten Proben unterwerfen. Selbst der Chor, der
doch meist aus routinirten Choristen imd Solisten besteht,
muss wochenlang vorher Studien machen, und zwar beziehen
sich dieselben nicht auf das Einüben der Aufgabe allein, son-
dern umfassen Tonübungen, Sprechübungen und Phrasirungs-
studien. die DirectorKniese so energisch leitet, dass sich um
seine Erscheinung ein ganzer Sagenkreis gewoben hat, den
ein lustiger Chorist sogar in hübschen Beimlein &tirte.
Zum höchsten Lobe gereicht der Begie des Hm. Fuchs und
der Frau Wagner das Verbannen cilles Opern- und Theater-
413
massigen im schlechten Sinne. Nie ist hier Zuwenden zum
Publicum, ein nach dem Tode des Meisters sich breit machen-
der Fehler, nie hier theatralischer Effect wahrzunehmen. Die
Darsteller leben ganz in der Scene, ganz im scenischen Bilde, —
Publicum und (^pellmeister existiren für sie nicht. Diese
Vorzüge müssen unter allen Umständen anerkannt werden; sie
werden auch immer das grosse Publicum mit geheimnissvoUer
Macht hierherziehen, denn in ihnen offenbart sidi ein Stück echte
Kunst, das uns berührt wie eine Himmelsgabe. Menschen-
werk bleibt Alles, was vom Menschen herrührt, und auch das
eött liehe Genie des Meisters musste oft die Unzulänglichkeit
irdischer Hilüsmittel erfahren. Aber wenn ein Stück idealer
Kunst mit dem Aufgebot höchsten Fleisses, höchster Energie
vor uns hingezaubert wird, dann wollen wir es dankend in
EmpfEUig nehmen, seinen Sinn ergründen und uns nicht
stossen an das, was uns doch noch an seine Healität erinnert.
Die letztere Seite zu schildern ist leider auch Aufgabe der
Kritik, — aber versöhnend wird die Begeisterung wirken,
welche die ausserordentlichen hiesigen Kunstleistungen in
ihrem Gesammteindruck auch in dem Kritiker erwecken
müssen. M. Krause.
Anmerkung der Redaction: Der nachfolgende zweite
Bericht über einen Theil der schon von unserem geschätzten
langjährigen Mitarbeiter Hm. Prof. Martin Krause bespro-
chenen Bühnenfestspiele möge in seiner grossen Ueberein-
stimmung mit dessen Ausführungen als weiterer Beleg fiir die
Einzigkeit der Bayreuther Auffuhrungen dienen.
Die 4. diesjährige Aufführung des „Parsifal** zeigte in
sämmtlichen Hauptpartien die altbekannte und -bewährte Be-
setzung, sodass es eigentlich genügte, einfach diese Thatsache
zu constatiren, um damit auszusprechen, dass Alles in bester
Ver£Etssung war. Hr. yan D y c k repräsentirte die Titelrolle mit
der hier oft gerühmten Meisterschart, seine Leistung in dieser
Partie ist zum Typus geworden, und gerade so, wie man yon
der BrÜnnhilde einer Reicher-Kindermann, dem Wotan eines
Betz, dem Tristan eines Schnorr, der Isolde einer Sucher etc.
spricht, wird man seinen Parsifal nie vergessen können. Für
aJle die unter sich so verschiedenen Phasen der Partie trifft
er den richtigen Ton; das Kindlich-Naive im ersten und zu
Anfang des zweiten Aufzuges, die tiefe Reue über seine Thor-
heit und der gewaltige Seelenschmerz sodann im grossen Duett
mit Kundry, das halb Visionäre und Verklärt« endlich im
letzten Aufzug, — Alles glückt ihm mit gleicher Vollendung.
Auch gesanglich bot Hr. van Dyck wieder sehr Schönes, ob-
gleich nicht verschwie^n werden darf, dass man in dieser
fieziehung die Partie hier noch glücklicher ausföhren hörte,
und dass auch die prononcirte Aussprache des Deutschen den
Ausländer fast überall deutlich verrieth. Eine prachtvolle
Kundry war wiederum Frl. Malten. Ein näheres Eingehen
auf ihre — speciell im zweiten Act — beinahe unübertreff-
liche Leistung können wir uns füglich ersparen, da dieselbe
im vorigen Jahre an dieser Stelle erschöpfend detaillirt wor-
den ist. Es sei nur bemerkt, dass jener Zug des Nimmer-
rastens und -ruhens, sowie stetigen Fortarbeitens an sich,
durch den uns die Dresdener Künstlerin von je so sympathisch
war, sich auch hier wieder in unverkennbarster Weise
verdeutlichte: denn ohne Zweifel hat sie sich bezüglich
ihrer Kundry -Darstellung im dritten Aufzug gegen früher
vervollkommnet; gerade hier lag seiner Zeit — was auch von
uns betont worden ist — der wunde Punct ihrer sonst so be-
wunderungswürdigen Leistung, heute hat sie auch hier den
Gipfel der Vollendung erklommen und ist Frau Matema,
deren Spiel in der Fusswaschungsscene ja gewis^rmaassen
als unübertrefflich galt, gleich geworden. Ein ganz ausge-
zeichneter Gumemanz war Hr. Grengg, — man behauptet
wirklich nicht zu viel und beleidigt den verstorbenen Künstler
nicht, wenn man sagt, dass Scaria in ihm neu auferstanden
sei, so vollendet war sein — gegen voriges Jahr noch bedeu-
tend verfeinerter — G^esang, so sympathisch und ergreifend
sein wundervolles Spiel. Hrn. Scheidemantel's Amfortas
ist eine als ganz vorzüglich bekannte Leistung, Hr. Plank
(Klingsor) bewährte sich als der berühmte Muster- und Meister-
sänger, seine Dedamation war wieder einmal das Vollendetste
vom Vollendeten! Die kleineren Rollen waren genügend be-
setzt. Die Ensembles gingen vorzüglich, das Orchester
unter Levi spielte hinreissend schön, die Regie (Fuchs)
war wiederum musterhaft.
Der vorerwähnten „Parsifal"- Aufführung konnte in Betreff
der Besetzung die am 5. August erfolgte Wiedergabe von
„Tristan und Isolde'' an die Seite gesetzt werden. Der
Isolde der Frau Sucher noch ein Loblied singen, hiesse Eulen
nach Athen tragen, jeder Kunstfreund weiss heute, dass sie
Eine der eroesartigsten Leistungen ist, welche die Bühne
überhaupt Kennt, und so bleibt uns denn weiter Nichts übrig,
als der grossen Künstlerin Dank, herzlichen, aufrichtigen
Dank für ihre neueste unvergleichliche Internretation aer
wunderbaren Partie zuzurufen! Nach ihr gebünrt das erste
Wort dem Kurwenal des Hm. Plank, eine — wie seit vielen
Jahren bekannt — in ihrer Art ebenso einzige Leistung, wie
die Isolde der Frau Sucher. Hr. Vo^l (Tristan) konnte leider,
anscheinend infolge einer Indisposition, seine stimmlichen
Mittel nicht voll zur Entfaltung Dringen, entzückte aber wie
immer durch sein tief durchdachtes und fein pointirtes Spiel.
Noch sei es nicht vergessen, der Brangäne der Frau Stauaigl
zu gedenken, die auch dieses Mal die schöne Partie wieder
zu voller Wirkung brachte. Neu war für mich der Marke
des Hrn. Döring. Nach seinem Landgraf („Tannhäuser") im
vorigen Jahre — einer recht mässi^n Durchschnittsleistung —
musste man diesem Experiment mit einer gewissen Besorgniss
entgegensehen; doch mit der Aufgabe schienen auch die
Ej-äfte des Künstlers gewachsen zu sein, denn wenn er auch
einen Gura und Perron nicht erreichte, so gab er doch eine so
hervorragende Probe seines Talentes und Könnens, dass man
fiür die Zukunft von ihm nur das Beste erwarten darf. Vom
ersten Wort an fand er den richtigen Ton für die so schwie-
rige und klippenreiche Rolle und rührte sie, ohne in kläg-
liche Rührseligkeit zu verfallen, mit männlich-sympathischer
Haltung durch. Die Stimme klang in der Höhe zumeist recht
schön und hatte nur in der Tiefe stellenweise einen etwas
gurgelnden Beiklang. Die kleineren Rollen hatten geeippiete
Vertreter gefunden, die Männerchöre im ersten Act gingen
vortrefflich, das Orchester spielte unter Mottl ein&ch oe-
zaubernd, die äussere Ausstattung war ebenso glänzend als
stilgemäss. So hatten sich denn alle Factoren vereinigt um
dem unvergleichlichen Werk des Meisters zu einer würdigen
Wiedergabe zu verhelfen, der Eindruck war denn auch ein
f rosser und tiefer, und man wird es ohne Scheu aussprechen
ürfen, dass, wie im vorigen Jahre, so auch in diesem der
„Tristan** den Glanzpunct der Festspiele bildet. .
Bei der 2. diesjährigen „Tannhäuser^'-Aufführui^ am
7. August wurde der Schwerpunct des künstlerischen (Genusses
wiederum wie im vorigen Jahre bei der Wi<idergabe desselben
Werkes durch die Meisterleistungen des Orchesters (unter
Mottl's genialer Leitung) und der Chöre gewonnen, in
zweiter Linie gesellte sich hierzu die Pracht und Stileinheit,
respective Naturtreue der Decorationen, deren Wirkung
durch die unübertreffliche Regiekunst Meister Fuchs' aus
München noch gehoben wurde: die Zusammen Wirkung dieser
Factoren gestaltet sich schon allein zu einem künstlerischen
Ereigniss, um dessen willen es sich verlohnt, nach Bayreuth
zu fahren, denn nirgends anders wird man in dieser Beziehung
so Vollendetes finden. Dafür muss man aber Verschiedenes in
der Besetzung und Ausführung einiger Hauptpartien mit in
den Kauf nehmen, was nicht ge&llen kann. Zunächst muss
da — wieder wie im vorigen «fahre — die Elisabeth de« Frl.
Wiborg genannt werden, denn konnte man auch an dieser
Leistung den entschiedenen Fortschritt bemerken, den die
junge Dame in rein gesanglicher Beziehung gemacht hat, so
war es dagegen unmöglich, sich mit derselben nach schau-
spielerischer Seite zu befreunden, weil sie hierin offenbar den
Intentionen des Meisters nicht entsprach. Die Wiedergabe
der zweiten grossen Frauenrolle lag in den Händen des allen
Bayreuth-Besuchern wohlbekannten Frl. Mai Ihac, die jedoch,
anscheinend infolge einer Indisposition, die Erwartungen nicht
ganz erfüllte, zu welchen ihre voiyährigen Leistungen ange-
regt hatten, insofern, als keine Steigerung gegen voriges Janr
zu erkennen war. Den Tannhäuser sang Hr. Grüning, und
hat er sich mit ihm — das kann man freudig zugestenen —
einen schönen Erfolg errungen. Durch seine äussere Erschei-
nung für die Rolle ungemein prädestinirt, hat sich der fieissige
Künstler offenbar den eifrigsten Studien hingegeben und es
zu einem Resultat gebracht, mit dem er sich überall in Ehren
sehen lassen kann. Der Glanzpunct seiner Leistung lag im
zweiten Act, sowie in der packenden Wieder^be der Piieer-
fahrtserzählun^. Dass Hr. Liepe geg^n von^s Jahr beaeu-
tende Fortschritte gemacht hat, bewies er m der kleinen
Partie des Biterolf. Hr. Döring machte als Landgraf eine
geringere Wirkung, als mit seinem Marke: sein Gesang klang
etwas müde, sein Spiel war nicht theilnehmend genug. Das
kurze, aber so entzückende Duett zwischen Elisabeth und dem
434
Landgrafen im zweiten Act J^ia^ auf diese Weise fast ein-
drncksTos vorüber. Meisterhan w^e s^ts sang Hr. Scheide-
inan tel den Wol&aip, ---d^ war wirklich eine bis ins kleinste
Detail vollendete X^eistungL £)ie klemerea J^ollen waren bestens
besetzt, nur fiür den jungen Hirten hätte inan wohl eine bessere
Vertreterin finden können als Frl. Sigler.
Die „P a r s i f a P- Au^hrung am o. August zeig^te bis auf
den. Amfortas des Hm. Kaschmann und den Klmgsor des
Hrn. Liepe dieselbe Physiognomie, wie die oben besprochene
vom 4. d. Mts. Hr. LiepiB brachte seine schwierige Partie zu
SQ angemessener Wirkung, dass man sich im Interesse des
strebsamen Künstlers wirklich freuen konnte. Hr. Kaschmann
ist mmst sehr schroff abgeurtheilt worden. Ich möchte alle
die vernichtenden Bannbullen nicht direct unterschreiben.
Dass freilich seine Stimme. für die weiten Räume des Fest-
spielhauses nicht ausreicht, dass er das uns Kindern des Nor-
dens so lästige Tremolo bis zur Erschlaffung anwendet, das
sind Thätsacnen, über die sich nicht streiten lässt. Sein Ge-
sang schien mir aber so tief und wahr empfunden, sein Spiel
zeigte von so ungewöhnlicher Intelligenz und Hingabe an die
Sa^e, dass man es in ihm mit einem Künstler von nicht ge-
ringem Bange zu thun zu haben scheint. Das Orchester unter
Levi spielte wiederum meisterhaft und mit dem berühmten,
unerreichbaren Klangzauber, speciell die herrlichen Vorspiele
zu den einzelnen Auizügen kamen zu prächti^ter Wirkung.
Sollte ich Etwas moniren, so muss ich sa^en, dass mir zu Be-
ginn der Yerwandlungsmusik im ersten Aufzug ein noch ge-
mässigteres Tempo -;- „langsam und feierlich" schreibt meines
WissenüB Wagner hier vor — noch sympathischer sein würde.
Die wundervollen Männer chöre wurden mit jener Weihe
gesungen, die man nur hier kennt, und auch das Blumen-
-mädcnenensemble gelang bis auf eine vorübergehende
Schwankung vortrefflich.
F. B. Pfau.
CarlsFUhe, Juli 1892.
(Fortsetzung.)
In den Tagen vom 16. bis 19. Juli feierte der Männer-
gesangverein „liiederfaalle Carlsruhe" sein fünfzigjähriges
Stiftungsfest,' und war dem . trefflichen Vereine schon vor
dieser Feier die ausserordentliche Ehre zu Theil geworden,
dass Se. königl. Hoheit der Grossherzog das Protectorat über
die „LiederhcQle" übernommen hatte, so bot das schöne und
nach jeder Richtung hin gelungene Jubelfest den Liederhallem,
ihrem unermüdlichen "Vorstände und ihrem trefflichen lang-
jährigen Leiter, Hm. Musikdirector Eugen Gageur, die
schönste Gelegenheit, sich der allerhöchsten Huld des Landes-
herrn, sowie aller warmen Sympathien der Garlsruher Be-
völkerung würdig zu erweisen. Das geschah denn auch that-
sächlich am Samstag Abend in dem Concerte im grossen Saale
der Festhalle, mit welchem die „Liederhalle" vor dem Gross-
herzog, der Elite des hiesigen Publicums und den Mitgliedern
vieler auswärtigen Gesangvereine die bunte Folge festlicher
Veranstaltungen eröfiiiete. In diesem Concerte, dessen Chor-
programme durch die einen geradezu sensationellen Jubel er-
weckenden ausserordentlich stimmschönen Liedervorträge der
k. Hofopernsängerin Frau Herzog aus Berlin und durch die
ansprecnenden Gesänge des Hm. Concertsän^r Carl Die zel
eine hübsche Abwechselung zu Theil wurde, brachte der fest-
gebende Verein in durchweg schöner und vielfach geradezu
vollendeter Weise das Bundeslied von Hegar, „Buhe, schön-
stes Glück der Erde" von Schubert, Marienlied aus dem 16.
Jahrhundert von Fuchs, „Des Sängers Gruft" von Abt, den
mit Orchesterbegleitung componirten „Sommerabend" von
Kanmierlander, Juie Böse stand im Thau" und „Bist du im
Wald gevTandelt" von Schumann, drei Volkslieder („Sehnsucht
. nach dem Rhein" von Bun^rt, „Blau Blümlein" von Dregert
und „Wenn die Lerchen wieder kommen" von Speidel) und
schliesslich mit Harmoniemusik-Begleitung Mendelssohn's
allerdings bereits stark verblassenden „Festgesang an die
Künstler" zu Gehör. Endloser Beifall folgte sämmtlichen
vortrefflich einstudirten und bei dem schönen Stimmenmaterial
der „Liederhalle", sehr deutlicher Textaussprache und feinster
dvnamischer Abschattirung ausserordentlich schön vnrkenden
Vorträgen, und bei dem am nächsten Morgen fol^nden Fest-
acte im Saale der „Eintracht" zeigten die herzlichen Glück-
wünsche und die wundervollen Gaben, welche dem Jubel-
Vereine von sämmtlichen hiesigen, sowie von zahlreichen aus-
wärtigen Vereinen und Corporationen dargebracht wurden,
wie sehr die im vorigen Jahre zu Wiesbaden preisgekrönte
^, Liederhalle" sich Achtung und Freundschaft in Nähe und
Ferne äu erwerben gewusst hat. Dem leider verregneten
Festzuge durch die reich geschmückten Strassen der Stadt
folgten am Sonntage um 3 Uhr und um halb 8 Uhr die beiden
Gesang- Wettkämp^ , zu denen äusserst kostbare Preise aus-
gesetzt waren, und an denen sich 14 Vereine mit 1316 Sängern
betheiligten. Für den ersten Wettstreit war ein hübscher
und wirkungsvoller Chor „Die Krone am Rhein" von E. Ga-
geur, dem Dirigenten der „Liederhalle", für den zweiten eine
recht unwirksame und besonders rhythmisch verfehlte Com-
position „Des Sängers Fluch" von J. B. Zerlett als Preischor
aufgegeben worden, und es war eine Freude, zu hören, mit
welcher Feinheit und Schönheit des Vortrages und des Stimm-
klanges sich fast sämmtliche Vereine der Preisaufgabe sowohl,
als je eines selbstgewählten Chores entledigten. Das aus den
HH. Musikdirectoren Arnold (Luzern), Brambach (Bonn),
Diebold (Freiburg), Gageur (Carlsruhe), Jüngst (Dresden),
Schmid (München) und Steinbach (Mainz) bestehende Preis-
richter-Collegium , dem es oftmals schwer genu|^ geworden
sein mag, unter mehreren fast gleich wer thigen Leistungen die
des Preises aller würdigste zu ermitteln, erkannte auf folgende
Preise: Der „Mannheimer Liedertafel", dem „Sängerverein
Harmonie Zürich", der „Augsburger Liedertafel" und dem
„Schuler'schen Männerchor Frankfurt a. M." — vier erste Preise.
Dem „Männergesangverein Pforzheim" und dem „Sängerbund
Hohenbaden -Baden-Baden" wurden zweite, — dem Lehrer-
Gesangverein Mannheim-Ludwigshafen" und der „LiederhaUe
Mannheim" dritte — und dem „Sängerchor des Wiesbadener
Lehrervereins" und dem „Singverein Mannheim" vierte Preise
zugesprochen. Am Montag um elf Uhr begann alsdann der en-
gere Wettstreit zwischen den sechs mit eraten und zweitenPrei-
sen gekrönten Vereinen und der diesen in der Punctzahl am
nächsten gekommenen „Liederhalle Mannheim". Hierbei
hatten die concurrirenden Vereine einen für diesen Zweck von
Ludwig Liebe componirten sehr hübschen volksliedartigen
Chor „Kosenzeit", an welchem sie eine Stunde lang hatten
üben dürfen, sowie einen selbstgewählten Chor zu singen,
und als Sieger gingen die „Augsburger Liedertafel" mit dem
ersten Preise, der goldenen Kaiser-Medaille, — der „Säi^por-
verein Harmonie Zürich" mit dem zweiten — und die „Lieder-
tafel Mannheim" und der „Schuler'sche Chor Frankfurt a. M."
mit dritten Preisen hervor. Zu Beginn eines Jeden der drei
Wettstreitsconcerte, zu denen ein zahlloses, bald andächtig
lauschendes, bald enthusiastisch applaudirendes Auditorium
herbeigeströmt war, wurden die concurrirenden Vereine von
je Einem der übrigen hiesigen Männergesan^ereine mit Ge-
sang begrüsst, und die „Badenia", „Concordia" und, last not
least, der „Liederkranz" konnten den kampfgerüsteten Sanges-
brüdem ihren Sängergruss mit allen Elunsn darbringen.
Jedenfalls erbrachte die zumeist vorzügliche Art, mit
welcher die Preischöre, der Stundenchor und die selbstge-
wählten Chöre — unter welch Letzteren wir besonders häufig
den sehr schwierigen, aber ebenso schönen und ausserordent-
lich erfindungsreichen Chorballaden („Todtenvolk", „Rudolf
von Werdenberg", „Schl^fwandel") des auch zum Feste herbei-
gekommenen und hier mohrfach jubelnd gefeierten Züricher
Componisten Friedrich Hegar begegneten — vorgetragen wur-
den, den vollgiltigen Beweis, dass der Männerchorgesang
gegenwärtig thatsächlich eine hohe Stufe künstlerischen
Könnens erreicht hat, und dazu mögen die neuerdings häufiger
ergehenden Herausforderungen zu Gesangswettkämpfen we-
sentlich beigetragen haben. Diese gedeihliche und immer
höheren Zielen zustrebende Fortentwickelung der in musika-
lischer, gesellschaftlicher und vaterländischer Hinsicht so
verdienstvollen Männergesangvereine müsste mit uneinge-
schränktester Freude begrüsst werden, wenn die lichtvolle
Erscheinung der liedesfreudig und vaterlandsbegeistert einher-
schreitenden Sängerschaaren nicht einen trüben Schatten auf
unser musikalisches Leben gleiten Hesse: die bei unseren
Männern immer mehr überhand nehmende Theilnahmlosigkeit
gegenüber den immerhin ernsteren und gewichtigeren künst-
lerischen Zwecken dienenden gemischten Chorvereinen.
(Fortsetzung folgt.)
Berichte.
Leipzig. Am 17. Juli ist denn nun auch unsere Opern-
Saison, und zwar mit einer, wenn auch durch die schon
allgemein sich Geltung verschaffende Ferienstimmung etwas
415
beeinträchtigten, aber sonst nicht üblen „Frei seh ätz"- Auf-
führung beendigt worden, es restirt, den Lesern des „Musi-
kalischen Wochenblattes" noch einen kurzen Ueberblick über
die Hauptvorkommnisse von Anfang Juni an zu geben.
Zunächst verdient da Erwähnung die am ersten Pfingst-
feiertage (5. Juni) stattgefundene Erstaufführung der drei-
actigen komischen Oper „Der Gouverneur von Tours",
Dichtung von Edwin Bor mann, Musik von Carl Reinecke.
Wie jedes Ding, so hat auch der Bormann'sche Text seine
Licht- und Schattenseiten, d. h. einerseits bietet er dem Oom-
ponisten verschiedene von einem natürlichen und ungekün-
stelten Humor durchwürzte Scenen, andererseits hat Manches
einen zu possenhaften Anstrich, und einige Scenen stehen mit
der eventuellen Wahrscheinlichkeit auf etwas sehr gespanntem
Fasse. Mich Über die Musik Reinecke's eingehend zu ver-
breiten, sei mir freundlichst erlassen. Sie gleicht der seiner
übrigen zahlreichen Werke wie ein Ei dem anderen: Alles
tadellos in Form und Satz, Alles hoch anständig, — nian
möchte beinahe sagen zu anständig, man würde sich freuen,
wenn es einmal brauste und gährte; so erhebt sich aber fast
Nichts über das Niveau des conventionell Empfundenen, es
ist Alles kalt und lässt kalt. Die Aufnahme, die das Werk
seitens des Publicums erfuhr, war, wie vorauszusehen, eine
glänzende; dafür, dass theils ein gutes Stück Localpatriotis-
mus, theils conventionelle Gourtoisie für den anwesenden
Componisten mit ins Spiel kam, dürfte der glänzendste Be-
weis der sein, dass der „Gouverneur von Tours" nach drei Auf-
fuhrungen bereits wieder von unserem Spielplan verschwun-
den ist.*) Ein guter Theil des reichlich gespendeten Ap-
plauses galt wohl auch der ganz vorzüglichen Aufführung
der Novität: besonders rühmend hervorzuneben seien die Da-
men Mark (Marie) und Porst (Louise), sowie die HH.
Merkel (Carl), Schelper (Alfred), Knüpfer (Dr. Mai-teau)
und Wittekopf (in der höchst undankbaren Titelrolle).
Chor und Cr ehester unter der sicheren Direction des Hm.
Capellmeister Porst leisteten höchst Anerkennungswerthes.
Weiterhin waren von besonderem Interesse eine Serie von
Wagner- Aufführungen, die im Monat Juni stattfanden (der
sonst am Schluss der Saison bei uns übliche Cyklus der
sämmtlichen Werke des Meisters war dieses Jahr aus »ver-
schiedenen Gründen" nicht möglich). In dem gewohnten Ge-
leise und ohne von allgemeinerem Interesse zu sein verliefen
der „Rienzi"(12.), „Tannhäuser" (26.) und „Lohengrin"
(30.), im „Fliegenden Holländer (9.) sang Hr. Demuth
nach längerer Zeit zum ersten Male wieder die Titelrolle;
leider machte sich seine früher schon constatirte Unsicherheit
abermals in recht wenig erbaulicher Weise geltend ; gleich in
der Auftrittsarie passirten ihm einige sehr böse faux-pas, so-
dass man dem von uns sonst hochgeschätzten Künstler ein
eifriges Nachstudium dieser Partie £:ingend ans Herz legen
möchte. Frl. Doxat als Senta erfreute wiederum durch die
schauspielerisch ungemein sympathische Lösung ihrer Auf-
gabe, ohne leider gesanglicn immer befriedigen zu können,
bedeutend besser als sonst exhibirte sich Hr. Hüb n er als
Erik. Eine für unsere Verhältnisse recht gute Aufführung
war die des „Rheingold" (14.), und auch die „Walküre"
am darauffolgenden Tage machte keinen schlechten Eindruck.
Die Rollenbesetzung war in der Hauptsache die alte geblie-
ben, nur für den erkrankten Hm. de Grach war in letzter
Stunde Hr. William Müller aus Hannover als Siegmund ein-
gesprungen und entledigte sich seiner Aufgabe mit Rücksicht
auf^die obwaltenden Verhältnisse in höchst befriedigender
Weise. Unter einem recht ungünstigen Stern stand die Auf-
führung der „Götterdämmerung" am 23. Brünnhilde
(Frl. Doxat) war total heiser und ihr Gesang war stellen-
weise gar kein Gesang mehr, Siegfried (Hr. de Grach) litt
auch noch stark unter den Folgen seiner letzten Indisposition,
die Rolle der Waltraute geht weit über das Können des Frl.
Eibenschütz hinaus, me Nornenscene blieb einfach
weg, — kurz, es war reizend! Es dürfte die Leser des „Musi-
kalischen Wochenblattes" vielleicht interessiren. zu ertahren,
dass sich bereits Eines unserer berühmtesten Witzblätter der
Leipziger Theaterverhältnisse, als einer sehr dankbaren Do-
mäne, angenommen hat. In dem 2. Beiblatt des „Kladde-
radatsch" vom 3. Juli a. c. steht da wörtlich zu lesen:
nXieipzig. Aus dem Theater berichtet das >L. T.c: »Frl.
Pewny hat von der Direction einen längeren Urlaub auf
Grund eines ärztlichen Attestes erhalten. Infolgedessen muss
*) Nur bis zum Herbst, wie das Pressbureau des Hm.
Staegemann s. Z. kundthat! D. Red.
in der heutigen »Grötterdämmerung«-Aufführung die Nornen-
scene wegbleiben. Kann man sich eine praktischere
Theaterdirection denken?" Ein Commentar hierzu ist
wohl nicht nöthig. Sapienti sat.
Aus dem Monat Juni sei noch kurz erwähnt, dass am 24.
Schenk*s „Dorfbarbier" in zwar höchst gekürzter Form,
aber recht guter Aufführung wieder einmal über unsere Bühne
ging; namentlich Hr. Knüpf er zeichnete sich durch die
ganz meisterhafte Gestaltung der Titelpartie aus.
Das Repertoire im Juli bot sehr wenig Anregung; ausser
der schon zu Anfang dieses Berichtes erwähnten „Freischütz" -
Auffährung sei die Neueinstudirung von Donizetti's „Ma-
rie, die Tochter des Regiments" am IL mit Frl. Mark
als mustergiltiger Repräsentantin der Titelrolle genannt, am
3. sang Frl. Dönges zum ersten Male die Marie im „Trom-
peter von Säkkingen" — leider noch nicht mit vollem Ge-
lingen — , und zum Schluss will ich noch einer sehr glück-
lich verlaufenen Reprise von L o r t z i n g^s „ W a f f e nschmied"
(Stadinger = K n ü p f e r , Liebenau = D e m u t h, Georg = M a-
rion und Marie := Frl. Mark) Erwähnung thun:
F. R. Pfau.
Plauen i. V. Die kürzlich im Druck erschienene Cantate
für Solostimme (Tenor), Chor (gemischt oder männerstimmig),
Orchester und Or^el von Au^. Riedel (Op. 20) vertrat am
8. Juli d. J. kirchbch-musikalische Kunst würdig bei der Ein-
weisung unseres neuen Superintendenten. Von den fünf
Sätzen preist der erste die Allmacht und Gerechtigkeit Gottes.
Im zweiten fleht der Mensch den Allmächtigen an , sein Ge-
bet zu hören und segnend die Hand über seinem Tempel zu
halten. Der dritte lässt dieses Eiuzelgebet — wenigstens dem
Sinne nach — von der Gemeinde wiederholen. Ln vierten
will plötzlicher Schreck den Sterblichen fassen ob seiner Ohn-
macht vor Gott. Im ftlnffcen jedoch hat der Glaube die Ver-
zweiflung besiegt und bricht in jubelnden Dank gegen den
Höchsten aus. Kühn geht der erste Satz an seine hohe Auf-
gabe. Ein Bild sei erlaubt: Zum ersten Mal betritt ein
Wanderer die Alpen weit; mit Ahnung des Gte waltigen ist er
eenaht (Einleitungstakte), und doch blendet, überwältiget ihn
fast der Anblick der ersten Bergesriesen („Gross und wunder-
sam", Hauptmotiv). Mannigfache Wunder schaut er^ aber
das Gigantische prägt ihnen den Stempel auf: so werden auch
die musikalisch mannigfachen Bilder dieses Satzes durch jenes
mehrmals wiederkehrende Motiv, von und zu dem alle anderen
sind(?), einheitlich zusammengehalten. Einzelne mehr herkömm-
liche Wendungen (Takt 4 und das Thema des Fugato: „Und
alle Heiden") thun der bedeutenden Gesammtwirkung kaum
Abbinich. Noblesse der Factur und ein gerade hier sehr be-
rechtigtes Streben nach grösster Schlichtheit im Ausdruck
übersäe ich nicht, wenn mir auch der Anfang des zweiten
Satzes, das Tenorsolo, herkömmlich, nicht originell genug
scheint; freier und eigenthümlicher wird es von der Modu-
lation nach Gesdur an. Aeusserst reizvoll dagegen, durchweg
frisch und originell muthet die folgende Nummer, das Solo-
quartett, an. Ich wage, hier ein rascheres Tempo (J= 108 — 112)
vorzuschlagen , als der Componist selbst es bei der hiesigen
Aufftlhrung nahm; dann, meine ich, müsste der zauberische
Harfenklang init seiner leicht „spielenden" Art noch besser
zur Geltung kommen. Wirksam heben sich von diesen beiden
zarteren Sätzen die scharfkantigen Rhythmen des Chor-
Recitativs ab. In der Instrumentolbegleitung beginnend mit
dem Eingangsmotiv des ersten Satzes findet es seinen Höhe-
punct in dem trotzig hinausgeschleuderten Ruf: „So er sie
umkehrete oder verbärge oder in einen Haufen würfe" und
der verzweifelten Frage: „Wer wills ihm wehren?" Die das
Motiv dieser Frage zunächst weiterspinnenden Instrumental-
t«kte — es sind nur neun an Zahl — führen geschickt aus
der augenblicklichen Verzweiflung zu dem frohen Danke des
letzten Satzes hinüber. Das ist nun in der That ein Satz so
voll jubelnden Dankes, so frisch und kernhaft fröhlich, so
voll heller Festesfreude und Siegeszuversicht, dass er seine
Wirkung, gut aufgeführt, nie verfehlen kann und meines Er-
achtens auch bei derniesigen Aufführung den Glanzpunct bildete.
Bei den Worten JLiobet den Herrn, der zu Zion wohnet" be-
ginnt als zweiter Maupttheil, originell mit Tönen der Domi-
nantseptharmonie eingeleitet, eine Fuge für die drei Unter-
stimmen, zu welcher der Sopran den Choral „Lob, Ehr und
Preis sei Gk>tt" erschallen lässt; der fein motivirte Eintritt
und der hinreissende Fluss berechtigen wohl zu dem Ausruf:
ein Meisterstück! Originell ist endlich das knappe, nur fünf
rasche TsMe hindurch wiederholte „Amen" ; höchst wirkungs-
416
voll das „Hallelujah*', das auf jene riesigen Hauptaccorde des
1. Satzes noch ein letztes Mal zurückgreift. — Das Werk,
durcliaus sangbar geschrieben und feinsinnig, zum Theil mit
grosser Pracht, immer aber kirchlich-deqent instrumentirt,
stellt tüchtige Anforderungen an alle Mitwirkenden, die So-
listen, den Chor und die Instrumente. Die Or^lpartie ist
zwar technisch wenie schwierig, greift aber bei den Kraft-
und Glanzstellen senr wirkungsvoll ein. Als Theil einer
gottesdiensilichen Handlung steht die hiesige Aufführung
ausser öffentlicher Kritik, soviel aber darf gesagt werden,
dass sie durch Mitwirkung unserer Frau Hofmann-Stirl,
herzogl. Goburf. Kammersängerin, einen besonderen Vorzug
genoss, dass neben derGenanntenFrauH.Gritzn er (Sopran)
und die HH. Büreerschullehrer Wünsche und Hertel im
Soloquartett Treffhches leisteten und dass Chor und Orchester,
wie auch Hr. Organist Bitterlich mit Eifer ihren Theil zum
Gelingen des Ganzen beitrugen. Sg.
Conoertumsohau.
Badenweiler. Conc. der Sängerin Frau Hoeck-Lechner
u. des Violinisten Hm. Bühlmann a. Garlsruhe am 6. Aug. m.
Soli f. Gres. V. V. Lachner („Vineta", „Trautes Fensterlein**,
„Betrogene Liebe**, „Das Mädchen an den Mond**, „Heraus**,
„Liebessehnen** u. „Bothhaarig ist mein Schätzelein**) u. für
Viol. V. V. Lachner (Bomanze) u. Vieuxtemps (Balladen.
Polon.).
Bonn. G^istl. Conc. des Evangel. Kirchen-Gesangvereins
(Köhler) am 19. Juli: Chöre v. J. de Burgk („Was kränkst
du dich**), A. Hammerschmidt („Zion spricht**) und G. Vier-
ling („Verschneit liegt rings**), Solovortr&ee der HH. Lom-
merzheim (Ges., Lieder v. J. W. Franck u. Kec. u. Arie „Selig
sind** a. dem „Fall Jerusalems** v. M. Blumner) u. Köhler
(Orgel, Phant. u. Fuge in CmoU v. S. Bach, 4. Son. v. Men-
del^hn u. 3. Son. v. A. Guilmant). — Wohlthätifi;keitsconc.
in der Schlosskirche am 27. Juli: Chöre v. Bortniansky, Haydn
u. G. Vierling („Du gabst dem ewgen Gteist**), SoH f. Ges.
Y. Händel u. &,ydn^ f. Org. v. S. Bach (Tripelfuge in Esdur),
Mendelssohn u. Gade (Moderato a. Op. 22) u. f. Violine von
Tartini, S. Bach u. Händel. (Ausführende: der Evangelische
Kirckengesangver. [Köhler], Frl. Miller [Ges.] u. HH. Köhler
[OrgJ u. Heinemann [Viol.].)
Breslau. 11. u. 12. Symph.-Conc. der Bresl. Symph.-Cap.
(Biemenschneider) : Symphonien v.H. Ulrich (triomphale) u.
Baff („Lenore**), Ouvertüren v. Mendelssohn, Abert(„Astor-
ga**) u. Beethoven ^„Coriolan**), Adagio cant. a. dem Sept. v.
Beethoven, Beitermarsch v. Schubert-Liszt, Militärmarsch v.
Schubert-Biemenschneider, „Aufforderung zum Tanz** v.We-
ber-Berlioz, Litermezzo a. „Freund Fritz*^ von Mascagni,
Marionetten-Trauermarsch v. Gounod etc.
Brühl b. Cöln. Geistl. Conc. des 'Bonner Evangel. Kir-
ch en-Gresangver. (Köhler) am 81. Juli: Chöre v. J. de Burgk,
Haydn, Bortniansky u. G. Vierling („Du gabst dem ewgen
Geist**), Solovorträge des Frl. Miller (Ges.) u. des Hrn. Köhler
(Org., HmoU-Fuge v. S. Bach u. Pastoralsonate von Bhein-
berger).
Carlsbad. 14. Symph.-Conc. der Curcapelle (Labitzky):
2. Symph. v. J. v. Beliczay, DmoU-Orgelson. v. Mendelssohn,
orch. V. J. V. Beliczay, Orchestervariat. Op. 60 v. Wüerst,
Larghetto a. dem Qumt. Op. 108 v. Mozart. (Die neue Sym-
phonie von J. V. Beliczay erfahrt in uns vorliegenden Be-
richten eine recht günstige Beurtheilung.)
Heidelberg. 4. Musikabend des Akadem. Gesangvereins
(Prof. Wolfrum): Gdur-Streichquart. v. Haydn (HH. Dr. Ernst,
V. Hippel, Dr. Bindfleisch und v. Dusch), Männerchöre von
G. Weber („Kriegsgesang im Walde**, m. Ciavier), F. Otto
(„Deutscher Männergesang**) u. A., Solovorträge der HH. Prof.
Bassermann (Ges., „Die Vätergruft** v. Liszt, „Der Einsame**
m. Orch. v. Grieg etc.) u. da Motta (Clav., Cmoll-Polon. u.
Petrarca-Sonett v. Liszt etc.).
Bad Reinerz. 9. u. 10. Kammermusikabend: Streich-
quartette V. Haydn (Ddur), Baff („Die schöne Müllerin**),
Mozart (Gdur) u. Kiel (Amoll), Bomanze f. Streichinstru-
mente u. Violoncellsolo v. G. Loewenthal etc. — Wohlthä-
tigkeitsconc. am 6. Aug.: l. Satz a. dem Streichouart. Op. 18,
No. 4, V. Beethoven, Soli f. Q^s. v. Franz („Willkommen,
mein Wald**), H. Hirschfeld („Das Zigeunerkind**), E.Hil-
dach („Mein Liebster ist ein Weber**), Bruch (Seren.) und
Brahms („Wie froh und frisch mein Sinn**), f. Violine von
Bruch (Adagio appass.) u. f. Violonc. v. Chopin u.J. Kl en-
ge 1 (Mazurka).
Scheveningen. 7. Symph.-Conc. des Philharmon. Orch.
(Herfiirth) a. Berlin; Harold-Symphonie v. Berlioz, DmoU-
Seren. f. Streichorch. v. Volkmann (oblig. Violoncell: Hr.
Bouman), „König Stephan **-Ouvert. v. Beethoven, „ParsifEd**-
Vorspielv. Wagner, drei Sätze a. der D dur-Suite v. S. Bach,
Scherzo a. dem „Sommemachtstraum** v. Mendelssohn, 2. Ung.
Bhaps. V. Liszt.
Schlothelm. Concert am 4. Aug., ausgef. von den HH.
C. Listemann a. Cassel (Ges.), P. Listemann a. Boston, C. Hoff-
meyer a. Leipzig, Mehmel v. hier u. F. Listemann a. Boston
(Streicher): Streichquartette v. Haydn (Op. 76, No. 5) und
Beethoven (Op. 18, No. 5), Elegie f. Streich(}uart. (?) v. Ernst,
Duo f. Viol. u. Violonc. v. Vieuxtemps-Servais, SoU f. Ges. v.
Löwe („Die Uhr**), H. Biedel („im Lager von Akkon**),
L. Lenz („Des frommen Landsknechts Morgenlied**) u. A., f.
Viol. V. Spohr u. Bazzini (Le Bonde des Lntins) u. f. Vio-
lonc. V. Schumann, D. Popper (Span. Tanz) u. J. Kien gel
(Scherzo).
Sondershausen. 9. u. 10. Lohconcert (Prof. Schröder]:
Symphonien v. Schubert (Hmoll), Beethoven (No. 5) u. Baff
(„Im Walde**), „Liebesnovelle** f. Streichorch. v. Am. Krug,
Ouvertüren v. Weber, H. Ulrich (Fest-) und M6hul, Hulm-
gungsmarsch v. Wagner, Variat. a. dem Kaiserquartett v.
Haydn, Gratulationßmenuett v. Beethoven.
Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GKste in Oper und Concert.
Berlin. Hr. Emil Götze hat bis jetzt ^osse Erfolge in
der Kroll-Oper gefeiert. Neben ihm gastiren die Damen
Prevosti und Prosky. Namentlich ist uns die Letztge-
nannte in ihrer ganzen künstlerischen Erscheinung eine senr
geschätzte Sängerin, deren Organ seit vorigem Sommer, wo
wir die Dame hörten, an Fülle und Veräelung noch ge-
wonnen hat. Die neue Oper im Belle- AUiance-Theater soll
am 1. Sept. unter Leitung der Oapellmeister HH. Bai da and
Junkermann eröffnet werden. — Bremen. Zum Gonoert-
meister des Philharmonischen Orchesters, an Stelle des »ver-
storbenen Bobert Heckmann, ist Hr. Prof. Kruse aus Berlin
f wählt worden. — Copenhagen. Die junge Sängerin Frl.
rötma aus Elberfeld hat einige Male im hiesigen Tivoli
gesunken und vielen Beifall mit ihren Vorträgen erregt, die
sich ebenso nach Seite stimmlicher Bcanlagung, wie nach
Seite guter Schule auszeichneten. — Ems. In einem Mühl-
dorfer-Ck)ncert , das kürzlich hier stattfand, Hessen sich mit
grossem Erfolg der Sänger Hr. Birrenkoven und die Vio-
unistin Frl. Schwärt z. Beide aus Cöln, hören. —Wien. Frl.
Mark aus Leipzig hat als Gast der Hofoper den hellsten En-
thusiasmus mit ihren süperben Darstellungen erregt, sodass
ihr Gastspiel auf allgemeinen Wunsch verlängert wurde. JAbxl
hat selten ein junges, noch ganz im Anfange der Laufbahn
stehendes Mädchen in gleicher Weise gefeiert, wie diese
Künstlerin und ist froh, dass die Intendantur dieses herr-
liche Talent für ein festes Engagement, das leider aber erst
im Herbst n. J. beginnt, gewonnen hat. Neben Frl. Mark
gastirte mit ehrendem Erfolg die Altistin Frl. Hieser aus
Stuttgart, eine mehr anständige, als temperamentvolle Sän-
gerin.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 6. Aug. „Alta Trinit4 beata"",
Chor a. dem 15. Jahrh. Zwei geistliche Lieder v. E.F.Bichter.
18. Aug. „Kommt, lasst uns anbeten** von M. Hauptmann.
„Es soüen wohl Berge weichen" v. W. Bust.
Vermiscilte Mittheilungen und Notizen.
* Das seit dem letzten Besitzwechsel der „Neuen Zeit-
schrift für Musik", des seitherigen Organs des Allgemeinen
deutschen Musikvereins, in seiner statutarisch vorge-
schriebenen Fün£sahl nicht vollzählig gewesene Directorium
des gen. Vereins wurde kürzlich durch Berufung des Hm.
Dr. Oskar von Hase (in Firma Breitkopf & Härtel in Leip-
zig) als Schatzmeister completirt, und ist cue seit dem eingangs
bemerkten Zeitpimcte von Hm. Dr. Paul Simon in Leipzig
provisorisch geführte Gassen- und Expeditionsverwaltung be-
417
reits auf das neue Vorstandsmitglied, zu dessen Wahl dem
Verein aufrichtig gratulirt werden darf, übertragen worden.
Einen wichtifi;en Beschlnss fasste das Directoriom in Bezug
auf seine Publicationen insofern, als dasselbe die Benutzung
der „Neuen Zeitschrift für Musik^ als Vereinsorgan aufge-
geben hat und seine Bekanntmachungen, die bei der bisherigen
Praxis „erfiethrungsmässi^ doch oft nicht die nöthige Ver-
breitung unter den dabei besonders interessirten Vereinsmit-
gliedern*' gefunden haben, von nun ab direct den Vereins-
mii^liedem zugehen lassen wird. Die 1. Nummer dieser „Mit-
theuungen*' ist bereits erschienen und versandt worden, und
entnehmen wir ihr Nachfolgendes über die die diesjährige in
Wien stattfindende Tonkünstler-Versammlung des Ver-
eins: Soweit bis jetzt eine Feststellung des Festprogramms
ermöglicht werden konnte, sollen am 16. September imchmit-
tagsSUhr ein grosses Concert fiir Orchester- und Solo-
Vortrftge, Abends im Hoftheater scenische Aufführung von
Liszt's „Heiliger Elisabeth" (freier Eintritt für die Ver-
einsmitglieder); am 17. September Abends ein Concert für
Kammermusik; am 18. September Nachmittags 8 XJhr ein
frosses Concert fi!lr Orchester und Chöre veranstaltet wer-
en. Für diese drei Concerte sind u. A. zur Aufführung be-
stimmt: „Prometheus** (symphonische Dichtung und Chöre)
von Liszt, Kaiser-Marsch von Wagner, „Don Juan" (sym-
Shonische Dichtung) von Strauss, Frühlmgsouverture von
roldmark, Akademische Festouverture von Brahms, Gte-
sang* des Odin aus „Gunlöd" von Cornelius etc. etc. Am
17. September Nachmittags wird der k. k. Hauptmann Hr.
Steiner einen Vortrag üoer zwei&che (melodische und har-
monische) Intonation mit Demonstrationen auf einem eigens
dazu erbauten Harmonium halten. Sonntag den 18. September
wird Hr. Hofcapellmeister Hellmesberger den Verein zur
Aufföhrung von Liszt's Krönungsmesse in der Hofcapelle ein-
laden. Für die Tag^ vom 14. bis mit 29. September haben
die Mitglieder (gegen Vorzeigung ihrer Mitgliedskarte)
freien Zutritt zur Botunde der Musik- und Theateraus-
stellung, desgleichen zu den noch näher zu bezeichnenden
städtischen Museen und Kunstsammlungen. Den Besuchern
der Tonkünstler- Versammlung (Mitgliedern des Vereins) ist
seitens sämmtlicher österreichischen Eisenbahn Verwaltun-
gen ein Nachlass von fünfzig Procent der gewölmlichen
Fahrpreise zugesichert, wenn bei Entnahme der Fahrkarten
im der Österreichischen Station die Mitgliedskarte zur Legiti-
mation vorgewiesen wird. Das Wiener Localcomit^ stellt
femer eine Anzahl von Freiquartieren zur Verfügung. Um
sich den Anspruch auf genannte Verfestigungen zu sichern,
ist es unbedingt nöthig, dass die Mitglieder ihre Anmel-
dungen zur Theilnahme an der Tonkünstler- Versammlung in
Wien bis spätestens 20. August, und zwar ausschliesslich
unter der Adresse Breitkopt & Härtel in Leipzig (und
mit der Couvertbezeichnung „Angelegenheit des Allgemeinen
deutschen Musikvereins**) bewirken. Später erfolgende An-
meldungen können für die betr. Concerte nur noch Berücksich-
tigung finden, soweit es der Baum gestattet, und haben unter
allen Umständen den Verlust des grössten Theils. wenn nicht
aller vom Localcomitö vermittäten Vergünstigungen zur
Folge.
* Das Musikbureau der Weltausstellung in Chicago hat,
wie die „D. M.-Z.** mittlieilt, ein Bundschreiben versandt, in
welchem es darlegt, in welcher Weise es seiner Aufgabe ^recht
werden will, den musikalischen Fortschritt der Vereinigten
Staaten und der übrigen Völker auf der Ausstellung zur An-
schauung zu bringen. Die Capellmeister Theodor Thomas
und Wm. L. Tomnns leiten das Musikbureau. Auf dem Aus-
stellungsplatz werden die nöthigen Gebäulichkeiten errichtet
werden. Eine Halle, in welcher 500 Personen Platz haben,
die sogenannte Becital Hall, wird für Kammermusik dienen,
in einer anderen, der Music Hall, werden Concerte stattfinden,
bei denen die Zahl der Mitwirkenden bis 120 Musiker und
3000 Sänger zählt, während Platz für eine Zuhörerschaft von
2000 Personen da ist. Die Festhalle, Festival Hall, bietet
Baum für ein Orchester von 800 Musikern und einen Chor
von 2000 Sängern. Sie fasst 7000 Zuhörer. Li dieser Halle
werden die grössten Concerte stattfinden. Eine Anzahl be-
deutender Componisten hat schon zugesagt, nach Chicago zu
kommen. Auch viele G^esangvereine haben ihre Mitwirkung
versprochen. Das Concertprogramm ist in allgemeinen Um-
rissen entworfen: zwei Mal die Woche Orchestermusik in der
Music Hall, zwei Mal im Monat Choraufföhrungen in der
gleichen Halte, sechs Reihen internationaler Concerte mit
Chor und Orchester in der Festival imd in der Music Hall,
drei Cyklen Oratörienäufführun^n von den vereinigten
amerikanischen Gesangvereinen in der Festival Hall, 6on-
certe in der Letzteren von den deutschen G^esangvereinen,
von den schwedischen Gesangvereinen, sechs Cyklen populäre
Festconcerte, zwölf Kinderconcerte, Kammermusik und Orgel-
vorträge. In der Festival Hall werden während der sedis-
monatuchen Dauer der Ausstellung täglich mehrere Orchester
spielen. Bei der Wahl der Solisten u. s. w., wie nicht minder
bei der des Programms sollen ausscUiesslich künstlerische
Erwägungen maassgebend sein.
* Da für Geld Vieles, Manche sagen Alles, zu haben ist,
so glaubte man, unter anderen Sehens- und Hörenswiirdig-
keiten auch Richard Wagner's „Parsifal" für die Welt-
ausstellung zu Chicago eewinnen zu können. Das Project
soll aber, wie man schreibt und wie nicht anders erwartet
werden konnte, in Bayreuth auf entschiedensten Widerstand
gestossen sein.
* Das kürzlich in Basel begemg^ne Fest zur Erinnerung
an die vor 500 Jahren erfolgte Vereinigung der beiden Stadt-
theile Klein- und Gross-Basei erhielt seine musikalische Ver-
herrlichung durch die dreimalige Aufführung eines histori-
schen Festspiels von Rud. Wackernagel mit Musik von
Hans Hub er, welches in einem eigens hierzu ^bauten,
16,000 Personen fassenden offenen Theater unter Leitung des
Componisten und Mitwirkung eines stark besetzten Chores und
Orchesters, sowie der Sopranistin Frau Huber-Petzold und
des Tenoristen Hm. Kaufmann zur Darstellung gelangte. Die
Musik von Hans Huber fand die allffemeinste und lebhafteste
Anerkennung und erhob sich himmeihocli über Das, was man
sonst in derartigen Gelegenheitscompositionen zu hören be-
kommt.
* Von den Componisten-Concerten, welche die Wiener
Musik- und Theaterausstellung veranstaltete, hatte den durch-
schlagendsten Erfolg das Svendsen-Concert am 4. August.
Der seit mehreren Jahren als Hofcapellmeister in Copenhagen
in Stellung befindliche norwegische Meister dirigirte die Ddur-
Symphonie, den „Cameval in Paris**, die Legende „Zorahayda**
etc. und fand mit diesen Werken eine wahrhaft begeisterte
Aufiiahme, die umsomehr zu bedeuten hat, als die dortigen
Concertinstitute seine Orchestercompositionen bisher vollstän-
dig ignorirt hatten und er infolge dessen dem Publicum eine
so gut wie neue Componistenerscheinung war.
* Der Allgemeine deutsche Musikverein theilt seinen Mit-
fliedei-n wie allen Freunden des verewigten Meisters mit,
ass mit der Obeauf sieht über das in Dr. Franz Liszt's
ehemaliger Wohnung in der Hofgärtnerei zu Weimar begrün-
dete Liszt-Museum durch Seine königl. Hoheit den GroBs-
herzog von Sachsen Hr. Geheimer Hoi- und Justizrath Dr.
jur. et phil. E. GiUe betraut worden ist.
* Hr. Paul de Wit, dessen Sammeleifer und Sachkenntniss
bekanntlich die königl. Sammlung alter Musikinstrumente zu
Berlin den weitaus grössten Theil ihres Bestandes verdankt,
erreicht mit seiner neuesten CoUection derartiger Listrumente
auf der Wiener Musik- und Theaterausstellung fast dasselbe
Aufisehen, wie die eingangs erwähnte, ebenfalls dort zur Schau
gestellte Berliner Sammlung. Es erscheint den Besuchern
beider CoUectionen ganz unfassbar, wie es einem einzigen
Mann hat gelingen Können, in dem Zeitraum einiger Jahre
die hier massenhaft aufgespeicherten interessanten und seltenen
Zeugen der praktischen Musikpfiege früherer, zum Theil weit
zurückliegender Zeitepochen zusammen zu bringen. Jeden-
falls gehören diese Sammlungen mit zu den ersten Sehens-
würdigkeiten des ganzen Unternehmens.
* Unter den Musikinstrumenten, welche auf der Wiener
Musik- und Theaterausstellung zu sehen sind und daselbst in
der grossen Rotunde ihren Platz haben, ragte durch seine
abnorme Grösse ein Flügel von Bösendorfer hervor. Derselbe
sollte aber nicht nur gesehen, sondern auch gehört werden
imd zu letzterem Zweck von einem renommirten Pianisten
dem Publicum zu gewissen Zeiten vorgeführt werden. Das
Ausstellungscomitö hat dies aber nicht zugelassen, in der Be-
fürchtung, dass die Rasenbeete zertreten werden könnten,
welche Motivirung Hr. Bösendorfer richtig und witzig mit
der Gegenbemerkung glossirt, dass das Unternehmen doch
keine Grasausstellung, sondern eine Musik- und Theateraus-
stellung sei.
* Das jährlich wiederkehrende Preisausschreiben des
italienischen Ministeriums betreffs einer Todtenmesse zum
418
ABdenkMianxLen König Oarl Albert hatte dieses Jahr keinen
Erfolg. . Es wird also zum dritten Male die Messe von Antonio
Qnartero am Todestage des Königs aui'geföhrt werden.
* Anf dem Friedhof zu Weimar wurde vor einiger Zeit
der. daselbst dem im v. October verstorbenen Organisten der
Waimarischen Stadtkirche Bernhard Sülze von Freunden und
Sehülem gesetzte Denkstein feierlich eingeweiht.
♦ Das auf dem Friedhofe zu Salzungen dem verdienten
Kirchenmusikdirector Bernhard Müller errichtete Denkmal
wurde am 2. Aug. durch Ghorgesang und Rede eingeweiht.
Dem Weiheact wohnten die dortigen Behörden und zahlreiches
Publicum bei.
* Nachdem Her Majesty^s Theater und das Royal English
Opera House in London zu bestehen aufgehört haben, wird
nun auch das dortige Shaftesbury-Theater seiner Bestim-
mung entfremdet und in ein Gafö-Concert ersten Ranges ver-
w.andelt werden. Auch soll das Savoy-Theater seine Be-
stimmung ändern, und dem Drury Lane-Theater da-
selbst droht der Untergang, damit man für eine neue Strasse
Raum gewinne.
♦ In Wiesbaden ist der Theater-Neubau nunmehr be-
schlossene Sache. Derselbe ist der Wiener Firma Fellner &
Helmer übertragen worden und soll bis September 1894 voll-
endet sein. Die Bausumme beträgt etwas über V % Millionen
Mark.
♦ Eine Neuerung hat, wie die „A. M.-Z." schreibt, die
Flora-Oper in Berlin eingeführt, indem dieselbe nicht den
Besuch der Au^hrungen durch Berichterstatter verlange,
sondern die Zeitun&en mit inter muros geschriebenen Kriti-
ken versehe, sodass die Redactionen blos abzudrucken brauchen
und bei dem mit vollen Händen gestreuten Weihrauch sicher
sein können, bei der Direction und den betr. Künstlern kein
böses Blat zu machen. Wir möchten dieses Verfahren dem
Laipziger Theaterdirector Hm. Staegemann zur Nachahmung
empfehlen, damit er in der Abwirthschaftung der Leipziger
Bühnen ein noch etwas schnelleres Tempo als bisher an-
schlagen könnte und dadurch den hiesigen Behörden schneller,
als sonst zu hoiFen, die Augen über die künstlerischen Tenden-
zen dieses 'iheaterstrategen geöffiiet würden.
• Im Opernhaus zu Frankfurt a. M. ist gegenwärtig
eine Aufführung des „Nibelungen-Ringes" im (Smge, die
bis jetzt einen annehmbaren Verlauf nahm.
• Nach den „Meistersingern" von R. Wagner soll auch
,iTannhäus6r" in der Pariser Grossen Oper in Scene
gehen.
♦ Ein Berliner Blatt macht die etwas fragwürdige Mit-
theilung, dajBS zu den nächsten Opemnovitäten des Dresdener
Hoftheaters Wagner 's „Feen" zu zählen seien.
♦ Die nächste Saison des Scala-Theaters in Mailand soll
mit „Christoforo Colombo" von Franchetti eröffnet werden,
darauf sollen die „Meistersinger" von Wagner und hoffent-
lich „Falstaff" von Verdi folgen.
* Hans Sommer's Oper „Lorelei" wurde auch vom Hof-
theater zu Darmstadt zur Aufführung für n. Saison ange-
nommen.
* Auch in Barcelona soll das Andenken des Christoph
Columbus durch Aufführung einer Oper „Christophe Colombe"
von Vedaly-Careto gefeiert werden.
♦ Im Quirino in Rom hatte „La Zingara di Granata"
von Bartolucci einen populären Erfolg, während die Kritik
den Mangel an Individualität und Lebenskraft daran beklagt.
* In Brüssel soll in der bevorstehenden Saison eine neue
vieractige, „Maitre Martin" betitelte Oper von Jan Blockx
erstmalig in Scene gehen.
* Der „Sängerkranz" zu Ohrdruf i. Th. beging am
31. Juli sein 25jähriges Stiftungsfest mit einem Sängerfest,
an welchem sich circa 20 auswärtige Vereine betheiligten.
* In Delft wurde am 4. August der 80. Geburtstag
des Nestors der niederländischen Componisten, Jean G^raid
Boers, mit einem Concert gefeiert, dessen Programm aus
Werken des Meisters, von diesem persönlich geleitet, bestand.
* Der New- Yorker Männergesangverein «Arion" machte
die letzte Hauptstation auf seiner deutschen Triumphreise in
Co In und bestand vor dem durch den Cölner Männer-
Gesangverein so verwöhnten Pablicum ebenso glänzend, wie
vorher in Wien, dem Domicil des nicht minder berühmten
Wiener Männer-Gresangvereins.
* Der kürzlich in Berlin verstorbene Musikschriftsteller
Dr. Wilhelm Langhans, ein ehemaliger Schüler des k. Con-
servatoriums zu Leipzig, hat diesem Institut testamentarisch
die Summe von 100,000 Ji zu Stipendienzwecken vermacht.
* Der Prooess, den Berga, der Textdichter der Mas-
cagni'schen „Cavalleria rusticana", gegen Mascagni und Son-
zogno, den Verleger der Oper, wegen Gewinnantheil an den
Aufführungen dieses Werkes führte, ist vom Cassationshof
zu Turin endgiltig dahin entschielen worden, dass die beiden
Beklagten S5o/o der bereits erzielten und nocn zu erzielenden
Reineinnahme, die sie in ih rem geschäftlichen Edelmn the
ganz für sich beanspruchten, an den Textdichter abzugeben
haben. Wie wir schon mittheilten, sollen beide Herren damit
umgeben , sich einen anderen Text zu der Oper schreiben zu
lassen, in der Hoffnung, einen Scribenten zu finden, der die-
sen Handlangerdienst umsonst thut, und sie dann unverkürzt
die Einnahme einheimsen können.
* Der bekannte englische Tenorist Hr. Sims- Reev es ist
als Gesanglehrer für die Guildhall school of music in Lon-
don gewonnen worden.
* Zum Gesanglehrer am k. Conservatorium in Madrid an
Stelle des berühmten Ronconi ist der Marquis d*Alta-Vi Ha
ernannt worden.
'^ Heinrich Zöllner hat bei der internationalen Concur-
renz in Cleveland für das 1893 daselbst abzuhaltende Sänger-
fest des Nordamerikanischen Sängerbundes mit einer Cantate
für Männerchor, Soli und Orchester den ersten Preis er-
rungen.
* Dem Componisten Hm. Hans Hub er in Basel wurde
von der philosophischen Facultät der dortigen Universität die
Doctorwürde verliehen.
* Hm. Ad. Felchner, dem Dirigenten des Giessener
Concertvereins , wurde vom Grossherzog von Hessen-Darm-
stadt das Ritterkreuz 2. Classe des Verdienstordens Philipp's
des Grossmüthigen verliehen.
Todtenliste. Rudolf Ibach, intelligenter Pianoforte-
fabrikant, Chef der renommirten Clavierüftbrik Rud. Ibach
Sohn in Barmen, Schwelm und Cöln, f, 49 Jahre alt, in
Herrenalb. — Heinrich Kahl, k. Capellmeister in Berlin, ein
in seinem Beruf tüchtiger und gewissenhafter Künstler, f,
53 Jahre alt, am 6. Aug. — Osvaldo Bottero, Bassist, f,
43 Jahre alt, in Florenz durch Selbstmord. — Franz Vetta,
wohlbekannter Opernsänger, f, 30 Jahre alt, in Riverside
(California). — Cnarles Edward Stephens, Organist, Oompo-
nist, t» 71 Jahre alt, in London. — Picka er t, vortrefflicher
Musiker, Organist, ti 75 Jahre alt, in Asniöres. — Giuseppe
L obere, berühmter Posaunen virtuos, Gründer eines nach ihm
benannten Opernhauses in Santa-Barbara (Nordamerika), f,
80 Jahre alt, durch Selbstmord.
Ergänzung: In derRubrik Musikalien- und Bücher-
markt in vor. No. ist bei der Schrift »Das Drama Richard
Wagner's der Automame Houston S. Chamberlain irr-
thümlich weggelassen worden.
Kritischer Anhang.
Dr. Hugo Dinger. „Die Meistersinger von Nürnberg«, eine
Studie zur Einführung in das Werk. Leipzig und Baden-
Baden, Constantin Wfld's Verlag. 1892.
Dass in diesem, durch Studium und Sachkenntniss sich
f^qaeeicbn^dei^ Büchlein der Rahmen einer blossen Einftkhrung
erheblich überschritten wird, ist kein Fehler, sondern ein
Vorzug der Arbeit. Der Verfasser möge es uns deshalb zu-
Site halten, wenn wir an sein Werkchen auch einen höheren
aassstab legen, als an Andere der Art.
Dinger fasst in erster Linie die Dichtung ins Auge; schade
dass die Musik dabei so gar stiefmütterlich behandelt worden
'419
isk Sctbkeaalicli- ^8»id deeh^ die „Mei^teneinger^ kern LiUeratur-
prodnctj and die Yorspiel» und daa so beredt* die Handlung
eriftuiemde Orchester sind aach wesentliche Bestandttheile
der Dich tusg. — Im Zusammenhang mit Dinger 's Stellung zur
Musik steht es auch, -däsB- er »war den Bau des Stückes, nicht
Ikber die so. sehr wichtige poeUsohe Form in den Bereich sei-
ner Untersuchung gezogen hat, worüber man sich allerdings
in Hinblick auf die gründliche Erledigung dieser Arbeit m
Gurt Mey's Schnft: ^^i' Meistergesang m Geschichte und
Kunst"*) trösten kann.
Schmerzlich vermisst man auch ein Eingehen auf die
Quellen "der Dichtung, weniger auf die historischen im Meister-
gesang und seinen Bräuchen, die ebenfalls Mey erschöpft hat,
als auf die auch von diesem völlig unterschätzten Werke von
Üeinhardstein und Lortzing. Dinger hat sich durch deren
Ignorirung seine Arbeit unnöthig schwer gemacht und sich
selbst den sichersten Boden zur Beurtheilung Wagner^s und
seiner Absichten entzogen.
Doch wie Dem auch sei, — in dem Umkreise, den D. sich
für seine Arbeit abgegrenzt hat, hat er Vortrefiliches geleistet.
Namentlich der erste Theil seines Werkchens, „das Problem
der Dichtung**, muss Jedem eefaUen; sowohl in dem allge-
meinen, wie in dem geschichtlichen Theile dieses Abschnittes
verräth der Verfasser eine gründliche Kenntniss von Wagner^s
Entwickelun^sganer.
Der zweite una umfangreichste Theil des Werkes erörtert
die Handlung und ihre Charaktere; nach einer trefflichen,
nicht nur berichtenden, sondern auch erläuternden Inhalts-
angabe werden Walther, Eva, die Meistersinger und Hans Sachs
einzeln besprochen; da wir auf diese Weise fünf Mal durch
die ganze Dichtung gefuhrt werden, geht es leider ohne er-
müdende Wiederholungen nicht ab.
Am besten haben uns von den Charakterschilderungen die
Walther^s und der Meister gefallen ; die ritterliche Gestalt des
stolzen Jünglings ist bisher kaum so gründlich imd klar ins
Licht gestellt worden, und das Gleiche gilt von der behäbigen
Zunft, bei der auch der kleinste Meister seine Berücksichti-
gung findet.
Bei der Charakterschilderung der Eva fkllt vor Allem die
Paralelle zwischen ihr und der Elisabeth vortheilhaft auf, die
D. zieht. Aus solchen Stellen könnten auch Darsteller Etwas
lernen, — wir würden dann keine soubrettenhaflen Evchen
und keine heroinenhafien Elisabeths mehr sehen.
*) Carlsruhe 1892. Man kann diese Schrifl nicht warm
genug empfehlen!
. Sachs erscheint erst an letzter Stelle, gemeinsam mit dem
Volke. Da im Vorigen schon Viel von ihm gesagt ist, kommt
er bei dieser eigentlichen Charakteristik etwas zu kurz. Aber
auch abgesehen davon können wir Dinger von dem Vorwturfe
nicht freisprechen, einen wesentlichen Zug in Sachsens Cha-
rakter übersehen zu haben. Sachs ist nicht nur die Maschine,
die , über der Handlung stehend y. Alles zum schönsten Ziele
führt, er nimmt nicht nur an der künstlerischen Frage des
Stückes Antheil, sondern auch in der Liebesangelegenheit
spielt er eine ganz hervorragende Bolle, — das ist Dinger ent-
gangen. Auch Sachs, der Wittwer, hat seine Augen nicht
ungestraft auf das schöne Nachbarkind geworfen, was dieses
sehr wohl weiss; und wäre nicht Walther rechtzeitig gekom-
men, so war er „am End doch hineingerannt**, und sie, die
ihm zwar nicht gerade „liebte**, aber ihm herzlich gut war,
hätte auch vor der Zeit ihrer elementar ausbrechenden Nei-
gung zu Walther gewiss nicht „nein** gesagt. Als Sachs diese
aber bemerkt, weicht er gern dem „ewig Jungen**, er „war
klug und wollte Nichts von Herrn Marke^s Glück** ; seine Nei-
gung scheint ihm nun ein „schöner Abend träum**, „seines
Herzens süss Beschwer galt es zu bezwingen**, — da liegt auch
der Schlüssel zu Sachsens Scene mit Evchen im 2. und mit
David im 3. Act, die bei Din^r doch gar zu gemüthlos er-
scheinen. Es thut uns leid, dies an einem sonst so tüchtigen
Buche aussetzen zu müssen.
David und Lene sind, man weiss nicht recht waruiP} keiner
besonderen Berücksichtigung gewürdigt worden; man bedauert
das umsomehr, als die übrigen Charakteristiken gründlich und
liebevoll behandelt sind.
Der dritte und letzte Theil der Arbeit behandelt die Oeko-
nomie des Stückes; man findet hier u. A. eine treffliche Ueber-
sichtstafel über den Aufbau des Dramas; ein Eingehen auf
Wagner's Quellen hätte übrigens namentlich diesen Theil
vortneilhaft bereichem können.
Doch — vielleich ists des Tadels schon zu viel gewesen und
ich könnte in den Verdacht des Beckmesserns kommen, und
das wäre bedauerlich bei einem Werkchen, das so Viel des
Vortrefflichen enthält. Seinen Zweck, den mit Wag^er's Dich-
tung noch minder Vertrauten in deren Schönheiten einzu-
führen, erfüllt es jedenfalls vollkommen, und wenn des Ver-
fassers grosses Werk Über Wagner's philosophischen Ent-
wickelungsgang den Kennern Wagner^ relativ Aehnliches
bietet, so können wir ihm nur Glück wünschen! —
Dr. Rudolf Schlösser.
I3Y*iefl£a.Hteii.
L, G, in /?. Wir haben infolge Ihrer Vermuthung direct
angefragt, jedoch nur einen feigen, ausweichenden Bescheid
erhalten.
'B..G, in S. Wir sind nachträglich in der Lage, Ihnen
folgende, uns als prompt und zuverlässig gerühmte Firma
nennen zu können: Agence artistique. J. AUiod. 134. Fau-
bourg Poisonniöre, Paris.
M. K, Prof. Dr. Sarrazin, der neueste Kämpe des Hrn.
Goepfart, der dessen „Camilla** und „Sarastro** als „Treffer,
ganz entschiedene Zugführer** bezeichnet, denen „trotz der
(auch von Hm. Prof. Dr. Beinecke wiederholt vorgeschlagenen)
Empfehlung von Autoritäten** (!) und trotz anderen Umständen
nur eine die Initiative ergreifende Bühne fehle, ist auch uns
eine vollständig unbekannte Persönlichkeit, über welche Ihnen
vielleicht nur Hr. Goepfart selbst nähere Auskunft geben
kann, mit dessen eigenen Publicationen das ganze stilistische
Gemachte dieser neuesten Reclame übrigens eine grosse
Aehnlichkeit hat.
L, G, in K. Die durch die Presse gegangenen Gerüchte
von Sistirung der Bayreuther Bühnenfestspiele waren auf bös-
willige Erfindung zurückzuführen. Für die Gegner Bayreuths
ist keine Lüge zu gemein, um nicht von ihnen ersonnen und
verbreitet zu werden.
M, P, in G, Auch wir haben hier einen Kammersänger,
den man eher als einen Jammersänger bezeichnen könnte.
AnxeliTOi^
Für das Städtische Orchester in Bremen wird
ein in Oper und Goncert routinirter HBI*f0liist (oder
Harfenistin) gesucht. Jahres-Engagement. Meldungen
sind zu richten an: [880.]
Verein Bremischer JMusilc-Freunde.
Fr. Welnllg, Vorsitzer.-
4»
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420
Im Verlage Ton E. W. FritBsch in Leipzig erschien soeben : )|£S!^^
Ricbard Wagner's geistige Entwicl^elung.
Versuch einer Darstellung der Weltanschauung
Richard Wagner's
mit Bücksichtnahme aaf deren
Verhältniss zu den philosophischen Richtungen
der Junghegelianer und Arthur Schopenhauer's
^^ von
Hugo Dinger.
Band I. Die Weltanschauung Richard Wagner's in
den Grundzügen ihrer Entwicl(elung.
Vorwort. [832.]
Richard Wagner's Persönlicheit.
Erstes Capitel. Die Periodisirung des Entwickelungsgan-
ges Richard Wagner's.
Zweites Capitel. Die erste Hauptperiode (1813—1849).
I. Allgemeines.
§ 1. Die metaphysisch-religiösen Anschauungen Wag-
ner's während der ersten Hauptperiode.
§ 2. Die ethischen Anschauungen Wagner's.
§ 3. Die politischen Anschauungen Wagner's während
der ersten Hauptperiode.
II. Charakteristik der Einzelperioden.
§ 4. Die Periode der rein Conventionellen Nachahmung.
1. Von den ersten künstlerischen Versuchen his
zur Vollendung der Oper „Die Feen".
2. Wagner im Gefolge des Jimgen Europa**.
8. „Rienzi".
§ 6. Künstlerische Emancipation.
§ 6. Reformationsbestrehungen.
1. Versuch einer Reformation der „deutschen
Oper".
2. Wajper im Conflict mit seiner Thätigkeit am
Hoitheater zu Dresden.
T* 3. Wagner's Eintritt in die politisch-socialeh Be-*
wegungen der vierziger Jahre.
A. Eintritt in den Ideenkreis der Junghege-
lianer und der -Demoloraten". Vereinigung
von künstlerischen und politischen Postu-
laten. Aufsatz über Devrient's Geschichte
der Schauspielkunst.
£. Wagner im Anschlüsse an die politischen
Parteibestrebungen der „demoKratischen
Partei". „Die Vaterlandsvereins-Rede".
Drittes Capitel. Richard Wagner und der Mai-Au£stand
zu Dresaen.
Viertes Capitel. Zwei bisher unbekannt gebliebene Auf-
sätze Wagner's für die „Volksblätter«.
Fünftes Capitel. Die zweite Hauptperiode (1849—1888).
I. Wagner unter dem Einflüsse der Philosophie der
Junghegelianer.
§ 1. Allgemeine Charakteristik dieser Periode.
Die metaphysischen und religiösen Anschauungen
Wagner's während der Junghegel'schen Periode.
Die ethischen Anschauungen Wagner's während
der Junghegel'schen Periode.
Wagner's politische Anschauungen während der
Junghe^l'schen Periode.
Kunstlehre Wagner's in der Junghegel'schen
Periode.
II. Wagner unter dem Einflüsse der Philosophie Schopen-
hauer's.
§ 6.
§2.
§ 3.
§4.
§ 6.
§ 7.
Üebergang zu Schopenhauer. Allgemeine Cha-
rakteristik dieser Periode.
Die metanhysisch-religiösen Anschauungen Wag-
ner's in der letzten Hauptperiode seines Lebens.
§ 8. Ethik.
§ 9. Politische Anschauungen.
§ 10. Kunsttheorie.
Tabellarische TJebersicht über die Entwickelung der Welt-
anschauung Richard Wa^er's.
Verzeichniss der Varianten zwischen den Originalausgaben der
Waf^er'schen theoretischen Schriften unddem Abdruck der
zweiten Auflage der Gesammelten Schriften u. Dichtungen.
Litteratur- Verzeichniss.
'(^c^anin^^Tic^tYCS^^^
i
Wilhelm Hansen's Verlag. Leipzig.
Zu ConoeptauffOhpungenl
[838.]
Zwei neue Chorwerke:
Agnete und die Meermädctien.
(Apete ind the Mermaids.)
Gedicht von H. C. Andersen.
FUr eine Solostimme, Frauenohoru. Orchester
von
Niels W. Gade.
Partitur J^ 2,50. no. Orchesterstimmen J^ 4, — . no.
(Violine 1, 2, Viola, Violoncelle, Bass je 30 ^ netto.)
Chorstimmen (Sopran I, 2, Alt je 40 /^.) Solostimme
(Sopran) 50 /^. Ciavierauszug Ji 1,80.
(A summer-day.)
Idylle von H. Hertz.
Für Soli, Frauenchor und Orchester
von
J. P, E. Hartmann.
Partitur J$ 3,—. no. Orchesterstimmen Ji 5, — . no.
(Violine 1, 2, Viola, Violoncelle je 60 4, Bass 30 ^ no.)
Chorstimmen (Sopran 1, 2 u. Alt) je 40 /^, Solo-
stimmen (Sopran u. Tenor [Bariton] je 60 /^.) Cia-
vierauszug Ji 3,—.
(English Version by Urs. John P. Morgan.)
2 Lustspiel-Ouvertüren
(fQr grosses oder Ideineres Orchester
ausführbar).
IMflPIAÜ Ü Pariitur 3 .^ n. Stimmen 5 .4^ n.
• iTlallVUifl« Ciavierauszug zu vier Hftn-
den 2 M.
II. Nordisehe Sennfahrt Ife^ljü»:
ClaTlerauszugr zu vier Händen 2 H.
1^!
Seh
uberth's HEusikallsches
Fremdwörterbuch*
19. Auflage. Gehunden 1 Jf. [83S]
Verlag von J. S^chnberth A Co., Leipzig.
Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig. [835.]
Werner, Anic., Op, 42. Gavotte feir Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Jf 2, — .
431
Städtisches Gonservatorium für Musik zu
Strassburg i. Eis.
Das Unterrichtsjahr 1892/93 beginnt am 21. September d. J. Anmeldungen zur Aufhabme werden von
dem unterzeichneten Director am 17., 19. und 20. September Vormittags von 8 — 12 übr und Nachmittags von
3 — 5 Ühr im Anstaltsgebäude (Eleberplatz) entgegengenommen.
Auch werden daselbst ausfuhrliche Prospecte ausgegeben.
Die Unterrichtsfächer sind:
Sologesang (Director Stockhausen, Frau Rucquoy-Weber); Opemgesang (Bruch); Chorgesang (Director Stock-
hausen); Clavier (als Hauptfach Blumer, Somborn, Frau Ducas-Mayerhofer, Frl. Mühleisen; als Nebenfach
Hünch und Scharschmidt); Violine (Schuster, Nast und Klingler); Viola (Klingler); Violoncell (Roth);
Contrabass (Oeissel); Flöte (Rucquoy); Oboe (Hofhansel); Clarinette (Eberhardt); Fagott (Wittmann); Hom
(Henry); Trompete (Riff); Posaune (Scharscmidt); Orgel und Liturgik (Münch und G essner); Harmonielehre,
Contrapunct und Musikgeschichte (Somborn); Ensemble- und Orchesterspiel (Schuster); Solf^e (Bahre und Hardt).
Strassburg i. Eis., im August 1892. [886b.]
Der Director des städt Oonservatoriums
Professor Franz Stookhausen.
6. ^ecüsiein,
FIflirel- nnd Planlno-Fabrikant.
Hofüefeiraint
Sr. Maj. des Kaisers von Deutschland nnd Königs yon Preussen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Dentschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser!, nnd Königl. Hoheit des Kronprinzen von Dentschland and von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
X^ondon W.
445 Ozford-StP.
I. Fabrik: 5—7 Johannls-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. Fabrik: 21 Grünauer-Strasse und Wiener-Strasse.
m. Fabrik: 124 Reichenberger-Strasse.
[887.]
JBerUn I^.
5— -7 Johannls-Str«
Königliche Musikschule Würzburg.
(Kgl* bayerische Staatsanstalt.)
Beginn des Unterrichtes: 20. September.
Die Anstalt bezweckt eine Yollständige Ansbildang in allen praktischen und theoretischen Zweigen der Ton-
kunst. Der Unterricht nmfasst folgende Fächer: Chorgesang (Lehrer: Director Dr. Eliebert, Schnlz-Dornbnrgy
Gagel), Sologesang (Schulz-Dornbnrg), Rhetorik, Declamation nnd italienische Sprache (Professor Dr.
Zipperer), Clavier (yan Zeyl, Prof. Meyer-Olbersleben, Prof. Oloetzner, Professor Ritter, Gagel), Orgel (Professor
Gloetzner), Harfe (Häjek), Violine (Concertmeister Professor Schwendemann, Pfisterer, VoUrath), Viola alta
(Professor Hermann Ritter), Violoncell (Professor Boerngen), Contrabass (Pek&rek), Flöte and Piccolo
(Bokovsky), Oboe und Englisch Hom (Häjek), Clarinette, Bassethorn und Bassclarinette (Bob. Stark),
Fagott and Contrafagott (Roth), Hörn, Trompete, Zugposaune, Basstuba nnd Pauke (Lindner),
Kammermusik-, Streicher- und Bläser-Ensemble (Concertmeister Prof. Schwendemann, Pfisterer, Stark, Häjek),
Orchesterensemble (Director Dr. Eliebert), Harmonielehre nnd Contrapnnot (Dr. Kliebert und Prof.
Meyer-Olbersleben), Partiturspiel nnd Direction (Dr. Eliebert), Geschichte nnd Aesthetik der Musik
(Professor Ritter), Litteraturgeschichte, Geographie und Weltgeschichte (Professor Dr. Zipperer).
Das Honorar richtet sich nach dem gewählten Hauptfache (sämmtliche Nebenfächer sind honorar-
frei) und beträgt fUr Clavier, Theorie oder Harfe ganzjährig 100 Mk., für Sologesang, Orgel, Violine, Viola
alta oder Violoncell 80 Mk. nnd für Contrabass oder ein Blasinstrument 48 Mk.
Prospecte nnd Jahresberichte sind kostenfrei von der unterfertigten Direction, sowie durch Jede Musikalien-
handlung zn beziehen. [888.]
]>le kttnlgl. Dlreetton:
Dr. Kliebert
439
Darob jede ßuch-, Kunst- und MosikalienhAndlung, sowie
direct vom Verleger su beziehen:
Biohard Wa^w.
Zweite Auflage* (Volkaatisgäbe.)
Zehn Bände. Brocb. Ji 18,—. Geb. ^ 95,—.
Geb. in fünf Doppelbänden Ji 22,—. Inbaltsverzeicbniss gratis.
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Beetboven. 2. Auflage. Ji 1,50.
Ueber die Bestimmung der Oper. Ein akademischer Vor-
trag. 2. Auflage. ^ 1, — .
Ueber die Aufführung des BQbnenfestspieles „Der Bing
des Nibelungen*«. 50 4.
Ueber Schauspieler und Sänger. M 1,50.
Das Bühnenfestspielbaus zu Bayreuth. Nebst einem Be-
richt über die Grundsteinlegung desselben. Mit sechs
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Die BfihBeBfestspiele io Bayreuth.
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Violine, Torstadien zu den Ylollnconcerten
ftlterer und neuerer Meister von Hans H. Bnlil^*
umfasst drei Hefte. Heft I: „12 Stadien zu den Concerten
älterer Meister", Heft II: „12 Studien nach Beethoven, Men-
delssohn, Spohr u. A.", Heft III: „12 Studien nach Bruch,
David, Joachim. Raif u. A." Angefahrte Concerte sind in
Etudenform wieaerg:e^hen und sollen den Schiller befähigen,
jene Meister im Original technisch vollkommen beherrschen
zu können. Das Werk bietet dem Lehrer einen Leitfaden in
der stufenweisen Folge unserer classischen Violinconcerte und
S'bt auch jedem strebsamen, über der Mittelstufe stehenden
eiger Gelegenheit, sich in einer den höchsten Anforderungen
eines virtnosen Solospiels entsprechenden Technik selbst fort-
zubilden. Vorzüglich empfohlen wurde die Schule durch die
Lehrer des Leipziger Couservatoriums, die Herren Professor
Fr. Hermann und Capellmeister Hans Sitt, sowie durch
andere namhafte Künstler. [840.]
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Aecompagnement de Piano. 2 ^,
Op. 23. 2 Morceaux de Salon pour Violoncelle avec
Aecompagnement de Piano. No. 1. Danse montag-
narde. No. 2. Etüde de Goncert. 2 ^50 /^ .
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AusfOhrllehe Proapecte kostenfrei. [842.]
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Bd. m. (Schluss) Ji 3,50.
Die Urtheile der höchsten musikalischen Auto-
ritäten: d* Albert, Prof. Seharwenka, Klindwortb,
Moszkowski, Prof. Qernsheim, Prof. 0. Paul,
Frau Amalie Joaehim u. A. stimmen darin über-
ein, dass Breslaur's Werk in seiner Eigenart, die
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erziehen, unerreicht dasteht. [84db.]
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ii?feia||gi>iv[glEi:^igjigi:^jai5i^!?;i^ilEii^igi!g^wllim?K
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Ersten Concertmeisters und Dirigenten der Curmusik
zum 1. October er. neu zu besetzen. Das pensionsberech-
tigte Gehalt beträgt 2000 Mark jährlich, steigend nach
je 4 Jahren um 200 Mark bis zum Höchstgehalte von
2400 Mark. Sodann wird ein Benefizconcert bewilligt,
zu welchem der Gurhaussaal (einschliesslich Beleuchtung)
und das städtische Orchester unentgeltlich zur Verfügung
gestellt werden.
Befähigte Bewerber wollen sich unter Beifügung
eines Lebenslaufes und ihrer Zeugnisse baldigst bei dem
städtischen Musikdirecton Herrn Schwickerath melden.
Reisekosten werden nicht vergütet.
Aachen, den 3. August 1892.
Der Oberbürgermeister.
I. V.
E b b i n g.
Drück Ton G. u. Röder in Leipzig.
Leipzig, am 25. August 1892.
Butt lllltlltkl BlCl-, [Uli- Mt «.. u . ^ ,
iil luitallnliiduuii. »•!> _ _^ 2^,1!,,
'^Ä^ö^ f5r MusikflT ^m(\ 'flim^Vfvm^^^(\a ^M
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[No, 3&,
InbKlt: Kritik: Jahuins« Brahma, FOnt Geaänee für gemiaohteu Chor i
renth, Carlsnüia (Fortiatznne) nnd Kiel. " ' "■ —
'■ ■ -(ovltftten. - Vei
der Sängerkrieg auf Warihurg", e
Yermlioht« Mltthellinigeii und Noticen.
oapella, Op. 104. (Fortaetzong.) ~ Tagaagwehlclita : Hnaikbrlefe uu Boy-
KngagBinaiitB nnd Qaatapisls In Opei nnd Oonoart. ~ Rlrahenmualk. —
- I&itlr-'— — ■■ ^ - ■" "^ - ■■■
1, C. Eelnecka nnd Ferd. W
Kritik.
Johannes Brahms. Il^f Gesänge fär gemiecliten Chor
a capella, Op. 104. Berlin, N. Simrock.
Beeprochen von Df. HelUFleb SehenkeF.
(Fortsetzung.)
HL LetEtes Glück.
Am bemerkenswerthesten ist in diesem secksBtimini-
gen Chor die Freiheit, mit welcher die dichterische Idee
sich eine eigene, eben nur ihr entsprechende musikalische
Form erachaf. Wie in dem Gedichte den ernsten Schatten
des Herbstes das Helle, Sanfte der „Frühlings träume"
entgegenwirkt and die zarte, anmathige Energie der Farbe,
wie sie „der bei den spAten Hagerosen verweilende
Sonneublick" bedeutet, durch die süss-traorige Melancholie
„eines letzten, hoffnungslosen Glückes" abgetönt wird, so
versinnlicht auch die Musik diese Contraste nach der ihr
allein e igen thümli eben Richtung hin. Die vollständige
Congmenz zeigt sich in der Ordnung der vier Tonarten,
die das Stück beherrschen — Fmoll-Asdar, Fdnr-FmoU.
Die Melodie theilt sich ebenfalls in vier Gruppen und stei-
gert so die Plastik der gedanklichen Motive. Zu den in
der Melodie auftretenden motivischen Nachbildungen nnd
Wiederholungen erlaube man mir Folgendes zu bemer-
ken. Wie in dem durch die Sinne vermittelten oder nur
mittelbar durch die Phantasie angeregten Erleben der
Stimmung die Gegensätze zwar dnander zu bekämpfen
scheinen, in Wahrheit aber der Eine in dem Anderen
nachwirkt und so endlich Alle zusammenwirken, um die
Complicirthett einer Stimmung bu begründen, die man f%r
eine „Einheitlichkeit" auszugeben beliebt, so können mo-
tivische Nachbildungen und Wiederholungen, wenn sie im
Dienste der Gedanken auftreten, ebenso sehr Bindemitteln
für verwandte gedankliche Erscheinungen werden, als sie das
gewisse Nachwirken des einen Gegensatzes in dem anderen
wiedergeben können. Es ist möglich — in letzter lustaus
entscheidet jedes einzelne Individuum — , dass die theil-
weise Wiederholung der ersten melodischen Gruppe un-
seres Chores in der vierten den Gedanken „des letzten
Glückes" satter darstellt, weil sie die Verbindung mit
dem Bilde „leblos gleitet Blatt um Blatt still und traurig
von den Bäumen" wieder anregt. Ebenso ist ea mög-
lich, doss Aehnlichkeiten der Melodiebildung in den beiden
mittleren Xjcbtpartien diese sozosagen mit symbolischer
Kraft einander näher rücken. Alles Das ist in der Empfin-
dung des einzelnen Individuums möglieh, auch wenn es
über die Absicht des Componisten hinausginge, welcher
von den Aehnlichkeiten nnd Wiederholungen seiner Me-
lodiebildung vielleicht blos formale Dienste beanspruchte,
nicht anders, als man es in der Regel in der reinen
Instrumentalmusik thut Tonmalerei ist es, wenn „leblos
gleitet Blatt":
Ziemlich langsam.
Leb - los glei
musikalisch wiedei^egeben wird.
426
IV. Verlorene Jagend.
Der Chor iBt filnfstimmig: Sopran, Alt, Tenor, Bass
I nnd n. Die Fünfstimmigkeit schreibt sicli aber nur von
dem Bedürfniss des Kanons her, der einmal swiscben
Sopran nnd Alt, ein zweites Mal zwischen Bass I und
Sopran geführt wird. Die übrigen Stimmen begnügen sich
damit, den Kanon harmonisch bestimmter nnd nnzweideu-
tiger zn interpretiren. Die Idee des Kanons ist indessen
nicht Bedürfniss des Gedichtes selbst, vielmehr spontaner
musikalischer Laxns.
Es sind darin Motive enthalten, welche Züge des
Brahms'schen Typns sind:
Sopran.
mei - ne jun - gen Ta - ge wo — sind sie so
[^ n ji.;' f^
ä
80
-5^5
— bald?
bald, wo — sind sie
Die weitere Apostrophe des Dichters an die Jagend —
eine warme Apostrophe — erhebt den Gomponisten von
der DmoU-Tonart des Kanons zar Ddar-Tonart, reisst ihn
über das Normale der Symmetrie mit fort, und so ent-
steht die far die Erkenntniss der Brahms'schen Melodik
charakteristische Wendang:
Espress, e cresc. molto.
Sopran.
^
3
^
3
i^^
Ju - gend, theu - re Ja • gend, flo - best
n. 8. w.
f0 i ^iU'f> r/^4^-^^
mir da - hin ; o du hol -de Ja - gend
Den Scbloss des Ddar^Theiles:
^^ p dolce
Sopran.
acht - los war mein Sinn!
halte ich für Schnbert'scb. Beide Theile wiederholen
sich dann anverändert.
Die Uebersichtlichkeit der Melodie, ihre plastische
Gliedernng wird darch die Dynamik wesentlich gefordert,
die dem Gomponisten darch ihre Mittel der Steigerangen
and Senkangen za Hilfe kommt.
Brahms hat „lebhafte, doch nicht za schnelle" Be-
wegung im ersten and „ein wenig gehaltene" im zweiten
Theile vorgeschrieben, welch Letzterer sich übrigens mehr
als Steigerang, denn als Gegensatz kundgibt In dieser
Vorschrift offenbart sich mir das charakteristischeste Mo-
ment der Gomposition. Denn mir scheint, dass der Gom-
ponist im Gedicht nicht den Ausdruck schwerer Resigna-
tion gesehen hat; mir scheint, dass ihm aus dem Gedichte
Bild und Stimmung einer reifen Persönlichkeit entgegen-
sah, welche ihren thätigen Ernst vorübergehend nur durch
Selbstvorwürfe wegen der „achtlos verlorenen Jugend"
unterbricht. Der Ausdruck des Ghors hat für meine Em-
pfindung mehr von der Beweglichkeit eines Gedankens,
als von der Beharrlichkeit einer tieferen Stimmung.
Die Musik für sich allein betrachtet ist aber voll
Brahms; man stelle sie in ein Programm und sie wird
unter hundert anderen Gompositionen erzählen, wer
„mein Meister gewesen".
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Bayreuther Künstler — Bayreuther Schule.
Wie verschieden lauten auch in diesem Jahre wieder die
Urtheile über die in Bavreath wirkenden Künstler ! Meistens
klingen beim kritisirenden Pablicum die Ansprüche hindurch,
die im heimischen Opemtheater gestellt za werden pflegen,
wo aas einer Reihe einzelner, mehr oder minder virtuoser
Leistungen die Aufführung sich zusammensetzt, wo auch durch
diese der Erfolg bedingt ist. SoU nun auch Bayreuth bei der
Auswahl seiner Sänger vorzugsweise darauf halten , dass sie
dem Publicum „gefiälen^? Dazu hat man sich hier von An-
fang an in einen bewussten Gegensatz gestellt. Hier ist man
glücklicherweise frei von der Köthigung, den Neigungen und
und Gewohnheiten des Publicums entgegen zu kommen oder
gar ihnen zu schmeicheln. Der Notn gehorchend hat der
verewigte Meister allerdings die Pforten seines Kunsttempels
dem grösseren Publicum geöflnet, die Ziele sind aber die
früheren geblieben : hier n.lt es die grösste Reinheit des Stiles,
cUe möglichst vollendete Darstellung des Kunstwerkes, womit
eine Tradition geschaffen, den anderen Bühnen ein Spiegel
vor&;ehalten werden soll. Das Drama ist der Zweck; die hel-
fenoen Künste, auch deren wichtigste, die Musik, haben nur
soweit Berechtigung, als sie jenem Zwecke dienen.
Wie häufig wird dieser Standpunct aber noch verkannt I
Am auffallendsten wohl von jener feingebildeten Dame, die
zum ersten Male den „ParsifiEtl** hörte und, nach dem Ein-
drucke befragt, nichts Anderes sagte als: „Ich weiss nicht, der
Tenor hat mich doch nicht so recht befriedigt.** Sie urtheilte
also über das Kunstwerk nach der Schablone der „Tenor**,
der „Bariton**, die „dramatische Sängerin** etc. Ganz anders
der „Bayreuther** reinsten Wassers, der gelassen sagt: ^Die
Theaterzettel (was dafür verkauft wird sind allerdings jäm-
merliche Machwerke der Speculation) sehe ich mir gar nicht
an; es ist mir gleichgiltig, wer singt.**
Bis zn einem gewissen Grade ist Letzteres berechtigt,
denn Träger berühmter Namen sind hier schon gescheitert,
und andererseits haben Kräfte, die anderwärts kaum beachtet
wurden, hier Hervorragendes geleistet. Wie kommt das? Wer
Stimme, Gesangsbildung und Persönlichkeit mitbringt, wird
hier als verwendbares Material betrachtet, das künstlerisch
verarbeitet werden muss und das hier eine bessere Schulung
als an irgend einer anderen Bühne erfährt. Ueble Angewohn-
heiten, opemhafte Manieren werden bekämpft, zum aus-
drucksvollen Vortrage, zur stilvollen Haltung im Rahmen des
Gesammtkunstwerkes werden die jungen Kräfl« angeleitet;
geläutert und gehoben kehren sie nach vollbrachten Fest-
spielen zum Tagesgetriebe ihrer Hot- und Stadttheater zurück.
In dieser Weise wird nicht nur für Nachwuchs gesorgt, es
verwirklicht sich damit auch ein gut Theil derjenigen Bay-
reuther Schule, die der Meister zu begründen gedachte.
Der Gedanke, so zu verfahren, ist also echt Wagnerisch
und schön, er hat auch bereits weit über den Festspielhüfirel
hinaus sich als heilsam erwiesen und Früchte getragen, die
es verschmerzen lassen, dass das Publicum hier und da wenig
erbaut vom „Tenor" oder der „Primadonna** gewesen ist. Ge-
fährlich aber ist es trotzdem, in jener Absicht zu weit zu fi;ehen,
der Unterweisung der Darsteller ein zu grosses Gewicht bei-
zule^n und im Vertrauen auf deren Wirksamkeit minder-
werthige Kräfte zu Aufgaben heranzuziehen, denen sie nicht
gewachsen sind. Die Unterweisung verbürgt höchstens die
Correctheit der Darstellung. Damit ist Viel, aber längst nicht
Alles erreicht. In den grossen Partien wenigstens, die beson-
dere Feinheit des Ausdrucks oder mächtiges Auilodem der
Leidenschaft erfordern, ist 'die selbstschöpferische Kraft des
darstellenden Künstlers, der lebendige Atnem, der AUes be-
427
Seelen und darchgeistigen mufis, von mindestens ebenso grosser
Wichtiekeit. wie cÜe Oorrectheit. Der verewigte Meister hat
das wonl erkannt: Bei den ersten Festspielen liat er fast alle
Hauptrollen bewährten Ktknstlem zugetheüt. Verfuhr er an-
ders, wars nicht immer zum Heil, wer die „Nibelungen"-
Festspiele mit erlebt hat. wird sich merkwürdiger Gegensätze
erinnern: z. B. des sorgmltig in Bayreuth vorgebildeten Georg
XJnger (Siegi^ied) und des genialen Albert Niemann (Sieg-
mund). Beispiele dafür, dass die richtige Anleitung, wie wich-
tig sie ist, doch längst nicht Alles zu leisten vermag, liessen
sich weiter anföhren, auch aus der Zeit der ersten „Parsifal'*-
Aufführungen liegen sie vor.
Blicken wir nun von solchen Gresichtspuncten aus auf den
grossen Kreis von Künstlern, der dieses Jahr* nach Bayreuth
berufen war, so gliedern sich diese etwa in vier Haupt-
gruppen.
Der Ersten gehören solche an, die überhaupt nicht zum
Auftreten gekommen sind. Schweigen wir von den mancherlei
verfehlten versuchen, insbesondere von dem unglaublichen
Vorhaben, einen Komiker, der nie in der Oper gewirkt hatte,
als Beckmesser nach Bayreuth verpflanzen zu wollen.
Die nächste Gruppe bilden die Ausländer. Wäre es doch
dem Meister selbst noch vergönnt ^wesen, invanDyck das
Ideal eines Parsifal zu hören! Bei diesem Künstler berührt der
leichte Anflug von fremdländischem Wesen sogar angenehm,
da Parsifal aSi Fremder in die Welt des Grals gelang. Was
hier so überaus gelungen, reizte wahrscheinlich zu ärmlichen
Versuchen. Eine begabte junge Holländerin, Frl. Mulder,
die als erstes Blumenmädchen Aufsehen erregt hat, sang
das Evchen, leider ohne rechtes Gelingen, da die erforderliche
B.eife, besonders die Deutlichkeit der Aussprache, noch fehlte.
Wie dieselbe Bolle einer Russin, Frl. Mitschin6r, geglückt
ist, weiss ich nicht. Bei Hrn. Kasch mann, einem seit län-
geren Jahren in Italien hochangesehenen Baritonisten , ist
aber das Experiment, ihn als Amfortas auf den ihm wild-
fremden Boaen des Musikdramas zu verpflanzen, gänzlich
missglückt, was übrigens nicht übermässig zu bedauern, da in
Deutschland an trefflichen Vertretern dieser Rolle kein
Mangel ist.
Erfreulicher ist die weitere Gruppe, den einheimischen
Nachwuchs umfassend. Wir begegnen hier neben einzelnem
wenig Genügenden (z.B. dem Kothner des Hm. Bachmann)
einer Reihe von vielversprechenden, jungen Talenten, dem
Bassisten Frau sc her (Pogner), dem gewandten Nebe (Beck-
messer), dem künftigen Heldentenor Ger häus er (Melot), dem
mit ungewöhnlich irischer und ausdauernder (?) Stimme be-
Sabten Anthes (Walther und junger Seemann) u. A. m. Für
ie Trefflichkeit der Bayreuther Schulung zeugt aber vornehm-
lich der gewaltige Fortschritt, der bei der vorjährigen Schaar
von Künstlern zu bemerken war. Ich nenne hier nur die
Namen Mailhac, Wiborg, Grengg^ Döring, Bucha,
Liepe, Zeller etc. und verweise auf die treffende von Prof.
Krause in No. 32 d. Bits, gelieferte Charakteristik ihrer Dar-
stellungen. Auch Grüning und Hofmüller sind hier
wieder rühmlich zu nennen.
Das Höchste leistete abei;, nach meiner Ansicht, die vierte
Gruppe: der alte Stamm von Künstlern, die ich nicht als
Schüler, sondern als Meister der Bayreuther Schule bezeich-
nen möchte, weil sie seit Jahren auch frei und selbständig
zu schaffen gewohnt sind, weil der Bayreuther Stil lebendig
in ihnen geworden ist. Hier treffen wir auf Frau Staudigl,
die musterhafte Brangäne und Magdalene, Frl. Malten, die
grossartige Kundry, auf Scheidemantel, den überaus poe-
tischen Wolfram, !rlank, den gewaltigen Klingsor und herzer-
greif enden Kurwenal, dessen Hans Sachs zu hören mir leider nicht
vergönnt war, wir treffen femer auf Vogl, der zu Aller Ueber-
rasäung mit durchaus verjüngter Stimme als Tristan auf der
Wahlstatt erschien, sich neuen Ruhm erkämpfend. Was end-
lich Frau Sucher als Isolde und Gura als Hans Sachs aucli
jetzt wieder geleistet, gehört für mich zu dem Vollkommen-
sten, was ich je auf der Bühne erlebt habe. Beide waren so
sehr in ihren Rollen aufgegangen, dass der Begriff des Singens
ode^ Spielens, als untergeordnet, nicht mehr zum Bewusstsein
gelangte, dass in ihnen die höcnste Kunst wieder zur Natur
geworden war. Dr. Hans Sommer.
Bayreuth.
Die am 11. Aug. stattgefundene „Parsifal^-Aufführung
wies keinerlei Neubesetzungen auf und zeigte dasselbe äussere
Bild, wie die vom 4. d. Mts.: Parsifal = van Dyck. Kundry
= Frl. Malten, Gornemanz = Grengg, Amiortas =
Scheidemantel und Klingsor =: Plank. Es ist übrigens
— das darf nicht verschwiegen werden — sehr zu verwun-
dem, dass verschiedene Künstler in all den Rollen, für die
sie auf dem officiellen Zettel genannt sind, bis jetzt noch gar
nicht aufgetreten sind, ja, dass Manche der Angeführten dieses
Jahr überhaupt noch nicht gesungen haben: so hat von Frau
Mohor, die für die Partie der Kundry genannt ist, noch kein
Mensch hier Etwas gehört, und sehr oedauerlich ist es, dass
Hr. Grüning den Parsifal noch nicht gesungen hat, da er
ja voriges Jahr mit ihm einen so schönen Er&lg errang und
die besten Hof&iungen erweckte. — Hr. van Dyck zeigte in
dieser Partie an dem betr. Abend wieder alle die Lichtseiten —
was geistige Auffassung und äusserliche Repräsentation an-
belangt — und alle die ebenso wenig zu verschweigenden
Schattenseiten — was den Gesang betrifft — , die seiner dies-
bezüglichen Leistung von je den charakteristischeu Stempel
verliehen haben; leider machten sich diesmal die Letzteren
einmal mehr bemerklich denn sonst, indem die schon früher
ferügten Manierirtheiten recht auffällig zu Tage traten und
er geschätzte Künstler einige Male stark detonirte. Frl.
Malten *s Kundry gewinnt an Bedeutung der greistigen Inter-
Sretation und Individualität der Auffassimg fast mit jedem
[ale, immer weiss die Künstlerin hier und da neue interes-
sante Z^ge anzubringen, documentirt sie durch dieses rastlose
Weiterstreben ihre auserlesene Künstlerschaft und vermeidet sie
es, ins Schablonenhafte zu verfallen. Gesanglich muss die auch an
den minutiösesten Stellen der schwierigen Partie seltene Noten-
treue imponiren; dass die Stimme an Klangschönheit gegen
früher verloren, ist nichts Neues und schon oft ausgesprochen
worden. DerC^umemanz des Hrn. Grengg und der Klingsor
des Hm. Plank sind zwei Leistungen, an denen man sich
gar nicht satt hören kann, ebenso wie der ganz wundervolle
Amfortas des Hm. Scheidemantel. Die kleineren Rollen sind
zumeist in den geeigneten Händen — erwähnt sei der vorzüg-
liche Titurel des Hm. Bucha — , nur den dritten und vierten
Knappen könnte ich mir wohl noch besser besetzt denken.
Die öhöre und Ensembles gingen wie gewohnt ausge-
zeichnet, der Leistung des Orchesters konnten einige kleine
Versehen nicht das Prädicat der Meisterschaft rauben; sehr
störend wirkte es aber, dass die Glocken fast nie stimmten.
Abhilfe thut da dringend noth, — sollte die denn nicht zu
finden sein? —
Nur durch die Veränderung in der Besetzung der Wol-
fram-Partie unterschied sich die „Tannhäuser^'-Anffuhrung
am 12. Aug. von ihrer jüngsten Vorgängerin: Hr. K asch-
mann hatte den ausgezeichneten Hm. Scheidemantel abge-
löst, — und zwar wohl zu Aller Bedauern ; denn wenn wir sei-
nem Amfortas noch Gnade vor Recht geschehen liessen, so
müssen wir seinen Wolfram entschieden zurückweisen. In
den breiten Cantilenen dieser Rolle wurde das unablässige
Tremolo schier unerträglich, und überdies sang Hr. Kasch-
mann ofb sehr unrein, ja einige Male sogar direct falsch;
auch schauspielerisch war Vieles total vergriffen: über der
Person des Wolfram muss gewissermaassen eine classische
Ruhe ausgebreitet sein, — Hr. Kaschmann war oft viel zu
nervös und hastig, wenn man ihm auch nachsagen kann,
dass mancher feine Zug seiner Darstellung einen hervorragen-
den Grad von Intelligenz und Auifassungskraft verrieth.
IJeberhaupt möchte ich dem Sänger selbst wegen all dieser
Vorkommnisse nur den allergeringsten Vorwurf machen, die
Schuld tri£^ einzig und allein Denjenigen, welcher ihn en-
gigirt hat; denn Das, was wir zum grossen Theil an dem
esang des Künstlers tadeln und als Fehler betrachten, das
gilt in seiner Heimath nicht nur als schön, sondern wird dort
bekanntlich sogar gefordert, — ich denke speciell an das Tre-
moliren! „Ländliä, sittlich" ist eben ein altes Sprichwort,
dessen Wahrheit sich nun und nimmermehr einreissen lässt.
Würde man denn aber in Italien, wenn man Musterauffüh-
rungen von Verdi'schen oder Rossini'schen Ooem veran-
stalten wollte, deutsche Sänger heranziehen? Jeaenfalls nie!
Und gerade so war es der denkbar grösste Fehlgriff, den Ita-
liener Hm. Kaschmann für Bayreutn zu engagiren! — Alle
übrigen Sololeistungen in der hiesigen „Tannhäuser'^-Auffüh-
rung sind bekannt, Hr. Grüning gestaltete die Titelpartie
wiederum äusserst interessant und verspricht einst der Ersten
Einer zu werden, die Elisabeth des Frl. Wiborg war immer
noch so indifferent wie sonst (warum das für diese Rolle auf
dem Zettel ebenfalls genannte Frl. Welschke noch nicht
aufgetreten ist, bleibt ebenso unerfindlich, wie dass Frau
86«
428
Mohor die Kundry noch nicht gesungen hat), und auch Frl.
Mailhac (Venus) konnte mir dieses Mal nicht besser geÜBllen,
als am vergangenen Sonntag. Soweit ich es noch recht in
der Erinnerung habe, leistete die geschätzte Garlsruher Künst>
lerin voriges Jahr in dieser Partie Bedeutenderes. Sehr be-
dauerlich ist es, dass Frau Sucher, deren unübertreffliche
Interpretation der schwierigen Rolle unvergesslich bleibt,
nicht wieder fUr die Venus gewonnen worden ist. Gross-
artig spielte wie stets das Orchester unter Mottl; die
Ouvertüre, die Venusberg-Musik, der Marsch und das Vorspiel
zum 3. Act kamen zu wahrhaft überwältigender Wirkung.
Man muss das hier gehört haben, um sich einen Begriff da-
von machen zu können. Chöre und Ensembles verdienen
wieder volles Lob, obgleich es gestern nicht ohne einige
Schwankungen und ohne ein recht auffälliges Detoniren bei
dem kleinen a capella-Satze in dem Hdur-Ensemble des 2. Actes
abging. Die Decorationen sind und bleiben ideal schön,
die Begie leistet das Höchste, was wohl überhaupt geleistet
werden kann, besonders erfreulich*^ ist es, dass die Tanz-
scenen im Venusberg bei den dieetjährigen Aufführungen
einen viel natürlicheren und ungezwungeneren Eindruck
machen, als im vorigen Jahre.
Der Gesammteindruck, den die am Sonntag den
14. August stattgehabte dritte diesjährige „Meistersinger^-
Auffährung hinterliess, war ein gewaltiger und tief ergrei-
fender: Niemand in dem bis zum tetzten Platz gefüllten Fest-
spielhause konnte sich ihm entziehen, und so war es denn
kein Wunder, dass zum Schluss ein geradezu frenetischer,
nicht endenwollender Beifallssturm losbrach. Es ist merk-
würdig, dass man bei einer so ungemein sorgfliltig vorberei-
teten Vorstellung , wie diese ohne jeden Zweifel war, über
verschiedene mangelhafte Einzelnheiten fast unwillkürlich
hinwegsieht und sich willig dem allgemeinen Enthusiasmus
und dem Genüsse an dem im wahrsten und schönsten Sinne
des Wortes erhabenen Werke hingibt. Chöre und Orchester
leisteten wiederum ein£Eush Vollendetes, und es kam zu Wir-
kungen, die Jedem, der sie miterlebt, unvergesslieh bleiben
werden oder mindestens sollten! Bis ins kleinste Detail war
Alles aufs Feinste herausgearbeitet, deutlich war es heraus-
zufühlen, dass bei der Einstudirung noch mehr als der ein-
fache Zwang der PflichterfiÜluug mitgeholfen hatte, dass die
' Liebe und Begeisterung selbst rar das „ewige Werk" solche
Kunstthaten ersten Ranges gezeitigt. Sollte ich Etwas er-
wähnen, was nicht ganz nach meinem Geschmack war, so
wären dies einige meinem Empfinden nach etwas zu rasche
Tempi im ersten Aufzug gewesen: doch handelt es sich dabei
1'a um subjective Anschauung, über die nicht zu streiten ist.
)ass die Einzelleistungen stellenweise mane;elhaft waren
und nicht recht in den Kahmen des Gesammtbildes hinein-
passen wollten, habe ich schon erwähnt. Besonders auffällig
war es mir, dass es sich zum Theil um die Besetzung von
Bollen handelte, ftü: die man imbedingt bessere Kräfte hätte
mühelos finden können. Ich denke da in erster Linie an den
Pogner. Hr. Frauscher ist kein Sänger, der zum Vertreter
der schönen Partie nach Bayreuth passt, er hat — offen ge-
sagt — Nichts an sich, was seine Wahl rechtfertigen könnte,
höchstens die nicht üble Erscheinung, aber die Kann doch
über die stimmlichen Mängel nicht vollständig hinwegtäuschen.
Ebensowenig wie Hr. Frauscher genügte Frl. Mulder als
Evchen. Ich spreche höchst ungern so unverblümt abweisende
Urtheile über Künstler und Künstlerinnen aus, aber hier kann
man doch beim besten Willen nicht anders! Ich möchte
jede Wette eingehen, dass man in Deutschland mindestens ein
Dutzend bessere Vertreterinnen der entzückenden Evohen-
Partie finden könnte, als Frl. Miüder, die zu derselben auch
nicht im mindesten prädestinirt erscheint und weder gesang-
lich, noch schauspielerisch befriedigen konnte.*) Mit der
Wahl des Hm. Anthes als Walther Stolzing hatte man wohl
einen Anachronismus begangen; der geschätzte Dresdener
Künstler sieht sich zwar im Besitz einer wirklich schönen
Tenorstimme mit auffallend weichem Klangtimbre, dieselbe
ist aber noch nicht genug erstarkt, um den Anstrengungen
der Stolzing-Partie siegreich Stand halten zu können: das
zeigte sich im Preislied in der unverkennbarsten Weise. Auch
schauspielerisch ging er zu wenig aus sich heraus und war
*) Bayreuth würde ein Evchen ganz im Sinne des heim-
gegangenen Meisters haben, wenn die s. Z. mit Frau Stein-
bach-Jahns in Leipzig gepflogenen Verhandlungen nicht
durch gewisse Machinationen des Hm. Director Staegemann
zerstört worden wären. D, Bed.
im Allgemeinen zu theilnahmslos, seine Leistung machte mit
Einem W^orte noch zu sehr den Eindruck des An&ngerhaften,,
als dass man sich ihrer bedingungslos hätte £reuen können»
Als ein recht tüchtiger und ansprechender Vertreter des Beck-
messer erwies sich Hr. Nebe, schade, dass er im ersten Act
etwas zu sehr outrirte und das stumme Spiel im dritten Auf-
zug in Sachsens Werkstatt nicht zu richtiger Wirkung brin-
gen konnte, im üebrigen durfte man sich durchaus einver-
standen erklären. Das den Jahren nach so ungleiche Liebes-
faar David und Magdalene wurde von Hm. Hofmüller und
'rau Staudigl in der bekannten mustergiltigen Weise gespielt
und gesungen, die kleineren Bollen waren passend oesetzt.
Und nun zuletzt zum Sachs, den Meister Plan k interpretirte.
Ich weiss nicht', ist es rein individuell, ist es eine specielle
Liebhaberei von mir, — für mich ist es aber ein ganz beson-
derer, unvergleichlicher G^nuss, diesen auserlesenen Künstler
singen zu hören, und so hat mich denn auch sein Sachs-
wiäerum geradezu entzückt. Mit jedem Acte übertraf er Das^
was er im Vorhergegangenen geboten hatte, und ich meinej.
die Partie in der ersten Hälfte des dritten Aufzuges noch nie
so wundervoll gesungen und gespielt gehört resp. gesehen zu
haben, wie dieses Mal von Plai^. Für jedes Wort traf er
den richtigen Ton, die kleinste Nuance, die er erbrachte, war
vollendet künstlerisch; über seinen Gesane, der, was Phrasi-
rung etc. anlangt, au^nblicklich vielleicnt überhaupt uner-
reicht dasteht, brauche ich wohl kein Wort mehr zu verheren! —
Nicht zum mindesten der so ausgezeichneten Besetzung der
Hauptpartie war es zu danken, dass der Gesammteindruck
der jüngsten hiesigen „Meistersinger^ -Aufführung ein so ge-
waltiger war, jedenfi9ills ist der gfilnzendste Beweis daför, als
wie unvergleichlich gut ^ch verschiedene Hauptfactoren er-
wiesen, der, dass man über sie das Minderwerthige beinahe
vergessen konnte; Allen, die sich um das Gelingen der schö-
nen Vorstellung verdient gemacht, sei daher Lob und Dank
gesagt! F. B. Pfau.
Carlspuhe, Juli 1892.
(Fortsetzung.)
Im Personale unserer Hofoper, welches durch das En-
gagement des Hm. Capellmeister Carl Frank in hoflhung-
erweckender Weise er^Lnzt worden ist, fehlen leider immer
noch wirklich tüchtige und unserem sonstigen Opemensemble
mit seinen zum Theü ganz hervorragenden Kräften (die Da-
men Meilhac, Beuss und Fritsch, sowie die HH. Plank
und Oberländer) ebenbürtige Vertreterinnen für das Soubret-
tenfach, sowie für die Wiedergabe aller jugendlich lyrisch-
dramatischen Partien im G^nre der Pamina, der Adalgisa
u. A. m., und in diesem Umstände, sowie in einer mär-
wöchentUchen Krankheit des beim Jubiläumsfeäte des Gross-
herzogs zur Kammersängerin ernannten Frl. Fritsch, unserer
vortrefflichen Coloratursängerin, wird die Erklärung für eine
gewisse Dürftigkeit oder doch Einseitigkeit des Opemreper-
toires während des letzten Halbjahres zu suchen sein. Anderer-
seits ist die rühmenswerthe Tendenz der hiesigen Hofopem-
leitung: allem Bühnenschlen^üian aus dem Wege zu gehen
und dem Publicum nur wohlvorbereitete und wirklich künst-
lerische Opemdarstellungen vorzuführen, auch während der
vorerwähnten Zeit, soweit dies bei der oben betonten unge-
nügenden Besetzung zweier Fächer möglich gewesen ist, in
beniedigendstem ]£iasse zur Geltung gekommen, und wir
haben viele Vorstellungen und besonders solche von Werken
Beethoven's („Fidelio"), Weber's („Euryanthe"), Liszt's („Le-
gende von der heil. Elisabeth"), Wagner's („Bienzi**, „Der flie-
gende Holländer'', „Lohengrin", „Die Meissersinger** und
„Götterdämmerung"), Bossini's („Barbier von Sevilla" und
„Wilhelm Teil") und Gounod's („Bomeo und Julie") als wirk-
lich schöne und zum Theil ganz hervorra&^end gelungene zu
preisen. In neuer Einstudirung präsentirte sich Weber's
„Euryanthe" und als Novitäten, auf die ich weiter unten
noch zu sprechen kommen werde, erschienen Bitter's einactige
Oper „Der faule Hans" und „Der Cid" von Peter Gomelius,
letzteres Werk als Festvorstellung zum vierzigjährigen Begie-
rungsjubiläum des Grossherzogs Friedrich.
Die Gesellschaft der HH. Leopold Müller und Bichard
Schultz aus Wien gastirte an unserer Hof bühne mit Garr6's
Pantomime „Der verlorene Sohn", welche zu Folge der be-
deutenden pantomimischen Kunstfertigkeit sämmtlicher Dar-
steller — besonders aber des Frl. Zampa und des Hrn. Möd-
429
linger — und dank der fi;anz anmuthigen begleitenden Musik
von A. Wormaer einen £eundlichen Erfolg erzielte, anderer-
seits jedoch die Pantomime als eine verkümmerte Eunstform
und die Wiedereinführung derselben in unsere Theater als
ein lebensunfähiges Experiment erkennen liess. Hr. Kammer-
sänger Theodor Beichmann gastirte als Teil und als Hans
Sachs und fand namentlich für letztere theilweise sehr schöne
Leistung, in welcher er allerdings an gemüthvoUer Unmittel-
barkeit des Ausdrucks um ein Wesentliches hinter dem hie-
sigen allervortrefiPlichsten Sachs-Sänger Hm. Plank zurück-
bleibt, sehr lebhaften Beifall. Völlig ausverkaufte Häuser,
jauchzender Jubel des Auditoriums und einen geradezu heiss-
olütigen Enthusiasmus, den ich sonst am hiesigen Publicum
noch nie wahrgenommen hatte, erweckte das dreimalige Gast-
spiel Francesco d'Andrade's, und dieses echten Künstlers
gesanglich ausserordentlich schöne und darstellerisch hoch-
interessante Verkörperungen des Barbiers von Sevilla, des
Don Juan und des Nelusko wurden von Publicum und Presse
ihrem vollen seltenen Werthe nach gewürdigt und gepriesen.
Besonders interessant wurde die Vorstellung des „Barbier von
Sevilla" dadurch, dass auch unsere einheimischen Kräfte Frl.
F ritsch (Rosine) und Hr. Ro senb er g (Almaviva) ihre Par-
tien in tadellosem Italienisch sangen und wir solcherweise
das ewig frische Ton-Lustspiel fast durchweg im leichtbeweg-
lichen „Urtexte" zu hören bekamen. Es konnte uns daher kaum
verwundern, dass viele hiesige Kunstfreunde dem wirklich
begnadeten Künstler auch nach Baden-Baden nachzogen, um
ihn dort nochmals inmitten unseres Hofopernensembles als
Figaro bejubeln zu können.
In einer recht gelungenen Aufführung von Maillart^s
„Glöckchen des Eremiten" begrüsste das Pubucum die wieder-
genesene Kammersängerin Frl. Fritsch als Rose Friquet,
und zahllose Blume^^gaoen (unter ihnen ein von den Vertretern
der Garlsruhe Presse gespendeter Lorbeerkranz), welche unter
rauschendem Beifall der Künstlerin überreicht wurden, be-
kundeten deutlich ein äusserst sympathisches Verhältniss,
welches sich während Frl. Fritsch's langjährigem hiesigen
Wirken zwischen ihr und dem Carlsruher Publicum heran-
gebildet hat.
Den Todestag des Bayreuther Meisters hatte man in die-
sem Jahre unbeachtet gelassen, feierte aber dafür den Geburts-
tag desselben mit einer recht guten Wiedergabe der „Götter-
dämmerung". Die ersten Wochen des Juni brachten anläss-
lich der Anwesenheit des Königs und der Kronprinzessin von
Schweden noch eine vortrefFlicne Reprise der „Legende von
der heiligen Elisabeth" — und anlässlich des Besuches vom
Könige und der Königin von Württemberg eine Aufführung
der „Meistersinger von Nürnberg", die in ihrer ausserordent-
h'chen Vollkommenheit den besten Bayreuther Aufführungen
gleichkam. Thatkräftig verabschiedete sich am letzten Abende
er Saison die Oper mit einer sehr lobenswerthen Aufführung
von Ghounod's durch Hm. Capellmeister Frank vortrefflich
neu einstudirter Oper „Romeo und Julie", und unser neuer
Capellmeister, der sein hiesiges Amt mit einer Direction der
„Afrikanerin" anlässlich des Gastspieles d^Andrade^s vertrauen-
erweckend angetreten und inzwischen bereits mehrere andere
Opern geleitet hatte, hat mit der Neuaufführung von „Romeo
und Julie" deutlich erwiesen, dass er alle die erforderlichen
Fähigkeiten besitzt, um mit Erfolg für aUe die vielen von
Hm. Hofoperndirector Mottl stietmütterlicher behandelten
Opern eintreten zu können. MottPs hochgeniale Interpreta-
tionsart wird sich nun ganz ausschliesslich mit den Werken
der Classiker und mit denen der Neuesten zu befassen haben
und auf diesem Gebiete hoffentlich noch viele wunderherr-
liche Thaten vollbringen, während Frankes gewissenhafte
Tüchtigkeit der deutschen Spieloper, sowie den Werken der
Italiener und Franzosen zu würdiger Verlebendigung ver-
helfen soll, und so dürfen wir der weiteren und vielseitigen
Entwickelun^ unserer Hofoper mit vollem Vertrauen und mit
grossen Hofmungen entgegensehen.
(Fortsetzung folgt.)
Klei.
Bei einem Rückblick auf die beiden letzten Decennien
wird man ohne Weiteres zugestehen müssen, dass die Ent-
Wickelung des musikalischen Lebens in unserer Stadt mit
dem grossen Aufschwung, den Kiel auf allen übrigen Gebieten
genommen, im Ganzen gleichen Schritt gehalten hat. Freilich
gilt dies nicht von der Oper. Der Anlauf, den die Direction
des Stadttheaters wiederholt gewagt hatte, eine ständige Oper
zu unterhalten, endete fast regelmässig mit einem materiellen,
meist auch künstlerischen Misserfolg; daher konnte man es
dem Theaterdirector von seinem Standpunct aus kaum ver-
denken, wenn er im letzten Winter dieser kostspieligen und
wenig einträglichen Muse die Thür seines Tempels verschlossen
hielt und sich mit Aufführungen von zugkräftigen Schau-
spielen modernsten Geschmacks und Gesangpossen leichten
und leichtesten Genres begnügte. Eine andere Frage ist frei-
lich, ob nicht der Staat oder die Commune es als ihre Auf-
gabe ansehen müsste, fiir eine entsprechende Umgestaltung
unserer Bühnenverhältnisse Sorge zu tragen. Indessen die
Zeiten, in denen man die Schaubühne als moralische Bildungs-
anstalt betrachtete, sind längst vorüber, und statt Apoll
scheint Hermes jetzt der Musaget zu sein! — Auch die Kir-
chenmusik könnte und müsste bei den vorhandenen Mitteln
zu einer weit glänzenderen Entfaltung gebracht werden. Eliel
verfügt über einen tüchtig geschulten Kirchenchor, um den
uns manche Stadt beneiden würde: und doch ist dieser in den
Organismus der Kirche in keiner Weise eingefügt, und frühere
Anerbietungen einer regelmässigen Mitwirkung im sonntäg-
lichen Gottesdienst wurden mit dem Bemerken abgelehnt,,
eine solche Mitwirkung würde den Gx>tt«sdien8t katholisireii,
die Kirchenbesucher würden dann nur um "des Gesanges willen
hingehen, nicht um der Predigt willen, die doch die Haupt-
sache sei .und dgl. So ist die Thätigkeit des Chores denn im
Wesentlichen auf die Vorträge geistlicher Gesänge beschränkt,
die von Zeit zu Zeit unentgeltlich der grossen Masse des
Volks geboten werden und dadurch ja aucn sehr segensreich
wirken. Aber wie viel mehr Hesse sich mit den vorhandenen
Kräften erzielen!
In dauernder Blüthe indessen steht, wie oben angedeutet
ist, die Concertmusik, dank den einheimischen Gesang-
vereinen und einer Reihe hervorragender Künstler, die au-
i 'ährlich unsere Stadt mit ihrem Besuch erfreuen und einer
lerzlichen Aufnahme seitens des Auditoriums fast immer ge-
wiss sind. Das erfuhr gleich anfangs Frl. Hermine Spies,
die am 19. October mit einem Liederabend die Saison ver-
heissungsvoll eröffnete und sich eines in jeder Beziehung
fressen Erfolges rühmen durfte. Die in den voraufgehenden
ahren wiederholt bei ihr beobachtete Neigung, mehr dem
äusseren Effect zu huldigen, als auf eine keusche, unverfälschte
Wiedergabe der Tonstücke Bedacht zu nehmen, schien dies-
mal völlig verschwunden; sie zeigte sich wieder, wie früher,
als ernste, geweihte Priesterin der Muse des Gesanges und
bot z. B. im Vortrag der Schumann'schen Lieder so herrliche
Proben ihrer Kunst, wie wir sie in ihrer besten Zeit nicht
vollendeter von ihr gehört zu haben vermeinen. Ihre Part-
nerin, Frl. Elisabeth Jeppe, grossherzogl. mecklenburgische
Hofpiauistin, wusste sich neben ihr mit Ehren zu behaupten,
zumal als Begleiterin; in den Solostücken erwies sie sich
namentlich für den Vortrag kleinerer Stücke, wie der Berceuse
von Chopin, eines Rigaudon von Raff und der von ihr auf
Verlangen zugegebenen Gavotte von Gluck als geschmackvolle
und gut geschulte Pianistin, während bei den grösseren Auf-
gaben, die sie sich gestellt hatte, — Praeludium und Fuge
(Emoll) von Mendelssohn und l. Satz einer Scarlatti'schen
Sonate — weder ihre Kraf^ ausreichte, noch auch die Technik
makellos erschien. — Eines noch grösseren Zuspruchs hatte
sich das Concert der Frau Lillian Sanderson (21. Nov.) zu
erfreuen, bei dem Annette Essipoff, Charles Gregorowitsch
und ein Hr. Henry Fontaine mitwirkten. Den Glanzpunct
desselben bildeten ohne Frage die grandiosen Leistungen der
Frau Essipoff, über deren lebenswarmes und durchgeistigtes
Spiel nur Eine Stimme in dem an diesem Abend besonders
beifallslustigen Auditorium herrschte. Uebrigens trat die lei-
dige Gewohnheit, willkürlich das auf dem Programm Ange-
kündigte mit anderen Stücken zu vertauschen, auch diesmal
wieder zu Tage; statt Beethoven*s Sonate Op. 31, No. 2 (DmoU),
wählte sie Op. 31, No. 8, und das als 8* Gespielte war alles
Andere, nur nicht, wie das Programm besagte, ein Impromptu
von Schubert. Ihre Schlussnummer, Valse von Chopin, brachte
ihr einen dreimaligen Hervorruf ein, dieser aber dem Publi-
cum nicht die gehoffle Zugabe. Frau Sanderson's Wahl der
Lieder bekundete eine gesunde Geschmacksrichtung, ihr
Vortrag derselben eine nicht zu verkennende Noblesse, wie
sie namentlich in den vier Volks- und Handwerkerliedem von
Aug. Bungert, eigenartigen, auf jeden Fall geistreichen Com-
?ositionen, klar zu Tage trat. Ihr Organ hingegen und ihre
'echnik entsprachen nicht unseren, nach der voraufgegangenen
Reclame allerdings hochgespannten Erwartungen; die Stimme
r
430
schieii uns nicht überall eleichm&ssig aosgebitdet,
Tiefe, a,bat in der MittelWe und den höheren Tönen weniger
uisprechend. Glanzvolle Leistungen waren die ViolineoU von
Gregorowitsch, ein Andante ii la Zingara bmh dem 2. Concert
von WieniawBki, eine Barcarole von Ondriiekunddie Zigeuner-
weisen von Sarasate, denen anf stürmisches Verlangen der Zn-
hörer als Zugabe, irren wir nicht, eine Mazurka von Zarzycki
folgte: Alles mit eretaunlicher Terve und in tadelloser Eeinneit
vorgetragen. Freilich hätten wir persönlich anch gern etwas
CiHSsiscbes ans der reichhaltigen deutschen Viohalitteratar
gewünscht, um einen sicheren Moaasetab ffu: die Beurtheilung
seiner künstlerischen Bedeutung zu gewinnen. Der Gesang
des mit ungewöhnlich starken Stinmimitteln ausgerüsteten
Bassisten Fontaine vermochte kein tieferes Intereeeo zu er-
wecken; als Curiosum mag erwfthnt werden, dass der Sänger
eine beute doch längst verschollene Arie aus dem „Nordstern"
aufs Programm gesetzt hatte.
T'^iri Concert der Frau Etelka Gerster und des Pianisten
Sallj Liebling hatte, wohl infolge des Zosanunentreffena
verschiedener uneünstigen Umstände, nur einen schwachen
Besuch zu verzeichnen ; allerdings war auch, was auf dem Pro-
mittel und die glänzende Technik der Sängerin feierten in
dem Vortri« der grossen Arie der Gilda aus „Rigoletto" and des
„Fior di Margherita" von Arditi ausserordentliche Triumphe,
— aber wer mag dergleichen heutzutage noch hören? 'Und
ihre Lieder vortrage sprachen nicht eonaerlich an, was theils
an der Wahl der Stöcke liegen, theils wohl in der Indivi-
dualität der Künstlerin seinen Grund haben mochte. Auch
die Arie der Santnzza aus Mascagni's vielgepriesener .Caval-
leria rusticana" war nicht geeignet, einen besonders tiefgehen'
den Eindruck hervorzQmfen. Ihr Begleiter, Hr. Saliy Lieb-
ling, entwickelte in der Äniangenummer, Andante spinato et
grande Polonaise von Chopin und weiterhin im Vortrag der
Liszt'scheu Episode „Tanz in der Dorfschenke" nach Lenau's
„Paust" eine geschmeidige, oft stannener regende Technik;
doch störten une eine gewisse Manierirtheit des Spiels und das
sichtlich hervortretende Bestreben, durch übermässig starke
Contraste zu wirken. Yon den kleineren Stücken gefiel vor
Allem ein Praelndium von Mendelssohn, weniger ein unbe-
deutendes Notturno von Brassin und eine „soeben erschienene"
Tanz-Arabeske von Liebling, deren Existenzberechtigung von
Vielen anE:ezweifelt wurde. Bei der für die linke Hand allein
arrangirten (nnd mit gröaater Bravour vorgetragenen) Gavotte
von Bach hatte ich dieselbe Empfindung, der Schttmann ge-
legentlich mit den Worten Ausdruck verleiht: „Es hat etwas
[Kagi komisch es, fast Unnatürliches, eine einzige Hand sieh
abmühen zu sehen, wo ein Niederdruck der Anderen im Augen-
blick erleichtern würde. Wozu sich unnöthig zum Invaliden
machen?"
Einen vollkommenen künstlerischen Erfolg errang sich mit
einem Liederabend (am ai, März), der des Schönen dieFUlle
bot, Frau Prof Schmidt-Köhne ans Berlin, der ohne Frage
in den Vorderreiheu der Liedersängerinnen der Gegenwart
ein ganz hervorragender Ranff gebührt. Brahms kann sich
für sein „Vergebliches Ständchen", B. Franz für die „Früh-
lingsliebe", Max Stange für „Die Bekehrte" keine neckischere
und reizvollere Interpretation wünschen. Stürmischer Beifall
lohnte fast alle die reichen Gaben, welche die Sängerin in
nicht erlahmender Kraft und Frische, übrigens von ihrem
Begleiter, Hrn. A. Keller, aufs ■Wirksamste unterstützt, dem
Auditorium bot.
Einem in Kiel veranstalteten Concert von G. Jenner,
Schüler von J. Brahms, habe ich nicht beiwohnen können.
In den Localberichten wurde es günstig besprochen,
(Scbluss folgt.)
Concertumsch&u.
Apolda. Conc. der HH. Henniga. Weimar (Ges.), Asperger
a. Moskau (Violono.) o. Winkler a. Weimar (Fl.) am 10. Äug. m.
Soli f. Ges. V. Baumgarten („Noch ist die blühende gol-
dene Zeit"), Meyer-Helmnnd („Es sprach zu Hänschen")
u. Ad. Schulz (Lied), 1. Violonc. v. Molique, Tschaikows-
ky (And. cant), Popper (Mazurka u. Taranteile) u. Goepfart
(And.) u. f. PI. V. Böhm (Schott. Conc), Goepfart (Unga-
risch) u. Godard (Valse).
Breslau. 13. Symph.-Conc. der Breel. Concertcapelle
(Riemenschneider): 7. Symphonie v. Beethoven, Ouvertüren
V. Chembini u. Gade, Vorspiel zu „Lohengrin" t. Wagner,
Balletmusik a. „Feramora" v. Bubinstein.
COIn. Volkssymphonieconcerte des atädt. Orch.: No. 9
(Prof. Dr. Wallner u. Hollaender). Oxford-Sjmph. v. Haydn,
Ouvertüren v. J. Bheinberger („Der Widerspänstigen Zäh-
mung") u. J. Brahma (Akad. Fest-), Claviervortrftge des Frl.
Kirchdorifer a. Oöbi (Conc. v. Heneelt u. 13. Ungar. Bhaps.
V. Liszt). No. 10— !2 (HoUaender). Symphonien v. Schu-
mann <No. 4), Beethoven (No. 4) und Mozart (Jopiter-), arei
Sätze a. einer Fdur-Symph. v. J. Ludwig, Ouvertüren von
Em. Hartmann („Eine nordische Heer&hrt"), Weber, Gade
(Nordische Sennfahrt") nnd Beethoven (No. 3 zu „Leoiiore"),
Vorspiel zur Oper „Die Hexe" v. A. Enna, Solovortrtee der
Frls. Wood a. London (Ges., Arie a. „Samson und DaliU" v.
Saint-Saöns, „Solvejg's Lied" v. Grieg etc.) und Ha»Ba.
Mainz fGes., „Des Liebsten Schwur" v. Brahms) n. der HH.
Mengelnerg (Clav., Esdnr-Conc. v. Liszt), Ar&nyi ( VioL,
„Gesangscene" v. Spohr), Wehsener (Fl., 2. a. S.Satz a. dem
Conc. T. F. Langer) und Friede (Clar., 2. u. 8. Satz a. dem
Militärconc. v. C. Baermann).
Halle a. S. Conc. des Student. Gesangver. „Fridericiana"
(Zebler) Bnt. Solist. Mitwirk, der Frau Geller a. Magdeburg
(Ges.), des Frl. Robinson a. Leipzig (Viel. J u. dee Hm, Schulz
(Clav.) am 25. Juli: Cborlieder v, F. HBgar(,8chlafwand6l''),
H. Sitt („O, wiHkomöien"), Sohumawi, Gade, Storch („Nacht-
zauber"), Dregert (Schwäbisches Liebeslied) und Schubert-
Herbeck („Morgen gesang im Walde", m. Clav.), 2. u. 3. Satz
der Clav.-Violinson. Op. 47 t. Beethoven, Rondo briil. f. die-
selben Instrumente v. Schubert, Soli f. Ges. v. H. v. EosB
(Winterlied), Ad. Jensen („Murmelndes Lüftchen"), Bubin-
stein („Neue Liebe"), f. Clav. v. Liszt (13. Ungar. Bhaps.)
u. f Fiol. V Vieuxtemps (RSverie) u. J. Hubay („Hejre
Kati").
Kissingen. 2. Beneflzconc. f. Hm. Schreck am 13. Aug.,
auae;efilhrt von der Curcap.: Symph. „Ländliche Hochzeit" v.
GoTdmark, 3, Ouvert. zu „Leonore" v. Beethoven, Adagio
„Deutsches Dankgebet" f. Streichq^uint. U. Org. v. C. Kistlet,
Largo f. Soloviohne (Hr. Kaufmann a. Wfirzbucg), Violinen,
Harfe u. Org. v. Händel.
Bad Reinerz. lO. Svmph.-Conc. des städt. Curorch.
(Loewonthall : Bdur-Symph. v. Haydn, „König Man&ed"-
Ouvert. V. Schumann, Kaiser-Marsch v. Wagner, And. & von
Op. 36 V. Beethoven, 7.Violinconc. v. de Bfiriot (Hr. Knoch),
— [I. Kammermusik abend: Quint. Op. 29 v. Beethoven, Va-
riat. a. dem Kaiserquart, v. Haydn, Seren, f. vier ViolonoeUe
V. F. Lachner etc.
Sohevenlngen. 8. Symph.-Conc. des Philbarmon. Orch.
(Herfurth) a. Berlin: 1. Symphonie v. Sohnmann, „Siegftied-
Idyll" V. Wagner, Ouvertüren v. J. Wagenaar (zu Sbake-
speare's „König Johann") o. Raff („Ein feste Burg"), Largo
V. Händel, DmoU-VioÜnconc. v. Wieniawski (Hr. Müller).
9. Symph.-Conc desselben Orch.: 2. Symph. von Beethoven,
jjUn Bai" a. der SsTnph. fentast. v. Berlioz, „Meistersingcr"-
Vovspiel V. Wagner, Prael., Choral u. Fuge f. Orch. v. Bach-
Abert, Ungar. Tanz in Gmoll v. Brahms, Ciaviervorträge
des Hrn. Blitz a. Paris (Gmoll-Conc. v. Saint-Saöns, Spin-
nerlied V. Wagner-Liszt etc.).
Sondershausen. 11. Lohconc. (Prof. Schröder): Cdur-
Symph. V. Schubert, Ouvertüre zur „Braut von Messina" T.
C: Schulz-Schwerin, zwei Isländische Melodien, f.Streich-
orch. bearb. v. Svendsen, Violonoeliconc. v. Beinecke (Hr.
Geist).
Engagements und Güste in Oper und Concert.
Berlin. In der Kroll-Oper übten Frau Prevosti, Frl.
Prosky und Hr. Emil Götze auch in der leUten Woche
ihre Anziehungskraft auf das Publicum ans. Ein jnnger it«-
lienischer Bariton Namens Edmondi, welcher als Eenato in,
Verdi's „Maskenball" debutirte und seine Partie in italieni-
scher Sprache sang, erwies sich nicht als der autgebende Ge-
sangsstem, als welchen ihn die vorausgegangene Reolame aus-
posaunt hatte. Der zweite Capellmeister der Oper im Belle-
Alliance-Theater heisst nicht Junkermann, sondern Keller-
mann. Dagegen nennt sich der geschäftliche Leiter des
Unternehmens Junkermann. — Frankfurt a. H. In der
Gesammtauflllhrung des „Ringes des Nibelungen", welche so-
eben zu Ende ging, feierte namentlich Frau Ende-An-
431
dri essen aus Cöln als Brünnhilde berechtigte Triumphe. —
Leipzig. In dem Neuen Stadttheater gastirt gegenwärtig
mit fireundlichem Erfolge Frau Carsten-RöthgenausCOln,
ohne jedoch höhere Ansprüche zu erflQlen. — Bad Nau-
heim. Auf Einladung der Curdirection veranstaltetejüngst
der Cölner Liederkranz unter Leitung des Hm. Hirsch
hier zwei Concerte, die sich einer ungewöhnlichen Aufnahme
zu erfireuen hatten , indem ein grosser Theü der Programm-
nummem wiederholt werden musste.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 20. Aug. Geistliches Lied von
J. Brahms. „Miserere" v. F. Wüllner. 21. Aug. Psalm 187
^An den Wassern zu Babel sassen wir" v. E. F. Richter.
ToFgau. Stadtkirche: 21. Aug. „Jerusalem! Jerusalem!
Wie liegt die Stadt so wüste" v. fi. Succo.
Aufgeführte Novitäten.
Ansorge (C), „Orpheus^ Klage und Liebessang", 2. Theil der
Symph. „Orpheus". (Leipzig, 6. Gonc. des Liszt-Yer.)
Berlioz (H.), Symph. „Romeo und Julie". (Cöln, 69. Nieder-
rhein. Musikfest.)
Blumner (M.), Orator. „Der Fall Jerusalems". (Göslin, Auf-
fuhr, am 21. Mai durch den Gesangver.)
Brahms (J.), Fdur-Symph. u. „Fest- und G^enksprüche" f.
Chor. (Hamburg, 25jfthr. Jubiläum des Tonkünstlerrer.)
HmoU-Quint. t. Clar. u. Streichinstrumente. (Meinin-
gen, 4. Eammermusikabend des Singver.)
Streichquart. Op. 67. (Au^burg, 2. Schwab. Musikfest.)
Ein deutsches Kequiem. (Lüttich, 3. C!onservat.-Oonc.)
Triumphlied f. Baritonsolo, Chor u. Orch. (Cöln, 69.
Niederrhein. Musikfest.)
Bruch (M.), „Schön Ellen" f. Soli, Chor u. Orch. (Ebenda-
selbst.)
„Odysseus". (Güstrow, 3. Conc. des Concertver.)
Gold mark (C), Ouvertüre „Im Frühling". (Sondershausen,
1. Lohconc.)
Grieg (Edv.), Suite „Aus Holberg's Zeit" f. Streichorchester.
(Cöln, Musikal. Gesellschaft.)
n^^^'^ ^^^ Klosterptorte" f. Soli, Frauenchor und Clav.
(Carlsruhe, 3. Conc. des Philharm. Ver.)
Herzogenberg (H. v.), Königspsalm f. Chor m. Org., Harfe
u. Messinginstramenten. (Im Haag, Conc. des G^esangver.
„Excelsior" am 31. Mai.)
Hiller (F.), Festouvert. (Cöln, 69. Niederrhein. Musikfest.)
Humperdinck (E.), „Humoreske" f. Orch. (Cöln, Musikal.
Gesellschaft.)
Joachim (J.), Gdur-Violinconc. (Utrecht, Musikfest.)
Kessel (F.), Ciavierquart. (Cöln, Musikal. Gesellschaft.)
Klughardt (A.), Cmoll-Symph. (Sondershausen, 1. Lohconc.
Leipzig, 6. Conc. des LijBzt-Ver.)
Liszt (F.), „Les Pröludes" und Adur-Clavierconc. (Leipzig,
5. Conc. des Liszt- Ver.)
Psalm 13 f. Tenorsolo, Chor u. Orch. (Cöln, 69. Nieder-
rhein. Musikfest.)
Mehrkens (Ad.), „Osanna" f. Chor m. Orch. u. Org. (Ham-
burg, 25jähr. Jubiläum des Tonkünstlerver.)
Nicolai (W. F. G.), Dramat. Cant. „Jahveh's Wraak" f. Soli,
Chor u. Orch. (Utrecht, Musikfest.)
Raff (J.), Sinfonietta f. Blasinstrumente. (Breslau, 1. Symph.-
Conc. der Bresl. Symph.-Cap.)
Rein thaler (C), Orator. „Jephta". (Bremen, Auffiihr. am
6. Mai unt. Leit des Hrn. Nössler.)
Rheinberger(J.), „Wallenstein's Lager". (Breslau, 1. Symph. -
Conc. der Bresl. Concertcap.)
Rubinstein (A.), Oceansymph. (Cöln, Musikal. Gesellschaft.)
Schumacher (P.), Orchestersuite „Bilder vom Rhein". (Bad
Kissingen, Symph.-Conc. der Curcap. am 26. Mai.)
Seyffardt (E. H.), „Schicksalsgesang" f. Altsolo, Chor und
Orch. (Stuttgart, 2. Abonn.-Conc. des Neuen Singver.)
Strauss (R.), Symph. Dicht. „Tod und Verklärung". (Cöln,
69. Niederrhein. Musikfest.)
Thieriot (F.), „Am Traunsee" f. Baritonsolo, Frauenchor u.
Orch. (Hamburg, 26jähr. Jubiläum des Tonkünstlerver.)
Verdi (G.), Requiem. (Cöln, 69. Niederrhein. Musikfest.)
Volk mann (R.), 2. Seren, f. Streiehorch. (Bonn, 1. Auffahr.
des Beethoven- Ver.)
Wagenaar (J.), Ouvert. zu Shakespeare's „König Johann".
(Utrecht, Musikfest.)
Wagner (R.), „Parsifel" -Vorspiel. (Sondershausen, 1. Loh-
concert.)
Kaiser-Marsch. (Augsburg, 2. Schwab. Musikfest. Cöln,
Musikal. Gesellschaft.)
1. u. 3. Aufzug a. „Tristan und Isolde". (Amsterdam,
2. Aufführ, d^ Rieh. Wagner- Ver.)
Schlussscene a. der „Götterdämmerung". (Cöln, 69.
Niederrhein. Musikfest.)
Vermiscilte IMittheilungen und Notizen.
* Wie die diesjährigen Bühnenfestspiele zu Bay-
reuth mit „Parsifal" begannen, so sind sie mit diesem hehren
Werke am 21. Aug. auch zu Ende gegangen. Ln nächsten
Sommer wird, wie neuestens aus Bayreuth verlautet, daselbst
nur „Pars ix al" zur Aufführung gelangen. Daneben wird
mit dem Studium des „Nibelungen-Ringes", der im Jahre 1894
zur Darstellung kommt, begonnen werden.
* In Budapest fand jüngst unter starker Theilnahme
seitens der betr. Vereine und des Publicums das viertägige
Ungarische Landes-Sängerfest statt. Ghmz besonderes
Interesse erregte die Mitwirkung des 82jährigen imgarischen
Tonsetzers Franz Erkel, der in dem Festconcert zwei eigene
Werke mit voller geistiger Frische dirigirte.
^ Die Concerte, welche der Männergesangverein „Arion"
aus New- York gelegentlich seiner ruhmvollen Kunstreise in
Deutschland und Oesterreich veranstaltete, hatten eine Rein-
einnahme von circa 20,000 ^S, welche der Verein in hoch-
herziger Weise zu Wohlthätigkeitszwecken verwendet hat.
Es kommt dieses Verdienst dem Verein ganz und voll zu,
indem er f%br jedes seiner Concerte das geschäftliche Risico
selbst trug.
* Der Böhner-Verein zu Gotha, welcher die Sanmi-
lung und Vorführung, sowie Drucklegung der Böhner*schen
Compositionen bezweckt, hat es sich ausserdem zur Aufgabe
Semacht, das Andenken anderer Thüringer Tondichter und
[usikkünstler in ehrender Erinnerung an ihre Schöpfungen
und Leistungen zu feiern. So ist es beinahe vergessen und
wenig bekannt, dass eine der nach Zahl und Leistungen
grössten deutschen Musikerüämilien aus dem engeren gothai-
schen Laude, und zwar aus dem am Fusse der drei Gleichen
gelegenen Dorfe Wechmar hervorgegangen ist. In sechs oder
sieben Generationen hat die Familie des Bäckers und Musik-
freundes Veit Bach (i. J. 1600) in Wechmar durch zwei Jaiir-
hunderte eine grosse Anzahl talentvolle und ausgezeichnete
Musiker, Tondichter und Musikgelehrte gegeben, unter wel-
chen sich der in J^senach geborene und in Leipzig gestorbene
Johann Sebastian Bach befindet. In Leipzig und Eisenach
sind ihm Denkmäler gesetzt, aber der Stammsitz der Familie
Bach in Wechmar trägt noch kein Zeichen der Erinnerung,
dass Sebastian und seine braven zahlreichen Vorfahren von
hier ausgegangen sind. Der Vorstand des Böhner- Vereins
hat nun im Sinne seiner Bestrebungen im Einvernehmen mit
den Ortsbehörden von Wechmar beschlossen, an dem ursprtlng-
lich der Bach'schen Familie gehörigen Hause daselbst dem-
nächst eine entsprechende Gkden^^tafel anbringen zu lassen.
* Das in letzter Zeit von dem jüngst verstorbenen Dr.
Wilhelm Langhans provisorisch geleitete X. Scharwenka'-
sche Conservatorium für Musik zu Berlin ist in die
Hände der HH. Ph. Scharwenka und Dr. Hugo Goldschmidt
übergegangen.
* Die Sociötö des compositeurs de musique in Paris schreibt
für 1892 folgende Preise aus: 1) für eine viersätzige Sym-
ghonie 1000 Frcs.; 2) für ein Clavierconcert in freier Form
00 Frcs. ; 8) für eine kleine Suite für Flöte, Oboe, Clarinette,
Hom, Fagott und Ciavier 300 Frcs.
* In Mainz, der Vaterstadt von P. Cornelius, soll
dessen Oper „Cid** in nächster Saison aufgeführt werden.
* In Münster ist am 12. August erstmalig eine neue
Oper „Scapina" von Ad. Stierlin mit Erfolg aufgeführt
worden.
^ Nach Berichten aus Venedig ist am 9. Aug. im dor-
tigen Malibran-Theater mit ungewöhnlichem Succ^ eine neue
Oper von Cilna, „Tilda" betitelt, zur Premiöre gelangt.
462
* Mugnone's neue Oper „Birichino", unter Leitung des
Oomponisten im Malibran-Theater in Venedig zum ersten
Male aufgeführt, hatte bei einer untadeligen Wiedergabe
ausserordentlichen Erfolg. Zwei Nummern mussten wieder-
holt werden, der Componist wurde am Ende der Vorstellung
elf Mal gerufen.
* Das Carlo Felice-Theater in Genua, vollständig
neu hergerichtet und verschönert, sollte am 22. August mit
Verdi *s „Otello** eröffnet werden. Franchetti^s neue Oper
„Cristoforo Golombo" soll später folgen.
* Hr. Joseph Barnby, Dirigent der Eoyal Choral Society,
Director der GruildhaJl School oi Music in London, Compo-
nist geistlicher Musik, ist von der Königin von England in
den Kitterstand erhoben worden.
Todtenliste. Rudolf Westphal, der durch seine Ar-
beiten auf den Gebieten der antiken Metrik und Rhythmik,
sowie der Harmonik der Griechen zu Ruf gelangte Philolog,
t, 66 Jahre alt, in Stadthagen, seinem letzten Domicil. —
Zelia Trebelli-Bettini, einst gefeierte Altistin, t, 54 Jahre
alt, in Etret&t. — Evan Sheppard, afrikanischer Neger,
welcher in Enepland als Greiger zu einigem Rufe kam, f, 49
Jahre alt, in Hetton. — John Allen, ehemals bekannter
Theatercapellmeister in San Francisco, f» 72 Jahre alt, in
Bro<Älyn. — Willard Oscar Carp enter, musikalischer Kri-
tiker, ti etwa 60 Jahre alt, in Troy (Amerika). -— Frau Sarah
Metzger, bekannte Gtesangssolistin in Kirche und Concert,
t in Baltimore.
Kritischer Anhang.
Dr. F. V. Dwelshauvers-Dery. „Tannhäuser und der Sänger-
krieg auf Wartburg". Leipzig und Baden-Baden, Constant in
Wild's Verlag. 1899.
Man möchte fast bezweifeln, ob das Bedürfniss nach Leit-
faden zum Verständniss der Werke Wagner*s noch vorhanden
sei, wenn nicht das stets erneute Erscheinen von solchen
darauf schliessen liesse, dass ein grosser Theil des Publicums
sie kauft und liest. Das ist an und für sich ein ganz erfreu-
liches Zeichen von Interesse, und es lässt sich so lange Nichts
dawider sagen, als Diejenigen, welche das Publicum belehren
wollen, au(3i selbst von der Sache genügend unterrichtet sind.
Leider kann man dies vom Verfasser des oben erwähnten
Schriftchens nicht sagen. Hr. Dr. Dwelshauvers-Dery hat sich
durch sein mannhaftes Auftreten gegenüber der „Cavalleria
rusticana" einen guten Namen gemacht, — schade, dass uns
sein neues Werkchen zu entschiedenem Auftreten gegen ihn
zwingt. Seine Schrift, deren Vorwort verspricht, einen Bei-
trag zum Verständniss des „Tannhäuser" im Sinne Wagner's
zu liefern, wird durch einen geschichtlichen Theil eröfinet;
gleich auf dessen zweiter Seite wird der Ausspruch Wagner's
angeführt, laut welchem er als Quelle zum „Tannhäuser** u. A.
das „Volksbuch vom Tannhäuser** benutzt haben will, ohne
dass Hr. D.-D. Etwas dagegen einwendet; wie oft ist nun schon
festgestellt worden, dass ein solches Volksbuch gar nicht
existirt ! — Schon auf der nächsten Seite begegnen wir einem
noch schlimmeren Schnitzer: Hr. D.-D. erzählt uns, dass Wag-
ner vor dem „Tannhäuser** einen „Manfred** -Stoff habe bear-
beiten wollen. —und diesen „Manfred** hält er fiir identisch mit
dem Byron's! Als ob nicht schon in der „MittheiluDg an
meine Freunde** stünde, dass dieser Held «in Hohenstaufen-
sohn sei ! Als ob nicht schon seit drei Jahren der volle Ent-
wurf zu diesem Drama („Die Sarazenin**) in den „Bayreuther
Blättern** vorläge!
Nach einer Aufzählung der wichtigsten „Tannhäuser**-
Aufführungen, unter welchen wir die Weimarer unter Liszt 's
Leitung und die Wiener von 1883, bei welcher doch Wagner
persönlich die „Pariser Bearbeitung** in Deutschland einführte,
vergebens suchen, bespricht Hr. D.-D. auf knapp sechs Seiten
die Charaktere des Stückes. Das von Wagner selbst in den
Schriften „Eine Mittheilung an meine Freunde** und „Ueber
die Aufführung des »Tann Däuser«** hierzu gegebene reiche
Material bleibt dabei so gut wie unbenutzt. So erfahren wir
denn über die berechtigte Seite im Wesen der Venus gar
Nichts; auch werden wir keineswegs darüber aufgeklärt, was
Wagnaer meint, wenn er sagt, als Tannhäuser im Sängerkriege
das Ltob der Venus singe, meine er die Elisabeth. Auch dar-
über, warum Tannhäuser vom Papste nicht erlöst wird, nicht
erlöst werden kann, schweigt sich der Verfasser aus; das
Problem der Dichtung wird kaum einmal gestreift.
Der dritte, grösste Theil des Heftes bespricht „Handlung
und Musik**, und zwar in der Weise, dass dabei die ganze
Handlung des Stückes erzählt und das hier und da erfolgende
Erklingen der Motive erwähnt wird. Franz Liszt konnte das
vor 40 Jahren in seiner Schrift über „Tannhäuser** mit voller
Berechtigung thun, — die Frage, ob so Etwas auch heute
beim „Tannhäuser** noch noth wendig ist, können wir glück-
licherweise verneinen ! — TJebrigens beweist Hr. D.-D. bei Be-
sprechung der Ouvertüre, dass er Wagner's Programm dazu
nicht kennt.
Ob ein Bedürfniss nach Hrn. D.-D.'s Schrift vorhanden war,
bezweifeln wir; die „Tannhäuser** -Aufsätze des „Bayreuther
Taschenbuchs** 1891, unter denen ich die knappe Besprechung
des musikalischen Theils von Smolian hervorheben möchte,
boten mehr, Besseres und Richtigeres.
Dr. Rudolf Schlösser,
Neue Märchen-Musik.
Eugen Grüel. „Die Nesselkönigin**, Op. 28. Quedlinburg,
Chr. Friedr. Vieweg.
Arthur Menzel. „Das Märchen vom Nusszweiglein**, Op. 3.
Frankfurt a. M., Steyl & Thomas.
Carl Beineeke. „Schneeweisschen und Rosenroth**, Op. 208.
Leipzig, Gebrüder Reinecke.
Ferd. Witzmann. „Aschenbrödel**. Düsseldorf, L. Schwaim.
So Viele auch kommen, um sich das Scepter auf dem
Gebiete der tönenden Märchen anzueignen, er, der Entdecker
derselben, Carl Reinecke, bleibt doch noch der Herrscher und
Gebieter, und wenigstens so lange, bis Einer auf nicht ge-
kannten, neuen Wegen ins Land zu gelangen weiss. Vor-
läufig sitzt Carl Reinecke noch fest auf dem Throne und von
den genannten vier neuen Werken ist das Seine wieder das
hübscheste. Die von Heinrich Carsten sehr reizend behandelte
Geschichte von dem in einen Zottelbär verzauberten Prinzen, den
Schneeweisschen und Rosenroth von dem bösen Spuk befreien
und dem Erstere nachher die Hand zum Ehebunde reicht,
ist mit zehn durch declamatorische Sätze verbundenen Musik-
stücken ausgestattet. Zuerst spricht der Dichter in einem
einstimmigen Prolog-Chorsatz über die Dinge, die er vorzu-
tragen beabsichtigt, worauf ein graziöses Duett mit Chor,
welche Nummer von allerliebstem Effect ist, ein ausserordent-
lich zartes und feines „Ave Maria*' für drei Solostimmen, ein
in seinem Verlaufe immer lebhafter und lustiger werdendes
Duett, zwei charakteristische Kobold-Chöre, ein abermaliges
Duett, ein freundlicher Chor der Rosenelfen, ein Liedchen
des Schneeweisschen und ein Schlussensemble folgen. Zur
Darstellung des Carsten-Reinecke'schen Stückes sind eine
Dame oder ein Herr für die Declamation, drei Solistinnen
(zwei Soprane und Alt), weiblicher Chor und ein guter Ciavier-
spieler erforderlich.
Nach diesem Werke hat Arthur Menzel's „Märchen vom
Nusszweiglein** das grössere Interesse. In ihm wird textlich
ebenfalls, und zwar nach einer Dichtung von Ludwig Bech-
stein, eine Bären-Geschichte erörtert, worin Meister Petz sich
nach langem Hin und Her an der Hand der liebreizenden
Hilda in einen Prinzen verwandelt. Musikalisch ist manches
Frische und Angenehme darin, das man mit Vergnügen hören
wird und das von des Componisten Talent Kunde gibt. Menzel
bedient sich aber noch zu billiger Mittel, um die Textesworte
unterzubringen und modulatorisch weiter zu kommen; er
transponirt mit besonderer Vorliebe kurze melodische Phrasen
in mehrmaliger Wiederholung und bringt solche rosalien-
artige Sätze, die mit Recht sehr verrufen sind. Dieses üebel
wir müssen es so nennen, ist über das ganze Werk verbreitet,
433
aber am schlimmsten sind doch das Gmoll Seite 14, wo die-
selben zwei Takte sich gleich vier Mal hintereinander auf
verschiedenen Tonstufen wiederholen, das darauf folgende
.'Zwischenspiel, in welchem das eintaktige Motiv ohne Unter-
brechung zwölf Mal erscheint, das Baritonsolo Seite 46, das
eine ähmiche Schusterarbeit aufweist, das Instrumentalstück
Seite 50, das spätere Edur-Neunachtel der Hilda und der Chor-
Beigen am Anfanjg^des dritten Theils davon gekommen. Es
ist wahr: dieses Aind von Arthur Menzel's Muse hätte vor
seinem Erscheinen in der Welt noch einen Cursus in einer
Besserungsanstalt durchmachen sollen, und seine mancherlei
Tuenden wurden mehr zur Geltung gekommen sein, als wie
es letzt der Fall ist, wo ^bei den Kosen gleich die Dornen
stehn". Das Stück ist übrigens ziemlich anspruchsvoll und
verlangt neben Frauenchor und Gla vi er begleit ung die Be-
setzung von fünf Solopartien.
Die beiden Märchen von Qrüel und Witzmann sind für
jugendliche Sängerinnen vorhanden und technisch VTie musi-
kalisch einem noch wenig entwickelten Leistungsvermögen
angepasst. Beide Componisten wussten mit den zur Verfügung
gestellten bescheidenen Mitteln recht Brauchbares zu beschaffen
und bei aller Einschränkung die Sachen von angenehmer Wir-
kungsfähigkeit zu machen. Grüel's „Nesselkönigin" (Dichtung
nach Andersen von Helene Binder) fordert Declamation, So-
pran- und Altsoli, dreistimmigen Chor und Clavierbegleitung,
während Witzmann's „Aschenbrödel" (Dichtung von Emil
Looss) zwei Sprechrollen, vier Solopartien, zweistimmige Chor-
sätze und Accompagnement am Pianoforte enthält. Letzteres
Märchen ist zur scenischen Darstellung bestimmt und kann
jungen Mädchen dienen, die sich einmal in einer Kleinigkeit
als Gomödianten versuchen und amusiren wollen.
Louis Bödecker.
B I* i e f^k a. 8 t e n«
F. F. in B. Hr. Houston S. Chamberlain, der Verfetöser
der kürzlich von uns angezeigten geistvollen Brochure, wohnt
nicht in Paris, sondern in Wien.
F. y, in S, Ihre Mittheilung, dass Hr. Prof. Dr. J. und
Einige seiner auf seine Autorität schwörenden Schüler im n.
Winter trotz der abfälligen Beurtheilung, welche das 8. Violin-
concert von Bruch bei allen ernsteren Musikern und Kritikern
gefunden hat, fortfahren würden, Propaganda für dieses Opus
zu machen, ist zwar seltsam, aber aus gewissen Gründen
nicht unglaubhaft.
L, E. A, in F, Für Ihre uns brieflich geäusserte An-
sicht über H. wollen wir in Ihrem eigenen Interesse die
jetzige Hundstagshitze verantwortlich machen, denn unmög-
lich kann ein vernünftiger Mensch solchen Blödsinn, wie Sie
ihn zu Papier gebracht nahen, vertreten.
Anseisroi^
G. ^ecüsiein,
FlOsrel- und Planlno-Fabrlkant.
Sr. Maj. des EalserB von Dentschland nnd Königs von Prenssen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Dentschland nnd Königin von Prengsen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser], und Königl. Hoheit des Kronprinzen von Dentschland und von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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gro. 1 ^ — Sechs leichte Praeludien. 70 ^. — Leichte Praeludien. l .^ — Sechs Postludien. 70 4.
— Praeludien und Postludien. l .A — 46 Praeludien in vencliledeDen Tonarten za den meist bekannten
Chorftlen. 4 ^ 60 4.
nP&dagogiacher Jahregbericbl", heraUBgegeben ron Prof. Dr. Dittea, Bcfareibt u. A. : Die 2. Phantasie ist ein dukbam
Coaeertstaek mit elgenthtlmllehem OeprBfe. Der 4. ist der Choral „Lobet den Henen" tu GrunJe gelegt. Die darau eat-
wiekene sebSne Phanta«ie einet slob sebr »obl bei feBtUchen Oel^«nbelten. — ,Oott erhalte Franz, den itaiaer" wird
•ehr aailebend und «IrkaanTall variirt — Das Concert-Allegro ist in der Sonafenform gehalten und immalrt 4imk aeiaea
HTeetrelehen Setalnsa. — Die 8 Orgeltrnphoalen, in denen da^ kflastleriaebe Sehaffea des uardlsehen lltaeUten riffelt,
NDd natarltcb im Sonaten stile — mehr freier Inatromentalstil — concipirt Obwohl sich an die insfru mentalen Alt- und Grora-
meiBtet anlehnend, gebt dennoeb nnser treffUeber Melater getrost seine eigenen Weg« u. b. w. [864.1
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Dreszep, Anast. W., Op. 28. Scherzo. Jt 3,—.
Jadassobn, S.. Op. 115! Seohs Einderstücke zu 4 Händen.
Jt 4,—. [866b.]
Op. 116. FandauM und Menuett (aKanons). J( 2,50.
Haas, Louis, Op. 13. Erinnerung an Norwegen. No. Ö.
Volkstanz. Jt 1,60.
■oore, Graham P., Ooncertstiick nach dem Gedicht „Sea-
weed" („Meermis'') von Longfellow. Jt 4,—,
Daraus: Scherzo. Jt 1,25. Arioso. Jf 1,25.
Liebesflehen (Pleading). .Ä 1,50. Valfle-Caprice. JH,60.
Fünf Ciavierstücke, Op. 22. j* 6,—.
1. Valae po^tiqne. Jl 1,36. 9. Bomance. Jt 1,26. 8. Ta-
ranteUe. Jt 1,75. 4. Sonnet. J( 1,26. 5. Ballade.
Jf 2,—.
Chromatische Etüden Op. 24. Heft I, IT je .>< 3,—.
Hochzeit im Dorfe. 6 Charakterstücke, Op. 12. Heft I,
n je Jt 3,-.
Vogel, Moritz, Op. 68. 3 leichte Sonaten je Jt 3,—.
Wurm, Mary, Op. 28. Tanzweisen zu 4 Händen. Jt 4,—.
^ Beapbeitungen. ss
Elehborn, Hermann, Op. II. Bondo brillant für Waldhorn
und Ciavier. Au^fabe zu 4 Hunden. J( 8,60.
Dasselbe zu 2 Händen von Aug. Hörn. Jt 2,—.
Grtegr, Edvard, Op. 13. Sonate (G) fitr Violine □. Pianoforte
zn vier Händen bearbeitet von Gustav Sandra. Jt 6,60.
Uszt, Franz, Le Triomphe fun^bre du Tasee; zn vier Hän-
den bearbeitet von Arthur Hahn. Ji 8,—,
Verlag von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Joh. Seb. Bach's
Wohltemperirtes Ciavier, hemuegegebenvon
CapI Rainaciie.
Analytische Ausgabe. 2 Theile je 3 JI. [867.]
Da die Erkenntniss von dem kunstvollen Aufbaa einer
Fuge nicht von jedem Jünger der Tonknnst erwartet werden
kann, während der richtige und ersch<>pfende Vortrag doch
von einer solchen abhängt, so hat der Herausgeber dieser
neuen Ausgabe des ^Wonltemperirten Olaviera" versnobt,
durch einen kurzen Hinweis auf das jedeemalige Eintreten
des Fugentbemas, auf dessen ümkehnmg, VergrOesernng oder
Verklemerung, auf die Verwendung des Oontrapunots u, s. w.
eine Analyse jeder Fuge zu geben.
Bepün W. Potsdamepstpasse Mo. XOi
Klindworth'sche MusikscMe.
Der Dnterrlobt nach den Sommerferien beginnt am
2. September, die theoretischen Lebrg;ange am 3. October
1892. — Aufnahme neuer Scbitler stets Dienstags and Freitags
4 — 6 Uhr in der Wohnung des Directors. Jäbdiohes Honorar
120—400 Hafk. Pläne der Schule sind aus der Schule und
durch die ersten Musikalienhandlungen in Berlin kostenfrei
zu beziehen. [869.]
Director Carl Eündwortta.
leo. PotsdMaerstr. B e r 1 i n W.
486
Städtisches Conservatorium für Musik zu
Strassburg i. Eis.
Das Unterrichtsjahr 1892/93 beginnt am 21. September d. J. Anmeldungen zur Auftiabme werden von
dem unterzeichneten Director am 17., 19. und 20. September Vormittags von 8 — 12 Uhr und Nachmittags von
3 — 5 übr im Anstaltsgebftude (Kleberplatz) entgegengenommen.
Aucb werden daselbst ausfübrliche Prospecte ausgegeben.
Die UnterricbtsHu^ber sind:
Sologesang (Director Stockbausen, Frau Bucquoy-Weber); Operngesang (Brucb); Chorgesang (Director Stock-
hausen); Ciavier (als Hauptfach Blumer, Somborn, Frau Ducas-Mayerhofer, Frl. Mübleisen; als Nebenfach
Münch und Scharschmidt); Violine (Schuster, Nast und Elingler); Viola (Klingler); Violoncell (Roth);
Contrabass (Geissei); Flöte (Rucquoy); Oboe (Hofhansel); Clarinette (Eberhardt); Fagott (Wittmann); Hom
(Henry); Trompete (Riff); Posaune (Scbarscmidt); Orgel und Liturgik (Münch und Gessner); Harmonielehre,
Contrapunct und Musikgeschichte (Somborn); Ensemble^ und Orchesterspiel (Schuster); Solf^ge (Bahre und Hardt).
Strassburg i. Eis., im August 1892. [870a.]
Der Director des städt Gonservatoriums
Professor Franz Stockhausen.
Conservatorium für Musik
zu Wiesbaden.
raria.]
Unterricht in allen Gehieten der Tonkunst 36 Lehrkräfte, u. A. die Herren Professor F. Mannstaedt,
Dr. Hugo Riemann, Kammervirtuos O. Brückner, k. Goncertmeister Müller, Edm. Uhl.
Frequenz im vergangenen Schuljahre: 365 Besucher.
Honorar 100 bis 300 Ji per Jahr incl. aller Nebenfücher. — Beginn des Wintersemesters:
10. September. — Prospecte kostenfrei; jede weitere Auskunft durch den Director
Conservatorium der Musik in Mainz,
gegründet von Paul Schumacheri
unter Direction des BLerrn
Hermann Genss,
Professor und Ehrenmitglied der königl. Akademie in Bologna.
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Unterricht wird ertheilt in allen Zweigen der Tonkunst vom ersten Anfang his zur vollen Concertreife.
Dramatischer Unterricht — Beginn dos Wintorlialbjahrs: 15. September. Auftiahmen finden zu Jeder Zeit
statt. Prospecte gratis und fhinco. Ebenso jede gewünschte Ausicunft durch das Secretariat, IMittl.
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Soeben erschien in
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EnBemble-Uebnngen. Rollenstndinm.
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Meister fiir Unterricht und praktischen Q^braucb,
herausgegeben von Friedrlcli Hermann.
9 Hefte Je 8 M.
Heft I. n (leicht). Heft HI. IV. V (minder leicht;.
Heft VI. Vn. Vin. IX (massig schwer).
Die deutschen Meister der Tonkunst haben uns einen
Schatz gegeben, den keine andere Nation in gleichem Werthe
aufzuweisen hat: die Hausmusik. Von ihren Kunstformen
ist es besonders diejenige der Pianoforte-Violin-Sonate, welche
die grossen Meister mit unvergänglich schönen Werken be-
reichert haben. Der Herausgeber hat es für nützlich gehalten,
eine Auswahl einzelner Stücke aus den Pianoforte-Violin-
Sonaten vorzunehmen , welche, von Leichtem zu SchwasaBft,
von EinfEtchem zu breiter und kunstvoller Ausgeführtem auf-
steigend, den Spielern das Verständniss für den musikaJischen
Inhalt eines Werkes immer näher rücken soll. [882.]
Verlag von Breiticopf & Härtel in Leipzig.
Verlag von E. W. Frltzsch in Leipzig. [883.1
Werner, An«;., Op. 42. Gavotte für Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Ji 2,—.
Verlag von Carl Orüninger in Stuttgart.
ßliWierSCtiule ErBresIt^nr,
Director des Berliner Conservatoriums und
Clavierlehrer-Seminars.
Bd. I. (6. Auflage) J^ 4,60., Bd. H. Ji 4,60.,
Bd. nf. (Schluss) J6 3,60.
Die Urtheile der höchsten musikalischen Auto-
ritäten: d* Albert, Prof. Seharwenka, Klindworth,
Moszkowski, Prof. Gernsheim, Prof. 0. Paul,
Frau Amalie Joachim u. A. stimmen darin über-
ein, dass Breslaur^s Werk in seiner Eigenart, die
Schüler technisch und namentlich musikalisch zu
erziehen, nnerrelclit dasjteht. [884a.]
Füi" ein Orchester in Irland wird ein f885a.]
Solo-Violoncellist
gesucht. Gehalt ca. £ 130—150. Englisclie Spraoh-
kenntnisse erforderlich. Beflectanten wollen Bewer-
bungsschreiben zur Weiterbeförderung an E. Hatzfeld,.
Musikverlag, Leipzig, Thalstrasse 21, einsenden.
Dmck von 0. 0.
Hierzu eine Beilage von
Röder in Leipzig.
C. F. Peters in Leipzig.
Leipzig, am 1. September 1892.
Hnk iliiiitckc BKk-, [Uli
ul luitiiiiikiiiiiipi, uwit
Unk Uli pmilBier ii Mdiiii.
^^
>'"'"» -m '■v-r MtUimU ZiiiE
- ffir Ifnaitflr ^^^•r\r\ TifnailrfpomidQ ^lö
f IT du iiiltalluti f KkiUUtt
MtUimU ZiiiEilniEii tili II
HMicienr ii mrMlni.
fOr Musiker _uiidjffusikfreun(ie.
Verantwortliclier Rcdactenr und Verleger:
E. W. Fritisoh,
Leipzig, Königsstraaoe 6.
w
XIM. Jahrg.]
Das Muiikalische Wochenblatt erauLsint jährlich in 52 Nummern. Der Ahonneaieutsbetrae
für das Quartal TOD 18 Nummern ist a Mark; eine flinEelne Nummer kostet 40 Pfennige. Bei
directer frankirter Kreuzband send unf; treten nBohstehende vierteljahrlieha Abonnement«-
ß'eiie in Kraft: 2 Mark 50 PF. für da» Deutsche Reich und ÜCBterreich. - 2 Mark 76 Pf,
r weitere Lfinder de» Allgemeinen PostTercinB, — .rahreaabonnPinente werden unter
ZiisnindeleKunK rontehender BezugebedingimKeD berechnet.
Die InBertionB|;ebflbrm f^r den Raum einer gexpalteneD Petitzeile betrugen 30 Pfennige,
[No. 36.
Cftilarobe (Fortaetinng),
qiutk. — Aafgsnihrt« NovlUlei
MltionilshTaln der Musik, ao\
pMlUoiI
QesiDRe tat gemiselilen Ohor a upeUa, Op. 1(M. (Schluüii.) — TogeaKUchlB)
_..,i,... ,«...■ « L V.. >> imanta und Outapisl« in
-Itlachar Anhang: Hu f
d Tran spoaltionsl ehre In
- Coneertmnjokan.
— VennJMhte Hicthiillaii^n und Notiien. — 1
B Sjisteinfttisobu LemprlnDlp fUr die SchlBSBel- i
te; Hiuikbriefe aoa Bavrentl
Oper ani) Conoert. — Ktrohs]
Kritik.
Johannes Brahms. Fünf Oesftnge für gemiecbten Chor
a capella, Op. 104. Berlin, N. Simrock.
Besprochen von Dr. HelBFloh SohenkeF.
(Sohluas.)
V. Im Herbst.
Wenn der Gedanke der Vergänglichkeit und der an
ihn grenzende Gedanke der Ewigkeit unseren Meister an-
regen, so steigern sie seine Kraft in ungewölinlichem
Uaawe; es ist — ob ich auch nicht gerne Visionen habe — ,
als wollten sie seine eigene Unsterblichkeit ihm eröfliaen.
So lange in dem Chor das Gedicht von dem machtvollsten
Stoffe zehrt, von dem, was ans Alle bedrückt, von der
Vergänglichkeit, da wirft Brahma thrtnenlos ein Bahrtuch
Ton Tönen über das Gedicht. Aber freilich, ist die letete
Strophe gekommen, mit ihrem engeren und kleinlicheren,
mit ihrem weichlichen Inhalt, da verliert sich, sclieini mir,
seine Begeisterung. Brahms — er ist ein ernster Leser —
theilt das Gedicht in sechs vierzeilige Strophen ; die ersten
Sätze dieser Strophen enthalten immer das allgemeinste
Bild, die weiteren Sätze der Strophen geben näheren In-
halt: Herknnft, Ursache der Stimmung, des Bildes. Man
sehe nun, wie Brahms das Verhältniss der ersten Sätze zu
den weiteren löst. So heisst es:
oder an einer anderen Stelle:
488
dolce
Sanft wird
dolce
der Mensch.
Er sieht
^ — fj^-^f^^ \J •
dolce
^^Trnz3
dolce
ra
m
m
£
^
zs:
^s
Wie genau weist der Dominantenton der Melodie auf
das Nächstfolgende hin, und wie schliesst sich dennoch
der Satz bestimmt ab! Im weiteren Verlaufe begegnen
wir einem rhythmisch charakteristischen Motiv:
Sopran.
■ W-
Jl
fc±W Jrf-^
rtsz
■^
sinkt auch
das Herz
U. B. W.
iaa zugleich in seiner Umkehrung psychologischer Wahr-
heit vortrefflich dient:
Sopran.
er ahnt, er ahnt des Le - bens wie des Jah-
Der Sopran beh< die ganze Zeit hindurch die Führung;
zuweilen gehen aber auch die übrigen Stimmen über blos
harmonische Erläuterungen insofern hinaus, als sie in
Anlehnung an ein bestimmtes Motiv des Bildes be-
stimmten, charakteristischen Sinn annehmen. (Siehe die
Mittelstimmen Takt 3 und 4, 8 und 9, 11 — 16 u. s. w.)
Ebenso enthält der Sopran stellenweise malerische Momente:
80 bei den Worten „nach dem Süden wallen", „blinken
entströmt". Das Licht milder, ausgesöhnter Weltweisheit
scheint in Brahms' Empfindung hineingeleuchtet zu haben,
als er des Menschen gedachte, „der die Sonne sinken
sieht, des Lebens, wie des Jahres Schluss ahnt". Welch
ruhige Hoheit strömt da die eintretende Cdur-Tonart
(GmoU ging ihr voraus) entgegen! Dagegen scheint mir
die Musik der Pointe „des Herzens seligster Erguss" von
der Höhe herabzugleiten, — hat mir doch Brahms selbst
zuvor das Maass seiner grossen Auffassung und seiner
grossen Musik eingegeben, wonach sich meine Empfindung
richten kann und muss. Uebrigens hat Brahms — Recht,
wenn man will, denn unmöglich kann ein gross denkender
und gross empfindender Mann eine inhaltlich so bedeu-
tende Stimmung — in einer Thräne austragen und auf-
lösen !
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Bayreuth.
Die vorletzte diesjährige „Parsifal"-Auffiihrunfir am
15. August zeigte keinerlei Neubesetzungen und bietet daher
zu einer besonderen Besprechung keinen Anlass. Soviel möchte
ich nur noch bemerken, dass Hr. Easchmann als Amfortas
dieses Mal nicht den verhältnissmässig günstigen Eindruck
auf mich machen konnte, wie acht Tage früher in der gleichen
Rolle: Gesang und Spiel litten unter einer gewissen Schlapp-
heit und Abspannung , die man wohl aui das Conto einer
Indisposition oder der sich schon recht unangenehm bemerk-
lich machenden Hitze setzen musste, da der Künstler sonst
iseinem lebhaften, italienischen Naturell zufolge zumeist eine
sehr rege Antheilnahrae an den Actionen auf der Bühne be-
kundete.
So wären denn nun auch die diesjährigen Festspiele bei
ihrem Ende angelangt, und es erübrigt, zum Schluss noch
einen kurzen Rückblick auf ihren Qesanunt verlauf zu thun.
Bei allen Mängeln in Einzelnheiten. die sich herausgestellt
haben, wird doch jeder gerechte Beurtheiler denselben als
einen glänzenden und das künstlerische Ergebniss
als ein durchaus vollkommenes und hohes bezeichnen
müssen. Was Orchester, Chor, Regie und die grössere Hälfte
der Solisten geleistet, war Bayreuths und der Werke des
heimgeganfi^enen grossen Meisters würdig; wird man erst noch
einmal auch in den dortigen leitenden Kreisen zu der XJeber-
zeugung gekommen sein, dass Musteraufführungen nicht
dazu da sind, um jüngeren noch nicht erprobten Künstlern
zum Experimentiren zu dienen, wird man sich erst noch von
diesem übrig gebliebenen Fehler emancipirt haben, so wird
keinen Augenblick mehr daran zu zweifeln sein, dass wir —
was die künstlerischen Darbietungen anlangt — ein ideales
Bayreuth haben werden. Denn dafür garantirt der fi;rosse
künstlerische Ernst ^ mit dem dort Alles angefasst wira. da-
ftür garantirt die Liebe und Begeisterung tür'die Wagnersche
Kunst, die allen Mitwirkenden zu eigen ist. Kein Mensch
wird daran zweifeln, dass Jeder, der berufen ist, an den Fest-
spielen activ theilzunehmen, auch bestrebt ist, sein Bestes zu
feben , wenn er auch bei seinen Bemühungen auf eine falsche
'ährte gerathen war. Und so lange diese Gesinnungen in
Bayreuth vorherrschend sind, so lange dürfte auch der Be-
stand der Festspiele, wenigstens von diesem Gresichtspuncte
aus, gesichert sein, und so bleibt uns denn Nichts weiter
mehr übr.g, als der Bayreuther Sache im Interesse des ver-
ewigten Meisters und seiner herrlichen Kunst sm all^i^ neuen
Unternehmungen von ganzem Herzen Glück zu wünschen!
F. R. Pfau.
Carlsruhe, Juli 1892.
(Fortsetzung.)
„Der faule Hans** von Alexander Ritter, die erste Opem-
novität dieses Halbjahres, erlebte hier am 4. März einen ganz
entschiedenen Misserfolg, der mir in Anbetracht der hübschen
und patriotischen Idee und der zum grössten Theil sehrge-
schickten und wirkungsvollen musikalischen Factur des Wer-
kes bedauerlich erscheinen muss, den ich jedoch andererseits
wohl erklärlich finde imd vollständig billigen muss, da Bitteres
Composition sich als eine zwar mit vielem Geschmack und
reicher Sachkenntniss gearbeitete, aber jeglicher Selbständig-
keit bare Gompilation erwies. Die sehr sorgfältig vorbereitete
Aufführung, bei welcher Hr. Lang den feiulen Hans, Hr.
Heller den Grafen Hartune^, Frau Keuss die Königin sang
und die Partien der sechs Mägde fast durchweg mit Damen
des Solopersonales besetzt waren, konnte sicherlich für die
sehr kühle Aufnahme des Werkes nicht verantwortlich ee-
macht werden, und so muss die Ursache des Fiascos lediglich
in einer gewissen Lahmheit und stellenweisen Albernheit des
Librettos, sowie in dem Umstände, dass Ritter's Musik fast
ausschliesslich bereits sehr ähnlich Dagewesenes recapitulirt,
zu finden sein.
Dass ein erst durch die musik-dramatischen Thaten Wa£-
ner's zum SelbstschafiPen angeregter Musiker, der also nicht
Anti- Wagnerianer ist oder an irgend einem sonstigen künst-
lerischen Bruchleiden laborirt, sich dem übermächtigen Ein-
flüsse Wagner's nicht entziehen kann, finde ich sehr begreif-
lich , muss jedoch andererseits an dem Postulate festhalten,
dass ein Werk, dem wir beifällige Beachtung schenken sollen,
doch wenigstens neben den fortlaufenden Beminiscenzen auch
etwas Eigenes von einiger Bedeutung enthalten muss, — und
das eben ist bei Bitter's Oper nicht der Fall.
Ein junger paradoxer und des innersten Wesens der Musik
jedenfalls unkundiger Weltverbesserer meinte einst allen
439
£mstes, daps man dereinst bestimmte mnsikaliBclie Ausdrucks-
wendungen ftür alle erdenklichen Empfindungen and Stim-
mungen lexikalisch ordnen — sie als einzie^ giltige themati-
sche Typen aufstellen, — und dass sodann die ganze Thätig-
kejt des Oomponisten in der geschickten Neuyerbindung und
Neuverarbeitung dieser Themen-Typen bestehen werde. So
absurd diese Idee jedem Bewunderer einer wirklich schöpfe-
rischen Kunstbethätigung erscheinen musste, so hat jener
Shantasielose Phantast mit derselben doch nur eine Vorahnung
essen ausgesprochen! was wir in Bitteres Musik zum „Faulen
Hans*^ zu youster Wirklichkeit werden sehen. Wenn das
trauliche Träumen unter einer Linde durchaus mit Klängen
des „Waldwebens*' besaitet sein muss, wenn ein liebender
Sohn in wehmüthiger Erinnerung seine Mutter nur so an-
rufen kann, wie es Parsifal thut, wenn das stürmische Auf-
treten einer oder mehrerer Personen nur in einer dem zweiten
Vorspiele des „Tristan" mehr oder minder geschickt nachge-
ahmten Weise musikalisch wiedergegeben werden kann, und
wenn schliesslich alles sinnende Sichyersenken nur in dem
wundersamen harmonischen Dämmerscheine der „Meister-
singer^-Art zum Ausdruck gelangen kann, — dann ist die
Musik wahrlich keine Kunst me£r, sondern nur noch ein
mehr oder minder geschmackvolles Zusammensetzen gegebener
Themenblüthen, aus denen der Ooraponist dann — dem Gärtner
ähnlich und gleich diesem oftmals mit Berücksichtigung der
holden Geheimnisse der Blumensprache — einen Strauss
bindet.
Das mit seinen Sequenzen schliesslich auch nicht ganz
originale, sondern im schlechten Sinne Schumann'sche Allegro
der Ouvertüre, die hagebüchene musikalische Charakterisirung
des Schmiedes, der allerdings sehr wohlgeluneene und hübsche
Chor der Ml^zde und das recht uner bauliche Ensemblesätzchen
pIn deines Blickes Wundermacht*' — das ist Alles, was Ritter
im „Faulen Hans*' an wirklich Eigenem zu geben vermocht
hat, und in allem Uebrigen copirt, imitirt und paraphrasirt
er sein grosses Vorbild, welches dereinst wohl in Vorahnung
seiner Nachfolger die auch fär Kitter verhängnissvoll gewor-
denen Worte schrieb: „Wer ihn hört und wahnbethört sänge
dem Vogel nach, dem brächt es Spott und Schmach.**
Nun — Spott und Schmach hat die Aufführung des
p^aulen Haus*' dem Oomponisten allerdings nicht eingetragen,
— Spott höchstens von Seiten der Localpresse, und dieser
richtete seine Spitze weniger gegen den Autor des Werkes,
aXä gegen eine Olique, welche Kitter um seiner indirecten
Beziehungen zu Bayreuth und seiner directen Angriffe gegen
Andersgläubige willen zum Siege hat verhelfen wollen, —
aber mit spärlichem und nur den Darstellern geltendem Bei-
fall schied das Publicum vom „Faulen Hans^, der seither
auch darauf verzichtet hat, sich nochmalig um die Gunst des
Publicums zu bewerben. Dass Hr. Hofoperndirector Mottl
sich bei einer späteren Gelegenheit bemüssigt fand, dem hie-
sigen Publicum und der hiesigen Presse einige „liebenswür-
dige Sottisen** über ihre fast einstimmige Ablehnung des
„I^ulen Hans** zu sagen, durfte uns bei der etwas selbst-
herrlichen und jeder iu>weichenden Meinung gegenüber sehr
reizbaren Charakterveranlagung dieses künsuerisch mit Recht
so hoch dastehenden Mannes nicht sonderlich verwundern,
dass aber Hr. Mottl bei dieser Gelegenheit auf das Jahr 1884
anspielte und die damalige Ablehnung des späterhin so all-
gemein anerkannten „Barbier von Bagdad** von Seiten des
iesi^en Publicums als ein Exempel anführte, von dem das
Publicum nicht genügend gelernt nätte— somit also die geist-
volle und durch und durch originelle Schöpfung des zu früh
verstorbenen Cornelius mit der musikalischen Wagner-Nach-
lese des zu spät geborenen Ritter gewissermaassen in Einem
Athem nannte — , das konnte uns bei ihm, dem zweiten
Taufpathen des „Barbier von Bagdad** und dem gründlichen
Kenner und Verfechter der hochbedeutenden Oornelius'schen
Eigenart, uns wie ein lapsus latrantis linguae anmuthen.
Dieser lapsus passirte bei einem Vortrage ül^r Peter Corne-
lius, welcner lus Einleitung einem von Hm. Mottl veranstal-
teten und der Premiere des „Cid** vorausgeschickten Cornelius-
Abend diente. Das weitere Programm dieses Abends bildeten
Lieder von Cornelius^ gesungen von den Damen Reuss und
Königstätter, Gedichte von Cornelius, gesprochen von Hrn.
Ho&chauspieler Wassermann, und die grosse Schlussscene
des zweiten .Oid**-Actes von Frl. Mailhac und Hm. Plan k
unter Mottl s geradezu orchestral wirkender Clavierbeglei-
tung vorgetragen. Endlich dann am 29. April, zum Jubiläums-
feste des Grossherzogs, folgte die Erstautführung des ganzen
„Cid*^, über welche ich Ihnen seinerzeit bereits in Kürze be-
richtet habe, und wenngleich dieses Werk — gleich den übri-
gen in ihrer tiefinnerlichen Lyrik so eigenartigen Oomposi-
tionen des Dichtermusikers Cornelius — auch keinen enthu-
siastischen oder lärmenden Erfolg erringen konnte, wie sol-
cher dramatisch und musikalisch kraftvolleren Schöpfungen
(Wagner) oder weichlicheren und gewöhnlicheren Hervor-
bringungen (Nessler) zu Theil wird, so haben seine weiteren
drei Wiederholungen seine schöne Lebensfähigkeit in vollstem
Maasse erwiesen, und es erscheint mir daher wohl angebracht,
nunmehr am Schlüsse meines Musikbriefes eine nähere Be-
sprechung des feinsinnigen und ergreifenden lyrischen Dramafl
folgen zu lassen.
(Schluss folgt.)
Dresden.
Hochgeehrter Hr. Fritzsch!
Bevor die regelmässige Berichterstattung über die Dres-
dener Oper beginnen soll, glaubt Ihr ergebener Referent, zu
einigen Vorbemerkungen veranlasst zu sein. Ob und in wie
weit eine Jede der Dresdener Opernaufführungen das gewöhn-
liche Maass künstlerischer Anforderungen erfüllt hat oder
nicht, wie die Leistungen jedes einzelnen auf dem Theater-
zettel Genannten zu beurtheilen sind, das ist Sache der Local-
kritik, denn es kann nur für den Umfang Interesse haben,
auf den sich das Wirkungsfeld einer einzigen Bühne erstreckt.
Zudem ists mit der Theaterkritik überhaupt, da sie doch
immer nur post festum kommt, eine eigenthümliche Sache.
Dramatische Darstellungen sind Momenterscheinungen, aller-
hand zufällige Ereignisse treiben ihr Spiel dabei. Der Kopf-
schmerz eines Capellmeisters kann der best vorbereiteten
Aufführung ihren Glanz nehmen, und die gut^ Disposition
eines Sängers vermag über eine mangelhane Einstudirung
hinweg zu täuschen. Was hilft es viel, wenn zwei Taee nach
Fallen des Vorhanges die Kritik ihre Bedenken erbe Dt? Ich
meine, die Kritik würde mehr Positives leisten, wenn sie sich
nicht allein an die Aufführungen hielte, sondern auch bei den
Proben ihre Thätigkeit ent<en wollte. Doch das nur so
nebenbei.
Der Leserkreis des „Musikalischen Wochenblattes**, der
sich aus dem musik- und theaterliebenden Publicum des weiten
Deutschlands zusammensetzt, dürfte wenig Interesse davon
haben, zu erfahren, wie diese und jene Repertoire- Aufführung
an der Dresdener Oper ausgefallen ist. Mit Theaterreferaten
soll er also verschont bleiben. Wohl aber dürfte es sich
lohnen, immer weiteren Kreisen davon Kunde zu geben, was
von den Darbietungen der hiesigen Oper für die ausserhalb
Dresdens lebenden Kunstfreunde von Interesse sein kann.
Die Dresdener Oper ist, dank tüchtiger Leiter und vortreff-
licher Künstler, sowie dank der reichen Mittel, über die sie
durch die Munificenz des Königs verfügt, ihres traditionellen
Rufes, ein maassgebendes, hervorragendes Institut zu sein, treu
feblieben. Und darum verdient so manches Wesentliche, was
ier unter dem Lichte der Lampen geboren wird, über die
Grenzen der sächsischen Hauptstadt hinaus bekannt gegeben
zu werden. Zudem ist der wirkliche Kunstfreund immer zu
Vergleichen zwischen den einzelnen Bühnen gern aufgelegt,
jedes Theater hat sein besonderes Gepräge, seine besondere
specielle Art der künstlerischen Wiedergabe. Das künstleri-
sche Nachempfinden ist nie ein gleiches. Ein und dasselbe
Werk enthält auf verschiedenen Bühnen auch seine ver-
schiedenartige Erscheinung. Gewiss wird es nun für die Leser
des „Musikal. Wochenblattes*^ Interesse haben, zu erfahren,
was im Opernhaus hier an der Elbe Wesentliches und Bedeut-
sames für die deutsche Oper überhaupt geleistet und ge-
schaffen wurde, es kann zu nutzbringenden Vergleichen An-
lass geben, und die Kenntniss von den mannigfachen Varia-
tionen der Bühnen kunst dürfte für das kunstsinnige Publicum
überhaupt willkommen sein.
Die Bedeutung der Dresdener Hofoper liegt in dreierlei
Dingen: Orchester, Chöre und scenische Ausstattung. Es gibt
im Bereiche der deutschen Oper wohl kein Orchester, das in
der Klangfarbe dem Dresdener gleichkommt. Man sagt, Wien
sei in den Streichern, Dresden in den Holzbläsern und Berlin
im — Blech am besten. Nun gut. Wir wollen den hiesigen
Holzbläsern nicht an den alten Ruhm greifen, obgleich unser
bester Clarinettist, der auf seiner Schiumei zu singen wusste,
wie Sar^sate auf der Fidel, seit Jahren todt ist. Ungleich
wichtiger als jener partielle Klang ist der Zusammeu-
86»
440
klang des ganzen Oroliesters. Schnell 's nnendlicli feines
Tongefiihl hat diesen Zauber ^eschafiPen und erhält ihn. Ein
trefßicher Künstler. Recht viel trägt die gute Akustik des
Hauses dazu bei, aber in der Hauptsache ists an Schuch ge-
legen. Ohne hinzuschauen, merkt man durch blosses Hören
§ar leicht, ob Schuch die Schlacht leitet oder nicht. TJeber
chuch's Auffassung Hesse sich gar oft debattiren, der Wag-
nerianer, besonders der ßayreuther traditionserfiillte, schüttet
mitunter den Kopf dazu, z. B. wird es ihm seltsam zu Muthe
bei dem Tempo, das Schuch für das ^.Meistersinger" -Vorspiel
nimmt: — klingt ihm auch Manches fremd ins Ohr, so kann
er doch in der Yerwundenmg auch zur Bewunderung des
„Fremden** gelangen, denn Alles, was da aus der Tiefe kommt,
quillt in einem entzückenden Flusse reinster, zartabgetönter
!EJänge^ deren lichtglänzender Zauber etwaige kritische Re-
flexion zu überstrahlen vermag. Schuch ist vor Allem Musiker,
der Dramatiker dürfte erst in zweiter Linie kommen. Das mag
der Grund dafülr sein, dass Schuch noch nicht auf den Festspiel-
hügel berufen wurde. Schuch ist vollkommen selbständig em-
pfindend, er gibt das Kunstwerk in eigener persönlicher Auffas-
sung, in eigener geistiger Prl^unf wieder. Schuch dirigirt
selbst, er wtlrde sich nie dirigiren lassen, selbst nicht von der
allerheiligsten Tradition, erliesse sich nie modeln, nie mottin!
Die Yenusberg-Musik & la marcia fimebre, wie in Bayreuth
jüngst zu hören, wäre in Dresden nicht möglich.
Dem Orchester zunächst stehen die Chöre. Weder Berlin,
München, noch Wien erreicht eine so vortreffliche Durch-
schnittsleistung mit diesem Factor, wie gerade Dresden. Die
Klangwirkung der Chöre ist stets rein, minutiös sicher in Ein-
satz und Rhythmus. Die schwieri^ten Leistungen, wie z. B.
im 2. Act der „Meistersinger** und m Draeseke's „Herrat**, ge-
rathen hier mit einer verblüfFenden Accuratesse, und die Regie
weiss auch die Massen dramatisch zu beleben ; theilnahmloses
Herumlungern des Chorpersonals, wie es anderenorts die dra-
matische Wirkung oft so tief beeinträchtigt, ist in Dresden
kaum einmal zu spüren. Und wenn die Regie noch mehr thun
wollte, nämlich den allzuverwitterten Bühnengesichtem durch
sorgfältigere Schminkung und Maskirung ein individuelleres
Aussehen zu verleihen, so würde sie alle Anforderungen erfhUt
haben.
Was nun die decorative Ausstattung betrifft, so muss
gern zugestanden werden, dass die Bühnen zu Berlin und
Wien an Reich thum Dresden übertreffen. Es wird dort mehr
Glanz und Prunk entfaltet. Was aber die malerische Stim-
mung der Scene angeht, so darf sich unsere Oper getrost mit
den Schwesteranstalten messen. Wir haben hier nie jene auf-
dringliche, äussere Pracht, die wohl zu blenden, nicht aber
zu stimmen vermag. Die poetische Wirkung der Dresdener
Scenerie beruht hauptsächlich in der vorzüglichen Art der
Beleuchtung. Der eigenthümlich röthliche Faroenton und der
dadurch hervorgerufene ideale Schein des Bühnenbildes ist
geradezu ein specielles Charakteristicum Dresdens.
Sie werden verwundert sein, warum ich nicht an zweiter
Stelle das Solo-Personal genannt habe. Es darf wohl als
selbstverständlich angenommen werden, dass eine erste Bühne,
wie die Dresdener, auch entsprechende Kräfte besitzt. Aber die
obengenannten drei bedeutendsten Factoren sind, mit einigen
besonderen Aiisnahmen, in den künstlerischen Leistungen
der Dresdener Oper überwiegend. Kommt man mit Münchener
oder selbst Leipziger Eindrücken nach Dresden, so wird man
an den rein dramatischen Leistungen hier jenen ausgeprägt
schauspielerischen Eindruck vermissen, zu den durch Wagner's
Bestrebung die deutsche Oper allmählig gekommen ist. Die
dramatischen Leistungen der Solisten beobachten eine gewisse
vornehme Zurückhaltung, man vermeidet es ebenso, direct
„opemhaft** zu sein, wie einen realistisch gefärbten schau-
spielerischen Ausdruck anzuwenden. Die Leidenschaften des
Spiels werden zwar richtig, aber nur zart angedeutet. Es ist
für mich immer interessant gewesen, kunsl^eübte Fremde
nach den unmittelbar neuen Eindrücken in Dresden zu be-
fragen. Alle waren sie entzückt von dem Klang und der
Feinheit des Orchesters, von der Reinheit der Chöre, der
Schönheit der Scene, nur in der Darstellung zogen sie die
Leistungen auswärtiger Künstler in die Debatte: „Das und
das drückt unser Vogl doch besser aus**, „Darin ist Schelper
besser**, „Das bringt die Moran effectvoUer**, „Das kann nur
die Mark** u. s. w. Frug ich aber nach dem Gesammtein-
druck, so hiess es stets: „Wundervoll**.
Wohl aber soll damit nicht gesagt sein, dass die Dres-
dener Oper nicht auch ganz hervorragende Sololeistungen zu
bieten vermöge. Aber sie sind fremden Gepräges. Scheide-
mantel und Therese Malten haben Bayreuther Schulung.
Besonders Ersterer, die Sonne unter den Dresdener Sternen,
hat neben dem Himmels^eschenk seiner Stimme eine treff-
liche Darstellungskunst sich zu eisen gemacht, die, weil ent-
fernt von traditioneller Schablone, der künstlerischen Wirkung
die tiefsten Stimmungen menscnlichen Seelenlebens zu er-
schliessen weiss. Man hatte hier den „Tannhäuser** in der
neuen Pariser Bearbeitung gebracht. Die Aufführung war
mit Aufbietung allen GlaüQzes ausgestattet, ein neuer Venus-
berg, eine neue Sängerhalle, ein funkelnagelneu gekleidetes
Jagdgefolge u. s. w. und doch lag die bedeutendste Wirkung
des Stückes in dem einen Moment, wo Wolfram - Scheide-
mantel im stummen Spiele Elisabeth nachblickte. Wie Schelde-
mantel Das gab, lässt sich nicht beschreiben. Aber mir schienen
in diesem Augenblicke die Tausende, die die neue Inscenirung
gekostet, überflüssig. Solche Darstellung tru^ das Kennzeichen
Bayreuths. — Auen Dresden steht m einer Tenor-Krise.
Anthes ist ein vorzüglicher lyrischer Tenor, dem man ab und
zu auch Heldenrollen anvertraut. Aber das eigentliche Tenor-
Heldenfach ist nicht entsprechend besetzt. Hr. Gritzinger
ist zu uns gekommen, nachdem er bereits bei Pollini war!
Als Ersatz mr Gudehus fungirte eine Zeit lang Hr. Stritt,
der im Rahmen der Dresdener Bühne Das vorstellte, was
Schott in Leipzig. Hr. Gritzinger ist zwar noch besser als
Stritt, allein die mannigfachen ausgesungenen Töne seines
Stimmregisters können uns nicht darüber hinwegtäuschen,
dass der Künstler den Höhepunct seiner Entwickelung über-
schritten hat.
Von den Auftührungen, die ich bis zum Beginn der Ferien
hörte, erschienen mir besonders die von „Tannhäuser** und der
„Cavalleria rusticana** bemerkenswerth.
Die Sängerhalle ist in möglichst treuer Copie des Originals
auf der Wartburg hergestellt. Das wäre an und für sich ganz
hübsch, wenn es nicht scenische Bedenken dabei gäbe. ISäm-
lich: Die beiden Säle der geschichtlichen Wartburg bilden
ein längliches Viereck, dessen untere Seite mit der Aussen-
mauer endet. Die Tribüne, sowie der eine Zugang zum Saale
befinden sich an der oberen Schmalseite. Es ist nun historisch
fanz getreu , wenn der Landgraf und Elisabeth auf der Tri-
üne im Hintergrunde Platz finden. Die streitenden l%iieer
aber sind dadurcn in die schwierige Lage versetzt, entweder
dem Publicum oder dem Fürstenthrone den Rücken zuwenden
zu müssen. Besonders aulKällig geschah das Erstere durch
Hm. Perron (Wolfram), der im Uebermaasse des Affects aus
der ungünstig placirten Versammlung einfieu^h ausschied und
vor die Kampen &Tis. Wie störend dieses Arrangement wirkte,
kann man sich Teicnt vorstellen. Es wäre zu wünschen, dass
die so^nannte „historische Treue** nicht auf Kosten der dra-
matischen Wirkung zur Pedanterie ausarte, der dichterischen
Absicht gebührt der Vorrang. Im eigensten Interesse der
Sänger dürfte sich die Verlegung der Landgrafentribtüie nach
rechts, was durchaus nicht Wagner's scenischen Angaben
widerspräche, empfehlen. — Was nun die „Cavalleria**, die
überall so oft zu hörende, betriflt, so ist in Dresden wohl zu
unterscheiden zwischen Bühne und Orchester. Die Leistungen
des Letzteren sind überraschend grossartig. Schuch leitet fast
jede Aufführung der „Cavalleria** selbst. Er bringt die Reize
der Mascagni'schen Musik in sonst nirgends zu hörender Weise
zur Geltung. Das ist Etwas für unseren Schuch! Wollte man
mit dem Metronom die vorgeschriebenen Zeiten nachmessen,
da gäbe es viele Unterschiede! Aber Schuch spielt sein Or-
chester mit virtuoser Bravour! Bei ihm versäiwinden die
mannigfachen Trivialitäten der Partitur im raschen, schillern-
den Flusse der Melodien und Harmonien, bald l&sst er den
Strom entfesselt dahin schiessen, um ihn mit einem Rucke
stillstehen zu lassen imd zu bändigen ! Die immer wechselnden
Contraste, die immer sich ablösenden Effecte der Musik bringt
Schuch bezaubernd hervor. Das Intermezzo kommt hier erst
zur vollen Geltung seiner Klangreize.
Etwas anders sieht es oben auf der Bühne aus. Wir
haben einen guten Turiddu (Anthes), einen prächtigen Alfio
(Scheidemantel), aber keine Santuzza. Frl. Malten ist
Heroine, es ist ihr unmöglich, diese Rolle darzustellen. Man
glaubt es der vornehmen, edlen Sicilianerin in ihrem adretten
ostume nicht, dass sie — eine Santa sei! Die Santuzza muss,
durch ihren Fall bedingt, als Ausgestossene von Kirche und
Gesellschaft und durch ihr Elend begreiflich machen, dass sie
nun dem eitlen Turiddu überdrüssig, ja zuwider geworden,
nur ihr Unglück, ihr seelisches Leiden nöthigt uns zum Mit-
leid, ihre Treue, ihre heisse gotterfüllte, fromme Liebe allein
macht sie uns sympathisch. Bei der Darstellung durch Frl.
441
Malten erscheint es nicht recht iÜEisslich, wie Turiddu sie ver-
schmähen konnte um einer Lola willen, die ohnedem in der
JDichtang so schattenhaft und flüchtig gezeichnet ist. Ohne
-die Heryorkehrun|^ dieses wesentlichen Punctes bleiht dies
Stück in seiner tiefen, seelischen Wahrheit und Bedeutung
unverständlich. Wer die Leipziger Darstellung dieser BoUe —
voran Frl. Mark, aber aucn FrL Pewny ist zu nennen —
'kennt, ^vird mir darin beistimmen. Neben Frl. Malten gibt
Auch Frau Wittich die Santa, — aber in so seltsamer
TJehereinstimmung, Zug auf Zug mit Frl. Malten, dass man
von Original und getreuer Copie unbedenklich reden darf. —
Die Gewinnung einer jugendlichen Liebhaberin würde an
unserer Oper eine schon öfters bemerkte Lücke ausfüllen.
Nun aber genug fär heute. Das nächste Mal werde ich
von dem ,j Tristan" erzählen, der zur Freude der Wagnerianer
nach zweijähriger Abwesenheit hier wieder auf dem Iteper-
toire erschienen. Dr. Hugo Dinger.
Kiel.
(Schluss.)
Unsere heimischen Musik vereine sind in dem gewohnten
Oeleise geblieben und haben darin mancherlei Scnönes und
Ansprechendes zu Tage gefördert. Der Gesangverein (Diri-
fent Prof. H. Stange), dem man etwas mehr Neigung zum
brtschreiten in neueBahuen wünschen möchte, hat seine sechs
Abonnementconcerte programmgemäss absolvirt. Das Erste
brachte (31. Oct.) ausser der „Abenceragen"-Ouverture von
Oherubini und der bekannten Ddur-Symphonie von Haydn,
durch deren Ausführung sich das Orchester keineswegs Lor-
beeren erwarb — bedenkliche. Taktschwankungen, um es ger
linde auszudrücken, beeinträchtigten besonders im ersten und
dritten Satz den Genuss in empnndlicher Weise — eine un-
interessante Arie von Yaccai („Ah, se tu dormi") und Lieder-
vorträge des Frl. Helene Jordan aus Berlin, deren Stimm-
mittel sich iiir den grossen Saal als nicht ausreichend er-
wiesen, und deren etwas gezierter Vortrag Wärme und tief-
g:ehende Empfindung vielfach vermissen Hess. Dagegen konnte
.fidch eines durchschlagenden EEfolges Frl. Glotilde Kleeberg
rühmen, die . vor Allem in der Ausführung des Beethoven^schen
Gdur-Clavierconcerts einen hohen Grad der Meisterschaft be-
kundete. Weniger gefiel uns ihr Vortrag der „ßicordanza"
von Liszt — das ist offenbar nicht ihr Genre — , vortrefflich
-dagegen gelang ihr Schumann's Bomanze in Dmoll (aus Op.
32) und Mendelssohn's Capriccio (Op. 16), dessen Tempo sie
freilich etwas überstürzte, nebst der auf stürmisches verlan-
gen bewilligten Zugabe, Mendelssohn's Spinnerlied, das sie
jnit vollendeter Grazie zu interpretiren wusste. — Im 2. Con-
cert waren als Hauptnummem „Nänie" von Joh. Brahms und
Jifendelssohn*s duftige Musik zum „Sommernachtstraum" zu
verzeichnen: in Beiden wetteiferten Chor und Orchester um
die Palme und machten sich um den schönen Erfolg, der er-
zielt wurde, in gleichem Maasse verdient. Als Solistin war
Frl. Tia Kretma aus Elberfeld erschienen, eine anmuthige,
jugendfrische Sängerin, von den Frauen Peschka-Leutner und
Amalie Joachim, aJso den besten Meisterinnen der neuesten Zeit,
sorgsam ausgebildet und tüchtig geschult. Ihre Stimme hat
einen etwas spröden Klang und entbehrt zumal in der Höhe
des weichen Schmelzes; ihr Vortrag litt anfangs in der Mo-
zart'schen Bravour-Arie aus „II re pastore", wie es schien,
unter einer, gewissen Befangenheit, kam aber im Schumann '-
sehen Adventlied mehr und mehr zur Geltung und dran^ in
der Partie des ersten Elfen im „Sommernacntstraum" sieg-
reich, durch, sodass der lie]}enswürdigen Künstlerin verdienter
reicher Beifall gespendet warde. — An dem Besuch des 3. und
4. Abonnementconcerts wurde Ihr Berichterstatter durch die
leidige Influenza und deren Folgen gehindert; das Dritte, der
Erinnerung an Mozart's Todestag vor hundert Jahren geweiht,
brachte nur Compositionen des grossen Meisters: Phantasie
für Orgel in Fmoll, vorgetragen von den HH. A. Keller und
H. Stange, das „Ave verum" und das Requiem. — Das6.Concert
(26. Febr.) bot in dem für diesen Zweck ganz ungeeigneten
Saal der Beichshallen HändePs „Samson". VermuthUcn trug
wohl besonders die mangelhafte Localität dazu bei, dass durch
das herrliche Oratorium nicht die Wirkung erzielt wurde, die
wir und viele Andere uns davon versprochen hatten; viel-
leicht standen auch Chor und Orchester nicht ganz auf der
Söhe früherer Leistungen. Unter den Solisten T>gte besonders
JIr. G. Wulf f als Samson hervor. Manoah undHarapha fan-
den in Hm. Sistermans einen geeigneten Vertreter, Frl.
Pia von Sicherer löste mit gewohnter Sicherheit ihre Auf-
gabe als DeKla und Frau Bächi-Fährmann konnte als
Micha genügen. Begeisterung, wie gesagt, wurde bei den Zu-
hörern diesmal nicht geweckt. — Das 6. Concert (Solistin FrL
Joh. Burmest er aus Hamburg) haben wir nicht gehört und
begnügen uns mit der Angabe des Programms: Palestrina,
zwei Motetten für fün£3tinimigen Chor aus „Hohes Lied",
H. Stange, drei deutsche Volkslieder, für gemischten Chor ge-
setzt, J. Brahms, drei Lieder für Chor aus Op. 9da, Mendels-
sohn, „Ruhethal", „Auf dem See" und „Die Nachtigall". Da-
zwischen von Frl. Burmester vorgetragen: Beethoven, Sonate
Op. 81a, Schumann, „Des Abends" und „Aufschwung", Cho-
pin, Notturno in Desdur und Walzer in Asdur, endlich Liszt,
2J)on Juan" -Phantasie. Besonders die letzte Nummer soll die
Künstlerin mit hinreissender Bravour gespielt haben.
Der St. Nicolaichor (Dirigent Hr. D. Forst) trat, ab-
fesehen von der oben angedeuteten Wirksamkeit in der
t. Nicolaikirche, von der er seinen Namen trägt, mit zwei
fTösseren Concerten an die Oeffentlichkeit. Das Erste (am
3. Oct.) hatte sich der Mitwirkung zweier hierorts aufs Beste
accreditirten Künstler zu erfreuen: des Kammermusikers
R. Lorleber^ aus Hannover und des Musikdirectors C. Bor-
chers aus Kiel, des Begründers und langjährigen Leiters des
Chors. Das Auditorium nahm die ihm vom Chor und den
Solisten in Fülle gebotenen Gaben mit lebhaftem BeifaU auf;
thatsächlich hatten auch die Chorsänger einen sehr guten Tag
und führten die ihnen obliegenden, zum Theil mit grossen
Schwierigkeiten verknüpften Aufgaben, wie zwei Motetten
von Suriano und Palestrina, den Psalm 47 von A. Neithardt,
ein interessantes Madrigal für Männerchor von Walreut,
präcis, sicher und mit reiner Tongebung aus. Hr. Lorleberg
hatte sich die 1. Sonate für Violoncell von Beethoven zum
Vortrag gewählt und executirte sie im Verein mit Hm. Bor-
chers technisch tadellos und in geschmackvoller Auffassung;
schade nur, dass an einzelnen Stellen sein schönes, aber nicht
sehr stark klingendes Listrument vom Flügel übertönt wurde.
Die kleineren Nummern gaben ihm erwünschte Gelegenheit,
theils eine brillante Technik (wie in Moszkowski's „Guitarre"
und in Popper's „Vito"), theils, wie in den Andantes von
Gluck und Molique, in Schumann^s Abendlied und H. Sitt*s
Serenade, ein stimmungsvolles Spiel und einen sehr weichen
und zarten Strich zu bekunden. Auf lebhaft bezeugtes Ver-
langen gab er Schumann's „Träumerei" im sanftesten Pianis-
simo zu; ohne Sordino würde es übrigens unseres Erachtens
wirksamer gewesen sein. — Ln 2. Concert (4. März) lernten
wir eine junge Concertsängerin aus Hamburg kennen, Frl.
Minna Ristow, die sich weniger günstig mit der Arie „O,
hätt ich Jubal's Harf" aus HändePs „Josua", als mit einer
Anzahl von frisch und anmuthig gesungenen Liedern von
Beethoven, Schumann, Brahms u. A. bei uns einführte. Hire
Stimme, ein gesunder Sopran von heUer Klangfarbe, erwies
sich als wohlgeschult; das besonders im Anfang störend her-
vortretende T^briren des Tons verlor sich im weiteren Ver-
laufe des Concerts je mehr und mehr, mag also wohl seinen
Grund in einer gewissen Befangenheit und Aufregung der
Sängerin gehabt haben. Besonders die zuletzt vorgetragenen
Lieder fanden stürmischen Beifall und machten eine Zugabe
erforderlich, sodass also ihr erstes Auftreten in Kiel, im Ganzen
betrachtet, von einem erfreulichen Erfolg begleitet war. Der
Chor erwies sich auch an diesem Abend unter der sicheren
Leitung des Hrn. Forst als tüchtig geschult und den ihm zu-
fewiesenen Aufgaben gewachsen: Besonders die geistlichen
lieder, eine Ostermotette von GrelL „Charfreitag" von Eccard
(fünfstimmig) und „Ostern" von B. Klein wurden mit sauberer
Litonation und nahezu tadellos zu Gehör gebracht. — Das
Mozart'sche Quintett für Pianoforte, Oboe, Clarinette, Hom
und Fagott in Esdur wäre, weil zeitweilig die elektrische
Beleuchtung im Saal versagte, fast verunglückt, wenn nicht
Hr. A. Äeller am Flügel mit gewohnter Ruhe und Geistes-
fegenwart die Bläser zusammengehalten hätte: so ging der
Fnfall spurlos vorüber, wennschon die Gesammtwirkung der
Composition durch die unliebsame Störung unzweifelhaft be-
einträchtigt wurde.
Der Richard Wagner-Verein setzte seine Thätigkeit
in gewohnter Weise fort und hat in diesem Jahr manchen
hübschen Erfolg zu verzeichnen gehabt. Als besonders inter-
essant durfte der Vereinsabend des 17. Jan. angesehen wer-
den, an welchem ein verdienstvolles MitgUed des Kieler
Zweigvereins zusammen mit Hm. Albert Keller uns die Be-
kanntschaft mit dem Dichtercomponisten Grafen Philipp zu
^wnt£
Eulenbnre dorch vorzügliche Interpretation einer grossen
Zahl von überaus interessanten Stücken aus seinen „SKalden-
gesängen** vermittelte; am S.März trag derselbe Herr, wieder
von A. Keller stimmungsvoll begleitet, verschiedene „Nord-
landslieder" desselben Uomponisten mit ^ich grossem Er-
folg vor. Der Verein ist erfreulicher Weise in stetigem
Steigen begriffen. —q.
Conoertumsohau.
Erfurt. WohlthAtigkeitsconc. des Seminarchors (Thilo)
am 19. Aug.: Messe f. dreistimm. Männerchor, Soli u. Org. v.
A. T ottmann, Orgelsoli v. Mendelssohn und S. Bach (Toc-
cata u. Fuge [welche?]).
Bad Reinerz. 11. Symph.-Conc. des städt. Curorchesters
(Loewenthal): 1. Symph. v. Beethoven, „Sie^fried-ldyU" von
Wagner, „Danse macabre" v..Saint-Sa6ns, „Robespierre"-
Ouvert. V. Litolff, Violoncell vertrag des Hm. Beimann. —
19. Kammermusikabend: Streichquartette von Bubinstein
(Op. 17, No. l) u. Haydn, Wiegenlied (f.?) von Marie Prin-
zessin V. Meiningen etc.
Sondershaosen. 13. Lohconc. (Prof. Schröder): Esdur-
Symph. V. F. Manns, Noct. u. Scherzo v. Dannine;, Bitter-
liche Ouvert. V. C. Stör, Hochzeitszug von Neuhoff, „Beim
Sonnenuntergang** u. Gnomentanz v. Henriques.
Zerbst. Gonc. des Kirchenchors (Preitz) zur Erinnerung
an den 400jähr. Geburtstag des Fürsten Wolfgang v. Anhalt
am 18. Aug.: Chöre v. Eccard (.Ich lag in tiefer Todesnacht**),
Mendelssohn (Psahn 48), J. H. Lützel („Herr, mein Gott**),
F. Preitz (Psalm 98) u. O. Taubert («Mit Fried und Freud*«),
zwei Choräle V. Luther, Solovorträge des Frl. Hoffmann (Ges.,
^eine Seele ist stille zu Gk>tt*' v. A. Becker etc.) und der
HH. Heerhaber (Org^,Prael. u. Fuge üb. „Ein feste Burg** v.
Hesse u. Trio üb. „Was mein Gott will« v. F. Preitz) und
SeitR a. Dessau (Viel., Arie v. Tartini u. Abendlied v. Schu-
mann).
Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datmn müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Berlin. Im Kroll*schen Theater be^nt am n. Sonn«
abend der Baritonist Hr. d'Andrade em Ghistspiel. Seine
erste Darstellung wird der Don Juan-Partie gelten. -*
BrttsseL An Stelle des Hm. Barwolff soll als Capellmeister
desMonnaie-TheatersHr.Edmond Boger, bisher Capellmeister
des Oasino in Trouville, treten. — Frankfurt a. M. Als
Better in der Noth sprang der letzten „Don Juan**-Au£füh-
rung in der Titelpartie Hr. Hofopemsänger Müller aus
Wiesbaden bei, ohne in Gesang und Spiel sein unvorberei-
tetes Erscheinen zu verrathen. -^ Pans. Frl. Chrötien
wird nach Ablauf des Contractes, welcher sie an das Mon-
naie-Theater in Brüssel bindet, in die hiesige Grosse Oper
eintreten.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 27. Aug. Psalm 51 „Schaffe in
mir, Gott« v. F. Wüllner. Psalm Ol „Wer unter dem Schirm
des Höchsten sitzet** v. E.F. Bichter. Nicolaikirohe: 28. Aue.
Psalm 187 „An den Wassern zu Babel sassen wir** v. E. F.
Bichter.
AufgefDIirte NovitSten.
Abert (J. J.), Ouvert. zu „Astorga**. (Breslau, 6. Symph.-
Conc. der Bresl. Concertcap.)
Adam (AI.), Festcantate f. Soli, Chor u. Orch. (Freiburg i. B.,
8. Conc. des Musikver.)
Bartmuss (B.), Orat. „Der Tag der Pfingsten« f. Chor, Soli,
Orch. u. Org. (Dessau, Aufmhr. unt. Leit. des Hm. Theile
am 19. Juni.)
Brahms(J.), Trag. Ouvert. (Sondershausen, 4. Lohconc.)
Streichquint. Op. 111. (New-York, 15.C?onc. des Streich-
quart. Herrmann.)
Brambach (J. C), „Waldmeisters Brautfahrt** f. Männer-
chor u. Orch. (Leipzig, Sommerfest des akad. Gesangver.
„Arion**.)
Chelius (O. v.), Clav.-Yiolinson. (Eissingen, 9. Novit&ten-
conc. des Hrn. Kistler.)
Dorn (O.), Eine Prometheus-Symph. (Cöln, 4.Volks-Symph.-
Conc.)
Draeseke (F.), Akad. Festouvert. (Leipzig, Sommerfest des
akad. Gesangver. „Arion**.)
Gade (N. W.), „ComaJa** f. SoU, Chor u. Orch. (Delitzsch,
Conc. des Musikver. am 28. Juni.)
Goldmark (C), Ouvert. „Ln Frühling**. (Aachen, 4. Symph.-
Conc. des stftdt. Orch.)
Grieg (Edv.), Suite „Aus Holberg*s Zeit** f. Streichorchester.
(Zweibrücken, Cono. des Oaecilien-Ver. am 20. Juni.)
„Landkennung** f. M&nnerchor, Baritonsolo und Orch«
(Leipzig, Sommerfest des akad. Gesangver. „Arion**.)
Kirchner (Th.), Streichquart. Op. 90. (Bad Beinerz, 8. Kam-
mermusikabend.)
Lassen (E.), Beethoven-Ouvert. (Breslau, 8. Symph.-Conc.
der Bresl. Concertcap.)
Liszt (F.), „Mazeppa** u. Esdur-Clavierconcert. (Düsseldorf
Conc. des Bicn. Waffner- Yer.)
„Tasso**. (Sondersnausen, 4. Lohconc.)
Meyer-Olbersleben (M.), Festouverture „Feierklfinge**.
(Würzbur^, Jubil&umsconc. der Liedertafel.)
Moszkowski (M.), „Phantastischer Zug** f. Orch. (Scheve-
ningen, 2. Symph.-Conc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Nicodö (J. L.), Symphon.' Yariat. f. Orch. (Sondershausen,
8. Lohconc.)
Podbertsky (Th.), „Wittekind** f. Baritonsolo, Frauenchor,
M&nnerchor u. Orchester. (München, Conc. des Lehrer-
Gesangver.)
Baff (J.), „Lenoren**-Svmph. (Scheveningen, 2. Symph.-Conc.
des Philharm. Orcn. a. Berlin.)
Waldsymph. (Breslau, 6. Symph.-Conc. der BreaL Con-
certcap.)
Beinecke (C), „Te Deum** f. Chor, Blechblasinatrumenie^
Contrabass u. Pauken. (Annaberg, Jubiläumsconcert des
Seminars.)
Bheinberffer(J.), Ouvert. zu „Christoforus**. (Sondershan-
sen, 8. Lohconc.)
Esmoll-Orselson. (Freiburg i. B., Kirohenconc des Hrn.
Hoppe am 22. Mai.)
Biedef TA.), Cantate f. Soli, Chor, Orch. u. Org. (Annaberg,
Jubil&umsconc. des Seminars.)
Biemenschn eider (G.), Symphon. Dicht. „Todtentanz**.
(Sondershausen, 8. Lohconc.)
Festpraeludium f. Orch. (Breslau, 6. Symph.Conc der
BresL t}oncertcap.)
Musik zum „Märchen von der Prinzessin Turandot".
(Breslau, 4. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.)
Bitter (A.), Ouvertüre zur Oper „Der faule Hajis**. Ebenda»
selbst.)
Scharwenka (Ph.), Symphon. Dicht. „Frühlingswosen***
(Scheveningen, 1. Symph.-Conc. des Philharm. Orä. a.
Berlin.)
Sinding(Chr.), Clavierquint. (New-Tork, 14.Conc.desStreioh-
quart. Herrmann.)
Svendsen (J. S.), J^orwegischer Eünstler-Carneval**. (Bres-
lau, 4. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap.)
S w e r t ( J. de), C moU-Yioloncellconc. (Scheveningen, 2. Symph.«^
Conc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Tschaikowsky (P.), Ouvert. zu „Bomeo und Julie**. (Son-
dershausen, 2. Lohconc.)
Yierling fG.), Orator. „Alarich** f. Soli, Chor u. Orch. (Ha*
fen i. W., 8. Abonn.-Conc. Iserlohn, Auffuhr, am 19. Juni
urch dieselben Kräfte.)
Yolkmann (B.), Yioloncellconoert. (Sondershausen, 2. Loh-
conc.)
Wagner (B.), Eine Faust-Ouvert., Yorspiel u. Fragmente a..
den „Meistersingern**, Schlussscenen a. „Tristan und
Isolde** u. der „(Götterdämmerung** etc. (Düsseldorf, Conc.
des Bich. Wwaer-Ver.)
„Parsifal**-Vor8piel. (Bad Beinerz, 4. Symph.-Conc. dea
städt. Curorch.)
Kaiser-Marsch m. Schlusschor. (Delitzsch, Concert des-
Musik ver. am 28. Juni.)
„Siegfried-Idyll**, Kaiser-Marsch etc. (Breslau, I.Wag-
ner-Abend der Bresl. Concertcap. Sondershausen, 2. Loh-
conc.)
Weber (G.), „Kriegs^;esang im Walde** f. Männerchor und
Orchester« (Leipzig, Sommerfest des akad. Gesangver»
„Arion**)
443
Weinberger (G F.)| Festebor f. Mftnnercbor u. Orcb. zum
60j&br. Jubil&am der Würzbiirger Liedertafel. (Würz-
barg, Jubilftomsconc. der Liedertafel.)
Wermann (O.), Hynmas f. Männerchor u. Orob. (Axmaberg,
Jubil&umsconc. des Seminars.)
Wolfrum (Ph.), Hmoll-OlaTiertrio. (Heidelberg, Wohltb&tig-
keitsconc. am 24. Juni.)
Zöllner (H.)« „Columbus" f. Mftnnerobor, Soli u. Orchester.
(Würzburg, Jubiläumsconc. der Liedertafel.)
Vermisohte MHtheilungen und Notizen.
■
* Die ErCfinung des neuen fiecbstein-Saales in Ber-
lin wird in illustrer Weise vor sieb ^ben, indem am 4. Oct.
Hr. Dr. H. v. Bülow als Solist mit einem interessanten Pro-
flranmi (u. A. mit neuen ungedruckten Compositionen von
Srabms) sich hören lassen wird, welchen Darbietungen am
6. Oct. eine Eammermusiksoiröe des Joach im-Quartettes
Tonter Mitwirkung des Hm. Dr. Brabms mit Comnositionen
des Letzteren und am 6. Oct. ein Kubinstein-Abend fol-
gen sollen. Anziehungsreicher könnte der neue, bekanntlich
nur für Kammermusik und Solistenconcerte bestimmte Saal
kaum inaugurirt werden. Dass Meister Bechstein besorgt
sein wird, den in den Eröffnun^;sconcerten th&tigen Pianisten
die besten Flügel seiner Fabrikation unter die B^de zu
Ssben, wird der Einweihung^eier auch nach dieser Seite hin
laiiz ^ben. Um das nöthige Publicum für diese Concerte
zu gewinnen, bedarf Hr. H. WolfT, der selbstverständliche
Arrangeur des Ganzen, angesichts der strahlenden Namen der
Mitwirkenden nicht einmal der ihm sonst so geläufigen
Bedamemittel.
* Die Philharmonischen Concerte zu Berlin wer-
den in n. Saison dirigirt: No. 1 und 8 von Hm. Dr. Hans
Richter aus Wien. No. 2, 4 und 6 von Hm. Maszkowski aus
Breslau und No. o — 10 von Hm. Dr. Hans von Bülow.
* Die Direction des Pariser Journals „Le Monde Artiste**
wird von nun an alle halben Jahre für französische Compo-
nisten eine Bewerbung ausschreiben, und zwar zuerst die
Aufrabe eines Listrumental- und eines C^esanssoloe, im
2. Halbjahr eines Kammermusikstücks und eines Gegleiteten
oder unbegleiteten Chors, im 8. Halbjahr einer Symphonie
oder einer symphonischen Dl^chtung und im 4. Halbjahr einer
Oper mit oder ohne gesprochenen Dialog stellen. Bei dieser
Gelegenheit wird sicher manches Manuscript, das schon lange
hofinungslos im Pulte des Componisten ruhte, von Neuem
aas Tageslicht gezogen werden.
* Am 16. Aug. wurde das Social-Theater in Biella
(Italien) durch Feuer vollständig zerstört. Ebenso ist das
k. Theater in Sidney (Australien) theilweise durch Feuer
zerstört worden. Hierzu kommt noch aus New-York die
telegraphische Nachricht, dass das Metropolitan Opera
House daselbst ein Kaub der Flammen geworden sei.
* Cyrill Kistler*s Oper „Kunihild*' geht in der bevor-
stehenden Saison im Stadttheater zu Würzburg in Scene.
Die Aufführung wird dank eines von Freunden und Yerehrem
des talentvollen Componisten gestifteten „Kuuihild" -Fonds
mit besonders verstärktem Chor und Orchester stattfinden,
wie auch für eine vorzügliche scenische Ausstattung gesorgt
werden soll.
* Heinrich Zöllner hat soeben eine dreiactige komische
Oper „Die Braut^ vollendet, die demnächst im Druck er-
scneinen wird.
* Im Pezzana-Theater in Mailand hatte des reichen
Musiküebhabers des Prinzen von Teora Oper „Quareeima
d'amore*' guten Erfolg.
Todtenliste. Armand Gouzien, Componist von Chan-
sons, Journalist und Musikkritiker in Paris, Inspector der
subventionirten und Municipaltheater in Frankreich, f in
Guemsey. — A, Limnander de Nieuwenhove, Componist
von geistlicher und Opemmusik, f» 78 Jahre alt, in Paris. —
Charles Buzian, Capellmeister am Theater in Nantes, f da-
selbst. — Carl Kammerlander, DomcapeUmeister in Augs-
burg, als Vocalcomponist nicht unbekannt, f» ^ Jahre alt»
am 23. Aug. — Carl Will, Holconcertmeister a. D. in Carls-
ruhe, ty ^ Jahre alt, unlängst. — F. Z. Skuhersky, Capell-
meister und Componist, ft ^^ Jahre alt, kürzlich in JBudweis.
BeriohtifiTung. In v. No., S. 482, Sp. 1, 24. Z. v. u. ist
1878 statt 1883 zu lesen.
Zur geffAlligen Beachtung I
An alle Concertsolisten, welche uns Concertprogramme
für unsere „Concertumschau*' einsenden, richten wir in deren
eigenem Literesse die Bitte, in die Concertzettelf welche ihr
ständiges Domicil nicht angeben, dasselbe handschrift-
lich einzutragen, damit wir zukünftig mehr, als bisher im
Stande sind, an uns gerichtete bez. Arnngen zu beantworten.
Die immer mehr einreissende Gepflogenheit, auf den Conoert-
zetteln den Wohnsitz der Solisten zu verschweigen, mafi^für
die modernen Concertagenturen ihre geschäftlichen Vortneüe
haben, sicherlich aber nicht für deren Clienten, wie wir dies
oft genug zu beobachten die Gelegenheit hatten.
Die Bedaction.
Kritischer Anhang.
Max Arend. Die Schlüssel- und Transpositionslehre in der
Musik. Druck und Verlag der Schweizerischen Yerlags-
druckerei in Basel. Preis 1 Jf.
Systematisches Lemprincip für die Schlüssel- und Trans-
positionslehre in der Musik. Verlag von Blian & Ullrich in
CöhL Preis 1,80 Jf.^
Die Erste der beiden Schriften erschien, wie uns Hr. Arend
in der Vorrede zu seiner Zweiten erzählt^ am 98. Nov. 1891,
die Zweite, wie er vielleicht in einer Dritten erzählen wird,
was ich aber zuftUig schon jetzt weiss, am 19. April 1899.
Ich halte es für gut, diese Bemerkungen vorauszuschicken,
um von Vornherein zu zeigen, wie prätentiös der VerfSeisser
vorträgt, was er sagt. Die beiden Schriften sind in dieser
Beziehung sehr merkwürdig, die Zweite ist in dieser BcKziehung
*) Der Hr. Verfasser nachstehenden Beitrags sandte uns
s. Z. eine Entgegnung auf den in No. 14 unseres Bits, ent-
haltenen Artikel „Bemerkungen zur Pädagoj^ der Schlüssel-
lelire in der Musik*' von Max Arend zu. Auf unseren Wunsch
hat er dieselbe, da mittlerweile die zweite Brochure von
Max Arend erschienen war, zu einer ausführlicheren Beleuch-
tung der beiden Schriften des soeben Genannten erweitert.
D. Bed.
Eines der merkwürdigsten Bücher, die mir zu Q^cht ge-
kommen sind.
Der Inhalt der Ersten der beiden Schriften ist eigentlich
nur eine Aufzählung aller auf Linien möglichen Scnlüssel,
fleichviel ob sie gebräuchlich sind oder nicht, und zwar eine
Lufsählung, die zugleich eine geistreichelnd-complicirte Syste-
matisirung ist. Der Anhang der Schrift führt die Transposi-
tionslehre vom Standpunct der Kenntnias sämmüicher Schlüssel
aus vor, eine Methode, deren rein mechanisches Wesen un-
fruchtbar ist und die durch einzelne Hiemann'sche Bemer-
kungen (Katechismus des Gteneralbassspiels) schon überholt ist.
Immerhin mag zubegeben werden, dass die ganze Schrift
durchdacht und infolgedessen in gewisser Hinsicht interes-
sant ist.
Die zweite Schrift führt das ganze System weiter aus,
und ich will zugestehen, nach der Richtung des praktisch
Brauchbaren hin aus; ausserdem enthält sie eme sehr grob ge-
haltene Polemik ^;6een Alles, was diesem System entgegen
steht, und gegcoi die Kritik, die über die „Schlüssel- und &ans-
positionslenre in der Musik^ erschienen war. Die Tonart dieser
Folemik dürfte ziemlich einzig dastehen, ich kanns mir nicht
versagen, einzelnes besonders Charakteristische hier zu citiren.
Im Vorwort schon erklärt Arend mit einer Deutlichkeit, die
Nichts zu wünschen übrig lässt, dass er deshalb von der wissen-
schaftUch ruhigen Objectivität zu einer „möglichst starken
Subjectivität** übergehe, weil diese Objectivität nicht allge-
444
jmein verstanden werden könne. Es ist eine amusante Schmei-
chelei für die Leser der Schrift. Der eigentliche Inhalt be-
ginnt mit einer, wie soll ich sagen, merkwürdigen Polemik
gegen die Damm'sche Clavierschnle. Arend will nämlich, wie
er sich ausdrückt, die Noth wendigkeit seines Princips dadurch
beweisen, dass er zeigt, was man ohne dasselbe „leisten"
kann. Nachdem er einige, allerdings etwas oberflächliche Er-
klärungen aus der Damm'schen Clavierschule citirt hat, fährt
er fort: „Kann man über diesen denkbar rohesten Empiris-
mus überhaupt Etwas sagen? Ja, man muss sogar Etwas, und
recht Viel dagegen sagen, denn es handelt sich nicht um
das fehlerhafte Verfahren eines Einzelnen, sondern um Das
von vielen tausend — Autoritäten. Indessen das ist noch
zu abstract ausgedrückt, das versteht noch nicht Jeder, ich
will scheinbar überflüssiger, in Wirklichkeit hochnothwendiger
Weise den rohen Empirismus, um nicht zu sagen, den stu-
penden Blödsinn der vorhin zum Worte gelassenen Methode
in ein möglichst grelles Licht setzen. Uebri^ens liegt mir
Nichts ferner, als gegen die Damm^sche Clavierschule oder
ihren Verfasser zu i'elde zu ziehen. Was die Schule selbst
anlangt, so habe ich dies seichte Dilettanten-Buch herausge-
grüFen, weil es eine ungeheure Verbreitung hat — wie vieles
Aehnliche, — weil also Das, was hier steht, einen ziemlich ge-
treuen Spiegel des Durchschnittsbewusstseins geben dür&;
von Hrn. Theodor Steingräber, dem Verfasser der Schule,
setzte ich voraus, dass er auch auf eine Art, welche berech-
tigte, höhere Ansprüche befriedigt, definiren kann, was ein
Schlüssel ist; um so kläglicher, dass er der populären Dar-
stellung diese Roheit schuldig zu sein glaubte. Zwar lässt
sich der Dumme sehr gern vom Dummen unterrichten, aber
damit ist doch noch lange nicht gesagt, dass ihm der Dumme
.wirklich besseren Unterricht geben kann, als der Intelligente.
Ich biiT sogar so frei, das Gegen theil zu behaupten und vom
Intelligenten zu verlangen, dass er seinen eigenen Standpunct
stets scharf betont. Es mag mehr Dummheit als Intelligenz
auf der Welt sein, aber die Intelligenz führt doch wohl und
nicht die Dummheit." — Und nach einer Beihe von ähnlichen
Liebenswürdi^eitenheisstes: „Ich ^riff hier, wie schon
gesagt, die Damm'sche Schule als Spiegel des Durch-
schnittsbewusstseins heraus; es ist klar, so wie
hier, darf es nicht sein. Verstanden, meine Herren?
So wie hier darf es nicht sein! Es muss also anders,
vernünftiger sein! Anders! Wenn ich nun eine
andere Methode bringe, die vernünftiger ist, die
viel schneller zum Ziele führt und viel mehr zum
Denken anregt und viel wissenschaftlicher ist, so
müsst ihr die doch wohl annehmen, nicht wahr?
Denn ich bringe nicht eine rationelle Methode auf
diesem Gebiet, sondern ich bringe die rationellste,
•die überhaupt denkbar ist. Ich bringe euch Das,
was euch bisher gefehlt hat. Wenn es nun freilich
.etwas Mühe kosten wird, sich dahinein zu leben, so
bedenkt doch, meine Verehrtesten, dass Derjenige,
der sich zuerst diese Methode angeeignet hat, wirk-
lich seine Schüler in Bezug auf ein kleines An-
fangsgebiet schneller vorwärts bringen kann, folg-
lich der bessere Lehrer ist und, T^enn er genügend
Beclame macht, diese Methode auch in klingende
Münze übersetzen kann. Nicht wahr, das ist so?
Also beschäftigt euch einmal ganz ausnahmsweise
ein paar Stunden mit den Gedanken eines Anderen.
Man kann sie nachher »gebrauchen«"!
Man sieht, in Bezug auf Prätention oder, um weniger
verhüllt zu sprechen, in Bezug auf Grobheit, fehlt der Sprache
Arendts Nichts. Da ist man denn aber doch auch wohl be-
rechtigt, zu verlangen, dass das, was mit solchem Pomp an-
gekündigt wird, etwas wahrhaft Bedeutendes und Grosses ist.
Für mein Empfinden jedoch entspricht der Inhalt nicht dem
Lärm der Ankündigung. Eine Masse von Wunderlichkeiten
vermag ich gar nicht zu verstehen. Ich bitte Hm. Arend,
mir gütigst auseinandersetzen zu wollen, welchen Sinn es hat,
dass er z. B. für die Altstimmen — natürlich nicht nur für
die Solo- Altstimme, sondern selbstverständlich auch für die
Chor- Altstimmen — den C-Schlüssel auf der 2. Linie (horribile
dictu!, nicht etwa zu verwechseln mit dem gebräuchlichen
Altschlüssel, pardon, „mittleren C-Schlüssel") einführen will,
oder dass er mr die Baritonstimme, die schon jetzt darunter
zu leiden hat, dass sie mit zwei Schlüsseln — dem Violin-
und dem Bassschlüssel — belästigt wird, nunmehr als Dritten
im Bunde den gänzlich ungebräuchlichen F-Schlüssel auf der
3. Linie („mir schauerts durch das Mark") zur Qual aller
jungen Mädchen auf den Conservatorien herbeischleppen will,
oder dass er für den Tenor neben dem gebräuchlichen Tenor-
Schlüssel, also dem C-Schlüssel auf der 4. Linie, einen neuen
Tenorschlüssel empfiehlt, der nicht nur für gewönnliche Sterb-
liche etwas überraschend Neues ist, sondern sogar, sicher ein
excellenter Beweis für die Originalität, gänzlich aus dem
Böhmen des Systems unseres Systematikers par excelience
.herausspringt, nämlich — man staune! einen C-Schlüssel, der
auf dem Zwi.schenraum zwischen der dritten und vierten Linie
steht. Die „moderne Pädagogik" scheint dem Verfasser hier
durchgebrannt zu sein. Oder sollte derselbe etwa mit seinem
logischen Scharfblick wirklich nicht bemerkt haben, dass ein
derartiger Schlüssel nicht nur mit einem, sondern mit zwei
anderen Schlüsseln — dem Tenor- und dem Alt-Schlüssel —
verwechselt werden kann und auch stets verwechselt werden
würde, wenn nämlich die musikalische Welt sich der Führung
des Hm. Arend anvertraute, da die Schlüssel bekanntlich selur
undeutlich geschrieben und auch gedruckt werden, und das
mit Becht, denn vdr Musiker haben Besseres zu thim, als uns
mit schlüsselhaflen Spitzfindigkeiten zu beschäftigen. Man
lernt eben nach der guten alten Methode, d. h. durch vieles
Schreiben und Lesen, die gebräuchlichen Schlüssel und über-
lässt es der „modernen Pädago^ik^, sich mit den ungebräuch-
lichen zu beschäftigen. Uebngens will ich nicht behauptet
haben, dass es geradezu ein besonderer Vorzug sein soll, beim
Hinmalen eines Schlüssels möglichst zu schmieren, ich mache
diese überflüssige Bemerkung, damit Hr. Arena nicht die
willkommene Gelegenheit hat, mir „Unsauberkeit", „Incor-
rectheit**, „unklares Denken** und was sonst noch Schlag-
wörter der „modernen PädjB^gik" sein mögen^ zum Vorwurf
zu machen. Geradezu komisch berüüirt mich die Behauptung,
dass man vor dem Arend*schen System das Wesen der Schlüssel
nicht verstanden habe. Einem Schüler, der aufmerksam und
fleissig ist, wird in ziemlich kurzer Zeit ein Licht darüber
auffi^gangen sein, was die Schlüssel bedeuten ; es ist eine auf
Nichts gegründete Blasphemie, deren Widerlegune^ man sich
bei jedem Clavierspieler holen kann, dass ohne aas Arend'-
sehe System alle Schlüssel mit d^ Violinschlüssel verglichen
würden, sodass man also eigentlich nur den Violinschlüssel
beherrschte. Psychologisch zu erklären dürfte diese Behaup-
tung, deren Unrichtigkeit wohl auch Dem, der sie ausgegeben
hat, sofort aufgefallen ist, dadurch sein, dass zur Propaganda
für ein Schlüsselsystem, dessen pädagogischer Werth zweifel-
haft ist, wenn es auch immerhin mit einem gewissen Greschick
ausgedacht ist, eben nichts Vernünftiges, auf die thatsächliche
Wirklichkeit Begründetes, mit Einem Wort Richtiges, ausfindig
gemacht werden konnte.
Am Schluss seiner zweiten Schrift bringt Arend Betrach-
tungen über die „moderne Zeitungskritik, veranlasst durch
einen Einzelfall**. Da sagt er denn am Ende: „Ich verlange
für mich eine Kritik, die mich beurtheilen kann, und die sich
auch die dazu nöthige Mühe nimmt. Ich glaube, dass ich im
Namen der deutschen Schriftsteller spreche. Ich will die
Kritik nicht gebrauchen als Köder für aas dumme Publicum,
das jeden Unsinn aus Kritikerfedem für eine Offenbarung
nimmt — an das Publicum schreibe ich nicht — , sondern
ich will die freie Meinungsäusserung eines philosophisch-
fachmännisch genügend vorgebildeten Mannes hören, der sich
zuvor die Mühe gegeben hat, mich zu erfeissen. Ich will
nicht die kritische Fabrik- Arbeit, die grossgezogen wird da-
durch, dass z. B. an einer Gross-Zeitung ein Mskun alle Er-
scheinun^n auf einem ungeheuren Gebiet zu behandeln hat,
sondern ich will das Ergebniss eines geistiges Durchdringens,
das nur langsam vorgeht. Mit Einem Wort, ich will eine
wirkliche Kritik.**
Da muss man denn doch Protest erheben — nicht gegen
^ie richtigen Forderungen von Arend, sondern gegen mre
arrogante Anwendung. Ich bin nicht ein vorsätzucner Geg-
ner des Modernen, aber etwas Neues muss zugleich gut sein,
wenn man es anerkennen soll. Ein gewisser Lessing meinte
einmal : „Dieses Buch enthält viel Gutes und viel Neues, nur
schade, dass das Gute nicht neu und das Neue nicht gut ist.**
Bichard Timmerscheidt.
446
Brie Tic asten.
F, fV, in L, Die Erfahrungen, die Sie mit Hrn. Giessel
betr. des Dinger'schen Buches gemacht haben, wären werth,
veröffentlicht zu werden. Der gute Mann kann es uns wahr-
scheinlich nicht vergessen, dass wir s. Z. an dieser Stelle des
in seinem Geschäftslocal unverfroren ausgeführten Verkaufs
von ihm zur Gratis vertheilung zugestellten Probenummem
unseres Bits. Erwähnung thaten.
M. G. in St, Seien Sie betr. eines Engagements bei Hrn.
Carl Meyder ja vorsichtig, denn dieser „Künstler" ist als
Brotherr ziemlich verrufen ; wie seine Contracte bei minimalen
Gagen durch wahrhaft menschenunwürdige Paragraphen sich
auszeichnen , so soll die brutale Art, in welcher er mit seinen
„Arbeitern** persönlich verkehrt, erst recht bezeichnend für
seinen Charalkter sein.
Anzeiflren.
Julius Feuricb
kil. licts. Hof-FiasoronefalidK
Leipzig
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Prämiirt
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höchsten Preisen.
Katologe franeo.
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Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Preussen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
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Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von PreuBsen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh. [888.]
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Clavieranszug mit Text vom Componisten. 16 Ji,
Textbuch netto 15 /ij.
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Ciavierauszug mit Text 3 Ji.
Chorstimmen cplt. 2 J6.
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Contrafngott" mit einem Jahresanfangsgehalt von 1500
bez. 1560 Mark neu zu besetzen. Bewerber müssen einige
Opemgewandtheit besitzen und befähigt sein, die erste
Stimme vollkommen genügend auszufüllen.
Meldungen unter Beifügung von Zeugnissen sind bis
zum 15. September er. an das Oberbürgermeister- Amt
Cöln zu richten. Die Stellen sind spätestens bis
1. October er. anzutreten.
Die Bewerber haben sich ohne besondere Einladung
zum Probespiel am 19. September er. Nachmittags 3 Ulir
im hiesigen Conservatorium, Wolfstrasse 3/5, einzufinden.
Cöllli 18. August 1892. [894.
Der Oberbürgermeister.
I. V. Der Beigeordnete
Tltewalt.
Durch jede Buch-, Kunst- und Musikalienhandlung zu
beziehen : [895 ]
Com Positionen von
Alois Reckendorf:
Op. 1. Zwei Nocturnes für Pianoforte. M. 1,60.
Op. 2. Walzer fiir das Pianoforte zu vier Händen. M. 2,50.
Op. 8. Elleine Bilder für Pianoforte. M. 2,-—.
Op. 4. Sieben Lieder für eine Baritonstimme mit Pianoforte.
Heft I. 1. Ich geh nicht in den fi;rünen Hain. (W. Oster-
wald.) 2. Heimweh. „0, dass ich draussenläg". (C. Stieler.)
3. Sommersegen. „So warm und herrlich liegt die Welt".
(Wolfgang Müller v. Königswinter.) M. 2.—.
— Idem. Heft H. 4. Unergründlich. „Ich küsste sie auf die
Stime kaum". (J.G.Fischer.) 5. Zwiegesang. „Im Flieder-
busch ein Vöglein sass". (R. Reinick.) 6. So wandr ich in
die weite "V^^lt. (W. Osterwald.) 7. Falsch, aber süss.
„Komm, falsche Dirne". (G. F. Daumer.) M. 2,—.
Op. 5. Fünf Ciavierstücke. Heft I., II. k M. 2,—.
Op. 6. Sechs Lieder und Gesänge für gemischten Chor.
Heft I. Die Rose treibt ein rotnes Blatt. (W. Osterwald.)
2. Trennung. „Er ritt so einsam durch den Wald**. (Alex.
Kaufmann.) 3. Heimkehr. „Und wieder ritt er durch den
Wald". (Alexander Kaufmann.) Part. u. Stimmen M. 2,40.
(Part. M. 1,20. Stimmen & M. —,30.)
— Idem. Heft II. 4. Mit sanften Flügeln senkt die Nacht.
(W. Ost^erwald.) 5. Durch säuselnde Bäume im Mondensohein .
(W. Osterwald.) 6. Kommt auf den Anger, muntre Buben.
(W. Osterwald.) Part, und Stimmen M. 2,40. (Part. M. 1,20.
Stimmen ä M. — ,30.)
Op. 7. Tänze für Pianoforte zu vier Händen. Heft I. M. 4, — .
Heft II. M. 3 — .
Op. 10. 24 Etüden in allen Dur- und MoUtenarton für Piano-
forte. Heft I. M. 3,—. Heft II., HI., IV. ä M. 2,50.
Verlag "von E. W. Fritzsch in Leipzig.
Pianinos
beeter QualitAt , einfache osd elegante
I BtKttnDg, sind wegen
Liquidation einer Fabriit
' zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
Illustrlrta Prels-Varaelehnlsse zu bBzlehen durch
' C. Sohwalbaoh, ReicbBstrasBe 24, Leipzig.
Verlag von Breitkopf & HSrtel In Leipzig.
Sene Ciavierwerke.
Dreszer, Anast. W., üp. 33. Scherzo, J( S,— .
JadaSBOhn. S., Op. 116. Sechs EinderatUcke zu 4 Hftndan.
Jl 4,—. [897a.]
Op. 1 La. Fandango und Menuett (3 Kanons). Jl 3,50.
Haas, Louis, Op. 13. Erinnerung an Norwegen. Ho. 6.
Volkstanz. Jl I,ISO.
Moore, Graham P., OoncertstOck nach dem Gedicht „Sea-
weed" („Meorgraa") von Longfellow. J( 4,^.
Daraus: Scherzo. JH 1,:£0. Arioso. ^ 1,26.
Liebeefiehen (Pleading). Jl 1,50. Vake-Oaprioe. Jl 1,50.
Fünf Clavieratüoke, Op. 23. Jf 6,~.
1. Yalae poitiqae. Jl 1,25. 3. Bomance. Jl 1,26. 3. Ta-
rantelle. Jt 1,75. 4. Sonnet. Jl 1,36. 5. Ballade.
Jt 3,—.
Ohromatische Etüden Dp. 3i. Heft I, II je .* 3,—.
Hochzeit im Dorfs, o Charakterstücke, Op. 12. HeftI,
U je jf 8,—.
Vogel, MOFltz, Op. 58. 8 leichte Sonatenje Jl 3,—.
Wurm, Mary, Op. 28. Tanzweiseu zu 4 Händen. Jt 4,—.
^ Bearbeitungen. r=
Elehborn, Hermann, Op. II. Bondo brillant for Waldhorn
and Olavier. Ansgabe zu 4 Händen. Jl 2,60.
Dasselbe m 3 HKnden von Aug. Hörn. Jf 2,—.
Qrleg, Edvard, Op. 18. Sonate (O) fUr Violine n. Pianoforte
zu vier H&nden bearbeitet von Gustav Sandra. .^6,60.
Ltszt, Franz, Le Triotnphe Am6bre du Tasse; zu vierHfin-
den bearbeitet von Arthur Hahn. JH 3,—.
Wilhelm Hansen's Verlag. Leipzig.
Zu ConcertauffQhpungenl
[88L.,
Ägnete und die Heermädchen.
(Agnate and the Mermaids.)
Gedicht von H. C. Andersen.
FUr eine Solostimme, Frauenchor u. Orchester \
Niels W. Gade.
. Partitur Jl 3,60. ao. Orchesterstimmen Jt 4, —
• (Violine I, 2, Viola, Violoncelle, Biiss je 30 ^ netto.) J
I Chorstimmen (Sopran 1, 2, Alt je 40 'ig.) Solostimme |
(Sopran) 50 ^. ClavieraoSEUg Jl 1,80.
„Der Chorgesang" V.15./1893; Eine der reizend-
sten Blttthen aus dem Füllhorn des verklArten <
- - nordischen Meisters. Nach knrzer Instrumental-
4^ einleitung {kleines Orchester) beginnt ein anmu-
' thiges Wiegenlied. Daran reiht sich ein dreistim-
miges Lied der Meermädchen. Das Wiegenlied '
beginnt von Neuem, fortgeführt von dreistimmigem {
Gesänge, und so^eht das liebenswürdige duftige J
Stück zu Ende, wir machen auf dieses BlUmchei
„Wunderbold" ganz besonders aafinerksam.
i 2 Lustspiel-Ouvertüren:
(für grosses oder kleineres Orchester
ausführbar).
noua neu.
Octett
für
FISt«, 0^06, 2 Clarinetten, 2 Hörner nnd
2 Fagotte
Op. 216.
Partitur Pr. .^ 6,—. netto.
Stimmen Ft. Jt 12,—. netto.
[898.]
Fis Kisinep.
^uliu^ "ßlütAner, ^eippj.
Uilicl Säclsiscte % lor-MoWalit.
Bedeutendste Planoforte-Fabrlk KuropaMl
FlOgel und Pianinos
von anerlcannt ixiiü.l>ei-tro£reiier fXa,ltl>a>i*l£eit
und edlem, sanijpreiclieui rron.
-^^■\^lA/lf "Vftrtrftt»:
EKe Fabrik besteht aeit 7. November 1853.
"WiHielm F*oiseie,
tliil. Kaumi^u ul lekiBT in Harn u In tSiiU' Hocutkiig illr lull.
BcrtiM. ». yr. Howistr. 9. [90gd.]
Siloti,
Pianist. [«osi.]
Pari«. 86, Avenoe Triidalne.
Alfred xiLrasselt.
BadeD -Baden.
•0»— 1 Yertr. H. WolJT. mm»Usu .
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orohetters. [906— ,]
Leipzig, Raiser-Wilhelm-Strasse 21
benogl. läoha. Hof^iuiBt, Profeneor oapärieni am OoiuerTatoniiiD
in Genf (Sohweii). [906—.]
ConcerirVertretmig; Hermann Wolff, Berlin.
Clara Hoppe,
Concert- und Oratoriens^Dgerin (Sopran).
SODdershauBeB, Friedrichst. 21. [dOBz.]
Fritz Higgen,
Oonoert- und OratoriensBnger (hoher Bariton).
Bpemephafen, Deich 16. [909— .]
Concert- und OratorlensttiiKerln (Sopran).
Leipzig, Hohe Strasse 26'' IL [910aa.]
Vollständige Ansbildnng fBr Oper d. Coneeit
EnBemble-üebaDgen. Rollenstndlnm.
Von mir anegebildete Schttler: Uagdaleiui Jahns, Sehna
Scboder, Ckrt Soheidenuuitel n. A. m. [911—.]
Leipzig. Bodo Borchers.
Gi-esanel ehrer.
Gonstantin Wild's Verlag,
Leipzig und Baden-Baden.
Vor Kurzem ersobien:
Symphonie
(Cmoll, Op. 57)
Orchesterpartitnr ^ 15, — .
OrcfaesterstimineD ^ 20, — -
GlaTierauBzng zu vier Händen Ji 8, — .
Diese Symphonie wurde bereits von den Hofcapellen
zu Bertin, Dresden, Dessau, sovie vom Philharmonischen
Orchester- Verein za Boston und znletzt in Leipzig vom
Liszt- Verein mit durchschlagendem Erfolg zur Auffähnmg
gebracht. Der zweite Satz eignet sich auch vorzüglich eam
Einzel Vortrag. Wir empfehleo den verehrten Concert-
directionen und Mnsikdirectoren das Werk aufs Angelegent-
lichste. [fllSd.]
Zu beziehen durch alle Buch- und Musikalienhandlungen,
sowie direct vom Verleger.
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Hiena eine Beilage von C. F. W. Slegel's Musikalienhandlung (B. LinaemaDo] in Leipzig.
Leipzig, am 8. September 1892.
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M iKiiiMinüimt, sowie
iQicti alle Fotlinii» ii beiiclitiL
'^ÄJl^^ ffir ¥naiVftr nnil IffnaiVfronndo '▼Ä
rit du lüEiHaiisttii WccUibiaii
MiUamii ziiEeiiiiiiomit ilid u
für Musiker jndjffusikfreimde.
Verantwortlicher Eedacteiir und Verleger;
E. W. Fritzsch,
Leipzig, Königutrssae Q.
^^
im. Jahrg.]
Daa MuBikalische Wochenblatt erauhaint jährlicli in 59 Nummern. Der Abonnementabetra«
für das Quartal von 13 Nummern ist 9 Hark; eine einzelne Nummer kostet 40 P fei) n ige. Bei
directer frankirter KreuzbandBendung treten nachiitehende viertel jährliche Abonoemento-
preiw in Kraft: 2 Mark 50 Pf. für das Deutsche Reich nud Oesterreich. — 2 Mark 75 Pf,
für weitere Lilnder des Allgemeiaeu Po«tvar«inB. . — JahretabonnenientB werden unter
ZiicnrndeWung vorstehender Becngabediti Kunden berechnet.
Die InaertionBgebflfaren mr den Raum einer gecpaltenen Petitzeile betrageo SO Pfennige,
[No. 37.
t: BrangEns. Eine neoa Probe dra „»ndeQlendBn VaifahwnB''
O™ und Wieu. — Bai ' " ' « - ■ _ . .
Vermiicbla HltthiiUimg.
De noDn HUB „knoeaieai
Bailcbt BUS Leipzig. -
lungeii und Notizen. —
Von Moritz Wiith.
-.in. — &ng>gsment* nnd Q
Anislgen.
TusigHchichte : Hoslkbriete soa Carlsrnhe (Schlm»),
id UutaplHlB in Oper nnd Oonoert. — Kiiohenmosik. —
Brangfine.
Eine neue Probe des „aDdenteaden Verfahrens".
Von Mopltz Wirth.
Man kann den „Tristan" so oft als möglich und mit
all dem VerBtändniss gesehfiD haben, das heute ^nem
gewissenhaften Wagnerianer davon zukommt, und kann
doch dnrch eine Frage überrascht werden — ; warum
vertauscht Braug&ne den ihr anbefohlenen Todes-
trank mit dem Liebestrank? Da» die vertraute Die-
nerin sich sträubt, mit eigener Hand die geliebte Herria
in den Tod bu schicken, ist begreiflieb; nicht hierauf
richtet sich also unsere Frage. Sondern ihr Bion ist,
warum Brangäne, wenn sie schon vor dem Todestranke
zuTÜckschreckt , nun gerade den Llebostrank an
seine Stelle setzt?
Die erste Antwort, die den Meisten auf diese Frage
wie von selbst auf die Lippen springt, ist die, dass Brao-
gäue die beiden vor ihr stehenden, beide von ihr geliebten
und verehrten und wie für einander geschaffenen Personen
eben zu einem Liebespaare habe vereinigen wollen, nicht
anders, wie auch sonst in Ähnlichen Fällen fast Jeder eine
derartige Lust sich anfliegen fühlt, and wie nicht Wenige
von ihr eich zu allerhand mehr oder minder nuechuldigen
Ränken nnd Schwänken hinreissen lassen. Aber fast ebenso
oft habe ich diese Antwort noch anf derselben Lippe, die
sie eben ausgesprochen hatte, ersterben sehen. In der
That genügt auch ein Blick, um die Ungeheuerlichkeit
zu bemerken, die entstehen würde, wenn ein Drama von
der Art des „Tristan" aus mem Beweggründe entspringe,
der in seiner läppischen Alltäglichkeit wie in einer anderen
Welt zu liegen scheint.
Was aber war es denn, was Braugäne's Hand führte?
Das rathlose Schweigen, das auf die erste übereilte Ant-
wort zu folgen pflegt, lässt uns gleichwohl nur um so
dringender fühlen, dass hier noch Etwas verborgen sein
müsse, was nicht allein für den Charakter BrangOne's,
sondern auch für das aus ihren Händen hervorgehende
Haupter eigni SS des Dramas, den Liebestrank, von höchster
Wichtigkeit sein werde. Es kann die Verlegenheit, in
welcher wir uns wegen einer Antwort befinden, nur ver-
mehren, wenn wir entdecken, dass selbst die beiden Noth-
helfer in allen „Tristan "-Beschwerden, Müller („Tristan
ttnd Isolde" nach Sage nnd Dichtung. München, 1865) und
v. Wolzogen (Richard Wagner's „Tristan nnd lBolde\
Ein Leitfaden u. s. w., L«pzig, 1880), nns hier im Stiche
lassen.
Zuerst aufgestoBsen ist mir die Frage in dem Boche
von Reinhold Bechstein, Tristan und Isoltin deutschen
Dichtungen der Neuzeit (Lieipzig, Teubner, 1876). Der
Verfasser ist offenbar kein Wagnerianer, um so schätzens-
werther ist seine, den dramatischen Verdiensten des Tristan-
Textes gezollte hohe Anerkennung, von der fast nur Bran-
gäne ausgenommen ist. Deren Charakter hat er gänzlich
mi BS verstanden, ihn dafür aber auch, in dem Suchen nach
einer befriedigenden Erklärung, so um nnd umgewandt,
dass er dessen Lebensfrage, die Frage nach dem Grundo
der Wahl des Liebesirankes, zu entdecken vermocht hat
Somit erscheint es nicht mehr als billig, die Beantwortung
derselben an Bechsteln's Erörterungen anzuknüpfen.
450
I.
Grundlos ist gleich Bechstein's erste Annahme,
dass nur Brangäne den Liebestrank von Isolde's Mntter
anvertraut bekommen habe, nm ihn für Marke nnd Isolde
zu mischen; dass sie aber, Isolde's Liebe zu Tristan be-
merkend, dieser das Geheimniss verrathe und den Trank
für Tristan anbiete (Bechstein 8. 134, 138, 147).
Allerdings war das Liebesmittel für das königliche
Paar bestimmt; die allzugrosse Ungleichheit des Alters
machte diese Nachhilfe wünschenswerth. '*') Auch begründet
dieser Umstand zugleich aufs Trefflichste die Thatsache,
dass überhaupt ein Liebestrank zur Hand ist. Aber Isolde
weiss natürlich davon. Auf Brang&ne's erste Andeutung
hin lässt sie sich sofort den Schrein bringen und zeigt
sich nicht im Geringsten überrascht, als Brangäne
ihm das goldne Fläschchen entnimmt
Und ebensowenig ist die Stelle, in welcher nach
Bechstein Brangäne zuerst einen Wunsch Isolde's, von
Tristan geliebt zu werden, zu errathen glaubt (Bechstein
S. 134), wirklich in dieser Weise zu verstehen. Bran-
gäne preist ganz überschwänglich das Glück der künftigen
Gattin Marke's: „Von edler Art und mildem Muth, wer
gliche dem Mann an Macht und Glanz? Dem ein hehrster
Held so treulich dient, wer möchte sein Glück nicht
theilen, als Gattin bei ihm weilen ?** Hierauf erwidert
Isolde etwas unbestimmt: „Ungeminnt den hehrsten Mann
stets mir nah zu sehen, — wie könnt ich die Qual be-
stehen !** Sie hat guten Grund, sich undeutlich auszu-
drücken, denn sie meint freilich Tristan. Bechstein glaubt
nun, Brangäne verstehe jetzt plötzlich Isolde richtig und
biete ihr mit den Worten: „Was wähnst du. Arge? Un-
geminnt?" den ihr anvertrauten Liebestrank für Tristan
an. Lassen denn aber diese Worte in Verbindung mit
Brangäne*8 Persönlichkeit eine solche Auslegung wirklich
zu? Ich glaube, wer Brangäne nur ein wenig näher ins
Auge fasst, wird diese Frage verneinen müssen. Wie
rückhaltlos unbefangen drückte sie z. B. ihr Erstaunen
ajBLB bei der Mittheilung Isolde's, jener traurige Mann, den
sie einst in Irland mit pflegen geholfen, sei Tristan ge-
wesen: „0 Wunder! Wo hatt ich die Augen?" Und wie
ganz anders erstaunt müsste sie sich erst hier zeigen,
wenn sie hier zuerst eine solche, sie aus allen ihren Marke-
Himmeln reissende und, wie auf den ersten Blick zu sehen,
für Isolde folgenschwere Leidenschaft gewahr werden sollte,
wie Bechstein es will. Aber behaglich plaudert sie nur
vom Liebestrank, nennt nicht einmal Tristan's Namen.
Brangäne's Missverständniss bleibt dadurch erhalten,
dass Isolde in ihrer mit „ungeminnt" beginnenden Ant-
wort den wirklich von ihr Gemeinten mit Brangäne's
vorhergegangenem Hauptwort für Marke: ,^Mann", und
nur mit Brangäne's Beiwort für Tristan: „hehrst" be-
zeichnet. So bleibt Brangäne in dem Wahne, der „hehrste
*) Ich beziehe mich hier auf meine Auffassung Marke^s
als eines rüstigen Greises von etwa 70 Jahren (vergl. meine
Schrift: König Marke, Leipzig, Gebrüder Senf, 1882, ÖV'«
Bogen, Preis 1,80 J6] sowie meinen Aufsatz: Die König
Marke -Frage, im 1. Bd. des Wagner- Jahrbuchs; separat
erschienen bei Feodor Beinboth, Leipzig. 1886, 8 Bogen,
Preis 1 Ji), Ihr entgegen stehen die Aunassung der „Bay-
reuther Blätter" (Jahrgang 1885, Aufsatz von Wolfgang Golther:
König Marke), nach welcher Marke zwischen 40 und 60 Jahre
alt sein soll, und die Darstellung der Bayreuther Festspiele,
wo er als jüngerer Mann zwischen 30 und 85 erscheint. Nur
bei meiner Annahme macht sich der Liebestrank nattkrlich;
ich erblicke in diesem Umstände einen weiteren Beweis für
die Richtigkeit meines Marke.
Mann", dessen Minne zu erlangen Isolde verzweifeln wolle,
sei Marke, und zum Gebrauche für Marke erinnert sie
nun an die Künste der Mutter.*)
Aus Brangäne's vermeintlicher erster Schuld, „dass
sie das Geheimniss der ihr anvertrauten Künste ausplau-
dert", lässt nun Bechstein ihre Hauptschuld in natür-
lichster Weise sich entwickeln. Nachdem sie mit ihrem
Anerbieten des Liebestrankes den schrecklichen Erfolg
gehabt habe, dass Isolde den Todestrank wählte, er-
scheine ihr der Liebestrank nur um so dringender geboten,
als er zugleich ein Mittel der Lebensrettung zu werden
verspreche. Aus Liebe zu Isolde, die sie unmöglich ster-
ben lassen könne, verwechsele sie die Tränke, mit vollem
Bewusstsein dessen, was sie durch diesen Betrug anstifte
(Bechstein S. 138). Mit anderen Worten: sie führe, durch
die Umstände gedrängt, ohne viel Bedenken jetzt nur aus,
wozu sie sich vorher schon sehr willig gezeigt habe.
Damit ist aber auch der Punct gekommen, von wel-
chem ab Bechstein an Wagner's Behandlung der Brangäne,
wie er sie eben ansieht, Anstoss nehmen musste. „Wenn
sie mit Absicht den Minnetrank wählt, dann sinkt sie
herab zur Giftmischerin und Kupplerin, .... dann darf
Brangäne nicht ohne Reue und Zerknirschung das Ge-
heimniss dem betrogenen Marke offenbaren, dann darf sie
nicht am Leben bleiben, wo sie so schwer gefehlt hat,
viel schwerer, als Kurvenal, der ein Opfer seiner Treue
wird" (Bechstein S. 147). Ja sogar, dass der König auf
„die Bestrafung der Verbrecherin" denken müsse, ver-
langt Bechstein (S. 141). Wer in seiner Weise Brangäne's
Schuld schon mit dem Verrath des Trankgeheimnisses
beginnen lässt, wird diese Forderung nicht ganz unbe-
gründet finden können.
Dass jedoch Bechstein einem Künstler, dessen hohe
dramatische Gestaltungskraft er zu erkennen vermocht
hat, diese Vorwürfe nicht leichtfertig macht, geht weiter
daraus hervor, dass er noch eine andere Auslegung
von Brangäne's That, die ihm zu den übrigen An-
deutungen des Gedichtes besser zu stimmen scheint, in
Vorschlag bringt. Sie besteht darin, dass Brangäne, um
dem Befehl, den Todestrank zu mischen, auszuweichen.
*) Ich muss hier noch einen Irrthum Bechstein's berich-
tigen, welcher die Auslegung des Wortes „ungeminnt" in den
Beden der beiden Frauen angeht.
Bechstein schreibt S. 184: .Isolt meint: ungeminnt von
mir: es sei eine Qual filr sie, diesen herrlichen Mann, den
sie hasse, stets sehen zu müssen. Aber Bran^^e, ahnungs-
voll missverstehend, glaubt: ungeminnt von mm, bezieht es
auf den Mangel der Liebe seitens Tristan's, und weist Isolt
auf die Zauberkünste der Mutter." Hierzu noch eine Anmer-
kung Bechstein^s S. 228: „Auch jenes, auf ein doppelsinniges
Particip gegründetes Missverständniss Brangänens »Ungeminnt
den henraten Mann« u. s. w. hat Müller nicnt verstanden. Er
sagt nur: »Ungeminnt ist Isolde' Brangänen nicht denkbare,
aber dass es Isolt ganz anders meint, dass sie das Particip
ungeminnt als Accusativ, nicht als Nominativ fasst oder fassen
will, ist dem Schwärmer entgangen."
Hierauf ist zu erwidern, dass Isolde in jedem Falle an Tri-
stan denkt, einerlei, ob wir sie sagen lassen: ihn ungeminnt
von mir, oder: ich ungeminnt von ihm. Jedes ist für sie eine
Qual, da wahre Liebe iBeides verlangt: Liebesbeweise sowohl
feben zu dürfen, als auch zu empfangen. In diesem Sinne ist
ier das Wort „minnen" zu verstehen. Brangäne aber kann
bei der accusativischen wie bei der nominativischen AufiTas-
sung entweder, wie Bechstein wül, errathen, dass Tristan ge-
meint sei, oder, wie es einzig zulässig ist, Marke miss verstehen.
Der Liebestrank hilft fUr Alles.
Welches aber ist der wahre, von Wagner gewollte Sinn
des Particips? Accusativ oder Nominativ? Oder Beides, wie
in einer Art höherer Einheit verschmolzene ohne Liebes-
tausch?
451
aus den verschiedenen Medicamenten, welche der Schrein
enthalte, einen heliehigen unschädlichen auswählen wolle,
dass sie aher, ohne es zu wissen, aus Versehen den
Liebestrank ergriffen habe. Ihr Ausruf am Schlüsse des
Stückes; „ihre blinde Schuld hat sie gesühnt", scheine
darauf hinzudeuten. Doch werde freilich auch diese Mög-
lichkeit wieder dadurch zweifelhaft, dass die Bezeichnung
„blind*' auf Brangäne's „blinde Liebe zu Isolt" gehen
könne« (Bechstein S. 140, 141).
„So finden wir«, bemerkt Bechstein abschliessend, „all-
überall Zweifel und Widersprüche: ein Beweis, dass Wag-
ner von Vornherein unrichtig componirte. Seine Absicht
hat er unvollkommen zum Ausdruck gebracht und dadurch
nicht allein die dramatische Situation, sondern auch einen
dramatischen Charakter geschädigt, der eine feinere Aus-
führung verdient hätte« (Bechstein S. 141).
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Carlsruhe, Juli 1892.
(Schluss.)
„Der Cid«.
Lyrisches Drama in drei Aufzügen. Dichtung und Musik
von
Peter Cornelius.*)
,J>er Dichter, der aas eignem Fleisse
zu Wort und Reimeii, die er erfand,
ans Tönen aach fügt eine neue Weise,
der wird als Meistersinger erkannt."
In Wort und Ton ein rechter Meistersinger — eine
schlichte und dabei wahrhaft kunstbegeisterte Dichterseele,
die, unbekümmert um den Erfolg des Tsisea, schaffensfreudig
den vom eigenen Herzen gestellten Reeeln folgte — , das ist
Peter Cornelius wahrlich gewesen, und wenngleich er ver-
möge seiner sinnig eigenartigen und wenig volksthümlichen
Sangesart kein Hajis Sachs werden konnte, so haben seine
vornehmen Lieder und Gesänge, in welchen er nach echtester
Meisterart entweder „heilige Stoffe" behandelt oder das ihm
gleichfalls heilige „Panier der Liebe'' geschwungen hat, ihm
von frtih her manche dankesfreudigen and treu begeisterten
Herzen zugeführt. Dem grossen Publicum aber war der sin-
nige Dichter-Musiker fremd fi^eblieben, bis im Jahre 1884
MottPs energischer Wiederbelebangsversach des 26 Jahre
früher in Weimar abgelehnten „Barbier von Bagdad" —
welche Ablehnung bekanntlich Liszt^s Bücktritt vom dor-
tigen Hofcapellmeisteramte zur Folge hatte — die deutschen
Theaterleitungen auf den Bühnencomponisten Cornelius auf-
merksam machte und sie veranlasste, nun auch ihrerseits einen
Versuch mit dem liebenswürdig komischen Werke zu wagen.
Und da dieser Versuch überall da, wo ein brauchbarer Re-
präsentant fülr die gesanglich und darsteUerisch gleich schwie-
rige Partie des Abu Hassan Ali Ebe Bekar vorhanden war,
sich als sehr erfolgreich erwies, und die Comelius^sche Oper
im Laufe weniger Jahre auf allen grösseren deutschen Bühnen
heimisch wurde und selbst nach Amerika siegreich hinüber-
dran^, so konnten die Freunde ihres Schöpfers nunmehr mit
fröhhchem Muthe auch an die Neubelebung seiner weiteren
musikalisch-dramatischen Werke denken, und wie sieben Jahre
nach der dazumal ohne Nachfolge gebliebenen ersten Auffuh-
rung des „Barbier von Bagdad" m Weimar auf speciellen
Wunsch der Grossherzo^n Sophie dortselbst Cornelius* zweite
Bühnenarbeit „Der Cid" zur Aufführung gelangt war, so
folgte auch nunmehr sieben Jahre nach der Wiedererweckung
*) Die Partitur und der von Professor Ludwig Thuille
vortrefflich arrangirte Ciavierauszug des Werkes sind in der
Hofmusikalienhandlnng von Jos. Aibl in München erschienen.
des „Barbier" in Carlsruhe eine Neu-Aufführung des »Cid"
an der Münchener Hof btihne, welcher die Carlsruher Hofoper
in unerschütterlicher Hochschätzung des Dichter-Musikers
binnen Jahresfrist Folge leistete.
Nun aber, nachdem der „Cid" zu vollem Bühnenleben er-
standen ist, muss es angesichts der diesem Werke eigenen
vornehmen Schöne und Hoheit fast unbegreiflich erscheinen,
dass eine solche Schöpfung trotz des Aufführungsversuches
in Weimar fast drei Jahrzehente hat unbeachtet bleiben
können, und nur ein Kückblick auf die Opernzustände jener
Tage und Jahre kann uns eine Erklärung für die bedauerliche
Nichtbeachtung des inmitten mannigfacher Daseinserbärm*
lichkeiten unermüdlich seinem Ideale nachstrebenden Corne-
lius geben. Erstens einmal lag Weimar schon damals — wo
es auch heute noch liegt—an der Um, welche leider nicht in
den Hauptstrom unseres Opemlebens einmündet und solcher-
weise die freundliche Bewegung, welche der „Cid" in Weimar
hervorgerufen hatte, den deutscnen Opernhäfen nicht gleich
einer Fluth welle mittheilen konnte, soaann aber war in jenen
Tagen am Eunsthimmel ein ganz aussergewöhnliches Phä-
nomen wahrnehmbar geworden, — ein Phänomen, dessen Be-
obachtung und Erläuterung alle Literessen der deutschen
Theater- Astronomen vollauf in Anspruch nahm : der energische
Zusammenstoss des gerade in der Bingbildung begrmenen
Saturn Wagner mit dem hellbesch weiften JB^ometen Meyerbeer.
Fällt doch die Weimaraner Erstaufföhrung des „Cid" in
den Mai desselben Jahres 1865, in welchem einen Monat
früher Meyerbeer's „Afrikanerin" in der Grossen Oper zu
Paris debutirt hatte, und in welchem zu Anfemg des Juni-
Monats in München Tristan und Isolde zum ersten Male
ihren erschütternden Liebeetod starben. Ruft man sich diese
Daten ins Gk^dächtniss zurück und erwägt man weiterhin,
wie die Erwerbung einer neuen Meyerbeer-Oper mit ihren
bei allen gewaltigen Ausstattungskosten doch so verblenden-
den Einnanme-Chancen den deutschen Theaterdirectoren vor-
nehmlich am Herzen gelegen — und wie dem Publicum jener
Tage in seiner Mehrheit viel mehr Verständniss imd Sym-
pathie für die von Paris kommenden, äusserlichen und rohen
und doch so glänzenden und ohrenkitzelnden Schaustücke
Meyerbeer's, als für ein in seinem Aeusseren viel schlichteres,
aber tief und wahr empfundenes Seelendrama innegewohnt
haben mag, gedenkt man femer des um jene Zeit bereits
heftig entbrennenden Kampfes für und wider Wagner und
seine Schöpfungen, sowie jener leidenschaftlichen Erregtheit,
welche die zwei Jahre später mit selbstbewusster Sieges-
zuversicht und einem alle zünftige Engherzigkeit geisselnden
souveränen Humor ihren mannhaften Werbe- und Wettge«*
sang anstimmenden „Meistersinger von Nürnberg" hervor-
riefen, so wird man es begreiflich finden müssen, dass auf
dem Kampfplatze, auf welchem gerade dazumal der wüthende
Entscheidungskampf zwischen den vom grossen Lügenmeister
des Effectes ausgesandten Scheinhelden und den vom Schöpfer
des deutschen Musikdramas gezeugten helläugigen Teutssöhnen
anhub, kein Baum für den zwar auch echt deutschen, aber
viel weicher gearteten und zudem weniger sieghaft bewehrten
Cornelius zu nnden gewesen ist.
Weniger si^han bewehrt muss der Schöpfer des „Bar-
bier von Bagdad" und des „Cid" genannt werden, einerseits
weil ihm das absolute Bamnement abging, mit welchem der
Pariser Meister seine AUerwelts-Encyklopädien so schmack-
haft zu machen wusste, andererseits weil ihm, dem weich-
müthigeren Lyriker, jene Kraft des Erschauens und jene
Fähigkeit des Individualisirens fehlten, welche den kühnen
Dramatiker Wagner nicht nur völlig lebenskräftige Gestalten
ersinnen, sondern auch ihn für jede Gestalt und jede Situation
den Ausdruck der überzeugendsten Wahrhaftigkeit finden
liessen.
Ein „lyrisches Drama" hat Cornelius selbst in richtiger
Erkenntniss der sein bedeutendes Talent einengenden Schran-
ken seinen n^^^" genannt, und in Dichtung und Musik ist
der „Cid" trotz mancher unmittelbar wirkenden dramatischen
Momente eine ihrem innersten Wesen nach lyrische Schöpf-
ung geworden, welcher nur eine uzigemein temperamentvolle
und für die Darstellungskunst, wie mr den ausorucksvoUsten
Gesangsvortrag gleich hervorragend befähigte Literpretin der
Chimene den leoendigen Odem des Dramas einzuhauchen
vermag.
Chimene, das unselig-selige Weib, in dessen Herzen wü-
thender Bacheschmerz und enthusiastische Liebeshingabe mit
einander um die Herrschaft ringen, steht vollständig im
Vordergrunde der ganzen Handlung oder, besser gesagt, des
37»
462
ganzen Seelendramas, und s&mmtliche übrigen Gestalten der
in ihrer yomehm schönen Sprache und der stimmungsreichen
Schilderung der mannig^ltigsten QemüthsaiFecte so bedeu-
tenden Comelius'schen Dichtung erscheinen neben der vom
Dichter-Ck)mponisten in Wort und Ton am hervorragendsten
ausgeführten Chimene Gk)mez nur wie Nebenfiguren, — ja
selbst der Titelheld erlangt mit Ausnahme ganz weniger und
mehr nebensächlicher Momente seine dramatische Bedeutung
ifast lediglich durch die Haltung, welche Ghlmene in ELass,
Bewunderung und Liebe ihm gegenüber einninmit
Mit diesem Zugeständnisse haben wir den wesentlichsten
und gefahrvollsten Fehler des in Bede stehenden Werkes be-
rührt. Der Man^l einer jederzeit der Situation völlig klar-
stellenden Motivirung, sowie einer über alle sinnenden Mo-
mente Ivrischen Verweilens sieghaft verdrängenden ener^e-
voUen Dramatik macht es dem Publicum vielfach geradezu
unmöglich, tief und lebenswarm die Gefähle und Stimmungen
der handelnden Personen mitzuempfinden, und über diesen
Mangel des Werkes wird nur diejenige Vertreterin der Chi-
mene hinweghelfen können, welche — wie das hier von unserer
vortrefflichen Frl. Mailhacin bewunderungswürdigster Weise
geschah — durch ein in vollendeter Darstellungskunst sich
äusserndes und lediglich durch die Schranken der Schönheit
eingeengtes wahrhait gewaltiges künstlerisches Temperament
vom ersten Auftreten ab das allerintensivste Interesse für die
liebende Bächerin zu erwecken vermag. Mit einer solchen
Chimene aber wird der ^Cid** überall da, wo er einem seelisch
und musikalisch feingebildeten Publicum und nicht nur einer
Menge von Zerstreuungssüchtigen geeeuüber treten kann, eine
ganz ausserordentliche, tief ergreifenle und künstlerisch hoch-
befriedigende Wirkung erzielen mikssen.
Ich kann nicht umhin, hier offen auszusprechen, dass mir
aus dem langen Zeitraum der letzten drei Jahrzehente —
selbstverständlich ausser den Werken Wagner's — keine musi-
kalische Bühnenschöpfunf bekannt geworden ist, die bei
höchster Idealität der Anlage und zwingendem Adel der Aus-
führung eine mit Ausnahme der etwas verune^lückten Ouver-
türe und kleinerer durch die HH. Levi und Motu allerdings
zum grössten Theil beseitigten Unzulänglichkeiten der Instru-
mentation so durchweg schöne und bei reicher und wirklich
eigenartiger Melodik und Harmonik jederzeit im Ausdruck völb'g
wahrhaftiee Musik aufzuweisen hat, wie der „Cid". Von Wagner
und speciell von dessen .Lohengrin** erscheint Cornelius in der
Anlage seines „Cid" oftmals stark beeinflusst, hat sich aber
vermöge seiner reichen eigenen Gestaltungskraft mit Aus-
nahme einzelner dem Wafirner^schen Orchester entnommenen
Farbentöne und zweier flüchtigen Beminiscenzen an den
„Fliegenden Holländer" (die den Eintritt der Dominante vor-
bereitenden Vorhalte der grossen und kleinen Sexte am Schlüsse
der Ouvertüre und des ganzen Werkes) und an Lohengrin's Er-
zählung (Anfang von Chimene's Traumerzählung am Schlüsse
des dritten Actes) von aller in unserer Zeit der Anleihen so
üblich gewordenen Wagner-Nachäfferei frei zu erhalten ge-
wusst. In bescheidenem Maasse hat Cornelius auch die Leit-
motivtechnik , soweit Wagner dieselbe damals in seinem
„Lohengrin" bereits entwicKelt hatte, für den musikalischen
Aufbau seines Werkes benutzt, und wir finden neben einem
das Hauptthema der Ouvertüre bildenden und im weiteren
Verlauf des Werkes verschiedener Umgestaltungen theilhaftig
werdenden Heldenmotive, das — von Cornelius brieflich selbst
so benannt — dem Cid beigegeben worden ist, ein enthu-
siastisch hingebungsvolles Lieoesmotiv der Chimene, welches
schon zu Beginn der Ouvertüre als Antwort auf das jäh ab-
brechende Heldenmotiv ane^edeutet erscheint, auf Seite 6 des
Ciavierauszuges in seiner klarsten Ausprägung erscheint und
mit bedeutender Steigerung; durchgeführt wird, um schliess-
lich in der zweiten Scene aes zweiten Actes und am Schlüsse
von Chimene's Traumerzählung zu seiner vollen Bedeutung
zu gelangen. Auch die wunderbar klagende Melodie der
Chimene's Auftritt begleitenden und durch das während des
ganzen Satzes ununterbrochen fortklingenden fis — ges so weh-
müthig charakteristisch gefärbten Trauermusik erlangt leit-
motivische Bedeutung, ebenso auch, allerdings ganz vorüber-
gehend, die ersten zwei Takte von Chimene's lOage und der
m seinem über dem Sextaccorde herabsteigenden Quinten-
intervall so prägnante Ruf „Tizona". Ein rührend inniges,
wie Himmelstrost herabsteigendes synkopirtes Motiv, welches
zum ersten Male bei Chimene^s Niederknieen zu inbrünstigem
Oebete des „Vater unser" (S. 82) erklingt, begleitet im letzten
Acte (S. 162) Chimene's extatischen Ausruf: „Allmacht der
Lieb erlöste mich! Ich liebt ihn — lieb ihn ewiglich" und
^
bezeichnet so gewissermaassen erst Chimene's Verlangen nach
Erlösung aus dem schmerzvollen Zwiespalt ihrer Gefühle, dann
aber das alle Erdenschranken überfliegende Hochgefühl der
im offenen Geständniss ihrer Liebe ihr zu Theil werdenden
Erlösung vom finsteren Banne des Bachewahnes. Doch alle
diese letzteren Motive tauchen in dem schönen und tiefen
Strome der Comelius'schen Musik nur ganz episodisch, ge-
wissermaassen als flüchtige Erinnerungen auf, und nur die
beiden erstgenannten, Cia und Chimene schon in der Ouver-
türe einander gegenüberstellenden Motive, besonders aber des
Ersteren Heldenmotiv, gelangen zu wirklich leitmotivischer
Bedeutung.
Weit mehr noch als Wagner war Cornelius als Musiker
vollständig vom Dichter in ihm abhängig, und im Hinblick
darauf, dass er ausser der augenscheinlicn durch den „Car-
navalromain" vonBerlioz, also durch ein ausser ihm liegen-
des Medium angeregten vortrefflichen Ouvertüre zum „Barbier
von Bagdad" der wortlosen Musik gänzlich aus dem Wege
gegangen ist, müssen wir annehmen, dass wirklich nur die
zeugende Kraft des Wortes seine musikalische Phantasie ge-
bärungsfllhig gemacht habe. Die Ouvertüre zum „Cid" mit
ihren vielen bedeutenden Ansätzen, die sich jedoch zu keiner
festeren musikalischen Gestaltung verdichten, kommt aus
einem i)otpourriarti^n Charakter nicht heraus und lässt so-
mit gleicherweise die ebenmässige Entwickelung der älteren
Ouverturenform, wie die dramatische Prägnanz der Wagner'-
schen Vorspiele vermissen. Nach einem ungemein glanzvollen
Jubelchore, mit welchem das Volk den König Fernando preist
und begrüsst, verkünden die Alkalden in einem prächtig har-
monisirten vierstimmigen Satze den Beginn des Gerichtes,
und unter den Klängen des vorerwähnten ergreifenden Trauer-
marsches (wohl die schönste Nummer der Partitur) erscheint
unter Vorauftritt eines langen Zuges von schwarz gekleideten
Edelknaben und Frauen Chimene, welche in rührenden Wehe-
lauten den König an frühere glückliche Tage gemahnt und
ihn um Sühne für ihres Vaters Tod anfleht. Mit den Klän-
n des Heldenmotivs wird der mit seinen Mannen auftretende
id begrüsst, und es entwickelt sich nun ein Quartettsatz,
der bei voller Originalität in seiner musikalischen Schönheit,
in der vorzüglichen Individualisirung der einzelnen Stimmen
und mit seinem rauschenden Chorschluss an die Gebetsscene
im ersten Act des „Lohengrin" erinnert. Chimene's Heraus-
forderung an Cid, dessen Aufforderung zum Zweikampf, die
von Alvar Fanez mit ritterlichem Ungestüm anfi;enommen
wird, das in seiner hoheitsvollen Würde musikaliscn prächtig
wiedergegebene Auftreten des Bischofs, und schliesslich
dessen siegreicher Seelenkampf mit dem Cid, — das Alles ist
in der Composition mit überzeugungsvollster Kraft geschildert
und erfahrt doch noch eine weitere Steigerung in Chimene's
Rachefluch und dem darauf folgenden ungestümen Auftreten
der drei Unglücksboten, welche m derselben melodischen und
von ähnlichen Schreckensrufen des Chores beantworteten Weise
—aber von Bmoll durch CismoU zu EsmoU au&teisend— Über
den Ein&U der Mauren berichten. Unter den J&ängen der
Trauermusik legt Chimene das ihr vom Bischof übergebene
Schwert des Cid am Throne des Königs nieder, dieser wa&et
seinen Helden wieder damit, und mit einem energievollen
Treueschwur auf das Banner imd mutherfüllten Kampf-
gesängen schliesst der erste an schönen Einzelnheiten so
reiche und in seiner Gesammtwirkung wirklich begeisternde
erste Act.
Der meinem Empfinden nach bedeutendste Act des Wer-
kes ist der nunmehr folgende zweite, in welchem der fein-
sinnige Herzenskündiger Cornelius so recht seine eigenste
Spracne reden konnte. Ein kurzes sehr stimmungsvolles Or-
cnestervor^iel und ein in seiner Stimmführung bewunde-
runfi;swürdiger Frauenchor, welche Beide aus denselben melo-
dischen Keimen und demselben harmonisch reichen Erdreich
hervorgeblüht sind, leiten Chimene's grosse Scene ein, in
welcher die Heldin des Dramas aus dem Kampfe zwischen
dem Vergeltungsdran^ der ihres Vaters beraubten Tochter
und der den vermeintlichen Mörder in visionärem Entrücktsein
als den den bösen Feind besiegenden heiligen Michael er-
blickenden Liebenden ihre Zuflucht im „Vater unser" sucht,
dessen Bitte: „Vergib die Schuld, wie ich dem Feind vergebe",
jedoch den alten Kachewahn wieder aufflammen lässt. Die
Musik b^leitet alle diese Stimmungen in wunderbar aus-
drucksvollen Klängen, bald düster eroUend und aufschreiend,
dann sich in traumhaft duftiges Scnwirren verlierend und im
Gebete die heiligen Schauer inbrünstiger Andacht aushau-
chend, aber immer eigenartig und immer schön und wahr-
453
liafb zugleich. Daß folgende Zwiegespräch mit Alvar Fanez,
das von einer ritterlich ktlhn aufstrebenden melodischen
Phrase beherrscht wird, und die in ihrer Einfachheit tief
religiös wirkenden Seligpreisungen des Bischofs leiten zur
SchTussscene des Actes, welche mir zugleich als die bedeu-
tendste des ganzen Werkes gilt, tlber, zum Auftritt des von
düsterem Schmerz erföllten Cid, seinem Begegnen mitChimene,
seinem Flehen und ihrem Vergeben und Ghimene's die ver-
hallenden Klänge des Kampfgesanges überfluthendem Gebete
um Sieg für ihn, der von inren Segenswünschen begleitet in
den Kampf hinausziehen durfte. In diesem ganzen Acte und
zumal in dessen letzter grossen Scene ist die Musik so durch-
aus ideal schön und hinreissend, dass man sich der dramati-
schen Mängel der Dichtung kaum bewusst wird, sondern
durch das Medium der Töne zu einem vollkommenen Mit-
empfinden mit dem hochherzigen Heldenpaare gelangt. Der
Schlussact bringt dann die etwas äusserliche Vollziehung des
Herzensbündnisses, welches vor unseren Augen geschlossen
worden ist, überfluthet uns aber in seinen Siegeschören und
sainem Einzugsmarsche mit einer Fülle ausserordentlich glanz-
voller Musik und. entzückender Bilder und lässt uns auch an
feinsten Zügen der Comelius'schen Muse nicht darben. So
gehören der Gesang der gefangenen Maurenköniga, Chimene's
Liebesbekenntniss, der kanonische Zwiegesang der beiden
Liebenden und Chimene's Traumerzählung unstreitig mit zu
den schönsten Seiten der Partitur.
Alles in Allem betrachtend, kann ich somit den „Cid" als
«ine Schöpfung von ausserordentlicher Schönheit und Idealität
bezeichnen, und wenngleich ich zugestehen muss, dass der
„Barbier von Bagdad" mit seinem v/ohlgelaunten Sujet mir
liebenswürdiger und seiner musikalischen Ausgestaltung nach
reicher an neuen und weiterausgeführten melodischen Ge-
danken und geistvollen Einzelnheiten der Harmonik und
der Rhythmik erscheint, als der „Cid", so gewährt dieses
letztere Werk mit seinem tiefergreifenden Sujet, in seinem
vornehmen Ernste und in der tiefen Wahrheit und Empfunden-
heit seiner Musik eine nachhaltigere und grössere Befriedigung,
als der in textlicher wie in musikalischer Hinsicht im besten
Sinne des Wortes witzige „Barbier von Bagdad", und Cor-
nelius ^atte selbst gewiss die richtige Empfindung für die so
völlig andersartige Bedeutung dieser seiner beiden Werke,
als er zu Ende des Jahres 1860 an seine Schwester Susanne
schrieb: „Mit dem »Cid« wirds eigen; er wird an Frische und
und Originalität hinter dem i Barbier« zurückbleiben, aber
dagegen viel eindrucksfähiger, breiter, massiger sein und mein
Pathos die Leute vielleicht eher bewegen können, als meine
Laune, die eben zu individuell ist, kein Kladderadatsch-
Humor."
Von diesem Gesichtspuncte aus möchte ich denjenigen
Bühnen, welche den Oomponisten Cornelius erst in ihr Re-
pertoire einzuführen haben, anempfehlen, erst den „Cid" und
dann den „Barbier von Bagdad" zu Dringen, denjenigen
Operninstituten aber, an welchen letzteres Werk bereits hei-
misch geworden ist, es geradezu als eine Ehrenpflicht be-
zeichnen, nun auch — d. h. sofern wirklich geeignete künst-
lerische Kräfte für die Partien der Chimene und des Cid
vorhanden sind — dem lyrischen Drama des in tiefem Kummer
um sein Nichtverstandenwerden verstorbenen deutschen
Meistersingers zu vollem und schönem Auferleben zu ver-
helfen.
Reiche Anregungen dürfte aus dem weiteren Bekannt-
werden der ComeUus^chen Compositionen auch besonders die
neuzeitliche Kirchenmusik gewinnen; denn ich glaube mich
nicht zu täuschen, wenn ich in Cornelius^ kirchlich gehaltenen
Tonsätzen, so in seinem „Vater unser"^ in seinen Weihnachts-
liedem und nicht zum mindesten in den beiden grösseren
Gesängen des Bischofs und in dem Gebete der Chimene aus
dem vorbesprochenen „Cid" eine von Mendelssohn wie von
Liszt gleich weit abweichende Art völlig eigenartiger und
der Weiteren twickelung in höchstem Maasse würdiger, von
weichherziger Süsse wie von dogmatischer Kälte gleich weit
entfernter religiöser Musik zu erblicken glaube.
Arthur Smolian.
Graz, im August 1892.
Etwas gar spät komme ich heuer mit meinem Grazer
Musikbrief über öie Spielzeit 1891/92 heran gerückt, doch bin
ich dafür in die angenehme Lage versetzt, auch die aller-
letzten, weit in den Hochsommer reichenden Aufführungeii
in den Rahmen meiner Besprechungen einbeziehen zu können.
Es sei mir auch heuer gestattet, nach alter Gewohnheit
erst der Oper und dann des Concertsaales zu gedenken.
Erstgenannte Kunstrichtung, die dramatische, &nd unter
Director Aman sorgfältige Pflege. Er war sichtlich bemüht,
sein Möglichstes zu thun, und es ist wohl schon lange her,
seit an leitender Stelle ein so rein künstlerisches Streben be-
merkbar war; insbesonders auch auf würdevolle und sinn-
gemässe Ausstattungen hatte Director Aman sein Augenmerk
gerichtet, und so kamen u. A. Mozart's „Zauberflöte", Weber*s
„Euryahthe" und Liszt's „Legende von der heiligen Elisabeth"
in ausserordentlich präcntiger Weise zu stimmungsvoller Auf-
fährung. Besonders bei letzterem heüden Werke natte Capell-
meister Pohlig gute Gelegenheit, sein eifriges Streben mit
Glück zu ofl^enbaren, und mit Schluss der Saison hatte sich
derselbe in seine Stellung als Dirigent der grossen modernen
Oper recht gut hineingeßnden, obschon es lur ihn ein kühnes
Wagniss war, zu Beginn einer Operncapellmeisterlaufbahn
gleich mit dem schwersten Kaliber anzufangen, und er vom
zweiten Operndirigenten Hrn. Capellmeister Schalk, der über
eine ausserordentliche Routine verfügt, leicht geschlagen
worden wäre. An der Spitze der gesanglichen Kräfte stand
die treffliche dramatische Sängerin Trau Kr ämer-Wi dl und
deren Gatte Hr. Krämer, welcher eine künstlerisch vollendet
geschulte Kehle besitzt, und den sich, was Können und
ernstes Erfassen seines Berufes anbelangt, der Heldentenoy
Hr. M. Schiaffenberg, dem eine ungemein, starke klang-
reiche Stimme eigen ist, zum Muster nehmen sollte. Von
dem übrigen Ensemble seien die bewährte Sopranistin Frl.
Paula Cardis, die Coloratursängerin Frl. Elsa v. Haag, eine
Schülerin RoMtanski's, der Bassist Schwegler und der fein-
sinnige Baritonist Gottinger genannt. Als bedeutende
Künstlerin zeigte sich Frau Director Aman in der Rolle der
Senta im „Fliegenden Holländer". Auch für hervorragende
Gäste war gesorgt worden, und es sangen des Oefteren die
vorzüglichen Wiener Hofopemmitglieder Frls. v. Artner und
Schläger, sowie Hr. Theodor Reichmann.
Der Steiermärkisohe Musikverein brachte unter
Leitung seines artistischen Directors Hm. Erich Degner, der
das in meinem vorjährigen Berichte ausgesprochene vortheilhafte
TJrtheil glänzend rechtfertigte, eine stattliche Reihe sorgfältig
gewählter Werke zu durchwegs befriedigender Wiedergabe.
V on den Altmeistern gelangten eine Orchestersuite (D dur) von
S. Bach, Haydn's D dur-l^mphonie und anlässlich der Feier
der Wiederkehr des 100. Todestages des grossen W. A. Mozart
dessen Jupiter- Symphonie und im Vereine mit dem Sing-
verein der Schwanengesang des grossen Meisters, dessen herr-
liches Requiem, zur Aufführung. Von Beethoven kam diesmal
die 4. Symphonie an die Reihe, während Schubert mit seiner
Balletmusik aus „Rosamunde" und Weber mit der Ouvertüre
„Rübezahl, der Beherrscher der Geister" im Programm ver-
treten waren. Weiter kamen von Johannes Brahms dessen
Akademische Festouverture und CmoU-Symphonie und von
Richard Strauss ein Festmarsch zu G^hÖr. Erstgenanntes
Werk des berühmten Symphonikers, die Akademische Fest-
ouverture, welche die bekannten Studentenlieder „Wir haben
gebauet ein stattliches Haus" und „Was kommt dort von der
Höh" in genialer Weise polyphon verarbeitet wiedergibt und
unter Au%ebot aller orchestralen Mittel mit dem „Gaudeamus
igitur" grandios abschliesst, fand infolge der bekannten The-
men mehr Verständniss und daher grössere Anerkennung, als
die bedeutend grössere Anforderungen an die Hörer steUende
Symphonie, welche reich an interessanten Details ist und
das tiefsinnige und geistvolle künstlerische Schaffen ihres
Autors ganz besonders offenbart. Der vorerwähnte Festmarsch
erinnerte trotz seiner glänzenden Instrumentation an ein Werk
Shakespeare's, an „Viel Lärm um Nichts!" Bemerkenswerthe
Neuheiten waren femer eine Ländliche Symphonie von Guido
Peters und Elegische Melodien für Streichinstrumente von
Edvard Grieg. Dem jungen Tondichter Peters, einem Grazer,
der seine Studien in Leipzig gemacht hat, schien bei Con-
ception seines Werkes woM Beethoven's „Pastorale" vorge-
schwebt zu sein. Der 1. Satz ist überschrieben nait „Tages-
anbruch auf dem Lande" und „Aufnahme der Arbeit seitens
der Landleute", der zweite Satz bringt als Scherzo mit zwei
Trios ein „Erntefest", bei welchem das erste Trio dem „Kirch-
gange" und das zweite dem „Tanze" gewidmet ist, und
„Abend auf dem Lande" ist das Motto des stimmungsvollen
3. Satzes. Dem Finale, einem lustigen, frischbewegten Rondo,
welches „Gemüthliches Zusammensein am Abend" ausdrücken
464
8oU, igt ein weibeTolles ^Gtobet" eingeflocbten, das als Gegen-
satz zu dem übriscen fröhlichen Getriebe des letzten Satzes
prächtig passt Das Werk zeigt volle Beherrschung der Form
und künstlerische Gewandtheit seines Schöpfers, der sein solid
instrumentirtes Opus unter warmer Anersennung des Publi-
cnms persönlich dixigirte. Einen sehr ohrgef&lligen Eindruck
machten die Elegischen Melodien Grieg's, denen die reizvolle
Harmonik des beriUimten nordischen Tondichters eigen ist. —
Solistisch ftlhrte der Musikverein den früher genannten Com-
ponisten Guido Peters als Pianisten vor, welcher sich durch
edelempfundene und stilvoll ausgearbeitete Wiedergabe des
DmoU-CJoncertes von Mozart als tüchtiger Mozart-Spieler be-
wahrte; femer gewicnn der Verein als Gftste den bestbekannten
Kammervirtuosen Marcello Eossi und die neu aufgetauchte
Geigerin Frieda Scotta. Unser Landsmann Marcello Bossi
spielte B. Godard's Concert romantique, in dem wohl nur der
dritte Satz, die pikante Canzonetta, als eine glückliche Idee
bezeichnet werden kann, mit äusserst einschmeichelndem Tone
und glatter brillanter Technik und erwies sich mit diesem
Werke, sowie mit kleineren Stücken von Bach und Schumann
als künstlerisch gereifter Geiger. Musikalisch geistesverwandt
zeigte sich ihm die nordische Tua Frl. Scotta, welche Bruch 's
bekanntes GmoU-Goncert und andere kleinere Yirtuosenstücke
mit gesangreichem und reinem Tone und hochentwickeltem
technischen Können dem Ohre vermittelte. Nicht vergessen sei
endlich die solistische Mitwirkung des sehr tüchtigen heimi-
schen Geigers Hrn. Budolf Perdacher in der Ddur-Suite
von Bach.
Auch auf dem Gebiete des musikalischen Unterrichtes
leistete der Musikverein unter der äusserst strammen Leitung
Director DegnerV recht Anerkennenswerthes, wie dies die
öfters abgehaltenen Schülerconcerte bekundeten. Sehr erfreu-
lich ist auch das Bestreben, im Verein s&mmtliche Musik-
instrumente zu lehren, gleichsam eine imiverselle Musikschule
zu begründen, doch wird wohl erst die Zukunft lehren, ob
sich die dermalen getroffenen Einrichtungen bewähren.
(Fortsetzung folgt.)
Wien.
Von der Internationalen Musik- und Theater-
Ausstellung.
Während wir armen Wiener Musikreferenten sonst immer
nach glücklich beendigter „Saison" in die Berge eilen konnten,
in irgend ein stilles Thal, an einen klaren See, um uns dort von
den ausgestandenen Genüssen zu erholen, winkte uns heuer
keine solch erfrischende und kaum zu entbehrende Unter-
brechung der kritischen Berufsarbeit. Hielt uns doch — und
hält uns noch — wie mit riesigen unsichtbaren Armen das
kolossale sich im Prater abspielende Unternehmen der Musik-
und Theater-Ausstellung fest. Und zwar nicht nur durch
den daselbst aufgespeicherten unermesslichen Schatz musika-
lischer Beliquien und sonstiger Sehenswürdic^eiten, sondern
noch mehr durch den mit der Ausstellung verbundenen, schier
endlosen Cyklns von Concerten und anderen, theils der Be-
lehrung, theils blos der Ergötzung des Publicums dienenden
Aufführungen. Ueber Das, was Alles in der Rotunde zu
sehen, dürfen Sie von mir keinen Bericht erwarten. Wo
wäre da ein Anfang und ein Ende zu finden? Umfasst ja
doch allein die gemeinsame musikhistoriscbe Abtheüung des
Deutschen Beiches und Oesterreich-Un^iams laut dem eben
erst erschienenen Fachkatalofi^ 7149 Objecte! Und mit diesen
erscheint kaum der zehnte Theil des riesigen Baumes bele^.
Gewiss, wer die nöthige Zeit, Ausdauer und Aufnahms&hig-
keit besitzt, wird der Botunde Wochen, Monate widmen
können und sie stets mit neuem Literesse durchwandern, um
schliesslich eine unerschöpfliche Fülle von Belehrung und
Anregung mit nach Hause zu nehmen.
Besondere Anziehungskraft haben bisher auf das Publi-
cum (ausser der hübschen, im Grande nicht zur Sache gehö-
lifi^en, architektonischen Spielerei des „Hohen Marktes" von
„ Alt- Wien ^) die den grossen Meistern eingeräumten Literieurs
ausgeübt, das Beethoven-, Mozart-, Haydn- und Schubert-
Zimmer, die iu ähnlicher Weise auf Einem Puncte vereinigten
Erinnerun£;en an Bach, Händel, Gluck, Weber, Schumann,
Mendelssohn, Chopin, Liszt und — last not least — die eigens
zur Vertretung der Wagnerischen Kunst von dem Bayreuther
„Nibelungen "-Maler PrtS". Hoffmann erbaute Gibichungenhalle.
Ihr Lmeres hält freilich nicht ganz, was das malerische
Aeussere betrifft, nämlich in biographisch-litterarischer Hin-
sicht. Es ist zwar auch die decorative Einrichtung des
Innenraumes ziemlich stUvoU eingerichtet und möglichst den
mythologischen Angaben der Ed£ entsprechend, sodass man
sich in ein urgermanisches Fürstenhaus verseta^ fühlt, und
auch an hochinteressanten Bildern und Mannscripten Wag*
ner's fehlt es nicht; aber wie arm erscheint das Ganze,,
wenn man es mit der staunenswerthen Fülle sorgföltigst
katalogisirter, geschmackvollst geordneter Objecto vergleicht^
welche Oesterlein's Wagner-Museum besitzt! MitBecht
wurde schon einmal an dieser Stelle der arge Missgriff ge-
rügt: dass man es versäumte, Hrn. Oesterlein und seine Schätze
für die Musikausstellung zu gewinnen! Welch zugkräftigen
Magnet hätte die Letztere in einem von dem genannten un-
ermüdHchen Sanunler und Bibliographen eingerichteten
Wagner-Pavillon erhalten müssen! Und gar £Lnn, wenn
die Bäume dieses PaviHons ausreichend gewesen wären, für
die Besucher ein eigenes Lesezimmer bezüglich der von Hrn.
Oesterlein in seltener Vollständigkeit besessenen, fast unab-
sehbaren Wagner-Litteratur zu eröffiien : welche Studien hätten
sich hier machen lassen! In dieser Hinsicht sein Wagner-
Museum den weitesten Kreisen zu£:änglich zu machen, war
ja längst ein — in dem bisherigen Loc^e leider unerfüllbarer
— Herzenswunsch des Besitzers.
Um übrifirens diejenigen unserer freundlichen Leser, die
vielleicht noch jetzt die Ausstellung besuchen wollen und auf
deren Besichtigung nur ganz kurze Zelt verwenden können^
eine unangenehme Enttäuschung zu ersparen, erlauben wir uns^
sie daran zu erinnern, dass die kostbarsten Wagner-Beliqulen
nicht in der Gibichungenhalle, sondern in der Botunde (Ab-
thellung München, Ausstellung des Privatbesitzes König
Ludwig n.) zu finden sind. Dort kann man u. A. in die
aufgesdilagenen Originalpartituren der „Meistersinger" und
der „Nibelungen** -Dramen Einblick nehmen und die nur mit
1'ener Mozart's vergleichbare unübertreffliche Klarheit, Fein-
leit und nicht durcn die geringste Correetur entstellte Sauber-
keit der Handschrift des unsterblichen Tondichters bewundem.
Freilich ^ht es Einem mit so einer aufgeschlagenen Partitur-
Seite, wie auch mit unzähligen anderen handschriftlichen
Ausstellungsobjecten etwa so, wie einem passionirten Fein-
schmecker zu Muthe sein würde, wenn er Delicatesseoi , bei
deren Anblick schon ihm das Wasser im Munde zusanimen-
läuft, eben nur von aussen, hinter einem Schaufenster zu
betrachten bekäme — oder höchstens nur ein einziges Stück-
chen davon kosten dürfte. Mit anderen Worten: wir möch-
ten bei einer hinter Glas und Bahmen wohl verwahrten Par-
titur gar zu gern wissen, was die nächste, nicht mehr auf-
^^eschGigene Seite enthält; m'cht anders ergeht es uns mit
irgend einem hochi*ileressanten Briefe Wagner*s, einem
rimrenden Tagebuchblatt Schubert's, , einer biographisch hoch-
wichtigen Aufzeichnung Beethoven*s. An den spannendsten
Stellen müssen wir mit der Lecture iimehalten, denn man darf
ja Nichts berühren, geschweige gar herausheben. Nur ein
hoher Herr, regierender Fürst oder sonst bevorzugter Ausstel-
lungsgast geniesst das Privilegium, sich jeden beuebigen Aus-
legekSsten öffnen und die darin befindlichen Objecto ausheben
zu lassen. Wie denn wirklich der kunstsinnige Grossherzog
von Weimar auf diese Weise z. B. sämmtliche Beethoven-
Beliquien der Ausstellung in Augenschein nahm, das ihn tief
ergreifende Testament des Meisters (datirt 6. October 1802,
ausgestellt von der Stadtbibliothek Hamburg) sich sogar neuer-
dings Wort ftlr Wort abschreiben liess, obwohl er es ja in
jeder bedeutenden Beethoven-Biographie hätte gedruckt nach-
lesen können.
Wenden wir uns jetzt endlich zu jener Seite des Aus-
stellungs-Untemehmens , bei welcher der Bangunterschied
der Besucher aufhört und Jeder gleiche Berücksichtigung
fand: den lebendigen Musikaufführun^en. Nachdem die
Ausstellung am 7. Mai, einem musikgeschichtlich bedeutungs-
vollen Datum (dem Geburtstage Johannes Brahms* und dem
Kalendertage der ersten Aufführung cTer 9. Symphonie Beet-
hoven's), eröffnet worden war, folgte schon Tags darauf das
erste Festconcert, in welchem sich unter Hans Bichter 's
Leitung das vollzählige Philharmonische Orchester, dann der
durch Mitglieder der Singakademie und andere Chorsänger
verstärkte Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde, so-
mit ein imposanter Dai-stellungskörper, betheiligten. Das Pro-
eramm bot nur Mozart und Beethoven, von Ersterem die
Ouvertüre zur „Zauberflöte", von Letzterem die 9. Symphonie,
also zwei illustre Werke, von welchen namentlich die ZweiV
genannte in Wien das ausserordentlichste Ansehen geniesst
und stets höchste Begeisterung erweckt. Auch diesmal hatte
455
sich ein massenhaftes Aaditoriam zu dem hehren Qenusse
emgefunden, die neu erhaute Musikhalle war his aufs letzte
Pl&tzohen ausverkauft, aher die rechte Feststimmung herrschte
da driimen nicht. Ihr hinderlich war vor Allem die höchst
uneemÜthUche ,^rühling8^-Temperatur, welche sich nahe am
Nimpunct hielt und die Hörer zwang, in den Winterröcken
und mit hedecktem Haupt der Musik zu lauschen. Die hoch-
gradi|;e Feuchtigkeit im Saale drückte dessen ohnehin un*
^iUkstige Akustik noch mehr herah und lähmte auch ein wenig
den Eifer der Spieler,— genug, wir erkannten unser herühmtes
Orchester kaum wieder, so spröde und matt war die Klang-
wirkung, so hetrühsam hliehen auch die glänzendsten Steige-
rungen gleichsam in der Ahsicht stecken. Yerhältnissmässig
gut ging der Chor, und war das himmlische Stemen-Adagio
„Ahnest du den Schöpfer der Welt** nach dem „Seid um-
schlungen, Millionen**, entschieden der Glanzpunct der Auf-
ftlhrung. Dafür verunglückte diesmal fast vollständig das Solo-
quartett, daher wir die Namen der im seihen mitwirkenden,
sonst senr tüchtigen Wiener Hofopemsänger am passendsten
verschweigen.
Das zweite Festconcert wurde acht Tage später von
der Gesellschaft der Musikfreunde- veranstaltet und he-
stand in einer von Hm. Gericke entsprechend geleiteten
Auffiihrung von Haydn's „Jahreszeiten**, die wir ührigens in
der Saison schon (auch mit denselben Solisten: HH. Walter
und Staudigl und Frl. Standthartner) in einem G^ell-
schaftsconcert gehört hatten, sodass nicht viel Neues zu pro-
biren war. Das so überaus populäre Werk bewlüiirte auch
diesmal seine imverwüstliche !^ugkraft, der G^esammteindruck
des Festconcertes war aber kein wesentlich anderer, als der
des vorhergegangenen: allgemeine Klagen über mangelhafte
Akustik, üoer fenlende paäende Accente, somit — Enttäu-
schung.
Sie können sich denken, mit welcher Besorgniss man unter
so bewandten Umständen dem Ersten der filr die Ausstellung
bestimmten Populären Symphonieconcerte entgegensah,
da in diesen ein ganz neues, bunt zusammengewürfeltes,
quanti- und qualitativ gewiss nicht den „Philharmonikern**
ebenbürtiges Orchester spielen sollte. Hatte nun schon das
imübertrenliche Hofopemorchester in der Musikhalle kaum
reussirt, so war dies von dem schwächeren Aiisstellungs-
Orchester noch weniger zu erwarten. Diesmal hatte man sich
aber Gott sei Dank im entgegengesetzten Sinne geirrt und
war die Enttäuschung eine senr angenehme. Sei es, dass das
inzwischen wesentlich gebesserte, mehr der Jahreszeit ent-
sprechende Wetter oder gewisse technische Vorrichtungen
auf die Akustik ^;ünstig eingewirkt hatten oder auch, dass
man an dieselbe sich schon mehr gewöhnt, vielleicht gar zu
wenig erwartet hatte und sich nun des gebotenen Guten
umsomehr erfreute: genug, das Ausstellungsorchester erwies
sich unter der unermüdlich hingebungsvollen und feuereiMgen
Leitung seines ^wählten Dirigenten, Professor Hermann Gra-
den er, zwar nicht eben als eme Mustercapelle (der Saitenchor
klang gegen das dröhnende Blech und die eeradezu fanatische
Pauke entschieden zu schwach), aber doch als ein sehr
schätzenswerthes Ensemble, das schon im ersten „Populären
Goncert** meist Befriedigendes leistete, sich aber dann von
Concert zu Concert mit immer mehr Lust und Liebe und
überraschend wachsendem Können in seine Aufgaben hinein-
spielte, sodass es heute, Ende August^ etwa vier Monate seit
seiner Zusammenstellung, auf einer Höhe technischer Fertig-
keit und geistiger Beife steht, welche ihm selbst die Wieder-
gabe Bruckner^scher Symphonien oder Liszt*scher Symphoni-
schen Dichtun&;en, ja sogar des in seiner kühnen Polyphonie
so ungemein neikuchen „Meistersinger** -Vorspiels Wagner's
nicht mehr unerreichbar scheinen lässt. Begreiflich können
wir von den (20) bisher von Hm. Qrädener dirigirten Popu-
lären Symphonieconcerten nur die wichtigsten betrachten.
Ausserdem wollen wir ein wenig bei den anderen, sogenannten
„Gastdirigent** -Concerten verweilen, welche zumeist eigene
Compositionen der betreffenden Capellmeister vorftlhrten.
(Fortsetzung folgt.)
Bericht.
Leipzig. Zu Ehren der zahlreichen Theilnehmer an der 10.
Wanderversammlung des Verbandes deutscher Architekten- und
Ingenieur- Vereine, welche hier tagte, fand am 80. August von
1 bis VsS Uhr im Neuen Gewandhaus ein Festconcert
durch das (anscheinend in den Streicherpulten nicht ganz
vollzählige) Q^wandhausorchester unter Leitung des Hrn.
Prof. Dr. Bei necke und solistischer Mitwirkung der Altistin
Frl. Jeimy Nickelly aus Königsberg i. Pr. statt. Als Haupt«
nummern des Profi;ramms figurirten in Beethoven*s Ouver-
türe ^Zur Weihe des Hauses** und Schumann^ Cdur-Sym-»
phome zwei allbekannte Werke, zwischen welchen als quasi«
Novität die Nummer „Schöne Maiennacht, wo die Liebe
wacht** aus 0. Eeinecke's cyklischem Tonwerk „Von der
Wiege bis zum Grabe** Platz gefunden hatte. Wie die beiden
ersteren Compositionen, deren Ausführung steUenweise unter
der lähmend auf Körper und Geist der Künstler einwirken-
den fast afnkanischen Hitze jeues Tages zu leiden hatte, so
fand auch das Reinrcke'sche Stück, dessen melodische (bedan-
ken sich mehr durch Grazie und Anmuth, als durch Eigen-
art der Erfindung und tiefer packende Empfindung aus-
zeichnen, eine sehr freundliche Aufnahme bei dem ziemlich
zahlreich erschienenen Auditorium, das sich allerdings durch
seinen den Gesangsdarbietun^n des Frl. Nickelly bezeugten
regen Beifall aJs ein im musik^ischen Urtheil recht anenpruchs-
loses erkennbar machte, indem die junge Dame zwar Stimme
und Gehör besitzt, aber weder in der Ausbildunfi^ der Ersteren,
noch nach Seitan der AufGassung und des Ausorucks einiger-
maassen strengeren Anforderungen zu genügen vermochte.
Concertumschau.
Genf. 13 Conoerte in der Kathedrale v. St. Pierre, ver-
anstaltet während des Monats Juli von Hm. Barblan: Orai-
son Dominieale f. Chor u. Solo (Frl. Mercier) v. J.M.,Vocal-
duett V, Mendelssohn, Solo vortrage des Hm. Barblan (Org.,
Prael. u. Fuge in EmoU, Gmoll-Phant., Dmoll-Toccata etc.
V. S. Bach, OmoP-Prael. u. „Recueillement** eig. Comp., „Adieu
des Bergers** a. „L'Enfance du Christ** v. Berlioz, Prael. üb.
den Chorsi „O ^fraurigkeit, o Herzeleid** v. Brahms, Gdur-
Toccata v. Dubois, Adagio a. Op. 16 v. 0. Franck, Variat.
u. Pastorale a. Op. 24, Pastorale a. Op. 42, Priöre u. Ada-
fljietto V. Guilmant, Schlusssatz a. dem Dmoll-Gonc. etc. v.
Händel, Variat. üb. „God save the King** v. Hesse, Introd. u.
Andantino a. Op. 177 v. F. Lachner, OflFert. a. der Graner
Festmesse v. Liszt, 3. Sonate, einzelne Sätze a. der 1., 2. u.
5. Sonate etc. v. Mendelssohn, einzelne Sätze a. Op. 80 u. 88
V. G. Merkel u. a. Op. 88 v. J. Kheinberger, Finale aus
„Noöl** V. 0. Saint-Saöns, Adagio relig. v. H. de Senger,
Andantino v. Salomö, Fragment a. „Parsifal** von Wagner-
Barblan u. Gant, suisse v. Zwvssig, dai unter verschiedene
Nummern in wiederholter Ausführung), der Frls. Mercier
(„Priöre** v. Godardetc.) u. Urasco (Ges., „Priöre de „Joanne
d'Arc** V. Gounod etc.), der HH. Nagy (Ges.), Sommer (VioL,
Elegiev. Massen et, Pröl. a. „Le Döluge** v. Saint-Saöns),
Briquet (Violonc, Andante v. Fitzenha^en etc.) u. Junod
(„Contemplation** v. Gozlan etc.), sowie einiger Ungenannten.
Leipzig. Am 30. Aug. Festconc. im Neuen Gewandhaus
unter Leitung des Hm. rrof, Dr. Eeinecke gelegentlich der
10. Wanderversammlung des Verbandes deutscher Architekten-
und Ingenieur- Vereine : 2. Symph. v. Schumann, Ouvertüre
Op. 124 von Beethoven, „Schöne Maiennacht, wo die Liebe
wacht** f. Orchester a. „Von der Wiege bis zum Grabe** von
C. Hei necke, Gesanj^vorträge des FrL Nickelly aus Königs-
berg i. Pr. (Eec. u. Gebet a. „Odysseus** v. M. Bruch, „Die
Mainacht** v. Brahms etc.).
Veraltete Programme, s<ntne Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig tmheacktet bleiben i
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Cöln. Die Opemsaison wurde mit „Lohengrin** eröffnet.
Den Titelhelden sang Hr. Hofopemsänger S. Krauss aus
Berlin, Elsa wurde von dem neuengagirten Mitglied Frl.
Jelinek wiedenregeben. . Beiden Darstellungen blühte ver-
dienter BeiüaJl. Die Hauptehren des Abends tri^ jedoch Frl.
Huhn als Ortrud davon. — Mailand. Li den „Tannhäuser** -
Aufführungen, welche Anfisuig n. J. im Scala-Theater statt-
finden, wird Hr. v. Bandrowski aus Frankfurt a. M. an
zehn Abenden die Titelpartie darstellen. — Paris« Hr. De-
troyat hat ftlr sein Thöatre-Lyrique die Damen Blaue, Pet-
rini, Foedor, Legault, Astruc und Guy, sowie Hrn.
Delaquerriöre gewonnen. Als erster Capellmeister wird
Hr. Samuel Rousseau und nicht Hr. Jehin fhngiren. Im
456
Januar soll die ErÖffiiung des gen. Theaters erfolgen. —
Wien. In der Hofoper debutirte jüngst mit Glück als Eva
in den „Meistersingern" ein Frl. Standthartner, ein junges
Talent , das bislang dem Chor als Mitglied angehörte. Frl.
Lola Beeth hat die Absicht, sich in Paris anzusiedeln. Man
\nrd sie ohne Wehmuth von dannen ziehen sehen!
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 3. Sept. „Jesu, meine Freude"
V. S. Bach. 4. Sept. „Gross und wunderbarlich sind deine
Werke", Schlusschor a. dem Oratorium „Die letzten Dinge"
V. L. Spohr.
Vermiscilte IMittlieilungen und Notizen.
* Das Directorium des Allgemeinen deutschen Musikver-
eins theilt den Yereinsmitgliedern mit, dass auf Bath des
Wiener Localcomit6s , in reiflicher Erwägung der Cholera-
fefahr, die für den 16. bis 18. Sept. geplante Tonkünstler-
ersammlungin Wien bis aui Weiteres aufgeschoben
worden ist. Sobald es die Verhältnisse gestatten, soll eine
andere Zeit für das Fest „bestimmt in Aussicht" genommen
werden.
* Die Abonnementconcerte im Neuen Gewandhaus zu
ti einzig beginnen in diesem Jahre am 6. October. Für das
!ßrÖmiungsconcert steht die Mitwirkung des Amsterdamer
a capella-Chors unter Leitung des Hm. D. de Lange in
Aussicht, welcher hier im Juni und darauf in Wien so be-
rechtigtes Aufsehen mit seinen vollendeten Leistungen erregte,
lieber die sonstigen Vorkommnisse dieser Concerte hat bis
jetzt noch Nichts verlautet. Das berühmte Goncertinstitut
hat wie gewöhnlich um diese Zeit die Abonnementeinladung
Erlassen, aber auch heuer wieder versäumt, seinen Abon-
nenten irgendwelche Andeutungen über die denselben bevor-
stehenden musikalischen Genüsse zu machen, was in neuester
Zeit doch jedes andere Goncertinstitut von irgendwelcher Be-
deutung thut. Wir, und mit uns wohl auch viele Andere,
hatten diesmal einen Wandel hierin um so sicherer erwartet,
da an die Spitze des Directoriums vor Kurzem zwei jüngere
Mitglieder desselben gewählt worden sind und infolgedessen
^in%ruch mit der in den letzten Jahren von dem verstorbenen
Consul Limburger ängstlich bewachten bez. Tradition ohne
jedes Aufsehen hätte geschehen können.
♦ Aus Bayreuth wird berichtet, dass die diesjährigen
Bühnenfestspiele daselbst von 28,000 Personen besucht worden
seien, unter welchen sich 7000 Engländer und Amerikaner
und 4000 Franzosen befunden hätten.
♦ Die Festspielleitung zu Bayreuth eröffnet zu Gunsten
kommender Bühnenfestspiele daselbst am 10. Nov. eine Vor-
bereitungsschule, deren Unterricht ausschliesslich Gesang-,
Sprach- und Bühnenstudien umfassen wird. Alles Nähere
über die Anmelde- und Aufnahmebedingungen ist aus dem
Inserat zu ersehen, das unsere heutige Nummer über diese
Sache enthält und welchem wir eine recht allseitige Beach-
tung wünschen.
* Vom 6. bis 9. Sept. findet in Rhyl das Royal natio-
nal Eisteddfod of Wales statt, bei welchem u. A. Dr.
Joseph Parry's neues dramatisches Oratorium „Saul of Tarsus"
zur Aufführung gelangt.
* Das Musikinstitut in Florenz eröiFnet für italienische
oder für solche ausländische Componisten, welche in Italien
ihre Studien gemacht haben, eine Preisbewerbung, deren
Gegenstand ein Ciaviertrio ist. Der erste Prefs beträgt 300
Lire, das preisgekrönte Werk wird durch das Institut öffent-
lich aufgerührt werden.
♦ Aus dem neuesten Concurs für einactige Opern, den
der Verleger Sonzogno ausschrieb, sind als Sieger unter circa
60 Bewerbern die Componisten Coronaro („Das Matrosen-
fest") und Boözi („Don Paöz") hervorgegangen. Der Ver-
leger wird die weitere Reclame für diese preisgekrönten
Werke selbst besorgen.
♦ Hrn. Capellmeister Anton Sei dl in New- York sind,
wie man aus Amerika berichtet, von dortigen Kunstfreunden
250,000^ zur Gründung eines grossen Concertorchesters
zur Verfugung gestellt worden.
* Ueber die Grösse und die Geschichte des kürzlich ab-
gebrannten Metropolitan Opera House in New-York
wird geschrieben : „Im Jahre 1881 wurde es erbaut, und zwar
von vierzehn der reichsten Einwohner New- Yorks, darunter
Vanderbilt, Gould und Warrens. Das Haus war mit dem üppig-
sten Luxus ausgestattet. Der Zuschauerraum fasste 3700 Per-
sonen, die Bühne, siebzig Fuss breit und hundertacht Puss
tief, ist vielleicht die grösste und jedenfalls viel grösser, als
die Riesenbühne des ehemaligen Victoria-Theaters. Director
Abbey eröflnete das Haus im Jahre 1881 mit einer Italieni-
schen Oper. Ein Jahr später begründete hier der heimge-
gangene Leopold Damrosch die Deutsche Oper, der Niemann,
Vogl, Sylva, Alvary, Reichmann, Robinson, Frau Matema,
Marianne Brandt u. s. w. angehörten. Im ersten Jahre war
Wilhelm Hock, im zweiten van Hell Regisseur, nach Dam-
rosch's Tode übernahmen Anton Seidl und die Söhne von Dam-
rosch die musikalische Leitung, Intendant war Mr. Stanton.
Das Personal war ein ungeheuer grosses. In Opern, wie
»Lohengrin«, »Königin von Saba«, »Aida«, standen mitunter
etwa fünfhundert bis sechshundert Personen auf der Bühne.
Die Ausstattung zur »Königin von Saba« hatte 160,000 Mark
gekostet. Sämmtliche Wagnerischen Musikdramen wurden
im Metropolitan Opera House aufgeführt, auch »Parsifal« als
Oratorium. Im letzten Jahre hatte wieder Abbey die Deutsche
Oper durch eine Italienische Stagione verdrängt, die indess
Fiasco machte."
* Richard Wagner 's „Tristan und Isolde" ging im
Dresdener Hof theater am 3. September nach zweijähriger
Pause neu in Scene und erweckte den längstgewohnten Enthu-
siasmus. Auf die ausgezeichrffet verlaufene Aufführung kom-
men wir in n, No. eingehend zurück.
* Im Opernhaus zu Frankfurt a. M. begann am 2. Sept.
eine zweite Aufführung des „Ring des Nibelungen". In
gleicher Zeit geht das Werk auch im Hof theater zu München
vollständig in Scene.
* Die Neue deutsche Oper im Belle Alliance-Theater
zu Berlin verspricht für die am 1, Sept. begonnene Saison
eine ganze Anzahl von Novitäten, und zwar „Die schöne
Melusme" von Th. Hentschel, JEeinrich der Löwe" von
Ed. Kretschmer, „Loreley" von Pacius, „Thürmers Töch-
terlein" von J. Rheinberge r, „Rod^nstein" von Em .Kaiser,
„Weiberkrieg" v. Woyrsch, „Gutenberg" von Fuchs u. A.
Hentschel's Oper ist am 1. Sept. bereits aufgeführt worden,
doch musikalisch in einer Weise, die dem Werke durchaus
nicht förderlich war.
* Im Stadttheater zu Leipzig ging am 4. Sept. mit Er-
folg I. Brüll 's neue einactige Oper „Gringoire" erstmalig
in Scene.
* M. Moszkowski's Oper „Boabdil" soll für n. Saison
auch von der Wiener Hofoper zur Aufführung angenommen
worden sein.
* Hr. Hofoperndirector Jah n in Wien begeht am 15. Sept.
das 40jährige Jubiläum seiner künstlerischen Thätigkeit, die
er als Chorsänger in Temesv&r begann.
* Der k. Musikdirector Hr. B. Bilse in Liegnitz hat sein
50jähriges Musikdirector- Jubiläum am 8. August nicht be-
gangen; dasselbe steht erst zum 1. Oct. d. J. bevor.
* Hr. Gottlieb Krüger, der Harfenist der Hofcapelle zu
Stuttgart, ist nach 50jähriger Thätigkeit auf diesem Posten
am 1. Sept. in Ruhestand getreten. Ins Privatleben zurück
zogen sicn ebenfalls am 1. Sept. zwei sehr verdiente Bremer
Künstler: die HH. H. Weingardt, seit 1842 als 1. Violon-
cellist des städtischen Orchesters thätig gewesen, und Chri-
stian Klier, der als 1. Flötist derselben Capelle sogar seit
1840 als Mitglied angehörte, sowie ELr. Blaha, 1. Trompeter
des Hofopernorchesters zu Wien, nach 40jähriger Thäti^eit.
* Den Lehrern der k. Hochschule zu Berlin HH. Jacob-
son, Kruse und Wieprecht wurde das Prädicat Professor
beigelegt.
Todtenliste. Jules Ruelle, Musikschriftsteller, Libret-
tist, ehem. Theaterdirector , zuletzt Redacteur des Journals
„L'Art musical", f» 58 Jahre alt, in Paris. — FrL Marie
Tay au, begabte Geigerin und Lehrerin, f in Paris, — Reed
Larwill, uhormeister an den katholischen Kirchen in London
und Liverpool, f an^ 13- Aug. in Southport.
Brie fU asten.
F, N. in Jf. Da der Ällgem. deutsche MoBiker-SaleDder diesen jungen Mensclien und dessen joamaliattsche Expec'
fitT 1893 bereits int Sommer 1691 erschien and bei Professor toratioaen gebildet haben.
Hanpt's Tode bereits gesetzt, gewesen sein wird, so erklärt.
sich die irrthümliche Aufführung des gen. Künstlers an der
bezeichneten Stelle sehr leicht.
Luilw. A'. in S. Sehen Sie sich die Compoaitionen Op. 5 — 7
des ehemaligen Berliner Musikhochschülers N. an und Sie wer-
den finden, dass sie zu dem Bilde passen, das Sie sich über
y. &-*."in G. Der Einsendung interessanter Concertpro-
gramme sehen wir ancb aus Oesterreich gern entgegen.
E. X. in C. Der junge Hr, Giessel zählte, so viel wir
wissen, nicht zu den Hilfsdirigenten der diesjährigen Bühnen-
festspiele. Wie sollte auch ein Mosikdilettant za dieser Ehre
gekommen sein?
Anzeigen.
Verlag yon Wilhelm Hansen, Leipzig.
„ (916.1
Sa.miiil-u.n.g
teforragenäer Clami erte ierer Meister,
bearbeitet von
Dr. Hans Harthan.
Minuetto ans einer Sonate von G. 0. Wagenseil.
— Largo ans dem Orgelconcert vonW, F. Bach.
— Gigne von C. H. Graun. — Gigue von Mozart.
— Bourröe aa8der2.ViolinBonatevonJ.S.Bach. —
Rondo von Ph, Em. Bach. — Fuge ans der Eraoli-
Suite von Händel. -■ Toccata von Faradiea. —
Burleske von J, L. Krehs. — Praeludium von
J, C. Bach. — Toccata von CJementi.
2 Mark.
FtiklilieLiiti.
Vortragsstüekcheu
für Pianoforte zu vier Händen
Otto Fuchs.
Op. 41. Hefl, l,»k 9Ik. 1,50.
Diese 12 Stückchen eignen sich besonders für
zwd Schüler, die gleiche Fortschritte machen. Durch
ihre anregende Melodiosität werden sie bald jedes
jugendlichen Ciavierspielers Liebling.
ist die beste aller bis
Heinr. Germer's j^t^t erschienenen.
^~~1.^ J-— -__ — . (.Mus.Wochenbl."]
■ JKC/I^n V - £'"° Aufgabe, die mit
^-^"^T-^"-.*"«" glänzendstem Celin-
Ausgabe gen gelOst ist.
( n Cl avi erleb rer".}
Zu systematlsehem Studiengebrauch geordnet in
4 Bänden jo 2 Jf.
Jolins Schäffer's Schrilten über Rob. Franz
und die Bearbeitungsfrage.
Robert Franz In seinen Bearbeitungen älterer Tofial-
werke. Zweiter verbesserter Abdruck in 4«. Geheftet
netto Jf 1,—.
Entgegnung auf Philipp Spltta's Artikel; „ITeber das Ac-
compagnemont in den Compositionen Sebastian Bach 's.
In V>. Geheftet netto Jt —,60.
Joh. Seb. fiach's Cantate: „Sie werden aus Saba Alle kom-
men" in der Bearbeitung von Eohert Franz und in der
Ausgabe des „Leipziger Bach- Vereins" kritisch beleuchtet.
In &. Geheftet netto J( 1,50.
Frledrloh Chrysander In seinen ClavlerauszUgen zur
deutsehen Händel-Ausgabe beleuchtet. Mit vielen Noten-
beispielen. 8". Geheftet netto Ji 1,60.
Heue Bearbeitungen Handel'scher Vocal-Composltlonen
von Eohert Franz, besprochen und mit nachtraglichen
Bemerkungen über die Ausführung des Basso continuo
versehen. In 8". Geheftet netto .4 1,—.
Die Puhlicationen der Frau Victorie Gervinus und deren
neuerliche Befürwortung durch die Weltfirma Breitkopf &
Ilärt«! verleiben obigen kritischen Schriften des BresTaner
Professors Dr. Julius Schäffer von Neuem actnelles Interesse.
Insbesondere sei hiermit auf die letztgenannte: „Neue Be-
arbeitungen Handel'scher Vocal-Com Positionen", die sich ein-
gehend mit der Gervinus'schen „Sammlung von Gesängen
aus Händel's Opern und Oratorien" beschäftigt, hingewiesen,
IV Scidnngen zur Ansieht stehen in Dieasten. *W
[917.]
Leipzig. F, "E. C X^euclsai-t.
[816,] Verlag von E. W. Frltzsch In Leipzig.
Piuttl, Carl, Op. 3. Drei Interludien für Orgel. , ./<f ^,'2
Verlag von E. W. Frltzsch in Leipzig.
AlrrA-r.nnn „Llcht Und Schatten", Zwölf kleine Phan-
* *i^I^ t«siebUder für Pianoforte, Op. 4. 3 Hefte
AshtOXif ^2 Jt. 1919.]
458
In meinem Verlage erscliien soeben:
SyiniliiiDiscIier Prolog
zu
77
Dante's
DiYina^ Commedia
££
fOr
grosses Orchester
von
Felix von Woyrsch.
Op. 40.
Orchester-Partitur netto 16 Mark.
Orchesterstimmen „ 18 „
Clavieranszag zu 4 Händen 6 „
Das Werk wurde in Hamburfir mit beispiellosem Er-
folfir auffirefOhrt. [920.]
Leipzig. Martin Oberddrff er-
Constantin Wiid's Verlag,
Leipzig und Baden-Baden.
Vor Kurzem erschien:
Symphonie
(Cmoll, Op. 57)
von
Willst lliihibfdi
Orchesterpartitur Ji 15,—.
Orchesterstimmen Ji 20, — .
Clavierauszug zu vier Händen Ji 8, — .
Diese Symphonie wurde bereits von den Hofcapellen
zu Berlin, Dresden, Dessau, sowie vom Philharmonischen
Orchester- Verein zu Boston und zuletzt in Leipzig vom
Liszt- Verein mit durchschlagendem Erfolg zur Aufführung
gebracht. Der zweite Satz eignet sich auch vorzüglich zum
Einzelvortrag. Wir empfehlen den verehrten Concert-
directionen und Musikdirectoren das Werk aufs Angelegent-
lichste. [921c.]
Zu beziehen durch alle Bach- und Musikalienhandlungen,
sowie direct vom Verleger.
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Fünfte Auf laa^e.
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Dr. F. V. Dwelshauvers Dery.
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Werner, AuiCm Op. 42. Gavotte flLr ViolonceÜ mit Be-
gleitung des Pianoforte. Ji 2, — .
Zur Vorbereitung der kommenden Festspiele beabsichtigt die Festspielleitung, am 10. NoveiTiber d. J.
eine Schule zu eröffnen, in der junge Künstlerinnen und Künstler zur Mitwirkung herangebildet werden. Zur
Meldung als Mitglied der Schule wird hierdurch aufgefordert. Der Unterricht umfasst ausschliesslich Gesang-,
Sprach- und BUhnenstudien. Der Meldung beizufügen sind ausreichende Angaben über Talent, Stimme, den
bisherigen Bildungsgang, sowie eine Photographie. Der Unterricht ist frei, und unbemittelten Talenten können
Aufenthaltsgelder gewährt werden. Ausbedungen ist eine Probezeit von vier Wochen. Anmeldungen sind bis zum
15. October an den Verwaltungsrath der Bühnenfestspiele in Bayreuth zu richten. Der Schule können
später beitreten Bühnenmitglieder för die Zeit der engagementsfreien (mindestens drei) Sommermonate. [926b.]
ßoncert-Sfireetion Daniel SfZauer,
LOHDOH, 180 New Bond Street.
I {9S7&.] Telegramm' Adresse: „Uast-Ijondos".
0^ Alleiniite Vertretung für alle ijKnder "VQ
der Sopranistin F'x'äulein MaciiltyPCj
Prlma-Donna assoluta der königlichen Italienischen Oper Covent-Garden
des Bassisten Herrn Plunkcl GneenCg
Oratorien- und Kamtnersäng'er,
des Herrn Emile Saupeti
des Jangen Vlolon cell- Virtuosen
Jean G6randy' (13 jahrig)
des Herrn |. J. Padepewski,
nebat -vtelsv ancLereu. 'bex-iili ra. t e n. HL ü xi b
Alleinige Veptpetung der Londonep Symphonie-Concepte.
TTebernimmt das Arrangement von
'^^s^ CoDcerten in London and Tonrni^eD in England, Amerika nnd Australien
unter persönlloher Leitung.
1^* Anfragen und Auftpttge werden direot an die Direction
ßoncert-Sfirection Spaniel Sttayerj
LOHDOH, ISO Hew Bond Street.
Telegramm-Adresae ; „Iilsst-IjODdoii".
Scharwenka- Conservatorium,
Direction: Pbilipp Scharwenka und Dr. Hngo Goldschmidt
IBeginn des "^Vintersemesters: 6. Octol>er,
Anmeldungen tfigliah im Conservatorium Vorm. 10—11, Nachm.
4—5 Uhp. Proapecle aind postfrei durch das Conservatorium, wie
durch alle Musikalienhandlungen zu beziehen.
Verlag von E. W. FritzSCh In Leipzig.
Eduard de ' 9?' ^^' ^^^^^'^^■^^^- (La Danse des Sabota.)
ij ^ Charakteratizze filr Violoncell mit Fianoforte,
nanog, ^ 2,60. [sm.]
Schi
uberth's Musikalisohes
■Conversations-Lejtikon.
In ober 100,000 Exemplaren Terbreitet. 11. Auf-
lage. Eleg. geb. 5 Jf. [930.i.]
Verlag von J. Sehnbarth & Co., ' '
r
f^utiu^ jß/iit/iner, dßeipjiff»
Bedeutendste Plaiioforte-Fabrlk Europas I
[9311 Flügel und Pianinos
von aiterkanut unnt>erti'ofi*eiier I£a.ltl>a.rl£eit
lind edlem, saugri^^idiein rC^on.
-—V^A VertretBT -bni. '^7'erkaut■cnftgaElEl• »D allen bedo\it«nd*reii PlKtzsix. ^l/l/>y^-^
Die Fabrik bestoht seit 7. November 1853.
Anna Münch, _A— Siloti,
Coiicert- nnd Oratorlensftnseriii (Sopran). T^iania-f- Z. . ,
Leipzig, Beethoven-Strasse ft"!. [SSSaa-l ■*- J-** A-lü» l-. [ftilh.]
Vertretung: Hermann Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W. Parls. SO AvenUe Tmdaine*
Clara Hoppe, Mi-mi Nahot»
Conoert- und OratorfenaXnaeriii (Sopran). XTXXllJJ. ±i Cli UCX •
t»33d.| Frankftirt ». «der. Concert- und Oratoriensängerin (hoher Sopran).
Cöln-Diiren. [942aa.]
Helene ^erl^
Ooncertr ond OraMensangerio (Soprao). Vollständige Ausbildung für Oper n. Conc«rt
Sonderahaagen, Friedrichat. 2t. [a84y.] EnBemblcUebnngen. Rollenstüdiam.
Frit? TflO'O'AII ^'"i 'Uir ausgebildete ächOler: Magdalena Jabns, Selma
1. 1 itz. iiiggcil, Schoder, Carl Scheidemantel n. A. m. [943— .1
Concert- und Oratoriensönger (hoher Bariton). "D J T> "!_
Bremerhafen, Deich 16. [935-] LeipHo- iJOCLO IJOrCIlOrS.
Gesantrl ehrer.
Jlmta ^^{»{0,
Alfred K^rasselt.
Concert- and OratorlenaHnKerln (Sopran). ^'" alt»<äe'ni8ch gebildeter Musiker, 30 Jahre alt,
Leipzig, Hohe Strasse 26'' II. [936z.] ^^™ Abgang vom königl. ConserYatorium der Musik zu
— Leipzig mit einer Prämie auegozeichiiet, Coucertpiauiat,
geübter Orchester- und Chordirigent, bisher Leiter eines
Oratorien- Vereins in einer Stadt Westfalens, sucht zum
'■> <1 n J October in einer grösseren Stadt des In- oder Auslandes
JSaaeU'Uaaeu« eine seinen kflnatlerischen Leistungen entsprechende
Vertr. H. Iffolff. Berlin. Stellung. Offerten erbeten unter E. H. No. 19 an
Franz Jost, Musikalienhandlung in Leipzig. {9^-]
Ooncortmeister des Gewandhaus- und Theater- | **!•, Kistner, Musik-Sortiment, Leipzig, J
Orchesters. [938— 1 # empfiehlt sich znr schnellen prompten Besorgung von S
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Leipzig, KaiSer-Wimelm-StraSSe 21. t und Auswahlsendnngen stehen zu Diensten. [»46-.] •
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Mit 3t, S(fciuo[p» ZM'ilta
Vfolin-Virtuos. [«Op.) "^oraüflUt^cg fti>utiagmaterlnl! Dtt ti»iicei|rn.
Dreadea-A. Amolienstr. lO, II. ^^ Steingräber Verlag, Leipzig.
Druck von C. Q. Hader in Lslpzig,
Hü», (.in« Beilage von C. F. W. Siegel'« Mutilcallenhandluna (R. Linnemannl in Leinzis".
Leipzig, am 15. September 1892,
ma linnicu bm-, uw- „ ^ „j,„
lU ■uuiunliuiiiin, am _ .^_ iiiiii.aiiin
'HÄ^Ok^ ffir lifiiRilrflr titiiI "iffnaiVfrönndfl '▼MP
Fli iu luiuiitcki rockiikun
Mnutt luniiißi tiiii u
Eedicuiu 11 adiBuJni.
^^
föT Musiker und Musikfreunde.
Verantwortlicher Redacteur und Verleger:
E. W. Fritisoh,
Leipzig, Königisstraue 6.
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nm. Jabrg.]
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[No. 38,
Inhalt: Brurtne. Eine neae Probe de« „tndentenden Vsrfslireai". Von Horiti Wirth, (TortaetEnag.) — Kritik: Otto Klaawell, Husikklliohe Be-
kenatiilna, — Tuasgeuh lebte: HnBlkbrlsT mu Oiuc. (Porsetziuig.) — Berichts. — OonaertDBUohaa. — BBSustnenti Dnd QutiplBle II
Opar nnd Gonoeri. — Kircbnimoilk, — AofKafUirt« NevitUen. — Ternilohte MlttbelliuiKas and NotUen. — KrtäsehaT AnbuiK: Oomposi-
tlonen von G, W, Brandt, W. Beriter, V. Bsndii and Ltonle ßrönler-Halta. — Briafkuten. — Anzeigen.
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Den werthen Jahresabonnenten gegenüöer bedarf es naturlich dieser Erirmerung mchi.
R W. FRITZSCH.
Branglne.
Eine neue Probe des „«ndeatenden Verfahrens",
Von MOFltz WlFth.
(Fortsetznng.)
II.
AIb Bechatein sein ablehneodea Endartheil über Wag-
ner's Gestaltung der BrangKne f&llte, war er nahe daran,
eine zweite wichtige Entdeckung in Wagner'» „Triatan"
zu machen: zn der ron ihm aufgefundenen Frage nach
dem Orunde der Wahl des Liebestrankes auch noch diesen
Glrund hinzn. Was ihn zu seinem ersten Fehler in der
Auffassung Brang&ne's, der Annahme eines Verplaudoms
des vermeintlichen Trankgeheimnisses, verleitete, ist frei-
lich nicht recht ersichtlich. Zaletst aber hfttte er bei den
Hedicamenten des Schreines nur noch zu der bestimmten
Frage nach ihrerZahl und Artfortzugehen gebraucht,
um EU der fOr Brangftne'a Charakter entscheidenden Frage
auch die entscheidende Antwort zu erhalten.
In der That hat Wagner alles für sie Erforderliche
zurecht gelegt, wenn er es freilich auch uns überlassen
hat, es BU sehen. Nicht blos ein Hai gelegentlich, son-
dern zwei Ual mit allem Nachdruck wird uns der In-
halt des Schreines genannt, den Isolde von ihrer Mutter
mitbekommen hat: nFür Weh nnd Wunden Balsam hier;
für böse Gifte Gegen-Gift: — " Dazu noch der Liebes-
nnd der Todestrank. Was konnte nun von alle Diesem
BrangAne statt des Todestrankes gebrauchen? Jedenfalls
nicht das Gegengift, das, um nicht scbtldlich zu wirken,
schon eine Vergiftung voraussetzt. Aber auch nicht die
verschiedenen Sorten von Balsam, die sich, wie das eine
sehr bestimmte Bedeutung dieses Wortes verlangt, min-
destens in tbeilweise festem Zustande befunden haben
werden. Will man aber das Wort Balsam auch von flüssi-
gen Mitteln verstehen, wie denn Isolde selbst kurz vorher
emmal das Wort „Balsamsaft" gebraucht, so dürfte ihre
Wahl doch wegen ihres für gewöhnlich den Salben, Pul-
vern und Trftnkletn eigen thämlichen Geruches und Ge-
schmackes unmöglich gewesen sein. Man denke sich Bran-
gSne den Liebenden einen nach der Apotheke schmeckenden
Trank reichend, um sofort die Tragödie in die tollste Posse
umschlagen zu sehen.
r
462
Wagner hat uns aluo bereits durch die Worte seiner
Dichtung nicht im Zweifel darüber gelassen, dass der
Schrein keinen unverfänglich scheinenden und zugleich
unschädlichen Trank enthielt, den Brangäne unterzuschieben
die Absicht hätte haben können. Diese eine, von Bech-
stein, und, soviel ich sehen kann, auch allen übrigen
„Tristan*' -Erklärem bisher nicht bemerkte Thatsache ver-
ändert aber die umstände, unter denen Brangäne handeln
musste, so wesentlich, dass von einem Vergreifen nicht
mehr die Bede sein kann. Und ebenso ist der Verdacht
der Kuppelei, welcher, wieBechstein sehr richtig bemerkt,
SEU der übrigen Zeichnung und Fortfährung der Oestalt
so schlecht stimmt, nicht mehr erforderlich. Brangäne war
eben ohne jede Möglichkeit eines Ausweges vor
die Wahl gestellt, entweder Isolde's Befehl zu vollziehen
oder, um wenigstens das Aeusserste zu vermeiden, trotz
Allem, was auch sonst daraus folgen mochte, zum Liebes-
tranke zu greifen. Ob sie dies mit mehr oder weniger
Ueberwindung that, darüber werden wir vom Dichter noch
einige Aufklärung erwarten dürfen, die er uns in der
That, zugleich mit einer weiteren Schilderung von Bran-
gäne's Zwangslage, nicht vorenthalten hat.
Vor Allem musS'Uns der Anblick der Bühne
darüber belehren, dass Brangäne auch nicht ein Glas Was-
ser, einen Krug Wein oder sonst ein Getränk zur Hand
hatte, um Isolde zu täuschen.
Sodann gibt uns die Musik weitere Auskunft
über Brangäne's Oemüthszustand und über den Inhalt des
Kästchens.
Man bemerke die Ruhe, welche in den Worten liegt:
„für Weh und Wunden Balsam hier*'. Der Cdur-Accord
(Glav.-Ausz. S. 45*) malt Brangäne's aufmerksamen, prü-
fendea Blick, mit dem sie sich überzeugt, ob die Bläschen
und Büchsen nach den Unruhen der Reise noch sämmtlich
in Ordnung sind. Einen solchen Blick kann nur Jemand
werfen, der mit dem betreffenden Gegenstände völlig ver-
traut ist Ebenso sachkennerisch klingen die Worte: „für
böse Gifte Gegengift". Die tückische Natur des Giftes
gleisst uns aus dem Desdur-Accord formlich entgegen**);
gleich gut ist die beruhigende Wirkung des Gegengiftes
getroffen. Brangäne zeigt sich hier als in die geheimsten
Künste ihrer Herrinnen eingeweiht. Sie hat ja auch den
wunden Tristan pflegen geholfen, sowie wahrscheinlich
auch der Mutter Isolde's bei der Zurichtung des Schreines.
Sie muss also Bescheid wissen, kann sich gar nicht irren.
So konnte sie jedoch, was nicht im Gemache und im
Kästchen vorhanden war, von aussen herbeiholen?
Ein unschuldiger Vorwand — z. B., dass der Todestrank
für sich allein zu einem feierlichen Trünke für Tristan
nicht ausreichend erscheine, daher noch eine Nachfüllung
von Wein erfordere, welch Letzteren dann Brangäne nur
allein zu verwenden gebraucht hätte — , und das Paar
war gerettet, ohne dass deswegen ein neues Verbrechen
geschehen musste.
Aber auch hier hat der Dichter uns und Brangänen
jeden Ausweg versperrt. Man beachte Isolde's Worte:
„In die goldne Schale giess ihn aus; gefüllt fasst sie ihn
*) Ich ftübre nach der Ausgabe in 8^ an.
**) Ein ähnlicher, die Wollost der Grausamkeit schildern-
der Gebrauch des Desdur-Dreiklanges 01av.«Ausz. zu „Tristan*^
S. 10 in der Figur des gierig auf seine Beute stürzenden
Meeres; S. 17, 20 .befehlen Hess dem Eigenholde Furcht der
Herrin ich, Isolde"; S. 53 „den Trank rar wen? Wer mich
betrog**; S. 60 „doch was er schwur, das schwur ich nicht** ;
S. 72 „und ihrer Künste Wunder kraft**; S. 247 die Lust,
mit der Kurwenal Melot ersticht.
ganz.** Dieser letzte Zusatz überrascht in dem so knappen,
immer nur gerade die Spitzen des Nothwendigen pflückenden
Gedichte. Um so aufmerksamer werden wir auf diese
Zeile. Isolde spricht sie mit einer gewissen Feierlichkeit.
Die goldne Schale ist so ganz das einzig würdige Gefitos
für diesen letzten hohen Trunk, dass sie ihn sogar räum-
lich ganz fasst Für uns besagt dieser Umstand noch das
Weitere, dass der Trank nicht mit einer anderen Flüssig-
keit gemischt zu werden braucht. Brangänen ist jeder
Anlass, eine solche herbeizuholen und eine unschädlichere
Unterschiebuiig vorzunehmen, abgeschnitten.
Wenn sonach klar sein dürfte, dass Brangäne nur
die Wahl zwischen Todes- oder Liebestrank hatte, wie
stellte sie sich nun zu Letzterem?
Bedenklich machen könnte in Bezug auf eine
etwaige küpplerische Absicht freilich folgende Stelle. Bran-
gäne war zuerst vor dem von Isolde hervorgezogenen
Todestranke mit einem sehr bezeichnenden Motive ent-
setzt zurückgewichen (Clav.-Ausz. S. 46). Als dann Isolde,
nach Kurwenal's Meldung, den Befehl mit den Worten
wiederholte (Glav.-Ausz. S. 52): »Den Sühnetrank richte
schnei], du weisst, den ich dir wies?**, erklang im Orchester
das Liebesmotiv, und zwar als Begleitung zu Brangäne*8
Gegenfrage: „Und welchen Trank?** Begte sich hier in
Brangäne's Seele — der Verdacht ist nun einmal ausge-
sprochen — doch vielleicht etwas von jenem Gelüste, das
noch vom Besuche der Schlange her in allen Evastöch-
tern zurückgeblieben sein soll?
Wir brauchen uns jedoch die Musik nur etwas ge-
nauer anzusehen, um Brangäne auch von diesem Verdachts-
gründe vollständig freizusprechen. Wäre auch nur die
Spur eines solchen Wunsches in Bezug auf Tristan und
Isolde in ihr, so würde das allwissende Orchester uns .dies
verrathen. Denn Brangäne hat uns die Lust, anderer
Leute Ehe zu schliessen, in der That schon einmal ge-
zeigt, und wir haben gehört, was das Orchester dazu
sagte (G]av.-Ausz. S. 43, 45). Es waren die dem König
geltenden Stellen: „zog ihn von dir ein Zauber ab: den
bösen wüsst ich bald zu binden**, und: „den hehrsten
Trank, — ich halt ihn hier**.
Der Dichter unterscheidet also sehr genau zwischen
dem geradewegs auf den geliebten Gegenstand loseilen-
den, verzehrenden Sehnsuchtsfeuer der Liebe, dem soge-
nannten Liebesmotive, und der ihren Gegenstand mit
allen Angelhaken der Schmeichelei zu sich heranziehenden
süssen Bethörungskunst. Nicht das der Letzteren ange-
hörige Binde- oder Kuppelmotiv, wie man es nennen
könnte*), sondern nur das Erstere erscheint aber bei
Brangäne's Frage: „Und welchen Trank?** Schon, dass
Brangäne fragt, zeigt ihre Verwirrung. Sie ist ganz von
Isolde's Befehl in Schrecken gesetzt, den sie noch so we-
nig zu fassen vermag, dass ihr der in ihm bezeichnete Trank
unwillkürlich vor jenem Anderen — wenn es denn doch
einmal ein Trank sein soll — verschwimmt, den sie selbst
dem Schreine entnommen hatte. Das Liebesmotiv bezeich-
net somit hier gleichsam nur die Aufschrift des Fläsch-
chens, das auf ihm eingeschnittene „starke Zeichen**,
ohne jede Beziehung auf eine bestimmte Person und ohne jeden
Gedanken irgend welcher ihr zu bereitenden Nachstellungen.
*) Das Motiv erscheint auch als Verlockungsmotiv der
Rheintöchter und der Blumenmädchen im „Parsi&J**: als
Ausdruck des Liebreizes, in welchen die wiederkehrende Freia
die ganze Natur kleidet; endlich in den Motiven, welche in
der „Götterdämmerung** Siegfried*s Liebesbindung durch Gui-
rune bezeichnen.
463
BrangAne's weiteres Verhalten ist von jetzt ab nicht
mehr zw ei f el h af t. Sie empfangt voll Grausen von Isolde
das schwarze FlAschchen, stürzt sich zu den Füssen der
Unerbittlichen (Clav.-Ausz. S. 53), wird uns vem Orchester
{Glav.-Ausz. 8. 55, Z. 3) in der gänzlich gebrochenen,
fast schluchzenden Form des Mitleidsmotives gezeigt, und
wendet sich endlich bei Tristan^s Nahen, kaum ihrer
mächtig, in den Hintergrund (Clav.-Ausz. 8. 56). Von
dort kommt sie auf Isolde's Wink, zusammenschaudernd
und in ihren Bewegungen zögernd, unter dem Klange des
gänzlich gebrochenen Mitleidsmotives wieder hervor (Clav.-
Ausz. 8. 66). Isolde muss sie erst aufs Neue im Bache-
motiv antreiben, bevor sie sich zur Bereitung des Trankes
anlässt. Auch hier zeigt sie keine 8pur von Kuppel-
gelüsten und Bindemotiven. Lediglich die Aufschrift
„Liebestrank*' ertont, als Brangäne das goldene Fläsch-
eben ergreift und in die Trinkschale ausleert. Sie reicht
sie Isolden mit denselben, ihr innerliches Entsetzen aus-
drückenden Figuren (Clav.-Ausz. 8. 69), mit welchen sie
zuerst vor dem Todestrank zurückgewichen war.
Was schon die Musik so deutlich zeichnet, vollen-
deten in Bayreuth die Oebärden der Darstellerin:
das Bild einer Persönlichkeit, die vor dem ihr gewor-
denen tödtlichen Befehl selbst wie vernichtet zusammen-
brach, die aber auch vor dem einzigen ihr gelassenen
Ausweg zurückschauderte, und, als sie ihn dennoch be-
treten hatte, voll Entsetzen auch über diese That in die
hinterste Ecke des Zeltes zurückwich.
So ist denn auch diejenige Oestalt, aus deren Hän-
den das Drama unmittelbar hervorgeht, aus den Niederun-
gen ammenhafter Brautkranzdiplomatie und schulmädchen-
haften Sichvergreifens auf die Höhe des Dramas
hinaufgehoben, Brangäne's Schicksal und Ver-
schuldung sind selbst in so erhabener Umgebung
unserer Theilnahme werth. Ea genügt noch ein
Blick, um uns zu zeigen, dass der Dichter die Gestalt
auch auf dieser Höhe zu erhalten und zu Ende zu führen
vermocht hat.
(Schloss folgt)
Kritik.
Otto Klauwell. Musikalische Bekenntnisse.
Leipzig, Wolfgang Gerhard.
2. Auflage.
Der Verfasser dieser Schrift, die sich aus der lioihe
der in den letzten Jahren zu Dutzenden erschienenen
Brochuren über Musik hoch heraushebt, ist Lehrer am
Cölner Conservatorium. War man nach seiner ganzen Er-
ziehung (Eüauwell besuchte das Leipziger Conservatorium
der Musik und machte gleichzeitig akademische Studien da-
selbst) berechtigt, etwas Gutes von ihm zu erwarten, so
hat diese Schrift jene Erwartungen in höchstem Maasse
erfüllt. Klauwell ist keiner von den Scribenten, die
nicht wissen, was sie machen sollen, und daher über
Musik schreiben, sondern ein ganzer Künstler. Von seiner
Kunst hat er die höchste Meinung, und seine Aussprüche
sind Resultate einer langen, gründlichen und allseitigen
Kunsterfahrung. Ausserordentliche Weite und ünbe^n-
genheit des Blickes, ein auf das Höchste gerichteter
künstlerischer Sinn, dazu klare und überzeugende Dar-
stellung — das sind die Vorzüge des Werkchens, von
dem wir nur wünschen, dass es Vielen solche Freude
mache, wie dem Referenten. P. Gar wen.
Tagesgeschichte.
Mwikbrief.
Graz» im August 1899.
(Fortsetzung.)
Der Grazer Singverein, der gewohnt ist, stets die
Bahnen edelster KunstrichtimK zu gehen, war ein ebenbür-
tiger Partner des Musikvereins bei vorerwfthnter Mozart-
Feier, welche eine den Manen des grossen Todten würdiee
Gedenkfeier war. Ausserdem brachte dieser strebsame Verein
S. Bach's liebliches Weihnachtsoratorium, aUe sechs Theile
fast vollständig, unter Mitwirkune des Wiener Hofopem-
Sängers Gustav Walter zur Aufftlnrung, bei welcher der
schon bejahrte Tenorist aufs Neue durch seine herrliche
Sanfi'eskunst Alles entzückte. Prächtige Leistungen entü^tete
bei diesen Concerten der im Rhythmus wie in der Intonation
sichere Chor, den Ohormeister fieopold Wegschaider in be-
währter Weise leitete. Wegschaider's Können zeigte sich
auch in den sehr glücklich verlaufenen Concerten des Graz er
M ä n n e r -G e s a n g V e r e i n 8, welcher^ getreu seinen Intentionen,
deutschen Chorgesang zu pflegen, Werke von Schubert, Liszt,
Herbeck, Jüngst, Engelsberg, v. Weinzierl, Schumann u. A.,
tadellos studirt, meisterhaft sang. Eine schätzenswerthe Kraft
besitzt dieser verdienstvolle Verein in dem Baritonisten Hm.
Fritz Riesch (welcher die Solopartie in Weinwurm's Toska-
nisohen Liedern sehr anerkennenswerth zu Gehör brachte),
sowie in dem Viergesang der stimmbegabten HH. Zi mm er-
nenn, Blümel, Thönv und Jäger.
Der Deutsch-akademische Gesangverein stellt sich
zumeist ein sehr hohes Ziel, das er aber stets mit Glück er-
reicht. Er führte Max Bruches „Frithjof", bei welchem Frl.
Irma v. Hüttinger und Hr. Heinrich Gottinger die Soli
sangen, unter vielem Beifedl auf. Ausserdem kamen in diesem
Concerte Chöre von Otto imd Engelsberg, sowie der herrliche
Chor „Das Meer" von Nioodö (aus dessen symphonischer Ode),
in hinreissend schöner Ausführung zur Wieder|^be. Eine
jedoch weit bedeutungsvollere Leistung boten die jugendlichen
Saugesfreunde mit Suck's erhabener „Iphigenie in Aulis'' in
Ricnard Wagner's congenialer Bearbeitung, welche zum ersten
Male in Graz erklang. Mit Ruhe und vollem, tiefem Verständ-
nisse dirigirte Hr. Victor Zack und bewährte sich als vor-
züglicher Chormeister. Die Solopartien hatten die Mitglieder
der Wiener Hofoper Frl. Louise von Ehrenstein und Hr.
Hermann Winkel mann, sowie die heimischen Kräfte Frau
Krämer-Widl und die HH. Gustav Schwegler und Dr.
Grub er inne und fiührten sie mit Fleiss und Geschick durch.
Der (Gesangverein ^Typographia" trat heuer anlässlich
der Feier seines 25jähngen Bestandes auch in die Reihen der
concertirenden Vereine und legte mit sorfi;samst studirten und
schwungvoll gesun^nen Chören von Gk>l£nark, Schubert u. A.
ein schönes ^ugniss erfreulichen Könnens unter der Leitung
des Chormeisters Hm. V. Ortner ab.
Bezüglich der fremden Künstler zeifi^ sich heuer eine
ei^nthümliche Erscheinung, indem Einzäne, wie Franz On-
dndek, Ab'ce Barbi, Etelka Glerster und die Wiener Hofopern-
sänger Frl. Ehrenstein und Hr. Sommer, aus verschieaenen
Gründen gar nicht zur Abhaltung ihrer bereits angekündigten
Concerte kamen, während es Andere, wie Emil Sauer und
der kleine Raoul Koczalski, zu drei und der Tondichter
Hans V. Zois zu zwei Concerten brachten. Ausser diesen
hörten wir noch Eugen d* Albert, das Ehepaar Louis und
Susanne R6e. den Orgelspieler Josef Labor, den Gteigen-
virtuosen Pablo de Sarasate, die Qeigerinnen Bianca Panteo
und Giuseppina Sgaramelli und endlich die Sanges^nrössen
Frau Amalie Friedrich-Materna und Hm. Paul^ulss.
Einen ausseree wohnlichen Erfolg errang Emil Sauer mit
seiner verblünenden Technik und eigenartigen Auf&ssung,
und unwillkürlich wurde man zu Vergleichen zwischen diesem
vollendeten Meister des nuancenreichen Spieles und dem un-
mittelbar darauf erschienenen d' Albert angeregt. Recht be-
Suem hatte es sich in dieser Hinsicht ein sonst geistvoller
Iritikus gemacht, der einfach constatirte, dass das Spiel
dieser beiden Liszt-Schüler unvergleichlich sei. Trotzdem
möchte ich eine nähere Charakteristik dieser leuchtenden
Pianistengestime wagen: Saueres Spiel ist excentrisoher und
wenn möglich noch nuancenreicher, als das seines Rivalen
und weist viele reizende kleine, oft stark ins Virtuosenthum
88»
464
aciliinmemde Einzelnbeiten auf, wfthrend d'Albert stell mit
seinem entacjüedenen, markvoUen Spiele streng in den Bahnen
des reinsten Künstlerthums bewegt. Sftuer's Spiel ftlhit nns
pliantastisch in das Zanbermoh eines orientaliscnen Märchens,
d'Albert'e Spiel lässt ans hingegen echt classische Schönheit
unverhiillt schauen. — Als ein wahres Wunderkind kann der
kleine Baoul Koczalshi bezeichnet werden, welcher sich
\öihn an die schwierigen Werke eines Chopin und Liszt wogte
und dieselben, natUrhch nicht in eereifter, aber doch in ilber-
raschecd geschickter Weise und selbst&ndtt^r AnfEassung
wiedergab. Davon, dass der kleine Baoul ntcht mit ein^
dnllten Leistungen seine Concerte absolvirt, überzeugte ich
ntich, indem ich ihn ziemlich nnbeqneme Werke vom Blatte
spielen liess, welche er staunenswerth bewältigte. Aach ein
gmz hüWshes Compositionstalent steckt in diesem sieben-
jährigen Knirps, ftu den völliges Aussetzen vom Concertiren
und ernstes Studium im Interesse der Kunst dringend ^-
baten erscheinen. — Eine abgerundete Leietune war dos Spiel
aof zwei Ciavieren des Ehepaares B.6e, welches mit ^osser
Fräcision und glänzender Technik Werke von Brahma, Weber,
Schubert und Liiszt unter grossem Beifalle zum Besten gab.
— Ein lieber, alter Bekannter war Hr. Josef Labor, welcher
abermals seine Meisterschaft auf der Orgel und dem Piano
bewies. — Mit berückend süssem Tone und fabelhafter, an
i&6 Grenzen des Möglichen reichender Technik fascinirte
der temperamentvolle Virtuose Saraaate seine sahireiche
SluhÖrerscbaffc und riss sie zu stürmischsten Beifallsknnd-
Sbnngen hin, an denen auch seine würdigt Partnerin Frau
rthe Marx vollen Antheil hatte. Abgesehen von den ein-
zalnen Leistungen derselben, welche l&ngst bekannt sind, ist
dasZosammenspielbewundemngswertk, das in seinem geradeza
unbewuBSt scheinenden „sich verstehen" und „sich gegenseitig
flhlen" wohl nur eine Frucht langjährigen ernstesten gemefn-
sunen Studiums sein kann. Von den beiden Qeigerinnen
Pionca Fanteo und Oiuseppina Sgaramelli zeichnete sich
Gretere durch seelenvollen Ton und gediegene Technik aus,
während Letztere sich als noch nicht genilgend reif filr eine
bBrofsmässige Gonoertlaufbahn erwies,
Ee genügt wohl, wenn ich berichte, dass Pran Amalie
Friedrich-Haterna Scenen aus „Tannhftuser", „Tristan
uQd Isolde" and aus der „GAtterdämmernng" sang, da ja ihre
E-ossartigen LeistanKon als Wagner-Sängerin berühmt sind.
eider kam hierbei die bei diesen Werken so ungemein wich-
tige Begleitung nur aof dem Claviere zum Ausdrucke, was
der vollen Wirkung abtrlgKoh war. Die gefeierte Sängerin
suig ferner Lieder von Sch&ffer, Lassen und Edmund v. Straoss.
ilrem gewandten Begleiter, welche aber nicht durchweg voll
BOßprachen. Paul Bulss, welcher noch von seinem letzten
Concerte her in bester Erinnerung stand, bot mit einem vor-
nehmlich dem Balladengesange gewidmeten Liederabende
einen prächtigen Kunstgennss. Dieser stimmgewaltige Bari-
tonist brachte anter der sich dem 0«sang sorgfältig anschmie-
genden Begleitong des Hm. Fritz Masbach mit plastischem,
dramatischem Ausdruck, der Hauptbedingung des Balladen-
f^esanges, Werke von Löwe nnd Pläddemann za Gehör und
\7irkte mit Liedern von Schumann und firahms nicht minder
mächtig aof seine dankbare Zuhfirerschaft ein.
(Schluss folgt)
BericMe.
Leipzig. Unsere Opembühne hat sich endlich zn neuen
Thaten aufgerafil; vor feuraem erschien als Novität auf ihr
I Brüll's einactige Oper „Gringoire". Ihr sollen Werke
von Ponchielli, B, Fuchs und einige fhnkelnagelneue von
Uozart nachfolgen. Kein Wunder, oass unter solchen um-
ständen die Opernfreunde vor Wonne ausser sich sind und
wenn sie von unserem Theater sprechen, dies nnr mit dem
flute in der Hand thun, wie sichs gebührt. „Gringoire"
hätte einen guten Erfolg; das Publicum applaudirte sehr ge-
schickt ein paar Mal mitten in die Scene hinein und bereitete
nni Schlüsse den DarsteUem und wohl auch der Oper glän-
zende Ovationen, Warum sich die Leute eigentlich so sehr
gefreut haben, ist kühleren Köpfen allerdings rfttbselbaft ge-
blieben: allerdings, Hr. Demuth, der Inhaber der Titelpartie,
,B»ng ausnahmsweise tadellos rein, und das wäre schon genug
.Anmes, höchste Zufriedenheit zu empfinden, nnd Frl.Taum
Doenges sah als Lojse ganz reizend aus, wie eine Maiblume,
einen süssen berauschenden Dnft ausstr&mend. . . . Aber das
wären ja nur äussere Gründe! Bei Lichte betrachtet ist die
Oper ein Oompromiss zwischen Neseler und Brall. Mit dem
Stil Neesler's theilt sie ^wisse volksthümlich sUssliche Wen-
dunecB und den verdächtigen Liederreich thum. Dass BrUll ein
bei Weitem feinerer Mnsiker ist, kommt seiner Oper natür-
lich sehr zu Statten und lässt ihn Nessler überlwen scheinen.
Brüll schreibt wenigstens nicht dilettantisch', er Krmt stellen-
weise selbst vornehm und beherrscht auch das Orchester
mit Sicherheit. Wenn „Gringoire" im Schaffen BrüU's — das
mit dem „Goldenen Krenz" einen so glückverheissenden An-
lauf nahm— eine Weiterentwickelung nicht bedeutet, so liegt
die ScJiuld daran jedenfalls an dem Textbaohe, dessen Be-
Bchaffenbeit eine halbwegs ehrliche und befrnchtnags&hige
Phantasie unmöglich begeistern kann. Man denke sich den
Helden zur HtÜAe ans Troubadour und zur anderen Hälfte
aus Magen zusammen gesetztl Wie FalstafT den sittlichen
Inhalt seines Daseins im Weinkrug svmbolisirt findet, so be-
kennt sich Gringoire aus tie&ter Herzensttberzeugung zar
Sekte der Omnivoren, Das Essen und der Appetit spielen
denn anob in der Handlung eine grosse BioUe. Wie sich aber
ein Componist entschliessen kann, einen derartigen Menschen
in Musik zu setzen, ist und bleibt ein Bäthsel. Man Hesse
dchs gefallen, wenn die Oper nach der Seite des Komischen
nnd Grotesken hin ausgebaut worden wäre. Aber diese
Uischnng von Heisshunger und Melodik bleibt als Inhalt
eines dem ernsten Genre angehörenden Kunstwerkes doch
höchst bedenklich. Neben diesem Gringoire spielen olle
anderen Personen keineswegs beneidenswerthe Bollen: mit
alleinigra Ausnahme des Königs Ludwig XI,, dessen Cha-
rakterzeichnnng indessen mit dem historischen Vorbilde so
gut wie keine gemeinsamen Pnncte aufweist, der aber doch
von einigermaassen beetinunten Linien umrissen ist, zeräiesaen
alle anderen Gestalten in quallenartiger Formlosigkeit: der
alte Kanänann Foumiez bringt es zu keinem Rückgrat, LoTse
ist ein alberner^ von Marlitt-Romantik durchtränkter Back-
fisch, der Barbier Olivier-le-Daim ein Spitzbube von der un-
interessanten, ordinären Sorte; kurz, auf allen Ecken und
Enden merkt man, dass das Talent des Textautors Victor L6on
aus den Kinderschuhen noch nicht heraus ist, auf allen Ecken
und Enden merkt man noch etwas Anderes, viel Schlinuneree
als die barbierischen Bänke. Dieses Etwas ist die Langweile,
ein schläfriger Drache mit sechs angenlosen gähnenden
Köpfen. . . . Die beste Nummer der Brüll'schen Partitnr ist
das Lied „Die Sonne versank", ein wirklich schönes, tief-
empfundenes Stück, etwa im Stile Gounod'scher Ljrik. Die
schwächste ist die Ouvertüre, eine geradezu armselige Flickarei
ohne jeden Inhalt. Die Aufführung war, wie schon ange-
deutet, eine recht gute: Hr. Demnth sang den Gringoire
in der Hauptsache vortrefflich. In den kleinen Männerpartien
wirkten dieHH. Wittekopf (König), Marion (Barbier) und
Knüpfer (Poumiez) sehr TerdiensUioh. Die Loyse reprileen-
tirte Frl. Doenges anmuthig, als Nicole war Frau Duncan-
Chambers am Platz. f.
Dresden. Nach fast zweijähriger Abwesenheit erschien
am 8. September „Tristan und Isolde" bei erhöhten Preisen
wieder auf der königlichen Hofbühne. Es ist sicherlich weder
Vorurtheii, noch eine Phrase, wenn man sagt, nach den ji^gst
erlebten Bayreuther Eindrücken müsse man sich erst gewisser*
maassen auf der Opernbühne — selbst wenn es die Dresdener ist
— wieder eingewöhnen. Der erleuchtete Zuschauerraum, das
Lorgnettiren der Umgebung nach den Logen u. s. w. wird da
besonders als störend empfunden. — Der „Tristan" ist eine
seines eigenartigen Charakters willen, es steht zu ihm in dem
Verhältnisse inniger, liebevoller Vertrautheit, womit der Dar-
steller zu rechnen hat. Die erste Bedingung einer wirkungs-
vollen BTristan" -Vorstellung ist ein Heldenpaar, das die bei-
den Hauptcharaktere der Dichtung wirklich darzustellen ver-
mag. Ein solches Paar zeigte aber die gestrige Aufrähning
nicht. Neben der wundervollen Isolde des Frl. Malten stand
ein Tristan, über den wir, da Hr. Gritzinger diese Bolle
überhaupt zum ersten Male versuchte, den Mantel des Schwei-
gens decken wollen. Da genannter Herr schon mit der rein ge-
sanglichen Wiedergabe der Noten eich sichtlich abzumühen
hatte, kann von Auffassung des inneren Gehaltes der Bolle,
von künstlerischer Wiedergabe, von Declamation nnd Spiel
gar nicht gesprochen werden. Nur durch Unsicherheit und
Befangenheit läset sich die würdelose H^tnng erklären, mit
der Hr. Gritzinger gleich bei seinem Auftreten im ersten Acte
alle „Tristan "-Illusionen zerstörte. „Herr Tristan trete nah!"
465
Aber wie trat dieser Tristan nah! — Neben dieser darchaus
un£;enügenden Tristan-Figur waren aber die trefflicben Ge-
stauten des Königs (Hr. Perron), Eurwenal {Etr. Scheide-
mantel) und die Isolde des Frl. Malten umsomehr hervor-
ragend. Das waren echte, stilgerechte künstlerische Leistun-
gen. Frl. Malten gehört mit ihrer Isolde zu dem engen Kreis
Deneniffen, die in dieser Bolle mustergiltige Typen geworden
sina. Es wäre thöricht, wollte man unter den Darstellungen
der Damen Sucher, Malten, Matema, Moran-Olden £ine über
die Andere stellen. Jede dieser KünsÜerinnen gibt, ihrer
individuellen Anlage zufolge, eine eigenartige Ausführung.
Frau Moran-Olden z. B. rückt in ihrer Isolde das beleidigte,
hehre Weib in den Vordergrund, ihre Darstellung streift ans
Dämonische, wenn sie Tristan dem Tode weihen vnll, der der
Seele des Bieldenweibes die angebliche Schmach angethan.
Daher gelingt ihr der erste Act am besten. In Frl. Malten's
Darstelhmg tritt uns Isolde die Königin entgegen. KinWeib,
das so hehr und doch so leidenschsStlich empfindlich fühlt,
¥rie diese Wagnerische Heldin, muss eine Fürstin sein, und
diese Fürstin, die aufs Tiefste beleidigte Königstochter, stellt
uns Frl. Malten vor. Sie lässt den beleidigten Trotz nicht
zum vollen Ausbruch gelangen, sondern als „Herrin des
Schweigens" lässt sie inn nur unter der Decke filrstlicher
Selbstbeherrschung hindurchglühen. Darimi wirkt es in ihrer
Darstellung so besonders ergreifend, wenn, im Anblicke des
vermeintlichen Todes, die l^irstin alle Convention fallen lässt
und sich dem Geliebten im furchtbaren tragischen Bekenntnisse
der Wahrheit an die Brust wirft, — dabei aber den jähen Con-
trast gegen ihr vorheriges Verhalten nicht durch maasslose
Leidenschaft ins Verletzende steigert, sondern auch in diesem
Augenblicke die edle hohe Frau, die Fürstin, bleibt! — Be-
sonders bemerkenswerth ist auch ihre Darstellung des Liebes-
todes. In furchtbarem Schmerze ist Isolde neben Tristan's
Leiche gebeugt; der König spricht zu ihr, Brangäne redet
sie an, — sie antwortet nicht. Da schimmern in der Musik be-
reits die Klänge der Verklärung. Die Schatten der „Nacht
der Liebe" wehen mit ihren süss-geheimnissvollen Fittichen
um ihre Seele. Isolde wird dieser Welt „des Tages" ent-
rückt, der todte Tristan wird zur visionären Erscheinung, sie
schaut hinüber ins „unbekannte Land" der ewigen, versöh-
nenden Liebe, der Vereinigung aller Welt, des. Todes. Dieses
ekstatische Entrücktsein ists, was Frl. Malten in einziger Weise
darzustellen sucht. Fast hypnotisch richtet sich ihre Gestalt
bei den Worten des Sterbe^esanges auf, starr, mit vorgestreckten
Armen wächst sie, wie weissagend, über ihre Umgebung empor,
Brangäne*s Stütze ist mehr äusserlich, — noch steht sie fest,
noch sind Seele und Körper Eines, aber die Seele strebt bereits
aus dieser Hülle heraus, wie im Krampf hält sie noch fest, —
da — die Harfen klingen an, Isolde's Unsterbliches ward frei,
ein Ruck — und ihr Heldenleib stürzt in sich zusammen.
Solche Auffassung und Darstellung sind lediglich Frl. Malten's
Eigenart. Seit Jahren brachte sie die Isolde in dieser origi-
nalen Weise. Bei der gestrigen Aufführung machte sich eine
Veränderung bemerklich, die nicht durch Zufall bedingt
scheint. Frl. Malten nähert sich in der letzten Scene ganz
der von Bayreuth her bekannten Auffassung der Frau Sucher,
welche im Sterben noch das liebende weih betont und,
knieend, sich über die Leiche Tristan's zärtlich ausbreitet.
Warum aber nicht an der eigenen, so wunderbaren Schöpfung
festhalten? In solch difiicilen Puncten gibt es keine Norm,
und jede selbständig hohe Auffassung verdient, bewahrt
zu werden. — Was nun das Orchester betrifft, so gelangen
diesem die zarteren, feineren Stellen der Musik besser, als
die, welche energische dramatische Kraft verlangen. Aus
dem Grunde gerieth auch der zweite und dritte Act besser,
als der erste, dessen dramatische Ausgestaltung unten wie
oben noch Mancherlei zu bessern übrig lässt. Vielleicht
dürfte es sich empfehlen, für die Brangäne einmal einen
Personenwechsel zu versuchen, da die Leistung des Frl.
Beut her in dieser Rolle nicht zu befriedigen im Stande ist.
H. D.
Concertumschau.
EPfaPt. CJonc. der HH. P. u. F. Listemann aus Boston
(VioL u. Violonc), Grabows^ a. Sondershausen (VioL) u. Meh-
mel a. Schlotheim (Viola) am 26. Aug.: Streich(mart. v. Havdn,
Streichquartettsätze v. Beethoven u, Mozart, Duo f. Viol. u.
Violonc. V. Vieuxtemps-Servais, Soli f. Viol. v. Spohr u. Baz-
zini („Le Ronde des Lutines") u. f. Violonc. v. Molique u.
J. Klengel (Scherzo).
Guben. Kammermusikconc., veranstaltet v. Frl. Michel
V. hier (G^.) u. den HH. Ochs v. hier (Clav.), E. Alt a. Linz
(Viol.) u. P. Alt a. Dundee (Violonc.) am 19. Juli: Glavier-
trios V. Brahms (Op. 101) u. Beethoven (Op. 1, No. 9), Soli
f. Ges., f. Viol. V. Vieuxtemps (Edur-Conc.) u. Spohr und f.
Violonc. V. H. Marie. (Die Leistungen der AusfÜnrenden fin-
den in der „G. Z." die wärmste Anerkennung. Als „Meister
seines Instrumentes" wird namentlich Hr. Ochs gepriesen, zu
dessen Besitz sich das dortige Musikwesen jedenfalls gratu-
liren darf.)
Leipzig, Abendunterhalt, im k. Conservat. der Musik
am 9. Sept.: Odur-Streichquart. v. Havdn = HH. Wille I. a.
Greiz, Meinecke a. Braunschweig, Wille 11. a. Greiz u. Fähnd-
rich a. Leipzig, Declam. -Lucile Desmoulins" v. B. v. Gott-
schall u. „Die drei alten Schwestern" v. 0. Hagenberg = Frl.
Behr a. Leipzig, Flötensoli v. Godard („Idylle") u.Hugu es
(„I Folletti") = Hr. Bammelt a. Leipzig, Omoll-Clavierconc.
V. Beethoven *= Frl. Hansen a. Melbourne, Vocalduette „Erst
kommt die braune ürsrOa", „Mariechen sitzt sinnend", „Mein
Schwesterchen" u. „Der Mutter Segen" v. E. Frank = Frls.
Rieprich a. Leipzig u. Gottlöber a. Sangerhausen, Gdur-
Olavierconc. v. tfeetnoven = Hr. Eckert a. Leipzig.
OhPdruf i. Th. Conc. der EDB[. Afferni a. Leipzig (Clav.)
u. H. Kirchner a. Berlin (Ges.) am 27. Aug. m. Soli i. Ges. v.
R.Wagner („Am stillen Herd" a. den „Meistersingern" und
Lohengrin*s Abschied a. „Lohengrin"), Liszt („Es muss ein
Wimderbares sein"), J. Brahms („Meine Liebe ist grün"),
M. Stange („Zu Vallendar am Rheine"), Franz („Nun die
Schatten dunkeln"), Ad. Jensen („An der Linden"), U. Af-
ferni („Das Glück "ist mein") und H. Kirchner („In der
Nacht", „Die Nachti^dl" u. Spielmanns Lied) u. f. Clav. v.
Raff (Marsch a. der ßmoll-Suite), Chopin, Tausig-Strauss
(„Nachtfalter") u. Lisst (12. Ungar. Khaps.).
Bad Reinepz. 12. u. 18. Symph.-Conc. des Curorchesters
(Loewenthal): Symphonien v. Raff („Im Walde") u. Havdn
(Gdur), Ouvertüren No. 3 zu „Leonore" u. zu „Coriolan" v.
Beethoven, Zigeunertänze v. Heidin gsfeld, Concertstück f .
Viol. V. Oesterreich (Hr. Knoch) etc. — 13. u. 14. Kammer-
musikabend: Drei Sätze a. dem Sept. v. Beethoven, Gmoll-
Streichquint. v. Mozart, Streichquartette v. Beethoven (Op. 18,
No. 6) u. Mozart, Solovorträge der HH. Knoch (Violine) und
Henniger (Xylopnon) etc.
Scheveningen, Svmphonieconcerte des Philharm. Orch.
(Herfurth) a. Berlin ISfo. 10. 4. Symph. v. Brahms, Ouver-
türen V. Schumann u. Mendelssohn, Kaiser-Marsch v. Wag-
ner, Adagio u. Andantino a. dem Ballet »Die (3«schöpfe des
Prometheus" v. Beethoven, l.VioUnconc v. Bruch (Hr. Bleuer).
No. II. Jupiter-Symph. v. Mozart, „L'Arl6sienne" v. Bizet,
Orch.-Variat. über ein Haydn*sches Thema von Brahms,
Ouvertüren von Volkmann („Richard HI.") und Dvofäk
(„Husitska"), Amoll-Violinconc. v. Vieuxtemps (Hr. Eidering).
No. 12. Amoll-Symph. v. Saint-SaÖns, Ouvertüren v. Men-
delssohn u. Tscfiaikowsky („1812"), Trauermarsch a. der
„Götterdämmerung" v. Wagner, Ciaviervorträge des Hm.
van Groningen (Taranteile a. „Venezia e Napoli" v. Liszt etc.).
SondePShausen. Lohconcerte (Prof. Schröder): No. 13.
6. Symph. v. Beethoven, Vorspiel u. „Isoldens Liebestod" aus
„Tristan und Isolde" V.Wagner, „Phaöton" v. Saint-Saöns,
1. Violinconc. v. Bruch (Hr. Corbach). No. 14. 1. Symph. v.
Brahms, „Friedensfeier" -Festouvert. v. Beinecke, Trauer-
marsch a. der „Götterdämmerung" v. Wagner, Wettspiele zu
Ehren des Patroklus a. „AchiUeus" v. Bruch.
||^* Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GIste in Oper und Concert.
Berlin. In der KroU-Oper feiert gegenwärtig der Bari-
tonist Hr. d'Andrade wieder Triumphe. Den Hans Helling
sang er ausnahmsweise in deutscher Sprache, und zwar ganz
musterhaft. — Brüssel. Die Direction des Monnaie-Theaters
hat bereits die Liste der engagirten Opemkräfte veröffent-
licht. Die HH. P. Flon und E. Roger als Capellmeister
werden die folgenden Kräfte unter ihrem Scepter vereinigt
finden: die Damen Chr6tien, Armand, Saville, Nardi,
Lejeune, Margerie, Darcelle, Archainbaud, Wolf,
Scaila, Frandas, van Hoof und Walter, sowie die HH.
Muratet, Massart, Chatillon, Leprestre, Isouard,
Saint-Maurice, Martel, Fleury, Barbary, Seguin,
4'i6
Hiigiiet, Ghasne, Dinard, Leqaieo, Gilibert, Danlöa
urd DeBchamps. — Frankfurt a. H. Um die Nachfolge-
gctiaft dar Frau Lujjor bewirbt sich u. A. Frl. Jettka Fm-
kenstein Sie gastirte als Carmen, ohne jedocb nach irgend
einer Seit« voll zu geniigen. — Neapel. Für die Camevala-
saisou des Saji Carlo-Theatere Bind die folgenden Opernkr&fte
gewoDnen worden: die Damen Darcl^e, Othon, Giudica
uud Zanon und die HH. de Lucia, Äramburo, Avedano,
Stotti, Bati, de Grazie r und Sabellico. Ale CapeD-
meister werden die HH. Lombardi und Bonicioli wirken.
Kirohenmusik.
Leipzig:. Thomaflkirche: 10. Sept. „Nnn iat der Herr
dein Licht allein" v. E. Müller. „Kyrie" nnd „Gloria" von
F. Schneider. Nioolaikirohe: 11. Sept. „Gross und wunder-
barhcK sind deine Werke", Schlusschor a. dem Oratorium
„Die letzten Dinge" v. L. Spohr.
Chemnitz. St. Jacobiku-cbe: 3. Juli. -Der Geist hilft
unsrer Schwachheit auf" v. S. BaCb. 10. Juli. „Kommt, las-
set uns anbeten" t. Hauptmann. 17. Juli. „Ehre sei Gott"
vcn H&ttdel. fil. Aug. „Dem hohen guten Vater Preis nnd
Rihm" T. Schneider. 38. Aug. „Gesegnet iat der Mann".
Cijitate V. Bellermann. 2. Sept. Chöre a. dem „Lobgesang"
V. Mendelssohn. 4. Sept. „Gott, mein Heil" v. Hauptmann.
— St. Fetrikirche: 3. Jnli. „Gott, dem es eigen ist" v. Alb.
Becker. 10. Juli. ,^esn meine Freude" v. S.Bach. 14. Aug.
„Ifer Herr iat mein Hirte" v. B. Klein. 21. Aug. „Jernsalem"-
Arie a. „Paulas" v. Mendelssohn. 36. Aug. „Ich danke dem
Herrn" v. M. Hauptmann. 4. Sept. „Sehet, welch eine Liebe"
v.A. Becker. ^ Schlosskirche: 8. Jnli. „Wie gross dein Leid
auch Bei" V. E. F. Richter. . 17. Juli. „Meine Seele ist stille
XII Gott" V. Hauptmann. 31. Juli. Engelterzett a. „Elias" v.
KUndelsGohn. 4. Sept. „Kommt, laaat uns beten" v. Haupt-
niuin. — St. Johannifildrcbe: 10. Juli. „O wunderbares tiefes
Schweigen" v. Mendelssohn. 14. Aug. „Glaube, Liebe, Hoff-
nung" V. Zwjssig. 21. Aug. „Der Herr iat mein Hirte" von
Engel. 4. Sept. ^ommt, lasat uns anbeten" v. Mendelssohn.
— St. Nicolaikirche: 10. Juli. „GottmeinHeil" y. Hauptmann.
17. Juli. „Lobe den Herrn" v. Oläser. 14. Aug. „Lasset uns
iba lieben" v. Franke. 2B. Aug. „Glaube, Liobe, HofEnung"
V. Zwyssig. 4. Sept. Psalm So f. Baritonsolo v. Wermann.
Topgaa. Stadtkirche: 4. Sept. „Sei nur still" v. J. W.
Franck. „Qn&dig und barmherzig" v. E. Bohde.
Auf^gefDhrte Novitfiten.
Bildamus (G.), ^Die Weihe des Liedes" f. Männerchor und
Orch. (Leipzig, Conc. des New- Yorker Männergesangver.
Barlioz (H.), Sinf. fantastigne. (Sondorshausen, 5. Lob conc.)
Brahms (J.), 2. Symph, (Cöln, 8. Volkssymphonieconc.)
Akad. Festouvert. (Breslau, Conc. der Brest. Concert-
cark am 7. Juli.)
violinoonc. (Haarlem, Mosikfeat der Bach- Vereeniging.)
' Fdnr-Clav.-Violinsonat«. (Kaiserslau t«m, 4. Conc. &a
Caecilien-Ver.)
Brambach (C. J.), „Rbeinleben" f. Männerchor nnd Orch.
(Düren, Conc. der Liedertafel and des Dtkrener Männer-
gesancrer. am 10. Juli.)
Bruch (M.), 1. Yiolinconc (Leipzig, Conc. des New-¥orker
Männergesangver. „Arion". ^A Reinerz, 6. Sjmph.-
Conc. des Curorch.)
„Frithjof" f. Männerchor, Soli u, Orch. (Hamm, Gesang-
fest der „Liedertafel". Leipzig. 3. Jubiläumsconcert des
TJniverBitats-Sftngerver. zu St. Paulis
„Dem Kaiser" f. Männerchor u. Orch. (Güstrow, 17.
Mecklenburg. Musikfest.)
Darn (0.), Eine Prometheu&^yrophonie. (Cöln, 4. Yolksaym-
phonieconc.)
GarnsheiiD (F.), „Salamis" f. M&nnercbor, Baritonsolo und
Orch. (Güstrow, 17. Mecklenburg. Musikfest.)
Gidard (B.), GmoU- Streichquart. (Bad Seinerz, 4. Kammer-
musikabend.)
Gjtthelf (F.), Symph. Phant. „Ein Frühliagsfest" f. Orch.
(Cöln, 2. Volfesymphonieconc.)
Gduvy (Th.), „Prilhlings Erwachen" f. Männercbor, Sopran-
aolo u. Orch. (Düren, Conc. der Liedertafel u. des Dürener
Männergesangver. am 10. Jnli.)
Herzog (J. G.), Pbantu. Fuge in Emoll f. Org. (Erlangen
Conc. des Akad. Gesangver. am 13. Juli.)
Hofmann (H.), „Lenz und Liebe" f. gem. Chor u. Soli mit'
Clav. (Penig, 9. MusikaufßlhT. des Chorgesangver.)
Hübter (C), Conc. f. vier Waldhörner m. Orch. {Breslau,
10. Symph, -Conc. der Bresl. Concertcap.)
Hummel (F.), Phant. f. Harfe. (Scheveningen, 4. Symph.-
des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Kossei (F.), Sympbon. Variat. f. Orch. (Cöln, 6. Volkssym-
phonieconc)
Klughardt (A), Cmoll-Symph. (Sondershansen, 6. Lohconc.)
Lange (S. de), 6. Orgelson. (Im Haag, Conc. dea Comp, am
26. Juli.)
Lassen (E.), Ouvert. über ein thüring. Volkslied. (Breslau,
10. Sympb.-Conc. der Bresl. Conoeri^ap.)
Liszt (F.), Eadur-Clavierconceri,. (Leipzig, Conc. des New-
Yorker Männergesangver. „Arion".)
Litolff (H), „Robespierre" -Ouvert. (Breslau, 10. Sympb.-Conc.
der Bresl. Conc«uixiap.)
Milde (L.), Serenade f. gem. Chor n. Clav. (Penig, 9. Musik-
aut'ftibr. des Chorgesangver.)
Nolojpp, „Bretagne" f. Baritonaolo, Männerchor und Orch.
(Hamm, Gesangfeet der „Liedertafel".)
Reinecke (C), „Schneewittchen" f. Soli, Frauenohor u. De-
clam. m. Clav. (Laibacb, Conc. der Fhilhann. Gesell-
schaft am 8. Juli.)
Rbeinberger (J.), Vorspiel zur Oper „Die sieben Raben".
(Breslau, Conc. der Bresl. Concertcap, am 7. Juli.)
— — Orgelconc. ^Eisenach, Conc. des Musikver. am 6. Juli.)
Esmoll-Orgelaon. (Erlangen, Conc. des Akad. Gesang-
ver. am 13. Juli.)
Biemenschneider (G.), Symph. Dicht. „Der Todtentanz".
(Breslau, Conc. der ßresl, Conceriwap. am 7. Jnli.)
Bubinstein (Ä.), Gdur-Clav.-Yiolinson. (Haarlem, Musikfest
der Bach- Vereeniging.)
Bückbeil, Orchestersuite „Liebes&ühUng". (Sondershausen,
6. Lohconc.)
Saint-Sagns (C), ViolonceUconc. (Ebendaselbst.)
Sandberger (Ad,), Festouvert. (Wien, Äusstellnngsconc)
Soharwenka (X), Bmoll-Clavierconcert (Cöln, 2. Volks-
symphonieconc ,)
Schnmanu (Q.), „Aiuoi und Favche" f. Soli, Cbor n, Orch.
(Weimar, Conc, der Bach-Stiftung am I. Juli.)
Svendsen (J. S.), OrchestereinleiL zu „Sigurd Slembe". {Son-
dershausen, 5, Lohconc.)
Thureau (H,), Hymne f. Chor u. Orch. (Eisenach, Conc des
Musikver. am 8. Jidi,)
Wagner (R.), Eine Fauat-Ouvert., „Meist«rsinger"-VorE^iel,
„Siegfried-Idyll" etc. (Breslan, 3. Wagner-Abend der
Bresl. Concertcap,)
„Parsifal" -Vorspiel, (Kissingen, Symph.-Cono. der Cur-
cap. am 9, Juli,)
— — Kaiser-Marsch. (Hamm, Geeangfeat der „Liedertafel".)
Waener-Reichelt, „Albumblatt" f. Orch. (Cöln, Musikal.
Zöllner (H,), Männerchöre „Lied fahrender Sänger" u. „India-
nischer Liebeegesang" m. Orch. {Leipzig, 2. Jubuäums-
cono. des Universitäts-Sängerver. zu St. Pauli.)
Vennischte Mittheilungen und Notizen.
• Das k. Conaervatorium der Musik zu Leipzig unter
der bochf&rderlichen Xioitung von Dr. Günther natte sich
auch während seines letzten Scbuljahrea eines ungewöhnlich
starken Besuches seitens der Musikstudirenden aUer Länder
zu erfreuen, indem nicht weniger als 882 Eleven (445 männ-
lichen, 887 weiblichen Geschbchts) dasselbe frequentirten.
Von denselben stammten aus dem Königreich Sachsen 208
(120 Schüler und 88 Schülerinnen), aus den übrigen deutschen
Ländern 235 (161 Schüler und 74 Schülerinnen), aus anderen
europäischen Staaten 234 (91 Schüler und 143 Schülerinnen),
worunter 19 (15 Schüler und 4 Schülerinnen) aus Oesterreich-
ITngam, aus äussere nropäischen Ländern 155 (73 Schüler und
82 SchUlerinneu), nämlich 6 Schüler und 5 Schülerinnen aus
Australien, 65 Schüler und 75 Schülerinnen aus Amerika,
1 Schüler und 2 Schülerinnen aus Ostindien und 2 Schüler aus
Westindien. Kein anderes deutsches Mnsikconservatorium
geniesst im Auslande ein gleich grosses Vertrauen, wie
das Leipzig, das im nächsten Jahre das Jubiläum seines
bereits tQntzigj ährigen Bestehens begehen wird. Von Jabres-
467
berichten anderer höheren Mosik-Lehrinstitute sind uns in
letzter Zeit diejenigen vom Conservatorium in Cöln, vom
k. Conservatorium für Musik und Theater zu Dresden,
vom Raff-Gonservatorium zu Frankfurt a. M., von der
Musikschule des SteiermärkLschen Musik Vereins zu Graz,
von der Musikschule des Musikvereins zu Innsbruck,
vom Conservatorium für Musik zu Mainz, vom städtischen
Conservatorium für Musik zu Strassburgi. E., von der
grossherzo^ichen Musikschule zu Weimar und der k. Musik-
schule zu Würzburg zngeg;angen. Das berühmte rheinische
Conservatorium unter Prof. Dr. Wüllner's hocherspriesslicher
Direction zeigt fast dieselbe Schülerfrequenz wie im Vorjahr
(B49 gegen 348), das Lehrerverzeichniss ist nur vier Namen
kleiner als vorher. Die Resultate des seitens der Schüler und
Lehrer aufgewendeten Fleisses sind zum Theil aus den dem
Berichte eingedruckten Programmen von 19 internen und 10
öffentlichen Musikabenden, einer Mozart-Feier, einer Soiröe für
Chorgesang a capella und 9 Prüfungsaufführungen erkennbar.
Das neue Schuljahr dieses Instituts beginnt am 16. Sept. — .
Das seit zwei Jahren von Prof. E. Krantz mit bedeutender
pädagogischer Umsicht geleitete Musikconservatorium in der
sächsiscnen Residenz wurde im letzten Schuljahr von 749 Schü-
lern und Schülerinnen besucht (gegen 766 im Vorjahr), deren
Studien circa 90 Lehrer und Lehrerinnen leiteten. 35 con-
certmässige und 20 Bühnenaufföhrungen (darunter eine sehr
gelungene vollständige von „Figaro's Hochzeit*') statteten
weiteren Kreisen Einsicht in die künstlerischen Errungen-
schaften der reiferen Eleven. — Wie die Dresdener Schwester-
stadt zeigt auch der Bericht des Raff-Conservatoriums zu
Frankfurt a. M. einen kleinen Rückgang in der Schülerzahl
(151 gegen 165) ge^u das vorhergegangene Jahr, was auch
eine entsprechende Verringerung der Zahl der Uebungsabende
und Prümngen zur Folge hatte. Director dieses vorzüglich
organisirten Instituts ist nach wie vor der ausgezeichnete
Pianist Max Schwarz. — Die Qrazer Musikschule ist nach
dem vorliegenden Bericht durch den neuen artistischen Di-
rector Degner derart in den verschiedenen Lehrfächern er-
weitert worden, dass es nur noch der Gewinnung eines tüch-
tigen Contrabasslehrers und der Aufstellung der bestellten
Orgel bedarf, um den Lehrplan vollständig zu machen. Be-
sucht wurde das Institut von 261 Eleven beiderlei Geschlechts.
Schüleraiiffilhraxiffön fanden 8 öffeniliohe und 4 nichtöffent-
liche statt. — Die oben zu zweit genannte Österreichische Musik-
schule, die zu Innsbruck, ist betr. der Lehrgegenstände schon
Slän£;8t complet und besitzt in ihrem artistischen Leiter, dem
^Ktisch wie theoretisch gleich ausgezeichneten akademischen
usikdirector Josef Pembaur, sowie 12 weiteren Künstlern
und 2 Damen bewährte Lehrkräfte. Die Schülerfrequenz be-
zifferte sich mit 846. — Das früher Schumacher'sche, seit
Juli V. J. unter Leitung von Hermann Genss stehende Con-
servatorium zu Mainz zählte im letzten Schuljahr ein Lehrer-
personal von 24 Köpfen und 142 Schüler und veranstaltete
19 Schülerproductionen, von welchen 4 vor einem eingeladenen
Publicum stattfanden. Der Lehrplan umfasst neben Gesang
sämmtliche concertfkhigen Instrumente. — Einer Steigerung
der Schülerzahl hatte sich das Strassburger, von Franz Stock-
hausen mit voller künstlerischer Einsicht geleitete Conserva-
torium mit 885 Schülern (gegen 372 im Voijahre) zu erfreuen,
während das Lehrerpersonal den Zuwachs von einer Person
ausweist. Auch hier sind alle Lehrgegenstände vertreten, und
legten 11 Vortragsabende und 5 Schülerconcerte das gtLnstigste
Zeugniss für das erspriessliche Zusammenwirken von Lehrern
und Schülern ab. — Aehnliches ist von der von Prof. Müller-
Härtung gegründeten und bis jetzt unentwegt und fbrdersam
geleiteten grossherzoglichen Weimarischen Musikschule zu be-
richten, deren Lehrerpersonal und Schülerbesuch sich seit
dem letzten Jahr in iftwas ver^rössert haben. Unter den 19
Schüleraufführungen machte sicn vor Allem eine scenische
Wiedergabe der „Zauberflöte" bemerklich. — Einen ungleich
wesentlicheren Zuwachs an Schülern als vorgenannte An-
stalten bezeugt der 17. Jahresbericht der unter der trefflichen
Leitung von Dr. Carl Elh'ebert befindHchen k. Musikschule
zu Würzburs;, wo deren Zahl binnen Jahresfrist bei unver-
ändertem Lehrerbestande von 658 auf 714 angewachsen war.
* Herzog Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha beabsichtigt,
im Laufe des Sommers 1898 auf der Bofbühne zu Gotha
eine Beihe von Onernaufführungen zu veranstalten, für
welche sowohl durcn die Auswahl der Werke, als auch durch die
heranzuziehenden hervorragenden künstlerischen Kräfte ein
lebhaftes Interesse weiterer musikalischen Kreise vorausgesetzt
werden darf. Um bei dieser Gelegenheit auch die zeitgenös-
sischen deutschen Componisten vertreten zu sehen, setzt der-
selbe einen Preis für ein einactiges Opernwerk aus,
welches im Laufe jener Vorstellungen zum ersten Male zur
Aufführung gelangen -soll. Der Preis ist auf 6000 Mark fest-
gesetzt, und zwar 4000 Mark für die Composition und
1000 Mark für das derselben zu Grunde liegende Libretto,
wobei die Wahl des Textbuches und die Art seiner Bearbei-
tung dem Ermessen des Componisten überlassen bleiben.
Durch die Auszahlung des Preises von 5000 Mark wird nur das
Aufführungsrecht für die Zeit der obenbezeichneten Yorstellun-
fen erworben. Zur Betheiligung an diesem Concurse sind nur
Angehörige deutscher und deutson-österreichischer Nationalität
berechtigt, doch müssen die einzusendenden Werke Original-
arbeiten und dürfen sie noch nicht aufgeführt sein. Ebenso
darf das Textbuch einer bereits aufgeführten Oper nicht zu
Grunde liegen. Die Preisbewerbungen sind bis spätestens
1. März 1898 an Hm. Präsidenten und Cabinetschef Dr.
Eduard Tempeltev, Coburg, einzusenden. Die Verkündigung
des Ergebnisses des Preisausschreibens erfolgt etwa 3 Monate
nach dem für die Einsendung bestimmten Schlusstermine.
Der Prüfungscommission, deren Ehren- Vorsitz der Herzog von
Sachsen-Coburg-Gotha übernommen hat, gehören an: Hof-
capellmeister Faltis (Coburg), Carl Goldmark (Wien), Director
W; Jahn (Wien), Generalmusikdirector Levi (München), Prof.
Dr. Beinecke (Leipzig), Generalmusikdirector Hofrath Schuch
(Dresden) und Hofcapellm^ister Sucher (Berlin).
* Die Crystal Palace-Concerte in London werden
am 15. October ihren Anfieüig nehmen.
* Das bevorstehende Musikfest in Cardiff wird als
Hauptwerke „La Damnation de Faust** von Berlioz, „Elias**
von Mendelssohn, „Die goldene Legende** von A. SuUivan,
„Stabat mater** von Dvofät und „^ul in Tarsus** von Jos.
Parry im Programm haben. Das Festorchester wird unter
Leitung des Hm. Bumett stehen, doch werden die Hü.
SuUivan und Parry ihre eigenen Werke persönlich leiten.
Als Gesangsolisten werden die Damen Nordica, Williams,
Davies, Wuson und Rees und die HH. Lloyd, Davies, Mills
und Ludwig genannt.
* Aus Born wird geschrieben, dass daselbst ein Comit^,
an dessen Spitze der Cardinal Bianchi steht, einen Aufruf zu
einer Subscription für ein Palestrina-Denkmal erlassen
hat, welches im Februar 1894 unter entsprechenden Feierlich-
keiten enthüllt werden soll.
* Dieser Tage wurde in Eom das dem Andenken des
Componisten Eugenio Terzian gewidmete Denkmal, ein
Werk des Bildhauers Luzzi, feieruch enthüllt.
* Li Stettin hat die grosse Sommerhitze eine sonderbare
Idee ausgebrütet: Durch Gründung einer Musikzeitschrift
„Der deutsche Musikstudent** soll „dem GMankenaustausch,
der coUegialischen Freundschaft und dem gemeinsamen Stre-
ben** der Musikstudirenden eine „Centralstelle**, ein „ei^;enes
Heim** erö&et werden, was aber nur dadurch zu erreichen
sei. dass die Musikstudirenden ^ch an der Mitarbeiterschaft
in Funct 1—6 des ^r das neue Blatt aufgestellten Programms
betheiligen**, wozu die Bedaction besonders auffordert. Punct 6
des Programms enthält u. A. eine Bubrik „Aerztlicher Bath-
geber**, denn das neue Organ will „Freud und Leid nicht
nur soweit es das Studium DetrifPt, sondern auch in persön-
lichen Angelegenheiten** mit seinen Abonnenten theilen, die
deshalb sich nicht nur „einmüthig zusammen** um die Zeitung
schaaren, sondern auch jonverzüglich** das Abonnement (soll
wohl im Gegentheü die Bestellung auf dasselbe heissen?) auf-
geben sollen. Auf die weitere Entwickelung des Unterneh-
mens darf man gespannt sein.
* Die sogen, „zweite** Oper in Berlin spukt schon
wieder einmal in der Berliner rresse. Jetzt wird neben Hm.
Angelo Neumann als zukünftigem Director des Unternehmens
auch noch Hr. Hermann W^olff, der bekannte „Concert-
director**, genannt.
* Der neue Director des Th^tre des Arts in Bouen ver-
spricht für den Winter eine reiche Anzahl neuer Werke,
darunter den „Fliegenden Holländer** und „Lohengrin** von
Wagner, „H6rodiade** und „Manon** von Massenet, „Sigurd"
von Key er, „Brocöüande** von L. Lambert, „Sardanapale"
von A. Duvernoy, „Samson et Dalila** von Saint-Saöns,
„Le Böve** von Bruneau, „Ibicus** von Le Bey etc.
468
* Zum SchlosBe der Spielzeit in Buenos- Avres wurde
„Lohengrin** von Wagner gegeben, seit der Anntlhrung des
,,Fliegenden Holländer*' daselbst im Jahre 1886 die zweite
Wagnerische Oper.
* Bei Gelegenheit der in Pesaro stattgehabten Rossini-
Feier wurde daselbst eine kleine Oper ,,La Bella d^Alghero*'
von einem Schüler des Lyc^ Rossini, Namens Giovanni
Fara-Musio, mit vollständigem Erfolg aufgeführt. Die Auf-
fuhrung unter Leitung eines anderen Schülers des gen. Insti-
tuts war vortrefflich und trug dem Gomponisten 19 Her-
vor- und drei Wiederholungsnue ein.
* Im Hofopemhaus zu Wien ist für die 2. Hälfte des
November die Erstaufführung einer neuen dreiactigen Oper
,,Signor Formica** von Eduard Schutt angesetzt.
* Nach den ,,Pot8damer Nachrichten*' steht von Paul
Geisler eine Opemnovität „von geradezu sensationeller Be-
deutung** zu erwarten, deren Libretto in den Kreisen, in
welchen es als Manuscript bekannt wurde, „enormes Auf-
sehen** erregt habe. Von wem mag wohl diese lächerliche
Reclamenotiz ausgegangen sein?
* Der Amsterdamer a capella-Ghor wird im n. Monat
ausser in Leipzig (1. Gewandhausconcert) auch noch in anderen
deutschen Städten sich hören lassen, und zwar im Gkmzen in
zehn Concerten auftreten.
* Zum Capellmeister am Dom in Mailand ist an Stelle
des zum Director des Conservatoriums in Parma ernannten Hrn.
Gallignani Hr. Salvatore Gallott i, angesehener Kirchencompo-
nist und bisher Vicecapellmeister an demselben Dom, ernannt
worden.
* Hr. Nor dq vi st, der Director der k. Oper zu Stockholm,
über dessen traurige Qualificationen zu diesem Posten schon
längst nur Eine Stimme herrschte, hat denselben, dank dem
energischen Vorgehen der Mitglieder der k. Oper, verlassen
müssen. Von diesen Künstlern war nämlich, nachdem der
Finanzminister die vorzeitige Lösung des Contractes des Hm.
Nordqvist als unmöglich bezeichnet hatte, öffentlich erklärt
worden, während dieser Contractdauer, d. h. bis zum Juli 1896,
nicht mehr aufzutreten.
* Ausser Hm. J. Bamby sind noch die HH. G^rge
Cusins und der Organist und Orgelprofessor der Universität
Oxford Walter Parrat zu Rittern ernannt worden, während
Hr. Arthur SuUivan den Titel eines Baronet verliehen
erhielt.
Todtenliste. Dr. Paul Mirsch, Redacteur des Feuille-
tons der „Hamburger Nachrichten", dessen vortreffliche Eigen-
schaften als MusikSritiker auch die Leser unseres Bits, schätzen
gelernt haben, f, noch nicht 86 Jahre alt, am 80. Aug.
— Theodor Gaugier, Musiklehrer am Lehrerseminar zu
Kreuzlingen, auch als Componist bekannt geworden ^ f, 52
Jahre alt, am 2. Sept. — Victor Wilder, Musikkritiker des
Pariser „Gil Blas**, üebersetzer einiger Musikdramen Rieh.
Wagner^s ins Französische, f» 57 Jahre alt, kürzlich.
Kritischer Anhang.
Neue Lieder für eine Singstimme mit Ciavier-
begleitung.
6. W. Brandt. Drei Lieder, Op. 5. Magdeburg, Heinrichs-
hofen's Verlag.
Der Componist hat sich drei Gedichte von Goethe
(„Wanderers I>achtlied", „Gefunden" und „M&rz") auaerw&hlt
und die Verarbeitung derselben in einem glücklichen Moment
begonnen: die Stimmung ist überall eine wahre und warme,
dem Inbalt der Poesie getreu folgende, und in der speciell
musikalischen Behandlung der Worte haben wir nur Gutes
und Zustimmung Verdienendes in den Brandt^schen Goethe-
Liedern gesehen.
Wilhelm Bepgep. Fünf Lieder, Op. 41. Magdeburg, Hein-
richshofen's Verlag.
Drei von diesen neuen Liedern Wilhelm Berger's sind
wohl gerathen und zu leiden: das charakteristische «Pol-
nisch" nach Andreas Ascharin, das düster-leidenschaftlich
gehaltene „Haidenacht" nach Herrn. Allmers und das fröh-
liche „Jagdlied" nach P. J. Willatzen, wogegen wir die beiden
anderen Nummern der Sammlung : „Die Fei** und „Unruhige
Kacht" nach Versen von 0. Ferd. Meyer, für verfehlt halten.
In „Die Fei" fährt ein Ritter übers Meer und um den Nachen
treibt ein Gespenst sein lüsternes Spiel, sodass das SchifPsvolk,
um sich vor Untergang zu bewahren, den Ritter mahnt^.
„Rasch, Herr! von Sünde reinigt euch". Der Ritter beichtet,
dass er wohl strömendes Blut vergossen, aber Treu und Glau-
ben gut gehalten habe ; nach der deichte schreit die Fee grell
auf und langt nach dem Steuer. Der Ritter beichtet aber-
mals: „Herr Christ! ich beichte Missethat^ ich brach den
Glauben und die Treu, ich übt an einem Lieb Verrath — es
starb", worauf das Gespenst die Arme löst und versinkt. —
Sehr geschmacklos hat Berger die Sache insofern gemacht.
als er das zweimalige G^st&ndniss des Ritters, das doch den
Mittelpunct der uuheimlichen Spukgeschichte bildet, in eine
ganz triviale, scbarf rhythmisirte Marschmusik gefasst hat.
Man denke sich die bangen Augenblicke und dazwischen ein
Saar lustig imd munter mingende Märsche, zu deren Tönen
er sündige Ritter von Untreue und Missethat redet. —
Ebenso nnoegreif liehe Dinge hat Berger hinsichtlich der Auf-
fassung des Gedichtes „Unruhige Naät" gemacht; es.ist von
Einem darin die Rede, der in der Nacht keine Ruhe finden
konnte, weil es in seinem Herzen hämmert und pocht, und
diese Unruhe hat darin geherrscht, weil Liebchens Bild im
Herzensschrein mit Hämmern und Pochen aufgehangen wurde.
Diesen hübschen, sinnvollen und nett eingekleideten Vorwurf,
der sich doch nur zart und fein darstellen lässt, hat Berger
als robustes, derb darein schlagendes Schmiedelied behandelt,
— wie kann ein Künstler sich so völlig vergreifen!
VictOP Bendix. Lieder, Op. 3. Copenhagen und Leipzig,
Wilhelm Hansen.
Bendix' Op. 3 enthält vier in Wort und Ton sehr hüb-
sche Lieder, zuerst ein gemüthvolles Liebeslied (Chr. Winther),
dann eine allerliebste, zierlich-bewegliche Serenade (Oallaman),
darauf ein mildes „Abendglocken" (Thomas Moore) und zum
Schluss ein schwungvolles „Im Frühling (Ludwig Bödtcher).
Löonie Gpösslep-Heim. Kaiser Friedrich, Op. 1.
Allerseelen, Op. 2.
Vergissmeinnicht, Op. 3.
Ludwigsburg, Eduard Ebner.
Es gibt heute der Damen genug, die mit tüchtigem Ge-
schick in der Composition die Feder zu fuhren wissen, —
Frau Grössler-Heim zählt nicht dazu,
Louis Bödecker.
Brie f l£ A s t e n*
F, G, in R. Vorläufig wird kaum eine neue Disnosition
über die Tonkünstler- Versammlung getroffen werden Können.
R. y, in L, Auf der Strasse im Cylinder imd mit dem
Spazierstöckchen den Gentleman sj>ielen, während daheim die
lumilie darbt, entspricht nur seinem früheren arroganten
Auftreten.
C, S. in F, Wir haben noch Nichts über die Neube-
setzung des Thomascantorats vernommen. Thun Sie, was Sie
für passend halten, einen Rath können wir nicht ertheüen.
M. O. in Z>. Die kritischen Salbadereien Ihres Ferd.
Gleich wirken auch auf uns stets erheiternd. Leider nur
kommen sie un^ selten zu Gesicht.
469
JLnzeigeUi
ConstantEn Wild's Verlag,
Leipzig und Baden-Baden.
■ -^x^v*. vx v^-x^v ^V^
Vor Kurzem erschien:
Symphonie
(CmoU, Op. 57)
von
Auiist llifhafdi
Orchesterpartitur ^ 15,—.
Orchesteratimmen ^ 20, — .
Clavierauszug zu vier Händen J6 8, — .
Diese Symphonie wurde bereits von den Hofcapellen
zu Berlin, Dresden, Dessau, sowie vom Philharmonischen
Orchester- Verein zu Boston und zuletzt in Leipzig vom
Liszt- Verein mit durchschlagendem Erfolg zur Aufführung
gebracht. Der zweite Satz eignet sich auch vorzüglich zum
Einzelvortrag. Wir empfehlen den verehrten Concert-
directionen und Musikdirectoren das Werk aufs Angelegent-
lichste. [947b.]
Zu beziehen durch alle Buch- und Musikalienhandlungen,
sowie direct vom Verleger.
[948i.]
icm an cxncv
0tftnbtid)en
uiib habd
anifflfitbcn
^iibuiiß im
m
^^^«^^/^ Ätoöterfpld flelcßcn ift, bcm empfcölcn wir hai
„7^ ^^ ^«mm'f(^e «Jerl») auf bo« brliiQenbfte: lüir ftnb
überjeußt, bo^ e8 eine ßrüpc 3«funft fjat.
.^ _ ^ Ülallknl. Wodirnblatl, t'fip?iii.
•)».5«mtn^ftlQütcrf(fiulc u. aKcCobiccnidwb. Uk ^Ibfo^j ül«cr300,oooc?r.
— UbuiifiSbut^, OS ricliic (Stuben bon (5,scrni), Scfimitt, «äff u. o.
SUiit m. Srtnoalmö Xäfllicljcn Übunacn. 4 .S.
— ©CO iur ftunftfcrtiflfeit. 132 niöBcrc i&tiiUn öon eicmenti, eramcr,
(fiern^, iSIjopin, JÄnff, «ctjumonn. 4.41
Or^flglic^es Hbun^SmaiCtial l Der «lanler-Ce^rer.
St9ingräber Verlag, Leipzig.
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Da^ Drama Richard Wa^ner's.
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Vm, 144 S. er. 8o. Ji 3,—., fein geb. Jf 4,—.
Ein Buch , das den ernsten Wagner-Freunden empfohlen
werden darf. Die Schrift ist keine Biographie, noch eine
andere Verherrlichung Bavreuths. Ernst und sachlich gibt
der Verfasser das Material zur ästhetisch kritischen Würdi-
gung Wagner*s. [949.]
Vr. Kistner, Musik-Sortiment, Leipzig, Z
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Ballade von Emanuel Geibel,
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und Opchestep
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Op. 24,
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fiir Soli) Männercbor und Orchester,
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Wilh. Schauseil.
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J^ 2, — . (Partitur n. Jt 8, — . Orchesterstimmen Jt 10, — .
sind von der Original-Ausgabe zu verwenden.)
Leipzig. C. F. W. Siegers Musikalienhandlang
(B. Linnem.ann).
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bester Qualität, einfache und elegante Aus-
stattung, sind wegen
Liquidation einer Fabriic
zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
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C. Schwalbach, Reichsstrasse 24, Leipzig.
Constantin Wild's Verlag,
Leipzig und Baden-Baden.
Soeben erschien und ist durch alle Buchhandlungen zu
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Die Cavalleria rusticana
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Dr. F. V. Dwelshauvers-Dery.
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DliAinKAViVAw I Op. 8. -Waldmärchen". Oonoertskizz€
M6in06rg6r, J., ^ das Pianolbrte. J6 2,-. [955.]
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Neuigkeiten für Franenchor.
Bei F* £!• O* Z^eiie]£a.T*t in Leipzig erschienen
soeben :
[956.]
Jan Qally Op. 17. Zwei Lieder für drei Frauen-
stimmen mit Piauoforte.
(Drittes Heft der dreistimmigen Lieder,)
No. 1. Ich liebe dich von Hermann Rollet.
No. 2. Wiegenlied. Mit obligater Violine.
Clavier-Partitur M 1,80. Singstimmen (ä 15 4) 60 /^,
Violinstimme zu No. 2. 20 /ij.
Robert Kahn. Op. 17. FOnf GesSnge für drei
Frauenstimmen (Chor oder Solo) mit Pianoforte.
No. l. Zwiegesang von Bob. Beinick.
Clavier-Partitur M 1,20. Singstimmen (& 15 4) 45 4.
No. 2. „Im Wasser wogt die Lille" von Aug. Graf
von Platen.
Clavier-Partitur 80 /^. Singstimmen (& 15 4) 45 /^.
No. 3. Brautlied von Paul Heyse.
Clavier-Partitur Ji 1, — . Singstimmen (ä 15 /tj) 45 /»J.
No. 4. „Sag an, 0 lieber Vogel mein" von F. Hebbel.
Clavier-Partitur Jk 1,—. Singstimmen (ä 15 /ij) 45 /ij.
No. 5. Der Weiher von Annette Droste-Hülshof.
Clavier-Partitur Jh 1, — . Singstimmen (ä 15 /ij) 45 /ij.
Jos. RheinbePgePi „Ave Regina'' für drei Frauen-
stimmen (No. 6 der Marian. Hymnen).
A. mit Orgel. B. mit Pianoforte b Ji 1, — .
Singstimmen (& 15 /^ 45 /^,
Jos- RheinbopgePi „Salve Regina" fürdreiFrauen-
stimmen (No. 3 der Marian. Hymnen).
A. mit Orgel. B. mit Pianoforte M 1, — .
Singstimmen (& 15 /^ 45 /^.
Carl TOpk| „Der Neck''. Schwedisches Volkslied
für Frauenchor mit Pianoforte bearbeitet.
Äftyier-Partitur Ji 1,—. öingstimmen (fc 16 /ij) 46 /ij-
Vor Kurzem erschienen:
Wilhelm BergePi Op. 48. Vier Lieder für vier-
stimmigen Frauenchor a capella mit hinzugefügter Cla-
vierbegleitung.
Clavier-Partitur Jk 3,—. Stimmen (ö, 60 a'^) M 2,40.
Robert Kahni Op. 10. Zwei Gesänge für Solo-
stimmen, vierstimmigen Frauenchor und Orchester oder
Pianoforte.
No. 1. Weihgesehenk von Conrad Ferd. Meyer.
Vollständige Partitur Ji IfiXi netto. Clavier-
Partitur J$ 2,—. Singstimmen (& 80 4) ^ 1,20.
No. 2. Aus der Ferne von Ed. Möricke. Vollständige
Partitur J$ 7,50 netto. . Clavier-Partitur M 2,—.
Singstimmen (ä 30 /tj) M 1,50.
(Orchesterstimmen in Abschrift.)
SeBdiinj[6B zur Ansieht stehen zn Diensten.
Neu.
Neu.
fit®
(ümoU)
für
Pianoforte, Violine und Violoncell
von
Theodor Mflller-R«nt«r.
Op. 19. Pr. Jt 12,—.
Leipzigi
[957.]
Fp« Kistnep.
Wilhelm Hansen, Mnsikverlag, Leipzig.
ans M©i@s
Christian Sindingy
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eine Singstimme und Piano.
Weg-Psalmen :
No. 1. Allmutter, gut und gross! J6 1, —
No. 2. Staubwolken steigen bei jedem Schritt . J$ 1
No. 3. Als hoch der Vollmond Ji \
Lieder aus der Levante:
No. 1. Glaube ^—
No. 2. Bosporus! Du bebst vor Wonne , . , Jk l
No. 3. Furchtbar ist es, wenn wir denken . . J$ 1
No. 4. Oft sangst du Lieder für Andre . . . ^ —
Nirvirana Ji \
£s ivaltet oben auf den bellen FJellen Jf>—
£s gibt Gestirne Ji i
60
60
60
Hans Harthaiiy
Op. 33. Vier Lieder:
No. 1. Curiose Geschichte Ji — ,75
No. 2. Geheimniss Ji — ,75
No. 3. Mit deinen blauen Augen S — ,60
No. 4. Leise zieht durch mein Gemüth . . . Jk — ,60
Op. 22, No. 1. Warnung vor dem Wasser (allen
flotten Dörpt^schen Burschen gewidmet) für eine Sing-
stimme mit Piano Ji 1, —
Alfred Totftp
Op.6. Srotisobe Blätter. Vier Lieder: No.l. Sommer-
mittag. .^ 1, — . N0.2. Elisabeth. ^ 1, — . No.3. Sommer-
nacht. M 1, — . No. 4. Der Sommer. Ji 1, — . [958.]
Wilhelm Hansen^ Musikverlag, Leipzig.
FOp Hochschulen!
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Iaiiio KAhlAi* Classisehe Hoehschule für Pianisten.
LUUld RUlllCl, 160 Meisterstudien. Gebunden Jk 15,—.
Dieselben in 8 Sectionen: [959b.]
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2. „ H. Clement!, Gradus ad pamassum . . „ 8,60.
8. n A. Searlattl, 12 Fugen und Sonaten . „ 2,40.
4. „ 0. F. Händel, 15 Praeludien, Variationen,
Phantasie- und Tanzstücke . . „ 2,40.
5. „ do. 12 ausgewählte Fugen . . . „ 2,40.
6. „ J. S. Baeh, 24 Praeludien, Inventionen
und Tanzstücke „ 2,40.
7. „ do. 16 Symphonien, Phantasien und
Concertstücke „ 2,40.
8. „ do. 24 Fugen (Wohltemper. Ciavier) „ 3,30.
B^ Jede Saotlon in Littliiw-and gabmiMn SO Pf. meliP.'ViB
In verschiedenen Conservatorien eingeführt
1?i* 1 107^ Technische Studien für Pianoforte. 12 Hefte
ri. hVmh^ h J6 3.—. (Heft X, Doppelheft Jk 6,—.)
Die Liszt'schen Studien sind in den bedeutendsten Gonseryatorien des In-
Neu: und Auslandes eingeführt.
HßiATtifinil Sohule des Vortrags. Melodische Etüden
• lilulUcllllI^ und Uebungsstücke vom ersten Anfang bis
zur Mittelstufe für Pianoforte. 3 Hefte ä Jk 2,—.
Vorstehende Studienwerke können von jeder besseren Musikalienhandlung
zur Ansicht bezogen werden.
Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig. [960.]
IVerner, Aus:., Qp. 42. Gavotte für Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Jk 2,—.
471
6. S^ecßstein,
Flllgrel- and Pianlno-Fabrlkant.
Hoflieferant
Sr. Maj. des Kaiserg von Deutschland und Königs von Prenssen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. nnd Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh. [961.]
445 OxfOFd-StP.
I. Fabrik: 6—7 Johannis-Str. und 27 Zlegel-Strasse.
IL Fabrik: 21 GrÜnauer-Strasse und Wlener-Strasse.
in. Fabrik: 124 Relehenbepger-Strasse.
iBei^lin IV.
5—7 Johannis-Str.
30^nenf «si^l^UU ^att^etii^*
Zlir Vorbereitung der kommenden Festspiele beabsichtigt die Festspielleitung, am 10. Novenfiber d. J.
eine Schule zu eröffnen, in der junge Künstlerinnen und Künstler zur Mitwirkung herangebildet werden. Zur
Meldung als Mitglied der Schule wird hierdurch aufgefordert. Der Unterricht umfasst ausschliesslich Gesang-,
Sprach- und BUhnenstudien. Der Meldung beizufügen sind ausreichende Angaben über Talent, Stimme, den
bisherigen Bildungsgang, sowie eine Photographie. Der Unterricht ist frei, und unbemittelten Talenten können
Aufenthaltsgelder gewährt werden. Ausbedungen ist eine Probezeit von vier Wochen. Anmeldungen sind bis zum
15. Ootober an den Verwaltungsrath der BUhnenfestspiele in Bayreuth zu richten. Der Schule können
später beitreten Bübnenmitglieder für die Zeit der engagementsfreien (mindestens drei) Sommermonate. [962a.]
Julius Feurich
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Prämiirt
mit
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OlaTrler-j^-UBz-ugf xxilt ITezt.
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Preis Mic. 129—. netto.
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tr^fmm^
472
f0uüus "ßiüt/mer, ißeipziff.
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Flügel und Pianinos
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und edleotii, sangireiolieiii n7oii.
"^■^"x/Xfl/l/ "Vertreter "bez. Verkavifflzxxagazlzxe aas. alleza. 'bedeuteziderexi Plfttzexi- ^Ifl/XO^^
Die Fabrik besteht seit 7. Novomber 1853.
Anna Münch,
Concert- und Oratoriekisänig^erin (8opran).
Leipzigr, Beethoven-Strasse snr. [966z.l
Vertretung: Hermann Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W.
Clara Hoppe,
Coneert- und Oratoriensängerin (Sopran).
1967c.] Frankfurt a. Oder.
geleite perl/
Coneeri- und OratoriensäBgeriD (Sopran).
Sonderstasasen, Friedlichst. 21. [968x.]
Fritz ffiggen,
Concert- und Oratoriensänger (hoher Bariton).
Bpemerhafen, Deich 16. [969
— ]
Concert- und Oratoriensttn|g:erin (8opran).
Leipzigi Hohe Strasse 26 ^ II. f970y .]
Alfred KLrasselt.
[971-.]
Baden-Baden.
Yertr. H. IVolff. Berlin.
€arlPilll,
Concertmeister des Gewandhaus- und Theater-
orchesters. [972—.]
Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Strasse 21.
herzogl. säohs. Hoi^ianist, FrofeBsenr supdrieur am OonseryatoriniD
ro Genf (Sobweia). [973—.]
Concert- Vertretung: Hermann Wolff, Berlin.
TVillielm JPosse,
KüniEl. Kauenausicus inll LeHier der Harfe an der Ko&igl. Hocliscliiile lur lusiK.
Berlin. 8. W. Hornstr. 9. f974c.]
Clara Polscher
(Mezzosopran und Sopran).
Leipzigi Höbe Strasse 49. [976n.]
Vertretung: Hermann Wolff, Berlin, Carlsbad 19.
Fritz von Böse,
3P f H 4( f # ^.# [976b.]
X^eipzig-, A.I1 der Pleisse 11.
Ensemble-Uebungen. Rollenstudium.
Von mir ausgebildete Scbüler: Magdalena Jabns, Selma
Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [977—.]
Leipzig.
Bodo Borchers.
Gesanglehrer.
Im Verlag von Uniil Sontmermeyer, Baden-
Baden, erschien soeben: [978.J
CT Warn Ar Beethoven'» Larghetto
• Lt TT Cl HCl 9 aus dessen Violinconcert Op. 61
für Violine und Orgel bearbeitet. Preis M. 1,50.
Domcapellmeister Stehle schreibt: Eine Concert-
nummer ersten und höchsten Banges auch in dieser sehr ge-
schickten Bearbeitung, fürKirchenconcerte eine wahre „Perfe".
Ueber den Werth der Composition kein Wort. Der Name des
rühmlichst bekannten Orgel virtuosen (Schüler A. Guilmant's in
Paris) bürgt fär die Tüchtigkeit der Bearbeitung, die sehr orgel-
gemäss und höchst wirkungsvoll übertragen ist.
Im Verlage von E. W. FritZSCh in Leipzig er-
scheint demnächst: [979.]
Klomische Oper in drei A.cten
von J. K.,
Musik
von
Heinrich Zöllner.
Partitur. Ciavierauszug mit Text.
Dmok Ton 0. ü. Rdder in Leipzig.
Leipzig, am 22. September 18S2.
um 1111111111 BW-, iiui ^ ,„ „„ I
111 lllltalltllutiiuil, lowjt ^ ,^.^ lutliinitl 711U1
l.jelillinil.li,.iMi<»i „■»Ad WtJ touiw..™
^lAXl^ ffiv ¥naitflr und IffnaiVfpönTiHfl ^Jö
Fli lai HniitaliKli f ockHlilan
kaUmiiti Zitisilnsiieii tili »
Bidicieiir II aiieutiiL
^
ftr Musiker und Musikfreunde.
Verantwortlicher Eedactenr und Verleger:
E. W. Fritisoh,
Leipzig, Königistrasss 6.
<^
im. Jahrg.]
Das Huiifcalische WochenbUtt enuhaiut Jährlich io 53 Nammern. Der AbDnnemetitabetng
far du Quartal von 13 Nummern ist S Mark; eine einielDeNumner kostet 40 Pfennige. Bei
directer frankirter Kreuibandsendung treten Dachitebende vierteljährliche Abounemeuta-
8 reise in Kraft: 3 Mark 60 Pf. für das Dentecbe Reich tind Oeeterreich. — S Hark 76 Ff.
[r weitere Länder des Allgemeinen Poetvereins. — Jahresabonn enenta werden anter
ZnerandeleKonK voratehender Beiug^bedi neunten berechnet.
Die ImertionegebOlirMi fflr den Rwnn einer gespaltenenTetitceile betragen
[No. 39.
betragen 30 Pfennige.
Inhalt: Brangäae.
F. Scaber, E. >
« Probe des „indentendan TerfihTsiu".
°~'-'-t aoi Sondenhaiuan. - "■
n Moritz Wlrth. (Sdüna
>. Kleffel. — BrlafkMtan. — ADüelgen.
Die geehrten Leser
tüs „Musiialischen WocAffi^iaiUs", euren Abotmermmi mit dem laufenden ^4artal, resp. mit vorliegender No. zu Eiide
geht, werden für den Fall, dass sie dieses Organ über den gen. Termin hinaus eu erfüllten wünschen, gebeten,
ihre Bestellungen rechtzeitig anbringen su wollen, damit in der Zusendung keine Unterbrechtotg stattfindet. —
Dett wertken Jahresabomtenten gegenüber bedarf es natürliek dieser Erinnerung nüht.
E W. FRITZSCH.
BrangSne.
Eine neue Probe des „ andeatenden VerfahreDa".
Von Moritz WiPth.
(SohlnsB.)
III.
Ans dem Zwange der schrecklichsten Hinnten viel-
leicht ihres ganzen bisherigen Lebeni erlöst and sich selbst
zarnckgegeben, wird Brangäne sofort eine Beute der
heftigsten Rene.
„Unabwendbar ewge Noth fär karten TodI Tbörger
Trene tragrolles Werk blüht nun jammernd empor!"
(Clav.-Äosz. S, 76). Wie echt menschlich ist die Ver-
ändemng der Ansichten in grösserer Entfernung von der
Thal. Ewig scheint ihr jetzt die Noth, in die sie sich doch
als einzige Rettung stürzte, am vor dem Tode zu fliehen,
der ihr jetzt nur noch ein kurzes Uebel dünkt. Das
schneideudit«: „Was hab ich gelhan, o h&tt ich es doch
nicht gethan", ein wahrer innerer Zusammenbruch, liegt
aber in den abstärzenden Figuren des Orchesters.*)
Uit der Heftigkeit dieser Selbstanklage wird sich
einem Charakter wie BrangAne gegenüber auch ein stren-
ger Sittenrichter für den Angenblick zufrieden geben
müssen.
*) Es ist dasselbe Gebilde, mit welchem Brangäne nach
Kurwenal's Trotzlied Isolden zu Ffiaaen stOrzte (Clav.-Ausz.
S. 33), nur daas es dort nicht einen moralischen, sondern
jenen ganz anderen Zusammenbruch des Selbstbewusstaeius
anzeigt«, welchen wir durch eine grosse Aber uns herein-
brechende Demüthigung erfahren.— Anft Nene verwandt bat
Wagner das Motiv im „Parsi&l", wo es zu einem der musika-
lischen Grundpfeiler des Stückes herausgearbeitet und unt«r dem
Namen des „Kundry-Motives" bekannt ist. Seine Bedeutune
als die das Schuldbewosstseins oder Sündenjaromers, in wel-
cher es auch bei Parsifkl, Ämfortas und Klinesor erscheint,
und seine Verkennung durch Heintz und v. Wolzogan habe
ich ansfQhrlicb dargelegt in diesem Blatte, 1884, S. 406 ff. —
Auch Cyrill Kistler in Kissingen in seinem Drama „Kuni-
hild" (Text laut Kflrschner's Litteraturkalender 18B4, S. 266
von Ferdinand Grafen Sporck) hat das Motiv ^r einen nahe
verwandten Geftihlsinbah benutet, vergl. Clav.-Ausx. S. 14,
18, 88 ff. (Verlag von E. W. Fritzsch, Leipzig).
474
Wichtiger fär die Beurtheilnng der Persönlichkeit
wird es ihm vielleicht erscheinen, statt über den Grad,
über die Dauer dieser Gemüthsbewegnng Etwas zu
erfahren. Aber auch in dieser Prüfting wird Brangäne
aufs Beste bestehen. Als Isolde in höchster Gluth für
Tristan entbrennt, was läge wohl näher, als dass auch
Brangäne von dieser Leidenschaft ergriffen würde, dass
sie sie billigte, förderte? Hat sie doch so lange mit, in
und durch ihre Herrin gelebt, gefühlt; haben wir doch
gehört, wie sie Tristan als hehrsten Helden pries. Gleich-
wohl beharrt sie auf ihrem ersten Gefühl über ihre That:
„Gehorcht ich taub und blind, dein Werk war dann der
Tod: doch deine Schmach, deine schmählichste Noth,
mein Werk muss ich Schuldge sie wissen!'' Diese Be-
ständigkeit mag Brangänen darum so hoch angerechnet
werden, weil die Prüfung, welche sie auf diese Weise
besteht, ihrem Charakter weit angemessener ist, als wenn
Jemand verlangen wollte, dass sie, statt zwischen den
beiden Tränken zu wählen, etwa Isolden den Gehorsam
aufkündigen, vielleicht Tristan auf die ihm drohende Ge-
fahl: hätte aufoerksam machen sollen, und dergl. mehr.
Das hätte nur einen Auftritt gegeben, wie ihn Leute sich
ausmalen, die zwar alle Regeln der Moral im Kopfe, aber
die Menschen nicht vor Augen haben, auf welche die-
selben passen.
und doch, wer sieht nicht, dass selbst Brangäne der
starren Hoheit des kategorischen Imperativs noch ihre
bescheidene, weibliche Huldigung dadurch darbringt, dass
sie sich für ihre, in bitterster Seelenangst vollbrachte
That no^h fortgesetzt als „Schuldige'' fühlt? Denn anderer-
seits wäre es for einen Verfechter der modernen Noth-
wendigkeitslehre sehr leicht, Brangänen zu vertheidigen.
Er brauchte nur an das gemachte Zugeständniss, dass das
Sittengebot in seiner vollen, nackten Strenge hier nicht
anwendbar war, noch die YrAge zu knüpfen, welche An-
näherung an dasselbe wohl gestattet gewesen wäre, um
sofort seinen Schützling von jeder Verbindlichkeit zu be-
freien. Es gab eben keine solchen Annäherungen. Bran-
gäne konnte Isolden in keiner Weise einen Widerstand
leisten, als nur in der Einen: sie musste den Liebestrank
wählen.
Zwischen diesen beiden Anwälten geht das Herz,
das sich weder von dem ersten schlechthin verdammen,
noch von dem zweiten schlechthin freisprechen lassen
will, sicheren Schrittes hindurch. Es vermag die Elchtheit
seines Gefühles damit zu beweisen, dass es sich endlich
zu der That aufschwingt, durch welche es nach seinem
eigenen Gesetze Versöhnung mit sich selbst er-
langt. Nach Isolde's Flucht aus Komwall eilt Brangäne
zum König und gesteht ihm ihre Verschuldung: die Ver-
tauschung der Tränke.
Dass hierbei das aus dem Schlüsse des ersten Auf-
zuges uns bekannte Motiv erklungen sein werde, oder,
wie Beckstein sich ausdrückt (S. 147), dass „Brangäne
nicht ohne Reue und Zerknirschung das Geheimniss dem
betrogenen Märke" offenbart habe, hat Wagner nur durch
ein Wort angedeutet: n^hre blinde Schuld hat sie »ge-
sühnt«". Aber dieses Wort genügt. Nennt doch kein Be-
richterstatter, kein Zeuge vor Gericht seine Mittheilung
eine „Sühne". Dieses Wort passt nur, wenn Brangäne
sich in ihrem Gewissen gedrungen fühlte, den Vorgang
mit dem Liebestranke zu enthüllen.
Durch Nichts konnte sie die Königin und Tristan
sicherer in der öffentlichen Meinung wiederherstellen, als
wenn sie diesen Umstand bekannte, durch Nichts auch
eine Verfolgung und Bestrafung, welche dieselbe öffent-
liche Meinung gegen die Flüchtige — sie war jetzt ver-
muthlich die feindliche Irin — von Marke gefordert und
erwartet haben wird, mit grösserer Sicherheit abwenden.
Aber ft^eilich, dieses Bekenntniss konnte leicht für Bran-
gäne selbst schlimme Folgen haben; sie hatte nicht blos
als Bezeugerin des Liebestrankes, sondern auch als Thäterin
und Selbstanklägerin aufzutreten. Indem sie diese Folgen
nicht scheute, sondern sich trotzdem zu ihrem Geständ-
nisse überwand, vollendete sie ihre Sühne.
Ein Vertheidiger der unbedingten Sittengebote könnte
noch eine Schwierigkeit darin finden, dass Brangäne
mit dieser Sühne bis nach Isolde's Flucht wartete, anstatt
sich sofort nach dem Auftritt im Garten dazu zu ent-
schliessen. Dieser Vorwurf wäre gerechtfertigt, wenn es
Brangänen dabei hauptsächlich um den König zu thun
gewesen wäre. In der That scheint dies Bechstein zu
meinen, da er ausdrücklich von dem „betrogenen Marke"
spricht (S. 147), dem Brangäne das Geheimniss nicht
ohne Reue und Zerknirschung offenbaren solle.
Aber wir müssen Brangäne's That aus Brangäne's
eigener weiblichen, gänzlich nur in ihrer Herrin lebenden
Seele heraus betrachten. Ihr Herz konnte sich von sich
aus nur Isolde's und Tristan 's wegen verklagen; man
erinnere sich: „Dass ich untreu einmal nur der Herrin
Willen trog!"; so dürfte sie aufs Neue, nur noch heftiger,
ausgebrochen sein und verlangt haben, das theure Paar
durch das Geständniss vom Liebestranke zu rechtfertigen.
Dies dürfte ihr Isolde jedoch ungefähr aus demselben
Grunde verboten haben, aus welchem bereits Tristan dem
König die Antwort weigerte. Isolde's Verbot war ein un-
übersteigliches Hinderniss für Brangäne's Sühnethat, das
erst mit Isolde's Flucht wegfiel. Sofort sprang auch der
alte Antrieb wieder in ihr auf, als dessen Triebfeder
aber immer wieder nur Isolde gelten kann. Doch soll da-
durch nicht ausgeschlossen sein, dass, als sie sich Marke
näherte, ihr Verstand ihr auch ihr Unrecht gegen Diesen
vorhielt und dass ihr Herz von hier aus einige Bewegung
für ihn empfand. Hauptsächlich aber wird sie ihm mit
Furcht entgegengetreten sein. Dass sie trotzdem „schnell
den König fand", zu einer Zeit also, wo die allgemeine
Aufregung über Isolde^s neue Unerhörtheit am grössten
war und wo Marke's vermutheter Zorn die plötzlich ihm
sich darbietende Urheberin all seiner Schmach am härte-
sten hätte treffen müssen, wird ihrer Sühne sehr hoch
anzurechnen sein.
Die Bestätigung für Das, was uns Wagner der-
gestalt aus Brangäne's Charakter heraus zu rechnen über-
liess, hat er uns in der Thatsache vor Augen gestellt,
dass das Erste, was Brangäne ihrer wieder zum Bewusst-
sein kommenden Herrin entgegenruft, die glückliche Kunde
der vollbrachten Sühne ist. Brangäne würde zur über-
flüssigen, bis zur Lächerlichkeit lästigen Schwätzerin herab-
sinken, wenn diese allerwichtigste Neuigkeit Brangäne's
eigener Versöhnung mit Marke gelten sollte. Aber es
muss Jeden zu herzlicher Rührung bewegen, dass sie
ihren gewiss schweren Entschluss durch Marke's unver-
mutheten Edelmuth so herrlich belohnt fand, dass ihre
gegen Isolde begangene Verschuldung plötzlich zur Quelle
des höchsten Glückes far Diese werden sollte. Marke's
Entschluss, Isolden zu entsagen und sie Tristan zu ver-
mählen, dies und nichts Anderes ist die glückliche Kunde,
die es Brangäne für sich und für Isolde drängt, Dieser
zu melden. Das Eine muss dabei allerdings noch ange-
nommen werden, dass Brangäne Tristan's Tod noch nicht
476
erfasst hat; ihre „glückliche" Kunde wäre sonst för sie
unmöglich.
Dass Marke Brangänen verzieh, wird nach der Art,
wie wir die Bedingungen ihrer Verschuldung kennen ge-
lernt hahen, hofiFentlich seihst Bechstein billigen. Marke's
Verzeihung ist die Ehrenerklärung für einen
Charakter, dessen Verschuldung eine Gewaltthat
des Schicksals war, der aber durch sein ganzes
ferneres Verhalten bewies, wie ernstlich er
wollte, dass ihn diese Schuld nicht betroffen
hätte.
IV.
Wir könnten mit dem Bisherigen unsere Aufgabe als
erfüllt betrachten, wenn wir nicht noch eine kleine, nicht
reizlose Nachlese zu halten hätten. Es findet im 3. Auf-
zuge in Brangäne*s vorletzter Kode der Fall statt, dass
der Wortlaut des Gedichtes bei der musikalischen Aus-
führung noch eine Umgestaltung erfahren hat. Dergleichen
ist nun bei Wagner immer beachtenswerth; und auch hier
ist die Vergleichung beider Fassungen sehr belehrend.
Sie wird uns nicht nur einen wichtigen Blick inWagner's
Werkstatt eröffnen, sondern auch noch einige feinere
Züge in dem Bilde Brangäne's enthüllen, auf die zu achten
wir bisher noch keine Gelegenheit hatten.
Ich stelle zunächst beide Fassungen der Rede Bran-
gäne's neben einander:
Ges. Sehr. VII, 109.
Sie wacht! sie lebt!
Isolde, hör!
Hör mich, süsseste Fraa!
Glückliche Kunde
lass mich dir melden:
vertrautest du nicht Brangänen?
Ihre blinde Schuld
hat sie gesühnt;
als du verschwunden,
schnell fand sie den Köni^:
des Trankes Geheinmiss
erfuhr der kaum,
als mit sorgender Eil
in See er stach,
dich zu erreichen,
dir zu entsagen,
dich zuzuführen dem Freund.
Clav.-Ausz. S. 251.
Sie wacht, sie lebt!
Isolde! hör mich.
vernimm meine Sühne!
des Trankes Geheimniss
entdeckt ich dem König:
mit sorgender Eil
stach er in See,
dich zu erreichen,
dir zu entsagen,
dir zuzuführen den Freund.
Der gemeinsame Grund aller dieser Aenderungen
liegt darin, dass Wagner in der ersten Fassung des
Textes eine ganze Anzahl Zeilen .streichen konnte, weil
er uns ihren Inhalt schon anderweitig zu geben ver-
mochte.
Glückliche Kunde lass mich dir melden. Die
Anmeldung der Meldung verschwindet besser in der Mel-
dung selbst. Dass diese eine glückliche sei, sagt uns ein-
dringlicher als Worte die Melodie: „Dir zu entsagen, dir
zuzuführen den Freund^. Sie ist im Anklang an das
Motiv des Liebesrufes (nach v. Wolzogen) gehalten und
verkündet jubelnd die Botschaft des endlich gewonnenen
Liebesglückes.
Vertrautest du nicht Brangänen? Diese Worte
sollen an den Anfang des ganzen vor uns vorübergezo-
genen Stückes Menschenschicksal erinnern. Die nunmehr
gesicherte Vereinigung des liebenden Paares könnte nicht
stattfinden, wenn nicht Isolde damals die beiden Tränke
vertrauensvoll in Brangäne's Hand gelegt hätte, Sie will
sagen: du thatest recht, dich mir anzuvertrauen, denn
schliesslich habe ich doch Alles recht gemacht.
Im fertigen Stück wird diese Erinnerung und die
Verknüpfung von Anfang und Ende des Dramas weit
eindringlicher dadurch besorgt, dass Brangäne's Worte:
„Des Trankes Geheimniss entdeckt ich dem König" in
Melodie und Orchester Liebesmotive zeigen. Der Text
erinnert an die Ursache, die Musik an die Wirkung.
Beides, also die ganze Liebesgeschichte, entdeckte Bran-
gäne dem König, dessen glückbringende Entscheidung
nebst Brangäne's Jubel darüber wir nun ja sofort ver^
nehmen.
Ihre blinde Schuld — . Bechstein's eine Meinung,
dass „blind^ auf ein Danebengreifen unter den verschie-
denen Tränken des Kästchens gehe, ist schon widerlegt;
die Andere: Brangäne habe den Todestrank vermieden,
weil ihre Liebe zu Isolde „blind*' gewesen sei, ist nicht
recht treffend. Diese Liebe war innig, gross xl s. w. und
hatte darum jene Wirkung. Auch haben wir gesehen,
dass Brangäne sich über die Folgen des Liebestrankes
durchaus klar war.
Statt „blind" auf den Ursprung der Schuld zu be-
ziehen, verstehen wir es angemessener von der fertigen
Schuld, welche gegenüber der einzig richtigen Art der
Sühne blind war. Als solche hat sich jetzt herausgestellt.
Alles dem König zu gestehen und von dessen Güte und
Verzeihung die Lösung des Knotens zu erwarten.
Im fertigen Stück liegt dieser Gedanke schon in dem
grossen Eifer, mit welchem Brangäne ihre Mittheilung
macht: „vernimm meine Sühne! Des Trankes Geheimniss
entdeckt ich dem König." Eö föllt uns wie Schuppen
von den Augen, dass zu diesem Mittel, AUes wieder in
das richtige Geleise zu bringen, schon längst hätte ge-
griffen werden sollen. „O Wunder! wo hatt ich die
Augen?" dürfte Brangäne jetzt zum zweiten Male aus-
gerufen haben.
Als du verschwunden, schnell — ; erfuhr der
kaum — . Marke's sofortige Versöhnung, nachdem er
das Geheimniss des Trankes erfahren hatte, folgt schon
aus den Worten; „mit sorgender Eil" u. s. w. Hätte also
Brangäne sich ihm noch vor Isolde's Flucht anvertraut,
so hätte er Isolde schon vorher freigegeben und wäre
vermuthlich in ihrer Begleitung in Kareol eingetroffen;
andererseits muss Brangäne nach Isolde's Verschwinden
ihren Entschluss schnell gefasst haben, denn wir sehen
ja, wie rasch sie mit Marke hinterdreinkommt.
Ich habe diesen Aufsatz als eine neue Probe des
„andeutenden Verfahrens" bezeichnet, im Anschlüsse an
jene anderen Proben, welche ich in diesem Blatte in den
Aufsätzen: „Siegfried's Vergessenheitstrank", 1885, No. 17
—23, und „Titurel", 1891, No. 8—13, gegeben habe.
In No. 8, 1891, mag man nachlesen, was es mit diesem
Verfahren genauer fär eineBewandtniss hat. Dass eine solche
erneute Hinweisung überflüssig sei, wird man nicht be-
haupten können. Ist doch selbst heute Wagner in seinen
Dichtungen besten Falles nur erst soweit wirklich ver-
standen, als er von diesem Mittel keinen Gebrauch ge-
macht hat: im „Fliegenden Holländer", „Tannhäuser",
„Lohengrin", den „Meistersingern". Wo er es dagegen
angewandt hat, in den „Nibelungen" , „ Tristan und Isolde" ,
„Parsifal", die ganz und gar auf diesem Verfahren be-
ruhen, ohne dasselbe technisch und psychologisch gar
nicht möglich gewesen wären, da sind wir auch mit dem
Verständniss beinahe in allen Hauptsachen noch zurück.
Dass diese Behauptung nicht blos von der grossen Masse
der Theaterbesucher, sondern auch von dem engeren und
8d»
476
engsten Ereke der Kenner und persönlichen Verehrer gilt,
dafnr mögen diese Aufsätze üher den Vergessenheitstrank,
Titnrel nnd Brangäne ehenfiills noch als Frohe und Be-
weis dienen. Besser freilich noch als Sporn zur Nach-
ahmung, zur Erweckung des Verständnisses, dass wir in
Wagner noch so viel nicht verstehen. Letzterer Sporn
kann aher unserem Wagnerianerthum gar nicht scharf
und tief genug eingesetzt werden. Man will mittelst
Wagner ein neues Weltalter in Gesinnung und Gesittung
herauffahren; man sieht sich genöthig^, die öffentliche
Opferwilligkeit for Zwecke anzugehen, die endlich feurig
auf die Nägel hrennen, und man hefindet sieh noch immer
gegenüber den einfachsten Fragen: wie ist Dies zu er-
klären, Jenes zu rechtfertigen?, in der peinlichsten Bath-
losigkeit. Glaubt man, dadurch die Achtung vor Wagner,
das Vertrauen zu seiner Sache zu heben? Es kann so
nicht weiter gehen. Aber kann man überhaupt von der
Wagner-Sache in jenem bevorzugten Sinne, in welchem
der Mensch dieses Wort für sich in Anspruch nimmt,
sagen: sie sei gegangen?
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Graz, im August 1892.
(Schluss.)
Von den ein h ei misch en Künstlern ist ee diesmal dem vom
Schicksale nicht besonders begünstigten Tondichter Hans von
Zois gegönnt gewesen, in zwei Concerten seine nenesten
SchöpAingen den Freunden seiner Muse vorzuführen, welche
seine geradezu ^niale Begabung rückhaltslos anerkannten.
Es kam hierbei ein kleines aus Dilettanten gebildetes Orchester
in Anwendung, das in seiner nach französischem Muster ge-
bildeten Zusammensetzung (Streichquintett, Flöte, Oboe, (3a-
vier, Harmonium und Schlagwerk) sehr hübsche Klangeffecte
erzielte, welche den einzelnen Orchester werken aus der soeben
vollendeten Oper „Der Venetianer" , sowie einer reizenden
Serenade „Estudiantiina" vorzüglich zu Statten kamen; ausser-
dem unt^tützten hervorra^nde Solisten den hochbegabten
Concertgeber, dessen . beste Iieistungen auf dem Gebiete der
lyrischen Oesangscomposition zu finden sind. — Der derzeit
in der steierischen Hauptstadt lebende Balladencomponist Hr.
Martin Plüd dem an n gewann für seinen Compositionsabend
den tüchtigen Sänger um. Stöckl und noch einige ziemlich
unfertige Sangeskräfte, sowie als Begleiter den guten Pia-
nisten Dr. Posen er, welche eine grössere Anzahl von Com-
Sositionen des Concerte^bers zur Wiedergabe brachten. Trotz-
em, dass Manches recht mangelhaft zu Gehör gebracht wurde,
wirkten diese Werke doch als edel empfundene und von echt
musikalischem Geist erfüllte Schöpfungen m&chtifi; auf den Zu-
hörer ein, und insbesondere war es eine ganz im Geiste Löwe^s
gehaltene Vertonung von IJhland's „Des Stogers Fluch",
welche zu dem Besten, was überhaupt auf dem Gebiete der
Balladencomposition geschaffen wurde, gehören düi*fte. Von
den heimischen Künstlern seien noch die Frls. Irma v. Hüt-
tinger und Hertha Wiedermann, sowie der Geiger Hr.
Hudolf Per dach er, der über einen vollen kräftigen Ton nnd
hoch entwickeltes technisches Können verfügt, erwähnt,
welche des Oefteren anlässlich der soeben besprochenen Gon-
certe Gelegenheit hatten, mit künstlerisch werthvollen Lei-
stungen vor das Publicum zu treten.
und nun die Kammermusik! So sehr ich da über wahr-
haft künstlerisches Streben und über manchen edlen Genuss
zu berichten h^be, so ist dies doch eine wunde Stelle in un-
serem Musikleben, dß> das Publicum leider ein recht mangel-
haftes Interesse fü^ diese herrliche Kunstgattung hegt und
so sich selbst ein bedauerliches Armuths^umiss ausstellt.
Pas heryprragenclst^ E!reigniBa auf diesem Gebiete war ein
Musikabend der Solospieler derWiener Hofoper, der HH. Bos6,
Siebert, Bachrich, Hummer und Jelinek, welche das
Gdur-Quartett von Beethoven, ein Quartett in Ddur von Tschaü-
kowsky und das für hier neue Gdur-Streichquintett von Brahms
meisterhaft zu Gehör brachten. Das Werk des bekannten
russischen Gomponisten enthielt ein reizendes Andante und
ein frisch belebtes Scherzo, während der erste und letzte Satz
minder erwärmten. Brahms* Quintett verdiente das erhöhte
Interesse, das man ihm entgegengebracht, da es gewiss zu
den klarsten und gediegensten Werken des grossen Oom-
ponisten ^hört. Auch die einheimischen Musiker Malina,
Geyer, Koehler und von Czerwenka veranstalteten
unter Mitwirkung der Pianistin Frl. Sophie v. Schmid
Kammermusikabende, doch blieb leider der materielle Erfolg
weit hinter dem künstlerischen zui-ück. In die Beihe dieser
Veranstaltune;en kann auch das Goncert des Hm. Guido
Peters gezählt werden, welcher u. A. auch ein selbstcompo-
nirtes Quartett in Gmoll aufführte, das jedoch an manchen
Stellen an seine eingangs besprochene „Ländliche Symnhonie*'
mahnte, aber durchwegs Sinn für Formenschönheit una Wohl-
klang aufwies.
Betrefiisi der Kirchenmusik ist ein Goncert in der hiesi-
gen protestantiBchen Kirche anzuführen, bei welchem hervor-
ragende San^eskräfte aus der Gesellschart, an deren Spitze die
tüchtige Altistin Frau v. Lud ovici, eine Blüthenlese ernster
Kirchengesänge zum Besten gaben. Erwähnung verdient
auch der geglückte Versuch des strebsamen Ge^glehrers
Hm. F. Staudinger, mit einem aus der Sohu^'ugend gebil-
deten gemischten Chore eine heikle Messe im Gaecilianischen
Stile aufzuführen.
Das rege Streben, welches in den verganfi;enen Jahren
im hiesi^n Wagner -Vereine herrschte, erlahmte auch in
der diesjährigen Spielzeit nicht, indem es zu begeisterten
Darstellungen einzelner Scenen aus der Tetralogie, aus
„Lohengrin*^ und den „Meistersingern^ kam, um weiche sich
die Frauen Aman, Krämer-Widl, Brussi-Bakalowitsch
und Baronin Soll und die HH. Stöckl und Pohl ig verdient
machten, femer ist ein wohleelungener Wolf- Abend zu ver-
zeichnen, an welchem das Ehepaar Krämer-Widl unter
■ Mitwirkung des Pianisten Dr. Potpeschni^ höchst foeselnde
Lieder des junjg;en hervorragend begabten Landsmannes vor-
trugen, endlich hielt Hr. Friedrich Hof mann zur Gedenk-
feier des Todestages Richard Wagner*s einen ^istvoUen,
klargehaltenen Vortrag Über „»Lohengrinc als national deut-
sches Kunstwerk^.
Zum Schlüsse sei eines bemerkenswerthen IJmstandes ge-
dacht, welcher der heurigen Saison den Stempel des beson-
ders Weihevollen aufdrückte, es war dies die allerorts mit
Weihe begangene Gedenkfeier der 100. Wiederkehr des Todes-
tages Mozart's. Nicht nur die grossen musikalischen Vereine
begin^n diesen Tag festlich, sondern auch aUe übrigen musi-
kauscnen Institute, wie die verdienstvoll wirkenden Anstalten
Stolz, Doppler und Buwa^ zollten den Manen des erossen
Todten den schuldigen Tnbut. Am hehrsten feierte ihn aber
der Steiermärkische Tonkünstlerverdin durch eine Festver-
sammlung, bei welcher der eeschätzte Orgelspieler Hr. Dr.
Johann Zechner Mozart's herrliche Orffelfuee in Gmoll
spielte und der geistig regsame heimische Musikschriftsteller
Hr. Anton Seydler eine schwungvolle Festrede hielt, die
von dem frohen Wunsche beseelt war, dass die Ideale Mo-
zart's, erhabene Formschönheit und lauterster Wohlklang,
immerdar gehegt und gepflegt werden!
Julius Schuch.
Von der Internationalen Musik-
Ausstellung.
(Fortsetzung.)
Wien.
und Theater-
Ais erster fremder Gastdirigent erschien auf der Aus-
stellung flr. Fr6d6ric H. Co wen, der bisherige Leiter der
Philharmonischen Goncerte in London. Hr. Cowen hatte, von
Hans Richter eingeführt, Wien schon vor zehn Jahren besucht
und damals mit seiner in einem Philharmonischen Goncerte
hier vorgetragenen Skandinavischen Symphonie (Gmoll) einen
0X)Ssen Erfolg errungen. In der Musiknalle der Ausstellung
führte nun der Gast von eigenen Compositionen wieder die
Skandinavische Symphonie (in der Beihe seiner fünf S3rm-
phonien die dritte), sodann sein letztes derartiges Werk: die
477
Symphonie No. 5, Fdur (Hans Richter gewidmet), endlich
eine Ballet-Suite „Die Blumensprache'' vor. Auch diesmal
wieder wurde hesonders freundlich die so trefflich gemachte
nnd zum Theil auch poetisch empfundene Skandinavische
Symphonie aufgenommen, neben ihr zündet am meisten die
Ballet-Suite. Letztere zeigte den geistreichen Künstler als
Schöpfer einer Reihe durchwegs sehr anziehender, choreo-
graphischer Tonbildohen, deren Jedes den Namen einer Blume
träfft und durch diese eine poetische Stimmung ausdrückt,
wohl in seinem wahren Element. Eine ebenso melodisch an-
muthige, als einschmeichelnd instrumentirte Gavotte in Amoll,
welche zur tönenden Illustration des Jasmin (in der Blumen-
sprache „Reiz und Anmuth**) bestimmt wurde und diese Auf-
gabe auch löst, musste wiederholt werden. In der Hans Richter
gewidmeten Fdur-Symphonie hat es Hr. Cowen — wohl um
sich der Gunst seines berühmten Wiener Freundes noch wür-
diger zu erweisen — offenbar auf etwas Ernsteres, Tieferes
angelegt, aber man merkt mitunter ein gewisses Miss verhält-
nis8 zwischen Wollen und Können. Dies wenigstens der Ein-
druck erstmaligen Hörens, welcher den ersten Satz als den
bedeutendsten, namentlich modulatorisch interessantesten, den
zweiten (ein sehr hübsches Wechselspiel der Holzbläser) aber
als den geflQligsten erscheinen lässt. Hrn. Oowen's Taktfuh-
rung als Dirigent hat etwas weltmännisch-Glattes, was wohl
Überhaupt seinem Künstlercharakter entspricht.
Das nächste Gtistdirigenten-Concert interessirte besonders
die Wiener localen Kreise: es war nämlich von einem hoch-
geschätzten jüngeren Wiener Oavierprofessor und Goncert-
pianisten geleitet, der aber noch nie den Taktirstab ergriffen
hatte. Mit Rücksicht auf ein erstes Debüt leistete nun Hr.
Ferdinand Löwe — er ist es, von dem wir sprechen — Er-
staunliches an imponirender Sicherheit im Ganzen und vielen
geistreichen Nuancen im Einzelnen. Einer unserer berufensten
und begeistertsten Bruckner-Interpreten am Ciavier bewährte
er sich nun als solcher auch glänzend an der Spitze des
Orchesters. Er hatte in der Mitte des Programms die dritte
R. Wagner gewidmete Symphonie seines Lieblingsmeisters
(Dmoll) gestellt, die vor anderthalb Jahren bei den Philhar-
monikern hier so eingeschlagen, und verschaffte derselben nun
auch diesmal wieder trotz der begreiflich weniger glänzenden
Klangwirkung stürmischen Beifall. Elaum minder bewunde-
fimgswürdig als die feinfühlig, in den innersten Organüsmus
der (Domposition dringende Direction fanden wir das Beneh-
men des Ausstellungspublicums, das sich ein so langes und
complicirtes, vom Hörer die angespannteste Aufmerksamkeit
und Geduld beanspruchendes WerK, wie Bruckner's Dmoll-
Symphonie, nach der übh'chen Tischaufstellung „bei Bier und
Braten** bieten Hess, während der Au^hrung aber auch seine
materiellen Genüsse vollständig vergiss und förmlich den
Athem zurückhielt, um nur ja keinen Ton zu verlieren. Wenn
je, so hat diesmal die Idee der „Populären Symphonieconcerte**
in Wien einen Triumph gefeiert. Das Concert war mit Beet-
hoven's „Coriolan"-Ouverture eröfihet worden (über deren
Auffieissung man mit dem Dirigenten rechten konnte) und bot
weiterhin noch zwei reizende Orchesterstücke („Tanz der Irr-
lichter** und „Tanz der Sylphen**) aus Berlioz* „Damnation
de Faust**, endlich das „Meistersinger** -Vorspiel, dessen Schluss-
steigerung Hr. Löwe grossartig herausbrachte, während in
den feinen polyphonen Details das Orchester noch nicht
überall den Intentionen des Dirigenten nachkam. Erst bei
späteren Reprisen sollten sich die grösstentheils jungen Mu-
siker ganz in die herrliche Tondichtung hineinspielen. Ber-
lioz' „Sylphentanz** musste wiederholt werden.
Es versteht sich, dass Meister Brückner nach seiner
DmoU-Symphonie stürmisch acclamirt wurde, noch grössere
Ehrungen waren ihm aber einige Wochen zuvor für den be-
geisternden Eindruck seiner Es dur-Symphonie (der sogenannten
„romantischen", No. 4) bereitet worden. Diese dingirte, da
sie die Hauptnummer einer Musikauf fährung des Akade-
mischen Wagner-Vereins auf der Ausstellung bildete,
dessen artistischer Leiter, Prof. J. Schalk. Wie man den
HH. Löwe und Schalk die besten, vrirksamsten vierhändigen
Ciavierauszüge Bruckner'scher Symphonien verdankt (die sie
theils im Verein, theils Jeder mr sich allein ausgearbeitet),
so überbieten sie sich auch gegenseitig an Liebe, Verehrung
und unermüdlicher Agitation lur Bruäner: es wäre schwer,
zu entscheiden, welcher von Beiden dessen Werke, sei es am
Ciavier, sei es im Orchester, schwungvoller, klarer, überzeu-
gender zu interpretiren wisse. Dass uns die Esdur-Sym-
Shonie, von J. Scnalk dirigirt, einen noch bedeutenderen Ein-
ruck machte und auch ihre Wirkung auf das Publicum eine
unstreitig noch zündendere war, mag erstUch an der grösseren
Sraktischen Erfahrung Schalk's liegen (er hatte schon voriges
ahr dem Grazer Musikvereinsorchester dasi^be Werk ein-
studirt), dann aber auch an der denn doch die Kunstandacht
erhöhenden Art der Darbietung — ohne Tischaufstellung und
ohne Serviren von Speise und Trank in den Zwischenpausen.
Dass ein Concert, in welches man nur, um zu hören, kommt,
immer höher stehen, einen vornehmeren künstlerischen Anstrich
gewinnen muss, als ein solches, bei dem man von Vornherein
auch an Befriedigung leiblicher Bedürfnisse denkt, liegt auf
der Hand. Nach der Stimmung, welche bei der massenhaft
besuchten Musikauffilhrung des Wagner- Vereins herrschte,
verdiente dieselbe eigentlich ein Festconcert genannt zu wer-
den. Der Enthusiasmus, welchen Bruckner's romantische Sym-
phonie erweckte, spottet aller Beschreibung. Es gab eine all-
gemeine Ovation für den greisen Oomponisten, die durch ihre
Spontanelität — wie selbst Brückner fem oder gar ablehnend
gegenüber stehende Berichterstatter zugaben — etwas Rüh-
rendes, Ergreifendes hatte. Das Ausstellungsorchester, das
sich mit wachsender Begeisterung gerade in die genannte
Symphonie hineingespielt hatte, schien an diesem Abend
seine Kräfte verdoppelt zu haben, es bot unter Hm. Schalk's
Leitung, der ganz im Sinne Wagner's aus dem blühenden
Werke überall den eigentlichen lißlos herauszuholen vnisste,
unseres Erachtens in £esem Brückner- Vortrag das Trefflichste
und Vollkommenste, was wir von ihm überhaupt in diesem
Sommer in der Musikhalle gehört.
Die, wie erwähnt^ meist noch jugendlichen und daher an
und für sich sehr spiellustigen Musiker brachten Brückner
gleichsam in einer Art Freudenrausch über ihre eigene un-
geahnte Leistungsfähigkeit einen Tusch aus: er kam ganz
plötzMch, aus freien Stücken, man wusste selbst nicht, wer
ihn anbefohlen habe. Ausser der Bruckner'schen Symphonie,
die kaum jemals früher so ganz im Geiste und nach den
Intentionen ihres Schöpfers aufgeführt worden sein dürfte,
hörte man noch Wagner's Huldigungsmarsch und die auch im
Concertsaal erhebende Schlussscene der „Meistersinger** (bei
welcher sich auch sehr wacker der Wagner- Vereinschor be-
theili&;te), dann als Zwischennummem Liszt's Humoreske über
„Gaudeamus** und Bruchstücke aus Hugo Wolfs Musik zu
Ibsen's DramA „Das Fest von Solhaag**, — Beides für Chor
und Orchester. Liszt^s geistreiche und interessante, sogar mit
einer grossen Fuge ausgestattete Humoreske machte über-
raschende Wirkung. Wolfs fsirbenreiche Ibsen-Musik liess
sich, herausgerissen aus dem Drama, nicht endgilti^ beur-
theilen, da sie ja unmittelbar für die. Bühne gedacht ist. Sie
enthält sehr wohlklingende, volksthümlich frische Chöre und
etwas heikle declamatorische Soli, die nicht in den Händen
der rechten Sänger waren. Das Orchester erschien überall
mit grossem Geschick in der Weise Wagner*s behandelt, ein
paar hochcharakteristische Zwischenspiele darin fesselten be-
sonders. Dass der so verschieden beurtheilte junge Compo-
nist dramatisch veranlagt sei, war selbst aus dieser lücken-
haften Probe seines seltenen tonsetzerischen Vermögens nicht
zu verkennen.
(Fortsetzung folgt.)
Bericht.
Sondershausen, im September. Die verehrlichen Leser
werden aus meinen firüheren Berichten und aus der Concert-
umschau dieser Blätter ersehen haben, welche Fülle des Herr-
lichsten aus der Ton weit, welche glänzende Beihe der erha-
bensten Producte des tondichteriscnen Schaffens uns die dies-
jährige Saison der Lohconcertein reichem, schönem Wechsel
gebracht hat. Ich gebe hier noch eine kurze Nachlese des Wich-
tigsten aus dem 6. bis 16. Concerte. Vor Allem sei des Lei-
ters, der Seele des Ganzen, Hofcapellmeisters Prof . Schröder,
in rühmendster Anerkennung gedacht. Schröder darf den
Dirigenten ersten Banges beigezählt werden. Die Ruhe und
Sicherheit seiner Leitung, die feinen Schattirungen und Nuan-
cirungen in Vortrag, Rhythmik und Dynamik verdienen das
höchste Lob ohne alle Einschränkung. Die Präcision, der
Schwimg der von ihm geleiteten orchestralen Auffuhrungen
sichern ihm stets den einhelligen Beifall der Zuhörerschaft.
Das ist keine automatenmässige Taktschlägerei, das ist wohl-
durchdachtes, geist- und verständnissvolles Spielen auf dem
mächtigen Gesammtinstrumente — Orchester genannt. Die
Capelle versteht jeden, auch den leisesten Wink ihres Meisters
und geht auf seine künstlerischen Ideen und Intentionen mit
478
stets bereiter Hixigabe ein. Als besonders glanzvolle Repro-
dactionen ans dem 6. bis 15. Ooncerte nenne ich die Wieder-
gabe von Rienienscbneider*B „Jnlinacbt**, eines feinsinnigen,
genialen TonpoSms, welches im 8. Goncert das Publicum
ausserordentlich entzündete und sehr sympathisch aufgenom-
men wurde, der Symphonien von Klu^hardt in Omoil, von
Beethoven (No. 6 in Cmoll, No. 8 in Fdur und No. 6. Fasto-
rale), von Mo^rt (Jupiter), von Schubert (HmoU und Cdur),
von Baff („Im Walde^)^ von Manns (Preissymphonie in Es)
und von Brahms (No. 1 in OmoU); femer der Ouvertüren zu
„Tannhäuser**, „Egmont**. „Euryanthe^ und „Friedensfeier**
von Beinecke, weiter des Trauermarsches aus Wagner's
„Götterdämmerung'*, des yorn>iels und „Isoldens Liebestod*'
aus Wagner's „Tristan und Isolde**, endlich des „Phaöton** von
Saint-Saöns, letztere beiden Werke im 13. Goncert. Grosse
Hochgenüsse bot das 15. Goncert am 11. Sept. Schumann's
9. Symphonie in Gdur, schwunfi^voU au%eftülrt, erzielte in allen
Sätzen stürmischen BeifjEJl. Ebenso elektrisirten die übrigen
orchestralen Gktben des Gonoertes: Vorspiel zuSchröder^s Oper
„Aspana** und Eine Faust-Ouverture des unsterblichen Bav-
reutner Meisters in ihrer brillanten, feuersprühenden Ausfhn-
mng das Publicum. Ausserdem kam noch zu Gehör M. Bruch's
2. Violinconoert in DmoU, dessen pathetischer erster und ge^
sangreicher zweiter Satz anzuerkennen sind, w&hrend der
dem zweiten anfeschloesene Schinassatz von Trivialitäten nicht
freizusprechen ist. Das Goncert wurde ganz wundervoU von
unserem (3oncertmeister Gorbaoh gespielt, üeber diesen
ezceUenten Gheiger noch einige Worte. Wir freuen uns, die-
sen hervorragenden Künstler den Unseren nennen zu können.
Eine kostbare Beihe der besten Violinconcerte hat er uns in
der diefijfthrigen und vorjährigen Saison mit gleicher Meister-
schaft gespendet: Bruch's GmoU (zwei Mal) und Dmoll, Beet-
hoven, Wieniawski (DmoU), Spohr's „Gesangscene** etc. Schon
aus dieser Zusammenstellung erhellt seine IJniversalität.
Höchste Eleganz und Schönheit in Ton und BogenftÜirung,
absolute Beinheit der Intonation, Gorrectheit una Sauberkeit
der Passagen, vollkommene Technik stehen ihm zu Gebote.
Die Spohrsche „G^esangscene** z. B., an welche sich heutzu-
tage nicht eerade viele Virtuosen wagen, wurde von ihm in
jeder Beziehung meisterlich wiedergegeben. Das seelenvolle
Spiel im langsamen Mittelsatze, die schwierigen DoppelgrijBf-
eänge in Terzen, Sexten, Octaven, Dedmen, nicht minder
die so heiklen DopneltriUer, bei äusserster Gorrectheit und
Beinheit in spielender Leichtigkeit dargeboten, erregten vor-
behaltlose Bewunderung: kurzum, es war eine Meisterleistung.
Nicht unerwähnt will ich lassen, dass der von hier abgehende
Violoncellist Hr. Alfred Martin im 8. Goncert das Amoll-
Goncert von Davidoff mit ausgezeichneter Bravour und bestem
Gelingen unter grossem Beuall vortrug; würde er dasselbe zu
seinem Debüt in Helsingfors wählen, so dürfte dies eine
höchst vortheilhafbe Introduction sein.*) F. F.
Concertumschau.
Genf. 14 (3oncerte in der Elathedrale v. St Pierre, ver-
anstaltet während des Monats August von Hm. Barblan:
Solovorträge des Hm. Barblan (Org., Fugen in GmoU, AmoU
u. Emoll, Gmoll-Phant., Sarabande etc. v. S.Bach, Variat. a.
Op. 1 u. Pröludes in Gmoll u. AmoU v. 0. Barblan, „L* Adieu
des Bergers** a. „L'Enfance du Ghrist** v. Berlioz, Praelu-
dium üb. „0 Traurigkeit, o Herzeleid** v. Brahms, Toccata
etc. V. Dubois, Adagio a. Op. 16 v. G. Franck, AUe^etto
V. Gade, „Priöre**, Variat. a. Op. 42 etc. v. Guilmant, Finale
a. dem DmoU-Gonc. etc. v. Händel, „Legende** v. Th. Kirch-
ner, Introd. u. Andantino a. Op. 177 v. F. Lachner, Andante
v. Lemmens, Offert, a. der Graner Festmesse v. Liszt, Sätze
a. der 1. u. 2. Son. etc. v. Mendelssohn, Sätze a. Op. 89, 49,
88 u. 118 V. G. Merkel, Son. Op. 88 v. J. Bheinberger,
Finale a. „Noöl** v. C. Saint-Saöns, Andantino v. Salom6,
Adagio relig. v. H. v. Senger, Fragment a. „Parsifal** von
Wagner u. AUegretto a. der 6. Symph. v. Widor, darunter
verschiedene Nummern in wiederholter Aufführung), der Sän-
gerinnen Frau Kraffl u. Frls. Mercier u. Trouchet (Arie v.
Gaul etc.), der Sänger HH. G. H., Nagy u. Saxod, der Vio-
linistin Frl. Bumitz, des Violinisten Hm. Sommer (Elegie v.
*) Der Weggang dieses jungen ungemein talentirten
Künstlers, welcher seine Studien am k. Gonservatorium zu
Leipzig unter Julius Kiengel gemacht hat, ist jedenfalls ein
Verlust für die Sondershäuser HofcapeUe. D. Bed.
Massenet, Pröl. a. „Le Döluge y. Saint-Saöns etc.) u. der
Violoncellisten HH. J imod u. Lang. (Die Programme dieser
Goncerte unterscheiden sich in mren Orgelnummem nur
wenig von denen der Goncerte, welche derselbe Künstler im
Monat JuU veranstaltet hat. Der treffUche Organist wird
dafür sicher im nächsten Sommer mit ganz neuen Program-
men seine Zuhörer überraschen.)
Leipzig. Abendunterhalt, im k. Gonservat. der Musik
am 16. Sept.: Glavierson. Op. 24 v. Weber = Hr. Turner a.
London, (JlayiersoU v. Ghopm, Paderewski (Mel.) u. Schu-
mann rlNoveUette** Op. 21 , No. 3) «» Frau Riese aus New-
York, Gesangsoli y. Schumann u. Gade = Hr. Pinks a. Pausa,
Violinconc. v. Mendelssohn = Hr. Lauboeck aus Wunsiedel,
EmoU-Glaviertrio v. Haydn = Frl. Schinkel a. Gleveland (Ohio)
u. HH. Lauboeck u. SchlemüUer a. Leipzig, GmoU-GLavierconc
V. Mendelssohn = Frl. Burbage a. Washington.
Sondershaosen. Lohconcerte (Prof. Schröder): No. 16.
2. Symph. v. Schumann, Eine Faust-Ouverture v. Wagner,
Vorspiel zur Oper „Aspasia^ v. G. Schröder, 2. Violinconc.
▼. Bruch (Hr. Gorbach). No. 16. Reformationssymphoiiie v.
Mendelssohn, Seren. £ Streichorch. v. H. Hof mann, „Ana-
kreon**-Ouverture v. Gherubini, ViolonceUvorträge des Hm.
A. Martin (2. Gonc. v. G. Schröder und Russ. Phant. von
Davidoff).
Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort tmä
Datum müssen vollständig unbeachiet bleiben!
Engagements und Gltte in Oper und Concert.
Frankfart a. M. Als Manrioo gastirte hier Hr. Lnnde
aus Danzig, ein junger Sänger mit hübschen stimmlichen
Mitteln, aber noch ganz ungenügender Scbulung, sodass man
sein hiesiffes Auftreten als venrüht bezeichnen muss. —
Halle a. S. In unserem schmucken Stadttheater wird in der
bereits eröffiieten Saison als OpemcapeUmeister ein Hr. Beig
fungiren. Als Heldentenor tritt Hr. Galiga, als Bariton Hr.
Eilers neu in das Opemensemble ein. — HambUFg. Dem
Director unseres Musentempels muss man nachsagen, dass er
für aufgehende Kunststeme eine feine Nase hat. So wurde
neuestens der Tenorist Hr. Grüning fär unser Opemensemble
von ihm gewonnen, ein Künstler, der sicher eine bedeutende
Zukunft vor sich hat, falls er seine Kräfte in dem geschäfts-
mässigen Kunstgetriebe des Hm. Hofrath PoUini nicht vor-
zeitig aufbraucht. — Worms. Im Festspielhaus wird in der
bevorstehenden Saison eine Beihe Opemaufführungen seitens
des Mainzer Opempersonals stattfinden.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 17. Sept. „0, Heiland, reiss
die Himmel auf" v. J. Brahms. „Gredo" v. M. Hauptmann.
18. Sept. „Nicht unserm Namen, Herr, sei Ehre gegeben*' v.
Mendelssohn.
Torgau. Stadtkirche: 18. Sept. „Gross sind die Wogen**
V. E. F. Richter.
Zwickau. St. Marienkirche: 21. Aug. bis Ende Sept.
„Der Herr ist mein Hirte" v. H. Kretzschmar. „Sanctus" v.
Bortniansky. „Wir anbeten dich" u. „Ecce quomodo moritur"
V. GaUus. „Gloria" a. der Esdur-Messe v. Schubert. „Herr,
zu dir will ich mich retten" v. Mendelssohn. Psalm 67 v
»A. Hase.
Vermiscilte Mittlieilungen und Notizen.
* Die Golonne-Goncerte in Paris werden am 16. Oct.,
die Lamoureux-Goncerte ebendaselbst am 23. Oct, be-
ginnen.
* Die berühmte Leipziger Gla viörfabrik JuliusBlüthner
wird in Berlin vomOctober ab einen Concertsaal, mit ihrer
dortigen Filiale verbunden, für Concortgeber unter günstigen
Bedingungen disponibel haben. Neben dem Saal Bechstein
wird also auch ein Saal Blüthner in der Reichshauptstadt
existiren.
* Das k. Gonservatorium zu Dresden hat. einem viel-
gehegten Wunsch von Interessenten entsprechend, am 15. Sept.
eine Zweiganstalt in Dresden-Neustadt mit einer an-
sehnlichen Anzahl von Schülern eröfinet.
479
* Dieser Tage wurde im Vestibüle des Fenioe-Theaters
in Venedig^ eine sprechend ähnliche Marmorbüste Yerdi's,
ein Werk des Bildnauers Ang:asto Benvennti, feierlich ent-
hüllt.
* Ein Bichtersprach des Senats in St. Petersbnrg hat die
Heränggabe einer Serie von nachgelassenen Werken
G h OD i n ' s gestattet, deren Eigenthumsrecht den HH. Gtebetner
& Wolff durch die Erben einer Schwester Chopin*8 bestritten
worden war.
* Das Project einer sogen, „zweiten'' Oper in Berlin
scheint plötzlich wieder ins Wasser gefallen zu sein, anschei-
nend aus Mangel an dem zur Gründung nöthigen kleinen G^lde.
* Bich. Wagner*s „Lohengrin** ist während des
1. Jahres seiner Pariser Aufführungen 64 Mal in der franzö-
sischen Hauptstadt in Scene gegangen.
* Die Komische Oper in Paris hat dieser Tm^ mit
Massenet's zum 151. Male gegebener „Manon** ihre Pforten
wieder eröfi&iet.
* Das Monnaie-Theater in Brüssel hat mit Yerdi*s
. A'lda'* die Saison erö£fnet. Die alten bewährten Kräfte wur-
den herzlich bewillkommnet, die Debütanten durch ermuntern-
den BeifiEdl belohnt.
* Im Hoftheater zu Sondershausen wird in n. Saison
erstmalig die neue einactige Oper „Der Askef des dortigen
HofBapeUmeisters Prof. 0. Schröder in Scene gehen.
* In der Presse spukt in letzter 2ieit ganz mächtig eine
neue Oper des Geigenvirtuosen Hrn. Hubay recte Huber.
Zur Erhöhnnjg; des äteresses an dem bevorstehenden Ereig-
nisse einer öf^ntUchen Auäührung derselben wird neuerdings
sogar mitgetheilt, dass der Gomponist das in der Novität vor-
gesehene Violinsolo hinter den Ooulissen eigenhändig spielen
werdö, und zwar auf einer echten Stradivarius! Es fehlt
nur noch die Angabe des zu benutzenden Bogens und Golo-
phoniums, um den Knalleffect vollständig zu machen.
* Impresario Iiafi;o wird imOlympia-Theater in London
im October eine Italienische Opernsaison eröfinen. Von
Keuigkeiten des Bepertoiree sind „Eugene Oneguine** von
Tsohaikowskj und eine dem Titel nach noch unbekannte
Oper von Puccini in Aussicht genommen.
* Maöstro Mascagni, der Gomponist der „Gavalleria
rusticana**, ist gegenwärtig in Wien der Gegenstand der Yer-
fötterung seitens des Pubncums. Er hat in der Ausstellunfir
ereits zwei Mal seinen „Amico Fritz^ persönlich dirigirt und
wird später das Gleiche in der Hofoper mit demselben Werke
und der „Gavalleria rusticana** thun.
* An Stelle des kürzlich heimgegangenen Hofcapell-
meisters Kahle ist Hr. Dr. Muck, zuletzt als Ganellmeister
am Deutschen Landestheater zu ^rag, an die Hofoper zu
Berlin berufen worden. Es hiess vor einiger Zeit, dass Hr.
Ho&ath Pollini denselben an seine Hamburger Bünne enga-
girt habe, welcher Mittheilung die Berliner Anstellung wider-
spricht. Wie Sein dortifi;er Gollege Hr. Weingartner war Hr.
Dr. Muck ebenfalls Schüler des k. Gonservatonums zu Leipzig
und erregte schon damals durch sein hervorragendes Talent
Aufsehen.
* Hr. Gustav Hinke, nicht nur Einer der allerersten
Meister seines Instrumentes, sondern auch ein durch echte
künstlerische Gesinnung^ und wahre Herzensbildung sich aus-
zeichnender Mensch, ocging in vor. Woche das 25jährige
Jubiläum seiner Thätigkeit tSs 1. Oboer des Leipziger Theater-
und Gewandhausorchesters.
* Hr. Anton Rubinstein soll die Absicht haben, den
sehr zweifelhaften Ruhm, den er auf litterarischem Gebiete
sich erworben hat, durcn Niederschrift seiner Memoiren zu
vermehren.
* Der Bariton Hr. Max Heinrich ist zum Director des
Gonservatoriums in Milwaukee erwählt worden.
* Hr. W. F. Nicolai im Haag- erhielt den Niederländi-
schen Löwen-Orden verliehen, während der Gomponist Hr.
J. 0. Boers in Delft zum Ritter des Ordens von Oranien-
Nassau ernannt wurde.
Todtenllste. Albert G. Ryder, in Boston sehr angesehener
Sänger, f, 55 Jahre alt. — Garl Faust, bekannter Tanzcom-
ponist, f, 67 Jahre sdt, am 12. Sept. in Kadowa.
Offener Sprechsaal.
Zu meiner Methode der Schlüssel-Lehre.
In No. 14 des 1. Jahrg. d. Bits, habe ich einen Artikel ver-
öffentlicht, der die Bedeutung meiner Methode erklären soll,
die ich in einer vorher erschienenen Schrift „Die Schlüssel-
und Transpositions-Lehre in der Musik*' ausfiihrlich nieder-
£ siegt habe. Am Schlüsse dieses Artikels habe ich meine
eser gebeten, sich darüber ein ürtheil zu bilden, ob 1) das
Princip, das ich bringe, absolut betrachtet, verfeendbar ist in
dem l^nne, dass es zugleich Klarheit una Schnelligkeit des
Lernens bedinfi^ und ob es 2), relativ betrachtet, verwendbar
ist in dem Sinne, dass es einen Fortschritt gegen andere
bedeutet.
Es. sind drei Entgegnungen erschienen: Eine in No. 19
von E. Grüel, Eine in No. 20 von Dr. Johannes Merkel und
Eine in No. 86 von Richard Timmerscheidt. Ich werde hier
auf alle Drei gleichzeitig antworten.
Zunächst muss ich oedauern, dass sich Keiner meiner
G^ner an meine beiden Fra^n gehalten hat; die erste Frage
ist nur berührt, und die Zweite ist gänzlich übersehen worden.
So hat denn leider diese Disputation nicht den Zweck eines
allseitigen Durchdenkens erreicht. Jeder meiner Gegner hat
sich nur an ein paar Einzelheiten gehalten und diese von einem
nach meinem Urtheil recht einseitigen und subjectiven Stand-
punct aus beleuchtet
Was den Vorschlag von E. Grüel angeht, so hat E. Grüel
gerade die Ergebnisse meiner Schrift ganz unber1!Lck8ichtigt
(lassen. Unser Schlüsselsystem ist historisch aus foljgendem
ystem entstanden:
Sv
Das heisst also: man zeichnete die Noten auf Linien und nahm
so viele Linien, als man gerade nOthig hatte. Zur Erleichte-
rung der Uebersicht benannte man nicht eine einzige Linie,
sondern eine ganze Anzahl, im Abstand von je Zweien. Genau
das ist es nun, was ich wieder verwerthe. Zunächst benenne
ich nicht das tieüste G, sondern das nächste höhere H, und
zwar mit dem Gamma-Zeichen (F), sodass also mein System
so aussieht:
m
:ö2:
Dann stelle ich den ersten Grundsatz zum Verständniss der
Schlüssel auf, dass nicht die Linien das Feststehende und die
Schlüssel das Bewegliche sind, sondern umgekehrt die Schlüssel
das Feststehende und die (5) Linien das Bewegliche. Und
darauf entlehne ich der obigen Figur die Systematik der
Mehrpuncte, indem ich bei jäem Schlüssel die Beiden oder
den Nachbarschlüssel hinzufüge. Diese Systematik der Mehr-
puncte ist das vorzüglichst« Mittel, die Schlüssel schnell zu
erlernen. Durch diese Systematik zerfallen alle Schlüssel in
zwei Gruppen: in die, zu denen man beide Nachbarschlüssel
hinzustellen kann, weil sie auf der mittleren Linie stehen,
und in die, zu denen man nur einen Nachbarschlüssel hin-
zufügen ksmn, weil sie auf der 2. oder 4. Linie stehen. Die
Schlüssel auf der obersten und untersten Linie werden in
meinem System nie als selbständige, sondern stets als Nach-
barschlüssel aufgefSeisst.
E. Grüel ignorirt diese Ergebnisse meines Systems voll-
kommen und macht dann eine Anzahl von praktischen Vor-
schlägen, die übrigens zum Theil schon bekannt sind (siehe
die Clavierschule von Riemann). Dass E. Grüel an Stelle
meiner Quinten-Reihe eine Terzen-Reihe setzen will, ist erstens
ganz willkürhch und zweitens sehr unpraktisch, weil es sich
um vier Quinten (c — f, c — g, g— d, f — h) handelt, dagegen
um eine unübersichtliche Anzanl von Terzen.
Dr. Johannes Merkel bringt ausser seinem Urtheil über
mein System noch den Elflinien- Vorschlag, den Riemann in
480
seiner Glavierschule faktisch verwandt hat, ohne dass er das
zu wissen scheint. Was seine Beptierkmxgen zu meinem Sy-
stem angeht, so muss ich diese als unzulänglich bezeichnen.
Dr. Johannes Merkel sagt: „Ob ich das c durch den C-
Schlüssel auf der mittleren Linie oder durch den G-Schlüssel
auf der obersten oder endlich durch den F-Schlüssel auf der
untersten Linie bezeichne, ist gleichgiltig. Ebenso würde der
C-Schlüssel auf der untersten Linie dem G-Schlüssel auf der
mittleren Linie, der G-Schlüssel auf der 4. dem F-Schlüssel
auf der 2. Linie entsprechen. Li diesen drei Fällen steht
immer nur ein Schlüssel da, wo er auch in der Praxis vor-
kommt: der— C-Schlüsselj dagegen sind die zur Vergleichung
herangezo^nen G- und F-Schlüssel auf Linien gesetzt, auf
denen sie in der Praxis keine Berechtigung haben." [Das soll
wohl nur heissen: „auf denen sie in der Praxis nicht vor-
kommen"?!! „Hieraus geht hervor, dass dieser Vergleich die
Kenntniss der Noten im F- und G-Schlüssel voraussetzt und
nur dazu dienen soll, die Erlernung der in den C-Schlüsseln
geschriebenen .zu erleichtern." Verzeihen Sie, Hr. Doctor,
diese Logik kann ich nicht fassen. Also in diesen drei Fällen
kommt der Ot- und F-Schlüssel auf Linien vor, in denen er in
der Praxis nicht vorkommt, und ich setzte folglich (!!) die
Kenntniss dieser ungebräuchlichen G- und F-Schlüssel voraus,
um die C-Schlüssel zu lehren? Das ist ja aber — ein Nonsens!
Wenn ich die Kenntniss der ungebräuchlichen F- und G-
Schlüssel voraussetzte, dann brauchte ich doch wohl überhaupt
nicht die (gebräuchlichen) C-Schlüssel zu lehren, weil sie mit
ihnen identisch sind. Wenn hier der F- und G-Schlüssel auf
ungebräuchlichen Linien vorkommt, dann setze ich doch nicht
deswegen (!!) seine Kenntniss voraus! Sollte Hmen vielleicht,
als Sie „F- und G-Schlüssel" hinschrieben, in Gedanken der
biedere Violin- und Bassschlüssel vorgeschwebt haben, das
heisst der G-Schlüssel, der auf der 2. Linie steht, und der
F-Schlüssel, der auf der 4. steht?
Wie eine Anmerkune; der Redaction in No. 36 erklärt,
hat Richard Timmerscheidt seine Entgegnung auf den Wunsch
der Redaction in eine „Beleuchtung" meiner beiden Schriften
umgewandelt. Was den ganzen Tß)n dieser Beleuchtung an-
feht, so fiLllt dieser auf seinen Urheber zurück; ich kenne
ie^ Tpnart nicht ausreichend, um in ihr Richard Timmer-
scheidt antworten zu können. Ich bescHrähke mich'dahet'a^lf
«ine Erwägung des sachlichen Gehaltes dieser Beleuchtung.
Inwiefern es -prätentiös" ist, dass ich im Vorwort meiner
zweiten Schriift erwähne, meine Erste sei am 28. November
1891 herausgekommen, vermag ich nicht zu verstehen, das
ist nach meiner Absicht nur eine Zeitangabe. Wenn Richard
Timmerscheidt durch den Hinweis auf diesen geringfilgigen
Umstand „zeigen" will, dass ich Alles, was, ich sagte, präten-
tiös vortrüge, so ist das ein reizendes Progn'ostikon mr seine
Sachlichkeit. Richard Timmerscheidt meint, dass der Inhalt
meiner ersten Schrift „eigentlich" nur ein Aufzählen aller
möglichen Schlüssel sei. Nun ja. „eigentlich" ist Schopen-
hauer's „Welt als Wille und Vorstellung" nur eine — Zusam-
menstellung von Buchstaben. Meine Transpositions-Lehre
sei mechanisch und unfruchtbar, wirft mir R. T. vor. Zu-
nächst führe ich überhaupt nur die Transpositions-Lehre vor,
soweit sie angewandte Scülüssel-Lehre ist (siehe mein Buch),
und zweitens ist sie so nicht unfruchtbar. Die von Riemann
geforderte „vielfältige Variabilität der Auffassung der Ton-
höhebedeutung des Liniensystems" (Generalbassspiel Seite 28)
setzt doch die Kenntniss der sieben Schlüssel voraus! Natür-
lich behandelt Riemann die Transpositions-Lehre erschöpfen-
der als ich, weil sie mir nicht Selbstzweck ist, sondern An-
hang. Wenn R. T. meint, es sei eine „amüsante Schmeichelei
für die Leser der Schrift", dass ich erkläre, eine stark ge-
färbte Subjectivität sei verständlicher und kraftvoller, als eine
abgeklärte Objectivität, so irrt er; um eine Schmeichelei han-
delt es sich mir nicht, sondern um das Hervorheben einer
bekannten Thatsache. Sollte sie R. T. nicht bekannt sein?
Dann führt R. T. ein paar Stellen meiner zweiten Schrift an.
die ihre Spitze gegen die Oberflächlichkeit des üblichen Unter-
richts ricnten, wie sie sich besonders in der Damm'schen
Cla vierschule zeigt, und findet darin nichts Anderes, als
„Grobheit". Das .nennt man Kritik! Also ich decke mit der
deutlichsten Klarheit die vorhandene Oberflächlichkeit auf,
ich bekämpfe sie auch praktisch, indem ich die Frucht meines
langen und ernsten Nachdenkens der musikalischen Welt über-
reicne, und nun wird mir nichts Anderes gesagt, als dass ich
„grob" sei!! Soll man denn die Dummheit becomplimentiren
und das Gute zum Fenster hinauswerfen? Ist das „Höflich-
keit"? Was die „Masse von Wunderlichkeiten" angeht, die
Richard Timmerscheidt in meinen Schriften findet, so muss
ich ihn bitten, mir zu zeigen, wo ich diesen Unsinn ge-
schrieben hätte. Wo verlange ich filr die Praxis die Ein-
führung des C-Schlüssels auf der 2. Linie für den Alt? Wo?
Sage icn nicht vielmehr ausdrücklich, dass der Aenderung
der Praxis wohl unüberwindliche Schwierigkeiten entgegen-
stehen dürften? Wo verlange ich die Einführung des Bariton-
Schlüssels? Wo? Was ist denn das für ein Manöver, Unsinn
zu erdenken, der genau Dem widerspricht, was ich gesagt
habe, und nun zu oehaupten. ich hätte diesen Unsinn ausge-
sprochen, und sich über mich lustig zu machen? Dass die Ein-
führung eines C-Schlüssels zwischen der mittleren und 4. Linie
für die Tenorstimme nützlich wäre, zeigen die praktischen
Versuche, die man damit schon gemacht hat, und die viel-
fachen Bemerkungen. Bei der Anwendung des Violinschlüs-
sels liegt, abgesehen von der rohen Fehlerhaftigkeit, der
Uebelstand vor, dass man häufig nicht weiss, ob Tenor oder
Sopran gemeint ist. Dieser Schlüssel kann nicht, wie R. T.
behauptet, mit zwei anderen C-Schlüsseln verwechselt werden,
weil sich diese Verwechselung beim ersten Ton schon durch
die Secunden-DifPerenz verrathen würde. Dass er aus meinem
System herausspringe, ist unerweisbar. Richard Timmerscheidt
mag sich dies System einmal ansehen, ehe er so summarische
Behauptungen aufstellt. In meiner zweiten Schrift wird er
am Anfang ausreichende Belehrung finden. Dass man nach
der „guten alten Methode" lernen solle, finde ich etwas — be-
qvea. Das Trägheitsgesetz regiert ja die W«lt, aber, nieh^
soweit, dass es nie überwunden werden könnte. Die Behaup-
tung, dass man vor meinen Büchern über das Wesen der
Schlüssel Nichts gewusst habe, stellt Richard T. auf, nicht ich.
Wenn er sich darüber lustig macht, — ich thue es auch. Zum.
Schluss citirt R. T. noch meine Bemerkungen über die Ober-
flächlichkeit eines grossen Theiles der modernen Kritik, er
weiss wieder nichts Anderes daraus zu nehmen, als „Arro-
ganz", trotzdem er gleichzeitig die Forderungen, die icn auf-
stelle, als „richtig"^ anerkennt. Ist das nicht widersinnig?
„Da muss man denn doch Protest erheben, nicht gegen me
richtigen Forderungen von Arend, sondern gegen flire arro-
fante Anwendung!" Also meine Forderungen sind richtig,
ass ich sie aber ausspreche, das ist arrogant? Mein lieber
R. T., die Arroganz liegt auf Ihrer Seite, nämlich darin, dass
Sie mit der Prätention auftreten, eine „Kritik" •) meiner Bücher
zu geben und dass Sie Nichts als Ihren Subjectivismus geben,
den Subjectivismus eines recht mediokren Subjectes. Ich bin
es, der den Lessing für sich hat, nicht Sie; lesen Sie einmal
gelegentlich nach, was der von der Kritik verlangt. Nicht
Gheistreichelei und Witze und einseitige Schlagworte, die ihre
Wirkung auf die grosse Masse nie verfehlen, sondern mann-
haften Ernst, unbestechliche Wahrheitsliebe, wirkliches Wollen.
Das verlange auch ich von Ihnen, mein Verehrtester!!
Max Arend.
*) Warum nicht mehr „Beleuchtung" ? D. Red.
Kritischer Anhang.
Neue Lieder für eine Singstimme mit Clavier-
begleitung.
Henri PetPl. Sechs Lieder, Op. 4. Leipzig, Fr. Kistner.
Zu den neuen Liedern, die kennen zu lernen uns Freude
gemacht hat, zählen namentlich auch diese von Petri : sie sind
wirklich sehr schön und innig in der Stimmung und in jeder
Hinsicht von grosser Noblesse. Es sind zwei herzige Stücke
im Volkston nach Chamisso und Albert Träger, ein „Li-
thauisch", das etwa wie Chopin's „Das Ringlem" anmuthet,
ein edel-einfaches „Glücklich, wer auf Gk)tt vertraut" zu den
herrlichen Worten von Hoffmann von Fallersleben und zwei
reizende Pi^cen nach Mirza-Schafl&r („Neier, schöne Knospe")
und Reinick („Die Ablösung").
481
Cftsar Cui. Drei Lieder, Op. 87. Hamburg, D. Bahter.
Treffliche, mit grosser Sor^alt ausgeführte Lieder, von
denen sich das Dritte, nach Treitschke's ^.Liebst du um Schön-
heit?^, durch tieferen Stimmungsgehalt auszeichnet. Im
ersten Liede (Takt 14) ist noch ein Dedamationsfehler stehen
geblieben; es h&tte das mit dem zweiten Achtel beginnende
fiüAUptwort doch auf den schweren Takttheil ÜEtUen und die
vorher gehende leichte Silbe schon auf den Auftakt kommen
müssen.
Alexander Dorn. Zwei Lieder, Op. 187. Berlin, 0. A. Ghal-
lier & Co.
Es lohnt sich nicht, von so gewöhnlicher Musik, wie sie
sich in diesen Dom'schen Liedern findet, Weiter zu reden.
Franz Graber. Wanderlieder. München, Alfred Schmid.
Anspruchslose und äusserst bescheidene Liederchen nach
Gtedichten von Uhland.
Emsl Heuser. Vier Lieder, Op. 18. Göln, Alt A übrig.
Die Gedichte von Hermann Margraff, Eugen Leyen^ Oari
Sehneider und Hermann JSl^tke, die Heuser mr 8C& vorlie-
gendes Opus zur miisikalifichen Dlustra«ion ausgewählt hal,
ei&rnen sich gut fiir ihn; es geht in den Versen reckt freund-
lich und anmuthig zu, und gerade auf das Zierliche und Ge-
fällige ist der junge Gomponist mit seiner Begabimg hinge-
wiesen, wie diese Xiieder wieder bestätigen.
Arno Kleffel. Sechs G^esänge, Op. 86. Magdeburg, Hein-
richshofen's Verlag.
Arno £leffel*s Lieder thun sich durch ausseroidentlichen
Inhalt nicht hervor, aber wir haben sie doch gern, weil die
heiteren darunter nirgend die Grazie und Feinheit vermissen
lassen und die von ernsterem Charakter manchmal auf tie-
feren Ursprung hinweisen.
Louis Bödecker.
Brie f l£ a. s t e n.
P, y. R, in S, Wir können Ihnen eine nähere Auskunft
über die in Bayreuth zu eröffnende Schule nicht geben, wen-
den Sie sich deshalb mit Ihrer Frage direct an den Verwal-
tungsrath der Bühnenfestspiele dasdbst.
E. F, in C, Die Oper heisst nicht „Kriemhild**, sondern
.Kunihild*'; auch ist der Gomponist keineswegs Theater^
director.
A, B. in M, Der Brahms- Artikel von Ph. Spitta ist eigens
für die Sammlung y^xxt Musik*' geschrieben, hat also in keiner
Zeitschrift gestanden, was ja auch im Vorwort bemerkt ist.
W, R. in K. Es schadete Nichts, wenn die von hier aus-
gehende Bewegung gegen Beclameschwindel auch auf die
Inserate gewisser liiusäverleger mit ihren da Gapo- Albums
und Aehmichem ausgedehnt würde.
Anzeigen.
SpaDgenberg'sehes Conservatoriiim fllr Hnsik zn Wiesbaden.
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und Orchesterstimmen in Abschrift leihweise J6 10, — .
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^ ^ ^ ^ t OTÜnMi^cn
cm cm cmct .«n"rV„"r„
eilbung im
ft(at)ierbte( flel(flen ift, bem em^fe^len loit bot
^«miti'lc^e xBen*) auf bad bringcnbfte; koir flnb
Ühtihtuqt, baft es eine gcole ^utunft Jat.
Üivlllui. ÜMDtmblatt, f riijlg.
*)4I. 9amttt^ ftlabterfc^ule u. SRetobieenf^a^. 4Jk 9(bfa$ flbec SOO,000(E£.
©(^toalntS Tfifltt^en Übungen, i Jk
— fBfd iUT ftunftfertigfeit, 132 orb^re (Stuben bon dlementi, dxamn.
— übungSbuci^. 93 fleine (Stäben bon S^erni), ä<^itt, Raff u. a.
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No. 1, Zwei Grabgesänge; „Tfoat" von E. Dunker.
„Nicht die Thräne kann e« Bugen" von Peter Cor-
nelins (föi H&nDerckoT). Op. 71 . . . Ji 1,55.
Partitur 75 4- Jede Stimme 20 ^■
No. 2. Dentacbea Reiterlied, von A. A. Naaf (f.M&nner-
chor, 2 Trompeten nnd Panken). Op. 79 . Ji 1,65.
Partitur 60 ^. Jede Stimme 15 4.
No. 3. Dar welke Krana, von Wilhelm Herta (för
gem. Chor, Sopran, Alt, Tenor nnd Bass). Op. 80.
^ 1,55.
Partititr 75 ^. Jede Stimme 20 4-
No. 4. Auf der Wacht, von Carl Stieler (för Männer-
chor). Op. 81a .^1,20.
Partitur 60 4. Jede Stimme 15 4.
No. 5. Die Soldatenhraat, von Martin Qreif (für
Männerchor). Op. 81b .A 1,10.
Partitur 50 ^. Jede Stimme 15 4-
No. 6. Begrüasnng, von Priedr. Bhoda (fär MAnoer-
chor). Op. 82a Ji 1,55.
Partitnr 75 4. Jede Stimme 20 ^.
No. 7. Frühling, von V. Bläthgen (für Mannercbor).
Op. 82b Ji 1,96.
Partitur 75 4. Jede Stimme 30 4.
No. 8. Am Ammersee, von Ernst Ziel (fiir M&uner-
chor). Op. 83 M 2,20.
Partitur 1 ^. Jede Stimme 30 4-
No. 9. Drei Volkslieder: „Deanderl, wo hast denn dei
Kammerl?** — „A' Oöscherl mnasst habn" — „Ei, da
liehs Engelein!" (för Mfinnerchor bearbeitet). Ji 1,85.
Partitur 65 4. Jede Stimme 30 4.
AnsoUnsEe an die HuBikgeBohiohte von
A. W, AmbroB.
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Wilhelm Langhans.
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Eine kurzge&^ste Einleitung recapitulirt die zum Ver-
et&ndniss der neueren Musikeeecbichte wichtigsten tonktlnatr.
terischen Ereignisse der früheren nachcbristlicben Jabrhun-
derte, um so£uin das ErvnKjhen des durch die Banaiaeance
erzeugten neuen Qeiat«8 der Tonkunst eu echildem und ein
vollständiges Bild ihrer weiteren Entwickelung in den ver-
schiedenen YerzweiKungen der Vocal- und Instrumentalmusik
von den An&ngen der Oper, von Sebastian Bach und Händel
bis auf die Gegenwart in m&glichster Objectivit&t, dabei in
anmutbender Form zu entwerten. [^^-]
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zu Berlin, Dresden, Dessau, sowie vom Philharmonischen
Orchester-Verein zu Boston und zuletzt in Leipzig vom
LisBt-Verein mit durchschlagendem Bürfolg zur Aufführung
gebracht. Der zweite Satz eignet sich auch vorzüglich zum
Einzelvortrag. Wir empfehlen den verehrten Concert-
directionen und Musikdirectoren das Werk aufs Angelegent-
lichste. [991a.]
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sowie direct vom Verleger.
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a) Zu 4 HUnden.
Gouvy, Theodore, Op. 83. Ghiribizzi. 12 Morceaux.
Cahier I (No. 1—6) Ji 6,—.
Cahier II (No. 7—12) „ 6,—.
Langer, Ferdinand, Vorspiel zur Oper „Murillo ''. „ 1,50.
Reimiold, Hugo, Op. 22. Symphonie Cdur (Arr.) „ 7,50.
b) Zu 2 Mnd^n.
Lamberg, Joseph, Op. 14. 2 Morceaux.
No. 1. Valse expressive Jt 1,20.
No. 2. BarcaroUe „ 1,20.
— — Op. 15. 2 Morceaux.
No. 1. Berceuse (An der Wiege) . . . „ — ,80.
No. 2. Fileuse (In der Spinnstube) . . „1,50.
Langer, Ferdinand, Vorspiel zur Oper „Murillo". „ 1, — .
— — Potpourri aus der Oper „Murillo** . . „ 3, — .
Liszt, Franz, Notturno No. 2 aus „ Liebes-
träume ** (100 Stücke aus Ciavierwerken der
Zeitgenossen, No. 65) » 1, — •
Reinecke, Carl, Transscriptionen-Album. Band
I, n je v4 1,50 netto.
WIeniawski, Joseph, Op. 19. Impromptu.
Nouvelle Edition „ 1,50«
— — Op. 33. Etüde de Concert. Nouvelle
Edition „ 1,50.
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lage. Eleg. geb. 6 M. [998p.]
Verlag von J. Sehuberth & Co., Leipzig.
Verlag von F. K C. Leuckart In Leipzigs
Messen
[994J
f\ir srezTLlsclxtexi Olxor
von
Josef Rheinbepgep.
Op. 151. Messe für ffemiscbten Chor (leicbt ausftdirbar).
Partitur M 2,40. I^gstimmen (ä 50 /^ JK 2,—.
Op. 159. Messe f%Lr vierstimmigen gemischten Chor mit
Orgel.
Partitur (zugleich Orgelstimme) Jt 6,—. Singstimmen
(& 60 4) Ji 2,40.
Die hier gebotene Musik ist so edel, weihevoll, anmuthig
und originell, dass sie nicht nur den gottesdienstlichen, son-
dern auch allgemein künstlerischen Zwecken entspricht und
auch ausserhalb der Kirche gern zu G^ör gebracnt werden
wird.
In Vorbereitung:
Josef Bheinbera»^!^) Op. 169. Messe in C ftlr gemischten
Chor mit Orchester oder mit Streichinstrumenten und Oiigel.
Partitur. Sing- und Orchesterstimmen. Orgelstimme.
Bone Pastor
för gemischten Chor mit Orgel
von
Philipp RQfep.
Op. 37. Partitur und Stimmen zusammen Ji 2, — . Stimmen
allein (& 15 ^) 60 /i&.
Der Ragt der SaliieriHien,
Text von Arthur Fitger,
ffOp ChoPp Solostimnteii und Orohestop
componirt von
Georg Vierling.
Op. 50.
Partitur gebunden 75 J6, Orchesterstimmen 100 Ji, Ckvier-
Auszug 8^ 10 Ji. Chorstimmen {j^2 J() % Ji. Textbuch 25 z^.
Von allen Chorwerken Yierling's ist der „Baub der
Sabinerinnen" das „firisoheste, erfindungsreichste und inter-
essanteste**. In mehr als 30 Stftdten wurde es, meist wieder-
holt, erfolgreieh au%eAihrt.
8«idn]igen mr Airiekt stokei n Dieistei.
Im Verlage von E. W. Frttxsch in Leipzig er-
scheint demnächst: [995.]
Komische Oper in drei Acten
von J. K.,
Musik
von
Heinrich Zöllner.
Partitur. Ciavierauszug mit Text,
Verlag von E. W. Fritzseh in Leiiiztg. [996.]
Werner, A«ir., Op. 42. Gavotte &a Violoncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Ji 2,—.
'k
484
Julius "ßlätAner, Weippff.
liilM HüliiClIS il Hof-PilllOtllTtlifilM.
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Dmdk von 0. 0. Böder in Leipsdg.
Hierzu eine Beilage von Otto Junne in Leipzig.
Leipzig, am 29. September 1892.
Inccl itimmcbe Bick-, Uui-
M iniUalüilmidlauBi, uwli
iirck Uli tmimai ti MiltbaL
^
Tis iai luibUielii Voctiiblitl
Mtimii iiiiadmiE liid u
iniai SManeu n idmtira
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E. W. Fritiaoh,
LsipEig, KOnlgMtraase 6.
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Dm MuBiValiaohe Wochenblatt ersoheint jährlich in 53 Nummern, Der Abonnementabetrftg
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Die Inaertionsgebtlhr«) für den Raum einer getpaltenen Tetitieile betragen 30 Pfenoige.
[Ho. 40.
Inhalt: FünfEig Theeen und Aphorlamen mr Verstondigunp libor Dr. HnBO Riamami'ii PhrMiraneHrBforni Von Dr. Carl Fncbe. — Kritik :
ChortteaBiigicliala. — Bio^tr&phiBches : EUlsaliaüi Lalslti^br. (HiC Portrait) — Tueageachioht« ; Uiulkbriete Koa Cätn nnd Wien iFurtsstenni
— Conoartomsoli«!!. — Kügsgemenl« und Öoatepiela In Opsr uod Conoert. — Kir-' "- .^•—-.•.~^- .< — ^..- — ■■ ■■
BBcherniarkt — VermiuhCe HitthelliuiKan und NotiESn. — Brlefkuteo.
C, Fömt,
Äii?g8Äürt«NöviW,tMU - Hnilkallon- und
Fünfzig Thesen und Aphorismen zur Verständigung
Über Dr. Hugo Riemann's Phrasirungsreform.
Von Dr.- Carl Fuchs.
Im Folgenden gebe ich die Grundzüge der An-
Bchanungen, die ich in meinen Büchern „Die Zukunft des
musikalischen Vortrages und sein Ursprang", Theil I und
II, und „Die Freiheit des musikalischen Vortrages im
Einklänge mit H. Riemaun's PhrasimngBlehre. Nebst
einer Kritik der Grundlagen poetischer Metrik und von
Lussy's Buch 1e Rythme" (Beide erschienen hei A. W.
E&femann in Danzig), vor nenn Jahren beginnend, ver-
fochten und erörtert habe; beziehungsweise wird es in
dem zur Zeit noch unvollendeten 3. Theile des ersteren
Buches geschehen. Daneben habe ich in dieser Zeit, in
erster Linie als Ciavierspieler, in zweiter als Orgelspieler,
gelegentlich auch als Dirigent jene Anschauungen pro
viribus et virtute verwirklicht, meist mit ausdrücklicher
Angabe dieses Bestrebens auf meinen Programmen. Ich
werde auch femer, ob ausdrücklich oder nicht, dieses
Bestreben festhalten. Und ob ich nun wollte oder etwa
nicht, ich kftnn nicht anders, ob Gott mir helfe oder
nicht; denn ich könnte mir ebenso gut das Gehirn aas
dem Eopfe nehmen, als die Aufschlüsse ignoriren wollen,
die mir überdies eine unerschöpfliche Quelle musikalischen
oft ungeahnten Entzückens waren und sind, wie ich es
jedem Musiker versprechen kann, der sich redlich bemühen
will, Riemann's Lehre und Zeichen zur Th&t zu machen.
Mit den Augen und den Ohren ist diese Runenschrift
leicht zu enträthseln , ja ihnen gibt sie überhaupt nicht
Räthsel, sondern nur Lösungen von R&thseln: mit den
Fingern ist es nicht so leicht. In der Ausführung ist es
eben nicht mehr lUemann, sondern derComponistmit seinen
Räthseln jenseits der Phrasirung, mit dem wir zu thun,
den wir in Tonen reden zu machen haben. Und nur der
Künstler ist jenseits noch zu Hause. Ebenso ist es fast
unmöglich, ohne eigene Erfahrung : also wieder, wenn
man nicht selbst als Künstler sich redlich praktisch mit
der Phrasirung beschäftigt hat, über sie zu urtheilen,
sacbgemäss und zutreffend über sie zu reden. Dies ist
Einer der Gründe, warum so wenig, viel zu wenig in
dieser Sache gesprochen und gethan wird. Die femereu
Gründe sind diese: Riemann's Phrasirung fordert vom
Künstler den Muth, umzulernen, vom Kritiker den Mutb,
Farbe zu bekennen, und wenn er Etwas gegen sie vor-
bringen will, mit stichhaltigen, sachlichen, technischen
Griinden auf dem Plan zu erscheinen, — man fühlt, daw
Riemann's Rüstung zu fest gefügt ist, als dass ein An-
griff auf sie viel Anderes als Scharten verspr&che; —
weil man der Sache aber sich nicht gewachsen fühlt,
will man sich auch nicht für sie erklären. Ergo; man
schweigt sie todt.'*) Brechen wir denn dieses gar nicht
rtltbselhafte Schweigen! Entstanden sind diese Zeilen in
der Redaction auf die Kritik eines Concertes, das ich in
*) DasB sie nichtsdestoweniger aus eigener Kraft lebt,
beweisen u. A. die soeben erschienenen vier Concerte fUrCla-
vier von J. S. Bach in Dmoll, Pdux, Fmoll, AmoU, die Kie-
mann bei Steingräber herausge^ben hat, mit zweitem Ciavier
Btatt der Quartettb^leitnng. In dieser Bestalt wieder eine
pompej ionische Auferstehung — fUr geübte (oder fleissige)
Hände und Köpfel Nicht für Jedermann — natürlich!
40
486
Gememscbafl mit einer berühmten italienischen Sängerin
gegeben hatte. Mein Verhältniss zu Riemann's Lehre
war auf dem Programm nicht erwähnt, nichtsdestoweniger
griff der Ejritiker darauf zurück, bewies aber nur, dass
er von meinem Buche, das ich ein Jahr früher zu seiner
gefUligen (meines Erachtens pflichtmässigen) Information
ihm zugesandt. Nichts als den Titel gesehen hatte. Ort,
Zeit und Personen dieser Veranlassung sind hier gleich-
giltig. üeber die Sache selbst soll das hier Vorzu-
bringende eine kurze Verständigung zwischen Publicum,
Künstler und Kritik versuchen und das Nachdenken über
sie von Neuem anregen. Manches wird für Manchen der
Leser dieses Blattes freilich nur erinnerungsweise vor-
gebracht sein.
1. Eine in letzter Instanz wissenschaftlich begründete
Methode des Vortrages ist dem vortragenden Künstler
ebenso nothwendig, wie dem Componisten eine ebensolche
Compositionslehre.
2. Die erste Frage für den vortragenden Künstler
ist natürlich die: welche Noten gehören zusammen? sei
es zu kleineren, sei es zu grösseren Theilen, zu Motiven,
Phrasen, Perioden, und dies eben ist die Frage der
„Phrasirung.**
3. Metrik, Harmonik, Thematik, diese drei ent-
scheiden über die Frage, welche Noten zusammengehören;
aus den Rhythmen selbst ist sie nicht zu entscheiden, eben
sie bilden das zu formende Element.
4. Das Urbild des Taktes, also die Grundlage der
Metrik, ist der menschliche Gang, in welchem je zwei
Tritte einen Schritt bilden, so zwar, dass in der Bewegung
der schwebende, leichte, antretende Tritt stets dem stützen-
den, schweren, auftretenden voraufgeht.
5. Das Urbild der Phrase ist der Athem, sie befolgt
wie alles Lebendige das Grundgesetz von Entwickelung,
Höhepunct, Abnahme und Erlöschen in bestimmten, natur-
nothwendigen Grenzen. Man versuche, ob man nicht dieses
Zeichen ausföhrt, wenn man einmal auf- und ausathmet:
Ebenso ist der Blutumlauf das physiologische Gorrelat
des Tempos.
6. Crescendo und Decrescendo sollen nicht blos zu-
fllllige Gefahlsaufwallungen des Spielers sein, sondern
bewusst geregelte Mittel zu verständlichem Vortrage, so
wie «chon die einfachsten metrischen Formen,
JJJIJ B JJIJJ
z. B.: A
C
JIJJJ
D
gar nicht ohne diese Mittel vorstellbar und ausführbar sind.
7. Wie im Takt leichte Takttheile mit schweren
folgenden, so wechseln auch in der Periode leichte mit
schweren folgenden Takten, leichtere mit schwereren
Taktgruppen (Paaren) und eine leichtere Periodenhälfte
(Vordersatz) mit nachfolgender schwererer (Nachsatz) von
je vier Takten.
8. Die heute herrschende Taktlehre, die den Takt
ein für alle Mal als das Ding zwischen je zwei Takt-
strichen ansieht, ist das Gegentheil der natürlichen, imd
überhaupt keine Metrik. Und doch ist sie mit diesem
falschen Begriff von Takt allermeist die wesentlich maass-
gebliche Grundlage der vor-Kiemann'schen Phrasirungs-
versuche in Classiker- Ausgaben. (Bis zum Excess bei Lebert
und Stark!)
(Fortsetzung folgt.)
Kritik.
D. C. Forst. Ghorgesangschule. Ein methodisch-prakti-
sches Uebungs- und Liederbuch für den Gesangunter-
richt in Bürger- und Volksschulen, sowie zum Gebrauche
in Präparandenanstalten, höheren Töchterschulen und
in den Vorclassen der Earchenchöre. 3 Hefte (Unter-
stufe, Mittelstufe, Oberstufe). Kiel und Leipzig, Lip-
sius & Tischer. 1892.
Der verdienstvolle Dirigent des St. Nicolaichores in
Kiel, Hr.D. C. Forst, hat seine in mehr als zwölfjähriger
Praxis gesammelten Erfahrungen bei der Ausarbeitung
seiner „Chorgesangschule" zu Grunde gelegt und in ihr
den Lehrgang entwickelt, den er, auf der Bahn seines
Vorgängers C. Borchers, dem das Werk gewidmet ist,
fortschreitend, mit bestem Erfolg in seinem Unterricht ein-
geschlagen hat. An Gesangschulen ist zwar kein Mangel;
aber es ist ein ganz richtiger Gedanke, von dem der
Verfasser in seinem Vorwort ausgeht: so durchgreifende
Reformen aaf den verschiedensten Gebieten des Unterrichts
die letzten Decennien der deutschen Schule gebracht ha-
ben, so wenig ist seitens der Behörden für eine bessere
Methode und Handhabung des Gesangunterrichts bisher
geschehen. Noch immer wird in den meisten Unterrichts-
anstalten, besonders in Volks- und Bürgerschulen, der
Unterricht im Gesänge nach der alten Schablone, in rein
mechanischer Weise ertheilt; er besteht vorzüglich im
Gehörsingen und kennt als höchstes Ziel meist nur die
Einprägung einer mehr oder weniger grossen Zahl von
Choralmelodien und Liedern, während der Ausbildung der
Stimme und der Entwickelung der Treffsicherheit so gut
wie gar keine Beachtung geschenkt wird. Und doch ist
nur dann, wenn Stimm- und Treffübungen mit den einzu-
prägenden Liedern und Choralmelodien zu einem organi-
schen Ganzen verbunden werden, wenn also neben der
Gedächtnissübung auch die Verstandesthätigkeit in An-
spruch genommen wird, der Gesangunterricht ein wirklich
fruchtbringender, ja, nur danii kann eigentlich erst von
einem Unterrichte die Rede sein.
Von diesem Gedanken geleitet, liefert der Verfasser
in seiner „Chorgesangschule" einen kurzen Abriss der
musikalischen Theorie, soweit sie in der Schule zur An-
wendung kommen soll, eine Anzahl von angemessenen
Stimm- und Treffübungen, sowie eine Auswahl von Cho-
rälen und Liedern, wie sie dem Bedürfniss der Schulen,
für die das Büchlein bestimmt ist, entspricht.
Eß ist nicht zu verkennen, dass nach diesen drei
Seiten hin die Aufgabe aufs Beste gelöst ist. Die Wei-
sungen für die Ausbildung und Schulung der kindlichen
Stimme und des musikalischen Gehörs sind ebenso zu-
treffend, wie kurz und klar gefasst; der Unterrichtsgang
ist richtig angeordnet und von Anfang bis zu Ende me-
thodisch behandelt, die Auswahl der Lieder imd Choräle
zeugt sowohl von pädagogischer Einsicht, wie von gesun-
dem musikalischen Geschmack. — Die „Chorgesangschule"
liegt uns in drei Heften vor und umfasst eine Unter-,
eine Mittel- und eine Oberstufe. Die Erstere, auf die
drei ersten Schuljahre berechnet, fordert für die beiden
Ersten reines Gehörsingen, Stimm- und Treffübungen
nebst fester Einprägung einiger passend ausgewählten
Lieder und Choräle, für das dritte Schuljahr das Ziffern-
singen, wodurch das Singen nach Noten vorbereitet
wird. Als praktisches Veranschaulichungsmittel dient die
pag. 25 abgebildete und näher beschriebene „Tonleiter-
tafel". Auf der Mittelstufe (Heft 2), die sich auf das
487
vierte und fünfte Schuljahr erstreckt, werden die Uebun-
gen des kindlichen Stimmorgans erweitert und vermehrt,
die Trefbicherheit der Schüler durch entsprechende üebun-
gen erhöht, der Melodienschatz durch Einübung neuer
Lieder und Choräle vergrössert. Nunmehr werden auch die
Kinder zum Singen nach Noten angeleitet; rhythmische
und melodische Uebungen wechseln mit einander ab, die
Letzteren nach Stufen- und Sprungmelodien. Zugleich
werden die verschiedenen dynamischen Grade praktisch
geübt; während für die Unterstufe nur p und mf ver-
langt wird, tritt jetzt als neuer Stärkegrad das pp und
erst im letzten Jahre das f hinzu. Das ist gewiss eine
sehr richtige Anordnung, gegen die gemeiniglich gefehlt
wird, wenn das Kind von Vornherein zu kräftigem Heraus-
singen, d. h. also zum Schreien, angehalten wird. Der
Verfasser legt mit fiecht grosses Gewicht auf die allmäh-
liche Gewöhnung der kleinen Sänger an den Gebrauch
der Kopfstimme, deren Anwendung nach seiner Methode
bereits auf der Unterstufe anzubahnen ist und thatsäch-
lich durch consequentes p- oder /;a[/'-Singen angebahnt
wird. In welcher Weise der Lehrer bezüglich dieser be-
sonders schwierigen Frage der Gesangspädagogik zu ver-
fahren hat, ist pag. 14 gut entwickelt Bereits auf der
Mittelstufe wird die Scheidung von Sopranisten und Altisten
vorgenommen und damit der zweistimmige Gesang zur
Förderung reiner Intonation und zur Ausbildung des musi-
kalischen Geschmacks eingeführt. Etwa 50 Lieder und
einige Choräle sind für diese Stufe passend zusammen-
gestellt.
Der dritte, bei Weitem umfangreichste Theil ist für
die Oberstufe berechnet. Die ersten etwa 60 Seiten um-
fassen die durch Beispiele überall erläuterten theoretischen
Lehren (Stimm- und Treffiübungen, Intervalle, Tonarten),
die zweite grössere Hälfte enthält eine Reihe von Cho-
rälen und Liedern, bei deren Auswahl clen Verfasser der
Gedanke geleitet hat, dass ausser den bekannten geistlichen
und weltlichen Volksliedern auch eine Reihe von Compo-
sitionen zusammenzustellen ist, die nicht nur den ELindcm
Freude machen, sondern auch von den Erwachsenen noch
gern gehört und gesungen werden. Sehr verständig sind
dabei die zahlreichen, theils süsslichen, theils trockenen
Lieder und Motetten von Componisten zweiten und dritten
Ranges, besonders aus der 2. Hälfte des vorigen Jahr-
hunderts, wie auch die zum Theil werthlosen Producte
der modernen musikalischen Litteratur — die „Liedertafel ei''
— ganz ausser Betracht gelassen und dafür solche Elr-
zeugnisse gewählt, die auf die musikalische Fortentwicke-
lung der Zöglinge auch nach ihrem Abgang von der Schule
heilsam zu wirken und somit den Geschmack des Volks
veredelnd zu beeinflussen im Stande sind. Unter den
geistlichen Liedern befindet sich eine grosse Zahl von
solchen, die von dem Organisten Th. Gänge in Kiel,
der dem Verfasser auch sonst fördernd zur Seite gestan-
den hat, in höchst geschmackvoller Weise dreistimmig be-
arbeitet sind.
Wir zweifeln nicht, dass die „Chorgesangschule'' von
D. C. Forst in der Hand eines verständigen Gesanglehrers
sich vortrefflich bewähren wird, und wünschen ihr die
weiteste Verbreitung in deutschen Schulen. Die Ausstat-
tung ist tadellos, der Druck (bis auf einige Kleinigkeiten)
correct, der Preis angesichts der Fülle des Inhalts ein
sehr bescheidener. Pro£ Dr. C. Müller.
Biographisches.
Elisabeth Leisinger.
(Mit Portrait.)
Unter den gegenwärtigen königlich preuasischen Hof-
opernsängerinnen ist Keine, die sich in Berlin sowohl, wie
ausserhalb grösserer und allgemeinerer Beliebtheit erfreute,
als Elisabeth Leisinger, hochgeschätzt als echte Künstlerin
von vielseitigstem Gestaltungsvermögen, werthgeschätzt
als liebenswürdige, warmherzige, mit ihrer Kunst stets
hil&bereite Dame. Das vornehme Kunstinstitut, welchem
sie angehört, besitzt in ihr eine nach jeder Richtung hin
in gleich bedeutsamer Weise verwendbare Kraft, aber
auch im Concertsaale gehört sie als Oratorien- und Lieder-
sängerin zu den hervorragendsten Künstlerinnen der
Gegenwart.
Elisabeth Leisinger wurde am 17. Mai 1864 in Stutt-
gart geboren, wo ihr Vater als Oberstabsarzt eine hoch-
geachtete Stellung einnahm, ihre Mutter als k. Kammer-
sängerin und Primadonna der k. Oper eine reiche künst-
lerische Thätigkeit entfaltete. Wer mit der Welt des
Scheines, die da Bühne heisst, nur einigermaassen in
nähere Beziehung getreten ist, den wird es nicht wundem,
dass das einzige Töchterchen einer solchen Mutter neben
der sorgfllltigsten Erziehung, die ihm zu Theil wurde,
zwar auch, da das musikalische Talent sich unverkennbar
äusserte, der Ciavierübung fleissig obliegen durfte, dass
aber die unbezwingliche Lust am Singen in jeder Weise
gedämpft und niedergehalten wurde. Nichts Beängstigen-
deres konnte es für eine Mutter geben, welche diese
Scheinwelt so durch und durch kannte, als der Gedanke,
ihr Kind könnte einmal der Mutter auf ihrem eigenen
Kunstgebiete nacheifern und Sängerin, wohl gar Bühnen-
sängerin werden wollen. Doch — ererbtes Blut verleugnet
sich nimmer. Grossvater Wurst, Musikdirector in Königs-
berg i. Pr., hatte fast alle seine Kinder zur Bühne gehen, seine
Tochter Bertha sogar in kurzer Zeit eine hochbedeutende
dramatische Sängerin werden sehen, die man in Stuttgart
ein- für allemal und derart zu fesseln wusste, dass sie
gar kein Verlangen trug, so angenehme Verhältnisse mit
anderen zu vertauschen, und auch als Frau Dr. Leisinger
ihrer Bühne noch jahrelang als das hervorragendste Mitglied
angehörte. Ihre Bedeutung als dramatische Sängerin kannte
man überall in Deutschland, aber für nirgends sonst Hess
sie sich gewinnen, auch nicht, als man sie in den fünfziger
Jahren nach Hamburg berufen hatte, dort bei den Muster-
vorstellungen die Valentine in den „Hugenotten** zu sin-
gen, da man eine vollendetere Vertreterin dieser Partie
nicht kannte.
Dieses Blut verleugnete sich auch in der Tochter nicht,
und der stille Herzenswunsch fand endlich Gewährung,
wenn auch durch trübe Veranlassung. Schwer und un-
heilbar erkrankte der Vater, und um dem einzigen Kinde
Erholung und Zerstreuung nach langen, bangen Stunden
häuslichen Kümmemisses zu schaffen, erkannte der tiefe
Blick des erfahrenen Arztes das geeignetste Mittel: dem
unausgesprochenen Wunsche der Tochter Eirfüllung zu
gewähren und Singstunden eintreten zu lassen. An die
Bühne dachte dabei Niemand; als aber der Vater nach
einem Jahre gestorben war, die Erfolge des Unterrichts
in ganz überraschender Weise hervortraten und auf die
kllnftige Laufbahn von selbst unaufhaltsam hindrängten,
da gab unter den veränderten Verhältnissen endlich auch
40*
488
die Mutter nach. Schweren HerzenB nur willigte sie ein;
einmal entschieden, sollte nun aber auch die Stufenleiter
der Kunst mit grösster Sorgfalt, heiligstem Ernste und
emsigstem Fleisse erstiegen werden. Ein vortrefflicher
Grund war gelegt, die tiefste Kunsterfahrung stand dem
jungen Mädchen hei seinen Studien in der eigenen Mutter
zur Seite, und Pauline Yiardot-Garcia vollendete das
Uehrige.
Von ihrem Studienaufenthalte in Paris nach Stutt-
gart zurückgehehrt, legte Elisabeth Leisinger in einigen
grossen Goncerten ganz erstaunliche Proben ihrer er-
langten Kunstfertigkeit ab, und Hr. von Hülsen, der da-
malige General-Intendant der königl. Schauspiele in Berlin,
welcher fleissig auf junge Talente fahndete, lud sie zu
einem theatralischen Versuche nach Berlin ein. Am
28. März 1884 debutirte die junge Kunstnovize als
Kosine im „Barbier von Sevilla*' und hatte damit, sowie
mit noch einigen anderen Partien einen so entschiedenen
Erfolg, dass sie sofort auf drei Jahre für die k. Oper in
Berlin engagirt wurde. Die in jeder Art von Goloratur
ausserordentlich geläufige Technik, die seltene musikalische
Sicherheit, der herrliche Klang, die Glockenreinheit und
nicht zuletzt die seelische Belebung des Tones Hessen sie
in kurzer Zeit zu Einer der musikalischen Hauptstützen
der Oper heranreifen, und da sich auch die Spielgewandt-
heit in rascher Folge in der erfreulichsten Weise ent-
wickelte, so zählte sie bald zu den hervorragendsten
Mitgliedern der Berliner k. Opembühne und zu den aus-
gesprochensten Lieblingen des Publicums.
Alles Andere ist bekannt, der glücklicherweise ver-
eitelte Versuch, sie für die Grosse Oper in Paris zu ge-
winnen sowohl, wie ihr allmählicher Uebertritt in das
eigentliche dramatische Rollenfach, der erst ihr herrliches
Talent voll und ganz zur Entfaltung brachte, sodass
Elisabeth Leisinger gegenwärtig zu den besten Vertrete-
rinnen der Pamina nicht nur, sondern auch der Elisabeth
im „Tannhäuser'' und der Eva- in den „Meistersingern"
zählt. Auch die Goncertsäle in Berlin, Frankfurt a. M.,
Dresden, Breslau, Wiesbaden, Baden-Baden, Hamburg,
Leipzig, Göln, Mainz, Bonn, Königsberg i. Pr. u. s. w. sind
wiederholt Zeugen grosser Triumphe der ausgezeichneten
Sängerin gewesen; auf den grossen Musikfesten Deutsch-
lands erscheint sie stets als gefeierte Solistin. Und so
schliessen wir denn mit dem Wunsche, dass Elisabeth
Leisinger der Kunst noch recht lange in unverminderter
Kraft und Frische erhalten bleiben möge. W. L.
Tagesg'e schichte.
Musikbriefe.
Cöln, Mitte September.
Wenn ich hier einen Ueberblick gebe über das Progno-
stiken, das die ersten Septembertage der kommenden Saison
stellen, so muss ich vorher einige Bemerkungen über meinen
Standpunet machen.
Natürlich will ich nicht Eeferate über die einzelnen Vor-
ftlhrungen brine^n, denn die würden ausserhalb Cölns wenig
Interesse und keinen Werth haben. Nur das kann Werth
haben für das grosse Publicum, was die charakteristische
Signatar der Cölner Verhältnisse ausmacht, weil man die
eigenen Verhältnisse damit vergleichen und aus diesen Ver-
^ gleichen manches nützliche Resultat ziehen kann.
Was mich selbst aneeht, so kenne ich keine andere Rück-
sicht, als die Wahrheit hervorzuholen . Jeder ist mir Bundes-
genosse, der mir hier hilft, sei es auch durch ein Corrigiren
oder Tadeln dessen, was ich gesagt habe. Allerdines würde
ich einem solchen freundlichen Feind gegenüber denselben
Standpunet einnehmen, das heisst, ich würde auch hier keine
persönliche Rücksicht, überhaupt keine andere Rtlcksicht, als
die Wahrheit, kennen. Femer bin ich aus vollster Ueberzeu-
fung Anhänger der modernsten Musikrichtungen, nicht nur
esdramatiscnen Kunstwerkes, das, wie das Wa^er^sche, alle
Kunstmittel benutzt und besonders die Musik, die Darstellerin
der inneren Welt jedes einzelnen Menschen, sondern auch der
modern-musikaliscnen Strömungen, die nach meinem persön-
lichen Empfinden durch Richard Strauss beherrscht werden
Diese Bemerkungen werden hinreichen, um dem Folgen-
den volles Verständniss zu verschaifen. Dieses volle Verständ-
niss ist es, was ich wünsche, nicht ein flüchtiges Durchlesen.
Ich will lehren, nicht unterhalten.
Nach dem grossen Musikfest Anfang Juni schlief hier
das Musikleben ziemlich. Die Volks-Symphonieconcerte im
Gürzenichsaale und die Philharmonischen Goncerte in dem
neu angelegten Volksgarten bildeten neben den nur specielle
Kreise interessirenden Prüfunfi^saufführungen des hiesigen
Conservatoriums die einzigen Musikaufführungen von Werth.
Cöln hat kein Jahres-Theater, das einzige Theater, das es
überhaupt besitzt — selbstredend übergehe ich hier, wie über-
haupt, Unternehmungen, die mit der Kunst. Nichts als den
Namen gemein haben — , ist während des Sommers geschlossen.
Der Bau eines zweiten Theaters ist zwar ein viel besprochener
und mit Recht vielbesprochener Plan, aber leider vorläufig
nicht auszuführen.
Was die vorhin erwähnten Goncerte angeht, so vertreten
sie natürlich zwei verschiedene Richtungen. In Beiden werden
die Orchestermusik und Solostücke — im Volksgarten natür-
lich weder Glavier noch Gesang — gepfleet, Ghorwerke sind
im Ganzen ausgeschlossen. Im Gürzenicn wird gleichsam
die edle Musiktradition gepflegt, classische Werke, allerdings
auch moderne, werden m guter Ausführung dem Publicum
vorgeführt, das die pomphatten Gürzenichconcerte im Winter
wegen der hohen Eintrittspreise nicht besuchen kann. Für
mich, schwebt über diesen Goncerten stets das eiffenthümliche
MiUeu verfangener Zeiten, des vorigen Jahrhimderts; Mozart
heisst der Mittelpunct dieser Goncerte, die ganze Süssigkeit
der Gluck'schen Musik klingt hier wieder an, jenes intensiv
musikalische Wesen, das heute einer grösseren Schärfe und
grelleren Klarheit Platz gemacht hat.
In den Volksgarten-Goncerten werden kleinere Werke,
besonders auch ausländischer Gomponisten, gegeben, wie Mas-
senet, Saint-Saöns, Moszkowski, Grieg, Dvorak etc. Auch
Gölnischen Gomponisten ist es leicht möglich, ihre Werke
hier zur Aufführung zu bringen. Ich erwähne das, obwohl
noch kein bedeutendes Werk auf diese Art ans Tageslicht
fezogen worden ist, wenn das recht ^ut auch einmal fi^eschehen
önnte. Bei diesen Goncerten ist der Effect des &eien mo-
dernen Gartens, des Sommerabends, des elektrischen Lichtes in
einer grossartigen Weise ausgenutzt. Statt dass der Garten
die Musik ins Rohe zieht, zieht er sie vielmehr ins Aetherische;
nie habe ich die Mozart'sche „Zauberflöten" -Ouvertüre so
himmlisch- verklärt ausfähren gehört. Das mag man beachten,
wenn man so summarisch, wie es gewöhnlich geschieht, dem
Gartenconcert den specifisch künstlerischen oinn abspricht.
Ich wüsste Nichts auf der Welt, das diesen modernen und
auf die Musik hinweisenden Eflect des Sommerabends, des
elektrischen Lichts und des modern-elegant angelegten Gartens
ersetzen könnte.
Die Solisten, die in diesen Goncerten aufgetreten sind,
kann ich nicht Alle loben, überhaupt würde eine Aufzählung
zu sehr ins DetaiUirte gehen. Manchen guten Künstler und
viele mittelmässigen musikalischen Maschinen habe ich gehört.
Das städtische Orchester, das alle diese Goncerte spielt,
hat von seinem Schöpfer und Lenker Prof. Dr. Franz
Wüllner die materialistisch-empirische Technik erhalten,
die ein modernes Orchester nöthig hat. Das Einzige, was ich
eigentlich hier zu tadeln hätte, ist das ungleichmässige Pizzi-
cato der Streicher. Dass die Klangfarbe sich selten zu jener
idealen Schönheit, zu dem Goethe'schen .undenkbar Schönen"
erhebt, das liegt wohl an der mehr auf das Erhabene, ids auf
das unendlich Schöne gehenden musikalischen Auffassungs-
weise Wüllner's.
Zu tadeln habe ich an diesen Goncerten, dass sie von
dem Concertmeister des Orchesters, Hrn. (Gustav) Hollaender,
dirigirt werdan, abgesehen von einieen Nummern in den Volks-
Symphonieconcerten, die Wüllner dirigirte. Ich denke, über
die Zeit sind wir doch hinaus, wo der Goncertmeister auch
<ler Dirigent ist, wie heut« noch in Bade-Capellen. Spielen
und Dirigiren Bind sehr verschiedene Dinge, tind Oingiren
und TaktechUgen ist auch nicht dasselbe. Hr. Hollaender ist
ein vorzikglicher Concertmeister, weshalb beweist er immer
wieder aufs Neue, dass er keine Directionsbegahung besitzt?
Und weshalb dulden die Cölner die stete Wiederholung dieses
Beweisea? Wenn Dr. Wüllner nicht selbst in den Volka-
Gartenconcerten dirigiren will, so wird doch in Oöln noch
ein Dirigent zu finden sein, der mit mehr Begabung, als Hr.
Concertmeister Hollaender, dessen Rolle ausfllllen kann.
itionaleu Musik-
Ausstellung.
(Fortsetzung.)
Wien.
und Theater-
Ein interesSfLutes Concert, das aber einen etwas gemischten
Eindruck hinterliess, war das von Capellmeister F, X. Arens
geleitete, in welchem er mit durchwegs amerikanischen
omponisten der Gegenwart bekannt machte. Da unseres
Elisabeth Lelslnger.
Bis in die Aueast-Tage hinein dauerten diese Concerte,
von nun an bis An^g September herrschte vollständige Kühe.
Diese Buhe hat eingemein hohe Bedeutung für das musika-
lische Oeniessen, Durch das beständige Anhören von Musik
wird man gegen ihre Beize niclit gerade blasirt, aber man
empfindet sie nicht mehr so intensiv und frisch; das Sinn-
liche der Musik tritt unverhältnissmässig gegen das Geistige
zurück. Wiederholt schon habe ich darüber gestaunt, dass
mich nach einer Pause von einigen Wochen jeder einzelne
Ton, Jede Klangfarbe, mit unendlicher, vorher nicht gekannter,
Sttssigkeit ansprach. Besonderes Gewicht lege ich auf diese
Bemerkung, weil ich sie noch nicht bei anderen Personen
gemacht und auch noch nicht gehört habe , also ganz
auf meine Selbstbeobachtung angewiesen bin. Diese eigen-
thUmlicbe Süssigkeit, die man nicht nur nach einer auf-
frischenden Pause empfindet, sondern auch bei Meistern wie
Gluck und Mozart, also zu einer Zeit, in der wohl bedeutend
weniger Musik und eine bedeutend weniger com^licirte und
entwickelte Musik auf das Empfinden einwirkte, ist ein sehr
wesentlicher Zug der Musik überhaupt, ein Zug, den man
nach meinem Empfinden viel zu wenig bisher hervorgehoben
hat. Wohl hat man viel von dem sinnlichen Reiz der Musik
gesprochen, aber ins Einzelne hinein beschrieben oder vielmehr
ausdeutet habe ich ihn noch nicht gefunden. Da? nebenbei,
in der Pause.
(Schluss folgt.)
Wissens Hr. Arens dasselbe TJntAmehmen auch in Leipzig
durchführte, können wir uns über das Goncert kurü fassen.
Als gemeinsamer Charakt«rzng der Meisten in der Musik halle
vorgeführten amerikanischen Tonsetaer fiel uns auf, dass die
Letzteren ihr grosses technischen Können fast durchaus als
Schilderung oder Blnstration in den Dienst einer poetischen
Idee Stelleu, während das absolut musikalische Scbafien b^i
ihnen, wie es scheint, immer mehr in den Hintergrund tritt.
Unter sämmtlicben am 6. Juli hier gespielten Musikstücken
hatte nur ein Einziges und gerade das Unbedeutendste: eine
hübsche, aber ziemlich conventionelle Gavotte von Foote
keine auf den geistigen Inhalt hindeutende üeberschrift. Sonst
gehörte mehr oder minder Alles in das Gebiet der Prograntm-
musik, selbst da, wo sich die Verfasser -^ wie z. B. Hr.
J. K. Paine, Professor der Musik zu Cambridge in Massa-
chusetts — zur älteren Richtung Beethoven-Schumann-Men-
delssohn bekennen. Von Hm. Paine wurden zwei Sätze einer
ganz tüchtig gearbeiteten Symphonie, genannt „Im Frühling",
gespielt, die vielleicht besser „Dem Andenken Robert Schu-
mann's" Überschrieben wäre. Dann worden sich die zahlreichen
Reminiscenzen eher rechtfertigen. Ein Stück von grosser
orchestraler Ausdruckskraft, das wahrhaft poetische schön- .
heiten in sich birgt, nur leider den Gesammteindruck durch
eine all zu weit ausgesponnene Coda schädigt, bot uns Capell-
meister Arens selbst in seiner syrnphonischen Phantasie „Aus
meines Lebens Fröhlingszeit". Geistig vollständig ins Gebiet
490
der Liszt^schen Symphonischen Dichtungen fallend, stellte sich
die Gomposition formell mehr wie eine kühn erweiterte clas-
sische Concertouvertnre dar. Die melodische Erfindung hil-
dete leider dieses sonst überwiegend fesselnden Tongedichtes
schwache Seite. Ein Gleiches ist von fast sämmtlichen übri-
gen hier vorgeführten amerikanischen Orchestercompositionen
zu sa^n: so einem sehr stimmungsvollen und klangsüssen
Vorspiel zu dem 2. Act des Dramas „Ylasda*' von F. van der
Stucken (den wir später als Dirigenten des Vereins „Arion^'
in New- York kennen lernten), einer hochdramatisch effect-
vollen Ouvertüre „Melpomene" von G.W. Chadwick (Orchester-
dirigenten und Organisten in Boston), einer prickelnden, aber
von barocken Einiallen und Trivialitäten nicht freien »Car-
nevalsssene** (Op. 5) von A. Bird. Malen die Herren van der
Stucken und Chadwick, theilweise auch Hr. Arens haupt-
sächlich mit V^agner'scnen Farben, so schliesst sich Hr. Bird
mehr an französische Vorbilder (Massenet, Bizet). In Bezug
auf geistreich glänzende Orchesterschilderung verdiente unter
sämmtlichen in Wien vorgeführten amerikanischen Compo-
nisten E. A. Mac-Dowell den Preis. Die hier gespielten Stücke
seiner Suite Op. 42. besonders deren erster Satz „In einem
verwunschenen Wald*' mit seinem höchst überraschend aus-
gemalten Zauberspuk können sich an zündender Kraft des
Ausdrucks kühn neben die berühmtesten vorbildlich gewesenen
musikalischen Feerien von Berlioz stellen. . Beim Publicum be-
sonderes Glück machte ein süsses, melodisches Adagio („Liebes-
scene'') aus einer Serenade Op. 2 für Streichorchester von
V. Herbert. Am meisten specifisch amerikanisch gab sich aber
eine Marcia fantastica aus der Suite charact^ristique von
H. Schoenefeld. Eine stark naturalistische Schilderung süd-
lichen Negerlebens, welche für diesen Zweck ausser Streich-
orchester noch Tamtam und Triangel benutzt und durch die
Einfiechtung eines Trauermarsches einen seltsam-barocken
Gegensatz zu der harmlosen Lustigkeit der Sclaventänze ge-
winnt. Wir konnten uns für dieses angeblich auf ursprüng-
liche Neger-Melodien gesetzte Stück nicht begeistern. OapeU-
meister Arens dirigirte übrigens mit hinreissendem Schwung,
und das Orchester hatte sich unter seiner Leitung erstaunlich
rasch in die schwierigen, ungewohnten Aufgaben hineinge-
funden. Man dankte Beiden nach Gebühr am Schlüsse aes
Concertes durch verdoppelten Beifall.
Die beiden nächsten Gastdirigenten-Concerte waren von
Hrn. L. Mancinelli, dem artistischen Director der Philhar-
monischen Gesellschaft in Madrid, geleitet. An dem Besuche
derselben verhindert, hörten wir von fachmännischer Seite den
rhythmischen Zug und die interessante, oft sehr eFectvolle
Instrumentirung aer Compositionen des genannten spanisch-
italienischen Capellmeisters rühmen, wenn man aus ihnen
auch nicht auf eine wahrhaft schöpferische Ader schliessen
konnte. Seiner Richtung nach soll Hr. Mancinelli (der auch
in Deutschland durch seine in Hamburg gegebene Oper „Isora
di Provenza" bekannt geworden) einen mittleren Stand punct
zwischen Meyerbeer und Wagner einnehmen, sich mehr dem
Letzteren zuneigend und nebenbei auch italienischen Ein-
flüssen Baum gebend. Vorstehende Mittheilungen kamen mir
aus dem Munde eines stets verlässlich befundenen, fortschritt-
lich gesinnten Musikers zu und . . . relata refero.
Von grossem Interesse war es mir wenige Tage später, als
Gastdirigenten einen von mir stets hochgehaltenen, in Wien
noch viel zu wenig bekannten nordischen Tondichter: Hrn.
Johan S. Svendsen (gegenwärtig k. Operncapellmeister und
Leiter der Philharmonischen Concerte in Copenhagen) kennen
zu lernen. Von Svendsen wurden bei uns öffentlich bisher
nur das Octett Op. 3 in Adur (in den Kammermusikabenden
der HH. Ros6 und Hellmesber^er, einmal auch in verstärkter
Besetzung von den Philharmonikern), dann die Violinromanze
mit Orchester zu Gehör gebracht. Diese zwei Stücke aller-
dings stets mit entschiedenem Erfolg. Um so verwunder-
licher muss man es finden, dass noch niemals eine Svendsen'-
sche Symphonie auf den Programmen unserer grossen Orchester-
concerte erschien. Bei seinem jetzigen Besuche auf der Aus-
stellung gab uns Svendsen gerade sein erstes derartiges Werk
zu hören, die schon vor 20 Jahren componirte Ddur-Symphonie
Op. 4, eine jugendfrische, liebenswürdige, stellenweise wahr-
haft poetisch angehauchte Gomposition, ans welcher besonders
der edle, breit ausgesponnene Gesang des Adagios und das
gemüthliche, in seinem Hauptthema an eine Haydn'sche
Gdur-Symphonie erinnernde, vorzüglich im Mittelsatze durch
die originelle Verwendung verschiedener Stricharten der
Geigen wirksame AUegretto scherzando lebhaft ansprachen.
Der letztgenannte, zum Theil einem neckischen Geplauder zu
vergleichende Satz musste wiederholt werden. Als poetischer
Stimmungsmaler zeigte sich der Componist in der zweiten
Conoertnummer, einer Legende f^r Orchester „Zorahayda**
(angeregt durch Washington Irvine's „Legend oi the rose of
Alhambra"), Einigen vielleicht noch sympathischer als abso-
luter Musiker durcn ungemein wohlklingende Variationen über
ein norwegisches Volkslied. Grossen 'Beifall erwarb sich auch
die junfi;e Geigerin Frl. Amalie Mollner mit dem seelen-
vollen Vortrag der für den Spieler so überaus dankbaren
melodiösen Romanze, die gleicnfalls zur Wiederholung ver-
langt wurde. Den Schluss machte unter dem Titel „Cameval
in Paris" ein merkwürdiges Stück Programmmusik, in wel-
chem der Componist weniger das äussere Leben und Treiben
eines Carnevals schildern wollte, als die Eindrücke und Em-
pfindungen eines träumerischen, weltfremden Jüngling wäh-
rend desselben. Es war gut, dass diese Erklärung in dem
„Programmbuche" mitgetheilt war, da andemfalls so mancher
Hörer den Inhalt des mit Berlioz'schen Färben gemalten Ton-
gemäldes kaum seiner üeberschrift entsprechend gefunden
haben dürfte. Als Dirigent zeichnete sich Svendsen — im
Gegensatze zu der feurigen Lebendigkeit mancher anderen
Ca^llmeister, z. B. des Hrn. Arens oder des Ausstellungs-
dirifi^enten Grädener — durch unerschütterliche Ruhe und un-
fehlbare Sicherheit aus. Mit dieser stimmte auch seine mar-
tialische, aber etwas behäbige Erscheinung. „Nach Dem, was
ich von Svendsen'scher Musik kenne" — sagte ein Fräulein
neben mir, das speciell für die Violinromanze schwärmte —
„hätte ich mir den Meister anders vorgestellt." Diese naive
Bemerkung gehört eigentlich nicht in unser Referat, sie
charakterisirt nur so recht unsere lieben Wienerinnen. An
der maasslosen Vergötterung, welche jetzt namentlich das
schöne Geschlecht mit Pietro Mascagni hier treibt, hat das
jugendlich schmucke Aeussere dieses ' musikalischen Glücks-
Kindes einen wesentlichen Antheil. Ob man „im kälteren
Deutschland", in Leipzig oder Berlin, beim Anblick des Com-
ponisten der „Cavalleria rusticana" auch so völlig ausser
Rand und Band geriethe? Vielleicht denn doch nicht!
(Fortsetzung folgt.)
Nachschrift: Hr. Dr. Guido Adler, der Vorstand der
musikhistorischen Abtheilung der Wiener Ausstellung, er-
sucht uns, eine in imserem Briefe über die Letztere gemachte
Bemerkung: als wären die Schaustücke der Ausstellung, Par-
tituren, Musikerbriefe etc., zur eingehenden Besichtigung nur
Potentaten und anderen ausnahmsweise begünstigten Personen
zugänglich, dahin zu berichtigen: dass jedem Interessenten
auf motivirtes Ansuchen in der Fachksüizlei eine derartige
Begünstigung (der Aushebung eines Manuscripts u. dgl.) ge-
währt werde. In der Gibichungenhalle wurde uns persönlich
allerdings ein auf nähere Besicntigung mehrerer an Fürstin
Pauline Metternich gerichteten unter Glas und Rahmen ver-
wah r ten Briefe Wagn er 's gestelltes Begehren rundweg abge-
schlagen. Es hiess: man müsse erst die Erlaubniss der ab-
wesenden Eigenthümerin der Briefe — eben der Fürstin —
einholen, und das sei mit zu grossen Umständen verknüpft u. s.w.
Hoffentlich macht man in den anderen Räumen der Ausstellung
weniger Schwierigkeiten: nach Dr. Adler's ausdrücklicher Ver-
sicherung muss dies sogar bestimmt angenommen werden.
Schreiber Dieses hatte nach den unangenehmen ErÜEihrungen
in der Gibichungenhalle davon Abstand genommen, die Gre-
fälligkeit der musikhistorischen Ausstellun^commission sonst
noch irgend auf die Probe zu stellen. Dr. Th. Helm.
Conoertumschau.
Amsterdam. Symphonieconcerte im Neuen Concerthaus
(Kes) am 8. u. 15. Sept.: Svmphonien v. Beethoven (No. 5)
u. R. S trau SS (Fmoll), „L'Arlösienne" v. Bizet, Vorspidl u.
„Isoldens Liebestod" a. „Tristan und Isolde" v. Wagner,
Ouvertüren V. Mendelssohn, Gold mar k(„Sakuntala"), Brahms
(Trag.) u. Weber, Vorspiel zur Oper „Die Hexe" v. A. Enna,
„Märchen" f. Streichorch. u. je zwei Oboen u. Homer von
Nicod6 etc.
Blankenhain. Conc. des Weimarer Sängerbundes am
18. Sept: Männerchöre v. Kalliwoda („Das deutsche Lied"),
Liszt (Weimars Volkslied), Beethoven, Seh äff er („Das Fräu-
lein an der Himmelsthür"), Goepfart („Am Chiemsee", unt.
Leit. des Comp.), Hartmann („Abends"), Engelsberg („So
viel Stern am Himmel stehen") u. Weber, VjoHn vortrage des
Hm. Franke a. Weimar („Zigeunerweisen" v. Sarasate u.
Romanze v, Svendsen).
'j
491
Leipzig. Geistl. Musikauffrlhr. des Organisten Hrn. Pfann-
stiehl unt Mitwirk, der HH. £. Schneider (Ges.) u. Müller (Hörn)
am 25. Sept.: Soli f. Ges. v. Mendelssohn, B. Vogel („Trost'')
u. F. Draeseke („Treue"), f. Org. v. W. F. Bach (Cfoncert),
J. Baptista, Pachefbel, S. Bach n. F. A. Fischer („Ostermor-
gen", m. Trompeten, Posaunen, Tuba u. Pauken) u. f. Hörn
V. Händel u. B. £. Müller (And. religioso).
Nürnberg. 1. u. 2. Eliteconc. des Winderstein^schen Orch.
(Winderstein): Ouvertüren v. Weber u. Beethoven, Fragmente
a. „Bheingold" u. den „Meistersingern" v. Wagner, l.TJng.
Bhaps. V. liiszt etc.
Bad Reinerz. 14. Symph.-Oonc. des städt. Gurorchesters
(Loewenthal): Esdur-Symph. v. Mozart, „Athalia"-Ouvert. v.
Mendelssohn, Adagio a. der Son. path. v. Beethoven etc. —
Gonc. desselben Orch. am 17. Sept.: Ouvertüren v. Thomas
(„Raymond") u. Eossini („Teil"), „Waldidylle" v. A. Ochs,
Ganzone „An Sie" v. Raff etc. — 16. Kammermusikabend:
GmoU-Streichquint. v. Mozart, Streich quart. Op. 76, No. 2, v.
Haydn etc.
Scheveningen. 13. u. 14. Symph.Gonc. des Philharm.
Orch. a. Berlin (Herfurth): Symphonien v. Beethoven (No. 4)
u. Schumann (No. 4), „Peer Gynt"-Suite v. Grieg, „Danse
macabre" v. Saint-Sa3ns, Ouvertüren v. Mozart, Wagner
(„Faust"), Beethoven (No. l zu „Leonore") u. Weber, Auffor-
derung zum Tanz" v. Weber-Berlioz, Rigodon (f. ?) v. E. de
Hartog, Ballscene f. Violinchor v. Mayseder-Hellmesberger,
Larghetto a. dem Clar.-Quint. v. Mozart (Clar.: Hr. Rhode),
Pr61ude a. „Le Döluge" v. C. Saint-Saöns (Violinsolo: Hr.
Bleuer), Solovorträge der HH. 01k (VioL, Chaconne v. S. Bach)
u. Bouman (Violonc, zwei Sätze a. dem Dmoll-Concert eig.
Comp.). — 1. Wagner-Soir^ desselben Orch.: „Siegfried-
Idyll", Ouvertüren zum „Fliegenden Holländer" u. zu „Tann-
häuser", „Lohengrin"-Vorspieru- Fragmente a. den „Meister-
singern", „Rheingold" u. „Parsifed" v.R. Wagner, „Album-
blatt" f. Viol. V. Wagner-Wilhelmj (Hr. Bleuer).
Wien. 9. Symph.-Conc. der Componisten u. Gastdirigen-
ten in der Internat. Musik- und Theaterausstellung unt. Leit.
des Hm. G. Henschel a. London: 2. Symphonie v. Brahms,
Suite a. der Musik zu Shakespeare's „Hamlet" von G. Hen-
schel, JEgmont"-Ouvert. v. Beethoven, „Meistersinger "-Vor-
spiel V. Wagner.
Veraltete Programme, sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GSste in Oper und Concert.
Berlin. Im KroU-Theater gab es am letzten Freitag eine
aussergewöhnliche „Don Juan"-Aufführung, indem Hr. d'An-
drade die Titelpartie darstellte und Frau Moran-Olden die
Donna Anna sang. Das Publicum war in enthusiastischer
Stimmung. — Brüssel, Im Monnaie-Theater wurde das
Wiederauftreten des Frl. Nardi der Anlass zu begeisterten
Ovationen für die Künstlerin. Das Gleiche ist von Frl. Ohr6-
tien zu melden. — Hamburg. Hr. Pollini hat sich in dem
jungen Baritonisten Hm. W. Merkel in Royal, einem Bruder
des Leipziger Tenoristen dieses Namens, eine vereprechende
Kraft vom Herbst n. J. ab gesichert. — Leipzig. Der Opem-
abend am 22. Sept. wurde durch das Einspringen der Frau
Stavenhagen-Denis aus Weimar gerettet, indem dieselbe
in dem an Stelle des unaufführbar gewordenen „Hans Heiling"
eingeschobenen „Fliegenden Holländer" die Senta sang, mit
deren Darstellung sie alle Sängerinnen übertraf, die sich hier
seit Frau Steinbach-Jahns an diese schwere Aufgabe gewagt
haben. — Paris. Frau Deschamps-Jehin gab bei ihrem
Wiederauftreten der Aufführung des „Propheten" in der Grossen
Oper besonderen Glanz, nicht minderes Interesse erregte Hr.
Colonne am Dirigentenpult. — Pawlowsk (bei St. Peters-
burg). Der belgische Violoncellist Hr. Eduard Jacobs hat
hier kolossalen Seifall gefunden. Schon der erste Bogenstrich
Hess den Meister erkennen. — Stuttgart. In den Engage-
ments der jagendlichen Sängerin Frl. Mulder und des Bari-
tonisten Hm. Dr. Pröll hat unsere Hofoper sehr beifalls-
würdige Acquisitionen gemacht. — Zürich. Während in den
Damen Prosky und Göttlich und den HH. Lederer und
F essler die besten Opemkräfte der v. Saison unserem Theater
erhalten geblieben sind, wurden von Hm. Director Schrötter
eine ganze Anzahl Neuerwerbungen für das Opernensemble
gemacht, und zwar u. A. in den Sopranistinnen Frls. Betty
Frank aus Breslau und Pauline Bach mann ans Rotterdam,
der Altistin Frl. Jisarek aus Breslau, den Tenoristen HH.
Berthold aus Basel und Funke aus Berlin, dem Baritonisten
Hm. Petzold aus Danzig und dem Bassisten Hm. Düring
von ebendaher.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 24. Sept. „0 du, der du die
Liebe bist« v. N. W. Gade. „Ftlrchte dich nicht" v. S. Bach.
Nicolaikirche: 25. Sept. „Nicht unserm Namen, Herr, sei
Ehre gegeben" v. Mendelssohn.
Aufgeführte Novitäten.
Abert (J. J.), „Astorga*^-Ouvert. (Breslau, 11. Symph.-Conc.
der Bresl. Concertcap.)
Beliczay (J. v.), 2. Symph. {Carlsbad, 14. Symph.-Conc. der
Curcap.)
Berlioz (H.), Harold-Symph. (Scheveningen, 7. Symph.-Conc.
des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Bizet (E.), „L'Arl6sienne". (Scheveningen, 11. do.) ^
Borodin (A.), „Eine Steppenskizze aus Mittelasien" f. Orch.
(Scheveningen, Conc. desselben Orch. am 26. Juli.)
Brahms (J.), 4. Symph. (Scheveningen, 10. Symph.-Conc.
desselben.)
Orchestervariat. üb. ein Haydn'sches Thema. (Scheve-
ningen, 11. do.)
Akad. Festouverture. (Cöln, 9. Volkssymphonieconcert.
Scheveningen, 5. Symph.-Conc. des Philharm. Orch. aus
Berlin.)
Ciaviertrio Op. 101. (Guben, Kammer musikconc. v. Frl.
Michel u. Gen. am 1^. Juli.)
David off (C), Violoncellconc. (Sondershausen, 8. Lohconc.)
Dessoff (0.), Fdur-Streichquart. (Bad Reinerz, 7. Kammer-
musikabend.)
Dvorak (A.), Ouvert. „Husitska". (Scheveningen, 11. Symph.-
Conc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Enna (A.), Vorspiel zur Oj)er „Die Hexe". (Cöln, 10. Volks-
symphonieconc.)
Godard (B,), Gmoll-Streich quart. (Bad Reinerz, 8. Kammer-
musikabend.)
Gold mark (C), Symph. „Ländliche Hochzeit". (Kissingen,
2. Benefizconc. f. Hrn. Schreck.)
„Sakuntala" -Ouvert. (Scheveningen, 6. Symph.-Conc. d^s
Philharm. Orch. a. Berlin.)
Hartmann (Em.), Ouvertüre „Eine nordische Heerfahrt".
(Cöln, 10. Volkssymphonieconc.)
Kiel (F.), AmoU-Streichquart. (Bad Reinerz, 10. Kammer-
musikabend.)
K ist 1er (C), Vorspiel zum 8. Act v. „Kunihild". (Kissingen,
Conc. der Curcap. am 15. Sept.)
Krug (Am.), „Liebesnovelle" f. ötreichorch. (Sondershausen,
10. Lohconc.)
Lachner (F.), Serenade f. vier Violoncells. (Bad Reinerz,
11. Kammermusikabend.)
Langer (F.), 2. u. 3. Satz a. dem FlÖtenconc. (Cöln, 12. Volks-
symphonieconc.)
Liszt (F.), „Les Pr6ludes". (Scheveningen, 6. Symph.-Conc.
des Phimarm. Orch. a. Berlin.)
Esdur-Clavierconc. (Cöln, 10, Volkssymphonieconc.)
Litolff (H.), „Robespierre"-Ouvert. (Bad Reinerz, 11. Symph.-
Conc. des städt. Curorch.)
Ludwig (J.), Drei Sätze a.derFdur-Symph. (Cöln, 12. Volks-
symphonieconc.)
Manns (F.), Esdur-Symph. (Sondershausen, 12. Lohconc.)
Raff (J.), „Lenore" -Symph. (Breslau, 12. Symph.-Conc. der
Bresl. Concertcap.)
Waldsymph. (Sondershausen, 10. Lohconc. Bad Rein-
erz, 12. Symph.-Conc. des städt. Curorch.)
Streichquartett „Die schöne Müllerin". (Bad Reinerz,
9. Kammermusikabend.)
Reinecke (C), „Schöne Maiennacht, wo die Liebe wacht"
f. Orch. a. „Von der Wiege bis zum Grabe". (Leipzig,
Festconc. im Neaen Gewandhaus am 30. Aug.)
Rheinberger (J.), Ouvert. zur „Zähmung der Widerspän-
stigen". (Cöln, 9. Volkssymphonieconc.)
Riemenschneider (G.), Symph. Dicht. „Julinacht". (Son-
dershausen, 8. Lohconc.)
Rubinstein (A.), Streichquart. Op. 17, No. 1. (Bad Reinerz.
12. Kammermusikabend.)
493
Saint'Saäns(C.), „Dause macabre". (BadReiaer2,U.Symph.-
Conc. äea städt. Curorch.>
Schulz-Schwerin (C), Ouvert. zur „Brant von UeSGina".
(SooderehaoeeD, 11. Lolicoiic.)
Star (C), Bittei-liche Ouvert, (Sondershausen, 12. do.)
Svendeen (J. S.), Orchestereinleitung zu „Sig^nrd Slerabe".
(Scheveningen, Conc. des Philharm. Orch. a, Berlin am
26. Juli,)
f ottmann (Ä.), Messe f. dreistimm. M&nnerchor, Soli u, Org.
(Erfurt, Wohlth&tigkeitsco&cert des Seminarchors am
19, Aug.)
Ulrich (HT), Sjmph. trioinph. (Breslau, 11. Symph.-Cono. der
Bresl. Concertcap.)
— — Festouvert, (Sondershausen, 10. Lohconc.)
Vogt (J.), Streichqiünt. Dp. 56. (Bad Beinerz, 6. Kammer-
musikabend.)
Volbmann [R^, DmoU-Seren, f. Streichorch. (Scheveningen,
7. Symph.-Cono, des Philharm. Orch. a. Berlin,)
Wagenaar (J.), Ouvert zu Shakeapoare's „König Johann",
(Scheveningen, 8. do )
Wagner(R,], „Meiatereinger" -Vorspiel ,{ScheveniEgen, 8.do.)
— — „Pareifal"- Vorspiel. (Scheveningen, 7. do.)
„Siegfried- Idyll", (Scheveningen, 8. do. Bad Beinerz,
11. Symph.-Conc. des stidt. Curorch.)
Huldigungemarach. (Sonderehausen, 10. Loheono.)
— — Kaiser-Marsch. (Bad Beinerz, 10. Symph.-Conc. des
atädt. Curorch. Scheveningen, 10. Sympn.-Conc. des Phil-
harm. Orch. a. Berlin.)
Weber (G.), „Kriegsgesane im Walde" f. Männerchor mit
Clav, [Heidelberg, 4. Musikabend des Äkad. Oesangver.)
Zöllner (H.), Suite „Sommer&hrt" f. Streichorch. (Sondera-
hansen, 8, Lohconc.)
Musikalien- und BUoherm&rIct.
Eingetroffen:
^leichmann, Jnl., Clavierquint. in Ddnr, Dp, 16. (Leipzig,
Breitbopf & Härtel.)
Sonvin, L., ^hristoacbtetraum" f, Streichorchester, Op. 10.
(Leipzig, E, W. Fritzsch.)
3nna, August, „Bie Hexe", Oper in drei Acten. (Leipzig,
Friedrich Hofmeister.)
öervinus, Viotorie, Naturgemasse Ausbildung in Gesang
nnd Clavierspiel mit besonderer Rücksicht auf gemein-
schaftlichen Unterricht, nebst einer Hannonielehre und
einer ausgewählten Sammlung von Liedern und Clavier-
Stüeken. (Leipzig, Breitko^f & Härtel.)
Gilson, Paul, „LaMer". Esqutgees aymphoniqueap.gr, Orch.
{Leipzig, Breilkopf & Härtel,)
Klughardt, August, Conoert f. Violonc. m. Orch. od. Clav.,
Op. 59. (Leipzig, E. W. Fritzsch.)
Lorenz, C. Ad., „Harald und Theano" Oper in vier Auf-
zügen, Op. BD. (Leipzig, Breitkopf &. Härtel.)
liaier, Anton, „Weihnacht im Walde". Ein Festepiel für die
musikalische Jugend f, Soli u. Kinderchor m, Clav., Op. 66,
(Quedlinburg, Chr. Priedr, Vieweg'a Buchhandlung.)
Mttller-BerghauB, Carl, „Die Kaiewainen in Pocbjola",
Oper in vier Bildern. (Stuttgart, G. A. Zumsteeg,)
Pache, Johannes, -Tobias Schwalbe", kora, Oper in einem
Act. (Leipzig, J. H. Robolsky.)
aeinecke, Carl, Octett f, FL, Ob. n. je zwei Clarinetten,
Hörner u. Fagotte, Op, 316, sowie Duo f. zwei Claviere
nach demselben, Op. 3I6a. (Leipzig, Fr. Kistner.)
Reinhold, Hugo, Symphonie in Cdur, Op. 32. (Leipzig,
Fr. Kistner.)
Renner, Friedrich, Gesangschule. (Leipzig und Baden-Baden,
Constautin Wüd's Verlag.)
Sandberger, Adolf, Schauspiel-Ouvert, f. gr. Orch., Op. 8,
u. Sonate f.Viol. u. Pianof,, Dp, 10, (Leipzig, E.W, Fritzsch,)
Seyffardt, Ernst H., Trauerfeier für eine Prühentechlafene
f. Altflolo, gem. Chor, Frauenchor u. Orch Op. 21. (Stutt-
gart, Ebner'sche Hof-Musikalienhandlung.)
Utepruch, Anton, Clav.-Tiolinaon.in Dmoll, Op.28. (Frank-
furt a, M., Steyl * Thomas.)
^Voyrsch Fehi von, Symphon, Prolog zu Dante's „Divina
Comedia", Op. 40. (Leipzig, Martin Oberdörffer,)
Jadassohn, Dr. S., Allgec
köpf & Härtel)
Ludwig, Aug., „Gelobet seist du jederzeit: Prau Unsica!"
Oder: Aufgezwungene Betrachtungen durch die Interna-
tionale Musik- und Theater- Ausstellung zu Wien. (Ber-
lin, Aug, Ludwig.)
Seid!, Arthur, Hat Richard Wagner eine Schule hinterlassen?
(Kiel und Leipzig, Lipsius & Tiacher.)
Tannhäuser-Nacbldänge. Briefe, Berichte und Betrachtungen
über die Aufftlhrungen dea „Tannhäuser" in Bayreuth
(1891) von William AshtonElHs U.A. (BerÜn, P.Thelen.)
Wilsing, Heinrich, Richard WB*;ner, „Die Meistereinger von
Nürnberg". Einführung in Musik und Dichtung. (Mainz,
B. Schott'a Söhne.)
Vermisolite IMittheilungen und Notizen.
* Die bevorstehende Concertaaiaon in Leipzig wird
nach den Mittheilnngenj die bis jetzt in die OesenUichkeit
gelangt sind, nicht weniger genussreich und reiobbaltig wer-
den, als ihre Vorgängerinnen, indem neben den älteren Concert-
institntionen auch die Akademischen Orchester-Con-
certe und die Liszt-Vereinaconcerte wieder auf dem
Platze sein werden. Die sechs Ersteren beginnen am I. Nov.
nnd zeigen folgende Programm anordnung: No. 1. Muffat,
Lully, HAndel, Bach, No. 3. Gluck, Haydn, Viotti, Mozart.
No. 3. Beethoven. No. 4. Schubert, MendelsBohn, Schumann.
No, 5. Svendsen, Grieg, Brahms. No. 6. Beethoven. Der
Liszt- Verein hat vorläufig nur seine Dirigenten A. Klughardt,
B. Strauss, Weingartner, Mottl und Tschalkowsky und Solisten
Frau Beuss-Belce, Frl. Polscher, Anthes (Gesang), Frau
Menter, SapellnikofF, Lutter, Förster (Ciavier), Frl. Brammer
(Violine), Jul. Kiengel, P.Grützmacher jun. (Violoncell) nam-
haft gemacht und mltgetheilt, dass neben der Capelle des
134. Infanterie-Regiments auch die Dessauer Hofcapelle au
einem Abend mitwirken werde, doch ist im Voraus anzu-
nehmen, dass die Wahl der Compoaitionen nicht minder inter-
essant, als die Factoren der Ausiilhrung, sein wird. Von den
grossen Oewandhausconcerten verlautet, dass je ein
Schubert-, Schumann- und Brahms-Abend stattfinden werde,
BruchatQcke aus Rubinstein's „Moses" zu hören sein werden
und als Solisten neben dem Amsterdamer a capella-Chor und
dem Vocalquartett der Damen Uzielli und Haha und HH.
Naval nnd Sistermans vorläufig die Frauen Heink und Huber,
die Frls. Leisinger und Minor, die HH. Anthes, Goetze, Mes-
echaert, Scbeideraantel und Schroeter (Gesang), Frau Menter
and die HH, Freund, Sapellnikoff und Stavenhagen (Ciavier).
Frl. Wietrowetz und die HH. Joachim, Sarasate und Wilhelmj
(Violine) gewonnen seien. Der Biedel- Verein bringt in
seinem l.Winterconcert die neue Messe von Draeseke, die Sing-
akademie hat eben&Us grosse Aufführungen geplant u. s. w.
* Das Musikfest in Cardiff ist dieser Tage mit der
vortrefflichsten Aufführung von Mendelssohn'a „Elias", die
man je ausserhalb LondonTiörte, eröfinet worden.
* Die HH. Harrison werden diesen Winter nach dem
Muster ihrer Concerte in Birmingham auch solche in Edin-
burgh und Glasgow veranstalten.
" Die mosikaliache Ausstellung im Royal Aquarium
in London ist dieser Tage eröffnet worden.
* Am füratlicben Oonservatorium der Musik zu
Sondershausen nnter der energischen Leitung des Hof-
capellmeisters Prof Carl Schröder unterrichteten im Schuljahr
1891/93 ausser dem genannten Director 30 Lehrer (Concert-
meister Corbach, Kammersänger Qttnzburger, Pianist und
Componist Curt Herold, Kammervirtuosen Kämmerer und
Schomburg, Kammermusicua Martin etc.) in aämmtlichea
Fächern der theoretischen und praktischen Musik einschliess-
lich Declamation und Miraik. Der Schillerbestand bezifferte
sich mit 101 (45 Schülerinnen und S6 Schüler); 28 davon ent-
stammten dem Auslände, ein Umstand, der am besten den
weitverbreiteten Ruf der Anstalt kennzeichnet. An Musik-
auffUhrungen fanden während des letzten Schuljahres statt
26 Schüler-Vortragsabende, 8 PrOfnngsconcerte , 6 Kammer-
musiken (Lehrer vortrage) und 3 Symphonieconoerte. Bemer-
kens- und nach ahm ungswerth erscheint hierbei, dass sämmt-
liche Productionen des Schülerorchesters (selbständige und Be-
gleitungen) und Choraufführungen von Schülern dirigirt
wurden.
* Am 3. Oct. d. J. soll in Givet, der Geburtsstadt M6-
B Musiktehre. (Leipzig, Breit- hul's, dessen von Croisy entworfenes Standbild auf einem
neugeschaffenen Platze der Stadt feierlich enthüllt werden.
493
* Die Greneralintendanz der k. Bühnen bat ftlr deren
Mitglieder einen Gleldtarif aufgestellt, nach welchem vom 19. y.
Mt6. ab die Abgaben bemessen werden, welche dieselben bei
Gastvorstellungen auf anderen Bühnen oder bei Unterstützung
fremder Musik Veranstaltungen zu den Unterstützungsfonds
der Berliner k. Theater zu zahlen haben. Ob hiervon die
bereits vor Bekanntgabe dieser Bestimmungen eingegangenen
Engagements ebenfalls betroffen werden, ist aus dem Tarif
nicht zu ersehen. Die Ab^ben sind mit 80 Ji und abwärts,
je nach der Gage der Mitglieder der k. Theater und nach dem
Charakter der unterstützten Aufführungen, normirt.
* Das Stadttheater zu Basel ist in städtische Ver-
waltung übergegangen und hat seine Vorstellungen am 26. Sept.
eröffnet. Unter Oberaufisicht der Behörden und unter Leitung
tüchtiger Regisseure und Capellmeister wird dasselbe endlich
die Bedeutung für die angesehene schweizerische Stadt er-
halten, die dieser durch die eigennützige Direction seitens
zunächst auf die eigene Tasche bedacht gewesener Pächter
bisher vorenthalten wurde. — Möchten doch die städtischen
Behörden Leipzigs die Verwaltung der hiesigen Bühnen end-
lich auch in die eigene Hand nehmen und vor Allem den Be-
werbungen des &n. Staegemann um eine Verlängerung des
Pachtcontracts kein Gehör geben. Erst wenn dieser Herr mit
seinen Oberregisseuren Gold- und Grünberg die Leipziger
Kunsttempel geräumt haben und mit dem System der Ver-
pachtung der Letzteren gebrochen sein wird , ist eine Besse-
rung der Leipziger immer unhaltbarer werdenden Theater-
zustände zu er Witten und wird das Leipziger Theater wieder
den hohen Bang sich erobern, den es früher unter den deut-
schen Bühnen einnahm.
* In Essen a. d. B. wurde am 16. Sept. das neuepräch-
tige, dem opferfreudigen Kunstsinn des verstorbenen Eissener
Grossindustriellen Friedrich Grillo und dessen noch lebender
f leichgesinnten Wittwe zu verdankende, von dem Berliner
iaumeister Seeling künstlerisch entworfene und meisterhaft
ausgeführte Stadttheater mit den Klängen von Beethoven's
Ouvertüre „Zur Weihe des Hauses" und Lessing^s „Minna
von Bamhelm" würdig eröflnet. Zum Betrieb des unter
Direction des Hrn. Berthold stehenden Theaters wird Hr. Geh.
Gommerzienrath £[rupp Jährlich 10,000 Jf einschiessen.
* Im Gegensatz zu den Nachrichten über den schlechten
Geschäft^ang der Opemtheater in Italien und deren theil-
weise Schliessung steht die Nachricht, dass in Florenz
gleichzeitig auf sechs Opernbühnen gespielt wird.
* Das Stadttheater zu Strassburgi. E., gegenwärtig
unter Leitung des Hm. Dr. Krückl stehend, erömiete die Sai-
son mit einer sehr lobenswerthen „Fidelio^^-AuffÜhrung.
* Die im Dresdener Hoftheater aus Anlass des auf
den 20. Oct. fallenden 60jährigen Gedenktages der 1. dortigen
„Bienzi^-Aufführung angesetzte chronologische Aufführung
der Wagnerischen Bühnenwerke excl. „Die Feen" und „Par-
sifal" hat am 24. Sept. begonnen und wird am 21. oder 22. Oct.
ihr Ende nehmen.
* Im Badeort Aix-les-Bains wurden neulich Wag-
ner's „Lohengrin". sowie Saint-Saöns' „Samson et Dalila"
mit tüchtigen Kräften aufgeführt und fanden vielen Beifall.
* Auf dem Repertoire der Wintersaison der Oper in
Turin werden die „Meistersinger", „Aida", „Manon Lescaut"
von Puccini, „La Basoche" von Messager u. a. W^rke stehen.
* Im Hoftheater zu Coburg brachte man kürzlich erst-
malig das Singspiel „Bastien und Bastienne", welches Mozart
in noch kindlichem Alter geschrieben, zur Aufführung.
* I. BrülTs neue Oper „Gringoire" hatte auch in Stutt-
gart, wo sie V. Woche als Novität herausgebracht wurde,
einen freundlichen Erfolg.
* Im k. Theater zu Wiesbaden wird in der bevorstehen-
den Saison P. Cornelius* Oper „Der Cid" in Scene gehen.
* Der grosse Erfolg der Mascagni'schen „Cavalleria
rusticana" hat mit Einem Mal die einactige Oper zum Ziel-
Sunct der Hoffnungen unserer Componisten gemacht. Ausser
en von uns schon genannten Novitäten dieser Art meldet
man neuerdings einen ^Hans Jürge" von Chemin-Petit,
der in Augsburg zur Aufführung angenommen sei, von einem
in Dessau seiner Premiere entgegensehenden „Schelm von
Bergen" von G. Niehr und von einer „Vardh&mana" von
B. Oelsner, die in Cassel und Darmstadt erstmalig in Scene
gehen soll. Wie viele Componisten werden sich ausserdem
an dem Coburger Preisausscnreiben betheiligen?
* Im Deutschen Landestheater zu Prag ging als erste
Opernnovität der Saison Gounod^s „Tribut von Zamora"
über die Bretter.
* Hr. Ludwig Hartmann in Dresden benutzt äip dortige
letzte „Götterdämmerung"-Aufführung wieder einmal zu
Einem seiner berüchtigten Ausfälle gegen Bayreuth, indem
er in der „Dr. Z." schreibt, dass wohl sein Besucher der be-
regten Aufführung ungerührt an den todten Meister gedacht
hat, der so himmelanstrebend das Edelste gewollt habe und
„dessen Lebenswerk jetzt in Bayreuth in unerhörter Weise
carrikirt werde, dessen Schaffensstätte man zu einem unwür-
digen Geschäftsjahrmarkt degradirt habe". „Sieht man das
ekle Treiben in Bayreuth an, so wirkt eine Vorstellung wie
die «gestrige als eine Erlösung" etc. Wird es Niemandem
einfallen, auf diese neuesten schamlosen Beschimpfungen, mit
welchen Hr. Hartmann die Leitung der Bayreuther Bühnen-
festspiele und die an denselben betheiligt gewesenen Künstler
bewirft, auch nur Ein Wort zu erwidern, weil denselben da-
durch nur noch eine Ehre angethan würde, so sollen doch
seine Insulten wenigstens einmal hier festgenagelt werden.
* Der Männergesangverein „Liedertafel" inBischofs-
werda darf Anfang n. Mts. auf seinen fünfzigjährigen Be-
stand zurückblicken und wird dieses Jubilum am 2. und 3. Oct.
festlich begehen.
* Der als Componist wie Dirigent gleich hochangesehene
Dessauer Hofcapellmeister Hr. August Klughardt begeht
am 1. Oct. c. sein 25jähriges Jubiläum als Dirigent, indem er
seine Thätigkeit als solcher 1867 am Posener Stadttheater
begann.
* Trotzdem Hr. Hofopemdirector Jahn in Wien inständig
^wünscht hatte, dass man von jeder Beachtung seines vierzig-
jährigen Künstleijubiläums absehen möchte, ist der Gedenx-
tag doch reich an Liebes- und Verehrungsbeweisen für den
vortrefflichen Künstler gewesen.
* Hr. Hofcapellmeister Faltis in Coburg beging am
21. Sept. unter grosser Theilnahme der dortigen Kunstkreise
sein 25jähriges Capellmeister- Jubiläum.
* Hr. Anton Dvor&k befindet sich gegenwärtig auf der
Reise nach New-Tork, um dort die Direction des National-
conservatoriums anzutreten.
* Hr. ConcertsängerMann, welcher bereits mehrere Jahre
hindurch Gesangunterricht am k. Conservatorium für Musik
zu Dresden ertheilte, und zwar zuerst als Vorbereitungslehrer
für Prof. Scharfe und während dessen Krankheit als sein Ver-
treter, ist am 1. Sept. als alleiniger Lehrer nach der Methode
des genannten, mittlerweile verstorbenen berühmten Gesangs-
pädagogen angestellt worden.
* Hr. Hofpianist Carl Wendling in Leipzig erhielt in
Anerkennung seiner Verdienste um die Jankö-Claviatur vom
Herzog von Altenburg die goldene Medaille für Kunst und
Wissenschaft verliehen.
Todtenliste. Charles Louis Adolphe Vogel, nunmehr
vergessener, aber seiner Zeit in Ruf gestanden habender
belgischer Componist, f, 84 Jahre alt. — ^^S- ^gon Habla-
wetz, k. k. Hofopemsänger zu Wien seit 187o, f am 18. Sept.
daselbst.
Zur geffMIigen Beachtung I
An alle Concertsolisten, welche uns Concertprogramme
für unsere -Concertumschau^ einsenden, richten wir in deren
eigenem Interesse die Bitte, in die Conoertzettel, welche
ihr ständiges Domicil nicht angeben, dasselbe hand-
schriftlich einzutragen, damit wir zukünftig mehr, als bis-
her im Stande sind, an uns gerichtete bez. Anfragen zu be-
antworten. Die immer mehr einreissende Gepflogenheit, auf den
Concertzetteln den Wohnsitz der Solisten zu verschweigen,
mag für die modernen Concerta^enturen ihre geschäftlichen
Vortheile haben, sicherlich aber nicht für deren dienten, wie
wir dies oft genug zu beobachten die Gelegenheit hatten.
Die Redaction.
494
^
Brie f k a* s t e n*
fV. A' in C. Gregeu die so unpassende Zasammenstellung
der „Neunten*^ mit Mendelasohn^s „Walpurgisnacht^-Musik in
Einem Concert hat nnser Blatt schon wiederholt protestirt,
sehen Sie u.A. die Glosse ^Ein wunderliches Reiseahentener^ von
Serau in No. 14 von 1886 nach. Aber was hilfts, so lange
der Capelhneister selbst das Unpassende nicht erkennt?
J/, Af. in G. An dieser Stelle lässt sich Ihre Anfrage
nicht gut beantworten. Theilen Sie uns deshalb gef. Ihre
Wohnungsadresse zwecks brieflichen Bescheides mit.
£. L. in B. Mit der Schlussbemerkuns;, dass dem R.'schen
Werke im Ganzen eine „recht grosse Wirkung" zu wünschen
sei, und dem läppischen Ausfall auf die „sogenannte Zukunfts-
musik" (das Pradicat „so^nannt" ist überhaupt eine Lieb-
haberei dieses sogen, „wirklich wissenden" Musikkenners!)
setzt Hr. S. Bagge seiner curiosen Besprechung ienes litte-
rarischen Productes allerdin^ die Krone der Läonerlichkeit
auf. Hoffentlich kommen die Elaborate des Hm. B. nicht
den Eleven der dortifi;en Musikschule, deren Director er ist,
zu Glicht, da dieselb^i in ihrer traurigen Kuresichtigkeii
und Einseitigkeit nur schädlich auf junfe, noch unselbständig
urtheilende Mnsikbeflissene einwirken Können.
B, y, in B, Der mitgetheilte Fall steht bei aller Frag-
würdigkeit der Handlungsweise nicht vereinzelt da. Hier
passirte Aehnliches, indem Jemand den Schmuck, den er einer
Solistin in Anerkennung ihrer Leistung erst zum Geschenk
gemacht hatte, später mit zwei Drittel Aufschlag, d. h. mit
einem hübschen Profitchen filr sich, an anderer Stelle in
Gegenrechnung brachte
Ansetzen.
gjellebte
für
Soli, FraDenehor, KaDoforte ond Deelamation.
[1014.]
Qolin AOuriH aIi ATI I^ramatisirtes Märchen von Friedrich Rö-
OvUUÜtJnibbvUeili ber. Musik von Carl Reinecke. Op. 133.
DamiPAOaIiIITI Mäi'chen-Dichtung von Heinrich Carsten.
JiUl 111 UovllCll« Musik von Carl Reinecke. Op. 139.
IcohATlhliAHal Märchen-Dichtung von Heinrich Carsten.
AOVUCUUI UUCli Musik von Carl Reinecke. Op. 150.
HlA WiIHati QnlllFäflA Dichtung nach H. C. Andersen's
1/lü nllUOll 0Vllnall6« Märchen von Carl Kuhn. Musik
von Carl Reinecke. Op. 164.
Weihnachts-Cantate. Sf ^"^ ^"^ Remeeke. op.
PlimnalofilvpllATI Märchen-Dichtung von Clara Fechner-
AlUUpölObllLlllClli Leyde. Musik von Ferdinand Hum-
mel. Op. 26.
ffanoal linH ßpA^Al Märchen-Dichtung von Clara Fech-
naUOCl UllU UlOlCli ner-Leyde. Musä von Ferdinand
Hummel. Op. 29.
HlA HAApVÄnilfiTI Märchen-Dichtung von Robert Müsiol.
VW 111661 JlUlll^llli Musik von Ferdinand Hummel. Op. 45.
HilQ VpilhlinifctinH ^^^ Märchen von den vier Janres-
l/OÖ r 1 UUUUgOlüllU. Zeiten von Marie Meissner. Musik
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E. W. Fritisoh,
Leipzig, KÖDlgistraMO 6.
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Das MuMk&lisehe Wachenblatt eraukaiat jährlich in St NummerD. Der Abonnementebefaag
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[No. tt
ä Phrutnanretanii. Von Dr. Oajl F^oha. (Fortsetenng.) —
— „-_ „ jf MU Cttln (aohlnw). — Bariohle, — OonoaitmaMiaa. — Bngays-
- KlTchenmiulk. — Opcrn&ntflUiTiiiiKen. — AatesrahrU NOTitttan. — MnailiBlieii- nnd BBeher-
■ KriUwlier Anhu«; BIloher nnd Sclirinen Ton F. Poske, BadoU MtsUslii, Hr. Enut
FUnftig Thesen und Aphorismen zur Verstilndigung
Über Dr. Hugo Rlemann's Phrasirungsreform.
Von Dr. Carl Fuchs.
(Pol
9. Hit dem achten Takt, der schwerer ist, als der
6. und der 4., 80 wie dieBer schwerer als der 2. ist,
vollendet sich daa Kormalbild der Periode. Keine Periode
enth&It mehr als diese vier apecifisch nnterschiedlich
schweren Takte (2, 4; 6 : 8). Ist sie über den acht-
taktigen Umfang (z. B. durch Parallelie der Glieder in
Wiederholungen einzelner Taktgruppen erweitert, was
bis zu 48 Takten und weiter geschehen kann, so ist die
Sohwere aller schweren Takte doch aus der jener vier
abf^leitet. Metrisch, de iure also, ist die Periode alic-
m(j achttaktig, auch wenn sie arithmetisch, also de facto,
mehr Takte enthält; desgleichen sogar, wenn sie (durch
Elisionen, Verschränkungen etc.) weniger als arithmetisch
acht Takte enth&It. Indem Biemann dieses Gcrundgesetz
aufdeckte, wurde, wie Newton in der Physik, bo er in
der Hunk der Entdecker des Gesetzes der Schwere, das
in der anscheinend freiesten Bewegung noch regelnd wirk-
sam ist: diese scheinbar nflchtemen nRangzahlen der
Periode" (1—2, 3—4; ö— 6 : 7—8) enthalten gleichwohl
das letzte Creheimniss des Vortrages, eoweiter ohjectiv
geregelt werden kann. Wer diese gleichsam pythagoräi-
Bchen Zahlen wie arithmetische, wie blosse Rechenzahlen
liest, der wird freilich nicht dahinterkommeu. Hir sind
sie lebendige Vortragszeichen. "')
10. Wie das freie Schaffen und Walten der Natur
zuletzt erkennbaren Gesetzen unterliegt, so stehen anch
in der Kunst, folglich auch im Vortrage, bewusste Gesetz-
lichkeit und nnbewusBte Freiheit miteinander in keinem
Widerstreit. Dass die ihrer unbewusste Natur nach
Gesetzen schafft, ganz so, als wenn diese ihr bewusst
wären, möchte ja als ein viel grosseres Wunder, als ein
viel stärkerer Widerspruch in sich selbst gelten: wir
glauben daran nur, weil wir es sehen. Was im Vortrage das
als gesetzlich Erkannte mit dem Unbewussten verbindet,
ist gleichfalls die Natur, nSmlicb das von ihr dem vor-
tragenden Künstler verliehene Talent. Aber die Gesetz-
lichkeit ist in der Kunst darum nicht entbehrlicher, als
die Freiheit, die Alles ordnende Besinnung nicht unfrucht-
barer, als die Alles beseelende Begeisterung. Das Wesen
jeder Kunst sogar liegt in der Vereinigung dieser beiden
Thätigkeiten in Einer Person. Kein Ärgerer Irrthum, als
dass die Besinnung oder die Besonnenheit nicht auch
schöpferisch wirke.
11. So wie Biemann die musikalische Metrik ge-
schaffen hat, indem er sie zur Dynamik (dem Wechsel
der Tonstärke) und der ihr in Steigerung und Minderung
entsprechenden Agogik (d^ Behandlung des Tempos im
*) Franoeschina Prevoeti verstand es nach den ersten
5 Minuten am Ciavier, als ich den Werth der Bangzahlen, ihr
(scherzando) mit den Worten ausdruckte: le demier mystAre
de IHnterprötation est que qnatre fois deuz ne fönt point huit.
498
Eieineii) in orgAniecben ZiiBammeuhang aetete, 80 bat er
auch die Wissenschaft der Harmonielehre and der Modu-
lation vollendet und dÜe dee Contrapnnctea anf eine neue
Grundlage (nämlich die der Harmonielehre) gestellt und
sich damit den unerkannten Rang des ersten deutschen
MoBik gelehrten unserer Zeit erworben, deaaen Bedentang
Huch bereits beginnt, eine intematioDale xa werden. Die
Phrasirnnga-Melhnde aber ist eben dos praktische Er-
gehoiss AUS der ( i-e^ammtheit jener theoretischen Grund-
lagen. Wenn es zu verwundem sein sollte, dass dies
Alles zur Phrasirung gehört, so mässte es nicht Alles zur
Musik gKhörtin.
Vi, Die Grundhgen des Riemann'schen Fbrasirnngs-
verfahrens (Thesen 1 — 10) sind kinderleicht als richtig
7,u erkennen und jedem Laien binnen einer Stande prak-
tisch klar zu macbeti. Was ihre Anerkennung in Dentacb-
land bindert, ist nur die deutsche Sucht, zu streiten, Alles
besser zu wissen , das eigene schlecht erzogene Gefühl
un die Stelle des allgemein verpflichtenden und leicht
erkennbaren Recliten ea setzen, und gar das, waa leicht
einzaseben ist, darum fnr minderwertbig zu halten.
Etwas Anderes freilich iat die scbriniicbe Darchführung
jener Grundsätr.e und Nachweisung der phraseologischen
Typen in eineni vorliegenden Text, und wieder etwas
Anderes die klingende AnsFahrung eines phrasirten Testes.
AuBZufübrcn kann Etwas gerade so schwer sein, wie es
leicht einzusehen ist. Das ist aber nicht blos in der
13. Die Rit'mann'sche Phrasirung ist Bchlecbterdings
TOUNikaliäcb keine Neuerung; sondern nur eine Erneuerung
der Eiusiclit in den authentischen, auf Metrik, Harmonik,
Thematik beruhenden Zusammenhang der Töne, also ein
eminent conservatives, die ursprüngliche Vorstellung des
Autors ergründendes Verfahren. Es beruht auf gänz-
lichem Mangel sn ehrlichem oder sachkundigem Eingehen
auf den Siuu der Phrasirung, wenn man sie für ein
Dokument subjectiv-Riemann'acber „AnfFassung" ausgibt.
14. „Ein ordentlicher Musiker muss von selbst wissen,
wie er zu {ibrosiren hat; das mnss ihm sein natärliches
Gefühl sogen.'' Üi«B wendet man gegen uns ein. Die
Veranstalter von Tett-Aosgaben der Claasiker sind aammt
und Konders ordentliche Musiker^ sogar ganz ausaerordent-
licbe sind darunter; vergleicht man nun sechs ihrer Aus-
gaben selbst bei ganz leichten Aufgaben der Phraairung
(z. B. Beelhoven, Op. 13, Adagio, erste Periode), so trifft
man regelmässig auf ebensoviel verschiedene Phrasirangen,
also anf grosse Unsicherheit selbst in einfacheo Dingen.
Die Falle, in denen solche Anagaben auf Grand unoatür-
licber VorstelluiigeD vom Takt leicht nachweislich wider
den naiiirlic'ben Zusimmeohang „phrasiren", zählen längst
uacli Tausenden.''') Wenn nun das „natürliche" Musik-
gefülil heut so stark uod reia wäre, wie konnte es jene
Musiker, selbst einer. Liszt nicht ausgenommen**), so ganz
verlassen, soiiald sie nur vom Ciavier sich an den
ächreibtisch begabea, um mit Zeichen im Text oder
Worten unter dem Text ausdrücklich zu lehren, wie am
Ciavier jibrasirt werden solle? Jedes natürliche Gefühl
wird untergraben, wenn es Jahrhunderte laug, wie es bei
•) Vrgl, die Kritik der Cotta'schen Auflgaben (Stuttgart)
in meinem Buch „Die Zukunft des mosikaliscben Vortraea"
Thüil n, p. 105 bis J18.
••) Vrgl. Cotta'sche AusMbe der Ciavier- Werke von Beet-
hoven Bd. IV, p. aS, Anmerkung, mit Biemann, PhrasirungS'
Ausgaben der Boethciven-Sonaten Bd. III, p. 31 au Opus 57,
SatK I, T, 304-^»ll.
uns der Fall tat, unter dem Eiuflnss falscher Tradition,
naturwidriger Gesetze, Lehren and Gebräuche steht; z.B.
das Grandgefühl für das Recht, Jenes für die Gesundheit.
Wie sollte es in der Kuntt nicht der Fall sein, wo man
doch ohnebin und überhaupt nur indirect und bedingt
von einem „natürlichen" Gefühl reden kann? Kunst ist
doch stets nur „zweite Natur", bestenfalls sogar.
15. Die „Unsicherheit in den einfachsten Dingen"
als herrschenden Zustand haben mit eben diesen Worten
die grössten Künstler wie Rabinstein, Berlioz, Lisst
beklagt; auch espress das Fehlen einer musikalischen
Metrik. Der Riemann'schen Wissenschaft von diesen
Dingen haben die grössten Componisten der Gegenwart:
unter den Deutschen Meister Brahms, unter den Nieder-
ländern der gefeierte Peter Benoit, unter den Rassen der
reichbegabte Tschalkowsky freudige Billigung 6ffentUch
öfter als privatim ausgesprochen und deren Anwendung
auf ihre eigenen Werke gewünsdit und gelobt Solche
Anwendungen liegen in den 27 Clavierstücken von
TschaYkowsky vor, die Riemann metrisch und rhythmisch
weit von der Original -Bezeichnung abweichend heraus-
gegeben hat (Leipzig, bei Steingraeber), und nach Rie-
mann phrasirte Vorträge einer Reihe von Clavierstücken
Peter Benoit's wurden von diesem selber ausdrücklich
als das, was ihm vorgeschwebt habe, als vorbildlich, ja
als eine Offenbarung bezeichuet. Auch Hans v. Bülow
hat in Riemann's Metrik an öffentlicher Stelle ausdrück-
lich die Erfüllung des Wunsches anerkannt, den sein
Freund Berlios gehegt habe, und hinzugefügt: „Diese
Theorie ist nicht grau, sie enthalt das Gold der Praxis."*)
16. Kinen musikalischen Text in Bezug auf Pbra-
simng für mehrdeutig zu erklären, wohl gar so, dass
von sechs Herausgebern oder Vortragenden Jeder auf seine
Art Recht haben könne, heisst: ein Gebilde der Kaust
zu einer Mollnske herabsetzen , zu einem Rohstoff, zu
dessen künstlerischer Formung erst der Virtuos dem
Componisten verhelfen müsste. Was wohl Beethoven,
der Mann der strengsten Form gerade im Kleinen, dazu
gesagt haben würde?
17. Freiheit der Phrasirung heisst praktisch weiter
Nichts, als Verschiebharkeit der Phrasen- und Motiv-
grenzen um eine oder mehrere Noten vor- oder rück-
wärts, und dies ist für jeden Musiker, wenn man ihn vor
irgend ein Notenbeispiel stellt, Unsinn. Schon der Fälle,
dass zwei Begrenzungen möglich wären, sind nur etwa
Einer auf 10,000, mehr aber als zwei Phrasirungen Einer
Stelle sind nie möglich, weit nicht mehr als zwei Phra-
siruugs-Principien in einem Falle collidiren können (z.B.
Thematik, Harmonik).
18. Was von den objectiven Bestimmungen der
Metrik, Harmonik und Thematik im Vortrage oder in
Aasgaben abweicht, ist nicht subjectiv berechtigte Auf-
fassung, sondern Fehler in der Fassung. Jene grossen
Künstler, H.v. Bülow obenan, haben mit dem Princip der
gleichberechtigten Auffassungen längst gebrochen. „Ich
glaube bei Beethoven an eine, allein seligmachende Auf-
fassung" waren Bülow's Worte schon vor einem Viertel-
jahrbund ort. Diese wird denn doch wohl die Beet-
boven'scbe „ AutTassung", d. h. der Sinn des Autors sein
müssen. Andere Autoren haben aber keine geringeren
Rechte. Es galt nur bisher als blosses „Ideal", den
Sinn des Autors in Bezug auf Phrasirung und Periodik
•) S. Jahresbericht der Horak'scheu Musikschulen, Wie»
1888/87, p. 15.
499
autlientiscli ermitteln zu können. Das analytische Genie
Kiemann's hat diesem Uebelstande endlich Rundlich ab-
geholfen. Das Ideal als erstrebenswerthes, aber unerreich-
bares Ziel, als eine bedauerliche Unmöglichkeit in praxi,
ist Eine der traurigsten deutschen Philister-Ideen, die es
je gegeben hat, und in der Kunst noch unfruchtbarer, als
im Leben. Was nicht erreichbar ist, ist auch kein Ziel,
ein vernünftiger Mensch strebt darnach nicht.
19. Die Frage, warum denn die Componisten nicht
selbst richtige Zeichen für die Phrasirung in ihre Werke
gesetzt hätten, würden wir gar nicht zu beantworten
haben. Es müsste vielmehr genügen, darauf hinzuweisen,
dass die Zeichen, die so aussehen, als sollten oder könnten
sie die Phrasirung angeben, zu ^/^^ falsch oder mindestens
zweideutig sind (nicht blos zur Hälfte etwa, wie
L. Köhler meinte), denn dies ist seit Jahrzehenten all-
gemein bekannt und beklaert und ist selbst die Ursache
der Versuche, mit der Phr^irnng ins Reine zu kommen,
wohin sie Riemann denn gebracht hat. Hier aber noch
einmal die Antwort:
20. Das Zeichen, welches scheinen konnte, phrasireu
zu sollen, ist der Legato-Bogen, welcher angibt, wie
viel Töne in lückenloser Folge vorgetragen werden sollen.
Nun können Phrasen einander aber innerhalb solcher
lückenlosen Tonfolge sehr wohl ablösen, kenntlich gemacht
durch Nuancenwechsel; desgleichen: Klanglücken zwischen
den Tönen, durch Pausen oder Staccato veranlasst, verhindern
keineswegs die hörbare Zusammenfassung zu Motiven und
Phrasen wiederum durch Nuancenwechsel und eine diesem
entsprechende Tempobehandlung: hier versagte aber der
Legato-Bogen als Phrasenzeichen, denn über Pausen und
Staccati konnte er nicht hinweg; er wurde nur da richtig,
wo nach einem Legato eine Klanglücke ein Phrasen-
Ende wirklich ausmachte: die Endnote stand eben nur dann
unter dem Bogen-Ende. We^en der relativen Seltenheit
dieses Falles und der Häufigkeit von nicht Ende bedeu-
tenden Pausen und von Staccati war der alte Legato-
Bogen zum Phrasiren schlechterdings unzulänglich.
(Fortsetzung folgt.)
Berichtigung: Im vorigen Artikel lese man in der
untersten Textzeile der ersten Seite „Reaction^ statt „Redac-
tion".
Zu „König Marke".
In No. 37 des „Musikalischen Wochenblattes*' hat
Hr. Moritz Wirth gelegentlich seiner Arbeit über Bran-
gäne seine Auffassung des Königs Marke als eines 70jäh-
rigen Greises von Neuem vor die OefPentlichkeit gebracht.
Ohne den verhängnissvollen Streit um des Königs Bart
erneuern zu wollen, möchte ich die „Frage'' einmal im
Lichte einer einfachen Rechnung zeigen.
Tristan ist Marke's Neffe, also das Kind von Marke's
Schwester oder Marke's Bruder. Offenbar das Erstere,
denn nicht die Königsburg in Kornwall, sondern Kareol
ist die „Burg seiner Väter". Sein Vater zeugte ihn
sterbend, seine Mutter gebar ihn sterbend, — wollen wir
also nicht die abgeschmackte Annahme machen, dass er
altere, zur Zeit des Stückes verstorbene Geschwister ge-
habt habe, so ist er seiner Eltern einziges Kind. Nun
ist er aber auch Erbe und, da kein anderer Bewerber
auftritt, auch nächstberechtig^er Erbe von Kornwall; wenn
wir also nicht die wiederum ganz thörichte Vermuthung
aufstellen wollen, dass zwischen Marke und Tristan's
Mutter noch andere Geschwister gewesen, die sämmtlich
gestorben, sämmtlich kinderlos gestorben seien, so sind
Marke und Tristan's Mutter die einzigen oder wenigstens
die der Geburt nach unmittelbar auf einander folgenden
Kinder des vorigen Königs von Komwall.
Wir werden kaum fehlgehen, wenn wir für Tristan's
Mutter, als sie ihn sterbend gebar, ein Alter von 20, für
Tristan zur Zeit, als das Stück spielt, ein Alter von
25 Jahren annehmen; jedenfalls kann man beide Zahlen
eher verringern als vergrössem.
Lebte nun Marke's Schwester noch zur Zeit, wo das
Stück spielt, so wäre sie alsdann etwa 45 Jahre alt,
wenn nicht noch weniger, — ihr einziger Bruder aber wäre
nach Hrn. Wirth's Meinung ein TOjähriger Greis. Also
ein Altersunterschied von mindestens 25 Jahren!
Oft genug ist auf die Sorgfalt Wag^er's auch in den
kleinsten Angaben hingewiesen worden. Ob wir da eine
solche Ungeheuerlichkeit wirklich glauben sollen? Oder
ist nicht vielleicht doch der 40 — 50jährige Marke, den
Wagner nach Hrn. Wirth's Meinung erst später in seine
Dichtung hineingefalscht hat, der ursprüngliche und rich-
tige? Umsomehr, als wir ihn schon in Gottfried's Epos
im gleichen Alter finden, mit dessen Zeitangaben über-
haupt die Wagner's auf das Verblüffendste stimmen.*)
Ein Schopenhauerischer Heiliger — damit mag sich
Hr. Wirth beruhigen — braucht Wagner's Marke deshalb
ja noch lange nicht zu sein.
Dr. Rudolf Schlösser.
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Cöln» Mitte September.
rSchluss.)
Am 81. August fand die Eröffnune;svorstellung des Stadt-
theaters statt. Kein bedeutendes Schauspiel, kein grosses
Musikdrama, keine Stilreinheit, sondern eine Spieloper, deren
Sinni^keit durch die rohe Opemschablone vernichtet wird:
Lortzing^s „Zar und Zimmermann^ erö&ete die Saison. Das
ist mehr charakteristisch, als lobenswerth. Ausserdem wurden
bisher gelben: „Tannhäuser**, „Lohengiin", „Troubadour",
„Cavallena rusticana", „Fidelio**, „Die Hugenotten", „Der
Freischütz" etc., fast lauter sehr bekannte Werke. Man hatte
dadurch eine vorzügliche Gelegenheit, die neuerworbenen
Kräfte zu beobachten. Sogleich mehr darüber.
Was das Schauspiel angeht, so ist das bisher vertreten
gewesen durch ein paar ziemlich werthlose Lustspiele.
Trotzdem sie sehr bekemnt waren, konnte man sich über die
Darstellung kein Drtheil bilden, wegen der TJnbedeutendheit
der Stücke. Nicht nur verhält sich quantitativ das Schauspiel
zur Oper wie 1 zu 8, qualitativ ist die Sache noch schlimmer.
Da Göln nur ein einziges Theater besitzt, was ich oben
schon rügend bemerkt habe, so muss man eine derartige
Zurücksetzung des Schauspiels geradezu als eine Schmach
empfinden. Wie ich eingangs erwähnt habe, gehöre ich durch-
aus zu den Anhängern des Musikdramas, ich erblicke in
Wagner's Bühnenwerken die höchsten Leistungen der Kunst
überhaupt. Aber diese Werke müssten, um dementsprechend
zu wirken, mit vollendeter Stilreinheit gegeben werden, so
wie man sie in dem einzigen Asyl der ernsten dramatischen
*) Näheres darüber wird eine ausführlichere Arbeit über
König Marke bringen, die nächstens in den „Bayr. Blättern"
erscheinen wirdj in welcher ich auch die Frage; Asket oder
nicht? selbst zu Hm. Wirth's Zufriedenheit gelöst zu haben
hoffe.
41*
600
Kunst, in Bayreuth, zu geben sucht. Hier aber schneidet man
Wagner's Werke ganz lustig auf das brutale und dumme Opern-
Schema zu. So heifist denn eine derartige Bevorzugung der
Oper nichts Anderes, als den ^mein-genusssüchtigen Instincten
der grossen Masse entgegenkommen. Ob das an dem einzigen
Theater der rheinischen Hauptstadt der richtige Standpunct
ist, dürfte stark angezweifelt werden können. Das mo-
derne Schauspiel, also die Leistungen eines Ibsen. Björnson,
Sudermann, Hauptmann etc., ist unendlichmal wertnvoller, aus
eine recht lustig von den Regisseuren „verarbeitete** Oper.
Das Publicum, das Interesse hat füü: die Leistungen dieser
ernsten dramatischen Kunst, für diese Probleme der Gegen-
wart, dieses Publicum ist erst fkhig, Wi^er's IcLeal-Lösungen
dieser Probleme, seine unendlich ein£*ucks volle Kunst zu
verstehen. Freilich beschränkt sich bei vielen „ Waenerianem'^,
besonders „Wagnerianerinnen*', das Verstehen des Meisters auf
das Sohw&rmen ftür den — Helm Lohengrin*s, auf das ver-
kehrte Auffassen des dramatischen Pathos Wa^er's u. s. w.
Wer hat den Muth, diesen Augias-Stall zu reinigen?
Was nun die Oper angeht, so haben wir ausser dem un-
bedeutenden Chordirigenten zwei Oapellmeister. Der Eine,
W. Mühldorfer, der schon viele Jahre seinen Posten inne-
hat, ist ein älterer Herr, der mit unfehlbar sicherer Routine,
aber ohne jedes individuelle und durchlebte Auffassen wirkt.
Der Andere, Josef Grossmann, ist ein junger — Bursche,
h&tte ich beinahe gesagt, von 25 Jahren, der überall seinen
eigenen, höchst eigenartigen und persönlich belebten Stand-
punct herauskehrt. Wenn er aucn Alles anders macht, als
ich es mir denke und als es sich andere TJrtheilsfähige
denken, wenn er auch stets übertreibt und überall die Spuren
des absichtlich Brutalen, Empirischen, hinterlässt, so ist mir
eine so energisch wirkende Persönlichkeit doch unendlichmal
angenehmer, als die todte Routine und Autorität des Anderen.
Leben heisst das Eine, und Nichts heisst das Andere.
Unser Regisseur steht leider ganz auf dem vor- Wagneri-
schen Opem-otandpunct; so wirkt zum Beispiel das Graben
in der Kerkerscene („Fidelio**, 2. Act) stets geradezu lächerlich.
lieber das städtische Orchester, das auch in der Oper
Spielt, habe ich bereits oben, bei Erwähnung der Sommer-
concerte, zur Genüge gesprochen.
Der Chor ist nicht übermässig schlecht, aber erst recht
nicht gut; bei grosser Sorgfalt im Einstudiren, also besonders
bei neuen Werken, kommen oft ganz leidliche Wirkungen
heraus. Allerdings stört stets das undramatische Herumstehen,
das ja sehr schwer ganz zu beseitigen ist, gegen das die Regie
aber doch etwas mehr einschreiten könnte.
Nun EU den Solisten! Unsere Primadonna Frau Pelagie
Ende-Andriessen gehört der Bühne schon einige Zeit an.
Sie arbeitet mit kolossalen stimmlichen und darstellerischen
Mitteln, undjede einzelne Rolle, die sie gibt, ist persönlich
durchlebt, unsere jugendlich-dramatische Sängerin, Frl. Je-
linek, ist neu erworben. Sie verfügt über eine reizende,
frische und doch nicht beüeuagene Mädchenhaftigkeit und
über eine sehr angenehme, klare Stimme. Die neue Coloratur-
sängerin Frl. Gira erscheint mir unbedeutend. Einen Schatz
unserer Bühne dagegen bildet die Altistin Frl. Charlotte Huhn.
In dieser Saison nat sie noch nicht Gelegenheit gehabt, sich
voll zu entfalten, der Orpheus in Gluck's gleichnamiger Oper,
den sie in der vorigen wiederholt gab, gehört zu den emi-
nentesten dramatiscnen Leistimgen, die ich kenne. Adel, er-
habene Auffassung, trefflicher Gesang, das ist die Signatur
der LeistuD^n Frl. Huhnes. Von den übrigen Sängerinnen
erscheint mir Keine des Hervorhebens werth.
Sehr glücklich scheint diesmal die Teuorfrage gelöst zu
sein. Nicht nur besitzen wir von früherher den herrlichen
Willy Birrenkoven, dessen männlich gefärbtes Organ mir
noch angenehmer erscheint, als das hellere von Emil Götze,
wir haben jetzt noch zwei neue dazu erworben: Bruno
Heydrich und Sigmund Krauss. Der Erstere durchgeistigt
Alles, was er vornimmt, aber er geistreichelt sehr viel und
macht viele Effecte, die kurzweg als Unsinn zu verwerfen sind.
Z. B. in der herrlichen Florestan-Arie (Anfang des 2. „Fide-
lio"-Actes) brüllte er — sit venia verbo — bei den Worten
„doch gerecht ist Gk)ttes Wille" so unmässig, dass man un-
willkürlich zusammenschrack. Das ist Geschrei, kein Gesang,
am wenigsten die Ausführung der Beethoven'schen Musik.
Und nachher bei den Worten: „Und fühl ich nicht linde,
sanft säuselnde Luft** ? etc. schreibt Beethoven vor: „mit einer
an Wahnsinn grenzenden, doch ruhigen Begeisterung**, Bruno
Heydrich aber verstand das natürlich besser, als Seethoven
una raste wie ein vollkommen Verrückter. Dass die innige Inten-
sivität und die Decenz des Florestan'schen Charakters dadurch,
verloren geht, dass Florestan dadurch voh einer Beethoyen'-
schen Figur zu einem modernen, prononcirt-nervösen , inde-
centen Jüngling wird, das bemerkt der Sänger nicht. Ich
habe vorhin bei der Erwähnung der Eigenart des Capellmeisters
Josef Grossmann gesagt, dass mir eine persönliche Verkehrt-
heit lieber ist, als ein todtes Schema, das ja, eben weil es todt
ist und Sdiema, auch verkehrt ist, aber gjegen Kunstleistungen,
wie Bruno Heydrich sie bietet, muss ich doch Verwahrung
einlegen. Das sind Versuche, die durch ihre grobe Fehler-
haftigkeit in die Schule, nicht in die Praxis gewiesen werden.
Zweifellos ist Bruno Heydrich. abgesehen von seiner starken
und ziemlich wohllautenden, allerdmgs durch die Dialektfarbe
etwas beeinträchtigten Stimme, begabt und fähi^, Gutes zu
leisten, aber ebenso zweifellos ist das, was er bereits geleistet
hat, unzulänglich. Sigmund Krauss ist ein abgesungener
Helden tenor, dessen Spiel mir als sehr mittelmässig erscheint.
Alle seine Töne geben sich unnatürlich und glanzlos, die
höchsten, die glänzen sollen, klingen gepresst. Von den Übri-
gm Herren möchte ich noch Baptist Hoifmann hervorheben,
erselbe hat einen Bariton von einer ungeheuren Kraft und
von einem entzückenden Wohllaut. Sein Spiel ist vornehm
und sehr scharf charakterisirend, besonders schwebt mir hier
sein Pizarro vor. Allerdings nuancirt er nicht so ins Einzelne
hinein, wie es richtig Frau Ende und falsch Bruno Heydrich
thuen, und so erscheint noch Vieles bei ihm opernhaft. Aber
jeder einzelne Ton macht ihn der wärmsten Sympathie des
Publicums gewiss. Die Übrigen männlichen Krärte erscheinen
mir unwerth der besonderen Hervorhebung.
Wir haben also hier theil weise vortreffliches, im Ganzen
brauchbares Material. Folgendes sind die Dinge, die uns noch
fehlen, damit wir eine gute Oper haben: Abgeklärtheit des
Ensembles, Stilreinheit. Und dann bedürfen wir des Schau-
spiels. Vielleicht bringt uns der kommende Winter manche
gelungene Vorstellung. Ich werde später darüber reden.
Ausserhalb des Theaters schläft die Musik noch vollständig
oder sie ist mit den ersten Regungen des Erwachens aus dem
Sommerschlaf beschäftigt. So muss ich mich dezm für dies-
mal verabschieden, um später zuzusehen, was aus dem Theater
geworden ist imd wie es sonst hier mit der musikalischen
Lunst steht. Max Arend.
Berichte.
Leipzig. Hr. Carl Meyder, der Dirigent und autokra-
tische, auch gelegentlich, wie man sich erzählt, der Knuten-
moral seinen Musikern gegenüber huldigende Selbstherrscher
des Berliner Concerthausorchesters , beglückte uns vor ein
paar Tagen mit zwei Goncerten: und zwar mit einem „popu-
lären" und einem Wagner- Abende. Von dem populären Oon-
certe weiss ich Ihnen nur das eine Gute zu erzählen, dass es
leer war. Um so besser war das zweite Concert besucnt, dank
der plumpen, aber aufdringlichen und verlockenden Reclame,
mit der uns „Parsifal" -Fragmente u. s. w. als Lockbissen hin-
gehalten wurden. Hr. Meyder hatte in der That ein pom-
Söses Programm entworfen: Stücke aus den „Nibelungen*',
as „Siegfried-Idyll" , das „Parsifal"- Vorspiel, die Verwand-
lungsmusik und die Zauber^rtenscene u. s. w., dann noch die
-Festklänge" und die F dur-Khapsodie von Liszt. Aber wie
rührte er dieses Programm aus! Es war ein Skandal; ich
habe nie in meinem Leben eine derartige Verunglimpfung
und Verhunzung (das Wort ist eigentlicn noch zu imlde!)
eines Kunstwerkes miterleben müssen. Denken Sie sich einen
Dirigenten, dessen Taktstock sich wie der Pendel einer kleinen
nervösen Schwarz wälder Uhr hin- und herbewegt: mit em-
Eörender Gleichgiltigkeit und mörderischer Monotonie; denken
ie sich weiter, dass Hr. Meyder die Tempi aller der zum
Vortrag kommenden Stücke in solchem Maasse vergriff, dass
man darauf schwören möchte, er habe niemals Eines von ihnen
gehört, er habe nie die „Walküre" gesehen (oder höchstens
unter der Leitung eines Dirigenten, der Hrn. Meyder an Un-
musikalischsein Nichts nachgibt, eine Möglichkeit, die wohl
ausgeschlossen erscheint); denken Sie sich weiter, dass Hr.
Meyder den „Feuerzauber" in eine Gavallerieattake umwan-
delte und dass er aus der Verwandlungsmusik z. B. eine Art
Parademarsch und aus dem „Komm, holder Knabe" eine Neu-
bearbeitung des Schunkelwalzers machte; fügen Sie diesem
Vorstellungscomplex noch die weitere Thatsaäe hinzu, dass
Hr. Meyder dort, wo er durch eigene Auf&ssung glänzen
wollte, ganz nach WiUkür ritardandi und aoceleranoi mit
601
reicher Freigebigkeit anbrachte (wie in der 1. Hälfte des
„Parsifal^-Yorspiels, im Satz der Holzbläser), fassen Sie das
Alles in ein Gesammtbild zusammen und „Sie haben eine
Kunst!" Die Capelle ist gut und leistungsfähig ; mit ihr liessen
sich zweifelsohne vorzügliche Leistun^n bieten. So lange
aber Hr. Meyder ihr Leiter ist, wird freilich eine Stümperei
der elendesten Art nicht zu „vermeidem'' sein. f-
Basel. Schon eilen wir dem Winter und dem Wieder-
beginn unserer Baseler Concertsaison entgegen, und doch
möchte ich nicht versäumen, meinem Versprechen gemäss
einen kurzen Nachtrag zu meinem letzten Berichte über den
Winter 1891 auf 1892 zu liefern. Es betriff das zuerst die
beiden Gesancvereinsconcerte vom Februar und Juni. Im
Ersten derselben kam Dvoiäk*s „Stabat mater*' zur Auffüh-
rung. Ein einsehendes Studium unter Dr. Volkland's treff-
licher Leitung bereitete eine würdige Aufführung vor, Solisten
und Orchester trugen ebenfalls das Ihrige bei, um dem hoch-
interessanten Werke Bahn zu brechen. Es ist eine bedeutende
Gomposition, nicht gerade kirchlich im vulgären Sinne, aber
doch von einem feierlichen, fast mystischen Klang, oft wird
der alte Bitualton gestreift, oft helfen unsere modernen
Klangmittel mit, dem einfachen lateinischen Texte eine tief-
sinnige Interpretation zu geben. Mancher Zuhörer mag sich
kaum recht bewusst werden, ob ihm das Werk einen feier-
lich kirchlichen oder einen total weltlichen Eindruck macht.
Wenigstens hörte man nachher in diesem Sinne ganz diver-
f'rende XJrtheile. Immerhin wurde der Gomposition volle
nerkennung gezollt. Neben all dem Guten muss man aber
doch die Länge einzelner Theile beklagen, denn sie wirkt
leicht ermüdend. Der Text ist ja schon ziemlich eintönig im
Bhythmus und Gedankengang. Dvorak zerlegt nun aber
diesen langen lateinischen Hymnus in eine Anzahl Ghor-,
Solo- und Ensemblenummem , ' sodass Jede derselben ein ab-
geschlossenes Ganzes bildet. Infolgedessen leidet das Werk
an allzuviel textlichen und daraus hervorgehenden musika-
lischen Wiederholungen. Bei uns in Basel wirkte noch nach-
theilig, dass im gleiten Concerte Mendelssohn*s „Lobgesang"
aufgeführt wurde. Das war etwas zu viel des Guten. Dvorak
fordert vom Hörer eine gewisse geistige Arbeit und dient
auch dem empfänglichsten G^müth nicht zur Vorbereitung
ftkr Mendelssonn'scne Musik, deren Kraft und Wirkung so
total andere Ausgangspuncte haben.
Die Frühjahrsaufführung des Gesangvereins, wie üblich
in unserem herrlichen Münster, brachte S. Bach*s Johannis-
Passion und bildete damit selbstverständlich den Glanzpunct
der Ghorconcerte. Wie jedes Jahr strömten auch an diesem
Tage Gäste von nah und fem herbei, um dieser echt kirch-
lichen Feier beizuwohnen. In dieser Hinsicht ist es ein
Glück, dass unser Musiksaal die ursprünglich geplante Orgel
noch nicht erhalten hat, denn dass die kirchlichen Oratorien
ihre eigentliche Stätte in der Eürche finden, beweisen diese
unsere jährlichen Concerte zur vollen Genüge. Diesem Ziele
streben auch Aufführungen zu, die, wie im verflossenen und
in diesem Jahre, die Passionen von Schütz, nach Matthäus und
Lucas, mit Hilfe eines kleineren Chores in Form eines Pas-
sioni^gottesdienstes zu Gehör brachten.
Unter den verschiedenen Concerten ausserhalb des engeren
Rahmens möchte ich nun noch der Duo-Abende der HH.
Huber und Bargheer Erwähnung thun. Voriges Jahr
führten uns dieselben sämmtliche Sonaten von Beethoven für
Olavier und Violine vor; diesmal war das Programm ge-
mischter, indem Bach, Mozart und Schubert in jeder Soiröe
abwechselten. Bewährte Kräfte übernahmen daoei die ge-
sangliche Abwechselung. Es war ein seltener Genuss, der
feindurchdachten Interpretation der Sonaten zuzuhören, und
die jedesmal zahlreiche Zuhörerschaft bewies, wie gern solche
exquisite Kammermusik entgegengenommen wird.
Doch nun darf ich meinen Bericht nicht schliessen, ohne
des auch in musikalischer Beziehung bedeutenden Ereignisses
Erwähnung zu thun, das lange Zeit die Kräfte unserer Stadt
in allen möglichen Kreisen in Anspruch nahm: des Fest-
spieles zur Baseler Vereinigungsfeier.
Es beging nämlich Basel den 500jährigen Erinnerungstag
der Vereinigung der beiden durch den Rhein getrennten
Stadttheile. Den Mittelpunct des Festes bildete das Festspiel,
das auf einer grossen, im Freien errichteten Bühne aufgeführt
wurde, während am Abhänge eines Hügels innerhalb der
Schranken 6000 Menschen auf nummerirten und ausserhalb
derselben mehr als die gleiche Zahl auf freien Plätzen dem
Spiele zusahen. Das Fest mit seinen drei Aufführungen war
vom herrlichsten Wetter begünstigt und der Eindruck bei
Allen ein grossartiger.
Die Dichtung, von Staatsarchivar Dr. B. Wackemagel
verfasst, stellte m vier Bildern verschiedene geschichtlicne
Momente aus den gegenseitigen Beziehungen der neiden Stadt-
theile dar, meistens in belebton Volksscenen. Die Musik,
Chöre des Volkes, der Bitter, Märsche. Tanzreigen und Soli
stammton aus der Feder Hans Hub er 's. TJeber die grosse
Prachtontfaltung in Aufzügen zu Fuss und zu Pferd, über-
haupt über den ganzen Inhalt zu sprechen, würde mich zu
weit führen, nur das möchto ich als etwas Besonderes er-
wähnen, dass alle Sänger activ an der Handlung bethätigt
waren, dass also in Jedem der vier Bilder wieder neue costu-
mirto Cbormassen auftraten, was zusammen eine Zahl von
über 1500 Mitwirkenden ausmachte. Es waren aber auch fast
alle Chöre unserer Stadt, kirchliche imd weltliche, dabei be-
theiligt. Auch die Solokräfte waren Alle Baseler, darunter
Frau Hub er, Robert Kaufmann und viele Andere.
Mit der Gomposition hat Hans Huber einen sehr glück-
lichen Wurf gethan und einen Erfolg errungen, zu dem man
ihm von Herzen gratuliren kann. Die Musuc ist äusserst po-
pulär, um diesen vulgären Ausdruck zu gebrauchen, daneben
aber von einer gründlich durchdachten und durcharbeiteten
Feinheit. Die Solonummem sind wahre Cabinetstücke, denen
man gewiss gerne im Concertsaal begegnen wird. Die Märsche
der verschiedenen Aufzüge, die Tänze eto., sowie die Volks-
chöre sind im Stil sehr einfach und haben, deshalb gerade die
richtige in die Ohren fallende Art. Am meisten Beifall fand
wohl ein Knabenchor, dem der Zauber der Jugendfrische be-
sonders auf der Stirn geschrieben steht. Meine nüchternen
Worte vermögen die Festesfreude nicht zu schildern, die in
jenen Taigen m unserer Stadt herrschte; noch jetzt hört man
Tag für Tag auf den Strassen Melodien des Festspiels pfeifen
imd singen, unsere ünterhaltungsconcerte bringen fast täg-
lich Arrangements der Huber'schen Musik, und in Bälde wer-
den wir dieselbe als Concerteufführung zu hören bekommen;
gewiss ist dies Alles ein Zeichen, wie glücklich der Com]^-
nist hier gewesen ist. Die Vorführung der Gomposition im
Concert ist ein guter Gedanke, wenn sie auch ohne verbin-
denden Text und ohne Handlung nur Fragment bleiben vTird,
denn der freie Raum hat im Orchester, besonders bei den
Streichern und im Gesang manche Feinheiten verschlungen,
und musikalisch betrachtet vTird die Aufführung im ge-
schlossenen Räume jedenfalls noch dankbarer werden, als £e-
jenige im Freien. Hans Huber aber hat ^eses sein neuestes
Werk nicht nur den Dank und die Anerkennung unserer Be-
völkerung, sondern auch den wohlverdienten Doctertitel ge-
bracht.
Erwartun^voU stehen wir nun auch für die kommende
Saison einer Neuerung im Theater wesen gegenüber. Unser
Theater, das einer ActiengeseUschaft gehört, soll nun nicht
mehr einem geldgierigen Director verpachtet werden, sondern
in eigener Regie mit Hilfe einiger kunstverständigen Vor-
standsmitglieder geführt werden. Wir haben diese Aenderung
sehr nöthig, denn Oper und Schauspiel sind in den letzten
Jahren gleichermaassen gering verwaltet worden. Hoffentlich
stellt sich auch das Publicum wieder ein, denn in den letzten
Zeiten spielte man meistens vor leeren Bänken.
Dr. R. L.
Sondershausen, 28. Sept. Die orchestralen Gaben des
16. Lohconcertes waren Cherubini's „Anakreon^-Ouverture,
Hofmann's freundliche Serenade für Streichorchester (AUegro,
Gavotte, Schlummerlied und Humoreske) und Mendelssohn^s
Reformationssymphonie. Hr. Alfred Martin verabschiedete
sich in diesem Concerte mit Schröder's 2. Violoncellconcert
in AmoU und DavidofTs Russischer Phantasie. Er erntete
mit beiden Sachen grossen Beifall, mit Davidoff*s Werk so-
far einen Hervorruf. — Einen äusserst glänzenden Absohluss
er Saison bildete das gestrige 17. und letzte Lohconcert.
Es begann mit Felix v. Wovrsch^s svmphonischem Prolog zu
Dante^ „Divina Commedia^. Das Werk ist, wie Liszt's gran-
diose Symphonie, in zwei Abschnitte getheilt, die dem .In-
ferno" und „Purgaterio** entsprechen. Die ausserordentlich
zahlreiche Hörerschaft nahm das hochinteressante Werk mit
augenscheinlicher Theilnahme auf und spendete lebhaften
Beifall, welchem sich Referent gern anschüesst. Weiterkam
zu Gehör Berlioz' Ouvertüre zu „Benvenuto Cellini** in ganz
ausgezeichneter Ausführung. Concertmeister Corbach gab
uns einen neuen Beweis seiner ersteunlichen Vielseitigkeit. Er
spielte das Ddur-Violinconcert von Paganini. Hatte er in
502
IVvihsren Darbietvmgen (den Conoert«ii von Beethoven, Bruch
Nil. InndS, Spohr'B „Geeangseene" u.a. w.) die Schönheit eei-
tK^ifloneegUnzenlttsseii, so mussten wir beim Paf^onini 'sehen
OiiDoJrte ausserdem seine Stapende virtuose Technik nicht
iiiiiiiler, wie die Eleganz der schwierigsten KmiBtetücke
(Flaj;eol6t^;5nge etc.) bewundern Der Künstler riss das von
ilirii rörmbch elektrisirto zahlreich verBamraelte Pubhcum zu
üiH'Tisiven Beifallssalven und Hervorrufen hin. Er hatte einen
iiu' unsere Verhältnisse sensationellen Erfolg. Möge er uns
l.iiige erhalten bleiben! Die an künstlerischen Hochgenüssen
i'!'>>:liB Saison schloas mit einer vortrefilichen Ausführung von
Heethoven's Adur-Symphonie, F. F.
Conoertumsohau.
Amsterdam. Abonn.-Oonc. im Neuen Concerthaua (Kes)
um 'ja. Sept.; Qdur-Symph. v. Haydn, Orchester variat. über
ein Hajdn'achee Thema v. Brahms, Lustepielouvertuie von
Siiietana, Vorspiel zur Oper „Die Hexe" v. A. Enna, 6. Ung.
Rljäiis. V. Liszb-Ernst, Requiem f. drei Violoncells v. Pop-
per ;HH. Moasel, Yeerloo u. de Maarö).
Baden-Baden. Musikal. Anfiühr. in der Evangel Stsdt-
kiiclie am 27. Sept.: Chöre v. Ph. Wolfrum (Komm, hei-
lidsr Geist"), S. Bach, Schletterer („Wenn der Herr die
Gofaiigenen*') u. Bheiuherger (Hymne), ges. vom Evangel.
Klri.liengesanKver., Sotovortrftge des Frl. HÜbing a. Carlsruhe
(G.M-, ,&i BtiU" V. Baff, Geistliches Lied v. H. W olf etc.) u.
der HH. Werner (Org., Prael. u. Fuge in AmoU v. S. Bach,
Adagio V. C. A. Fischer, „Invocation" v. Th. Dubois und
Iut.r.duction n. Allegro aasai a. Op. 43 v. A. Guilmant) u.
A. Krasselt (.Viel., Chaconne v. S. Bach u. Larghetto a. dem
Violinconc. v. Beethoven, bearbeit. v. C. L. Werner).
Berlin. Wohlthätigkeitsconcert der Berliner Liedertafel
fZiuider) am 38. Sept.: Prolog v,J. Eodenberg (Frau Gessner),
Miiniierchöre von E. Grell (Motette), Schubert, P. Hega.r
(„■L'uiltenvolk"),Donati-'Widmannf.VillaneUaalUNapolitana''),
Kremser (Ältniederland.Volkshed) u. Schumann („Die Minne-
aäiigu'''), sowie Volkshed „Sandmann oben", arr. von Zander,
Solovorträge der Frau Herzog (Ges., „Der Engel" v. R.Wag-
ner, „Der Vogel im Walde" v. W. Tauhert etc.) u. der HB.
riiLlns (Ges., „Seligkeit" v. 0. v. Chelius, „Frühlingszeit" v.
K. Becker etc.) u. Masbach (Clav., C moll-Sinfonia v. 8. Bach
ii. 12, Ungar. Bhaps. v. Liszt).
Coburg. S^ph.-Conc. der Hofcap, (Faltis) am 27. Sept.:
„Mnzeppa" v. Liszt (vorausgehend dai gleichniun. Gedicht V.
V. Hugo, gespr. v. Hrn. Benoa), „Sommemschtstraum"-Ouv.
V. Mendelssohn, Duett a. „Beatrice und Benedict" v. Berlioz
fl''i]s. Altona u. Schämack), Solovorträge der Frls. Schämack
uikI Remmert (Clav., Bomanze v. Bubinstein, Menuett v.
PiuUrewBki, Ungar. Phant. v. Liszt etc.) u. des Hrn. Bütt-
ner (Qea., „Gross ist die Welt" v. Faltis, Lied des Hunold
Siiignf V. H. Sommer et«.).
Guben. Conc. des Hm. Ochs (Clav.) out. Mitwirk, des
Frl. Nittschalk a. BerUn (Ges.) am 16. Sept.: Soli f. Qes. v.
ÜHycn, B. Wagner („Schlaf ein, holdes Kind"), Äd. Jensen
(„1.iass dich halten, goldne Stunde" u. „Am TJkt des Flusses
Mansanares"), 0. v. Chelius („Seligkeit"), A, Naubert
(„■"^trunpelchen"), Ä, Bubinstein („Neue Liebe"), Ad.Behm
(„Weiast du noch?"), Mascagni („Blumenorakel") und Eei-
lu'oke (Mailied) n. f. Ciavier v. Beethoven (Son. oaractör.),
Ifi^yiln, Mozart, Chopin, Schumann, Bach-Joseffy (Edur-Ghi-
vutte f. die 1. Hand gesetzt) und Gounod-Liszt („Faust"-
Wiilrar). (Von dem Clavierepiel des Hm. Concertgebers beisst
OS iu einem uns vorliegenden Bericht u. A.; „Seine Technik
ist dne makellose und elegante, sein Anschlag voll und
ju'.lulationsreich, seinVortrag ist von musikalischer Klarheit,
1(111 gebildet, von echt künSMerischem Geschmack. Das Hr.
'i'i . Ochs in jedem CompoBitionastil »zu Hause» ist und dem-
■■ilüea gerecht zu werden versteht, bewies der Vortrag der
iii.inngfachen Tonwerke der verschiedenen Componisten.")
Leipzig. Abendunterhalt, im k. Conservat. der Musik
.111. -'3. Sept.: Variat. f. Org. v. B. Haynes = Hr. HiUer a.
Hü^slau, Fdnr-Claviertrio v. R. Volkmann = Frl. Henze a.
Bi~clofGwerda n. HH. Oppenheim a. Brflnn und Bramsen a.
i ■■ 'peahagen, Arie a. „Euryanthe" v. Weber = Hr. MüUer a.
I "iimnitschan, Clavierquarfc. v. Schumann ;= Frl. Grain a.
L<:ip:^ig u. HH. Oppenheim, Thomas a. Leipzig u. Bramsen,
Arie a. „Samson et Dalih»" v. Saint-Saöus =Frl. Wainlud
:i, Gibomir (Ruseland), Gdur-Clavierconc, v. Beethoven = Frl.
V^~l'r[ler a. Eutritzech-Leipzig.
Sondersbausen. n. Lohconc. (Prof. Schröder): 7. Sym-
phonie V. Beethoven, symph. Prolog zu Danta's „Divina Com-
media* v. F. v. Woyrsch, Ouvert. zu „Benvanuto Cellini"
V. Berlioz, Violinconc. v, Paganini (Hr. Corbach).
II okniAngaie von Ort mi4
vfflllfändig unieacliiel iMitnf
Engagements und GSste In Oper und Conoert.
Berlin. Frau Moran-Olden hat im Kroll-Tbeatet jüngst
mit ihrer Leonore im höchsten Grade das Publicum begeistert.
Zu bedauern blieb nur, dass das Uebrige nur bedingt mit
dieser grandiosen Leistung harmonirte. — Elberfeld. Frau
Sigrid Arnoldson hat hier mit ihrer Rosine geradem ent-
zückt durch die Feinheit und Eleganz ihrer Coloratur and
die seltene Grazie des Spiels. — Quoen. Zu einem Concert,
welches kürzlich nnser neuer Organist Hr. Ochs hier veran-
staltete, hatte derselbe die Berliner Concerteängerin Frl.
Nittschalk herzugezogen, welche sich als eine Künstlerin
mit vorzüglichster Stimmbildung und Textbehandlung, sowie
warmfühliger Auffassung erwifti ond mit ihren Vortragen
einen grossen Erfolg sich errang. — Lyon. Das Grosse Theater
wird am 4, oder 6. Oct. mit folgenden Opemkräften die Sai-
son eröfihen: den Damen Lureau-Escalals, Laville-
Ferminet, Villette-Peraud, de Vita, Verheyden,
Panseron, Bouz, Sonnet, Montbars, Michy, Berttn
und PälisBon und den HH. Escala'is, Änaaldi, Dupuy,
Emery, Leduc, Chastan, Juteau, Solas, Mondaud,
Villette, Dechesne, Pölisson, Boudouresque, Vinche,
Bamieux, Ogier und Donval. DieHH. Luigini.Couard
und Georges werden abwechselnd den Taktstock führen.
Von neuen Werken werden „Werther" von Massenet und
„Gwendoline" von Chabrier anfge^hrt werden, von neuein-
studirten „Samson et Dalila", „Esclarmoude", „Hörodiade",
„Patrie" und „Lakmä". — Paris. An der Grossen Oper debu-
tirte das soeben vom Conservatorium abgegangene Frl.
Berthet als Ophelia in „Hamlet" und hatte sich, dank ihrer
Erscheinung, schönen Stimme und guten Art des Bingens,
der besten Au&tkhme zu erfreuen.
Leipzig. Thomaskirche: 1. Oct. „Bleibe, Herr, o sieh
uns flehen", Lied von E. F. Richter. Psalm 126 „Wenn der
Herr die Gefangenen Zions" v. W. Rust. 2. Oct. „Nicht so
ganz wirst meiner du vergessen" v. M. Hauptmann.
OpernauffUhrungen.
August.
Wien. K. k. Opemtheater: 38. Die Walküre. 30. Der
Freischütz. 31. Das Glöckchen des Eremiten.
September.
Coburg. Hoftheater: 16. Basti en und Bastienne (Mozart).
18. Lohengrin. 22. Fideho. 39. Pigaro's Hochzeit.
Wien. K k. Opemtheater: 1. u. 28. Fidelio. 2. u, 18.
A'ida. 8. Der fliegende Holländer. 4. Don Juan. 6. n, 9. Ca-
valleria rusticana. 8. u. 31. Manon. 7. Die A&ikanerin, 8. u.
25. Tannhäuser. 10. Carmen. 11. Die Königin von Saba.
12. Die Hugenotten. 18. Das goldene Kreuz. 14. Lohengrin.
15. Mignon. 17. Der Barbiet von Sevilla. 19. Der Freischütz.
20. Bastion und Bastienne. Die lustigen Weiber von Windsor.
22. Die Götterdämmerung. 24. u. 29. Werther. 36. Die Zauber-
flöte. 27. Der Troubadour. 30. Der Postillon von Lonju-
Aufgeführte Novitäten.
irlioz fH.), Ouvertüre zu „Benvennto Cellini". (Sonders-
hausen, 17. Lohconc.)
zet (G,), „L'Arlteienne". (Amsterdam, Abonn.-Conc, im
Neuen Concerthaus am 8. Sept.)
luman (A.), Zwei Sätze a. dem Dmoll-Violoncellconcert.
(Scheveningen, 13. Sympb.-Cono. des Philharm. Orch. a.
Berlin.)
ßOS
B rahm 8 (J.), 1. Symph.. (SoBdershaosen, 14. Lohconc.)
3. Symph. (Wien, 9. Symph.-Oonc. der Coxnponisten ii.
Gastdirigenten in der Internat. Musik- u. Theaterans-
stellung.)
Trag. Onvert. (Amsterdam, Abonn.-Ck)no. im Neuen
Concerthaus am 8. Sept)
Orchestervariat. üb. ein Haydn'sches Thema. (Amster-
dam, do. am 29. Sept.)
Bruch (M.), 2. Yiolinconc. (Sondershausen, 15. Lohconc.)
Enna (A.), Vorspiel zur Oper „Die Hexe". (Amsterdam,
Abonn.-Concerte im Neuen Concerthaus am 8. u. 22. Sept.)
Goldmark (C), „Sakuntala^-Ouvert. (Amsterdam, do. am
16. Sent.)
Grieg (Eav.), „Peer Gynt" -Suite. (Sehe veningen, 14. Symph.-
Oonc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Henschel (G.), Orchestersuite a. der Musik zu Shakespeare's
„Hamlet". (Wien, 9. Symph.-Conc. der Componisten und
Gastdirigenten in der Internat. Musik- u. Theateraus-
stellung.)
Hof mann (H.), Seren, f. Streichorchester. (Sondershausen,
16. Lohconc.)
Liszt (F.\ „Mazeppa" f. Orchester u. Ungar. Phant. f.
Clav. u. Orch. (Coburg, Symph.-Conc. der Hofcap. am
27. Sept.)
Nicodö (J. L.), „Märchen" f. Streichorch. u. je zwei Oboen
u. Homer. (Amsterdam, Abonn.-Conc. im Neuen Concert-
haus am 15. Sept.)
Bein ecke (C), „Friedensfeier"-Festouvert. (Sondershausen,
14. Lohconc.)
Saint-Saöns (C), Amoll-Symph. (Scheveningen, 12. Symph.-
Conc. des Phiiharm. Orch. a. Berlin.)
„Phaöton". (Sondershausen, 13. Lohconc.)
Schröder (C), Ouvert. zu „Aspasia". (Sondershausen, 15. do.)
2. Violoncellconc. (Sondershausen, 16. do.)
Smetana (F.), Lustspielouvert. (Amsterdam, Abonn.-Conc.
im Neuen Concerthaus am 22. Sept.)
S trau SS (B.), Fmoll-Symph. (Amsterdam, do. am 15. Sept.)
Tschaükowsky (P.), Ouvertüre „1812". (Scheveningen, 19.
Symph .-CJonc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
Yolkmann (B.), F dur-Claviertrio. (Leipzig, Abend unterhalt.
im k. Conservat. der Musik am 23. Sept.)
Wagner (B.), Eine Faust-Ouvert. (Scheveningen, 18. Symph.-
Conc. des Philharmon. Orch. a. Berlin. Sondershausen,
15. Lohconc.)
„Meistersinger"- Vorspiel. (Wien, 9. Symph.-Conc. der
Componisten u. Gastdirigenten in der Internat. Musik- u.
Theaterausstellung.)
— — Vorspiel zu „Tristan und Isolde". (Amsterdam, Abonn.-
Conc. im Neuen Concerthaus am 15. Sept. Sondershausen,
13. Lohconc.)
Trauermarsch a. der „Götterdämmerung". (Schevenin-
12. Symph.-Conc. des Philharm. Orch. aus Berlin.
:en
Sondershausen, 14. Lohconc.)
— — „Siegfried-Idyll", „Elinesor^s Zaubergarten und die
Blumenm&dchen" a. „Parsiial" etc. (Scheveningen, I.Wag-
ner-Abend des Philharm. Orch. a. Berlin.)
"Wagner-Wilhelmj, „Albumblatt" f. Viol. u. Orch. (Sche-
veningen, do.)
Woyrsch (F. v.), Sjrmph, Prolog zu Dante's „Divina Com-
media". (Sondershausen, 17. Lohconc.)
Musikalien- und Büciiermarlct.
Eingetroffen:
Baldamus, Gustav, „Frühlingsdithyrambe" für gem. Chor,
Männerchor und Baritonsolo m, Orch., Op. 26. (Coburg,
Conrad Glaser.)
Brauer, Max, Suite in Emoll f. Streichorch., Op. 14. (Leip-
zig, Bob. Forberg.)
Herzogenberg, Heinrich von, Ciavierquart, in E moll, Op. 75,
Streichquint. in CmoU, Op. 77, u. 3. Clav.-Violinsonate,
Op. 78. (Leipzig, J. Rieter-Biedermann.)
Müller-Beuther, Theodor, DmoU-Claviertno, Op. 19. (Leip-
zig, Fr. Eistner.)
Parisn-Alvars, Gr. Concerto in G minor f. the Harp with
Orch. or Pianoforte, Op. 81. (Leipzig, Fr. Kistner.)
Bheinberger, Josef. „Der Stern von Bethlehem", Weih-
nachtscantate f. Cnor, Soli u. Orch., Op. 164. (Leipzig,
Bob. Forberg.)
Schwalm, Robert, „Abendstille am Meer" f. M&nnerchor u.
Orch., Op. 81. (Leipzig, C. F. W. Siegel's MusikaUenhand-
lung [R. Linnemann].)
Zöllner, Heinrich, Indianischer Liebesgesang f. M&nn^chor
u. Orch., Op. 55. (Ebendaselbst.)
Vernfiischte IMittheilungen und Notizen.
* Um eine culturgeschichtb'che Sammlung allergrössten
Werthes, das Richard Wagner-Museum in Wien, dem
Vaterlande und der Nachwelt zu erhalten, hat sich ein (5omit6
gebildet, das hierfür das Interesse aller kunstfreundlichen Kreise
zu erwecken anstrebt. Diese Sammlung, bisher durch die
hochherzigen unermüdlichen Bemühungen ihres B^pründers
des Hm. Nicolaus Oesterlein geleitet, sei jetzt zu einem
solchen JJmi&ne angewachsen, dass ihre Fortführung und
Sicherstellung für die Zukunft die persönlichen Mittel ihres
Besitzers übersteige, und es sich darum handele, den von dem
Besitzer geforderten Kaufpreis von 90,000 Jü durch private
Zeichnungen aufzubringen und durch üeber Weisung des
erworbenen Museums an eine städtische oder staat-
liche Gemeinschaft dessen Fortführung und Sicherstellung
für alle Zeiten zu bewerkstelligen. Und zwar ist in Aussicht
genommen, diesen Kaufpreis durch 90 „Spenden*' zu 1000 Ji
zu erreichen. Die Aufbringung einer Spende kann ebenso-
wohl durch einen Einzelnen, als auch durch Zusammenwirken
Mehrerer geschehen. Vereinzelte e^eringere Beiträge werden
von dem Comit^ zu je einer Spenoe zusammengeordnet. An
welchen Ort das angekaufte Museum zu bringen ist, hängt
von der Entscheidung der Spender ab, indem auf jede Einzelne
der 90 Spenden je eine Stimme entfällt. Die Stimmen der
vom Comit6 zusammengeordneten Spenden fallen demselben
zu. unter Hinweis auf die Schriften des Hm. Oesterlein:
1) Entwurf zu einem Richard Wagner-Museum, Wien 1884;
2) Das Rieh. Wagner-Museum und sein Bestimmungort, Wien
1884; 8) Ueber l^hicksale und Bestimmung des Rieh. Wagner-
Museums in Wien. Zugleich als Einlaoung zum Besuche
während der Internationalen Ausstellung für Musik- und
Theaterwesen, Wien 1892, — und besonders 4) auf den „Ka-
talog einer Richard Wagner-Bibliothek", Leipzig bei
Breitkopf & Härtel, 8 Bände, 1882, 1886, 1891 — bemerkt das
Comitö , dass die Bedeutung des Museums nicht in den jetzt
besonders hervortretenden Schaustücken, sondern in dieser
Bibliothek von etwa 15,000 Nummern bestehe, durch die
eine geschichtliche Erforschung der gesammten Kunst- und
Culturbewegung des 19. Jahrhunderts, soweit sie mit Richard
Wagner zusammenhängt, allein erst ermöglicht werde, und
die, wenn sie jetzt zerstreut würde, nie wieder zu ersetzen sein
würde. Um den unschätzbaren Werth der schon so stattlichen
Wagner-Sammlung sich zu verdeutlichen, brauche nur erwo-
gen zu werden, welche Vortheile es für die Kenntniss von
Goethe und seiner Zeit und für die jetzt sich darum bemühende
Qoethe-Gesellschaft gehabt haben würde, wenn eine ge-
treue Gesinnung bereits oei Lebzeiten des Dichters für
die Erhaltung alles Materiales gesorgt hätte, von dem Vieles
gewiss nur mit grosser Mühe und grossen Kosten zu retten
gewesen, Vieles aber im Strome cter Zeit unwiderbringlich
verloren gegangen ist. — Zeichnungen sind bei dem Bank-
hause Hörn & Dinger, Dresden- A., zu bewirken.
* In Cöln fand am 25. und 26. Sept. das 16. Sänger-
fest des Cölner „Liederkranz'' in befriedigender Weise statt.
* Das Musikfest in Cardiff, dessen Beeihns wir Er-
wähnung thaten, hat auch in seinen Übrigen Bestand theüen
einen sehr guten Verlauf gehabt. Besonders gerühmt werden
die Aufführungen von Berlioz' „Faust's Vemammung" und
HändePs „Messias".
* Die in Berlin seit An£Bing 1890 bestehende Freie
musikalische Vereinigung hat ihre Thätigkeit neuer-
dings u. A. auch auf die VeröSentlichung von Compositionen
durch den Druck ausgedehnt, ein Umstand, der weitere Kreise
interessiren dürfte.
* Das San Carlos-Theater in Lissabon, welches im
nächsten Jahre das Fest seines hundertjährigen Bestehens
hätte feiern können, wird diesen Winter geschlossen
bleiben, da die Regierung in Folge der schlechten Finanzlage
des Landes die dem Theater gewährte Subvention znrüok-
fBzogen hat und der Stadtrath selbst und die besser gestellte
ürgerschafb Nichts thun, um demselben aufieuhelfen.
604
* Wie man hört, soll der Wiederaufbau des theüweise
durch Feuer zerstörten Metropolitan Opera House in
New-York nicht so leicht zu ermöglichen sein, wie vorher
angenommen worden war. Die Besitzer h&tten sich demzu-
folge entschlossen, die Trümmer niederzureissen und die
Materialien an den Meistbietenden zu verkaufen. Dagegen
wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Music Hall bis zum
1. Januar in eine Opembühne verwandelt wird.
* In der Berliner Hofoper gingen am l.October ohne
ei^ntlichen Erfolg die Opern „Wem die Krone" von AI.
Ritter und „Djamileh** von Bizet als Novitäten in Scene.
* Die Directoren des Monnaie-Theaters in Brüssel gehen
mit der Absicht um, „Tristan und Isolde*' aufzufuhren,
doch sollen dem Schwierigkeiten daraus erwachsen, dass die
erste französische Aufführung des Werkes von den färbendes
Meisters vertragsmfissig der Stadt Paris vorbehalten sei.
* F. Ourti's bereits mehrfach aufjgeführte Oper „Hertha"
ist in den Hoftheatem zu Cassel und Darmstadt in Yor-
bereitung.
* In Nürnberg wird eine weitere neue einactige Oper
auftauchen, nämlich ein „Albrecht Dürer" von Fritz Baselt.
* Sir A. Sullivan hat die Welt mit einer neuen komi-
schen Oper beschenkt, die „Haddon Hall" benamset ist und am
24. Sept. im Savoy Theater zu London erstmalig mit lär-
mendem Erfolg in Scene ging, denn nicht weniger als zehn
Nummern sollen — wenn damit nicht aufgeschnitten ist! —
wiederholt worden sein.
* Im Manzoni-Theater in Mailand wurde die neue vier-
actige Oper „Qinevra di Monreale" von Bona via ungünstig
aufgenommen.
* In Dublin wurde .dieser Tage Bizet 's kleine ein-
actige Oper „Djamileh", zum ersten Male in England, aufge-
führt und bereitete eine Enttäuschung.
* Zu dem in v. No. gesteenagelten Bayreuth- Ausfall des
Hm. Ludwig Hartmann sendet uns ein Freund unseres Bits,
ein Pendant, das sich in einer auswärtigen Zeitung befindet,
deren Bedacteur, wie man behauptet, die Begeüerung der
Werke von Bich. Wagner und Branms, sowie der praktischen
Thätigkeit einiger anderen grossen Künstler, namentlich
H. V. Bülow's, als Profession treibt. Dieser professionelle
Schreier trakturt die Ijeser seines Blattes mit folgendem blöd-
sinnigen Gewäsch über Bayreuth : „Die Bühnen-Weihfest-
spiele in Bayreuth werden immer mehr als dasjenige er-
kannt, was sie seit Wagner's Tode ausschliesslich sind: eine
er^bige Erwerbsquelle, die rein kaufmännisch ausgenutzt
vnrdi und der heute jeder Nimbus mangelt. Wie stark aber
der dort verzapfte »Ton- Alkohol «wirkt, beweist die Mitthei-
lung aus Bayreuth, dass nach den Actschlüssen des »Tristan«
die Macht der Wagnerischen Muse derart auf die Hörer wirkte,
dass Einzelne in eine förmliche Verzückung geriethen und
Männer und Frauen, die sich nie vorher im Leben sahen, vor
dem Theater sich umarmten und küsstenl! Sollte es selbst
dem Blindesten nicht zu tagen beginnen, dass von der Wir-
kung der musikalisch en^unst in den Musikdramen nicht
die Kode sein kann? Nervenreizung durch Klang, der von
uns »Ton-Alkohol« genannt wird, ist der Stoff, &t von der
Masse heut zu Tage genossen wird, mit derselben Unvernunft,
wie die ersten Spritzen Morphium. Die Wirkungen des Einen
wie des Anderen sind dem Geniessenden vollkommen unklar
und werden erst erkannt, wenn die Gehimlähmungen be-
ginnen."
* Unser geschätzter Mitarbeiter Hr. Ferd. P fohl in Leip-
zig tritt am I. Nov. an Stelle des kürzlich verstorbenen Dr.
P. Mirsch als Musikkritiker in die Redaction der „Hunburger
Nachrichten" ein. Hamburg darf sich zu dieser ausgezeich-
neten musikalischen wie litterarischen Kraft gratuliren.
* Hr. H. V. Dameck, Eines der talentvollsten Mitglieder
des Leipziger Theater- und Gewandhausorchesters, ist lüs
Goncertmeister der Abonnementsconcerte und Violinlehrer an
dem Schmidt^schen Musikinstitut nach Barmen berufen worden.
Seine Stelle im Prill*schen Streichquartett zu Leipzig ist durch
seinen jungen Orchestercollegen nm. Bother besetzt worden.
* Hr. Geheimer Intendanturrath Bär in Dresden, der
oberste Leiter der dortigen Hofbühne, wurde gelegentlich
seines 80. Geburtstags zum Wirklichen Geheimen Bath mit
dem Titel Excellenz ernannt.
* Hr. Hofconcertmeister Halir in Weimar erhielt vom
Grossherzog den Professortitel verKehen.
* Hr. Hofcapellmeister Weingartner in Berlin erhielt
von der Königin der Niederlande das Ritterkreuz des Ordens
von Oranje-Nassau verliehen.
Todtenllste. Carl Lucca, k. k. Hofopemsänger a. D. in
Wien, ti 78 Jahre alt, am 81. Aug. — Dr. phiL Anton Wog-
ritsch, früher an verschiedenen deutschen Theatern als Gapefi-
meister, die letztere Zeit als Gesanglehrer in JLiondon tnäUg
gewesen, ij 67 Jahre alt, am 7. Sept. in Wenduyne in Belgien.
— Louis Jung mann, tüchtiger Pianist und Clavierpädag(^
in Weimar, f» ^^ Jahre alt, am 20 Sept daselbst. — Henry
0. Timm, Pianist, Com^onist, Dirigent, Einer der Grün-
der der Philharmonie Society in New- York, t, 81 Jahre alt,
in Hoboken. — Frederick J. Hager, weitbekannter Musik-
lehrer, t, 55 Jahre alt, in Elmira (Ver. St. v. N.-A.). — Emil
Behnke, G^sanglehrer und Physiologe, Verfasser verschie-
dener Werke über die menschliche Stimme und deren Ans-
bildune, in London durch seine populären Vorträge bekannt,
t am 17. Sept. in Ostende.
Kritischer Anhang.
Zwanglose Büchersohau.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
F. Poske: „Bichard Wagner und die deutsche Oul-
tur**. (Berlin, bei Walther und Apolandt.)
Entgegnungsschriften lieben wir nicht besonders; es kommt
in der Begel nicht allzu viel dabei heraus. Vorliegende
Brochure hat freilich ihre eigen thümli che Geschichte; sie ist
der Separatabdruck dreier besonderen Artikel, welche — zum
Theil eine Polemik auf H. Ehrliches Offenen Brief an Hof-
prediger Dr. Emil Frommel über „Wagnerische Kunst und
wahres Christenthum** — in dem damals eben neugegründeten
„Deutschen Wochenblatt" veröffentlicht worden sind, und in-
sofern von besonderem Literesse, als sie auch die Stellung-
bez. Antheilnahme solcher 2ieit6chriften gegenüber der Wag-
ner-Bewegung einmal offen bekundet, fiesonders erfreulicn
berührt in ihr der unentwegte Glaube an eine durch Wagner
angebahnte neue Gultur und die tiefe, treue Verehrung für
seinen grossen Schüler Heinrich von Stein. Was sonst Hr.
Ehrlich vom Wagnerischen Ghristenthum hält und ob er es
beim Berliner Hofe, wie in streng conservativen Kreisen an-
zuschwärzen sucht, — darüber kann und wird die Gulturge-
schichte zur Tagesordnung übergehen. Selbstverstftndhch
musste der Verfasser, wenn er angegriffen war, in derselben
Zeitschrift darauf erwidern. Wir vermögen nur die Noih-
wendigkeit eines solchen Separatabzuges nicht ganz einzusehen.
Im Heinrich von Stein*schen Sinne war er wohl kaum, der
allen Werth vielmehr auf die ausbauenden Arbeitt zu
legen pflegte. In diesem Sinne glaube ich — wenn es nicht
unbescheiden erscheint, dies hier zu erwähnen — H. Ehrliches
Gitat z. B. ^gen Wagner aus der Romantik durch meine
jüngst an dieser Stelle veröffentlichte „Tristan'-Studie oder
aber Bulthaupt's Irrthum über „Tristan^ durch meine in den
„Bayr. Bl." (1890) gebrachte Analyse des 2. Actes besser, weü
^sitiver widerlegt zu haben. Nur Thaten können uns
frommen! —
Als eine solche That, so unscheinbar und unbekannt bis-
her auch das Schriftchen ist, müssen wir unbedingt aufßASsen:
„Zur Schulreform^. Eine Erweiterung des deutschen Lehr-
stoffes für die oberen Classen von Kudolf Merklein,
Oberlehrer am herzogl. Carls-Gymnasium zu Bemburg.
Es ist ein wackerer, ebenso muth voller wie kräftiger Auf-
ruf und praktischer Vorschlag zur Einführung Wagner's end-
lich auch in die Pflegestätten des deutschen Idealismus, die
deutschen Gymnasien, mit dem ich nur ganz zufällig, durch
505
freundliche üebennittelaiig seitens des Hm. Bedacteurs die-
ser Zeitsclirift, bekannt wurde, sodass ich es lebhaft bedauere,
diese Abhandlung nicht mehr vor Ab&ssung meiner „Wa^er-
Schule'^ zu Gesicht bekommen zu haben, da deren ver-
&sser unbedingt derselben mit einzureihen gewesen wäre.
„Unser Jahrhundert hat einen grossen Küni^ler hervorge-
bracht, einen Genius, um den uns die ganze Welt beneidet —
warum schweigt das Gymnasium von mm? Warum erfahren
unsere Schüler nicht, was der Mann Grosses geschaffen? . . .
Dem muss ein Ende gemacht werden! Wir wollen uns seiner
Gri^sse freuen und das heranwachsende Geschlecht, das deut-
sche Volk soll wissen, was es an ihm besitzt! Verbreiten Sie
das rechte V erständniss ftür ihn : er muss uns eine gute Wehr
und Waffe sein im Kampfe gegen alles XJndeutsdie!^ Mit
diesen und ähnlichen S&tzen t)ekennt sich der vortreffliche
Schulmann zu den Anschauungen, wie sie in Betreff derEr-
ziehungsfrage — übergreifend aui die Schulreform im Sinne
der mit B.Wagner angebahnten neuen, deutschen Oultur —
als diejenigen des specifisoh Bayreuther Kreises (auf S. 55
meiner obengenannten Brochure) von mir ^kennzeichnet
wurden. Gebe doch Gk)tt, dass solche „Gymnasialprogramme''
mehr xmd mehr wirklich zum Programme der Gymnasien und
höheren Schulen werden möfi;en, — uns Allen und unserer Zeit
wäre von Grund auf geholten!
Ein anderer, nicht minder tapferer Schulmann ist mit
der That in diesem Sinne bereits am Werke, Dr. Ernst
Meinck am Gvmnasium zu Liegnitz, der unlängst ein viel
beachtetes, reichhaltiges und überaus interessantes, grösseres
Werk über „Die sagenwissenschaftlichen Grundlagen
der »Nibeluneenc-Dichtung Bichard Wagner*s" bei
Emil Felber in Berlin hat erscheinen lassen. So mehren sich
auch hier glücklicher Weise die Anzeichen, dass die germa-
nische Phi£>logie gegenüber der Antike nunmehr ins Yorder-
treffen kommt — vor Allem war ja Frz. Muncker's mit so viel
Beifekll angenommener Vortrag über Wagner's „Lohengrin*'
auf der vorjährigen Philologenversammlung zu München ein
beredtes Zeiupiss hierftlr. Der Verfetsser aes vorlie^nden,
819 Seiten umfang erreichenden vmd überaus gediegenen
Werkes ist den Wagnerianern schon lange kein Fremder
mehr. Wiederholt hat das „Musikal. Wochenblatt" dankens-
werthe und lehrreiche Beiträge aus seiner Feder, noch zuletzt
das Bim^tther Organ einen ungemein werthvollen Au&atz
Über „fioki** von ihm gebracht, und wer die Geschichte der
Akademischen Wagner- Vereine zu Leipzig kennt, der weiss
überdies, dass er schon in seiner Studentenzeit nicht unthätig
gewesen ist und ihm die akademische Wagner-Forschung
bereits seit Anfang der 80er Jahre ernste Förderung verdankt.
Um so willkommener denn sein neues, ausgereiftes BucIl das
eine Fülle von Belehrung und Vertiefung^ in den Ston mit
sich fhhrt und ganz bedeutend in die Mauer der zünftigen
germanischen Philologie, wie der ofiiciellen Sagenforschunff
Bresche reisst. Hosiannah — wieder einmal ein Berufener!
Ich bin ia nicht in der Lage, den sprachlichen Forschungen
des Vermssers im Einzelnen so genau nachzufi^hen, um sie
hier fachmännisch kritisiren zu können, es düme dies auch in
einer Musikzeitung schier zu weitftüiren; aber darauf möchte
ich doch aufmerksam machen, wie sehr sich durch solche
fleissige und eindringende Arbeiten das Studium der Wag-
ner'scnen Kunst zu vertiefen, die Bedeutim^ der Wagnerischen
Dichtungen zu offenbaren beginnt. Deutlich erweist sich hier-
nach wieder einmal, welch inxiigen Ck)ntact — entgegen den
Zweifeln daran seitens seiner Herren Kritikaster — Wagner
eerade mit dem geheimniss vollen Weben der Volksseele ge-
habt, wie in ihm selbst der frisch sprudelnde Quell der Volks-
sagen und Märchen sich gereg^ hat. Für ganz besonders ge-
lungen halte ich die A^hnitte über „Das Bheingold und
der Nibelungenring", „Wotan", „Die Biesen", „Siegmund"
und „Hagen", wogegen ich für „Brünnhilde" wohl ein eigenes
Capitel gewünscht hätte. Aufspefallen ist mir auch eine ge-
wisse Vorliebe des Verfassers Sir Moritz Wirth^sche Beweis-
führungen, welche sich zweifelsohne aus dem früheren Zu-
sammenwirken im Akademischen Wagner- Verein zu Leipzig
älteren Datums herschreibt; und darf ich ihn endlich noch
auf eine Unterlassung aufmerksam machen, so wäre es die
einer Nichterwähnung nachfolgender Werke im Quellennach-
weis, bez. eine Niohtoeachtun^ derselben schon bei Bearbei-
tung seines Themas: Carl Gjellerup's „Der Bing des Nibe-
lungen", I^. Wolfg. Golther's neuere Forschungen, Maz Guten-
haag's Brochure über den „Niebelungenring", Glasenapp's Er-
läuterungen zur „Walküre", Hanslick's „Moderne Oper", Dr.
Max Kooh's „Was kann das deutsche Volk von B. Wagner
lernen?", Liszt's Analyse des „Bheingold", die „Nibelungen"-
Brochuren von Heinrich Borges und Dr. Gust. Portig (Letztere
in den „Fragen des christüchen Volkslebens"), Nietzsche*s
„Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" , H. v.Wol-
zoffen's „W^^nenana", Th. Schmidts „Das Kunstwerk der
Ziikunft", Dr. Max Schasler's „üeber dramatische Musik",
Fr. Th. Vischer's „Kritische Gänge", Luise Otto's „Nibelun-
gen"-Text, G.Siegert's „KrimhildS Wilbrandt's „Brünnhüd"-
Drama, Hans Sachsen 's „Hürnen Seufried|*, Creutzburg-Krause*s
„Schwert" -Gontro Versen im „MusikaL Wochenblatt"; endlich
„Zeitschrift f. vergl. Litteraturgescbichte", herausgegeben von
Prof. Dr. M. Kocn und Prof. Geyer. Dies aber nur ganz
nebenbei zu erwähnen. Jedenfalls bleibt es ein hocherfreu-
licher Eindruck, auch einmal einen anderen tüchtigen Kämpen
neben Hans v. Wolzogen imd Wolfgang Golther des sprach-
und sagenwissenschafilichen Gebietes sich bemächtigen zu
sehen.
Ich ei*wähnte oben Frz. Muncker's „Lohenmn" -Vortrag
auf der vorjährigen Philologenversammlung. Vor mir liegt
nun auch ein Buch von ihm:
Franz Muncker: „Bichard Wagner". (Bayerische Bib-
liothek, 26. Band; Bamberg bei Gebr. Buchner.)
Der Verfasser, von dem wir — nach seinen eigenen, mir
gegenüber gemachten Mittheilungen — für später noch die
umfangreichere Bearbeitung des Artikels „Bichard Wagner" fttr
die „Mlg. deutsche Biographie" zu erwarten haben, hat uns
hier ein an Inhalt vmd Form gleich gediegenes, dabei von
den Verlegern wirklich künstlerisch, splendid ausgestattetes
Werkchen seiner berufenen Feder vorgelegt, an dem tnan
seine helle Freude haben kann. Er ist Litterarhistoriker von
Beruf und so ist es auch das „Litterarhistorische" vor Allem,
was daran so sehr anzieht und innerhalb der, sagen wir po-
pulären, Wagner-Litteratur so völlig neu berührt. Muncker,
der Sohn des Bajrreuther Bürgermeisters und mit B. Wagier
mehrere Jahre hindurch in zeitweiligem persönlichen Ver-
kehr, hat schon vor einigen Jahren c£ Privatdocent zu Mün-
chen ein eigenes Colleg über Wagner gelesen, und die Wagner-
Sache darf sich gratuliren dazu, wenn ein Mann, wie er,
der doch mitten im üniversitätsleben steht und gewiss noch
manche Bücksichten zu nehmen hat, frisch und frank es aus-
zusprechen wa^: ffi&B neue, nach Form und Inhalt voll-
ständig und eigenartig deutsche Drama gaben uns Goethe,
Lessing, Schiller, Hemrich von Kleist etc. . . . noch nicht.
Jenes neue, vollkommen deutsche Drama hat uns erst Bichard
Wagner gebracht." (Man lese die nähere Begründung S. 2
fefäligst nach.) Angesichts eines solchen Ausspruches und
es viden Guten, Bicntigen, Treffenden und — Neuen sei dem
Verfasser der kleine Ausfall (S. 116) auf Leitung und Wirkung
der „Bayr. Blätter", deren Mitarbeiter er doch selber ist (oder
nur war?), von uns gerne verziehen. Sein Werk aber glauben
wir zu ehren, indem wir ihn hiermit noch auf einige uner-
hebliche Elleinigkeiten aufmerksam machen, die wir selbst in
dem so beschiinkten Bahmen einer „Studie" noch vermisst
haben: So hat uns bei -Tristan" die Nichterwähnung Immer-
mann^s frappirt; dass Wagner fär seinen „Tannhäuser" aus
Tieck Nichts geschöpft haben sollte, möchte ich bestreiten;
beim „Flie^nden Holländer" wären vielleicht Marschner's
„Hans Heihng" und „Vampyr", beim „Tannhäuser" dessen
„Schloss am Aetna" mit beizuziehen, bei „Tannhäuser" eine
gleiche Absicht Weber's und Schumann's. bei „Lohengrin"
eine solche Mendelssohn's, bei den „Nibelungen" wiederum
eine solche Schumann's, endlich vielleicht auch Louise Otto*s
„Nibelungen"-Dichtung (nach Vischer's Verschliß), sowie die
„Nibelungen"-Opern von Gade und Dom, die „Tannhäuser"-
Oper von Mangold der Vollständigkeit halber zu erwähnen
gewesen. Zum Schlüsse noch eine Frage an die Decorations-
maler und Herren Begisseure: Warum sieht man wohl in
deutschen Landen gar nie die Decoration am Schluss der
„Götterdämmerung" nach dem hier mitgetheilten Musterbilde?
Jenes „neue, vollkommene deutsche Drama", welches uns
— nach Muncker — erst Wagner gebracht hat, behandelt in
Sonderheit nun aber
Houston Stewart Chamberlain: Das Drama Bich.
Wagner's. (Leipzig, bei Breitkopf & Härtel 1892.)
eine vorzügliche Arbeit, die sich schier allzu bescheiden „Eine
Anregimg" nennt. Hatten wir schon an dem vorhergehenden
Werke das „Litterarhistorische" besonders hervorheben dürfen,
so beruht der Werth dieser Schrift vornehmlich darin, den
dramatischen Kern in Wagner bioszulegen, nachzuweisen
nicht nur, dass sein Genie eine neue dramatische Form, einen
neuen dramatischen Begriff uns gewonnen hat, sondern auch,
506
cUfis et nie etwas Anderes, zu keiner Zeit mehr war, als ge-
irade dramatischer Dichter. Dass man sich von einer
Feder wie deneni^n Chamberlain's und zudem vom Verlage
Breitkopf & ^üi^di, wenn Beide sich zur Herausgabe einer
Brodiure Über Wagner entschlossen, einer höchst gediegenen
und inhaltreichen litterarischen Gfibe versehen durfte, das
.war vorauBttusehen. Meine Srwartu&gen sind aber bei n&herer
t)utch8ioht thatsftciilich noch weit Übertroffen worden, und ich
muss gestehen, dass ich seit Langem nicht mehr etwas so
sehr Interessantes und namentlich Eigenartiges über Wagner
und seine Kunst gelesen habe, einem so selbständigen Er-
fassen des Problems in seinem Kern begegnet bin. Welch
reifiste Frucht votü Saume Wa^erianischer Erkenntniss und
Bayreuther Wissenschaft man hier vor sich hat, wird Niemand
mehr zweifelhaft erscheinen, der bei wirklicher Kenntniss
Wagner's nach vollendeter Lecture des Buches sich ver[^
wärtigt, dass sein prächtiger Inhalt eigentlich nur ein Ablall-
Bchnitzel voin reicnbesetzten Tische Chamberlain^scher For-
schung ist) wie der Verfasser selbst ankündigt: lediglich eine
Ergänzung zu einem fltr demnächst zu erwartenden, umfassen-
deren Weäe mit der Gesammtdarstellung von Wagner^s Leben
und Wirken bildet, sodass man nach dieser Probe nicht wenig
gespannt sein dart auf das Kommende. Schon die Darstellung
aer Mitwirkung der Musik als eines integprirenden Bestand-
theUes und constitutiven Grundelementes zu jenem ganz neuen
Begriffe des Dramatischen gleich zu Anfang des Buches
gewinnt den Leser för den individuellen Gedankengang und
ideenkreis des Verfassers; namentlich aber verblüfft die licht-
volle Wahrheit und sprechende Klarheit der Darlegung an
der Stelle, wo nachgewiesen wird, dass Wagner erst von da
ab über seine Mission klar werden konnte, als er erkannte,
dass das Problem antUn^lich überhaupt falsch von ihm ge-
stellt war, insofern es nicht auf das Wie, sondern auf das
Was, den Inhalt, ankomme, um Ton und Wort zu einem
höchsten, erschöprenden, einheitlichen Ausdruck zusammenzu-
bringen. So kann man getrost behaupten, dass in diesem
düxmen Büchelchen, „Anregung** genannt, thatsächlich mehr
fruchtbare Anleitungen und positive Ansätze zur Erkenntniss
des wahren Wesens des Dramatischen und in Sonderheit zur
gesuchten, neuen Aesthetik des Musikdramas ruhen, als in der
so anspruchsvoll auftretenden und seinerzeit so viel bewun-
derten „Dramaturgie der Oper'* eines H. Bulthaupt. Ich ver-
weise nur auf die famose Untersuchung über „Tristan*'. Auch
die Gapitel „Meistersinger** und „Parsiffu**. sowie der Abschnitt
über die „Striche** in den „Nibelungen" sind wahre Perlen
dieser Specialergebnisse. Aber einen Fehler habe ich bei
Oh. doch vorgemnden, gerade bei „Tristan**. S. 64 erwähnt
der Verfasser, wie geradezu unbegreiflich es sei, dass der
„Tod estrank** fiftst durchweg gänzlich unbeachtet bleibt. Ich
kann dem nicht ganz beipflichten und muss vielmehr — nach
meiner Kenntniss neuerer Schriften und Artikel — finden,
dass in den letzten Jahren die Anerkennung dieses frappanten
Zuges bei Wagner doch bedeutende Fortschritte gemacht hat.
Omsomehr aber muss man sich verwundern, wie die Auffas-
sungen über die Schlusserklärung des Motivs nach den
Worten Brangftne^s und Marke's noch immer so wenig ins
Beine kommen mögen und wie diese Erklärung selbst bei
einem so gescheuten, klaren und kenntnissreichen Kopf wie Oh.
noch auf ein so schlimmes Missverständniss stossen kann, wie
wir in seinem Werke S. 66 zu unserem Bedauern zn notificiren
haben. Marke ist viel zu sehr Philosoph, Durchschauer des
Weltgeheinmisses, um das tr^ische Verhängniss nicht zu be^
greifen; ja er ist gerade der Einzige, der durch seine pessi-
mistische Grösse berufen erscheint, das Geschick des Freundes
wie der schönen Frau, ohne allen Eigennutz, in seiner ^nzen
Tragweite verständnissinnig zu erfassen. Das eben ist das
Tragische an dem ganzen Vorgang, dass hier der Freund den
Freund voll und ganz verstanden hätte. Ei* braucht die Er-
klärung des Liebestrankes nicht etwa, weil er zur „Welt**
gehörte, die eine Liebe wie die Tristan*s und Isolden*s nie
verstehen kann und daher durch eine nichtssagende Erklärung
befriedigter ist, als durch gar keine. Ihm sagt nur Brangäne
(die ihrerseits im Wahne der Zeit darin be&ngen ist), der
„Liebestrank** habe es veranlasst; dass er daran glaubt, ist
nire;ends gesagt. Wohl aber erscheint bei einem solchen Philo-
sophen und ernsten Weltkenner, bei seinem tiefen, klaren
Bnck f&r die Zusammenhänge des Weltdaseins glaublich, dass
er — da Brangäne ihm begreiflicher Weise däei nicht ver-
schweigt, dass ihre Herrin ihr ursprünglich die Ueberreichung
von Gift geboten habe — sofort tiefer auf den Grund blickt
und den wahren Thatbestand erräth. Mit dem Bewusstsein,
den Gifttrank geschlürft zu haben, den Tod auf den Lippen,
haben sich Beide nur ihre Liebe offenbaren können: das ist
ein ander Ding; der unerforschlich-tiefgeheimnissvolle Grund,
jetzt ist er dem König kund geworden, und von dem Moment
an, da er diese Psychologie des Todestrankes für die Beiden
durchschaut, sind sie ihm auch „frei von Schuld**. Diese Auf-
lösung, welche bereits in den „Bayr. Blättern** 1890, St. IV/V,
klar und deutlich verzeichnet steht, ist so einfach, dass man sich
nur immer fragt, wie sie aufmerksamen Betrachtern der Wag-
nar'schen Muse, und mm gar einem Ohamberlain bisher immer
noch entgehen konnte. König Markeist für das „Tristan** -Drama
ja ganz dasselbe, was der Verfasser an Hans Sachs bei den „Meister-
singern** und an Wotan beim „Nibelungenring** nachgewiesen
hat (und auch vielleicht an Amfortas für „Parsifed** hätte
nachweisen können): die Hauptperson des Ganzen, in deren
grosser Seele sich das Drama abspielt. — Ausserordentlich ge-
fallen hat mir übrigens, um das hier noch anzuflihren, die
unvergleichlich vornehme Art, mit welcher der Verfasser bei
der Analyse des „Tristan** -Dramas ohne jede Namennennung
eine Polemik Dr. H. Beimann's gegen seine Auffassung ab-
gelehnt, bez. durch entsprechend neue, positive und produc-
tive Ausführungen widerlegt und als ein Missverständniss
seines Hrn. Gegners aufgelq^rt hat. Wers nicht weiss, der
merkt es nicht; der Andere aber freut sich dieser Parade und
zugleich darüber, dass der „Abgefülhrte** nicht genannt, somit
also auch nicht weiter verletzt ist. — Alles inAUem: Schrei-
ber Dieses verdankt dem Studium der Ohamberlain'schen
Schrift einen hohen Genuss, ebenso viel Anregung, wie tiefe
Belehrung!
(Fortsetzung folgt.)
B ]? i e f*k asten»
L. y. in F. Wir empfehlen Ihnen das Werkchen von
Ohamberlain, das jüngst oei Breitkopf & Härtel, hier, er-
schienen ist. — Die bezeichnete Oomposition gehört dem
renommirten Verlag von Fr. Kistner, hier, an.
M. G. in L. Nach dem possirlichen „Eingesandt** des
Master Harr^ Brett zu urtheilen, glauben auch wir nicht,
dass dieser sich als Kunstkenner ausspielende Herr befähigt
sei, zum Ruhme Leipzigs als „autoritativer Kritikstadt** Et-
was beizutragen. Schlinmi genug aber, dass auswärtige Zei-
tungen in Kunstfragen von soeben Leuten sich bedienen
lassen!
y. 0. S. in F, Wenn wir das Opus des „infulminanten**
Kritikers nicht mit eigenen Augen gesehen hätten, würden
wir eine solche schöpferische Impotenz kaum für möglich
halten. Das übersteigt ja fast noch die öde Muse des Hrn.
Ed. Bernsdorf!
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gro. \ Jk — Seche ieichte Praeludien. 70 /^. - Leichte Praeiüdien. \ Jk — Seche Poetludien. 70 4.
— Praeludien und Poetludien. \ Jk — A% Praeludien in verschiedenen Tonarten zu den meist bekannten
Chorälen. 4 ^ 50 4.
„Pädagogischer Jahresbericht«, herausgegeben von Prof. Dr. Ditte«, schreibt u. A. : Die 2, Phantasie ist ein dankliaret
Concertstflek mit eigenihfimliehem Gepräge. Der 4. ist der Choral „Lobet den Herren«* zu Grunde gelegt. Die daraus ent^
wiekelte sekOne Phantasie eignet sich sehr uokl bei festlichen Gelegenkeiten. — «Oott erbalte Franz, den Kaiser'* wird
concipirt.
meister anlehnend, geht dennoch unser trefflicker Meister getrost seine eigenen Wege u. s w.
[1044.]
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Indiankber LielH^gesaiig
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Op. 4. Inhalt: Lockung. — Die Müllerin. — Ein Fichten-
baum. — Nun geht das Kind. — Ich träume. —
Lenzduft. Jt 8,3}.
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Motette für das Reformationsfest
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Partitur M. 1,60. 6 Stimmen, je 80 Pf.
Leipzig. Breitkopf Sl HftrteL
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Op. 18. Harald. Ballade für Hännerehor und Orehester.
Partitur 4 Jf n. Olavierauszug 2 Ji, [1049.]
Op. 21. 5 Lieder far eine Singstimme. Ji 2,40.
Op. 28. 2 Ciavierstücke. No. l. Alice. Nocturne. Ji 1,20.
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Für Vlolonoell, (oder Violine), HaFtnonlnin und Planoforte
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titur Jl 1,50. Stimmen cplt. Jt 8,—.
Für Hora mit Pianofortebegleituug von F. Gumbert. Jt 1,50.
Für Viola alta mit Pianofortel^teitung von Hermann
Eitter. Jt 1,60.
Für Cornet jl plstons mit Pianofortebegleitung von Rieh.
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Dr. Aug. Schaffler) für Bariton '
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Treu. — Bo. 4. Beim Mütterlein.
— Op. 24. 6 Lieder eines alten fahrenden Ge-
sellen (Sedichte von Dr. Aug. Scfaäffler) ffir
Bariton
No. l. „Wie bist du, Pinke, dea Glückes voU'^. —
No. 2. „Dirne am BrnnneQ dort". — No. 3. „Weit
bin ich in die Irr eeKangen". — No. 4. „0 Lerche,
ieil]!: ein einziges Mal". — No. 5. „loh hab mich
still ergeben".
Hortii August, Op. 65. Deataches Raiaer-
lipd, voa W. Friedrich -
Langep, Ferdinand, „Mnriiio". Oper in
:i Arten von Elise Henle.
Daraus einzeln;
No. 1. lied der Theresa (Tempo di Bolero):
„Blumen, wer kaafl Blumen", f. Sopran.
No. 2. Lied des Pefro: „Bin ein Soldat" fnr
Bariton
No. 4. Lied der Theresa: „Eaer Schtltzchen,
Beht doch an", für Sopran ....
No. Tl. Fandaag» des Pedro: „Hörst dn nicht
die Saitea klingen", fär Bariton .
No, 6. Lied des Pedro: „Wenn des Lebens
bittre Qualen", für Bariton ....
Zöllner, Heinrich, Op. 58. Lettische Volks-
lieder fir mittlere Singatimme 3 —
N<i 1. Auf der Boesweide. — No. 3. Meine Wonne.
— No. 8. Die Sonne und das Waisen mädchen. —
No. 4. rhr^en. — No. 5. Erhörung. — No. 6. Das
Eösslein am Pluflse. — No. 7. Das arme Kind, —
No. 8. Anf der Mutter &rab. — No. 9. Das Glück.
— No.lO. .Komm, theareMaid". — No. 11. Schmerz.
— No. 49. Ich käme gem.— No.l3. Dashochgemnthe
Dirnle'jtt.
b) Für 2 Singstimmen mit Pianoforte.
Langer, Ferdinand, „Muriiio". Oper in
3 Acten von Elise Henle.
Daraus einzeln:
No. 3. Duett (Murillo und Beatrice}: „Zum
ersten Hai allein mit ihr", für Tenor
und Sopran 1 50
No. 7. Duett (Pedro und ITieresa): „Komm,
Theresa, setz dich nieder", für Bariton
und Sopran 3 —
c) Für MSnnerohor und Orchester.
Hern, August, Op. 65. Deutsche« Kaiser-
lied {Gedicht von W. Friedrich). Für einstim-
stimmigsn Männerchor mit Begleitung von Blas-
inutnimenten.
Partitur netto Jt 1,50. Orchesterstirom en
niilto Jti, — . Choratimmen (Tenor oder Baas)
je Iß ^) 30 4. Ciavierauszug 50 a%.
Schwalm, Robert, Op. 81. Abendstille ji ^
am Meer (Evening by the Sea). Dichtung von
Richard Bereut. (Engl. Version by E. Buek.)
Fflr Hftnnerchor und Orcheater.
Partitur netto ..4 6, — , Orcheaterstimmen netto 7 50
Chorstimmen Qe 40 4,) Ji 1,60. a«vierans-
zug J6 3,—.
Steinhäuser, Carl, Op. 88 Vater unser
(Gedicht von Fr. Aug. Mahlmann). Für
Männerchor, Soli und Orchester.
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(Partitur und Orchesterstimmen leihweise
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Op. li.
Dieselben einzeln: No. 1. Stille Sicherheit 00 ^.
No. S. Liebespein, 60 ^. No. 3. Gang durch die Sommer-
nacht. 60^. No.4. Von Baum zuBaum. 60 4. No.5.Herbst-
geflJhl. 60 ^. No. 6. Wiegenlied. 60 ^. No. 7. Hier wara,
in eurer Scbattennacht, ihr Linden. 80 ^.
Steyl A Thomas, Frankfurt «. M.
FOr Hochschulen I
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„ H. Clementl, Gradus äd pamassum . . " ""
„ A. Searlattl, 13 Fugen und Sonaten
„ G. F. Händel, 15 Praeludien, Variationen,
Phantasie- und Tan^ücke . .
„ do. 13 auBgew&hlt« Fugen . . .
„ J. S. Baoh, 34 Praeludien, ^iventionen
und Tanzstücke
„ do. 16 Symphonien, Phantasien und
Concertetücke
„ do. 24 Fugen (Wohltemper. Clavior) - 3,30.
V J*d* aBotlon In Li«lnw«nd gebunden SO Pf. m*Bf ."SO
In TBDcble denen CODBerratorien ein^erahrt.
Tecbnisehe Studien fflr Pianoforte. 19 Hefte
ä J( 3,^. (Heft X, Doppelheft Jl 6,—.)
idlen (rind In iIdd hedentendeten Conaerratarien des In-
nern nnd Anslanilea eInitefUbTt.
HRlAinanil Sobnle des Vortrags. Melodische Etnden
• liltjUldUUf und UebungBStUcke vom ersten Anfang bis
zur Mittelstufe für Pianoforte. 3 Hefte i. Ji 3,—.
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zur Aneicht bezogen werden.
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, S,40.
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Ooldmnrk, C, Merlin (aoco ohne Text) . . k
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— Der wilde Jsger
— Der Trompeter von Sttkingen (anoh ohne Text) k
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mit oenem, deutschem Text and Yortragebezeiehnune; (nebst
einer Beschretbung des Mtinchener Binchois-Codex und Ueber-
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Cktdex und dem Versuch einer Beataurirong der Chanson
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för Musiker und Musikfreunde.
Verantwortlicher Redaciear und Verleger:
E. W. Fritxsch,
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Romanoss, Op. 6, von H. t. Kiokwite, Bearbaitnnsen von a L. Warner. »-■-*—— • — • —
FOnfkig Thesen und Aphorismen zur VerstSndigung
Dber Dr. Hugo Riemann's Phrasirungsreform.
Von Dr. Carl Fachs.
(Fortsatzang.)
21. „Brftnch int ein Tjrrann", — der Erste, der den
Bogen Aber eine Pause weg zog, war Bob. Schumann,
eher kam eben Niemand darauf; auch nachher iet es vor
Riemann nur gelegentlich (von Bülow) versucht worden.
Das Fehlen einer analydschen Methode inuBste dem Com-
ponisten, da es Unsicherheit des Gefühls verursachte,
zusammen mit der Unzulänglichkeit des gebräuchlichen
Zeichens die analytische Thätigkeit am eigenen Werke
rollends rerleiden, da dieselbe als das gerade Oegentheil
der compositorischeu (syntbetischen) schon ohnehin Nie-
mandem weniger zusagen wird, als dem Coraponisten,
so lange nicht eine sichere Methode ihm die Aussicht
eröffnet, seine Intentionen durch Fhrastmngszeicben un-
zwddentig dem ausführenden Künstler und der Nachwelt
überliefern zu können.
22. Irrtbümer der Componisteu in der Niederschrift
ihrer eigenen Werke sind im C und in anderen Taktarten
schon seit den Zeiten Bach 's und Händel 's eher die
Regel als die Ausnahme — sie kommen sogar in einfachen
Taktarten vor. (S. Tschfüikowsky Ai. Riemann pag. 91
Aum.) Und ist es nicht ein deutlich genug sprechendes
Zeichen der herrschenden Unsicherheit in einfachen aber
gan« nnd gar nicht unwichtigen Dingen, wenn eA möglich
ist, dass die Componisteu ihre eigenen Werke häufig
nicht in ihrem wirklichen Takt notiren? Das Missversteben
des Taktes in seinem Wesen ist eine der wirksamsten
Ursachen des unverkennbaren Verfalls der Vortragskunst
am Ciavier: die zwei oder drei Künstler, die davon eine
Ausnahme machen, beweisen Nichts gegen unsere Charakte-
ristik des Zustand es.
23. Richtigkeit des Vortrages ist freilich noch nicht
Bürgschaft des Schönen, wohl aber die Bedingung dazu.
(Unter dem Schönen verstehe ich hier das musikalisch
Wirksame überhaupt.) Einen Appell vom Richtigen an
das Schönere oder Interessantere gibt es nicht. Der
„Sinn des Autors" im EÜnzelnen (das Richtige) ist noch
nicht der Oeist des Autors im Oaneeu (die musikalische
Wirkung), aber wie sollen wohl Beide mit einander in
Widerspruch stehen können?
24. Michel-Angelo ist vielleicht ein Beispiel von
Uebertreibung der anatomischen Wahrheit in der Plastik,
— was kann die Anatomie daMr? Und wenn Jemand
die Phrasirung von Fall zu Kall allzusehr ins Einzelne
treiben, seinen Vorrath gleichsam nur Stück für Stück
und möglichst theuer an den Hörer bringen wollte —
wie wäre das Kiemann 's Schuld? Zunächst wird auf
der einen Seite ein pedantisches, auf der anderen ein
sentimentales Individuum leicht in den Fehler verfallen,
blos hden Augenblick möglichstüberzeugeudBUgestalten",
blos von Fall zu Fall eindringlich zu phrasiren. Derselbe
Fehler kann aber auch dem Begabteren begegnen, wenn
er in einem Falle noch nicht zur freien Beherrschung
de* Ganzen durchgedrungen ist und dieses Mangels ku
514
sp&t, nämlich im Vortrage vor Znhörem, erst inne wird.
Oder es lastet auf dem auch innerlich Perti^n etwa ein
Druck, den Umgtlnd« und Umgebung auf ihn auB&ben,
und lisat ihn nicht sur freien Entfaltung seiner Seelen-
kraft, zum Blick auf das Ganze durchdringen, — auch er
hält sich dann wohl ängstlich an das Binselne. Daran ist
Eiemaun's Methode aber nicht blos unschuldig, sondern
soweit eine Methode es kann, beugt aie jener Gefahr auch
selbst noch vor, indem sie durch die Rangzahlen der Pe-
riode die grosseren Zuge des Bildes, und oft nicht blos
Ton 8 EU 8 Takten, sondern in 2 bis 6 Mal so grossen
Ümf&ngen vorzeichnet. Die Gefahr, dass sie missverstan-
den und missbraucht werde, läuft schliesslich jede Methode,
ohne dass es an ihr eu liegen braucht.
25. Die mannigfaltigen Erscheinungen der Phra-
rirnng lassen eich zam grftssten Theile nicht so in
Worte und Regeln fassen, wie ea mit ihren Hilfs- oder
vielmehr Grundwissenschaften der Fall ist. Es sind viel-
mehr concreto musikalische Krfahrungsthatsachen, rhyth-
mische Typen, für die sich Definitionen ebenso wenig
aufstellen lassen, wie es f3r Dinge der Erfahrung auf
anderen Gebieten möglich oder nöthig ist Mau kann
der PhrasiruDg deshalb weder den Vorwurf machen,
dass sie von nicht hinreichend klaren VoTstellnngen aas-
gehe, noch dass sie in todten Regeln bestehe, wie ea
mit dem Verfahren Uathis Lussy's der Fall ist.
(Fortsetzung folgt.)
Kritik.
FrtnZ- Brendel. Geschichte der Musik in Italien, Deutsch-
land und Fiankreich. Siebente neu durchgesehene und
vermehrte Auftage. Leipzig, H. Matthes, 1889.
Schon bei seinem ersten Erscheinen erregte das Bren-
del'sche Buch Anfsehen dnrch die Neuheit der Darstellung,
deren Tendenz vornehmlich darauf hinausläuft, die Musik
in das allgemeine Geistesleben der Menschheit hineinzu-
stellen, aus der allgemeinen Kunst- und Culturgeschicbte
entnimmt Brendel die Gesichtspnncte, unter denen er auch
die musikalischen Kunstwerke eu begreifen sacht. Die Lob-
redner des Brendel'schen Werkes erklären denn auch diese
Methode als das besonders Verdienstliche desselben. Wir
können uns zu dieser Auffassung nicht bekennen, wenig-
stens nicht in der Form, wie sie bei Brendel sich geltend
macht. Der Versnchnng, die bei Anschauungen dieser Art
immer wieder sich einstellen wird, aus den nüchternen
Thatsachen in das Gebiet der Phrase zu fallen, hat Bren-
del nicht widerstehen können. Freilich werden Andere solche
Dinge für geistreiche Offenbaningen eines seltenen Genies
halten. Wie wenig es richtig ist, gerade die Musik als
einen Änsfloss der jedesmaligen Oeistesrichtnng aufzufassen,
sei hier nur an zwei Beispielen dargelegt. Die Renaissance-
hestrebnngen, welche die ganze damalige litterarische Welt
ergriffen, haben lange Zeit bedurft, hie sie sich in Musik
umsetzten; dies geschah erst zu Anfang des 17. Jahr-
hunderts! Auch der Geist der Reformation, der in glei-
cher Weise Tausende von Herzen an sich zog, hat in
derZeit, in welcher er am meisten lebendig war, im 16.
Jahrhundert, wenig oder fast gar Nichts geschaffen, was
in musikalischer Hinsicht als ihm homogen betrachtet
werden könnte. Die ganze protestantische Musik des
16. Jahrhunderts unterscheidet sich von der gleichzeitigen
katholischen nur sehr wenig. Erst im 17. Jahrhundert
entstand eine Kunst, die man protestantisch nennen
kann, die aber dann rasch nach ihrem HShepuncte (Bach)
zueilte. Ueberhanpt kann man sehr oft in der Kunst-
geschichte die Beobachtung machen, dass die Musik erst
sehr spät die Ideen, welche die Menschheit ergreifen und
nrngestal^ten, in sich aufnimmt, meist als die letzte im
Ensemble der gesammten Künste. Man erkennt darana
leicht, wie wenig historische Berechtigung die Brendel'sdie
Methode besitzt, welche die Gleichsetznng der Musik mit
der jeweiligen Cultur zum Princip erhebt. Wer tiefer
blickt, wird das Aprioristische solcher Constructionen er-
kennen und auch vorsichtiger solchen Zeiten gegen-
über werden, bei denen der genannte Gedanke sich viel-
leicht durchführen Hesse. In der Beethoven 'sehen Musik
z. B. steckt ein so gewaltiger musikalischer Inhalt, dass
man kaum nöthig hat, in einer Musikgeschichte ganze Seiten
über die gleichzeitige Religionsphilosophie voll zu schrei-
ben. Eän Verfahren, wie dos Brendel'sche, muss nothwen-
digerweise sieh an Aeusserlichkeiten klammem und die
Hauptsache, die Musik, vernachlässigen. Wenn der Autor
z. B. eine gründliche Erörterung über mnsikalische For-
men, z. B. der Sonate, des Concertes u. A., an der Hand
ihrer historischen Entwickelung gegeben hätte, so würde
er neb mehr Lorbeeren errungen haben, als durch
seine ellenlangen Phrasen über Haydn's, Mozart's und
Beethoven's „Weltanschauung". In Brendel's Buch herrscht
statt gründlicher Forschung das Alles und Nichts beweisende
Schlagwort: die Phrase. (?)
Im Einzelnen wäre noch ausserordentlich Viel zu
sagen, es genügt, einiges Wenige hervorzuheben. Dr.W.
KienzI, der Bearbeiter dieser 7. Anfinge (von dem wir
naehseroem Buche „Die mustkaltBcheDeclamitiCin'' kaltm" er-
wartet hätten, dass er seine Hände einem so vagen nnd
schwammigen [?J Buche leihen werde), versichert S. VIII der
Vorrede, es sei sein Bestreben gewesen „manche Daten der
älteren Zeit nach den neuerdings stattgehabten Forschun-
gen richtig zu stellen". Wir wollen darum zusehen, wie
es das Buch damit hält. Da wundert man sich denn, alte
Härchen hier wieder aufgewärmt zu sehen, so die Ge-
schichte mit den vier Tonarten des heiligen Ambronns,
dann die unbeweisbare Behauptung über die acht Tonarten
des Papstes Gregor; auch hat dieser immer noch „statt
der alten schwerfälligen griechischen Buchstabennotation
die lateinischen Buchstaben als Tonzeichen eingeföhrt".
Auch Hucbald figurirt noch als Verfasser der „Musica
Enchiriadis". Ebenso hat Guido die Tonnamen Ut re etc.
zuerst benutzt u. s. w. u. s. w.
Auffällig ist in dem ganzen Buche weiter der gänz-
liche Hangel jedes historischen Verständnisses. Aeusser-
lich erkennt man ihn schon in dem Umstände, dass
Brendel diejenige Kunst, die der unsrigen fern liegt, etwa
die Zeit bis zum 17. Jahrhundert, auf ca. 60 Seiten ab-
macht, während die Darstellung der Husikgescbichte in
unserem Jahrhundert, etwa von Mozart an, rund 400
Seiten in Anspruch nimmt. Und doch ist der Werth
gerade der älteren Kunst för eine objective Anschauung
von der Musik nicht leicht zu überschätzen. Man weiss
nicht, was man sagen soll, wenn man heute noch Urtheile
liest, wie die z. B. über Dnfay und Okeghem (S. 22 ff):
„Die Compositionen sind ohne Melodie, schwerfällig und
hart . . . Alle glichen sich im Ausdruck, mögen die
Textesworte noch so verschieden sein, oder richtiger ge-
sagt, sie sind deswegen alle gleich, weil Ausdruck über-
haupt noch fehlt und der Verstand die allein hervor-
515
tretende Thätigkeit ist . . /^ Einem Europäer freilich
kommen auch alle chinesischen oder japanesischen Ge-
sichter gleich vor, erst hei näherem Zusehen entdeckt
man die Unterschiede, die dort gerade so gut vorhanden
sind, wie hei uns. Der Bearbeiter der neuen Auflage
hätte die gänzliche Unfähigkeit BrendeVs als Historiker
nicht leicht aufTallender machen können, als er es that,
indem er obigen Urtheilen Brendel's in einer Fussnote
diejenigen von Amhros gegenüberstellte, die ganz anders
lauten. Wenn doch die Leute, welche frühere Zeiten nur
mit der Brille der gegenwärtigen anschauen können, von
der Geschichte weg blieben!
Doch wir haben genug, und ich denke, mancher
Leser auch. Es ist kein Vergnügen, so ein Buch zu
besprechen. P. Gar wen.
Biographisches.
Arno Hilf.
(Mit Portrait.)
Es ist eine oft glossirte Thatsache, dass unsere grossen
Concertinstitute bei ihren Elngagements von Instrumental-
solisten mit grosser Vorliebe zu ausländischen Künstlern
ihre Zuflucht nehmen. Ganz besonders auffUlig wird diese
Passion in Bezug auf die Violinisten, wo sie, in ihrem
Vorurtheil gegen deutsche Virtuosen auf diesem Instru-
mente durch die feurigen Anempfehlungen und die Lager-
bestände unserer modernen Concertagenturen bestärkt,
meinen, ohne ausländische Solisten nicht auskommen zu
können und lieber zehn Mal einen Sarasate und ähnliche
Tausendsassa engagiren, als Ein Mal einen ehrlichen
deutschen Künstler. Man braucht nur genauere Einsicht in
die Concertprogramme der heutigen Zeit zu nehmen, um
uns hierin unbedenklich beizupflichten. In Wirklichkeit
gibt es gerade in Deutschland eine Anzahl von Violin-
virtuosen, welche ihre ausländischen CoUegen nicht nur
nach Seite gediegener musikalischer AufPassung und see-
lischer Vertiefung weit übertreffen, sondern denselben
auch in der technischen Fertigkeit nicht nachstehen.
Zu diesen Violinmeistem zählt in erster Reihe der
in der Ueberschrift unserer Zeilen genannte Künstler. Er
ist allerdings weder von einem Concertagenten gegründet wor-
den, noch sonst der Mann dazu, durch Reclamemittel sich der
Musikwelt beider Hemisphären in die papierne Beleuchtung
zu rücken, die jetzt zu einem vollwerthigen Künstlerdiplom
unbedingt nöthig zu sein scheint. Er ist im Oegentheil
von einer in der Jetztzeit geradezu frevelhaften künstle-
rischen Bescheidenheit Hierin werden Alle mit uns ein-
stimmen, die sein eminentes Talent und Können bewun-
dem zu lernen Gelegenheit hatten. Neben dieser Be-
scheidenheit hat aber wohl auch der Umstand mit auf die
unverdiente Ruhmlosigkeit dieser Geigergrösse eingewirkt,
dass Arno Hilf zu lange im Ausland gelebt hat. Als er
von dort vor vier Jahren nach seiner engeren Heimath
Sachsen zurückkehrte und sich privatim und öffentlich
hören Hess, war man schier verwundert, wie ein solcher
Geiger so lange sein Licht tmter den Scheffel zu stellen
vermocht hatte, und namentlich in dem genialen Nikisch
fand der Heimgekehrte einen enthusiastischen Bewunderer
seiner Künstlerschaft, der ihn am liebsten gleich in Leipzig
behalten hätte. Hierzu bot sich jedoch nicht sofort eine
Stellung, diese eröffnete sich erst, nachdem Arno Hilf neun
Monate als Hofconcertmeister in Sondershausen gewirkt
hatte und in Leipzig durch Petri's Berufung nach Dresden
der von diesem vorher innegehabte Concertmeisterposten am
Theater- und Gewandhausorchester frei wurde, in welche
unser Künstler im Herbst 1889 einrückte, die er aber,
der Berufung als Violinlehrer in das k. Gonservatorium
der Musik folgend, schon im Herbst 1891 wieder aufgab.
In Leipzig hat er sich schnell die ihm zukommende künst-
lerische Position durch seine Thätigkeit als Quartettspieler,
Solist und Lehrer erworben. Steht er als Quartettfuhrer
dem Umstand entsprechend, dass er in der kurzen Zeit
seines Hierseins vollständig seine Collegen wechseln musste,
und als Lehrer erst noch im Wachsen seines Ruhms auf
diesen beiden Gebieten, so hat er dagegen durch seine
phänomenalen Sololeistungen die begeistertste Anerkennung
aller Kreise sich erworben. Was für seine Darbietungen
zunächst einnimmt, ist eine ganz individuelle Belebung
des Tons, in der sich positive Fülle mit heissblütiger Em-
pfindung verbindet. Nach Seite der Technik gibt es für
ihn keine Aufgabe, die er nicht mit unglaublicher Sicher-
heit zu überwinden vermöchte, dabei stets mit jener musi-
kalischen Delicatesse, die auch das Minderwerthige bis zu
einem gewissen Grade schmackhaft macht. Speciell in den
wagehalsigsten Doppelläufen und Flageolet- und Pizzicato-
effecten steht er mit Thomson vereinzelt da. Glücklicher-
weise nutzt er diese Rivalität mit dem belgischen Virtuo-
sen nicht wie dieser als Specialität aus, sondern seine
Kunstziele sind, wie sein die besten Schöpfungen der
bez. Litteratur umfassendes Repertoire bekundet, weit
gediegenere. Eine Empfehlung Arno HilTs an die wei-
testen Musikkreise ist nach dem Gesagten wohl' nicht
nöthig. Man wird überal], wo er debutirt, finden, dass
wir nicht zu viel zum Lobe dieses Künstlers gesagt haben.
Zur Vervollständigxmg unserer Skizze erübrigt blos
noch das Folgende: Arno Hilf entstammt einer sächsischen
Musikerfamilie, deren Nestor vor sieben Jahren als lOSjäh-
riger Greis in Bad Elster starb. Dort wurde unser Künstler
am 14. März 1858 geboren. Vom Vater und von einem
Onkel, ebenfalls einem Arno Hilf und tüchtigen Geiger,
ehemaligem Schüler Ferd. David's, erhielt er den ersten
Musikunterricht Von 1871 — 1875 besuchte er das be-
rühmte Leipziger Institut, an welchem er jetzt als Lehrer
wirkt, und bildete sich unter Ferd. David's, Röntgen's
und namentlich Schradieck's Leitung zum perfecten
Violinisten aus. Von 1878 bis 1888 war er als Lehrer
am Gonservatorium zu Moskau thätig. In Moskau
erregte er bald nach seiner Ankunft das Interesse des
musikalischen Publicums dadurch, dass er in einer Kammer-
musikveranstaltung, in welcher Daneeff und Wieniawski
die Kreutzer-Sonate von Beethoven spielten, unvorbereitet
kurz nach Beginn des Vortrags die Fortführung des
Violinparts an Stelle des hieran durch plötzlichen Krank-
heitsanfall behinderten Collegen übernahm und seine
Aufgabe glänzend löste. Er war eben schon damals ein
Künstler besonderer Art!
«*
516
Tagesgeschichte.
Mu8ikbrief.
Von der Internationalen Musik-
Ausstellung.
(Fortsetzung.)
Wien.
und Theater-
Zum ersten Mal eine Brahms'sclie Symphonie wurde den
Besuchern der Popul&r-Concerte in der Musikausstellung in
einem von Hm. K. Heuberger geleiteten Glastdirigenten-
Goncerte geboten, und zwar war es das erste derartige Meister-
werk des grossen Tondichters, die GmoU-Symphonie, Op. 68.
Dass nun — von dem grandiosen Finale abgesehen — gerade
diese Symphonie mit ihrer mehr nach innen p;ekehrten Leiden-
schafthchKeit sich weniger zur Au^iührung m einem Populär-
Goncert bei Bier und Wursteln eigne, Hegt auf der Hand.
Brahms' S. Symphonie (Ddur) soll, von Hrn. G. Henschel
dirigirt, in einem der nächsten Populär-Goncerte ungleich
mehr gezündet haben. Leider konnten wir, weil als ständiger
Musikreferent eines grösseren politischen Blattes Wiens zur
Berichterstattung über das Ereigniss des Tages (!) : die unter
persönlicher Leitung Mascagnfs inaugurirte Italienische Sta-
gione im AussteUungstheater, beordert, weder das Orchester-
und nachfolgende Liederconcert Q. HenscheVs und seiner
Gattin, noch auch das dem geistreichen Gomponisten-Dirigenten
viel Euren bringende Goncert Moszkowski besuchen . Ein
bereits angekündigtes Gompositionsconcert des russischen Ton-
setzers F. Tscha'ikowsky entfiel im letzten Augenblick aus
noch unaufgeklärten Gründen. Unter den von Hm. Gra-
den er dirigirten Populären Goncerten bleibt Jenes, in wel-
chem man bei der gefährlichen Tischaufstellung die „Eroica**
vorzuführen wagte, ein blonderer Ehrenabend der Gapelle,
ihres feurigen Leiters und des Publicums. Es war eine Freude,
wie das Letztere bei Beginn der Symphonie sofort seine culi-
narischen Genüsse unterbrach und die servirenden Kellner
energisch zur Buhe verwies, um nur gar keinen Ton der er-
habenen Schöp^g Beethoven'^^a vaslierex^ Vor JBeginu des
. Trauermarsches und in kleinen Pauseüstellen desselben hätte
man eine Stecknadel im Saale fallen hören können. Nach den
einzelnen Sätzen der „Eroica*' aber erschoU endloser stürmi-
scher Applaus, welcher zeigte, dass das Werk wirklich in
seiner Tiefe verstanden worden, zu Aller Herzen gedrunfiren
war. Wir reden so ausführlich davon, weil hiermit die oei
uns so viel bestrittene, ja in Wien als geradezu unmöglich
erachtete Idee der Populären Symphonieconcerte in ihrer ge-
schilderten Form einen der grössten Triumphe feierte. Leider
ist an finanziellen Hindernissen der schöne Plan gescheitert,
diese Goncerte auch über die Ausstellung noch zur angenehm-
sten musikalischen Belehrung und edelsten künstlerischen Er-
bauung des Publicums weiter zu erhalten. Indem wir dieses
schreiben sind die braven Musiker des sich so glänzend be-
währt habenden Ausstellungsorchesters bereits nach allen
Richtungen der Windrose zerstreut und ist nunmehr, wer in
Wien vollkommen befriedigend eineBeethoven*sche Symphonie
oder sonst ein bedeutendes Orchester werk hören will, wie
früher, auf die (nur 8 !) Philharmonischen Goncerte angewiesen,
deren bequemere Plätze stets in kürzester Frist vergriffen und
überdies nur den Wohlhabenderen zugänglich sind.
(Fortsetzung folgt.)
Bericht.
Leipzig. Ein höchst glücklicher Gedanke war es von der
Gewandhausconcert-Direction, für ihr 1. Abonnementcon-
cert den Amsterdamer a capella-Ghor, welcher sich im
Juni d. J. in einem Kirchenconoert in unserer Stadt so ruhmvoll
eingeführt hatte, zur Mitwirkung zu gewinnen und somit dem
Auditorium gleich zu Anfang der Saison einen künstlerischen
Genuss zu bieten, wie er nach Seite der Heproduction auf
dem Gebiete des mehrstimmigen Gesanges einfach nicht idealer
gedacht werden kann. Nachdem in No. 27 d. Bits, aus berufen-
ster anderer Feder nicht nur die Leistungen dieses Elite-
sängerchors und dessen ausserordentlichen Lehrers und Diri-
genten Hm. D. de Lange, sondern auch die damals in unserer
Thomaskirche von diesem Ghor vorgetragenen altniederlän-
dischen Gesänge, von denen in dem Gewandhaus-Eröfihungs-
concerb das „Kyrie^* und -Ghriste" von Joh. Okeghem, das
„Agnus Bei" von Jac. Ooreoht und das ^Hodie Ghristus
natus est" und der 118. Psalm von J. P. Sweehnck zur Wieder-
holung gelangten, in die diesen herrlichen G^esangsspenden
gebüb^nde ^leuchtung gestellt wurden, bleibt uns für heute
zu berichten nur noch übrig, dass die Gompositionsproben,
welche die Amsterdamer Künstler im Gewandhaus ausserdem
aus der weltlichen Gesanglitteratur jener längstentschwun-
denen Musikepoche darboten (der sechsstimmige sehnsuchts-
und resignationsvolle Gbor „Lan^^uir me fais** von J. Glemens
non Papa, das liebesselige dreistimmig „Je ne fus jamais si
ayse** von P. Gerton, das vierstimmige schalkhafte Lands-
knechtständchen „Matona mia cara*' von 0. Lassus, die sechs-
stimmige süsse „Petite Gamusette*' von J. des Prte und ein
zugegebenes weihevolles gincamatus est'' desselben Gompo-
nisten), die Verdienste des Dirigenten und seiner Sänger um He-
bung der musikalischen Schätze ihrer alten Tonsatzmeister
nur noch erhöhen konnten, wie andererseits die Ausführung
derselben nicht minder meisterhaft war, als die e;eistlichen
Vorträge. Noch nie ist uns der Ghorklang so ätherisch abge-
klärt, von allem Materiellen entkleidet erschienen, wie oei.
diesem erlesenen Verein schöner und edelgebildeter Stimmen,
wie auch die in einfacher Besetzung gesungenen mehrstim-
migen Nummern überall in idealer V oUkommenheit zur Wir-
kung gelangten. Hr. D. de Lange und sein unvergleichlicher
Verein werden hier unvergessen bleiben! — Von dem übrifipen
Theil des Goncertes bleibt, da es aus allbekannten Bepertoire-
werken — der „Goriolan"-Ouverture von Beethoven, Bach's
Ddur-Suite und Schumann 's Bdur-Symphonie — bestand, nur
noch zu sagen, dass unter Hm. Prof. Dr. Reinecke 's Lei-
tung die Ouvertüre weniger befriedigend, als die beiden
anderen Werke, von welcben besonders die Symphonie ganz
herrlich gelang, zur Ausfilhnmg kam.
Concertumsohau.
Aehern i. B. Festconc. zum öOjähr. Jubiläum der Irren-
anstalt Hlenau am 27. Sept.: Ghörev. Gluck u. Hiller („Sonn-
tag^), sowie Landeshymne, Solovorträge der Frau Hoeck-Lech-
jiec. A..«.CarlaKaha. 4^ea», ^Öeheimniss** v. H. Goetz, „Bas
Mädchen an den Mond*^ v. V. Lachner etc.) u. der HH. Diezel
a. Berlin (Ges.) und Pfeiffer a. Baden-Baden (Glav., Ungar.
Phant. u. 12. tjngar. Rhaps. v. Liszt etc.).
Amsterdlllll. Aussergewöhnl. Abonn.-Gonc. im Neuen
Goncerthaus (Kes) am 29. Sept.: Ouvertüren v. Berlioz („La
Garnaval romain^) u. Wagner („Tannhäuser**), zwei Sätze a.
der Suite „Roma** v. Bizet, Solo vortrage der HH. Goenen
(Glav., Variat. symph. v. G. Franc k, Prael. u. Fuge inEmoll
V. S. JBach. „Eltenspiel" v. Heymann, Aria v. Grieg und
Etüde V. Rubinstein) u. Krämer (VioL, 1. Satz des DmoU-
Violinconc. v. H. Sitt, Adagio v. A. Becker u. Perpetuum
mobile v. F. Ries).
Breslau. 1 . Symph.-Gonc. der Bresl. Goncertcap. (Riemen-
schneider): 6. Symph. v. Beethoven, Orchestersuite (^. 42 v.
Mac-Dowell, Ouvertüren v. Reinecke („Der Gouverneur
von Tours") u. Mozart, Balletmusik a. „Boabdil" v. M. Mosz-
kowski. — 1. Musikabend des Tonkünstlerver.: FmoU-Glav.-
Violinson. v. Rubinstein, Solif. Ges. v. Löweu. M. Plüdde-
mann („Des Sängers Fluch"), f. Clav. v. Ghopin u. Ad. Jen-
sen (Valse-Gaprice) u. f. Viol. v. F. Reh fei d (Span. Tanz) u.
Nachöz („All*Ongharese«J. (Ausführende: HH. Schlesinger
[Ges.], Kuron faav.] u. Fabian [Viol.].) — 1. Abonn.-Goncert
des Bresl. Orch.-Ver. (Maszkowski) : 3. Symph. v. Beethoven,
symph. Dicht. „Vltava" v. Smetana, „Genovefii"-Ouvert. v.
Schumann, (Jesangvorträge des Frl. v. Sicherer („Vorabend"
u. „Erwachen" a. den Brautliedem v. Go melius etc.).
Chemnitz. 1. geistl. MusikauffÜhr. des Kitchenchors zu
St. Jacobi (Schneider): Ghöre von Händel („Ehre sei Gk)tt,
Hallelujah"), S. Bach („Der Herr hilft unsrer Schwachheit
auf"), Hauptmann („Lauda, anima") u. W. R eh berg („Glück-
lich, wer auf Gott vertraut"), Solovorträge des FrL Sohmiedel
a. Leipzig (Ges.. Busslied v. Beethoven etc.) u. der HH. Hep-
worth V. hier (Orgel) u. Prof. Lauterbach a. Dresden (Vioi.,
Arioso V. Rietz, Arie v. Goldmark etc.).
Cöln. Musikal. Gesellschaft (Prof. Seiss) im Aug. u. Sept. :
5. Symph. v. Beethoven, Sinfonietta f. Streichorch. v. G. Jen-
sen, Ouvertüren v. Mozart, Beethoven u. Mendelssohn („Die
Heimkehr aus der Fremde"), Ouvert. u. Entr'acte a. der Oper
„Der Gouverneur von Tours" v. Reinecke, „Waldeeträume*'
f. Orchester v. A. Ludwig, Balletmusik a» „Rosamunde" u.
1
4
Claviorgnint. Y. Schnbert, Streichoct. v. STendsen, Solovor-
trftge der HH. Mengelberg (Clav., Esdur-Conc. von Liszt),
Pauer (Olav.), Thalau (Violono,, Conc. T,E»ff)n.Ketz (Hom,
Cono. T, Weber).
Leipzig. 1. Äbotin.-Coiic. im Neuen QewandbauB (Prof.
Dr. Beiuecke) nnt. Mitwirk. des a capella-Chors (D. de Lange)
a. Amsterdam m. den Solisten Frls. de Boever, Beddingius,
Loman, Bibbe u. Beynders u. HH. Rogmans, Siep, Meeschaert
u. Soatendyk: 1. Symph. v. SchumaDii, Ddar-Orchestersuite
V. S. Bach, „CorioläD''-OuTart. v. BoethoTen, Chorgesftnge t.
Engigements und Glste in Oper und Conoert.
Berlin. Zu den BerUhmtheit«ii der Eroll-Oper zählt
gegenvArtig Fran Oerster, wenn aucb der Qlanz ihrer
Stimme wesentlich verblichen ist. Aufseben erregte das
neueste Wunderkind, welches aich hier hören Hess, die acht-
jährige Frieda Simoason von hier eine Schülerin des Klind-
worth'schenConservatoriums, denn dieselbe spielte Beethoven's
Cdnr-Concert, Baoh's Dmoll-Praeludium und Fuge u. A. m.
nicht nur mit einer sicheren Geläufigkeit, sondern aucb mit
Johannes Okeghem, J. P. Sweelinck, J. Clemens non Papa
u, J. de Pr6a, „Petite Camusette" f. sechs Stimmen v. J. de
Pr6s, „Matona mta cara" f. vier Stimmen v. 0. Laseug, „Ag-
nus Dei" f. drei Stimmen v. J, Obrecht, „Je ne fus jamaia si
ayse" f. do. v. P. Certon.
SeheTenlngen. 15. Symph.-Conc. des Philharm. Orch. a.
Berlin (Herftirth): 6. Sympb. v. Beethoven, Ouvertnren von
Weber u. Beethoven (No. 3 zu „Leonore"), „ Pest er Garne val"
V. Liszt, Cla vi er vortrage des Fr!. Painpw^ a. Paris (Amoll-
Fuge V. 8. Bach, Gavotte u. Musette v. F. T.homö etc.). —
2. Bich. Wagner- Abend desselben Orch.: Vorspiele za „Tristan
und Isolde", den „Meistersingern" u. „Parsifal", Trauennarech
a. der „Götterdämmerung", Kaiaer-Marsch etc.
Sondershaus es. Woblthätigkeilsconc. im Conservat. der
Musik am 2. Oot.: D dur-Streichquart. v. Haydn, Variat. aus
dem Adnr-Streiohquart. v. Beethoven (HH. Corbaoh, Martin,
Cämmerer u. Prot. Schröder), Meditation f. Clav., zwei Vio-
linen, Tiolono. u. Harmonium (HH. Herold, Corbacb, Martin,
- Prof. Schröder u. Grabofeky) v. S. Bach-Schröder, Solovorträge
des Frl. Sandorf (Declam.) u. der HH. Gttnzburger (Gesang,
„Blick ich umber" a. „Tannhiuser" v. B.Wagner etc.) und
Herold (Gmoll-Ballade v. Chopin etc.).
einer weit Über ibr Alter hinauseebenden Auffassung. —
Darmstadt. Für Frl. Milena, welche belmnntlidi mit dem
Prinzen Heinrich von Hessen sich vermählen wird, ist Frl.
Melanie v. Santa aus Linz, welche als Santuzza. und A^tbe
unter grossem Erfolg dehutirte, engaeirt worden. — EHteF-
feld. Frau Sigrid Arnoldson hat ihr Gastspiel am hiesigen
Stadttheater glknzend als Mienon beendigt. — Mannhelm. In
der Titelpartie von Cornelius „Barbier von Bagdad" gastirte
hier Hr. Marx aus Strassburg i. E., ohne seiner Anfgabe
halbwegs gorecht zu werden. — Rouen. Das Thfi&tre des Arts
ist mit dem folgenden Personal unter der musikalischen Lei-
tung des Oapellmeisters Barwolf eröffnet worden: den Da-
men Baux, Stevens de Frise, Lita, Andral, Bhaijane,
Parentani, Allaiy und Legenisel und den HH. Dutrey,
Anastay, Cornubert, Ferriäces, Smeesters, Stamler.
■ " fd, Fahre, Poitevin, Viroui und
Corpait,
Bollin.
Kirchenmusik.
Leipzig, Tfaomaskirche: 8. Oct. „Wie ein wasserreicher
Garten" v. J. Rietz, „Herr, büre mein Gebet" v. M. Haupt-
mann. Nicolaikirche; 9. Oct. „Nicht so ganz wirst meiner
du vergessen" v. M. Hauptmann.
M8
Vermischte Mttfheilüngeh und Notizen.
* Die Singakademie zu Chemnitz, aus dem am^
Sl.Oct. 1817 gegründeten Musikverein hervorgegangen, i&^'^^
dementsprechend an dem gen. Tage des 1. J. das TöjaÜrige
Jubiläum ihres Bestehens und wird dasselbe atn 11. d.
Mte. mit einem weltlichen Concert mit Compositionen der
Dirigenten des Vereins, sowie Schumann's „Der Böse Pilger-
fahrt" und am 18. Nov. mit einem Kirchenconcert mit dem
Weihnachtsoratorium von S. Bach-Franz festlich begehen.
Eine vom Jubelverein herausgegebene Festschrift mit dem
wohlgetroffenen Portrait des gegenwärtigen Dirigenten des
Vereins Theodor Schneider behandelt übersichtlich die Ent-
stehung und Weiterentwickelung des Vereins, als dessen Diri-
genten Kunstmannn, Brunner, Mejo, Wild, Stahlknecht,
Wetterhahn und Th. Schneider namhaft gemacht werden. Der
Letztere steht diesem Posten seit 1860 in rühmlicher und ver-
dienstlicher Weise vor, und ihm vor Allem verdankt der
Verein das Ansehen, dessen er sich seit Jahren in der Musik-
welt erfreut. ^
* Die musikalische Weihe des neuen Saales Bechstein
in Berlin (Linkstr. 42) ist dem von uns schon mil^eth eilten
Pro^amm gemäss an den Abenden des 4^ 5. und 6. Oct. durch
die HH. Dr. H. v. Bülow (1. Concert), Johannes Brah ms und
Prof. Dr. Joachim und Gen. (2. Concert), Rubinstein und Krelle,
sowie Frl. v. Jerebtzoff (3. Concert) glanzvollst vollzogen
worden. Die Akustik dieser neuen Wahlstatt für concert-
bedürftige Künstler scheint im Grossen und Ganzen eine ge-
lungene zu sein, nur der Klang des Streichquartetts habe
nicht recht befriedigt, welche Ausstellung wohl aber zu-
meist auf die jetzt im Forte nicht gerade schöne Tongebung
des Primgeigers zurückzufuhren sein möchte, die im kleineren
Raum auf&Tliger wird, als im grossen. Die äusserliche Aus-
stattung des Saales soll eine sehr geschmackvolle sein. Hüter
des Safiues ist bekanntlich Hr. Concertdirector H. Wolff, wel-
cher auch die Einladungen zu den Einweihungsconcerten hatte
ergehen lassen.
* In Heidelberg wird in bevorstehender Saison L i s z t *s
Graner Festmesse unter Hrn. Prof. Wolfrum's Leitung zur
Ausführung gelangen.
* Die 7. Saison der London Symphony Concerts
unter Leitung des Hrn. G. Henschel wird sich vom 3. Nov.
d. J. bis 2. März des n. Jahres abwickeln. Zwei der Concerte
werden ausschliesslich Wagnerischen Werken gewidmet
sein , darunter solche , welche in London noch nicht gehört
worden sind.
* Vom k. Conservatorium für Musik zu Dresden geht uns
nachstehende für weitere Kreise bestimmte Mittheilung zu:
Am 7. October 1892 vollendete sich ein Zeitraum von 25 Jahren,
seit am k. Conservatorium zu Dresden die Abtheilung
für Musiklehrerbildung, damals als Seminar für Cia-
vier 1 ehrer, errichtet wurde. Dass Derjenige, welcher spielen
oder singen gelernt hat, auch lehren können müsse, ist ja eine
grundfalsche Ansicht. Aber erst Hrn. Prof. C. H. Döring,
dem hochverdienten, seit 34 Jahren am Dresdener Conserva-
torium wirkenden Clavierpädagogen, gelang es im Jahre 1867,
auf Grund seiner besseren üeberzeugung das Directorium
(Hofrath Pudor und Generalmusikdirector Kietz j zur Einrich-
tung besonderer Curse ftir angehende Clavierlehrer zu veran-
lassen. Nach und nach folgten verschiedene Musikschulen
dem in Dresden gegebenen Beispiele, ja es entstanden eigene
Musiklehrerseminare. 1877 übergab Döring, Gesundheitsrück-
sichten folgend, die Leitung des Seminars dem Prof. Eugen
Krantz, welcher demselben nun 15 Jahre vorsteht. Der
ünterrichtsgang bringt im ersten Jahre Vorlesungen über die
Methodik, verbunden mit praktischen Arbeiten ; vom zweiten
Jahre an tritt dazu die überwachte Unterrichtsvertheilung.
Jeder Lehrschüler erhält zwei Uebungsschüler, für welche der
Unterriibht -uiieaüt^tli^h.'ist. i'Dü id^tfafiflnh^vaEAtandL ^IlSclt
Wöehehtiich z»«{ Insbeäionaatitn^fntf' iQ^^^^ die £#)»>
scbül0rr itech;rder.^JfeiBe ifaie Schifier'^ yocflüften. , Die; waEoidb
besonderes Lehrgeschick zeigten, erhalten aip ilfthreaschins^t
vdas^eifezdQgm88> Der^der die Besta'uÄlei^en^Jtjei^&S)! wird
ft)&k Lehrer 'X)ae(r Lehi»r}B- dert^^ruitdachiode augestoüt'^-'i^da;^
iMiirAibäsblQders tN(finicl]^.>LdirBnbatäna^ äxliffitalä V880^
&m id. S^.yrwari0tn»ixiB^ ähnl&l]^ EiBiidhtn^ .fiOirclTeiianglahirei:
'^e/ütöSeaHi ' -Hiinderte. . hafaen > im Lsufe'dfir Zeil d£Bi /Asstcdlb als
tiüdhläg«^^Bin^eldBns^eFthe . Ldnerz-VeriaaBenj , mniv inSmer
frösser wird das Feld fiir diese trefflich vorbereiteten Lehr-
räfte sowohl in Dresden, wie auswärts-, , da im Publicum
immer mehr erkannt wird, dass sorgfältiges Lehren doch
der einzig richtige Weg zum sicheren Zielef sei.
\** :-
' *Vl)«s, Conservatorium für Musik zu Mannheim
ist nac^ dessen 3. Jahresbericht seit Neubegründung der An-
stalt im Jahre 1889 in steter günstiger Entwickelung be-
friffen. Nicht nur ist es dem Director Pohl gelungen, die
ervorragendsten Kräfte der dortigen Musikergude als Lehrer
für das Institut zu gewinnen, sondern es hat auch die Schüler-
frequenz im letzten Schuljahre eine Steigerung gegen das
Vorjahr gezeigt, indem sie sich mit 188 bezifferte. Li je drei
musikalischen Auffuhrungen und TJebungsabenden , sowie in
fünf Prüfungen hatten die Schüler Gelegenheit, ihr Können
vor einem grösseren Zuhörerkreise zu documentiren. (Auf-
fllllig in dem Bericht sind die vielfach fisklsch geschriebenen
Eigennamen [Schuhmann, Li tolf, Hoffmann, Kretschmar etc.] !)
— In noch höherem Maasse hat sich die Schülerfrequenz des
October 1872 von W, Freudenberg gegründeten, seit Aprü 1889
unter der sachkundigen und resultatvollen Direction von
Albert Fuchs stehenden Conservatoriums für Musik zu
Wiesbaden ^egen früher gesteigert, denn sie umfasste 365
Eleven männlichen und weiblichen Geblechtes (darunter aus
Canada, Brasilien, Kleinasien, Mexiko, Japan etc.) gegen 284
des vorhergehenden Schuljahres. Das Lehrercollegium wurde
von 80 Mitgliedern auf 86 erhöht. Der Unterricht umfasst
alle Fächer der praktischen und theoretischen Musik. Vortrags-
TJebungen und Prüfungen fanden nicht weniger als 87 statt.
Neben dem soeben genannten renommirten älteren Institut
besteht in Wiesbaden seit einer Reihe von Jahren noch ein
zweites Conservatorium, das Spangenberg 'sehe, an wel-
chem incl. des Directors, des Pianisten H. Spangenberg, 14
Lehrer und Lehrerinnen im letzten Schuljahr 221 Schülern und
Schülerinnen Unterricht in Theorie, Gesang, Ciavier und den
Streichinstrumenten ertheilten und neben 2 Hauptprüfangen
mehrere Vortragsübungen und Privatprüfungen abgehalten
wurden.
* Der Bestand des Conservatoriums in Marseille
ist durch das feindselige Verhalten des socialistisch ange-
hauchten Stadtrathes gefäh rdet, welcher die dem Institut ge-
währte Subvention von 48,000 Frcs. verringern wilL Die
Professoren des Instituts haben sich einmütnig gegen die
angedrohte Unterdrückung mehrerer Classen, namentlich derer
für Blasinstrumente, und gegen die dadurch noth wendige
Entlassung mehrerer Collegen, sowie gegen die Herabsetzung
der ohnedies nicht bedeutenden Lehrergehälter erhoben und
wollen lieber insgesammt ihre Entlassung nehmen. Sie haben
die Stimmung der Presse und aller vemünftie; Denkenden fiir
sich. Die Entscheidung wird erst im December erfolgen.
* Voreilige Reclame wirkt doppelt komisch. Sostand
vor Kurzem fast überall in der Presse zu lesen, dass in Leip-
'zig am 3. Oct. eine Aufführung von C. Rei necke's neuer
Oper „Der Gouverneur von Tours" zu einem Wohlthätigkeits-
zweck stattgefunden habe. Angesetzt war das Werl zwar
für den gen. Tag, aber zur Aufführuug kam es wegen eines
Krankheitsfalles schliesslich gar nicht. Dass der Oomponist
vollständig unschuldig an diesem vorzeitigen Trompetenstoss
eines übereifrigen Interessenten seines Werkes war, ist selbst-
verständlich.
* Im Hoftheater zu Mannheim gingen kürzlich an Einem
Abende Mozart 's Singspiel „Bastien und Bastienne" und
P. Cornelius' „Barbier von Bagdad" als Novitäten in Scene,
Die letztere Oper fand infolge nicht ganz ausreichender Dar-
stellung nicht die ihr von Rechtswegen zukommende Auf-
nahme.
* I. Brüll's neue Oper „Gringoire" ist kürzlich auch in
Wien, dem Domicil des Componisten, in Scene gegangen,
ohne jedoch mehr als einen Localerfolg zu erzielen. Weiter
ßt^
H&nfino ver, Biga. sind Wiesbftdeor.gtmeLM^
. T«
■ft.
Offener Sprecfbsgal.
. . . . >
* Die Neue dent^liiß Oper in l^etlin.brad&'te '|Etbgst's3s
2; Ko^^Ött^^e; difäÄ<5tjgier feniisiäi^ 'Oper ' Per^'^VeibeiSliea^t.
AllfftÄnfag:'^ -^ >^ -' ^X^> ^^ ^^ - :-^u..it-t. i.e. .. i
29. Septi diernebe; Oper f^Kftröl vf^^GelderJ*><m £^^ fieil^l^
zum erstoxi Male* gei^lben. Dieselbe soll, dem „Guide Musical''
zu Folge, einen ungeheuren Fortschritt im Schaffen des ge-
nannten Meisters bedeuten, einen Schritt nach dem Musik-
dräma Wagner*s, wie wir vermuthen, denn da^ Vorherrschen
des Leitmotivs wird besonders b|||vo^j|ef]^ep]| jg^ jp^ein^
^gesprochene Oper". '^'
: '^/ Im Oäiio. Felice^Thebter zu Glenu^a ging aia ß. Oct. dü^
neue G;ro8se C^er „Christoph Golumbua". von Franohetti
erstmalig über die Bretter.
* .Am 7. (19.) Sept., 60 Jahre nach der ersten Moskauer
Aufführung der Oper „Das Leben für den Zar" von Glinka,
wurde in Moskau eine Gallavorstellung dieses Werkes
gegeben.
* In Scheveningen hat sich der Baron von Zuylen van
Nyevelt, ein Dilettant aus den höchsten Gesellschaftskreisen,
den Luxus gestattet, ein Ck)ncert des Philharmonischen Or-
chesters aus Berlin mit ausschliesslich Brahms^schenWer-
ken zu dirigiren. Er hat höchstens die Dirigentenbegabung
des Hm. Herfurth damit beweisen wollen.
* Der Amsterdamer a capella-Chor unter Leitung
des Hm. D. de Lanee erregt auch auf seiner gegenwärtigen
Kunstreise in Deutschland die begeisterte Anerkennung seiner
Zuhörer. Bis jetzt liess er sich in Leipzig, Berlin und Dres-
den hören.
* Der tüchtige Männerchor „Leipziger Liedertafel" hat
an Stelle des schwer erkrankten und deshalb von der Leitung
zurückgetretenen Hrn. Siegert den vor einiger SJeit von
Siegen, wo er bereits in gleicher Eigenschaft verdienstlich
thätig war, nach hier verzogenen Hrn. Paul Reim zu seinem
Dirigenten erwählt.
* Hr. Dr. Hans v. Btilow hat verschiedenen grösseren
deutschen Concertinstituten seine pianistische Mitwirkung für
deren bevorstehenden Ck)ncerte zugesagt.
* Der k. Musikdirector Hr. B. Bilse, gegenwärtig in
Liegnitz privatisirend, beging am 1. Oct. unter vielen Ehrun-
^n von nah und fern den Tag, an welchem er 50 Jahre
trüher seine Dirigentenlaufbahn begann. In Berlin erhielt bei
diesem Anlass eine Strasse den Namen des Jubilars.
* Hr. Hofcapellmeister Strauss in Weimar erhielt das
Bitterkreuz 2. Glasse vom wachsamen Falken verliehen.
Todtenliste. Julius Nagel, tüchtiger Violoncellist und
Pianist in St. Petersburg, f, 56 Jahre alt, am 15. Sept. —
Julius Gyriax, ein in Bayreuther Kreisen bekannter und an-
gesehener Londoner Kunstmäcen, der sich auch als Compo-
nist bekannt gemacht hat, f ^^ ^- Sept. während einer Beise
durch Schweden. — Hector Cr6mieux, der bekannte Libret-
tist und dramatische Schriftsteller, endete, bald 64 Jahre alt,
durch Selbstmord in Paris. — Patrik Sarsfield Gilmore,
Militärmusikmeister in den Yer. Staaten von Nordamerika,
bekannt durch seine Monstreconcerte, f in St. Louis. — Fran-
cesco Sangalli, feiner Pianist und verdienstvoller Gomponist,
t am 23. Sept. in Varese.
Zur geff. Beachtung.
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der geschäft-
licnen Unterstützung des Hm. Ernst Eulenburg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, faUs sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gefällige directe
Zusendung der Billets an uns gebeten.
Märke
'S/QJlllU
.j'^e.
_; -f.
y
Erjddeyniig m Hm. Qf. Bü4oli .Sehlö^s^r.
.!■-,/, M".
Leipzig.
Die Redaetion des
MNosikalisehen Woehenblattes''.
.^itVergnüfiaSn erkenne ich deü scharfsiii.nigen Gedanken-
des.HrB;. Dr: Sch.fan, niei^ej Ak^sbestimn^ng für Matkc^
u^t^ diejt ijj^pe^ P^^ ^derweite^i -.J^iphiiung 45a nehm^lji
Diese Probe ist ganz im Geiste meiner eigenen Behandlung
Wagnerischer- Fragen; es würde in der That um meine An?
fassupg MarkQ*s beclenklio^ji^tehen, wenn ich diesem Angriffe
HrnTÜr. Seh. s Einwanalässt sich in den Satz zusammen-
fassen: es sei eine^ (^9p^, >yphl .physiologische?) „üngeheuei-
lichkeit", dass feteschwister ' (Socn' natiirlic^ von derselben
Mutter?), d. h. hier Marke und dessen Schwester, die Mutter
Tristan^s, im Alter um 25 Jahre auseinander seien. Zu dieser
Ungeheuerlichkeit bahnt sich Hr. Dr. Seh. den Weg durch
mehrere Behauptungen, von denen ich nur die Eine, dass
Tristan zur. Zeit des Stückes 25 Jahre alt sein werde, sehr
glücklieh finde.
Aber weshalb werden wir „kaum fehlgehen", Tristan's
Mutter bei dessen Geburt 20 Jahre alt sein zu lassen? Sie müsste
dann zur Zeit des Stückes allerdings 45 Jahre alt und 25 Jahre
jünger sein als Marke. Mich hätte aber Hr. Dr. Seh. darum
immer noch nicht geschlagen, denn Marke und seine
Schwester könnten ja Kinder verschiedener Frauen
ihres Vaters sein. Mit dieser Möglichkeit ist nun zwar
allein schon der gegen mich angestellten Rechnung jede
Kraft benommen. Es ist aber nicht unnützlich, auch auf die
übrigen Gründe meines Hrn. Gegners einen Blick zu werfen.
Hr. Dr. Seh. meint, ohne jene Zeitbestimmung für die
Verheirathung von Tristan's Mutter müssten wir die „abge-
schmackte Annahme" machen, dass er noch ältere, zur Zeit
des Stückes verstorbene Geschwister gehabt habe. Aber ich
dächte, dass Personen, welche so abgeschmackt sind, dass sie
entweder ihrer Eltern einziges' spätgeborenes Kind sind oder
auch oft eine ganze Reihe verstorhener Geschwister hinter
sich haben, nicht gar so selten seien. Und gerade für Tristan
möchte ich zu dieser von Hrn. Dr. Seh. verurtheilten An-
nahme neigen. Grosse Männer sind häufig nicht das erste
Kind ihrer Eltern; siehe Wagner! Was er uns von dem Tode
der Eltern Tristan^s berichtet, scheint Etwas bedeuten zu sollen,
und was Anderes wohl, als dass dieser, wie der Held der Liebe,
so auch das geborene Genie der Liebe sei? Lassen wir
also Tristan's Mutter bei dessen Geburt 80 Jahre alt sein, so
wäre sie zur Zeit des Stückes 55, und nur noch 15 Jahre jünger,
als ihr Bruder Marke. Sie könnten dann Beide auch Kinder
derselben Mutter sein und wir könnten darin eine stillschwei-
gende Möglichkeit finden, dass sich die liebesgeniale Herkunft
Tristan's sogar bis auf seine Grossmutter zurückerstreckte,
was sicherlich im Geiste der Stellung ist. welche Wagner den
Frauen in seinen Dichtungen anweist.
Dass endlich zwischen Marke und seiner Schwester noch
ebenfalls verstorbene Zwischengeschwister vorhanden gewesen
seien, damit Tristan Erbe werden konnte, will, mir ebenfalls
nicht als eine so „ganz thöriehte Vermuthung" erscheinen,
wie Hrn. Dr. Seh. Auch Das kommt vor. Ich erinnere an
Ludwig XV. von Frankreich, der als jüngerer Urenkel Lud-
wig XI V. auf den Thron folgte. Anderer Beispiele, die aus
fürstlichen Häusern bekannt sind, nicht zu gedenken. Das
Recht aber, sich zur Erreichung irgend welchen Zweckes,
hier der Schaffnng der hochdichterischen Gestalt des 70jäh-
rigen Marke, auch anderer als nur der alltäglichsten Ver-
wandtschaftsverhältnisse zu bedienen, wenn sie nur nicht un-
mögliche und darum „ungeheuerliche" sind, wird auch Hr. Dr.
Seh. Wagner nicht bestreiten. Der Nachweis, welcher Art
sie waren, wäre eigentlich meine Sache gewesen. Hr. Dr.
Seh. hat sich das entschiedene Verdienst erworben,
mir eine Lücke in meiner Beweisführung aufzu-
decken, deren Ergänzung allerdings nur zu einem neuen
Zeugniss für meinen Marke geräth.
Hrn. Seh.'s letzter Grund, dass ein 40— 45jähriger Marke
„auf das Verblüffendste" mit Gottfried's Zeitangaben überein-
stimme, verstärkt nach meinen Erfahrungen nur den Verdacht,
dass jene Annahme von einem beschränkten Ausleger, gar
nicht von Wagner selbst herrühre. Allerdings bin ich bei
Abfassung der „König Marke-Frage** selbst der Meinung ge-
wesen, dass Wagner den 45jährigen Marke „erst später in
1
sao
seine Diclitanfi; hineingefalscht" habe, wie Hr. Dr. Seh. sich
anszadrücken beliebt. Allein formell habe ich mich im Ab-
schnitt VI dieses Aufsatzes doch etwas achtungsvoller Wag-
ner g^^nüber ^^ussert; und sachlich ziehe ich meine
damalige Meinung hiermit zurück, weil ich keinen
Anlass mehr für sie habe. Ich brauche bis heute nichts
Anderes zu glauben, als dass Wagner seinen Marke inuner so
aufgesehen hat, als wie ich ihn entwickelt habe. Wohl aber
st^le ich hiermit die Behauptung auf, dass der 46jährige
Marke als echt Wagnerisch unter Zuhilfenahme einer
groben Fälsehong in die Welt gesetzt worden ist, durch
welche ich selbst einst getäuscht wurde und für die ich mir
den Beweis vorbehalte.
Hr. Dr.- Seh. kündigt eine ausführlichere Arbeit über
Marke in einem bekannten Organ der Wagnerianer an; auch
ich sehe derselben mit derjenigen Spannung entgegen, welche
die Auslassungen eines Wagner-Kenners, wie ]£*. Dr. Seh.,
verdienen. Ob ich mich aber dabei „beruhigen'* werde, das
wird hoffentlich Hr. Dr. Seh. durchaus mir überlassen.
Moritz Wirth.
Kritischer Anhang.
Zwanglose BQohersohau.
Von Dr. Arthur Seidl.
(Fortsetzung.)
Mit aufrichtiger Genugthuung erfüllt es mich, von
Dr. Friedrich Hause^ger^s „Richard Wagner und
Schopenhauer*^ (Leipzig, bei F. Reinboth)
eine zweite, vermehrte und verbesserte Auflage hier ver-
zeichnen zu dürfen, hatte ich diesem kleinen "V^^rkchen, das
ich als Eines der allerersten aus der Schopenhauer'schen
Wagner-Litteratur seinerzeit mit so grossem Vortheil be-
nutzte, doch schon längst eine solche Neuauflage gewünscht.
Das Werkchen, das sich — nach Alledem, was mittlerweile
von H. von Wolzogen, J. H. Löffler, Hans Herrig, Ludwig
Schemann, H. von Stein, Wolfg. Golther u. A. zur Sache noch
einlässlicher gesagt worden ist — auch heute noch mit weiser
Oekonomie darauf beschränkt, in gedrängtester Form und
Fassung eine Darlegung der philosophischen Anschauungen
R. W^ener's an der Hand nur seiner Werke zu geben, ist jetzt
noch ourch einen Abschnitt über „Parsifal*' ergänzt worden
und bleibt vornehmlich dadurch interessant, dass es aus den
Dramen allein den Nachweis führt, wie Schopenhauer für
Wagner, als er auf ihn stiess, „nichts Neues mehr^ sein
konnte. (Cf. Briefwechsel mit Liszt.)
Alois Höfler, Der Festspiel-Cyklus „Tristan-
Meistersinger — Parsifal" (Wien 1888)
ist eigentlich antiquirt, insofern, als die Thatsachen seit 1888
die dort ausgesprochenen, damals noch schier als unerhört
geltenden Wünsche längst überholt haben und neuerdings
sogar bekanntlich auch noch „Tannhäuser** hinzugekommen
ist. Immerhin aber behält es auch jetzt noch seinen Werth :
einmal als Einführung und als Begründung der bei den Bay-
reuther Festspielen beliebten und geübten Zusammenstellung;
dann als ein Zeugniss für das Fortschreiten der Bayreuther
Bestrebungen ; endlich als Forderung des „Cyklus der Cyklen**
(„Nibelungenring**), der hoffentlich im Jahre 1894 nun wieder
seinen Einzug in Bayreuth halten wird. Der Verfasser ist
überdies durch seine werthvolle frühere Studie über den
Wotan-Oharakter (gleichfalls erschienen zu Wien) rühmlichst
bekannt.
Zwei weitere Schriften beschäftigen sich — mehr histo-
risch — mit der „Nibelungen" -Tetralogie als dem „Oyklus
der Oyklen" im Sinne des vorigen Verfassers insbesondere:
Albert Heintz, „Der Ring des Nibelungen". Geschicht-
liches über Rieb. Wagner's Tetralogie. (Berlin^ Verlag der
„Allgemeinen Musik-Zeitung"), und
Carl Heckel, „ Die Bühnenfestspiele zu Bayreuth" . (Leip-
zig, bei E. W. Fritzsch.)
Des Oefteren hat man sich in neuerer Zeit um die Ge-
schichte des Bayreutber Gedankens bemüht; in Sonderheit
haben die „Bayr. Blätter" und das „Wagner- Jahrbuch" aus
der Feder H. von Wolzogen's, Carl HeckePs, I. van Santen
KolfTs wiederholt Beiträge hierzu gebracht. So recht in
Fluss aber war die von obigen beiden Abhandlungen be-
handelte geschichtliche Frage erst auf Grund der neueren
Veröffentlichungen .a) der Briefe Wagner's an Liszt, Uhlig etc.,
b) der Entwürfe, Fragmente etc. , sowie c) der Erinnerungen
von Eliza Wille u. A. gekommen. Auch bez. Mittheilungen
von Nohl und Pohl haben wohl das Ihrige mit beigetragen.
So sehr ich nun Albert Heintz' sachverständige und frucht-
bftre, weil stets werthvolle Beiträge zur Wagner-Sache von je
geschätzt habe, — wenn ich schon zwischen den beiden oben
angeführten Werkchen zu wählen hätte, würde ich zweifel-
los nach dem HeckePschen greifen. Es liegt dies in der Natur
der Sache, denn seine Schrift ist die umfangreichere und an
historischem Material reichhaltigere ; auch greift sie über die
„Nibelungen" noch hinaus und wird so zu emer einheitlichen
Darstellimg des Festspielgedankens selber, dem sich noch eine
ganze Greschichte der Wagner- Vereine in umrissen organisch
anreiht. So Mancher mag die im vollständigere (erste) Be-
arbeitung HeckePs über dieses Thema im „Wagner- Jahrbuch"
seinerzeit gelesen, der Eine oder der Andere auch vielleicht
im vorigen Jahre HeckePs mündlichen Vortrag eines Bruch-
stückes daraus gehört haben, dennoch wird man diese erste,
zusammenfassende Vorführung in Buchform für eine grössere
Oeffentlichkeit willkommen heissen dürfen, je mehr sie über
jenen ersten Versuch und den Vortrag vom vorigen Jahre
noch hinausreicht. Heckel hat hier so manches Neue und
Interessante aus dem ihm von seinem Vater, dem Begründer
des ersten Wagner- Vereins, zur Verfügung gestellton Oorre-
spondenzenmaterial mitgetheilt, und mit Fug und Recht be-
tont er im Vorwort, „dass diese Ausgabe (gegenüber der un-
vollständigen Fassnne: vom Jahre 1886) erst vermöge der da-
mals noch unmöglichen Darstollung des Untomehmens in
seinem ersten Begmnen, femer durch .die Mittheilungen über
die Entwickelun^ des Unternehmens nach 1876 grössere
Bedeutung für die Geschichte der Festspiele erhalte". Um
nur Ein Beispiel dieser Bedeutung — ' namentlich auch ^ \m
Hinblick auf den vorjährigen Streitfall intra muros in Sachen
der „Wagner-Vereine" — hervorzuheben, muss ich sagen, dass
mir die Bekanntschaft mit den hier mit^theilten Thatsachen
und Einzelnheiten der Vereinspropaganda ein Jahr früher sehr
erwünscht gewesen wäre, da ich dann von Anbeginn an weit
klarer in der Sache gesenen hätte, und unbegreiflich will es
mir scheinen, wie man nach wie vor — trotz des unzweideu-
tigen Wasserstrahles aus dem Hause Wahnfried — an der
„Erhaltung der Festepiele" als der ersten Tendenz und dem
Verloosungs-Charakter des Allgemeinen Richard Wagner- Ver-
eins als Basis festhalten kann, statt dessen man vielmehr aus
dem Wagner- Verein lieber eine Art Goethe-CjFesellschafb con-
stituiren sollte, welche für geistige Verbreitung und gedank-
lichen Ausbau der Wagnerischen Kunst- und Gulturideen zu
wirken und dabei die Reinheit der Bayreuther Aufführungen zu
Überwachen, andererseits z. B. die Erhaltung des Oesterlein'-
schen Wagner-Museums und dessen litterarische Verwerthung
zu besorgen hätte. Desto mehr Anlass habe ich heute, die
Durchsicnt der HeckePschen Arbeit allen Denen angelegent-
lichst zu empfehlen, die mit mir — bei unentwegtem Glauben
an Bayreuth und vollstem Vertrauen in dessen Leitung —
einen Häutun^process der Wagner -Vereine und des All-
gemeinen Richard Wagner- Vereins im Besonderen
gekommen sehen.
Indem wir nunmehr zu Schriften und Gelegenheits Ver-
öffentlichungen über einzelne Wagner'sche Werke tibergehen,
erwähnen wir zunächst die:
„ TannJiätiser'Nachklänge"^ — miteetheilt aus den „Bayreuther
Blättern" in einer besonderen Separatausgabe (Berlin 1892).
Bayreuther Vor klänge hätte sie eigentlich 'heissen sollen,
diese Sammlung von Nachklängen aus dem vorigen Fest-
spieljahr , die just eben recht zur Vorbereitung aut die dies-
jährigen Aufführungen erschienen, — ein überaus dankenswer-
thes unternehmen , zumal auf der letzten Seite eine erschö-
pfende, genaue Uebersicht Über die gesammte „Tannhäu-
ser"-Litteratur (auch die Erwähnungen bei Wagner nach
Bänden und Seitenzahlen, Briefen eto.) sich verzeichnet findet.
Ich verordne Interessenten für etwaige zukünftige Fälle fol-
gendes Recept: Man kaufe sich ein Textbuch zum „Tann-
häuser", lasse es sich vom Buchbinder mit je zwei weissen
Blättern durchschiessen , lese die vorliegende „Gesammtlitto-
ratur", trage sich — nach Schlag werten und Hauptbegriffen —
:,
i
521
an den zagehörigen Stellen das Einzelne, was dort gesagt ist,
sorgfältig ein, studire die Dichtung an der Hand dieser Auf-
zeichnungen aufmerksam von Anfang bis zu Ende; dann gehe
man nach Bayreuth und höre sich dort den „Tannhäuser^ an.
Probatum est! Man wird einen ganz unglaublich hohen Ge-
nuss davon haben und — man wird nicht einen Zweifel
gegen die Bayreuther Aufführung mehr hegen!
Eine der in vorstehendem Werke nälier verzeichneten
Schrifben zur ,yTannh&user**'Litteratur liegt uns gleichfalls
hier vor in
Ferdinand PfohPs Führer durch Richard Wag-
ner's „Tannhäuser*' (Leipzig, bei Beinboth),
dem sich noch ein ähnlicher
Führer durch Bichard Wagner's deutsche Natio-
naloper: „Die Meistersinger von Nürnberg" des
gleichen VerÜEfcSsers und Verlags anschliesst.
Diese neueren „Führer" P&hVs erheben keinerlei An-
spruch, den im selben Verlag erschienenen bekannten Leit-
fäden Hans von Wolzogen's Uoncurrenz zu bieten, schon des-
halb nicht, weil von Letzterem solche nur zu den ,^ibelun-
gen", zu „Tristan" und „Parsifal" existiren. Beide VerfELSser
und demgemäss ihre Werke sind auch von ganz verschie-
dener Art: Pfohl immer geistreich, v. Wolzogen stets gehalt-
voll; Jener exoterisch-populär. Dieser esoterisch-feinsinnig, —
da braucht Keiner des Anderen Kreise zu stören, Jeder spricht
sozusagen zu einem anderen Publicum in einem anderen Bocke.
Eine andere Frage aber wäre die, inwieweit diese beiden
„Führer" wirklich noth wendig nnd deren Erscheinen erwünscht
war, und da muss man immernin anerkennen, dass die begabte
Feder eines Pfohl dazu gehört, um uns diese Frage gänzlich
vergessen zu machen. Denn schon bestehen' — mit den
Pfohl'schen „Führern" zusammen, abgerechnet die französi-
schen oder englischen Arbeiten in diesem Sinne — zum „Tann-
häuser" 5 (Smolian, Dwelshauvers-Dery, Liszt, H. P.), zu den
„Meistersingern" 4 (Heintz, Wüsing, H. P.), zum „Fliegenden
Holländer" und „Lohengrin" je 2 "zum „Nibelungenring" ca.
7, zu „Tristan" und „Parsifal" wieder je 4 solcher musikalischer
Analysen und Leitfaden. Wir wollen daher aus dieser Führer-
Littcoratur die PfohPscn Essays nur rasch noch angelegentlich
hervorheben , um hinter ihnen mit einem „Genug des grau-
samen Spielest" die Thüre nun für längere Zeit hoffentlich,
schliessen zu können.
Eine weitere Schrift über die „Meistersinger", die ernste
Studie:
„Der Meistergesang in Geschichte und Kunst" von
Gurt Mey (Carlsruhe, 1892)
gibt uns zunächst noch einmal Veranlassung, der bereits stArk
angeschwollenen „Meistersinger" - Litteratur zu gedenken.
Denn mussten wir schon bei F. Pfohl^s „Führer" auf die vor
ihm bereits erschienenen „Leitfäden" hinweisen, so noch viel-
mehr angesichts einer Schrift, wie der obigen, liegt die Frage,
ob des Guten denn nicht zu viel geschehe und wirklich einem
Bedürfhiss dadurch entsprochen werde, nahe — ist die Zahl der
Quellenschriften über dieses Thema allein (und zwar beson-
dere Abhandlungen wie Zeitschriften- Artikel gerechnet) doch
nun schon auf ein halbes Hundert angewachsen! Es ist gewiss
ein Lob für obiges Werk, wenn ihm — selbst angesichts dieser
Thatsachen und Voraussetzungen — die Existeuzberechtigung
von der Kritik vollauf anerkannt werden kann. Denn darf es
für sich schon als Vorzug anfuhren, die älteren litterarhisto-
rischen Voraussetzungen des Werkes zum ersten Mal über-
sichtlich und zusammenfassend dargestellt zu haben (nur
E. T. A. Hofimann und Deinhardstein-Lortzing fehlen zur
Vollständigkeit leider noch!), so hat — entgegen den vielen
Faseleien über Wagner*s Form- und Stillosigkeiten — selten
auch eine kräftigere Demonstratio ad oculos stattgefunden,
als hier in dieser (in ihrem umständlichen Titel und ihrer
schwerfälligen Eintheilung nur leider — fürchten wir— etwas
uneeläufigen) Brochure. Freilich sind wir mit dem Verfasser
nicht ganz einer Meinung, wenn er sie hauptsächlich den
Wagnerianern" gewidmet wissen will. Nicht nur im Kreise
aer Wagnerianer, nein, gerade in dem der urtheilslosen und
durch fremde Aburtheilungen irregeführten Zeitungsleser etc.
wünschen wir solcher gründlichen Apologie des Werkes, sol-
cher glänzenden Begründung eines tiefgehenden, strengein-
heitlicnen Formprincips bei Wagner weiteste Verbreitung.
Eine zweite Auflage wird übrigens die mancherlei übrigge-
bliebenen Druckfehler noch zu entfernen haben.
(Fortsetzung folgt.)
H. von Mickwitz. Deux Bomances pour Piano, Dp. 8. Stutt-
gart, G. A. Zupisteeg.
•
Der Componist dieser beiden Bomanzen, der dem grösseren
Theile der modernen Ciavierspieler durch seine sehr schönen
und wirkungssicheren Opera 5 („Au cröpuscule" und Menuet)
und 6 (Lnpromptu) bestens bekannt geworden sein dürfte^
bietet in seinem Opus 8 der clavierspielenden Welt zwei
leichter auszuführende und in ihrer melodischen Gestaltung,
ihrer vornehmen Harmonisirung und dem klangvollen Glavier-
satze seinen vorerwähnten Werken ziemlich gleichwerthige
Tonsätze dar. Der musikalische Schwerpunct der ersten in
Adur stehenden Bomanze liegt in dem hübsch erfundenen
kleinen Seitensatze, der die vielleicht etwas zu häufigen
Wiederholungen der das Hauptthema bildenden rhythmisch
etwas monotonen achttaktigen Periode sehr vortheilhaft unter-
bricht und auch das ganze Tonstück in sehr anmuthender
Weise beschliesst. Die melodische und harmonische Beminis-
cenz des Themenanfanges an Lassen^s allzuviel gesungenes
„Allerseelen"-Lied hat mich ein wenig gestört, wird aber
manche Spielende ganz anheimelnd berlmren. Bedeutender
erscheint mir die zweite in Amoll e;eschriebene Bomanze mit
ihren selbständiger geführten Mittelstimmen, dem hübschen
kanonischen Zwischensätzchen, der stellenweise an Liszt ge-
mahnenden Harmonisirung und dem sehnsuchtsvoll ausklm-
f enden Schluss. Im kleineren Kreise gut vorgetragen dürfte
eiden Bomanzen eine freundlich sympathische Aufnahme
gewiss sein. Arthur Smolian.
C. L. Werner. Zwei Bearbeitungen fiir Violine und Orgel:
Bomanze aus Gade's Violinconcert Op. 56. Leipzig, Breit-
kopf & Härtel.
Larghetto aus Beethoven's Violinconcert Op. 61. Baden-
Baden, Emü Sommermeyer.
Unseren Violinspielern, die bei häufiger Mitwirkung in
Kirchenconcerten die Dürftigkeit der Litteratur für Violine
und Orgel wohl schon vielfach beklagt haben mögen, bietet
Werner mit seinen beiden vortrefflichen Bearbeitungen clas-
sischer Concertsätze eine jedenfalls sehr willkommene Gabe,
zumal in den beiden schön verlegten Ausgaben alle nur er-
denkbaren Wünsche berücksichtigt worden sind, und wie die
Geigenstimme des Beethoven'schen Satzes mit genauen Be-
zeichnungen von Ernst Heim, so die Orgelstimme bei beiden
Stücken mit sehr ausführlichen und geschmackvollen Begist-
rirungsangaben vom Bearbeiter versehen ist. Dem Beetho-
ven'schen Larghetto, welches im Originale bekanntlich in den
letzten Satz des Concertes überleitet, hat Werner einige voll-
ständig Beethoven-getreue Sclilusstakte angefügt, und so wird
dieses schöne und nun selbständig gewordene Tonstück wohl
in erfolgreicher Bivalität mit desseloen Meisters in Kirchen-
concerten häufig zum Vortrag gebrachter, ihrer Begleitung
nach sich aber viel weniger für den betreffenden Gebrauch
eignenden Gdur-Bomanze treten. Arthur Smolian.
B ir i e f*l£ sl s t e n.
F. E. in 5. Selbstverständlich zählt die Bemerkung „Die
Loreley enthält somit jetzt 164 Bravour- und da capo-Ohöre
ersten Banges" zu den wiederholt von uns getadelten Ver-
leg^rredamen, die ja in Hm. C. B. allerdings schon längere
Zeit einen entschiedenen Vertreter besitzen.
y* L, in B, Die auf dem Programm Diresl. Abonnement-
concertes nicht näher bezeichneten Gesangnummern „Vor-
abend" und „Erwachen" von Cornelius gehören dem Cyklus
„Brautiieder" an.
M. R, in 5. Nach Ihrer Beschreibung dürfte man Dmen
den Seeber'schen Glavier-Fingerbildner empfohlen haben, doch
kennen wir die gegenwärtige Bezugsquelle dieses mechanischen
Hilfsmittels nicht.
L, C, E, Erscheint noch im 1. (Quartal!
l^Concert-Arransrements für Hamlinrgr^
S übernimmt Job. Ang. BJilune, Hamburg. ^
[] 094)i.] MusikEklien-Handlung, a^
r
lüMgesang,
Jede ein-
Sammlung von Gesängen
filr
dreistimmigen Chor (Sopran I, II, Alt) ohne Begleitung.
[1096,]
No. 1. Hauptmann, Horlts, Op. 64. Heft I, No. 1.
„Vom Himmel hocb". Fartitnr ond Stimmen 80 ^.
Jede eiuselne Stimme 15 ^.
No. 2. Hanwtmknn, lIoritE, Op. 54. Heft I, No. 6.
„Allein Qott In d«r Höh sei Ehr". Partitur und Stim-
men 80 /A. Jede einzelne Stimme 15 ^.
No. 8- Pfeil, Heinrieh, Op, 10, No. 1. „Still ruht der
See". (Mit dieÜBchem Text; Original, Trantm)
Grabgesang.) Partitur und Stimmen '
zelnc Stimme 16 /^.
Nu. 4. Abt, Fr«nB,Op.388,No.2. Waldandacht. Partitur
und Stimmen 90 /^, Jede einzelne Stimme 15 ^.
No. 5. Sctuunann, Robert, Vier Lieder. (EretesOrao.
— Der Abendstem, — FrUhlingsgruas. — Hinaus ins
Freie.) Partitur und Stimmen Jv 1,20. Jede einzelne
Stimme 25 A.
No. 6. Reinecfce, Carl, Qp. 150, No. 1. Prolog aus
„Aschenbrödel". Partitur und Stimmen »0 -4. Jede
einzeln» Stimme 15 ^.
No. 7. Jüngst, Hnco, Op. 35, No. Sund a. Zwei Lieder.
(„O, Frühling, komm", — Johannisfeier.) Partitur und
Stiminea 60 /&^ Jede einzelne Stimme 16 ^.
No. 8. Brach, nax, Op. 6. Heft I, No. 3. FrQhllngs-
muth. Partitur und Stimmen 80 -ii. Jede einzelne
Stimme 15 4.
No. 9, Reinecke, Carl, On. 164. No. 6. Chor der Engel
aus: „Die wilden Schwäne'. (Mit Soli.) Partitur und
Stimmen 90 ^. Jede einzelne Stimme 15 ^J.
No. 10. Sehnmann, Robert, Op. 3Ö, No. 3. Wander-
lied. Partitur und Stimmen 90 A. Jede einzelne Stimme
15 4-
No. U. Betnecke, Carl, Die Verkflndlgung aua der
Weihnachtsoantate. <%. 170. Partitur und Stimmen
.* I,a0, Jede einzelne Stimme 20 -A.
No. 13. Wfillner, Franz, Op. 81, No. 5. Nachts. Par-
titur und Stimmen 80 ^. Jede einzelne Stimme 16 ^.
Nu. 13. Abt, Franz, Op. 883, No. 3. 0 Welt, wie bist
du sehQnl Partitur und Stimmen 80 ,^. jede einzelne
Stimme 15 '^.
No. 14. Kelnecke, Carl, Op. 183, No. 9. Schlassohor
aus „Schneewittchen". Partitur und Stimmen Jt 1,30.
Jede einzelne Stimme 26 ^.
Nu. 15. Sehnmann, Robert, Op.as, No. 7. Die Lotos-
blume, Partitur und Stimmen 80 /^. Jede einzelne
Stimme 15 ^.
No. 16- NeylTarth, E. H., Dp. 15. Chrlstnaeht. (Für
Chor oder Soli.) Partitur und Stimmen 80 4. Jede
einzelne Stimme 15 4.
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No. 8. „Durch säuselnde Bäume im Mondensehein** von
Wilhelm Osterwald, für hohe Stimme , , , Ji 1,20.
No. 4. Ständehen: „Was wecken aus dem Schlummer mich*'
von Ludwig U bland, für mittlere Stimme . Ji — ,80.
No. 6. Neue Liebe: .0 Blitz, der aus dem Tiefsten springt''
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No. 6. ,Jeh sende einen Gruss** von Friedr. Rückert,
für mittlere Stimme Ji 1,20.
No. 7. Der Knabe und das Immlein: „Im Weinberg auf
der Höhe" von Ed. Möricke, für mittlere Stimme Ji 1,50.
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No. 1. Jägerlied von Ed. Möricke. Jt —,60.
No. 2. St&ldehen von A. v. Schack. „ 1,—.
No. 8. Ligurisehes Lied von H. Leuthold. „ 1,—.
Für tiefe Stimme.
No. 4. Haidenaeht von H. Allmers.
No. 5. Denk es, 0 Seele von Ed. Möricke.
n — »ÖO.
W
[llOBe.]
grünblid^en
ent an etner «"* '"*"'
attreoenbcn
eilbung im
ftlaütetfÄict «legen ift, bem empf eitlen toir ba8
*«mm'|4e ©etf*) ouf baft brtngenbfte; wir flnb
fibeiienot, bafe e« etne gro^e 3ttlunft ^at.
Jtnflkal. Wo^niblfltt, Ctinjfg.
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^unaebuc^, 98 Keine (£tttben t>on ^itvnrt, 3(^mitt, maff u. a.
Vtit 91. @(b»alme Xägdi^en Übungen. 4 Jk
— ©ea 8Ut «unftfertißfelt, ISSoröftere «tüben bon ClemenH, Cramer,
•)e.»amm,aiaüietf<^ulcu. a»eIobieenf(^b. 4^?lbfnbübet300,ooo«y.
« 8ut srunrtttrttßfett, isaoi
iacmi), (£^o)>in, Raff, €>(^umann. 4Jk
otjü^liäfe» üimnflgmateriaU Der tiaticr-ti^rfr.
Steingräber Verlag, Leipzig.
V
Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig. [1104.]
Werner, Aac*9 Op* ^- Gavotte für Yioloncell mit Be-
gleitung des Pianoforte. Ji 2,—.
ff\Af*\Af^\kf*\Af^\kf*\^*\Af*\ä^*'^^*^J^*\Ä^*\äf*\Af*\ä^*\ä^^>Äf*\^^^^*^^
Wilhelm Hansen's Musik- Verlag. Leipzig.
Novität von
Victor Bendix.
Op. 22. Album fUr Ciavier. Zehn Stücke. Theodor
Kirchner gewidmet. 4 ^
Femer ist erschienen von selbigem Componisten: [1106.]
far Piano, Violine u. Violoncell, Op. 12.
7 Jt
^ur Höhe",
Symplionie in C. Partitur 12 Jk Stimmen cplt. 15 Jt
Dublirstimmen k 1 ^ 50 /^. Glavierauszug zu vier
Händen 6 Ji
Diese Symphonie wurde in dem 6. Svmphonieconcert der
k. Oapelle in Dresden aufgeführt. „Dresdener Naehriehten"
schreiben: Von Bendix lernten wir im Tonkünstlerverein
und später auch durch das Bappoldi-Quartett ein ton- und
formschönes Trio (Ciavier) kennen, das sich allgemeiner
Anerkennung zu erfreuen hatte. Das nicht gewöhimche Ta-
lent, das aus diesem Trio firprach, hat sich in dem neuesten
symphonischen Werke: »,Zur Höhe" glänzend bewährt. —
Der Eindruck des Werkes war ein ganz trefflicher. Er
lässt einen Musiker von Talent erkennen, dem Eingebung und
Phantasie zu Gebote stehen und der sich die Formen der
classisohen Meister zu ei^en gemacht hat. Seine Melodik ist
edel, nie gewöhnlich, und seine Harmonie zeigt Kühnheit mit
System gepaart. Der Einfluss der neuen Schule ist nicht zu
verkennen, wenn er aber wie hier sich geltend macht, so ist
er nur als löbliche Errungenschaft des Fortschritte anzusehen.
— „Dresdener Journal'*: Die Hörerschaft nahm an seiner
Schöpfung lebhaften Antheil und äusserte ihre günstige Mei-
nung durch starken BeifiEdl. — „Anzeiger" sagt: Ju dem
Ganzen herrscht ein kräftiger gesunder Geist, der sich beson-
ders auch in der wohlklingenden Instrumentetion zu erkennen
gibt.
Opemtext (romant. Dichtung) zu vergeben. Adr. sub
J. H. 8826 bef. Rudolf Mosse, BerUn S. W. [1106.]
Dirigentengesnch.
[1107a.]
Die Dirigentenstelle des Männergesangvereins „Lieder-
tafel Aurelia" Baden-Baden ist in Erledigung gekommen.
Tüchtige Musiker, welche auf dem Gebiete des Männer-
gesanges erfahren sind, wollen ihre Gesuche alsbald bei
unterzeichnetem Vorstande einreichen, bei welchem die
näheren Bedingungen zu erfahren sind.
Baden-Baden.
Aug. Batschari^
Fabrikant.
Seh
uberth's IIEuslkallsehes
Fremdwörterbuch.
_ p In Über 90JOOO XSosempiaren ver^reUet» "Tfm
19. Auflage. Gebunden 1 Jf, [HOSo:]
Verlag von J. Sehaberth A €0., Leipzig.
f^utius jßtutAner, dßeipjtf. i
Bedeutendste Pianoforte-Fabrlk Knropa«!
FIQgel und Pianinos
von a.uer'ka.nnt lufcäbei^roffen.ei' I]JEilt^1>a.i*l£eit>
und edlem, sa.ngfi'eioli.eiii 'X^on.
-^^fxymfi/ "Vartr.
Die Fabrik besteht seit 7. Novembflr 1853.
Jlgtli?« Ittittfl«,
(^onrert- nnd OratorlenflSncerlii (Soprkn).
Leipzig, Hohe Strasso 26'' IL [lUlv.]
Clara Folscher
(Mezzosopran und Sopran).
Leipzi0| Hohe Straaee 49. [HlOi.]
Vrrf^.tHng: Hermann Wolff, Berlin, Carlebnd 19.
Anna Münch,
Conc0rt< und OratorlcnBKnBerln (Sopran).
Leipzig, Beethoven-Straase Sm. [UISt.]
Vertretnng: Uermiinii Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W.
Ooiicert- nid OratoriensSngerin (Sopru).
J^onderRhansen, Priedrichst. 31. [llUt.]
Anna Schininn-Regan, ""'-'
Lehrerin [Üf Sologesang an der k, Akademie der Tonkunst,
erliLiil)! nidi die Veränderung ihrer Adresse anauzeigen:
München, Jägerstrasse 8, III.
Alfred K^rasselt.
Baden-Baden.
[|]li>-.| Vertr. H. HVoUr. Berlin.
hanogi. aäcbs, Hof^ianiat, Profeuenr sap^riear am OonflerTatoriniu
in Qenf (Sohweii). [1117—.]
ConceruVertretnng: Hermann WolfT, Berlin.
Eduard Ebert- Buchheim,
Pianist („isb.,
Strassborg i. £., Jndengasse 1.
Fritz Higgen,
Concert- und OratoriensSnger (lioher Bariton).
Bremephafen, Deich 16. [tue-.]
.A.- Siloti,
Pianist. tuai»!
Paris. SA, Avenue Trndalne.
Vollständige Ansbildnng fflr Oper n. C«nc«rt
Enaemble-neboBgieD. BoUenitadiiim.
Von mir aoagebildete SobUler: Magdalena Jahns, Selnm
Schoder, Carl Scheidemantel n. A. m. [1131—.]
uipzig. Bodo Borchers.
Gepanglehrer.
S Vr. Kistner, Mosik-Sortimetit, Leipzig, *
empfiehlt sich zur schnellen prompten Besoldung von V
^ empnetiit sich zur sehne llen_proinpten Besoi^nng von £
« Musikalien, maslkallschen Sshrlften etc. — ^S«taloge »
2 nnd Answahlaendnngen stehen zu Diensten.[112fi—.] £
Verlag von Bie» * Eriep in Beplin.
Vierhändige Olanercompositionen
von _ riias.]
Op. 18. Relsebllder aus Schlesien. Jt 5,—.
Op. 28. Musikalische FederzelohnuQgen. Heftl. .<va,50.
Heft 2, 3 ii j« 3,—.
Op. 37. Im russischen Dorf. Jt 4,~.
Op. 89. Kalendarlum. Heft 1, 4 ä, > 3,60. Heft a, 3
i J^ 3,—,
Op. 50. Deutsche Poesie In musikallsetaem Oevand.
Heft 1, S, 3 ä w« 4,—.
Dnok TOQ C. G. Reder in Leipzig.
Zu den auf Buclihändlerwege bezogenen Exemplaren der vorliegenden Nummer eine Beilage \
Leipzig, am 20. October 1892.
Dirtk Uuuicki Bick-, luti-
iil aiiltiliaitiiiiiDuga, iDwie rir tu Hitibllicki f oaiiMiti
ttni DU FHäiiiir II mthu. V^ IVT Milmmti zwBilmHi ijii u
'^«^ für Musiker und lusikfreunde. A^J<j^
^
Musikfreunde.
Veranlworfliclier Eedacleur und Verleger:
E. W. Fritxsoh,
Leipzig, Königtstrawe ö.
%
J,;!"?" ynartoi von 18 Hummern wt 8 Marlt; eine einielno Nummer koBtet 40 Pfenni« Bm
lAUl. JaUl j^J g""" ',!,!?'ftj ""J ä". "■ "". J" Deuteh, Reich und Oertefreich. - H M.rl 76 Pf,
' ""•" 'J™" '•■ Allgemeijen Poeherem.. - J.h,e..l,o«mmenl. »„deB onS
Di. Im«rtio™™SS.~ T°f vonleheudet Beingebeditguo,,» ber.chuet.
mn Imnrbonisebaiinii fir Jen E»uio einer Be.p.ileuenT>efil»eü, betragen 30 Pfennige
[No.43.
""•"'= l«MSSi?i?n.teä"i^SfeX''r,f™:!,"^^ ^- I»^. C«l Fach. (Fartset^J -
FOnftig Thesen und Aphorismen zur VerstSndiguna
Über nr Hudo Riemann's Phrasipungsreform.
Von Dr. Carl Fachs.
(Fortsetzimg.)
26. Das foitwälireude Concumren und Ineinuider-
Bpielen der metriachea, harmoniscbeii, thematischen Be-
itimmnngen and der beständige Wechsel der Typen zur
Oliedening der Rhythmen verhindern allerdings, dass die
Anwendungen so einfach wftren wie die Normen. Ob
dabei nun nicht Irrtbnmer nnterlsufenP Ein Mittel, hier
den Inthnm ausznschlieBsen, könnte nnr in einem Ällbeil'
mittel gegen den Irrtbum überhaupt bestehen, — ich
glaube nicht, dass Riemsnn es der Menschheit vorent-
halten hatte, wenn er es besfisse. Wenn das die Meinung
wäre, dass Eiemann Inhaber eines Monopols der richtigen
Phrasimng sei, so hätte er nicht selbst anderen namhaften
und auch jüngeren Musikern die Fhrasimng einer Reihe
von Stücken in den unter seinem Namen erschienenen
Sammlungen überl aasen. Seine Anhänger haben sich
noch nirgends den Anschein eines Cardinais- Coli eg:iumB
gegeben, das einen neuen Papst zu proclamiron hätte,
und in welchem schliesslich Jeder eich noch katliolischer
gebärdete, als der Papst selber. Wer Riemann aber in
einem concreten Falle eine irrtLümliche Fhrasimng nach-
wiese, der hätte so stark wie möglich den Satz bestätigt,
dass (mit 0,0001 Ausnahmen) in jedem Fall nur eine
Phrasimng die richtige sein könne.
Niemand behauptet ja anch, dass Riemann wie
durch ein Wunder mit seiner PhraBirnng fertig in die
Welt gesprungen sei; seine Entwickelnng von geringeren,
obwohl schon Epoche machenden ÄnlSngen bis zur
^"reSSc I^J^l'«r'>Mt™e der Methode, von der Moaart-
meister"- und TschaJkowÄy"-!Sa«gHt>oaiid^zo^der „Alt-
Augen. Und in der Mitte des Wegs hatte er dieK-öntt^
heit, mit dem absoluten Phrasenbogen (der unterhalb
seiner wieder Zeichen des Wechsels von Legato und
Staccato benöthigt) zu brechen und sich auf einen er-
weiterten und veifeinerten Gebranch des legato-Bogens
(allerdings mit Pauaon-Phrasimng) und auf reichere An-
wendung phrasirender — ==^II und IH^ — Zeichen
zu beschränken: es fehlte natürlich denn auch nicht an
Solchen, die in den Hohn auabrachen, dasa Riemann
bereits selber seine Phrasimng desavouirt habe. Ich
bin allerdings der Meinung, dass zu wenig geschieht,
wenn Nichts geschieht, um mit Nachdruck auf diese
wichtigste Reform hinzuweisen, welche auf musikalischem
Gebiet in unserem Jahrhundert angebahnt worden ist.
Niemand aber hat je gerechter und offener die Vorarbeit
seiner Vorgänger gewürdigt. Niemand unbefangener das
Gute oder Zweckmässige anerkannt, das Andere zu seiner
Wissenschaft hinzubrachten, und wäre es selbst ein
schimpfender Gegner gewesen; Niemand auch hat je
geduldiger das Seh ein verdienst auf dem eigenen Gebiete
neben sich bestehen gelassen, als er, der in Allem ein
echter, stiller, fast zu stiller deutscher Gelehrter neben
seinen praktisch- musikalischen Eigenschaften ist Nach-
dem und während er den Dualismus des Dur- und Moll-
accordea als einziger Stamm-Accorde (als Ober- und Unter-
klang eines Tones) zuerst rein durchführte, und alle
Modulationen als vermittelst der Formel T D S (Tonica,
S26
Dominante) Subdominante) verstanden erwies , dazu die
musikalische Dynamik und Agogik als Darstellungs-
mittel der Metrik schuf, hat er successiv die metrischen
und rhythmischen Typen in den Jahren 1883 — 91 ent-
deckt (oder wiederentdeckt) und festgestellt: den rechten
Platz fär den Taktstrich, den binären Wechsel leichten
Taktes mit schwerem, Ausfall leichten oder schweren Tak-
tes, den halbschweren Takt, triolische Takte und Takt-
triolen, das Grundgerust der achttaktigen Periode, Ver-
tauschung der Functionen schwerer Takte mit leichten oder
leichteren (an sich schweren) inmitten der Perioden oder auf
der Orenze ineinandergreifender Perioden, Erweiterung der
Periode durch Eückgriffe, Parallelismen und Nachschlüsse,
oder Verkürzung durch Elisionen und Verschränkungen,
Motiv- und Phrasen- Abgrenzung vornehmlich auf der Grund-
lage der Harmonielehre, den Unterschied der Innen- von der
Endpause, der betonten Pause von der stummen, den
negativen Accent, die Typen der abbrechenden Phrase,
der Suspension, der Phrasen- oder Motivkreuzung, der
Anschluse-Motive und des General-Auftaktes, bis er sagen
konnte, „ich bin mit dieser Sache fertig und warne vor
weiterer Vervielftltigung der Typen**. Wer die obliga-
toriache Phrasirung nun nicht gelten lassen will, der ver-
suche doch, was bisher noch Niemand auch nur versucht
hat, nämlich nachzuweisen, welche von diesen Thatsachen
oder Typen auf blosser subjectiver Einbildung Riemann's
beruhen, oder welche der Grundlagen, die er geschaffen
hat, falsch sei — dies ist nur mit der Harmonielehre
yersucht, ohne dass es bisher etwa gelungen wäre. Im
Uebrigen hat man nur erst gescholten oder brutal gehöhnt
(am unziemlichsten Herr B. Ziehm). Gross ist die Wahr-
scheinlichkeit ja nicht, dass Riemann die von ihm selbst
entdeckten Typen, sobald er sie nur erst hatte, falsch
angewendet haben sollte; aber wir sind gar nicht der An-
sicht, die Riemann nur herabsetzen würde, dass er nun
blos wie eine Maschine arbeite, ohne dass Meinung und
Geschmack irgendwie mitsprächen (gelegentlich hat ihm
früher die Fassung einer Stelle^eine J^fcb^^lJJg. ^z»'*^*
gemacht) ,_j:-jyijiiiff'^In seinen Phrasirungstexten nach-
wiese, den er nicht schon wüsste, würde sich gewiss seinen
Dank verdienen. Von Parteibildung, von Personen Cultus
ist unsererseits gar keine Rede. Das Haltloseste ist aber
hier der Tannhäuser-Ausruf „Zuviell** oder die Leporello-
Klage: „Mein Herr, Aas geht zu weit, zu weit**, — wo
soU der Anfang vom Ende denn gemacht werden? Vor-
läufig bedürfen wir dieser unvergleichlichen Schulung des
Gefühls für Metrik, Rhythmik, Harmonik u. s. f., und
diese ist der eigentliche Zweck der Phrasirungs-Ausgaben,
die am Ende doch nur für das Stadium sind, das man Stu-
dium nennt. Wir spielen ja unsere Sachen öffentlich auch
nicht von den Noten I Ich hätte es sehr ungern gesehen,
wenn Riemann sich zu Einschränkungen, wie es versucht
worden ist, hätte bestimmen lassen. In dem Maasse,
wie das Gefühl far diese Dinge in weiteren Kreisen wieder
sicher und fein geworden sein wird, wird man die Be-
zeichnung der Texte immerhin vereinfachen können, und
wer sich individuell so weit sicher fühlt, wie man es
ohne Riemann heut nicht werden kann, der mache sich
doch weniger Zeichen! Mir ftllt es ja auch gar nicht
ein, mir einen Text, den ich studiren und vortragen will,
durchaus erst vollends k la Riemann zu „bemalen**, nur
die Rangzahlen der Periode kann ich für die „lückenlose
Sicherheit der Empfindung** (um einen nota bene Bülow'-
schen Ausdruck zu gebrauchen) nicht entbehren, sie
wirken aber fast allein schon auf mich wie die sprechend-
sten Vortragszeichen, in all ihrer scheinbaren Nüchtern-
heit; ich habe ungefähr genug dazu von Riemann
inzwischen gelernt."^) Das gibt sich Alles mit der Zeit
von selbst, ohne dass auch nur das kleinste Phrasirungs-
Princip deshalb verleugnet zu werden brauchte. Später
werden die Componisten schon den Anfang mit weniger
Bezeichnung machen, nämlich, wenn sie verslanden haben
werden, dass sie sich verstehen, wenn sie Riemann ver-
stehen. Natürlich ist uns auch in diesem Fall wieder
das Ausland in der Schätzung deutschen Verdienstes,
deutscher Grösse voraus, und während hier die Musikanten
schimpfen und die Besseren secundum ordinem „ein bedenk-
liches Schütteln des Kopfes** vollführen, auf Neben- und
Gegenvorschläge sinnen u. s. f., eignen sich England, die
Niederlande, Italien und Russland Riemann 's Ideen an.
(Fortsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Mu8ikbrief.
Wien.
Von der Internationalen Musik- und Theater-
Ausstellung.
(Fortsetzung.)
Zu dem Interessantesten, was uns die Ansatellun£ an
Musikaufföhrungen brachte, gehörten die Historiscnen
Goncerte, und unter diesen standen wieder die drei von dem
Amsterdamer a capella-Chorverein unter Leitong des
Hm. D. de Lange gesehenen an Bedeutung obenan. Sie
haben diese illustre kkine Sängerschaar (nur 9 D»m<>n und
9 Herren, aber von treffh»»«*^«»^ *='-^'^-"«- jeües einzelne Mit-
^H- j • . v^-«wi«r ooitst) auch m Leipzig gehört, es ist daher
kern Grund, in ihre Leistungen näher einzugehen. Nur so
viel sei bemerkt, dass die Letzteren nicht nur in höchstem
Grade anregend, sondern auch mehrfach musikgeschichtlich
aufklärend wirkten: die niederländischen Altmeister, wie
Dufajr, Okeghem, Josquin de Pr6s u. s. w., erschienen plötz-
lieh m ganz neuem Lichte; während uns ihre Musik von fast
allen Lehrbüchern als trockenste Verstandesarbeit, rein mathe-
matisohe Berechnung, haar jeglichen Empfindungsausdruckee
oder Klangreizes, geschildert wurde, überrascht gar häufig das
directe Gregentheil: welch fromme Sftimmung in den religiösen
welch zwingende Anmuth in den weltlichen Gesängen! Ein
kleines seohsstimmiges erotisches Stück von Josquin de Prte
„Petite Camusette" machte durch den naiven Text und dessen
liebenswürdig-pikante Vertonung in den Concerten der Am-
sterdamer solches Glück, dass es immer und immer wieder
zar Wiederholung, bezüglich als Zugabe verlangt wurde.
Emige musikalische Puritaner von der streikten Observanz
wollten freilich meinen, die ausserordentliche Wirkung beruhe
hier und in anderen Vorträgen der von Hm. de Lange ge-
leiteten Sänger in einer gewissen modernen Ueberfeinerung
der declamatorischen Accente und dynamischen Effecte, die
alten Niederländer würden in solcher raffinirten Wiedergabe
ihre Werke heute gar nicht mehr erkennen. Wir unsererseits
denken: es ist besser ein Zuviel, als ein Zuwenig des Aus-
drucks, und der Beweis, dass man bei den religiösen Stücken,
m einer doch unstreitig gläubigeren Zeit, als der unsrigen, das
heüige Wort so ganz und gar ausdruckslos gesungen haben
sollte, dürfte sich doch schwer führen lassen. Besonder» be-
wunderungswürdig erschien uns in den Concerten der Nieder-
länder ihre TreflBrioherheit bezüglich der dem modernen Gehör
doch so widerstrebenden alten diatonischen Melodik und der
il
ii
1
♦) Uebrigens fast ausschliesslich aus seinen Publicatlonen.
627
aus dieser sich ergebenden fremdartig spröden Harmonik; da
wnrde aber auch nicht um eine Schwebung zu hoch oder zu
tief gesungen, nur bei dem leider so bald au%elösten Schwe-
dischen Damenquartett, das in den Siebziger Jahren ganz
Wien entzückte, haben wir eine gleich haarscharf bestimmte
Intonation vernommen, aber freilich waren die von den
Amsterdamern zu lösenden Aufgaben ungleich schwieriger.
Leider stand der Besuch der de Lange'schen Concerte nicht
in entsprechendem Verhältnisse zu den gebotenen Leistungen,
erst im letzten Concerte war der Vortragssaal in der Botunde
von einem wirklich zahlenden Publicum besetzt.
Um gegen tüchtige einheimische Bestrebungen nicht un-
recht zu erscheinen, sei sofort bemerkt, dass uns die histo-
rischen Concerte der Wiener Singakademie (Dirigent
v.Weinzierl) und besonders Jene des von Prof. Böhm höchst
sorgf^tig einstudirten und geleiteten Wiener Ambrosius-
Vereins auf die niederländischen a capella- Abende würdig
vorbereiteten. Mehr belehrend noch, als genussreich, musste
sich nach der natürlichen Sachlage das erste vom Ambrosius-
Verein gegebene Concert gestalten. Wir bekamen da u. A. die
Anfänge der Zweistimmigkeit, die berüchtigten, von dem
Mönch Hucbald (f 932) als „lieblicher Zusammenklang*' ge-
priesenen Quinten-Parallelen zu hören, welche indess durch
eine vom Dirigenten anbefohlene äusserst discrete Art der
Litonation weit weniger übel klangen, als man es bestimmt
erwartete. Also auch hier wieder Thöorie und Praxis ein
Bischen von einander abweichend. Hiermit soll nicht gesagt
sein, dass uns im Ganzen und Grossen die einem kindischen
Stammeln zu vergleichende Musik des 9.— 11. Jahrhunderts
heute noch sympathisch sein könrte. Es hätten sich ja genug
Zweiklänge aus dem Kindesalter der Tonkunst bringen lassen,
geeignet, recht drastisch zu illustriren: wie man zu verschie-
denen 2ieiten auch ganz verschieden hörte. — An dem Tage,
da ich diesen Brief zur Post gebe^ nämlich am 7. October —
finden die Historischen Concerte der Ausstellung mit einem
solchen der Frau Amalie Joachim ihren Abscmuss, welche
Meisterin des Vortrags in bekannt stilvoller und würdiger
Weise uns — auf drei Abende vercheilt — die Entwickelung
des deutschen Liedes von seiner Entstehung bis zur Gegen-
wart vorführte. Da, wie wir hören, Frau Joachim dasselbe
künstlerische Unternehmen bereits wiederholt in Deutschland
vollbrachte, kaim ich wohl hier, wie bei den niederländischen
Concerten, von jeder Detailschilderung absehen. Wenden wir
uns zum Schluss noch zu den musikalischen Aufführungen
im Ausstellungstheater, d. i. denGesammtgastspielender
Prager czechischen, der Lemberger polnischen und der
um den Verleger Sonzogno sich schaarenden jung-italie-
nischen Oper daselbst.
(Fortsetzung folgt)
s Bericht.
Leipzig. Die vorigeMusikwoche begann mit einem Concert
in der neuen Musikhalle des Krystallpalastes zum Besten der
Nothleidenden in Hamburg, dessen Programm in der heutigen
Concertumschau zu finden ist, und an dessen Ausführung sich
die Capelle des 184. Lifanterie-Begiments, der Männergesang-
verein „Concordia" unter Leitung seines Dirigenten Hm.
Geidel, die HH. Prof. Schröder aus Sondershausen und
V. Woyrsch aus Altena als Dirigenten eigener Werke, Hr.
Jahro w als Leiter der Orchesterbe^eitung zu Ries'schen Violin-
stücken, die Gesangsolisten Frl. Mark von hier und Hr.Perron
aus Dresden, sowie Hr. Hofconcertmeister Prof. Halir aus Wei-
mar betheiligten. Wenn wir uns eines ürtheils über die Haupt-
nummern des Concertes: Fei. v. Woyrsch's symphonischen
Prolog zu Dante's „Divina Commedia" und Vorspiel und Ballet-
musik aus der Oper „Aspasia** von Carl Schröder enthalten und
uns mit der Bemerkung begnügen, dass diese Novitäten mit
Beifall aufgenommen wurden, so geschieht dies mit Rücksicht
auf deren Ausführung, die recht ^t noch einige Proben ver-
tragen hätte, und auf die anscheinend mangelhafte Akustik
dieses Baumes, mit der auch die übrigen Mitwirkenden zu
kämpfen hatten. Am besten klang noch der Sologesang,
dessen Vertreter enthusiastisch gefeiert wurden. Es ist schade,
dass Frl. Mark den G^nuss an ihrem prächtigen Organ und tem-
peramentvollen Vortrag durch die immer mehr oei ihr über-
hand nehmende Untugend des Tremolirens, hauptsächlich in
der mittleren Stimmlage, schädigt und Hr. Perron auch in
der Dresdener Theaterluft das Dehnen der Zeitmaasse nicht
verlernt hat, worin er sich namentlich mitLöwe's „Archibald
Dou^as** eine Güte that. Die Gesangsoli wurden am Ciavier
mit Feinheit von Hrn. Afferni begleitet. Hr. Prof. Halir
machte den meisten Effect mit Simonis weichlichem Wiegen-
lied. Von den übrigen Stücken (Adagio und Presto mit Orche-
ster von F. Ries und eine von ihm für sein Instrument übertra-
gene Liszt'sche Rhapsodie) wollte ihm das Letztere nicht recht
gelingen. Wer wird aber auch ein so speciell auf das Ciavier
berechnetes Stück, wie eine Liszt'sche Ungarische Rhansodie.
auf der Geige spielen! Dieses Unterfangen wird sich jeaesmal
an dem Spieler rächen, ma^ er auch ein Halir sein. Die
.Concordia'' Hess in allen ihren Vorträgen die Vorzüge er-
kennen, welche ihr schon längst eine ehrende Ranfi»tellung
unter den hiesigen Männerchören gesichert haben. I>as Con-
cert war nur massig besucht. Nicnt einmal Hr. Perron, der
sonst immer eine starke Attractionskraft auf das hiesige Pub-
licum, namentlich das weibliche der Backfischperiode, ausübte,
hatte diesmal gezogen, geschweige der gute Zweck. Hr.
Perron hat sich allerdings durch seine vielfach geübten Ab-
sagen den Ruf als zuverlässiger Concertsänger verscherzt,
und auch diesmal dürften Viele der Sänger-Verheissung in
den Concertanzeigen keinen rechten Glauben geschenkt und
deshalb den Besuch des Concertes unterlassen haben. Und
bald wären sie übrigens, wie wir hörten, zu Becht mit ihrem
Zweifel gekommen.
Am 12. Oct. hatten wir noch einmal den hohen Genuss,
in der Thomaskirche den Amsterdamer a oapella-Chor
zu hören. Das Programm enthielt kaum eine Composition,
die wir nicht schon in dem Sommerconcert dieser Sängerelite
an gleicher geweihter Stelle oder im vorhergegangenen Ge-
wandhausooncert, welches Hr. D. de Lange und seine Künstler
durch ihre Mitwirkung verherrlichten, gehört hatten, und auch
in Betreff der Leistungen traten neue Momente nicht hervor,
man müsste denn den an einigen Stellen den anderen Stim-
men ein klein wenig an Schmelz des Tons zurückstehenden
Chortenor zu einem Flecken dieser wundervollen Darbietun*
§en aufbauschen wollen , statt diesen Umstand auf die Ein-
üsse der Reise und Witterung zurückzuführen. Wie dies in
der Natur der Sache selbst lie^, macht das Gotteshaus den
Zuhörer noch empf^glicher lur diese geistlichen Vorträge,
als dies in den grossen Abonnementconcerten im Gewandhaus,
wo Einem die rechte Stimmung durch verschiedene äusserliche
Gründe getrübt wird, der FaU ist. Das Kirchenconcert der
Amsterdamer Eünstlergilde war übrigens hübsch besucht,
was man nach dem geringen Interesse, das das im Gewand-
haus nicht abonnirte Pubucum der Vereinigung gelegentlich
deren Auftretens am letzteren Ort bezeug natte, kaum er-
warten durfte. Allerdings mochten auf diesen Umstand wohl
auch das niodriAare Entr6e und die — allerdings nicht gerade
feine — eeschämiche Manlpalcktioa dt^ betr. Uoncertagenten,
das Kircnenconcert bereits vor dem sicher gut hänxirirten
Auftreten des Vereins im Gewandhaus zu annonciren, mit
eingewirkt haben. In Zukunft dürfte die Gewandsausconcert-
direction wohl derartigen Geschäftsmaximen einen Riegel vor-
schieben.
Das 2. Abonnementconcert im Neuen Gewandhaus
war gamirt durch Weheres „Oberon^-Ouverture und Beetho-
ven's Adur-Symphonie, Werke, die an dieser Stelle ebenso
bekannt sind, wie deren feine und decente Ausführung unter
Hm. Prof. Dr. Reineck e*s Leitung, der den Dirigentenstab
noch ebenso elastisch schwingt, wie vor Jahrzehenten, als er
sein Amt im Gewandhaus antrat. Inmitten dieser Eckstücke
standen die Melodien „Erstes Begegnen** und „Norwegisch^
für Streichorchester von Edvard Gneg, umgeben von Violin-
vorträgen des Frl. Gabriele Wietro wetz aus Berlin. Ist das
erste Stück des norwegischen Meisters ein wohlig-weiches
Stimmungsbild mit feinen Contouren, aber ohne Besondere
eigene Färbung, so bricht sich dageg^en in dem „Norwegisch**
die markante Individualität des gefeierten Componisten gleich
in den ersten Takten siegreich Bahn und bildet auch in seinem
Charakter einen wirksamen Gegensatz zu dem Anderen. Nur
waren diese Stücke zwischen Brimms' Violinconcert und Violin-
soli von Spohr (Adagio aus dem 6. Concert) und Zarzycki
(Mazurka) nicht gerade günstig postirt; zwischen Gesangs-
sachen hätten sie jedenfalls noch mehr effectuirt, als in der
diesmaligen klanglich zu gleichartigen Anordnung. FrLWie-
trowetz, die wir schon längst als eine der Berufensten unter
und ihre echt musikalische Auffassung feierten vor Allem in
dem herrlichen, von Hm. Concertmeister Prill mit grosser
43'
59Ö
Achtsmkeit türigirteii Brahms'schen Coucert vollverdienta
Triuiiphe, mit tiefer Empfindime Baae sie das Spobr'sche
Adag'.o und mit keckem üeoermath warf Bie die Mazurka bin.
Mit der "Wahl der Solostücke hat es bei den StreichsolJsten
dasselbe Bewenden, wie bei den Sängern: Zo einer selbEt-
veraiitwortlicbeu Wabl derselben kann sieb eelten Jemand
H 11 t'sc Zwingen, liebev spielt man 100 Mal ein längst scbcn
durcli alle Concertsäle gepeitechtes Stück von zweileih aftem
mnäik aliseben Werth, wie z.B. die beregte Mazuika, und
scbmoicbelt damit dem faden Qescbmack der grossen Menge,
stnit dass m&u Eio Mal selbst mit frischer Hand in die bez. Lit-
tei'Htiir hineingreift und Das dem Publicum bietet, was man
selbst t\Si gut und recht hält. Geifide bei einer Violinistin,
die sich auf der einen Seite die höchsten Kunstziele gesteckt
und dieselben, wie der Vortrag des Brahms'echen Concertes
be^viea, auch zq erreichen verstanden hat, berührte die Con-
cei^ion, welche sie, man konnte sagen: in Einem Äthem, dem
lieben Publicum machte, besonders betrQbend.
Am selben Tage fand Nachmittags in der Thomaakirche
aus Anlass des 100. Geburtstags des ehemaligen Thomascan-
tijis Horitz Hauptmann zu desseu Oedächtniss eine Auffüh-
ruug rerschiedener Chöre durch die 'Th Omaner statt, welcher
eins Jie KircbenrS,ume bis zum letzten Plätzchen füllende
Zuhörerschaft beiwohnte. Das Andenken an diesen bedeu-
tenden Uann beging am 18. Oct. in einer speciellen Feier
auch das k. Gonservatorium der Musik, zu dessen Buhm
D.ich answärts Moritz Hauptmann als langjähriger Lehrer an
demselben ganz wesentlich mit beigetragen bat. Diese Feier
wurd» mit dem gut gelungenen Vortrag des Offertoriums
f)p. 15 des Verstorbenen begonnen. Hierauf hielt Hr. Prof.
Dr. O. Paul, Einer der hervorragendst«n Schüler Moritz Haupt-
niann's, einen dusaerst lichtvollen und warmempfundenen,
von praktischen Demonstrationen am Flügel imterstUtzten
Vortrag über dessen Lebensgang und Bedeutung fUr die musi-
kalische Kunst und Wissenschaft, der auf alle Anwesenden
einen nachhaltigen Eindruck maclite. Dieser vortrefflichen
Ansprache folgen das von Frl. Margarethe Schaube aus
Leipzig mit weit vorgeschrittener Technik und recht befrie-
diganäer Au&esnng gespielte Italienische Pianoforteconcert
von S. Bach, verscbiedene Chöre und das Andante aus dem
Streichquartett Op. 7, No, 1, von M. Hauptmann, Letzteres
von dm HH. Zimmermann aus Groningen, Kor bausPIatten,
A. Wille ans Greiz und Hammig aus Leipzig in klarer Aus-
arbeitung vorgetragen, sowie, als Scblussnummer , das von
Hill. Eckert aus Leipzig mit zuvertftssiger Technik, gesun-
dem Ton und schon recht verständnissvollem geistigen Ein-
gehei, vorgetragene Ödur-Clavierconceit von Beethoven. Die
('harnummem standen untw der zuverlässigen und bololwuden
Leitung des Hm. Musik dir»ctor EUsse.
Conoertumsohau.
Aachen. 9. u. 10. Vereamml. des Instrumental Vereins
(.SL'hwJckeratb): Symphonien v. Beethoven (No. 2) u. Schu-
mann (No. 4), Ouvertüren v, Weber u. Cherubini, Hochzeits-
luusik V. Ad. Jensen-Becker, Andante a. dem (welchem?)
Stroichquart. v. Tschaikowsky (vom ganzen Streichoroh.
gespielt), Violin vortrage des Frl. Schwartz aus Cöln (Ungar.
Tauz V. Brahms-Joachim etc.).
Amsterdam. Aboim.-Conc. im Neaen Ooncerthaus (Kee)
am 8. Cot.: 1. Symph. v. Schumann, Po6me eymph. „LeChas-
aeur Uaadit" v. C. Franck, Ouvertüren v. P. Gernsheim
(„Waldmeisters Brautfahrt") u. R, Wagner („Rienzi"), „La
Troyenne regrettant sa patrie" a. „Les Erinnyes" v. Masse-
uet, Pr61. a. „Le Dfiluge" V. Saint-Saöns (Violinsolo: Hr.
Krimmer).
Basel. 1. Abonn.-Oonc. derAUgem. Musikgesellschaft (Dr.
Volkland); 3. Symph, v. Beethoven, „Freischütz^-Ouvert. v.
W«ber,Scherzoa. der „Sommemachtstraum''-Musik v.Mendels-
sulin, Solovortrtlge des Frl. Hiller a. Stuttgart (Ges., Marga-
letheas Wiegenlied t. E. Grieg, „Dort in den Weiden" v.
Brahms etc.) u. des Hm. Kahnt v. hier (Violonc, Adagio
narh keltischen Melodien v. Bruch u, Sarabande u. Gavotte
V. M. Kahnt).
Berlin. Symph.-ConcBrte des Pliilharm. Oi-ch. (Herfurth)
iini 4. u. II. Oct.: Svmphonien v. Beethoven (No. 4) u. Schu-
luann (No. 4), „L'Arwsienne" v. Bizet, Ouvertüren v. Gold-
m«rb (,ImFrÜhling''J,Volkmann(„Eichardin."), Bruhms
(Akad Fest-) u. Weber, „Parsifal"- Vorspiel u. „Waldweben"
a. „f^iegfried" v. Wagner, 1. Salz des Violinconc. iu ungar.
Weise V. Joachim (Hr. Olk) u. a. Repertoirenummom. —
Am 11. Oct. Auffuhr, t. C. Mengeweiu^s Orator. „Johannes
der Täufer" durch den Oratorienver. (Mengewein^ unt. sollst.
Mitwirk, der Frau Freudenberg, des Frl. Schacht u. der HH.
Kirchner u. Rolle.
Breslau. Symph.-Concerte der Brest. Concertcap. (Riemen-
Schneider): No. 2. AmoU-Symph. v. Mendelssohn, „Les Prä-
ludee" v. Liszt, Ouvertüren v. Gade und Wagner {„'fann-
hftuser"), 2. Sohwed. Rhaps. v. A, Hallän, Gmoll-Oboeconc.
V. Händel (Hr. Klemcke). No. 3. Waldsymphonie v. Baff,
Ouvertüren v. C.Stör (Ritterliche) u. Weber, Festpraeludium
V. G. Riemenschneider, Intermezzo a. „Freund Fritz" v.
Mascagni, Zigeunerballet a. der Oper „Die Mühle im Wisper-
thal" V. W. Freudenberg, Gesang vortrage des Hrn. Schle-
singer, — Wohlthätigkeitsconc. derselben Gap. am 11. Gct.:
Orcne6t«rsuite Op, 42 v. Mac-Dowell, Ouvertnren t. Weber
u. Wagner („Tannhäuser"), Vocalduette v. Weber u. Mozart
(Frau Riemenschneider u. Hr. Prof. Kühn), Solovorträge der
Frls. Plüddemann (Ges., Solveig's Lied v. Grieg, „Im Maien"
V. J. Schäffer u. Altdeutsches Wiegenlied v. M. Plfldde-
mann) u. Berliner (Clav., 14. Ungar. Rhaps. v. Liszt etc.),
der Frau Riemenschneider und der HH. Prof. Dr. Schäffer
(Clav.), Schnelle (Viol.) u. Melzer fViolonc, Mazurka v. Pop-
per et«.).
Bractasal. Festconc. des Musikvereins za dessen 26jähr.
Jubiläum am 8. Oct.: HmoU-Symph. v, Schubert, Jubelouvert.
V. Weber, „Festgesang an die Künstler" f. gem. Chor u. Orch.
V. E. Ebriamann {unt. Leit. des Comp.), Solovortr&ge des Frl.
Calmbach a. Mannheim (Ges., Das Zauberlied v. E. Meyer-
Heimund, Frühlingslied y. B. Becker, „Mei Maidle" von
C. J, Bisch off etc.) u. desHrn.A,KrasBelt a, Baden-Baden
(Violine).
Chicago. 1. Populär Conc. des Pianisten Hm. Liebling
unt. Mitwirk, des Frl. Addy (Ges.) u. des Hm. Weidig (Viol.):
Clav.-Violinsuite v. Goldmark, Soli f. Ges. v. Förster („Ich
liebe dich") u, Neidlinger („ESveries") u. f. Clav, von B. 0.
Klein (Prael., Thema u. Variat.), Grieg (Marsch a, Gp. 54),
Blumenschein (BarcaroUe) u. Moszkowski (Valsa de Conc.)
u. f. Viol. V. F. Ries (Adagio u. .Perpetuum mobile").
Dresden. Vortragsilhong v.MusikvollschUlem desk.Con-
servat. f. Musik am 5. Oct.; Streichquint. Op. 18 v. Mendels-
sohn (HH. Naumann, Lang, Müller, Lichtenbergera. Weidig),
Esdur-Claviertrio v. I. Brüll (Frl. Bräuer u. Iffi. Lang und
ßamper), Esdur-Clav.-Violinson. v, Bheinberger (Frl. Kah-
lert u. Hr. Hildebrandt), Solovorträge der Frls, Schaper (Ges.,
„Es blinkt der Thau" v. Bubinstein, „Es muss was Wun-
derbares sein" V. F. Ries u, „Er ist gekommen" v. Frans)
u. Crompton (Clav.; „Gondoliera" v. Liazt etc.) u. des Hrn.
Qfissner (Ges.).
Elsleben. Bach-Gonc. des Organisten Hm. Richter unt.
Mitwirk, des Frl. Böttcher a, Leipzig (Ges.) u. der HH. Beyer
a. Königsberg i. Pr. (Org.) u. Hopf a. Leipiig (Viol.) u. A. m.
am 7, Sept. : Motette „So nun der Geist", Anen „Ich vrilldir
mein Herze schenken", „Seu&er, Thränen" a. „Mein gläubiges
Herze", Esdur-Prael., Choral vorspiele u. Passacaglia f. Orgel,
zwei Sarabanden u. Chaconne f.VioL v.S. Bach. (Von Hm. Otto
Richter, seit Ostem 1890 Organist an der St. Andreaskirche,
gingen uns noch weitere Programme von demselben in Eis-
lebrä veranetalt«ter Concerte zu, die in ihrer interessanten,
von ernsten künstlerischen Principien dictirten Aufstellung
weit von Dem sich unterscheiden, was man sonst in kleineren
Städten gewöhnt ist. Hoffentlich gelingt es ihm, seinen
reformatorischen Bratrebangen nach und nach die verdient«
Anerkennung seitens des dortigen musikalischen Publicums
2D gewinnen.)
Genf. Gonc. der Sängerin Frau Diaz a. Madrid unter
Mitwirk, der HH. Romieux (Ges.), Willy u. Ad. Eehberg (Clav.
u. Violonc) u. Rey (Viol.) am 30. Sept.: D moU-Claviertrio v.
Mendelssohn, D dur-Olav.-Violoncellsonate von Rubinstein,
Introd. u. Polon. f. dieselben Instrumente v. Chopin , Soli f.
Ges. V. L. de Maupeou (Arie a. „Ariane"), Verdi (Arie a.
„Aida"), Meyerbeer, Bovy-Lysherg („Le Poöte mourant"),
Oounod (Couplets a. „Vulcaiu"), C. Gomez (Barcarole aus
„Salvator Rosa") u. Arditi („Extase") u. f. Viol. v. Jaques-
Dalcroze (Romanze).
Gotha. 1. VereJnsconc. des Musikvereins (Prof. Tietz):
Gdur-Symph. v. Schubert, Ouvert. zu „Ipbigenie in Aulia" v.
Gluck m. dem Schluse v. Rieh. Wagner, Solovortr&ge des
Frl. Döbel (Clav., Gdur-Conc. v. Beethoven) u. des Hm. Sister-
maoe a. Frankfort a. M. (Ges., Minnelied v. Brahms etc.).
-~ S. Vereinsconc des Orchestervereins: 1. Symph. v. Beet-
529
hoven, Ouvertüren y. Mendelasobn u. Mozart, Glaviervorträge
des Frl. Waltber a. Leipzig (Gdor-Conc. y. Beetboyen, Esdur-
Polon. V. Liszt eto.)*
Klagenfort. Wobltbätigkeitsconc. des Männer-CTesang-
ver. (Weidt) am 9. Oct.; MÄnnercböre v. A. Wöckl (Früh-
lingslied), Tb. Kose bat und Herbeck (Wemer's Lied aus
Welscbland), sowie div. Kärntner Volkslieder.
Leipzig. Wobltbfttigkeitsconoert im KrystaUpalast am
11. Oct., ausgefilbrt von dem Mftnnergesangyerein „Goncordia**
(Gtoidelj, der Gap. des 194. Inf.-Reg. (Jabrow), Frl. Mark v.
bier u. Hm. Perron a. Dresden (Ges.), sowie Hm. Prof. Halir a.
Weimar (Viol.): Sympbon. Prolog zu Dante's „Divina Gom-
media" y. F. v. Woyrscb (unt. Leit. des Gomp.), Vorspiel u.
Balletmnsik a. „Aspasia*' v. G. Scbröder (unt. Leitung des
Gomp.), Männercböre y. M. y. Weinzier 1 („Segenswunscb"),
V. Lacbner (Hymne an die Musik), F. y. Woyrscb („Gute
Nacbt") u. E einecke (Wanderlied), SöH f. Sopran y.W. Scb au-
seil („Frage% F. Eies (Wiegenlied), H.Ritter („Die junge
Spinnerin*') u. A., f. Bariton y. Pauline Erdmannsdörfer-
Ficbtner u. Löwe u. f. Violine y. F. Ries (Adagio und
Presto) , Simon (Wiegenlied) und Liszt-Halir (Ungar.
Rbaps.). — Kircbenconc. des Amsterdamer a capella-Gbors
(D. de Lange) am 12. Oct. m. Gompositionen yon SweeHnck,
Okegbem, Obrecbt, Dufay, Lassus u. de Pros. — 2. Abonn.-
Gonc. im Neuen Gewandnaus (Prof. Dr. Reinecke) : 7. Sympb.
V. Beetboy en. „Oberon"-Ouvert. y. Weber, Melodien „Erstes
Begegnen" u. „Norwegiscb" f. Streicborcb. y. Grieg,Violin-
yortiSge des Frl. Wietrowetz a. Berlin (Gonc. y. Brabms etc.).
— Hauptmann*Feier im k. Gonseryat. der Musik am 14. Oct.:
„Lauda, anima mea" f. Gbor yon M. Hauptmann, Anspracbe
des Hm. Prof. Dr. Paul, Italien. Gonc. f. Glay. y. S. Bacbrr
Frl. Scbaube a. Leipzig, Gborlieder „Im Sommer" Wanderers
Nacbtlied u. Mailied y. M. Hauptmann, And. a. dem Streicb-
quart. Op. 7, No. 1, yon demselben := HH. Zimmermann aus
Groningen, Korb a. Platten i. Böbmen, Wille a. Greiz u. Ham-
mig a. lieipzig, Gborlieder „An der Kircbe wobnt der Prie-
ster", „Frlmlingsliebe" u. „Wenn Zweie sieb gut sind" yon
M. Hauptmann, Gdur-Gonc. y. Beetboyen = Hr. Eckert aus
Leipzig. (Die Gböre unt. Leit. des Hm. Klesse.) — 1. Popul.
Kammermusikabend v. Hrn. y. Böse (Glay.), Frl. Robinson
(Viol.) u. Hm. Kiesling (Violonc.) unt. Mitwirkung des Hm.
Heintzscb (Bratscbe): Adur-Glayierquart. y. Brabms, Ddur-
Glayiertrio y. Beetboyen, .Dmoll-Glay. -Violinsonate y. Scbu-
mann.
Magdeburg. Tonkünstleryerein am 26. Sept. u. 8. Oct. :
Streicbquartette y. Beetboyen (Op. 54, No. 8), Tscna'iko wsky
(Op. 11) u. Haydn (Bdur), Fdur-Clayiertrio y. Scbumann (Glay.:
Hr. Kauffinann), Soloyorträge der Frau Stöbe-Spiegelberg a.
Halberstadt (Ges., »Auf der Bleicbe" y. A. Bungert, „Das
alte Lied" y. Edy. Grieg etc.) u. des Hm. Berber (Violine,
Gbaconne y. S. Bacb).
PfOPZhelm. Gonc. der HH. A. Krasselt (Viol.) u. Wamke
(Violonc.) a. Baden-Baden unter Mitwirk, der Pianistin Frl.
Krasselt y. ebendaber am 10. Oct.: Glayiertrio (welcbes?) u.
Andante f. Viol., Viola u. Violonc. y. Beetboyen, Soli f. Viol.
y. Vieuxtemps, Wie niawski (Andante) u. Ries („Perpetuum
mobile") u. f. Violonc. y. J. Kiengel (Noct.), Popper (Span.
Tanz) u. A.
Pirmasens. 44. Gonc. des Mftnnerges.- u. Gaecilien-Ver.
(Köbler): „Der Scb&fer putzte sieb zum Tanze" f. gem. Gbor
u. Soli (Frl. Diebl u. Hr. König) y. Moszkowski, Hymne f.
Sopransolo (Frl. Diebl) u. gem. Gbor y. Mendelssobn, „Fritb-
jors Heimfabrt" f. Baritonsolo (Hr. K6nig) u. Männerobor u.
Männercbor „Vom Rbein" y. Brucb, Gayotte u. Musette f.
zwei Glayiere y. Raff-Pescio (Frl. Vanbeck a. Paris u. ein
ungen. Spieler), Violoncelly ertrage des Hm. Hartmann aus
Mannbeim (Gonc. y. Lalo, „Aye Maria" y. Brucb, Airs de
ballet y. G. Ernest, „Albumblatt" y. Wagner-Popper,
Soblummerlied y. Oyerbeck u. „Vito" y. Popper).
Stuttgart. Wobltbätigkeitsconc. am 23. Sept., ausgefHbrt
yom Personal der Hof bübne u. y. der Hofcapelle unt. Leit. des
Hm. Zumpe: Prolog y. W. y. Hoxar (Frl. Dumont), Ouyer-
turen zu „Goriolan" u. „Egmont" y. Beetboyen , Allemande,
Sarabande u. Gebell f. Streicborcb. y. H. Purcell- Webrle, „Ave
yerum" f. Gbor u. Orcb. y. Mozart, Marienlieder ( JDer Ji^er",
„Magdalena" u. „Maria's Lob") f. gem. Gbor y. J. Brabms,
M&nnerquart. „0 Iftcble stets" y. Gnerubini, Soloyorträge der
Frls. Hieser (Ges.) u. Brand (Declam.) u. der HH. Hromada
(Ges.), y. Hoxar (Declam.) u. Prof. Wien (Viol.).
Weissenf eis. Goncert der Gap. des k. s. 8. In£-Regim.
„Prinz Jobann" No.107 (Waltber)a. Leipzig am 26. Sept.: „Tann-
b&user"-Ouyert. y. Wagner, 2. Ungar. Rbaps. y. Liszt u.a.
Orcbesterstücke, Soloyorträge des Frl. Waltber aus Leipzig
(Glay., Amoll-Goncert y. Scbumann, „Gonsolation" y. Liszt,
Taranteile y. Moszkowski etc.) u. der HH. Doli (VioL) u.
Ettelt (Violonc, Gonc. y. Go Hermann).
Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und GBste in Oper und Conoert.
Aaehen. Zwei junge, kOrzlicb erst aus der treff lieben
Scbule des Hrn. Bodo Borebers in Leipzig entlassene Sänge-
rinnen, die Frls. Martin und Siecker, baben bier mit
Glück debutirt, Erstere als Gkibriele im „Nacbtlager yon Gra-
nada", Frl Siecker als Page in den „Hugenotten". — Ber-
lin. Auf dem Gonceripodium Hessen sieb kurz bintereinander
zwei Pianisten yon sebr yerscbiedenem Kaliber boren, denn
wäbrend der Eine, Hr. Genss aus Mainz, sieb nirgends über
die Mittelmässigkeit erbob, macbte der Andere, Hr. Reise-
nauer, den Eindruck eines reifen und selbständig reprodu-
cirenden Meisters. Aucb als Gomponist yermocbte Hr. G^nss
nicbt weiter zu interessiren. — Gotha. Li dem 1. Musik-
yereinsconcert entzückte der Bassist Hr. Sistermans aus
Frankfurt a. M. im böobsten Grade das Publicum, das mit
wabrer Wonne dem Klange dieser edlen und berrlicb ge-
scbulten Stimme lauscbte und sieb durcb die aucb nacb Seite
der Auffassung ausgezeicbneten Vorträge dieses Gkistes be-
geistern Hess. Den Hauptscbmuck des 2. Vereinsconcertes des
Orcbesteryereins bildeten die mit allen Merkmalen angebo-
renen Talentes und rastlosen Studiums ausgestatteten Glayier-
yorträge Ibrer Jugendlieben Landsmännin Frl. Meta Waltber.
Eine unyergesslicbe Leistung bot sie yor Allem in Beetboyen^s
Gdur-Goncert. — Naumburg a. S. In einem Goncert, das
Hr. Musikdirector Waltber aus Leipzig mit seiner trefflieb
gescbulten Militärcapelle bier gab, Hess sieb dessen Tocbter
Frl. Meta Waltber als Pianistin boren und erregte mit ibrem
poetiscben Spiel gerecbtes Aufgeben. — Paris. In der Ko-
miseben Oper bat Hr. Badiali als Debütant mit yielem Glück
und Gescbick Besitz yon der Rolle des Figaro („Barbier yon
Sevilla") ergriffen.
Kirchenmusik.
Leipzig. Tbomaskircbe: 18. Oct. Vierstimmige Gbor-
lieder „Sei still dem Herrn", „Nimm mir Alles", „leb weiss
es, Herr", „Gott, beilige du selbst mein Herz" u. „Die Nacbt
ist gekommen", sowie „Kyrie", „Gloria", „Sanctus" u. „Agnus
Dei" a. der Vocalmesse Op. 18 y. M. Hauptmann. 15. Oct.
„Seele, was betrübst du dicb" y. G. Reinecke. „Sanctus" u.
-Agnus Dei" yon M. Hauptmann. 16. Oct. „Sei stille dem
Herrn" und „Wer bis an das Ende bebarrt" a. dem „Elias"
y. Mendelssobn.
Plauen i. V. St. Jobanniskircbe: 26. Juni. „Sei will-
kommen, liebster Freund" y. J. Stecber. 10. Juli. „Durcb
die Engel treibe weit weg" y. Palestrina. — Hauptkircbe:
3. Juli. „Gross und wundersam sind deine Werke", Gantate
f. Solo, Gbor, Orcb. u. Org. y. Aug. Riedel. 21. Aug. „Jerusa-
lem"-Arie a. „Paulus" yon Mendelssobn. «Acb, wie web ist
meinem Herzen" y. Prätorius. 28. Aug. „Für deine gnaden-
yolle Milde" y. Grell. 2. Sept. „Herr, der du bist der Gott"
y. Mendelssobn. 4. Sept. „Agnus Dei" y. Morlaccbi. 11. Sept.
„Wie könnt icb sein y ergessen" y. 0. Lassus. 18. Sept. „Nun
bitten wir den beiigen Geist" y. Erytbräus. 25. Sept. „Die
Himmel rübmen" yon Beetboyen. „Dank sei dir, Gott" yon
Mendelssobn. 9. Oct. „Gib dicb zufrieden" yon Ebeling.
„Herzlicb yertrau du" y. Scbein. — Lutberkircbe: 8. Juu.
„Aus der Tiefe ruf icb" y. Kiel. 14. Aug. ,^0 beiHger Wabr-
neit bobes Wort", Arie a. „Belsazar" yon Händel. 4. Sept.
„Menscb, willst du leben seligUcb" y. J. Eccard. 25. Sept.
„Herr, den icb tief im Herzen trage" (y.?).
OpernauffDhrungen.
September.
Stuttgart. K. Hoftbeater: 1. Fidelio. 4. Don Juan.
6. Der fliegende Holländer. 9. Josepb und seine Brüder.
11. Der Freiscbütz. 13. Der Troubadour. 16. Martba. 18.,
22. u. 80. Gringoire (BrüU). 20. Lobengrin. 22. Die Regi-
mentstocbter. 25. Undine. 28. Fra Diayolo.
I
Vermischte Mitttieilungen und Notizen.
* Dm n&chate Schleaisohe Musikfest soll endgiltig
1894 in Görlitz abgiehalteD werden.
* Die k. Hochschule für Musik au Berlin soU end-
lich eise ihrer staatlichen Stelluns würdige Heimstätte er-
hklten, zu welcher der k. Baor&th Hr. Schwechten bereits
den Plan entworfen hat.
' Hr. (Soorge Haddook hat in Leeds ein Musikinsti-
tut, The Leeds College of Music, begründet, für welches er
D. A. Frl. Trebelli und die HH. Novara und Emile Bach ab
Lehrkräfte gewonnen hat. Zwei ginsti tote sollen in Uan-
oheeter, Bradford, Earrogate, Yoä und London errichtet
werden.
* Die Wittwe des Prof. Pürstenau, Eines der Dresdener
Freunde Rieh. Wagner'a, hat dem Stadtmuseum zu Dresden
den Taktstock geschenkt, mit welchem der Dich ter-Compo-
niet die erste Dresdener „Kienzi" 'Aufführung geleitet hat.
* Zum Zweck der Errichtung eines Denkmals für
Donizetti, welches im Jahre 1897| am hundertjährigen Ge-
burtstag des Componisten, in Bergamo eingeweiht werden
soll, hat sich schon jetzt daselbst em Comit6 unter dem Vor-
sitz des Grafen Gianforte gebildet und einen Aufruf erhiesen.
* Das Stadttheater zu Bremen beging am 16. Oct.
das Jubiläum seines 100jährigen Bestehens mit der Auf-
Albrung eines Festspiels von fr. Lahmann und des „Loben-
grin" von Wagner.
* InVerviers wurde dosneue, elegant und zweckmässig
eingericht«t« und mit allen Sich erb ei ta Vorkehrungen der Neu-
zeit versehene Theater kürzlich eingeweiht.
* Die Neue deutsche Oper in Berlin hat schnell
ein Ende genommen. Der geschäfthche Director derselben
Carl Jnnkermann hat das Weite gesucht. Einstweilen sollen
das Ausstellungsstück „Pandora" und die Oper „Die Nürn-
berger Puppe" noch gegeben werden , so lange es eben
* Im k.' Opernhaus zu Berlin &nd am 16. d. Mts. die
300. Aufführung von Wagner'a „Lohengrin" statt.
* Es ist nun fest bestimmt, daes Wagner's „Tristan
und Isolde" im Laufe dieses Winters das Licht der Lampen
des Monnaie-Theaters in Brüssel erblicken wird, wenigstens
haben die Erben des Meisters in die Aufführung gewilligt.
* Nachdem sich die neulich durch die Presse gegangene
Mittheilung, dass im Dresdener Hoftheater Rieh. Wagner's
Jngendoper „Die Feen" in Sicht sei, als eine Ente erwiesen
hat, taucht dieselbe mit veränderter Scene von Neuem auf,
indem man berichtet, dass die bez. Aufführung sich am
13. Febr. n. J. im Deutschen Landestheater zu Frag voll-
ziehen werde. Die Bestätigung ist abzuwarten.
* Im Czechischen Nationaltheater zu Prag ging kürzlich
mit grossem Erfolg erstmalig P. Tschaikowsky's „Pique-
Dame" in Scene.
* Das Stadttheater zu Leipzig brachte in vor. Woche
ab Novitäten Mozart's Singspiel -Bastien und Bastienne"
und Mascagni's „Freund Fritz" als Novitäten. Die Auffüh-
rung des letzteren Werkes war einmal eine recht gute, was
hier jetzt zu den Seltenheiten gehört.
* In Carlsruhe ging am 9. Oct. Alban Förster's Oper
^Lorle" als Novität in Scene, ohne jedoch naohaltiger zu
interessiren.
* Nach der „Dr. Z." soll Enna's Oper „Die Hexa" in
der begonnenen Saison im Hoftheater zu Dresden zur Anf-
fbhrung gelangen.
* In Hamburg hat, wie man liest, die neue Opet „Der
Lieheskampf" von E. Mever-Helmund bei ihrer Premiere
im Stadttheater Erfolg gehabt.
* Die uns ans Scheveningen zugegangene und in v. No.
abgedruckte Mittheilung tlber ein dortiges firahms-Ooncert
ist, wie wir aus anderen Berichten erkennen müssen, eine in
ihrer ganzen Fassung derartig tendenziöse gewesen, dass wir
aufrichtig ihre Keprodnction zu bedauern haben. Mit dem
betreffenden Concert hat Hr. Baron von Zujlen vau Nyevelt, der
bereits früher auf Einladung des Philharmonischen Orchesters
ein BeneSzconcert für dasselbe dirigirt und sich dabei als
vollständig befähigt hierzu erwiesen habe, nur Propeganda,
für den von ihm be^istort verehrten deutschen Meister
machen und beweisen wollen, dass man es auch in Scheve-
ningen wagen dürfe, einen ganzen Concertabend mit Compo-
sitionen desselben auszufüllen, ohne das Publicum ta ermü-
den, welche Annahme durch den grossen Erfolg des Con-
certes gllüizend gerechtfertigt worden ist.
* Hr. Muck bat seine Stellung als Hofcapellmeister zu
Berlin in vielversprechender Weise mit der Leitung von
„Tristan und Isolde" angetreten. Die Berliner HofliUhne
kann sich zu ihrer jetzigen Capellmeistertrias Sucher- Wein-
gartner-Mnck gratuliren!
* Frau Therese Vogl verabschiedete sich am 9. d. Mts.
als Isolde von ihrer fast 27j8hrigen hochbedeutenden künst^
lerischen Tfaätigkeit an der Münohener Hofbühne. Die der
scheidenden Sängerin bei diesem Anläse dargebrachten Ova-
tionen übertrafen an Herzlichkeit alles daselbst früher in
dieser Richtung Erlebte.
*FrauSeubert-Hausenin Mannheim feierte am 28. Sept.
ihr 25jähriges Jubiläum als Mitglied der dortigen Hofoper.
■ Am 9. Oct. d. J. waren es 60 Jahre, dass Anton Bubin-
stein im Leipziger Gewand hausconcert als Pianist debutirte.
* Der Mendelssohn-Preis von 1600 Jl fUr ausübende
Tonkünstler ist für die.'ses Jahr der Sängerin Frl. Helene Jor-
dan in Berlin zuerkannt 'worden.
' Hr. HofmusikdirectorA. Meissner in Schwerin wurde
zum groBsherzogl. Hofcapellmeister ernannt.
* Hr. Johannes Smith, Solovioloncellist der Philharmo-
nischen Concerte zu Bremen, erhielt von der Direction der-
selben den Concertmeistertitel verliehen.
* Kaiser Wilhelm II. verlieh gelegentlich seiner letzten
Anwesenheit in Wien Hrn. Generalintendant der Hofoper
V. Bezecny den Kroneoorden 1. Classe und Hm. Hofopem-
directer Jahn denselben Orden 8. Classe.
Zup gef. Beachtung.
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der geschäft-
lichen Unterstützung des Hm. Ernst Eulenburg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, falls sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gefällige direete
Zusendung der Blllets — l-i—
uns gebeten.
Die RedacüoD d«g
iHüsikaliscbeD Wochenblattes".
3 r i e fk asten.
Af. P. in G. Das Baltel^Divertissement „Alpenrosen und
Edelweias" ist unseres Wissens nicht der erste Compositions-
reisnch des Cölner Theaterdiieotors Hm. Jul. Hofmann. Sein
Helfer in der Instrumentationsnoth war diesmal sein Capell-
meister Hr. Grossniann.
J. C. in L. Allerdings hat Hr. E. E. seine BUletvermit-
telnng für unser Blatt eingestellt, aber erst auf unsere ent-
achiedene Veranlassung hierzu, d. h. nachdem wir Ausgang
V. Saison aus gewissen GrOnden die Annahme seiner bez. Sen-
dungen mehrmals verweigert hatten. Wenn derselbe den
Sachverhalt so erzählt, als ob er von seihst die BilletznstoU-
ungen an uns aufgegeben habe, so sagt er einfach die Cn-
wanrheit.
E. L. in Z. Beide vortreffliche Violinistinnen, Miss
Brammer sowohl, wie Miss Robinson, haben ihr Domiulnooh
in Leipzig und sind in ihrem künstlerischen £Onnen eicht
zurückgegangen, sondern noch gewachsen.
Ad. G. in C, Noch unbestimmt.
S31
Angelgen.
v„i., .., wiiheh. H«»., 1, L..,»^ Musikaljen-Nova
Compositioneil E.W.PritzsäüiLeipzfe.
^1 ■ ■■ f\^ Jl Durch jede Bnch-, Kunst- und Musikalienhandlunfi; zu
UllllullClII OlllUlllUl Bonvin, U Op. 10. „Christnachtstraum'' für Streich-
^ Orchester. Partitur 75 /l^. Stimmen 75 /^.
Sonate (Cfllff), Suite (FJlir) '"?!^S^'*r-J'"""^'' '^ '"' ^'"*"°°' ""
fllr "Violine und Pianoforte ""f" ?"S"' ?': '»• Z"« v«r&agot««ke rar Vioio».
p. ^ f- ^ cell mit Fianoforte. No. 1. Gavotte. 2 ^.
^ "^ ^ -^ — Idem. No. 2. Scherzo. 2 ^ 50 4-
^^^^•w^^^^H^-M^ TTlnQ/lllT*^ Holstein, Franz von, Op.25. Sechs Lieder und Romanzen
^->'^FMMm^^^JiL m ^JL/vJ&llULl J fiir zwei Frauenstimmen mit Pianoforte. Einzelausgabe:
für Pianoforte und grosses Orchester. No. i, 5 ^ 80 4, No. 2 60 4, No. 3, 4 ii 1 Ji,
Partitur 15 J^. Stimmen 15 Jt. Principalstimme mit ■ ^^* ^r.^."* ^^ ^' ^ ^ .. . ^. .
Begleitung eines zweiten Pianos 10 Ji, l"!l"20 T^^' Nocturne für Pianoforte.
=Z Wurde neulich von dem norwegischen Pianisten ^k ia ou- x»- t>- r ^ t:^- i i. xt i
Herrn Martin Knutsen in Wien gespielt. = — ^P- ^O. Skizzen für Pianoforte. Einzelausgabe: No. 1—
6 i 60 4.
y^Jl »IJI -^11^1^1 r|y| — Op. 14. Sechs Lieder für eine Singstimme mitPiano-
(EsnflOll) — Op. 15. Sechs Lieder für eine Singstimme mitPiano-
far zwei Pianoforte zu 4 Händen. 9 ^. forte. 3 Jt.
(2. Auf läge.) — Op. 16. Rondo scherzando für Violine mit Piano-
(Betde Stimmen sind Jede für sich gedrtickt.) forte 2 Jt bO A
^m Von Franz Rummel und ArthurFriedheim neuHch Klughardt, August, Op. 59. Concert für ViolonceU mit
in rHew-York ffespieit. Hi^ r\ 1 -■?..; mm -r^ • . 1 . ^ ^ ^r^ r.
^ Orchester. Partitur 4 ^. Pnncipalstimme 1 ^bO /^,
^lli'fp filT^ 1^5)11 nfV^T^^A Orchesterstimmen 7 J^. Clavierauszug des Orchesters
I M. 50 Pf. Noväcek, Ottokar, Scherzo aus dem Streichquartett in
PrÄambule—Courante — Sarabande— Gavotte— Presto. Emoll, zum Concertvortrag für Pianoforte bearbeitet
(2. Auflage.) von F. B. Busoni. 1 ,^50 ^.
0^ A jH Pfau, F. R., Op. 1. Drei Gesänge für eine Singstimme
d(a9i(0(9(09^ mit Pianoforte. 2 Ji.
ausH. Drachmann's„RankenundR08e n". '^2*''' Ferdinand, Op. 4. „Mondrondels". Phantastische
(2. Auflage.) 3 J^ Scenen für eine Smgstimme und Pianoforte. Einzelaus-
Dichtungen aus „Buch der Lieder" von Holger Drachmann für ^ ^*^®- .^®: ^',3; \^ 1 ^L4' ^.^" ?..^^ A'
eine Singstimme und Piano. Keckendorf, AlOIS, Op. 2. Walzer für Pianoforte zu vier
Weg^Psalmen: v Händen. Neue Ausgabe. 2 *S.
No. 1. Allmutter, gut und gross!. . . . ^ 1,- Rehberg, Willy, Op. 10. Sonate (Ddur) für Pianoforte
No! 3; S^h^cf d^ vXon^^^^ ^^'^" '^"^^ : j! 1;1 -?? yjfl-?; Neue Ausgabe. 5 ^.
Ueder aus der Levante t — ^P* ^^- Romanze für Violine mit Pianoforte. Neue
No. 1. Glaube .A— ,60 Ausgabe. 1 .^ 50 4.
No. 2. Bosporus! Du bebst vor Wonne . . . .^ 1,— — Mem für ViolonceU mit Pianoforte. Neue Ausgabe.
No. 8. Furchtbar ist es, wenn wir denken . . J( 1, — 'l M f\Ci A
No. 4. Oft sangst du Lieder für Andre . . . .^-,60 ^ ^ JT "^^ ^\. 1* r. o « 1. . , ^^ __
Klr^eana. J^ 1— Sandberger, Adolf, Op. 8. Schauspiel-Ouvertüre für
£a ixraltet oben auf den liolien FJellen .^-—,60 grosses Orchester. Partitur 5 •^. Stimmen 6 ^,
Bö g^bt Geatlme ^1,— Ciavierauszug zu vier Händen 2 Jü bO y^.
2. durchgesehene Auflage des berühmten — Op 10- Sonate für Viohne u. Pianoforte 6.^504.
r\ • j 1 A Stade, F., Vier Männerchöre. Heft L Partitur u. Stimmen
Quintetts 2 jt.
für Pianoforte, 2 Violinen, Viola und VioloneeD. - ^^--^ h^^ "• ^«^^ --^ stimmen 2 ^ 60 ^.
Folgende öffentliche Aufführungen haben schon stattge- ^ lU* vODipOlllSIÖll.
fanden: Ein vorzüglicher Text einer dreiactigen Operette von
o iLr^®*J??*? ii^'T^'a W ?. ^*^V^^f *o"J 1-^ Breslau einem bekannten BühnenschriftsteUer ist durch den Unter-
d MaL Christiania 3 Mal, Copenhagen 2 Mal, St. Peters- • v ^ i. r. ^ »^ .
bürg 2 Mal, Genf 2 Mal, München, London, Stockholm, zeichneten zu vergeben. [1126.]
Helslngfors, Graz, Frankfurt a. M., Dordrecht, Detroit, Bodo BorcnePO|
Cbenmitz, Paris, Boston und New-Tork. lieipsiar» Peterskirchhof 7.
Für MWrnn«D k CoDcerten:
BaeMt JvH. Seb.« Sult« In HmOll für Flöte und StreicborchaBter. Ouvartor«, Boudo, Sarabaada, Boorr^e, Polonaise,
fotdinerie. Zum ConcwtTortrage nach der neuen Münchener Ausgabe f&r die AnfflUmmgen und Hamburg (1692)
Überarbeitet und vervollstftndigt von Hans -von Bülow.
Partitur M. 9,— netto, Stimmen M. 5,—, Solostimme allein M. 1,30.
BeetboTen, L. van, Op. 60. Phantasie für Pianoforte, Orcbeeter and Chor. Ffir iwei Fiaaoforte tum ConcertTor-
trag bearbeitet von Hans von Bülow. M 6,—.
(NB. Zur ÄnCfBhmng sind 3 Exemplare nolbwendig.)
Bronsart, H. T., Op. 1. Trio in Gmoll fOr Pianofort«, VioUne and Violoncell. M, 10, — .
UiUoir, H. T., Op. SO. Nirwana. Orobester-Pbantasie in Ouvertaren-Form.
Partitar If. 6, — netto, OrcheBtersümmen M. 19,—.
Cllilard, A. H., Ouvertüre zu der Oper „Dls Hermatmssohlacbt". Für grosses Orobester (mit Directionsstimme). M. 8,—.
Für kleinee Orchester (mit Directionsstimme). M. 6,60.
OnvertaFe zu der Oper „Maobeth". Für arosses Orchester (mit Directionsstimme) M. Ö, — .
Für Kleines Orchester (mit Directionsstimme) M. 6,50.
OorBeliaB, P., OaveFtare zu dem lyrischen Drama „Der Cid". Partitur netto M. 4,—. Stimmen M. 10,—.
PolUni, Ces., Op. 3. Suite für Pianoforte, Violine und Violoncell. AUegro uon troppo. Largo espressivo. Tempo di
Menuette. Mesto (a modo di Romanza). Presto. M. 6,—.
Baff, Joachim, Zwei Härscbe für Orchester zu „Bernhard von WeimaP", Trauerspiel von W. Qenast
Partitur M. 6, — netto. Orchosterstimmen M. 12,—.
Bittor, Alex., Ouvertüre zu der Oper ,,Wem die Krone?" für Orchester.
Partitar netto M, Ö,— , Stimmen M. 10,—.
HtraDSB, Fraiui, Op. 8. Conoert für Hom mit Olavierbegleitung. M. 9,—.
8traD«a, Klch., Op. 2. Quartett (Adur) für S Violioen, Bratsche und Violoncell Partitur netto M. 4^.
Glavieranszug
Op. 6. Sonate (Fdur) für Yioloncall und Glavier . .
Op. 7. Serenade für Blasinstrumente (Esdi
i 4 Händen von Ri<
. Klei
chel .
Op. 8. Concert in Dmoll für Violim
Partitur M. 3, — . Stimmen „
ClavierauBzug zu 4 Händen vom Componisten „
Ciavierauszug zu 3 Händen, leicht „ i,d<j.
mit Orchesterbegleitung. Partitur nnd Stimmen in Abschrift.
Ausgabe mit Olavierbegleitung vom Componisteti M. 7,60.
" ' ■■ 3,50.
Solosti
Op. 11. Conoert fUr Waldhorn mit Orobester- oder Ciavier-Begleitung .... Partitur netto
Orchasterstimmen netto
Clavierauszug (zugleich Directionsstimme) und Solostimme
Solostimme allein
Op. 13. Symphonie (Fmoll) für grosses Orchester. Partitar netto M. 36,-. Stimmen netto
Clavierauszug zu 4 Händen vom Componist«ii
Op. 13. Quartett in Cmoll (AUegro — Schereo — Andante — Finale) für Pianoforte, Violine,
Viola und Violoncell. Ciavierauszug ü.. 8,^. Instrumentalstimmen (Oöthe)
Op. 14. „Wanderers Sturmlied" für eecbsstimmigen Chor (3 Soprane, 1 Alt, 1 Tenor und S Bässe)
und grosses Orchester Partitur netto
Olavieraaszog mit Test
Orcbesteretimmen netto
Singstimmen k netto
Op. 16. Aus Italien. Symphonische Phantasie (Odur) für grosses Orchester.
Partitur netto
Orchesterstimmen . . . netto
Clavierauszug zu vier Händen
Op. 18. Sonate in Esdur für Viohne und Ciavier
Improvisation einzeln daraus
nÖO,-
„ 8,-
Weraer, J., Op. 6. Quartett für 4 Violonoelle oder 8 Violoncelle und Viola
Wilm, N. V., Op. 88. Sonate No. 1 (Ddur) für Pianoforte und Violine. (Allegro. Poco Adagio. Con brio.) .
Op. 111. Sonate (Amoll) für Pianoforte und Violoncell. (Allegro animato. Andante, ma noi
troppo. Scherzo. Allegro con hrio.)
Wolft-mn, Ph., Op. 7. Sonate (EmoU) für Pianoforte und Violoncell
Münclieii, Jörn, Albl Verlag.
633
6. Secüstein,
Flllgr^l- und Planino-Falirikaiil.
Hoflieferaitt
Sr. Hnj. des EaiBers von DenUchland und Königs von Prenssen,
Ihrer HaJ. der Kaiserin von Deutschland und Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. und KönlgL Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und von Prenssen,
Sr. Königl« Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preussen,
Sr. Königl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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I. Fabrik: 5—7 Johannis-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
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13ie unterzeichnete Verlagshandlung gedenkt, eine Anzahl der vorzüglichsten franztfsisohen Männerchöre
[1129c.]
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in deutscher Ausgabe zu veröffentlichen. Bis jetzt erschienen:
Jeuret| L>| Spanisches Lied Partitur Jt 1,26,
„ An das Vaterland .... „ Ji 1>25,
„ Der Abend „ Jt 1,25,
„ Gebet „ Jt 1,60,
RigBi Fr«! Die Geister der Nacht ... ^ Jt 2^—^
„ Der Bergmann „ Ji 2, — ,
„ Magnificat (nur mit latein. Text) „ ^ 2, — ,
Tilmaili Alffr.| Hymnus an die Jugend . „ Ji 2, — ,
„ Die Eburonen .... „ ^ 2, — j
Repertoirenummern der berühmten belgischen MännerchOre In Brüssel, Lüttieh, Verviers etc.
Jouret, „Spanisches Lied^ wurde mit Erfolg von ersten Vereinen in Wien, Stuttgart, Braunschweig gesungen. ^
Riga, »Der Bergmann*' gelangt in Bonn und Cöln a. Rh. zur Aufführung. — Tilman, „Hymnus an die Jugend**
ist vom Sangerchor des Lehreryereins in Frankfurt a. M. zur Aufführung angenommen.
Verlag von
(Sehott fr^res, Brüssel. Otto Junne, I^elpzlg.
jede Stimme k Ji — ,25.
„ „ a «^ — — ,äO.
i Ji —,40.
i ^ -,40.
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k Jk —,40.
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^2 und AuBwahlsendungen stehen zu Diensten. [1188—.] ^
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Der Frenndeskrels von Xam 'Bt—tf» I>oMtooMem Jlf««<lBer-
Kiri0iMier ist mit jedem Jahre grösaer geworden , auch der neue
Jahrgang wird gewiss wiederum allgemeinen Beifall finden. —
hafier Xintlband umd teftr bÜUgtr PrMs Hnd die TormügB
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Oper in vier Au£sügen. Dichtung von Felix Dabii»
Musik von [1136e.]
C. Ad. Lerenz.
VollständigeF Clavlerauszug mit Text 15 J(.
Textbuch 50 4.
Vom königl. Hoftheater in Hannover zur Auf-
führung angenommen.
Die Kritik sagt unter Anderem : Lorenz bekundet in die-
sem Werk nicht nur eine reiche Erfindung, einen Beichthum
an Melodien, wie er heutzutage selten ist, sondern auch —
und das ist bei einer Oper beinahe das Wesentlichste und ihr
Leben Gebende — eine Kraft der dramatischen Gestaltung
und der Gharakterzeichnung, die ihn in die erste Beihe der
Gomponisten stellen. Bei Gelegenheit der AuffUhrung durch
den Musikverein in Stettin nahm das Publicum das Werk mit
Begeisterung auf und der Dichter dankte dem Gomponisten in
feurigsten Worten.
Cg^Vtubertli's üueilMlisolies
0 ^'^Cenversatiens-Lexilcen.
In über 100,000 Exemplaren verbreitet. 11. Auf-
lage. Eleg. geb. 5 Ji. [1037n.]
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eethoven's Werke.
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I. Volkslieder Ji 8,—. 11. 107 Lieder tmd Gesänge JH 7,—.
III. Kirchenmusik Ji 8,—. IV. Dramatische Werke *^9,— .
V. Cantaten J( 7, — .
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VI. Gesammelte Werke J( 6,—. VII. Sonaten I Ji 8, —
II J( 6,—. Vni. Variationen J( 7,—. IX. Concerte Jf 14,—.
Sämmtliehe Orchesterwerke.
X. Gesammelte Werke J( 6,—. XI. Symphonien Ji 10, — .
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XIII. Septett, Sextett, Quintette für Streichinstrumente
JH 7,—. XIV; Streichquartette J( 20,—. XV. Streichtrios
Jf 4,—. XVL Für Blasinstrumente J( ly--. XVII. Clayier-
Quintette u. Quartette J^ 8.—. XVIIL Ciaviertrios JH 25,—.
XIX. Für aavier und Violoncell J( 9,—. XX. Für Ciavier
und Violine J( 20,—.
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IX. Concerte Ji 10,—. X. Orchesterwerke J( 10, — .
XL Symphonien J( 16,—. XIL Ouvertüren Jü 6,—. XIII.
Septett, Sextett, Quintette für Streichinstramente J( 3, — .
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verdienen es, endlich in Deutschland gekannt und ge-
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No. 1601—1800, 3651—2850. Bariton No. 1801— 1960 8861—
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Tenor No. 461— 600, Bariton nnd Bass Mo. 601—700.
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21 Lieder für eine Singstimme mit Clarierbegleitnnf
(ans OpQB 1, 3, 4, 6), Text deutsch und englisch.
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[it46d.]
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,^_ ,^_ (Tfplfl «[ffltn tp, htm imtUM"! »It >a»
.7^ ^^ »iWMi'tAe ®trf1 auf bot btinjdiBlK; mit Hub
nttxitttgl, »ai il (int gcDic Öutunft 6a(.
Jimiul. NtAtaUtt, ttiiniL
•)&*imnii,IU«ttirt(4iiCeii.n{Ii)Hmtf(ta».*.««FfatD»n3i>D;«inVT.
— tUunglbui^. es »rinr tiübtn tan Stnit«, «liialtt. Stall u. a.
IRlt n. eihua[iH Xii«Ili«fit UbiingtR. 4.1K
— »«IUI «unfi)tnigttlt, im jiBtnt «tflttit noit ttimmU. ttmniCT,
«icm. «»WIR, SMff. eitaiiaRn. 4.4
-^= Violin-Musik. ^=-
Centola, Emesto, Op. 2. Sechs Stücke fUr Violine n. Piano-
forte. No. 1. Romanze. M. 1, — . No. 2. Spanischer Walzer.
M. 1,60. No. S. Erinnerang. M. 1,—. No. 4. Wiegenlied.
M. 1 60. No. 6. OrientaiiaeheH Stück. M. 2,—. No. 6. Wal-
zer. M. 1,Q0.
Homnann, Ja«qau, Op. 7. Nootnmof. Viol.u.Pfte. M. 1,60.
Schubert, Franz, Symphonie (Hm.) f. Pfto. n. Violine Ton
F. Hermann. U. 3,60.
Sehnmann, Robert. Op. 181. Phantasie (C) für Viol. u. Pfte.
von Ang. Hom. M. 2,40.
Schmelz, Reinhard, 2 da capo-Stttcke f. Violine alleia No. I.
Humoreske, No. 2. Lied je M. —,60. [1147b.]
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Hener Verlag von Breltkopf &. Hgrtel, Leipzig.
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Bereicherung erfahren. [1150c.]
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Vertretung: Hermann Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W.^ PlälllSL
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Die Innertioa^ebahTeii nlr den Banm einer geepatteoen Fetitieile betragen
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betragen 30 Pfennige,
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Tte KovitllteD. — Tarmiiohta Hitthetlong«!! und NotiEan. -~ Bri«niBatan. — Annisan.
FQnfcfg Thesen und Aphorismen zur Verständigung
Über Dr. Hugo Rlemann's Phrasfrungsreform.
Ton Dp. Carl Fachs.
(Foitsetzung.)
27. Die Freiheit des Vortrages, d. h. das, worin er
frei sein kann nnii soll, ist ein Mysterium, nftmlich das
der persönlichen Eigenart des Vortragenden in ihrem
Verhftltniss zu der des Componisten; die Eigenart des
Spielers darf, kann und muBS in aller Gebundenheit an das
Richtige znm Vorschein kommen, wenn sie nur intensiv
vorhanden ist. Von ihr darf der Spieler selbst aber kaum
Etwas wissen oder wollen, gewollte Eigenart ist fast von
seibat schon Uaart und wird nur za leicht Manier. Art
und Form sind freilich Gegensätze wie Person und Sache,
and Phrasining ist Nichts weiter, als durchgeführte Form.
Gerade Der aber denkt gering und flach von dem My-
sterium der Freiheit, der Art mit Form für unvereinbar
hKlt. Eben weil die Form nur eiae, ist sie der Gegenpol
zu der Art, die im günstigen Fall einem und bnr diesem
einen Künstler eigen ist. Nur wo positive und negative
Elektricität einander begegnen, gibt es Fanken, Blitze,
Ströme.
- 28. Der herrschende Zustand des Vortrags aber
ist, dass falsche Tradition einerseits, Willkür anderer-
seits an die Stelle der Eigenart treten. Das Becept,
nach welchem die Virtuosen des Tages und der Mode
vorzutragen . pflegen , ist leicht festzustellen; der Takt
wird, besten Falls noch, als das Ding zwischen je zwei
Taktstrichen und nftcL Notenbalken, die der Spieler
„im Ange" hat, verstanden: eigentlich aber, was man in
unbekannten Stücken leicht bemerken kann, wird selbst
der Takt schon unverständlich gemacht, indem meist nur
die Noten glatt weggespielt werden; die Rhythmft ist so
weit in Ordnung, dasa die Notenwerthe genau zum Vor-
schein kommen. Oft genug freiUch werden auch sie durch
nnmUssige Rallentaudi gestört: — ich habe des Oefteren
in T. 10 der Appassionata von sehr „theuren" Virtuosen
dieses gehört:
raXl. ^
speciell von Frau Carrefio, die in diesem Satze auch noch
andere ganz elementare Taktfehler beging.
Den mechanischen Dehnungen entsprechen fast ebenso
unerträgliche AcceleraDdi, dazu kommt grelle Contrastirung
der Nuancen ohne Rücksicht auf Vorschriften des Com-
ponisten, brüllende oder krachende ff, als Beweise der
„Kraft", die die neunfüssige Goncertkanone billig hergibt,
säuselnde ipf, die durch Ueberspannung der Aufmerksam-
keit verblüffen sollen; Anschlags- und Pedal-Effecthasche-
reien — in den höheren Stadien der Albernheit nnsinnige
Verlängerung von Trillern und desgleichen Dehnung von
Schlüssen, das Tempo bis auf die willkürlichen Unter-
brechungen starr gleichförmig und beim Vortrag von ge-
tragenen Melodien jede Note in gleicher Stärke neben
der anderen gleichsam aufgenagelt, was weihevoll, abge-
klärt, objectiv heissen soll und bei der lieben deutschen
Kritik gemeinhin auch so heisst, Ȋhrend es den Zu-
hörer, wie alle jene Mittel und Hittelcfaen, doch nur an
der Nase herumführt. Dazu kommt aus guten Gründen,
638
nftmlicli wegen der musikalischen ünrerstAndlichkeit sol-
elien Vortrages, Beschränkung des Repertoires möglichst
auf das Bekannteste und Vermeidung von werthvoUen
technisch ansprachslosen StAcken, weil dort die Garikator
leichter hemerkt wird. In allen diesen Dingen gleichen
sich die Tagesvirtnosen bei meistens höchster ESntwickelang
der Fingerfertigkeit Alle wie ein Eü dem anderen; das
IndividueUe besteht bei ihnen nnr darin, wie Jeder von
ihnen jene Effecte znfHUig durcheinanderwirft. Und sie
sind es asumeist, die deir Phrasinmg mit ernster Miene,
mit stolzem Bewnsstsein von der Würde ihrer ^Individna-
lit&t*' ablehnend gegenüberstehen. Nichts ist hier seltener
als Anläufe von wirklichem Genie oder ausgeprägter Em-
pfindnngsweise.*) Ich sage dies nicht ans Hochmuth als
Clavierspieler den „engeren** Berufsgenossen gegenüber;
*) Ich mnss seit fünf Jahren als Kritiker der „Danziger
Zeitung'* diesen Zustand beobachten und ertragen.
ich muss aber als ELritiker sagen dürfen, was Hunderte
von ernsten Musikern in Deutschland mit mir empfinden,
die obenein noch das Verdienst dner tüchtigen Wirk-
samkeit im Bereich ihrer Wohnsitze nur zu oft Ton
der durchreisenden Oberflächlichkeit bei einem leicht-
getäuschten Publicum yerdunkelt sehen müssen« Ausser-
dem leidet diese locate Wirksamkeit ernster Künstler
darunter, dass das Publicum, wie oft es auch Enttäu-
schungen heimtrage, doch sein Geld stets wieder zu den
Berühmtheiten der Beclame trägt. Das Niveau des öffent-
lichen Clavierspiels drücken noch besonders concertirende
Sänger und Virtuosen anderer Instrumente herab, indem
sie absichtlich sich äusserlich fertige, aber innerlich ganz
unreife Persönlichkeiten mitnehmen, weil sie billig und
eine dunkle Folie fui die Goncertgeber sind. Der Beruf
des Kritikers wird diesen Clavierlakaien gegenüber voll-
ends zur Qual.
(Fortsetzung folgt)
Feuilleton.
Zum Dresdener „Rienzi^-JubiiSum.
Der Qüte des Bildhauers Hrn. Prof. Gustav Kietz in
Dresden verdanken wir die Kenntniss und die Erlaubniss
zum Abdruck des nachstehenden an dessen Bruder, den damals
in Paris lebenden, im Mai 1890 verstorbenen Bruder E. B. Kietz,
gerichteten Brieies von Ferdinand Heine, dem durch die vor
einiger Zeit bei Breitkopf & H&rtel in Leipzig erfolgte Ver-
öffentlichung von Briefen Richard Wagner's an ühlig, Fischer
und Heine auch in weiteren Wagner-Kreisen bekannt gewor-
denen treuen und dienstfertigen Freund des Dichter-O^mpo-
nisten, welcher in ungemein anschaulicher Weise den ausser-
gewdhnlichen Eindruck schildert, den .Rienzi** bei seiner am
20. October 1842 erfolgten ersten Aufmnrung in Dresden auf
die an dem Ereigniss activ betheilifi't gewesenen Künstler und
das Publicum hervorrief, und deshalb auch jetzt noch, nament-
lich bei dem 5€^ährigen AufEtlhrungfirjubiläum dieser Oper,
mit allgemeinstem Interesse gelesen werden wird.
D. Red.
Dresden, d. 24. Oct. 1842.
Mein lieber Kietzemietz!
Wo soll ich Worte hernehmen, um Dir den wahrhaft
beispiellosen Erfols;!! zu beschreiben, den die Oper unseres
Wagner hier gehabt hat! Ich laufe hier doch ^eine schöne
Reihe Jahre mit, habe hier Viel und Mancherlei erlebt, aber
einen solchen Mordscandal doch nicht, selbst nicht bei der
ersten Aufführung der „Eurvanthe", wobei allerdings zu be-
rüc^ichtigen ist, dass damals überhaupt das Publicum nicht
so leicht zu innamiren war wie seit einigen Jahren. Doch
ich muss meine GManken ordnen, um Dir und den anderen
Pariser Freunden Wagner's einen halbweg vernünftigen Be-
richt abzustatten. Dabei will ich mich bemühen, aUen Enthu-
siasmus und freundschafUiche Interesse bei Seite zu lassen
und nur glattweg wirkliche Facta berichten. — In den ersten
Zimmer- und Quartettproben schimpften Säne^r und Kammer-
musici uija die Wette über die unvernünftige Schwierigkeit
der Musik, kaum aber hatten sie die Ideen nur einigermaassen
begriffen, so trat eine, mit jeder Probe sich nur steigernde
Begeisterung ein, die sich bald allen Orchestermitgliedem, ja
den letzten Choristen mittheilte, wie sie mir noch nicht vor-
gekommen ist. Am höchsten aber trieben es Tichatschek und
Lipinski, vorzüglich Letzterer, die gar keinen Ausdruck stark
eenug für ihr Entzücken fancien. Allerdings fanden sich im
ferneren Verlauf des Einstudierens so viele Schwierifi^keiten,
dass ich fast glaube^ ohne Yater Fischer's unermüdliche Aus-
dauer und Thätigkeit wäre die Sache jetzt noch lange nicht
zur Reife und zu einer so schönen Reife gekommen. Fischer
hatte nicht mit mehr Liebe und Aufopmrung arbeiten und
sich abmühen können, wenn die Oper von seinem eigenen
Sohne gewesen wäre. Wagner erkennt dies auch doppelt
dankbar an und hat den guten, ehrlichen Fischer förmlich
und feierlich als Papa adoptirt, allerdings eine ganz neue Art
von Adoption, auf die Fisäier in kurzer Zeit ebäiso stolz sein
wird, als Wagner dadurch zuletzt nur eine gerechte Aner-
kennung um Fischer^s Verdienste um das Qelinfi;en seines
Werkes zu erkennen gibt. Besonderen Spass machte mir die
Schröder-Devrient, diese wurde, comme ä l'ordinaire, zuletzt
mit ihrer, allerdings höchst schwierigen und neben Rienzi
sogar undankbaren Partie klar und fertig, sodass Wagner wie
verdutzt und verdonnert war, und wir nur immer zu trösten
und zu beruhigen hatten. Desto ungeheurer war seine Ueber-
raschung am Abend der Vorstellung, wo sie urplötzlich Eins
ihrer grossartigsten Schöpfungen vor seine Blicke hinsauberte.
Ich wich den ganzen Abend, so weit es meine Geschäfte er-
laubten, nicht von seiner Seite und wusste nicht, woran ich
mich mehr erlaben sollte: an des Publicums Jubel und Ent-
zücken oder Wagner's eigenem Staunen über diese unüber-
treffliche Aufftlhrung seines Musenproductes. Doch halt, ich
komme aus Reih und Glied und muss noch einmal zu den
Proben zurück. Obgleich die Hauptprobe 6 Stunden und
darüber dauerte, steic^rte sich die Begeisterung für das Werk
immer mehr und mehr, die Choristen schrieen sich vor Lust
und Wonne die halben Lungen weg. die Sänger und Elammer^
musici stiessen aller Orten, wo sie hinkamen, so unbändig in
die Lobesposaune, dass mir ganz angst und bange VRirde,
die hochgespannte Erwartung des Publicums könnte dem Er-
folg eher nachtheilig sein. Aber siehe da: die Sache sing
prächtig! Unser prachtvolles Theater war trotz der erhöhten
Freise zum Drücken voll, vom ersten Ton der Ouvertüre an
herrschte tiefes Schweigen, und der donnernde Applaus am
Sohluss derselben wälzte Wagner und mir und allen seinen
Freunden eine Zentnerlast vom Herzen, so gewiss ich auch
des Gelingens im Voraus war. Jede Nummer erhielt gleichen
Bei&ll, nach dem 1. Act wurde Wagner herauggebrünt, nach
dem 2. und 3. ditto, der einfach ergreuende Schloss des 4 Actes
hinterliess eine förmliche Stille, vor der ich ordentlich erschrack,
im 5. wieder neuer Lärm und endlich ein Strampeln, Klatschen,
Hervorrufen Wagner^s, wie es mir in Wahrneit noch nicht
vorgekommen ist. Und denke Dir, die Oper wurde erst V«
auf 12 Uhr aus! und nirgends hörte ich ^lage über Lange-
weile, und Niemand verliess seinen Platz vor Ende der OMr,
— kurz: die Dresdner waren nicht mehr Dresdner. — Ich
war der alte Deberall und Nirgend, im Foyer, Büffet, Logen,
Parket, um nur die verschiedenen Meinungen zu verspüren,
und wusste nicht mehr, ob ich meinen Ohren trauen sollte.
Da steckten alle Notennesser, Kontrapuncthähne die Köpfe
zusammen und erklärten unverholen, oass Wagner sich mit
dieser Oper sofort mit den gediegensten Meistern aller Zeiten
in ^leicne Linie gestellt habe; dort wieder solche etliche
Itahenemarren, wie dieser dicke Graf Solms und Oonsorten,
die auf Beethoven, Marschner und dergl. schimpfen wie die
Spatzen, und meinten dennoch: das einge doch noch über dox
himmlischen Donizetti u. s. w. ~ Ich Glitte vor Freude närrisch
i
539
werden können! Al)er auch welche Anffülirang! Keck kann
man behaupten, dass in diesem Angenblick keine Bühne der
Welt ein solches Ensemble prodnciren kann. Tichatschek war
ein neuer Mensch, ein Heros! Trotz seines Baoul, Adolar und
allen anderen Glanzpartien hätte ich ihm nie einen solchen
flanzYollen Au&chwung zugetraut. Man konnte ihn in Wahr«
leit inspirirt nennen! Und dazu die Schröder-DeYrient, die
Wüst und W&chter, Dettmer und Alle, Alle! Besonders auch
die Chöre! Nein, — Fischer ist und bleibt ein Ghordirector
parexcdlence; Du kannst Dir keinen Begriff yon dieser Fril-
cision und Nuanciruug machen, trotz der gewaltis^n Massen
und Schwierigkeiten! Ich muss immer wieder aui die obige
Leier zurückkommen j so was haben wir hier noch nicht er-
lebt! Und glaube mcht etwa, dass das nur Freundschafts-
enthusiasmus ist, wo man seitdem hinkommt und hiiüiorcht,
vernimmt man gleiches Entzücken! — Wagner selbst erld&rte,
wenn er die Oper durch irgend ein Zaubermittel mit Allem,
was darum una daran hing, nach Paris hexen könnte, wäre
er zeitlebens ein geborgener Mann. Je nun. ich glaube auch,
ohne Paris soll diS nun der Fall sein! Schaae, dara der König
nicht hereinkommen konnte, er war' am Morgen mit dem
Pferde ^pstürzt und hatte sich etwas am Knie verletzt. Die
Prinzessmnen waren aber bis zum Schluss zugegen, und Prin-
zess Amalie, die Dichterin, hat wiederholt gäuceert: solch
einen Eindruck habe noch keine Ck>mposition auf sie ^macht,
es sei ihr inmier gewesen, als werde ein kostbarer Seidenstoff
mit Gold und Perlen durchwebt vor ihr aus^breitet. (Wir
erfuhren es anderen Tags von der Hofdame Friederici.) Der
König hat erkl&rt, dass er an der nächsten Vorstellung (die
leider durch das Angegriffensein Tichatschek's um einige Tage
hinausgerückt ist, eine natürliche Folge der anstrengenden
8 Proben und der Aufregung bei der ersten Yorstollung)
ebenfalls bis zum Schluss oeiwohnen wollte. Als Lüttichau
ihm bemerklich machte, dass die Oper allerdings sehr lang sei,
hat der Könie ramtwortet: Thut nichts, so ein Werk muss
man ordentlicn nören , ich werde in der Stadt schlafen. (Er
wohnt nämlich noch auf dem Weinberg). Auch Dein Heine-
männel hat sich nicht lumpen lassen und darf sich rühmen,
den Dresdnern Gostüme hingestellt zu haben, wie sie ihnen
noch nicht vor den Schnabel gekommen. Aber Da lieber Qott,
wie wenig und erbärmlich kommt man sich neben dem Gom-
ponisten vor. Wenn mir Jemand Complimente über meine
Gostüme machte, that eis mir immer leid, keinen Hundeschwanz
zu haben, um ihn geziemend einziehen zu können! Zur näch-
sten Vorstellung hat sich Wagner entschlossen, die Oper be-
deutend zu kürzen, dass sie bis nach V« ^^^^ ^^ ^^ spiele.
Es ist zwar schade um jeden Takt, aber was hilft es! Der
Erfolg wird dann um so nachhaltiger und allgemeiner sein,
denn jetzt kann keine deutsche Bühne wagen, ihren Sänffem
solche Aufgaben zu bieten. — Sonderbar imd schmeicheUiaft
für Wagner ist es aber, dass er bei dieser Kürzung die
meiste Schwierigkeit und Opposition bei den Hauptsängem
selbst findet ; trotzdem ihnen die Zunge vor Anstrei^^une aus
dem Halse hing, sind sie, besonders Tichatschek. so veniebt
in die Musik, cbss sie sich keine Note wollen nehmen lassen.
— Die nächsten 2 Vorstellungen sollen wieder bei erhöhten
Preisen sein, und demohngeaontet sind alle Plätze auf 8 bis
4 Mal schon ver^;riffen, scäass Wagner selbst für seine Ver-
wandten nicht die erbetene 2iahl von Plätzen bekommen kann.
Ich bin begierig auf das Honorar! —Wagner hättest Du und
die Pariser Freunde an jenem Abend säen sollen. Er war
ein Schatten, weinte und lachte aus Einem Sack^ umarmte
Alles, was ihm vor die Stange kam, und dabei lief ihm immer
der kalte Schweiss von der Stirn. Beim ersten Hervorruf
wollte er durchaus nicht hinaus, ich musste ihm einen unge-
heuren Sphub ffeben, dass er aus der Oouh'sse flog, aber auch
nicht einen Zou. weiter, als die Kraft des Stosses reichte,
daim prallte er ordentlich wieder vor dem (Gebrüll des Pub-
licums zurück. Zum Glück hat er 6ine so ÜEunose Nase, wie
Dir hinlänglich bekannt ist, und die linke Hälfte der Zu-
schauer konnte sich wenigstens an dem Anblick von deren
Spitze erlaben. Macht er das nächste Mal wieder solche
Sperenzien, so halte ich Deine Charge bereit und stecke sie
zum Souffleurkasten heraus. Sein armes Frauchen wollte
erst diesen Abend cnr nicht ins Theater, die Meine hat sie
unter ihre grossen Fittige genommen und sich zu ihr in die
Loge gesetzt. Die treue Seele hat sich in Compagnie mit
ihrem Kichard so abgeängstigt, daSs sie ganz grün und
jämmerlich aussieht. Desto besser wird nun aber auch der
Lohn schmecken. — Noch einen Spass muss ich Dir sagen:
damit Wagner die nächste Nacht in Wahrheit auf Lorbeeren
ruhen möäte, hatte ihm seine Frau einige Lorbeerblätter ins
Bett gelegt, und zwar direct unterm . . « .! er hat prächtig
geschmfen und die profanirte Buhmestrophäe erst den andern
[oreen sespürt. — Warner hat mich als Dritten im Bruder-
buna aufgenommen, icn hätte nicht den Muth gehabt, ihn
selbst darum zu bitten, ihm steht ja noch ein glänzendes Ziel
bevor!
Dein redlicher Freund und Bruder
F. Heine.
Tagesgeschichte.
Berichte.
Leipzig» Sl.October. Das am gestrigen Donnerstag statt-
gehabte Abonnementconcert im Neuen Gewandhaus
erhielt sein charakteristisches Gepräge durch die Mitwirkung
der Frau Antonia Mielke, Primadonna der Metropolitan Opera
in New- York. Wir lernten in ihr eine Sängerin von äusserster
Intelligenz kennen, deren, wenn auch nicht grosse, so doch
— und zwar namentlich im piano- Ansatz — wunderschön klin-
Sende Stimme eine ausfi;ezeichnete Schule genossen, infolge
eren es technische Schwierigkeiten für sie nicht zu ^ben
scheint: wenigstens überwana sie dieselben bei allen ihren
Vorträgen in geradezu spielender Weise. Ihre glänzendste
Leistung war £e Wiedergabe der Scene und Arie „Ocean, du
Ungeheuer*' aus „Oberen**; man merkte es, dass sich die
Künstlerin hier in ihrem eigentlicben Fahrwasser befand,
Auffassung, Deolamation und Intonation waren musterhaft.
Nicht so rückhaltslos anzuerkennen waren die gespendeten
Lieder vortrage: in den „Träumen** von Wagner hätte man
etwas mehr Innerlichkeit und Beseelung gewünscht, im
„Kreuzasug** von Schubert war die Intonation in den allerdings
sehr heiluen beiden Schlussversen nicht immer absolut rein,
und in Jensen's entzückendem Lied „Murmelndes Lüftchen**
beherrschte sie — was bei einer dramatischen Sängerin ^wiss
nicht gering zu veranschla^n ist — zwar gerade die minutiö-
sesten Stellen in meisterhaiter Weise, die Höhe hatte aber hier
einen etwas genressten ßeiklang. Alles in Allem verdient
Frau Antonia Mielke, deren geschmackvolle Wahl der vorzu-
tragenden Stücke noch ein besondereeWort der Anerkennung
fordert, gewiss mit Recht den Buf einer Sängerin ersten
Banges, und wir wünschten, immer gleich angenemne Bekannt-
schaften im Gewandhaus zu machen. Das Publicum zeichnete
die Künstlerin durch lebhaften Beifall aus, der sie zu einer
Zugabe (Mailied von Beinecke) veranlasste. Von den Instru-
mentalvorträgen des Abends sei zunächst eine Novität, Vor-
spiel zur bibüschen Scene „Die Sündfluth** f&r Streichorchester
von Oamille Saint-Saöns, erwähnt. Das Stück verräth überall
die geschickte Mache des französischen Componisten und ist
nicht bar an interessanten harmonischen Wendungen, ver-
liert aber in seinem ersten Theil durch die Lang^tiimigkeit
und Phrasenhaftigkeit der Themen und im zweiten ourch
ein in Hinblick auf den kirchlichen Stoff viel zu süssliches
Violinsolo. Die Ausführung der Novität wäre eine vorzüg-
liche zu nennen gewesen, wenn nicht die Wiedergabe des ge-
dachten Yiolinsolos seitens des Hm. Concertmeister Röntgen
(die sich weder durch Reinheit der Intonation, noch Schönheit
des Klanges — Eigenschaften, durch die sich sonst Gei^n-
Spieler auszuzeichnen wünschen — empfahl) bei allen mcht
einer abgebrauchten Tradition naohschmaohtenden G^müthern
die berechtigtste Bewunderung erregt hätte, und zwar zumal
in Hinsicht darauf, dass der G^ewandhauscapelle doch in
den HH. Hilf und Prill zwei Violinisten ersten Ranges zur
Verfügung stehen: sich die letztere Thatsache gebührend in
Erinnerung zu bringen, möge für die Zukunft bei ähnlichen
Anlässen dringend gerathen sein! Zum Schluss sei hinzuge-
fügt, dass das Programm des Abends vervollständigt wurae
durch die brillant gespielte „Abencera£en**-Ouverture von
Oherubini und durch Volkmann's DmoU-Symphonie, deren
Ausführung wohl in der Hauptsache, aber doch nicht immer
mit der B^eutung tmd Schönheit des Werkes Schritt hielt.
F. B. Pfau.
44»
640
Leipzig« Trotz des nicht ermutbigenden pecaniäreu Be-
sulJÄtes ihrer vorwinterlichen theilweise mit Hrn. Wille aus-
geführten Populären Kammermusikabende im Alten
Gewandhaus haben die treffliche Violinistin Frl. Edith
Robinson und der emststrebende Pianist Hr . y . Böse dieses
an sich sehr verdienstliche künstlerische unternehmen in
dieser Saison, unter ständiger Zuziehung des Violoncellisten
Hrn. Kiesling, fortgesetzt und am 17. Oct. unter Mitwirkung
des Bratschisten Hrn. Heintzsch bereits das 1. Goncert ver-
anstaltet. Dasselbe baute sich aus dem Glaviertrio Op. 70,
No. 1, von Beethoven, der DmoU-Cla vier- Violinsonate von
Schumann und Brahms^ Ador-Clavierquartett zusammen und
Hess betreffs der Ausftlhrung^ in allen seinen Theilen ein
schönes künstlerisches, auf gewissenhafte Vorbereitung zurück-
zuführendes Gelingen erkennen. Besonders erfreut hat uns
das Ciavierspiel des Hrn. v. Böse, weil es allenthalben einen
Fortschritt m seelischer Beziehung gewahren liess, während
Frl. Robinson, wie es uns scheinen wollte, seit vor. Winter
an Tön Volumen gewonnen hat. Hr. Klesling versteht sehr
hübsch auf seinem Instrument zu singen, und Hr. Heintzsch
passte sich im Quartett seinen Partnern sehr tüchtig an. Die
junge Genossenschaft ist zu diesem ersten künstlerischen Er-
folg aufrichtig zu beglückwünschen.
Auch das langjährige Institut der eigentlichen Gewand-
haus-Kammermusiken, jetzt im Neuen Gewandhaus domi-
cilirt, ist mit seiner ersten Veranstaltung herausgetreten. Das
Quartett der HH. Hilf, Becker, Sitt und Jul. Kiengel
hatte zum Vortrag die Streichquaartette Op. 18, No. 1, von
Beethoven und in Bdur, Op. 67, von Brahms gewählt, zwi-
schen welche Werke Schuberts sogen. Forellen-Quintett, aus-
geführt von den HH. Prof. Dr. Rein ecke. Hilf, Sitt, Klengel
und Schwabe, eingereiht war. Den tiefsten, nachhaltigsten
Eindruck machten die beiden Streichquartette, das allbekannte
classische Beethoven's(fhe und das nicht minder geniale mo-
derne von Brahms, das sich auch bei dieser Gelegenheit
wieder als ein köstlichstes Juwel seiner Gattung erwies und
mit Jedem seiner vier Sätze den Zuhörer in die künstlerisch-
seligste Stimmung versetzte. Geradezu zauberhaft in seinem
traumhaften Klangcolorit — wie eine Sage aus der Märchen-
welt mit ihren herrlichen Wundern — wirkt der 3. Satz, er
mnss aber aacli so poetisch erfäBSt und gespielt werden, wie
dies an diesem Abend durch die auserlesene Quartettvereini-
gung geschah. Die vier Herren haben übrigens gleich an
diesem ersten Abend ein so minutiöses Ensemble und inniges
sich-einander- Verstehen erkennbar werden lassen, dass eine
Steigerung kaum möglich erschien. Dass Hr. Gapellmeister
Sitt auch für diesen Winter seine Mitwirkung an der Bratsche
zugesagt hat, kommt einer nicht zu überbietenden Besetzung
dieses Instrumentes gleich. Stand nach Tiefe des musikali-
schen Gehaltes das Schubert'sche Quintett den beiden Quar-
tetten nach, so liessen dies ihm die Ausführenden jedoch nir-
gends- entgelten, sondern dieselben wetteiferten in der pietät-
vollen und warmfühligen Execution des Werkes in rühm-
lichster Weise miteinander, sodass der Beifall nach den ein-
zelnen Sätzen kein Ende nehmen wollte. Ein schöner Blüthner-
Flügel diente Hrn. Prof. Dr. Reinecke zum willigen Dolmetsch
von dessen Auffassung.
Zwei geistliche Musikaufführungen führten uns in letzter
Zeit zwei Mal in die Pauli ner-Kirche. Die Erstere derselben
wurde von dem schon desOefteren an dieser Stelle gewürdigten
blinden Organisten Hm. Pf annstiehl unter Mitvyirkung des
Baritonisten Hrn. E. Schneider und des Hornisten Hrn.
B. E. Müller veranstaltet, welch letztere Beide ebenfalls
ihre wiederholt öffentlich bewährte künstlerische Tüchtigkeit
documentirten. Hr. Müller führte sich dabei auch in der
Eigenschaft als Gomponist vor, nämlich mit einem Andante
religioso ftir sein Instrument, das weniger durch besondere
Gedanken, als durch gefällige Melodik und die prakticable
Art der Behandlung des Instrumentes sich charaktarisirte.—
Die Andere dieser Aufführungen wurde von der Sängerin Frl.
Marg. Grossschupf, dem Orgel virtuosen Hm.Paul Gerhardt
und dem jungen Violoncellvirtuosen Hm. Hugo Schlemüller
gegeben. Hr. Gerhardt, den wir schon von den Prüfungen
am k. Conservaterium der Musik her als tüchtigen Orgelspieler
kannten, gab mit dem Vortrage der Kirchlichen Festen verture
von Nicolai-Liszt, der Gmoll-Passacaglia von S. Bach und den
As dur- Variationen von L. Thiele Beweise seiner mittlerweile
erlangten künstlerischen Reife, und blieb es nur zu bedauern,
dass das in manchen Theilen etwas schwerfällige und ge-
räuschvoll functionirende Instrument dieser Kirche die Inten-
tionen des jungen Künstlers nicht überall vollständig zur
■^
Geltung kommen liess. Hr. Schlemüller, noch Schüler des
soeben genannten Institute, machte durch schöne, nur nicht
immer reine Tongebung und geschmackvolle Auf Passung seinem
f rossen Lehrer Hrn. Klen^l alle Ehre^ während der €^esang
es Frl. Grossschupf in semem soldatisch-derben Wesen uns
nicht sympathisch zu berühren vermochte. Jeden&lls hat.
diese Sängerin in früheren Jahren empfindungsvoller gesungen
und das Organ edler geklungen, als jetzt.
Bremen. Von unserer Oper, die am 1. September wieder
begann, ist zunächst zu melden, dass in der neuen Spielzeit
zwei Kräfte gewonnen worden sind, welche sich weit über das
in unseren Verhältnissen gewohnte Durchschnittsmaass erhe-
ben: Frau von Hübbenet, bisher in Gassei engagirt, und
Hr. Ernst von der Berliner Hofoper. Wir sind in Bremen,
das in Kunstsachen „draussen im JEteiche" oft ganz BsLlsch be-
urtheilt wird, denn doch ziemlich verwöhnt durch die Lei-
stungen einer Klafsky, Temina und Bettaque, die hier jahre-
lang engagirt waren und ausserordentlich gefeiert wurden.
Aber die neue Künstlerin braucht vor den genannten Grössen
nicht zurückzutreten, und ihre bisherigen Leistimgen an un-
serer Bühne: ihre Iphigenie in Glückes Oper, ihre Elisabeth
im „Tannhäuser*', ihre Elsa, Garmen und Santuzza zeugten
ebenso von ihrer gewaltigen dramatischen Gesteltungskraft,
als von stimmlicher Begabung und Vielseitigkeit. Auch im
Goncertsaal hat sie bereits glänzende Erfolge errungen, Hr.
Ernst ist ein Heldentenor von bewundernswerther darstelle-
rischer Kraft und Gewandtheit; wenn seine Stimme gleiche
Vorzüge besässe, — nun, dann wäre der Künstler eben nicht
in Bremen. Jedenfalls ist er für unsere Oper eine höchst
sohätzenswerthe Kraft. Von den aufstrebenden Talenten
unserer Bühne zeigt sich der bereite in früheren Berichten
gelobte Heinrich Scheuten als in erfreulicher künstlerischer
Entwickelung begriffen; aber so viele kleine und grosse
Rollen er neu studirt und mit Beifall vorgeführt hat, seine
Haupterfolge hatte er bisher doch im Goncertsaal, dort dürfte
er, wenn er so weiter strebt, für die Erreichung der höchsten
Ziele geschaffen sein. — Ein seltenes Fest beging das Bremer
Stedttheater am 16. und 16. October: die Feier des hundert-
jährigen Bestehens einer ständigen Bühne in Bremen. Neben
einem Fee^niele ^sunen zur Aufführung, um das ,»Einst*^ un^
„Jetzt" in aer Oper zu veranschaulichen: das Singspiel „Der
Apotheker und der Doctor" von Ditters zu Dittersdorf , ein
Werk, das vor hundert Jahren hier mehrfach aufgeftkhrt
wurde, und „Lohengrin", die zugkräftigste Oper der neueren
Zeit. Eine kunstgeschicntlich interessante Ijereichernng er-
fuhr unser Repertoire durch die Ausgrabung*' der Mozart'-
schen Jugendopern „Bastion und Bastienne" und „Die GArt-
nerin**. —
Auch in diesem Winter schreiten die HH. Bromberger
und Skalitzky auf dem seit zwei Jahren eingeschlagenen
Wege fort, dass sie nämlich fUr ihre Kammermusikabende
Gesangskräfte allerersten Ranges gewinnen, ein Verfahren,
das beim hiesigen Publicum den lebhaftesten Anklang findet.
Diese Musikaufführungen gehören hier zu den am meisten
besuchten Goncertabenden , bieten sie doch eine reiche Aoe-
wahl, reiche Vielseitigkeit und reiche künstlerische Gtenüsse.
An den sechs Kammermusik- Abenden wirkten mit: Eugen
Gura, Julia Uzi elli, Amalie Joachim, Alice Barbi, ferner
die Violoncellisten Robert Hausmann und Hugo Becker
und im Streichquartett die HH. Bassermann, Ludwig
Becker, H. Düsterbehn und A. Blome. Seine z&he Aus-
dauer, seine künstlerische Schlagfertigkeit, sein rasüosas
Weiterstreben bewies Hr. Bromberger ausserdem noch bei
vielen Gelegenheiten, bei seinen Vorträgen int Künstlerverein,
bei seiner Mitwirkung am Liederabend von Andreas Dippel,
wo er Scherzo Op. 20 von Ghopin, Etüde von Henselt und
einen Goncertwalzer von G. Reinthaler spielte, und ein groBser
künstlerischer Erfolg war für ihn auch das Goncert seines
Frauenchors, in dem Frl. Marie Joachim und Frau Pauline
Metzler-Löwy mitwirkten, und bei dem ein fein zusanunen-
gestelltes Programm (im 2. Theile Pergolese's „Stabat mater**
für Sopran- und Alteolo, Frauenchor und Streichorchester)
ausgeführt wurde. Bereite am 11. October eröffneten die
HH. Bromberger und Skalitzky die Reihe ihrer dieigährigea
Kammermusikabende durch die Aufführung von Beethoven's
Ddur-Serenade Op. 8 (Vortragende: die HH. SkaUtzkj, Blome
und H. Becker) und Schumann^s Esdur-GlavierquartettO|>.47,
dessen Glavierpart Hr. Bromberger, wie nicht anders zu er-
warten stand, vorzüg-lich ausführte. Als Sängerin wirkte Fxau
Ernestine Heink mit, die ich diesmal nicht hören keBBie,
l
I
w
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die sich aber bereits im vorigen Winter bei ihrem ersten
Auftreten in Bremen als eine künstlerische Erscheinung aller-
ersten Ranges zeigte. Dr. Ludwig Braeutigam,
Coiicertunnsoh«u.
Amsterdam. Abonn.-Gonc. im Keuen Goncerthaus (Kes)
aml3. Oct.: Dmoll-Symph. y. A. Brückner, „Athalia**-Ouy.
Y. Mendelssohn, „Lonengrin^'-Yorspiel y. Wagner, Trauer-
marsch einer Marionette y. Gounod, 3. Satz a. dem Streich-
quart. Op. 18, No. 5, y. Beethoven.
Annaberg* 1. Museumsconc. (Stiehler): Mündlicher Vor^
trag über Colnmbus, „Die Fahrt des Columbus^, Scene f. Orch.
y. A. Stiehler, Festouvert.. v. Bargiel, Kaiser-Marsch von
Wagner, Claviervorträge des Frl.Tancera a. Wien (Adur^
Conc. u. Tarantelle v. Liszt, Romanze „L*Alouette*' v. Q-linka-
Balakirew).
Berlin. Erö&ungsconcerte des Saales Bechstein: 4. Qct.
Gompositionen v. Mozart (CmoU-Phant.), Beethoven (Sonate
Op. 81), Kiel (Variat. n. Fuge Op. 17), Schumann („Wiener
Faschingsschwank") und Chopin (Nott. Op. 87, No. 2, Im-
promptu Op. 36, ScJierzo Op. 39 u. Berceuse Op. 57), vorgetr.
y. Hm. Dr. H. v. Bülow. 6. Oct. ßdur-Streichsext., Dmoll-
Clav.-Violinson. u. Clarinettenquintett v. Brahms. (Ausfüh-
rende: HH. Dr. Brahms [Clav.], Prof. Joachim, Kruse^ Wirth,
Bram Eidering, Hausmann u. Dechert [Streicher], sowie Mühl-
feld (Clar.J.) o. Oct. Olav.-Violason., sowie SoU f. Qea. (zwei
Persische Lieder) u. f. Olavier (Variat. Op. 88, Ballade nach
Bürger's „Lenore^ etc.) v. A. Rubin st ein, Arien v. Galdara
u. Pergolese. (Ausföhrende: Frl. v. Jerebtzofif [Qesang] und
HH. Rubinstein [Clav.] u. Krelle [Viola].) — Conc. der „kleinen"
Pianistin Frieda Simonson unt. Mitwirk, des Frl. Schindler
(VioL) u. des Philharm. Orch. (Herfurth) am 8. Oct.: Ouvert.
zu „Figaro's Hochzeit" v. Mozart, Soli f. Clav. v. Beethoven
<0dur-0onc.), S. Bach (Prael. u. Fuge in Dmoll), Raff (Mar-
che de Bohömiens), Moszkowski (Gdur-Etude) u. A. u. f.
Viel. v. Ernst („OtheUo"-Phant.) u. Saint-Saöns (Introd. u.
Rondo capricc.). — Conc. zum Beeten der Musikabtheil, der
Deutschen Frauenabtheil. b. der Weltausstellung in Chicago
1898: Vorträge des Kulenkamp^Tschen Frauenchors unt. Leit.
des Hm. Kulenkampff (Lied fy. Shakespeare] von Brahms,
„Schön Aennchen" v. G. K ulen kämpf f, „Ständchen" mit
Altsolo [Frl. Rückward] v. Schubert etc.), der Frls. Hiedler
(Ges., „Ich liebe dich" von Liszt, „Könnt ich die schönsten
Sträusse winden" v. Ingeborg v. JBronsart, „Genesung" v.
Franz etc.), Rückward („0, lassdich halten" v. Ad. Jensen
etc.) u. Schindler (Viol.) und der Frau Scherres-FriedenUial
(Clav. ,5. Barcarolle v. Rubinstein, CampaneUa v. L i s z t etc.) .
— 1. J?hilharm. Conc. (Dr. Hans Richter): 7. Symph. v. Beet-
hoven, „Siegfried-Idyll" u. „Meistersinger"- Vorspiel v. Wag-
ner, Ouvert. zu „Benvenuto Oellini" y. Berlioz, 1. Ungar.
Rhaps. v. Liszt). (Keines der vorstehend registrirten , von
der Concertdirection H. Wolff arrangirten Concerte theilt das
Domicil der mitwirkenden Künstler und Künstlerinnen mit,
es ist nirgends angegeben, ob dieselben aus Berlin, Buxtehude
oder sonstwo her sind, und dadurch vorgesehen, dass die noch
unbekannteren Kummern des Woln^schen Künstlerlagers
nur durch diese Firma zur Mitwirkung in Concerten bezogen
werden können. Und die Herrschaften, welche sich von Hrn.
Wolff nicht viel anders als Waare behandeln lassen, die auf
Bestellung verhandelt und verschickt wird, fiihlen diese
Leibeigenschaft nicht einmal!)
Bonn. 2. Aufführ, des Beethoven-Ver. (Köhler): Sym-
Shonien v. Mozart (Bdur) u. Haydn(Cdur), And. a. der Trag,
ymph. u. Ouvert. zu „Alfonso und Estrella" von Schubert,
Solovorträge des Frl. Müsch a. Cöln (Ges., Arie a. „Gatharina
Oomaro" v. F. Lachner u. „Bas Haidekind" u. „Betrogene
Liebe" v. E. Hildach) u. des Hm. Ebert a. Ooblenz (Violonc,
Romanze v. Volkmann u. Schiffers Abendlied und Scherzo
eig. Comp.).
Breslau. 4. Symph.-Conc. der Bresl. Concertcap. (Riemen-
schneider): 8. Symph. v. Beethoven, „Wilhelm Tell"-Ouvert.
v. Rossini, „Lohengrin" - Vorspiel v. Wagner, „Träumerei im
Walde" f. Orch. v. M.Plü ddemann u.a. Orchestemummern,
Claviervorträge des FrL Welz („Die Jagd" v. Rh einberge r,
Valse V. Wieniawski etc.).
Chemnitz. Symphonieconcerte der stftdt. Cap. (Pohls):
No. 1. 1. Symph. v. Schumann, Ouvert. zu „Die G^eschÖDfe
des Prometheus" v. Beethoven, Soenen a. dem S. Au£sug der
„Meistersinger" v. Wagner, Entr*acte a. dem „Gouverneur
von Tours" v. Reinecke, Solovorträge der HH. Schiemann
(Viol., „Albumblatt" v. Wagner-Wilnelmj) u. Majm (Vc^.,
Tarantelle eig. Comp.). Ko. 2 unter Mitwirk, des Seminar-
chors a. Zschopau (Höpner): DmoU-Symph. von Dietrich,
„Freischütz"-Ottvert. v. Weber, „Szössat" v. Böni u. Hymnus
y. Erkel, orchestr. v. Liszt, vier Sätze a. der Reformations-
cant. „Ein feste Burg" y. S. Bach, Volkslieder f. gem. Chor
v. Silcher, VioHnvorträge des £üm. Ohliger (Romanze v.Wil-
h e 1 m j u. Introd. u. Rondo brilL y . W ieniawski). No. 8. Colum-
bus-Symph. v. Abert, Ouvertüren v. Mendelssohn u. Wagner
(„Der fliegende Holländer"), Trauermarsch a. der „Göttemäm-
merung" v. Wagner, Violinconc. v. Mendelssohn (fiOr. Ohliger).
— JuMlfeier des 76jähr. Bestehens der Singakad. (SchneuLer)
am 11. Oct.: Festouvert. v. Th. Schneider, „Der Rose Pil-
g erfahrt" v. Schumann, Weihegesang f. Chor u. Orchester v.
. T. Brunner. -Agnus Dei" f. Solostimmen u. Chor v. J, G.
Kunstmann, „Wem vom Himmel ward verliehen" f. gem.
Quart. V. H. A. Stahlknecht.
Chrlstianla. 1. Conc. des Musik ver. (Holter): 8. Symph.
y . Beethoven, „Siegfried-Idyll" y. Wagner, Solovorträge der
HH. Bergh (Ges» Siciliana a. „Cavalleria rusticana" v. Mas-
ca^ni, „Maria Gnadenmutter" y. Sinding, „Gamle Mor" v.
Grieg u. „Die beiden Grenadiere" v. Schumann) u. Hai vorsen
(Viol., Adur-Conc. v. Mozart u.' Rondo-Capriccio v. Saint-
Saöns).
Cöln. 1. Kammermusikaufführun^ der HH. Hollaender,
Schwartz, Kömer u. He^esi unter Mitwirk, der HH. Pauer
(Clav.) u. Friede (Clar.): Streichquartette v. Schumann (Adur)
u. Beethoven (Op. 59, No. 8), Bdur-Trio f. Clav., Clar. und
Violonc. V. V. dvEndy.
Darmstadt. 1. Conc. des Musikver. (de Haan) m. Han-
dels „Judas Maccabäus" unt. solist. Mitwirk, des Frl. Schmidt
a. Frankfurt a. M., der Frau Walther v. hier u. der HH. Dierich
a. Leipzig (?) u. Müller a. Frankfurt a. M. — 1. Conc. der Hofcap.
(de Haan): 5. Svmph. v. Beethoven, „Phaöton" v. Saint-
Saöns, Ouvert. Op. 124 v. Beethoven. Zwischenactamusik und
„Rufung der Alpenfee" a. der „Mann'ed"-Musik v. '.Schumann,
Gesang vortrage des Frl. Leisinger a. Berlin („Vorabend" aus
den BrauÜiedem v. Cornelius, „Vergebliches Ständchen" v.
Brahms etc.).
Dresden. 1. Kammermusikabend der Frau Stern (Clav.)
u. der HH.Petri u. Stenz (Streicher): Ciaviertrios v. Volkmann
(Bmoll) u. Beethoven (Op. 70, No. 2), Bdur-Clav.-Violinson.
v. Mozart. — OrchesteraunÜhr. zum Besten der Unterstützungs-
casse der Schüler des k. Conservat. f. Musik am 18. Oct.:
6. Symph. v. Beethoven, „Hebriden"-Ouvert. v. Mendelssohn,
Solo vortrage des Frl. Stein (ßeB.) u. der HH. Bachmann (Clav.,
1. Satz a. dem AmoU-Conc. v. Schumann) u. (jlamper (Violonc,
Nott. V. F. Grützmacher).
Graudenz. Conc. der Frls. Krüger (Ges.) und Fritsch
(Clav.) u. des Hm. Fei. Meyer (Viol.) a. Berlin am 11. Oct. m.
Soli f. Ges. V. F. Hiller (Gebet), Rubinstein („Der Asra"),
V. Koss (Winterlied) U.A., f. Clav. y. Liszt (Hmoll-Ballade).
Klein (Liebeslied) u. A. u. f. Viol. v. Beethoven (Conc.) u. A.
Hannover. Wohlthätigkeitsconc. des Hm. Kunke (Clav.)
unter Mitwirk, des FrL Schotel (Ges.) u. des Hrn. Lorleberg
(Violonc.) am 12. Oct.: D dur-Clav.-Violoncellson. v. Rubin -
stein, SoH f. Q^s. v. F. Lorlebere; („Ein Abschied"), Grieg
(„Die Prinzessin"), Reinecke (FrühUngslied) u. A., f. Clav.
V. Beethoven (Son. appass.), Chopin u. Liszt (Tarantella e
Canzona Neapolitana) u. f. Violonc. v. Pergolese, Simon (Ber-
ceuse) u. Moszkowski (Span. Tanz).
Innsbruck. 1. Mitgliederconc. des Musikver. (Pembaur) :
D dur-Sy mph. v . Haydn , „Friedensfeier" -Festouv. v. R ei n e c k e,
„Herzwunden" u. „Frühling" f. Streichorch. v. Grieg, Solo-
vorträge der Frau Fleisch a. Frankfurt a. M. (Gesang, Arie
„Sieh, mein Herz erschliesset sich" v. Saint-Saöns, „Jetzt
ist er hinaus" v. H. Riedel etc.) u. des Hm. Eibl von hier
(Viol., 11. Conc. v. Spohr).
Kaiserslautern, l. Conc. des Caecilien-Ver., ausgeführt
y. den HH. Hollaender, Schwartz, Kömer u. Hegyesi a. Cöln:
Streichquartette v. Mozart (Cdur), Schumann (Adur) u. Beet-
hoven (Op. 59, No. 3), Adagio a. dem 2. Violinconcert von
Bruch.
Kiel. Wohlthätigkeitsconc. des St. Nicolaichors (Forst)
unt. Mitwirk, der HH. Voigt u. Harries am 29. Sept.: Chöre v.
Palestrina, Ecca^ und Mendelssohn, Soli f. Org. v. S. Bach
(Edur-Fuge etc.) u. Mendelssohn (2. Son.) u. f. Viol. v. S. Bach.
— Conc. V. Frl. Tornquist (Ges.) u. HH. Hanken (Clav.) und
Voigt (Viol.) am 3. Oct.: Clav.- Violinson. Op. 96 v. Beethoven,
Soli f. Ges. V. Ad. Jensen („Am Ufer des Manzanares") u. A.,
542
f. Clav. u. f. Viol. V. Wieniawski („Legende"), Grieg (Nor-
weg. Tanz) n. A.
Leipzig. 3. Abonn.-Gonc. im Neuen (Gewandhaus (Prof.
Dr. Beinecke): 1. Symph. v. Volkmann, „Abenceragen^-Onv.
v.CheraHni, Vorspiel zur Soene „Die Sündfluth'' f. Streiohorch.
y. Saint-Saöns, Glesaiijryortr&ge der Frau Mielke ans New-
York („Träume** v. R. Wagner, „Murmelndes Lüftchen" v.
Ad. Jensen etc.). — Abendunterhaltung im k. Conservat.
der Musik am 80. Sept.: Dmoll-Streichquint. v. Onslow =HH.
Oppenheim a. Brunn, Richter a. Leipzig, SfttÜer a. Bockwai. S.,
iwth a. Weimar u. Hammig a. Leipzig Yocalduette „Klftn^**
u. „Am Strande** v. Brahms u. „Lied aer Vöglein** v. Rubin-
stein = Frls. Schumacher a. Rostock u. Rebling a. Leipzig,
Ck>ncert8tück f. Violonc. y. Seryais — Hr. Beyer a. Lyon,
Violinconc, 1. Satz, y. Beethoyen = Hr. Wille 1. aus Greiz,
Gdur-Glayiertrio y. Beethoyen = Frl. Strassberger a. Leipzig
u. HH. Wamecke a. Wiesbaden u. Bramsen a. Gopenhagen,
Ddur-Glayierconc. y. Mozart = Frl. Holmden a. Birmingham.
— 1. Kammermusik im Neuen Gewandhaus: Quint. Dp. 114
y. Schubert, Streichquartette y. Beethoyen (Op. 18, No. 1) u.
Brahms (Bdur). (Ausführende: HH.Prof.Dr.Keinecke[01ay.1,
Hilf, Becker, Sitt, Elengel u. Schwabe [Streicher].) — Geistt.
MusikauffÜhr. des Frl. GrosBSchupf (Ges.) u. der HH. Gerhardt
(Org.) u. H. Schlemtdler (Violonc.) am 28. Oct in der Kirche
ZT^ St. Pauli m. SoH f. G^. y. A. Becker („Du, Herr, bist
unser Vater**), Liszt („Der du yon dem Himmel bist**) U.A.,
f. Org. y. Nicolai-Liszt (Festouyert. üb. „Ein feste Burg**),
S. Bach QPassacaglia) u. Thiele (Variat. in Asdur) u. £ Violonc.
y. S. Bach, J. Kien gel (Sarabande) u. Goltermann (Adagio).
London, l. Saturday aftemoon Conc. im Crystal Palaoe
(Manns) : 8. Symph. y. Beethoyen, Ouyert. „Li Memoriam** y.
A. Sulliyan, symph. Dicht. „Los Lupercales^ y. A.Wormser,
Orchesterballade „A Day Dream**
0.
Liiagey,
inodT, Gl
Soloyor-
rieg und
„ y. u. A. Lidj
träge der HH. Oudin (Gles., Arien y. Gou:
Cham in ade) u. de Fachmann (Glay.).
Magdebnpg. Am 5. Oct. Aufführ. y.Haydn*s „Schöpfung**
durch den Kirchengesangyer. (Rebling) unt. Solist. Mitwu^
des Ehepaares Schmidt(-Köhne) u. des Hm. Grahl a. Berlin.
— 1. Abonn.-Oonc des Brandt'schen Gesangyer. (Brandt) mit
Haydn's -Jahreszeiten** unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Schauseil
u. der HH. Dierich u. Gillmeister.
Nürnberg. 8.-6. Eliteconc. der Winderstein'schen Gap.
(Winderstein): „Le Rouet d'Omphale** y. Saint-SaCns, Ouy.
zum „Fliegenden Holländer**, Huldigune;8niarsch , Fragmente
a^^Lohengrin**. „Tannhftuser**, den „Meistersingem** u. der
Walküre" y. Wagner, Ouyertnren y. Gade, Thomas, Ros-
.gne
(No.
sini u. Beethoyen (No. 8 zu „Leonore**), 1. Ungar. Rhaps. y.
Liszt. Taranteile a. „Venezia e Napoli** y. demselben, orcnestr.
y. Müiler-Berghaus, Intermezzo aus „Freund Fritz** y. Mas-
cagni u. A. m.
Pforzheim. Kammermusikabend des Instrumentalyer.
am 3. Oct.: Drei SKtze a. dem Clarinettenquintett y. Mozart,
And. a. dem Clayierquart. Op. 16 y. Beethoyen^Gesangsoli y.
Bruch (Arie a. „Odysseus**), F. Wüllner („Wenn &. dein
Haupt mir neigst**), Franz („Ln Mai**) u. A. (Ausführende:
Frl. Höfken a. Göln [Ges.] u. HH. Baal [Clay.l, ScbaU, Kunz,
Jacob, 0. Schifferdecker [Streicher] u. Dill [Clar.].)
Regensbnrg. Greistl. Conc. des Protestant. Kirchenchors
(Geiffer) am 19. Oct.: Psalm 121 f. Chor m. Org. y. 0. Geiger,
Weihnachtslied f. gem. Chor u. Soli y. Volkmann, altdeut-
sche geistl. Lieder „Christi Leiden** u. „Gottes Edelknabe**,
f. gem. Chor bearbeitet y. C. Riedel, SoloyortrS^ des Frl. Stoer
(Ges.) u. der EDE. Distler (Ges., Psalm 62 y. A. Becker), Gross-
mann (Ges.) u. Geiger (Orgel, Phant. u. Fuge in GmoU yon
S. Bach, Conc. m. Streichorch. u. zwei Oboen y. Händel und
Fisdur-Son. y. Rheinberger).
Saarbrücken. Kammermusikabend der HH. Hollaender,
Schwartz, Kömer u. Hegyesi a. Cöln (Streicher) unt. Mitwirk,
des Hm. Fassbaender ((^ay.) am 10. Oct.: Clayierquintett y.
Schumann, Streichquartette y. Mozart (Cdur) und Beethoyen
(Op. 69, No. 8), Variat. a. dem Dmoll-Streichquart. v. Schu-
bert, Adagio a. dem 2. Violinconc. y. Bruch.
Siegen. Conc. des Männergesangyer. (Bremner) am 9. Oct. :
-jFreischütz**-Ouyert. y. Weber, Marsch a. „Tannhäuser** yon
Wagner, .Deutsches Aufgebot** f. Mftnnerchor, Baritonsolo
u.Orch. y. T. Ochs. „Sieges^^esang der Deutschen** f. Männer-
chor u. Orch. y. A ot, Brautlied a. „Lohenmn** y. Wagner,
f. do. arr. y. Bremner, Männerchor „Das Heldengrab** yon
L. Liebe, zwei Vocalquartette y. Koschat, Clayieryorträge
des Hm. JBremner (Serenata y. Moszkowski, „Morgendäm-
merung** y. Ad. Jensen etc.).
Sondershausen. Conc. f. die Wittwen- u. Waisencasse
der Hofcap. am 16. Oct.: Orchestersuite yon Mac-Do well,
Ouyertnren y. Grieg („Ln Herbst**) u. Beethoyen (No. 8 za
„Leonore**), Soloyorträge der Frau Ren^ y. hier (Ges., »Mur-
melndes Lüftchen** y. Ad. Jensen^^.Mein Herz ist im Hoch-
land*" y. Hiller etc.) u. des Hm. Wörl a. Wien (Violonoell,
zwei Sätze a. dem Conc. y. Molique).
Stendal. 1. Symph .-Conc. der yereinigten städt. u. Mili-
tärcap. (GferlJer u. Lehmann): Waldsymph. y. Raff^ „Euxr-
anthe'*-Ouyert. y. Weber, „Vom Herzen zum Herzen** f. Streich-
quartettchor y. E. Seifert, Gesangyorträge des Frl. Perl aus
Sondershausen („Liebesglück** y. Sucher, „Er ist gekommen*'
y. Franz, Seren, y. Bruch, „Wenn der Vogel naschen will"
y. Meyer-Helmund etc.).
Stoektaolm. 1. Bymph.-Conc. der k. Cap. (Hallön): Esdur-
Sjmph. y. Mozart, Vorspiel u. „Charfireita^iszauber** a. „Par-
sifal^ y. Wagner, And. cant. a. dem Streichquart. Op. 11 y.
Tscha'lkowsky, Air de BaUet a. den „Seines pittoresques*'
y. Massenet, Arie „Ah,perfido** y. Beethoyen (Frl. Hulting).
Wismar. Orgelcono. des Hm. Dr. StoUbrock am 27. Au^^.
m. Werken y. S. Bach (FmoU-Fuge), Händel (Bdur-Concert),
StoUbrock (Choralbehandlnng y. „£in feste Burg**), Kühm-
stedt (Fant, eroioa), Guilmant (Symph. m. Orch.) n. A. in
Abwechs. m. Gesangyorträeen der Fniu Gh)ldbach a. Berlin
(Arie „Bleibe bei uns** u. Aoendlied y. StoUbrock u. Arien
y. Händel u. Blumner [„Dein, o Heiland**]). — Wohlthätig-
keitsconc. des Hm. Dr. StoUbrock unt. Mitwirkung der Fran
Schröder, der HH. Hopsch u. Teetz und der Militärcan. am
16. Oct.: Conc f. Orff., Streichorch. u. drei Homer u. Variat.
a. der Suite f. Org., vioL u. Violonc. Op. 149 y. Rheinber-
§er, Phant. f. Org. zu yier Händen y. Kühne, Soli f. G^. y.
tollbrock („Gott schütze dich** und „Schweige still**) und
S. Bach u. f. Org. y. S. Bach und Herzog (Ohoralyorspiel
„Schmücke dich, o liebe Seele**).
Zwlekan. 1. Abonn.-Conc. des Musikyer. (Vollhardt):
Bdur-Symph. y. Haydn, Ouvertüren y. Weber („Der Beherr-
scher der Geister*') u. Wagner („Rienzi**), Melodien „Hers-
wunden** u. „FrühÜnjg;** f. Streichorch. y. Grieg, Gesangyor-
träge des Frl. Bossenberger a. Dresden (Wiegenlied y. F. Kies,
-Zur Drossel sprach der Fink** y. d* Albert, „Der Traum** y.
Rubin stein, „Frühling und Liebe** y. F. Sieb er etc.). —
1. Geistl. Musikaufführung des Kirchenchors zu St. Marien:
Chöre y. Ghillus, M. Hauptmann u. H. Vollhardt („Du, meine
Seele** u. „O, Vaterhand**), Soloyorträge der HH. Reichert a.
Dresden ((^., „Ich liege und schlafe^ y. H. Schütz, „Agnus
Dei** eig. Comp. u. „Nehmet das Wort an** y. A. Becker) u.
Türke y. hier (Org., 6. Toccata y. Frescobaldi u. CmoU-CJon-
certfuge y. 0. Dienel).
Veraltete Programme^ scwie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeaclUet bleiben!
Engagements und GIste in Oper und Conoert.
Frankfurt a. M. Das Gastspiel des Frl. Preyosti im
hiesigen Opernhaus ist yon grossem Erfolg für diese ausge-
zeichnete Sängerin begleitet. Eine Bravourleistung yon inr
war namentlich die Lucia. Im 1. Museumsconcert spielte
unter grösstem Beifall Hr. Professor Halir aus Weimar. —
Monte-Carlo. Unter dem Opempersonal, welches für die be-
y erstehende Saison gewonnen ist. glänzen die Namen der Damen
Sembrich, Richard, Arnolason, d*Alba und Darclöe,
sowie der HH. J. de Reszkö, Melchissödec, Soulacroix
und Renaut. Als Hauptereignisse erwartet man die Auf-
führung von „Tristan und Isolde** und eine scenische Auf-
führung von Berlioz* „La Damnation de Faust**. — Mün-
ster i. W. Als Concertdän^rin erster Qualität erwies sich im
1. Concert des Musikyerems Frau Julia üzielli aus Frank-
furt a.M., und dieser Rangstellung entsprach die enthusiastische
Au&ahme, welche ihre kostbaren Gresangyorträge bei dem
Publicum fanden. — Paris. In der Grossen Oper debutirte
B[r. Fournets als Mephistopheles in Gk)unod's.Margarethe**
und hatte als Sänger wie als Schauspieler gleichberechtigten
guten Erfolg.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 22. Oct. „Adoramus te** von
R. Papperitz. „Dem Chaos im Dunkel** y. Th. Weinlig. —
Nicolaikirche: 28. Oct. „Sei stille dem Herrn** u. „Wer bis
an das Ende beharrt** a. dem „Elias** y. Mendelssohn.
I
643
Dresden. Vesper in der Krenzkirclie am 8. Oct. Gdnr-
Orgelvorspiel v. Papperitz. Motette nach Psalm 23 t. A. Bie-
del. Psalm 69 f. Sopransolo m. Ore. v. A. Becker n. ^In vir-
tute tna'' f. do. v. Beinecke (FrL Martini a. Leipzig). „Lobet
den Herrn, alle Heiden** y. S. Bach.
Aufgeführte Novitäten.
Bizet (G.), „L'Arlteienne'*. (BerHn, Symph.-Ck)nc. des Phü-
harm. Orch. am 11. Oct.)
Brahms (J.), 9. Symph., Tng. Q. Akademische Fest-Ouvert,
sowie Olarinettenquint. (Scheveningen, Brahms-Oonc. des
Hm. Baron von Zuylen yan Nyevelt.)
Akad. Festouyert. (Berlin, Symph.-Gonc. des Philharm.
Orch. am 11. Oct.)
Adur-Clayierquart. (Leipzig, 1. Popul. Kammermusik-
abend v. Hm. v. Böse n. U-en.)
Bruch (M.), „Prithjofs Heimkehr** f. Baritonsolo, Männer-
chor n. Ctav. (Pirmasens, 44. Gonc. des Männerges.- n.
Caecilien-Ver.)
Brückner (A.), Dmoll-Symph. (Amsterdam, Abonn.-Conc.
im Neuen Goncerthaus am 13. Oct.)
Ehrismann (E.), „Festgesang an die Künstler*' f. eem. Chor
u. Orch. (Bruchsal, Jubil&umsconc. des Musäver. am
8. Oct.)
Franck (C), Symph. Yariat f. Olay. u. Orch. (Amsterdam,
Aussergewöhnl. Abonn.-Gonc. im Neuen Goncerthaus am
29. Sept.)
Poöme symph. „Le Ghasseur Maudit*'. (Do., Abonn.-
Gonc. am 6. Oct.)
Gernsheim (F.), Ouyert. zu „Waldmeisters Brautfahrt**. (Do.)
Goldmark (G.), Ouyert. „Im Frühling**. (Berlin, 1. Symph.-
Gonc. des Philharm. Orch. [Herfurth].)
— — Glay.- Violinsuite. (Ghici^, 1. Pop. Gonc. des Hm.
Em. Liebling.)
Jensen (G.), Sinfonietta f. Streichorch. (Göln, MusikaL Ge-
sellschan.)
Lalo (E.), Violoncellconc (Pirmasens, 44. Gonc. des Mftnner-
ges.- u. Gaecilien-Ver.)
Liszt (F.), „Les Pröludes**. (Breslau, 2. Symph.-Conc. der
^ Bresl.' Concertcap.)
Esdur-GlayiercoDc. (Göln, Musikal. G^esellschafb.)
Mac- Do well (E. A.), Orchestersuite Op. 42. (Bredau, 1.
Symph.-Gonc, sowie Wohlthätigkeitsconc. der Breelauer
doncertcap.)
Mengewein (G.), Orator. „Johannes der T&ufer**. (Berlin,
Aufführ, durch den Oratorienyer. am 10. Oct.)
Moszkowski (M.), „Der Schäfer putzte sich zum Tanze** f.
gem. Ghor, Soli u. Glay. (Pirmasens, 44. Gonc. des Männer-
f«.- u. Gaecilien-Ver.)
(J.), Waldsymph. (Breslau, 3. Symph.-Gonc. der Bresl.
Goncertcap.)
Violoncellconc. (Göln, Musikal. Gesellschaft.)
R ein ecke (G.), Ouyert zur Oper „Der Gbuyemeur von Tours**.
(Breslau, 1. Symph.-Gonc. der Bresl. Goncertcap. Göln,
Musikal. Gesellschaft.)
Bheinber^er (J.), Esdur-Glay.-Violinson. (Dresden, Vortrags-
übung im k. Gonseryat. f. Musik am 5. Oct.)
Riemenschneider (G.), Fest-Praeludium f. Orch. (Breslau,
8. Symph.-Gonc. der BresL Goncertcap.)
Rubinstein (A.), FmoU-Glay.-Violinson. (Breslau, 1. Musik-
abend des TonkünsÜeryer.)
Ddur-Glay.-Violoncellson. (Gtonf, Gonc. der Frau Diaz
am 30. Sept.)
Sitt (H.), Dmoll-Violinconc, 1. Satz. (Amsterdam, Ausser-
gewöhnl. Abonn.-Gonc. im Neuen Goncerthaus am 29. Sept.)
Smetana (F.), Symph. Dicht. „Yltaya**. (Breslau, 1. Abonn.-
Gonc. des Bresl. Orch.-Ver.)
Stieler (A.), Scene „Die Fahrt des Golumbus** f. Orchester.
(Annabeig, 1. Museumsconc.)
Syendsen («TS.), Streichoctett. (Göln, Musikal. Gesellschaft.)
Tscha'ikowsky (P.), Ddur-Streichquart. (Magdeburg, Ton-
künstleryer. am 8. Oct.)
Volkmann (B.), Ouyert. zu „Richard HI.** (Berlin, Symph.-
Gonc. des Philharm. Orch. am 11. Oct.)
Wagner (R.), Vorspiele zu „Tristan und Isolde**, den „Mei-
stersinjgem** u. „Pandfal", Kaiser-Marsch, Trauermarsch
a. der „Götterdämmerung** etc. (Scheyeningen, 2. Rieh.
Wagner-Gonc. des Philharm. Orch. a. Berlin.)
„Par8ifal**-Vorspiel. f Berlin, Symph.-Gonc. des Philharm.
Orch. am 11. Oct.)
geean(
G^eec
VermisoMe Mittheiiungen und Notizen.
* Für nächsten Sonnabend ist das 1. Goncertdes Liszt-
Vereins zu Leipzie mit Liszt's Faust-Symphonie als
Hauptwerk, Hm. R. Strauss als Dirigenten und den HH. Jul.
Eleugel und Stayenhagen als Solisten angesetzt — Am 1. Noy.
beginnen die Akademischen Orchesterconcerte unter
Prof. Dr. H. Kretzschmar's Leitung,
* Die yereinigten Wagner-Vereine zu Berlin werden
am 21. Noy. Liszt's „Legende yon der heUigen Elisabeth**
(unter Prof. Elindworth's bewährter Leitung) zur Aufführung
bringen.
41 Der Düsseldorfer Männergesangyerein beging
Mitted. Mts. in solenner Weise das 60jährige Jubiläum seines
Bestehens, dessen Mittelpunct ein grosses Goncert in der Ton-
halle mit Kicodö's grossartiger Symphonie-Ode „Das Meer** bil-
dete. Die AufEührung des gen. Werkes, welchem ein Bericht-
erstatter die Bedeutung eines Ereignisses tfXr dieMusiklltteratur
zuspricht, ist unter Hm. Kramm's Leitung tadellos yon Statten
Igen und hat einen mächtigen Eincuruck auch bei dieser
legenheit nicht yerfehlt.
* unter dem Protectorat des Bischofs McDonnell wurde
in Brooklyn ein auf 100 Stimmen begrenzter Ghor gebil-
det, der es sich zur Aufgabe macht, die dort selten gehörten
Messen. Motetten und andere kirchliche Musik der Meister
Palestrma, Pergolese^ M. Haydn, Mozart, Schubert Gherubini,
Spohr u. s. w. aufzufuhren. Zur musikalischen Leitung des
Cjnors ist Prof. Bemard O'Donnel berufen worden.
* Am yergaugenen Sonnabend ging im Hoftheater zu
Dresden mit einer wiederum pietäüos in der Nomenscene
gekürzten Aufföhrun^ der „Götterdämmerung** der aus An-
lass des „Rienzi'*-Jubiliäums yeranstaltete Wagner-Gyklus
zu Ende.
* Ln Goyent Garden-Theater zu London werden im
Noyember yier Aufftlhrungen yon R. Wagner^s „Tristan
und Isolde** unter Leitung des Hm. Garl Armbruster statt-
finden. Die Vertheüung der Partien ist folgende: Tristane
Hr. Oberländer, Isolde = Frl. Pauline Gramer, Brangäne ==
Frl. Palliser, Kömg Marke = Hr. Abramoff, Kurweoial =
Hr. Bispham.
* In der Grossen Oper zu Paris soll auf Wunsch der
Erben Wagner's an Stelle der „Meistersinger** die „Widküre*^
aufgeftQirt werden.
* H. Goetz' lange nicht nach Verdienst gewürdigte Oper
„Der Widerspänstigen Zähmung** ist am 15. d. Mts. in Mainz
als Noyität m Scene gegangen und hat sehr gefallen. — Die
andere Oper dieses so frühzeitig der Kunst entrissenen Ton-
dichters, „Francesca da Rimini**, ist in ihrem letzten Act einer
wesentlichen Umarbeitimg durch FeL Mottl unterzogen wor-
den, yon der Kenner des vVerkes die beste Wirkung für die
Bühne erwarten. Die Oper wird demnächst in der neuen
Fassung ^n Druck erscheinen. Möge ihr dieselbe die Bahn
auf den Bühnen ebnen helfen.
* ImKroll-Theater zuBerlingingam22. d. M. Weber's
„Oberen** als Noyität in Scene. Die Aufführune unter
Leitung des neuen Gapellmeisters Hm. Doebber und Mitwir-
kunp^ aer genialen Frau Moran-Olden als Gast, welche als
Rezia eine ihrer Meisterleistungen bot imd enthusiastisch
gefeiert wurde, wird sehr gerühmt.
* Die Oper „Harald und Theano** yon Ad. Lorenz ist
auf dem k. Theater zu Hannoyer in Vorbereitung.
* Mit der Mailänder Aufführung yon Verdi's neuer Oper
„Falstaff", dessen Libretto Bo'ito yerfasst hat, scheint es Ernst
zu werden, denn der Gomponist habe bereits, wie man
schreibt, die Rollen yertheilt und werde persönlich die Pro-
ben leiten.
* Das Hofbheater zu Dresden hat zur Aufführung für
die begonnene Saison AI. y. Fielitz* einactige Oper ,|yen-
detta** angenommen.
* Sir Augustus Harris hat für England das alleinige
Aufführungsrecht yon Wagner's Jugendoper „Die Feen**
erworben.
* Dem Brodsky-Quartettin New-Tork ist Hr. Ottokar
NoyäÖek beigetreten.
644
* Der Prmzreffent von Bayern hat Frau Kammersängerin
Therese Yogi anjAsslich ihres Rücktrittes von der Bühne
9iun Ehrenmitglied des Münchener Hoflheaters ernannt.
* Hr. Baoul Pugno ist zum Harmonieprofessor am Pa«
riser Ck>nservatorium an Stelle des verstorbenen Duprato er-
wählt worden, die HH. Marsick und Lefort sind an die
Stellen der in Ruhestand getretenen HH. Sauzay und Dancia
am gleichen Institut beraten worden.
* Der Groseherzog von Weimar hat Hm. Generalintendant
H. V. Bronsart in Weimar den Stern zum Gomthurkreuz des
Hausordens vom weissen Falken verliehen.
Todtenliste. Dr. Robert Franz, der hoch bedeutende
Liedercomponist und Bearbeiter classischer Werke, f, 77 Jahre
alt, in den ersten Morgenstunden des 24. Oct. in Halle a. S.,
seinem Geburtsort und fast ausschliesslichen Domicil.
Beriehti^ung. In No. 48, S. 680, Sp. 9, muss es 2. Z.
V. o. Berlin statt Dresden heissen.
Zur geff. Beachtung.
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der eescn&ft-
licnen Unterstützung des Hrn. Ernst Eulenburg ^Is selb-
ständigen Arran^urs oder als Vertreters anderer Goncert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, fsMa sie ihre Gonoerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, imi geflülige dtreete
Zusendung* der Billets an uns gebeten.
Leipzig.
Die RedaetioB des
,,Mii8ikali8ehen WoelienUattes''.
Brie flL asten.
Fr, B, in C. Die gew. -Namensaneabe bedeutender Gom-
fionisten*' ist an dieser Stelle unmöglicn!
M. B. in P. Hr. C. D. ist unseres Wissens nicht mehr
in Schw. aufhältlich.
y. Seh. in N, Director der Erfurter Musikakademie ist
der Gteiger Hr. Hans Bosenmeyer, unter dessen „ungefügen
Händen und manierirter Auffassung" in Leipzigvor einigen
Jahren S. Baches Chaconne arg zu leiden hatte. Weitere Aus-
kunft können wir nicht geben.
L. IC, in D, Wenn wir die Programme der Hofcapell-
concerte in Dresden, Berlin und Wien bisher nicht regel-
mässig abdruckten, so liegt die Schuld nur an den bez. HH.
Dirigenten, die die Zusendung derselben an uns unterlassen
haben.
T, G. in B. Die Frage der besseren oder schlechteren
Akustik des dortigen Bechstein-Saales hat ein zu locales In-
teresse, als dass wir unseren Lesern mit einer ausführlichen
Abhandlung über dieselbe kommen dürften, so richtig uns
auch Ihr Nachweis über die mangelhafte Beschaffenheit jenes
Baumes in akustischer Beziehung und die Betonung der Nach-
theile für die in demselben auf ihre eigenen Kosten concer-
tirenden Künstler erscheinen.
It^sfsseM«
FQr Soli (Alt und Tenor) und Frauen-, M&nnerohor
mK Violbisolo, Harfe, Orgel (oder Harmonium) und
2 Hörnern oder mit Begleitung des Pianoforte und
Violinsolo ad Hb.
componirt von
J. B. Zerlett.
Op. 78.
Clav.-Auszug M. 2, — . Solosingstimmen cplt. 3f . — ,80. Chor-
stimmen M. —,60. Partitur (mit unterlegtem davierauszug)
n. M. 8,—. Instrumentalstimmen cplt. n. M. 1,20.
[1170.]
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(R. Linnemann).
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empfiehlt sich zur schnellen prompten Besorgung von
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und Auswahlsendungen stehen zu Diensten. [1171 — .]
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A. Bertalotti. [ii7ac.]
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von Louis Lohse. Preis 1 ^.
Neuer Verlag von Ries & Erier in Berlin,
Lieder
fnr 1 Singstimme mit PianofortebegleitoDg.
Rudolf Buokf Op. 5.
No. 1. Mailied. M. 1,20. No. 2. Lied Margareta*s. M.1, — .
No. 8. Du liebes Auge. No. 4. Am Sprinebnmn k M. 1, — .
No. 5. Lu Hain. M. 1, — . No. 6. Wenn der Vogel naschen
will. M. Ij20.
Catharinus Elling, Op. 40.
No. 1. Komm, mein Liebchen. mTi, — . No. 2. Süsse Träu-
me. M. 1,20. No. 3. Ich welke deinetwegen. M. 1, — . No. 4.
Plattersinn. M. —,60. TU 78.]
Adolf Gunkel, Op. 0.
No. 1. Diebstahl (hoch, tief). No. 2. Blaue Augen k M. 1, — .
No. 8. Bheinstein. M. 1,—. No. 4. Yogelweisheit. M. 1,20.
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6
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Tenor, Discant (^ {Mezzosopran oder Alt) und
Contratenor (= hoher Bass)
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(c 1425)
in moderne Notirung übertragen
mit neuem, deutschem Text und Vortragsbezeichnung (nebst
einer Beschreibung des Münchener Binchois-<!k>dez una Ueber-
tragung der 5 unvollständig erhaltenen Chansons desselben
Codex imd dem Versuch einer Bestaurirung der Chanson
„Ce mois de May") herausgegeben von
Preis 2^. [1174.]
645
lITeue ClaTlermuislk
im Verlage von F. E. O. IL<enol£a.i*t in Leipzig.
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Kahn, Robert, Op. 11. Sechs Ciavierstaolce.
Zwei Hefte k J( 2,50.
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No. 1. Elegie. No. 2. Caprieelo & M. 1,50.
Seifert, Uso, Op. 13. iVlazurelc f. Pianoforte. Ji 1,20.
— Op. 14. Soherzino für Pianoforte. Jü 1,20.'
— Op. 15. „Oline Rast, oline Ruh!" Etnde f. Piano-
forte. Ji 1,20.
Spindler, Fritz, Op. 382. Tanzlied für Piano-
forte. Ji 1, — .
— Op. 383. Naohtfaiter für Pianoforte. Ji 1,—.
— Op. 384 Diamanten und Perlen. Salonstück für
Pianoforte. Ji 1,20.
— Op. 388. Mohnbiüthen. Phantasiestück für Pianoforte.
Jü 1,20.
Tsohiroh, Wilhelm, Op. 114. Die Spieluhr. Salon-
stück für Pianoforte. Jü 1, — .
Wilm, Hioolni von, Op.l02. Musikalische Bilder-
mappe. Zwölf kleine und leichte Ciavierstücke mit
Fingersatzbezeichnung.
Heft I. Im Grünen; Auf der Schaukel: Beim kranken
Schwesterchen ; St&ndchen ; Der JPostiUon ; Klänge
vom Exercierplatz. M. 1,80.
Heft n. NachSchulschluss; Fürs Album; Der Dudelsack;
Eosenknospe; Im Domhofe; Die Libelle. M. 1,80.
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Deutschlands, Oesterreich-Üngarns und der Schweiz, sowie im
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Music" zu London.
8oeben erschienen: [1176.]
= Zwei neue Cooeertlieder =
für Sopran oder Tenor von
Gustav Schaper«
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Auch unter dem Titel: Die Musik des grieehisehen Alter-
thums und des Orients nach Rudolf WestphaPs und
F. A. Gevaert's neuesten Forschungen dargestellt und
berichtigt von B. von Sokohvsky, gr. 8®. Geheftet M. 12 no.,
gebunden M. 14 netto.
Zweiter Band* Dritte verbesserte Auflage, herausge-
geben von Heinrich Beimann. gr. 8^. Geheftet M. 12 netto,
gebunden M. 14 netto.
Dritter Band* Dritte verbesserte Auflage, herausge-
geben von Otto Kode. gr. 8o. Geheftet M. 12 no., gebimden
M. 14 no. [1177.]
Tierter Band. (Fragment.) Mit einem Vorworte von
G. NoUehohm und einem Nachworte von Eduard ScJheUe,
§r. 8*. Geheftet M. 12 no., gebunden M. 14 no,
mfter Band* Zweite vermehrte und verbesserte Auf-
lage. Auch unter dem Titel: Auser Wählte Ton werke der
berühmtesten Meister des 15. und 16. Jahrhunderts.
Herausgegeben von OUo Kode. gr. 8^. Geheftet M. 15 no.,
gebunden M. 17 no.
Wilhelm Hansen, Musik - Verlag
in Leipzig.
[1178.1
Soeben erschien:
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Enthält viele neue Erläuterungen von
verschiedenen deutschen Musikern des
17. Jahrhunderts, z. B. Heinrich Schütz,
Johan Schop, Nicolaus Zangius, Daniel
Zellner, Vincentus Bertholusius, femer
auch John Dowland, Willum Brade,
Thomas Cutings, Daniel Norcome,
IMelchior Borcrigrevinclc, Gregorius
Trehou, Agostino Fontana u.s.w. u.8.w.
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Potsdamerstrasse 7 a. Musik-Verlag.
I )iH iuit«neiobiiete Veriagahuidlnag* gedenkt, eine Aneahl der Torzäglichstea frailzOsIsohen Hinaerdiäre
I deutscher Ausgibe n TeröffenÜicben. Bis jetzt erscbienen: [1180b.]
JH 1,26, ,
\ M —,26.
Jl 1,25, .
. i M —,25.
Jl 1,60, ,
. 4 Jt -,40.
Jt 2,-. .
i M -.40.
^ 2,—, .
i J» —40.
J« 2,—, ,
k Jl —,40.
■» 2,—, ,
. i Jl -,40.
^2,-, .
. 4 J« —,40.
., Spanisches Lied Partitur Jf 1,26, jede Stimme k Jl -
„ ka das Vaterland ...
„ Der Abend
„ Gebet
RiflSf FlS) Die Geister der Nacht . .
„ Der Bergmum ....
„ Magnificat (anr mit Utaln. Text)
TilltHini Aiffr.| Hymaos an die Jugend
, Die Eboronen . .
RepertolFemunmern der berOhmten belfflaohen H&nneFchöre in BrtUsel, LAtUob, Tervlers ete.
Jnuret, „Spanisches lied" vnrde mit Erfolg von ersten Vereinen in Wien, Stattgart, Braunschireig gesangen. —
Riga, iDer Bergmann" gelangt in Bonn und Cöln a. Bh. rar Auflubrang. — Tilman, „Hymnas an die Jagend"
ist vom S&ngerchor des Lehtervereing in Frankfurt a. H. zor AufPährnng angenommen.
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ISchott fi-ftres, Brüssel. Otto Jimne, Ijelpxlg;.
$C(racert-ATrMg^emraLts^
^ äbernimmt Job. Aug. Böhme, Hamburg. d^
a[ [1181g.} Musikalien-Handlung. dgi
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I Adagio nnd 1 AJIegro. [USa.j
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lielpziff, Gommissions-VeTlag von C F. Leede.
n
Soeben erschien;
Mit den Portraits nnd Biographien von 8. Jados- 1
' söhn, Carl Ättenhofer, Edvard Grieg, August Bungert, '
L Graf Geza Zichy und Paul von Jank6, sowie mit einer i
\ Concertomschau von Dr. Hugfo Biemann und einem J
ca, 25,000 Adressen enthaltenden Adreasbuche.
81 lisei kl. g». «legut gtluin \JiVk ^.
Dec FrenndeakretB von Mam HaMs'i i>«it«A«n XtuOiar- \
almrfff ist mit Jedem Jabia gröBssr geworden , >ncb der
' Jalirguig wird gewtei wiederum aUgemeinen Belf&ll flndeiL — ]
I ao/ter .Blntaitd und *aPkr MOlyer IVala ■ind Ae Torwligt I
Za beliehen dorQli Jede Bndi. and Haeikellenliaadlang.
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Neaer Verlag von BreWcopf & HSrtel, Leip»ig.
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und geistvolle "Werk des jugendlichen Tonsetzeis eine schöne
Bereicherung erfahren, [L188b.]
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verdienen es, endlich in Deutschland gekannt und ge-
würdigt zu werdenl [11871.]
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Otto Junne, Musikverlag, Leipzig.
Sch
nberth'fl lIEaslkalisehes
!F remdwttrterbacb.
Goncerlakizze
a,— . 11184.]
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I . etattnng, dnd we|^
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' C. Sohwalbioh, Reichsstruae 24, Leipzig.
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. „ „ & 4 mains .... „ 2, — .
„ Violon et Piano 2,25.
„ Orchestre net. „ 2,25.
Shul JBaeomße.
Mopceau de g^ni'c-
Poor Piano k 2 mains pat Panl Vidal . , Jt 1,75.
R n ^ 4 mains par l'anteiu . . . Jt 2, — .
„ Orchestre, Partition net. Jt 1,75.
„ „ , Parties s4par^ . . . „ ^ 3, — .
[X190.]
Mainz. B. Schott's S5hne.
^ Nene Concertlieder ^
ans dem Verlage von Rudolf Dietpiob, Leipzig.
rriflfj
Beiver, Wilh., Op, 63. Tier Lieder fbr Sopran mit Pianot.
No. 1. Was klappert im Hanse bo lant? . . Jt 1,-
No. 2. Still, mein Kind „1,-
No. S. Mutter nnd Kind „ 1,-
No. 4. Weihnachtalied « 1,-
Fdrster, Alban, Op. 117. Zwei Lieder. Aosgabe fttr hohe
und tiefe Stimme.
No. 1. Knknk j» 1,20.
No. i. Was ich sein machte , 1,90.
Ooetze. C, Op. 91. Uein Stäbchen „ 1,—.
HenseF. E., Op. 19. Ich liebe dich. Lied für Sopran mit
Pianoforte Jt 1,—.
JflD^t, H., Op. 14. Zwei Lieder. Ausgabe für hohe und
tiefe Stimme.
Selijge Bnh nnd Fröhliches Wandern . . . . Jf 1^.
— Op. 97. Zwei Lieder. Ansgabe tür hohe, mittle n. tiefe
Stimme. Abendstille nnd Am Felsenbora . . . jl t,GO.
LoFleber?, F., Op. 47. Tier Lieder für Sopran oder Tenor.
No. 1. In Dornen ut 1,30.
No. 2. UorgenelQoli „ —.80.
No. 8. Am UQblenbaoh „ 1,20.
No. 4. Ein Abschied - 1,20.
Verlag Ton Breltkopf & H&rtel in Leipzig.
Neue Oper.
Harald, und. Th.eano.
Oper in yier An&Qgen. Dichtnng von Felix Dahii*
Musik von [ll»2d.]
C. Ad. Lorenx.
ToIlständiereF Clavleraaszug' mit Text 16 Jl.
Textbuch SO /i.
g^ Tom kAnlsrl. Hoftbeater In Hannover zur Anf-
fOhroiig anirenommen.
Die Kritik sagt anter Anderem: Lorenz bekundet in die-
sem "Werk nicht nur eine reiche Erfindung, einen Beichthum
an Melodien, wie er heutzutage selten ist, sondern auch —
nnd das ist bei einer Oper beinahe das Weeentlichste und ihr
Leben Gebende ~ eine Eraft der dramatischen Oeetaltnng
and der Oharakterzeichnung, die ihn in die erste Reihe der
Oomponisten stellen. Bei Gelegenheit dar AnfiUhrang doroh
den Mneikverein in Stettin nahm das Publicum daa Werk mit
Begeistern^ auf nnd der Dichter dankte dem Gomponisten in
fenrigsten Worten.
Verlag wen Rie» * Erlen In Berlin.
' = — •■ \Tm
A. Panseron, Gesangsdiule
der Conservatorien zu Pari«, BrOeael,
Neapel, Wien etc. (mit deutsobem und
franzSaleobem Text) zum Selbetunter-
riolite vom ersten Anfange bia zur
höoheten Stufe fortachreitend.
Sopran oder Tenor, Alt oder Baas. Je zwei Bande k9 Jin.
[1104.]
Bei C. A. Klemm (Leipzig:, Dresden, Chemnitz) ei-
schien soeben; [1196b.]
Theodor Schneider, Op. 30. „Wie lieblich sind
deine Wohnungen" ffir Solo, gem. Chor u, Orcbester,
Part, mit nntergel. Clav.-AaBBUg Jt 3, — . Orcheater-
■tjmmen Jt 4, — . Singstimmen: S.. &., k 2b ^, T.,
B. k 40 4.
Femer;
Theodor Sohneider, Op. 31. FestouTertnre för
Orchester mit dem Choral: .Nun danket Alle Qott".
Partitur Jt 3, — . Orchesterstimm eu J( 5, — .
Terlag Ton B. W. Fritzseh In Leipzig. [1196.]
Werner, Au., Op. 4S. Oavotte fftr Tiolonoell mit Be*
gleitung des FianaEorte. Jl 3,—.
Julius jßlätAner, ^ip^.
iqM Säcls^y % Ho[-FiwMliM.
Bedeutendste Pianoforte-Fabrik EnropasI
FlUgel und Pianinos
voti a.oerli:a.oiit unö.beirtroff'eiier' Haltbairlfeit
nud edlem, »angr-eiolieiu n?oii.
-yj^nAA/ Vertreter bei.
VexkaiufsxxiO'B»''^" *>^ allen bedeutenAeien Platzen
Die Fabrik becteht seit 7. November 1853.
|l0»(9 PöJfl«,
[11981.]
Fritz Higgen,
Conoert- und OratorlensSnger (hoher Bariton).
Bremephafen, Deich 16. {laoe— .]
Concert- und OratorlenBftnicerlii (Sopran).
Leipzig, Hohe Strasse 26i> IL , [ll9»t.]
Anna Mtinch,
Cone«rt- und OrntorlenvttnKerin (Sopran).
Leipzig, Beetkdve&-StrasBe 6ni. [1200tl
Vertretnng: Hermann WoMf, Am Oarlsbad 19» -Berlin W-,--
taeertr und Oratoriensingerin (Sopran).
Sondershausen, Friedrichst. al. [ISOlr.]
Anna Schimon-Regan, '"°'"'
Lehrerin flir Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
erUnbt sich die Veränderuiig ibrer Adresse i
Uünchen, Jägerstrasse 8, III.
Concertsünger (Bariton).
Schüler des Leipziserk. ConaerTatoriums u. Prof. StockhanMn's.
[1807.]
LeIpzig-QohliSi BShmeatr. 2.
Franzisca Gondar,
Oratorien- und Conf;ertsängerin
(Mezzosopran and AU), [ISOSc]
IJelpzlg, Pfaffbndorfer Strasse 22 ].
Clara Hoppe,
^^. Siloti,
Fianist. (laoa.
Paris. ISO, Arenne Trndaine.
Alfred KLrasselt.
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Schoder, Carl Scheidemantel a. A. m. [1910—.]
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benogl. a&obs. Hoi^ianiat, FrofeBsenr sap^rienr am Oonurratoriiuii
ta Gtenf (Sobweii). . [ia06— .]
ConcwtVertretang: Hermann WoifT, Berlin.
Druck von C. (j. Ubder in Leipzis.
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^^ ^^ »onim't*( ratrt*) oul bt _. ._.. ...„
Otccicuet, ta^ ta Flni giolt 3u(unh bat.
jngAhil. «utnblatt, eiTnlt-
•>«,»oitit».,!(l(iljitri4m(u.Bl(lölHrni(i^o|.ti»IlS(o|ab(t»00,0«)*i.
— ÜbunflSbiirt. Bl [Ittm ttlUbcn ooii H»nn. eflmltt, Kfllf H- «-
SRIt 31. SAinalm» Titill^cn läungFn. 1 Jk
i(fl IUI i(iin[if(rtiflftlt. i»8 gritSdt «tflbm Bon «KmntH, «lanitt,
Stfmq. S^opln. !Rafi, Sifumiiiin. «jt
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Leipzig, am 3. November 1892.
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Die InsertioiugeL- Ohren mr
Ziif^randele^nif vonte hander Beiugabedinrun^n berechnet.
Qr den Raum einer gespaltenen TetitEcile hintragen 90 Pfennige,
[Ro. *5.
.: TUnfzlg Tbeaen and Apfaorlauen zur TentbuUenng üb«r Dr. Hugo Rientana's PI
Tkcesgssoblchte: Moiikbriaf ana Wien. (FoTMeiEnäg.} — Barlnht ans Lelpiig. —
andOonocTt — Kirsbenmoiik. — T — ' -"■ "■"•^-■^ ■ "— —
und F. Hayerhcilf. — Bristkuten. -
Von^ Dr. Oul Faolia. (F^ortsetEiuiB.) -
and Qutaplele In Ope
i F. Uohanpt, Psi Laaso
Fünfdg Thesen und Aphorismen zur VerstSndigung
Ober Dr. Hugo RIemann's Phrasirungsreform.
Ton Dr. Carl Fneha.
(Fortsetzung.)
29. Der Spieler soll tou innen herani mit der Em-
pfindong daa von anssen her Erkannte beleben, daa Ge-
lernte imÄngeDblickderReprodactioa ^jTergeBaen" können,
ebenso wie er das Erlernte mähelos verwendea können
soll, — sonst ist er allerdings kein Künstler.
30. Die Darlegung des natürlich-mnsikaliscb Richti-
gen im Notentext kann die anfangs nnbeirusste nnd in
letzter Instanz wieder nnbewusst werdende Empfindnag
des vortragenden Kitnatlers nicht abschwächen, sondern
da die Erkenntniss dieses natürlich Richtigen jene Em-
pfindung nnr beatfttigt und bestärkt, moss sie hinzukom-
mend sie aa<jh verstärken. Wenn ich z. B. die Nothwen-
digk^t einer ungeschriebenen Pause instinctiv empfanden
habe nnd erkenne nun: hier ist ein leichter oder gar ein
sehwerer Takt ausgefallen, ein metrischer Minuswerth
also wirklich vorhanden, so wüsste ich nicht, wie dies die
Intensität der Ansföhmng bei mir vennindera, auch nicht,
wie es sie übertreiben sollte; denn ich habe ja nnn den
Grand, also auch das Moass und Gewicht der Faase mit
Sicherheit erfnsst. Uebrigens ist ein reflectirt-bewusstes
Spielen nach Fhrasi ränge- Vorschrift im entscheidenden
Augenblick des Vortrags namentlich vor dem Publicum
überhaupt unmöglicb: was von dem Erkannten nicht in
Empfindung umgesetzt ist, geht hier verloren; und wer
hier nicht vergessen darf, war mit dem Lernen nicht fertig
geworden. Selbstverständlich dispensirt dies nicht vom
bewnssten Lernen, sondern verpflichtet dazu.
31. Der Vorwurf, die natürliche Unsikempfindnng
Bu schwächen, zu erkftlten, würde offenbar nicht bloa die
Riemann'scbe, sondern jede dem Spieler bewusste Phra-
MTung treffen, denn irgendwie muss sich ja doch jeder vortra-
gende Künstler sein Stück von Fall zu Fall surecht legen nnd
sich die Frage beantworten, welche Noten zusammenge-
hören, d. h. wie zn pbiaeiren sei. Das kann nur Dem
entgehen, der nicht selbst in die Lage kommt, öffentlich
oder sonst verantwortlich Etwa* vorzutragen; der Vorwurf
wird also a priori gemacht, wobei es ihm nicht zum
Ruhme gereicht, dass a priori , ausserhalb aller Erfahrung"
bedeutet. Auch dessen bleibt noch genug, was bei ganz
gleicher Phrasirung vom selben Künstler bei öfterem Vor-
trage des Stückes oder von verschiedenen Künstlern beim
Vortrage desselben Stückes verschiedenen Eindruck machen
kann; dies lehrt gleichfalls dieErEshrung oder eine tiefere
SachkenntnisB. Wortlos aber, ohne reflectirenden Denk-
vorgang, kann die Wiedergabe eines Riemannisch phra-
sirten Textes ebensowohl, wie die eines „anders" phra-
sirten erfolgen; der Unterschied ist nur, dass wir unsere
Zeichen nach objectiven bestimmten Vorstellnngen setzen
nnd ausführen, während dies sonst allermeist nach un-
deutlichen snbjectiveu Varstellungen und experimentirend
geschieht nnd in Textansgahen so vorliegt. Wirklich
nun muss der Erfolg einer Schwächung der natürlichen
Uusikempfindung da eintreten, wo die subjectiv gewählte
Phrasining mit dem natürlichen wirklichen Zusammenhange
der Töne nicht zusammentrifft, denn dann sind Empfin-
dung und Vortrag notbwendig so viel unnatürlicher. Die
Aufgabe aber, den musikalischen Zusammenhang lücken-
660
1
los festzustellen, wird in ihrer Schwierigkeit gegenwärtig
von den Talentvollen kaum minder als von den Talent-
losen unterschätzt; sie ist wenigstens für die Texte von
Instrumentalsoli schon bei Mozart keineswegs mehr ein-
fach) und wie complicirt ist sie metrisch bei Bach! Ins-
gemein Wird nun auch nicht zu behaupten gewagt, dass
Riemann's Phrasirungen auch nur in ^/^ „ der Fälle falsch
seien, man murmelt nur noch oder ruft: sie seien „zu*
complicirt".
No. 32. Der Vorwurf an die Phrasirungszeichen, zu
complicirt zu sein, ist eigentlich von Vornherein unlogisch.
Entsprechen sie dem wirklichen Zusammenhang der Tone,
sind sie also richtig, so sind die Tonverhältnisse selbst zu
complicirt oder raffinirt, und der Vorwurf trifft denCompo-
nisten — in der That wird die Grenze der Ausführbarkeit
manchmal von ihnen gestreift (z. B. Beethoven, Op. 7,
Scherzo T. 1—8, p. 28, Scherzo T. 4—8). Doch wird
sie nicht so oft überschritten, wie es der Fall zu sein
scheinen kann. Kaum darstellbar ist der musikalische
Zusammenhang, wenn in raschen Tempi die Note nach
dem Punct F^ oder gar nach der ihm entsprechenden
Pause J7^ <lio harmonische Schlussnote oder Vorhalts-
auflösung ist, was bei Chopin vorkommt Sind Phrasirungs-
zeichen richtig und complicirt, so kann Niemand sagen,
wo sie anfingen zu complicirt zu sein, weil die Frage
„wem?** offen bliebe, d. lu weil die Grenze subjectiv ist.
Phrasirungszeichen können allenfalls einfacher als die Ton-
verhältnisse sein, ohne falsch zu sein, nicht aber compli-
cirter: sind sie dies, so soll man sie nicht „zu compli-
cirt", sondern falsch nennen, wenn man es beweisen
kann.
(Portsetzung folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Von der Internationalen Musik-
Ausstellung.
(Fortsetzung.)
Wien.
und Theater-
unter den im Ausstellnngstheater veranstalteten Musik-
aufßlhrungen machte die von dem Mailänder Verleger der
„Italia giovane** (Jung-Italien) Sonzogno inspirirte italienische
Stagione mit dem besonderen Magnet des persönlichen Er-
scheinens P. Mascagni's in Wien am meisten Sensation, die
reinsten künstlerischen Eindrücke nahm man aber doch aus
den Opern Vorstellungen mit, welche anfangs Juni von dem
Qesammtpersonal des Czechischen Landestheaters in Prag ge-
boten wurden. Wenn dies ein für seine Nation begeisterter
Deutscher schreibt, werden Sie es ihm um so mehr glauben,
denn waiirlich bei den höchst misslichen politischen Verhält-
nissen im Lande Böhmen und den mannigfachen Ohicanen,
welchen dort die Deutschen seitens ihrer slavischen „Brüder"
ausgesetzt sind, hätten wir durchaus keinen zwingenden An-
lass, uns der künstlerischen Bestrebungen der Letzteren
irgendwie anzunehmen. Aber der echte Kunstfreund darf
sich nimmermehr von politischen Bücksichten leiten lassen,
und als solcher müssen wir der stilvollen Wtirde und Frische,
mit welcher man uns die czechischen Opern vorführte, der
minutiösen Sorgfalt, mit der sie einstudirt waren, unsere
vollste Anerkennug zollen. Indess, was noch schwerer wiegt:
an jenen interessanten Abenden wurde ein ausserhalb seines
engeren Heiznathlandes Böhmen bisher nur sehr wenig be-
kannter Tonsetzer für weitere Kreise fbrmlich neu entdeckt
und zu al]fi;emeinem Erstaunen als c^rosser Meister befunden:
der unglückliche, 1684 in der doppelten geistigen Nacht der
Gehörlosigkeit und des Wahnsinns von dieser Erde geschie-
dene Friedrich S m e t a n a ! und zwar offenbarte sich Smetana^s
ungemein dramatisch-musikalisches Können nach doppelter
Richtung. Wenn seine zuerst gegebene Oper „Prodana
nevÖsta" („Die verkaufte Braut") mit ihren reizenden (lyri-
schen, wie humoristischen) Melodien, ihren leicht beschwing-
ten cnarakteristischen Rhythmen, ihrem sprühenden Leben
im Ganzen als das Muster einer slavischen Volksoper erschien
— auch ein Nicht-Slave kann sich daran aufrichtig erfreuen,
wenn er an dem begreiflich ziemlich häufig vorkommenden,
aber stets in gewäMter Form gebrachten nationalen Polka-
Rhythmus keinen Anstoss nimmt — , so zeigte ihn der weiter
gegebene „Dalibor** mit seiner warmen, eindringlichen Or-
chestersprache, schlagfertigen Declamation und Kunst der Stei-
gerung auch den Anforderungen des modernen musikaliflchen
Dramas völlig gewachsen. Das gründliche Studium Wagner's
— namentlich des „Lohengrin" und „Tristan", wie auch
LiszVscher Orchestersachen („Gretchen** aer Faust-Symphonie
z. B.) — ist in der Partitur des „Dalibor'' unverkennbar, und
doch wahrt sich der Componist üoerall seine Selbständigkeit:
warm quillt ihm die Musik von Herzen und rührt damit unser
Herz. Zwischen den beiden lebensvollen Smetana'schen Wer-
ken nahm sich die grosse historische Oper „Dimitrij" von
Anton Dvorak etwas eklektisch aus. Es fehlt der Miudk bei
aller fieissigen Detailarbeit und geschickten, zum Theil sehr
rauschenden Instrumentation einerseits an wahrhaft ursprüng-
licher Erfindung, andererseits an einem grossen dramatischen
Zuge. Manche Scene schien gar nicht vomFleck zu kommen.
Aber freilich lässt sich ein derartiges Werk ohne Kenntniss
der Sprache au& erste Mal Hören durchaus nicht endgiltig
beurtheilen, und wir verwahren uns auch dagegen, mit vor-
stehenden Zeilen etwas Anderes, als den ersten, flüchtigen
Eindruck wiedergegeben zu haben. Von seinen Landsleuten
wird DvoFäk^s stark von Meyerbeer j Gbldmark und dem
früheren Wagner beinfiusster „Dimitrij** angeblich sehr hoch
gestellt und als des Componisten bedeutendste Leistung auf
dramatischem Gebiete betrachtet; dass seine eigentliche künst-
lerische Heimath aber nicht die Bühne, sondern der Ooncert-
saal, speciell das rein-instrumentale Gebiet sei, steht für uns
ausser Frage.
Noch wäre von den czechischen Vorstellungen das inter-
essante Melodram „Pelop's Brautwerbung" (Text von Vrchlicky,
Musik von Fibich) zu erwähnen, der erste Theü einer grossen,
im Geiste des Sophokles' kühn, mitunter wahrhaft erhaben
gedichteten Trilogie „Hippodamia". Sofern man dasKunst-
genre des Melodrams, mr ganze Theaterabende ausgedehnt,
überhaupt gelten lässt, gehört Fibich's Partitur zu den ge-
lungensten; an der durchwegs feinen, vornehmen und zum
Theil sehr wirksamen orchestralen Commentirung des gespro-
chenen Wortes hat freilich Meister Wagner mit seinem „Par-
sifal" und seinen „Nibelungen" ausgibig mitgeholfen.
Die vom 15.— -80. September im Ausstellungstheater spie-
lende Italienische Oper hatte nicht nur ihre Hauptattractions-
kraft für das grosse Publicum in der persönlichen Direction
der „Gavalleria rusticana" und des „Amico Fritz" durch MaÖstro
Mascagni, sondern noch ein besonderes Interesse für Fach-
kenner, indem sie dieselben mit den Bestrebungen einer gan-
zen Reihe jüngerer italienischen Tonsetzer bekannt machte,
welche sich als das sogenannte „Italia giovane" um die Fahne
des Verlegers Sonzogno in Mailand schaaren.
Auf ihr eigenes Banner haben diese musikalischen Ver-
treter Junff-ItiSiens das Schlagwort „Verismo" („Naturwahr-
heit") geschrieben. D. h. sie legen vor Allem Gewicht auf
die Wahl möglichst packender und aufregender Stoffe aus
dem Volksleben der Gegenwart, in der Behandlung derselben
für die Opembühne streben sie auch nach einem recht betäu-
benden Kjialleffect als Schluss: die „Gavalleria rusticana" hat
in diesem Punct und auch in der Bevorzugung kurzer Opern
(Ein- oder Zweiacter) förmlich Schule gemacht. In der musi-
kalischen Oomposition tritt überall die Tendenz nach scharfem,
dramatischem Ausdruck hervor, für welchen die jungen italie-
nischen Tonsetzer in ihren Mitteln nicht eben wählerisch
sind ; das einstige Rossini^sche Princip absoluter ohrgeflLlli^r
Melodie und zunächst den Sängern dankbarer Schreibweise
scheint heute im Lande der Citronen so gut wie aufgegeben.
Um so grössere Sorgfalt wendet man der Tonsprache des
Orchesters zu, dasselbe spielt heute in jung - italienischen
Opern eine Rolle, von der sich Rossini und Bellini wohl
Nichts hätten träumen lassen. Ein gründliches Stuiliuia
j
5B1
leuchtet fast überall hervor, besonders bei dem Tonsetzer
Leoncavallo (der sich uns persönlich gegenüber als einen
der glühendsten Verehrer des I>ichter-Gomi)onisten bekannte),
leider ver&ilen die Nachahmer des deutschen Meisters nur zu
h&ufig in den Fehler, Harmonien, Modulationen, hochdramar
tische Wendungen, welche Wagner zur musikalischen Charak-
teristik seiner erhabenen Heldenwelt bedurfte, ohne Weiteres
zur Illustration der Empfindungen einfacher Bürger und Bauern
zu verwenden. Die specifisch melodische Erfindung schien
uns überall die Schwäche der Herren, man lernt nacn dieser
Richtung erst das Talent — und auch das musikalische Gefühl,
die melodische Ader — des Hm. Mascagni sch&tzen (so wenig
wir ihn auch nach irgend einer Bichtung für ein Originalgenie
halten), wenn man seine Oper mit denen seiner CoUegen und
theilweise Nachahmer Mumone („II biricchino"), Giordano
(.Mala vita''), Gilea („La Tilda**) vergleicht. Die Einzige unter
den im Ausstellungstheater neu aufgeführten itab'enischen
Opern, welche bei entsprechender TJebersetzung vielleicht auch
auf deutschen Bühnen lebensfähig erscheinen könnte, ist im-
seres Erachtens die von Bu^g. Xeoncavallo gedichtete und
componirte „I pagliacci" (n^^^ Dorfkomödianten" oder „Die
Hanswurste^). Hier vereinigt sich ein sehr packender, im-
mittelbar aus dem italienischen Volksleben geschöpfter Text*)
mit einer diesem überaus geschickt angepassten, dramatisch
wirksamen und warmblüti^n, wenn auch keineswegs beson-
ders erfindungsreichen, vielmehr häufig an Wagner, Verdi,
Bizet und Mascagni erinnernden Musik, die namentlich im
2. Acte — die Oper hat nur zwei — während der AuffÜhnmg
der Dorfkomödie aus harmlosen, pikanten Tanzrhythmen
(Menuett und Gravotto), welche die anfisings parodistisch ge-
haltene Spielscene begleiten, im Orchester und den Accenton
der Singstimmen immer wilder und leidenschaftlicher heraus-
wächst.
(Schluss folgt.)
Berich}.
Leipzig* Frl. Auguste Götze, die in ihren Lehrerfolgen
rühmlichst bekannte ausgezeichnete Gesangspädagog^, ver-
anstaltete am 26. Oct. im Alten Gewandhaussaal eine Musika-
lische Soiröe vor eingeladenen Zuhörern, die nicht nur betr.
der Ausführung, sondern auch bez. der Au&tellung des Pro-
gramms mit seiner energischen Berücksichtigung .der neuzeit-
nchen Froduction interessirte. Als Schülerinnen des Frl. Götze
wirkten Frau Agnes Wahls (Sopran) und Frl. Adrienne Os-
borne (Alt) mit, die mit ihren Vorträgen glänzendes Zeumiss
von den Fortschritten ihrer Kunst seit der Zeit, zu welcher
wir sie letztmals hörten, ablegten und laut die Vorzüge der
genossenen Gesangsmethode priesen. Beider Organe zeigen
eine ungemein subtile Ausgleichung in den Registern und
rühmenswerthe Tonbildung bei gut gewahrter Intonation.
In der Wiedergabe von Recitativ und Andante aus der er-
greifenden dramatischen Scene „Sappho" von B. Volkmann
und des freundlichen Mailiedes von Keinecke fand Frau Wahls
Gelegenheit, die Feinfühligkeit ihrer Auffassung und die Ge-
wissenhaftigkeit der musikalischen Ausgestaltung zu demon-
striren. Stand Frl. Osborne in der Freiheit des Vortrags der
Frau Wahls mehr oder weniger zurück, so ist dies bei ihrer
grossen Jugend und dem Umstände, dass sie das erste Mal
vor einer grösseren Oeffentlichkeit sang, leicht begreiflich.
*) Ganio, der Director einer herumziehenden Volksschau-
spieler-Truppe, hat im Bahmen der alten italienischen Polici-
nell-Komödie als Pagliaccio, d. h. Hanswurst, mit seiner Frau
Nedda (Colombina) die BoUe eines betrogenen Ehegatten zu
spielen, nachdem er kurz zuvor durch einen von Nedda ab-
gewiesenen, mit der Peitsche misshandelten Freier (einen
anderen Pagliaccio der Truppe: Tonio) erfahren, dass diese ihn
mit einem dritten Verehrer — einem jungen Bauer — hinter-
sanfi^n habe. So verwandelt sich denn Canio's vor einem
ländlichen Publicum gespielte Eifersucht und Mordlust all-
mählich in grause Wirklichkeit, sodass er — während die Zu-
schauer immer stürmiseher die Naturwahrheit der Darstellung
applaudiren — endlich sein ungetreues Weib auf der impro-
visirten Dorf bühne ersticht und dann auch den zu Hilfe
eüenden Geliebten. Starr vor Entsetzen bleibt das Publicum
sitzen, der Verräther Tonio, der neue Jago dieses ländlichen
Othello-Dramas, schliesst den Vorhang der aufgeschlagenen
Theaterbude mit den Worten: La commedia finita = die Posse
•ist aus!
Dafür entschädigte in ihren Vorträgen der auf denselben lie-
fende undefinirbare Duft einer reinen mädchenhaften Empfin-
ung und der unberührte jugendliche Schmelz der edel tim-
brirten und klangsatten Stimme, mit der die junge Dame be-
gnadet ist. 'Abweichend von der Schablone hatte Frl. Osborne
für ihr Debüt in Gesangsstücken von H. BerHoz („Die Ge-
fEingene"), Heinrich Zöllner („Todt sie ihren Krieger sah"),
Job. Brahms („Meine Liebe ist grün''), Beinh. Becker („Das
Schloss am Meere*') und H. Petri (Wieß;enlied) meist Oom-
positionen gewählt, für welche das Publicum erst gewonnen
werden musste, und die aus dieser Thateache hervorleuch-
tende muthvolle künstlerische Gesinnung konnte die Achtung
vor dem Streben der jungen Dame nur erhöhen. Frl. Osborne
fand für ihre wahrhaft erquickenden Vorträge eine begeisterto
Aufiiahme. Sicher geht dieselbe unter der weiteren Führung
ihrer ausgezeichneten Lehrerin einer schönen künstlerischen
Zukunft entgegen. Eines ähnlichen Erfolges wie Frl. Osborne
hatte sich der Tenorist Hr. Dr. Briesemeister, ein Schüler
des nach einer unvergessenen Concertthätigkeit hochverdienst-
lich als Lehrer hier wirkenden Hm. B. Wiedemann, zu erfreuen,
der in dem mit Frl. Osborne vorgetragenen Duett „Tragödie**
von Schumann und einer Arie von Möhul und in Liedern von
Bob. Oehme („Du fragst mich, du mein holdes Lieb*') und
Franz („Stille Sicherheit**) ein weiches, äusserst sympathisches
^.nd solid gebildetes Organ und musterhafte Deutlichkeit der
Aussprache gewahren Hess und in allen seinen Vorträgen eine
für einen Debütanten Überraschende Selbständigkeit der Auf-
fassimg und Unmittelbarkeit der Empfindune; bekundete, Vor-
züge, welche in solcher Vereinigung sowohl auf hohe musi-
kansche Intelligenz des Schülers, wie auf einen von demselben
genossenen ganz vortrefflichen, seiner Individualität liebevoll
angepassten Unterricht schliessen lassen. Bein instrumentale
Gtuben steuerten zu dem Abend die Violinistin Frl. Bobinson
und der Pianist Hr. Afferni, welch Letzterer ausserdem
sämmtliche Solonummern accompa^irte. Beide eröffneten
das Ooncert mit Schubert^s Bondo onllante. Hr. Affemi Hess
dann als Solist drei Nummern einer eigenen Suite, Frl. Bo-
binson Stücke von Svendsen und Hubav folgen. Das Beste
gab Ersterer in seinem Arioso, Frl. Bobinson in Svendsen's
Komanze.
Das 4. Abonnementconcertim Neuen Gewandhaus
begann mit einer Esdur-Symphonie (als Op. 66 bezeichnet) von
J. Haydn, die wohl lange nicht an dieser Stelle gehört worden
ist und nach der lauen Aufnahme, die sie jetzt fand, kaum
nochmals in ihrer Bibliotheksruhe gestört werden dürfte, da
man bei aller Pietät für den Gomponisten ausser dem 3. Satz
Nichte entdecken kann, was Haydn nicht schon anderwärte
viel interessanter ausgesprochen hätte. Das 2. Orcheeterstück
war Wagner's „Faust" -Ouvertüre, die — Ironie des Schick-
sals! — einen äusserst lebhaften Hervorruf des Dirie;enten
Hrn. Prof. Dr. Beinecke im Gefolge hatte. Das Werk ging
unter dessen Leitung glatt durch. Nichts weiter! Welche noch
ganz andere Wirkung es durch dasselbe Orchester hervorzu-
bringen vermag, haben wir früher wiederholt schon erlebt.
In seinem eigentlichen Fahrwasser war Hr. Prof. Dr. Beinecke
wieder in der 3. Orchestemummer : Ouvertüre, Scherzo und
Finale von Schumann. Der mit Becht ungewöhnlich gefeierte
Solist des Abends war Hr. Stavenhagen aus Weimar, der an
diesem Ort als Debütant auftrat und seinem conservativen pro-
grammgemässen Bepertoire (dem CmoU-Ooncert von Beethoven
und Stücken von Onopin und Mendelssohn) die 12. Ungarische
Bhapsodie von Liszt als feurig verlangte Zugabe anhängte.
Hr. Stevenhagen hat Alles wie ein Meister gesjpielt, nament-
lich mit einer technischen Ausgefeiltheit und einem Nuanci-
rungsreichthum , wie dies kaum übertroffen werden kann.
Aber auch in psychischer Beziehung hat er alles Das überholt,
was wir früher von ihm gehört haben, und besonders alsOhopin-
Spieler recht poetische Wirkungen hervorgebracht. Ein in der
Fülle und Schönheit des Tons ganz herrlicher Bechstein-Flügel er-
leichterte nach klanglicher Seite dem Künstler dessen grossen
Erfolg. Von den letzten hervorragendsten Schülern Meister
Liszt^ ist es jetzt noch Alexander Siloti, welchem die Pforten
des Neuen (^ewandhaussaales noch nicht geöffnet wurden, zum
Nachtheil des Institutes und seiner Abonnenten, wie wir, an
das auffällige üebergehen dieses Künstlers erinnernd, Über-
zeugungsvoU hinzufügen.
Conoertumsohau.
Amsterdam. Ausserge wöhnl. Aboim.-Oonc. im Neuen
Ooncerthaus (Kes) am 19. Oct.: „Peer Gynt" -Suite v. Grieg,
45*
552
Ouverfc. zu .Iphigenie iu Aulis" v. Gluok m. Rieh. Waguer's
Schlufis, iSoiovortr&ge des Frl. Heijmaim (Ges., -Mein Lieb-
chen" V. Ourti, Altdeutscher Liebesreim" v. Meyer-Hel-
mund, ^In der Fremde" v. Taubert, „Het looze Molenarin-
netje" v. Verhulst etc.) u. des Hm. Buromel (Clav., Ungar.
Phant. V. Liszt etc.).
Asehersleben. Ck>nc. am 18. Oct., gegeben v. Hrn. Krebs
a. Dessau (Ges.), Frau Hermann-y. Thien (Ges.) u. HH. Dr.
Badecke (Clav.) u, Krelle (VioL) a. Berlin: Clav.-Violinson.
Op. 30, No. 8, V. Beethoven. Vocalduett „So lang hab ich ge-
schmachtet" V. Mozart, Soli f. Ges. v. C. Beinecke („Der
Schelm"), B.Badeoke („Dieblauen Frühlingsaugen"), E.Ba-
decke („Ständchen") u. A., f. Ciavier von B. Kadecke („Eine
Mondnacht im Hsethal") u. A. u. f. Yiol. v. Bruch (Einlei t.
u. Adagio a. dem 1. Conc.) u. Yieuxtemps (Ballade u. Polon.).
Berlin. Liederabend des Ehepaares Bchmidt(-Köhne) unt.
Mitwirk, des Hm. Berger (Clav.) am 98. Oct.: Vocalduette v.
Schumann („Familiengem&lde"), IdaB e ck e r (Dörpertanz weise),
W. Berger („Hans und Grethe") u. Am. Erug („Belauschte
Liebe"), Soli f. Ges. von HändeL Haydn, Durante, Giordani,
Pai-adies, Schubert, Schumann, W. Berger („Der Waldsee" u.
JagdHed), P. Cornelius (Brautlieder), A. Naubert („Nun
früss dich Gott, Frau Minne"), H. Sommer („Grabschrift"),
r. Wolf („Der Battenfknger"), W. Kienzl ('„Immer leiser
wird mein Schlummer" u. „Unter den Linden"), Franz (Mai-
lied) u. Behm („Die Spröde").
Boston. 1. Conc. des Boston Symph.-Orch. (Nikisch):
5. Symph. v. Beethoven, Vorspiel u. „Isoldens Liebestod" aus
„Tristan und Isolde" u. Kaiser- Marsen v. Wagner.
Bremen. 1. Kammermusik der HH. Bromberger (Clav.)
u. Skalitzky (Yiol.) unt. Mitwirk, der Frau Heink a. Hamburg
(Ges.) u. der HH. Blome v. hier (Bratsche) u. Becker a. Frank-
furt a. M. (YiolonceU): Ciavierquartett v. Schumann, Serenade
Op. 8 V. Beethoven, Gr^sangsou v. Schumann u. Franz („Im
Herbst").
Breslau. 2. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Yer. (Masz-
kowski): 1. Symph. v. Brahms, Ouvertüren v. Wagner
(„Der fliegende Holländer") und Mendelssohn, Yioloncellvor-
träge des Hrn. Prof. Hausmann a. Berlin (Conc. v. Schumann,
Canzone v. Bruch u. Bomanze u. Yalse v. Davidoff). —
Balladen- u. Liederabend des Hrn. Mart. PlÜddemann unter
Mitwirk, des Frl. Plüddemann (Ges.) u. der HH. Bulss(Ges.)
u. Masbach (Clav.) am 22. Oct.: Soli f. Ges. v. M. Plüdde-
mann („Die Himmel rühmen", Buss. Lied, Altdeutsches
MinneHed, „Siegfried's Schwert", „Es steht ein Lind", „Ave
Maria", Ode an die preuss. Armee u. „Der Taucher") und f.
Clav. V. S. Bach (Cmoll-Sinfonia), E. E. Taubert (Praelu-
dium), Liszt (12. Ungar. Bhaps.) u. A. — 2. Musikabend des
Tcnktinstlerver. : Trio f. Clav., Yiol. u. Bratsche v. I. La ebner,
Fdur-Clav.-Yiolinson. v. Haydn, Soli f. Ges. v. J. Brahms
(„Immer leiser wird mein Schlummer", „Mainacht" u. Minne-
Ued) u. Franz („Yöglein, wohin so schnell", „Liebchen ist
da", „Auf dem Meere" u. Schweizerliedchen) u. f. Ciavier v.
Baff (Suite ()p. 72). (Ausführende: Frl. Seidelmann [Ges.] u.
HH. Kudell, Kuron [Clav.], Bensch u. Backhaus [Streicher].)
Cassel. 1. Abonn.-Conc. des k. Theaterorch. (Treiber):
2. Symph. v. Beethoven, And. a. der Tra^. Symph. v. Schu-
bei't, Akad. Festouvert. v. Brahms, Yiolin vortrage des Hrn.
Thomson a. Lüttich (Adagio v. Bruch etc.).
Charlottenburg. 1. Popul. Kammermusikabend der HH.
Ad. Schnitze (Clav.), Lenzewski u. Horwitz (Streicher) unter
Mitwirk, des Hm. Severin (Ges.): Ciaviertrios v. Beethoven
(Op. 1, No. 8) u. H. Hof mann (Adur), Soli f. Ges. v. Löwe,
H. Hofmann („Yergiss mein nicht"), v. Chelius („Selig-
keit") u, B. Becker (Frühlingslied) u. f. Yiolonc. v. Bargiel
(Adagio).
Cöln. l.Gürzenichconc. (Prof. Dr. Wüllner) m. „Manasse"
f. Soli, Chor u. Orch. v. F. Hegar unt. sollst. Mitwirk, der
Frau Herzog a. Berlin u. der HH. Wulff a. Frankfurt a. M.,
Hoffmann u. Sack v. hier.
Constanz. Conc. des Or^nisten Hm. Werner a. Baden-
Baden unt. Mitwirk, der Begimentscap. (Handloser) und des
Evangel. Kirchenchors am 20. Oct.: Chöre von Lützel und
F. Schneider, Largo f. Streichorch. u. Org. v. Händel, Orgel-
soli V. S. Bach (Prael. U. Fuge in Amoll), Guilmant («In-
solation"), C. L. Werner („Andacht") u. Bheinberger (tJonc.
m. Streichorch. u. drei Hörnern).
Cref eld. 1 . Abonn.-Conc. der Concertgesellschaft (Grüters)
m. HändePs „Salomo" unt. sollst. Mitwirk, des Frl. Nathan a.
Frankfurt a. M., der Frau Joachim a. Elberfeld u. des Hrn.
Francke-Förster a. CJöln.
Dessau. l.Conc. der Hofcap. (Klughardt): 2. Symph. y.
Brahms, „Egmont"-Ouvert. v. Beethoven, Solovorbräge der
FrauBemmert a. Berlin (Clav., Ungar. Phant. v. Liszt etc.)
u. des Hm. v. Krebs v. hier (Ges.).
Dortmund. 1. Abonn.-Conc. des Orch.-Yer. (Hüttner)
Cdur-Symph. v. Mozart, Ouvertüren v. Lachner („Turan-
dot")u. Bossini, „Aubadeprintaniöre v. P. Lacombe, Ballet-
musik a. „Feramors" v. Bubinstein, „Einzug der Götter in
Walhall" a. „Bheingold" v. Wagner etc.
Dresden. 1. Symph.-Conc. des Hrn. Trenkler: 6. Symph.
V. Beethoven, Orchestersuite „Die Schweiz" v. F. Curti, Viofin-
romanze v.Svendsen (Hr. Schmidt) u. A.m. — 1. — 3. CJebungs-
abend des Tonkünstlerver. : Nonett f. FLOb., Clar., zweiYio-
linen, Bratsche, Yiolonc, Contrabass u. Clav. v. F. Baum f ei-
der, Blasoct. V. Haydn, Streichquartette v. Beethoven (Op. 18,
No. 1), Schumann (Adur) u. Mozart (Bdnr), Litrod. u. Fuge
in Cmoll f. Streichquart, v. Mozart, Ciaviertrios v. Th. Müller-
Beuther (Op. 19) u. Beethoven (Op. 1, No. 1). Ddur-Clav.-
Yioloncellson. v. F. Draeseke, Capriccio, Gk)naoIiera u. Me-
nuette f. Clav. V. B. Both. (Ausführende: HH. Müller-Beu-
ther, Both, Baumfelder, Schmeidler [ClavJ, Brückner, Lange-
Frohberg, Drechsler, Gunkel, Feigerl, Blumner, Sqhramm,
Meissner [Yiol.], Wilhelm. Schreiter, Schlegel [Bratsche], Nebe-
long, Grützmacher, Hüll weck, Böckmann, Stenz (Yioloncell),
Büdiger [Contrabass], Bauer [FL], Pietzsch, B. Schmidt [Ob.],
Lange, Schneider [Clar.], Tr&nkner, E. Schmidt [Fag.j, Mai u.
Uhlemann [Hom].)
Eisenach. 1. Conc. des Musikver.: Ciaviertrio Op. 97 v.
Beethoven, Soli f. Gesang v. Schumann, Ad. Jensen („Mur-
melndes Lüftchen"), B.Wagner („Im Treibhaus"), F. Eies
(Wiegenlied) u. Lassen („Lenz"), f. Yiol. v. F. Kies (And.
u. Presto) u. f. Yiolonc. v. Lassen („Andacht" und Beigen).
(Ausführende: Frau Halir [Ges.] u. HH. Dr. Lassen [CUv.J,
Prof. Halir u. Grützmacher [Streicher] a. Weimar.)
Eisenberg. Conc. des Frl. Bobinson (Yiol.) u. der HH.
V. Böse (Clav.) u. Kiesling (Yiolonc.) a. Leipzig am 23. Oct. :
Ciaviertrio Op. 70, No. 1, v. Beethoven, Soü £ Ciavier von
F. V. B o s e („No vellette" ), Chopin, Beinecke (E moll-Ballade),
Ad. Jensen (zwei Nummern a. „Erotikon") u. Paderewski
(Yariat.), f. Yiol. v. Bruch (Adagio a. dem 1. Conc), Hubay
(„Hejre Kati") u. A. u. f. Yiolonc. v. Händel, C. Schröder
(Danza neapol.) u. M. Kiesling (Caprice).
Frankfurt a. M. 1. Eammermusikabend der Museums-
Gesellschaft: Streichquartette v. Havdn (Cdur) u. Beethoven
(Op. 130), Gdur-Clav.-Yiolinson. v. Brahms. (Ausfahrende:
HH. Ewast [Clav.], Prof. Heermann, Naret Koning, Welcker
u. Becker [Streicher].) — 1. Museumsconc. (Kogel): Cdur-
Symph. V. Schubert, Ouvertüren v. Weber u.Wagner („Faust"),
Vioiinconc. v. Beethoven (Hr. Prof. Halir a. Weimar).
Gera. 1. Eammermusikabend der HH. Eleemann (Clav.),
Jäger, Grümmer, Geipel und Friedrichs (Streicher): Streich-
quart. Op. 18, No. 2, V. Beethoven, Dmoll-Claviertrio v. Men-
delssohn, Air u. Gravotte f. Yiolonc. v. S. Bach.
Hannover. Am 20. Oct. Aufführ. v. Mendelssohn's „Elias"
durch die Musikakad. (Frischen) unt. sohst. Mitwirk, des Frl.
Vr Sicherer a. München, der Frau Beck-Badecke v. hier und
der HH. Gerhäuser a. Lübeck u. Messchaert a. Amsterdam.
Heidelberg. Conc. des Hm. Sahlender am 15. Oct.: Ton-
dichtung „Der Gefangene im Eaukasus" f. Orch. v. B. Wie-
mann (unt. Leit. des Uomp.), „Phädra"-Ouvert. v. Masdenet^
Scenen a. der Oper „Der Schelm von Bergen" v. Em. Sah-
lender, Scherzo u. Mazurka f. Orch. v. Th. Graff (unt. Leit.
des Comp.), Festzug u. Beigen f. do. v. Ad. Jensen, Solo-
vorträge des Frl. Eonopasek a. Eronstadt i. S. (Ges., Ballade
a. dem „Fliegenden Holländer" v. Wagner, »Xenz" v. Las-
sen etc.l u. des Hm. Wiemann (Clav.,lBsdur-Conc. v. Liszt
u.Parapnr. üb. den „Fledermaus"-Walzer v. Strauss-Schütt).
Leipzig. Wohlthätigkeitsconcert der „Typogiaphia"
(Schmidt) am 22. Oct: (Jem. Chöre m. Clav. v. iL v. Vir ein-
zier 1 („Frühlingszauber") u. a cap. v. E. F. Bichter („Wie
lieblich sind auf den Bergen"), C. Zöllner u. F. Gartz („Maien-
duft"), Männerchöre m. Clav. v. Gold mark („Frühlingsnetz")
u. a cap. V. M. v.Weinzierl („Herbstnacht"), Ed. Eretsch-
mer („Tausendschön") u. D reger t („Hoho, du stolzes Mädel"),
Solovorträge des Frl. Hoppe a. Frankfurt a. 0. (Ges., JDu
bist wie eine stille Stemennacht" v. Ed. Eretschmer, „Uie
LoreW" V. Liszt, „Blumenorakel" v. Mascagni etc.) u. des
Hrn. Barth v. hier (Violonc, Wiegenlied v. J. Elengel, TarW
teile V. Popper etc.). — Musikal. Soir6e im Alten GewaSüd*^
haus am 26. Oct.: Bondo brill. f. Clav. u. Yiol. v. Schubert
(Hr. Afierni u. Frl. Bobinson), „Tragödie" f. Alt u. Tenor v.
553
Schamann (Frl. Osbome u. Hr. Dr. Briesemeister), Solovor-
trä^ der Frau Wahls (Ges., Bec. u. Andante a. ^oappbo*' v.
Yolkmiinn u. Mailied v. G. Bein ecke), der Frls. Osbome
(„Die Gefangene" v. Berlioz, „Todt sie ihren Krieger sah"
von H. Zöllner, „Meine Liebe ist grün*' von J. Brahms,
^jDas Schloss am Meere" v. B. Becker und Wiegenlied von
Petri) und Bobinson (Bomanze von J. S. Svendsen und
,,Hejre £ati" v. Hubay) und der HH. Dr. Briesemeister
(„Du frf^t mich, du holdes Lieb" v. B.Oehme, „Stille Sicher-
heit" V. Franz etc.^ u. Affemi (drei Sätze a. der Ddur-Suite
eig. Comp.). — 4. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof.
Dr. Beinecke): Esdur-Svmph. v. EEaydn, Ouvertüre, Scherzo
u. Finale v. Schumann, f^ine Faust-Ouvert. v. Wagnet, Cia-
viervorträge des Hm. Stavenhagen a. Weimar (Umoll-Conc.
v. Beethoven, 13. Ungar. Bhaps. v. Liszt etc.). — 1. Musik-
abend des Kammermusik ver. : Streichquartette v. H. Afferni
(Fmoll) u. Beethoven (Op. 59. No. 3), vorgetragen von Frl.
Brammer n. den HH. Lie, Scnäfer u. Hansen, drei Stücke im
Volkston f. Yiolonc. u. Clav. v. Schumann (HH. Hansen und
AfTemi), Arie «^rgo interest" v. Mozart u. Brautlieder von
Oornelius (Frl. Hoppe a. Frankfurt a. 0.).— 1. Orch.-Oonc.
des Liszt-Yer. zur Nacnfeier des goldenen Hochzeitstages des
grossherzogl. sächs.-weimarisohen Herrscherpaares unt. Leit.
des Hm. Strauss a. Weimar: Prolog von Cfrome-Schwiening
(Frau Wieok-Halberstadt a. Weimar), „Faust"-Symphonie v.
Liszt, symph. Dicht. „Macbeth" v. B.Strauss, Solovorträge
der Frau Beuss-Belce aus Garlsruhe (Ges.. Scene u. Arie aus
„Die Trojaner" v. Berlioz, „Ich liebe dien" v. Liszt, „Wid-
mung" u. „Abends" v. Franz u. „Sommerabend" v. Lassen^
u. des Hrn. Kiengel v. hier (Violonc, 3. Conc. v. David off,
Bomanze v. Y olkmann, Yariat. capric. eig. Oomp. u. Spinner-
lied V. Popper).
Mfthlhausen 1. Th. 1. Bessourceconc. (Möller): ,^önig
Stephan" -Ouvert. v. Beethoven, „Parsifal"- Vorspiel v. Wag-
ner, Solovorträge der Frls. Asmann a. Berlin (Gesang, Arie
„Sieh, mein Herz erschliesset sich" von Saint-SaÖns, „Der
Sandträger" v. Hungert u. „Lnmer leiser wird mein Schlum-
mier" u. „Ständchen" v. Brahms) u. Walther a. Leipzig (Clav.,
AmoU-Oonc. v. Schumann, Tarantelle v. Moszkowski etc.).
Paris. 1. Gonc. Lamoureux: 2. Symph. v. J. Brahms,
svmph. Dicht. „Le Chdne et le Boseau" v. C. Chevillard,
äc^nes pittoiesques v. Massenet, Ouvert. „Le Gamaval ro-
main" v. Berlioz, Yorspiel zum 3. Aufzug der „Meistersinger"
V.Wagner, G dur-Clavierconc. v. Beethoven (Frl. Kleeberg).
Stettin. 1. Ejimmermnsikabend: Es dur-Clavierquart. v.
E. E. Taubert, Seren. Op. 8 v. Beethoven, Liederv.^. Hor-
witz („Unter der Linde"), E.E. Taubert („Widmung" ^Spiel-
mannslied, G^bet u. Luarin)u. A. (Ausführende: FäHerms
[Ges.] u. HH. Taubert [Clav.], P. u. B. Wild u. Sandow [Strei-
cherla. Berlin.)
Wiesbaden. Symph.-Oonc. des städt. Curorch. (Ltlstner)
am 23. Oct.: Esdur-äymph. v. Mozart, Concertouvert. im ern-
sten Stil V. Spohr, Fragmente a. „Boabdil" v. Moszkowski,
Yiolinvorträge der Hm. Nowak (Adagio v. Yiotti u. „Perpe-
tuum mobile" v. Bies).
Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig unbeachtet bleiben l
Engagements und GBste in Oper und Conoert.
Berlin. Yon den Pianisten, welche in letzter Zeit sich
hier hören Hessen, hoben sich vor AUendieHH. Dr. Neitzel
aus Cöln und Bummel aus New- York hervor. FrL Nikita
hat die Beichshauptstadt auch wieder einmal besucht und in
Ermangelung anderer Nemgkeiten das Publicum u. A. mit
dem Intermezzo aus der „C^valleria rusticana", dem Worte
untergelegt waren, regalirt. Anderen Städten steht sicher die-
ser Genuss noch oevor. — Christiania« Mit ^sstem Erfolg
hat das Sänger-Ehepaar Hildach aus Berlin jüngst hier con-
certirt, denn dasselbe musste nach zwei gut Gesuchten Gon-
certen noch ein drittes geben, das ebenfalls vor seinem Beginn
ausverkauft war. — Dresden« Eine Miss Florence Menk-
meyer wagte es, hier öffentlich ihre Glavierdilettanterei
offenkundig zu machen und die Beclame zu strafen, welche
ihrem unverfrorenen Auftreten vorangegangen war. — Heidel-
berg. In einem Ck>ncert, welches der Gomponist Hr. Sahlender
hier veranstaltete, wirkten die Sängerin ItL Eonopasekaus
Kronstadt i.S. und Hr. Musikdirector Wiemann aus Pforzheim
als Solisten mit. Erstere erfreut sich eines ausgibigen und
gut gebildeten Mezzosoprans und singt mit Wärme und musi-
kalischem Geschmack. Hr. Wiemann, ein früherer Schüler
Willy Behberg's, spielte als Hauptstück Liszt^s Es dnr-Goncert
und erwies sich als ein Pianist von bedeutendem Können und
feurigem Temperament, sodass die ihm gewordene warme
Aufnahme ganz verdient war. Auch als Gomponist einer sym-
phonischen JDichtung wusste er sich (Geltung zu verschaffen.
— Magdeburg. Das 1. Abonnementconcert im Kaufmänni-
schen Yereine gab dem hiesigen Publicum (j^legenheit, die
Bekanntschaft mit Ihrer Leipziger Sängerin Frl. Martini zu
erneuern und sich wiederum an deren ungeschmincktem
ebenso sinnigen, wie feinauseearbeiteten Gesang zu erfreuen,
gleichzeitig vollzog sich in inm aber auch das hiesige Debüt
eines jungen Pianisten, der na<3h den gebotenen eminenten
Leistungen berufen erscheint, noch Yiel von sich reden zu
machen. Es war Hr. Anton Förster, der, seine höhere pia-
nistische Ausbildung Hrn. Prof. Martin Krause in Leipzig
verdankend, mit seinen Yorträgen geradezu Sensation ^
macht hat. — Plauen i. V. Die Sobstin des letzten Musik-
vereins-Goncertes war die Altistin Frl. Gondar aus Leipzig,
welche nicht nur durch ihr sympathisches Organ, sondern
auch durch ihre gemüthvolle Aufuussung sich viele Freunde
erwarb.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 29. Oct. „Ein feste Bu^ ist
unser Gott*' v. Doles. 81. Oct. „Ein feste Burg'' v. S. Bach.
Nicolaikirche: 30. Oct. „Herr, schicke was du willt" von
B. Yolkmann.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 11. Sept. „Misericordias
Domini" v. Durante. 18. Sept. „Glücklich, wer auf Gott ver-
traut" V. W. Behberg. 25. Sept. „Jauchzet, frohlocket" von
S. Bach. 2. Oct. „Ich und mem Maus, wir wollen" v. Ferd.
Schulz. 9. Oct. „Gott sei mir gnädig", Arie a. „Paulus" v.
Mendelssohn. 16. Oct. „Agnus Dei" v. Kunstmann. — St.
Johanniskirche: 11. Sept. „Danket dem Herrn" v. Schröder.
25. Sept. „Gott, sei uns gnädig" von S. Jadassohn. 2. Oct.
„Walte, Wort des Herrn" v, Hauptmann. — St. Petrikirche :
11. Sept. Psalm 100 v. Wermann. 18. Sept. „Der aber die
Herzen erforschet" v. S. Bach. 26. Se^t. „Der Geist hilft" v.
S. Bach. 2. Oct. „Gott, deine Güte reicht so weit" v. Beet-
hoven. 9. Oct. „Zions Stelle" v. Alb. Becker. 16. Oct. „Des
Christen Schmuck und Ordensband" v. Becker. — St. Nicolai-
kirche: 11. Sept. „Herr (Jott, von deiner Wohnung schau" v.
Wermann. 25. Sept. „Danket dem Herrn" v. Engel. 9. Oct.
„Alles, was Odem hat, lobe den Herrn" v. Sucher. — St.
^auHkirche: 18. Sept. „Dies ist der Tag, den der Herr ge-
macht" V. Steglich. 25. Sept. „Was betrübst du dich" von
S. Jadassohn. 2. Oct. „Herr, den ich tief im Herzen trage"
V. Tottmann. 9. Oct. „Meine Se^e ist still zu GK)tt" v. Haupt-
mann. — Schlosskirche: 18. Sept. „Ich danke dem Herrn" v.
Hauptmann. 2. Oct. „Nimmer kann Gott dich verlassen" v.
Flügel. 16. Oct. Psalm 100 v. Mendelssohn. — St. Markus-
Mrcne: 16. Oct. „Zu dir wiU ich fliehen" v. E. F. Bichter.
Vermischte IMittheilungen und Notizen.
* F. Hegar's grosses Chorwerk „Manasse" ist am 25. Oct.
mit ehrendstem Eriolg im Gürzenichconcert zu Cöln aufge-
führt worden.
* Im Conservatorium in Brüssel wurde kürzlich eine
Büste Auguste Dupont's, gestiftet von dessen Schülern,
eingeweiht.
* In Bezug auf das Conservatorium in Marseille haben
wir zu unserer jüngsten Nachricht noch nachzutragen, dass
den vereinigten Lehrern eine 50prooentige Herabminaerung
ihrer Gehftlter angetragen wurde, dass dieselben, um nur den
Bestand des Instituts zu sichern, eingewilligt haben, dass aber
acht Tage später ein Drittel der Lehrer abgedankt wurde,
was die Unterdrückung mehrerer wichtigen Classen und Lehr-
fächer zur Folge hatte.
* W&hrend die sämmtlichen Theater Londons nur
65,000 Zuschauer fassen, beträgt die Anzahl derselben in den
verschiedenen Cafö-Chantants 160^000. Mit Becht fürchtet
man ftü: die Zukunft der Theater. Nicht besser ist es in den
englischen Provinzen bestellt. Auch aus Italien kommen ähn-
liche Klagen.
* Hans Sommer 's Oper „Lorelei" hat im Hoftheater zu
Darmstadt, wo sie am 28. Oct. erstmalig in Scene ging, eine
554
sehr warme Aufnahme gefunden. Unser Blatt kommt in n.
No. ausfahrlich auf Werk und Aufföhrung zurück.
* Strauss* Oper „Bitter P&sm&n** wurde die Ehre er-
wiesen, vom Münchener Hofbheater zur Auffiihrimg ange-
nommen zu werden, hat aher bei ihrer Premiere daselbst
wenig Erfolg gehabt.
* In Barcelona hat Videly Garet a's „Oristobel Colon"
einen vollständigen Misserfolg gehabt, welchem die Schliessung
des Theaters und die Auflösung der Truppe folgten.
* An dem von Mascagni entrirten Wettrennen mit ein-
actigen Opern hat sich auch der berühmte Bayreuther Diri-
gent Fei. Mottl mit einem „Kaiser und Dichter** betitelten
Werke dieser 8pecies betheil^, das er in nächster Zeit im
Hofbheater zu CarLnruhe, der permanenten Stätte seiner künst-
lerischen Thätigkeit, zur Auftührung bringen wird.
* FrauLillianSanderson, die grosse Vortragskünstlerin,
wird demnächst mit der Violinistin Frau Marie Soldat und
dem Pianisten Hrn. Stavenhagen eine grössere Kunstreise
durch Deutschland antreten.
* Hr. Musikdirector Moritz Vogel in Leipzig wurde zum
Organisten der Matthäikirche daselbst erwählt.
* Hr. üniversitatsmusikdirector Dr. E. Naumann in Jena
und der Pianist Hr. Stavenhagen in Weimar wurden vom
Grossherzog von Weimar mit dem Orden vom weissen Falken
2. Classe decorirt.
* Hr. Emil Praeer, Bedacteur der „Deutschen Militär-
Musiker-Zeitung", emielt vom König von Württemberg das
Eitterkreuz 2. Classe des Friedrichsordens verliehen.
Todtenliste. Geh. Ober-Justizrath F. Hinrichs in Ber-
lin, durch gediegene Liederspenden in musikalischen Kreisen
bekannt geworden, ein Schwi^^er B.ob. Franz\ f, 73 Jahre alt,
am 25. Oct. — H. Franke, Stadtcantor in Altenburg, tüch-
tiger Kenner und Pfleger kirchlicher Vocalmusik, f kürzlich
durch Selbstmord. — Otto Dessoff, Opemcapellmeister in
Frankfurt a. M., ausgezeichneter Dirigent, f im baldvollen-
deten 69. Lebensjahre, am 28. Oct. — Wilhelm Schauseil,
Musikdirector in Düsseldorf, f, bald 59 Jahre alt, am 29. Oct.
Robert Franz.
t
Welke Kränze am Grabe,
Welke Herzen darin;
Leise rauschen die Weiden
Frieden darüber hin.
So Wäre denn wieder Einer von der „alten Garde" dahin-
gesunken, — Einer von Jenen, bei deren Hinscheiden uns
Junge, die wir an ihrem Schemel lauschend gesessen, immer
wieaer von Neuem und immer stärker das Gefiihl der Ver-
einsamung überkommen muss und das schmerzliche Bewusst-
sein, wie wir doch so Wenig mehr zu erringen haben, sondern
im Grunde nur ausbauen können; Einer von den Wenieen
aus der grossen, vielbewe^n Schumann-Liszt-Brendel-^it,
die das Aufgehen des Gestirns B. Wagner mit eigenen Augen
sahen imd sein Erscheinen schon damals verständnissvoll l)e-
grüssten; Einer von jenen Grossen, die über solchem Schauen
das eigene Schaffen nicht verbissen und ihrer Zeit noch etwas
Eigenes zu sagen wussten; Einer von jenen Seltenen, denen
es noch ein heuiger Ernst warum ihre Kirnst und deren cultu-
relle Mission, ein „Inhalt*', nicht ein „Spiel" mit „tönend be-
wegten Formen", und die sich darin von Anfuig bis zu Ende
selbst unentwegt treu geblieben: der „Fixstern musikalischer
Lyrik" — wie mn Franz Liszt so treffend einmal nannte, der
„Nestor" zugleich aller Bearbeiter und Erneuerer Bach-Hän-
derscher Kunst — wie man denn von Nestor spricht, wenn
man nicht nur den Aeltesten, sondern auch zugleich den
Reifsten und Tüchtigsten unter seinen Zeitgenossen meint
— er ist von uns gegangen.
War da jüngst m einem Buche von Phil. Spitta viel Redens
von der Nothwendigkeit einer WiederbeleDung und Auf-
erstehung der altprotestantischen Kirchenmusik. Ja, deijenige,
in dem jene alte Kunst wirklich noch lebendig war, sodass
sie Leben an Leben erzeugte, als eine „Kunst", nicht als
„geschichtliche Grundlage", und der uns daher jene Werke
aufs Neue zum Leben erwecken konnte, — er hat eben in
unserem Meister nun die Augen geschlossen. Was nützt und
hilft da alles tiefsinnige Meditiren „zur Musik" wenn die
echte Muse fehlt! Was sagen uns alle „Lieder" und „Gesänge",
wo das innere Singen dem Sänger abgeht! Und er war Einer
von den Grossen, so kleine Lieder er auch unserer und spä-
terer Zeit geschenkt; Einer von den Meistern, deren Kunst in
der Beschränkung just sich zeigt, — kein Gewaltigjer zwar,
denn seine Ziele und Wege waren subjective, weit intimere,
aber doch ein Prediger, anders als jene Pharisäer und Schrift-
gelehrten, welche meinen, dass sie schüfen, wo sie nur machen ;
dazu ein Märtyrer seiner Kunst im wahrsten Sinne des Wortes,
wie seit Beethoven Keiner mehr gesehen, denn — ein Opfer
unserer Oultur — hatte er durch einen zu schrillen Locomotiven-
pfiff schon früh die edelste Gabe des Musikers, sein Gehör,
verloren, und doch ein berufener Träger zugleich des geistig-
sittlichen Gehaltes eben dieser Oultur; anders wieaer als
Beethoven, nicht in kühnem Trotze sich mächtig auf bäumuid
gegen ein herbes Schicksal, sondern mit stiller, edelster Resig-
nation sich schickend in das von einer uneriorschlichen Vor-
sehung vielleicht gerade zur ErftÜlung seiner irdischen Sen-
dung ihm Auferlegte, in solcher schweren Lebensprüfun^ als
echter Künstler sich läuternd und sich erhebend zur reinen
Höhe ernstester, tiefeter Sittlichkeit. Das Bach'sche „Gib dich
zufrieden und sei stille", das uns der Meister so schön „ent-
ziffert" hat, es wurde ihm in diesem Sinne vorbildlich ftür
sein ganzes Wirken. So schöpfte er „aus seinen grossen
Schmerzen die kleinen Lieder"; so war ihm, dem Beinen,
Alles rein und wurde zu lauterem Gold, was seine Hand
berührte; so gab er uns, seinen Deutschen, selbst das fremd-
artige Geröll Heine'soher Poesie von allen frivolen Schlacken
erst gereinigt als lauteren Edelstein nunmehr zurück; so
lehrte er uns auch wieder den wahren Glauben, wenn wir
in Musik zu unserem Gotte beten. Nicht wurde ihm so „ver-
fehlte Liebe" auch schon zu „verfehltem Leben", wie ergreifend
er sie auch besungen; wohl aber musste der „Kelch der
Kose" bei solcher Lebensauffiassung ihm zu einem „Kelch
der Passion" werden.
In der That: mag ihm selbst „die Liebe" auch „gelogen"
liaben — der „Stem% der in ihm uns aufgegangen ist und
unser Leben beschienen hat, er hat „nicht gelogen", ist er
doch zum Fixstern mittlerweile geworden ; und nicht zu viel
hat er von sich gesprochen, da er der Rose, die sich um der
Vergänglichkeit ihres Duftes willen bei ihm beklagte, „zum
Trost gesagt, dass der durch seine Lieder wehe" — ja, selbst
Mirza-Schaflfy (Bodenstedt) , der Dichter des durch Franz so
bekannt gewordenen kleinen Liedchens, und mit ihm noch so
mancher Andere, wird sich längst darüber klar gewesen sein,
dass er nur „dort (bei ihm) ein ewi^ Leben habe".
Ihm also, dem holden Sänger, wird die Erde leicht sein,
denn er hat für die Ewigkeit gelebt^ und so gramerfWlt wir,
die Zurückgelassenen, an seinem offenen Grabe auch stehen
mögen, wir wollen ihm doch gerne gönnen, was ihm die
letzten Jahrzehente seines Lebens hiemeden versagt geblieben
war und er nun dort in seligen Höhen auf köstliche Weise
erlangt haben wird: entzückt zu lauschen dem Klang der ewigen
Harmonien, nicht mehr nur innerlich, sondern selbst hörend
theilzunehmen an der göttlichen Musik der Sphären.
Sein G^dächtniss und sein Lied aber, es bleibe lebendig
unter uns! Und wenn wir später in Einem Worte zusammen-
fjEiasen und Anderen sein Wesen schildernd mittheilen werden,
was er uns, was er unserer Kunst geworden, dann wollen wir
unseren Kindern und Enkeln erzählen, — und der stillen Thr&ne
in unserem Auge brauchen wir uns dabei nicht zu schämen:
dass in ihm
„der Himmel hat eine Thräne geweint".
Amen.
Arthur Seidl.
Zun geff. Beachtung.
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Ooncerte veranstalten und sich hierzu der geschäft-
lichen Unterstützung des Hm. Ernst Eulenburg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, falls sie ihre Ooncerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um geölllige direete
Zusendung der Billets an uns gebeten.
j
■
Leipzig.
Die Redaetion des
„Mosikalisehen Woeheoblattes".
555
Kritischer Anhang.
Neue Lieder fUr eine Singstimme mit Ciavier-
begleitung.
Franz Mohaupt. Sechs Lieder, Op. 1. Prag, H. Weiner.
Das ist ein bemerkenswerthes erstes Opus; sein Inhalt
macht einen ganz befriedigenden Eindruck und zeigt sich als
mit feinem Empfinden und künstlerischem Bewusstsein an-
gelegt und ausgeführt. Der Componist dieser Lieder ist offen-
bar ein sehr guter Musiker von reifer Erfahrung und mit
geläutertem Geschmack. Das entnehmen wir aus der Art und
Weise, wie er Heine's etwas sprödem „Die Mittemacht war
kalt und stumm^ beizukömmen und dessen „Aus meinen
grossen Schmerzen** und »Auf Flügeln des Gesanges** neue
Seiten abzugewinnen gewusst, wie er das liebliche „Hoch im
blauen Himmelsrund** von Rittershaus gleich reizend wieder-
zugeben, den tiefen Ernst von Chamisso's „Qeh du nur hin!**
darzustellen und Daumer's „Komm, falsche Dirne** treffend
zu charakterisiren verstanden hat.
Per Lassen. Zwei Lieder. Ghristiania, Garl Warmuth.
Die erste Nummer des Heftes ist ein vortreffliches Lied
nach Worten aus Ludwig Ganghofer's „Vom Stamme Asra**,
das uns der Becu^htung im höheren Grade werth dünkt, als
das Andere', in weichem das Streben des Gomponisten nach
ungewöhnlichen Ausdrucksmitteln gar zu sehr zu verspüren ist.
Franz Mayerhoff. Zwei Lieder, Op. 5.
Zwei Gesänge, Op. 6.
Zwei Gesänge, Op. 9.
Dreien, 0. A. Klemm.
Zwei Lieder, Op. 10. Dresden, Adolph Brauer.
Wir haben schon länger eine gute Meinung von dem Ta-
lent und dem Können Franz Mayerhoff's, an der wir auch
nach Kenntnissnahme dieser Liederreihe festhalten. La allen
diesen Compositionen finden wir wieder zuerst ein feines Yer^
ständniss aer dichterischen Intentionen und liebevolles Ein-
g)hen auf dieselben, dann eine warmherzige, schön melodiöse
eclamation und im Harmonischen bei aller Freiheit doch
Plan und Ziel. Grosse Frische und Lebendigkeit, eine ge-
wisse Jugendlichkeit und lebenslustige Unbefangenheit stecken
in den beiden Spielmannsliedem Op. 5, und von den beiden
G^esängen Op. 6 nat die zweite Nummer, das leidenschaftlich
erregte „Alles hinzu^ben ist der Liebe Brauch**, durch ^e
Zusammenstellung eines Rhythmus von drei Takten etwas
Besonderes. Eine ähnliche rhvthnusche Eigenthümlichkeit
findet sich in dem zarten „Unter blühenden Bäumen** aus
Op. 9, das auch im Uebrigen Interesse hat. Sehr freundlich
und liebenswürdig sind schliesslich die anderen drei Lieder,
das Zweite aus Op. 9 nach Mirza Schaf^'s „Ein Blick des
Augs hat mich erfreut** und die Beiden Op. 10 nach Geibel'-
sehen Gedichten.
Louis Bödecker.
Brie flL asten«
y. L. in S, Greifen Sie ohne weiteres Besinnen zu dem
von Max Friedlaender bei C. F. Peters, hi^ herausgegebenen
Oommersbuch, denn dasselbe wird Ihren Wünschen vollstän-
dig entsprechen.
F. F, in H, Der Brochenmann soll sich doch ja nur um
seine eigenen zum Theü recht fragwürdigen geschäftlichen
Manipulationen kümmern, statt einuLltige Bemerkungen über
die Unternehmungen Anderer zu machen.
F, C, in L. Der Berichterstatter des gesandten Blattes ist
für uns stanz unmaassgebend als Kritiker, weshalb wir ihn
nicht citiren können.
F. F. in S. Wir bitten um ein gedrucktes Exemplar des
Programms; die Abschrift und die Zeitungsausschnitte sind
unzureichend.
E. K, in St, Von den Berliner Musikconservatorien wurde
uns wiederholt das Schwantzer'sche sehr gerühmt.
Anzeigen.
Soeben erschien:
.£uigi Soccüerini.
Compositionen für 2 Violinen, Viola und
2 Violoncello,
heraushieben and bezeichnet von
Fritz Yolbach.
Fünf ausgewfiblte StOoke
(L Minuetto. IL Ballo tedesco. HL Larghetto.
IV. Minuetto. V. Minuetto a modo di Seguidilla.)
Partitur no. Ji 2,—. Stimmen no. Jk 4,25.
Diese Stücke sind für den ersten Unterricht im Ensemble-
spiel verwendbar [Violinstimme durchweg 1. Laee] und können
mit Ausnahme von No. 3 als Quartette gespielt werden.
Ouintett (L'Ucoelliepa).
Partitur Ji 2, — . Stimmen Ji 4, — ,
ri2i3.]
Mainz. B. Schott's Söhne.
Verlag von C "^W. FE*itzBoli in Leipzig.
DliAinl\Ai*#vAi» T Op. 8. „Waldmärchen''. Gonoertskizze
nllOlllVOrgOr^ «P«, für das Pianoforte. Ji 2,-. [1214.]
Bekanntmachung.
Bei unserem Stadtorchester, welches den Dienst im
Theater, dem Gewandhausconcert und bez. in den Kirchen
zu versehen hat, sollen möglichst bald die Stellen je eines
Aspiranten für
a) II. Violine mit dem Jahresgehalt von 1200 Ji
(900 Jt vom Theater und 300 Ji vom Concert), so-
wie b) Posaune und beziehentlich ContrabaSS mit dem
Jahresgehalt von 1500 »4(, und zwar von 1200 v4( far
Posaune vom Theater und von 300 Jt für Goncert,
wieder besetzt werden.
Es werden auch Bewerbungen für das Instrument
Posaune allein angenommen.
Die Anstellung erfolgt zunächst auf ein Probejahr.
Geeignete Bewerber, welche sich einem Probespiel
zu unterziehen haben, wollen ihre Gesuche nebst Zeug-
nissabschriften und einem kurzen Lebenslauf bis •pfi«
testens zum
15. November d. J.
bei uns einreichen.
Leipzig, den 27. October 1892.
[1216.]
Der Batli 1er M Leipzig.
Dr. Georgi,
Oberbürgermeister.
556
Bei F. £:. O. I^enck&rt in Leipzig erscliieii:
Neues Franz-Album.
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itir- eine Singr^tlmme mit F^a-noförte
Bobert Franz.
Xnthaltend: Op. 48, 50, 61 uad 6 deutsche Lieder Ekus dem
16. nnd 16. Jahrbundart.
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Johann Sebastian Bach's
Zwanzig geistliche Lieder
mr eine SingrstimTiie mit Pianoforte
Bobert Franz.
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Chor nnd eecbs altdeutsche Lieder för eine SingBtimme mit
PiAnoforte, bearbeitet von Robert Franz.
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Poptpait von RobttPt Fpanzi
geatocben 7on Adolf Meumann J$ 8,26. [1216.]
iy«plag »on Fp. Kl«ihep iw Leipzig-
Charles Mayer,
Studienwerke
fOr Pianofopte.
t^vidirt und mit f in^ersatz vereehen
[1217.] von
Knut Pauer.
Op. HB. Studien zur höheren Ausbildung im Piano- Jf /^
forteapiel. Heft I— III j« I —
Op. 871. SO technische üebungen. Heft I ond 11 je 1 60
Dp. 80&. li'Art de dölter los doigts. Heft I und H je 1 —
Op. MO. 36 Uebungastttcke fbr die Jngend ... . 1 50
Grwide Toccata — 60
Wonvean Tr&molo — 60
StadtmnsikdirectorsteUe.
Die hiesige Stadtmnsikdirectoratelle ist erledigt und
soll haldigst wieder heeetzt werden. Das Gehalt, in wel-
chem die Vergütong für Featmosiken inkegriffen iat, be-
tragt j&hrlicb 300 Hark. Eb ist Aussicht vorhanden, dass
dem Stadtmosikdirector anch die kirchlichen Musikauffüh-
nmgen, für welche bisher eine j&hrliche Vergätnng von
60 Hark gew&hrt worden ist, übertragen werden. Be-
werber wollen ihre Gesuche und Zeugnisse bis zum
10. November bei uns einreichen.
Ehrenfriedersdorf, am 26. October 1882.
Der Stadtrath.
[1916.] HebneH.
=Fflr Dilettanten- und Vereins-Tlieater.=
Ißperetten in einem SlctW
für gemischte Stimmen. H
Soeben erschien: [1810.]
Hollaendep, Viotop, Op. 75. Das Rheinwein-
lied. Liedersptel in 1 Aufzuge von Carl Gilck. Fär
5 Solostimmen (8opran, Tenor, 2 mittlere Hftoner-
stimmen u. Baas) mit Begleit des Claviera od. kL Or-
cbestera od. d. Streichquartetts allein.
Clav.-Äuaa. m, Text n. M. 4,—. Sin^mm. cplt. M. 8,—.
Ragiabuch n. M. ~,50. Text der Gelinge n. M. —,16.
Früher erachianen:
Hollaendar, VIotop, Dp. 10. Die Gesangvereins-
Probe od.: Der Jubll8umS-Tag. Mit Clavier- od. Oroh.-
Begleit.
Clav.-Auez. m. Text n. M. 4,—. Solostimm. M. 3,—. Cbor-
Stimm. (k 40 Pf.) M. 1,60. Textbuch n. 16 Pf.
HollaendePi Victopi Op. 15. Primanerliebe. Hit
Ciavier- oder Str ei cbquintett- Begleit.
Clav.-Ausz. m. Text n. M. 3,40. Soloatimm. M. 3,60. Chor-
Btimm. 26 Pf. Textbuch m. Dialog n. 40 Pf. Text d. Ge-
sänge n. 15 Pf.
Hollaendep, Viotop, Op. 20. Carmorinella. Hit
Clavier- od. Streichquintett-Begleit.
Clav.-ÄUM. m. Text n. M. 6,—. Soloatimm. cplt. M. 2,50.
Cborstiinm. (k. 40 Pf.) H 1,60. Begiebuch n. 60 Pf. Text
d. Gee&nge n. 16 Pf.
HoliaendePf ViotoPf Op. 25. Striese in Kamenm
od.: Ein schwarzer GBtze. Mit Clavier- od. Streich-
qnintett- Begleit.
Clav.-Aus».m. Textn.M. 4,— . Soloatimm. M. 2.—. Chor-
stimm. 90 Pf. Regiebuch n. 60 Pf. Teitd.Oestng6n-16Pf.
Hollaendep, Vlctop, Op. 28. E. £. 40 od.:
Schöne Geister treffen sich. Mit Clavierbegleit.
Clav.-Ausz. m. Text n. M. 3,— . Begiebnoh n. 40 Pf. Text
d. Gesänge n. 16 Pf.
Kanziep, W., Op. 9. Die reiche Erbin od.: Alte
Liebe rostet nicht. Mit Clavier- od. Orcliesterbegleit.
Clav.-Ausz. m. Text n. M. 8,40. Die 8 Ohorstimm. (k 30 Pf.)
90 Pf. VollstlLnd. Text- u. Regiebuch n. 30 Pf. Text d. Ge-
sKnga n. 10 Pf.
Weinzlepl, Max von, Op. 64. Die FOrsters-
tÖchter. Hit Orchester- od. Giavier-Begleit
Clav.-Aosz. m. Textn. Ji.6,— . Solostimm. M. 4,50. Chor-
stimm, cpl. M. 8,40. Regiebuch uo. 60 Pf. Text a.Gaelnge
n. 16 Pf:
Zu den Meisten dieser Operetten sind Partitur und
Oreheaterstlmmen In Absehrlft zu babsn.
I Verzeichnisse, welche Nfiherea über den Inhalt der
einzelnen Operetten und die Zahl und Stimmlage der
darin vorgeschriebenen Rollen u. dergl. angeben, sind
Ton der Verlagsbandinng gratis und franco zu erhalten!
Leipzig. Ca Fl Wa Siegel'* Muaikalienbandlnng
(R. Lianemann).
iben: [1290.]
1
Vor Kurzem vmrde ai
■o«egel
(itf« nd B«Be Tniibidiiir-Licier nn L Ttlkuu-Ltuder)
fKr dreiRtImintcen rrsaenehor amd Tenor**!*
mit Clavierbegleitung componirt von
Fritz Volbach, op. r4.
Praia: Partitur und Stimmen Jl 1,50.
B. SohoH'o SAhae.
557
JJie uutflneichnete VarlagshaDdlnng gedenkt, eine Anzehl der vorzäglicbsten frinzOsitchofl MHoaeichore
in deirtsoher Ausgabe su veröffentlichen. Bia jetzt erschienen: [isaie.]
lt| L.I Spanijches Lied Partitur Jt 1,25, jede Stimme & Jt — ,25.
' "' ' ' M 1,25, , , k Ji —,85.
An das Vaterland
„ Der Ähend
„ Gehet
RigMl Fp>| Die Geister der Nacht .
„ Der Bergmann . . .
„ Magnificat (nm mit Istein. Tsxt)
Tilman) Alfr., Hymnus an die Jugend
„ Die Eburonen
Jt 1,2
Jt 1,60,
Jt %-,
Jt 2,—,
Jt %—.
Jt 2,—,
Jt 2,—,
4 Jt —,26.
i Jt —,40.
4 Jt —.40.
4 Jt —,40.
4 Jt —,40.
4 Jt —,40.
4 Jt —,40.
BepwtolreDiiiiunerD deF berUunten belgtsehen ManneFehOre In Bfüssai, Lattloh, VeFvleFs eto.
Jouret, „Spanisches Lied" vurde mit Erfolg von ersten Vereinen in Wien, Stuttgart, Braunschweig gesungen. —
Riga, „Der Bergmann" gelangt in Bonn und Cöln a. Rh. zur Aufinhmng. — Tilman, „Hymnus an die Jugend"
igt vom S&ngerehor des LehrerTereins in Frankfurt a, M. zur Aullnhmng angenommen.
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der KamnMmHMlk-Geselltohaft in St. Petersburg
darcb Urtkeiluprucb der PreiErichter Herren P. TschalT-
kowsky, E. riUpravnIk, N. Rimsky-Korsakow und
H. Laroche am 6./18. Härs 1892 mit dem ersten
Preise gekrönt.)
Erste Auffnlirung in St. Petersburg: am 15./27.
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brand und Wierzbllowics.
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würdigt zu werden! {IMöb.]
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Opus 15. Deux Moreeaox:
No. 1. Scherzo ^1,50.
No. a. Xazourka Ji 1,35.
Opus 16. Deax Maaonrka«. No. I, a . . i. Jt 1,50.
Opus 17. Zwei Clavlersttteke.
Ho. 1. Andante Jt 1,50.
No. 2. Presto * 1,50.
In Kurzem ersoheint:
Opas 18. IHveb 41e Wolken. Clavierettick.
Opus 19. Zwei TanB-Iaaprompta«.
Ko. 1. Dnerarlseb.
Ho. S. Polnlseb.
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EsquisBes symphoniquea en quatro pardes d'npreE im
po^ma de Eddj' Levis ponr Orchestre.
Partitur Jl 83,—. Clayieraosz^ zu vier Händen .M 10,—.
fraoB. Text 40 ^ , deutecber 7%xt von Max Kalbeok 20 ^
1^^ Das Gedicht dient ab Leitfaden fQr die Musik und
kann vor Be^n derselben declamirt werden. [IS29.]
Das Werk wurde mit lebhaftem Erfolge ao^fikhrt 3 Mal
in Brttsael, 8 Mal in Antwerpen, 1 Malin Spa und 1 Mal
kfirtande^ * m-. .
Soeben enchieni [1380c.]
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Sehumann, Robert, Op. 181. Phantasie (G) für Viol. u. Pfte.
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Humoreeko. No. 2. Lied je M. —.60. [1386*.]
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Ihrer Maj. der Kaiserin von Deutschland nnd Königin von Prenssen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiser!, nnd KOnigl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland nnd von Prenssen,
Sr. KönigL Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Prenssen,
Sr. KönigL Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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Jahrgang wird gewiss wiederum allgemeinen Beifall finden. —
CMtßgte BeichhidHffkeÜ des InhätU, schöne Auestattung, dauer^
hafier XUfdHtnd und »ehr hUliger Frei» eind die VortrOffe
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em an ^mct
fttabierf^tel oeleaen ift,
It^e ffierf») an
JlsfUuil.
fiBeraeugt, boft eS eine aroie 3utun'ft
grilnbtft^en
unt> hahti
attregenben
bem em^fel^fttt toir bas
) auf bas brinaenbfte; toit fltib
• 'at.
" 000«J.
0.
*)0. 9amm^ ACablerfduIe u. aRetobteenfc^qb. ^Jk 9ibfa|» fiber 800,000
— Ubunfl«bu(5, 98 rtetne «üben bon «iem^, ©e^mttt, «äff u.
fßdt m. @(fitt>almB Xfiglic^en Übuitaen. 4Jk
— »eo jut ftunftfertiglett, I82arö^re Ötüben bon «lemeuti, «iramcr,
(iaem)}, C$o))f n, «äff, @<^umann. 4 Jk
otjügtidfeB ÜbungBrnateriail Dfr fttatifr-Ci^rcr.
Steingräber Verlag, Leipzig.
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Verlag von Breitkopf & Härte! in Leipzig.
Neue Oper.
Harald luid Theano.
Oper in vier Aufisügen. Dichtong von Felix Dahn.
Musik von [124dc]
C. Ad. Lopens.
VoUständiger Clavierauszug mit Text 15 Jf.
Textbueh 50 ^.
(V^ Vom königl. Hoftheater in Hannover zur Auf-
führung angenommen.
Die Kritik sagt unter Anderem: Lorenz bekundet in die-
sem Werk nicht nur eine reiche Erfindung, einen Eeichthum
an Melodien, wie er heutzutage selten ist, sondern auch —
und das ist oei einer Oper beinahe das Wesentlichste und ihr
Leben Gebende — eine Kraft der dramatischen Gestaltung
und der Chan^terzeichnung. die ihn in die erste Beihe der
Gomponisten stellen. Bei (^legenheit der AufftÜirung durch
den Musikverein in Stettin namn das Publicum das Werk mit
Begeisterung auf und der Dichter dankte dem Gomponisten in
feurigsten Worten.
560
c^u/üi^ "ßlutAner, dß^ipjif»
Bedeutendste Planoforte«Fabrlk EaropasI
[1344. Flügel und Pianinos
^on. aneirlcaiiiit UL]].iL1>ertro£reiie]r Hailtbairlceit
und edlem, «angireiolieiii nTon..
"^yx/lflfb Vertreter "bez. "VerlcaiafsxxxaBazlzi* azi all^zi "bedeiateziderezi Plfttsezi. ^T/lfiny^
Die Fabrik bestobt seit 7. November 1853.
Franzisca Gondar, Adoir Ktemann,
Oratorien- und Concertsängerin Violin-Vlrtuos. [lasai.}
(Me«B08opran und Alt). [1246b.] Pre«den»A» Amalienstr. lO, II.
lieipztg, Pfaffendorfer Strasse 22 I. SdUArd lVCa.1111
••
« ^ jM|| rf ^.^ratoineii- «• ^^oiicert»aiiger,p
^gk^MW9 ^^VkX\\9^ [1246W.] Lehrer am k. Oonservatorium,
Ooaoert. ^xaa Oratörirxx.ftxiBTixi (Sopraxi). «»pfi^bU sicb für bohe Tenorpartien nnd als Vertreter der
lielpztff. Hohestrasse 28. [1254L] Bacb'scben Evangelisten.
~ Dresdeiii Ostra-Alle 23.
A^ririQ jV^tlliPll Vertreter: Hermann Wolff, Berlin W., Am Carlsbad 19.
Caneert- uil OratorleiM&iiKertn (Sopran). X ^n « X^ ^a
Leipzigr, Beethoven-Strasse 5in. ri247s.] .^^ lTl*Pfl l^.t*QQQ^lT
Vertretung: Hermann Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W. ^a..ä.xxj. v^v* .m^^M. c%OOV./ALtf
Anna Schimon -Rep, '''^^' ^m^
Lehrerin für Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
erlaubt sieb die Veränderung ihrer Adresse anzuzeigen:
München, Jägerstrasse 8, IIL bereogl.8aoh8.Hofyiani8t,Profe88eur8npMenraiBOon86r7atoriii]a
8U öenf (Sohweis). [1266—.]
Baden-Baden«
Vertr. H. mTolir. Berlin.
IDUIy Ue^^eif0,
IVflTYil Nfliber Coneert-VertratTmg; Hermann Wolff, Berillt.
Conoert- und OratoriensSngerin (hoher Sopran). FrltZ Hlfi'ffen
, C?<>to-Pttren. [i249w.] Conoert- und OratoriensBnger (hoher Bariton).
' ^ ~ Bpamerhafen, Deich 16. [i267— .]
Concert- und Oratoriensäf gerin (Alt). ^'«Ws^^ndige MMmg fSr Oper 8. CoiWri.
LeipzIOi Höbe Strasse 36, It. [I250d.] Ensemble^Uebnngen. Rollenstudlum.
r^T TTT « . Y^^ H^ ausgebildete ScbtÜer: Magdalena Jahns, Sehna
Ulftrft £[0PP6 Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [1258-.]
Conoert- und OratorienoAngorin (Sopran). T> Jl T^ 1
U»5lz.] Frankfurt a. O&r. Leipzig. XSOQO iJOrCilÖTS«
Gep^anerl ehrer.
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Neuer Verlag von Breitlcopf & HSrtel in Leipaig.
Concert- und Oratoriensänger (Tenor), A T^otH^^o 1 /\i^^^^^^
wobnt jetzt; Leipzig, Hohe Str. 49 pt. ^* -OertaiOtU* [1259b.]
[1252f.] 15 zweistimmige Solfeggien mit biblischen Worten
Concertvertretung: nermann Wolff, Berlin. von Louls Lohso. Preis 1 Jt.
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Zu den auf Bucbbändlerwege bezogenen Exemplaren der vorliegenden Nummer eine Beilage von
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Leipzig, am 10. November 1892.
stick Ujiilllcle BicL-, lm\- ■ pg, ... w,^.^,
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FDi <lu liHtaiiuki f ockiitiiati
ietijQiBii ZatendouiiBi tlid u
EMacieu iD idrntiiii.
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fttr Musiker jmdjffusikfreunde,
Verantwortlicher Eedacteor und Verleger:
E. W. Fritzsch,
Leipzig, Königsstrasse 6.
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IIDL Jahrg.]
Pas MusiViilische Wochenblatt erBoLsint jährlich in 52 Nummern. Der AbonneDientebetrag
fflr das QnarlMl ron 13 Nummern ist 9 Mark; eine einzelne Nummer boi^tet 40 Pfennige. Bei
directer frualiirter Kreuzbandaendung treten nachstehende viertel jährliche 4bonnementfl-
preise in Kriift: 2 Mark 50 Pf, fiir dHs Deutsche Reich und Oesterreich, — 2 Mark 75 Pf.
für weitere Länder des AllgemBinan Poetsereins. — Jahresahonnements werden unter
Zugrun delegunK vorstehender Beeugsbedingun^en berechnet.
Die Inaertionsgeb Ähren für den ßftum einer gespaltenen Petitieile botragen 30 Pfennige.
[No. 46.
Inhalt: FDofzig Ttaeseu and Aph
Kritik; Symphonlsclie Diohtnng nFrlsda Kampf nnd aieg", Op.20, and VQoalduott Op. 16 vi
Danuatadt and Wien (Sotlnsa). — Bericht aas Leipzie- ~ Conoertomflohaa. — I5BB»gemauL ,.
moslk. — Opemanrfllhnuieen. — Tennltchte Mittheilangen oid Nottz«a. — Brlarkuten. — Anzeigen.
a Oper und Conoert.— Klroheii'
FOnhig Thesen und Aphorismen zur VerstSndIgung
aber Dr. Hugo Rfemann's Pbrasirungsreform.
(Portaetzung.)
No. 33. Anfßüligkeit oder Peinlichkeit des Vortrags
bei beeonderH complicirten Tonverhältni^sen (and ihnen
entsprechenden Phraairnn^szeicfaen) sind allemal, wo der
Componiat nicht geradezu die Grrenzen der Äiisführbarkoit
nherschreitet, die Schuld des Spielers, Jene complicirteren
oder stärker specialisirten, feineren TonverhältniHBe wer-
den schlieaslich gleichfalls in die Empfindung aufgenom-
men, wenn es auch grösserer Biegsamkeit und Gewandt-
heit der rhythmischen Vorstellungskraft dazn bedarf und
namentlich im piano auch soviel feinere HAnde dazu ge-
hören. Um dies za „vermeiden", müsste man den Com-
ponisten verpflichten können, im Voraus nur ein mittleres
Uassa der Fälligkeit oder der Uebang vom Ausführenden
zn beanspruchen. Dann möchte man wohl auch den Heraus-
geber verpflichten können, sich zu dem Leser der Aus-
gabe in dasselbe Verhttltnias zu setzen, und endlich gar
den Spieler, sich gefälligst im Vortrage nach den wahr-
scheinlichen Fähigkeiten der Mehrzahl seiner Zuhörer zu
richten. Das hiease denn die Mittel mftssigkeit destilliren,
bis vir auf den Bodensatz „lasciate ogni speransa" herun-
ter wären. Es ist ja natürlich, dass , je zarter und be-
sonderer an einer Stelle die Tonveiknüpfungen sind, die
Zeichen, an sich doch ntu- Runen, sich desto mehr häufen
oder desto schwerer unauffällig ausführbar sind; es sei
denn, dass der Componist Auft&lligkeiten dabei vorge-
schrieben habe. Aber das, was die Phrasirungszeichen an
sich in „complicirten" Fällen verlangen, steht an Auf-
fälligkeit fürs Ohr geradezu im umgekehrten Verhältniss
zu ihrer optischen AuffUligkeit in manchen Fällen und
zur Schwierigkeit ihrer Ausführung in manchen anderen.
Was in Wahrheit zur Ausführung solcher empfind-
licheren Stellen nöthig ist, ist hier eine momentane Ver-
dichtung, dort eine Verflüchtigung des Klanges, hier eine
minimale Cäsur im piano, dort ein schwebender, Pausen
überbrückender Anschlag, ein zartes crescendo oder de-
crescendo: Dinge, die auf den Zuhörer wirken, ohne dass
sie ihm wissentlich wahrnehmbar werden. Ihm wird durch
einen empfundenen Vortrag die gespanntere Aufmerksam-
keit eben erspart, diedem Spieler solche Stellen je nach
seiner rhythmischen Einbildungskraft kosten mögen: in
der Gesammtwirkung sind die feineren Besonderheiten der
Pbrasirung nur wie ein Schimmer, der anf dem Vortrag
ruht, wie ein Duft, dem fiouquet des Weines vergleich-
bar, das ja auch nicht; in den Magen kommt, während
der Weinkenner es nicht enthehren mag. Ein künstliches
Parfüm würde nur durch falsche Pbrasirung oder senti-
mentale Uebertreihung der richtigen entstehen, die aber
nach der anderen Seite doch wieder auf etwas nachweis-
lich Falsches hinausliefe, weil, wie gesagt (Tb. 24), das
übertriebene Detailliren die Linie der Periode zerstört,
z. B. aus 8 Takten 4x2 wo nicht 8 Mal Einen macht.
Das letzte Gebeimniss des Vortrags ist eben, das 4x2
XL dergl. nicht 8 sind, die Linie der Periode soll gleich-
sam wie die der co in sich zurücklaufen. Hinter all den
Vorwürfen von geschwächter Empfindung oder der Pein-
lichkeit steht, wie ich befürchte, die moderne Begeiste-
rung für das Zerfahrene, Formlose, Wilde und Rohe; dies
562
Alles, also das UnterstAndliche und Brutale, verbirgt sich
hinter der Gl&tte, der ang'eblichen Objectivität, oder hinter
der Bravour and dem RaETinement der Tages- Virtuosen.*)
34. In Ermangelnng geschalten Qefähles für die
Phrasirnng ist der Weg vom Oeist des Autors oder des
Werkes im Ganzen durch das Medinm der eigenen Per-
sönlichkeit abwSrts zum Sinn des Autors, zum Zusammen-
FassBQ der natürlichen Toogruppen, ohne allen Vergleich
onzuverlflssiger, als der ohnehin vernänttigere umgekehrte
Weg von den Theilen aufivftrts zum Ganzen, den leben-
digen Quell aneignnngsfähiger Empfindung natürlich auch
dann noch vorausgesetzt. Das Fehlgeheu auf dem Wege
abwärts selbst mit dem hSchsten Talent ist heute eine
erwiesene Sache, und wenn der Weg aufwärts ohne Führer
einmal wirklich zum Ziele führt, so ist die Ausnahme
nicht Etwas, das man sich zum Vorbild nehmen kann.
In concreto ist ein Ausgleich zwischen beiden Bichtungen
immerhin nicht ausgeschlossen, und jeder Begabtere ist
bestrebt, sich zuerst einen Totaleindruck von dem znm
Studium gewählten Werke zu verschaffen.
Künstlerinnen sofort die Wichtigkeit nnd die Bichtigkeit der
Sache beffriflen: Teresina Tua nnd Franceschina Prevosti.
T. Tua erkannt« (1888) leicht, dasa statt dieses Vortrae;s, der,
was man auch sage, mehr oder weniger aufiällig der ge-
wohnte ist:
Beethoven Op. 47,
^^^Ü
dieser der phraseologisch richtige sei:
Künatlerpaaren genugsam gehört habe, allerdings möglichst
niedlich und pätillant (wie bei a), und ich sie fragte: ne pr6-
feriez-vouB pas de suivre les conbiurs du thöme? (wie belh),
erwiderte sie — mit stillem Ernst — vons avez raison, il fan-
drait rayer ces barres, gab also sogar gleich eben das
Ifittel an, welches Riemann anwendet, um die Motivgestal-
tung klar zu machen (wie bei b). AUerdings i^gte sie schliess-
lich hinzu: mais il serait infiiiiment dinioile de changer de
möthode, und gewiss, mit Reisen verträgt Umlernen sich
am wenigsten. Bezüglich Fr. Frevoeti s. ob. zu These 9.
35. Das Erste, was im Vortrage verloren gebt, wenn
der Spieler mit sich oder mit dem Stück nicht g&iiz fertig
geworden war, ist der Sinn für die Periode , für die
grossen Wellenlinien des Verlaufs in Tonstärke und Be-
wegung. E« ist dies eben das Letzte, was gelernt werden,
wozu eine phrasirte Textausgabe anleiten kann, — hierbei
wird am stärksten fühlbar, dass auch zum Lernenkönnen
schon Talent gehört. Zum Ueben brauchte Geschick,
zum Studiren mehr- Allerdings wird das Schwimmen auch
hier nur im Wasser gelernt, wenigstens vermag nur der
heiligste Aufschwung des Willens tmd der Phantasie den
Contact mit dem Publicum zu ersetzen, was auch sonst
vom Publicum zu halten sei.
36. Selbst wo das phraseologisch Richtige mechanisch
unbequemer auszuführen ist, als wenn man in Ausführung
und Fingersatz sich der Tradition oder dem Gutdünken
uberliesse, so ist die richtige Phrasirung im Vortrage doch
leichter ausführbar, weil da nicht mehr die Hand, sondern
nur noch die Seele als beschäftigt empfunden wird. Für ihren
PIngelschlag gleichsam findet sie in dem luftigen Element
der Töne nun eben natürliche Stützpnncto und Stationen
der Eintbeilung, wo sonst nur der Flügel „geschlagen''
wird. Ueber die grössten Schwierigkeiten gewinnt man
damit die Herrschaft nnd bewahrt in ihnen das Gleich-
gewicht der Seele, sofern nur die Finger pariren. Die
Ruhe, welche der Gefühllose seiner mechanischen Sicher-
heit verdankt, ist gar nicht Gleichgewicht, denn dazu
gebricht es ihm überhaupt an gegensätzlich ineinander-
wirkenden Seelen kräfteu. Allerdings ist dessen, was man
seihst sein nnd thun muss, um lebendig wirksam zu machen,
was Riemann notirt, doch zu Viel, als dass man eine
Pflicht haben sollte, im Voraus zu bekennen: ich spiele
nach Riemann (wie ich es mit Notizen auf meinen Pro-
grammen mehrfach gethan habe) und, was wichtiger ist:
der Zweck des Vortrages, der doch immer (selbstverständ-
lich) nur die rein musikalische Wirkung sein kann, wird
dem Zuhörer dadurch verdunkelt und verschoben; ein
doctrinär erscheinendes Interesse und der Anschein, als
wollte man durch das Spiel lehren, wie gespielt werden
t, wird der Aufnahme jener Wirkung durch solchen
Hinweis störend beigemischt. Von Rechtswegen hat der
Kritiker, auch wenn der Spieler dafür bekannt ist, dass
er lUemann's Methode befolge, nur die Leistung des
Künstlers vor sich, sofern dieser bei der Gelegenheit die
Berufung oder den Hinweis auf Biemsnn unterlässt; er
hat ihn also, obwohl dies nicht immer leicht sein wird,
wie jeden anderen Spieler unbefangen zu hören und zu
beurtbeilen. Wohl ist Vortrag allemal ein Ausgleich zwi-
schen der Natur des Spielers nnd der des Componisten,
Kritik aber ist ganz ebenso ein Ausgleich zwischen der
Natni' des Spielers und der des Hörers, — dies muss man
versöhnlich concediren. Aber das Femhalten dritter, sach-
fremder, äusserlicher, „allzumenschlicher" zufälliger Ele-
mente ist bei der Kritik noch viel schwieriger, als beim
Vortrag, deswegen ancb noch viel seltener, und das Aller-
scbwerste eine wirkliche Kritik von heut Abend bis mor-
gen früh. An Riemann's Phrasirung ist eben das Grosse
und Unsterbliche, dass sie kein fremdes Element ist, so
viel Irrthum auch eben hierüber waltet. Dar Widerstand
gegen sie — und nicht Gründe, sondern Widerstand setat
man ihr entgegen *- wäre unbegreiflich, wenn die Motive
(statt der Gründe) nicht so begreiflich wären,
37. Die Kenntniss der Riemann'schen Phrasirung, im
Unterricht Musikern wie Musikliebhabem mitgetheilt, würde
bei genügender Verbreitung das Mode- Virtuosen tlum, be-
668
sonders das Glaviergerassel, unmöglich machen; daher der
stille Hass gegen sie seitens dieser Virtuosen und ihrer
litterarischen Helfershelfer.
38. In technisch oder wenigstens mechanisch ganz
leichten Stücken von grossem musikalischen Werth werden
die dennoch vorhandenen Schwierigkeiten der Auffassung
und des heseelten Anschlages allerdings erst durch die
Phrasirung deutlich, entstehen also gewissermaassen erst
mit ihr ganz. Der Tastenheld versteht in solchem Falle
gar nicht, was die Phrasirung fordert, sondern höchstens,
dass sie Etwas fordert, was er nicht versteht. £2r würde
sich an einem Nocturne von Field, einer „Kinderscene^
von Schumann hlamiren und geht deswegen allen intimeren
Ciavierstücken aus dem Wege. In Wahrheit also ist die
Phrasirung nicht dem Talent, sondern der Inferiorität ge-
fährlich.
39. Die Phrasirung ist ohne Unterschied auf die
instrumentale Musik aller Stilgattungen und Zeitalter an-
wendbar. Der Stil eines jeden Autors wird durch sie erst
klar. Ich habe das z. B. an dem genialen Frescobaldi
erlebt, dessen Anweisungen zum Vortrag übrigens (ca. 1520)
die Grundzüge der Phrasirung bereits aufs Deutlichste
vorbilden. (Ich möchte wohl wissen, wie man die von
Ritter in seiner Geschichte des Orgelspiels mitgetheilte
Toccata von Frescobaldi heute ohne Riemann verstehen
wollte. Dort stehen auch Frescobaldi's prophetische An-
weisungen, den Vortrag betreffend.)
40. Für die Orgel ist Riemann's Phrasirungstheorie
(was übrigens Organisten von Rang, wie Vollhardt in
Zwickau, sofort erkannten) womöglich noch wichtiger, als
für andere Instrumente, weil auf ihr die Dynamik inner-
halb der Phrase durch die Agogik (d. i. die Behandlung
des Tempo) ersetzt werden muss. Das allerdings auch
dynamisch wirkende Hinzunehmen und Abstellen von Re-
gistern kommt 80 gut wie ausschliesslich nur von Phrase
zu Phrase in Betracht. Bach'sche Pedalsoli z. B. sind
ohne dieses Princip, also unphrasirt, ein blosses Getrampel,
die Phrasirung und richtig erkannte Metrik macht sie
erst zum „Tanz", denn diese Soli wollen getanzt, nicht
getreten sein. Auch die Registrirung aber wird durch
die Riemann'sche Phrasirung deutlich geregelt, indem der
Registerwechsel nun nicht mit dem Taktstrich, sondern
pünctlich auf der Phrasengrenze und öfter, als man es
bisher gewohnt ist, zu erfolgen hat. Allerdings ist nur
die pneumatische Orgel mit ihren widerstandslosen Cla-
viaturen das willige Organ der Orgelphrasirung, und in
Bezug auf phrasirenden Registerwechsel ist dies sogar nur
die von dem Orgelbauer Aug. Terletzki in Elbing zuerst
hergestellte pneumatische Register- Claviatur. *) Hier
winkt abermals durch die Phrasirung und den ihr entgegen
gekommenen Orgelbau ein ganzes Reich der Zukunft und
der Schönheit, statt aller französischen Spielereien mit
der Orgel. Mit Riemann fangen wir überhaupt erst
an, den instrumentalen Bach zu verstehen.'^*) Die Möglich-
keiten der Wirkung einer Bach'schen Orgelfuge kennt
der Organist gar nicht, der sie nicht Riemannisch zu
phrasiren und demgemäss zu registriren weiss, und man
*) In Danzig stehen, auf meine Veranlassung erbaut, die
ersten beiden Orgeln dieser Art, eine von 67 Stimmen in St.
Marien, eine von 40 Stimmen in St. Petri, wo ich Organist
bin, — wahre Ideale von Orgeln.
*♦) „Hundert Jahre sind verflossen nicht seit Baches Ge-
burt, sondern seit seinem Tode, und wir sind noch nicht ge>
schult genug, um ihn zu executiren" — ein Wort vonLiszt,
1876. Kiemann fehlte eben daza ; denn an der Technik lag
es doch nicht?
vergebe es mir, wenn ich den Fall hier für fast ausge-
schlossen halte, dass Einer ohne Riemann Riemannisch,
also richtig phrasire, obwohl dies im Princip nicht aus-
geschlossen wäre: dazu würde heute aber ein Genie gehören,
das in praxi über ein Jahrhundert weg zu springen ver-
möchte, wie Riemann in der Theorie sein Jahrhundert
berichtigt hat. Siegfried springt auch über den Drachen
weg, um ihn zu tödten. Man kann eine Bach'sche Fuge
heute 20 Jahre lang „können", ohne sie zu kennen.
Und als der ehrwürdige Oevaert in Brüssel unter vier
Augen meinen Vortrag der CmoU-Orgelfage (Einer der
sechs grossen von Liszt für Ciavier übertragenen) mit
den Worten lobte „c'est parfaitement jou^ dans le sens
de l'auteur, et comme moi je me le suis figur^", da
hatte ich ihm zu antworten: „Ich kann diese Fuge seit
20 Jahren, ich kenne sie seit 2 Wochen." Es war dies
auf der Reise, die ich von Danzig zunächst nach Ant-
werpen tbat, um die Probe zu machen, wie ein grosser
und unabhängiger Componist, nämlich der mir persönlich
bis dahin gänzlich fremde Peter Benoit, den Vortrag seiner
eigenen Werke in Riemann'scher Phrasirung empfinden
würde. Ich wählte vier seiner „Contes et Ballades" für
Ciavier. Die Abweichung des Gehörbildes vom Augen-
schein imd gewohnten Vortrage ist hier so stark wie mög-
litsh. Die Wirkung war die in These 15 erwähnte, die
Worte: „c'est ce que j*ai r6v6" — „c'est une r^v^lation"
— „vous cr^ez mes ballades", im Concert, das ich am
18. März (1889) in der „Soci^t6 de Musique d'Anvers«
solo „im Sinne der Reform" etc. gab: „ich lerne meine
Balladen kennen". 'Eb sind Jugendwerke von ihm, in
Antwerpen kannten sie Alle und Keiner. Brieflich sprach
Benoit nachher noch von einer „mani^re tonte particu-
li^re et äminemment artistique" u. s. w. Man verzeihe,
dass ich den Vorgang, weil er für die Sache charakte-
ristisch ist, selbst berichte.
(Fortsetzung folgt.)
Kritik.
Cornelius RQbner. „Friede, Kampf und Sieg!" Sym-
phonische Dichtung, Op. 20. Hannover, Louis Oertel.
— — „Vöglein, wohin so schnell?" Duett für zwei
Frauenstimmen mit Begleitung des Pianoforte, Op. 16.
Baden-Baden, Emil Sommermeyer.
Ein in eine kurze Titelüberschrift zusammengedrängtes,
dabei aber ein weites Gebiet von gegensätzlichen und der
musikalischen Schilderung wohl zugänglichen Stimmungen
umspannendes Programm und als Ausführung desselben
stimmungsvolle, formenreiche und in Erfindung, wie in
Durcharbeitung gleich interessante und in ihren Klang-
farben durchaus moderne Musik, — das gibt Programm-
musik, die ihre volle Berechtigung in sich selbst trägt,
und dieser erfreulichen Art von neuerer Orchestermusik ist
Rübner's schwungvolles und mit bedeutender Beherrschung
des neuzeitlichen Orchesterapparates instrumentirtes Op. 20
beizuzählen. Spricht Rübner auch keine ureigenste Sprache,
wie das ja nur den wenigen Grossen beschieden ist, so
hat er sich doch den Schatz der modernen Tonsprache
wohl anzueignen gewusst und vermag nun mit Hilfe dieser
erlernten und erfreulicherweise von ihm niemals gemiss-
brauchten Sprache uns selbsteigen-Empfundenes in fesseln-
der Weise mitzutheilen. Ein Andante pastorale, das nach
46*
664
einem einleitenden ruhig ernsteren Thema in ein zu
voDer überschwänglicher Daseinsfreudigkeit anschwellendes
Tonspiel der ein bewegteres zweites Thema umklingen-
den Stimmen übergeht und in seiner sich immer höher
au&chwingenden und nur hier und da von lockenden
Vogelrufen unterbrochenen liebejauchzenden Weise den
Anbruch eines sonnigen, glück verheissenden Tages zu
schildern scheint, wird durch die zunächst wie aus der
Ferne herüberschallenden trotzig herausfordernden Triolen-
figuren eines Allegros fast jäh unterbrochen, und in kür-
zester Frist umtobt uns ein leidenschaftlich wilder Kampf,
dessen Versinnlichung der Componist — hierin wohl dem
Beispiele Liszt's folgend — vornehmlich den Streichinstru-
menten zugewiesen und diesen darin eine wirklich recht
belangreiche Aufgabe gestellt hat. Inmitten des Kampfes
stimmen Geigen und Flöte einen begeisterten Gesang an,
der, volle Zuversicht zum Siege der gerechten Sache aus-
sprechend, eine nochmalige ungestümere Aufnahme des
Kampfes herbeiführt — dann ein heftiger Zusammenprall
— ein Augenblick erschütterten Verweilens, ein schmerz-
voll sinnender Rückblick auf die im Kampfe Gefallenen,
— und enthusiastisch führt ein über den beiden Themen
des einleitenden Andantes erbauter Siegeshymnus das
hübsche Werk zum Ende. Hier im Schlusstheile des
übrigens nach Art der symphonischen Dichtungen nicht
in einzelne Sätze zerfallenden Werkes kommt nun auch
das im einleitenden Andante mehr nebensächlich behan-
delte erste Thema zu voller Geltung und tritt hier der
überseligen Friedensfreude des zweiten Themas gleichsam
als der Ausdruck eines im Bewusstsein der bewährten
Kraft gefestigten Vertrauens auf dauernden Friedensgenuss
gegenüber. Jedenfalls glaube ich, Rübner's „Friede, Kampf
und Sieg*' um seiner tüchtigen Musik und seiner hoch-
gesinnten Tendenz willen den grösseren Concertinsti tuten
bestens empfehlen zu sollen.
Dass Rübner auch im kleineren Genre Treffliches,
ja All ervortreffliches zu leisten vermag, das beweist sein
graziös liebenswürdiger Z wiegesang „Vöglein, wohin so
schnell?", der, von zwei jugendfrischen und wohlharmo-
nirenden Stimmen vorgetragen, bei seiner hübschen, den
Sprachsinn wohl berücksichtigenden Melodik und der
lebensvollen, äusserst feinsinnigen Selbständigkeit der
entzückenden Begleitung überall lebhaftesten Beifall
finden dürfte. Arthur Smolian.
Tagesgeschichte.
Musikbriefe.
Darmstadt, den 24. October.
Sehr geehrter Hr. Fritzsch!
Wie Sie aus obenstehender Ortsangabe ersehen mögen,
habe ich mich von Residenz zu Residenz geschwungen, von
Carlsruhe, woselbst Wagner, Liszt und Berlioz noch immer
als leuchtendes Triumvirat residiren, nach Darmstadt, wo-
selbst am Sonntag-Abend ein kleinerer, aber tbatsächlich ernst
zu nehmender Meister seinen Einzug hielt und von dem kunst-
freundlichen Theile der Bevölkerung mit herzlichen Will-
komm ensgrüssen empfangen wurde. Ich meine den lieder-
reicben Oomponisten Hans Sommer, dessen Bühnenspiel
-Lorelei" am gestrigen Abende seine erste Darmstädter Auf-
fahrung erlebte. Als ich vor nahezu drei Jahren Ihnen brief-
lich meine Ansichten über Sommer's musik-dramatisches Werk
mittheilte, hatten Sie die Güte, mein damals lediglich auf
die Kenntnissnahme des Ciavierauszuges gestütztes Urtheil in
freundlichem Vertrauen auf die Richtigkeit desselben Ihrem
Leserkreise mitzutheilen („Musikal. Wochenblatt", XXI. Jahr-
gang, No. 4), und heute nun, nachdem ich die Partitur des
Werkes eingehend geprüft habe und das Erlebniss einer voll-
ständigen Bühnenauffuhrung der „Lorelei" hinter mir liegt,
ist es mir ein aufrichtiges Bedürfniss, Ihnen und den Lesern
Ihres Blattes mitzutheilen, dass meine seinerzeit ^hegten
und ausgesprochenen Homiungen auf eine sehr bedeutende
Wirkung des Sommer*schen Werkes in schönstem Maasse iu
Erfüllung gegangen sind. Ein Irrthum in der Beurtheüung
von dramatischen Compositionen, die Einem nur aus derLecture
der Partitur bekannt werden, muss selbst bei den besten und
ehrlichsten Musikern wohl mögb'ch sein — wie hätte man sich
sonst die so häufie vorkommenden Einstudirunffen gänzlich
unbedeutender WerKe und die mindestens ebenso häufige Ver-
nachlässigung wirklich bedeutender und eigenartiger Schöpf-
ungen von Seiten unserer Bühnenvorstände zu erklären — , und
darum hätte es mir an Freimuth wahrlich nicht gefehlt,
meinen Irrthum, falls ich meine frühere Beurtheilung der
„Lorelei" als einen solchen hätte erkennen müssen, offen ein-
zugestehen. Mein energischer Hinweis auf Sommer^s Bühnen-
spiel, als auf das eigenartigste und darum lebenswürdigste
deutsche Werk der nach- Wagner 'sehen Zeit war • aber kein
Irrthum, und wie schon die früheren Aufführungen des Wer-
kes in Braunschweig und in Weimar, denen ich leider nicht
habe beiwohnen können, so hat nun auch die Darmstädter
Premiere der „Lorelei" die bedeutende Bühnenwirksamkeit,
sowie die ergreifende Eindrucksfllhigkeit der Composition
und somit die volle und schöne Lebensfähigkeit der Sommer*-
sehen Schöpfung in schönster Weise erwiesen.
Dr. Arthur Seidl hat jüngst in No. 26 des di^'ährieen
„Musikal. Wochenblattes" sich so eingehend und zutreffend über
alle Vorzüge und Mängel der Textdichtung von Gustav Gurskz
ausgesprochen, dass ich in voller TJebereinstimmun&r mit Seidi*s
Auäassungen, fltr alle Bedenken, welche die Aumühron^ in
mir geweckt hat und die ich durchaus nicht verschweigen
will, meine Leser nur auf den vorerwähnten nach der Wei-
maraner Erst- Aufführung verfassten Bericht verweisen kann.
Auch in mir hatten sich alle jene Bedenken geregt, von denen
Dr. Seidl spricht, und ich hatte denselben schon in meiner
ersten Beurtheilung des Werkes in einer flüchtig^ Bemer-
kung über Mängel des Textbuches in schonender Weise Aus-
druck verliehen. Nun aber musste ich bei der lebensvollen
Vorführung des Werkes zu meiner innigsten Freude wahr^
nehmen, wie diese Mängel vor der Grösse und Schönheit des
Gesammteindruckes. den das aufgeführte Werk in musikali-
scher und dramatischer Hinsicht hervorruft, nahezu völlig ver-
schwinden, imd wie — erst wenn er dem vollen Zauber des
künstlerischen Eindruckes wieder entzogen ist — dem seciren-
den Verstände, der das TheaterpubUcum im Allgemeinen ia
glücklicherweise nicht allzusehr oehelligt, Dies oder Jenes als
nicht ganz wohlf elun^n zum Bewusstsein kommt. Die Auf-
führung selbst, das tiefergreifende und an mannigfaltigsten
Stimmungen so reiche Drama und die ebenso kunstvolle aJs
ausdruckswahre und tiefempfundene Musik nehmen den Hörer
als Miterleber völlig gefSeingen und führen ihn zu jener welten-
fernen ästhetischen Erhebung, die das Ziel jedes ernsten Kunst-
werkes ist und deren Eintreten somit den rechten Werth der
künstlerischen Schöpfung bezeugt. Eine ernste und oftmals
geradezu enthusiastisch erblühende Ermffenheit herrschte
beim Publicum der Darmstädter Erst- Aufführung vor, und die
vielfachen Hervorrufe der einzelnen Darsteller nach jedem
Actschlusse und das stürmische Rufen nach dem Componisten,
welcher demselben nach dem dritten und vierten Aufirage
mehrfach Fol^e leisten musste, mögen Ihnen als Beweis*
material für die warmherzige und verständnissvolle Aninahme
des Werkes dienen. Schon in der Generalprobe am Samstag-
Nachmittag, welcher auch Se. k. Hoheit der Grossherzog von
Anbeginn bis zum Schluss beiwohnte, erfreuten uns neben
dem vielfach ganz eigenartig bestrickenden und durchweg sehr
farbenreichen Klange des Sk)mmer'schen Orchesters die zum
Theil ganz vorzügliche Wiedergabe der wichtigeren Gtesangs-
Partien und die sinnvolle Schönheit der scenischen Ausstat-
tung, und die Aufführung erbrachte für die Darmstädter
Hoioper den Beweis einer sehr beträchtlichen, ernsten und
durchaus künstlerisch geleiteten Leistungsfilhigkeit.
{
565
Hr. Hofcapellmeister de Haan, der das Werk augen-
scbeinlich mit liebevollster Sorgfalt einstudirt hatte, brachte
mit seiner tapferen Orchesterschaar die sehr schwierige Som-
mer'sche Partitur zu schönstem Erklingen, und nächst ihm
dürfte das schöne Gelingen der Vorstellung Frl. Jungk, der
Vertreterin der ebenso umfangreichen und schweren, als
schönen Titelrolle, zu danken sein. Die Lore, die fast den
ganzen Abend auf der Bühne za sein und alle Empfindungs-
Übergänge vom übermüthig ausgelassenen Mädchen zur lie-
benden Jungfrau und schliesslich zu dem in tragischer Grösse
den Verrath an Liebe und Treue rächenden Weibe in Gesang
und Gebärde wiederzugeben hat, ist vielleicht Eine der alier-
schwierigsten musik-dramatischen Partien, und es durfte mich
daher umsomehr freuen, diese ausserordentliche Aufgabe von
einer noch jungen und über Darmstadt hinaus noch wenig
genannten Künstlerin in wirklich hervorragender Weise
lösen zu sehen. Frl. Jungk besitzt neben einem sehr anmu-
thisen Aeusseren, welches in der Ausdrucksfülle ihrer schönen
und grossen Augen culminirt, eine sehr umfangreiche und
klangschöne Stimme, die nur in den tiefsten Lagen etwas
kraftlos ist. eine vorzügliche Declamation und ein sehr cha-
rakteristiscnes und durchaus edles Spiel, und ich halte mich
filr verpflichtet, schon heute weitere Kreise auf diese Künst-
lerin, „die gewiss noch von sich reden machen wird", aufmerk-
sam zu machen. Durchaus Tüchtiges leisteten Hr. Weber
als Kurprinz Ludwig, Frl. Neumeyer als Rheintochter und
Hr. Thate als Fischer Erwin, und da auch alle kleineren
Partien zureichend besetzt waren und die Chöre im Allgemeinen
Sit sanken und einzelne Sätze, so die schönen Gesänge der
heingeister, sogar recht hübsch vortrugen, die Kegie dazu,
unterstützt von dem durch seine Wirksamkeit im Bayreuther
Festspielhause bestens bekannten Maschinenmeister Kranich,
im Arrangement der sämmtlichen Vorgänge und in der In-
scenirung des Werkes wirklich Vorzügliches geleistet hatte,
so vermochte schon die Vorstellung an sich einen durchaus
vornehmen und echt künstlerischen Eindruck hervorzurufen.
Nunmehr nach dem erfolgreichen Vorgange dreier deut-
schen Hof bühnen ist wohl anzunehmen, dass die schöne und
dem deutschen Volksherzen so vertraute Sage von der Lorelei
in ihrer durch Sommer so treif lieh vollbrachten musikalischen
Einkleidung allüberall auf den deutschen Opernbühuen Ein-
kehr halten und Heimathrecht erwerben werde. Sollten Sie,
feehrter Hr. Fritzsch, das schöne Werk noch nicht gehört
aben, so glaube icn für heute nicht besser schliessen zu
können, als mit dem freundlichen Wunsche, dass Ihnen der
ausserordentliche Kunstgenuss einer „Lorelei"-Aufführung
recht bald zu Theil werden möee.
Mit bestem Grusse
Ihr aufrichtig ergebener
Arthur Smolian.
Von der Internationalen Musik-
Ausstellung.
(Schluss.)
Wien.
und Theater
Auf welche Abwege der auf die Spitze getriebene Gultus
des „Verismo" die modernen italienischen Operncomponisten
fuhrt, ja in welchen Sumpf der Abscheulichkeit sie dabei
hineingerathen, zeigt die in Italien und auch im Ausstellungs-
theater stürmisch bejubelte Oper „Mala vita". „Mala vita"
bedeutet liederliches Leben, und durch ein solches hat sich der
junge Färber Vito die Schwindsucht geholt, die sich sogar
auf offener Scene in Blutbrechen äussert. An seinen Aus-
schweifungen trägt hauptsächlich die Schuld Amalia, die ehr-
vergessene Gattin eines demselben niedern Volkskreise ange-
höngen Trunkenboldes Annetiello, der mit wüsten Gesellen
Tage und Nächte verzecht, während seine Frau mit dem be-
sagten Vito in ehebrecherischen Verhältnissen lebt. Am
Bande des Grabes thut Vito das Gelübde, falls er genesen
sollte, eine Tochter der Sünde dadurch, dass er ihr die Hand
am Altar reicht, wieder ehrlich zu machen. Das Gelübde thut
Wunder, ja der kaum erst noch als tödtlich brustkrank Ge-
schilderte entwickelt, als er in Ghristina das zu rettende und
dadurch ihm Bettung bringende gefallene Mädchen gefunden
hat^ eine Lungenkrait in hohen Tönen, welche bei einem der-
artigen Beconvalescenten im wirklichen Leben einfach un-
möglich wäre oder ihn mindestens sofort wieder „recidiv"
machen müsste. Ohne Zweifel scheint also den dramatisch-
musikalischen Vertretern Jung-Italiens der effectvolle Opern-
tenor doch wichtiger, als die unbedingt lebenswahre Bühnen-
figur. Um so greller suchen sie in den weiteren scenischen
Vorgängen das wirkliche Leben nachzumalen. So erfreut sich
denn auch in der „Mala vita** die neue ländliche Traviata
nicht lange ihres jungen Liebesglückes, da ja die Sirene Amalia
den wankelmüthigen Vito nur zu bald wieder in ihre Netze zu
ziehen weiss. Schliesslich bleibt der von ihrem Verlobten feige
Verlassenen, von dessen Courtisane mit Schimpf und Hohn
üeberhäuften kein anderer Ausweg, als sich nach dem Hause
zurück zu wenden, aus welchem sie vergeblich durch Vito er-
löst zu werden hoffte. Mit der letzten Energie der Verzweif-
lung läutet sie dort an, doch bevor man ömet, verlassen sie
die Kräfte, und sie stürzt ohnmächtig zusammen, der Zu-
schauer mag sie allenfalls auch für todt halten .... in der
Ferne vernimmt man zu diesem Ausgange die sich zu einem
fröhlichen Gassenhauer erotischen Inhalts vereinigenden Stim-
men Amalia*s, Vito's, Annettiello*s und der übrigen lieder-
lichen Sippe. Es kann sein, dass die vorstehend erzählte ekle
Geschichte auf manche cy nischer Aufregungen bedürftige
Leute sehr erschütternd wirkt, wir persönlicn konnten uns
nur mit tiefem Widerwillen davon abwenden. Solchen Aus-
schreitungen des Naturalismus gegenüber kommt Einem das
gleichwohl die Grenzen des Langweiligen streifende Idyll des
Mascagni'schen „Freimd Fritz" fast wie eine Erlösung vor,
und man kann den Oomponisten der „Cavalleria rusticana"
nur beglückwünschen, dass er auf der zuerst eingeschlagenen
realistischen Bahn nicht einseitig verharrte. Was auch auf
Nicht-Italiener bei den letzten Aufführungen der Oper „Mala
vita" einen wirklich ergreifenden Eindruck machte, war die
ausserordentliche Leistung der Signora Bellincioni in der
Bolle der Christina. Einen zweiten Beweis ihrer bewunde-
rungswürdigen gesanglichen und noch mehr schauspielerischen
Meisterschaft bot diese wahrhaft grosse Künstlerin als San-
tuzza. Jedenfalls bildete sie den eigentlichen Stern unter den
von Hrn. Sonzogno in das Wiener Ausstellungstheater ge-
rufenen künstlerischen Kräften, was ein ziemlich hohes Lob
bedeutet, denn auch die Tenoristen Stagno, Garulli, de
Lucia, der Baritonist Bellrami, endlich die Sopranistinnen
Toresella und Brambilla hoben sich weit über das Mittel-
maass, sie zeigten erst, wie italienische Opernmusik gesungen
werden müsse, um ihren eigenthümlichen, zum 'iheil freilich
schon auf den Beiz der Sprache gegründeten sinnlichen Zauber
zu entfalten. Ueberraschend gegen die Wirkung in der
Wiener Hofoper gewannen besonders einige Nummern in
„Freund Fritz", vor Allem das Kirschenduett, dann die melan-
cholische Arie des Titelhelden im 3. Act. Hier zeigten sich
die gute Schule und das Talent der betreffenden »Sänger
(Sgra. Toresella und Sgr. de Lucia) von der vortheilhaftesten
Seite und nicht minder die grosse Directionsbegabung des
Oomponisten Mascagni. Es war interessant zu beobacnten,
mit wie viel mehr Lust und Liebe dieser seine vom Publi-
cum weniger hochgehaltene zweite Oper dirigirte, als den von
der Masse vergötterten Einacter. Er drang auch bei der
Ausstellimgscommission darauf, dass nicht mit „Gavalleria
rusticana", sondern mit „Amico Fritz" die Stagione eröffnet
würde, „es sei doch viel mehr Musik in dem letztgenannten
Werke". Und so wie nun der Componist mit sorgtUltigster
Abwiegung von Takt- und Tempowechsel und den feinsten
dynamischen Abstufungen die von ihm vertonte einfache El-
sässer Dorfgeschichte vom Capell meisterpult aus interpretirte,
konnte man ihm kaum Unrecht geben. Ueberraschend hatte
er u. A. auch das von ihm nach Wien mitgebrachte durchaus
italienische (sehr tüchtige) Orchester fiir seine besonderen
Intentionen in „Freund Fritz" eingeübt. In dem zigeunerischen
Intermezzo zwischen dem 2. und 3. Act Hess er fast von vier
zu vier Takten, mehrmals mitten in Einem Takt, das Tempo
wechseln, bei einer einzigen Note ungeahnt lange anhalten,
andere Notengruppen wieder pfeilschnell, wie in jähem Ab-
sturz nehmen, und stets gehorchte ihm das Orchester, als würde
es am Schnürchen gelenkt. Mit all diesen Mitteln und
Mittelchen wusste nun Mascagni das Intermezzo in „Freund
Fritz" in ganz neuem Lichte, wie eine hochdramatische Ton-
sprache, eine Art verzweifeltes Selbstgespräch des Titelhelden,
darzustellen, bei dem unvermeidlichen da capo schwächte sich
freilich der Eindruck ab, und man fand das zuerst wirklich
bewunderte Kunststück orchestraler Declamation etwas raffii-
nirt. Diese ewigen Wiederholungen, dieses unausgesetzte
Hervorzerren des persönlichen Momentes bildete überhaupt
den eigentlichen wunden Fleck der italienischen Aufführungen
im Ai^ellungstheater, sie zeigten, wie das sonst so that-
1,^
kräftig dem Fortschritt zustrebende musikalische Jun^-Italien
doch noch dramatisch zurückgeblieben. Wird bei einer ita-
lienischen Opernaufftihrung eine Stelle nur ein Bischen stärker
applaudirt, so betrachten dies die Sänger, der betreffende
Instrumentalsolist oder wer es sonst ist, sofort als gebieteri-
sches Yerlanffen nach Wiederholung, und ist der Ck>mponist
der betreffenden Oper zufällig im Hause, so lässt er es sich
nicht nehmen, auf der Scene zu erscheinen, um sich für den
vermeintlich nur ihm geltenden Beifall schönstes zu bedanken.
Dass diese Art ^Intermezzi'' den Hörer aus aller Stimmung
reissen und zu dem sonst getriebenen Gultus des „Verismo"
wie die Faust aufs Auge passen, übersehen die national-ita-
lienischen Enthusiasten — welche im Ausstellungstheater
höchst spektaculös den Ton angaben — ganz. Nach dieser
Bichtung steckt die italienische Oper noch immer in den
Kinderscnuhen. Es sei noch erwähnt, dass zwar sämmtliche
Oomponisten der in Wien vorgeführten Opernnovitäten ihrem
Protector und Verleger Sonzogno anher gefolfi^ waren, ausser
Mascagni aber nur der Tonsetzer des schwächlichen Einacters
„II biricellino", Hr. Mugnpne, persönlich dirigirte. Und zwar
mit einer für den schleppenden Gang der Musik fast ergötz-
lichen Beweglichkeit des ganzen Körpers. Die Opern von
Leoncavallo, Cilea und Giordano dirigirte der von seinen Lands-
leuten mit Becht hochgeseh ätzte GapeUmeister Ferrari, wel-
cher echt südliches Feuer mit schärrater musikalischer Präci-
sion und praktischer scenischer Erfahrung vereinigt.
Etwas enttäuscht haben die im Ausstellungstheater An-
fang September gebotenen polnischen Opern Vorstellungen.
Es fehlte ihnen vor Allem an den rechten ausführenden
Kräften. Diese gehörten fast sämmtlich dem Lemberger Stadt-
theater an, sodass man wohl erfuhr, was dieses heute dra-
matisch-musikalisch zu leisten im Stande sei, nicht aber die
Eolnische Oper überhaupt. Aber auch die vorgeführten Werke
lieben sehr unter der Erwartung. Besonders trat in ihnen
das nationale Element bei Weitem nicht so drastisch hervor,
wie in den Opern Smetana^s oder, um auf polnischem Gebiete
zu bleiben, mancher Mazur und Polonaise von Chopin. Die
von den Polen als ihre eigentliche Nationaloper hochgehaltene
„Halka" von Moniuszko (1858 erstmalig in Warschau aufge-
führt und seither dort über 500 Mal wiederholt) hörte sich
etwa wie eine der besseren Opern Donizetti^s an, einige
Stellen hätten auch allenfalls auf Gonradin Kreutzer als Autor
schliessen lassen. Nur in gewissen choreographischen Scenen
(Tänzen und Gruppiruugen) tritt das volksthümliche Element
mehr hervor, da steht aber andererseits die ohnehin etwas
dürftige Handlung völlig still. Es kommen factisch in der
Oper zahlreiche Stellen vor^ die nur dazu da zu sein scheinen,
dass d^er Chor dieses oder jenes Stück absinge, der Solist sich
für eine gelungene (meist elegische) Cantilene Beifall hole, die
Tänzer und Tänzerinnen sich im Nationalcostume herumtum-
meln. Wahres dramatisches Leben kommt in die „Halka*' erst
im Schlussact. Musikalisch am besten gerathen ist aber der
sonst als reine Episode zu betrachtende dritte Aufzug,
Moniuszko's eigentliches Künstlernaturell ist kein dramatisch-
veranlagtes , sondern ein lyrisch-weiches. Aus diesem heraus
gibt es in der „Halka" manche Melodie, die, wenn auch nicht
allzu originell, so doch edel, warm und musikalisch empfun-
den klingt. Seine schwächste Seite ist die Instrumentirung,
er scheint offenbar nur mit sehr massigen ausführenden
Kräften zu thun gehabt zu haben.
Alles in Allem macht „Halka^ heute auf einen deutschen
Hörer einen nicht hinweg zu leugnenden Eindruck der Abge-
tragenheit, des Conventionellen und darum Veralteten, so an-
ziehend auch Einiges rein musikalisch wirkt. Ueber eine zweite
(romantisch-komische) Oper von Moniuszko „Der Geisterhof"
gewann man im AussteUungstheater kein entscheidendes ür-
theil, da aus diesem Werke nur Bruchstücke geboten wurden,
in denen sich der Gomponist als gewandter Stimmungsmaler
offenbarte, aber freilich mehr mit den Mitteln Boieldieu's (als
Tonsetzer der „Weissen Dame"), Bellini's (als Maöstro der
„Sonnambula") u. s. w., als mit eigenen. Am meisten trat
die choristische und choreographische Leistungsfähigkeit der
Lemberger Oper in dem noch weiter aufgeführten nationalen
Singspiel „Krakowiaken und Goralen" oder „Der Aberglaube"
(Text von Kaminski, Musik von Kurpinski) hervor, aus welchem
aber nur der erste Act, eine Art Erntefest, dargestellt wurde.
An den hübschen jugendlichen Mädchengestalten, den male-
rischen Costumen, den frischen und trefflich einstudirten
Chorstimmen, endlich dem fast übermüthigen Temperament
einiger höchst urwüchsigen nationalen Tänze konnte man
seine Freude haben. Wenn nur die eigentliche Handlung
nicht gar so geistlos und albern wäre und die Musik minder
zopfig klänge! Nach der Letzteren zu urtheilen, mnss das
Singspiel spätestens im ersten Viertel dieses Jahrhunderts
entstanden sein, und das stimmt mit den biographischen An-
faben über den Componisten Kurpinski, der, 1785 imGross-
erzogthum Posen geboren, schon in seinen Jünglingsiahren
eifrigst Mozart studirte, um die dadurch gewonnene Kennt-
niss dramatisch zu verwerthen. So erinnerten denn die besten
Chor- und Sologesänge der alten „Novität" in der That an
schwächere und schwächste von Mozart, weit häufiger glaubte
man Dittersdorf, Weigl, Schenk, Wenzel Müller oder sonst
einen der biederen deutsch-österreichischen Yolkscomponisten
des 18. Jahrhunderts zu hören. Nun, um nur solche Musik
vorzuführen, brauchten sich eigentlich polnische Sänger und
ihr Oapellmeister nicht nach Wien zu bemühen.
Dr. Th. Helm.
Bericht
Leipzig. Der Liszt -Verein, welcher sich zu einem
mächtigen Factor des hiesigen Musiklebens herausgebildet
hat, hielt am 29. Oct sein 1. Orchesterconcert ab und gab
demselben den Charakter einer Nachfeier des goldenen Hoch-
zeitstags des Grossherzogs Carl Alexander von Sachsen-Weimar,
des honen Protectors des Vereins, auf welches Verhältniss der
das Concert einleitende, von Frau Wiecke-Halberstadt aas
Weimar gesprochene Prolog von Crome-Schwiening Bezug
nahm. Die unter Leitung des Hrn. B. Strauss aus Weimar
stehenden musikalischen Darbietungen setzten sich aus des
Genannten symphonischer Dichtung „ Macbeth*', der Faust-
Symphonie von Liszt und Solonummem der Frau Beuss-
Belce aus Carlsruhe (Gesang) und unseres Violoncellmeisters
Kien gel zusammen. Den Hauptstock des Orchesters bildete
wieder, wie die früheren Male, oie treffliche Capelle des 134.
Infeinterie-Begiments, in der Faust-Symphonie wirkten die
Leipziger Liäertafel, der Tenorist Hr. Merkel von hier und
ein imgen. Organist mit. Dass Hr. Hofcapellmeister Strauss
ein sicner die Massen beherrschender und feuriger Dirigent
ist, bewies die schwungvolle Ausführung des Liszt'schen Wer-
kes, der eine feinere Detailausarbeitung wohl nur infolge un-
zureichender Einstudirung, wie TJeberanstrengung der Musiker,
deren freie Zeit in jenen Tagen bereits durch die Proben zum
1. Akademischen Concert stark ausgefüllt war, abging. Der
Schluss der grandiosen Composition gelangte auf Grund der
in mangelhafter Verfassung befindlichen und deshalb die
rechte tfnterstützung versagenden Orgel leider nicht zu der
ihm inne wohnenden grandiosen Wirkung. Bichard Strauss*
-Macbeth" hatten wir vor. Winter bereits unter Direction des
Componisten in Berlin, vom Philharmonischen Orchester vir-
tuos ausgeführt, gehört; die neueste Begegnung hat unsere
damals gefasste Meinung, dass dieses Opus trotz einiger schwa-
chen Lichtblicke, welche aus den Werken anderer Componisten
reflectiren, Eines der klanghässlichsten Erzeugnisse ist, die wir
kennen. Dasselbe artet nach unserer Ansicht zum grossen Theil
zu wüstem Lärm aus, bei dem es schliesslich gar nicht mehr
darauf ankommt, ob die Ausführenden Das, was in ihren
Stimmen steht, oder etwas beliebiges Anderes spielen. Wenn
derartige Evolutionen eine Steigerung des musikalischen Aus-
drucksvermögens bedeuten sollen, so ist die musikalische Kunst
auf dem besten Wege, in das vollständige Tonchaos einzu-
münden. Und nach dem Beifall, welcher diesem, zum Theil
ganz entsetzlichen Spektakel folgte, scheint diese (Gefahr gar
nicht so fern zu liegen. Als Componist hat dies Hr. Strauss
allein zu verantworten, zu protestiren ist aber ernstlich gegen
die Pietätlosigkeit, mit welcher er später die Clavierb^leitung
Franz^scher Lieder mit eigenen Zuthaten schädigte. Frau
Beuss-Belce sang ausser denselben („Widmung" und „Abends")
noch Scene und Arie („Die Griechen sind entfiohn" aus Ber-
lioz' „Trojanern"), sowie die weiteren Lieder „Ich liebe dich"
von Liszt imd „Sommerabend" von Lassen, Alles mit fulligem
und folgsamem Organ und intelligenter, warmer Auffassung.
Dass sie das Verlangen nach einer Zugabe durch Wiederholung
des wenig vornehmen Lassen'schen Liedes befriedigte, war
wohl nicht nach Aller Gheschmack. Den Haupterfolg des Abends
hatte Hr. Kiengel mit seinen Vorträgen (3. Concert von Davi-
doff, Bomanze von Volkmann, Variations capriccieuses eigner
Composition und als Zugabe Spinnerlied von Popper), die
allerdings wieder einzig in ihrer Art dastanden. Liegt es in
den Tendenzen des Liszt- Vereins mit, die Virtuosität, wie sie
auf dem Ciavier Liszt zu der höchsten Vollkommenheit ge-
567
führt hat, auch auf anderen Instrumenten in seinen Concerten
vorssuftlhren , so hatte er bezüglich des Violoncells in Hm.
Klengel den Künstler gewonnen, welcher hierbei einzig und
allein in Frage kommen konnte. Dass die phänomenale tech-
nische Seite der Vorträge des Hm. Klengel nur einen Theil
der eminenten Künstlerschaft desselben bildet, brauchen wir
nicht von Neuem zu betonen.
Als hocherfreuliches Zeichen für den Musiksinn unseres
Leipziger Publicums ist die feste Position zu betrachten, die
sich die Akademischen Orchpster-Goncerte mit der
strengen Einhaltung des aufgestellten Programms, in ge-
schlossenen Oyklen die historische Entwickelung der Musik
durch praktische Beispiele zu demonstriren, in kurzer Zeit
erobert haben, zu bezeichnen, umsomehr als der Verein immer
nur die Sache für seine Zwecke sprechen lässt und jede Re-
clame verschmäht.*) So war auch bei dem Eröffnungsconcert
am 1. Nov. die Alberthalle von einem grossen und erwartungs-
freudigen Auditorium stark besetzt, das bei jeder passenden
Gelegenheit dem genialen und geistvollen Dirigenten Hm.
Prof. Dt, Kretzscnmar und seinen tapferen Mitkämpen (der
verstärkten Capelle des 134. Infanterie-Regiments) seinen
Dank ftir die ebenso lehrreichen als köstlichen Genüsse, welche
ihm geboten wurden, in begeisterter Weise äusserlichen Aus-
druck verlieh. Mit einer festlich animirten Sonata für Cor-
nette, Posaunen, Bratschen und Bass von G. Gabrieli (1667 —
1618) begonnen, leitete das Programm, das, wie von früher
gewohnt, mit kurzen, aber vollständig orientirenden Erläute-
rungen des Hrn. Prof. Dr. Kretzschmar versehen war, über
Georg Muffat (eine Emoll-Suite in fünf meist melodisch ein-
diin^chen und rhythmisch-straffen Sätzen) und Ph. Bameau
(Gdur-Suite aus der Oper „Zoroastre^, amüsante, mit einem
prächtigen Menuett altväterlicher Haltung abschliessende
Musik) hinweg zu den grossen deutschen Meistern S. Bach
und Händel, Ersterer mit dem 3. Brandenburgischen Ooncert
(für je drei Violinen, Bratschen und Violoncelli, sowie Bass)
und Ouvertüre und Bourröe der 4. (Ddur-) Suite, Händel mit
dem 2. Concerto grosso in Fdur und der Ouvertüre zur
pFeuermusik" vertreten. Von den beiden Sätzen der im Vor-
jahr vollständig vorgeführten Bach'schen Suite gefiel ganz
besonders die Bourr^e mit ihrem Mittelsatz, dessen wehmütnifi;-
resignirte Stimmung durch .die Klangfarbe des Fagotts, wm-
ches das Wort führt, nur noch verstärkt wird, wie auch das
Händersche Concerto grosso, bei dessen Wiedergabe die BS..
Hamann, Hopf und Hattenbach recht betriedigend das
Concertino spielten, in allen seinen Sätzen sehr ansprach. Das
Orchester verdiente sich für die accurate technische Ausfüh-
rung und die Achtsamkeit, mit welcher es den Winken seines
ausgezeichneten Führers folgte, die unverkürzte Anerkennung.
Das 6. Abonnementconcert im Neuen Gewandhaus
bot das Hauptinteresse nach Seite des solistischen Theils.
Für denselben war von auswärts Frl. Elisabeth Leisinger aus
Berlin gewonnen worden ; neben dieser bei Jung und Alt stets
willkommenen höchst sympathischen Sängerin debutirte an
dieser Stelle als Solist der Solovioloncellist des Orchesters Hr.
Georg Wille. Frl. Leisinger zählt nicht zu den vielen Berufs-
sängerinnen, welche ihre Urtheilslosigkeit und Angst vor dem
ausbleibenden Beifall der Menge dadurch documentiren, dass
sie nur die wenigen Sachen singen, die gerade in Mode und
mit entschiedenem Erfolg schon von tausend Anderen ge-
sungen worden sind, sondern sie wählt Das, was sie der öffent-
lichen Vorführung für werth hält, und tritt für dessen Geltend-
machung mit dem vollen Muthe ihrer künstlerischen Ueber-
zeugung ein. Vermöge ihres feinen und gediegenen künstle-
Geschmacks und eines richtigen Blickes fiir alles
nscnen
♦) Nicht in Uebereinstimmung mit diesem lobenswerthen
Verhalten steht die Behandlung, welche das Publicum seitens
des mit dem Billet verkauf betrauten Vorstandsmitgliedes des
Vereins vor Beginn der Concerte erfahren hat, und zwar in-
sofern, als die Regelung dieser Sache nicht mit der Prompt-
beit und Einfachheit stattgefunden hat, welche man als Abon-
nent verlangen darf. Namentlich sind vielfache Klagen dar-
über laut geworden, dass, nachdem die Abgabe der bestellten
Billets für eine bestimmte Zeit angesetzt war, die angezeigte
VerkaufssteUe nicht rechtzeitig in uen Besitz derselben gesetzt
worden war und die Besteller den Weg vergeblich zu derselben,
sogar wiederholt, zu machen gehabt haben. Ebenso ist es
nicht zustimmend vermerkt worden, dass man gerade am Auf-
fuhr ungstage eine Wiederholung der Concertanzeige in der
Looalpresse unterlassen und dadurch manche unfreiwillige
Versäumnisse des Concertes veranlasst hat.
Bedeutende hat sie schon mancher werth vollen Novität den
Weg gebahnt. In dem beregten Concert waren es Lieder von
dem Wiener Gomponisten Hugo Wolf, für welche sie mit dem
ganzen (Gewicht ihrer künstlerischen Persönlichkeit in die
Schranken trat, imd der hochtalentirte Gomponist kann sich
zu dem Erfolg gratuliren, welchen seine Lieder „Der Gene-
sene an die Honnung^, „Der Gärtner'', Elfenlied und „Er ists"
trotz ihrer so kraft^oteend aus der Gewohnheit tr%em Ge-
leise herausblitzenden, im Ringen nach wahrem Ausdruck
rücksichtslos manche zopfige Compositionsregel über den Haufen
rennenden Eigenart an diesem Orte conservativer Musikpflege
fanden. In der Generalprobe hatte Frl. Leisinger sogar zwei der
Lieder auf stürmisches Verlan&ren wiederholen müssen; im
Concerte selbst dankte sie mit aer Zugabe des Brahms'sohen
Wiegenliedes. Nicht minder meisterlich und empfunden, als
die Lieder, trug Frl. Leisinger ausserdem ein Fragment (Scene
und Arie der Francesoa) aus H. Goetz' Oper „Brancesca von
Rimini^ vor, wenn dasselbe mit seiner intimen G«fühlsweise
auch nicht so durchdringen wollte, wie es dies verdiente.
Hr. Wille, der erst 23jährige Nacnfolger Alwin Schröder's,
hat das 1. Concert von Davidoff und kürzere Stücke mit Ciavier
von Händel, Sitt und seinem genialen Lehrer Klengel derart
^^espielt. dass man über die grossartigen Fortschritte, die der
junge Mann in letzter Zeit in seiner Kunst gemacht, nur stau-
nen musste. Die Technik gibt sich in vollem virtuosen Glanz,
der Ton ist stets von süsser Klangfarbe und der Vortrag so
musikalisch feinfühlig, dass man seine wahre Herzensfreude
an demselben haben kJEuin. Zu diesen angeborenen und durch
fieissiges Studium erworbenen Spieleigenschaften trat noch
in der Entscheidungsstunde eine glückliche Disposition, sodass
der Eindruck dieses Debüts nicht einmal durch leidige Zu-
fälligkeiten getrübt wurde. Den Leistungen entsprechend ge-
staltete sich die Au&iahme des jungen Meisters seitens des
Publicums überaus warm und her^ich. Mit C. Reinecke*s
„Friedensfeier" -Festouverture und Mendelssohn's so stim-
mungsvoller und edler AmoU-Symphonie steuerte das Or-
chester in schon oft gerühmter Yortrefflichkeit seinen Theil
zum Programm.
Concertumschau.
Aachen. 14. Versamml. des ListrumentaWer. (Schwicke-
rath): Lyrische Symph. v. W. Wenigmann, „Danse ma-
cabre** v. Saint-Saöns, A dur-Concertouverture v. Rietz. —
1. Stadt. Abonn.-Conc. (Schwickerath): Ddur-Symph. v. Haydn,
.Das Paradies und die Peri" v. Schumann (Solisten : Frl. v.
Sicherer a. München, Frau Wirth v. hier u. HH. Litzinger a.
Düsseldorf u. Günther v. hier).
Amsterdam. Abonn.-Conc. im Neuen Concerthaus (Kes)
am 27. Oct.: Symphonien v. Beethoven (No. 2) u. Schubert
(HmoU), symph. Dicht. „Le Chasseur Maudit^ v. C. Franck,
„Friedenswier"-Festouvert. v. Reinecke, „Einzug der Götter
in Walhall" a. „Rheingold" v. Wagner.
Annaberg. 1 . Conc. des Männergesang- Ver. (Stiehler) unt.
gesangsolist. Mitwirk, des Frl. Mandern v. hier und des Hm.
Reder. a. Buchholz: Ouvert. zu „Vineta" v. R. Wüerst. Vor-
spiel zu „Melusine" v. Grammann, „Johanna von Orleans"
f; Soli, Männerchor u. Orch. v. H. Hofmann, „Zug der Frauen"
a. „Lohengrin" v. Wagner, Männerchöre a cap. v. Mendels-
solm u. C. Attenhofer („Fröhliche Fahrt"), Sololieder von
Fesca, Lassen („Mit deinen blauen Augen") u. M. Peuschel
(„Die drei Weinkenner"). — 2. Museumsconcert (Stiehler):
Symph. Op. 20 v. G. Go Hermann, Ouvertüren v. Cherubini
u. Schubert, Intermezzo a. „Freund Fritz" v. Mascagni, Ge-
sangvorträge der Frau Wahls a. Leipzig („In der Fremde" v.
W. Taubert, „Es war ein alter König" von H. Heitsch,
„Wenn lustig der Frühlingswind" v. P. Umlauft u, A.).
Araheim. Geistl. Conc. des Frl. Ribbe a. Amsterdam (G-es.)
u. des Hm. Hoog a. Haarlem (Org.) am 26. Oct.: Soli f. Qes.
V. Mendelssohn, Beethoven, Händel u. S. Bach u. f. Orgel y.
S.Bach(Fdur-Tocc., GmoU-Fuge u. Tocc.u.Fuge in Dmoll) U.A.
Baden-Baden. Conc. der Sängerin Frl. Inghoff unter
Mitwirk, der Frls. Stoesser (Ges.) u. Oswald (Clav.) am 21. Oct.:
Duett a. „Norma" (!) v. Bellmi, Soli f. Ges. v. Hildach („Be-
trogene Liebe"), R. Pohl (Volkslied), W. de Rothschild („La
Rose de Bruy6re") u. A. u. f. Clav. v. Chopin, Schumann u.
Liszt (Chant polon.).
Barmen. Festconc. zum 25jähr. Jubiläum des Quartett-
ver. (Wicke) am 19. Oct.: Symph. f. Org. (Hr. Kalthoff von
hier) u. Orch. v. Guilmant, Prolog, gM. u. gespr. v. Hm.
Herzog, „Die Schöpfung" v. Haydn (Solisten: Frl. Nathan a.
S68
PrankftiTt a. 1£. n. HH. Eirchner a. Berlin und Hangar a.
Leipzig).
Basel. S. Conc. der Altern. Masi^esellscliaft (Dr. Volk-
Aud): Ocean-Symph. v. Bubinsteiu, „Le Boaet d'Omphale"
t. Saint-Saens, „Tannh&user''-0uv6rt. v. Wagner, violio-
TOrträge des Hrn. Thomson a. Lüttich (9. Conc. v. Wiani-
»weki etc.). — Am 3. n. 5. Nov. Anfföhrungen der Musik
snm Baseler Festspiel f. Soli, Chor u. Dreh. v. H. Haber durch
len Baseler Oesaneyer. u. die Baseler Liedenafel (Dr. Volk-
and) nnt. sollst. Mitwirk, der Frauen Hnber-Fetzold, Zäslin-
Paravicini n. Stamm, des Frl. Reinisch nnd der HH. Kauf-
iiann, Sandreuter, Strühin, Wäffler, Mörikofer und Wasser-
BerllD. 2. Philbann. Conc. (Maszkowski): 1. Symph. v.
Brahma, „La Jennesse d'flercule" v. Saint-Saöns, violin-
(Onc, V. Beethoven (Hr. Prof, Dr. Joachim.). — Symph.-Abend
ies Philharmon. Orch. fHerfurth) am 18. Oct.: 6. Symph. v.
Beethoven, symph. Dicht. „Frühlings wogen" v. Ph. Sohar-
wenka, Orchesterballade v. E. E. Taubert, sowie bekanute
Eepertoirestücke. — Wagnor-Abend desselben Orch. am 19. Oct.;
Eine Faust- Ouvert,, Vorspiel u. -Isoldens Liebestod" a. „Tri-
stan nnd Isolde", „Sie^ied-Idyll , Huldigungemarsch u.A.m.
7. E. Wagner. — Beethoven- Abend desselben Orch. am26. Oct.:
S. Symph. u. andere Repertoirestücke dieses Meisters. — Conc.
V. H. Genes u, Marie Schott-Mohr a, Mainz unt. Mitwirk, des
Philharm. Orch, unt. Leit. des Hm. Prof. Rudorff am 14. Oct.;
l. Satz einer Amoll-Symph., Trauerspielouvert. u. 2. Clavier-
ionc. v. H. Qenss, Soli f. Ges. v. Bnngert (,Der Sandtrft-
eer"), Mascagni (, Entsagung") n. A. u, f. Clav. v. Brahms
Rhapsodien Op. 79j Chopin u. Liszt (Taranteile). — Conc.
■ler Pianiatin Frau Stern unt. Mitwirk. des Philharm. Orch.
un 28. Oct,: Menuett a. „L'Arltoienne" v. Bizet, Abendlied
F. Streichorch. v. Schumann, Clavierconcerte von Beethoven
;GdQr) u. Brahms (Bdur), Polon. v. Weber-Liszt.
Breslau. 5. Symph. -Conc. der Brest. Concertcapelle
[Riemenschneider): Symphonien v. Mozart (Gmoll) u. Schu-
lart (Hmoll), Ouvert., Scherao, Noct. u. Hochzeitsmarsch aus
ler „Sommemachtstranm" -Musik von Mendelssohn, Conoert-
Duvert. „Waldlehen" v. Kücken.
Copenhagen. Conc. des Ver. „Caeciha''(Eung'l amSB.Oct.:
Oovert. u, zwei Arien a. „Radamisto" v. Händel, Conc, f. vier
□laviere v. S. Bach, „Eine kleine Nachtmusik" f. Streichorch.
7. Mozart, Abendlied zu Gott f. Chor u. Clav. v. Haydn, Chor-
lieder B cap. V. Senfl, Hasler u. Mendelssohn.
Danzlg. I. Kammermuaikabend ; Forellenquint. v. Schu-
bert, Clavierqnartette v. Schumann u. Mozart (Gmoll). (Aus-
föhrende: HH. G, Schumann v. hier [Ciavier], Struss, Ad.
Müller und Dechert a. Berlin [StreioherlJ
Dortmund. 2. Symph.-Conc. des Orch,-Ver. (Höttner):
3dur-Symph, v. Haydn, „Las Pröludes" v. Liszt, Balietsuite
,Ooppelia" v. DeJibes, Ouvertüren v. Mendelssohn u. Nicolai,
,Ein Alhomblatt" (f. ?) v. R. Wagner, Streichorchesterstücke
7. Taubert (?)(OatBrhymne)«.Gillet („In der Mühle"), And.
i. dem Violinconc. v. Mendelssohn (Hr. MüLer). — 1. Conc.
ies Musikver. (Janssen) m, Bruch's „Odysseus" unt. Solist.
Hitwirk, der Frau Haase-Bosse, des Frl. Kloppenbnrg a. Olden-
burg u. des Hm. Büttner a. Coburg,
Eaux-Tives. Eirchenconc, zur Einweihung der neuen
Orgeln am 23. Oct,: Frauenchöre v. Mendelssohn u. Schubert,
äolovorträge des Frl, Sillem (Qea.) und der HH. Charbonnet
(Ges,, „Priöre" a. „Jeanne d'Arc" v. Gounod), Barblan (Org.,
Prot, eig. Comp. u. And. «. Allegro von Merkel), Rotschy
iOrg,, Improvisata Üb, Psalm 38), Eien (Org., Ddur-Sonate v.
Mendelssohn) u. Eoeckert (Viol., Son, v. F. W. ßust u. And. a.
dem Conc. v. Mendelssohn).
Essen a. d. R. l. Conc. des Musikver. (Witte) m. „Orpheus
ind Eurydice" v. Glnok unt. sollst. Mitwirk, der Frau Joachim
']. der Frls. Plüddemann u. Krätma.
Fürth. Vocai- u. Instrumental conc. des Privat-Musikver. :
Bdur-Symph. v. Haydn, „Athalia" -Ouvert. v. Mendelssohn,
.Der Frühling" f. Streichorch. ^ " '
Frau Hoeck-Lechner a. Carlsrul
„Qeheimniss" v. H. Go e t z Volkslied
u. „Rothhaarjg ist mein Schfttzelein" v. V. lachner).
St. Gallen. I. Abonn.-Conc. des Concertver. (Meyer):
B. Symph. v. Beethoven, „Melusinen "-Ouvert, v. Mendelssohn,
Solovorträge der Fran Bächi-Fährinann a. Dresden (Ges.) u.
des Hrn. Erasselt a. Baden-Baden (Viol., Adur-Polon. v.Wie-
niawski etc.).
Gaben. I. Cooc. des Musikver. (Ochs): 4. Symphonie v.
Beethoven, „Peer Gynt"-Snite v. Qrieg, „Lohengrin"-Vor-
spiel V.Wagner, Violoncellvorträge des Hm. Sandow a, Ber-
lin (Ungar. Phant. v, F. Gtützmacher, Adagio v, Golter-
mann, „Am Springbrunnen" v. Davidoff etc,),
Halle a. S. I.Conc.derStadtschützen-Oesellschaft(Zehler):
6. Symph. v. Beethoven, Ouvert.zur„Heimkehrausder Fremde"
V, Mendelssohn , Solovorträge der Frau Sanderson a. Berlin
(Ges., „La Captive v, Berlioz, „Zur Drossel sprach der Fink"
V. d'Albert etc.) n, des Hrn. Thomson a. Lüttich (Adagio
V. Bruch etc.J.
Heidelberg. Conc. des Pianisten Hm. da Motta unter
Mitwirk, der Sftngerianen Frls. Schäfer n. Harden am 18. Oct :
Vocalduette v. Schnmann u. Brahme-Viardot-Garcia (Zi-
geunerlied), Soli f. Gesang V. J. V. da Motta („Hier an der
Bergeshalde" n. „Ländlicher Reigen") u. A. u. f. Ciavier v.
8, Bach (Amoll-Fuge etc.), Weber (As dnr-Sonate), E. Grieg
(„Norwegischer Brautzug"), Strauss-Tausig („Nachtfalter"} o, A.
Hildburghausen. 1. Abonn.-Conc. der Hofcap. a. Mei-
ningen (Steinbach): Cdur-Symph. v, Schuberti Ouvertüre su
„Richard III." v. Volkmann, „Parsifel"- Vorspiel v. Wag-
ner, Fmoll-Clarinettencone. v. Weber (Hr. Mühlfeld).
Jena. l. Akad. Conc. (Prof Naumann): 8. Symph. von
Beethoven, Concertouvert. v. Cherubini, Solovortrflge der Fr&u
Halir a. Weimar (Ges., Schilflieder v, Franz, „Titume" v.
Wagner, Wiegenlied v. Ries und „Lenz" v. Lassen) und
deren Gatten Hrn. Prof. Halir (Viol., Fdur-Conc. v. S.Bach,
Conc-Allegro v. Paganini, Cavatine v. Raff u. Masurka ▼.
Zarzycki).
Kaiserslautern, l. Conc. des Musikver.: Männerch&re
V. Liszt („Gottes ist der Orient"), Dregert („Blau BlOmo-
lein")j Kremser („Juheissa, mei Dirndal") u. G. Baldamus
(„Weihe des Liedes", m. Clav.), Solovortrage der Frauv. Pil-
grim (Viol,, Gavotte v. Böhm, Berceusev. Renard, Mazurka
V. Wieniawski etc.), des Frl, Schönwald (Clav., „Funken"
V. Moszkowski, Valse-Improraptu v. Raff etc.) n. des Hm.
Oberhauser (Ges., zwei Trompeterheder v. Brückler, „6e-
heimniss" v. Rehhanm, „Liebesglöck" v. Sucher, „Am
Rhein beim Wein" v. Ries etc.), sämmüich a. Berlin.
Kiel. 1. Abonn.-Conc. des Gtesangver. (Prof. Stange) m.
Composltioneu v. Beethoven unt. Mitwirk, des Pianisten Hm.
Stavenhagen a. Weimar: „Die Ruinen von Athen", „Meei^-
stille und glückliche Fahrt", Chorphaut., Elegischer GoMng,
„König Stephan" -Ouvert. u. Claviersonato Op. M7, No. M. —
1. Conc. des St. Nicolai-Chors (Forst) unt. sollst. Mitwirk, der
Frau Heink a. Hamburg: Missa v. F. Anerio, Geistl. Dialog
f. Chor n. Ältsolo m. Clav. v. A. Becker, Chöre f. gem. M&nner-
u. Knabenstimmen, Altlieder v. Franz („Im Herbst"), Hehr-
kens („Wie ein Grüssen") u. A.
Kbnigsberg l. Pr. 2. Künstlerconc. am 2Ö. Oct., ansgef.
von der Sängerin Frl, Kloppenburg („Magetone "-Romanze,
„Immer leiser wird mein Schlummer" u. „Des Liebsten Schwor"
V. Brahms, „Die Sonne, sie lachte" v. Saint-Saßns, Wie-
genlied V. Harthan, „Die beiden Königskinder" v. H. Rei-
mann, „Meine Mutter hats gewollt" v. Lessmann, „Der
Wildfang" V. W. Taubertet«.), der Violinistin Frl. Schwabe
(Adur-Polon. v. Wieniawski etc.) und des Pianisten Hm.
G, Schumann (Variat. eig. Comp, etc.). (Angabe der Domicile
der Ausführenden fehlt nach bekanntem Muster!)
Lausanne, l. Aboiin,-Conc. (Banti): 2. Symph. v. Beet-
hoven, „Medea"-Ouvert. v. Cherubini, Menuett a. „Manon" v.
Massenet, Rhaps. norveg. v. Lato, Violinvorträfe des Hrn.
Marteau (Conc. v. J. Garcin, Vision a. „Jeanne d'Aro' von
Gounod etc.).
Leipzig. Geistl, Musikauffilhr. des Kirchenchors zu St.
Johann's (Röthig) unter Mitwirk, der Frau Räthig, des Frl.
Handrich (Gea.) u. der HH.Pfannstiehl (Org.), Malz u. Michelsen
(Viol.) am aO. Oct. m. Compoaitioden v. H. Schütz (Motetten
„So fahr ich hin" u. „0 Heber Herr Gott", sowie Geeanwolo
„Kommet her zu mir") u. S. Bach (Dor. Toccata f. Org., Chor
„Alles, was Odem hat" etc.). — 1. Akad. Orch.-Conc. (Prof.
Dr, Kretzschmar): Sonata f, Comette, Posaunen, Bratechen n.
Bass V. G. Gabrieh. EmoU-Suite v. G. Muffat, Gdnr-Suite a.
„Zoroastre" v. Ph. Rameau, Gdur-Concert f. je drei Violinen,
Bratschen u. Viotoncells, sowie Contrabass u. Ouvertüre und
Bourr^e a. der 4. {Ddur-)Suite v. S. Bach, 2. Conc. grosso n.
Ouvert. zur „Peuermusik" v. Händel. (Orch.: die verst&rkte
Capelle des 134. Inf.-Reg.) — 5. Abonn.-Conc. im Neuen Ge-
wandhaus (Prof Dr. Reinecke): Amoll-Symph. v. Mendels-
sohn, Friedensfeier" -Feste nvert. v. Reinecke, Solovortr&ge
des Frl. Leisinger a. Berlin ((Jes., Scene u. Arie a. „Franoe6c&
von Rimini" v. H. Goetz u, Lieder „Der Genesene an die
Hoffnung", „Der Gärtner", Elfenlied u. „Er ists" v. H.Wolt
669
n. Wiegenlied von J. Brahms) und des Hm. Wille von hier
(Violonc, 1. Conc. v. David off, Largo v. Händel, Seienata v.
Sitt u. Scherzo v. J. Klengel). — 'Musikal. Aufführung im
k. Conservat. der Musik am 4. Nov. zur Feier des 70. Geburts-
tags des Hrn. Director Dr. Günther: Ouvert. zur Oper „Die
Maler von Leyden" v. F. Herther, Actus, And. a. dem Gmoll-
Streichquart. v. Volkmann (HH. Hilf, Becker, Sitt u. Klen-
gel), Duett a. der Oper „Die Maler von Leyden" u. Ouvert.
zur Oper „Der Abt von St. Gallen" v. F. Herther. — Ebenda-
selbst Abendnnterhalt. am 4. Nov. zum Gedächtniss Mendels-
sohn*8 mit Gompositionen v. demselben: Adur-Symph., „Ruy
Blas"-Ouvert., Goncerte in GmoU f. Clav. (Frl. Burbage aus
Washington) u. f. Viol. (Hr. Lauboeck a.Wunsiedel), Concert-
arie Op. 94 (Frl. Friedel a. Osterfeld i. Th.). — 2. Kammer-
musik im Neuen Gewandhaus: Quint. f. Glar. u. Streichinstru-
mente V. Brahms, EmoU-Streichquart. v. Verdi, Serenade
Op. 8 V. Beethoven. (Ausführende: HH. Prill, Becker, TJnken-
stein, Wille [Streicher] u. Kessner [Clar.].) — Am 7. Nov. Auf-
flihr. V. Haydn's „Jahreszeiten" durch die Sineakad. unt. Leit.
des Hrn. Dr. Klengel u. solist. Mitwirk, des Frl. v. Sicherer
und der HH. von Zur-Mühlen u. Staudigl.
Ludwigshafen a. Rh. Feier des 25jähr. Stiftungsfestes
des Caecilien-Ver. (Taubmann) unt. solist. Mitwirk, der Frau
Hoeck-Lechner a. Carlsruhe u. der HH. Litzinger a. Düssel-
dorf u. Brune a. Hannover am 30. Oct.: l.Conc. Jubelouvert.
V. Weber, Festrede, „Halleluja" v. Händel, Marsch a. „Tann-
häuser" v. Wagner. 2. Conc. m. Haydn's „Jahreszeiten".
Lübeck. 1. Kammermusikabend des Frl. Herrmann unt.
Mitwirk, des Frl. Ziradars a. Frankfurt a. M. (Ges,) u. der HH.
Zajic u. Lüdemann a. Berlin (Viol. u. Violonc): Ciaviertrios
V. Schumann (Dmoll) u. Schubert (Bdur), Soli f. Gesang v.
Brahms („Vergebliches Ständchen"), Bungert („Der Sand-
träger"), Bizet („Chanson d'Avril"), Berger (Kinderlied),
V. Koss (Winterlied) u. A., f. Viol. v. S. Bach (Chaconne) u.
f. Violonc. V. Boccherini.
Magdeburg. 1. Conc. im Kaufmann. Ver. (Kaufmann):
6. Symph. v. Beethoven, „Tannhäuser"-Ouvert. v. Wagner,
Solovorträge des Frl. Martini aus Leipzig (Ges., „Die Wahr-
sagerin" V. F. Kauffmann, „Barbarazweige" v. Reinecke,
„Herzensfrühling" v. G. Seh aper etc.) u. des Hrn. Förster v.
ebendaher (Clav., Fismoll-Conc. v. H. v. Bronsart, Fmoll-
Etude u. Tarantelle v. Liszt etc.).
Mainz. 1. Conc. im Conservat. der Musik: Streichquart.
Op. 18, No, 2, V. Beethoven u. Variat. a. dem Dmoll-Streich-
quart. v. Schubert (HH. Seibert, Pöpperl, Fischer u. VoUrath),
»olovorträge der HH. Götze aus Berlin (Ges., „Himmlische
Zeit" V. Ries etc.) u. Seibert (Mfitzurka v. Zarzycki etc.).
Meinlngen. Vereinsconc. des Singver. (Steinbach) unt.
Mitwirk, des Frl. Jäger u. der HH. Dr. Wüllner u. v. Maix-
dorfP (Declam.), sowie der Frau Funk, des Frl. Luther u. der
HH. Behs v. hier u. Schulz-Dornburg a. Würzburg (Ges.) am
9. Oct.: Musik zu „Manfred" v. Schumann, „Promemeus" (sym-
phon. Dicht, u. Chöre) v. Liszt. — 1. Abonn.-Conc. der Hof-
cap. (Steinbach): HmoU-Symph. v. Schubert, 1. Orchestersuite
y.Moszkowski, Eine Faust-Ouvert. v. Wagner, Bondinof.
Blasinstrumente v. Beethoven.
Mfllheim a. d. R. Geistl. Musikauffilhr. des Organisten
Hrn. aus derWiesche unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Mosebach
u. eines gem. Chors unt. Leit. des Hm. Stronck am 23. Oct.:
Chöre V. Eccard, M. Haydn u. S. Bach, Soli f. Ges. v. Ahle-
Beimann u. Brahms (Geistl. WiegenL'ea) u. f. Orc. v. S. Bach
(Phant. u. Fage in GmoU) u. Mendelssohn (Fmoll-Son.), so-
wie freie Choralphantasie des Vortragenden.
München. Conc. des Violinisten Hrn. Schörg unter Mit-
wirk, der Pianistin Frl. ten Have a. Paris am 29. Oct. : A dur-
Clav.-Violinson. v. C. Franck. Soli f. Clav. v. Saint-Saöns
(Etüde- Valse) u. A. u. f. Viol. v. Vieuxtemps (4. Con-
cert) u. A.
Paris. Colonne-Conc. am 16. Oct.: 61. Aufführung von
Berlioz' La Damnation de Faust" unt. Mitwirk. desFrLPregi
u. der HH. Engel, Fournets u. Ballard.
Plauen i. V. 41. Stiftungsfest des Musikver. (Biedel) unt.
gesangsolist. Mftwirk. des FrL Gondar a. Leipzig u. des Hm.
Wünsche v. hier: Tarantella f. Clav, zu vier Händen v. Ni-
cod6, „Dithyrambe" f. Tenorsolo u. Chor m. Clav. v. Bruch,
„Hansel und Grethel" f. Soli, Frauenchor, Clav. u. Declam. v.
F. Hummel, Liebeslieder f. Ciavier zu vier Händen u. vier
Singstimmen v. Brahms, Tanzlieder f. gem. Chor v.Klef fei
u. Morley, Altsoli v. H. Kiedel („Margarethe"), Beinecke
(„Klein Anna Kathnn"), Franz („Mei Mutter mag me net"),
K jerulf („Des Mondes Silber rinnt") u. A.
Potsdam. Conc. der Philharm. Gesellschaft am SO. Oct.:
Esdur-Symph. v. Mozart, „Medea" -Ouvert. v. Cherubini, Solo-
vorträge des Frl. Jordan (Ges., „0, süsse Mutter" u. „Klein
Anna Kathrin" v. Reinecke, „Stille Einkehr" v. A.Werken-
thin, „Gute Nacht" u. „Der Frühling wird wach" v. E. Mar-
ke es etc.) u. des Hrn. Masbach (Clav., Prael. v. E. E. Taubert,
12. Ungar. Rhaps. v. Liszt etc.).
Schönlinde. Conc des Männer- u. Damengesangver. „Con-
cordia" am 23. Oct.: „Frühlingsbotschaft" f. Chor, Ciavier u.
Harmon. v. Gade, „Königin Waldlieb" f. gem. Chor u. Clav.
V. M. Meyer-Olbersleben, gem. Chöre v. F. Kretschmer
(Sängermarsch), H. Jüngst („Als ich betrübt und leidyoU
war" u. „FrühUngszeichen") u. Th.Kränzl („Ich weiss nicht,
wie es gekommen"), Tanzchor f. Frauenchor a. „Hansel und
Grethel" v. C. Böhm, Frauenquart. „Hochsommer" v. M. v.
Weinzierl, Solo vortrage des Frl. Walter (Ges., „Ich hör
ein Sichlein rauschen" u. „Das Mädchen spricht" v. J. 25 eitler)
u. des Hrn. Lischke (Viol., Dmoll-Conc. v.Wieniawski) etc.
Schwerin. Conc. der Singakad. (Ballin^) am 93. Oct.:
Gem. Chöre v. S. Bach (Choral u. „Der Geist hilft unsrer
Schwachheit auf"), Mozart u. Bortniansky, Psalm 23 f. Frauen-
chor V. Brahms, Solo vortrage der HH. Dierich (Ges., Geistl.
Abendlied v. Ed. Kupfer, „Heilige Nacht" v. Ehe in berger
u. Psalm 26 v. O.W ermann) u. Balling (Altgeige, Largos v.
S. Bach u. Leclair u. And. v. Nardini).
Weimar. 1. Abonn.-Conc. der grossherzogl. Musikschule
(Prof. Müller-Hartung): Cdur-Seren. f. Streichorch. v. Volk-
mann, Jubelmarsch v. Meyer-Olbersleben, Solovorträge
der Frls. Ickel v. hier (Ges.) u. Busse a. Breslau (Clav.).
Wernigerode. Conc. des Chorgesangver. unt. Mitwirk,
des Sängerpaares Schmidt(-K ohne) a. Berlin am 20. Oct.: „Das
Märchen von der schönen Melusine" f. Soli, Chor u. Orch. u.
Schlummerlied für Streichorch. v. H. Hof mann, „Oberon"-
Ouvert. v. Weber, Vocalduette von Arn. Krug („Belauschte
Liebe") u. Boieldieu, Gesangsoli v. H. Schmidt („Waldruf"),
Brahms („Vergebliches Ständchen") u. A.
Würzburg. 1. Conc. der k. Musikschule (Dr. B[liebert):
Columbus-Symph. v. Abert, Ouvert. zu „Die Geschöpfe des
Prometheus" v. Beethoven, „La Jota aragonese" f. Orch. v.
C. Saint-Saöns, Gesang vortrage des Frl. Galfy aus Berlin
(„Zwitschert nicht vor meinem Fenster", Minnelicd u. „Du
trägst mich, liebe Kleine" v. F. Beichmann etc.). — Conc.
der Liedertafel (Meyer-Olbersleben) am 26. Oct.: Ciaviertrio
(welches?) V. ßubinstein (HH. Meyer-Olbersleben, Hussk u.
Stöhr), gem. Chöre v. Schumann, Männerchöre v. Hauptmann,
Zenger(Hirtenlied), Podbertsky („Andas Meer"), Koschat
(„Karntnergmüath") u. Breu („Frühling am Bhein"). Frauen-
chöre „Weihnachtsabend" u. „Die Nymphen im Rnein" m.
Clav. V. Marschner, Gesang vortrage des Frl. Heinig a. Leipzig
(Lied der Loreley v. Meyer-Olbersleben, „Lieb und Leid"
V. Hiller, „Im Mai" v. Franz, „Wenn lustig der Früh lings-
wind" V. Umlauft etc.).
(^^ Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig tmbeaciUet bleiben l
Engagements und GSste in Oper und Concert.
Berlin. Wie verlautet, ist Frau Moran-Olden auf die
Dauer der Saison als Gast in der Kroll'schen Oper thätig.
Ist dies aber der würdige Platz für diese geniale Künstlerin?
Als Eine der besten, feinsinnigsten Pianistinnen, welche unsere
Zeit aufzuweisen hat, erwies sich unlängst in einem eigenen
Concert von Neuem Frau Stern aus Dresden. — Gera. Unter
den verschiedenen Bewerbern , welche sich zu der vacanten
Dirigentenstellun^ bei der hiesigen angesehenen Liedertai'el
gemeldet hatten, ist Hr. Musikdirector Graf aus Heidelberg,
ein vielseitig gebildeter Musiker, gewählt worden. — Meissen.
Im 1. Abonnementconcert wurde dem hiesigen Publicum durch
Hm. Hofpianist Wendling aus Leipzig Gelegenheit geboten,
die Vortheile der Janko-Claviatur auf einem in der Tonfülle,
namentlich nach der Höhe zu, ausserordentlich gelungenen
Blüthner-Flügel kennen und würdigen zu lernen. Hr. Wend-
ling fand mit seinen zum Theil ganz frappanten Vorti'ägen
eine wirklich begeisterte Aufnahme, und die geniale Neuerung
des Hrn. v. Jankö feierte einen vollkommenen Sieg. —
Paris. Als Valentine in den „Hugenotten" debutirte dieser
Tage in der Grossen Oper Frau Tanesy, eine Dame von
vortrefflicher musikalischer und gesangucher Bildung, mit
einer gut tragenden und wohlgeferbten, wenn auch nicht be-
sonders schönen Stimme. — Prag. Jüngst feierte hier der
670
Wiener Piwiist Hr. Alfred Grünfeld, ein Kind unserer Stadt,
grosse, wohlberechtigte Erfolge in einem eiKenen Coscert.
Die g^Dzeaden Vorzüge seines Spiels, namentlich die seltene
Modülationsfthigkeit seines Dona, traten Qberall leuchtend
hervor. — Zeitz. Zu dem Vorwochen tlichen Concert dea Con-
certvereiuB erbrachten die Sängerin Frau von Enappstaedt
und der Violinvirtuos Er. Arno Hilf aus Leipzig den solisti-
schen Glanz. Frau von Euappstaodt gebietet über imposante
Stimnunittel und eine vortreßUche Behandlung derselben ; mit
froeser Coloreturfertigkeit weiss sie ebenso zu brilliren , wie
urcb ihre (3antilene zu erwärmen. Hr. Hilf hat die Erwar-
tungen, welche seine neuliebe Biographie in diasem Blatte
angeregt hatte, vollständig erfiült, ja noch übeitroSen durch
sein phänomenales Spiet. — ZUiiCli. Im Stadttheater deba-
tirte als Aennchen und Page Drbain mit sehr freundlichem
Erfolg die junee Schweizerin Frl. Alice Forster. Für den
Janaar steht ein Gastspiel der gefeierten Bayreuther Isolde
Frau Rosa Sucher aua Berlin in Aussicht. In Hrn. Lederer
vrird sie einen sehr respectablen Partner in ihren Haapt-
partien vorfinden.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 6. Nov. „Kyrie" v. W. Bnst.
-Credo" V. J. Bheinberger. 6. Nov. „Vertrauen auf Gott" v,
K. Volkmann.
OpemauffUhrungen.
October.
CoburBT. Hoftheater: 3. Hamlet. 6. Der Troubadour. 9.,
13. u. 23. Die Königin von Saba. 16. Wilhelm Teil. 18. Ca-
valleria rustioana. 30. Der Wasserti^ger. 37. Die jQ^n.
Vermlsclite Mittheilungen und Notizen.
* Von den für den verstorbenen grossen Meister des deat-
Bohea Liedes^ Robert Franz, veranstalt«ten Gedäcbtniss-
feiern dürfte ilie des Löwe-Vereins in Berlin die Erste
giwesen sein. Dieselbe bestand ans einer die Bedeutung des
eimgegangenen würdigenden Anrede des verdienten Vereins-
voraitaenden Hm. Dr. Kunze und der Ausführung eines pas-
send zusammengestelltenj meist. Franz'sche Lieder enthaltenden
Programms durch tüchtige künstlerische Kräfte.
* Die städtischen Behörden zu Halle a. S. haben be-
schlossen, zur Erinnerung an ihren berühmten Ehrenbürger
Kobert Franz einer Steasse ihrer Stadt dessen Namen zu
* Im Vestibüle des Fenice-Theaters in Venedig wurde
die Bflste Verdi's, als Seitenstück zu der ßossini's, auf-
gestellt.
* Um die Lücke auszufüllen, welche durch den Mangel
einer Opembühne im Musikleben New-Yorks entsteht,
hat Hr. Damrosch die verzweifelte Idee gefasst, mit seinem
^mphonie-Orchester und einem eigens gebildeten Chore
CToncertauffährungen von Opern in den Sonntagscon-
certen zu veranstalten, und dazu Werke von Beethoven,
Gluck, Waener, Bizet und Gounod ausersehen, welche, soweit
als möglich, in englischer Sprache geenngen werden sollen.
haben keinen grossen 0«danken entwickelt. Alles, was er-
reicht ist, sind die Einfügung einiger neuen Classen, Fest-
setzung der Schüleizahl in jeder Classe und die Einsetzung
eines Ünterrichtsrathes zur Ueberwachung der Studien und
zur Au frech terhaltung der Disciplin, Auch ist festgesetzt
worden, dass die Professoren des Instituts mit dem 70. Lebens-
jahre in den Ruhestand zu treten haben.
• In Leipzig wurde kürzlich ein Verein deutscher
Pianofortefabrikantengegründet, welcher den Schute and
das Gedeihen dieser Kunstbranche bezweckt. Derselbe hat
seinen Sitz in Berlin, 1. Vorsitzender ist Hr. Hofpianoforto-
fabrikant Bechstein daselbst, aU dessen Stall Vertreter worden
die HH. Hofpianofortefabrikant J. Blüthner in Leipzig und
Piano fortefabrikant Ad. Schiedmayer in Stuttgart gewählt.
* Die neue Tonhalle der Neuen Tonhalle-Geaellschaft
zu Zürich wird nach den Plänen der Architekten HH. Fell-
ner & Helmer in Wien gebaut werden. Mit diesem Neubau
wird einem längst gefühlten Bedürfniss des dortigen regen
Musiklebens endlich abgeholfen.
• Die im Covent Garden -Theater zu London inmitteD
einer italienischen Opernstagione in vor. Woche unter Leitung
des Hm. Armbruster und Mitwirkung des Frl. Panline Gra-
mer von dort und des Hrn. Oberländer aus Carlsruhe in den
Titelpartien stattgehabten zwei Aufführungen von Rieh. Wag-
ner's „Tristan und Isolde" waren trotz verschiedener TJnvoQ-
kommenbeit«n derselben reich an Erfolg fQr das Werk.
* Im Stadttheater zu Hamburg war die neueste Opern-
novitat wieder ein ausländisches Opus: „Manon" von Mas-
senet. Von einem durchschlagenden Erfolg wird nicht
berichtet.
• Mascagni's „Freund Fritz" gdangte am 5. Nov. in
Odin zur Premiere und wurde freundlich aufgenommen.
• Das Grand-Thöätre in Lyon wurde am 10. Nov.
mit den „Hugenotten" eröffnet, doch musste unter lebhaf-
testen Missfallensbezeugungen des Publicums die Aufffthrung
abgebrochen werden.
• Das Stadttheater zu Elberfeld hat zu baldiger Auf-,
fühmng die neue Oper „Jago" von Georg Bauchenecker
angenonunen.
* Die Zeitungen melden, dass das Berliner Philharmo-
nische Orchester mit Hm. Dr. H. v. Bülow als Dirigen-
ten nächstens einen Goncertausflug nach Wien und Möndien
unternehmen werde. — Wie der ständige Oapellmeister dieses
Orcbesters Hr. Herfurth heute annoncirb, muss er ausG«-
Bundheitsrtlcksichten diesen Posten demnächst aufgeben. Er
sei bei entsprechenden Vacanzen der Beachtung empfohlen!
* Von den beiden neuen Dirigenten der Philhar-
monischen Conoorte zu Berlin, den HH. Hans Richter
aus Wien undMaszkowskiaus Breslau, hatte sich der Erster«
einer allgemein begeisterten Anerkennung zu erfreuen, wäh-
rend bei Hrn. Maszkowski die Meinungen m der Presse stellen-
weise ganz gegensätzlich sich äusserten; das Richtige möchto
wohl in der Mitte liegen.
* Der Componist Alberto Francbetti hat mit einer
Summe von 50,0C0 Frcs. eine Christoph Colnmbna-Stif-
tung zum Besten der Kinder von Seeleuten begründet.
Todtenltste. Michel, Director der Muntcipalmusik in
Bastia, f daselbst. — E. W, Thomas, Chormeister der Liver-
pool Philharmonie Society, fi ^9 Jahre alt. — F. Hervä, Ca-
pellmeister und Operettencomponist in Paris, ti ö7 Jahre alt,
am 4. Not.
Zup geff. Beachtung.
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der g^di&ft-
liehen Unterstützung des Hm. Ernst Euleitburg [als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertret«rs anderer Goncert-
agenturen) zu bedieneu haben, sind, falls sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gei^llige dlrecte
Zusendung der Blllets an uns gebeten.
^^'p^'fr Die Redaction des
1
„Nasikalischen ffochenblattes".
Brie f l£ asten.
£. D. in Z. Wir sind ganz Ihrer Meinung, dass die auf
Irreitihrnng des Publicums abzielende Erfindung und prak-
tische Ver wer thung von Autornamen, dieallgemem bekannten
sehr ähnlich klingen, als Schwindel anzusehen ist.
W. K. in 0. Wir hoffen, Ihnen In n. N. die Lösung der
eingesandten Aufgabe ,"l.:i__ _._ i_-,
nittheilen zu können.
C. y. H. in F. a. M. Ihre so gerechte Inschutznahme
der HH. Theatercapellmeister Goltermann und Rumpel, denen
man bei der Wahl eines neuen Dirigenten der von Dessoff
ins Leben gerufenen und geleiteten Tneater-AbonnementcoD-
certe Hrn. Dr, B. Scholz vorgezogen hat. ist leider im Aas-
druck zu schroff, als dass wir sie abdrucken könnten.
0
671
Anxelflren.
Aufruf!
\
In Förderang eines schon vor 20 Jahren durch den mit-
unterzeichneten Musiklehrer G. Neumann in Königsberg i. Pr.
in einer Brochure, in Musikzeitungen und Organen iilr BÜnden-
unterricht angeregten Gedankens hat sich in der Hauptstadt
der Provinz Ostpreussen, dem leuchtenden Beispiele grosser
Städte im Auslände folgend, ein Gomitö gebildet, um auf Grün-
dung einer in einer deutschen Hauptstadt zu errichtenden
Hochschule der Musik ftir Blinde hinzuwirken. Dasselbe
wendet sich an alle Diejenigen, welche für das edle Unter-
nehmen, die Geisteskrärbe unglücklicher Blinder zu ihrer ge-
deihlichen Existenz nutzbar zu machen, einzutreten und an
diesem Werke durch Bildung von Ortsausschüssen mitzuhelfen
bereit sind.
Eine nur mit Anwendung des schriftlichen Verfahrens
mögliche, gründliche Vorbildung kann weder an Blindeninsti-
tuten, welche für die Kategorie der geistig gering beanlagten
Blinden berechnet sind, noch an Anstalten, die fhr Sehende
bestimmt sind, und ebensowenig im Privatimterrichte erwor-
ben werden. Da aber bei musikalischer Begabung die Musik
ftlr den Blinden die einzige von ihm zu erreichende höhere
Lebenssphftre bildet, in welcher er mit gutem Erfolge die
Goncurrenz mit sehenden Gollegen bestehen kann, so tritt an
alle mit dem Unglück der Blindheit mitfühlenden Menschen-
freunde die Püicht heran, dem dazu qualificirten Theile der
Blinden zur zweckmässig gründlichen Ausbildung zu ver-
helfen.
Das Oomitö wendet sich daher an alle diejenigen geehrten
Leser dieses Aufrufs, welche mitzuhelfen bereit sind, mit der
Bitte, ihre desfaUsige Absicht dem mitunterzeichneten George
Neumann, Königsberg i. Pr., Oberhaberberg 93 , als Secretair
des Comit^ geflllligst anzeigen zu wollen. Die gleiche Bitte
ergeht an diejeni^n mildthätigen Blindenfreunde, welche ihre
Mithilfe durch einmalige Gaben oder in anderer Weise be-
kunden wollen. [1260.]
Auch bittet das Comitä die geehrten Herren Redacteure
aller grossen, in weiten Kreisen gelesenen Zeitungen, diesen
Aufruf gefälligst au&ehmen zu wollen.
M. Becker, Bon,
Geh. Gommerzienrath. Generallandschaflsdirector.
Cornill, Eilsberger,
ordentl. Professor der Theologie. Consistorialrath.
Ellendt, Dr. Kretschmer, 0. Neumann,
Justizrath. Begierungs- und Schulrath. Musiklehrer.
Obervorsteher der musikalischen
Akademie.
Der mit dem Wirkungskreis des Berliner Philhar-
monischen Orchesters verbundene Sommeraufenthalt in
Scheveningen ist meiner Gesundheit so wenig günstig,
dass ich dadurch veranlasst worden bin, meine jetzige
Stellung bis 1. Mai 1893 aufzukündigen. Von diesem
Zeitpunct ab oder später suche ich eine anderweitige
Thätigkeit, vorzugsweise als Dirigent von Symphonie- und
Oratorienconcerten. [1261c.]
Berlin S.W., Grossbeerenstrasse 61,11.
Rudolph Herfurth.
Capellmeister des Philharmonischen Orchesters.
Für Componisten.
Eine vorzügliche einactige Operndichtung (go
schichtlicfa, tragischer Stoff) habe ich zu vergeben.
[1262.]
Bodo BopcbePSf Leipzig.
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Hof-Musikalienhandlung in Breslau.
erscheint soeben: [1268.]
ein mvit% 3eni»cn ^ ^Ibmit^
Lieder -Album
von
Sammlung von 12 GesSngen für eine Singstimme
mit Begleitung des Pianoforte.
H tt deutschem and ena^llsehem Text.
Ausgrabe fflr hohe und für tiefe Stimme. Preis ä S Mk.
Die Lieder sind aus den letzten Werken
Adelf Jensen'« entnommen.
Inhalt: 1. Mein Herz ißt im Hochland. — 2. Einen
schlimmen Weg ging gestern ich. — 8. John Anderson, mein
Lieb. — 4. 0, sSi ich auf der Haide dort. — 5. Wenn durch
die Piazzetta. — 6. Leis rudern hier, mein Gondolier. —
7. Die Bowle fort. — 8. Wiegenlied. — 9. Mutter, o sing
mich zur Buh. — 10. Perlenfischer. — 11. Auf den Bergen.
— 12. Heimathglocken. •
In demselben Verlage sind erschienen:
Lassen -Album.
54 Lieder und Gesänge mit Pianoforte in 3 Bänden
« 3 IVIk.
Ausgaben für hohe und für tiefe Stimme.
Mit deutschem und englischem Text.
Ferner:
Lieder-Albnm v«. P. E. Lange-Mflller.
45 Lieder und GesSnge mit Pianoforte in 3 Bänden.
Preis & Band: 3 Mk.
Verlag von E. M^. Fritzsok in Leipzig.
74 Einderlieder
fOr eine Singstimme mit
Clavlerbegleitung
von [1264.]
Guido Nakonz.
2 eleg. cartonnirte Bände & 8 M. netto.
Bei F.E.C
soeben :
in Leipzig erschien
[1265.]
Lieder
von
Robert Franz
für MännePChOP eingerichtet von
J o H e f 3P e m 1> » 11. X*.
1. ]>er ISicliwald: „Ich trat in einen heilig düstem Eich-
wald" von Nicolaus Lenau. (Op. 51, Wo. 1.)
Partitur und Stimmen (ä 16 /4) • . • Ji 1,20.
2. O Herz in meiner Brast: „Das Vöglein auf dem
Baum" von 0. Mayer. (Op. 51, No. 4.)
Partitur und Stimmen (^ 15 /i^) . . . Ji 1,20.
3. ,9Dle schönen An^en der Frühltngfsnacht**
von Heinrich Heine. (Op. 51, No. 5.)
Partitur und Stimmen (& 15 /«§) . . . M 1, — .
(Wird fortgesetzt.)
B
I Wilhelm Hansen's Verlag. Leipzig, p
Zu Concertaufführungenl
Ägnete und die Meermädchen.
(Apete and the Memaiiisj
G.><iicbt von H. C. Andersen.
Für eine Solostimme, Frauenchoru. Orchester
Niels W. Gada.
I Partitur Jt 2,30. ho. Orchesteretinimen M 4,—. no.
' (Vidliiie 1,2, Viola, Violoucell, ßiiss je 30 /ij netto.) '
' ChorBtimmBu(SQpran 1,2, AltJB40 4). Solostimme
(Sopran) 50 i^. OlavierauBKag .M 1,80.
„Der Chorgesan?" v. iri./lS9a: Eine der reizend-
sten Blüthen aus dem Füllhorn des verklilrten
-,— nordischen Meisters. Nach kurzer Instrumental-
<^j einleitung (kleines Orchester) beBiiint ein anrau- jK
"■"^ thiges Wiegenlied. Daran reiht sich ein drelstim-
niiges Lied der Meemiftdchen. Das Wiegenlied
heginnt von Neuem, fortgeführt von dreistimmigem
Gesänge, nnd so geht das liebenswürdige duftige
Stück KQ Ende. Wir machen auf dieses Blümchen
„Wunderhuld" ganz hesondera aofmerksani.
: 2 Lustspiel-Ouvertüren I
(für grosses oder kleineres Orchester
ausführbar).
; 1. Nariotta.
' den 2 H.
in. Nordische SenDfaiirt. Irr»'.i°
Ciavierauszug' zu vier Händen 2 H.
Studien-Werke für Violine
von
Henry Schradieek.
Op. 1. 22 Studien für Violine.
Heft I {No. 1 — 13). h Jim 4,.
Heft II (No. 14—25). 5 Ji.
— — Perpetuum mobile für Violine (No. 22 auB den
Studien Op. 1) mit Begleitung des Pianoforte. 1 ^ 50 4 .
Op. 2. Der junge Violinspieler. Leichte Stücke für
Violine mit Begleitung einer zweiten Violine.
Heft I {No, 1-8). 3 Jt.
Anleitung zum Studium der Accorde für Violine (zum
Gebrauch am k. CouBervatorium der Husik zu Leipzig).
2 ^.
Tonleiter- Studien für Violine (zum Oebraucb am k. Gon-
aervatorium der Musik zu Leipzig). 3 Jt
[1267.]
Leipzig. Fr. Kistnep.
Soeben ist, erachieneB: [1268.]
Vei'zeicliriiss
Jlnsikalicn-Verlages
lärtel in Leipzig,
I. Alphabetischer Theil mit Nachträgen bis
nur Gegenwart. Preja H. 3,—.
(II. Sj-sCamMiiiuliei Tbeil nater iIbt Ffuhp.)
Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig.
Compoeitioneii
von fl;
Willy Eehberg.
I Sonate iDdur) för Pianoforte und Violine, Op. 10. 1
I M. ."),—. '
I BomanzefttrViolonc»llmitPianofort«,Op.I9. M.ljSO.
Ausgabe für Violine mit Pianoforte, bearbeitet
von Hans Sitt. M. I,ß0. '
J Concertwalzer für Ciavier, Op 13. M. 340.
Feetmarsch für Cla vier zu vier Händen, Op. 14. M . 2,—
I Barcarole für Ciavier, Op. 16. M. 1,80.
I OeisÜiohes Lied „Glücklich, wer auf Gott vertraut'
für gemischten Chor. Part. u. Stimmen M. 1,60.
Part. M. 1,—. Stimmen ä 15 Pf.
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Verlag von Heinp. Petersen in Leipzig.
Hohmann, Praktiscbe Vioilnschnle.
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Liederverlag.
Soeben erschien;
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Neuer Verlag von Ries & Erier In Berlin.
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1 1275a.)
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1560, 2351—2560. Alt No. 1661—1600, 9551—2660. Tenor
No. 1601—1800, 2661- 28Ö0. Bariton No. 1801— 1960, 2861-
2980. Bass No. 1961-2000, 2951—3000. [1273— .J
■ <' - HeftaDSfabe Je H. 1,—. — ->-
21>
^^ ^^ »«iiu. ,, , .
Ottrjnigl, BoS ti ttnt gtoie ^ututill
_. Jniiiiiti. »MntiiiL rrtiHli.
•)«,»<™ni,l(loi!l(tii*iir(ii.TOclobi((ii(i*oS.*ji;ilb(QBllbtr»oo,(»n«T.
- ÜBunaWu*. 88 tftliK BiUbtn oon Sittnfl. Siflmlll. Moff u. a.
Stit ». Sdiinalm« Xitiillitdi übunarn. l .A
- Kra tut «unllftrtlgrdi. iM nrött« atflhfn Boit IIem(ntt, Biamn,
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Verlag von Breitkopf & Härtel in Leipzig.
Neue Oper.
Harald und Theano.
Oper in Tier Aa&figen. Dichtung Ton Felix Doltn.
MoBik von [1276b.]
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Vollst&adierer ClavlerauBzug mit Text 15 J(.
Textbuch 60 ^.
g^ Vom kfinlgl. Hoftheater In Hannover zur Auf-
fOhrung angenommen.
Die Kritik sagt unter Anderem: Lorenz bekundet in die-
sem Werk nicht nur eine reiche Erfindung, einen Reichthnm
an Melodien, nie er heutzutage selten ist, sondern auch —
□nd das ist oei einer Oper beinahe das Wesentlichste und ihr
Lehen Clabende — eine Kraft der dramatischen Gestaltung
Dnd der Charakterzeichnung, die ihn in die erste Reihe der
Componisten stellen. Bei Gelegenheit der Aufführung durch
den Musikverein in Stettin nahm das Publicum das Werk mit
Begeistenuw auf und der Dichter dankte dem Componisten in
fenrigaten Worten.
Soeben erschien neue Ausgabe vom
Beliebtestes Sammelwerk fflr Violinspieler.
Band l/ll [1277«.]
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Ihrer Haj. der Esiaerin von Deatscbland and KQntgin von Prenssen,
Ihrer Uaj. der ESnlgin von England,
Sr. Eaiserl. nnd EOnigl. Hoheit des Eronprinzen von Dentschland nnd von Prensaen,
Sr. ESnigl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von PrenBien,
Sr. EQnlgl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh. (lass.]
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Scarlatti, Pastorale
Hozart, Adagio
Pergoleee, Nina (Tre giorni) Canzonetta
Nardini, Larghetto
Oinck, Oavotte aus „Iphigenie in Aulis"
Martini, Gavotte
Schumann, Träumerei ans den Einderscenen
Hozart, Larghetto aoB dem Clarinetten -Quintett
Rarnean, Gavotte ans nl^^r BubmesCempel"
Schumann, Schlummerlied
Gluck, Gavotte aua „Alceete"
B. SOHOTT's SÖHNE, MAINZ.
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Leipzig, Beethoven-Strasse sni. ri803r.]
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Anna Schimon -Regan, "'°''
Lehrerin fGr Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
erlaubt sich die Veränderung ihrer Adresse anzuzeigen:
München, Jägerstrasse 8, III.
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Clara Hoppe,
und Oratoriensftngerin (Sopran).
Frankf^art a. Oder.
hersogl. säohs. Hofpianisti Frofesseni supärieur am Oonservatorinm
2U Genf (Sohweis). [1308—.]
Coneert- Vertretung; Hermann Wolff, Berlin.
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Coneert- und OratoriensSnger (hoher Bariton).
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Ensemble-Uebangen. Rollenstadium.
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Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. [1810—.]
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(Heft X. Doppelheft JH 6,—.)
Diese Studien sind in den bedeutendsten Conservatorien des
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Verlag von J. Sehuberth & Co., Leipzig.
Fr. Liszt,
Dmok Ton 0. a. Böder in Leipzig.
Leipzig» am 17. November 1892.
BUrt dUtlitkl BUl-, KUH-
m imüiinkuiiuni, uwu
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Verantwortlicher Bedacteur und Verleger:
E. W. Fritisoh,
Leipzig, KÖDlgHirawe 6.
fit du IllltllllChl f Dcliitlin
taüiiuDii luimiiEei iiu u
Esduiiu H adiMlni.
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XXm. Jahrg.]
Dm HutiV&lische Wocheoblktt enaLeint j&hrlich in 53 NnrnmeTD. Der Äbonnementsbetrag
fQr du QunrUl von 13 Nummern iat 3Muk; eine einielne Nummer kostet 40 Pfennige. Bei
diiecter fnuikirtar Krensbandiiendaag treten nachstehende vierteljahrliche Abonnementa-
Seise in Kraft: 2 Mark ÖO Pf. fflr das Dentsche Reich und Oeaterreich. — 2 Mark 75 Pf,
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rennige.
[No. ff.
t Dt. Hitga Steinann'B PhrutmiBSTefOim. Von Dr. Ou-l Fnclu. (FartsetEnnK.) —
_ n.._..w.._..i... . ibigueinenU und OMUpIela in Oper nnd Cowwrt ~ Kirchen-
tlieiliuisen und Netlsen. — Krittaolier Anhug: BScher nnd
- Anzci^B.
FUnhIg Thesen und Aphorismen zur VentSndigung
Ober Dr. Hugo Riemann's Phraslrungtrefbrm.
Von Dr. Carl Fachs.
(Fortfietsang.)
41. Die Wirkung pbrasirten Vortrages im Unter-
acbiede vom blossen Notenspielen hat eine Grenze an der
Grösse des Baumes und der ZnböierscbaH, namentli^ im
Concertsaal. Jenseits dieser Grenze entzieben Wirkungen
der Pbrasiruug sieb der Wabmehmbarkeit, and ancb der
Zuhörer bört nicht mehr individuell zu, wenn Ibrer all-
zuviel (z. B. aber 500) sind, er füblt sich dann in die
Hasse aufgehen, er wird „Heerdentbier".
42. Auch ohne Verschulden des Spielers kann
ein phrasirter Vortrag vorläufig leicht den £Sndmck machen,
als ob er zu empfindlich delaillire, denn die Virtuosen
haben dafür gesorgt, dass das Pablicnm gegen das blosse
Notenspielen, gegen den „egalen" Stil oder was man
franeSsisch trop uni nennt, unempfindlich geworden ist
oder dass es dergleichen fiir schön, fär klar, für objectir
u. dgl. hält.
43. Es ist ungerecht und tbdricht, Jemandem, der
die Forderungen der Phrasirung kennt und sich in ihnen
bekennt, indem er ihre Vorzüge darlegt, deshalb der Än-
nnuusuug zu zeihen, dass er den Anspruch mache, jene
Anforderungen allezeit zu erfüllen, diese Vorzfige also
allesammt zu besitzen and mithin besser eq spielen, als alle
mit Recht oder Unrecht Berähmten zusammengenommen.
Der Hohn in letzterer Bicbtnng besonders ist zu wohlfeil,
als dass ich ihn nicht sowohl als Schriftsteller, wie als
Pianist hatte erfahren sollen, wie es gleich an der Schwelle
meiner Tb Uigkeit für die Pbrasirung von Seiten mehrerer
Becensenteu geschehen ict. Ich bin auch ferner darauf ge-
fasst. Dem, der zum ersten Mal dieser Sache gegenüber-
tritt, ist Viel, fast Alles an Irrthnmem und Vorurtheilen
zu verzeihen, — das Jahrhundert entschuldigt ihn. Was
wird dieses plebejische 19, Jahrhundert ohnedies nicht
Alles entschuldigen müssen! Kritiker hätten allerdings
die Pflicht, nicht ohne alle vorhergegangene ernstliche
Information zu urtheilen. Und was die Person betrifil,
so muss man sie auch da noch menschlicher Weise
schliesslich von der Sache trennen, wo man die Sache
von der Person fordern darf, Oder sollen wir etwa durch-
aus auf Die warten, die von der Phrasirung sprechen
wollen, ohne persdnllch Erfahrung davon und Uehung
darin zu besitzen?
44. £s ist dafür gesorgt, dass die Bäume nicht in
den Himmel waclisen. Es gibt Mängel genug, die ein
correct phrasirter Vortrag noch haben kann, und ich habe
de selber im Scblnsscapitel meines Buches „Die Freiheit
des musikalischen Vortrages im Einklänge mit Riemann's
Phrasirungslehre" aufgezählt. Schon Alles, was Elang-
phantaüe beisst, liegt ausserhalb der Phrasirung von FM
zu Fall
45. Den Künstler bindert Nichts, den Werth seines
Vortrages so hoch über der Phrasirung und so tief im
eigenen Inneren zu suchen, wie. er will, kann und soll.
Das Thor ist ja weder der Weg, noch das Ziel, und es
wird nicht mehr behauptet, als dass der Weg zum Rich-
tigen und also auch zum Schonen nnr durch dieses Thor
(der Erkennlnisa, wenn auch sozusagen der empfindenden,
wortlosen Erkenntnies einem fertig pbrasirten Text gegen-
678
über) beschritten werden kann. Ob der Wanderer das
Ziel erreicht oder Mrie nahe er ihm kommt, das hängt
immer davon ab, was Mutter Natur und Vater Fleiss
ihm in den Tornister gethan haben, — vor der Oeffent-
lichkeit spielen dann noch der Dämon Zufall und die
Elfe Stimmung mit.
46. Zur musikalischen Wirkung eines Vortrages ge-
hören Zwei: Einer, der das Werk gibt, wie er das Er-
kannte empfindet, und Einer, der es mitthätig, willig und
mit empflüiglichem Sinne aufnimmt. Es ist nicht gleich-
giltig, wer zuhört, und der Zuhörer ist ungerecht gegen
den Vortragenden, der von Stücken, die ihm oder die all-
gemein bekannt sind, ein auf Tradition, Gewohnheit,
Autorität oder selbst auf eigener Auffassung beruhendes,
vielleicht auch durch Erinnerungen liebgewordenes Bild
in der Meinung mitbringt, dies sei ein unumstössliches
Normalbild, wonach er urtheilen, wohl auch verurtheilen
dürfe. Ein voraussetzungslos williges Ohr darf der Künstler
vom Zuhörer verlangen.
(Schluss folgt.)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Hannover, im November.
Sehr geehrter Herr Fritzsch!
Der Erste meiner Mosikberichte trifit in dieser Saison
später, als gewöhnlich ein. Die Schuld ist, dass sich der
Beginn der hiesigen Goncertsaison verzögerte und dass ausser-
dem nicht viel Aussergewöhnliches hervorgebracht wurde.
Hannover scheint überhaupt im Rückschritt in masikalischer
Beziehung zu sein, d. h. qualitativ, denn den Concertankün-
digungen nach zu urtheilen, wird die Zahl der Ck>ncerte in
dieser Saison grösser, als in den früheren Jahren sein. Was
bis jetzt geboten wurde, und wie die Verhältnisse Überhaupt
hier liegen, das Alles lässt keine zu grossen Ho&ungen auf-
kommen. Grössere nennenswerthe Concerte fanden eigentlich
nur Zweie statt, und zwar das 1. Abonnementconcert
der k. Oapelle und dasjenige der Hannoverschen Musik-
akademie. Das Erstere, unter Leitung des Hm. Oapell-
meister Kotzky, enthielt im Programm die Symphonien in.
D dur von Haydn und in Bdur von Beethoven, Lieder vortrage
der Frau Beck-Radecke und Harfensoli des Kammer-
virtuosen Yizthum, beide Solisten von hier. Ein neues
Werk suchte man vererebens auf dem Programm. Frau Beck
bewährte sich als treffliche Liederinterpretin , und Hr. Viz-
thum bewies in seinem Spiel, dass er den Titel „Kammer-
virtuos" mit Berechtigung trä^t.
Der oben erwähnte Oratorienverein, welcher bis dato von
den Capellmeistem der hiesigen Oper, zuletzt von Hrn. Kotzky,
geleitet wurde, hat sich, nachdem der Letztere dieses Amt
niederlegte, einen Dirigenten von auswärts, und zwar Hrn.
Capellmeister Josef Frischen engagirt.
Infolge dieses Wechsels war in der „Elias"-AuffÜhrung
auch nicht die k. Capelle, sondern die des Füsilierregiments
Generalfeldmarschall Albrecht von Preussen No. 73 mit-
wirkend. Betheiligte sich diese Gapelle auch lobenswerth,
so Hess doch der lUang der lustrumente an edlem Charakter
Viel zu wünschen übrig; und es bleibt deshalb diese Ver-
änderung sehr zu bedauern. Mit der Aufführung des ^Elias"
führte sich Hr. Frischen als Dirigent gut ein, denn dieselbe
gine^ glatt von Statten, und auch sonst fehlte es nicht an
wirksamen Momenten. Ob Hr. Frischen eine musikalische
Kraft sein wird, das hiesige Musikleben auf höhere Stufe zu
bringen, bleibt zu hoffen, jedenfalls bietet ihm seine Stellung
Gelegenheit, dazu beizutragen; möchte er dieselbe voll und
ganz ausnutzen. AU Solisten waren in erwähntem C!oncert hin-
zugezogen Frl. Pia von Sicherer aus München und Frau
Beck-Kadecke, welche Damen recht Gutes leisteten. Die
Tenorpartie sang Hr. Emil Gerhäuser, welcher namentlich
in dramatischen Momenten reussirte; in den lyrischen Stellen
mangelten dagegen mehr oder weniger der Schmelz und der
leichte, ungezwungene Ansatz der Töne. Der noch junge
Sänger wird seine schönen Stimmmittel gewiss noch veredeln
können. Hr. Messchaert aus Amsterdam sang die reich-
bedachte Partie des Elias mit klangreichem Organe und
innigem, belebtem Ausdrucke.
Der Pianist Hr. Hermann Kunke von hier veranstaltete
ein eigenes Ooncert. Seine Vorträge waren den Werken
Beethoven^s, Ohopin's und Liszt's entnommen. Die tech-
nischen Schwierigkeiten überwand der Concertgeber, hingegen
gelangte der geistige Lihalt derselben nicht voll zur GeUung.
>ie Concertsän^erin Frl. Schotel und Hr. Violoncellist
Lorleberg wirkten an diesem Abend verdienstvoll mit.
Der 1. Kammermusikabend der HH. Ooncertmeister
Haenflein und Genossen brachte unter Mitwirkung von
Frau Haenflein Werke von Haydn, Mozart und Beetnoven
zu Gehör. Ich hoffe, Gelegenheit zu haben, bei neuen Werken
die dieswinterlichen Vorträge dieser Vereinigun|f würdigen
zu können. Der 1. Kammermusikabend füir Blasinstrumente
und Ciavier der Kammermusiker HH. Herbort, Scheck,
Oley, Fedisch, Richter und des Pianisten Major war
interessant genug, um denselben hervorzuheben. Ein neues
Quintett (No. 4) für Flöte, Oboe, Clarinette, Hörn und Fagott
von unserem Olarinettenmeister Scheck stand an der Spitze
des Programms. Dieses Werk ist eigenartiger in der Er-
findung, als die früheran Quintette dieses Componisten und
bedeutet deshalb einen Fortschritt. Im 1. Satz ist das Hom
auffallend wenig hervortretend verwendet, im Uebri^n sind
die Instrumente geschickt und wirksam behandelt. Am
musikalisch werthvollsten halte ich den 1. und 8. Satz. Das
Werk wurde dankbar aufgenommen. Die 2. Nummer des
Programms: Trio in Amoll für Cht vier, Oboe und Hom Op.
188 von C. Reinecke, ist ein schönes Werk. Die MischuDg
der Klang£Etrben dieser drei Instrumente ist von oigentbüm-
lich elegischer Wirkung; es weht ein wehmüthig melancho-
lischer Hauch über das Ganze, so Etwas wie Herbststimmung:
klarer, sonniger Himmel zwar, allein die herbstlich bunt ge-
färbten Bäume sind halb entblättert, die Natur träumt und
ruht (Adagio), doch erwacht sie erblühend wieder im kom-
menden Frühling; (Finale). Das Trio hatte guten Erfolg.
Das reizende Esour-Quintett (mit Ciavier) von Mozart bildete
den Schluss des Programms. lieber die Ausführung der
genannten drei Werke lässt sich Gutes berichten. Die Mit-
wirkenden sind sämmtUch Künstler auf ihren Instrumenten.
Die Clarinette des Hrn. Sobeck klingt, ja man möchte sagen :
sinet so weich und edel, fröhlich dazwischen hüpfen die
leichten Tonfiguren der Flöte des Hrn. Herbort, es klagt die
Obo# des Hrn. Oley so eindringlich zu Herzen, das Hörn des
Hrn. Richter tönt bald träumerisch, bal^ jubelnd darein, und
behäbig und humorvoll drän^ sich das Fagott des Hm.
Fedisch harmonisch unter die Menge. Das gibt einen guten
Klane;, zumal wenn Hr. Major mit seinen Clavierharmonien
tonfmlend hinzutritt.
Einen künstlerischen und finanziellen Erfolg hatte das
Abschiedsconcert unseres früheren Bassisten der Oper Hm.
Bietzacher. Aus Gefälligkeit mitwirkend, brachten Hr. Prof.
Dr. Joachim mit Hm. Evers am Ciavier die Sonate in
Gdur von Brahms zu Gehör. Das war ein doppelter G^nuss:
eine Meistercomposition von Meisterhänden reproducirt. Die
Chaconne von Bach und eine Zugabe waren die weiteren
Vorträge des Gei^enmeisters. Hr. Evers zeigte sich als ein
brillanter Spieler in der Wiedergabe der SoU JPapillons** von
Schumann, „Liebestraum" von Liszt und Tarantelle von
Rubinstein.
Die k. Oper brachte eine einzige kleine Neuheit, die
einactige Oper „Gringoire" von I. Brml, die jedoch weder in
der Handlung, noch in der Musik besonders zu interessiren
vermochte, wenn auch die Letztere immerhin noch den Vor-
zug vor der Dichtung verdient.
Ueber die neuengagirten Mitglieder an der k. Oper zu
schreiben, spare ich mir für meinen nächsten Bericht auf.
Auffällig ist es, dass Hr. Grüning, welcher den Tannhäuser
in Bayreuth so erfolgreich sang, für diese Partie hier nicht
in Anspruch e^enommen wird, trotzdem diese Oper bereits
zwei Mal in dieser Saison gegeben wurde.
I
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F
I
B79
Erfreuliches ist über das Gredeihen des Hannoverschen
Männergesangvereins zu sagen. Dieser Verein gründete
sich ein eigenes Sängerheim, indem derselbe das sogenannte
„Haus der Väter '*, ein interessantes Gebäude aus cäthanno-
verscher Zeit, ankaufte und dieses Haus praktisch und com-
fortabel, mit grossem Uebungssaal daran, einrichten Hess.
Am 15. und 16. October fand die Einweihung statt; es ge-
langte ein grosses Festspiel von F. Stillke (mit Gesang und
Musik von ig. Lachner) zur Darstellung, welches am das
neuerworbene Heim der Säne;er Bezug nahm. Der Verein
gedenkt nun^ sich vomehnmch grösseren Männergesangs-
werken zu widmen und dieselben au&uführen, von welchen
Darbietungen ich zur Zeit berichten werde.
Der hiesige Richard Wagner- Verein fand an seinem
1. Musikabend in dieser Saison eine zahlreiche Zuhörerschaft.
Durch die Absage des Hm. Grüning entstand leider eine
Störung im Programme, doch war das Letztere immerhin
noch interessant genug durch einen Harfenvortrag des Hm.
Vizthum, durch die Vorträge der Frau Beck-Kadecke,
welch Letztere Lieder von B. Wagner, Liszt und Schumann
charakteristisch und herrlich wohfiautend sang, sowie durch
die Ciaviervorträge unseres besten einheimischen Pianisten
Hrn. Lutter. Bei Gelegenheit sei gesagt, dass der Letztere,
wie ich hörte^ beabsichtigt, in nächster Zeit ein Ooncert zu
Gunsten des Leipziger Liszt- Vereins zu veranstalten^ welches
sich voraussichtlich aus der noch zu erwartenden grossen
Zahl der Concerte vortheilhaft herausheben wird.
Emil Fritzsch.
Berichte.
Leipzig. Die Hoffnung, das neue Quintett für Glarinette,
zwei Violinen, Bratsche und Violoncell von Meister Brahms
auch in Leipzig zu hören zu bekommen, ist, nachdem die
vorige Saison deren Erfiüllung versagte, nun endlich in der
2. Kammermusik im Neuen Gewandhaus verwirklicht
worden, indem die HH. Prill, Bother (Nachfolger des als
Concertmeister nach Barmen berufenen Hrn. von Dameck),
TJnkenstein und Wille diese Novität, welche bereits in
verschiedenen anderen Grossstädten durch öffentliche Auffüh-
rungen grösseren Kreisen bekannt und überall enthusiastisch
begrüsst worden ist, in ihr erstes dieswinterliches Programm
eingefugt hatten und unter Hinzuziehung ihres CoUegen Hrn.
Kessner zu ganz vorzüglicher Wiedergabe brachten. Das
Werk hinterliess auch hier einen tiefgehenden, sich in be-
geistertem Beifall und wiederholten Hervorrufen der Aus-
Klhrenden kundgebenden Eindruck. Und wo wären auch der
urtheilsfähige Musiker, welcher die reiche und originale Ge-
dankenwelt dieser Schöpfung lenken wollte, und das musik-
verstockte Gemüth, das von der Tonpoesie, die in mächtigem
Strom aus diesem Werk sich ergiesst, nicht berührt würde?
Ganz herrlich in letzterer Beziehung sind die beiden ersten
Sätze, ein Allegro mit seinem wie Frühlingsluft und -Duft so
weich und wonnig dem Ohr sich einschmeichelnden Ton gekose
und ein Adagio, das trotz seinem hellen Dur eine traumhaft-
ernste, wahrhaft magische Stimmung athmet, die nur in dem
Mittelsatz, in welchem die Clarinette energisch die Situation be-
herrscht, kurz unterbrochen wird. Um so gegensätzlicher wirkt
darauf das von einem kurzen Andantino eingeleitete Presto non
assai mit seiner sprühenden Wirklichkeit, während sich der
Componist in dem Finalsatz wieder einmal schier uner-
schöpflich im Variiren eines eigenen Themas zeigt und dabei
die nach Farbe und Charakter mannigfaltigsten, stets aber
fesselndsten Gebilde hervorzaubert, ohne den Hörer die unver-
gleichliche contrapimctische Kunst auch nur ahnen zu lassen,
welche sich hinter diesem Spiel verbirgt. Das herrliche Werk
wurde, wie gesagt, ganz prächtig ausgeführt; einen ungemein
weichen und doch satten Ton und Geschmack im Vortrag
entwickelte dabei Hr. Kessner, welchen man bisher nur im
Orchester gehört hatte. Aber noch eine weitere Novität bot
der Abend: ein EmoU-Streichquartett von Maöstro Verdi, ein
Werk, in welchem der berühmte Opemcomponist nach dem
Beifall der Kenner dieser intimen Musikgattung trachtet.
Der Versuch ist besser gelungen, als man erwarten durfte,
der alte Herr hat gewissenhafte Sicht Über die Wahl der The-
men gehalten und das für die üblichen vier Sätze nöthige
Material auch in recht passabler Weise, im 3. Satz nicht ohne
directe Anlehen an frühere eigene Opera, beschaf^^. Der an-
genehmste Satz ist der zweite mit seinem graziös wirkenden
Haaptthema, der kurz angebundenste die Scherzo-Fuga am
Schluss, der man die ungewohnte Arbeit, die der Componist dabei
fehabt hat, deutlich anmerkt. Auch dieses Opus, wie die als
"rogrammnummer noch zu nennende allbekannte Serenade
Op. 8 von Beethoven gelangte zu ganz perfecter Wiedergabe,
för welche das Publicum oei jeder Gelegenheit seinen leb-
haftesten Dank äusserte.
Mit einem neuen Streichquartett von einem Italiener
wartete an seinem 1. Musikabend ebenfalls der unter der
liebe- und opfervollen Direction des Hm. H. Kl esse stehende
Kammermusikverein auf. Der junge Tonkünstler Hugo
Affemi, der hier seine Studien gemacht hat, war der Com-
Sonist, dessen Werk von Miss Brammer und den HH. Lie,
chäfer und Hansen in tüchtiger Weise zur Ausführung
gelangte. Dasselbe ^ht aus Fmoll und zeigt in seinen vier
Sätzen eine zwar nicht originelle, aber regsame Phantasie,
deren Einf^e nebst Ausarbeitung aber dem rechten Quartett-
stil nicht recht angemessen erscheinen, für welchen Beides
nirgends recht zureichen will. Bei Alledem ist der Eindruck
wegen der jugendlichen Frische der Gedanken ein überwiegend
anregender. Das zum Schluss der Veranstaltung von dem
hochtalentirten Frl. Brammer und ihren HH. Genossen ge-
spielte weitere Streichquartett Op. 69, No. 8, von Beethoven
haben wir nur noch in seinem — recht befriedigend verlau-
fenen — ersten Satz angehört. Die Mitteltheüe des Programms
bildeten drei der von den HH. Hansen und Afferni vor-
getragenen Stücke im Volkston aus Op. 102 von Schumann und
Solovorträge der Sängerin Frl. Olara Hoppe aus Frankfurt a. 0.
Selten dtmte P. OomeUus^ poesie- und empfindungsvoller
Liedercyklus ,,Brautlieder** in der Oeffentlichkeit eine so un-
genügende, aller seelischen Durchdringung bare, dabei ge-
schmacklose und manierirte Wiedergabe finden, wie an diesem
Abend durch diese Dame, der übrigens auch Hr. Affemi am
Glavier bedenklich nacheiferte. Nicht viel besser gelang der
Sängerin eine Mozart^sche Arie imter ähnlich unzureichender
Qui^tettbegleitung.
Was Kunstgesang bedeutet, lehrte recht verständlich die
am 7. Nov. in der Alberthalle von der Singakademie veran-
staltete, vertretungsweise von Hm. Dr. P. Kiengel diriglrte
Aufführung von Haydn's „Jahreszeiten^ in der Ausführung
der Solopartien durch Frl. v. Sicherer aus München und die
HH. von Zur-Mühlen und Staudigl aus Berlin. Nament-
lich an den Leistungen der vielgesucnten Dame konnte man
sich ohne Rückhalt delectiren, denn jeder Ton klan^ wie
edles Metall und war durchglüht von reiner, ungeschminkter
Empfindung, wie auch die feinen Fiorituren der Fartie überall
mit erlesenstem künstlerischen Geschmack zum Austrag kamen.
Das Gleiche könnte man von den beiden Solisten sagen, nur
beeinträchtigte Hr. von Zur-Mühlen durch öfters zu raffmirte
Auffassung den naiven Charakter dieser Musik und versagten bei
Hm. Staudigl die schon etwas verblühten Stinmimittel den
künstlerischen Litentionen dieses intelligenten Sängers manch-
mal den rechten Dienst Die Singakademie selost erfüllte
unter der anregenden und aufmerksamen Leitung des Hm.
Dr. P. Klengel, der collegialisch für den durch einen Armbruch
an der Direction verhinderten Hm. Prof. Müller eingesprun-
Sen war, die verschiedenen dem Chor gestellten Aufgaben
urchweg mit ganz prächtigem Gelingen. Die Stimmen stan-
den in guter Proportion zu einander und zeigten sich in er-
freulicher EHangnische^ die Litonation Hess kaum Wesent^
liebes zu wünschen übng, und auch dynamisch war die Chor-
leistung gut abgetönt. Nicht weniger Lob verdiente sich die
vorzüglicne Capelle des 184. In£uiterie-Begiments um die Aus-
führung des an Tonmalerelen so reich ausgestatteten orchest-
ralen Tüeüs des noch in ungebrochener Jugendschöne wirken-
den Werkes, sodass dessen neueste Aufrahnmg auch nach
diesen beiden Seiten hin zu einer sehr lobenswerthen und
fenusssj^endenden sich gestaltete und man dem Verein zu
iesem jüngsten Lebenszeichen seiner künstlerischen Thätig-
keit aunichtig Glück wünschen konnte.
Als ein £liteconcert darf die Aufführung, welche der
Leipziger Lehrer-Gesangverein am 12. Nov. im gleichen
Local veranstaltete, bezeichnet werden, indem mit der Wahl
vorzüglicher Chomummem und der Gewinnung ausgezeich-
netster Solisten sich eine exquisite Ausführung sämmtlicher
Compositionen verband. Als die vornehmste künstlerische
That des unter Hrn. Hans Sitt's befeuemder Führung zu
grösster LeistungsflQiigkeit entwickelten Vereins charaKteri-
sirte sich an diesem Abend die aufs Minutiöseste herausge-
arbeitete, auf innigstes Verständniss basirte und von allge-
meiner Begeisterung der Sänger getragene Wiedergabe des
„Credo" und „Benedictus*' aus der 2. Messe für Männerchor
47*
680
von B. Volkmann, welche Sätze kraft der sich in ihnen aus-
sprechenden echten Glaubensfreudifi^keit sowohl, wie des über-
zeagungsvoUen, gesunden, mosikuischen Ausdrucks zu den
herrlichsten Erzeugnissen auf kirchlichem Gebiete zählen und
sicher einer allgemeineren Werthschätzung sich zu erfreuen
hätten, wenn sie nicht so immense Anforderungen an die
musikalische Intelligenz der Sänger stellten. Ein ähnlicher
Werthmesser fdr die Qualität der Männerchöre ist der schon
wiederholt vom Verein gesungene Chor «Die beiden Särge"
von F. He^üT, welcher auch bei dieser Wiederholung einen
wirklichen Beifallssturm bei dem Auditormm entzündete. So
tüchtifi;e, in ihrer Art vorzü^iche Compositionen die femer
zu GenÖr gebrachten Chöre Herbstlied von Dürrner, „Ein
Müller hat ein Lied erdacht" von Kremser und „Spielmann"
von V. Lachner auch sind und so deliciös auch deren Execu-
tion war, so lag das Vorhergegangene doch noch zu frisch i!n
der Erinnerung, als dass sie mehr als eine freundliche Auf-
nahme finden konnten. Dajvegen wurden die Solospenden der
Frau Baumann und des Hm. Arno Hilf, welche von dem
chorischen Theil umrahmt waren, in mindestens gleich enthu-
siastischer Weise wie die Chöre von Volkmann und Hegar
aufgenommen, sodass Zugaben unerläaslich waren. Frau Bau-
mann brillirte und erwärmte mit ihrer reifen Künstlerschaft
in einer Arie aus Kretschmer's „Folkungem" und Liedern von
Franz, Reinecke und Lorleberg, und Hr. Hilf elektrisirte das
Publicum durch die ganz einzige Wiedergabe des Concert-
allegros von Bazzini und einer Ungarischen Bhapsodie von
Hauser und rührte dasselbe durch &n innigen Vortrag eines
Spohr'schen Adagios.
•
Berlin. Der Löwe-Verein versandte soeben seinen
10. Jahresbericht, aus dem hervorgeht, wie ausserordent-
lich Viel des Interessanten und — Neuen der Verein an
seinen Abenden und öffentlichen Concerten geboten hat.
Neu dürfen wir sagen, weil ein grosser Theil der weniger
oder e;ar nicht gehörten Werke des grossen Balladen-Meisters
fBrade jetzt wie funkelnagelneu und wie eine unverkennbare
ereicherung der an so wahrhaft eigenthümlichen und dabei
doch naiven Werken entschieden armen zeitgenössischen
Musiklitteratur erscheint. Der hervorragendste und inter-
essanteste Abend war der imter Mitwirkung des bekannten
Löwe-Sängers Waldner veranstaltete Goethe-Abend. Goethe
war ja Löwe^s Lieblingsdichter, von Keinem hat er eine
solche Fülle von Liedern und Balladen in Musik gesetzt,
welche fast ebenso viel Kunstwerke ersten Ranges bedeuten.
An dem genannten Abende kamen nur Vertonungen G^ethe'-
scher Dichtungen zu Gehör. — Die Seele dieses Löwe- Vereins
ist Pastor Dr. Max Runze hier, der Gründer und Vorsitzende
desselben. Dr. Runze ist noch persönlich Schüler Lowe's in
seiner besten Zeit in Stettin gewesen. Seine ideale opfer-
willige Begeisterung und Verehrung für Alles, was Löwe
angent, spottet aller Hindemisse. Er hat im Laufe der Jahre
eine Art ,Jtiöwe-Museum" zusammengebracht und mit nimmer
rastendem Fleisse aufgestapelt, welches die Werke Lowe's
(auch ganz verschollene!) in allen Ausgaben, dazu Bücher,
Brochuren, Programme, Texte, Handschriften und Denk-
würdifi;keiten jeder Art enthält. Die Reichhaltigkeit seiner
Sammlung übertrifft noch die hochinteressante von Josef
Waldner m Graz. Genug, er hat für seinen Meister im Laufe
der Jahre eine ähnliche rührende Treue an den Tag gelegt,
wie sie (auf einem freilich umfassenderen Gebiete und m
grösserem Maassstabe) Nicolaus Oesterlein durch die durch
viele Jahre fortgesetzte imsäglich mühsame und kostspielige
Sammlung des „Richard ^W^gner- Museums" in Wien be-
kundet hat. — Ein schönes Denkmal deutschen Gelehrten-
und Sammelfleisses bietet auch das umfangreiche Buch „Löwe
redivivus" von Dr. Max Runze. Runze spricht darin nicht
nur ausführlich und oft hochgeistvoll über die Eigenthüm-
lichkeiten der Ballade als Dichtform und über idle wichtigeren
Werke Lowe's, sondern er gibt auch streng historische
Kunde von den erstaunlichen Fortschritten, die der Balladen-
gesan^ als Kunst überhaupt und im Besonderen die Löwe'sche
BaUaoe seit knapp zwei kurzen Jahrzehenten gemacht hat,
eine Kunde, die unter Umständen einem künftigen Musik-
Geschichtsschreiber wichtig werden dürfte, sofern derselbe
nicht (wie faßt alle bisherigen Historiker) ungerechtfertigter
Weise die Ballade als ganz besonderen Zweig der Musik
einfach ignoriren wollte. Bei eingehender Kenntniss auch
nur dieses einen an Stoif fast überreichen und oft deshalb
ganz aphoristischen Buches würde ihm das aber als ehrlichem
Manne sehr schwer werden müssen. — Einen der interessan-
testen Abschnitte bilden die Erzählung von Runze's Besuch in
Löbejün, dem Geburtsorte CarlLöwe^, und die völlig neuen
Daten und charakteristischen Einzelnheiten, die er dort über
die Jugendgeschichte desselben in Erfahrung bringt. Dieser
Abschnitt liest sich wie ein frisch geschriebenes Feuilleton! —
,,Löwe redivivus" war 1888 in Dunker's Verlag erschienen,
dort aber wenig bekannt geworden. Jetzt ist der Verlag in
andere Hand übergegangen und eine neue billigere Ausgabe
des werthvoUen Werkes veranstaltet, die wir unseren Lesern
nur empfehlen können. M. P.
Hamburg, 1. November, unter dem schweren Drucke,
der selbst nach dem endlichen Schwinden der bitterbösen
Cholera noch immer auf uns liegt und den wir überall
anfinden, kommen die musikaliscnen Freuden im Concert-
saal bis jetzt nur ganz spärlich. Sie werden auch während
des Winters nicht reichlich fliessen, weil die auswärtigen
und hiesigen Künstler einsehen, dass bei unserer Noth und
Drangsal der Sinn ftlr den G^nuss des Schönen sich nicht im
gehörigen Grade entwickeln kann. Nur an einer Stelle des
amburger Musiklebens kommt es zum gewohnten Pols-
schlage: in den von Hrn. Dr. v. Bülow dirigirten Orchester-
concerten. Davon hat das Erste stattgefunden, und zwar im
völlig ausverkauften Saale und vor emem im wahren Sinne
des Wortes enthusiasmirten Publicum. Wer unter den Aus-
fahrenden und Zuhörenden vermag sich aber auch dem Ein-
fluss dieses einzigen, genialen Mannes zu entziehen? Wer
würde wohl nicht hingerissen, begeistert, bis ins Innerste
bewegt, wenn er das Herauskommen der Orchesterwerke
unserer Tonmeister vermittelt? — Brahms' CmoU-Symphonie
haben wir an diesem ersten Abend in ganz köstlicher Aus-
führung gehört, ausserdem, und in nicht mindet* schöner
Wiedergabe, die „Paulus"- Ouvertüre von Mendelssohn und
die unvollendete Symphonie von Schubert. Dazwischen geigte
Frau Soldat das Concert von Beethoven; wir meinen aber,
dass dieses Stück doch zu gross und gewaltig für die weib-
liche Hand ist.
Die Philharmoniker haben sich bis jetzt ebenfalls ein
Concert geleistet, in dem Frau Kre bs sehr virtuos das Concert-
stück von Weber, sowie kleinere Sachen von Rnbinstein
vortrug und unter der Leitung des Hm. Prof. v. Bernuth
die Esdur- Symphonie von Mozart, die „Faniska"- Ouvertüre
von Cherubini und das Scherzo aus Rheinberger's „Wallen-
stein" recht trefflich gespielt wurden.
Die Saison im St^tÖieater begann Mitte September mit
einer durch die Krankheitsverhdtnisse veranlassten Ver-
spätung von vierzehn Tagen. Seitdem sind die bei uns ihr
Publicum ganz gut findenden Einacter „Der Liebeskampf"
von Meyer -Helmimd, -Djamileh" von Bizet und Massenet's
fTOSse Oper „Manon" als Neuigkeiten gegeben worden. Be-
eutendes und Ausserordentliches, das energisch anregt und
zum ernstlichen Nachdenken veranlasst, enthalten die drei
Stücke nicht, — vielleicht sehen und hören sich die Leute
dieselben gerade deshalb an. Wie manches Werk, worin
Dichter und Componisten das Beste erstrebten und mit allem
Eifer neue Wege einzuschlagen versuchten, ist sofort, nach
einmaliger AunÜhrung, wieder vom Repertoire abgesetzt
worden, und diese Sachen, die textlich beinahe Nichts be-
sagen („Der Liebeskampf" und „Djamileh") oder sich mit
den dunkeln Seiten des Pariser Lebens b^ch&nigen („Manon"),
deren musikalische Urheber ihre Riemen aus anderer Leute
Leder schneiden und sich mit einer gewissen Gefälligkeit im
Klange zufrieden geben, bleiben bestehen. Es ist doch manch-
mal sonderbar genug eingerichtet. — Sonstige das hiesige
Opeminstitut angehende Mittheilungen haben wir keine,
wenn wir noch gesagt, dass in Frau Mohor aus Mannheim
eine absolut unmögUche Sängerin en^igirt ist, mit deren
Ünreinsingen, Tremoliren, Pressen der Töne und Unsicherheit
wir uns nun drei Jahre herumschlagen sollen, und dass auch
der Übrige Personalzuwachs im neuen Theaterjahr xms nicht
von Belang dünkt. Louis Bödecker.
Concertumschau.
Altenburg. 120. Musikaufführ. der Singakad. (Sitt ans
Leipzig) unt. solist. Mitwirk, der Frls. Stade u. Bettega aus
Leipzig, zweier ungen. Damen u. der HH. Geyer v. hier u.
Schreiber a. Leipzig (Ges.), sowie des Hm. v. Öose a. Leipzig
(Clav.): Dmoll-Clav.-Violinson. v. Gade, „Der Rose Pilger-
fahrt" v. Schumann, gem. Chorlieder „Liebesfrühling", „Abend-
581
frieden" u. „Das ist die schönste Zeit" v. fl. Sitt, Olavier-
soli V. Beinecke (Ballade Op. 215) u. Paderewski (Theme
var.).
Amsterdam. . Abonn.-Conc. im Neaen Concerthaus (Ees)
am 3. Nov: 1. Symph. v. Brabms, „La Jeunesse d'Hercule"
V. C. Saint-Saöns, „Fee Mab" v. Berlioa, Ouvertüren y.
Cherubini u. Mendelssohn.
Baden-Baden. Conc. pop. des städt. Ourorch. (Erasselt
sen.) am 3. Nov.: „Euryantne"-Ouvert. v. Weber, Festmarsch
V. J. Rosenhain, Solovortrftge der Frau v. Filgrim (VioL,
Gavotte v. Böhm, Bercense v. Benard, Mazurka v. Wie-
niawski etc.), d.es Frl. Schönwald (Ciavier, „Etincelles" v.
Moszkowski, Yalse-Impromptu v. Baff etc.) und des Hm.
Oberhauser (Ges., Wolfram's Gesai^ a. dem 2. Act v. „Tann-
häuser" V. Wagner, Trompeterlieder v. H. Brückler etp.).
(Die Mitwirkung der drei Solokräfte ist nicht gerade ausge-
zeichnet gewesen durch die Leistungen, sondern durch die
Provision, welche deren Concertagent Hr. Sachs in Berlin von
diesem Engagement in Abrechnung gebracht hat, n&mlich
gegen 40^/o. Ist ein Geschftftchen!)
Berlin. Symph .-Ooncerte des Philharm. Orch. (Herfurth)
am 1. u. 8. Nov.: Symphonien v. Brahms (No. 1) u. Beet-
hoven (No. 6) u. sonstige Bepertoirestücke der Cap., Dmoll-
Violoncellconc. v. A. Bouman (der Comp.). — 2. Componisten-
Abend der Meyder'schen Gap. unt. Mitwirk, des S&ngers Hm.
Severin: Compositionen v. H. Hof mann („Frithjof"-Svmph.,
Balletmusik a. der Oper „Donna Diana", „Die Lieder des Trouba-
dours an Königin Jolanthe von Navarra", sowie Gesangsoli
„Sidlianisch" u. „Geküsst"), Gade, Schubert u. Mendelssohn.
(Nach diesem Muster des Hrn. Meyder müssten die meisten
Conoerte „Componisten- Abende" genannt werden!)
Boston. Conc. des Boston Symph. Orch. (Nikisch): No. 2.
6. Symph. v. Tschai kowsky, „König Man£red"-Ouvert. v.
Beinecke, Cmoll-Clavierconc. v. Saint-Saöns(Hr. Stasny).
No. 8. 4. Symph. v. Gade, Ddur-Orchestersuite v. Dvofik,
symph. Dicht. „Frühlingswogen" v. Ph. Scharwenka, Ge-
sangvorträge des Frl. Juch („Ocean"-Arie v. Weber u. „Lore-
ley" V. Liszt).
Braunschweig. Theaterconc. der Hofcap. O^iedel) am
29. Oct.: 3. Symph., 8. Ouvert. zu „Leonore", Violinconcert
(Hr. Wünsch) u. „Adelaide" (Hr. Cronberger) v. Beethoven.
(Dieses Concert sollte, um den damit verbundenen wohlthä-
tigen Zweck besser zu fördern, ursprünglich unter Leitung
des Hm. Dr. von Bülow und mit anderem Programm statt-
finden; als dieser aus Gesundheitsrücksichten ab^sag^ hatte,
wandte man sich vergeblich an Hm. A. Bubmstein, der
unter Hinweis auf seine in Braunschweig unaufgeführt ge-
bliebenen Opern verneinend antwortete, und andere Künstler.
Man sieht, wie schwer es unter Umständen ist, Hilfe von aus-
wÄi'ts zu bekommen, namentlich für einen guten Zweck.) —
L Abend des Yer. f. Kammermusik: Clarinettenquintette v.
Brahms u. Mozart, Bmoll-Claviertrio v. Volkmann. (Aus-
führende: HH. Biedel [Clav.], Wünsch, Hinze, Schulz. Bieler
[Streicher] u. Oberländer [Clar.].)
Bremen. 2. Kammermusik der HH. Bromberger (Clav.)
u. Skalitz]^ (Viol.) unt. Mitwirk, der HH. Düsterbehn, Blome
und Becker (Streicher): Streichquartette v. Grieg (Op. 27)
u. Beethoven (Op. 18, No. 6), Ddur-Clav.-Violoncellson. von
Mendelssohn.
Cassel. Conc. des Frl. Schick v. hier (CJes.) u. der HH.
Spangenberg a. Wiesbaden (Clav.) u. Gregorowitsch a. Berlin
(Viol.) am 31. Oct.: 1. Clav.-Violinson. v. Grieg, Soli f. Ges.
V. Brahms („Feldeinsamkeit"), B. Wagner („Träume") u. A.,
f. Clav. V. Godard (Mazurka), Wagner-Liszt) Spinnerlied),
Bheinberger (Caprice f. die 1. Hand all.), Spangenberg
(Seren.) u. Liszt („Bigoletto"-Phant.) u. f. Viol.
Chemnitz. 4. Symph.-Conc. der städt. Capelle (Pöble):
6. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Gluck („Iphigenie in
Aulis", mit dem Bich. Wagnerischen Schluss) u. Weber, Solo-
vorträge der HH. Ufert (CSav., Cmoll-Conc. v. Mozart, Bo-
manze u. Sarabande v. A. Longo u. Yalsemign. v. Schutt)
u. Ohliger (Viol.). — 1. Abonn.-Conc. derselben Cap.: Cmoll-
Symph. V. Klug bar dt, 8. Ouvert. zu „Leonore" v. Beetho-
ven, „Meistersinger "-Vorspiel v. Wagner, (3^sangvorträge
des Frl. Leisinger a. Berlin („Vorabend" a. den Brautliedern
V. Cornelius, „An den Mond" v. Dorn etc.).
Cöln. Conc. der Musikal. Gesellschaft (Prof. Seiss) zur
Erinnerung an Ferd. Hiller's Geburtstag imt. Solist. Mitwirk,
der Frls. Heinig a. Leipzig (Ges.) u. Linde a. New-York (Clav.)
am 22. Oct.: Ouvert. zu „Phädra", Fismoll-Clavierconc, Arie
a. „Saul" u. Lieder Mädchenlied, „Lieb und Leid" und „Im
Maien" V. F. Hiller. — 2. Gürzenichoonc. (Prof. Dr. Wüllner)
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Zimdars a. Frank fürt a.M (Ges.)
u. des Hm. Sauer a. Dresden (Clav.): 4. Symph. v Beethoven,
symph. Dicht. „Vltava" v. Smetana, Frühlingshymne f. Chor,
Altsolo u. Orch. v. Goldmark, Soli f. Gesang u. f. Ciavier
V. Henselt (Conc), Liszt (3. „Liebestraum") u. A.
Danzig. 2. Kammermusikiabend: Trios f. Clav., Viol. u.
Violonc. V. Volkmann (Bmoll) u. Beethoven (Op. 70, No. 2),
sowie f. Clav., Clar. u. Violonc. v. Brahms. (Ausführende:
HH. G. Schumann v. hier [Clav.], Struss, Dechert [Streicher]
u. Schubert [Clar.]«a. Berlin.)
Dessau. 1. Kammermusikabend: Streichquart. Op. 18,
No. 1, V. Beethoven, Bdur-Claviertrio v. Schubert. (Ausfüh-
rende: HH. Klugbardt [Clav.], Seitz, Voss, Weise u. Jaeger
[Streicher].)
Dresden. Wohlthätigkeitsconc. des Lehrer-Gesangver.
(Prof. Wermann) unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Ulrich (Declam.),
der Frau Schuch-Proska (Ges.) u. der HH. Anthes von hier
((Jes.)u. Bossi a. Wien (Viol.) am 26.. Oct.: Prolog von W. E.
Stephan, Männerchöre v. 0. Wermann („Begrüssung" und
„Das deutsche Schwert" [mit vier Hörnern]), fi. Volkmann
(„Kyrie" u, „Gloria" a. der Vocalmesse m. Soli), Cornelius
(„Mitten wir im Leben sind" u. „Pilgers Buhe"), Grell («Ein
getreues Herze", m. Soli [HH. Anders und G^ckeritzR, Um-
lauft („Des Lehnsmanns Abschied"), Beinecke (Wander-
lied) u. A., drei Vocalduette v. Schumann, Soli f. Sopran v.
Grieg („Solvejg's Lied" u. „Zwei braune Aueen") u. Baff
(„Keine Sorg um den Weg"), f. Tenor v. Schubert, Umlauft
(„Abendstunde") u. Brahms (Bomanze) u. f. Viol. v. Beet-
hoven (Fdur-Bomanze), Tscha'i kowsky (Chansons sans pa-
roles), Bossi (Canzonetta) u. Wieniawski (Polen.).
Gera. (Jone, des Musikal. Ver. (Kieemann) am 2. Nov.:
6. Symph. v. Beethoven, „Tannhäuser" -Ouvert. v. Wagner,
Intermezzo a. „Freund Fritz" v. Mascagni, Gesang vortrage
des Frl. Leisinger a. Berlin („Neue Liebe" v. Bubin stein,
„Vorabend" a. aen Brautliedem .v. Cornelius, „Vergebliches
Ständchen" v. Brahms etc.).
Hamburg. Abonn.-Concerte unt. Leit. des Hm. Dr. von
Bülow: No. 1. Symphonien v. Schubert (Hmoll) u. Brahms
e^o. 1), „Paulus"-Ouvert. v. Mendelssohn, VioUnconc. v. Beet-
oven (Frau Soldat-Boeger). No. 2. 7. Symph. v. Beethoven,
Ouvert., Scherzo u. Finale v. Schumann, Larghetto aus der
6. Symph. v. Baff, Gesangvorträge der Frau Joachim („Im-
mer leiser wird mein Schlummer" u. „Wie Melodien zieht es"
V. Brahms etc.). — 1. Philharm. Conc. (Prof. v. Bemuth):
Amoll-Symph. v. Mendelssohn, Ouvert. zu „Iphifi^enie in Aulis"
V. Gluck m. Bich. Wagner's Schluss, Geistl. Marsch, Sieges-
marsch, Gratulationsmenuett u. Triumphmarsch v. Beethoven,
Ciavier vortrage der Frau Krebs a. Dresden (JtSsdur-Conc. v.
Beethoven etc.).
Leipzig. Abendunterhaltungen im k. dJonservator. der
Musik: 21. Oct. Prael. u. Fuge f. Org. v. S. Bach = Hr. Hof-
mann a. Görlitz, Dmoll-Streichquart. v. Baff = HH. Liste-
mann I. a. Boston, Thomas a. Leipzig, Sattler a. Bockwa i. S.
u. Listemann 11. a. Boston, Ciaviersuite Op. 142 v. F. Lach-
ner = Frl. Peters a. Hamburg, Hornquartette v. Hansel u.
Schubert = HH. Seidel a. Markneukirchen, Neidhardt a. Leip-
zig, Albert a. Weida u. Flemms a. Lüneburg, G moll-Clavier-
conc. V. Moscheies = Frl. Jacchia a. Triest, Baritonlieder v.
Schumann u. Bubinstein („Es blinkt der Thau") =Hr. Dr.
Bärge a. Leipzig, Posaunenquartette v. C. Santner, Mendels-
sohn u. Chwatal = HH. Dathe a. Tautendorf i. S., Truntz a.
Leipzig, Bühl a. Schladitz u. Lampe a. Dessau. 26. Oct.
Thema u. Variat. f. Org. in Asdur v. L. Thiele = Hr. Gerhardt
a. Leipzig, Bdur-Clav.-Violinson. v. Mozart = Frl. Cranbrook
a. Ventnor (Amerika) u. Hr. Lauboeck a. Wunsiedel, Ciavier- /
soU V. Chopin, TschaÜ kowsky (Lied ohne Worte) u. Mosz-
kowski (Adur- Walzer) = Frl. Middleton a. Neu-Süd- Wales,
Dmoll-Viob'nconc, I.Satz, v. H. Sitt = Hr. Wille IL a. Greiz,
Bdur-Clav.-Violoncellson. v. Mendelssohn «* HH. Turner a.
London u. Hammig a. Leipzig. — 6. Abonn.-Conc. im Neuen
Gewandhaus (Prof. Dr. Beinecke) m. Compositionen v. Schu-
mann unt. gesangsolist. Mitwirk, der Frls. Münch, Dom, Gott-
löber V. hier u. Keddingius a. Amsterdam, der Frauen Wahls
u. Metzler u. der HH. Pinks u. Wittekopf v. hier, sowie des
Hm. Messohaert a. Amsterdam : 2. S^ph., Die Liedpr Mig-
non's, des Harfners u. Philinens, sowie Bequiem f&r Mignon
a.GK>ethe*8 „Wilhelm Meister" u. 3. Abtheil, der „Faust" -Scenen.
— Conc. des Lehrer-Gesangver. (Sitt) am 12. Nov.: Männer-
chöre V. B. Volkmann („Credo" und „Benedictus" aus der
2. MesiM), F. flegar („Die beiden Särge"), Dürrner (Herbst-
Q(Hr.
lied), Kremser (Das Volkslied) n. V. LachDer („Spielnwnn"),
Solovorträge dar Fraa BaomaDD (G«s., Arie a. den „Polknn-
gem" V. Kretaehmer, „Da die Stunde kam" und „Vöglein,
wohin öo schnell" v. Franz, „Coriose Frage" v. Beineoke
u. Lied V. Lorlebere) a. des Hm. Hilf (Viol., GoncertaUeero
V. Bazzini, Uiwar. Bhaps. v. M. Haaser u. Adagio a. i^m
U. Conc. V. SpoEr).
HagdebUFg> Tonkünstlerver. am 17. a. a4.0ct: Streich-
quartette Op. 41, No. a, V. Sohumann a. Op. IB, No, 4, und
Op. 59, Nc. 3, T. Beethoven (HH. Berber, Pröhli^ Troatorf
u. Petoreen), Clav.-Violoncellaon. v. H. Huber (HH. Fischer
u. Potcraen), Solovorttäge des Frl. Wehe ((Jas.) u. des Hm.
Petersen („Ave Mtwia" v. Bruch).
Minden. l.Kammermumkabend der HHZusclineid(Clav.],
Beyer, Tiitiiig, Heisterbere und Kellermann (Streicher) unter
Mitwirk. diT Sängerin Fn. Kloppenburg a. Frankfurt a, M.:
Esdur-ClavJerqnart. v. Schumann, Cdur-Straichquartett (?) v.
Mozart, Variat. a. dem Kaiserquart, v. Haydn, OeeangBoli v.
Scbumonu, S.Bach, J. Bcahms („Immer leiser", Uagelonen-
Romanze u. „Des Liebsten Schwur") u. Haydn.
Paderbopn. i- Conc. des Maaikver. (Wazner): Wald-
symph. V. Raff, „Oberon''-Ouvert. v. Weber, Festliches Vor-
spiof V. P, F.. Wagner, £sduT-C3aviercoBC v. Beethi
Wagner), „Zigeunarleben" v. Schumann.
Bostoch. 1. Conc. des Ooncertver. (Dr. Thierfelder): Co-
Inmbus-Syraph. v. Abert, „Medea" -Ouvertüre v. Cheruhini,
„Malagueüa" a. „Boabdü" v. Moasskowski, Gesangvorträge
der Frau Metzler a. Leipzig{„Sommerabend" v. Lassen etc.).
Saarbrücken. Conc. unt. Leit. dee Hm. Fassbaender u.
Solist. Mitwirk, der Frau Lissner-Ooldsticker (Oea.), des Hrn.
Neahoisel (Viol.?) n. A. m. am 21. Oct.: Adur-Symphonie von
P. FassWender, ^Friedensfeier''-Festouvert. v. Beineoke,
Soli f. Gea. v. F. Hompeeoh („Wenn Zwei von einander
scheiden", „Vorsatz" und „SiehSj der Frühling wfthret picht
lang"), P. Fassbaender („Der irre Spielmann" n. „Es moas
ein Wunderbares sein") u. A. u. f. Viol. v. Bruch (l. Conc).
(Nach einci^u anscheinend von einem Laien verfaasten Bericht
der „St. Joh.-Z." enthalt die neue Svmphonie von Fassbaender
recht angenehme, ein^iängliche und sogar originelle und phan-
tasievolle älosik; ob in modernem Sinne geschrieben, weiss
der Referent selbst nicht anzugeben, die Composition ent-
spreche „ehur dem Charakter der Werke älterer Meister", als
„etwa der Musik b. la Richard Wagner", bemerkt er recht dilet-
tantisch. Der Beifall, den die Novit&t fand^ hat sich am
Schluss derselben zu einer Ovation fCkr den SSj&hrigen Com-
poaiaten geatalt«t.)
Sehmalkalden. Orgelconc des Hm, Wilk am 6. Nov.:
Vorträge des Kirchenchors unt. Leit. des Hm. Wilk („Qrosset
Gott, wir loben dich" v. P. Bitter, „Tröstet mein Volk" v.
Palmer u. Dankeebet v. Kremser), des Frl. Perl a. Son-
dershauaen iQeB., Gebet v. fliller etc.) u. der HH. Wilk (Org.,
Aadur-Toco. v. Hesse, Odur-Prael. v. S. Bach, Variat. ttber
„Stille Nacht" v. Ch. B. Pfretzschner u. Esmoll-Concert-
satz V. L. Thiele) n. TJtendörfer (Org,, eig. Phant. üb. -Ein
feste Burg" u. Trio v- Vierling). (Der Gast Frl. Perl,
welche nacli dortigen Berichten Über ein sehr feines Gehör,
sowie eiup liebliche klare, weiche and ansdrncksvolle, dabei
gutgeschuhü Stimme verfugt, hat eich mit ihren Vorträgen
die voüe Anerkennung erworben.)
Wolgast. Conc. der Stadtcap. (Friedemann) am 7. Nov. :
Militarsyiu|'!i. v. Haydn, Ouvertüren v. Bossini und Flotow,
Cla vier vort läge des Hm. Schulz-Schwerin a. Berlin (Son. ap-
pas.s. V. Bi.'<;tlioven, Bercense eig. Comp., „Bigoletto" -Phant.
iZt <
..j.).
Zeitz. 4. Auffuhr, des Goncertver. (Fritsch): 1. Symph.
V. Beethoven, Festouvert. von Bietz, Solovorträge der Frau
v. Knapptet Eiedt a. Leipzig (Ges., „Do rothe Bos" von Leas-
mann, „hu Maien" v. Miller, „Ach, wer das doch könnte"
V. W. Berger, „Abendreihn" v. Beinecke etc.) n. des Bm.
Hilf V. ebendaher (Viol.. Conc.-Allegro v. Bazzini u. Ungar.
Bhaps. V. Uanser),
Engagements und GBste in Oper und Conoert.
Amsterdam. In dem letzten Abonnementconcert im
Neuen Cojii^erthans debutirte die SängerinFrl.Polacher aus
Leipzig reit groasem und verdientem Erfolge in unserer Stadt.
Ihr klang- and Bobmelzvolles Organ, ihr empfind ungavoller
Vortrag und ihre musterhafte Teztbehandlnng fanden allaei-
tigste nnd ^^Irmste Anerkennung. — Berlin. In der KroU-
Oper hat die italienische Primadonna Frau Bellincioni, dio
unlängst in Wien Aufsehen erregte, ein Gastspiel als Violetta
(in „Traviata") eröffoet und mit der darstellerischen Seit«
ihrer Leistung wahrhafte Swisation erregt. Neben ihr gastirt«
Hr. Stagno, der aber Manches zu wünschen übrig liess. Br.
Prof. Hermann Genss stellte sich Anfang d. Mts. in einero
Concert des Philharmonischen Orchesters dem hiesigen Pnb-
licnm nachmals als Componist und Pianist vor und macht«
dabei einen bei Weitem vortheilhafteren Eindruck auf das-
selbe, als bei seinem neulichen Debüt, — Copenhagen. Za
seltenen künstlerischen Siegen auf allen Linien gestalt«teii
sich die beiden Liederabende, welche das Sängerpaar Hil-
dach aus Berlin auf seiner Nordlandsreise in unserer Stadt
gab. Es waren Genüsse erlesener Art, welche Beide darboten,
ganz besonders aber darf deren Duettgeaang als einzig in
seiner Art bezeichnet werden. Der Applaus, mit welcnem
man die Vorträge au&ahm, lieea an Begeisterung Nichts za
wünachen Übrig. — Detmold. Im 3. Svmphonieconcert des
Hrn. Hubert erregte die Altiatin Frl. Höfken aus Cöln in
Arien von Händel und Gluck stürmischen Applaus und Her-
vorruf mit ihrem ausgezeichneten Voriirage und sympathi-
schen Organ. — Paris. Frl. Lola Beeth hat hier die Elsa
in „Lohengrin" gesungen, ohne die feineren Kenner des Wer-
kes nur halbwegs mit ihrer sehr äusserliohen Darstellung za
befriedigen. Was die Leistung der hübschen Jüdin fast wider-
wärtig machte, war das stereotype Lächeln. — Prag. Den
Hauptpnnct des Interesses in dem Concert^ welches jüngst der
Kammermusik- Verein veranstaltete, bildete das Solo- imd
Quartettspiel des Hrn. Concertmeister Prill aus Leipzig. In
demselben lernt« unser kunstsinniges Publicum einen Gei^r
mit gesundem und warmtimhrirten Ton, fermer Technik bei
zuverlässiger Intonation und gediegenem mnsikalischen Ge-
schmack kennen, und aufrichtig und stark war der dem treff-
lichen Gast fiir seine ausgezeichneten Leistungen g«zollte
Beifall. — Rostock. Das 1. Concert des Concertvereins er-
hielt seinen leuchtenden solistischen Schmuck durch die Mit-
wirkung der Leipziger Heistersängerin Frau Metzler-Löwy,
welche einer Qlu(£'Bchen Arie und verschiedenen Liedern
ihre herrliche Geaongskunst dienstbar machte und namentlich
mit dem Vortrage des classisohen Stückes eine tiefgehende
Bewegung erzeugte-
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomasldrche: 12, Nov. „Herr, es sind Heiden
in dein Erbe gefallen" v, E. F. Richter. „Aus tiefer Noth
schrei ich zu dir" v. Mendelssohn. Nicolaikirche; 18. Nov.
„Domine Jesu" u, „Hostias" a. dem Beqüiem v. MozarL
OpemauffOhningen.
September.
Cassel. K. Hoftheater: 4. Don Juan. 6. u. SS.DieBegi-
mentetochter. 9. Die Jüdin. II. n. 96. Hans Heilig. 14. Der
WafTenechmied. 17. Der schwarze Domino. 19. Der Freischütz.
28, Gringoire (Brüll). Schauspieldirector. Cavalleria msticana.
80. Tannb&user.
October.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 5. Fidelio.
26. Cavalleria msticana.
Carlsruhe. Grossherzogl. Hoftheater: 2. Der Prophet.
», u. 20. Lorle (A. Förater). 11. Fidelio. 17. Die Trojaner
1. Theil {Die Einnahme von Troja). 18. Do. 3. Theil (Die
Trojaner in Karthago). 23. Lohengrin. 25. Cavalleria rusti-
cana. 28. Zac und Zimmermann. 30. Der Trompeter von
S&kkingen.
Aufgeführte Novitäten.
Abert (J. J.), Columbus-Symph. (Chemnitz, 3. Symph.-Conc.
der sULdt. Cap.)
Abt (F.), „Siegesgesang der Dentschen" f. Männerchor und
Orch. {Siegen, Conc. des Männergesang ver. am H. Oct.)
Afferni (H.), F moU-Streichquart. (Leipzig, 1. Musikabeud
des Kammermusik ver.)
Bargiel (W,), Festouvert. (Annaberg, 1. Musenmsconc.)
Baumfelder(F.), Nonett f. Blas- u. Streichinstrumente und
Clav. (Dresden, Tonkünstlerver.)
683
Berlioz (H.), Oavert. zu „Benvenuto Cellini". (Berlin, 1. Phil-
harm. Gonc.)
Brahms (J.), 1. Symph. (Breslau, 2^ Abonn.-Gono. des Bresl.
Orch.-Ver. Berlin, 2. Philharm. Conc.)
2. Symph. (Dessau, 1. Gonc. der Hofcap.)
Akadem. Festouvert. (Gassei, 1. Abonn.-Gonc. des k.
Theaterorch.)
Bdur-Streichsext., Glarinettenquint. u. DmoU-Glavier-
Yiolinson. (Berlin, 2. Erö&ungsconc. des Saales Bech-
stein.)
Bdur-Streichquart. (Leipzig, 1. Kammermusik im Neuen
Gewandhaus.)
Gdur-Glav.- Violinsonate. (Frankfurt a. M., 1. Kammer-
musikabend der HH. Prof. Heermann u. G^n.)
G u r t i (F.), Orchestersuite „Die Schweiz" . (Dresden , 1 . Symph.-
Gonc. des Hm. Trenkler.)
Davidoff (G.), 3. Violoncellconc. (Leipzig, 1. Gonc. des Liszt-
Vereins.)
Dietrich (A.), Dmoll-Symph. (Chemnitz, 2. Symph.-Cfenc.
der Stadt. Gap.)
Draeseke (F.), Ddur-Glav.-Violoncellsonate. (Dresden, Ton-
künstlerver.)
Goltermann (G.)» Symph. Op. 20. (Annaberg, 2. Museums-
oonc.)
G r a m m a n n (G.), Vorspiel zur „ Melusine" . (Annaberg, 1 . Gonc,
des Mannergesangver.)
Grieg (Edv.), ^Peer G3^t"-Suite. (Amsterdam, Ausserge-
wöhnl. Abonn.-Gonc. am 19. Oct.)
Ouvert. -Im Herbst". (Sondershausen, Wohlthätigkeits-
Gonc. der Hofpap. am 16. Oct.)
Guilmant (A.), Symph. f. Org. u. Orch. (Barmen, Festconc.
des Quartettver. am 19. Oct. Wismar, Orgelconcert des
Hrn. Dr. Stollbrock.)
Hegar (F.), „Manasse" f. Soli, Ghor u. Orch. (Göhi, 1. Gür-
zenichconc.)
Hof mann (H.), Adur-Glaviertrio. (Charlottenburg, 1. Popul.
Kammermusikabend der HH. Ad. Schultze u. Gen.)
— — „Johanna von Orleans" f. Soli, Männerchor und Orch.
(Annaber^, 1. Conc. des Männergesane^ver.)
Huber (H.), Musik zum Baseler Festspiel f. Soli, Chor und
Orch. (Basel, Aufführungen am 3. u. 5. Nov.)
Lachner (I.), Trio f. Clav., Viol. u. Bratsche. (Breslau,
2. Musikabend des Tonkünstlerver.)
Liszt (F.), Faust-Symph. (Leipzig, 1. Gonc. des Liszt-Ver.)
Esdur-Glavierconc. (Heidelberg, Gonc. des Hm. Sah-
lender am 15. Oct.)
Adur-Glavierconc. (Annaberg, 1. Museumsconc.)
Mac-Dowell (E. A.), Orchestersuite. (Sondershausen, Wohl-
th&tigkeitsconc. der Hofcap. am 16. Oct.)
Massenet (J.), „Phädra"-Ouvert. (Heidelberg, Gonc. des Hm.
Sahlender am 15. Oct.)
Müller-Reuther (Th.), Glaviertrio Op. 19. (Dresden, Ton-
künstlerver.)
Ochs (T.), „Deutsches Aufgebot" f. Männerchor, Baritonsolo
u. Orch. (Siegen, Concdes Mannergesangver. am 9. Oct.)
Plüddemann (AT), „Träumerei im Walde" f. Orch. (Bres-
lau, 4. Symph.-Conc. der Bresl. Symph.-Cap.)
Beinecke (C.), „Friedensfeier"-Festouvert. (Innsbruck, 1. Mit-
gliederconc. des Musikver.)
Bheinberger (J.), Gonc. f. Org., Streichorch. u. drei Homer.
(Wismar, Wohlthätigkeitsoonc. des Hrn. Dr. StoUbrock
am 15. Oct.)
— — Gonc. f. Org. m. Streichorch. u. zwei Oboen u. Fisdur-
Sonate. (Regensburg, Greistl. Gonc. des Protestant. Kir-
chenchors am 19. Oct.)
Rubinstein (A.). Oceansymph. (Basel, 2. Conc. der AUgem.
Musikgesellscnaft.)
Glav.-Violason. (Berlin, 3. Eröffnungsconc. des Saales
Bechstein.)
Ddur-Glav.-Violoncellsonate. (Hannover, Wohlthätig-
keitsconc. des Hrn. Kunke.)
Saint-Saöns (G.), „Dansemacabre". (Aachen, 14. Versamml.
des Instrumentalver.)
„La Jeunesse d'Hercule". (Berlin, 2. Philharm. Gonc.)
„Phaöton". (Darmstadt, 1. Conc. der Hofcap.)
„Le Rouet d'Omphale". (Basel, 2. Abonn.-Conc. der
Allstem. MusikgeseUschaft.)
Vorspiel zur Silndfluth" f. Streichorchester. (Leipzig,
3. Abonn.-Gonc. im Neuen Gewandhaus.)
Schneider (Th.), Festouvert. (Chemnitz, JubUäumsconc. der
Singakad. am 11. Oct.)
S trau SS (R.), Symphon. Dicht. „Macbeth". (Leipzig, 1. Gonc.
des Liszt-Ver.)
Taubert (H. E.), Esdur-Glavierquart. (Stettin, 1. Kammer-
musikabend.)
Volkmann (R.), 1. Symph. (Leipzig, 3. Abonn.-Conc. im
Neuen Gewandhaus.)
BmoU-Claviertrio. (Dresden, 1. Kammermusikabend der
Frau Stern u. Gen.)
Wagner (R.), EineFaust-Ouvert. (Frankfurta.M.,1. Museums-
conc. Leipzig, 4. Abonn.-Gonc. im Neuen Gewandhaus.)
Vorspiel u. „Isoldens Liebestod" a. „Tristan und Isolde".
(Boston, 1. Gonc. des Boston Symph. Orch.)
„Meister8inger"-Vorspiel u. „Siegfried-Idyll". (Berlin,
1. Philharm. Gonc.)
Vorspiel u. „Charfreitagszauber" a. „Parsifal". (Stock-
holm, 1. Symph.-Conc. der k. Gap.)
„Parsifal"- Vorspiel. (Mühlhausen i. Th., 1. Ressource-
concert.)
Kaiser- Marsch. (Annaberg, 1. Museumsconc. Boston,
1. Gonc. des Boston Symph. Orch.)
Trauermarsch a. der „Götterdämmerung". (Chemnitz,
3. Symph.-Conc. der städt. Gap.)
„Siegfried-Idyll". (Christiania, 1. Conc. des Musikver.)
Wen ig mann (W.), Lyr. Symph. (Aachen, 14.VersammL des
Instrumentalver.)
Wie mann (R.), Tondicht. „Der Gefangene im Kaukasus" f.
Orch. (Heidelberg, Conc. des Hm. Sahlender am 15. Oct.)
Wieniawski (H.), 2. Violinconc. (Basel, 2. Abonn.-Gonc. der
AUgem. MusikgeseUschaft.)
Wüerst (R.), Ouvert. zu „Vineta". (Annaberg, 1. Conc. de©
Mannergesangver.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
- * Im nächsten, am 18. d. Mts. stattfindenden Kirchen-
concert des Riedel-Vereins zu Leipzig kommt Fei. Drae-
seke's FismoU-Messe zur ersten Auniihrung.
* In Nürnberg hat, nachdem im vor. Winter der Leip-
ziger Pianist Hr. WendUng mit öffentlichen Vorträgen auf
einem Jank6-Flügel die aUgemeine Aufmerksamkeit auf die
Neuclaviatur hingelenkt hatte, nunmehr der dortige Musik-
lehrer Hr. August Jahn Unterrichtscurse ftü: Erlernung
der Jank6-Glaviatur errichtet und somit für diese intelUgente
Stadt den ersten Schritt zur praktischen Einführung dieser
genialen Idee gethan. Wir können im Interesse der dortigen
Musikinteressenten nur wünschen, dass Hr. Jahn, der auch in
der Presse mit gewandter und überzeugender Feder Propa-
ganda für die Neuclaviatur macht, den besten Erfolg mit
seinen Bestrebungen erzielen möge.
* Die Ghor^esangschule zu Bayreuth wird, wie die
„N. M. N." schreiben, von 22 Schülern und Schülerinnen be-
sucht, welche zunächst von Hm. Musikdirector Jul. Kniese
unterrichtet werden. Für die weitere Ausbildung der Eleven
hof% man Frl. Marianne Brandt zu gewinnen.
* Der FlügePsche Gesangverein in Breslau hat das Ora-
torium „Franciscus** von Edg. Tinel, welches er in v. Sai-
son als Novität brachte, kürzlich mit gutem Gelingen und
grossem Erfolg wiederholt.
* Von der riesigen Production auf musikalischem Gebiete
geben am deutUchsten die im Verlage von Friedrich Hofmeister
in Leipzig erscheinenden Monatsberichte über musikalische
Novitäten Kunde. Ans einer diesem Hüfismittel entnommenen
Statistik für 1891 ist zu ersehen, dass während des ver-
gangenen Jahres 5024 Werke für Instrumental- und 8287 für
Gesangmusik, sowie 298 Bücher und Schriften musikalischen
Inhalts erschienen sind, darunter u. A. 29 Ouvertüren für
Orchester, 17 Quintette, 25 Quartette, 80 Duos und 369 Solo-
stücke für Streichinstrumente, 14 Duos und 173 Solostücke
für Blasinstrumente, 662 Compositionen für Zither, 50 Quin-
tette, 17 Quartette, 85 Trios, 231 Duos und 1950 Solostücke
für Ciavier, 666 Männer- und 125 gemischte Chöre und 1623
einstimmige Gesänge.
* Das Star-Theater in Cleveland (Ohio), sowie die
Grosse Oper in New-Orleans sind durch Feuer zerstört
worden.
* In Lille soU am 20. d. Mts. Wagner's „Fliegender
Holländer", zum ersten Male auf französischem Boden, ge-
geben weraen.
684
* Im Hoftheater zu Dresden ginfi; in vor. Woche mit
schönem Erfolg A. Eitter'k komische Oper „Der üeiale Hans**
erstmalig in Scene.
* Einen bedeutenden Erfolg hatte jüngst die im Marie-
Theater in St. Petersburg erstmalig aufgeführte Ballei-
Oper „Mlada" von Tscha'ikowsky.
* Der Director der Leipziger Stadttheater scheint sich
jetzt ganz auf die Protection ausländischer Opernproducte ge-
worfen zu haben, denn auch die neueste Premiere betraf ein
solches, nämlich „Gioconda^ von Ponchielli. Aber weder
Publicum, noch Presse hat dem hierin von Hm. Director
Staegemann bewiesenen Eunsteeschmack beigepflichtet. Da
Hr. ^egemann, wie man schreibt, die Ausstattung der Novität
ausschliesslich mit alten Decorationen und C^stumen be-
sorgt hatte, wird ihm kaum ein pecuniärer Schaden aus
seinem Eunsteifer für nichtdeutsche Opemneuigkeiten ent-
stehen.
* Das Stadttheater zu Brunn wird die erste Bühne sein,
auf welcher die zwei Abende füllende neue geistliche Oper
„Moses** von Ant. Bubinstein, und zwar noch dazu unter
Leitung des Componisten, in Scene gehen soll.
* A. Bubinstein hat, dem Zeitgeist enteprechend, auch
eine einactige Oper componirt. Sie heisst „Unter Bäubem"
und soll von der k. Oper zu Berlin zur Aufführung ange-
nommen worden sein. Mit den einactigen Opemproductionen
der neuesten Zeit könnte man gut die Abende eines ganzen
Monats — auf Jeden drei Stück gerechnet — ausfüllen, ohne
wiederholen zu müssen.
* Im Hoftheater zu Weimar ging am 13. Nov. unter
Hrn. Dr. Lassen's Leitung Massen et's Oper „Werther** erst-
mals über die Bretter, ohne jedoch trotz guter Vorbereitung
und Aufführung einen irgendwie nennenswerthen Erfolg zu
erzielen.
* Mascagni's Oper „Die Bantzau** ist am 10. d. Mts.
glücklich in Florenz zu ihrer allerersten Aufführung ge-
langt und hat, wie man schreibt, einen grossarti^en £folg
gehabt. Bei „Freund Fritz** lauteten die italienischen Be-
richte ebenso. Also abwarten!
* Die neue vieractige Oper „Garin** des spanischen Com-
ponisten Thomas Breton, in Madrid erstmalig aufgeführt,
wurde zwar günstig angenommen, doch scheint der Erfolg
nur ein Achtungserfolg zu sein.
* Die im Olympia-Theater zu London zum ersten Male
gegebene einactige Oper „Gedmar** von Bantock hatte einen
wenig schmeichelhanen Erfolg. Nur eine Balletnummer
musste wiederholt werden.
* Adolf Mohr's bereits vielfach ^^ebene Oper „Der
deutsche Michel** soll in der gegenwärtigen Saison auch im
Eroll-Theater zu Berlin in Scene gehen.
* P. Mascagni's „GavaUeria rusticana** gelangte im k.
Opemhause zu Berlin am 21. Oct. 1891 zur 1. und am 3. Nov.
d. J. bereits zur 100. Aufführung. Die Jubiläums- AufEÜhrung
wurde von Hm. Dr. Muck dirigirt, der das Werk überhaupt
in Berlin eingeführt hat, s. Z. mit dem Opemensemble des
Hm. A. Neumann in Prag. Dass das Opemrepertoire der k.
Bühne unter der Bevorzugung dieses Modestücks zum Schaden
künstlerischer Beputation gelitten hat, wird Niemand be-
streiten können.
* Der achtjährijge Hofpianist des Schah von Persien Raool
Eoczalski hat, wie vor. Jahr in Wien, kürzlich in Dresden
die Bewunderung desPublicums und der Musiker mit seinem
frühreifen Spiel erregt. Am 7. Dec. gibt derselbe im Erystall-
palast in Leipzig ein eigenes Goncert.
* Wie die „N. L. Nachr.** berichten, ist zum Gantor der
Thomasschule zu Leipzig, als NachfoWer W. Bust's, der
Goniponist Hr. Prof. Aibert Becker in Berlin, Director des
k. Domchors und Mitglied des Senats der Akademie der
Eünste daselbst, gewählt worden.
* Hr. Turban, 1. Geiger im Opemorchester und in den
Gonservatoriumsconcerten inParis^ ist zum Professor der Vor-
bereitungsclassen am Gonservatonum daselbst an Stelle des
abgegangenen Hm. Börou ernannt worden.
Todtenllste. Johann Georg Zahn, tüchtiger Orgel-
spieler, f. 84 Jahre alt, vor einiger Zeit in G^ldkronach. Ein
SchlaganxaU Ende der 70er Jahre hatte seiner künstlerischen
Thätigkeit ein frühzeitiges Ende gesetzt. — Otto Tiersch,
vorzüglicher, selbständiger Theoretiker, f« ^ Jahre alt, am
1. Nov. in Berlin, seinem langjährigen Domicil. — Friedrich
Erug, ehemaliger Baritonist und Hofinusikdirector in Garls-
ruhe, auch Gomponist einiger längst vergessenen Opern, f,
81 Jahre alt, Anfang d. Mts.
Zur gef. Beachtung-
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der gescnäft-
liehen Unterstützung des Hm. Ernst Eulen bürg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Goncert-
agenturen) zu b^ienen haben, sind, falls sie ihre Goncerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um ge&llige direete
Zusendung der Biilets an uns gebeten.
^^^p^^s Die Redaetion des
„MDsikalisehen WoeheDblattes''.
Kritischer Anhang.
Zwanglose BOcherschau.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
Eine Brochure von Julius Eatz über „Wagner's
»Tristan und Isolde« und das Kunstwerk der Zu-
kunft", erschienen in Mannheim 1888, bleibt nur an der
Oberfläche haften und erweist sich ganz deutlich als das
Ergebniss eines Journal -Feuilletonbedürfnisses farblosesten
Charakters. Diese Bücher bringen uns immer nur — günstigsten
Falles — zu einer Anerkennung der „wenn irrigen, so
jedenfalls tief^g^ehenden" Idee aes Meisters von Bayreuth.
Aber gottlob, die gediegenen und gesinnungstüchtigen Schriften
über Wagner und seine Kunst mehren sich neuerdings so
sehr, dass man sich mit Widerlegung einer Brochure wie der
vorliegenden gar nicht erst abzugeben braucht. Eine höchst
zweifelhafte, unklare und unentschiedene Darstellung des
Liebes- bezw. Todestranks-Motives, keine Spur eines tieferen
Verständnisses für den 2. Act oder eines sorgfö-ltigeren Be-
fassens mit dem philosophischen Problem, eines ernsten Ein-
gehens auf die cuchterische Bedeutung gerade der Sprache
Wagner's! Ja, ja — so würde unser Volk über Wagner und
seine Werke noch heute berathen sein, wenn nicht in Mann-
heim „Männer daheim", Heckeis heimisch wären. Nun aber
haben wir Carl HeckeTs auch in ihrem philosophischen
Theil so gelungene Schrift über Wagner^s „Tristan und
Isolde" (Mannneim 1888), die beste populäre und kurze
Einführung in das Werk, die Überhaupt geschrieben worden
ist. Also keinerlei Grund zu Besorgnissen für Wohl und
Wehe des Mannheimer Publicums vorhanden!
„Warum und wieso ich ein solches Vorurtheü hatte, ia
— frage diese Journalisten, die es seit jeher als ihre Au^^oe
betrachtet haben, so viele Hindemisse als möglich zwischen
die grossen Kunstwerke und das Publicum aufzuhäufen*^ —
sagt da übrigens treffend, als wollte es uns geschickt über-
leiten und an vorige „Tristan"- Studie von '&Aa anknüpfen,
(auf S. 2) ein Buch:
Richard Wagner in seinem Hauptwerk „Der
Ring des Nibelungen" von Carl Gjellerup,
das uns in deutscher Wiedergabe von Dr. Otto Luitpold
Jiriczek durch den Reinboth'schen Verlag zu Leipzig darge-
boten wird und nur z. B. mit einem Bucne wie „Das musi-
kalische Drama" von Ed. Schürt verglichen werden kann.
Ein herrliches, ganz ausgezeichnetes, weil tief eindringendes
Werk, das auch von den Deutschen recht viel gelesen werden
sollte! Von besonderem Werth dünkt uns der feinsinnige Ab-
schnitt über Natur und Technik des Leitmotives — nur ist
hier die Nutzanwendung auf die symphonische Programm-
musik noch ein klein wenig zu weit vom Wege abgerathen,
— ferner das vortreffliche Capitel über „Die Erotik der
Walküre" und der weitsichtig Schluss des Ganzen. Mögen
einzelne' Irrthümer und Unrichtigkeiten da und dort noch
685
mit nnterlaufen, der grosse Zas;, ein congenialer Blick, das
tiefere Verständniss und ein ecnt dichterischer Sinn bleiben
bestehen und lassen uns bei solcher Darstellung, die Etwas
von dem tiefen Ethos der Tetralogie selbst in sich trägt,
erleichtert wieder aufathmen. Ueberhaupfc kommt man nach
Lecture einer solchen Schrift zur Ueberzeugung, dass es
einer Erscheinung am Kunsthimmel wie Wagner gegenüber
schlechterdings nur zwei Gruppen geben kann, die sich
nämlich klar unterscheiden als solche, die ihn verertehen, und
solche, die ihn nicht verstehen. Ein Zwischending gibt es
nicht Mag Gjellerup in dem einen oder dem anderen Functe
mit seiner E^rkenntniss noch nicht weit genug vorgedrungen
sein, das ist dann im Grunde nur eine Frage der Zeit, —
man hat bei diesen Verständigen doch von Anbeginn an den
Eindruck: sie erfiissen den fempunct der Sache, sie haben
jenen offenen Sinn für Das, was der Künstler in seinem
besten Theile gewollt hat. Die Anderen aber, ewig Yer-
Ständnisslosen, werden nie in ihrem Leben dahinter kommen,
— da ist Hopfen und Malz verloren und alle Bekehrung
auch verlorene Liebesmüh! Darum ist es wohl auch nicht
ganz richtig, wenn der Verfasser von sich sagt (S. 2): .So
wenig als man derselbe Mensch ist, nachdem man ShaJce-
speare's Tragödien oder »Faust« gelesen oder Beethoven's
Symphonien gehört hat, so weni^ ist man derselbe^ nachdem
man mit Wagner's »Nibelungenrmg« Bekanntechan^ gemacht
hat; — ich war nicht mehr derselbe, als ich vom letzten
Ta^e der Trilogie wegging." Das kann ich nur cum grano
salis verstehen: der Wagnerianer steckte doch schon in ihm,
und daher diese grosse geistige Umwälzung und innere
Wiedergeburt. Dem XJebersetzer des Buches aber gebührt
der aufrichtigste Dank aller wahren Litteraturfreunde und
echten Patrioten, uns diesen Schatz vermittelt zu haben, und
zwar je mehr Dank, je besser ihm diese TJebertragung ge-
lang und ohne Rest in deutsche Sprache und aeutsches
Sprachgefühl aufgegangen ist. Haben die Nordländer umso-
mehr Anlass, sich lur ein Werk wie Wagner*s „Nibelungen"
zu interessiren, als sie ia im skandinavischen Norden droben
dem Verständniss der altgermanischen Mythenwelt und Welt-
anschauung nie ganz so fremd geworden sind, wie wir
Deutschen selber, so freuen wir unsererseits uns herzlichst
über das in einem solchen Werke vorliegende Anzeichen einer
Annäherung zwischen unseren beiden stammverwandten
Völkern auf Grund eines grossen idealen Gemeingutes, trotz
aller politischen Vorurtheile, — einer Annäherung, die beiden
Nationen doch nur zum Vortheil gereichen kann.
Auch aus der französischen Litteratur, die schon mehr-
fach Beweise einer geistigen Anthei Inahme von sich gegeben,
ist neuerdings wieder ein solch erfreuliches Zeichen der An-
näherung — leider freilich noch nicht geistigen Verbrüderung
— zu vermelden. Seit Ed. Schur6*s geistvoll -begeisterter
Notiznahme des Bayreuther Kunstwerkes imd seiner Ein-
gliederung desselben in die Entwickelung der internationalen
Weltlitteratur überhaupt hat die specielle Wagner-Forschung
dort eine Beihe von begabten Vertretern gefunden, die sich
sowohl über die Frage im Allgemeinen, wie über die Wagner'-
schen Werke im Einzelnen mehr oder ipinder ausführlich
aussprachen. Noufflard, Catulle Mendöz, Hippeau, Soubies
imd Malherbe, Bönoit, Gge. Serviöres, Alfr. Ernst, Judith
Gautier, Heunequin, ]<lvenepoel, Dujardin, Closson, Gouzien,
Nuitter imd V. Wilder unterstützten so muthig auf littera-
rischem Gebiete die tapfere praktische Pionnier- Arbeit der
Capellm^ister Pasdeloup, Colonne, Dupont und nicht zuletzt
Lamoureux, sowie derComponisten EmestReyer, Brüneau u. A.
auf musikalischem Boden, und nur Camille Saint-Saöus, der
vielleicht am meisten Veranlassung gehabt hätte, sich für
Wagner auszusprechen, stellte sich mit mehreren französischen
Verlegern der Wagner-Propaganda feindselig entgegen. Noch
in den letzten Jahren begrüssten wir aus Frankreich ein so vor-
treffliches, ernstes biographisches Werk über R. Wagner wie
dasjenige Adolphe Jullien^s, freilich auch — echt französisch ! —
die Garteret^sche Oarricaturensammlung, und sogar eine „Revue
Wagn6rienne" — eine Zeitschrift, eigens dem Ausbau des
Wagnerischen Kunst- und Oulturideales gewidmet, nach dem
Vorbild der „Bayr. Blätter" — sahen wir auf französischem
Boden entstehen. Allen diesen werth vollen Arbeiten und
Beiträgen nun schliesst sich — keineswegs als der Geringsten
Einer — Maurice Kufferath ebenbürtig an, ein begabter
Schriftsteller, der schon früher wiederholt (durch seine vor-
trefflichen Studien über Hector Berlioz et Schumann, Henri
Vieuxtemps, Les instrnments de Musique. femer über
R. Wagner et la Neuviöme Symphonie, L'Art de diriger
Porchestre. Hans Richter et R. Wagner, über „La Walkyrie"
und „Siegtried") seinen Beruf sowohl zum „Musikologen" im
Allgemeinen, als auch zum „Wagnerforscher" s:anz im Be-
sonderen erwiesen hatte. Heute liegen uns zwei Werke seiner
Feder aus den Jahren 1890/91 zur Besprechung vor, die —
wie nicht anders zu erwarten — in hervorragendem Sinne
wieder die Vorzüge seiner Darstellungs- und Schreibweise
bekunden:
1) Parsifal de Richard Wagner. Lögende — Drame —
Partition; Paris 1890 und
2) Lohengrin. Essai de critique littöraire, esthötique et
musicale; Paris, Brüssel und Leipzig 1891.
Beide Brochuren stehen in einem gewissen ideellen Zusammen-
hang nicht nur insofern, als beide Dramen ja denselben stoff-
lichen Hintergrund im „hl. Gral" ' haben, sondern auch schon
deshalb, weil deren Vorwürfe, dem keltisch - romanischen
Sagenkreise angehörend (mit „Tristan und Isolde"^, wohl die
nächste Aussicht auf ein Interesse gerade für französische
Leser haben dürften. Die Zweitgenannte hatte durch die im
vorigen Jahre endlich ermöglichte Pariser „Lohengrin"-Auf-
fährung für Frankreich obendrein wohl ihre sehr nahe Ver-
anlassung und actuelle Bedeutung und war zudem als erste
Publication einer grösseren Samimung gedacht, welche unter
dem Gesammt-Titel „Le thöätre de S. Wagner — de Tann-
haeuser ä Parsifal" (zu 2 Frcs. das Buch) nicht nur über
„Tannhäuser", „Tristan", die „Meistersinger" und den „Ring
des Nibelungen" sich nocn verbreiten sollte, sondern auch den
bereits früher, wenn auch in anderem rormat und Verlag
erschienenen „Parsifal" (No. 1^ getrost als Schlusscapitel noch
mit einbeziehen konnte. Beide Werke stehen nicht zuriick
hinter den gleichartigen Arbeiten und schriftstellerischen Er-
zeugnissen über dieselbe Materie innerhalb unserer deutschen
Sprache. Es sind umfassende Betrachtungen, die auch zu den
deutschen Forschungen auf diesem Gebiete noch manche neue
Version mit hinzubringen, selbst einem mit der einschlägigen
Litteratur bereits vertrauten deutschen Leser noch manche
Anregung zu geben vermögen; und mag auch der genauere
Kenner Wagner^s und der Wagnerischen Kunst hier und da
einmal anderer Meinung, als der Verfasser sein, mögen einzelne
kleine Lrrthümer mitgenen, — immer doch wird gerade der
Kenner von des Verfassers gründlicher Belesenheit in deut-
scher Litteratur bis zu Simrock und Grimm hinauf entzückt
sein, dem französischen Collegen den streng wissenschaft-
lichen Ernst anerkennen und eine geradezu deutsche Gewissen-
haftigkeit nachrühmen müssen. Höchstens ein noch tieferes
Eingehen auf die systematische Kunstanschauung Wagner^s
in dessen Hauptschriften, als es die gelegentlichen Ausblicke
und vereinzelte, kurze Citate aus Briefen an Liszt etc. mit
sich bringen können, bliebe für den Essai über „Lohengrin"
Sim Hinblick weni^tens auf den Sammeltitel: „Le thöätre
le R. Wagner") vielleicht noch zu wünschen; andererseits
wieder bilden die Zusätze und Nachträge (darunter authen-
tische Mittheilungen über die Pariser „Lohengrin"-Aufführung
des Jahres 1891) eine für uns Deutsche besonders werthvolle
Beigabe gerade dieses Büchleins. Immerhin ^ wenn wir vor
die Wahl gestellt wären, würden wir derjenigen über „Par-
sifal", als aer bedeutenderen von Beiden, den Vorzug geben.
(Fortsetzung folgt.)
Brie f* l£ asten.
C. C. in T. Die beiden Brüder L., welche gegenwärtig
am hiesigen k. Gonservatorium der Musik studiren, sind die
Söhne unseres einstigen, jetzt in Boston künstlerisch ver-
dienstlich thätigen Studiengenossen und machen ihrem Namen
Ehre.
E, M, in F. Es wäre im Gegentheil gut, wenn die
AfPaire gerichtlich erörtert würde. Nur wird der Betreffende
selbst sich hüten, den Anstoss dazu zu geben.
L, G. in /?. Der Concertsänger und Gesanglehrer an der
Hochschule des k. Gonservatoriums zu Dresden Hr. Max Ronne-
burger ist identisch mit dem gleichnamigen Verfasser des
gen. Theaterstücks.
JV. K. in ö. Es ist weder uns selbst, noch anderen tüch-
tigen Fachleuten möglich gewesen, eine befriedigende Lösung
des Kanons herauszubekommen. Wir werden die Sache aber
noch weiterhin im Auge behalten.
Sachliche Richtigstellung.
Die in No. 18 dee „Mus, Wochenbl.", im Briefkaaton, über
meine PersoD gem&chten zvfei An^ben sind nlle beide un-
riohtig. Stndirender der hiesigen Hochscbule bin ich bereits
seit meiaer vor einiger Zeit erfolgten Vermählung nicht mehr
ebenso bin ich kein Intimus des Hrn. Qoepfart, den ich
meinem Leben genau sieben Mal gesehen habe.
Berlin W., am 16. Mai L892.
Ernst Otto Nodnagel.
Soeben erschienen:
^^=^ FDp Weihnachten.
.nzeisren.
S'"^' Zwanzig Operetten,
1
Nicolai von Wilm, Op. 113.
Hraa Splils&clmi.
Zehn leichte charakterlstliche Stücke für Clavler
zu 2 Hlfnden.
Heft 1. Jt l,PO.
Kletternder Affe.
Wiegenlied der neaen Fu[
Bleierner Kosak.
Schaukelpferd.
Hampelmännoh en.
(hochelegante:
Heft 2. jn l,eo.
Mit Schwert und Schild,
le. üeber dem Bilderhuche.
Jftger und Hund,
Hirt und Heerde.
Des Kindes Dank,
draifarhiger Titel.)
Jos. Atbl Verlag, MUnchen.
Em|ifehlenswei*the
Opern -Ciavierauszüge mit Text.
Dlttersdorf, Doctor und Apotheker J( 4 —
• €)oldinark, C, Merlin (anoh iihne Test) . . ä
Hohr, A>, Der deutsche Michel
Ke*sler, V. E., Ratteni&nger (auch ohne Text) b.
— Der wilde Jäger
— Der Trompeter von Sftkkingen (auch ohne Text) k
— Otto der ibchütz
OebDodeDe Ezemplue M. 1^ mehr.
Im Torbereitanc: [1313a.)
Die letzten Tage von Thule.
Romantische Oper von G. BauGheneoker.
eV AU Uinaucript wiederholt mit gr. Erfolge in Klbeifeld aurgenuirt lig
VeHag von J. Schuberth & Co., Leipzig.
Verlag von E. W. FrJtzSOh in Leipzig.
Trio
für Ciavier, Oboe und Bratsche
componirt von
Adolf Kuihardt.
Op. 34. Pr. a M. [1314.]
Vollständige insbildasg fBr Oper n. Cencerl. ii„h^h'p'',;;'t"'l^^
EnBembl«-üebiingen. RolIenBtndinm.
V(m mir aasgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Selma
Sohoder, Carl Scheidemantel n. Ä. m. [1316—.]
Leipzig. Bodo Borchers.
Gl-esanglehrer.
besonders zur [1316.]
AnnUmiBK ia MinaergeBu^ercinen iind Liedertafeln geelsitt
Unlängst erschien:
Paul und Vipginie
Das Abenteuer vor dem Musken ball.
Ein musIkallMh Sehwftnkletn tn einem Aet
von Lrudivlg Hofh.
Cßr Soll und ManneFthar mU l'larl»rbri,ktttutg
Hermann Kipper.
Op. HZ.
Giav.-Ausz. Mk. 5, — . Solostimmen oomplet Mk. 2, — . Chor-
stimmen (Tenor oder Baas Je 60 Ff.) Mk. 1,20. Text und
Regiebuch n. 40 Pf. Text der Gesänge n. 16 Pf.
Früher erschienen:
Ih^ Donnn ^*^ Hauptprobe oder: Ein Abend vor
AUL rrdUf, dem Stiftungsfest. Liederspiel in 1 Act.
Mit GlavierbegleituDg.
£jAllA|tf I Die Bauernfänger. In 1 Act. Mit Olavier-
uCUCri, L.) begleituDg. (Auch ohne Chor ausführbar.)
fiAÜlta R ^'^ ZopfabBchneider. In 1 Act. Mit
uCllvV) lU) Ciavier' oder Orchest«rbegleitung.
dania B ^^<^ Prinzessin von Kannibalien oder:
VCUVC, Hr., NarrbeitundPhotugraphie. In2Acteu.
Mit Ciavier- oder Orchesterbegleituiig.
dan&a ß ^°^ Trabuco di Tvabucillos. In 1 Act.
UCUCO) Ulf Mit Ciavier- oder Orcheeterbegleitung.
ITinnar II Incognitooden Der Fürst wider Willen.
Hippel, Ulf In 1 Act. Mit Clarier- oder Orchester begl.
"" "Der Quacksalber oder: Dootor Säge bei n
, und sein Famulus. In 1 Act. MitClavier-
oder Orchesterbegleitung.
¥innaP H KoUner und Lord. In 1 Act. Mit Ciavier-
nippCl, Dt, oder Orohesterbegleitung.
KinnAI* ü Meister Tutenbaoh oder: Das Aben-
nipUQlji n*) teuer auf dem S&ngerfeste. In 3 Acten.
Mit Cla Vierbegleitung.
Ilnnilü r ^^'' Wunderdoctot in -der Liedertafel
AUilliiEC, Vi, zu Siugsanghauseu oder: Die Kunst,
aus Bässen Tenöre zu machen. In 3 Scenen. Mit
Ciavier- oder Orchesterbegleitung.
ßhgm ß Des SängersFluch. InlAct. Mit Clavier-
nilalll, Vi, oder Orchesterbegleitung.
ttoitho VA Der Abt von St. Gallen. InlAct. Mit
»Snl/llK, liUt, Clavierbeglettung.
Sturm, W., f.-jj.r''"- '°'*°'- """'""■
Cfiivm W König Wullrisching und sein Hof oder:
OlUriU, VI., DerumgeänderteHandschuh.InaActeu.
Mit Ciavier- oder Orchesterbegleitung.
^tllrm W J»''<""i''' ^ 3 Abtheilungen. Mit Clavier-
^inrm W Der versiegelte Bürgermeister. Humo-
»31U11II, llt, reske in 1 Act. Mit Claviorbegleitung.
TAnrhijS K ^^'' Gesangverein „Reform". Sing-
IVUl Iflij, llx, spiel in 1 Act. Mit Clavierbegleitung.
■' * ■ " "■ . Wahlküre oder: Es ist ja AI
egal! In 1 Act. Mit Clavior- oder
I Liebha'
r oder:
rte. In
1 Act. Mit Ciavier- oder kleiner Orchesterbegleitung.
ClavlBFauszflge u. Reglebtlcher stehen durch Jede Baeh-
u. Musikalienhandlung gern zur Ansieht zu Diensten.
rerteiehnitte mtt Attgabe dar rrelta, towia deM ItituMet tmd der
MollenbfaelruHff anf H'iinjfA ffratU und fmncB-
Leipzig. C. F. W. Siegel'B Uusikalienhandlnng
(B. Linnomauu).
587
Verlag von Wilhelm Hansen in Leipzig.
[läiT.]
Compositionen
von
Christian Sinding:
Sonate (CJir), Suite m)
ftlr Violine vmö. Ranofbrte
Coneert (Desdur)
für Pianoforte und grosses Orchester.
Partitur 15 ^. Stimmen 15 ^. Principalstimme mit
Begleitung eines zweiten Pianos 10 ^.
SZ Wurde neulieh von dem noFwegischen Pianisten
Herrn Martin Knutsen in Wien gespielt. SZ
Variationen
(Esmoll)
für zwei Pianoforte zu 4 Händen. 9 ^.
(2. Auflage.)
{Beide Stimmen sind Jede für sich gedruckt,)
■Hl ^^^ Franz Rummel und Arthur Friedheim neulich
in New- York gespielt. ■■§
Suite für Pianoforte-
I M. 50 Pf.
Pröambule — Gourante — Sarabande — Gavotte — Presto.
(2. Auflage.)
aus H. Draohmann's „Ranken und Rosen^
(2. Auflage.) 3 Jt
Dichtungen aus „Buch der Lieder" von Holger Drachmann für
" eine Singstimme und Piano.
Wea-Psalmen:
No. 1. Allmutter, gut und gross! S 1, —
No. 2. Staubwolken steigen bei jedem Schritt . Ji l^—
No. 3. Als hoch der Voflmond J6 \y —
Uedep aus der Uevante:
No. 1. Glaube ^—,60
No. 2. Bosporus! Du bebst vor Wonne . . . »Af 1, —
No. 8. Furchtbar ist es, wenn wir denken . . Ji 1, —
No. 4. Oft sangst du Lieder für Andre . . . ^ — ,60
Nirwana Ji l,—
Mb vsraltet oben auf den liolien FJ eilen Ji—fiO
£s gibt Geatlvne Ji l,—
2. durchgesehene Auflage des berühmten
Quintetts
für PiaDoforte, 2 fiolinen, fiola ond ¥ioIoneeII.
12 Mark.
Folgende öffentliche Aufführungen haben schon stattge-
funden:
Leipzig (Gewandhaus) 8 Mal, Dresden 2 Mal, Breslau
2 Mal, Christiania 3 Mal, Copenhagen 2 Mal, St. Peters-
burg 2 Mal, Genf 2 Mal, München, London, Stockholm,
Helsingfors, Graz, Frankfurt a. M., Dordrecht, Detroit,
Chemnitz, Paris, Boston und New-York.
Verlag der Dresdener Wochenblätter.
Soeben erschien: [I318.[
Wiedergebnrt in der Musik
von
Heinrich Pndor.
Preis 7 JUeO 4,
Nach dem Vorfeuer der vorhergehenden Brochuren
dürfte der Verfasser mit dieser Hauptschrift nunmehr
die Schlacht gewonnen haben.
Zu beziehen durch jede Buchhandlung. .
Novität für Violoncell!
Im Verlage von E. W. Fritzsch in Leipzig
erschi«! soeben:
für Tioloneell
mit Orohesterbegleitung
von
August Klughardi
Op. 50.
[1319.]
Partitur ^ 4, — . Principalstimme ^ 1,50. Orchester-
stimmen .X 7, — . Glavierauszug des Orchesters ^ 2,50.
Soeben erschienen:
Nicolai won WUm.
Op. III.
Sonate in Amol! dir Clavier und Yioloncell.
Verl.-No. 2738. M. 8,—. [1320.]
MOnciieiiy Jos. AibI Verlag.
Technische Stadien für Piano-
forte. 12 Hefte k JH 8,—.
(Heft X. Doppelheft JH 6,—.)
Diese Studien sind in den bedeutendsten Gonservatorien des
In- und Auslandes eingeführt. [IdSilf.]
Verlag von J. Sehuberth & Co., Leipzig.
Fr. Liszt,
Von E. W. Fritzsch in Leipzig zu beziehen:
^^iogifay^ie
von
OBimctrbr (^X\Zf^.
(Aufnalime von Georg Brokesch in Leipzig.)
Gabinetformat Ji 2,—. Visitformat 76 ^, [i822.j
\
Chorgesänge für mfeihnachten.
Vor Kurzem erschien: [1323.]
Zerlett, J. B., Op. 78. Chrlstoaoht. Für Soti (Alt und
Teuar) und Frauen- u. Mftnnerchor mit Violinsolo, Harfe,
Orgel (oder Harmonium) und 9 Hömam oder mit Beglei-
tung (lee Pianoforte und ViolioBolo ad lib. Glav.-Aoszug
M %—. SolosingGtimmen Ji —,30. Chorstimmen (jede
eini^elne 15 /^) Jt —,90. Part. m. unterlegtem CUvier-
aiiszug n. Jt 3, — . InstrumentAlstimmeu n. .ft 1,20.
Frtlher erschienen;
HaJven, Ernst, Weihnachtsbllder. Ein Gvklus von
Cliijreu, Melodramen und lebenden Bildern (ad lib.) mit
Clavierbegieitung, zur Aufiilbrongin Vereinen und Schulen.
Partitar M 8,B0. Stinunen cplt. Ji 1,8').
Jerichao, Thorald, Welhnaotata -Festspiel in drei Bil-
dern, bestimmt zur Aufführung mit lebenden Bildern
oder Transparenten bei grösseren christlichen Weihnachts-
FeierlichkeitoD, mit deutschem und dänischem Text nach
düF Heiligen Schrift. Für Chor, Soli, Pianoforte und
Harmonium. Partitur Jt 4, — . Chorstimmen Ji 1, — .
Text der Oestlnge n. 10 ^.
Reinecke, C»rl, Od. 170. Welhaachts-Cantate. FUr
S'.ipran- und Alt-Solo, weiblichen Chor und Pianoforte.
Ckvier-Auszug Ji h,-~. Chorstimmen i^ m ^) Ji 2,40.
Tüxthach n. 10 4.
Mrhaper, CInatnT, Op. 18. Eine kleine Weltanachts-
eantate. Zur Aufführung in Schule und Haua. Für
zweistimmigen Chor (Sopran und Alt) mit Begleitung
des Plte. und (ad lib. Orgel oder Harmonium). Partitur
.li 1,—. Stimmen (ä 25 /^) Ji —,50.
Hieraus einzeln:
WviknirhtilM: „Was top Zelten die Propheten".
Ä. Ausübe für eine hohe Singstimme mit Begleitung
dt.s Fianoibrte oder der Orgel Ji — ,80.
B. Dasselbe fUr tiefe Stimme Ji —,60.
C. Ausübe für gemischten Chor a capella oder mit Be-
frleituttg des Pianoforte oder der Orgel (Harmonium).
Partitar Ji 1,—. Singstimmen (jede einzelne 15 ^)
M -,80.
1). Streichquartettbegleitnng (zu Ausgabe A für eine
hoho Singstimme und zur Ausgabe C filr gemischten Chor
verwendbar). Stimmen cplt. Jt — ,60.
Ntoepkert,Herniann,Op.lO.Orosstnutters Geschichte.
Ein Weih nachtsspiet für Mädchenschulen, Penaionate etc.
Für dreistimmigen Chor (3 Soprane, 1 Alt), Declamation
und Gavierbe^eitnng, mit scenischer Darstellung und
lebenden Blldem ad lib. Olavier-Auszug Jt 5, — . Siug-
stimman (jede einzelne 70 .^ Ji 2,10. Text- und Regie-
buch (mit 6 Abbildungen) n, .J 1,~. Text der Gesänge
n. 10 ^.
Leipzig.
Sieger
fli. 1
Vf-' ^\
Röntgen, Julius,
Op. 31.
Für Chor und Orchester.
(Deutsch — Englisch.) [1324a.;
Partitur Jt B,— .
Orchesterstimmen Ü '2,—
Chorstimmen je .* — ,30
Verlag von Broitkopf & Härtel, Leipzig.
Verlag von Ries A Erler In Berlin.
Ed. Rohde, Clavierschule.
Op. 100. 17. Auflage. 3 M.
Nozart's Jngend-Opern.
Erste kritisch durchgesehene Partitur- Ausgabe.
1. Die Schuldigkeit des ersten Gebotes . . . . Ji 6, — .
2. Apollo et Hyacinthuß (lat.) „ 7,50.
3. Bastien und Bastienne „ 4,60.
4. La finta semplice „ 13,50.
5. Mitridate, H* di Pont» „ 13,50.
6. Ascanio in Alba „ 14,65.
7. n Sogno di Scipione „ 9,60.
6. Lucio Silla „ 18,-
9, La fiuta Oiardiniera (Gärtnerin aus Liebe) . . „ 21,-
10. n Rö Pastore „ 11,40.
11. Zaide „ 9,48.
12. Thamos, König in Ae^pten „ 10,60.
[1326.] Dieselben in Originaleinband je 2 .jV mehr.
Nener Verlag von Breltkopf & HSrtel, Leipzig.
1
Pianinos
n
te Aas- V
beater Qualit&t, einfache nnd eleganti
stattung, sind wegen
Liquidation einer FabrilK
zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen.
[1327—
lltustrlrte Prels-Verzeiebnisse zu bezi^en durch
C. Schwalbach, Keichsstrasse 24, Leipzig.
Neuer Verlag von Breitkopf & Härtel in Leipaig.
Otto Nicolai.
TagebQcher nebst biographischen Ergänzungen'
herausgegeben von (1338.]
B. Schroeder.
VII, 166 S. 8» geh. M 3,— ; geb. Jt 4,—.
Berichte und Selbstbekenntnisse des Componisten der
„Lustigen Weiber" aus einem kurzen, aber reichen, bewerten
Leben, das ein plötzlicher Tod kurz nach Schafiung eines
Meist«rwerkes fast tragisch abschliesst. Die wenigen in den
Tagebüchern vorhanden gewesenen Lücken sind durch den
Herausgeber trefflich ergänzt. Alles ist so treu, so ganz das
warme, oft stürmisch erregte, aber st«ts edle Heiz des Künst-
lers offen legend, daas diese Bücher eine anvergleichliohe
Selbstbiographie bilden.
Neuer Verlag von Ries & Erler in Berlin.
[1329.]
Joseph Wieniäwski.
6 Gesänge für 2 Singstimmen mit Ciavier-
begleitung.
, Op. 47. Heft 1, 2 k 3 .tt.
4me Polonaise pour Piano.
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689
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No. 4. „Ich dachte dein in tiefer Nacht". 60 Pf.
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No. 1. Praeludium. 1 M. No. 2. Novellette. 1 M.
No. 3. Albumblatt. 1 M. No. 4. Impromptu. 1 M.
No. 6. Walzer. 1 M. No. 6. Menuett. 1 M.
Op. 11. 5 Duette (Volkspoesien, übersetzt von G. Fr. Daumer)
für 2 Singstimmen mit Pianoforte.
No. 1. Tröstung (litthauisch) für Sopran und Alt. 1 M.
No. 2. Sehnen und Bangen (litthauisch) f.Sopr. u. Ten. 1 M.
No. 3. Vergeblicher Bath (böhmisch) für Sopran U.Alt. IM.
No. 4. Liebesgezänke (neugriechisch) für Axt u. Tenor. IM.
No. 5. Rasche Gnade (russisch) für Alt und Tenor. 1 M.
Op. 12. Fünf Minnelieder von Walther von der Vogelweide
für 1 Singstimme mit Pianoforte.
No. 1. Ein Kuss von rothem Munde. 50 Pf. No. 2. Schön-
heit und Tugend. 1 M. No. 3. Ergebung und Versa^ung.
1 M. No. 4. Unter der Linde. 1 M. m. 5. G^waß der
Minne. 1 M.
Op. 13. Quintett für Pianoforte, 2 Violinen, Viola und Violon-
cell. Fdur. 12 M.
Op. 14. Sieben Lieder für 1 Singstimme mit Pianoforte.
No. 1. „Dämmernd liegt der Sommerabend", von H. Heine.
IM.
No. 2. „Einen Liebsten hab ich", aus dem Italienisch'^'n
von G. Fr. Daumer. 1 M.
No. 8. „Und du bist vermählt", aus dem Serbischen von
G. Fr. Daumer. 50 Pf.
No. 4. „Du wunderschönes Mägdelein", aus dem Rumä-
nischen von Carmen Sylva. 50 Pf.
No. 5. „Die Jungfrau schläft in der Kammer", von
H. Heine. 1 M.
No. 6. „0 Liebe, kehre meinem Herzen". 50 Pf.
No. 7. „Du schaust mich an", aus dem Rumänischen von
Carmen Sylva. 1 M.
Ed. Hanslick schreibt in der „Neuen freien Presse" über
Op. 8: Ein volksthümlicher Hauch weht auch aus zwei Chören
von Anton Rückauf, die zu dem Besten zählen, was wir
seit langer Zeit an weltlicher Chormusik gehört haben.
Der erste besteht nur aus den zwei Versen: „0 wie sanft die
Quelle sich durch die Wiese windet — 0 wie schön, wenn
Liebe sich zur Liebe findet!" Er ist siebenstimmig gesetzt:
ein dreistimmiger Frauenchor hebt die zarte Melodie an, der
vierstimmige Männerchor folgt: bald vereinigen sich Beide zu
sinnigen Verflechtungen und schliessen pianissimo. Das Stück
ist von reizender Wirkung, nur etwas xurz. Breiter ausge-
führt ist der zweite Chor: „Ein schmucker Junge bist du
zwar". In raschem Plauderton beginnen, neckiscn heraus-
fordernd, die Frauenstimmen: nachdem sie zwei Strophen
allein gesungen, rühmt der Männerchor statt jeder Entgeg-
nung „die schönen, stillen Plätzchen, wo sichs so linde ruht
mit einem Schätzchen". Die Composition ist von liebenswür-
digem Humor, geistreich ohne Künstelei oder Ueberspanntheit.
Siebenstimmige Chöre von so musterhaft sauberer Stimmfüh-
rung, reiner und doch stets interessanter Harmonie wird man
heutzutage nicht gar häufig finden. Herr Rückauf gehört
zu den talentvollsten und gebildetsten Jüngeren Musikern
Wiens, leider auch zu den überbescheidenen. Als Pianist hat
er sich fast gänzlich von der Oeffentlichkeit zurückgezogen,
so warme Anerkennung ihm diese auch gespendet. Von seinen
Compositionen kennt man nur ein oder zwei von Walter ge-
sungene Lieder und einige bei Wetzler erschienene Clavier-
Etuden. Hoffentlich hat der grosse Erfolg seiner beiden Chöre
den Componisten gehörig ermuntert, bald mit einer Fort-
setzung hervorzutreten. [1885.]
Leipzig.
Fp. Kistnsp.
590
Im Vertage von Julius Halnauer,
kgl. Sof-Musikalieiüiandlnng in Breslau,
ist eracfaieneti : [1836.]
Moritz Moszkowski's
1. und 2. Suite
£\i.c PianofoiTte zu 4= Händen.
4»pnfl 39. 1. Snlte:
No. l. Allegro molto a brioso . . . Ji 3,50.
No. 3. Allegretto giojoso „ 2,3I>.
No. 3. Tema con variazioni . . . . , 8,—.
No. 4. Intermezzo „ 2,50.
Dasselbe fQr Piano zu 3 H&nden „ 2,—.
No. 5. Perpetuum mobile „ 2,50.
Dasselbe complet in 1 Bande . . - 12,60.
Opus 47. ». Saite:
No. 1. Pröludio Jt I,ft0.
Dasselbe für Piano zn 2 Händen . 2,-.
No. 2. Fuga „ 1,76.
No. 3. Scherzo „ 2,-.
No. 4. Largbetto „ 1,25.
No. 5. Intermezzo „ 2,—.
Dasselbe fttr Piano zu 3 H&nden . 2,60.
No. 6. Marcia , 2,35.
Dasselbe complet in 1 Bande . „10,—.
von Breitkopf & Hartel in Leipzig.
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C. Ad. Lorenz.
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Textbuch 60 .^.
0^ Vom kOnlgl. Hoftheater In Hannover zur Anf-
fahrung angenommen.
Die Kritik sagt unter Anderem: Lorenz bekundet in die-
sem Werk nicht nur eine reiche Erfindung, einen Beichtham
an Uelodien, wie er heutzutage eelten ist, sondern auch —
und das ist bei einer Oper beinahe das Wesentlichst« und ihr
Leben Gebende — eine Kraft der dramatischen Gestaltung
und der Charakterzeichnung, die ihn in die erste Heihe der
Componisten stellen. Bei Gelegenheit der Autföhrong durch
den Husikverein in Stettin nahm das Publicum das Werk mit
BegeisteruiuE auf und der Dichter dankte dem Componisten in
feurigeten Worten.
Soeben erschien:
Opgeloompoailionen
verdienen es, endlich in Deutschland gekannt und ge-
würdigt zu Verden! (1341f.]
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Caneert- nnd OratorlensKncerln (Sopmn).
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Vertretung: Uarmaim Wolff, Am Garlsbad 19, Berlin w.
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Lehrerin fDr Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
erlaubt sich die Veränderung ihrer Adresse anzuzeigen:
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henogl. i&ohi. Hof^ianist, PnfeBsenr supdrieor am OonierratoriiuD
tn Genf (Sohweii). [1866—.]
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Concert- und Oratoriensängerin (Alt).
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Der mit dem Wirkangskreis des Berliner Fhithar-
monischen Orchesters verbundene Sommerauf enthalt in
Scbeveningen ist meiner Oesimdheit so irenig gflnstig,
dass ich dadurch veranlasst worden bin, meine jetajge
Stellung zum 1. Hai 1893 aufzukündigen. Vai diesem
Zeitpnuct ab oder später suche ich eine anderweitige
Thätigkeit, vorzugsweise als Dirigent von Symphonie- und
Oratorienconcerten. ._ [1868b.]
Berlin S.W., Grossbeerenatrasse 61,11.
Rudolph Herfurth.
Capellmeister des Philbarmoniach«! Oicheeten.
Dnok von 0. e. Rödar In Leipilg.
Hierzu je eine Belage von Brettkopf & HSrtel in Leipzig und C. F. W. Sieger« Musllcalienhsnij
Leipzig» am 24. November 1892.
Hitt ilaaillcki Bici-, um-
iil iBtltallnkBidliiiiisi, lowle
imt illi Fmlliiei
Fli 4u liiitaliitli Vottiiblitl
MtllBU llHSimiHl tll4 U
iMBCIlU 11 allHEltU.
"^«^5^ für Musiker jmdjttusikfreunde. ^/jf^
V Verintworlliclier Eedaclenr und Yarlegsr: ^f
für Husiker und Musikfreunde.
Verantwortlicher Redacteor und Verleger:
E. W. Fritisch,
Leipzig, KöaigwtraMe 6.
nm, Jahrg.]
Du Huiikalische Wochenblatt ersisbRint jährlich in 52 Nummern. Der Abonnementshetraf^
für du Quartal von 13 Nummern ist S M.-irk; eine einzelne Nummer kotztet 40 Pfennige, Bei
directer frankirter KreiizbiLudBendun^ treten nachstehende vierteljährliche l^bonnements-
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Zugrundelegung vorfitehender Bezugabedingungen beteebnet.
Die In Berti onsgebflh reo für den Raum einer geepiiltenen Petitaeile betra^D 30 Pfennige.
[No, 48.
ilt: Fünftig Tbeaen und AphorisnieD zdt VentSndigaDK über Dr. Hugo Hlamann'a PhruiranKBrerorm. Van Dr. Onrl Pachs. (Schloss.) —
TLgesBUohlohte : Miuikbrlet taa Frankfurt n. H. — Bariohte. — Conoertamichfta. ~ BoKteBinenta nnd Outaplels In Oper nnd Gancert. —
Klrohenmaiik. — OpemBUfnibningen. — Vermiscbta HlttbellnnEen und NotlEsn. — OITenei SpreohsaiiL — Krltlsclier Anhans: Ltodsr tou
Th. MüllBr-Raatsr, Ed. Herrmann, O. Krarom, Th. Hehbanm, Chr. aindlng und Ferd, Snhilling. — Brlefkarten. — AnBoigBn.
Fünfzig Thesen und Aphorismen zur Verständigung
Qber Dr. Hugo Riemann's Phrasirungsreform.
Von Dr. Carl Fnehs.
(Schtnss.)
47. Je bekannter heate ein Musikstück durch den
traditionellen oder den Vortrag der Tages- Virtuosen ist,
fQr desto unbekannter muss es seinem Geiste nach gelten.
Z, B. die in diesem Sinne berühmtesten Sonaten von
Beethoven sind heute in unserem Sinne die unbekann-
testen: der Ijaie mindestens, der die Ciamoll-Sonate, die
Appassionata drei Mal auf die beut übliche Concertmanier
gehört hat, kennt sie nicht mehr, und wir beklagen es
nicht, dasB nur noch wenige Sonaten von Beethoven (nicht
ein Drittel) in Concertcn gespielt werden. Phrasirlen
Vorträgen bekannter Stücke gegenüber, in denen die Ab-
weichungen vom Gewohnten am häufigsten und am deut-
lichsten wahrnehmbar sind, muss der Zuhörer also mit
seinem Urtheil nicht desto sicherer, sondern desto vor-
sichtiger sein, damit er nicht fiir Abweichung von der
Natur der Sache nehme, was nur mit der von uns als
falsch erkannten Tradition nicht übereinstimmt. Es ist
für manche Zuhörer eine vielleicht zu weit gebende Zu-
mnthnng, ja eine Unmöglichkeit, gern einem Vortrage eu
folgen, der Zug für Zug von einer bei ihm featgewordenen
oder ihm Uehgewordenen Vorstellnng abweicht. Es sind
indess doch bereits sehr sprechende Fälle vorgekommen,
daas Zuhörer Vorträgen von Stücken, die ihnen allge-
mein, genau und durchaus „anders" bekannt waren, dem
neuen Leben, mit welchem sie ihnen io Riemann'scber
Phrasirung nun bekannt wurden, sofort, und zweifellos
ohne Voreingenommenheit für den Spieler ihre freudige
Zustimmung schenkten. In jedem Falle ist es aber vor-
eilig, aus dem empfundenen Unterschied vom Gewohnten
dem phrasirenden Künstler den Vorwurf der Absichtlich-
keit, des Scbulmässigen u. drgl. zu bereiten, angenommen,
es sei dem nrtheilenden Zuborer bekannt, dass der Künstler
die Riemann'schen Aufschlüsse für sich benutzt bat. Der
Künstler, der dies bekannt gibt, wagt beute natürlich
mehr, als der es stillschweigend thut. Künstlerisch rich-
tiger ist dieses Schweigen streng genommen allerdings:
ich bähe aus Dankgefübl, aus Ehrlichkeit und in dem
Bestreben, die Indifferenz gegen diese Sache zn brechen
— .die aber in Deutschland wie immer grösser ist, als
im Auslande — , hiervon abgesehen,
48. Für den Musiker w&ren Stücke, die ihm nicht
bekaoDt waren, ein besserer Prüfstein des Werthes der
Riemann'schen Phrasirung, wenn schon einmal davon die
Rede sein soll. Denn ihr höchstes Ziel ist Steigernug des
Wohllautes und der musikalischen Verständlichkeit, Talent
vorausgesetzt, und beim Zuhörer Empfänglichkeit, einige
Uebung und Mitarbeit, jedoch natürlich kein Wissen um
die Methode.
49. Gewiss wird auch ohne Biemann spontan desto-
mehr richtig pbrasirt, je mehr Talent oder durch Flräs
verfeinertes Musikgefühl in einem Vortrage wirksam sind,
und gewiss ist auch der Riemannisch informirte und ge-
schulte Kritiker dem Künstler, der diese Eigenschaft
nicht besitzt, schuldig, ihm ohne Vornrtbeil zuzuhören.
Aber der Einfluss der falschen Lebte und Tradition wird
allgemein unterschätzt, desgleichen die Summe von Talent,
die schon zum blos richtigen Vortrage gehört. Das Rich-
4S
f
694
tige gehört hier sehr vielfach schon zum „Ungemeinen"
und) mit Goethe's goldenen Worten zu reden:
„Dem glücklichsten Genie wirds kaum ein Mal ge-
lingen,
Sich durch Natur und durch Instinct allein
Zum Ungemeinen aufzuschwingen."
Mit diesen Worten verlangt der grosse Poet und Kunst-
kenner aher Fleiss und Nachdenken ausserdem, die doch
die Ermittelung und Herstellung des Richtigen zunächst
zum Gegenstande haben. Er fügt hinzu:
„Die Kunst bleibt Kunst!
Wer sie nicht durchgedacht,
Der darf sich keinen Künstler nennen",
und in diesem Puncte kann Keiner auf eigne Hand leben,
sonst langt er wieder beim Instinct an und geräth in
die Gefahr, die derselbe Dichter bezeichnet, dass er „ein
Narr auf eigne Hand" werde. Und uns hat doch einmal
Keiner so wie Riemann das Richtige an die Hand ge-
geben; ihn zu hören ist heute Pflicht mindestens jedes
Lernenden* Und wer darf sich vermessen und sagen, er
sei kein Lernender mehr?
50. In dieser ganzen Angelegenheit des Vortrages
wird bisher in Deutschland, das doch das Land der „Seelen-
vollen" und der Denker sein will, viel zu wenig psycho-
logisch und viel zu viel „persönlich", also kleinlich, ge-
dacht und verfahren. Trennung der Person von der Sache
ist allerdings eine Aufgabe, deren Höhe die Wenigsten
auch nur ahnen, namentlich wo die eigene Person im
Spiele ist oder zu sein scheint — gleich scheint sie dann
den Meisten auf dem Spiele zu stehen. — Der Einzige,
der einen höheren Gesichtspunct gegnerisch und auf psy-
chologischem Wege geltend zu machen versucht hat, ist
Friedr. Nietzsche in seiner Schrift „Der Fall Wagner"
pag.37, es gelang mir aber leicht, ihn brieflich zu über-
zeugen, dass er sich 1. c. im Irrthum befand und es sich in
Vortrag und Bezeichnung zunächst nur um die Alternative
des im rein-musikalischen Sinne Richtigen oder Falschen
handle und nicht die Aufdringlichkeit des Augenblicks
die Folge der Phrasimng sein müsse. Ja er antwortete:
„Ich sehe mit Entzücken, dass ich im Unrecht war".
Aber Nietzsche war eben auch das Genie der Ehrlichkeit.
Wie Viele wird es im Lande „der Treue" geben, die
jemals diese neun Worte zusammenbrächten?
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Frankfurt a. M., im November.
Wenn die diesjährige Concertsaison hält, was sie ver-
spricht, so dürfte sie in den Musik- Annalen unserer Mainstadt
einen hervorragenden Platz einnehmen. Der Dirigent der
zwölf Museums -Concerte, Hr. Capellmeister Kogel, hat ein
stolzes Programm entworfen, welches neben den Classikem
Job. Seb. Bach, Ph. Em. Bach (Symphonie in Ddur)jGluck,
Händel, Mozart, Haydn, Cherubini, Beethoven (unter 7 werken
die „Neunte"), Schubert, Schumann und Mendelssohn auch
die zeitgenössischen Tonkünstler gebührend berücksichtig
Berlioz ist mit 4 Werken (darunter die Harold- Symphonie),
Liszt mit 3 WerKon (darunter die „Faust"-Symphonie), Wanier
mit 4 und Brahms mit 5 Werken vertreten. Ausseraem
finden wir auf dem Proeramm die Namen von Peter Ck>meliu8,
Bichard Strauss, S venösen, Dvof&k, Lalo, Meyerbeer, Raff,
Rubinstein, Saint-Saens, Smetana, Tscha'lkowsky und Volk-
mann. Fürwahr ein Achtung gebietendes Streben, dem zum
Glück ja auch das Können entspricht! Wenn wir einem
Wunsche Ausdruck geben dürften^ so möchten wir den W^-
fall der „Rienzi"-Ouverture anheimstellen. Abgesehen davon,
dass die Oper hier stehend auf dem Repertoire ist, besitast
die Ouvertüre auch zu wenig selbständigen künstlerischen
Werth, filr den Reformator Wagner zu wenig Charakte-
ristisches, um in dem Rahmen eines so vornehmen Concert-
Institutes nicht deplacirt zu erscheinen. Dagegen vermissen
wir in dem Prospecte schmerzlich den Namen eines noch
lebenden Componisten, dessen eminente Begabung nur von
seiner grenzenlosen Bescheidenheit übertroSen wird. Wir
meinen Anton Brückner, dessen Dmoll-Symphonie vor einigen
Jahren geistig und technisch so unzureichend vorgeführt
wurde, dass die künstlerische Rehabilitirung des greisen
Wiener Meisters für die Museums-Gesellschafb unabweisbare
Pflicht geworden ist.
Die sechs Theater-Abonnementconcerte, von denen
unter der feinsinnigen Leitung des so plötzlich seinem Wir-
kungskreise entrissenen Otto Dessoff mancher Kunstgenuss zu
erhoffen war, haben durch den unerwarteten Tod dieses als
Mensch wie Künstler höchster Achtung würdigen Dirigenten
eine sehr unliebsame Störung erfahren. Was die neue
Theater -Actien- Gesellschaft veranlasst hat, die Leitung des
zweiten Concertes mit Umgehung der beiden Theater-Capell-
meister HH. Goltermann und Rumpel und, wie die „Frank-
furter Zeitung" ohne begründetes Dementi berichtet, trotz des
Widerspruches der Orchestermitglieder, dem lediglich als Theo-
retiker angesehenen Hrn. Prof. Scholz anzuvertrauen, ist nur
Demjenigen verständlich, welcher die hiesigen Verhältnisse
kennt und weiss, dass die Theater -Concerte einer übrigens
nicht von D e s s o f f angeregten Demonstration der musi kalisäen
Reaction gegen die Berücksichtigung eines Berlioz — Liszi —
Wagner etc. ihre Entstehung verdanken und Hr. Dr. Scholz
als technischer Leiter des überaus reich dotirten, jetzt frei-
lich nur von dem Ruhme der geschiedenen Raff, Stockhausen
und Clara Schumann zehrenden Hoch-Gonservatoriums seine
Stellung im Geiste der durch ihn vertretenen musikalischen
Orthodoxie überall auch praktisch geltend zu machen versteht.
Jedenfalls wird aber die Gesellscnafb, falls inzwischen die
Stellung des ersten Capellmeisters nicht anderweit definitiv
besetzt sein sollte, für die einzelnen Concerte auf weni-
ger einseitige Richtung verfolgende Dirigenten Bedacht
nehmen müssen, soll das neubegründete unternehmen der
mächtigen Concurrenz der Museums - Concerte gegenüber
künstlerisch nicht scheitern. Ein finanzieller Misserfolg ist
bei dem günstig abgeschlossenen Abonnement ft!Lr diese Saison '
freilich nicht mehr zu besorgen.
Der Rühl'sche Gesang -Verein wird unter Anderem
die seit dem Abgange Kmese's nicht mehr vorgeführte
„Heilige Elisabeth" von Liszt zu Gehör bringen. Sind wir
richtig orientirt, so hatte der Vorstand den 13. Psalm des
genannten Meisters gewählt und dieses Werk nur mit Rück-
sicht auf die ausgesprochene Antipathie des Dirigenten Hm.
Professor Scholz fallen lassen. In einem Oompromiss wurde
dem Psalm das erwähnte Oratorium substituirt und eine
Wiederholung des Chorwerkes des Hrn. Professor Dr. Scholz:
„Die Glocke" zugestanden. Da der Verein in der Saison drei
Abende zur Verfügung hat, lässt sich die Reprise des letzteren
Werkes nicht bemängeln, zumal bei der ersten vor 3 oder
4 Jahren erfolgten Vorführung die Schönheiten desselben
noch nicht allseitigem Verständniss begegnet waren.
Der Cäcilien-Verein hat ausser mehreren kleineren
Novitäten die Requien von Verdi und Cherubini, sowie die
Matthäus-Passion in Aussicht genommen.
Hierzu treten, abgesehen von den Concerten weniger
hervorragender Vereine, unter Leitung des stete ftlr inter-
essante Novitäten bedachten Directors des Ri^-Oonservato-
riums Hm. H. Fleisch die gehaltvollen Concerte des
Sängerchores des hiesigen Lehrer-Vereines,
Die Kammermusik wird in zehn Soir6en des Heer-
mann'schen Quartettes ihre Pflege finden und auch durch
Werke neuerer Meister (Brahms, Bazzini, C6sar Franck, Grieg,
596
Sgambati, Smetaua, Strauss, Tscha'ücowsky, Yolkmann) ver-
treten sein.
Ein besonderes Verdienst hat sich Hr. CapeUmeister
Kogel dadurch erworben, dass er in den Museums-Goncerten
die Blechbläser, welche, seit Jahren hoch über den Streich-
instrumoDten postirt, mit ihrem nicht selten brutalen Klange
den Ck>ncertsaal gleich den Mauern Jerichos sprengen zu
wollen schienen, seitwärts untergebracht hat. Der orchestrale
Klang hat dadurch nicht an Glanz eingebüsst, erscheint nun-
mehr aber viel edler und lässt die reichen dynamischen
Schattirunffen des Dirie^enten mehr in den Vordergrund treten.
Nur ein Mangel in der Zusammenstellung des Orchesters,
dessen Beseitigung leider nicht in der Macht des verdienst-
yoUen Concertleiters lieet, macht sich noch sehr fühlbar, die
tonUch so unzureichende Oboe. Die in dem ersten Concerte
vorgeführte „Faust"- Ouvertüre von Wagner litt wesentlich
unter dem dünnen, jeder Anschwellung haaren Tone des
Blasers. Die Oboe nimmt seit Wagner ,in den Partituren
einen so wesentlichen Platz ein, dass diesem Instrumente eine
hervorragende Kraft nicht fehlen sollte. Im Üebrigen wurde
dem genannten tiefsinnigen Werke wie der stets durch-
schlagenden schwungvollen „Eury an the** -Ouvertüre eine vor-
zügliche Wiedergabe zu Theil. Auffallend war uns in dem
Wagnerischen Werke nur, dass das schon im largo sostenuto
von den Geigern gebrachte, sich in Octaven bewegende, von
dem tie£sten Schmerze eingegebene Motiv a a b b — ge-
wissermaassen das Motto der symphonischen Dichtung — trotz
des molto espresslvo und crescendo eine so abgeblasste
Wiedergabe fand. Hr. Kogel, welcher mit äusserster Sub-
tilität in den Greist der Werke einzudringen bestrebt ist, hat
für die Auffassung der Stelle sicher seine Gründe, und aner-
kennen müssen wir, dass ein crescendo im — hier vor-
geschriebenen — piano anders als im forte zu Gehör zu
bringen ist, indessen erscheint gerade dieses Motiv — der
verhaltene, aus zerrissener Seele dringende Aufischrei — für
das ganze Werk doch zu bedeutungsvoll, um nicht grössere
Intensivität zu beanspruchen. Herrlich wirkte, wie immer,
Schubert's Cdur- Symphonie, zumal uns Hr. Kogel manches
Neue zu sagen wusste. Bezaubernden Eindruck machte im
Andante die träumerische Zurückhaltung der Adur-Cantilene
a h eis d e e gis. In Beethoven's YioUnconcert erwies sich
Hr. Professor Halir als der rühmlich bekannte solide
Künstler. Ob indessen dieses, namentlich in dem ersten und
letzten Satze, männliche Energie athmende Werk der Eigen-
art des Künstlers entspricht, dürfte zweifelhaft sein; sein
Ton ist für dieses grandiose Werk zu wenig gesättigt. Bei
Beethoven*s Ddur-&ncert verzeiht man wie bei dem Esdur-
Clavier-Concert wohl eine Incorrectheit, aber man erwartet
vor Allem Grösse des Tones und der Auffassung, nicht nur
akademisch tadelloses Spiel. Uneingeschränkte Bewunderung
rief der Gast des zweiten Musexmis-Ooncertes, Frl. Olotüde
Kleeberg, hervor. Hier darf die Kritik ruhen und sich nur
dem Genüsse hingeben. Wir glaubten uns bei dem Vortrage
des Gdur-Goncertes von Beethoven in einem schattigen Walde,
den Blick durch das sonnenbeglänzte Blätterdacn auf den
blauen Aether gerichtet, uns an dem frischen Nass eines
krystallklaren Bergquelles labend. Keine parfumirte Salon-
lun schlug uns entgegen, keine künstliche Kohlensäure wurde
dargeboten, die unverf^Llschte Natur in ihrer schönen Eben-
mässigkeit und holden Naivetät trat uns entgegen. Gtewiss,
nur eine reine, von dem profanen Hetzen und Hasten der
G^egenwart unberührt gebliebene Seele kann so innerlich
keusch emp&ingen und wiedergeben; nur Derienifi^, dessen
G^müth einen solchen Schatz birgt, kann auf jedes äusser-
liche Mittel verzichten und doch eines tiefen Eindruckes sicher
sein. Es ist uns nicht mehr vergönnt gewesen, dem Spiele
der Clara Schumann in ihren Mädoheniahreu zu lauschen,
aber was der begeisterte, anerkennungsbedtirfbige edle Liszt
einst gelegentlich ihres Auftretens in Wien (1838) über Clara
Wieck schrieb: „Sie zog die Zuhörer mit sich fort in ihre
poetische Welt, zu der sie in einem von Lichtfunken ge-
zogenen und von kleinen zierlichen prismatischen, aber nervig
schwungvollen Flüceln gehobenen Wunderwagen empor-
schwebte** — es darf auch auf Clotilde Kleeberg angewendet
werden, deren Spiel, jeder Zeit, jeder Manier entrückt, die Incax-
nation der reinen Schönheit genannt werden könnte. Wodurch
wirken unsere Cia vier-Heroinnen, selbst wenn sie als sogenannte
Chopin-Spielerinnen Ruhm ernten? Es ist neben der selbst-
verständlichen Technik doch fast nie die innere Beseelung,
es sind oft mit reizender Pikanterie aus^führte äusserliche
Effecte, ein ihrem Geschlechte fremder Kraftaufwand! Be-
zeichnend für die Spielweise der Künstlerin war vor Allem
das Verschmähen jenes in Chopin*schen Stücken geübten und
selbst von angesehenen Pianisten auf Beethoven üoertragenen
Verhallenlassens der Fiorituren und Läufer. Für Denjenigen,
welcher auf Effect spielt, fordert z. B. in dem ersten Satze
nach der Wiederkehr des Themas in den ff-Sechszehnteln der
vierte Takt mit seinen Zweiunddreissigsteln geradezu zu einer
solchen Nuancirung heraus. Wie keusch spielte aber Clotilde
Kleeberg diesen Lauf! Wir glauben allerdings, dass die
Individualität der Künstlerin besondere und nicht sehr weite
Grenzen zieht, aber innerhalb dieses Gebietes, welches Mozart,
Schubert, Chopin und Beethoven (vielleicht mit Ausnahme
der Op. 53, 57, 106, 111, 120) in sich schliesst, ist sie sicher-
lich oie sonnenhellste Erscheinung der Kunstwelt. Neben
dieser Künstlerin von Gt>ttes Gnaden hatte der zweite Solist
des Abends, Hr. Birrenkoven aus Cöln, keinen leichten Stand.
Er erntete zwar mit der bekannten Pylades-Arie aus Gluck*s
„Iphigenie in Tauris" (Adur), sowie mit Wagner's ,.Am stillen
Heerd*' und dem Frühlingsgesange Siegmund's lebnaften Bei-
fall, es lässt sich aber nicht leugnen, dass seinem baritonalen
Tenor in der Höhe eine gewisse Sprödigkeit anhaftet und die
Tonbildung nicht ganz naturalistischen Anwandlungen ent-
zogen ist. üeberaus dankenswerth war die Wiedergabe der
Ouvertüre zum „Barbier von Bagdad*' von Cornelius. Das
von Greist und Grazie sprudelnde reizende Werk zündete und
lässt es unbegreiflich erscheinen, dass unsere Theaterleitung,
welche für die ephemeren seichten Machwerke eines Massenet,
Saint-Saäns, Paladilhe etc. weder Kosten, noch Kräfte scheut,
trotz unseres jahrelangen Petitionijrens diesen Edelstein unbe-
achtet liegen lässt. obschon ihr in Hm. Heine für den Barbier
eine schauspielerische Kraft ersten Banges zur Verfügung
steht, welche den schwierigen gesanglichen Theil ebenso wie
Eugen Gura — mit einigen Meinen Aenderungen — be-
wäßigen würde. Eine reizende Bereicherung der Orchester-
Litteratur ist das von Hrn. CapeUmeister Kogel sehr geschickt
für den Concertvortrag bearbeitete Concerto grosso No. 10 von
Händel, welches trotz seines Alters von 150 Jahren an Frische
und anmuthiger Pikanterie Nichts eingebüsst hat. Der zweite
Theü des Concertes war einer durchaus würdigen Eeproduction
der C moll-Symphonie von Brahms gewidmet.
(Schluss folgt.)
Berichte.
Gera, 11. Nov. Zur Feier des hohen Geburtstages Sr.
Durchlaucht des Erbprinzen fand erestem Festvorstellung im
Theater statt, welche Beethoveirs „Fidelio" brachte. Für
die Solopartien war zum Theil das Leipziger Opernensemble
gewonnen, nur für die Bollen des Bocco und Jacmiino traten
ewährte Kräfte aus Weimar (HR. Schwarz und v. Szpin-
ger) ein, während die Marzelline von einem Mitglied des hie-
sigen Theaters (Frl. Merelli) gesungen wurde. Es bot sich
uns darum ein grosser Genuss, zumal Frl. Doxat zu den be-
rufensten Vertreterinnen der Titelrolle gehört und auch die
übrigen Solisten (Pizarro = Hr. Demuth, Florestan = Hr.
Hübner, Fernando = Hr. Neldel) durch entsprechende Lei-
stungen rühmlichst hervortraten. Ein besonderes Interesse
war diesmal dem Chor geweiht, der in selir stattlicher Anzahl
von einigen 60 Personen lediglich durch Damen und Herren
aus den niesigen ersten Gesellschaftskreisen gebildet wurde,
und zwar einerseits durch die Mitglieder der „Liedertafel*',
andererseits durch Schülerinnen unserer trefflichen G^esangs-
lehrerin Frl. Gertrud Müller. Die überaus sorgf<ige Vor-
bereitung und Einübung gab dem Ganzen ein scnönes künst-
lerisches Grepräge; besonders wohlthuend durch die vielen
jugendfrischen Stimmen wirkte das letzte Finale, aber auch
im Soldaten- und namentlich im Gefangenenchor zeigten die
Ausführenden, dass es ihnen mit Lösung der schweren Auf-
gabe rechter Ernst war. Das Orchester brillirte unter der be-
feuernden Leitung des Hrn. Hofcapellmeister Kleemann,
dem auch die Einübung der Chöre obgelegen hatte, nament-
lich mit der trefflich gespielten grossen „Leonoren" -Ouver-
türe; es zeigte sich überhaupt seiner Aufgabe ^wachsen und
trug zum Gelingen des Ganzen wesentlich bei. Mit Hecht
konnten daher von dem enthusiastischen Beifall des sehr
zahlreich erschienenen Publicums, nächst den Solisten, auch
Chor und Orchester nebst Dirigent ein gut Theil für sich in
Anspruch nehmen. P» M.
48*
S96
Weimar. U.Not. Masseuet'sBWerther" hat hier gesUrn
die erste Aul'fülirang in Deutöchlaad erleht. Nur Wien war
voranKeganj;eQ, Paris folgt erat in dieeoQ l'agen nach. —
Die Mfiüeii i'jethe'a werden wohl hedanUich das Haupt ge-
BchütteiL luili' II, aber ein leidlich effectvolles Tentbuch nahen
die drei Vrii'^t^sar, Blau, Milliet and Hartmann, denen sich
als Ueberset/r^r Kalbeck zugesellt, doch zu Stande gebracht,
indem sie ilif Hanptbilder aus -Werther'a Leiden" der Hand-
lung zu Grunde legten. Wie Lotte die Kinder um sich ver-
sammelt iiiiil >o von Werther überrascht wird, wie Beide zum
Bfttle aufbiiL-hen, wie Lotte ihrer Mutter gedenkt, ihraai
Verlobt-en -nh verbindet und Werther bestimmt, sie nu vor-
lassen, i\it> Letzterer unvermuthet niedarkehrt und sein
Vortrag liiiios „Liedes" von Ossian Beide leidenschaftlich
entflammt , wie Werther endlich sich erschiesst oder wie
hier vielmfhr der tödtlioh Verwundete von Lotten aufgefunden
wird und si^-U mit ihr zum letzten laugen Liebesduette ver-
eint, — das Allee föhrt die Oper getreulich vor. Es fehlt
leider nur d;is feinere eeistige Band, der intime Hauch, die
tiefe Wehmuth, die über Goethe's unsterblicher Dichtung
ausgebreitet liegt nnd deren eigentlichen Zauber ausmacht.
Nur der 3. Act, der sich am engsten an Üoethe anschliasst
und wirklii'h ergreifende Momente enthält, erhebt uns öfters
aber den Eindruck des Opemhafteo; trotz einzelner Miss-
griöe ist oi stimmungsvoll.
Goetbo liiit seinem Helden zwei andere Charaktere gegen-
über gestell^ die sich in ähnlicher Le^e befinden^ aber ganz
anders banli'u: den Ämtsschreiber, &t durch die Liebe zd
Lotte deiii .-lillen Wahnsinn verfallen ist, und den Bauern-
buraoben, 'h i meinen Rival kurzweg erschlagt. Diese tragischen
Figuren liul.. n die Librettfaten beseitigt, sie haben dafür zur
Auffrischung dar traurigen Handlung einige mehr änssertich
wirkende Momante herangezogen ; so den Weih nach tschor
der Kinder; — andere Chöre kommen Oberhaupt nicht vor,
dieser abot' wird den Kleinen schon anfangs einstudirt, und
er klingt, schliesslich noch in die Sterbesoene hinein- femer
kommen vor: Lotte's muntere Schwester, dann zwei Freunde
des Amtmanns, die gerade wie im „Frennd Fritz" stets auf
gutes Essen und Trinken, dazwischen auf einen den Appetit
stärkenden Spadergang bedacht sind, endlich episodiscn ein
angejahrtem Liebespaar, das Über gegenseitiges verschftmtes
Änschwäriiiei L und die Worte: „0 Klopstock" — ,g&tthcher
Mann" niclit hinauskommt.
Alle di(-.--H Figuren sind kräftig -naturalistisch" be-
handelt; bei Lotte dagegen vermisse ich den Zug von Heiter-
keit untt NitivHt&t, der sie im Homan so anziehend macht,
auch Älberr iiasst über von Empfindungen der Liebe und
Fieand^chtilt. WerCher selbst aber ist nicht nur sentimental,
er gibt an hohem Pathos keinem Wagner'schen Helden
Etwas nauli, iiuch wenn es sich um die genngfügigsten Dinge,
z. B, das liebliche Thal und den Abendsonnenstrahl, handelt.
Gei-ade tiioj- !mt Massenet Effect auf Eifect gehäuft. Kam-
mersänger Giessen hat sich das zu Nutze gemacht nnd mit
der enorm --chwierigen Parthie einen glanzenden Erfolg
errungen, nn dem der Componist wohl unbedingt betheiligt
ist. Um >;.-: gleich hier anzufßgea: auch im Uebrigen war
die von Dr. Lassen trefflich geleitete, von Hm. Wiedey
gut insceiiirti! Aufführung, in der sich noch Fri. de Ahna
5.otte), Hr. Schwarz {^Wt) und in den kleineren Rollen
Fr!. KayaiM, die HH. Wiedey, v. Szpinger, Bucha aus-
zeichneten, ;illen Lobes werth.
Dass di< Musik aber, so geistreich und geschickt sie auf-
gebaut, tu w iirtn sie viellach empfunden ist, an einem Fehler,
n&mlich aii ilem der Stillosigkeit, krankt, daran trägt, wenn
wir tiefer lur hspören, Richard Wagner die Schuld. Die Epi-
gonen, aui li iTi Frankreich und Italien, hat sein grosses Vorbild
verwirrt. Mit der alten Form, die die Franzosen so sicher und
virtuos XU liandbaben wussten, geht es nun einmal nicht mehr,
Wagner dircit copiren geht auch nicht, — es mussalso eine neue
Form get'nnilen werden; an dem unsicheren Tasten danach
krankt abei' unsere gesammte Opernproductton. Hascagni
wie Masseii<'t Imiten sich an das naturalistisch angehauchte
Drama, dn^ .^lu möglichst effectvoU zu gestalten suchen. Ganz
gut! X>ami ii^iias aber auch das Drama darnach sein, in ihm
und in di.T Miisik mnss vor Allem das Princip der Wahr-
haftigkeit dvs Ausdrucks gewahrt werden, wenn nicht jede
formelle Si^ bi^rlieit, die früher schon durch die rein musi-
kahsche l''<.irm bedtagt war, verloren gehen soll. Gewiss
empfiehlt ev sich^ wie Hassenet es vielfach thut, das Orchester
Weise Menschen reden würden, nicht mit nnmotivirten
Dehnungen und unbegreiflich schwei-en Accenton, nicht in
auseinandergerissenen Sitzen und in Intervallen, die den
Eindruck des absolut Willkürlichen machen. Nur theilweise
kann die Schuld hieran den üebersetzer treffen. Wenn diese
Herren aber doch weniger auf den Reim, der ohnehin vom
Strom der Musik meist überflathet wird, als auf ein sinn-
volles Ineinandergreifen von Wort und Ton bedacht sein
wollten! Wir waren bereits auf dem besten Wnge, unseren
Sinn an eine gute, logische Behandlung der Sprache zu ge-
wöhnen, — durch die neuesten Opernhelden wird das AUee
wieder über den Haufen geworfen. Oeftera entspricht SKich
die Musik nicht der Situation. Lotte vertieft sich z. B. in
alte Briefe von Werther, wie sie sie aber sich vorliest, nein
vorsingt, das gibt der leidenschaftlichsten Arie wenig nach.
Und wenn Werther's Biilet auch die Worte: „Bitte, leihen
Sie mir Ihre Pistolen", enthält, so werden dem nichts
Schlimmes ahnenden Albert, der das Biilet entfiütet und liest,
andere Töne in den Mimd zu legen sein, als dem Gouverneur,
der von Don Juan Buhe für die Todten heischt. In der
That hätte Albert mehr Grund, über die seine Vorlesung
begleitenden düsteren Posaimen-Accorde, als über den Inhalt
der Zeilen 7.u erschrecken.
In dieser etwea gewaltsamen, zu wenig natürlichen Be-
handlung, nicht nur der Sprache, sondern auch der Situation,
erinnert „Werther" ungemein an „Freund Fritz", wie ver-
schieden auch die Hauptpersonen sind. Auch eine Reihe
von Aeusserlichkeiten stimmt merkwürdiger Weise überein.
Doch muss das zutällig sein, denn dem Textbuohe zufolge
ist „Werther" bereits 1886 vollendet worden, wenn er auch
erst in diesem Jahre auf die Bühne gekommen ist. Die Auf-
nahme des immerbin interessanten Werkes war ziemlich lau,
eine längere Lebensdauer dürfte ihm hier kaum beschie-
den sein, G. R.
Conoertumsohau.
Aachen. Soir^ der Liedertafel am 6. Nov.: Männer-
chöre V. Rietz, Rieh. Wagner (Pilgerebor a; „Tannhftuser'l,
Dürmer (,John Anderson"! u, A., sowie seohs AltniedertihiÄ.
VolksUeder, bearbeitet v. Kremser, Gesang vortrage des Frl.
Krötma a. Elberfeld {„Die Wanderschwalbe" v.Rnbinstein,
„Vorabend" a. den Braut lii'dern v. Cornelius, NDrweg.Lied
V. Hartmann, „Liebst du um Schönheit" v. Clara Schu-
mann, Kinderlied v. W. Berger u. Wiegenlied v. Petri).
Aschersleben. l. Abonn-Conc. (Gruss a. Magdebniv):
Esdur-Symph. v. Mozart, Ouvert. „Im Frühling" v, Gold-
niark, Intermezzo a. „Freund Fritz" v. Mascagni, Gavotte
f. Streichorch. v. Hofmann, „Pester Game vat" f. Orch. von
Liszt, TonbUder f. Orch. (?) a. der „Walküre" v. Wagner,
Gesanj; vortrage dep Frl. Berg a. Nürnberg (Arie „Sieh, mein
Heiz" V. Saint- Saßna, Brautlieder v. Cornelius, -Mit einer
Primuln veris" u. „Lauf der Welt" v. Gfieg n. Winterlied
. H, ■
Ko,
symphonisch wirken und die S&ngec dazu declamiren
■ " ' """■ — ndiese aberso det^miren, wie vernünftiger
iBfisen; dar
3. Abonn.-Conc. derAllgem. Musikgeeellschaft (Dr.
Volkland): Symphonien v. Mozart (Ddnr)u. Schubert (HmoU),
„König Manfred "-Ouvert. v, Reinecke, Gesangvorträga des
Frl. Barbi („Immer leiser wird mein Schlummer" und „Ver-
gebliches Ständclien" v, Brahms etc.).
Bern. l. Abonn.-Conc. der Musikgeeellschaft (Dr. Hun-
zinger): H. Symph, v. Beethoven, „AnsJtreon'-OuverL v. Che-
rubini , Solovorträge der Frau Loliäe-Nenhaus a. Paris (Oes.,
Arie a. „La Reine de Saha" v. Gounod, „Vieille Chanson" v.
Bizet, „Solvejg's Lied" v. Grieg u. „Herzallerliebster" von
Taubert) u. dos Hm. Becker a. Frankfurt a. M. (Violonc,
Conc. V. Haydn, Tatanteile v. Popper etc.).
Bingen. Conc. des Frl. Schwartz a. Cöln (Viol.) u. der
HH. Louwerse v. hier (Clav.), Ad. Müller (Gm.) und Hagen
(Violonc.) a. Flankfurt a. M. am .10. Oct.: Cmoll-Claviertrio
V. Brahms, „Novelletten" f. dieselben Instrumente v. Oade,
Soli f. Ges. V. Löwe W. Hill („DaeHerz am Rhein"), W. de
Mol (Lenzlied), f. Viol. v. Wieniawski (2. u, 3. Satz ans
dem DmoU-Conc.) u. £. Violonc, (Larghette eig. Comp., -An
der Wiep" v. Davidoff und „Blfentanz" v. Popper). —
CJavierabend v. Felicia Kirchdorffer a. Frankfurt a. M. mit
Compositionen v. S. Bach (Chromat. Phant, n. Fuge) Beet-
hoven (Op. 109), Liszt („Die Nachtigall« u. 13. Ung. Rhaps.),
J. Kwast (Etüde) u. A. ^
Bitterfeld. Conc. im „Casino" am 8. Nov. m. Solovor-
trftgen des Frl. Martini a. Leipzig (Ges., „Elaa'e Traum' ans
597
„Lohengrin^ v. Wagner. „Sehnsuchf v. P fitzner, „Wenn
lustig der Frühlings wind" v. Umlauft, „An die Nacht" v.
Lassen, „Herzensfrühling" y. Schaper, „Barharazweige" v.
Reinecke u. „La Follette" v. Marohesi) u. des Hm. Wer-
ner T. hier (Clav., Jagdlied u. Etnde ▼. Löschhorn etc.).
Breslau. 6. u. 7. Symph.-Conc. der Bresl. Gonoertcap.
(Kien^enschneider) : Symphonien y. Bruch (No. 1) u. Schu-
mann (No. 4), „Peer dfynt" -Suite y. Grieg, Oayerturen yon
Ahert („Astorga") u. A., Vorspiel zur Oper „Die siehen Bä-
ben" y. Rheinberger, Hochzeits-Morgenständchen y. P. La-
combe, Yalse-Gaprice y. G. Riemenschneider, Vorspiel
zum 3. Act des „Gouyerneur yon Tours" y. Reinecke u. a.
Orchestemummem, Soloyorträge des Frl. Höbich (Ges., „Lie-
bei^lück" y. Sucher etc.) u. des Hm. Schnelle (VioL, zwei
Sfttze a. dem 1. Gonc. y. Bruch u. Polon. y. Wieniawski).
Bromberg. Conc. der Liedertafel (Bauer) unter ^^esang-
solist. Mitwirk, der Frau Weckwarth, des Hm. Seyenn u. A.
m. am 8. Noy.: Ooncertouyert. y. L. Bauer, „Columbus" f.
Solo, Chor u. Orch. y. A. Schröder, Chorlieaer y. Storch
(„Nachtzauber"), Herb eck („Du kleines blitzendes Stemlein")
u. Bruch („Vom Rhein"), Die Lieder des Troubadours Raoul
le Preux f. Bariton m. Orch. y. H. Hof mann.
Chemnitz. 2. Geistl. Musikaufßlhr. des Eärchenchors zu
St. Jacobi (Schneider) unt. Mitwirk, der Singakad., der Frau
y. Lauppert-Martin (Ges.) u. deo Hrn. Hepworth (Org.): ,| Ag-
nus Dei" f. Solostimmen u. gem. Chor y. J. G. Kunstmann,
fem. Chöre y. M. Luther, Mozart („Aye yerum corpus") und
1. Grell („Benedictus" a. der 166timm. Messe), zwei drei-
stimm. Enabenchöre y. G. Kittan, Soli f. Qes, y. Meinar-
dus (Arie a. „Luther in Worms" u. Lied „Jerusalem") und
R. Becker („Wo du hingehst") u. f. Org. y. Rinck u. S. Bach
(Fuge üb. „Allein Gott in der Höh").
Christiania. 2. Conc. des Musikyer. (Holter) unt. solist.
Mitwirk, des Sängers Hm. Lammers: Festpolon. f. Orch. y.
J. S. Syendsen, zwei Island. Melodien, i, Streichorch. be-
arbeit. y. Syendsen, „Der Bergentrückte" f. Baritonsolo, Streich-
orch. u. zwei Hörner, drei Orchesterstücke u. zwei Gesänge f.
Baritonsolo u. Chor a. der Musik zu Biömson*s „Sigurd Jor-
salyar" y. Edy. Grieg (unt. Leit. des Comp.).
Coburg. 1. Conc. des Sängerkranz Coburg unter solist.
Mitwirk, des Frl. Altona u. des Hrn. Büttner (Ges.), sowie des
Hm. Schleicher (Clay.): 1 . Satz a. dem „Lobgesang" y. Mendels-
sohn, „Schön EUen" y. Bruch, „Landkennung" t. Männerohor
m. Baritonsolo u. Orch. y. Grieg, Scene a. „Frithjof" f. do. y.
Bruch, „Germanenzug" f. Männerchor u.Orch .y. Rheinberger,
Soli f. Sopr. y. Böhm („Still wie die Nacht"), Schumann u.
Grieg („Ich liebe dich"), f. Bariton y. H. Hof mann (Mono-
log u. Arie a. „Aennchen yon Tharau") u. f. Clay.
Üessau. 2. Conc. der Hofcap. (Klughardt): Esdur-Symoh.
V. Schumann, -Oberen" -Ouvert. von Weber, Soloyorträge aer
Frau Schmidt-Köhne (Ges., „Ruhe, Süssliebchen" u. „Vergeb-
liches Ständchen" y. Brahms, „Komm, wir wandeln" y. Cor-
nelius, „Solyejg's Lied" y. Grieg, Pastorale y. Bizet etc.),
des Frl. Schindler (Viol.. Ballade u. Polen. y.Vieuxtemps etc.)
u. des Hrn. Sormann (Clay., Walzer u. Seren, y. Moszko wski,
Mazurka eig. Comp., Polon. y. Liszt etc.), sämmtl. a. Berlin.
Genf. 1. Abonn.-Conc» im Stadttheater (W. Rehberg):
3. Symph. y. Mendelssohn, „Seines alsaciennes" y. Massenet,
Jubelouyert. v. Weber, Violinyorträge des Hm. Thomson ä.
Lüttioh (4. (3onc. y. Vieuxtemps, Romanze y. Rubin-
stein etc.).
Graz. 1. Kammermusikabend der HH. Beermann, Per-
dacher, Presuhn u. y. Oeiwenka (Streicher) unt. Mitwirk, des
Bjrn. Pohlig (Clay.): Streichquartette y. Mozart (Esdur) und
Schubert (AmoU), Phant. f. Clav. Op. 17 y. Schamann. —
1. Mitgliederconc. des Steiermark. Musikyer. (Degner): Esdur-
Symph. y. Mozart, „Egmont"-Ouyert. y. Beethoyen, „Meister-
singer"-Vorspiel y. Wagner, Violinyorträge des Hm. Beer-
mann (Conc. y. Gade, Romanze y. Syendsen etc.).
Innsbruck. Ausserordentl. Conc. des Musikyer. (Pem-
baur): Waldsymph. y. Raff, „Gtenoye£a"-Ouyerture y. Schu-
mann, zwei Bieg. Melodien f. Streichorch. y. Grieg, Clayier-
yorträge der Frau Menter unter Leit. des Hm. Sapellnikoff
(Esdur-Conc. y. Liszt und Zigeunerweisen y. S. Menter-
Tschaikowsky [?]).
Laibaeh. 1. Mitgliederconc. der Philharm. GeseUsohaft
(Zöhrer): 1. Symph. y. Brahms, 8. Ouyert. zu „Leonore" y.
Beethoyen, „Träumerei" u. Intermezzo a. der Suite f. Streich-
orch. m. obug. VioL (Hr. Gerstner) y. Wüerst, Vorträge des
Österreich. Damenquart, der Frls. Tschampa u. Gen. (Wiegen-
lied y. Brahms etc.).
Leipzig. Conc. des Riedel- Ver. (Prof. Dr. Kretzschmar)
unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Münch, der Frau Metzler-Löwy
u. der HH. Dierich u. Ejiüpfer y. hier am 18. Noy.: XJtrechter
Jubilate v. Händel-Chrysander, Missa in Fismoll f. Soli, Chor,
Orch. u. Org. y. F. Draeseke. — 8. Kammermusik im Neuen
Ghewandhaus: Streichquartette y. Mozart (Fdur), Schumann
(Amol!) und Beethoyen (Op. 180). (Ausführende: HH. Hilf,
Becker, Sitt u. Kiengel.) — Am 20. Noy. Aufführung des
Kirchenoratoriums „Selig aus Gnade" yon A. Becker durch
den Kirchenchor zu St. Johannis (Röthig) unter solist. Mit-
wirk, der Frls. Martini u. Handrich u. der HH. G. Borchers
u. Schreiber. (Orgel: Hr. Pfannstiehl.) — - 2. Musikabend des
Kammermusikyer. : Streiohquint. y. A. Dyofäk (HH. Payne^
Klesse, Löwenthal, Merckel u. Wolschke), Esdur-Clayiertrio
y. Schubert (Frl. Härtung u. HH. Kühn u. Ettels), Lieder-
yorträge des Frl. Hirzel („Gteheimniss" y. H. Goetz, „0 kehr
zurück" y. Berlioz und „Alte Liebe" und „Ständchen" yon
Brahms) u. ClayiersoH. — 8. Conc. des Pester'schen Dilett.-
Orch.- Ver. (Pester) : Werke f. Streichorch. y. Rein ecke (Trauer-
musik a. „Zenobia" u. Wiegenlied m. Violoncellsolo) und
H. Götze (Seren.), Duo f zwei Violoncells y. Kummer (HH.
Beyer u. SchiUizLg;), Gesangyorträge der Frau Wirth (Reo. u.
Ane a. „Der Widerspänstigen Zähmung" y. H. Goetz, „Aus
deinen Augen fliessen meine Lieder" y. F. Ries etc.).
Magdeburg. 1. Logenconc. (Kaufimann): Cdur-Symph.
y. Schubert, 8. Ouyert. zu „Leonore" y. Beethoyen, „Herz-
wunden" u. „Der Frühling" f. Streichorch. y. Grieg, Gesang-
yorträge des Frl. y. Spira a. München (Arie a. „Catharina
Cornaro" y. F. Lachner u. „Liebestreu", „Feldeinsamkeit"
u. „Meine Liebe ist grün" y. Brahms).
Mannheim. Aluul.-Concerte (Röhr): No. 1. 4. Symph. y.
Beethoyen, Italien. Suite f. Orch. y. Raff, „Phädra"-Ouyert.
y. Massenet, Gesangyortrl^ee der Frau Moran-Olden a. Olden-
burg (Arie a. „Oberen" y. Weber u. ^Isoldens Liebestod^ aus
„Tristan und Isolde" y. Wagner). Wo. 2. 4. Symph. y. Schu-
mann, Orchesteryariat. über ein Haydn'sches Thema yon
Brahms, Ouyert. „Im Frühling" y. Goldmark, Clayieryor-
träge des Hrn. Stayenhagen a. Weimar (Esdur-Concert yon
Liszt etc.). — 1. Kammermusik- Auf führ, der HH. Schuster,
Stieffei, Gaulö u. Ktindinger: Streichquartette y. Haydn (Ddur),
Mozart (Esdur) u. Beethoven (Ojp. 95).
Mtthlhansen i. Th. 26jähr. Stiftungsfest des Allgem. Musik-
yer.: 1. Conc. m. Bruch* s „Odysseus" unt. Leit. des Comp. u.
Solist. Mitwirk, der Frls. Strauss-Kurzwelly a. Leipzig u. Schacht
a. Berlin u. der HH. Thiede y. hier u. Settekom a.^raunschweig.
2. Conc. unter Leitung des Hm. Möller. Ouvertüre Op. 124
y. Beethoyen, „Herzwunden" u. „Der Frühling" für Streich-
orch. V. E. Grieg, Solo vortrage der Frls. Strauss-Kurzwelly
(„Von ewiger Liebe" von Brahms, „Wald Wanderung" von
Grieg etc.) und Schacht („Die Mainacht" y. Brahms, „Das
alte Lied" v. Lassen etc.) u. der HH. Marx (G^es.), Weisen-
bom (Clav., CmoU-Conc. v. Beethoven) u. Dittmar (Violine),
die drei Letzteren v. hier.
New- York. Antrittsconc. des Hm. A. Dyoi^k: National
Hymn (America), Bede des Hrn. Higginson „Two New Worlds",
-Torquato Tasso" y. F. Liszt (unt. Leit. des Hm. A. Seidl),
Triple-Ouvert. „Natur, Leben und Liebe", sowie „Te Deum"
(Solisten: Frau de Vere-Sapio u. Hr. Fischer) von A. Dvof äk
gmter Leit. des Comp.). (Der Componist empfing herzliche
vationen, obgleich die vorgeführten Werke nicht auf der
Höhe seiner bekannten übrigen stehen.)
Oberlln (Amerika). Piano Becitals des Frl. Emery am
28. u. 30. Sept.: Clavierquint. v. Schumann, Claviersoh von
V. Lachner (Prael. u. Toco), Schutt („Arabeske"), Chopin,
Mikuli (Mazurka), Fluber (Elegie), Mendelssohn, Wagner-
Brassin („Siegfried's Tod" u. Trauermarsch a. der „Götter-
dämmerung" u. „Wald weben" a. „Siegfried"), Grieg („ßro-
tikon"), X. Schar wenka (Valse-Caprice), J. Rhein oerger
^trod. u. Toccata), Brahms (Capriccio), Bizet (Menuett),
Schubert-Liszt (Barcarolle), Bach, Ad. Jensen („Am Meeres-
strand"), Schumann, Chaminade (Valse-Caprice) u. Beet-
hoven (Esdur-Conc).
Oldenburg. Conc. des St. Lamberti-Kirchenchors fKuhl-
mann) am 81. Oct.: Gemischte Chöre von E. F. Richter
(„O, wie er freundlich ist" und „Wie gross dein Leid auch
sei"), J. Haydn, V. Schurig („Sei getreu bis in den
Tod") u. Th. Schneider (JesusUed), Solovorträge des Frl.
Klingenber^ a. Berlin (G«s., „Weihnachtsspruch" v. C. Ra-
decke, „Sei stiU" y. Lessmann etc.) u. der HH. Kuhlmann
(Oig., Chromat. Phant. v. L. Thiele u. Pastorale v. S.Bach)
u. Krollmann (Viol., zwei Sätze a. der Suite Op. 36 v. F. Ries).
598
(Wie die „0. Z." in einem längeren Bericht u. A. schreibt,
ist „der Eindruck des Goncertes insgesammt ein durchaus
vollendeter" gewesen.)
Speier. 1. Oonc. v. Caecilien-Ver. u. Liedertafel (Sohefter)
mit Oompositionen von Mendelssohn: „Hebriden" -Ouvertüre,
„Athalia" (Solisten: Frauen Thielmann u. Walter a. Landau,
Frl. Ziegenhain a. Garlsruhe u. A. m., Declam.: Hr. Weger a.
Mannheim), GmoU-Clavierconc. (Hr. Schefter) und Arie „Sei
stille dem Herrn** (Frau Walter)
Wiesbaden. 1. Quartettsoir^ der HH. Nowak, Schäfer,
Sadony u. Eichhorn (Streicher) unter Mitwirk, des Pianisten
Hm. Spangenberg: Bdur-Streichquart. v. Mozart, Streichquar-
tettsätze v. Spohr u. Mendelssohn, F^ur-Claviertrio v. Godard.
— 1. Künstlerconc. der Curdirection unt. Leit. des Hm. Lüstner:
Cdur-Symph. v. Schubert, „Sommemachtstraum**-Ouvert. von
Mendelssonn, Scherzo- Valse a. „Boabdil" von Moszkowski,
Gesang vorträte des Frl. Barbi a. Bologna („Immer leiser" u.
„Der Mond steht über dem Berge" v. Brahmsetc). —
Symph.-Conc. des Gurorch. (Lüstner) am 6. Nov.: Gdur-Symph.
V. Schubert, „Sommemachtstraum"-Ouvert. v. Mendelssonn,
Scherzo „Lrrlichter und Kobolde" v. H. Hof mann, Elegie a.
der Seren, f. Streichorch. Op. 48 v. Tschaikowsky.
Winterthur. l.Abonn.-Gonc. des Musikcollegiums(Mun-
zinger): 5. Symph. v. Beethoven, „Robespierre"-Ouverture v.
Li toi ff, Solo vortrage der Frau Sprenger a. Bern (Arie „Wenn
der Feind ist verjagt" a. der Oper „Die Hochländer" von
F. V. Holstein, „Komm, wir wandeln zusammen" v. Gor-
nelius, Schlummerlied V. Wagner u. „Wem ffilts" V.L. Pabst)
u. des Hrn. Becker a. Frankmrt a. M. (VioTonc, Goncert v.
Haydn, Tarantella v. Popper etc.).
Zürich. 1. Abonn.-Uonc. der AUgem. Musikgesellschaft
(Dr. Hegar): 5. Symph. v. Beethoven, „Anakreon"-Ouvert. v.
Gherubini, Hmoll-Marsch f. Orch. v. Schubert-Liszt, Glavier-
vorträge des Frl. Durosiez a. Paris (AmoU-Gonc. von Schu-
mann etc.). — Gonc. des Männerchors Zürich (Attenhofer) unt.
Solist. Mitwirk, des Frl. Münch a. Leipzig u. des Hm. Fessler
v. hier am 6. Nov.: „Johanna von Orleans" f. Männerchor,
Soli u. Orch. v. H. Hof mann, „Römische Leichenfeier" ftir
Männerchor u. Orch. v. F. Gernsheim, Männerchöre „Vom
Rhein" v. Bruch u. „Ständchen" u. „Sicheres Merkmal" v.
Attenhofer, Gesangsoli von M. Stange („Die Bekehrte"),
G. Götze („Mein Stübchen"), L. Hartmann (Schwanenlied),
F. Hegar („Herzensfrühling") u. A.
H^^ Veraltete Programme^ sowie Programme ohne Angabe von Ort und
Datum müssen vollständig tmbeachtet bleiben!
Engagements und Güste in Oper und Concert.
Berlin. Zu den erfreulichsten Erscheinungen auf dem
Gebiete desVioUnsüiels zählt Hr. Felix Berber, gegenwärtig
Goncertmeister in Magdeburg, der kürzlich hier ein eigenes
Goncert veranstaltete und sich mit Goncerten von Joachim
(in ungarischer Weise) und Tschaikowsky trotz seines sehr
jugeniuichen Alters als ein Geiger von der Kunst Gnaden
auswies und dementsprechend einen durchschlagenden Erfolg
davontra^. Hr. Berber gehört mit Alfred Krasselt zu den
bedeutendsten Violinisten aus der so ungemein resultatvollen
Schule Adolf Brodsky 's während dessen nur kurzer Thätigkeit
am Leipziger k. Gonservatorium. — Carlsruhe. Ein grosser
Verlust, der unserer Oper drohte, ist glücklicherweise nicht
perfect geworden : Unserer ausgezeichneten dramatischen Sän-
gerin Frl. Mailhac war eine glänzende Engagementsofierte
aus München zugegangen, doch hat man die Künstlerin, in-
dem man ihre Gage bedeutend, wenn auch nicht dem Mün-
chener Anerbieten gleichkommend, erhöhete, zu halten ver-
standen. Jetzt, wo bei den Künstlern das Geld eine bedeu-
tend grössere Macht, als die Pietät und Anhänglichkeit besitzt,
ist dieser Ausgang der Afifaire immerhin etwas Seltenes. —
Dresden. In dem letzten Goncert des hiesigen Lehrergesang-
vereins wirkte als auswärtige künstlerische Kraft Frl. Bertha
Martini aus Leipzig mit und fand mit ihren durch sympa-
thischen Klang des Organs, gute Gesangsmethode und warmfüh-
] ige Auffassung sich erfreulich auszeichnenden Liedervorträgen,
von denen sie Zweie wiederholen musste, die lebhafteste Aner-
kennung. — Halle a. S. Wie schon kürzlich in einem Gon-
cert der Berggesellschaft ein Schüler des Hm. Prof. Martin
Krause in Leipzig, der genial beanlagte Anton Foerster, mit
seinen durch Geist und Temperament aussergewöhnlichen
Cla Viervorträgen für die von seinem Lehrer erhaltene höhere
künstlerische Ausbildung die bündigsten Beweise erbrachte, so
war es neuerdings ein weiterer Schüler des angesehenen
Gla Vierpädagogen. Hr. Thilo Becker, der in einem Goncert,
das er im Saale aer Loge zu den fünf Thürmen mit der hie-
si^n Goncertsängerin Fn. Leist veranstaltete, ebenfalls sowohl
mit der echt künstlerischen Wahl der Vortragsstücke, als deren
feinmusikalischen Auffassung; und technisch virtuosen Aus-
führung das nachhaltigste &teres8e und den warmen, ein-
helligen Beifall des Publicums erregte. — Wiesbaden. fVau
Sigrid Arnoldson hat kürzlich hier mit grossem Erifolg die
Garmen dargestellt in einer in ihrer individuellen Art ganz
vollendeten Wiedergabe, deren Wirkung nur dadurch ver-
kümmert wurde, dass sich der Gast der minzösischen Sprache
bediente und dadurch bei Allen Anstoss erregte^ denen ein
derartiges Sprachgemengsel auf der Bühne mit Becht ein
Gräuel ist. — Wien. Im letzten Gesellschaf tsconcerte docu-
mentirte sich Frl. Adele ausderOheals forme Liüzt-Spielerin.
Kirchennnusik.
Leipzig. Thomaskirche: 19. Nov. „Unser Leben währet
siebenzig Jahre" v. S. Galvisius. ^Mitten wir im Leben sind"
V. Mendelssohn. 20. Nov. „Domme Jesu" u. „Hostias" aus
dem Requiem v. Mozart.
Chemnitz. St. Jacobikirche: 23. Oct. „Nun weiss und
flaub ich feste", geistl. Lied v. Kittan. 30. Oct. „Danket dem
[errn, denn er ist freundlich" v. Engel. 31. Oct. „Wie lieb-
lich sind deine Wohnungen" v. Th. Schneider. 6. Nov. Gebet
V. G. Götze. 13. Nov. Gebet „In deine Hände, o Herr" von
E. F. Richter. 20. Nov. „Wenn ich einmal soll scheiden" v.
S. Bach. — St. Paulikirche: 23. Oct. „Neige, o Herr, dein
Ohr" V. Jadassohn. 30. Oct. „Vaterunser" v. Fesca. 81. Oct.
„Es ist ein köstlich Ding" v. Reissiger. 6. Nov. „Ach bleib
bei uns" v. G. Reinecke. 13. Nov. „Verbirg dein Antlitz
nicht vor mir" v. E. F. Richter. 20. Nov. „Wenn der Stifter
der (Geschlechter" v. Jadassohn. — St. Petrikirche: 28. Oct.
„Gloria in excelsis" v. Grell. 30. Oct. „Ein getreues Herze
wisse" V. MayerhoAT. 31. Oct. „Richte mich, Gott" v. Jadas-
sohn. 6. Nov. „Ich komme vor dein Angesicht" v. Haupt-
mann, 13. Nov. Dasselbe. 20. Nov. „Entzücke mich mit dei-
nem Licht" V. Alb. Becker. — St. Nicolaikirche: 28. Oct.
Rec. u. Duett a. „Paulus" v. Mendelssohn. 81. Oct, „Selig
sind, die Gottes Wort hören" v. Franke. 6. Nov. „Der Herr
ist mein Hirt" v. Engel. 20. Nov. „Die richtig vor sich ge-
wandelt" V. Engel. — St. Johanniskirche: 31. Oct. „Wenn
Ghristus seine Kirche schützt" v. Dolos. 6. Nov. „Meine Seele
ist still" V. Hauptmann. 20. Nov. „Wiedersehen" v. Rolle. —
Schlosskirche: 31. Oct. „Erhalt uns deine Lehre" v. Wermann.
13. Nov. „Gott ist mein Heil" v. Schulz. 18. Nov. „Kyrie"
V. Th. Schneider. 20. Nov. „Was ist der Mensch auf Erden"
V. V. Lachner.
Hamburg. Motette in der St. Petrikirche (Hamburger
Kirchenchor [Th. Odenwald]): 18, u. 20. Oct. Ghöre v. S. Bach
(„Es ist nun aus mit meinem Leben", Tonsatz v. F.Wüllner)
u. „Wann wir in höchsten Nöthen sein"), R. Schwalm („Selig
sind die Todten"). J. M. Bach („Ich weiss, dass mein Erlöser
lebt") u. J. Paohelbel („Was Gott thut"), Orgelcompositionen
V. D. Buxtehude (Ghoralvorspiel über „War Gott nicht mit
uns"), Th. Berthold (Ghoralphant. „Herr, wie du willst") und
Gluck (Todtenklage a. „Orpheus"), vorgetr. v. Hm. Armbrust.
25. u. 27. Oct. Chöre v. Ghr. H. Rinck („Selig sind des Him-
mels Erben"), M. Hauptmann („Gott, mein Heil"), S. Bach
(„Ein feste Burg") u. D. Bortniansky („Doxologie"), Orgelcom-
positionen V. Mendelssohn (drei Säteea. der l.Son.)u.S. Bach
(Ghoralvorspiel „Es ist das Heil" u. Gmoll-Fuge), vorgetr. v.
Hm. Armbrust. 1. u. 3. Nov. Ghöre v. Händel („Halleluja"),
Mendelssohn (Psalm 100), Palestrina(„ Horch, die liebe Stimme"'),'
B. Marcello („Ecce enim veritatem") u. M. Luther („Ein feste
Burg"), Geistl. Lied f Sopransolo (Frl. Faller) u. Knabenchor
m. Orgel u. Harfe v. A. Becker, GmoU-Phantasie für Orgel v.
S. Bach, vorgetragen von Hm. Armbrust. (Der Hamburger
Kirchenchor ist am l.Nov. 1882 von seinem jetzigen Director
Th. Odenwald gegründet und dem Leipziger Thomanerchor
und Berliner Domchor nachgebildet worden. Derselbe besteht
aus ca. 100 Mitgliedern [80 !ESiaben und 20 Herren], welche den
Leistungen entsprechend honorirt werden und in festem Ver-
tragsverhältniss zum Director stehen. Seit mehreren Jahren
werden die Mittel zur Erhaltung des Ghores vom Hamburger
Staate gewährt, welcher auch die Verwaltung führt. Die
Thätigkeit des Instituts besteht in wöchentlich zweimali^r
Motetten- Aufführung, deren Besuch Jedermann unentgelthch
freisteht. Ausserdem hat der Ghor auf Verordnung des Senats
l
599
aus besonderen Anlässen am Abend-Gottesdienste mitzawirken
u. dergl. Die Motetten finden am Dienstag 2^9 TJhr und am
Donnerstag T'/a Uhr in der St. Peterskirche statt. Die ver-
schiedenen Tageszeiten sind gewählt worden, um den ver-
schiedenen Qesellschaftsclassen zu ermöglichen, sich dieAuf-
fiührnngen anzuhören. Aus diesem Qrunde und weil that-
sächlich die Zuhörer der beiden Tage gänzlich verschiedene
sind, wird an beiden Tagen im Princip dasselbe Programm
vorgetragen. In der Regel wirkt der Organist zu St. Petri,
Hr. Carl Armbrust, bei den Aufftihrungen mit. Die Texte
werden den Zuhörern unentgeltlich verabfolet.
Plauen i. V. HauptkLrcne: 23. Oct. „Siehe, wie fein und
lieblich** v. F. Kiel. 30. Oct. „Hosianna Gott unserm Herr-
scher" V. R.Volkmann. 31. Oct. Ouvert. „Ein feste Burg" v.
0. Nicolai. 6. Nov. „Liebster Herr Jesu" v. S. Bach-WüBner.
18. Nov. „Agnus Dei" v. Schumann. 20. Nov. „Recordare",
„Gonfutatis" u. „Lacrymosa" a. dem Requiem v. Mozart. —
Lutherkirche: 16. Oct. „Ich will dich heben" v. G. Joseph-
Stecher. 13. Nov. „Gott, dem es eigen ist" v. Alb. Becker.
Torgau. Stadtkirche: 6. Nov. „War Gott nicht mit uns
diese Zeit" v. O. Taubert. 20. Nov. „Siehe, wir preisen se-
lig" V. Mendelssohn. „Mit Fried und Freud ich fahr dahin"
V. 0. Taubert.
OpernaufYUhrungen.
October.
Cassel. K. Hoftheater: 3. Der PostiUon von Lomnmeau.
6. u. 16. Gringoire. Schauspieldirector. 7. Zar und Zimmer-
mann. 9. Aida. 18. Der schwarze Domino. 20. Der WaflTen-
schmied. 22. Rienzi. 23. Die Regimentstochter. 25. Hans
Heilmg. 27. Gringoire. 28. Pidelio. 80. Don Juan.
Wien. K. k. Hofoper: 1. Rigoletto. 2. Margarethe. 4.,
9., 16., 18., 21., 28. u. 81. Gringoire. 6., 7. u. 29. Cavalleria
rusticana. 6., 11. u. 25. Manon. 8. Der Prophet. 10. Sylvia.
12. Bastien und Bastienne. Freund Fritz. 14. u. 27. Des
Teufels Antheil. 16. Die Walküre. 17. Werther. 19. Die
Eöni^n von Saba. 20. Romeo und Julie. 22. Mignon. 23.
Das Kheingold. 24. Don Juan. 26. Siegfried. 30. Die
A£rikanerin.
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Fei. Draeseke's neue Manuscript-Messe kam vorigen
Freitag durch den Riedel- Verein zu Leipzig zu ihrer ersten
AufHihrung und machte zumeist einen tiefen Eindruck. Wir
kommen in n. No.* auf die Novität zurück.
* Das Eidgenössische Sängerfest findet vom 8.— 10.
Juli n. J. in Basel in dem üblichen Arrangement — nur das
ofi^cielle Mittagsessen fä.llt weg — statt.
* Die am 3. und 5. Nov. stattgefundenen Wiederholungen
der von Hans Huber componirten Musik zur Baseler Yer-
einigungsfeier im vergangenen Sommer waren von stür-
mischem Erfolg für den Componisten begleitet. Verschiedene
Nummern mussten wiederholt werden.
* Der 70. Greburtstag des gegenwärtigen hochverdienten
Directors des k. Conservatoriums der Musik zu Leipzig Hm.
Dr. O. Günther hat u. a. Ehrungen, welche dem all ver-
ehrten Jubilar dargebracht wurden, seitens der Schüler des
Instituts eine „Günther-Stiftung" ins Leben gerufen. Wie
dieselbe von Schülern gegründet worden ist und ausschliess-
lich durch Beiträge von Schülern vergrössert werden soll, so
sollen die Unterstützungen, welche sie bezweckt, auch nur
Schülern der Anstalt zugute kommen.
* In Chicago wurde eine Gesellschaft mit einem reichen
Capital zu dem Zwecke einer theatralischen Unternehmung
begründet, welche sich ausschliesslich auf die Geschichte
des Christoph Columbus beziehen soll. In einem eigens
zu errichtenden Theater, welches 10,000 Personen fassen soU,
wird drei Mal täglich gespielt werden. Ein Chor von 500
Stimmen, ein Orchester von 120 Mann, ausserdem für die
Bühnenmusik 40 Mann, sollen zusammengebracht werden.
Hr. X. Scharwenka soll die Musik zu diesem Festspiel
componiren.
* Eine reiche Fundgrube hat der soeben verstorbene
englische Dichter Tennyson in seinen Werken den Com-
ponisten geboten, denn nicht weniger als 613 musikalische
Compositionen , unter diesen etwa 400 Lieder, sind Verto-
nungen von dessen G^ichten.
* Ravenna, die Vaterstadt des vor einem Vierteljahrhun-
dert berühmtesten Orchesterdirigenten' Angelo Mariani, ehrt,
nachdem es früher Eine seiner Strassen mit dem Namen
dieses Künstlers belegt, jetzt dessen Andenken durch Ueber-
tragung seiner Asche auf den neuen Friedhof und Errichtung
eines Grabdenkmals auf Kosten der Stadt.
* In Massa (Toscana) wurde dem 1637 dort geborenen
frössten Organisten Italiens, Bemardo Pasquini, ein Ge-
enkstein gesetzt.
* In Rom hat sich unter Direction unseres geschätzten
Mitarbeiters Hm. Dr. Spiro ein deutscher Chorvereinge-
bildet, der zu Beethoven's Geburtstag zum ersten Mal an die
Oeflfentlichkeit treten wird.
* In Wiesbaden sind von Seiten der Polizei die Sonn-
tagsproben für das Theater verboten worden, was dem
Künstlerpersonal sehr angenehm sein wird.
* Im Hoftheater zu München beginnt Ende d. Mts. eine
vollständige „Nibelungen "-Auffuhrung.
* In der k. Oper zu Berlin ging am 16. Nov. erstmalig
die Oper „Genesius" von Felix Weingart ner in ausgezeich-
neter Ausführung mit schönem Erfolg in Scene. Den Text
zu der textlich wie musikalisch jedenfalls sehr interessanten
Novität hat der Componist selbst unter Benutzung der Opem-
dichtung „G^minianus" von Hans Herrig hergestellt, wel-
chen Umstand aber das gedruckte Textbuch verschweigt.
* Die neue komische Oper „Signor Formica" von Eduard
Schütz ist am 18. d. Mts. im Hofopernhaus zu Wien mit
freundlichem Erfolg erstmals in Scene gegangen.
* In Graz hat eine neue dreiactige Oper des dortigen
begabten Componisten Hans von Zois, „Der Venefianer" oe-
titelt, bei ihrer am 12. Nov. vor sich gegangenen Premiöre
eines grossen Erfolgs sich zu erfreuen gehabt.
* In der Kroll-Oper zu Berlin hatte am 16. Nov. die
zweiactigeOper „A Santa Lucia" des jungen ItalienersP. Tasca
einen sensationellen Erfolg, um weichen sich in erster Linie
die mitwirkenden Gäste Gemma Bellincioni und Roberto
Stagno verdient machten. Was bei solchen Gctötspielen selbst
nicht grossen Bühnen möglich zu sein scheint: die sprach-
liche Uebereinstimmung der Darstellenden, bei dieser Auf-
führung wurde sie zur That!
* Die zweiactige Oper „Die Bajazzi** von Leoncavallo,
welche im Sommer in Wien Aufsehen erregte, ist jüngst auch
in Livorno mit grossem Erfolg in Scene gegangen und wird
nächstens in der Hofoper in Berlin ihre Premiöre erleben.
* Die Stadt Zürich hat dem dortigen Theatercapell-
meisterHm. Kempter in Anerkennung seiner künstlerischen
Verdienste das Bürgerrecht — eine in den Schweizer Städten
auch pecuniär sehr werthvolle Auszeichnung, — geschenkt.
* Die Universität Cambridge hat dem Maöstro Verdi den
Doctorhut angeboten, doch erklärte sich der Meister wegen
seines hohen Alters ausser Stande, die weite Reise zu unter-
nehmen.
Todtenllste. Albert Jungmann, bekannter Saloncom-
ponist für Ciavier, t» Ö8 Jahre alt, kürzlich in Paudorf bei
Krems. — Prof. G. Brückner, Decorationsmaler in Coburg,
berühmt durch seine Bayreuther künstlerische Thätigkeit, f,
48 Jahre alt, am 11. Nov. — F. Mittelhauser, Heldentenor
der Hof bühne zu Mannheim, ein hofl&iungsvoUer Künstler, f,
erst 30 Jahre alt, kürzlich in Folge eines Herzschlages.
Zur gef. Beachtung.
Ausw^ärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concerte veranstalten und sich hierzu der gescnäft-
liehen Unterstützung des Hrn. Ernst Eulenburg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, falls sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gefällige dlrecte
Zusendung der Billets an uns gebeten.
Leipzig.
Die Redaetion des
„Nnsikalisehen Wochenblattes''.
r
OfTener Spreohsaal.
1 Hm, Heimann Wolff ii
Herr Concertngent Her
seine BebAndlang u
Lieber Herr Pritzscli!
Am S8. October bekam ich i
Berlin folgenden Brief:
„Lieber Herr Siloti!
Tel^erapliii^n Sie mir bei Erhalt dieser Zeiten, was Sie
t'iiT 20 Ooncert« in den Vereinigten Staaten (Amerika) im
Januar verlangen. Beim und Hotel frei. Nur wenn die An-
sprüche nicht groas Bind, kann die Sache zn Stande kommen.
Ansaer der Provision iür mich sind 5"/, an meinen amerika-
□ iscben Vertreter zu zahlen.
Mit Oruss
Ihr Hermann Wolff."
Da in diesem Briefe weder der Impresario resp. ünt«r-
uehmer der Tournto, noch der Ciavierfabrikant, dessen Flügel
zu spielen waren, genannt war, ich aber keinesfalls mich zur
Kedome tüi eine mir unbekannte Ciavierfirma und deren
möglicherweise fragwürdieien Fabrikat« hergeben wollte, ao
nannte ich Hrn, Wolff telegraphisch die Summe, welche ich
verlangte, und fügte die Bemerkung .Wahl des Claviers vor-
buh^ten" dazu. Bis 14. November bekam ich keine Antwort
von Hm. Wolff; ich fragte ihn telegraphisch an, ob eine
,,Antwort aus Amerika" angekommen" sei Am 16. Nov. erhielt
ich endlich folgenden Brief:
„Geehrter Herr Siloti!
Keine Antwort! Aber von Ihrem Standpunote ans i»t
doch Nichts zu machen. Ihre Bedingungen sind viel zu bo^.
Da femer die Offerte von einer Ciavierfirma aasgeht, oo
können Sie nicht die Wabl des Ctaviers haben! Wir mflsaen
günstigere Qelegenheit abwarten.
Inzwischen mit bestem Oruss
Ihr
nn Wolff."
Sie können sich vorstellen, wie ich mich gewundert bab«,
dass Hr. Wolff mir am 14. November Das schreibt, wm er
schon am 28. October, d. h. sofort nach meiner Depesche,
mir h&tte mittheilen können. Meine Bemerkung: „Wahl des
Claviers vorbeb^ten" hieas für die Clavierfirma, welche diese
Tournee arrangirt, so viel wie „nein", besonders wenn dieselbe
eine weltbekannte ist.
Es wäre mir sehr angenehm, wenn die betreffende Cla-
vierfirma diese Zeilen zu lesen bekäme. — Mag Hr. Wolff die
Geschäfte der grossen Künstler sehr prompt auä^ren, jeden-
falls aber l&sst die Art und Weise, wie er mit KünsÜem um-
springt, welche, wie ich, die für seine geschäftlichen Zwecke
<£enlicbe Berühmtheit noch nicht angetreten haben, sehr Viel,
ja zu Viel zu wünschen übrig.
Mit herzlichem Grusse
Ihr ganz ergebener
A. Siloti.
Kritischer Anhang.
Neue Lieder für eine Singstimme mit Ciavier-
begleitung.
Theodor HQUer-Seutsr. Gesänge, Op. 7. Frankfurt a. M.,
Steyl & Thomas.
Müller-Reuter ist sehr für das Fröhliche, darum hat er
seine Wahl unter den Liedern in Wolffs „Der wilde Jäger"
getroffen. Testlich ond musikalisch sind die Gesänge vor-
trefflich in ihrem lustigen, frohmuthigen Wesen zu einander
i>as8end und anch, wo der Dichter derber zntrat, wusste der
Componist zu folgen, wie in dem „Gling glang Gloria!" und
„Das Vierblatt". Weniger nett, als die heiteren Stücke der
Siimmlnng finden wir die sentimentalen, das „Loos ist der
Tag" nnd „Im Orase thauts", denen zuweilen die Nattkrlich-
bait fehlt.
i. Nürnberg, Wilhelm
Diese Lieder bieten in keiner Weise etwas Besonderes,
aber sie sind recht frisch und natürlich er^nden, mit einer
gewissen Noblesse gemacht nnd wirken darum ganz angenehm.
Q. Kramm. Zwei Lieder, Op. 10. Dftaseldorf, W. Bayr-
hoffer Nachfolger.
Die beiden Lieder lassen völlig gleichgiltig und bringen
»lieh nicht das Geringste, woran man sich ertreuen könnte.
Theobald Behbaum. Drei Lieder, Op. SS. Berlin, Carl
Christian Sindlng. Alt« Weisen.
Lieder und Gesänge.
Lieder.
Christiania, Gebrüder Hals.
Den Werken nordischer Künstler haben wir von jeher
lebhaftes Interesse entge^n getragen und uns in unseren
Erwartungen, die wir von Vornherein hatten, eigratlich selten
genug getäuscht gesehen. Aach Sinding'a Cmnpositionen
haben wir gleich mit besonderen Erwartungen in die Hand
genommen und nachher, bei der Dorchsicht. gefonden, dose
sie ihre besonderen W^e ^hen und wirklich eine inJBge-
prägt charakteriBtische Physiognomie zeigen. Hervomwend
ist das der Fall bei den sechs nach Gedichten aus „Des Eiw-
ben Wunderhüm" geschriebenen Liedern, die so ungeeucht-
eigenthOmlich klingen, so reizend den Ton der älteren Volks-
weise treffen und ebenso das Gemüth berühren, wie die schö-
nen ihnen zu Grunde liegenden Worte. Eigenartig ist theo-
&Us der Inhalt der beiden anderen Liederhefte, wenn sach
nicht in demselben Grade einfach und natürlich, nicht so m-
mittelbar zu Herzen gehend; interessant aber nnd anregend
sind auch diese Sachen.
Rehbanm's drei Lieder haben ein angenehmes, aber etwas
eawöhnliches Gesicht, wie man es bald joden Tag zu sehen
bekommt
Ferdinand Schilling. Sechs Lieder, Op. SO.
2hrei Lieder, Op. 25.
Vier Lieder, Op. 30.
— — Drei Lieder, Op. 32,
Drei Lieder, Op. 38.
Frankfurt a. JH., Stejl & Thomas.
Diese Lieder sind zwar melodiös und wohlklingend, aber
nicht Eines davon besagt etwas Ausserordentliches, bei dem
es lohnte, länger zu verweilen.
Louis Bödecker.
Brie f h asten.
S. O. F. in W. Von dem gegenwärtigen Aufenthalt des
„^mosen Musikgelehrten und Tondichters A. B. haben wir
cbeasowenig eine Ahnung, wie von den litterarischen und com-
positorischen That«n, welche die Menschheit von ihm noch zn
erwarten hat.
F. W. in K. Der Pianist A. F, weilt, so viel wir wissen,
noch in Amerika. — Blüthner-Flügel finden Sie in Jeder
grösseren Stadt vertreten.
\ keine
E. D. in S. In dieser Beiiehung lassen
Vorschlage machen, da wir die betr. Verhältnisse mindesteas
so genau wie jeder Andere, kennen.
L. K, in R. Von den hiesigen Chorvereinen steht eine
Aufführung des Deutschen Reg^uiem von Brahma 9is diesen
Winter nicht zn erwarten; ob von Seiten des Gewandhaus-
Concertinstitutes eine solche geplant wird , wissen wir
«Ol
. n z e 1 er o IL'
Wilhelm Hansen's Musik-Verlag. Leipzig.
Neue Kammermusik-Werke:
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'{Bei dem Internationalen StreJohquartett-ConCUrs
der Kammermusik -Gesellschaft in St. Petersburg
durch Urtheilsapruch der Preisrichter Herren P. TsohaV-
kowslty, E. Napravnfk, N. Rimsky-Korsakow und
H. Laroche am 6./18. Mars 1892 mit dem ersten
Preise gekrOnt)
Erste Anfführung in St. Petersburg: ara 15./27.
April 1892. Aasfährende: HH. AlbrecM, Hille, Hllde-
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Edga
Der mit dem Wirkungskreis des Berliner Philhar-
monischen Orchesters verbundene Sommeraufenth< in
SchevBuingen ist meiner Gesundheit so wenig günstig,
dass ich dadurch veranlasst worden bin, meine jetzige
Stellung zum 1. Hai 1893 aufzuküniltgen. Von diesem
Zeitpunct ab oder später suche ich eine anderweitige
Th&tigkeit, vorzugsweise als Dirigent von Symphonie- und
Oratorienconcerten. [ IB7 la.]
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stimiDen Jt 7,~. Clcrieratuang d«s Orcheate» jl 2,50.
602
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,875 Mozarts jBgend-Opern.
Jl Jt Jt
I , Die Schuldigkeit des ersten Gebotes . —,60. —,76. — ,-
3. Apollo et Hyaointhus —,«0. — ,75, —,-
3 Bastieu und Bastienne —,30. —,50. — ,-
-I. La flnta semplice 1,06. l.as. — ,-
,->. Mitridate -,90- 1,25. 1,7
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Dm FreondeBkrei« von Mam BtnOi i>«((MAffm Xtutker- \
—almOer ist mit jedem Jahrs grüBwr geworden, «noli der
JtthrgMie wird gewiss vledenm ullgemelnen Beifall fladei
i Orttute BeMAaUtiiliMt daa IllutlU, wMim Atu^iiltuiii/, Ot
\hafter Bttiband «nd «fcr Mdlff«- IVai. itnd dU Torwügm^
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ClavierstOoke. ^ 2,25.
Inhalt: Ehrinnerung. — Elegie. — Valse mignonne. —
Fröhlicher Augenhlick. — Frühlingsgruss.
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Ciavierstücke zu 4 Händen f. d. untere Mittelstufe.
Inhalt: 1. Früh am Morgen. 1 ^. 2. Ländlicher
Friede. 3. Tanzende Kinder. 4. Auf Bergeshöhen.
5. Im Thale. 6. Heimwärts. No. 2—6 k Ib 4.
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Op. 152. Scherzino. Ji 1, — .
Op. 153. Toccatina. Jl 1,—.
Op. 154. Tempo dl ballo. Ji 1,—.
Op. 156. Zur AufVnunterung. Sonatine (im
Violinschlüssel). Ji 1, — .
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Ji 1, — . No. 3 — 4 zusammen Ji 1, — .
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BeichhaltiRkeit — einzig in ihrer Art dastehende, prächtige,
musikalische Weihnachtsgahe "
(Fritz Luhrich in „Die Orgel".)
„eine pi^chtige, auüs anmuthigste ausgestattete Weihnachts-
fi^be" »Wir wllssten keine erfreulichere musikalische
Weihnachtsgabe auf den Festtisch zu legen "
(Bernhard Vogel in „Leipziger Nachrichten**.)
£ine „prächtige Gabe**, die „nicht nur durch Reichhaltig-
keit, sondern auch durch sinnig anregende Anordnung des
Inhalts** sich auszeichnet.
(Heinrich Pfeil in „Leipziger Tageblatt").
„Eine originelle Festgabe." yj^^^ Gedwike ist vor-
trenlich, und man kann sich denken, welche intensive Wir-
kung diese sohdne musikaUsohe Feier auf die Herzen der
Kinder sowohl wie der Erwachsenen hervorbringen muss.
(Ferdinand Pfohl in „Daheim").
In ganz ähnlicher Weise beurtheilen und empfehlen das
Werkchen noch die Leipziger „lUustr. Ztg.", die „Dresdner
Ztg.", die „Dresd. Nachr.**, der „NOrnbg. Anz." etc. etc.
Leipzig.
[1387.]
C. F. W. SlegeFs Musikalienhandlung
(R. Linnemann).
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In der Polen-Schenke. 1 Ji,
Wiegenlied. 1 JI,
Schlaflose Nacht 1 Ji.
Ländler. 1 Ji.
Walzer. 1 Ji.
Erinnerungen. 1
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Leipzig.
[1888.]
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[1389.] Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig.
Piutti, Carl, Op. 3. Drei Interludien für Orgel. Ji 2^6.
r
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Lehrerin fDr Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
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Ernst Scluielder,
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. . . » j .^ (Bariton). [1402.]
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Baden-Baden«
Vertr. H. ^NoVS. Borlln.
O^-^V^ubertb's MaslkaÜMhes
>3wll Fremdwörterbneh.
19. Auflage. Gebunden 1 Ji. ri40S!]
Yerlag von J. Schaberth A Co., Leipzig.
Drook Ton O. O. fiödar in Leipzig.
Hierzu eine Beilage von E. Hatefeld in Leipzig.
Leipzig, am 1. December 1892.
Duck iSiDUlliche BDcb-, £,uii:-
llll aDSiUaUBltaBdlDIIgtD, lOTlG
datcb alle FnläiDtei
m üi iiittiUKki ffockukun
Mitlaiti iiiHiilimii iiii.u
Emacieu II HiMlin.
"^«^i^►^ für Musiker jandjffusikfreunde. ^J^
V Verantwortlichor Redactenr und Verleger; ^ß
för Musiker jpdJKusikfreunde.
Verantwortlichor Redactenr und Verleger;
£. W. FritiBoh,
Leipzig, Könlgestrasse 6.
XXni. Jahrg.]
Dm MuRikalJBche Wochenblatt eraobeint j&briich in 52 Nummern. Der Abonnenienttbetrsg
für Oa.f Quartiil von 13 Nnmmern ist 3 Mark; eine einielneNummer kostet 40 Ifennige. Bei
dirocter frankirter Kreuzbandsendunf; treten nachstehende viertel jährliche Abonnemente-
S reise in Kraft: 2 Mark 50 Pf, für dae Deutsche Reich und Oesterreich. — 2 Mark 75 Pf.
jr weitere Lilnder des Allf;emeinen PoatierpinB, — Jahresabonnpmente werden unter
ZuRmndeleffung Torstebender BeEugBbedinffnngen berechnet.
Die InxertionsgebahreD (ur den Raum einer gespaltene oPetibeile betragen 90 Pfennige.
[Ro. 49.
Fr. Joh. ScIiUtky, U. Snhate n
li'ar Waliieriae. - Tagesfesohlohte : MnilkbrlBf
tplela In Oper Dnd Oancoii. ~ Kirch enniiilh. —
- KritlBCbar AnhMe; Liedar Ton H. Krettehmkr,
Zur Passionsmusik nach dem Evangelisten Lucas
von Johann Sebastian Bach.
Von Paul Graf Waldersee.
DiiH Neu Leipziger Gesangbucli, liprausgegebm von
Üotllried Vopelius (Lcipaig, 1682) etilbillt u. A. zwei
Cliorälo, welche aueb in der Lucas-Passion vorhanden sind.
Die Partitur der Letzteren ist noch niclit voroiTentliubt, wir
beliehen uns auf den nach der OH^inatpartitur von
A. Dorfl'el eingeri'-liieten OnvicrauBzug (l^cipzig, Breit-
kopf & Harte'), in dem die betreffenden Choiille unter
No. 40 „Ads der Tiefe rufe ich" (Seite 48) und No. 68
„Freu Qicb sehr, o nieine Seele" (Seite 90) zu linden
sind:
Im Gesangbiidie sind sie auf Seito 936 und 918
aogedruckt und lauten hier .
Di« Chovalmelodien §ind, von einzelnen Differenzen
abgesehen, im alten Druck und in der Lncas- Passion die
gleiclion, die Bearbeilangen der Choräle zeigen unver-
kennbare Äehnlicbkeiten. Dieser Umstand ist der Erwft-
gnng werth, sumal er diese Passion betriSl, welche doch
nicht von Jedermann für eine Composition Bach's aner-
kannt wird.
Im Choral „A^a der Tiefe rnfe ich" sind die B&sse
fast die gleichen; wir lassen sie, einander gegenüberge-
stellt, folgen:
Nach der Lucas-Paasion :
Im Choral „Freu dich sehr, o meine Seele" sind die
den vier ersten Noten des 1. Abscbnittei und
den sechs letzten des 2. Abschnittes die gleichen. Ferner
Aefanlichkeit in der Stimme nf abrang nachweisbar:
Abschnitt 2, vorletzter Accord hier und in der Lucas-
Passion ein Dreiklang mit fehlender Terz.
Abschnitt 4, 3. bis 7. Note Octavenparallelen auf der
Arsis zwischen Tenor und Bass, hier:
, in der Lucas Passion also:
der Zufall ein neckisches Spiel oder stehen
in lösenden R&tbsel gegenüber?
Wir vermuthen, dass der Bearbeiter der beiden Cho-
räle im Gesangbuche identisch sei mit dem Bearbeiter
der betreffenden Choräle in der Lucas -Passion. Die Melo-
die und dieHarmonie des Chorals „Freu dich sehr, o meine
Seele" stammt von Johann Hermann Schein her. Dieses
besagt die Ueberschrift und folgender Satz aus der Vor-
rede des Gesangbuches:
„Weil nun unter andern guten Autorihua, fürnem-
lich Herr Johann Hermann Schein seel. in seinem Can-
tional sehr natürlich und lieblich ist; Als hat wohlge-
dachter Herr Autor nicht wenig zu diesem Wercke ber-
leihen müssen. Wo aber dessen (gleich wie auch anderer
Stimmige Composition von Noten su
Noten in dieses Gesangbuch ist eingetragen worden , da-
selbst ist allezeit oben bey der Discant-Stimme ihr
ausdrücklich gesetzter Nähme zu sehen."
Wir folgern weiter: Die beiden Chorftle des Gesang-
buches scheinen einer bereits im Jahre 1682 vorhandenen
607
PaBsionsmnsik entnommen, und da Schein einen Choral
derselben melodisirt und harmonisirt hat, so wird er yer-
muthlich der Componist der ganzen Passionsmusik ge-
wesen sein.
Diese Passionsmusik hat sich des Wohlgefallens
Bach's zu erfreuen gehabt, sodass er die Mühe nicht
scheute, sie eigenhändig abzuschreiben. Das Vorhandensein
dieses Autographs hat die Veranlassung gegeben, die
Composition der Passionsmusik nach dem Evangelisten
Lucas ihm zuzuschreiben, während sie wahrscheinlich
von Johann Hermann Schein herrührt.
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Frankfurt a. H., im November.
(Schluss.)
Die beiden Kammermnsikabende der Museums-Ge-
sellschaft brachten Quartette von Haydn, Beethoven (Op. 180),
Schubert und Schumann, sowie unter Mitwirkung des Hm.
James Kwast die Pianoforte-Yiolinsonate in Gdur (Op.
78) von Brahms. Der hier sehr beliebte Pianist löste seine
Aufgabe mit der ihm eigenen, ftir den etwas strengen, ernst
männlichen Tondichter n-eilich nicht ganz geeigneten Eleganz,
ging jedoch in seinem Streben nach Discretion wohl zu weit,
sodass der Ciavierpart gewissermaassen in einen Schleier g^e-
htdlt erschien und das Glavier neben der Geige nicht mehr
als gleichberechtigter Factor wirkte. Eine sehr interessante,
wennschon nicht mehr junge Novität war Hans von Bronsart^s
Gmoll-Trio Op. 1, dessen Pianofortestimme seitens des Directors
am RafP-Conservatorium, Hm. Max Schwarz, eine geistig und
technisch mustergiltige Wiedergabe fand. Welche umstände
haben es wohl veranlasst, dass das hervorragende Compositions-
talent des jetzigen Weimaraner Hoftheater-Intendanten nach
einem so glänzenden Anfange so frühzeitig abgestorben ist,
oder verschmäht der treffliche Künstler nur, die Früchte zu
ernten? Der in dem Trio, sowie in seinen Glavier werken
(namentlich der Ballade Op. 5, Phantasie Op. 6, Melusine Op. 9)
sich abspiegelnde feine Geist, die reizvollen, trotz Liszt har-
monisch und melodisch originellen Ideen lassen es aufrichtig
bedauern, dass dieser hervorragende Vertreter der Programm-
musik die Bahnen seiner Ju^nd nicht weiter verfolgt hat.
Höchstes Interesse erweckte der eittte Clavier-Abend
des Hm. Max Schwarz. Die ernste Anregung und der hohe
G^nuss, welche die Vorträge dieses eminenten Künstlers ge-
währen, sind leider immer getrübt durch das Gefühl tiefer
Indignation über die musikalische Indolenz des Frankfurter
Pubhcums. Alles, was hier musikalisch tonangebend ist,
namentlich die in den Museums-Ooncerten nie fehlende haute
finance, glänzt an diesen Abenden durch Abwesenheit, ob-
schon Hr. Max Schwarz der einzige bedeutende Künstler ist,
welcher hier die grossen Ciavierwerke von Beethoven, Liszt,
Schumann, Brahms zu Gehör bringt. Wer mit den hiesigen
Verhältnissen nicht genau vertraut ist, wird nie verstehen,
bis zu welchem Grad die reinste und idealste Kunst mit den
Finanzen verquickt werden kann. Es hat sich in Folge
dessen in allen Branchen der Künste ein Cliquenwesen ein-
genistet, welches jedes freiere Kunstleben, wie es München,
Dresden, Düsseldorf und selbst noch das weitansgedehnte
Berlin kennen, im Keime ersticken muss. Quod non est in
actis, non est in mundo. Was nicht die Sanction dieser Cirkel
gefunden, hat hier keine Berechtigung! Wer den Machina-
tionen dieser Kreise — wir sprechen selbstverständlich nur
von den künstlerischen Beziehungen — vornehm den Rücken
kehrt und es verschmäht, gewissermassen mit einer Glocke
in der Hand das Publicum zu seiner Verherrlichung heraus-
zuläuten, wer es nicht über sich gewinnen kann, nach zudring-
licher Hausirerart seine Erzeugnisse überall ä tont prix an den
Mann zu bringen, wird hier nie eine Position erringen, mag
sein Streben und Können ein noch so ernstes und kunst-
fbrdemdes sein. Die Krisis, welche vor zwei Jahren die
Museums-Gesellschaft erschütterte, hat indessen bereits inso-
weit fordernd eingewirkt, als der jetzige Vorstand den künst-
lerischen Errungenschaften der li^euzeit ohne Aufgabe der
classischeii Traditionen vorurtheilslos Rechnung trägt und
nunmehr endlich auch Künstler zu Wort kommen, welchen,
wie Frl. Kleeberg und Hm. Klax Schwarz, früher die Pforten
des vornehmen Institutes verschlossen blieben. Hr. Max
Schwarz ist keine von einzelnen Freunden aufgebauschte
locale Grösse, er darf als Einer der vorzüglichsten d^utfichen
Pianisten bezeichnet werden. Nicht immer folgen wir seiner
Auffassung, wie wir denn auch keinen Anstand nehmen,
einzugestehen, dass wir uns Beethoven's Sonate Op. 14, No. 1,
und namentlich das Allegretto anders als der Concertgeber
denken; aber auch wo er von dem traditionellen Wege ab-
weicht, wirkt er stets anregend. Seine Wiedergabe der
33 Variationen von Beethoven Op. 120 scheint uns eine der
eminentesten pianistischen Leistun^n, denen wir als fleissige
Concertbesucher im Laufe fast eines halben Jahrhunderts
begegnet sind. Was Plastik, technische Vollendung, Tiefe
der Auffassung und Sicherheit des Gedächtnisses — man
konnte von photographisch treuer Reproduction sprechen —
anbetrifft, so dürfte der Künstler vielleicht mit Ausnahme
von d' Albert bei diesem über allen Maassstab grossartigeii
Werke keinen Rivalen finden. In gleicher Vollkommenheit
wurden Liszt und Chopin zu Gehör gebracht.
Das zweite Abonnement-Concert der Theater-
cape 11 e war angemessen zunächst dem Gedächtnisse des ver-
storbenen Dessen gewidmet (Maurerische Trauermusik von
Mozart) und brachte sodann die beiden Sätze aus Schubert's
Hmoll-Symphonie, Schumann's Cdur-Symphonie und Beetho-
ven's Ouvertüre „Zva Weihe des Hauses**. Hr. Kammersänger
Scheidemantel sang — selbstverständlich unter lebhaftestem
Beifall — die Edur-Arie des Hans Helling und Beethoven^s
(von Riccius instrumentirtes) Op. 94 „An die Hoffnung**. Das
Programm verzichtete somit zwar auf jede Novität, fesselte
aber doch durch seine vornehme Zusammenstellung und. wie
wir uns rückhaltlos anzuerkennen freuen, unter der Leitung
des Hrn. Professor Scholz, auch durch eine jeder Künstelei
entbehrende treffliche Wiederfi^be der classischen Werke.
Nur das Scherzo der Schumann^schen Symphonie wirkte mit
seinem für AUegro vivace wohl etwas zu sehr zurückgehal-
tenen Tempo einigermaassen befremdend.
Von der Oper lässt sich nach wie vor Wesentliches
nicht berichten ; denn die projectirte Aufführung des liebens*
würdigen, aber immerhin wenig bedeutenden „Gringoire" vou
Brüll (die reizende Djamileh von Bizet ist nicht in Aussicht
genommen, weil die einzige Frauenrolle hier nicht besetzt
werden kann — bei einem Gagenetat von fast einer Million
Mark!), die Wiederaufnahme des „Golo" von Bernhard Scholz,
sowie die neue Einstudirung des „Liebestrankes'' können als
künstlerische Thaten eines so grossartig angelegten Institutes
nicht gepriesen werden. Es fehlt uns eine frische, der
Primadonnen-Wirthschafb gegenüber energisch durchgreifende
Kraft mit dem künstlerischen Prestige eines Weingartner,
Nikisch, um die seit Jahren stagnirenden Verhältnisse wieder
einer gedeihlichen Entwickelung entgegenzufahren. Hoffen
wir, dass die Wahl des Nachfolgers von Otto Dessoff dem
Institute und uns zum Heile gereiche! B.
Berichte.
Leipzig. Das 6. Abonnement-Concert im Neuen
Gewandhause war den Manen Robert Schumann's ge-
widmet und brachte lediglich Compositionen dieses Meisters,
deren Auswahl — 2. Symphonie, sämmtliche Lieder Mig-
non's, des Harfners und Fhilinens aus Goethe*s „Wilhelm
Meister^, das „Requiem fiir Mignon^ und schliesslich der
3. Theil der „Faust*' -Scenen — zwar den distinguirtesten
Geschmack bewies, insofern jedoch keine ganz e^ünstige
war, als das beregfte Concert durch die zu grosse FhHe des
Stones eine Ausdehnung von 2% Stunden erhielt, also
sicherlich die Zeitdauer um ein Beträchtliches überstieg,
während deren man im Goncertsaal mit voller geistiger Ela-
sticität Musik zu hören im Stande und, was nicht unter-
schätzt werden mag, traditionell gewöhnt ist. Die Ausfuh-
49*
608
rung des umfangreiohen Programms war eine in fast sämmt-
lichen Theilen vorzügliche; von den Solisten sei an erster
Stelle des Hm. Messchaert aus Amsterdam gedacht, der,
nns Leipzigern längflt ein lieber Bekannter, von Neuem durch
seinen meisterhaften Gesang entzückt«; seine Phrasirung
und Tonbildung sind musterhaft, seine grosse Charakteri-
rungskunst vermochte selbst die in der Färbung stellenweise
etwas blassen Harfaerlieder interessant zu gestalten, unver-
gesslich wird uns seine (Gestaltung der Soli im „Faust" sein;
man hat die herrliche Partie des Doctor Marianus wohl selten
so wunderbar ausführen gehört, das „Höchste Herrscherin
der Welt" hat Hr. Messchaert mit einer Inbrunst, mit einer
poetischen Verklärung gesungen, die Ort und Zeit für den
Moment vollständig vergessen machten und in die Gefilde
reinsten künstlerischen Geniessens hinübertrugen. Frl. A. Red-
dingius (Sopran) fand sich zwar mit dem technischen Theil
ihrer Aufgabe in recht anerkennenswerther Weise ab, konnte
aber in den Mignon-Liedem weder die Stimmung, noch den
unendlich tiefen poetischen Inhalt der Dichtungen wieder-
geben: man hatte das Gefühl, als ob sie den Mignon-Oharakter
überhaupt nicht verstände, so conventionell, so kalt und
nüchtern kam Alles heraus, und man vermisste jenen Zug
der Wehmuth und Entsagung, der die Gestalt wie ein leichter,
schwarzer Flor umhüllt und ins Halbdunkel rückt, jenen
träumerischen, schwärmerisch schmerzlichen Zug, ohne den
Mignon eine überhaupt imverständliche Figur bleibt. Von
weit besserer Seite zeigte sich die jimge Künstlerin später
im „Faust". Den ^ubig frommen Ton in dem ruhig dahin-
schreitenden „Jene Rosen aus den Händen liebendheiliger Bus-
serinnen" traf sie bedeutend glücklicher. Im Uebrigen bethei-
ligten sich solistisch noch, und zwar mit bestem Erfolge
Frl. Münch, Frl. Dorn, Frl. Gottlöber, Frauen Kammer-
sängerin Metzler und Wahls, sowie die HH. Wittekopf
und Pinks. Der Chor hielt sich gut; nur einige Einsätze
gegen Schluss des „Faust" hin hätte man etwas prägnanter
und sicherer gewünscht. Vollständig auf der Höhe seiner
Aufgabe und seines alten Ruhmes stand das Orchester: es
spielte durchweg meisterhaft. Sollte man Etwas hervorheben,
so möge den Holzbläsern in dem Adagio der Symphonie ein
besonderes Wort der Anerkennung gezollt sein. Hr. Professor
Dr. Reinecke dirigirte mit bewunderungswürdiger Umsicht
und Frische, sowie mit dem liebevollsten und denkbar ein-
gehendsten verständniss für die zu Gehör gebrachten Werke.
F. R. Pfau.
Leipzigr« Wie wir schon wiederholt rühmend erwähnen
durften und wie dies von dem Nachfolger des verstorbenen
Carl Riedel als Vereinsdirigenten, dem Hrn. Prof. Dr.
Kretzschmar, nicht anders zu erwarten war, betrachtet es
der Riedel -Verein auch unter der neuen Leitung als einen
Theil seiner Mission, hervorragenden kirchlichen Werken
neuester Schaffensperiode seine thatkräfbige und fols^enschwere
Unterstützung zu leihen. In dem letzten Concert aes Vereins
war es eine neue fünfsätzige Messe in FismoU für Soli, Chor,
Orchester und Orgel von Felix Draeseke, welche er aus der
Taufe hob, indem er sie erstmalig zu einer Auffi^hrung
brachte, die in ihrer VortrefPlichkeit dem Verständniss des
Werkes in menschlich-möglichster Weise die Wege ebnete.
Von der innigen Vertrautheit des genialen Dirigenten mit der
Novität gab schon der äussere Umstand Kenntniss, dass er
dieselbe mit einer felsenfesten Sicherheit frei aus dem Ge-
dächtniss leitete; noch mehr aber sprach dafür die congeniale
geistige Auffassung im Ganzen und in jedem Einzelnen, die
warme Begeisterung, mit der sich Hr. Prof. Dr. Kretzschmar
seiner Auigabe widmete und die Ausführenden zum glänzen-
den Siege mit sich fortriss, der nur durch ein paar Versehen
der männlichen Solisten, jedoch fast unbemerkbar, getrübt
wurde. Ausgezeichnet behaupteten sich durchgängig Chor und
Orchester mit Mei.ster Homeyer an der Orgel, Ersterer erregte
schier Bewunderung durch die sieghafte Zuverlässigkeit, mit der
er auch die complicirtesten Stellen, an welchen das Werk über-
reich ist, bei tiberall gewahrter E^elart des Klanges beherrschte.
Von den Solisten trat unser Theaterbassist Hr. Knüpferuns
erstmalig als Kirchensänger gegenüber, und das Debüt war
dazu angethan, die Hochachtung vor dem gesanglichen Können
und der musikalischen Intelligenz desselben nur noch wesentlich
zu steigern, denn es war eine Freude, ihn zu hören. Nicht
minder rühmlich gestaltete sich die Mitwirkung des Frl.
Münch, deren sympathischer und schlackenfreier Sopran sich
mehr und mehr zu künstlerischer Freiheit herausarbeitete und
besonders im „Benedictus" ätherische Wirkung ausübte, und
der stete ihren Platz bestens ausftillenden Frau Metzler-
Löwy. Die Tenorpartie sang Hr. Dierich, der seit einiger
Zeit auch wieder der Leipziger Musikergilde angehörL Die
Novität verdiente eine solche liebevolle Hingabe jedes Ein-
zelnen in hohem Grade, denn sie ist nicht blos unter den
geistlichen Schöpfungen ihres Componisten die hervorragend-
ste, sondern überhaupt unter den bezüglichen Erscheinungen
der letzten Jahre entechieden die in dem Ernst der künstle-
rischen Gesinnung, der Kraft der Erfindung und der Unmittel-
barkeit des musikalischen Ausdrucks die bedeutungsvollste,
trotz der mancherlei Absonderlichkeiten, die ihr in der des
Oefteren gar zu dramatisch-theatralisch zuspitzten Auffas-
sung des Textes, in der Modulation und in der Instrumen-
tation anhaften, wie wir hinzufügen müssen. Doch darf man
diese Eigenheiten um so eher mit in den Kauf nehmen, als
sie überall mit der aus früheren Werken Draeseke's sattsam
bekannten besonderen und starken Individualität dieses Com-
ponisten orpinisch verwachsen erscheinen und durchaus den
grossen und tiefen Gdsammteindruck des Werkes nicht ver-
kümmern. Gerade das „Credo", das eine rückhaltslose Be-
freundung am schwersten macht, besitzt andererseite Stellen,
die in der Schlichtheit und Echtheit der Empfindung wahr-
haft rührend wirken. Ganz von Excentritäten frei ist der
1. Satz, ein den Ton innigen Flehens vorzüglich treffendes
und festhaltendes „Kyrie", dem ein an Erfindung und poly-
phoner Durcharbeitung reiches „Gloria" folgt, dem man nur
einen weniger äusseruch wirkenden Absduuss wünschen
möchte j als ihn das „Cum sancto spiritu" dem Satze gibt.
Die weihe- und stimmungsvollsten Sätze sind das „Sanctus*'
und „Agnus Dei", Emanationen eines gläubigen Gemüthes,
die jedes Menschenherz zur Andacht stimmen müssen, eine
Tonsprache, wie sie in solcher Eindrucksf^hiskeit nur er-
lauchten Geistern zu eigen ist. — Der Draeseke sehen" Messe
fing ein „Jubilate", das sogen. Utrechter, von Händel voraus,
as trotz seines hohen Alters Nichte von seiner einfachen Grösse
eingebüsst hat. Die Auffuhrung, auf einer Bearbeitung von
Friedrich Chrysander basirend, glückte unter der pietätvollen
Direction des Hm. Prof. Dr. Kretzschmar ebenfiBuils in allen
ihren Theilen und spendete reiche innere Erbauung Allen,
die empfänglichen una gläubigen Herzens gekommen waren.
Leipzig. Das Concert, welches der hiesige Verein
ehrenvoll verabschiedeter Militärs zum Besten einer
Weihnachtebescheerung für hilfsbedürftige Hinterbliebene
verstorbener Vereinskameraden am Todtensonntag in der
Alberthalleveransteltet hatte, war von schönem künstlerischen
Erfolge begleitet. An der Spitze der Künstler, welche in
anerkennenswerther Opferwilligkeit ihre Kräfte in den Dienst
der Wohlthätigkeit gestellt hatten, stend Hr. Professor Dr.
Reinecke; derselbe dirigirte zwei Orchesterwerke eigener
Composition, nämlich seine „Friedensfeier *-Ouverture und
das Vorapiel zum 5. Acte von ,J5^önig Manfred*', welche in
dieser Wiedergabe stürmischen Jubel wachriefen und Ver-
anlassung zu zahlreichen Huldigungen für den Meister wurden.
Die Capelle des 107. Regiments leistete auch in einigen
anderen, unter Direction des kgl. Musikdirectors C. Waltner
gespielten Stücken Lobenswertnes. Frl. Meta Walther trug
das Clavierconcert von Schumann und Stücke von Beinecke,
Chopin und Mendelssohn vor und bewährte sich in Allem
als eine vortrefilich gebildete Pianistin. Die bekannte Violi-
nistin Frl. May Brammer riss wie immer, wenn sie sich
hören lässt, das Publicum zu lebhaften Acclamationen hin,
und Frl. H. Ortmann, Altistin aus Dresden, erwies sich als
eine Sängerin mit einem kräftigen und umfangreichen Oi^n,
das nur noch einer gewissen Veredelung bedarf, um allen
Anforderungen zu genügen. Hr. Afferni begleitete die
Solovorträge musterhaft. P. Ghdt.
Dessau. Am Sonntag den 90. Nov. führte man hier das
Requiem von Verdi zum ersten Male auf. Wir siud dem
Veranstalter der Aufführung, Hm. Hofcapellmeister Klug-
hardt, für die Vermittelung dieser neuen Bekanntschaft
dankbar. Ueber die Licht- und Schattenseiten des Werkes,
über den künstlerischen Werth desselben sind die Acten ge-
schlossen ; es sei gestattet, der Aufführung selbst mit warmen
Worten aufrichtiger Anerkennung Erwähnung zu thun. Hr.
Klughart übt strenge Zucht in seiner Singakademie. So
singt ein geschulter Chor. Da regierte nur Ein Wille, da war
Alles dynamisch fein abgetönt, rhythmisch sauber ausgear-
beitet. Textaussprache und Athemeintheilung wurden sehr
sorgiUltig behandelt, und die Intonation war feist durchweg
609
musterhaft. Tadellos gelangen die auf mäohtig anschwellende
Crescendos plötzlich eintretenden Pianissimos. Ganz wunder-
schön klang der Chor in dem originellen „Agnus Dei**, wie
hingehaucht und glockenrein. Das Soloouartett hielt sich auf
respectabler Höhe, im Ensemble gut und fest studirt, in den
Sologesängen sympathisch wirkend. Die beiden Frauenstim-
men, Frl. Gleiss und Frau Markan, mögen mit dem süssen
.Becordare*' manchem zarten Gemüth Genuss bereitet haben,
die Octavenstelle des „Agnus Dei^ scmeen sie höchst lobens-
werth. Den Tenorpart mhrte Hr. Holmusicas Lampe (der
1. Oboebläser der nofcapelle — „merkwürdiger Fall*!"), wel-
cher mit einer, seinem musikalischen Gefühl wohlthuend ge-
horchenden hohen, nicht gerade grossen, aber klangvollen
Tenorstimme ausgerüstet ist, prächtig durch. Dem beliebten
Hm. Kammersäne^r von Kreos war die Basspartie über-
tragen. Den orchestralen Theil brachte die Hofcapelle vor-
trenlich'zur Gheltung: glänzend, wo es e;alt, zu leuchten, nir-
gends aber aufdringlich. Die JohannisKirche war bis anf den
fetzten Platz gefüllt.
Aus den beiden bisher stattgehabten Ooncerten der H of-
ca pelle müssen hervorgehoben werden: die Ddur-Svmphonie
von Brahms, wirklich ein bis ins Kleinste liebevoll und mit
Seinlichstem Fleiss ausgearbeitetes Repertoirestück unseres
rchesters, und die in Esdur von Schumann. Ueber die
Wiedergabe des ersteren schwierigen, herrlichen Werkes unter
Klughardt's Leitung ist in diesem Blatte schon früher be-
richtet worden, man muss aber immer vneder von Neuem
darauf hinweisen, mit welcher Hingebung und Weihe solche
Perlen der Concertlitteratur hier spielt werden. Frl. Martha
Remmert erntete lebhaften BeiÜEtll, namentlich mit Liszt's
Ungarischer Phantasie; Frau Schmidt-Köhne sang sich in
die Herzen der Hörer hinein: Hr. Alfred Sormann, der
junge Berliner Pianist, und Frl. Bosa Schindler, einetalen-
tirte Geigerin in kurzem Kleide, wurden sehr freundlich auf-
genommen.
Von Kammermusik hörten wir in bekannter rühm-
licher Ausführung durch dieHH. Klughardt, Seitz, Voss,
Weise und Jaeger zwei Streichquartette von Beethoven
(Od. 18, No. 1, und Op. 69, No. 1), sowie Claviertrios von
Schubert (Bdur) und Klughardt (Pdur).
Magdeburg, 1. Noyember. Den Beigen der Winter-
concerte eröffnete wie alljährlich bereits Ende September der
Tonkünstlerverein mit den werthen Kräften vom vorigen
Jahre', den HH. Felix Berber, Fröhlich, Trostorf und
Petersen. Dieses wohl eingespielte und künstlerisch ein-
müthige Quartett bot: 'Streichquartette von Haydn (Bdur),
Beethoven (Op. 54, No. 2 und 3, und Op. 18, No. 4), Schumann
(Op. 41, No. 2) und Tscha'ikowsky (Op. 11) und in ge-
wohnter Schönheit das Fdur-Olaviertrio von Schumann unter
Mitwirkung des Hm. Kau ff mann, dazu eine Sonate für
Pianoforte und Violoncell von Hans Huber und ein Concert-
stück „Arcellaria^ ftir Violoncell, unter freier Benutzung
eines Motives aus Bruches Cantate „Feuerkreuz**, sowie die
Chaconne für Violine von S. Bach, Musterleistungen der
HH. Petersen und Berber. Femer Gesangsvorträge am
3. October von Frau Emma Stöbe-Spiegelberg aus Halber-
stadt (Lowe's Ballade „Die Dorfkirche", „Auf der Bleiche"
von Bungert, „Das alte Lied" von Griegu. s. w.) und am
24. Octol^r von unserem Frl. Elisabeth Wehe als dankbar
aufgenommene und sich würdig einreihende Zwischengaben.
Von grossen Ton werken kamen Zweie zur Aufführung:
Am 5. October in der Johanniskirche Haydn's „Schöpfung"
durch den KirchenjB^esangverein unter Leitimg des Hrn.
Rebling und solistischer Mitwirkung der Frau Schmidt-
Köhne und der HH. Heinrich Grahl und Felix Schmidt
in vollendeter Ausführung und zu grosser Befriedigung der
andächtig lauschenden grossen Hörerschaft, wie zu erheb-
licher Verstärkung des Pensionsfonds unseres Goncertorchesters
imd am 12. October Haydn's „Jahreszeiten" durch den
Brandt'schen Gesangverein unter Leitung des Hm.
Brandt und solistischer Mitwirkung des Frl. Schauseil und
der HH. Dierich und Gillmeister in der gewissenhaft
vorbereiteten und begeisterten Art, die man von solchen
vereinigten Kräften gewohnt ist.
*) Analog dem Stadtorchester in Leipzig, welchem der
treuliche, der Beachtung weiterer Kreise als Goncert- und
Oratoriensänger warm zu empfehlende Baritonist Hr« Ernst
Schneider als Mitglied angenört. D. Eed.
Von Künstlerconcerten fiel das Erste auf den
20. October. Es traten auf der Sänger Hr. Oberhauser
aus Berlin im Bunde mit der Violinvirtuosin Frau Anna v.
Pilgrim (geb. Säbel) und der Pianistin Frl. Olga v. Schön -
wald. Es brachte in gewisser Beziehung eine Enttäuschung :
denn wer da wusste, dassHr. Oberhauser nach sechszehnjähriger
Thätigkeit an der Hofoper in Berlin unter grossen Ehren
und Zeichen der Trauer über sein Scheiden der Bühne den
Rücken gekehrt hatte, hoffte doch eine recht grosse, volu-
minöse und sympathische Stimme zu hören. Hr. Oberhauser
aber sang so vorsichtig und maassvoll, dass ihm seine Vor-
träge nur einen Achtungserfolg eintrugen. Auch Frau v.
Pilgrim entsprach den hochgespannten Erwartungen nicht
ganz. Wurde sie als beste Schülerin Joachim's in den letz-
ten zehn Jahren neben einer Soldat genannt, so musste man
mehr erwarten, als diesen kühlen, fast mechanischen Vortrag
und eine andere Wahl als Bohm's Gkivotte. Und der lange
Beifall und da capo-Ruf bei diesem trivialen Stücke oder
beim Minutenwalzer von Chopin zeigten, dass man ihren
Künsten mehr Werth beilegen musste, als ihrer Kunst. Die
Pianistin entwickelte in der Begleitung und in Einzel-
leistungen erstaunliche Ausdauer für eine so zarte, jugend-
liche Mädchenfigur, in ihrer Technik recht hübsche Erfolge
und in ihrer Auffassung guten Ansatz. Aber noch fehlte es
an Kraft, klarer Phrasirung und rhythmischer Durcharbeitung.
So erhob sich die Temperatur in diesem Goncert nicht oft
über eine lauliche oder warme hinaus.
Und auch das 2. Künstlerconcert, am 81. October im
Fürstenhof, bewegte sich doch nur auf mittlerer Höhe der
Leistungen imd des Erfolges, künstlerisch wie materiell. Die
vor einigen Jahren in so ungeschickter Weise als „Fee vom
Niagara" eingeführte Gesang virtuosin Nikita hatte sich mit
ein paar ganz jugendlichen Künstlern, dem Sänger Hrn. Emile
de Mlynarski und dem Pianisten Hm. Mayer-Mahr, zu
einer Tournöe verbunden, fand aber trotz der feurigen An-
strengungen einiger unbedingten Verehrer, trotz des in Pausen
ihr auf offener Bühne Überreichten Strausses und Blumen-
korbes und trotz des Brillantfeuers ihres Schmuckes und ihrer
Augen nur getheilten Beifall. Die Musikverständigen be-
leidigten ihre Schwäche oder Unarten, das unklare Intoniren,
das stete Schweben der Töne, das Trillern auf einem Tone
oder auf 2 — 3 Tönen, aber nur nicht auf Prime und Secunde,
das Schlittern von einem Tone zum anderen, die im verständ-
liche Textaussprache in vier Sprachen, die willkürliche Her-
vorhebung oder Unterdrückung gewisser Silben oder Töne etc.
zu sehr in ihrem musikalischen G^chmacke, um die Vorzüge
ihres Organs oder ihrer Schule noch zur Geltung kommen
zu lassen. Und der Pianist erhob sich doch, bei selbstver-
ständlich guter Technik, in Auffassung und Wirkung zu
wenig über das uns gewohnte Maass hinaus, um neben ihr
sich behaupten zu können. Besser war noch der Geiger, der
nach französischer Art keck und zum Theil glänzend spielte,
aber leider Nichts für das Gefühl bot und ein zwar gutes,
aber offenbar krankes L:istrument gar hübsch erklingen liess,
aber wohl bei Keinem auch eine oder ein Paar Saiten des
Herzens. Und das sind wir doch nun einmal von künstle-
rischem Geigenspiele zu erwarten gewöhnt und berechtigt.
Von Ges^lschaftsconcerten bot der October Zweie: am
22. Oct. im Kaufmännischen Verein mit den Orchester-
nummern Beethoven's 6. Symphonie und „Tannhäuser" -
Ouvertüre; wirklich grossartigen, technisch vollendeten und
seelenvollen Ciaviervorträgen des vielversprechenden Hrn.
Anton Foerster aus Leipzig (Fis moll-Concert v. H. v. Bronsart^
As dur-Nocturne von Chopin, Etüde in F moll und Tarantelle
von Liszt) und beifällig aufgenommenen Gesangsgaben des Frl.
Bertha Martini aus Leipzig (Recitativ und Axie aus „Hans
Heiline^ und Lieder von Kau&iann, Schaper, Röntgen und
Reinecke). Am 26. October in der Loge Ferdinand mit
Schubert's C dur-Symphonie, Elegischen Melodien für Streich-
orchester V. Grieg in gewohnter Präcision und Durcharbeitung
und mit Gesangs vortragen des Frl. L. v. Spira aus München.
Leider genügten die Mittel und technischen Künste der
jugendlichen Säneerin noch nicht ganz den hohen Aufgaben,
die sie sich in den drei Liedern von Brahms selbst gestellt
hatte; besser gelang ihr noch die Arie aus Lachner^s „Catha-
rina Comaro". Doch fanden ihre Gkiben, um sie in ihrem
Streben zu ermiithigen, beifUlige Aufnahme.
Eine reichere Auswahl und grössere Kunstgenüsse ver-
spricht der Monat November, unser rechter und echter Musik-
monat, zu bringen, R. S.
610
1
Concertumschau.
Aachen. 2. städt. Abonn.-Oonc (Schwickerath) : Ouver-
taren y. Beethoven (Op. 124) a. Berlioz („Le Carnaval ro-
main**), Vorspiel u. Bacchanale a. „Tannhäuser'' (Pariser Be-
arbeit.) v. R. Wagner, „Wanderers Sturmlied** f. Chor und
Orch. y. B. Strauss, Soloyorträge der Frls. Zimdars a. Berlin
(Ges., „Feldeinsamkeit** y. Brahms etc.) u. Schwabe y. eben-
daher (Viol., 2. Polon. y. Wieniawski etc.).
Amsterdam. Abonn.-Concerte im Neuen Ooncerthaus
(Kes) am 10. u. 18. Noy.: Symphonien y. B.. Strauss(Fmoll)
u. Beethoven (No. 3), „Sommernachtstraum**-Musik y. Mendels-
sohn, Ouyert. zu „Figaro's Hochzeit** y. Mozart, Solovorträge
des Frl. Polscher a. Leipzig (Ges., „Luftschloss** v. Beinecke,
Wiegenlied v. Harthan, Frühlingslied v. Umlauft etc.) u.
des Hm. Stavenhagen a. Weimar (Clav., 12. Ungar. Rhaps.
y. Liszt etc.).
Angers. 4. Abonn.-Conc. der Association artist. (Frö-
maux): Esdur-Symph. v. Haydn, Ouvertüren v. Spohr( „Faust**)
u. £. Lalo („Le Koi d'Ys**), drei Nummern a. der „Manfred**-
Musik y. Schumann, „Kermesse flamande*' a. „Milenka** von
Jan Blockx.
Bayreuth. 146. Gonc. des Musikver.: Drei Sätze a. der
Preissymphonie v. R. Wüerst (entspricht der ausgelassene
3. Satz nicht der Bedeutung einer solchen Symphonie?),
Tromneten-Ouvert. v. Mendelssohn, drei „Bilder aus Osten** f.
Streicnorch. v. Schumann, Vorträge des Österreich. Damen-
quart. der Frls. Tschampa u. Gen. („Es steht eine Linde** v.
Kienzl, Wiegenlied v. Brahms etc.).
Berlin. Am 26. Oct. Liederabend v. Anna v. Jerebtzoff
unt. Mitwirk, der Pianistin Frl. MarkofF. — Am 1. Nov. Lieder-
abende v.Olara Hoppe unt. Mitwirk. desViolinisten Hm.Beröny
u. v. V.W. White unt. Mitwirk, der Violoncellistin Frl. v. Bolo-
rvskoy. — Am 8. Nov. Liederabend v. Frl. Finkenstein. —
Kammermusikabend y. Gust. u. Ingeborg Exner u. Espenhahn
unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. Plüdderaann : Ciaviertrios v.
Tschaikowsky (Op. 60) u. R. Radecke (Op. 30), Soli für
Qea. y. M. Plüddemann („Es steht ein Lind^), J. Brahms
(„Ständchen**) u. A. m. u. f. Viol. v. Ries (zwei Sätze a. der
Gdur-Suite). — Am 10. Nov. Conc. des Violinisten W. Meyer
unt. Mitwirk, der Sängerin Frl. v. Spira u. des Philharmon.
Orch. (Herfurth): „ Zauberflöten** -Ouvert. v. Mozart, Soli für
Ges. y. Eckert (Arie a. „Wilhelm von Oranien"), Rubin-
stein („Neue Liebe**) u. A. u. f. Viol. v. Goldmark (Conc),
Gernsheim (Phantasiestück), Moszkowski (Ballade) und
N&pravnik (Phant. üb. russ. Themen). (Ein Bravo dem Hrn.
Concertgeber für die aparte Wahl seiner Solostücke!) — Wohl-
thätigkeitsconc. der HH. Professoren Joachim u. Ad. Schulze
unt. Mitwirk, der Sänc^eHn Frl. Jordan , des Pianisten Hrn.
Barth u. des a cap.-Chors der k. Hochschule der Musik am
10. Nov.: D moll-Clav.- Violinson. v. Schumann, gem. Chorge-
sänge V. Brahms („Nachtwache** No. 1 u. 2, u. „Verlorene
Jugend**) u. A., Frauenchöre v. Schubert („Ständchen**, mit
AJtsolo) u. Brahms („Der Holdseligen sonder Wank** und
„Fidelin**^, Soli f. Qav. v. Brahms (Rhaps. Op. 79, No. 2),
Rudorfi (Phantasiestück) u. A. u. f. Viol. — Am 12. Nov.
Gonc. der Violinistin S. Pick-Steiner unter Mitwirk, der Sän-
§enn Frau Kohut-Manstein. — 3. Philharm. Conc. (Dr. Hans
dichter a. Wien): 4. Symphonie v. Schumann, „Euryanthe"-
Ouvert. V. Weber, „Parsif al** -Vorspiel v. Wagner, «Der Tanz
in der Dorüschenke** v. Liszt, Ciavier vortrage des Hrn. Rei-
senauer. — Am 15. Nov. Ciavierabend v. Marg. Eussert. —
Am 16. Nov. Wohlthätigkeitsconc. des Gesangver. „A capella**
(Schaerf ) unt. sollst. Mitwirk, der Frls. Lampe u. Braun u.
der HH. Kirchner u. Noack ((res.), sowie des Hm. Deckert
(Org.): Cant. „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit** v. S. Bach
u. A. m. — ion 16. Nov. Conc. des Sängers A. Udvardy unt.
Mitwirk, des Violinisten Hrn. Weintraub. — 1. Abonn.-Conc.
der HH. Zajic (Viol.) u. H. Grünfeld (Violonc.) unt. Mitwirk,
der Sängerin Frl. Deppe u. des Pianisten Hrn. A. Grünfeld:
Ciaviertrio Op. 15 v. F. Smetana, Pbantasiestücke für die-
selben Instrumente v. Schumann, Soli f. Gesang v. Wagner
(„Träume**), Moszkowski („Mädchenaug'*),Ph. Schar wenka
(„Im tiefsten Innern**), Brahms („Meine Liebe ist grün**) u.
A., f. Viol. V. S. Bach (Chaconne) u. f. Violonc. v. Haydn u.
Popper (Menuett). — Conc. der Berliner Liedertafel (Zander)
am 17. Nov.: Chorlieder v. Abt („Am Sonntag**), A. Schu-
mann (Spielmannslied), L. Liebe („Kriegers Nachtwache**)
u. A., Solovorträge des Frl. Hiedler (Ges., Arie a. „Der Wider-
spänstigen Zähmung** v. Goetz, „Ich liebe dich** v. Liszt,
Seren, v. Moszkowski u. „Genesung** v. Franz) u. des Hrn.
Masbach (Clav., Praeludium v. E. E. Taubert etc.). — Am
18. Nov. Conc. v. Margarethe Pütz (Ges.) unter Mitwirk, der
■HH. G. Freudenberg (Viol.) und Hegner a. Copenhagen (wie
hat sich diese Domicilangabe in die Programme der WolfiT-
schen Concertagentur verirrt?). — Am 18. Nov. Concert von
Martha Hornig (Clav.) u. Franz Fink (Viol.) unter Mitwirk,
des Philharmon. Orch.: Soli f. Clav. v. Liszt („Waldesrau-
schen**) u. A. u. f. Violine v. C. Rübner (Conc), Wagner-
Wilhelmj („Albumblatt**), Singer (Rhaps. hongr.) u. A. —
Am 19. Nov. Ciavierabend v. Felicia Bürchdorffer a. Frank-
furt a. M. (derselbe Verwunderungsausruf wio oben!) m. Com-
?ositionen v. Beethoven (Sonate Op. 109), S. Bach (Chromat,
•haut. u. Fuge), Liszt (13. Ungar. Rhaps.) u. A. — Concert
y. Helene Geisler u. Adeline Herms unt. Mitwirk, des Hrn.
E. E. Taubert.
Braunsehweig. 1. Abonn.-Conc. der Hofcap. (Riedel):
Orohestersuite „Im Schlosshof* v. H. Hof mann, Ouvert. zu
„Benvenuto Cellini** v. Berlioz, üng. Rhaps. f. Orchester v.
Liszt-Doppler, Gesang vortrage der Frau Moran-Olden („Es
blinkt der Thau" v. Rubinstein, „Der Kobold" v. Reinecke,
Wiegenlied v. Harthan etc.).
Breslau. 3. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.-Ver. (Masz-
kowski): 6. Symph. u. Gdur-Clavierconc. (Frl. v. Jakimowska
a. St. Petersburg) v. A. Rubin stein (unt. Leit. des Comp.),
„Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, Entr^acte a. „Rosamunde** v.
Schubort, Claviersoli v. Chopin. — 8. Musütabend des Ton-
künstlerver. : Trio f. Clav., Clar. u. Violonc. v. Brahms, Soli
f. Ges. V. Meyerbeer, Lessmann („Du rothe Rose**), Ries
(„Ajn Rhein und beim Wein**), Wagner (Lohengrin's Erzäh-
lung a. „Lohengrin**), Brahms („Liebestreu**), Ad. Jensen
(„ifiirmelndes Lüftchen**) und W. Taubert („Der Herzaller-
liebsten**), f. Clav. V. Schumann („Faschingsschwank ausWien**)
u. f. Viol. V. A. Becker (AmoU-Ballade) u. I. v. Bronsart
(Romanze). (Ausfahrende: Frl. Faulhaber a. Glatz [Ges.] u.
HH. Dr. Freund [Ges.], Dr. Steinitz [Clav.], Fabian [Violine],
Hey er [Violonc] u. Wiedemann [Clar.].) — 8. Symph.-Conc.
der Bresl. Concertcap. (Riemenschneiaer) : Drei Sätze a. der
1. Orchestersuite v. F. Lachner, Sinfonietta f. Blasinstru-
mente V. Raff, Ouvertüren v. Litolff („Robespierre**) und
Thomas („Mignon**), „Vor dem Muttergottesbilde** f. Streich-
quart, von G. Riemenschneider, Gesang vortrage des Frl.
Michalke.
CarlSFUhe. Aufführ, des Ver. f. evang. Kirchenmusik
unt. Solist. Mitwirk, der Frau Hoeck-Lechner (G«s.) u. der HH.
Lang (Ges.) u. Jäger (Org.) am 20. Nov.: Chöre v. S. Bach,
J. Moller, B. Klein, L. Spohr u. Mendelssohn, Hymne f. So-
pransolo u. Chor „Bei dir gilt Nichts** v. Mendelssohn, SoH
f. Ges. V. J. Rosenhain (Arie a. „Saul**), Hiller (G^ebet) u.
A. u. f. Org. V. S. Bach.
Charlottenburg. 2. Popul. Kammermusikabend der HH.
Ad. Schultze (Clav.), Lenze wski u. Horwitz (Streicher) unter
Mitwirk, der Sängerin Frau BindhofF: Emoll-Claviertrio von
Goldmark, Adur-Clav.-Violinson. v. Beethoven, Soli f. (3^es,
von Beethoven (drei Schott. Lieder), Schubert, Kubinstein
(„Die Waldhexe**) u. W. Taubert („Sonne hat sich müd ge-
laufen**) u. f. Viol. V. Spohr.
Chemnitz. Grosse 113. Musikaufführ. m. S. Baches Weih-
nachtsoratorium (Theil I u. II m. ausgeführter Orchesterbeglelt.
in der Bearbeit. v. R. Franz, Theil III zusammengestellt a. dem
3., 4. u. 6. Theil u. bearbeit. v. Th. Schneider) durch die.
Singakad. u. den Kirchenchor zu St. Jacobi unt. Leit. des Hm.
Schneider u. soLLst. Mitwirk, der Frls. Schneider a. Dessau u.
Boehme v. hier u. der HH. Mann u. Reichert a. Dresden. —
Wohlthätigkeitsconc. am 21. Nov., ausgeführt vom „Sänger-
kranz**, Frl. Grossschupf a. Leipzig u. Hrn. Piehler a. Dres-
den (Ges.). sowie der städt. Cap. unt. Leit der HH. Blumen-
tritt u. Ponle: „Friedensfeier** -Festouvert. v. Reinecke, „Im
Krönungssaal** a. der Ungar. Suite f. Orch. u. „Johanna von
Orleans*^ f. Männerchor, Soli u. Orch. v. H. Hof mann, alt-
deutsche Volkslieder, f. Männerchor ges. v.Isenmann u. Jüngst,
Gesangsoli v. F. Ries („Aus deinen Augen**), H. Hofmann
(„Blumenorakel**), H. v. Koss (Winterlied) u. Löwe.
Coblenz. 1. Abonn.-Conc. des Musikinstituts (Heubner)
unt. Solist. Mitwirk, der Frls. Jongnell u. Oebbecke und der
HH. Wilhelm u. Gausche (das Domicil der Solisten wird vom
Concertzettel nach dem Muster einer Berliner Concertagentur,
die die Gäste wahrscheinlich geliefert hat, verschwiegen!):
3. Symph. v. Beethoven, Vorspiel zu „Tristan und Isolde** v.
Wagner, „Christoforus** f. Soli, Chor u. Orch. v. Rhein-
berger. (Von dem Vertreter der Hauptpartie in Rheinber-
ger*s Werke, Hrn. Gausche, schreibt die „Cobl. Z.**, dass er
i
I
611
sich der dankbaren Aufgabe mit „grossem Geschick" entledigt
habe. „Seine Stimme ist ein umfangreicher, kräftiger hoher
Bass, seine Art zu singen eine sehr gute; vor allen Dingen
versteht er gut zu charakterisiren.").
CÖln. Kammermusik- Aufführungen der HH. Hollaender,
Schwarz, Kömer u. Hegyesi: No. 2 unt. Mitwirk, der HH.
Grossmann (Clav.) u. Erck (Bratsche). Cdur-Streichquint. v.
Beethoven, DmoU-Streichquart. v. Mozart, Bdur-Claviertrio v.
Schubert. No. 3 unt. Mit wirk, des Hm. Prof. Dr. Scholz a.
Frankfurt a. M. (Clav.). Fmoll-Olavierquart. v. B. Scholz,
Streichquartette v. Haydn (Gdur) u. Beethoven (Op. 131).
CÖthen. Goncerte desGesangver. (Gruss): No. 1. 4. Sym-
phonie V. Beethoven, Ouvertüren v. Mendelssohn und Gold-
mark („Im Trühling"), Schlummerlied u. Gavotte a. der Seren,
f. Streichorch. v. R.Hof mann, Gesangvorträge des Frl. Berg
a. Nürnberg (Arie a. „Samson und Dalila'' v. Saint-Sa^ns,
vier Brautlieder v. P. Co melius, „M&rzschnee" v. Erbprinz
Friedrich von Anhalt, Wiegenlied v. N. v. Koenneritz,
JLauf der Welt" v. Grieg und Winterlied v. H. v. Koss).
(Frl. Berg zählt zu den wenigen Sängerinnen, die nicht aus-
schliesslich auf classischen und allerwärts schon abgesungenen
neueren Compositionen herumreiten, sondern auch muthig zu
unbekannterem greifen! Solche Künstler sollten bei Engage-
ments ganz besonders berücksichtigt werden!) No. 2, ausge-
führt von Frau Schmidt-Köhne (Ges.). Frl. Schindler (Viol.)
u. Hrn. Sormann (Clav.) a. Berlin: Clav.-Violinson. v. Beet-
hoven, Soli f. Qesang v. Grieg („Solvejg's Lied"), Brahms
( „Vergebliches Ständcnen"), Mascagni („Blumenorakel"), Cor-
nelius („Komm, wir wandeln zusammen"), Eietz („Elfe"),
Biz et („Pastorale), R. Strauss („Ständchen"), Stange („Tan-
daradei") u. A., f. Ciavier v. Moszkowski (Seren.), A. Sor-
mann (Mazurka) u. Liszt (Esdur-Polon.) u. f. Viol. v.Vieux-
temps (Ballade u. Polon.) u. Sarasate (Span. Tänze).
Dessau. 2. Kammermusikabend: Streichquart. Op. 59,
No. 1, V. Beethoven, Bdur-Claviertrio v. A. Klughardt.
(Ausfährende: HH. Klughardt [Clav.], Seitz, Voss, Weise u.
Jaeger [Streicher].)
Deventer . Conc. des Männerchors (Rijken) am 14. Nov. :
„Die erste Walpurgisnacht" v. Mendelssohn, „Fingal" f. Soli
u. Männerchor v. Arn. Krug.
Dresden. 1. Vortragsabend des Lehrer-CJesangver. (Prof.
Wermann): „Kyrie" u. „Gloria" a. der Vocalmesse f. Männer-
chor u. Soli V. Volkmann, Männerchöre v. Grell („Ein ge-
treues Herz"), Rossi („Wohl waren es Tage der Sonne"), Um-
lauft („Des Lehnsmannes Abschied"), Keinecke (Wander-
lied), J. Otto („Trost") u. O. Wermann (Jagdlied), sowie
zwei V. Letzterem bearbeit. Volkslieder, Soloquartette „Gruss"
V. H. Langer und Frühlingslied v. E. Kretschmer (HH.
Anders, Grumbt, Holzegel u. Spranger), Solovorträge des Frl.
Martini a. Leipzig („Marie" v. Franz, Schlummerlied v. Rieh.
Wagner, „Im Frühling" v. F. v. Holstein, „Die Wahr-
sagerin" V. Kauffmann, „An die Nacht" v. Lassen und
„Barbarazweige" v. Rein ecke) u. des Hm. Schmidt v. hier
(Variat. f. Ob. v. H. Griebe 1, sowie „Des Hirten Wiegenlied in
der heil. Nacht" v. 0. Wermann u. Lied an den Abendstem
V. R. Wagner f. Engl. Hom). — 1. Unterhaltungsabend des
Frauenerwerbver. : Clav.-Violinson. Op. 30, No. 3, v. Beetho-
ven (HH. Hess und Eismann), Solovorträge der Frls. Kaiser
(Ges., Winterlied v. H. v. Koss, „Sandmännchen" v. Brahms,
„Rothhaarig ist mein Schätzelein" v. Steinbach etc.) und
Diacono (Declam.) u. der HH. Hess (Romanze und Etüde v.
Rubinstein etc.) und Eismann (Nord. Weisen v. G. Eber-
hardt, Zigeunertanz v. Nachöz etc).
Eisleben. Musikaufführ. des städt. Singyer. (Richter) unt.
fesangsolist. Mitwirk, das Frl. Oberbeck a. Berlin am 9. Nov.:
. Symph. V. Beethoven, Reformati onscant. „Ein feste Burg"
V. S. Bach (der orchestr. Theil v. A. Richter bearbeitet), Ada-
fio a. dem GmoU-Streichquint. v. Mozart, Lieder „Denk ich
ein", „Im Herbst", „Gute Nacht", „Liebchen ist da", „Für
Musik", „Im Rhein", „Wohl viele tausend Vögelein" u. „Lie-
ber Schatz, sei wieder gut" v. Franz. (Ueber den Lieder*
Vortrag schreibt man uns: „Frl. Oberbeck wusste durch ihre
vollendete Declamation, durch die warme Beseelung des Tons
und die Vertiefung in den Empfindungsgehalt der Poesien
Franz^scher Muse Eindrücke zu hinterlassen, deren man sich
so bald nicht vnrd entänssern können."^
Frankfurt a. M. 2. Kammermusikabend der Museums-
gesellschaft: Streichquartette v. Schumann (Fdur) u. Schubert
(Dmoll), GmoU-Claviertrio v. H. v. Bronsart. (Ausführende:
HH. Schwarz [Clav.], Prof. Heermann, Naret Koning, Welcker
u. Becker [Streicher].) — 2. Museumsconc. (Kogel): 1. Symph.
V. Brahms, Ouvert. zur Oper „Der Barbier von Bagdad" v.
Cornelius, Conc. f. Streichorch., zwei oblig. Violinen und
oblig. Violonc. v. Händel, Solovorträge des Prl: Kleeberg a.
Paris (Clav.) u. des Hrn. Birrenkoven (Ges.).
Freiburgr i. B. 1. grosses Conc. des Musikver. (Adam) m.
HändePs „Judas Maccaoäus" unter solist. Mitwirk, der Frau
Huber a. Basel, des Frl. Kloppenbur^ a. Frankfurt a. M. und
der HH. Dierich a. Leipzig u. Staudigl a. Berlin. (Von den
Solisten wird ganz besonders FrauHuber hervorgehoben, in-
dem man Über dieselbe schreibt: „Sie besitzt ein glocken-
reines, trefflich geschultes, gut ausgeglichenes Organ und be-
handelt den Text mit groaser Sorgfalt. Zu diesen für eine
Concertsängerin unerlässlichen Eigenschaften kommt aber
noch die einer durch und durch musikalischen Auffassung,
die sich in der feinsinnigen Phrasirung ihrer Arien glänzend
offenbarte. Diese Eigenschaften fielen mir besonders auf im
Vortrag der Chorarie >Du sinkst, ach, armes Israel«, wo die
Sängerin bei aller Innigkeit der Tongebung den stilgerechten,
epischen Ton beibehielt und es mit feinem Takte vermied,
in eine dramatisch-pathetische Declamation zu verfallen.")
Genf. Kirchenconc. des Organisten Hm. Barblan unter
Mitwirk, des Hm. Ad. Rehberg (Violonc.) u. des Choeur russe
(Spassovhodsky) am 13. Nov.:" Chöre von Starorousky, Bort-
nianskv, Lomakine u. Lwoff, Solif. Org. v.Kirchner (Pr61.),
S. Bach, Guilmant (Allegro mod.) und L. Thiele (Cmoll-
Phant.) u. f. Violonc. v. Chopin, Durante und S. Bach. —
2. Abonn.-Conc. im Stadttheater (W.ßehberg): BdurrSymph.
V. Haydn, Orchestersuite „Conte d'Avril" v. Widor, Ouvert.
zum „Fliegenden Holländer" v. Wagner, Cla vier vortrage des
Hrn. Slivinski (4. Conc. v. Rubinstein, Air v. Leschetizki,
Spinnerlied v. Wagner-Liszt etc.).
Guben. Conc. des Gesangver.(Ochs) unt. gesangsolist. Mit-
wirk, der Frls. Kostetzky, Maass u. Schicke u. HH. Sasse u.
Gander v. hier, sowie des Hm. Krüger a. Berlin am 12. Nov. :
„Der Rose Pilgerfahrt" v. Schumann. Brautlied f. gem. Chor,
Soli, Clav. u. zwei Homer v. Ad. Jensen , Lieder „Leer ist
der Tag" und „Horch auf, du träumender Tannenforst" von
A. Wandelt.
Halberstadt. Am 10. Nov. Aufführ. v. Mendelssohn's
,,Paulus" durch den Oratorienver. (Stoebe) unt. solist. Mitwirk,
des Frl. Böttcher a. Leipzig, der Frau Stoebe-Spiegelberg a.
Halberstadt u der HH. Wolff a. Cöln u. Settekorn a. Braun-
schweig.
Hannover. 1. Conc. der Bückeburger Hofcap. (Sahla):
5. Symph. v. Beethoven, Ouvertüren v. Mendelssohn u.W ag-
ner, Gesangvorträge des Frl. Hartmann v. hier („Klinge,
klinge" v. Aa. Jensen, „Am Sonntag-Morgen" u. Niederrhein.
Volkslied v. Brahms etc.).
Königsberg 1, Fr. Am 19. Nov. Auffahr. v. Brahms'
Deutschem Requiem durch die Musikal. Akad. (Schwalm).
Laibach. 1. Kammermusikabend der Philharm. Gesell-
schaft: Streichquartette v. Haydn (D dur) u. Beethoven (Op. 18,
No. 2), BmoU-Claviertrio v. Volkmann. (Ausführende: HH.
Zöhrer [Clav.], Gerstner, v. Nickerl, Moravec und Lasner
[Streicher].)
Leipzig. 2. Akad. Orch.-Cono. (Prof. Dr. Kretzschmar) :
Ouvertüren v. M. A. Cesti („H Pomo d'Oro"), N.Piccini („Dido")
u. Gluck („Iphigenie in Aulis"), Militärsymphonie v. Haydn,
AmoU-Violinconc. v. Viotti (Hr. Zajic a. Berlin), Esdur-Symph.
V. Mozart. — Conc. des Orch.-Ver. der Musikfreunde (Thieriot)
unt. Mitwirk, der Sängerinnen Frls. Lenbach u. Gondar am
23. Nov.: Fdur-Symph. v. F. Thieriot, 3. Seren, f. Streich-
orch. V. R. Fuchs, Walzer f. do. a. „Prinzessin Glückskind"
V. C. Rein ecke, „Ständchen" f. Altsolo u. Frauenchor mit
Clav. V. Schubert, Frauenchöre „Im Wasser wogt die Lilie"
u. Z wiegesang ra. Clav. v. R. Kahn, Sopranlieder v. Rubin-
stein (,^ch mhle deinem Oden"), Reinecke („Abendreihn")
u. R. Kahn („Der Garten"). — 7. Abonn.-Conc. im Neuen
Gewandhaus (Prof. Dr. Reinecke): 4. Symph. v. Beethoven,
Ouvert. „Der römische Carneval" v. Berlioz, Solovorträge
des Frl. Jordan a. Berlin (Ges., „Die Mainacht" v. Brahms,
„Lieber Schatz, sei wieder gut" v. Franz etc.) u. des Hrn.
Prill V. hier fViol., 5. Conc. v. Vieuxtemps und „Gesangs-
scene" v. Sponr).
Magdeburg* L Harmonieconc. (Kauffmann): 1. Symph.
V. Beethoven, Ouvert. „Meeresstille und glückliche Fahrt" v.
Mendelssohn, Solovorträge des Frl. Dienstbach a.Frankfurta.M.
(Ges., „Die Mainacht" v. Brahms etc.) u. des Hrn. Petri a.
Dresden (Viol., Romanze u.Charakt. Tanzweisen v.W.Kes etc.).
Mannheim. Musikal. Abend des Rieh. Wagner- Ver. am
11. Nov.: Solovorträge der Frau Seubert (Ges., „Im Herbst".
612
„Liebchen ist da", „Zwei welke Rosen", „Stille Sicherheit",
„Er ist gekommen", „Ständchen" u. „O, sah ich auf der Haide
dort" V. Franz, „Angedenken" v. Cornelius, „Der Engel",
-Stehe still", „Im Treibhaus", „Schmerzen" u. „Träume^ v.
R. Wagner) u. des Hm. Hartmann (Violonc, Conc. v. Lalo,
„Albumblatt" v. Wagner-Popper und Air de Ballet [?] v.
G. Ernst). — 60. Orgelvortrag des Hrn. Hänlein m. Werken
V. S. Bach (Fdur-Toco.), Guilmant (Invocation) u. Mendels-
sohn (FmoU-Son.) in Äbwechs. m. Viola alta- Vorträgen des
Hm. Prof. Ritter a. Würzburg (Stücke v. S. Bach, Nardini
u. Burante).
Nürnberg. 7. u. 8. Eliteconc des Winderstein^schen Orch .
(Winderstein): Orchestersuiten v. Grieg (a. „Peer Gynt") u.
Bizet („L'Arl6sienne"), Ouvertüren v. Wagner („Tannhäu-
ser"), Brahms (Akad. Fest-) U.A., 2. Ungar. Rhaps. v. Liszt
u. A. m. — 4. Conc. des Philharmon. V er. (Winderstein) :
6. Symph. v. Beethoven, „L*Arl6sienne" v. Bizet, Ouvertüre
„Husitska" v. Dvo^&k, (Jesang vortrage der Frau Mielke a.
New- York („Liebesglück" y. J. Sucher, Mailied v. C. Rei-
necke etc.).
Oels. Conc. des Gesangver. f. gem. Chor (Winkelmann)
unt.gesangsolist. Mitwirk, der Frls.Zlotnicka a. Berlin u. Fischer
a. Breslau u. des Hrn. Bilewsky v.hier am 6. Nov.: Cant. „Bleib
bei ims" v. S. Bach, „Erlkönigs Tochter" v. Gade, Ballade
„Pharao" f. gem. Chor v. Hop ff er, Männerchöre v. Schu-
mann, Silcher u. Hauptmann, Gesangsoli v. Brahms („Mai-
nacht"), Bruch („Frage"), Ad. Jensen („Morgens am Brun-
nen"), Schubert, Stange („Tandaradei") und H. Schmidt
(„Waldruf").
Paris. Oolonne-Concerte am 23. u. 30. Oct. u. 6. Nov.:
„La Damnation de Faust" v. Berlioz. (Solisten: Frl. Pregi
u. HH. Engel, Fournets u. Ballard.)
Plauen i. V. 1. Abonn.-Conc. des Rieh. Wagner- Vereins
(Zöphel): 6. Symph. v. Beethoven, Festouvert. v. Volkmann,
Vorspiel u. „Lsoldens Liebestod" a. „Tristan und Isolde" von
Wagner, Ghssangvorträge des Frl. Leisinger a. Berlin („Vor-
abend" a. den Brautliedern v. P. Cornelius, „Vergebliches
Ständchen" u. „Feldeinsamkeit" v. Brahms, „Neue Liebe" v.
Rubinstein etc.).
Rotterdam. 1. Auf führ, der Maatschappij tot Bevord.
der Toonkunst (v. Perger) unt. solist. Mitwirk. der Frls. Seyn
a. dem Haag u. Kunen v. hier u. des Hrn. Büttner a. Coburg:
Ein deutsches Requiem v. Brahms, Musik zu „Rosamuude"
V. Schubert.
Strassburg i. E. 2. Abonn.-Conc. des städt. Orch. (Prof.
Stockhausen): 4. Symph. v. Brahms, Ouvert. zu „Richard III."
V. Volk mann, Solovorträge des Frl. Polscher a. Leipzig (Ges.,
„Mignon" V. Liszt, „Frühlingsliebe" v. Franz, „Feldeinsam-
keit" V. Brahms etc.) u. des Hm. Schuster v. hier (Violine,
8. Conc. V. Spohr).
Trier. l.Vereinsconc. des Mosikver. (Lomba): 4. Symph.
V. Schumann, „Mei8tersinger"-Vorspiel u, „Siegfried-Idyll" v.
Wagner, „Das Glück von Edenhall" f. Chor und Orch. v.
E. Humperdinck, Violinvorträge des Hrn. Prof. Halir aus
Weimar (Berceuse v. Simon, „Perpetuum mobile" v. Ries etc.).
Weimar. Am 20. Nov. AutTühr. von Mozart*s Requiem
unt. Leit. des Hrn. Prof. MüUer-Hartung u. solist. Mitwirk,
des Frl. MüUer-Hartung, der Frau Hessenland-Formaneck u.
der HH. Zeller u. v. Iifilde.
Wiesbaden. Conc. des Sängerchors des Wiesbadener Lehrer-
ver. (Spangenberg) am 5. Nov.: Männerchöre von Goldmark
(„Frühlingsnetz", m. Hörner- u. Ciavier begleit.) , Brambach
(„Waldmorgen"), Spangenberg („Heimfahrt nordischer Krie-
ger") u. Kremser („Robin Adair" u. „Wenn Zweie sich gut
sind"), Solovorträge der Frls. Kuzm'tzky (Ges., Zigeunerlieder
V. Brahms, „Du bist wie eine stille Sternenacht" v. Kretsch-
mer, „Pastorale" v. Bizet u. „Ich liebe dich" v. A. v. Glaesz)
u. Bieger (Clav., Span. Rhaps. v. Liszt etc.), Beide v. hier. —
1. Kammermusikabend der HH. Weber, Troll, Müller und
Brückner: Streichquartette v. Haydn (Gdur) und Schubert
(Amoll), Stücke f. dieselben Instrumente v. Mendelssohn (Cau-
zonetta) u. V. Petr (Wiegenlied). — 2. Künstlerconc. des Cur-
orch. (Lüstner): 6. Symph. v. Beethoven, „Hamlet" -Ouvert. v.
Gade, „Charfreitagszauber" a. „Parsifal" v. Wagner, Gesang-
vorträjge des Hrn. Reichmann a. Wien (Hans Sachs' Monolog
a. den „Meistersingern" v. Wagner, Arie a. „Der König von
Labore" v. Massenet etc.).
Worms. Conc. der Musikgesellschaft u. Liedertafel (Kie-
bitz) unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Steinwarz a. Carlsruhe u.
der Frau Rahn v. hier am 9. Nov.: „Die Weihe der Nacht"
ff Altsolo^ Chor 11. Clav. v. H.y. Herzogen her g, Rhapsodie
f. do. V. Brahms, „Mirjam's Siegesgesang" f. Sopransolo, Chor
u. Clav. V. Schubert, Gesaugsoli v. Caldara, J. Gi ehr 1 („Letz-
ter Wunsch" u. „Liebchen Geige") u. Ad. Jensen („Rosenzeit").
gj^^ VeralteU Programnu^ soivie Progravime ohne Angabe vott Ort und
Datum Müssen vollständig unbeachtet bleiben!
Engagements und G8ste in Oper und Concert.
Berlin. Hr. Arno Hilf aus Leipzig hat in dem Concert,
das er am v. Sonnabend in der hiesigen Singakademie unter
Mitwirkung des Pliilharmonischeu Orchesters veianstaltete,
grösste Sensation mit seiner phänomenalen Virtuosität und
dem künstlerischen Chic seines Vortrags erregt. — Colmar
(Elsass). Ein illustrer Gast aus der Reichshauptstadt, Meister
Joachim, gab hier vor überfüUtem Hause mit gewohntem
Erfolge ein Concert, unterstützt von Hrn. Freund, dein sehr
beachtenswerthen Pianisten aus Zürich. — Glauchau. Das
Concert, welches jüngst der junge Violinvirtuos Hr. Krasselt
aus Baden-Baden veranstaltete, bot nicht nur durch die bril-
lanten Leistungen des Goncertgebers hohes Interesse, sondern
entzündete auch Begeisterung durch die gesauglich wie in
der Auffassung wahrhaft süperben Liedervorträge des Frl.
Polscher aus Leipzig. — Hannover. In einem hiesigen
Concert Hess sich kürzlich der Kammersänger Hr. Koebke
aus Neustrelitz hören. Seine Bekanntschaft war eine hoch-
erfreuliche, da Hr. Koebke sein hübsches Stimm organ künst-
lerisch behandelt und über einen gebildeten und warmen
Vortrag gebietet. — Luzern. An Stelle des nach Hannover
gegangenen Hrn. Frischen wurde Hr. Wilh. M enge 1 borg,
ein vorzüglicher Pianist und begabter Componist, Schüler der
HH. Professoren Seiss und Wüllner in Cöln, zum städtischen
Musikdirector nach hier berufen. — Harienburg. In dem
letzten Concert des Schmid tischen Chorgesangvereins nahm
unt«r den Solisten Ilr. Hintzelmann aus Berlin die erste
Stelle ein, der mit seinem weichen und warmen Organ und
dem sinngemä.ssen Ausdruck, den er seinem Vortrag gab,
sich als ein vorzüglicher Sänger documentirte. — Metz. Als
ein Pianist von bedeutendem technischen Können, hoher
musikalischer Intelligenz und warmfühliger Auffassung be-
kundete sich Hr. Ebert-Buchheim aus Strassburg, der in
dem l. Concert des hiesigen Musikv^ereins Brahms' gigantisches
D moll-Concert und weitere Soli von Fabian, Reinecke und
Liszt spielte und mit seinem Vortrage eine überaus freund-
liche Aufnahme fand. Einen nicht minderen Erfolg ersang
sich an gleicher Stelle Frl. MüUer-Hartung aus Weimar,
die seit ihrem letzten hiesigen Auftreten an Tonvolumen
noch gewonnen hat. — Strassburg (Elsass). Das 2. Abon-
nementconcert des städtischen Orchesters interessirte zunächst
durch den Umstand, dass der Name Liszt, dem der musikaliscli
so einseitige Dirigent dieser Concerte in grossem Bogen aus
dem Wege geht, auf dem Programm stand, dann durch die
weitere Thatsache, dass die Einschmuggelung dieses ver-
pönten Componisten dem überzeugungsvollen Muth Ihrer
Landsmännin Frl. Clara Pol seh er zu danken war! Es war
das herrliche Lied „Mignon", mit welchem die junge Dame
ihre durch eine seltene Individualisirungskunst ausgezeich-
neten und von jugendlicher Begeisterung getragenen Vorträge
begann. Leider nur verdarl) aie Orchesterbegleitung infolge
verständnissloser Direction des überhaupt den Werken fort-
schrittlicher Musikrichtungantipathisch und abwehrend gegen-
überstehenden Hrn. Prof. iStockhauseu eine volle Wirkung
dieses Liedes. Besser fand sich der Genannte mit der Clavier-
begleitung der übrigen Gesänge ab.
Kirchenmusik.
■•
Leipzig. Thomaskirche: 2H. Nov. „Machet die Thore
weit" V. Alb. Becker. „Lobet den Herrn, alle Heiden** von
J. S. Bach. 27. Nov. „Nun komm, der Heiden Heiland** v.
J. S. Bach.
OpernauffUhrungen.
October.
Stuttgart. K. Hoftheater: 2. Tannhäuser. S.u. 13. Grin-
goire. 7. Die Regimentstochter. 10. Ekkehard. IG. Die
JStumme von Portici. 20. Zar und Zimmermann. 23. Die
Meistersinger von Nürnberg. 25. Orpheus. 27. Das Glöck-
chen des Eremiten. 30. Cavalleria rusticana.
i
613
Aufgeführte Novitäten.
Abert (J. J.), Columbus-Symph. (Würzburg, l. Couc. der k.
Musikschule. Rostock, 1. Conc. des Concertver.)
Baue^r (L.); Concertouvert. (Bromberg, Gonc. der Liedertafel
am 3. Nov.)
Becker (A.), Geistl. Dialog f. Chor u. Altsolo m. Clav. (Kiel,
1. Conc. des St. Nicolai-Chors.)
Bouman (A.), Violoncellconc. (Berlin, Symph.-Conc. des Phil-
harm. Orch. am 1. Nov.)
Brahms (J.), 1. Symph. (Amsterdam, Abonn.-Cono. im Neuen
Concerthaus am 3. Nov. Berlin, Symph.-Oonc. des Phil-
harm. Orch. am 1. Nov. Hamburg, 1. Abonu.-Conc. unt.
Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow. Laibach, 1. Mitglieder conc.
der Philharm. Gesellschaft.)
— — 2. Clavierconc. (Berlin, Conc. der Frau Stern a. Dresden
am 28. Oct.)
Clarinettenquint. (Braunschweig, 1. Abend des Ver. f.
Kammermusik. Leipzig,' 2. Kammermusik im Neuen Ge-
wandhaus.)
— — CmoU-Claviertrio. (Bingen, Conc. v. Frl. Schwartz a.
Cöln u. Gen. am 30. Oct.)
— — Trio f. Clav., Clar. u. Violonc. (Danzig, 1. Kammer-
musikabend.)
Bronsart (H. v.), FismoU-Clavierconc. (Magdeburg, 1. Conc.
im Kaufmann. Ver.)
Bruch (M.), 1. Symph. (Breslau, 6. Symph.-Conc. der Bresl.
Concertcap.)
— — „Dithyiambe" f. Tenorsolo u. Chor m. Clav. (Plauen
i. V., 41. Stiftungsfest des Musikver.)
— — „Odysseus". (Dortmund, 1. Conc. des Musikver.)
— — „Schön Ellen". (Coburg, 1. Conc. des „Sängerkranzes**.)
Davidoff (C), 1. Violoncellconc. (Leipzig, 5. Abonn.-Conc.
im Neuen Gewandhaus.)
Delibes, Balletsuite „Coppelia". (Dortmund, 2. Symph.-
Conc. des Orch. -Ver.)
Draeseke (F.), Missa in'FismoU. (Leipzig, Conc. des Riedel-
Ver. am 18. Nov.)
Dvof&k (A.), Ddur-Orchestersuite. (Boston, 3. Conc. des
Boston Symph .-Orch.)
^ — — Streichquiut. (Leipzig, 2. Miisikabend des Kammer-
musik vcj*.)
Fassbaender (P.), Adur-Symph. (Saarbrücken, Conc. des
Comp, am 21. Oct.)
Franck (C), Adur-Clav.-Violinson. (München, Conc. des
Hrn. Schörg am 29. Oct.)
Gade (N. W.), Violinconc. (Graz, l. Mitgliederconc. des
Steiermark. Musikver.)
Garcin (J.), Violinconc. (Lausanne, l. Abomi.-Conc.)
Geiiss (H.), Symphoniesatz, Trauerspielouvert. u. 2. Clavier-
conc. (Berlin, Conc. des Comp, am 14. Oct.)
Gold mark (C), Ouvert. „Im Frühling". (Aschersleben,
1. Abonn.-Conc.)
— — Frühlingshymne f. Chor, Altsolo u. Orch, (Cöln, 2. Gür-
zenichconc.)
Grieg (E.), „Peer Gynt"-Suite. (Guben, l. Conc. des Musikver.)
Gmoll-Streichquart. (Bremen, 2. Kammermusik der
HH. Bromberger u. Skalitzky.)
— - 1. Clav.-VioTinson. (Cassel, Conc. v. Frl. Schick u. Gen.
am 31. Oct.)
— — „Der Bergentrückte" f. Baritonsolo, Streichorch. u. zwei
Hörner u. A. m. (Christiania, 2. Conc. des Musikver.)
— — „Landkennung" f. Männerchor, Baritonsolo u. Orch.
(^Coburg, 1. Conc. des „Sängerkranzes".)
Herther (F.), Ouvertüren zu den Opern „Die Maler zu Ley den"
u. „Der Abt von St. Gallen". (Leipzig, Musikal. Feier
des 70. Geburtstages des Directors Hrn. Dr. Günther.)
Hof mann (H.), Frith;of -Symph. (Berlin, 2. Comp. -Abend der
Meyder'schen Cap.)
— — „l^BS Märchen von der schönen Melusine" f. Soli, Chor
u. Orch. (Wernigerode, Conc, des Chorgesangver. am
20. Oct.)
Huber (H.), Clav.-Violoncellson. (Magdeburg, Tonkünstlerver.)
Hummel (F.), „Hansel u. Grethel" f. Soli, Frauenchor, Clav,
u. Declam. (Plauen i. V., 41. Stiftungsfest des Musikver.)
Klughardt (A.), CmoU -Symph. (Chemnitz, 1. Abonn.-Conc.
cler Stadt. Cap.)
Kücken (F.), Concertouvert. „Wald leben". (Breslau, 5. Symph.-
Conc. de« Bresl. Concertver.)
Liszt (F.), „Les Prdludes". (Dortmund, l. Symph.-Conc. des
Orch.-Ver.)
Liszt (F.), „Prometheus". (Meiningen, Vereinsconc. des Sing-
ver. am 9. Oct.)
Esdur-Clavierconc. (Innsbruck, Ausserordentl. Conc.
des Musikver.)
Massenet (J.), „Seines alsaciennes" f. Orch. (Genf, l. Abonn.-
Conc. im Stadttheater.)
Moszkowski (M.), L Orchestersuite. (Meiningen, 1. Abonn.-
Conc. der Hofcap.)
Raff (J.), Waldsymph. (Paderborn, 1. Conc. des Musikver.)
— — Waldsymph. (Innsbruck, Ausserordentl. Conc. des
Musikver.)
6. Symph. (Hamburg, 2. Abonn.-Conc. unt. Leit. des
Hrn. Dr. v. Bülow.)
Reinecke (C), „Friedensfeier"- Festouvert. (Saarbrücken,
Conc. des Hm. Fassbaender am 21. Oct.)
„König Manfred"-Ouvert. (Boston, 2. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Saint-Saens (C), „La Jota aragonese" f. Orch. (Würzburg,
1. Conc. der k. Musikschule.)
C moll-Clavierconc. (Boston, 2. Conc. des Boston Symph.
Orch.)
Sandberger (Ad.), Sonate f. Viel. u. Clav. (Wien, Ton-
künstlerver. am 7. Nov.)
Scharwenka (Ph.), Sjonph. Dicht. „Frühlingswogen". (Berlin,
Symph.-Abend des Philharm. Orch. am 18. Oct. Boston,
3. Conc. des Boston Symph. Orch.)
S nie tan a (F.), Symph. Dicht. „Vltava". (Cöbi, 2. Gürze-
nichconc.)
Schröder (A.), „Columbus" f. Solo, Chor u. Orch. (Bromberg,
Conc. der Liedertafel am 3. Nov.)
Taubert (E. E.), Orchesterballade. (Berlin, Symph.-Abend
des Philharm. Orch. am 18. Oct.)
Tschaikowsky (P.), 6. Symph. (Boston, 2. Conc. des Boston
Symph. Orch.)
Verdi (Gr), EmoU-Streichquart. (Leipzig, 2. Kammermusik
im Neuen Gewandhaus.)
V 0 1 k m a n n (R.), Ouvert. zu „Richard lU. " (Hildburghausen,
1. Abonn.-Conc. der Meiningenschen Hofcap.)
— — Bmoll-Claviertrio. (Braunschweig, 1. Abend des Ver.
f. Kammermusik. Danzig, 1. Kammermusikabend.)
Wagner (P. E.), Festl. Vorspiel. (Paderborn, 1. Conc. des
Musikver.)
Wagner (R.), Eine Faust-Ouvert. (Meiningen, 1. Abonn.-
Conc. der Hofcap.)
„Meister8inger"-Vorspiel. (Chemnitz, 1. Abonn.-Conc.
der Stadt. Cap. Graz, 1. Mitgliederconc. des Steiermark.
Musikver.)
„Parsifal "-Vorspiel. (Hildburghausen, 1. Abonn.-Conc.
der Meiningenschen Hofcap.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Die Richard Wagner-Vereine yon Berlin und
Berlin-Potsdam veranstalteten am 21. Nov. in Berlin eine
Aufführung von Liszt's „Legende von der heiligen Elisabeth".
Das Werk machte auch bei dieser Gelegenheit einen erhe-
benden Eindruck auf das Auditorium, vielleicht unter einziger
Ausnahme des Hrn. Wilhelm Tappert, der im „Kleinen
Journal" u. A. schreibt: „Gestern erschien uns die Partitur
wegen ihres starken Choralgehaltes ungeniessbar; ziun Ein-
schlafen langweilig fanden wir den uoerwie^nd reizlosen
Singsang und Klingklang. Was bedeuten emige passable
Körnchen in dem Haufen Spreu V"
* In Worms soll im Juni n. J. unter Leitung der HH.
Prof. F. Gernsheim in Berlin, der ein geborener Wormser ist,
und Musikdirector Kiebitz von dort ein Musik fest statt-
finden.
* Die auf Einführung des Janko-Claviers in Nürnberg
abzielenden Bestrebungen des Hrn Aug. Jahn daselbst be-
gegnen trotz der Drohung gewisser Leute, dieselben mit
„Galle und Gift" bekämpfen zu wollen, einem über Erwarten
lebhaften Interesse des musikalischen Publicums. So wurden
z. B. die Sonn tags- Vormittagsstunden, welche Hr. Jahn für
die Erklärung der Neuerung angesetzt hat, bisher jedes Mal
von 50—60 Interessenten besucht.
* In Paris ist eine neue künstlerische Gesellschaft
gegründet worden, welche den Titel „Concert-conförences"
führt und deren Zweck die Entwickelung des mnsika-
614
lii>clieD Geschm&cks ist, ein Zweck, welcher erreicht
werden soll durch tadellose Änffllhnmg der Ueistorwerke
imd Analyse derselben bis ins kleinste Detail. Als Con-
f'arencier ist Hr. Albert BayroUes erwählt worden. Zur Auf-
führung sind zunächat nur Werke von A. Thomas, Massenet,
Uelibes, Goonod und Saint-Sa^s bestimmt.
* Ueber die berühmte Silbermaun'sche Orgel der
katholischen Hofkirche za Dresden hat sich, wie das „Leipz.
T." berichtet, im Hauptstaatearchiv ein Schriftstück vor-
gefunden, aus welchem ersichtlich wird, dass nicht Silber-
maon, sondern sein Altgeselle David Schubert der eigent-
liche Erbauer dieser Orgel gewesen ist. Silbormann natt«
wegen seines vorgerückten Alters und seiner Leibesschwach-
lieit ihm den Bau übertragen, der auch erst ein Jahr nach
des Heisters Tode, der am 4. August 1753 erfolgte, beendet
wurde. Auoh die Orgel im Joseph inenstift zu Dresden hat
t^cliubert gebaut. Er erhielt 1769 den Titel als „Hoforgel-
liauer", wurde aber nicht Nachfolger Silbermaim's als „Land-
oreelbauer", was er gehoSt hätte. Dieses Amt erhielt
SiTiramm, t 1774, den Schubert ebenfalLi später wegen
Alters und Krankheit vertreten musstej Schramm s Nachfolger
wurde der auch berühmt gewordene Hildebrand.
* Bas Ausschreiben von Plänen fUr das für Bertin pro-
jucUrt« Denkmal Haydn-Mozart-Beethovenhat dieEin-
^endang von nur vier Entwürfen zur Folge gehabt, und zwar
f-eitens der Bildhauer HH. Hildebrand, Hundrieser, Schaper
und Siemering.
* Im Beichsmuseum zu Amsterdam wurde die daselbst
luifgestellte Büste des verstorbenen Musikdirectors und Gom-
I'ouiaten Verhulst am 14. Nov. feierlich enthüllt.
* Im Hoftheater zu Dessau erschien am S5. Nov. zum
irsten Mal Wagner's „Siegfried". Die durch keine Striche
geachändete Aufführung des wundervollen Werkes verlief
unter KluKhardt's Hebevoller Leitung in bester Weise und
erweckte der Schi^fung eine begeisterte Aufnahme. Nach'
dem nun auch noch die .GOtterdäuimeTung" daselbst in Scene
t;egangen sein wird, soll eine Aufführung der vollständi-
gen Trilogie stattfinden.
* Im Hofthaater zu Darmstadt ging am 35. Nov. unter
t.le Haan's vorzüglicher Leitung B. Wagner's „Lohengrin"
erstmalig ungekürzt und neuiuscenirt in Scene.
* G. Grammanu'e Oper „Melusine" ist kürzlich im
Stadttheater zu Posen mit hübschem Erfolg als NovitAt in
* Im Stadttheater zu Nürnberg ging am 20. Nov. die
mit Dialog versebeue einactige Oper „Al&echt DQrer" von
!''. Baselt erstmalig mit dem üblichen Localerfojg in Scene,
Nach einer uns zugebenden Mittheilung „lehntsich die Musik
t heils der alten italieuischen. tbeils der neuen deutschen Schule
un"undmnss daher ein recnt stilloses Product sein. Auch mit
ilor Handlung kann es nach derselben Quelle nicht weit her
.si'iiL, denn eine effectvolle Balletmusik unterbreche dieselbe
„in angenehmer Weise".
• Im ßistori-Theater inVerona wurde kürzlich die neue
üpur „La Tradita" des jungen Componislen Cusinati unter
[Itjssen persönlicher Leitung erstmalig aufgeführt und trug
ilcniselben die wärmsten Huldigungen ein.
.Gl
* Hofcapellmeist«r Felis Weingartner hat s
e Oper
nach zweimaliger Aufführung in der k. Hofoper
Berlin zurückgezogen und begründet diesen Act einer
1 Anspruchslosigkeit des Näheren in einer Berliner
Zeitung, in welcher Veröffentlichung er aber die boshaften
Schmähartikel gewisser Reoensenten vornehm ignorirt, trotz-
ilom die Zurückziehung der Novität, wie dies auch College
'iito Lessmann in der „Allgem. M.-Z." in Frage zieht, mit
jenen Beschimpfungen des Werkes und des Autors eiuiger-
niaiifisen im Zusammenhange stoben dürfte,
• Freiherr C. v, Perfall beging am 25. Nov. das 25j&h-
rjge Jubiläum als Generali ntendaut des k, Hoftheaters zu
München, das unter seiner Leitung immer eine erste Stellung
unter den deutseben Bühnen eingenommen bat und noch
einnimmt. Sein an den Prinzregenten um Enthebung von
seinem verantwortungsvollen Poston gerichtetes Gesui3i ist
VI31J demselben abschliiglich beschieden worden.
* Eugen d'Albert hat ein neues Clavierooncert gesoh rie-
ben, das seine Gattin zunäclist in einem Philharmonischen
Concert zu Berlin uud dann in einer Aufführung des Liszt-
Vereins zu Leipzig unter Leitung des Componisten spielen
wird.
* In Kronstadt i. S. haben jüngst in einem eigenen
Concert die im Alter von 14 resp. J3 Jahren stehenden
Schwestern Elsa uud Gretchen Krummel, Töchter und
Schülerinnen des dort seit Jahren verdienstlich als Musik-
^ wirkenden Hrn. Hugo Erummel, grosses Auäehen
ihr ausgezeichnetes Ensemble- und Unisonospiel auf
zwei Flügeln erregt.
* Zu den Ehrengästen, die die Direotion der nächst-
jährigen Weltausstellung zu Chicago eingeladen hat, zählt
seltsamerweise der als Wagner-Fresser berüchtigt« Wiener
Prof Eduard Hauslick, Vielleicht erhält eine Reiche Ein-
ladung auch dessen Namens-, Glaubens- uud Eunstbruder
Bernsdorf, sodass es dann nur noch derselben Auszeichnung
eines ähnlichen Federbel den bedürft«, um ein der Vertretung
der deutschen Musikkritik würdiges litterarisches Kleeblatt
zusammen zu haben. Es scheinen in dem besagten Directo-
rium rechte Musikdilettanten das Wort zu führen, dass ihre
Wahl auf Hanslick fallen konnte!
* Der niederiändischo Meister Feter Benoit ist zum
Offizier des Ordens Orange-Nassau ernannt worden.
Todtenllste. L, MSnard, hervorragender musikalischer
Kritiker, f in Marseille. — Morel, Primadonna, f *uf offener
Bühne in Seerakarta (Java), — Henselor, Ciavierprofessor
am Royal College of Music in London, f unlängst. — Bruno
Hopstock. Heldentenor am Stadttheater zu Freiburg i. B,, t,
8L Jahre alt, am 31. Oct. daselbst.
Zur gef. Beachtungi
Auswärtige Vereine und Solisten, welche in Leipzig
eigene Concert« veranstalten und sich hierzu der geschäft-
lichen Unterstützung des Hrn, Ernst Eulenburg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zu bedienen haben, sind, falls sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gefällige dlrect6
Zusendung der Blllets an uns gebeten.
Leipzig.
Die Redaetion dos
„Hnsikalisehen Woehenblati««".
Protest gegen unwahre Beschuldigungen.
Das von Dr. Heinrich Beimann hergestellte sogen.
Programm buch znm 3. Hamburger Abonnementconcert
unter Direction des Km. Br. Hans von Bülow, welches am
24. Nov. stattfand, enthält folgende, das Richard Wagner'-
sche Programm zu Beethoven's !'. Symphonie be-
treffende Fussnote:
„Da die früher ertheilto Eriaubniss. zum Abdruck des-
selben in letzter Stunde durch den Verleger (E.W. Fritzscb
in Leipzig) zurückgezogen wurde, so musste sich der Hrsg.
begnügen, nur im Allgemeinen die Motive mit den betr.
Versen Goethe's, die ihnen Wagner unterlegte, anzu-
jreben",
welcheinderHauptsaohe vollständig auf Unwahrheit
beruht: Erstens haoe ich Hm. Concertdirector Hermann
Wolff in Berlin, dem Verleger dieser Programmbücher, nie
für ewige Zeiten, sondern nur frühor einmal für einen be-
stimmten Fall den Abdruck von Abhandlungen aus den Ge-
sammelten Schriften und Dichtungen von Richard Waener
gestattet, welche Beschriknkung denselben jedoch nicht abge-
halten bat, verschiedene Male ohne meine Erlaubniss
und mein vorheriges Wissen diese meine Verlags-
rechte zu schädigen, Hr. Dr, Heinrich Eeimann, der
die unwahre Behauptung gegen mich loslässt, hat überhaupt
nie in dieser Angelegenheit mit, mir verliandelt. Zweitens
wurde Hrn. Hermann Wolff', als er unterm 8. Nov, d. J. bei
voller Eenntniss meiner Ansicht in dieser Sache bei mir
anfrug, ob ich ihm den fraglichen Abdruck für das Hambur-
ger Programmbuch gegen ein Honorar gestatten wolle, von
mir umgehend — mithin genau zwei ganze Wochen vor
dem betreffenden Concert! — dahin erwidert, dass ich
ihm die eibetene Erlaubniss geben wolle, falle er nicht nur
diesen einen Abdruck mit 26 Jl honorire, sondern gleichzeitig
AQch noch eine nachträgliche Geldbusse von 150 Jl füi seine
früheren widerTechtlichen Entlehnungen aus den Richard
Wagner'schen Qesammelteii Schriften und Dichtungen an mich
leiste. Sjfttere Verhandlungen zwischen uns fanden nicht
Statt, meine gerechte Forderung blieb hei Hrn. Hermann
Wolff ohne Yerständniss. Es ist somit auch die Behauptung
vollständig und gegen besseres Wissen unwahr, dass
616
ich meine Ertaubnifs in letzter Stunde zurückgezogen
Weitere Bemerkungen zu der nndefinirbaren Handlnngs-
weise der HH. Hermann Wolff und Dr. Heinrich Beimann
kann ich mir ersparen; die richtige Beurtheüung derselben
wird Jeder, den diese Sache interessirt, nach meinen Erklä-
rungen leicht selbst finden.
Leipzig, Se. Not. 1892.
E. W. Fritzsel
Kritischer Anhang.
Neue Lieder fUr eine Singsttmme mit Ciavier-
begleitung.
Hax Kretsohmar. Zwei Gesänge, Op. 4.
Drei Lieder, Op. 5.
Drei Gesänge, Op. 11.
Boden-Baden, Emil Sommermeyer.
Max Kretsohmar singt nicht gerade neue, aber warm em-
Sfimdene Melodien, deolamirt mit Ausdruck und legt seinem
esang recht interessante Harmonien unter. Die Sachen wer-
den gut klingen.
Fr. Jos. SchQtky. Drei Lieder, Op. 32.
„Wers nur verstÄnde" Op. 30.
Stattgart, Eduard Ebner.
Die Lieder '
att«r zu spät.
1 Schütk; kommen ein halbes Menschen-
Hax Schütz. Fünf Lieder. Wien, J. Gutmann.
Recht klangangenehme Lieder, die wir im Allgemeinen
gut heissen- in der zweiten Nummer, einer sonst ganz hüb-
schen „Ausfahrt" nach Scheffel, finden wir die Decliimation
verfehlt, denn in den Worten „Beregipfel", „Waldwipfel" und
„Zugvögel" liegt der Accent auf der ersten Silbe und nicht,
wie oei Schütz, auf der zweiten.
Julius Tausch. Fünf Lieder, Op. 31.
Vier Jagdlieder.
Düsseldorf, Bayrboffer Nachfolger.
Schwung und Lehen habende, sehr nett zu singende
Stücke; hinsichtlich der Erfindung geben wir den fhnf Lie-
dern in Op. 21 den Vorzog vor den Jagdliedern, von welchen
besonders das zweite und vierte leicht etwas verbraucht klingt.
Louis Bödecker.
B !• i e fl£ asten.
F. y. in B. Lassen Sie doch dem cnten Mann sein billi-
ges Vergnü^n, aus dem Hinterhalte der Anonymität seine
giftigen Pfeile besonders ge^en solche Künstler abzuschi essen,
die nach allgemeinem UrtheU zu den Ersten ihrer Kunst
zählen. Daes er im neuesten Fall (Weingartner) den Aus-
spruch „Anonymität ist die Tarnkappe der Feigheit" tbut,
ist wenigstens ein Zeichen für eine bei ihm tagende Selbst-
erkenntnifis.
IV. K. R. in B. Sie irren sich nicht in der Annahme,
bereite früher gelesen zu haben, dass Hr. Noduagel seit eini-
ger Zeit vermänlt ist und kein Intimus des Hrn. G. sein will.
Nur die Begründung des letzteren Uinstandes mit dem sieben-
maligen Gesehenhaoen war neu. Hr. N. scheint Buch über
solch interessante Begegnungen zu führen, was für manche
Leute allerdings nützlicher, ab andere Beschäftigungen mit der
Feder ist
L. G. in R. Die sich von Tag zu Tag noch steigernde
Protection der Zarzycki'schen Mazurlia seitens unserer Violi-
nisten und Violinistinnen ist ein neuer Beweis dafür, dass
ein Appell an den künstlerischen Geechmack der Virtuosen
so gut wie Nichts nützt.
S. E. in B. Die Zusendung interessanter Programme fOr
unsere Concertumflchau ist uns immer willkommen.
K. G. in F. Die auf weiches, bei der Berührung kein
Geräusch machendes Papier gedruckten Conoertzettol sind,
wie wir die» an den uns zugehenden vielen Hunderten von
Programmen erkennen können, leider noch lange nicht in dem
Grade eingeführt, wie Sie es annehmen.
Anzeigen.
Wilhelm Hansen'» HJuaikwerlag, Leipzig.
Neu!
?ju systematischem Stiidieng-ebrauch:
Gzerny-, Gramer-, Olementi-
Ktoden
Auswahl und kritischer Behandlung mit Torworten und Bemerkungen fürs Studium v
Heinrich Germep.
Czernr'a Stndlenwerlte. 4 Kknde je 3 Jl. Supplement: Tägliche Studien I .^.
Cramer's «« Binden. 4 Bände je 1,25 jf.
Clementl's Oradns md Pamassnin. 33 Etüden. 2 Bände je 1,70 .#.
Deutscher und englischer Text,
EPB/p'l Nt.t?jgjEl''- :bI |gi?F^Tig| IcilggEllgi^fgllSl^wl |pil?R^lgl?R[ia||E^' ...yi-gJIgiriyjBltg^J
(
Neue gemischte Chöre mit Begleitung. ■y«.»nmhr.n.>.inwn»...as.h.i..,^i^..t.
Weihnachtsbilder.
M. 1,-. Part, n. M. 4,-. Orch.-Stimm. n. M. H),— .
nilde. Li., Op. 2«. Prahlings-Symphonel. Mit kleinem
Orchester oder Ctavier. Clav.-Ausz. M. 2,—. Chorgtimm.
irt 2h Ff.) M. l,— . Part. n. M. +,— . Orch.-Stimm. n.
Fodbertsky, Th., Op. 38. Am Clilemsee. Für vier-
etiiiüiiigen Frauenchor, vieratiramigen Männerchor und
mil Orchester oder Clavier. Clav.-Auöz. M. 1,80. Chor-
stimmeo {k 1'» Pf.) M. ^,90, Part. n. M. 3,-. Orch.-
Stimm, n. M. 4,—,
Mchnuteil, W., Böhmisches Liedepsplel. Mit CUvier.
Pari. M. B,— . Stimm, (&. 51) Pf.) M. 2,—.
WeinKlerl,n. ▼., Op. 88B. Der Zigeuner. Mit Tenor-
iiiul Violinsolo und mit Ciavier oder Orchester. Clav.-
AusK M. 2,—. ChoTstimm. .i 30 Pf.) M. 1,20. Violin-
atiinm. M, —,50. Part. n. M. 6,—. Orch.-Stimm. volle
, M. la,— . Orch.-Stimm. kleine Besetzung
Mit
. M. '
l.eii,zig. C
F.
W
Siegel
(E. Li»
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usiknli
nlinnillung
VerUg
von
Rl
BS i Er
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In Berlin.
[1407.1
ff
Mrrat".
ivipiauBZUg mit Text i
Leipzig, Nov. 1833.
II Componisleri Fr. 12 Ji i
In Comnüsbion biii
Rob. f orberg.
[lioo.j Verlag von E. W. Frltzsch In Leipzig.
Piuttl, Carl, Op. 8. Drei Interlndian für Orgel. Jl 8,85.
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einzeln: Sopran und Alt ä 50 ^. Teoor und IJasB i 40 ^ .
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Weinxierl. K. v., Op. lOOB. Wandersehn sucht.
Clftvier oder Orchester. Clav.-Aosz. 3,~. Chorstimm.
|ii2f)Pf.) M. —,^0. Part, n, M. 3,50. Orch.-Stimm. volle
Bosetzung n, M. 5,60. Orch.-Stimm. kleine Besetzung
n. M.4,-.
ZSlIner, H., Op. 60. Hymnus der Liebe. Mit Bariton-
solo und KTOssem Oiohester. Clav.-AuBz. M. 3,50. Chor-
stimm, (ä 30 Pf.) M. 1,20. Baritonsolostimme M. —,30.
Part. n. M. 10,—. Orch.-Stimm, n. M. 12,—.
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und in ihrem Berliner Concert am
19. November gesungen.
C. Cui, Denkst du daran? Hoch, tief k \ Ji.
S. Moniuszko, Der Frühling. Hoch, tief k 1,20 Jt.
G. Paisiello, Nel cor piü. Hoch, tief k 1 M.
H. Rigel, Kleine Vögel. AltfVanzösisoh. Uoch,tierki^.
D. Scarlatli, Quel farfalletta. Hoch, lief k \ .M.
Soeben encbien;
Grosse Oper in drei Acten.
Text und Musik
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}ar FreaDdeBhreis von Jf(W H'SH«'i
iHfcr Ist mit Jedem Jahre grösser eewonlen, aacb der
' JtthreuiB wird gnwlss wiederum sllgemeinoii ßol/all flndei
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Hcnugegebei »i Frif. E. BrMlisr. Eleg. geb. 5 .«.
[I4a5k.] Verlag von J. Sehuberth & Co., Leipzig.
TechnlRche Stndlen ffir Plan«-
forte, la Hefte b. Jl 3,—.
(Heft X. Doppelheft Jl 6,—.)
Diese Studien sind in den bedeutendsten Oonsenmtorien des
In- und Auslajides eingeführt. [1426d.]
Verlag von J. Sehuberth £ Co., Leipzig.
Fr. Llszt,
619
Bearbeitungen
für
Streich-Orchester.
Part. Stimm.
Gade, Niels W., Op. 19. Aquarellen. (Rieh. Ji 4 Jü ^
Hofmann) no. 2 — 2 50
Od. 36. Der Kinder Christabend.
(Eich. Hofmann) no. 1 20 1 50
Gouvy, Theod., Schwedischer Tanz a. dem
Octett f. Blasinstrumente. Op. 71. (A.flom). no. 2— 2 60
Heller, Stephen, ()p.78. Spaziergänge eines
Einsamen. (Kich. Hofmann). No. 2 . no. 1 50 1 50
No. 3 . no. 1 60 1 50
No. 4 . no. — 75 — 75
Schumann, Rob., Op. 66. Bilder aus Osten.
(Friedr. Hermann) no. 2 — 3 10
Vogt, Jean, Nachtgesang no. — 60 — 60
Volkmann, Rob., Op. 11. Musikalisches
Bilderbuch.
No. 1. In der Mühle. (M. Barnes) . . no. 1 20 1 20
No. 2. Der Postillon. (Bich. Hofmann).
Mit Cornet ä pistons ad libitum . no. 1 50 2 10
No. 3. Die Russen kommen. (R. Hofmann) no. 1 50 1 60
No. 4. Auf dem See. (Rieh. Hofmann) no. — 75 -- 75
No. 5. Der Kukuk und der Wanders-
[1427.] mann. (Rieh. Hofinann) . . . no. — 76 — 90
Die Pariitaren sinddarch jede Masikalieiihandlang sni* Einsicht
za erhalten. .
Leipzig. Fr. Kistner.
Pianinos
bester Qualität, einfache und elegante Aus- ^m
stattung, sind wegen |B
Liquidation einer Fabriic S
zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen. W
[1428—.]
lllustrlrte Ppeis-Yerzelehnisse zu beziehen dureh
C. Schwalbach, Reichsstrasse 24, Leipzig.
Nene Violin-MiLsik.
Jenö Hubay.
Mailied — Fleur de Mai. Op. 371. 1 Jt 2b 4^.
Aus vergangener Zeit — Des temps jadis. Op. 3711. 2^,
Vor ihrem Bild — Devant son image. Op. 381. 1 ^2b /^,
(Gesang auf der G-Saite.)
Unter ihrem Fenster — Sous sa fenßtre. Op. 38 II. l^bO/^.
Nachtigallen-Gesang — Ramage des rossignoles. Op. 39.
2 ^ 50 4. [1429a.]
G. Hille.
Concert No. III (in Gmoll). 8 ^ netto.
Terlaic
Schott freres in Brüssel, Otto Junne in Leipzig.
Verlag von Breiticopf & HSrtoi in Leipzig.
Edgar TineL
Franziscus.
Oratorium für Soli, Chor, Orgel und Orchester.
Partitur M. 60,—, Violine I/II je M. 6,50, Viola M. 6,—,
Violoncell M. 6,—, Bass M. 3,50, Harmoniestimmen (leih-
weise) M. 75, — . Jede Ohorstimme M. 1,60, Olavierauszug
M. 16,—. [1480a.]
= Seit Ootober 1801 aufgeführt in Frankfürt a.M.,
Cöln,Copenhagen, Düsseldorf, Breslau (2 Mal), Aachen,
Würzburg, Amsterdam und Görlitz =
überall mit glänzendem Erfolg.
Femer zur Aufführung angenommen in New- York,
Berlin, Lüttioh etc.
Dieses hervorragende Werk kann mit vollem Recht tüch-
tigen Vereinen zur Aufführung hestens empfohlen werden.
Im Verlage von E. W. Fritzsch in Leipzig er-
schien soeben: [1431.]
IComische Oper in drei Acten
von J. K.,
Musik
von
Heinrich Zöllner.
Ciavierauszug mit Text. M. 6, — netto.
Partitur unter der Presse.
W. Auerbach Nachf .,
Musikalien-VersandgeschSft u. Leihanstalt.
Leipzig, Nenmarkt 32. ['^''^ j
Bfllipt« Bezngsqndk, sehnellste Lieferimg.
Ansichtssendungen bereitwilligst, Kataloge
und Prospecte gratis nnd ft*anoo.
T
Soeben erschien:
[1438.]
ffiicAard Wagner:
„Die Meistersinger von Nürnberg".
Clavleraaszug zu lEwel H&nden
(erleichterte Ausgabe)
mit Hinzufügung des Gesangstextes und der scenischen
Bemericungen
von
Richard Kleinmichel.
Gross-Octav. Preis: Ji 10, — . no.
Mainz. B. Schott's Söhne.
620
K.-
r
f^ulius jßlätÄner, ^etpjfif.
[ 1434.]
Beflentendste Plaiioforte-Fabrlk Enropafti!
FlUgel und Pianinos
von aiieirlcannt iMittl>ei*troflreiiei* Maltl>aflcei i
und edlem, »angr^eiolieiii nTon.
-T^ayT/2/^ "Vertreter bez. Verlta-ufsian agazlae an. allen "bedeiatenderezi Pl&tzen. ^Win^^^
Die Fabrik besteht Beit 7. November 1853.
Jlnnii H^ iiti0«
Adolf Kl^mann,
Coneert- und Oratorien«ftng:erlift (8opran).
Leipzig, Hohe Strasse 26^ II. [L435q.]
Franzisca Gondar,
Oratorien- a. Concertsftnicerln (Mezzosopran u. Alt).
I4elpzlg, Pfaffendorfer Strasse 22 l.[i436t.]
Coneert- und Oratoriensäagerin (Sopran).
fl«n4emkKaaeB, Friedrichst. 21. ri4B7n.]
Jlglte« Pulfl«» [I438S]
Oozicert. lAXxd. Oratorlezisäzigerlx^ (Sopraxx).
lieipslK* Hohestrasse 28.
Violin-Virtuos. [I444i.]
Dresden*A. j^malienstr. lO, II.
Eduard Mann,
Ofatorien- n. Ooiicei:^eiäiig:ei%
Lehrer am k. Oonservatoriam,
empfiehlt sich für hohe Tenorpartien und als Vertreter der
[I446i.] Bach^schen Evangelisten.
D res de Hl Ostra-Alle 23.
Vortreter: Hermann Wolff, Berlin W., Am Carlsbad 19.
Alfred Ivrasselt.
[1446—.]
Raden-Baden.
Vertr. H. WollT. Beplln.
Anna Münch,
€oncert- und Oratorlen«iinfi:erln (8opran).
Leipzig, Beethoven-Strasse 6ni. [l4B9o.) herzogl. sächs. Hofpianist, Professeur snp^rieur am Oonservatorinm
Vertretung: Hermann Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W.
Anna Schimon -Rep, '''^'
Lehrerin für Sologesang an der k. Akademie der Tonkunst,
erlaubt sich die Veränderung ihrer Adresse anzuzeigen:
München, Jägerstrasse 8, IIL
IDiUt Ue^l>etf0,
ZU Genf (Schweia). [1447—.]
Coneert- Vertretung: Hermann Wolff, Berlin.
Clara Hoppe,
Conoept- und OratorlensAngepln (Sopran).
[1441y.] Frankfurt a. Oder.
Mimi Naber.
Coneert- und OratoriensSngerin (hoher Sopran).
Cöln-Diiren. [I442u.]
Fritz Higgen,
Coneert- und Oratoriensänger (hoher Bariton).
Breinerhafeni Deich 16. [i448— .]
Alle geschäftlichen Anfragen, den Hofpianisten
Alfred «rünfeld
betreifend, bittet man zu adressiren an [1449aa.;
Impresario Ludwig Qrünfeld,
Wien I, Getreidemarkt 10.
Hedwig Bernhardt,
Coneert- und Oratoriensängerin
(Alt und Hezzosoppan), [14fiOh.j
Schülerin Stockhausen's,
3rma Settega,
Coneert- und Oratoriensängerin (Alt). Soncertvertretunf n/woiir, BeViin,^Am ckrisbad 19,
Leipzifll Hohe Strasse 36, IL [1443b.] ~ '
Eigene Adresse: Breslau, Kaiser Wilhelm-Str. 10, part.
Draok von C. G. Röder in Leipzig.
Hierza eine Beilage der Jos. Roth'schen Verlagshandlung in Stuttgart.
Leipzig, am 8. December 1892.
hrel lUmiUcki Buk-, (uii-
Hl Huiinllnkuiiiiiuii, lowii
aink Uli Mim«
rü du iiiltaiiuki itekalliii
hitlonti luiUBitu liii u
Eidaciiu u ailrHiira
■^«^J^ för Musiker jndjffusikfreunde. ^J^
V VarantworÜicher Bed&cteur und Verleger: ^ß
f&r Musiker jMJffusikfreunde.
Verantwortlicher Bed&ctenr nnd Verleger:
E. W. Fritifloh,
Lftipzlg, KÖDlgistrawe 6.
nm. Jahrg.]
Da« Huaikalieche Wochenblatt eriobeint jihrlich in &3 Ktunmem. Der Abonnementsbetrog
für du Qn&rtal tod ISNnmmem iit 3 Mark; eine eiuielneNommer kostet 40 Pfennige. Bei
diracter frankirter Kreuib&ndiendung treten nachstehende vierte Ij&brliche Abonnemente-
preite in Kraft: S Mark 90 Pf. für da» Deutsche Reich und Oesterreich, -- % Mark 75 Pf.
nlr weitere L&nder des Allgemeinen Poitvereine. — Jahreuibonneiiienta werden unter
ZuffTiindeleganft Toratehender BeingebedinEnn^^n berechnet.
Die IiuertionBgebflhren fÖr den Raum einer geipaltecen Tetitieile betragen 90 Pfennige,
[No, 50.
SpreahMKl. — Kritlgoher Anbuig:
I OdiÜwM. — Elndiwuiiiulk. — OpernMifnUiiaiiSBii. — Tenniiehts
Bilohar nnd 8<ibrinen von Fanl Sohaelder, Dr. EuKen Dieher and
Kritik.
Das mathematisch-reine Ton^stem,
^meinveratflndlich dargestellt von Carl Eitz in Eisleben,
mit einem Vorwort von Profeesor Dr. W. Preyer in
Berlin. Leipzig, Breitkopf & Härtel 1891. (Preis 2 ^.)
Die Frage, ob überbaupt and inwiefern es für den
praktischen Musiker nützlich sei, sieb mit dem hier behan-
delten Gegenstand eingehend zu beschäftigen, wird sehr
Terschieden beantwortet. Wie musikaUscbe Handwerker
darüber denken , kann ans natärlich gleicbgiltig sein,
denn sie haben überhaupt nicht das Recht, in solchen
Dingen mitzusprechen. Äufi'allend ist es jedoch, dass
unter denjenigen Künstlern, welche in der musikalischen
Praxis Hervorragendes leisten , die Ansichten über den
Werth derartiger theoretischen Erörterungen sehr weit
auseinandergehen. Ich kenne berühmte Meister, welche
gar kein Interesse und Verständnias für dergleichen haben
und behaupten, dass ein gesunder musikalischer Instinct
ohne Weiteres allemal genügt, um das Richtige beraust
zufinden, und wiederum Andere, welche der Ansieht sind,
daaa die wiaBenschafUiche Erkenntniss tinter Umständen
■ebr wohl geeignet ist, dem natürlichen Instinct unter
die Arme zu greifen. Ich für meinen Theil bekenne
mich ganz entschieden als Anhänger der letztgenannten
Partei und betrachte deshalb die vorliegende Schrift als
einen willkommenen Beitrag zur Popularisirung der höchst-
iateressanten Lehre von den Tonverhältnissen, womit übri-
gens durchaus nicht gesagt sein soll, daes ich alle Be-
hauptungen und Vorschläge dea Verfassers ohne Weiteres
unterschreiben möchte.
Vertrauenerweckend ist vor allen Dingen, dass Herr
Eitz sich in seinem Vorwort auf folgende Werke beruft:
Helmholtz, Die Lehre von den Tonempfindungen,
Hauptmann, Die Natur der Harmonik und Metrik,
Preyer, Ueher die Grenzen der Ton Wahrnehmung, von
Oettingen, Harmoniesystem in dualer Entwickelung,
Engel, Das mathematische Harmonium, Tanaka, Studien
im Gebiet der reinen Stimmung, und Opelt, Allgemeine
Theorie der Husik. Im ferneren Verlauf seiner Dar-
stellung erwähnt er auch Riemann's Handbuch der
Harmonielehre.
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen will ich nun
versuchen, dem Leser einen ungefähren Begriff von dem
Inhalt des vorliegenden Buches zu geben. Der Verfasser
erläutert zunächst die Ton Verhältnisse der rein gestimm-
ten Cdur-Tonart nnd geht dann unter Zugrundelegung
des Principe der Qnint- und Terz Verwandtschaft von da
aus immer weiter, nm zuletzt zu dem folgenden (in etwas
anderer Form schon früher von v. Oettingen aufgestellten)
Schema zu gelangen, welches man sich nach allen Rich-
tungen hin beliebig erweitert denken möge.
töne h-»
fia-s
ci«-*
t dia-s
a"
hl fia-
Null-
töoe ea * b "
f»
Mal-
tono ges ' 1 des-'
' as
" '
iir"
töne bes**
fe^»
ce»«-»
ges^
% des-^*
692
Die horizontalen Reihen veranBchaiilicfaeii hier die
Qaintverwandtschaft und die schrägen (bei von Oettingen
die vertikalen) Reihen die Terzverwandtschaft. Die mitt-
lere Rßihe enthält demnach die mit irgend einem belie-
bigen als Ansg^ngston ^wählten Normalton (in diesem
Fall c) in Quintverwandtschaf^ stehenden Tdne. Eitz
nennt diese Töne Nulltöne. Die Töne der nächsthöheren
Reihe sind um ein syntonisches Komma (^^si) ^^^^^^»
die Töne der nächsttieferen Reihe dagegep nm ein syn-
tonisches Komma höher, als die gleichnamigen Nnlltöne.
(Hauptmann drückt diesen Unterschied bekanntlich da-
durch aus, dais er i^b wechselnd grosse und kleine Buch-
staben gebraucht, eine Methode, die sich jedoch, wie wir
später sehen werden, nicht consequent durchfuhren lässt.)
Bei der nächstfolgenden Reihe beträgt der Unterschied
2 Koqfiina u. s. w. Komma -Verminderung und Ver-
mehrung druckt Eitz aus durch die Silben in und al.
Mono-in (abgekürzt Min) bedeutet demnach ein Komma
weniger, mono-al (abgekürzt Mal) ein Komma mehr, di-in
oder din 2 Komma weniger, di-al oder dal 2 Komma
mehr, tri-in oder trin 3 Komma weniger tri-al oder tral
2 Komma mehr n. s. w.
Diese Plus- und Minnszeichen können auch nöthigen-
falls bei den Noten angebracht werden, z. B.:
tr^.i-^,i-^
U. 8. W.
Tetrin-Trin-Din- Min-NuU Mal- Dal-Tral-Tetral
Aus der obigen Stellung der Buchstaben zu ein-
ander ergibt sich für jede Art der Ton Verbindung eine
besondere Figur, z. B. für den Durdreiklang o ^ o> ^^
den MoUdreiklang <> <, <>, iur die Durtonart ^ ^ (^^ o'^ o»
för die reine Molltonart ^ o ^ o * o * ^« ®« ^- ^^^ ^^^
reiben Molltonart spricht Eitz allerdings nicht, sondern
nur von der uns geläufigeren Durmolltonart ^ ^ o ^ o*
0 0
Als Beispiel dafür führt er unser gewöfaiUiches Cmoll an,
begeht aber dabei den Fehler, da9 a in der aufsteigen-
den melodischen CmoU-Tonleiter schlechthin als Terz der
Unterdominante f zu bezeichnen, wahrend es in den
meisten Fällen doch wohl eher als Quinte von d, also
als pythagoriscfae Terz von f, zu betrachten sein dürfte.
(Schlags folgt)
Tagesgeschichte.
Musikbrief.
Paris, 22. November 1892.
Die hiesige Concertsaison haben die Leiter der beiden
sprossen Ooncertuntemehmungen, HH. Lamoureux und Oo-
fonne, nngefllhr vor sechs Wochen wieder eröfihet. An die
Spitze eines Berichtes über das von den beiden Herren bis
jetzt Gebotene ist der Name des Mannes zu setzen, der von
Tag zu Tag mehr in der Gunst des Pariser Publicums steigt,
den man während seines Lebens nicht genug beschimpfen,
jetzt nicht genug feiern kann: Hectot Berlioz. Wahrend in
der Komischen Oper die Yorstellungen seiner „Trojaner** noch
fortdauerten, erönnete Hr. Oolonne die Beihe seiner Concerte
mit einer Wiederholuisg von „Faust'sVerdammniss**. Es sind
genau 46 Jahre (Ende November 1846), dass die erste Auf-
führung dieses Werkes in Paris in der Komischen Oper statt-
fand. y,Ea war an einem trüben Novemberta^**. schreibt
Berlioz selbst darüber, „ich hatte keine vom Fublicum be-
liebte Sängerin fUr die Partie der Margarethe, und ^uch die
Träger der beiden anderen Hauptrollen waren nicht , »£uihio-
nabelf . Die Folge war, dass ich »Fauste zwei Mal vor halb-
leerem Hause gab. Das vornehme Publicum, welches in die
Concerte geht, und von dem man annimmt, dass es sich für
Musik in^ressirt, blieb ruhig zu Hause. Nichts hat mich in
meiner Künstlerlaufbalin so tief verletzt, wie diese unerwar-
tete Gleichgiltigkeit.** Nun, die heutigen Pariser scheinen
die Ungerechtigkeit der Väter wieder gut machen zu wollen.
Vier Sonntage nintereinander gab Golonne jenes Meisterwerk
bei völlig ausverkauftem Hause und, nebenbei gesagt, nach-
dem es schon im vorigen Jahre mehrere Male angeführt
worden war. Wie viel, bei diesem grossen Zudrang, der
herrschenden Mode zuzuschreiben ist, will ich hier dahinee-
stellt sein lassen. Immerhin muss man zugeben, daas die
Aufi\lhrung eine durchaus musterhafte war. Das Orchester,
welches di^ Werk unter der geschickten Leitung seines Diri-
genten schon mehr als 60 M^ öffentlich gespielt hatte, Hess
an Präcision und feiner Nuancirun^ Nichts zu wünschen übrig,
und auch die Sänger standen diesmal ganz auf der Höhe
ihrer Aufgabe. — Auch Lamooreux hatte Berlioz auf sein
Programm gesetzt und brachte dessen Ouvertüre „Der romi-
sche Gameval" imd die immer gern ^hörte n^Mai der hei-
ligen Familie^ aus der „Kindheit Ohnsti".
Neben Berlioz nimmt Richard Wagner eine Hauptstelle
ein. Die Pariser sind immer noch in der traurigen Lage, die
meisten Werke Wagner's nur fragmentarisch und im Goncert-
saal zu hören. Es ist zwar die fiede davon, die „Walküre*
in der Grossen Oper aufzuführen; aber man hatte uns auch
schon die „Meistersinger" verbrochen, und jetzt ist die Sache
wieder vollständig aufgegeben. Einstweilen ^bt sich Lamou-
reux die beste Mühe, sein Goncertpublicum mit einigen Haupt-
stücken aus Wagner's Tonschöpiungen vertraut zu machen.
So kamen bis jetzt das Vorspiel zu den „Meistersinffern^,
Vorspiel zum 1. und 3. Act und „Isoldens Liebestod" aus
„Tristan und Isolde'' und der „W^alkürenritt" zur Auffiihrung.
Auch J. Brahma ist hier nicht nach Verdienst gewtlrdi^.
Kaum dass einige seiner Kammermusikwerke und Lieder be-
kannt sind. Lamoureux wieder brachte zum ersten Male
seine 2. Symphonie (Ddur), und zwar mit durchschlagendem
Erfolg.
An Novitäten hörten wir drei Werke französischer Oom-
ponisten: Ghevillard^s „Le Ghdne et le roseau", Charpentier^s
„Impressions d'Italie** und Saint-Saäns* „Africa**. Das Erste
der ^nannten Werke ist, wie der Titel es andeutet, eine Art
musikalische Interpretation der bekannten ljafontaine*8che9
Fabel. Es beginnt mit einem kurzen Vorspiel, welches die
ländliche Ruhe darstellen soll , und im Laufe dessen durch
zwei kurze von Bass-Tuba und Englischem Hom ausgeftdirte
Motive die Eiche und das Bohr charakterisirt werden. Auf
diesen beiden Motiven baut sich wesentlich das Ganze auf.
Mit dem „Dialog*' f&n^ die Fabel an, die sehr geschickt und
ohne Pedanterie Schritt für Schritt verfolgt wird. Das zarte,
wogende Thema des Vorspiels wird auch hier neben den zwei
Hauptmotiven wieder aufgenommen und, etwas veräadeiri,
namentlich im Sturm, der sich mittlerweUe erhoben hat, yer-
werthet. Nachdem die Eiche zersplittert ist, kehrt die Buhe
des An&ngs wieder zurück.
Gharpentier's „Eindrücke aus Italien*' ist ein viel grösser
angelegtes Werk. Leider hatten wir nur einmal Gelegenheit
es zu hören. Der Eindruck, den es uns hinterliess^ war der
eines geschickten, aber nicnt in allen Theilen gleich gelun-
genen und gleich schönen Tonstückes. Glänzendes Oolont darf
man ihm nicht absprechen, ebensowenig Gewandtheit in der
Verwerthung der Instrumente; dagegen zeichnet es sieh nicht
immer durch edlen Oharakter aus. JQines der besten StMce
scheint uns das Erste, die „Setenade*', zu sein, welches ein
hübsches Bratechensolo enthält. Auch der „Auf den Gipfeln*
überschri ebene Theil ist voll von Poesie. In dem letzten Stück,
„Napoli*', will uns der Componist das bunte Lebaai Neapdb
darstellen. Volksmelodien, Tanzrhythmen, sentimentale Wei-
sen ertönen, von Zeit zu Zeit von einer Militärmusik unter-
brochen, durcheinander und steigern sich zuletzt zu einem un-
geheuren Spektakel.
Saint-Sagns' „Afnca** ist eine Phantasie föt €H*vier und
Orchester, die der Componist nach einer Beise in jenem Vxä*
theil geschrieben hat. Verschiedene Motive, die populäre ^j^
t
I
I
I.
■
i
62a
lodien sein sollen, werden abwechselnd von dem Ciavier and
der Oboe skizzirt. — Der Olavierpart wurde von Frau JaöU
raeisterhaffc zum Ausdraek gebracot.
Zum Scbluse dieses Berichtes sei es ans noch gestattet,
mit einigen Worten eines Maimes za gedenken, der, vor weni-
gen Wochen verstorben , sein ganzes Leben lang ein warmer
Anhäneer andYertheidiger der modernen Bichtnng und speciell
Einer der eifrigsten YorkAmpfer ftlr die Verbreitung von Wag-
ner's Kunstwerken in Frankreich gewesen ist. Victor Wilder,
aus Qent ^hurtig, hatte auf den Universitäten seiner Hei-
matb Btudirt und sich den Titel eines Doctoi-s der Becbte und
der Philosoj^hie erworben. Nebenbei besuchte er das Conser-
«valorium seiner Vaterstadt und gab sich eifrigen Musikstudien
hin. Gegen 1860 kam er njush Paris, wo er infolge von Fami-
lienereignissen plötzlich in eine sehr bedrängte Lage gerieth.
Seine reichen Sprachkenntnisse bewogen einen Verleger, ihm
die Uebersetzung einiger deutschen Lieder anzuvertrauen.
Von dem Augenblick entfaltete Wilder eine erstaunliche
Thfttigkeit. Beethoven, Schubert, Schumann, Mendelssohn,
Lassen, Grieg, Bubinstein, Brahms u. A. fanden in ihm einen
Uebersetzer. Neben den Liedern machte er sich an grossere
Werke, wie Händel's „Messias", ^ Judas Maccabäus" und
„Alexandersföst", Schumann's „Das Paradies und die Peri«.
Vor Allem aber suchte er Wagner's Dichtungen ins Franzö-
sische zu übertragen. Fehlerlos sind sind diese Uebersetzun-
gen nicht; manche Verstösse, namentlich gegen den Geist der
firanzösischen Sprache, Hessen sich nachweisen. Immerhin war
es eine sehr verdienstvolle Leistung, die dazu beigetragen hat,
manchem Kunstwerk in Frankreich Bahn zu brechen. Immer
in den ersten Reihen kämpfend, wenn es galt ein Werk von
wirklich künstlerischem Werth zu unterstützen , hatte sich
Wilder schon bei dem ersten Versuch einer „Tannhäuser"-
Aufnihrun^ in Paris, damals an einem kleinen Blatte thätig,
eifrig in die Schanze geworfen. Später war es nicht wenig
seinem Einfluss zu verdanken, dass „Lohengrin" endlich in
der Grossen Oper gegeben wurde. — Ein hiesiges Blatt be-
merkte treffend, Wilder sei zur guten Stunde gestorben. Wäre
er früher hinweggerafiBb worden, so wäre es ein grosser Scha-
den für die Wagner-Partei in Frankreich gewesen. Jetzt ist
diese Biehtung stark genug, um Nichts mehr zu befürchten.
G.
Berichte.
Leipzig« Das 2. Akademische Orchesterconcert
unter Hrn. Prof. Dr. Kretzschmar^s Leitung hatte zu seinem
Anfkng zwei Ouvertüren: zu „II Porno d'Oro" von M. A. Cesti,
an» dem 17. Jahrhundert, und die dreisätzige zu „Dido" von
N. Piccini, aus dem v. Jahrhundert, stehen, die trotz des
nicht blos historischen, sondern auch starken musikalischen
Interesses, das sie in einer ihnen widerfahrenden stilvollen Aus-
führung noch heute zu bieten im Stande sind, hier noch kaum,
jedenfalls nicht in den auf einen mehr als hundertjährie^en
Bestand zurückblickenden Gewandhausconcerten gehört worden
sind. In der geistvollen Erläuterung, welche auf dem Con-
oerteettel Hr. Prof. Dr. Kretzschmar zu den Programmstücken
gibt, werden als besondere Charakteristica der Gesti*schen
(^Sonata" betitelten) Ouvertüre mit Recht die Raschheit, mit
welcher von einer Stimmung in die entgegengesetzte über-
gegangen wird, und die Kunst, den poetischen Gehalt in
kni^pster Form zu entwickeln, bezeichnet. Im Gegensatz zu
den genannten beiden Ouvertüren steht die zielbewusste Kraft,
mit welcher Gluck in seiner Oaverture zu „Tphigenie in AuHs"
die beiden Hauptstimmungen der nachfolgenden Handlung
gegeneinander in Bewegung bringt und das Interesse des Zu-
lörers concentrirt. Hr. Prof, Dr. Kretzschmar liess diese clas-
sische Ouvertare nicht nur mit dem Schluss von Rieh. Wagner
spielen, sondern acceptirte auch in congenialer Weise dessen
Auffassung von dem Vortrag dieses Stückes, und die ausser-
ordentliche Wirkung, die er damit erzielte, bestätigte nur die
Richtigkeit dieser Auffassung und die Sünde, die man durch
eine sinnwidrige eilig-lustig Temponahme noch jetzt so viel-
fach an dem erhabenen Geiste dieser Ouvertüre begeht. (Wir
erinnern uns noch mit Grausen an manche der früheren Ge-
wandhausaufführungen des Werkes!) Zwei bekannte Sym-
phonien, die sogen. Militärsymphonie von Haydn und die
unter der Bezeichnung „Schwaneng^ng" bekannte in Es dur
von Mozart, sowie Viotti's AmoU-Violinconcert folgten den
drei Ouvertüren. Wie für die reinen Orchesterwerke des
Abends die verstärkte Capelle des 134. Infanterie-Regiments
unter der geistbeschwingten Führung des Hrn. Prof. Dr.
Kretzschmar ihr ganzes Können mit rühmenswerthestem Er-
folge einsetste, so trefflich entledigte sich dieselbe äudi der
Begleitung des Viotti^sehen Oonc^rt^), des^nPfincipalstimtne
mit kerngesundem, dabei warm timbrirtem und höchst modu-
lations^higem Tön und Überall feinpointirter, aber nirgends
roanierirter Auffassung Hr. Zajic aus Berlin ausführte, zum
grossen Entzücken der äusserst zahlreichen Zuhörerschaft, die
inn nach Beendigung seiner Meisterleiatung drei Mal stür-
misch hervorrief. Dieser ausgezeichnete Künstler ist ini Be-
sitz der Ferd. David'sche^ Concertgeige, auf welcher vor ZeSten
gerade dieses Viotti'sche Ck)ncert unzählig Male erklungen
ist; ob je in derselben Vollkommenheit, wie durch Hm. Zajic,
möchten wir bezweifeln. Dass Hr. Prof. Dr. Kretzschmar
auch in diesem Concert in Anerkennung seiner interessanten
Programmaufstellung und seiner Dirigententhaten begeistert
gefeiert wurde, sei nur ergänzend bemerkt.
Am folgenden Abend rief uns die Referentetmflicht wie-
derum in den Krystall-Palast, wo im Blauen Saal der im v.
Winter gegründete Orchesterverein der Musikfreunde
mit einem Concert unter Leitung seines Dirigenten Hm. Ferd.
Thieriot debutirte. Der neue Verein, als dessen Concert-
meister Hr. A. Payne (ein früherer tüchtiger Schüler Ferd.
David*s) in vorzüadicher Weise füngirt, führte zunächst mit
eigenen Kräften Streichorchesterwerke vorr R. Fuchs (eine
Emoll-Serenade, ein ziemlich schwächliches, in seinem 3. Satz
stark an den Gircus erinnerndes Opus) und C. Reinecke (einen
anmuthigen Walzer aus der Märchenoper „Prinzessin Glücks-
kind") und später unter (auf demiConcertzettel verschwiegener)
Mitwirkung fremder Vertreter der nöfchigen Blas- und Schlag-
instrumente eine neue Fdur-Syinphonie des Dirigenten auf,
von welcher uns den befriedigendsten Eindruck der 1. Satz mit
seinen hübschen gegensätzlichen Hauptthemen und danii der in
frohgemuther Laune sich ergehende Finalesatz gemacht haben,
während es im Andante weder im thematischMi Material, noch
in der Stimmung zu etwas Rechtem kommt und das Menuett
mit seinen ebenfalls nicht besonders anregenden Gkdanken
und in seiner Länge sogar einigermaassen ermüdend wirkt.
Manches würde in vollkommenerer Ausführung, als sie durch
ein Liebhaberorchester möglich ist, sicher Irasser ef^tuirt
haben, in der Hauptsache aber, der Erfindung, steht dieses
Novum manchen anaeren Werken dieses so talentvollen Gompo-
nisten, namentlich der reizvollen Sinfonietta, nach. Die Lei-
stungen des den Verein repräsentirenden Sti^eicherchors waren
recht schätzenswerthe, man erkannte, dass Alles ^wissenhaft
vorbereitet worden war und dass ausserdem in jeder Stimme
sichere Kräfte sich befinden. Die für die Symphonie acqui-
rirten Hilfstruppen wirkten tapfer mit. Das Pro^itemm ^ er-
hielt durch einige Vocalnummern Abwechselung: am von jun-
gen Damen gebildeter und von Hm. Kahn am Glavier be-
gleiteter Ohor sang sehr annehmbar des Grenannten musika-
kalisch-feinsinnige und stimmungsvolle Frauenchöre ^m
Wasser wogt die Lilie" und „Zwiegesang'' und mit Frl.
Gondar zusammen, welche in S3^pathischer Weise die Solo-
partie ausführte, Schubert*s „Ständchen" für Altsolo und
Frauenchor, während Frl. Käthe Lenbach mit noch mangel-
hafterer Tonbildung, als sie in einer eigenen Soiröe im Früh-
jahr V. J. besass, aber gefiklligerem Vorttag Lieder von Rubin^
stein, Reinecke und R. Kahn zum Besten gab. Das zahlreich
erschienene Publicum nahm sämmUiche Darbietungen wohl-
wollend auf, namentlich aber die Kahn-schen Oompositionen,
die zum Theil wiederholt werden mussten.
Im Neuen Gewandhaus hatten seit unserem letzten
Bericht das 7. und 8. Abonnementconcertund die 8. Kam^
mermusik statt. Das Erstere der beiden grossen Concerte
hatte die 4. S3nnphonie von Beethoven, die Ouvertüre „Der
römische Oarnevar von Berlioz und Solovorträge der Sängerin
Frl. Helene Jordan aus Berlin und unseres einheimischen Gon-
*) Dass diese treffliche, von ihrem ständigen Leiter Hrn.
Musikdirector Jahrow stets auf schöner Höhe musikalischer
Leistungsfäihigkeit erhaltene Militärcopelle die Gelegenheit zu
ihrer weiteren künstlerischen Ausbildung, die si6h ihr in den
Akademischen Orchesterconcerten und den Liszt-Vereins-Con-
certen so reichlich bietet, sich unbeschränkt zunutze machen
diürf, ist in erster Linie dem kunstsinnigen Obersten des betr.
Regiments, Hm. v. Loeben, zu verdanken, der in rühmenS-
werthester Weise nicht nur hierfür seine Erlaubniss ertheilt,
sondern die HH. Gapellisten öfters sogar zu Gunsten der Mit-
Wirkung derselben in den beregten Ooncertön von anderen
dienstlichen Obliegenheiten entbindet.
50*
r
634
certraeistors Hrn. Prill, das Andere iJieBdur-Symphonie von
H. von Herzogenberg (unter Leitang des Componisten). die
„Medeft"-Onverture von Cherubini, „Kyrie", „Benedictus und
„Credo" ans der Messe für MäJinerchor von Rob. Volkmann,
{,-esiingen vom Leipziger Lehrer-Gesangverein unter
Oiieotian des Hrn. Sitt, und Beethoven'a Tnpelconcert, ge-
spielt von den HH. Prof. Dr. Eeinecke, Hilf und Kiengel,
im Programm, Die Bdur-Symphonie von H. von Herzogen-
berg, welche vor zwei Jabren als Novität an dieser Stelle
erschien und von uns eingebender cbarakt«risirt worden ist,
fand auch diesm&l freundücben Anklang, besonders war es
aber wiederum der 8. Satz, der den allgemeinsten Beifall sich
erring. Die von anderer Seite aufgeworfene Frage, warum
so scDneU die Wiederholung dieser und nicht lieber die der
I ; iiioll-Sympbonie, die auch uns bedeutender, als die in Bdnr,
I rscbeint, erfolgt ist, mochten wir ebenfalls thun. (Noch inter-
i'ssuiterwärewohldie „OdysseQs''-Symphonie gewesen.) Gespielt
i,vurde das Werk ganz prächtig, wie auch die von Hrn. Pro£ Dr.
Jteinecke dlrigirten Übrigen Orchesternommem, mit Ausnahme
ilerBerlioz'schenOuverture, die gern noch etwas mehr Licht und
Debatten vertragen hätte, trefflicQ gelangen. Die Chorsätze von
\'olkntann, von welchen wir das .Bouedictus" und das „Credo"
erst kürzlich in einem Concert des aueführenden Vereins ge-
hört hatten, waren Novitäten für das Gewandhaus, machten
iiber hier, trotz gleich ausgezeichneter Wiedergabe, nach Seiten
der Macht und Fülle im Klang nicht denselben packenden
l'lindruok, wie in der AlberthaJle, die sieb für Chorauffilhrun-
fen ganz vortreffhch eignet nnd von dem ausgezeichneten
erein auch fernerhin flir seine Concerte beibehalten werden
mochte. Die Vorträge des excellenteu Vereins wurden trotz
dieses klanglichen Minus nach ihrem vollen Wertb beurtheilt,
und hatte der ausgezeichnete Dirigent des Vereins wieder-
holten Bervorrnfen Fol^ zu leisten. Zu wünschen ist, dass
es bei diesem selbständigen Debüt des Lehrer-Oesangvereins
an diesem Orte nicht sein Bewenden habe, sondern dass der-
:ielbe wie der Sängerverein zu St. Pauli und der Tbomaner-
chcr ein ständiger Gast der Gewandhausconcerte werde. Das
erstmalige Auf&ten des Frl. Jordan war ebenfalls ein Sieg
anfallen Linien, nnd ganz verdient, denn die junge, beschei-
den auftretende Dame besitzt ausser einer in allen Lagen
gleich weichen und süssen und wohlgebildeten Mezzosopran-
Stimme eine so warme Innerlichkeit und scb licht-poetische Auf-
lassung in ihrem Vortrag, dass man den köstlichen Spenden
iiQS ihrem Munde mit wahrem Entzücken lauschte und
sich, nicht satt an denselben hOren konnte. Eines schQnen £r-
Iblgee hatte sich Hr. Prill mit der ebenso virtuosen, wie ge-
schmackvollen Wiedergabe des ö.Vieuitemps'schen Concertee
und der Spohr'schen „Gesangacene" zu erfreuen. Wenn diesmal
liiiige kleine Trübungen m seinem Spiel sich bemerklich
iiiacnten, so ist dies erklärlich durch den Umstand, dass er,
statt seine physischen Kräfte schonen zu können, am Mittwoch
die „Walküre"-Äu£Rlhrung mitzuspielen hatte, weil Hr. Con-
I ertmeist«r Aöntgen ohne Rücksichtnahme auf das dem Col-
iegan für den folgenden Tag bevorstehende Solospiel im G^
waodhatis sich geweigert hatte, denselben im Theater zu
vertreten. Die Ausfuhrung des Tripelconcertes von Beet-
hoven ^b sich als eine Muster- und Meisterleistung in allen
ihrsn Theilen , wie dies bei Künstlern, wie den Eetreffen-
ileii, allerdings auch gar nicht anders zu erwarten gestanden
liat.t«. — Das Progi'amra der 3. Kammermusik im gleichen
ilnose umfosste die Streichquartette in Fdur (No. 23 der
f'itera'schen Ausgabe) von Mozart, in Amoll von Schumann
und Op, 130 von Beethoven imd gelangte durch die HH.
Becker, Sitt nnd Kiengel in einer Weise zur Per-
, (läse einbelhgster Beifall nach jedem einzelnen Satz
ilcii Saat durchbrauste, die Künstler wiederholten Hervorrufen
T'ulge leisten und dieCavatineaus Beethoven's Quartett aufstür-
I Fl ibches Begehren da capo spielen mussten. Gerade aberder zur
\ViBderholung verlangt« Satz erschien uns der etwas zu über-
soljwänglichen Tongebung des Primgeigers wegen nicht als
der Höhepunct des Abends, wie wir Überhaupt bei Beethoven,
mag es nun im Hilfschen oder Prill'schen Quartett sein, stets
unwillkürlich an Brodsky zurüek denken milssen.
Oldenburg, 16. Nov. Im l. Abonnementconcert der
Ilofcapelle unt«r Leitung des Hm. Hofmusikdirector
1'. Manns koni an erster Stelle zum Vortrag HendelsKobn's
I >uTerturezum„Soramemachtatraum",derenmitPormscbonheit
j^cpaarte zarte Poesie eine vollendete Wiedergabe erfuhr. Eine
Echwere Aufgabe war dem Orchester mit Wagner'a Vorspiel
■/ii „Tristan und Isolde" gestellt, doch wurde dieselbe vor-
ililf, ]
trefflich gelöst, namentlich gelang die Steigerung vom
„schüchternen Bekenntniss und zagenden Seuäen bis ^^m
mächtigsten Andrang", zum gewaltigen Höhepunct der Leiden-
schaft, ausgezeichnet. Am Sohluss fehlte leider di« Harfe,
deren Partie aber auf dem Clavier so gut, wie dies möglich
ist, ersetzt ward. Als Solist trat im ersten Theil des Con-
certee ein junger Pianist. Hr. Alfred Ernst aus Erfurt, auf.
Er spielte Schumann's Amoll-Goncert, sowie eine Mazurka
von Godard, eine Ballade von Liszt nnd ein Sonett eigener
Composition. Der Künstler bewies nicht nur eine hervor-
ragende Technik, sondern anch tiefgehende und geschiuack-
volle Auffa.saung, nur fehlte es dem Anschlag bisweilen an
Präcision und hier und da an Weichheit, so in der schonen
Stelle des Schnmann'schen 1. Satzes, wo das Clavier mit der
Clarinett« um die Wette singen soll. Das Sonett war un,*; zu
subjectiv im Empfind ungsgebalt nnd zu künstlich in der
Melodik; ein beigegebenes Promimm hätte vielleicht ein Ver-
ständniss erraögbcht. Den 2. Theil des Abends fällte Beet-
hoven's Adur-Symphonie. Der Vortrag des Vivace zeichnete
sich durch scharfe Rhvthmik aus, docn hätte dieser ^'orzug
auch bei noch lebhafterem Tempo wohl gewahrt werden
können. Der Grundcharakter des Satzes ist doch ein drän-
gendes Ungestüm, und bei aller Heiterkeit dieser Tanzrliyth-
men miiss doch jeder Schein der Gemüthlichkeit vermieden
werden, wenn die Stimmung im Einklang mit der Erhaben-
heit des Allegrettos stehen soll. Eine Glanzteistnng war der
Vortrag des Scherzos. Der letzte Satz, im feurigsten Zeitmaass
gespielt, wirkte hinreissend, doch würde hier eine kleine Er-
mässigung des Tempos die Sechszehntelläufe klarer nnd das
schwungvolle zweite Hauptthema breiter und gros.sartiger
hervortreten gelassen haben. Unser Gesammtnrtheil über das
Concert geht dahin, dass die musikalische Saison damit eine
glückliche nnd verheissungsvoUe Eröfinnng gefiinden hat.
Dr, B.
Conoertumsohsu.
Annaberg. 3. Museumsconc. (Stiehler): Bdur-Symph. v.
Haydn, Trauermarsch aus der 3. Symph. v. Beethoven (zum
Gedäcntniss des langjähr. Dirigenten der GreseUschaft Organist
Herrmann gespielt), „Coriolan''-Ouvert. V. Beethoven, Violin-
vorträge des Frl. brammer a. Leipzig (1. Conc. von Bruch,
Wiegenlied v. Afferni u. Mazurka v. Zarzvcki).
Augsburg. 155. Conc. des Oratorienver. (Dr. S<shlett«rer):
CmoU-Symph. v. A. Klnghardt, Thema u. Variat. B.uf< der
HmoU-Symph. V. M. Marquis, Ouvert. „LeCamaval romain"
V. Berlioz, Chorgesänge v. H.v.Bülow („Abend am Meere")
u. H. Scbletterer („La r^ne Ävrillouse") , Violin vortrage
des Prl. Scotta a." Copenhagen (Dmoll-Conc. v.Vieuxteinps,
Mazurka v. Zatzycki, And, relig. v. Tbomä n. Zigeuner-
Bregenz, Am 18. Nov. Aufführung v. Händel's „Judas
Maccabäus" durch den Caecilien-Ver. unt. solist. Mitwirk, der
Frau Hoeck-Lechner a. Carlsruhe u. der HH. Diezela. Berlin
u. Hromada a. Stuttgart.
Bremen. Musikal. Vorträge im Künstlerver. am 10. Nov. :
Clav.-Violoncellson. Op. 6ft v, Beethoven, Soli t Gesang von
J. Smith („Herbststimmung" u. „Bettlerliebe"), Evers („Hia-
duniaid") u. A., f. Clav, v. Raff (Phant. u. Fuge) u. Ä., für
Clav. V. Raff (Phant. u. Fuge) u. A. u, f. Violonc. v, Ha-
merik (Romanze), Nicodö-Smith (Wiegenlied) O. Popper
(Spinnlied). (Austiihrende : Frl Diermayr [Ges.] u. HH, Oden-
wald [Clav,] u. Smith [Violonc,].) — Kammermusik der HH.
Prof. Kruse, Wittenberg, Pfltzner und Smith am 17, Nov.t
Streichquartette v, Mende!«ohn (Ddur) u, Beethoven (Op. 18,
Symph. V. Haydn, Ouvert. zu „Alphonso und Estrella"
Schubert, FmoU- Phant, f, Org. zu vier Händen von Mojart
(HH, V, Proskowetz jun, u, Petyrek), Violin vorträge des Hm.
V. Stoda a. Wien (Adagio a. dem Conc, v. Godard, Ungar.
Tanz V. Brahms-Joachim, Presto a. der Suite v. Sinding,
ßerceusea v, Cui u. Nerudau, Mazurka charakt v. Wieni-
awski). (Dem Dirigenten, sowie sSmmthchen Ausfahrenden
wird in zwei vorliegenden Berichten warmes Lob gespeiiiK'i.)
Cassel. 2, Äbonn.-Conc. des k. Theateroreh. (Tre,i!..T)i
Ouvert., Scherzo u. Finale v. Schumann, „Maaeppa" v, Li.^iU,
Solovortrftge der Frauen Biazzi-Foerster (Gles., „Miasppraiiza
adorata" v. Mozart, „Am Strande" v. F.Ries, „Koroui, wir
wandeln zusammen" v. Cornelius u. „Meine Liebe iisi f;nin"
V, Brahms)n, Stern a, Dresden (Clav,, Gmoll-Conc. v. d.iint-
8a 8 ns etc.).
626
Chieago. 2. Populär Ck)nc. desHm. Em. Liebling: Clav.-
Violinson. Op. 100 v. Brahms (HH. Liebling und Spiering),
SoloYorträge des Frl. Skiff (Ges., Gartenscene a. „Margarethe''
V. Gounod etc.) u. der HH. Liebling (Etüde von Neupert,
Etüde u. Concertpolon. v. Scbytte etc.) u. Spiering (ßarca-
role V. OndriÖek u. „Der Zephir" v. Hubay).
Ghristlania. 9. Conc. des Orch.-Ver. (Heiter): Amoll-
Symph. V. Mendelssohn, Kaiser-Marsch v. Wagner, „Le der-
nier Sommeil dela Vieree" f. Streichorch. v. Massenet, G^s.-
Solo vortrage der Frau Moe (Arie v. Spohr u. Lieder v. War-
muth) u. des Hrn. Brüel („Ave Maria" v. Saint-Saöns, „La
bella Sorrentina" v. Hallström etc.).
CJöln. Musikal. Gesellschaft (Prof. Seiss) im Oct.: Sym-
phonien V. Mozart (Ddur) u. Schumann (Esdur), zwei Sym-
phöniesätze v. E. Mertke, zwei Sätze a. einer I^ord. Suite v.
E. Heuser, „Waldesträumen" f. Orch. v. A. Ludwig, „Traum-
bild" f. Streichorch. v. 0. Klau well, Solo vortrage der Frls.
Heinig a. Leipzig (Ges., Arie a. „8aul" und Lieder von
F. Hiller), Edel (Ges., Lieder v. F. Wüllner), Bright aus
London (Clav., 2. Conc. eig. Comp.) und Linde a. New- York
(Clav., Fismoll-Gonc. v. F. Hill er) u. der HH. Mengelberg
(Clav., Cdur-Phant. v. Schumann) u. Prof. Seiss (Clav., Cap-
rice, Andante u, „Humoreske" eig. Comp.).
CÖthen. 2. Musikabend des Kammermusikver. : Bdur-
Claviertrio v. A. Klughardt, Phantasiestücke f. dieselben
Instrumente v. Schumann, Gmoll-Clav.- Violinson. v. Haupt-
mann. (Ausfahrende: HH. E^lughardt [Clav.], Seitz u. Jaeger
[Streicher] a. Dessau.)
Darmstadt. 2. Conc. der Hofcap. (de Haan) : Cdur-Symph.
V. Schubert, Trauerspiel-Ouvert. v. Bargiel, BaUetmusik a.
„Boabdil" v. Moszkowski, Violin vortrage der Frau Soldat-
Boeger a. Wien (Conc. v. Brahms u. Bondo capricc. v. Saint-
SaSns).
Detmold. 2. Symph.-Conc. der Regimen tsmusik: l.Symph.
V. Schumann, „Buy Blas"-Ouvert. v. Mendelssohn, „Lohen-
S in"- Vorspiel v. Wagner, Larghetto a. dem Clar.-Quint. v.
ozart, Gesangvorträge des Frl. Höf ken a. Cöln (Arien von
Händel u. Gluck).
Düren. 42. Stiftungsfest des Männergesangver. „Concor-
dia" u. des Damenchors (Hoffsümmer) unter solist. Mitwirk,
des Frl. Rudolph a. Trier u. des Hm. Amtsrichter Merrem v.
hier: Introd. u. Siciliana a. der „Cavalleria rusticana" v. Mas-
cagni u. andere Orchesterstücke, „Schön Ellen" f. Soli, Chor
u. Orch. V. Bruch, „Frühlingsbotschaft" f. Chor u. Orch. v.
Gade, Psalm 42 f. Sopransolo, Chor u. Orch. v. Mendelssohn,
Abschiedslied, „In stiller Nacht" u. „Die Wollust in den Maien"
f. gem. Chor v. Brahms, Männerchöre „Oster morgen" v.Cour-
voisier u. „Der letzte Gruss" v. Dregert, Gesangsoli von
Stange („Tandaradei") u. A.
Erfurt. Conc. des Männergesangver. (SiefFarth) am 4. Nov. :
Männerchöre v. Bungert (Chorlied der Deutschen in Amerika),
Hegar („Die beiden Särge"), A. Ernst („Meeresabend"), Su-
cher, Weinwurm („Alpenstimmen aus Oesterreich", m. Clav.),
I. Machanek („Lacrimae Christi") u. W. Köhler („Orakel"),
Cla Viervorträge des Hm. Ernst v. hier (Ballade v. Liszt etc.).
Erlangen. 1. Symph.-Conc. des Winderstein'schen Orch.
a. Nürnberg: 6. Symph. v. Beethoven, „Le Rouet d*Omphale"
V. Saint-Saöns, „Euryanthe"-Ouvert. v. Weber, Violinsoli
„Legende" u. 2. Polon. v. Wieniawski (Hr. Malina).
FrankenthaL Am 12. Nov. Aufführ. v.A.Thierfelder's
„Zlatorog" f. Soli, Chor,Declam. u. Clav, durch den Caecilien-
Ver. (Schörry) unt. solist. Mitwirk, der Frls. Tobis a. Mannheim
u. Canstatt a. Worms und des Hm. Fronheiser a. Ludwigs-
hafen.
Frankfart a. H. 1. Conc. des Chorver. (Parle w): Ballade
„König Erich" f. Chor m. Clav. v. Rheinberge r, gem. Chöre
V. N. V. Wilm („Abendlich schon"), G. Trau t man n(„Wege-
wart") u. A., Frauenchöre m. Clav. v. Wüerst („Mondschein-
nacht") und M. Zenger („Der Christbaum"), Solovorträge
der HH. Wilhelm (Ges., „Mainacht" v. J. Brahms, „Uebers
Jahr" V. W. Berger etc.) u. Hess (Viel., Introd. und Rondo
capricc. V. Saint- Saens etc.).
Fürth. 3. CJonc. des Philharm. Ver., ausgeführt v. dem
Winderstein'schen Orch. (Winderstein) a. Nürnberg und dem
Sänger Hm. Scheidemantel a. Dresden: 6. Symph. v. Beet-
hoven, „Le Rouet d'Omphale" v. Saint-Saöns, Largo von
Händel, Gesangsoli v. E. Lassen („Der Lenz"), A. Kieffel
(Liebeslied) u. A.
Halle a» S. Symph.-Conc. des Hm. Wiegert am 26. Nov.:
1> Symph. V. Beethoven. „Wasserträger"-Ouvert. v. Cherubini,
Solovorträge de$ Frl. Polscher a. Leipzig (Ges., „Mignon" m.
Orch. y. Liszt, „Der Liebe Lohn" v. Cornelius, „Mutter
und Kind" von W. Berger, „In deines Auges wunderbarer
Pracht" V. Umlauft, -Lieber Schatz, sei wieder gut" von
Franz etc.) u. des Hra.Foerster v. ebendaher (Clav., Conc. v.
H. V. Bronsart, Etüde u. Taranteile v. Liszt etc.).
Hannover. 1. Conc. des Hannov. Damenchors (Stein-
mann): Frauenchöre V.Schubert, Cherubini, Am. Krug (Oster-
lied), Heymann-Rheineck („In dem Himmel mht die Erde"),
J. Röntgen („Im April") u. ßargiel („Die Libellen"), Solo-
vorträge der HH. Koebke a. Neustrelitz (Ges., „Ständchen" v.
Liszt, „Es hat die Rose" v. Franz, „Komm, wir wandeln"
V. Cornelius, „Im zitternden Mondenschein" v. E vers, „Mor-
gen send ich dir die Veilchen" v. Me y er -Helm und etc.) u.
[aenflein v. hier (Viol., Canzonetta v. Godard etc.).
Jena. 2. Akad. Conc. (Prof. Naumann): Dmoll-Symph.,
1. Bearbeit., v. Schumann, „Macbeth "-Ouvert. v. A. H. Chelard,
Solovorträge des Frl. Müller a. Berlin ((3hes., „Elsa's Traum*
_ T _1 • U "XXT _ ^ - _ ^r «1 1 ■ II ■»• m _ .
melndes Lüftchen" v. Ad. Jensen) u. des Hm. Ansorge a.
New- York (Clav., 6. Ungar. Rhaps. v. Liszt etc*).
Lausanne. 2. Abonn.-Conc. (Banti): Gmoll-Symph. v.
M6hul, „Feuerzauber" a. der „Walküre" v. Wagner, Mar-
che h6roique v. Saint-Saöns, „Herzwunden" u. „Im Früh-
ling" V. Grieg, Ciaviervorträge des Hrn. Slivinski (4. Conc.
V. Kubinstein, Air von Leschetizky, „La Fileuse" von
Liszt etc.).
Leipzig. Conc. der Frau Sanderson (Ges.) unt. Mitwirk,
der Frau Soldat-Röger (Viol.) u. des Hrn. Stavenhagen (Clav.)
am 28. Nov.: Clav.-Violinson. Op. 24 v. Beethoven, Soli für
Ges. V. Em. Hess („Der Tannenbaum", „Das Ringlein^ und
„Der verrückte Geiger"), A. Bungert („All meine Herzge-
danken" u. „Liebe auf Capri"), Tschaikowsky („Nur wer
die Sehnsucht kennt"), H. Sommer („Mir glänzen die Augen"),
H. Brüning („Stellaichein") u. A., f. Cla vier v. Schumann
(-Papillons"), Liszt (Petrarca-Sonett in Asdur u. 13. Ungar.
Rhaps.) u. f. Viol. v. Saint-Saöns (Rondo capricc.) u. Spohr
(Adagio). — 3. Musikabend des Kammermusikver.: Bdur-
Streichquint. v. Mozart (HH. Payne, Hopf, Klesse, v. Ber-
lepsch u. Hansen), Ciavierquart. Op. 75 v. H. v. Herzogen-
berg (HH. Tramm, B^er, Klesse u. Hansen), ß moll-Clavier-
trio V. Volkmann (HH. Tramm, Beyer u. Hansen), Gesang-
vorträge des Hrn. Glömme a. Dresden („Elüand" v. W. Ber-
ger, „Lebe wohl" u. „Herzenstraut" v. M. Heidrich und
„Mondenschein" u. „Suleima" v. J. Technitz). — Auffuhr,
des WahPschen Dilett.-Orch.-Ver. (Wahls) am 80. Nov.: Ddur-
Symph. V. Mozart, Ouvert. zu „Iphigenie in Aulis" v. Gluck,
Entracte a. „König Manfred" v. Reinecke, Solovorträge des
Frl. Fuchs (Ges., „Hingegeben" v. Sitt, „Frühlingssehnsucht"
V. Pohl etc.) u. des Hm. Jockisch (Viol., Ddur-Conc. v, Mo-
zart, Oriental. Rhaps. v. Hille etc.). — 8. Abonn.-Conc. im
Neuen Gewandhaus (Prof. Dr. Reinecke): Bdur-Symphonie v.
H. V. Herzogenberg (unt. Leit. des Comp.), „Medea"*Ouv.
V. Cherubini, „Kyrie", „Benedictus" u. „Credo" a. der Messe
f. Männerchor a cap. v. R. Volkmann, ges. vom Leipziger
Lehrergesangver. unt. Leit. des Hrn. Sitt, Conc. f. Clav., Viol.
u. Violonc, vorgetr. v. HH. Prof. Dr. Reinecke, Hilf u. Klen-
gel unt. Leit. des Hrn. Prill. — Abendunterhaltungen im k.
^nservat. der Musik: 1. Nov. Prael. u. Fuge in Dmoll von
S. Bach =. Hr. Ursin a. Moss (Norwegen), EsmoU-Claviertrio
V. Haydn = HH. Grübler a. Altena, Wille II. a. Greiz und
Schlemüller a. Leipzig, Variat. u. Scherzo f. Streichquart, v.
Mendelssohn = HH. Korba. Platten. Meinecke a. Braunschweig,
Wille n. u. Hammig a. Leipzig, EmoU-Clav.- Violinsonate v.
Mozart = Schwestern Herrmann a. Colorado (Springs), Vio-
loncellconc. v. Svendsen = Hr. Braun a. Lenzburg, Scene
u. Arie. a. dem „Waffenschmied" v. Lortzing = FrL Voigt a.
Leipzig, Clav.-Violinson. Op. 24 v. Beethoven = Frl. Brown a.
Glasgow u. Hr. Wille I. a. Greiz, Variat. sörieuses f. Clav. v.
Menaelssohn = Frl. Lohr a. Grossalmeroda b. Cassel. 11. Nov.
Seren, f. Fl., Viol. u. Bratsche v. Beethoven = HH. Rammelt
a. Leipzig, Brandenburg a. Breslau und Henkel a. Leipzig,
Ciaviersoli v. Chopin = Hr. Beidler a. St. Qullen, Arie des
Cardinal a. „Die Jüdin" v. Hal6vy = Hr. Schultheiss a. Leip-
zig, Esdur-Claviertrio v. Haydn = Frl. Homann a. Culm i.
Westpr. u. HH. Lauboeck a.Wunsiedel u. Schlemüller, Con-
certstück f. Ob. v. A. Klughardt = Hr. Engelmann a. Leip-
zig, Arie a. „Hans Heilinj;^ v. Marschner « Hr. Meienreis a.
Görlitz, Claviersoli v. Mendelssohn = Frl. Lohr. 17. Nov.
Clavierquart. v. Schumann = Frl Blässig a. Altenburg und
6S6
BH. Kotb, Tbuiiiaä a. Leipzig u. Braun, CoucärtalWin Tür
Viol. V. Bazzini = Hr. Kleitz «. Leipzig, Prael. u. Fugein
Dmoll f. Org. v. S. Buch =Hr. Hoffmann a. Görlitz, Esdar-
Clav.-Violinson. v. Mozart =: Frl. PromniU a. Breslau und
Hr. Korb, Komanze f. Trorap. v. Kosleok r^ Hr. Beiger a.
Bernburg, Bdur-Ctaviertrio v. HayJn = frl Carr a. EaliDg
b. Loudou u, HH, Waniecke a. Wiesbaden U. Zeelaniler ans
ÄniHterdam, Variut. f. Clav. u. Violunc. von Mendelssobn =^
Frl. Howe aus Denver und Hr. Braun. — Geistliche MusUt-
aiil't'Uhruug in der Pauli nerkirche, veranstaltet von Hm.
Pfannstieul (Orgel) unter Mitwirkung der Frau Kuthig,
des Frl. Heudnch und der HH. Eöthig und Waldvogel
(Ges.), sowie der HH. Ä. Müller (Saitenorgel) u. Hopf (Viol.)
ain4. Dec: Vocalquartetto v. Eckhardt, Gade (.,Benediituä'')j
Alb. Becker („Gott, dem es eigen ist" und „Des Prieetets
Schmuck"), sowie Weihnachtslied a. dem 15. Jalirh., bearbeit.
V, Eöthig, Soli f. Org. v. S, Bach (Passacaglia u.Fuge)u. Rhein-
berger (Pastoralson.), f. Saitenorg. v. Händel (Sarabande) u.
Monatt („Ave verum") u. f. Viol. v, S. Bach u. Schumaim.
London. Saturday Oonc. (Manns) am IS. Nov.: Schott.
Symph- V. Mendelssohn, „Leonoren"-Ouvert.Ni).3 v.Beetboven,
ßalletmiiaik a. „Henry Vin." v. E. Gevman («nt. Leit. dee
Comp.), Violin vortrage des Hrn. Prof. Heermanu aus Frank-
furt a, M. (Oonc. V. Brahms u. „Hejre Kati" v. J. Hubay).
— Crystal Palace Conc. am 19. Nov. mit C'ompoaitionen v.
Schubert: Cdur-Sympb., „Fierabras''-Ouvert., Variat. a. dem
Dmoll -Streichqoart. u. Lieder, gea. v. Hrn. u. Frau Henschei.
— S. London Symph. Conc. (Hens.^hel): Bdur-Symphonie V.
Haydn, Esdur-Ouveri. v. Schubert, „Siegftied'a Bheinfahrt"
». der „Götterdämmerung" u. „Träume" (f. Straichorch. ?} v.
Wagner, Viol in vertrage des Hrn. Prof, Heermann (Conc. v.
Brahmsetc.). — Conc. der Hoyal Albert Hall Choral Society
(Barnby): „La Damnation de Faust" v. Berlioz. (Solisten:
Frl. Williams u, HH. McKay, Grice u. Henschei.)
Luzern. Soiree der Frau Hirt (Clav.) unt. Leit, de-s Hm.
Dr. Huber a. Basel u. Mitwirk. v. dessen Gattin (Cieeaiif,') am
19. Nov.: Ouvert. zur Oper „Das goldene Kreuz- v. Brüll,
Soli f. Ges. v. H. Huber i Fischerin -Lied) u. A. u. f. Clav. v.
Saiut-Saana (G moll-Conc.) , Brahms (Capriccio und Inter-
mezzo Op. 78), H. Huber (Skizze) u. A.
Hagdeburg. 1. Casiuo-Cunc. (Kaufi'mann): B. Symph. v,
Beethoven, Ungar. Marsch v. Schuhe rt-Liezt, Solovorträge der
Frau Hiöber a. München (Ges., „Die Rose, die Lilie" v. Zen-
ger, „Sländohen" v, E. Strauas, „Ich liebe dich" v, A. För-
ster etc.) u. des Hrn. Bummel a. Berlin (Clav., Capriccio v.
Brahms etc.). — Tonkiinstlerver. am 7. Nov.: Ddur-Streich-
quart.. V. Tschaikuwsky, Eadur-Divert. f. Viol., Bratsche
U. Violonc. V.Mozart, Gesangsoli v. Bruch („Ligeborg's Kla-
ge" a. „Frithjof"), Chopin u. Hofmann („Blumenorakel").
(Ausführende: Frl. LütkemüUer [Ges.] u. HH. Berber, Fröhlich,
Trostorf u. Petersen [Streicher].) — 2. Lueeaconc. (Kauff-
mann): Ouvertüren v. Volkmann („Richard Hl."! u. Man-
delssobn, „Lohengrin" -Vorspiel v. Wagner, Solovorträge der
Frau Geller (Ges., Nachtgesang v. F. Kauffmann, Frühlings-
lied v. C. Hürse etc.j u. des Hrn. Berber (Viol., Concert y.
Tschaikowsky u. Romanze v. Dvorik). — 2. Cnno. des
KauüuÄun. Ver. (Kaufiinann): OcoBiisymph. v. Rubinstein,
Ballet „Malagueüa" a. „Boabdil" v. Moszkowski, „Der Früh-
ling" i. Streichorch. v. Grieg, Gesang vortrage des Hm. Hun-
gar a. Leipzig (vier Trumpeterlieder v. Brückler, „Gewitter-
nacht" V. Franz etc.).
Hetz. I. Conc. des Muäikver: Ouvert. zu „Iphigeuie in
Aulis" V. Gluck (ro. Wagner'.s Schluss), „Loreley" -Finale v.
Mendelssohn (Solo: Frl. Maller-Hartung a. Weimar), Solovor-
trilge des Frl. Möller- Härtung (Elisabeth's fiegrüssung der
Halle a. „Taunhäuser" v. Wagner, „Es blinkt der Thau" v.
Eubinstein, „Im Herbat" v. Franz u. „Zur Drossel sprach
der Fink" v. d'Albert) u. des Hrn. Ebert-Buchheim a. ^^trass-
burgi.E.(Clav., 1. Conc. v. Brahms, Ballade Op. 2!.t v. Rei-
necke ii. 14. Ungar. Ehaps. v. Liszt).
Naumburg a. S. a. Conc. des Gesangver. (Arndt): Psalm
9ö f. Soli, Chor u. Org. v. Mendelssohn, Chöre v. demselben,
Lotti u. M. Bach, Solovorträge der Sängerin Frl. Gondar aus
Leipzig u. eines uugen. Orgelspielers. (Von den acht Pro-
grammuummern sind vier CompositLonen Mendelssohn 's.)
Neubrandenburg. 1. Conc. des Concertver. m. Solovv
trägeu des Frl. Leisiuger a, Berlin (Ges., „Feldeinsamkeit" u,
Wiegenlied v. Brahms, „An den Mond" v. Dorn, „An die
Nacht" V. Lassen, „Madel, wie bliihts" v. Naubert. „Der
Gürtner" v. H. Wolf etc.) u. des Hrn. Üreyschuck v. eben-
daher (Clav., „Die WasserspiL-IccIer VilUd'Est«" v. Lisztetc.).
OsQatirAok. t. Kammermusikabend der HH. Oeser von
hier (Clav,), Wünsch u. Bieter a. Braunsehweig (Streich«):
Claviertrios y. Kiel (Cistnoll) u. B«eehoT«n (Op. 70, No. t),
Clav.-Violiofion. Op. 77 v. Bheinberger.
Paris. Lamoureuz-Conoerte: 80. Oct. 3. Symph. von
Brahms, „Le Chdne et le Eoseau" v. Ghevillara, Vorspiele
zn den , Meistersingern" u. zum 3. Act a. „Tristan und Isolde"
V. Wagner, AmoU-ClaTieroonc. t. Schumann (Hr. Di6mer).
0. Nov. 6. Symph. v. Beethoven, Vorspiel zu dm -Meister-
singern" v. Wagner, „Impreagions d'Italie" v. O. Charpen-
tier, Arie a. jJL'Bnfanoe du Christ" v. Berlios (Hr. Mau-
5ui6re). 18. Nov. 6. Symphonie v. Beethoven, „Impr«ssions
'lUlie" V.O. Charpentier, .Walkürenritt" v. Wagner, „Le
Reposdela eainte fiunille" a. „L'Enfance du Ohrist'' v. Ber-
lioa (Hr. Maugui^re). — Colonne-Cono, am 18. Nov.; 1. Sym-
Shonie v. Schomann, „L'Aritoienne" v. BiKSt, .Le Bonat
'Omphale" v. Saint-SaönSj ,Les Erinnyes" v. Massenet,
Bruchstück a. den „Meistersingern" v. Wagner, „Penthtei-
Ife« V. A. Brunean, ges. v. Frl. BrÄval.
Pforzheim. Conc. der Liedertafel (Wiemann) unt. Hit-
wirk, der Sängerin Frl. Vaeth v. hier am 13. Nov.: Männet-
chöre V. Meyer-Olbersleben („Johannisnacht am Bhein"),
Kremeer („Wenn Zwei sich gut sind"), Liszt (Soldatenlied),
V. W einzierl („Lacrimae Christi") u. Orieg („Laudkennung",
m. Clav,), Fragmente a. ,,Tannhäus«r'' u. den „Meisteisingem"
V. Wagner u. „Der Widerspäostigen Zähmung" v. Goetz,
Gesaugsoli v.Wagner (Elsa's Gesang an die Ltlfte a. „Lohen-
grin"), Grieg (Solvejg's Lied), Brahms („Ständchen"), Cor-
nelius („Komm, wir wandeln zusammen"), Liszt (-P«r
Fischerknabe") u. Taubert („In der Fremde"). (Dieses Pro-
gramm könnte mit seinen Novitäten maoehem Vereine in
grossen Städten zum Huster dienen!)
WOrzbopg. a. Conc. derk. Musikschule: Sept. Op.30 v.
Beethoven (HH. Pfisterer, Bitter Boemgen, Pek^rek, Stark,
Both u. Lindner), Trio f. Clav.. Viol. n. Horu v. J. Brahms
(HH. Ougel, Pfiaterer n. Lindner), fünf Nummern aus dem
„Liederkreis" v. Schumann (Hr. Schulz~Domburg).
ZerbSt. a, Eammermnsikabend: Bdur-Claviertrio von
A. £lughardt, Pbantasiestücke f dieselben Instrumente v.
Schumann, Gmoll-Olav.-Yioloncellaon. v. Beethoven, (Ausfüh-
rende: HH. Klughardt [Glav.J, Seitz u. Jaeger [Streicher] a.
Dessau.)
Zwickau. Wohltbätigkei6toonc. am 8. Nov., veranstalt.
vom Gesangver. -Arion" u. Hm. Bochlich unt. Iieitung des
Letzteren u. des Hm. Gerhardt u. Hitwirk, der HH. Zemmrioh
(Declam.,) Kressner, Teichmann u. Apelt (Ges.), desHrn. Meb;
(Viol.) u. des Stadtmusikcoms: Ouvert. zur Oper „Der Drei-
bermstein" v. L. BOhner, „Der Bergmannagruss" v. Anacker.
Toskanische Lieder f. Soli, Chor u. Orch. von Weinwurno,
Soli f. Ges. V. Brüll (Lied „Wie anders war es" aus „Das
goldene Kreuz") u. f Viol. v. Vieuitemps (Ballade u. Polon.).
~ Conc. des a cap.-Ver. (VoUhardt) f. das Bob. Sohamann-
Denkmal unt. gesangsolist. Uitwirk. der Frls. Üoller-Hartung
a. Weimar u. Gondar a. Leipzig u. der HH. Uanii a. Dresden
u. Fiedler a. Görlitz am 11. Nov.: Variat. über ein Beetho-
ven'sches Thema f. zwei Claviers v. Saint-SaSns (HH.Toll-
hardt u. Göhler), „Der Böse Pilgerfahrt" v. Schumann, G«-
sangsoh v. Franz („Im Herbst"), Müller-Hartung (Früh-
lingslied), H. Riedel („Jetzt ist er hinaus"), Taubert (Wie-
genlied), H. Brückler (.Als ich zum ersten Mal"), Ad. Jen-
sen („Hurmelndes Lüftchen"), Schumann u. Stange („0, wir
es noch mir einst bestellt"). — Am 20. Nov. Auffllhrung ».
F. Schuhert's Esdur-Messe durch den Kirchencbor zu St
Marien (Vollhardt).
Engagements und GIfste in Oper und Concert.
Augsburg. Drei Münchener Künstler veraDsta)t«t«n
kürzlich hier ein Concert, das als höchst gelungen b^eichnet
zu werden verdient. Ein sehr tüchtiger Virtuos und guter
Musiker ist der Pianist Hr. Ammermann, mit künstlerischH-
Delicatesae behandelt Hr, Schoerg die Violine, aber die
Hauptkraft dieses Trios war doch Fri. Hanna Borohers,
welcne mit ihrem quellfrischen Gesang alle Zuhfirer wahr-
haft erquickte. — Crefeld. Von Cöln waren die Sängerin
Frl. Hülters, die Violinistin Frl. Seh wartz und dar Pianist
Hr.Dr.Neitzel hierher gekommen, um in einem geoneinsam
veranstalteteu Concert nnisikalisclic Genüsse prächtiger Art
e«7
zu milden. GemÜth imd Seele sprach ans deo Vorträgen
der I)amen, hohe mniikalieche Intelligena tmd modiilationa-
fs^hijg9r Anschlag Uessen die dayierleistungen als moster-
giltige erscheinen. — Frankfurt a. M. Im ^sten liuseums-
concert lernte unser PubLLoum in dem Yorher hier kaum dem
Namen nach bekannt gewesenen Alexander Siloti einen Pia-
nisten kennen« dessen Vorträge wahrhafte Sensation erregten.
Nach diesem Biesenerfolg ist kaum daran zu zweifeln, dass
dieser grosse Künstler sehr bald nach unserer Stadt zurück-
kehren wird, um von Neuem unser Publicum durch sein Spiel
zu begeistern. — Halle a. S. Zur Mitwirkung im 1. Sym-
phonieconcert, das der treffliche MilitärcapeUmeister Hr.
\Viegert mit seiner yorzüglich geschulten Gapelle in dem
neueröffneten Etablissement ,, Wintergarten^ veranstaltete,
waren die Sängerin Frl. Polscher und der Pianist Hr.
Foerster aus Leipzig herangezogen, die mit ihren Leistungen
die Zuhörerschaft in hohem Grade elektrisirten. Das Haupt-
stück der Sängerin war Liszt's „Mignon'', das durch dieselbe
zu hoch vollendeter Wirkung gelangte, während Hr. Foerster
mit dem Vortrag von H. v. Bronsart's Concert und kürzeren
Stücken von Chopin und Liszt von Neuem eine ganz impo-
sante Technik und künstlerisch-reife Auffassung oekundete.
-T- Mainz« Im 4. Symphonieconcert der städtischen Capelle
feiei*te der mitwirkende Hofopemsänger Hr. Grünine aus
Hannover, ein Meistersänger nach Wahl und Ausführung
seines Repertoires, wohlberechtigte seltene Triumphe mit
seinen herrlichen Gesangsgaben.
KirchemiHlsik.
LelpZigr* Thomaskirche: 9. Dec. „Er kommt, er kommt
der starke Held** v. J. A. Hiller. ^Er ist gewaltig und stark^
v. B. Yolkmann.
OpernauffQhrungen.
November.
Baden-Baden. Grossherzogl. Hoftheater: 16. Lorle
(Förster).
Carlsruhe« Grossherzogl. Hoftheater: 8. Lorle. 7. Die
Trojaner I. Theil. 8. Die Trojaner II. Theil. 10. u. 29. Don
Pasquale. 18. Lohengrin. 18. Der Barbier von Sevilla.
34. Das goldene Kreuz. Cavalleria rusticana. 27. Carmen.
Wien. £. k. Opemtheater : 1. Bobert der Teufel. 2. Wer-
ther. 8. Der Maskenball. 4. u. 21. Carmen. 5. Bomeo und
Julie. 6. Der Barbier von Sevilla. 7. Bastion und Bastienne.
Freund Fritz. 8. Der fliegende Holländer. 9. Mephistopheles.
11. Die Afrikanerin. 12. u. 16. Gringoire. 18., 24. u. 30. Ca-
valleria rusticana. 14. Othello. 15. u. 26. Manon. 17. Freimd
Fritz. 18. Der Troubadour. 19., 22., 25. u. 28. Signor Formica
(Schutt). 20. Lucrezia Borgia. 28. Die Walküre. 27. Lohen-
grin.
Vermisohte Mtttheilungen und Notizen.
* Der Musik verein zu Eisenach brachte kürzlich L i s z t ' s
^Legende von der heiligen Elisabeth^ mit nachhaltiger Wir-
kung zur scenischen Auffuhrung auf der dortigen Bühne.
* Unter dem Titel „Berühmte Geiger der Vergan-
genheit und Gegenwart" erscheint soeben bei A. H. Payne
m Leipzig eine von A. Ehrlich herausgegebene Sammlung von
87 Bio^aphien und Portraits der bedeutendsten Violinisten
und Violinistinnen von Corelli bis auf die jüngste Zeit, die,
soweit ein flüchtiger Einblick in dieselbe erkennen lässt, der
gestellten Aui^be nach Seite des Textes in knapper und ge-
wissenhafter Weise gerecht zu werden sucht, mit fast durch-
gehends gelungenen Bildern (Autotypien aus der renommirten
Kunstdruckerei von BudolfLoös in Leipzig) versehen ist und
auch betrefls der äusseren Ausstattung (Papier, Di*uck und
Einband) und der Preisstellung allen billigen Anforderungen
entspricht, sodass wir manchem Leser unseies Bits, einen
Dienst zu thun glauben, wenn wir auf dieses schmucke
Specialwerk als ein für die betr. Interessenten recht passend
kommendes Festgeschenk hinweisen.
* Eine die äussere Ausstattung der Concertprogramme
betreffende Neuerung geht uns soeben aus Halberstadt in
dem mit dem Portrait des berühmten Leipziger Gtewandhaus-
ciqpelhaaeisters Hrn. Prof. Dr. Beinecke geschmückten Concert-
zettel zu dem 1. Stöbe*8chea Abonaomentconcert daselbst zu.
Das Publicum feierte den illustren Gast als Pianisten y Gern-
fonisten und Dirigenten. — Wir sind überzeugt) dass diese
*ortrait-Idee, die in Halberstadt ausgedacht wurde, bflld in
Mode kommen wird. Oder sollten wir uns hierin irren?
* In diesem Jahre haben sich etwa 900 Schüler zur
Aufnahme in das Pariser Conservator^um gemeldet.
Von 226 für Cla^er sich Meldehdeh wurden blös 16, von 187
das Violinstudium Beanspruchenden nur 12 aufgenommen.
* Die Gümbersche Saitenoveel, von welchem neuen
Instrument wiederholt iii unserem Bl. clie Bede gewesen ist,
wurde in einem Instrument aus der altrenommirten Hof-
pianofortefabrik von Julius Feurich am vor. Sonntag iü
einem Kirchenconcert zu Leipzig erstmalig einem grossen
Publicum vorgeführt und erregte das lebhafteste Interesse.
Wir kommen auf diese Aufführung zurück.
* Das Stadttheater zu Leipzig brachte kürzlich Mo-
zart*s Jugendoper „Die (Gärtnerin aus Liebe" als Neuigkeit
heraus. •.
* Im Stadttheater zu Hamburg gingen am 29. Nov. zwei
Opemnovitäten in Soene: eine von Giacomo Puccini im
Jahre 1884 unter dem Titel „Die WiUi's" componirte und
M o z a r t ' s „Bastien und Bastienne*' .
* Im Stadttheater zu Bremen ging Anfangd. Mts. erst-
malig A. Bubinstein's 0|>er „Die Kimler der Haide^ u&ter
Leitung des Componisten m Soene und fand ein dankbares
Publicum.
* Im Opemsaale des Particulariers Hrn. Praeschnikoff iti
Moskau wurde die Oper „Les Partisans de Chowansky" von
Mussorgsky erstmalig eegeben. Die Presse bezeichnet die
Musik als grandios und oIels Libretto als interersant.
* Die Oper „Meister Martin" vonBlockx wurde Ende v.
Mts. erstmaag in Brüssel aufgeführt und hatte eines grossen,
einmüthigen Erfolges sich zu erfreuen.
* Saint-Saöns* Oper „Samson und Dalila", welche he-
reits avif einigen deutschen Bühnen aufgeführt wurde, ist
kürzlich auch in der Grossen Oper zu Paris zur Premiere
gelangt
* Im Costanzi-Theater zu Rom hat, wie es scheint, die
neue Oper „Gualtiero Swarten^ von Gnaga nicht sonderlich
gefallen; dem Componisten werden Mangel an Bühnenerfahrung
und ungenügende Kenntniss des Orchesters vorgeworfen.
* Die Concertsangerin Frl. Emilie v. Colin in Halle a. S.
hat sich das Verdienst erworben, in der Vaterstadt von Bob.
Franz die Erste gewesen zu sein, welche den Manen des un-
längst verewigten Liedermeisters ein würdie^es Dankopfer
durch Veranstoltung eines Franz-Liederapends weinte,
an dessen Aufführung sich ausser ihr noch der Sänger Hr.
Homanof und als Begleiter am Ciavier Hr. Afferni aus Leip-
zig betheiligten. Den Löwenantheil an dem günstigen Aus-
faU dieses Gedenkabends durfte die geschätzte Sängerin für
sich in Anspruch nehmen.
* In einem Musikvereinsconcert zu Zwickau hat, wie
man uns von dort berichtet, der ausgezeichnete Pianist Hr.
Dr. C. Fuchs aus Danzig, der geistvolle Vertreter und Aus-
bildner der Biemann'schen Lehre vom phrasirten Vortrag, die
eminent praktische Seite seiner feinsinnigen Theorie erprobt,
indem die durch seine durchsichtige Phrasirung wesentlich
gesteigerte Verständlichkeit der vorgetragenen Werke von
Beethoven, Chopin und Liszt ihm zu einem allgemeinen und
glänzenden Erfolge verhalf.
* Wie uns aus Bremen gemeldet wird, hat daselbst Hr.
Eugen d* Albert selbst sein neues Clavierconcert bereits
öffentlich gespielt. Die von uns nachgedruckte Nachricht,
dass die Novität in Berlin ihre überhaupt erste AuftUhrung
erleben werde, stimmte also nicht; sie entstammte wahrschein-
lich dem Pressbureau der Concertagentur von Hermann Wolff
und war zunächst auf das Publicum der Philharmonischen
Concerte in Berlin berechnet gewesen.
* Den durch den Tod des Hrn. de Ahna erledigten Platz
am 2. Geigenpulte des Joachim'schen Quartettvereins
hat, wie man aus Berlin schreibt, Hr. Prof. Kruse einge-
nommen. — Was wird nun aus dem in Bremen kürzlich ge-
bildeten Kruse-Quartett?
628
' Hr. Ho&noaikdirector A. Ueissner in Sohwerm bveui-
cirte znm Hofcapellmeister.
Todtenllste. Alexandre De srousseaax, beliebter Gbon-
suuuier, tt ^^ J&bie alt, in Lille.
Zur gef . Beachtung.
Auswärtige Vereine nnd Solisten, welche in Leipzig
eiijene Concerte veranstalten ncd sich hierzu der gescnäft-
Iicucn Unterstützung des Hm. Ernst Eulenhurg (als selb-
ständigen Arrangeurs oder als Vertreters anderer Concert-
agenturen) zn bMienen haben, sind, &lls sie ihre Concerte in
unserem Blatte besprochen wünschen, um gefällige dlrecte
Zusendang der Billets a '^-'—
Leipzig.
Die Redaetion d«8
„Masikidisek«!! Vockenblattes".
Offener Spreohsaal.
Lieber Hr. Fritzsch!
Wie vorauszusehen war, hat Hr, Hermann WolfF die seine
Rsbandlting noch unberUbnit«r Künstler beleuchtenden Mit-
l.|]f;i langen, welche ich Ihnen in No. 48 Ihres Blte. machte,
tii<.ht unerwidert gelassen. In seinem in dieser Sache an Sie
gerichteten, mir von Ihnen zur Einsicht gesandten Briefe
raucht er mir hauptsächlich den Vorwurf, daas ich zwei Dinge
verschwiegen habe, n&mlich die Höhe des von mir gefor-
derten Honorars von circa 29,000 ..* für 20 Abende bei freier
Fahrt und freiem Hotel und den Umstand, dass Hr. Wolff
mir un 14. Nov. noch einen „zweiten Brief zur Erläuterung"
f^^.schriehen hat, wodurch der „Sachverhalt des amerikanischen
ugBgements versuch 8 von mir entstellt" worden sei.
Was das Honorar anbelangt, so habe ich es ahsichtliah
nirbt genannt, weil es die Sache an sich Nichts angeht. Da
jedoch die Eonorarfrage von Hm. WolfF in die Letztere
hineingezogen wird, so bin ich gezwungen, mich hierüber za
orlilären.. Ich verlangte 7000 Dollars. Bechnet man hiervon
l''"/o Provision für Hrn. Wolff und eine weitere Provision
viin 5% fllr dessen amerikanischen Vertreter, also zusammen
H'.iO Dollars, sowie femer noch einige hundert Dollars Un-
kosten, die dem engagirten Solisten trotz freier Heise und
W'olmung entstehen, ao, so würde mir ein Beingewinn von
(iica 550O Dollars geblieben sein, der doch kaum im richtigen
Verh<niss zu den Strapazen einer zweimonatlichen Concert-
rL'ise gestanden h&tte.
Den „Erkl&rungsbrief" angehend, den mir Hr. WolfF
<Lirch seinen Secretair am 14. Nov. schreiben liess, so muss
ii^li die Frage, die ich schon in No. 48 d. Bits, aufwarf,
wioderholenr Wamm hat mir Hr. Wolff erst am 14. Nov. Das
ge.whrieben, was er sofort nach meiner Depesche am 23. Oct.
zur KiarstelJung der Sache hätte thun können und sollen?
Denn es steht fUr mich fest, dass Hr. Wolff schon am
'21, Oct-, ab er mir den ersten Brief schrieb, alles Das
j;['na,n wusste, was er in seinen beiden Briefen vom 14. Nov.
nur über diese Angelegenheit mitzutheilen für nüthig hielt.
I':e Belehrung, die mir Hr. Wolff in dem an Sie gerichteten
Si. hreiben zukommen lässt: dass ein Briefumtausch mit Amerika
circa 4 Wochen erfordere, sowie die dareui geknüpfte Mit-
theilung, dass die aus Amerika erwartete briefliche Antwort
am 23. l4ov. bei Hm. Wolff eingegangen . sei, sind für den
Vorwurf, welchen ich gegen den genannten Berliner Concerb-
agenten erhoben habe, vollständig gegenstandslos.
Mit herzlichem Qrusee
Ihr ganz ergebener
PariB, 29. Nov. 1892. A. Siloti.
Nachschrift der Bedaction: Wir halten diese An-
gelegenheit mit dem Abdruck des obigen Briefes des Hm.
Siloti an dieser Stelle für erledigt
Berichtigung.
Bezüglich des in No. 49 d. Bits, enthaltenen nProtestee
gegen unwahre Beschuldigungen" stelle ich meinerseit« fol-
gende Thatsachen hin: Des 3. Hamburger Abounementcon-
cert sollte am 14. November stattfinden; wegen Erkrankung
des Hm. v. Bülow wurde es schliesslich um l'/i Wocbo ver-
schoben. Das Programmbuch war der ursprünglichen Sach-
lage entsprechend bereits am 10, nach erledigter Corroc-
tur von mir dem Drucker übergeben worden; es enthielt die
Wagner'ache Analyse voUettlndig, in der alten Form. Erst
am 11., früh 9 Uhr, erhielt ich die Nachricht, der Verleger
habe die Druckerlauhnies nicht ertheilt. Da das Buch am
13. früh bereits in Hamburg sein musste, so war es für mich
in der That die „letzte Stunde", in der mir jene Nachricht
zuging. Denn noch am selben Tage musste das Buch ee-
drackt werden. Ich habe also in Jener Note die volle Wahr-
heit gesagt und weise die Zumuthung eine ^unwahre
Beschuldigung" erhoben zu haben, entschieden zu-
rück. Welche Verhandlangen Hr. Herrn. Wolff mit dem
Verleger geführt hat, ist mir gänzlich unbekannt nnd inter-
Berlin, den 1. Dec. 1899.
Dr. Hein
1 Beil
Eine ganz verfehlteBerichtigung, denn wie kommt
Hr. Dr. H.Heimann dazu, in seinerbez.Fussnote von einer mir
„&üher ertheilten" und von mir „in letzter Stande zurück-
gezogenen" Erlaubniss zu sprechen, da ihm nach seiner
eigenen Aussage doch nur die Nachricht zuging, dass der
Verleger „die Druckeria uhniss nicht ertheilt" habe. Liieso
einfache ihm wahrscheinlich von Hrn. Hermann Wolff ge-
wordene Mittheilung in einen verleumderischen Angriff auf
meine Person umzumodeln, ist ein Verfahren, fllr welches,
wie ich jetzt erkennen muss, meine Bezeichnung „nndefinir-
bar" noch viel zu mild erscheint und dem gegenüber die
Behauptung des Hrn. Dr. H. Aeimann, „in jener Note die
volle Wahrheit gesagt" zu haben, wie der reine Hohn auf
den gesunden Menschenverstand klingt. Wenn der Genannte
weiter zu seiner Entlastung noch versucht, die Verlegung des
fraglichen Concertes ins Treffen zu führen, so verfilngt auch
dieses Mittel nicht, da er sicher von derselben gehört hatt4^
und ihm deshalb erst recht genügende Zeit geboten worden
war, einen vielleicht in der Eile begangenen Irrthnm vor
Ausgabe des betr. Programm buche« aus der Welt zu schaffen.
Von einer Erklärung seines frivolen Ausfalles auf mich kann
ja aber bei Hm. Dr. Beimann, wie dessen eigen thüm liehe Be-
richtigung lehrt, noch nicht einmal heute die Bede seini
Leipzig, 2. Dec. 1892.
E. W. Fritzsch.
Kritischer Anhang.
Zwanglose BUohersohau.
Von Dr. Arthur Seldl.
(Fortsetzung.)
II. Zur Aesthetik und Geschichte der Tonkunst.
IMe Ausbeute auf dem Gebiete der Husikästhetik war
I den letzten Jahren — so weit ich überblicken konnte —
uö ziemlich spärliche. Nur vier Werke sind mir ~ zumeist
erst in allerjün^ter Zeit — bekannt geworden und dieser
„Bücherschau" einzureihen.
Noch immer scheint HansHok das Feld — und wenn
auch nur negativ — zu beherrschen. Sehr mit Unrecht, wie
mich dünken will, denn er ist fängst „überwundener Stand-
Sunct" und war im Grunde nur eine „Krankheitserscheinung"
erdeatechenÄesthetik; hatte der Schreiber Dieses vor Kurzem
doch die Genugthuung, von einem früheren Anhänger des
Wiener Aesthetikers in der Form einer gewonnenen Wette
diese Thatsache sich vollauf besttltigt zu sehen. Dieser, ein
eifriger Freund des Hauslick'schen Uusik- Feuilletons und
629
gewififieuhafter Leser der „Modernen Oper^, sowie ihrer ver-
schiedenen „Folfi;en*', hatte im Jahre 1882 nach den ersten
„Par8ifid''-ATifmnrunfi;en sich verschworen, dass nach einem
Jahrsse hent die Oenentlichkeit Hanslick's ästhetische und
feuilletonistische Gesichtspuncte bestätigen würde, und wollte
mich — seines Sieges gewiss — in zehn Jahren wieder dar-
über sprechen. Die Wette war nicht vergessen; vor Kurzem
kam er ganz kleinlaut bei mir an : ich hätte Recht behalten ;
die Frage hätte sich endgiltig 2u Gunsten der Wa^er^schen
Kunst entschieden, — Hanslick sei antiquirt. Nun, ich wusste
das un^fähr schon, seit ich den Wiener Musikprofessor an
der Universität zu Wien selbst dociren gehört, und war daher
auch nicht mehr weiter erstaunt über diese „Wendung der
Dinge''. So ein kleiner, unschuldiger, immerhin wohlthuender
Triumph wars aber doch, den seiner Sache damals so sicheren
Freund nun mit so ehrlichem Gesichte sein Unterliegen ein-
gestehen zu hören. Freilich ist auch das noch nicht ganz
richtig: „die Zeit hätte sich fhr Wagner gegen Hanslick
entschieden". Wagner und Hanslick waren von Anfane an
Incommensurabilien. Man kann sich für Wagner gegen Men-
delssohn oder Meyerbeer, allenfalls auch für Wagner, Liszt
und Berlioz gegen Brahms u. s. w. aussprechen, aber Hanslick
war Wafiper ge^nüber nichts Anderes als eine Herostraten-
Natar. Wie AcniU seinen Thersites, Homer seinen Zoilus
fand, so hatte Beethoven seinen ülibischeff, Mozart seinen —
Salzburger Erzbischof und Wagner eben seinen Hanslick.
Ich sage: war und hatte, denn die Geschichte ist darüber
(auch bei Letzte^nanntem) bereits zur Tagesordnung über-
gee^ngen. Wom aber hat sich auch auf rein ästhetischem
Geoiete die Meinung mittlerweile gegen Hanslick gedreht
und umsomehr, als es seit den letzten Jahren auch hier einen
ganz klaren und entschiedenen Schlachtruf: „Hie Hauseg^er
contra Hanslick !** gibt, um so weniger begreift man eigentlich
die immer wiederkehrenden^ noch immer nicht zur Euhe
kommenden Versuche, Hanslick durch Widerlec^ung im Ein-
zelnen umzubringen. „Eine Untersuchung an der Hand von
Prof. Dr. Ed. EGinsUck's Buch „Vom Musikalisch -Schönen"
nennt sich z. B. wieder mit besonderer Betonung ein Buch,
das uns zuerst hier beschäftigen muss:
Paul Schneider's: „Ueber das Darstellungsver-
mögen der Musik"; Leipzig und Oppeln, 1892.
Der uns bisher noch unbekannte Autor zeigt sich in dieser
(„Prof. Dr. Frz. WüUner in Dankbarkeit und Verehrung ge-
widmeten") Arbeit in der neueren Litteratur zur Sache nicht
unbelesen; manche selbständigre und eigenartige, mitunter
tief durchdachte Gedanken erfreuen dann, und gerne fol^
man dem Verfasser in denjenigen Capiteln, wo er Neues, m
Sonderheit Positives zu sagen hat. Aber scheint uns schon
die ganze Form der logischen Widerlegung auf Schritt und
Tritt — die wir bei dieser leidigen Materie endlich über-
wunden glaubten — nicht mehr ganz zeitgemäss, und muss
man sich billig darüber verwundern, wie sich der Hr. Ver-
fasser über durch frühere Gegenschriften längst erledigte
und abgethane Meinungen Hanslick's noch so echauffiren kann,
so erregt auf der anderen Seite wieder einigermaassen Be-
fremden der wunderliche Eifer, mit welchem hier vom Ver-
fasser der Begriff: „Gefühls dar Stellung", wenn auch in
anderem Sinne und wohlbegründet, einzuftlhren und in der
Aesthetik weiter fortzuschleppen versucht wird. Dieses Vor-
haben erscheint uns um so weniger glücklich, als damit
Schneider einen ganz ähnlichen Fehler begeht, den er selbst
in seiner Brochure Hostinsky gegenüber mit Recht zum
Vorwurf machen musste: statt gerade die wünschenswerthe,
radicale Klarheit geschaüHi, durch seinen Vermittelungsversuch
vielmehr die Grenzen der Wahrheit erst recht wieder ver-
wischt zu haben. Nicht „darstellen", sondern „ausdrücken"
wird uns — ein zweiter Ariadnefaden — aus dem Labyrinth,
in das die deutsche Musik- Aesthetik gerathen, weil sie zu
wenig bei ihren Künstlern anfrug und zu viel immer auf
ihre gelehrten Herren Professoren hinhörte, wieder heraus-
und zum klaren Tageslicht hinanführen, und wenn Hostinsky
seinerzeit noch zu der Anschauung sicn verstieg: der Com-
ponist sei streng genommen für den Hörer gar nicht vor-
handen, und aucn der bezw. die Spieler könnten beim Kunst-
fenuss. nicht weiter in Frage kommen, so ist Dem gegenüber
eute ernstlich zu betonen, dass mehr und mehr gottlob in
der ästhetischen Wissenschaft sich jetzt die Ueberzeugung
Bahn bricht, wie im Gegentheil nur aus einer gewissenhaften
Psychologie, einer Untersuchung der Seelen Vorgänge des
Künstlers, des Schöpfers des Kunstwerkes, nicht allein des
empfangenden Subjectes, der Isisschleier mit der Zeit enthüllt
zu werden Aussicht habe. Auch neuerdings wieder, bei
Dinger, regte sich Etwas von dieser Erkenntniss; den ersten
Anstoss hierzu aber haben Wagner und Liszt selbst, rein wissen-
schaftlich Fr. von Hausegger, zu dieser Wendung in der
deutschen Musikästhetik gegeben, und wir werden — nach
den vorhandenen Anzeichen — kaum mehr fehlgehen, wenn
wir auch von Hausegger'scher Seite den consequenten, syste-
matischen Ausbau dieser neuen Wahrheit noch erwarten.
Ein Pendant bezw. geistiger Vorläufer zu jenem . wahrhaft
classischen Hostinsk^rschen Ausspruch war ja schon. ehedem
das nicht minder berühmte Hanslick*sche Dictum gewesen:
„Das Schöne ist und bleibt schön, auch wenn es weder an-
geschaut, noch betrachtet wird; es besteht zwar für das
Wohlgefallen eines anschauenden Subjectes, aber nicht durch
dasselbe." Dem s^egenüber hatte sich aber doch die „exacte"
Wissenschaft auf die Beine gemacht und die Forderung ge-
fühlt, aus der reinen Physik der Lehre vom Schall und
Bhytnmos die physiologische Lehre von den Ton- und
Gehörsempfindungen des Subjectes weiter zu bilden. Sie hat
Viel damit erreicht, ein bedeutendes Gebiet damit erschlossen,
und wir verdanken dieser Wendung ein so grundlegendes
Werk, wie das allbekannte Helmholtz*sche Buch. Allein sie
vermochte das Wohlgefallen an der Harmonie lediglich negativ
zu erklären, beschäftigte sich ausschliesslich mit der Melodie-
bildung und eigentlich noch mehr mit den Accordverbin-
dungen, wie als ob der Rhythmus, die Seele der Musik, ear
nicht vorhanden wäre, musste vor mancher Frage bescheiaen
Halt machen und konnte jedenfalls das Musikalisch-Schöne
als solches noch langer nicht- einheitlich begründen.' - Etwas
weiter in dieser physiologischen Erforschung der natürlichen
Voraussetzungen des Kui^teindruckes beim hörenden Subject,
und zwar nach psychologischer Seite hin,* geht ein
Büchlein:
„Die Physiologie der Tonkunst" von Dr. Eugen
Dreher; Halle a. S., 1889,
dem wir im Ganzen ein verständnissvolles und sachgemässes
ürtheil über Musik, einen lebendigen, poetischen Sinn ftLr
Schönheit, dabei viel interessante imd lehrreiche, oft ebenso
scharfsinnige wie neue Beleuchtungen der rein ph^iologischen
Frage entnehmen, die auch den Helmholtz*schen ^Forschungen
gegenüber ihre Selbständigkeit behaupten. Der Verfasser,
der schliesslich gegen Ende seiner Untersuchung bei einer
Anerkennung des von B. Wa^er gegebenen Programms zur
IX. Symphonie auf streng wissenschaftlicher Grundlage an-
langt, würde dadurch allein schon unser lebhaftestes Interesse
für seine Ergebnisse in Anspruch nehmen dürfen. Indess
können wir uns trotzdem nicht des immer wiederkehrenden
Eindruckes dabei erwehren, dass auf dieser physikalisch-
Ehvsiolog^ch-psychologischen Entdeckungsreise die eigent-
cnen Brücken fehlen, sodass die einzelnen Ergebnisse ohne
jenes innere, einheitliche geistige Band bleiben, welches die
beiden Seiten dieser Art von „prästabilirter Harmonie" wirk-
lich erst vermittelte, und können daher dem Verfasser vor-
fenannter Untersuchung „Ueber das Darstellungsvermögen
er Musik" im Grunde nur beipflichten, wenn er (S. 98 seiner
Brochure) von dem Dreher'schen Buche sagt: dass es „von
der Analyse der Gehörsempfindungen mit einem wahren
Biesensatze zu der fertigen Wirkung ninüberspringe". Jeden-
falls erweist auch dieser — gut gemeinte, aber trotz dem
stolzen Appell an die „exacte Imturwissenschaft", als die heut-
zutage „maassgebendste" Forschungsmethode, schliesslich
doch nur ohnmächtige — Versuch aufis Neue wieder nur zu
deutlich, dass auf dem bewussten Wege eine Erklärung des
eigentlichen Kunsteindruckes in der Musik endgiltig nicht
zu gewinnen ist; ja, der Verfieisser selber hätte dies nicht
beredter einräumen können, als durch das Verdict, welches
er selbst im letzten Satze seines Werkes ausspricht (und
damit über seine eigene Arbeit fällt), wenn er constatirt,
dass „für unsere Erkenntniss des Zusammenhanges von
Materie und Geist stets eine unausfüUbare Kluft bestehen
bleiben wird, die durch keine monistische Weltanschauung,
welche Lockbilder sie auch vorspiegeln möge, zu beseitigen
sei". (Das Buch strotzt übrigens — nebenbei bemerkt —
von abscheulichen Druckfehlern, die auch durch die lange
Berichtigungsliste am Ende längest noch nicht alle beglichen
sind.)
Noch viel weniger natürlich führt uns ein anderes Buch
hier zu dem gesuchten Ziel, das sich betitelt:
„Ueber das Idealschöne in der Musik und die Mittel
zu dessen künstlerischer Wiedergabe" von Otto
Waldapfel, gepr. Musiklehrer in Dresden; Dresden, 1893,
680
eine So&ri£b, die uns üuer ganzen Form und Attednicksweise
nAch wie ein Anaohronismna berührt, wie etwa ein Buoh
jeeoitiflcher Forsehnng, das die modfemen Pobkme zwar
cenau kennt und sich den Anschein gibt, dieselben zu durch-
forschen, in Wirklichkeit aber zuletzt Alles auf den Qesichts-
punct der Kirchenväter zurückschrauben möchte und so zum
modernen Wesen den alten Senf antiquirter Scholastenweisheit
gibt. Man braucht sie ja nur zu der voraus besprochenen
Arbeit von Dreher zu halten, bezw. gleich nach dieser zu
lesen, um dieses Veraltete an ihr sofort herauszufühlen und
auch ihre «dtsetzliche Einseitigkeit unmittelbar zu empfinden.
Denn versuchte Jene (c£ S. 9) allen Accent auf Melodie und
Harmonie zu leoen und schien — wie schon Helmholtz --
das Element des Khythmus gftnalich übersehen zu wollen, so
verlegt Dieser nun ebenso extrem wieder den ganzen Nach-
druck auf Letzteren und sucht w^s dem Rhythmischen gerade
vor Allem jenes „Idealschöne'' der Musik zu construiren. So
artet die Schrift, deren Grundmaximen schon sich auf Plato,
Winckelmann, Kant, Westphal und Drieberg gründeten una
welche im Nachtrag die Uebersetzung resp. einen Auszug
der Sehrifien eines griechischen Musikers (des Pseudo^Euklid)
und Metrikers (Hephästion) gibt, welche dem schönen Wahn
lebt, dass wir den Duft der modernen Musikblüthe mit dem
sekwerDÜligen Wortschwall griechischer and mittelalterlicher
Musiktheoretiker bezw. Metriker zu erklären vermöchten —
artet, sage ich, in eine Beihe von rhythmischen oder doch
specifisch metrischen Analysen eines Chorales, eines Volks-
liedes, einiger kleinen Glavierstücke von Beethoven, sawie
des „Stabat mater" aus und — was das Naivste an der Sache
ist — glaubt damit nun das „Idealschdne in der Musik^ etA
für allemal gefunden und begründet zu haben. ^EinlMkkeit
der Mittel wie der Struetor , „Vorwiegen der Homoplaetik
und Heteroplastik**, „Werthschätsung der Gäsursn. und peHk>-
dischen Nachsätze**, „annähernde Symmetrie der Theile^ er-
scheinen dem Verfasser dabei als die hauptsächlichsten Fao-
toren der Verkörperung dieses Schönen, und damit glaabt er
einen Hund hinter dem Ofen verlocken zu können. loh
brauchte ja nur irgend welche beliebige Seite des Baches
aufzuschlagen und einige wenige Sätze, in denen es von
Ausdrttoken wie „Plastik, philantropisch, Ekstase, Erotik,
Instaae, correlirena, Metaplastik, Hyperkatal. Tripod., Primär-
zeit'' — oft in den unglaublichsten ZusammensteUui^gen —
ordentlich wimmelt, als Proben des „hyperkatalektiseheB."
Stiles des Hm. Autors hier zum Besten zu geben, um mein
scharfes Urtheil zu begründen (und schier möchte man ja
versucht sein, an einen „geprüften Lehrer des Griechischen'',
statt „gepr. Musiklehrer" dabei zu denken); ich möchte aber
den kostoaren Baum dieser Zeitschrift nicht muthwilliger
Weise noch mehr in Anspruch nehmen, als ich es nothwen-
differ Weise ohnehin schon thun muss, und überdiess kann
sich ja Jeder, der mir etwa nicht glaaben sollte, das Buch
selbst kommen lassen.
(Fortsetzung folgt.)
J3 I* 1 e flu ästen«
B. O. F. in 1K Der Gefälligkeit unseres Gollegen Hm.
0. Lessmann verdanken wir die Eenntniss von dem gegen-
wärtigen Aufenthaltsort des „famosen Musikeelehrten und
Tondichters A. R." : derselbe „wimmele", wie Hr. L. sehreibt,
seit einip^r Zeit wieder in Berlin herum. Vielleicht genügt
Ihnen dieser Fingerzeig.
fV. in Af, Natürlich, denn nur wenn man mit vollen
Backen lobt, kann man in den meisten Fällen auf Glaub-
würdigkeit rechnen, während der geringste Tadel auf irgend-
welche persönliche Motive zurückgeführt wird. Unter den
hierin Empfindlichen befinden sicn nicht blos unbekanntere,
sondern auch berühmte Künstler. Wir könnten Hunderte von
Fällen aus unserer Er&hrung anführen, in welchen eine
offene Kritik sogar z\ir Abbestellung des Blattes Anlass war,
so kürzlich erst von Ihrer Stadt aus, wo sich ein Instituts-
director durch einen Bericht gekränkt gefühlt zu haben
scheint.
y, A'. in L, Der neuliche Hausirhandel mit Liedertezten
in der Alberthalle hat :nioht nur den geschätzten Beferenten
des „L. T.", sondern auch viele Andere choquirt. Er schien
nicht von dem Berliner Agenten, sondern von dessen, ^liesi-
gem Vertreter besorgt zu werden.
Anzelsren.
6. S^eeßstein,
S^lllgrel- und Piaiilno-Fabrikant.
Sr. Maj. des Kaisers von Deutsehland and Königs von Preassen,
Ihrer Maj. der Kaiserin von Deatschland und Königin von Preassen,
Ihrer Maj. der Königin von England,
Sr. Kaiserl. and Königl. Hoheit des Kronprinzen von Deatschland and von Preassen,
Sr. KönigL Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preassen,
Sr. Könlgl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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I. Fabrik: 5—7 «Tohamiis-Str. und 27 Ziegel-Strasse.
n. Fabrik: 21 Orflnauer-Strasse und Wiener-Strasse*
in. Fabrik: 124 Reichenberger-Strasse.
[1451.]
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Teehni«ehe Stadien für Piano-
forte. 12 Hefte & Jf 3,—.
(Heft X. Doppelheft JH 6,—.)
Diese Studien sind in den bedeutendsten Gonservatorien des
In- und Auslandes eingeführt. [1452c.]
Verlag von J. Sehuberth 9^ Go., Leipzig.
Verlag von E. ^VW. Wirftmmötk in Leipzig.
^«^wv '^\^^r>m 'w'x.'^ •. <ta V V •
74 KinderMer
far eine Singstimme mit
Clavlerbegleitung
von [1458.]
Guido Nakoi^.
2 eieg. oartonnirte Bände b 3 M. netto;
e»!
Verlag von E. W. Fritztch in Leipzig.
^.■.■ -. -V .-.-•«. -
[1454.J
Altböhiisclie hdm
f&r gemischten Chor,
herausgegeben von
Carl Riedel.
Hofl I.
No. 1. Gesang der Kelchner. „Herr mein Gott, Geber
alles Guten«. No. 2. Feldgesang der Taborlten. „Krie-
ger des Herrn". No. 3. Altböhmisches Morgenlied. „Dem
die Sternenheere". Partitur u. Summen Jk 2,—. (Part.
Jk 1,—. Stimmen k Jk —,15. und Jk —,25.)
Heft II.
Drei attböbmieclie WeihnaGbielleder: i. „Freu dich,Erd
und Sternenzelt". 2. Die Engel und die Hirten. „Kom-
met, ihr Hirten". 3. „Lasst Alle Gott uns loben".
Partitur und Stimmen Jk 2,50. (Partitur Jk 1,— .
Stimmen h Jk —,38.)
Violine.
Im CöJner städtischen Orclieeter ist eine Stelle
an der Violine mit einem Jabresgehalt von 1200 bis
1440 Mark, je nach der Leistung, neu zu besetzen.
Bewerber müssen einige Opemgewandtbeit besitzen.
Meldungen unter Beifügung von Zeugnissen sind bis
zum 20.December er. an das Oberbürgermeister-Amt Cöln
zu richten. Antritt der Stelle zum 15. Januar 1893.
Zum Probespiel ergeht besondere Einladung.
C9lll, den 1. December 1892.
[1455.]
Der Oberbürgermeister.
der Beigeordnete
Jansen.
Soeben erschien:
ffÜcAard Wagner i
[1466b.]
H^ellinaclitüiiiaslk
im Verlage von F. !E]. O. ILieuckart in Leipzig.
[1458.]
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No. 2.
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Alle Jahre wieder kommt das Ghristuskind. J$ 1,— .
*w w w' - S. ^--/-*- ^-<m »^ b ■^■^•^ -V- - w/- «-■»•--'*i
. • -^■v"■.•^.^v'■^.^•'•-^ V
Früher erschienen:
Joh. Sebastian Baoh| Hirtenmusik aus dem
WeihnaohtS-Oratorium, bearbeitetvon Robert Franz,
für Pianoforte
a) zii zwei Händen 80 /ij, b) zu vier Händen M \^ — .
Wilhelm Rust| Op. 7. Praeludium und Choral:
„Wie schön leuchtet der Morgenstern", für
Pianoforte zu vier Händen Ji — ,80.
F.W. Bernep und Adolf HesS| Das Kindlein
wiegen. Fünf Variationen über ein Volkslied (»Suse,
liebe Ninne") für Orgel Ji 1, — .
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hem. Weihnachtsgesang für Sopran-Solo und ge-
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Partitur M 1,25 netto. Chorstimmen M 1, — .
Edition Peters.
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[1469.]
,^ HeistersiDger von Nürnberg«. SUltC fÜF PldnOfOllB
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(erleichterte Ausgabe)
mit Hinzufagung des Gesangstextes und der scenischen
Bemericungen
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Verlag von E. W. FritzSGh in Leipzig.
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Ein Cyklus ftir eine Singsttmnfie nfiit Pianoforte-
begleitung.
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Op. 8.
No. 1. gi^rtsfectum.
So. 2. 5)ie ^irien.
No. 8. 3>ie ^önig«.
No. 4. gümeon.
No. 5. g^rietua ber ^inberiveunb.
No. 6. e^riatainb.
(Mit deutccher und eagliecher Textuoterlage.)
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Im Verlane von E. W- FrHzsoll in Le^zig
erschien Boeben:
Ooncert
flr Ti«l«neell
mit Orchesterbegleitunt!
von II464.]
August Klughardi
Op.S9.
Partitar Ji 4,—. PHncipalstimme Jt 1,50. Örcbester-
stimmen Ji 7, — . ClavierAUszug des Orchesters ^ 2,50.
Ende December ]
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Soli (Sopran, Bariton nid ßass)
Orchester
und
componirt von
Op. HO.
CtAvior- Auszug mit Text (denlBch nnd englisch) vom
CcimjioniHten n. Jt\2, — . Chorstimmen (deutsch n. engL)
(jede einzelne n. Jt 3,—.) n. Jt 12,—. Orch, -Partitur
geb. n. Ji 40,—. Orch.-Stimmen n. Jt 50,—. Text-
Lg
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den Künstler gef. an uns richten zu wollen.
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Berlin "W,, Linkstrasse 31.
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erscheinen soeben: [1468.]
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fOr Pianoforte zu 2 HSnden.
von
Anton Strelezki.
Opus 190. Feullles volantes. Album de 6 Morceaox:
No. 1. Bomance „ 1,25.
No. 2.. Habanera „ 1,60.
No. 3.* Valse-Pr61ude „ 1,— .
No. 4. Souvenir de Bergen „ 1, — .
No. 5. Gbant de berceau „ 1,26.
Opus 196. Quatre Mazourkas. No. 1, 2, 3, 4 ä „ 1,— .
Quatre Moreeaux:
No. 1. Pastorella „ 1,60.
No. 2. Au soir. Böverie-Nocturne . . „ 1,60.
No. 3. Meditation „ 1,50.
No. 4. Yalse mignonne „ 1,60.
Sept Moroeaux:
No. 1. Imprompta „ 1,60.
No. 2. Melodie Russe „ 1,60.
No. 3. Sörönade Yenitienne „ 1,60.
No. 4. Valse lente „ 1,50.
No. 6. Deuxiöme Valse Russe . . . . „ 1,60.
No. 6. Sons de nuit „ 1,60.
No. 7. Norvöglen „ 1,60.
Verlag von Ries & Erler in Berlin.
llgerDon äsMod: Me
für 2 Claviere zu 4 Händen.
(Praeludium. Pastorale. Scherzo. Marche triomphale. Finale.)
Op. 50. 11 IM.
Zur Aufftihrung gehören 2 Exemplare. [1469.]
Verlag iron L. Hofffarth in Dresden;
Gesang-Gompositionen
fOr eine Stimme mit Begleitung des Pianoforte
von
Paul Pfitzner.
Opus 1. Sieben Lieder.
No. 1. Der fahrende Musikant (L. Pfau) . . Pr. ^ —,80.
No. 2. „Treulos verliess das Glück mich bald« „ „ 1,20.
No. 3. Lenznacht (Günther Walling) .... „ „ 1,20.
No. 4. „Horch auf, du träumender Tannen-
forst" (R. Baumbach) „ „ 1,20.
No. 6. Wiedersehen (L. Pfau) „ „ —,80.
No. 6. „Neie, schöne Knospe" (Mirza-Schaflfy) . „ „ — ,60.
No. 7. „Müller, hab Acht! (R. Baumbach) . „ „ —,80.
Für hohe Stimme. Für mittlere Stimme.
Opus 2. FOnf Lieder.
No. 1. FrühlingBgebet „ „ —,80.
No. 2. Frieden (E. Scherenberg) „ „ —,80.
No. 3. Gute Nachbarschaft (Hoyos) .... „ „ — ,80.
No. 4. Sehnsucht „ „ 1,20.
No. 6. Im Frühling (Maurice von Stern) . . „ » — ,80.
Für mittlere Stimme.
Op. 4. Der Kreuzritter. Ballade von M.Voll-
hardt- Wittich „ „ 3,—.
[1470.] Für mittlere Stimme.
688
Verlag iron Wiiiteiwt Haneen in Leipaig.
[Uli,]
Compositionen
von
Christian Sinding:
Sonate (Gllllf), Suite (Flur)
ftlr V^ioline und Pianoforte
m
Coneert (Desdur)
für Pianoforte und grosses Orchester.
Partitur 15 •^. Stimmen 15 •^. Principalstimme mit
Begleitung eines zweiten Pianos 10 ^,
SI Wurde neulloh von dem norwegisohen Pianisten
Herrn Martin Knutsen in Wien gespielt. SS
Variationen
(Esmoll)
für zwei Pianoforte zn 4 Händen. 9 ^.
(2. Auflage.)
(Beide Stimmen sind Jede für sich gedruckt,)
BHi Von Franz Rummel und Arthur Friedhelm neulich
in New- York gespielt. IBH
Suite für Pianoforte.
I M. 50 Pf.
Pr^ambule — Gourante — Sarabande — Qavotte — Presto.
(2. Auflage.)
aus H. Drachmann's „Ranken und Rosen^
(2. Auflage.) 3 Jt
Dichtungen aus „Buch der Lieder*' von Holger Drachmann ftir
eine Singstimme und Piano.
Weg-Psalmen :
No. 1. Allmutter, gut und gross! M 1, —
No. 2. Stauhwolken steigen hei jedem Schritt , Ji l, —
No. 3. Als hoch der VoBmond Ji 1, —
Irfieder aus der Uevante:
No. 1. Glauhe ^—,60
No. 2. Bosporus! Du bebst vor Wonne . . ..41, —
No. 8. Furchtbar ist es, wenn wir denken . . Ji l, —
No. 4. Oft sangst du Lieder für Andre ... .4 —,60
Nip^irana S 1,—
'Em ^^altet oben auf den liolien FJellen .^—,60
'Em gibt Gestirne Ji 1 —
2. durchgesehene Auflage des berOhmten
Quintetts
für Pianoforte, 2 Violinen, Viola und VioloneeD.
12 Mark.
Folgende öffentliche Aufföhrungen haben schon stattge-
funden :
Leipzig (Gewandhaus) 2 Mal, Dresden 2 Mal, Breslau
2 Mal, Christiania 8 Mal, Copenhagen 2 Mal^ St. Peters-
burg 2 Mal, Genf 2 Mal, München, London, Stoekholm,
Helsingfors, Graz, Frankfurt a. M., Dordrecht, Detroit,
Chemnitz, Paris, Boston und New- York.
^f 684
I _
I
.Ug von BREITKOPF i, HARTEL, Leipzig.
D
eutscher,'^""inby
Liederverlag._
Die Lieder älterer und neuer Tonsetzer
für oine SJHgatimme «liL Piaiioforte.
Sopran No. looi— 1B50, 200l— 2:i50. Mezzoaopr. No. 1351—
1550, 2351—2550. Alt No, I6B1 — löOÜ, 25r>l~2li50. Tenor
No. 1601— leOO, 2651-2850. Bariton No. 1ÖOI—1950, 28(U—
SS50. Bass No. 1951-2000, 3951-3000. [[472-.J
-e — ■ Ueftanssabe je TU. 1, — s--
Sopran No l -200, MezKOSOpran No. 201 — JOO, Alt No. 401—450.
Tenor No. 451— öOO, Bariton und Bass No. (JOl— 700.
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„ S. 3 Lieder fllr 1 Singstimme mit Pianoforte .
, 6. 5 Lieder fQr 1 Singstimme mit Pianoforte .
[1484,
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Fr« Kalkbrenner.
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I^onls Kfthler.
24 Etqden tn allen Dur- und HoU-Tonarten.
Op. 88. 24 Praeludien in allen Dar- and Hall -Tonarten,
Op. X26. 12 Etiiden. 1 JÜ.
Op. 143. 25 grosse Etüden. 2 Jt.
Op. 108. 12 besondere Etaden atu der Piano forteschule.
1 Jt.
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No. 1889. Album für Sopran . . . . Jt B,-.
No. 1S03. Album fb Tenor . . . . „ 8,—.
No. 1394. Albam fQr Bariton nnd 39aSB „ 8,—.
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Vertretung: HermaBn Wolff, Am Carlsliad 19, Berlin "W.
Anna Scbimon-Regan, "'">
Lehrerin fDr Seiegesang an der k. Akademie der Tonltunst,
erlaubt nch die Verändenmg ihrer Adresse anaueeigen:
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Clara Hoppe,
Conoevt- und OratorienaXngerln (SODPan).
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Dnek TOM 0. 0.
Hieran eine Beilage von F.
Alfred Ivrasselt.
Baden-Baden.
(UOO-.l Tntr. H. IToUC Bsrlln.
heriogl. B&chB. Hofpianiat, Frofeueoi snpdrienr am OonieiratoriiM
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Concert-Vertretnng: Hernunn Wolff, Berlin.
Siloti,
[1502..) Pianist.
Paris. S6, Avenue Trndslne.
Fritz Higgen,
Conoert- und Oratorlensfinger (hoher Bariton).
Bpemephafen, Deich 16. \mti'\
Susifw SiarcAers,
Concert- und Oratoriensänger (Tenor),
wohnt jetzt: Leipzig. Hohe Str. 49 pt.
[1504e.,
Concertvertretnng: Hennann WolV. Berlin.
Alle geachäftlicben Anfragen, den HoIpiBnisten
Alfred «rflnfeld
betreffend, bittet man zn adreesiren an [lüOTiil
Imureaario Ludwig Orflüfela,
Wienl, OetreidemarktlO.
lUdtr In Ltlpiig.
E. C. Leuckart i
Lei
Leipzig, am 15. December 1892.
hrtk lUaoicki bki-, Kiui
IM IiiiIaü»ku4lU2ii, lowie _ _ ta.,,-™,. ,.,„,, „ .
Fli dai Muitiliuli f ocliiKttl
"^»^^ für lusikerjMidJIusikfreuiide. ^/^
\ Verantwortlicher Redacteur and Verleger: ^»
E. W. FritiBoh,
Leipzig, KfinIgMtrane 6.
Daa^IuBikalische Wochenblatt ersuliiint jährlich in 52 Nummern. Der Abonnementsbetrag
für das Quartal von 13 Nuraniern ist 2 Mark; eine einBeineNummer kostet 40 Pfeunige. Bm
WUT lAk»!- 1 directer frankirtar KtBiubaDdHendung treten nachstehende vierteljährliche 4.bonneni6n(«- ^
AaIU. JäDr£. I F*'*^ '" '^™"' '2 ""^'^ ^ ""f- ^^^ '''"' DeitBche Reich und Oesterreich. - 2 Mark 76 Pf. PMa W
*^ J für WHiteie fclliidcr doa Allgemeinen PoatverBins. — JahreBabonnement« werden unter L""* "*•
ZuprandeleijunB »orBtehender BeaagabadiDgunnen berechnet.
Dt« IiueTboiugeblUiTeD für den Raum einer geapaltcneu FetitTi>ile betragen 90 Pfennige.
klt; Kritik: Doa muth^mailscL-rauie ToosyaUm. gameiiivergtaiidllah dargestellt von Carl Eftz. (Sohlas*.) — BionrnphiMheB: PranE RummaL
(Mit Purtrait.} — Tagfliseaobiahta ; Berichte. — Gancerlaauahaa. — EBsagementi and Qutaplels in Oper and UDno«rt. — KiroheDmiuik.
— OpeiDkufraiiraDgen. — Antgeniut« NovlUtoD. — VeimlMlits HltthellangoTi and NotizeD. — Offener Sprecbual. — Brierkutcn. —
An die geehrten Abonnenten.
&as jji^tmkaMaoJba ■^othe^ibtatt" wird, unierstüizi von den howAhriesien soiiheri gan, sowie
neutfewonntTbotb gediegenen •Mitarheitem am 29. ^eoemBer d. J.
seinen vierundzwanz^sten 3fafirgang
Iie^innen, oendenz und i.'^ieJbhaZtiglteii , soitde äuasej'e Ausstattung u?td tAhonnamentjiTeis werden heme
K^mttderwng erfahren. &er 'Unter zeich/n^e erÜttet auch ßir den neuen Jahrgang seüies glattes die
fi'utMt der Jtusiher und des muaihaMsohen ihibUeums und siefti zahZreicJten gefalMgen ^onnement-
ieeteUungen y die man mögliehst liald a^^hrmg&n möge, zuversicJi^Uch entgegemi.
"Me geehrten Meser , welche das „MusihaUselie (Wochenblatt" durcJi- S'osiahonnefnent hezielien,
werden im &esoitderen darauf aufmerhsam getnaoJti, dasses zuin unwtUerh-oöhenetv und vollständigen ^zug
der Jfwnvmern ihrer zuvorigen rt^usdrüßhUchen &rhlärung und der Voraushezahlung des
..thonnementletra^es "bedarf, wnd dass bei späterer , schon in das b^ownene Quartal faZlender
^ßeafeUw»!/ die bereits erschienenen iMtmmem, soweit sie noch zu beschaffen sind, nur a%i,f ausdrüch'
Hohes %'erZangen und gegen eine Bestellgebühr von fO ff/onyiigen von der JiaiserUclten ä'ost nach'
geliefert werden. @»t ffeitereib wird denselben bemierTft, daas das kaiserliche i'/osfamt die Jfo. i lUcht
a/m Sfage deren &rscheinens, sondern, erst anfangs Januar expedirt.
E. W. FRITZSCH.
r
I
Kritik.
Das mathematisch-reine Tonsystem,
gemfiiiiverstSndlicli dargestellt von Carl Eitz in Eisleben,
mit einem Vorwort von ProfeesoT Dr. W. Frey er in
Berlin. Leipzig, Breitkopf & Hftrtel 1891. (Preis 2 Jl.)
(Schluss.)
Ansgebend von dem gane ricbtigen Grundsslz, dass
alle mnsikaliscb braacbbaren Tonverhältnisse in letzter
Instanz auf die 3 Stammintervalle Octav, Qaint nnd
grosse Terz znräckgefübrt «erden können, scldägt Eitz
vor, sieb inr symbolischen Darstellung derselben eines
aafrechtstehenden Erenzes zu bedienen , in dessen vier
Ecken die Zabi der fallenden oder steigenden Quinten
und grossen Terzen angedeutet wird wie folgt:
&llende Quinten steigende Quinten
&llende Terzen steigende Terzen
wobei dann die Transposition in böbere oder tiefere
Oetaven, als das harmonische Verbältniss nicht weiter
berührend, unberücksichtigt bleiben kann. ESn Beispiel
möge dies erläutern. Wenn wir von c ausgebend 8
Quinten und 1 grosse Terz aufwärts rechnen, so erhalten
wir das sogenannte Schisma c — bis.
Die Hauptmann 'sehe Bezeichnung o — his wäre hier
zw^deutig, weil sie anch auf das durch Combination von
3 grossen Terzen entstehende Intervall e — bis bezogen
werden kam
TOn Oettingen schreibt ganz richtig im erstgenannten
Falle c — his, und im zweiten Falle c — his; Eitz eben so
richtig c — bis"* nnd c — his"*, wobei die Zahlen 1 nnd
3 wie gesagt bedeuten, dass des betreffende his 1 be-
Kiebentlich 3 syntonische Komma tiefer ist, als dasjenige
bis, welches in der von o ausgebenden Quintreihe liegt.
Die symbolische Darstellung dieser 3 Interralle w&re also:
_L
und
I 13
FOr sehr praktisch halte ich aach den Vorschlag
des Verfassers, die räumliche Entfernung zwischen 2
Tönen durch Decimalbrücbe zu veranschaulichen, wobei
das Uaass der Octav als Einheit angenommen wird. Die
grossen Vorzüge, welche diese Methode vor der bbher
allgemein üblichen voraus hat, liegen auf der Hand; denn
die gewöhnlichen Brüche, wobei Zähler und Nenner das
VerhftltnisB der betreffenden Schwingnngszablen andeuten
(Octav ^ ^/j , Quint ^ */g , Qnart ^ */^ , grosse Terz
:=*l^, kleine Terz = */„ grosser Ganzton =^/g, kleiner
Ganzton ^ '/^g, diatonischer Halbton ^ 'Vier grosser
chromatischer Halbton ^ ^'/^j , kleiner chromatischer
Halbton ^r: '**/jgg u. s. w.) geben nicht entfernt ein so
anschauliches Bild wie die auf die räumUche Entfernung
der betreffenden Töne sich beziehenden Decimalbrücbe.
Ein Beispiel möge dies veranschaalichen. Derjenige Ton
(wir wollen Ihn x nennen), welcher genau in der Mitte
ewischen c und c liegt (also das temperirte fis oder ges),
findet allerdings im reinen System gar keine Verwendung,
aber wenn wir die Schwingungszahl dieses Tones be-
rechnen wollen, so verfahren wir wie folgt: l:x=:s:2,
also X * ^ 2 oder x = ) 2. Das Intervall c — x würde
also ausgedrückt durch den Bruch — ^ nnd das Intervall
f/2
I — c durch den Bruch ' — ■--= = !_ nnd deshalb
2 ' l/2 2
c-^x^x— c. Eitz bezeichnet dagegen das untere k
als 0, das obere durch 1 und die Hitte zwischen Beiden
als 0.5. Die Zahlen haben hier natürlich einen ganz
anderen Sinn, aber für den Nichtmathematiker ist dieco
Darstellung viel einfacher nnd verst&ndlicher. Hat uulil
einmal das richtige Maass der Qoiut und der grossen
Terz in Bmchtheilen der Octav ausgedrückt, so kann
man alle übrigen Maasse durch Addition und Sabatracücn
leicht finden. Angenommen also, dass die Qnint O.bSö
und die grosse Terz 0.322 Oetaven misst (ich gestehe,
dass ich nicht genug mathematische Bildung besitze, um
die Richtigkeit dieser Angaben controliren zu könnea),
so erhalten wir für die Quart 1— 0.585 = 0.41&, ffir
die kleine Torz 0.585 —0.322 — 0.263, für den grossen
Ganzton 0.585 — 0.415 = 0,17, fär den kleinen Ganzton
0.322 — 0.17 = 0.152, für Jen diatonischen Halbton
0.415 — 0.322 = 0.093 der Octav n. s. w. Vergldohl
diese Zahlen mit denjenigen Zahlen, welche ita
entsprechenden Intervallen des temperirten Systems ent-
sprechen, so bekommt man ein sehr anschauliches Bild
von der Unreinheit der I/etzteren. Das Haass, womit
sämmtliche temperirten Intervalle gemessen werden, ist
bekanntlich der temperirte Halbton ^ '/,2 oder 0.0&<f
der Octav. Die temperirte Quint misst demnach 7 X
0.08» =0.583 Octav, die temperirte Quart 5x0.08»
= 0.416, die temperirte grosse Terz 3 X 0.0&a-= 0.333,
die temperirte kleine Terz 3 X 0.08-9- = 0.25, der Gtia-
ton (gleichviel, ob gross oder klein) 2 X 0.080 = 0.167
Oetaven u. s. w. Die temperirte Quint ist also 0-002 tu
klein und die temperirte Quarte um ebenso viel zu gros«,
die temperirte grosse Terz 0.011 zu gross, die temperirw
kleine Terz 0.013 zu klein, der temperirte grosse GanK-
ton 0.003 zu klein, der temperirte kleine Ganzton 0.01&
zu gross, der temperirte diatonische Halbton O.Ol zn
klein u. s. w. Wie ausserordentlich wichtig es fElr jeden
Musiker, namentlich aber für den Gesanglehrer und Cbor-
dirigenten ist, über diese Dinge genau orientirt zu sein,
das weiss ich aus eigener Erfabrtiug nnd kann deshalb
nnr wünschen, dass derartige jetzt leider noch vielfach
als überflüssig betrachtete Kenntnisse allmählich immec
mehr Gemeingut aller musikalisch Gebildeten werden
mögen.
So weit bin ich nun mit Herrn Eitz ganz einver-
standen; dagegen muss ich entschieden protestiren gegen
seinen Vorschlag, die natürlichen (sogenannten reines)
Oetaven und Quinten gross, die natürlichen (sogenannten
reinen) Primen und Quarten dagegen klein zu nennen-
Nennt man die natürliche Quint gross, so muss mtm
selbstredend die verminderte Quint klein nennen, und dts
scheint mir durchaus verkehrt , denn das Verbältniss
zwischen Beiden ist ein ganz anderes, als beispielsweise
das Verbältniss zwischen grosser und kleiner Terx.
Grosse und kleine Terz sind Beide natürliche , dtreft
verständliche Intervalle; sie sind Beide Bestandtheile d«r
natürlichen Dreiklftuge nnd deshalb harmonisch einsndef
6B9
vollkommen ebenbürtig. Eine Parallele zwischen der
natürlichen und verminderten Qnint ziehen, hiesse da-
gegen die harmonische Bedeutung dieser Intervalle voll-
ständig verkennen, und .genau dasselbe gilt von den
Primen, Quarten und Octaven. Dass die Bezeichnung
rein sehr unglücklich gewählt ist, muss zugegeben
werden, aber wenn man einmal weiss, was man sich
dabei zu denken hat, so sind MissYerstJIndnisse ein für
allemal ausgeschlossen. Am einfachsten und zweck-
mässigsten erscheint es mir, die natürliche (sogenannte
reine) Quint einfach Quint zu nennen. Femer finde ich
es bedenklich, die Silben in und al nicht nur auf die
einzelnen Töne, sondern auch auf die Intervalle anzu-
wenden, also beispielsweise die pythagoreische Terz ®^/gj
f — — = 0.34 j einfach grosse Terz und die falsche
kleine Terz «'/g^ f— U = 0.245^ einfach kleine Terz,
die natürliche grosse Terz ^/^ f — -- = 0.322 ] dagegen
grosse Terzine und die natürliche kleine Terz ^^/^
(-- — = 0.263 J kleine Terzale zu nennen. Wenn
man den natürlichen Intervallen künstliche Namen gibt
und umgekehrt, wo bleibt da die Logik? Wenn die
schrägen Reihen im Schema die Terzverwandtschafk ver-
anschaulichen, so dürfen auch für die Benennung der
Terzen die horizontalen Reihen nicht maasagebend sein.
Da man durch das symbolische Kreuz jedes Tonver-
hältniss genau ausdrücken kann, so liegt auch meines
Erachtens gar kein Bedür&iss zu einer derartigen Be-
reicherung der Nomenclatur vor.
Die Benennungen, welche Herr Eitz für die leiter-
eigenen Drei- und Vierklänge vorschlägt, muss ich, um
nicht gar zu ausführlich zu werden, mit Stillschweigen
übergehen. Seine Darstellung ist im Allgemeinen sehr
knapp gehalten, sodass es nicht leicht ist, den Inhalt
seiner Schrift noch mehr zusammenzupressen und dabei
doch ein klares Bild zu geben. Ho£Pentlich veranlassen
diese Zeilen alle diejenigen Leser, welche sich für der-
gleichen interessiren, das Buch in die ELand zu nehmen.
G. H. Witte.
Biographisches.
Franz Rummel.
(Mit Portrait.)
Unserer Portraitgallerie hervorragender Pianisten der
Gegenwart fügen wir heute das Bild von Franz Rummel
ein, der mit Recht zu den besten neueren Meistern des
Claviers gezählt werden darf. Nicht nur in der virtuosen
Ausbildung der Technik und der Bravour im Vortrage
modemer Elffectstücke stellt er voll und ganz seinen Mann,
sondern er versteht sich ebensogut auf classische und
romantische Musik, sein Repertoire ist genau so univer-
seU, wie seine Interpretationsgabe. Er ist eben ein
intelligenter Künstler, der von jeher sich für Alles, was
musikalischen Werth hat, interessirt und für manches
neue Werk Bahn gebrochen hat. Zu den musikalischen
Vorzügen seines Spiels kommen ein ausgezeichnetes Ge-
dächtniss und grosse physische Ausdauer, welch letztere
Naturgabe ihm gestattet, an Einern Concertabend ohne jede
Ermattung gleich drei ganze grosse Concerte, z. B. von
Beethoven, Schumann und Liszt, hintereinander zu spielen,
wie er dies öfters gethan hat. Ein Specialist unter den
europäischen Pianisten ist er insofern, als er nur Flügel
der amerikanischen Firma Steinway & Sons zu seinen Gon-
certen benutzt und dadurch einige Abwechselung in die
deutsche Flügelhegemonie Bechstein-Blüthner bringt
Franz Rummel vollendet am 11. n. Mts. sein 40. Lebens-
jahr, steht also noch in der Vollblüthe der Mannesjahre,
sodass seine künstlerische Entwickelung noch nicht einmal
abgeschlossen ist. Seine Wiege stand in London. Sein
Grossvater war der nassauische Capellmeister Ghretien
Rummel; ob der Vater ebenfalls Musiker von Fach war,
wissen wir nicht. Thatsächlich aber erhielt er von der
Mutter den ersten Unterricht. Die Eltern dachten jedoch
nicht entfernt daran, dass das Söhnchen Musiker werden solle,
die kaufmännische Carrifere war ihm bestimmt. Franz
scheint trotzdem frühzeitig eifrig seinen Clavierstudien ob-
gelegen zu haben, denn als sich ihm im Oct. 1867 Ge-
legenheit bot, dem mittlerweile verstorbenen bedeutenden
Pianisten Louis Brassin vorzuspielen, sah sich dieser
veranlasst, die Eltern des Knaben zu einer anderen An-
sicht über dessen Lebensberuf zu bewegen, und erreichte
vorläufig für ein Jahr die Einwilligung dazu, dass Franz
bei ihm sein Ciavierstudium ernstlich fortsetzen dürfe.
Unter der Führung dieses grossen Ciaviermeisters ent-
wickelten sich die musikalischen und pianistischen Fähig-
keiten des jungen Rummel in dem Grade, dass derselbe
nach 1 ^/g Jahren die ersten beiden Preise in der Privat-
classe für Technik und Auffassung sich errang und damit
die Bedenken der Eltern gegen den Künstlerberuf zer-
streute und deren Erlaubniss, auf dem Brüsseler Conserva-
torium weiter zu studiren, erhielt. Nachdem er im Sommer
1872 dieses Institut mit dem ihm mit Auszeichnung ein-
stimmig ertheilten grossen ersten Preis verlassen hatte,
begann er seine öffentliche Thätigkeit als Pianist, studirte
aber noch geraume Zeit privatim bei Brassin weiter. Im
Winter 1877/78 absolvirte er mit Minnie Hauck und Ole
Bull seine erste grosse Concertreise, und zwar in Holland.
Im Herbst 1878 ging er das erste Mai nach Amerika,
wo er in mehr als 100 Concerten spielte und die Be-
kanntschaft seiner Gattin, der Tochter des berühmten
Telegraphenerfinders Morse, machte, mit der er seit 1881
in glücklicher Ehe lebt Sein ständiges Domicil hat er
trotz langen ausländischen Concertreisen seit 1881 in
Berlin. Von hier aus bereiate er Russland, Elngland,
Belgien, Holland und Skandinavien, wie er auch ein stets
gefeierter Gast deutscher Concertsäle war. 1886 besuchte
er zum zweiten Male Amerika, um mit Lilli Lehmann
eine längere Concerttoumäe auszuführen, und von dort
kehrte er in vorigem Sommer, den New- Yorker Mänmer-
gesangverein „Arion** auf dessen deutscher Siegesreise als
Solist begleitend, zum dritten Male zurück, nachdem er
während einer 1890 von Neuem angetretenen Concert-
toumie daselbst die dort schon bei seinem ersten Auf-
treten errungene Position unter den grossen Pianisten
noch mehr befestigt hatte. Wie er auf seiner Reise mit
dem „Arion" sich in Deutschland überall grosse Erfolge
erspielt hat, so ist ihm dies nicht minder gelungen in
den Concerten, in denen er sich seit Anfang der jetzigen
Saison hören Hess.
51"
640
Tagesgeschichte.
Berichte.
Leipzig. Dass man auch in Leipzig echten Kunstgesang
noch zu schätzen weiss^ bezeugte das Ooncert der Frau Lillian
Sanderson am 28. Nov. in der Alber thalle, das wieder von
einer gleich grossen Menschenmenge besacht war, wie das
Concertj welches diese grosse Vortragskünstlerin vor einem
Jahr an derselben Stelle gab. Ihrer schönen Mission, Pionierin
für noch unbekanntere Gomponisten zu sein, war sie auch
diesmal treu geblieben, und die Wahrnehmung, dass die von
der Künstlerin getroffene (möglichenfalls nicht immer von
ihrem Berliner Impresario unbeelnflusste) Wahl der Novitäten
manches Mal eine strengere sein könnte, thut der Anerken-
nung ihrer bezüglichen Verdienste kaum wesentlichen Ein-
trag. Von den hier unseres Erinnems erstmalig gesungenen
Liedern haben uns Em. Hess' stimmungswarmer „Der Tannen-
baum'', A. Bungert's lebensvoUe „Liebe auf Capri" und
H. Sommer's erfindungs- und empfindungsfrisches „Mir glän-
zen die Augen" am besten geiallen; gesunken hat Frau
Sanderson, sehr anschmiegend von Hrn. Srüning am Ciavier
begleitet, Alles ganz wundervoll. Das war überall nicht blos
höcliste Vollkommenheit im Gesanglichen, sondern auch feinste
Charakteristik und warmes seelisches Erfassen des poetischen
Gehaltes der Vortragsobjecte, Eigenschaften, die auch diesmal
mit sanfter Gewalt das Publicum fesselten und dasselbe zu
den herzlichsten Ovationen begeisterten, für welche die ge-
feierte Künstlerin mit einigen Zugaben dankte. Als Se-
gleiter auf ihrer gegenwärtigen Ooncerttourn6e hat sich Frau
Sanderson in Frau Soldat-Koeger undHm. Stavenhagen
zwei ihr ebenbürtige Künstler gewonnen. Diese Beiden er-
öfftieten das Concert mit Beethoven's bekannter Fdur-Clavier-
Violinsonate, von der wir iedoch infolge schnellen Verlassezui
des schlechten Platzes, welcher uns gogem die Anordnung der
Concerto;eberin ange wiesen worden war, nur den 1. Satz ge-
hört haben. Als S^lostücke Hess Frau Soldat-Boeger später
das Bondo capriccioso von Saint-Saens und als stürmisch ver-
langte Zugabe ein Spohr'sches Adagio folgen, mit deren
Vortrag sie von Neuem den Buf , in Betreff der Tongebung
und der Intensität der Empfindung die Erste unter den leben-
den Violinmeisterinnen zu sein, bestätigte, während Hr. Sta-
venhagen mit Schumann's so selten önentlich gespielten
„Papillons** und Stücken von Liszt und Chopin ebenfalls
seine hohe Stellung unter seinen speciellen KunstcoUegen
überzeugend behauptete. Gegen eine in die Tasche des Ar-
rangeurs des Concertes fliessende Extrasteuer von 10 Pf.
wurde dem Zuhörer die Gelegenheit geboten, den auf die
äussersten Angaben beschränkten Concertzettel nach Seite der
Liedertexte zu vervollständigen. Man hausirte mit dem
10-Pfennig- Artikel in diesem feinen Concert gerade so, als
wäre Circusvorstellung.
Von den Solistenconcerten, welche in Leipzig veranstaltet
wurden, erregte seit Menschengedenken das ausserordentlichste
Auj&ehen mit vollstem Recht das von dem gegen acht Jahre
alten Pianisten Baoul Koczalski am 7. Dec. im Theatersaale
des Krystall-Palastes gegebene, denn in diesem kleinen, dem
Anschein nach körperlich kerngesunden Bürschchen stellt
sich ein Phänomen künstlerischer Frühreife und Selbständig-
keit dar, wie es nur in grossen Zeitpausen auftaucht und
speciell in der Musik an Mozart erinnert. Nicht die perfecte
Technik, mit welcher der Kleine sein modernes Programm
bemeistert, und der die ^anze Scala vom zartesten Pianissimo
bis zu einer bei so kleinen Händen unbegreiflichen Kraft-
entwickelung beherrschende Anschlag bilden, so frappant
dieser Theil der künstlerischen Ausbildung RaouPs angesichts
dessen kindlichen Alters an sich auch wirkt, das Ausser-
ordentliche, Wunderbare an dieser Erscheinung: es ist der
göttliche Funke des Selbstschöpferischen, der hier in einem
Lebensalter des Reproducirenden seine zündende Wirkung äus-
sert, in welchem sonst die Musikseele nur erst Nachempfundenes
lallt. Nur ganz selten hat man bei diesem Knaben das Ge-
fühl, als sei ihm das Verständniss für Das , was er vorträgt,
von aussen angeflogen, als habe es bei ihm erst einer Anlei-
tung bedurft, das Charakteristische im Stil und Wesen der
verschiedenen Componisten, die er interpretirt, richtig zu
treflen; das ergibt sich scheinbar ganz von selbst, man hört
es nicht nur, man merkt es auch dem unwillkürlich wech-
selnden Gcsichtsausflrnck des Kleinen an, wie dessen Genius
kräftig aus sich herausschafiPt tind wie er dabei mit siegtiaJEto
Energie die natürlichen Hemmnisse, die sich bei so zarter
Körperconstitution der äusserlichen Verdeutlichung stärkerer
Gemüthsaflecte entgegenstellen, zu überwinden nicht ermüdet.
Das auf einem äusserst gesangvollen „Blüthner** außgeführte
Programm umfasste Werke von S. Bach bis Liszt (s. heutige
Concertumschau) , darunter eine Gavotte und eine Valse des
Concertgebers, die, als Opus 48 und 46 bezeichnet, nicht nur
auf eine ergibige Productivität schliessen lassen, sondern auch
als Erzeugnisse eiiies Sieben- oder Achtjährigen ganz merk-
würdig flx und fertig in der Structur erscheinen vmd auch
hoflnungsvoUe Keime eigenen Wesens zeigen, das aber in dem
Walzer eine bei einem so jungen Componist^n auffallend weh-
müthige Stimmung athmet. Da wir den kleinen Wundermann
in n. Woche nochmals hören werden, so beschränken wir uns
heute auf die Fixirun^ des allgemeinen Eindrucks, den er wie
auf alle anderen Besucner des Concertes auch auf uns gemacht
hat, und kommen später nochmals auf den Knaben zurück.
Heute möchten wir aen Eltern des Elnaben nur noch rathen,
das Behängen des Kleinen mit den verschiedenen Orden, die,
wie auch der fiofpianistentitel, demselben schon verliehen
wurden, doch tlir fernere Concerte zu unterlassen, da dieser
pomphafte Anputz gar nicht zu dem kindlichen Auftreten des
knaben passt und eher ein Vorurtheü gegen, als Sympathien
für denselben erzeugen kann. Ein so gottbegnadetes Talent
wie Eaoul Koczalski hat nicht solche Mittel nöthig, um sich
in Respect zu setzen.
Aus der letzten Zeit haben wir als öffentlicher und von uns
zumeist besuchter Musikveranstaltungen noch das 9. Abonne-
mentconcertes und der 4. Kammermusik im Neuen Ge-
wandhaus und, etwas weiter zurückliegend, des 2. Popu-
lären Kammermusikabends von Hrn. v. Böse und G^n.,
des 4. Musikabends des Kammermusik Vereins und einer
Musikaufführung des Organisten Hm. Pfannstiehl in
der Paulinerkirche zu gedenken. Das 9. Gewandhausconcert
hatte ausschliesslich Brahms'sche Werke — die 2. Symphonie,
das 1. Clavierconcert, die Gesänge „Gestillte Sehnsucht*' und
Geistliches Wiegenlied (mit obugater Viola), „Feldeinsam-
keit*', „Der Tod, das ist die kühle Nacht** und „Meine Liebe
ist grün**, sowie HmoU-Bhapsodie und zwei Ungarische Tänze
für Cla vier— zur Unterlage, welche bis auf die unzulängliche
Wiedergabe des vocalen Theils durch Frau Matz-Langs-
dorff, rür welche körperliche Indisposition als entschuldigen-
der Grund geltend gemacht wurde, in vorzüglichster Ausrah -
rung gelangten. Der Symphonie Hessen der Dirigent Hr. Prof.
Dr. Kein ecke und das Orchester die peinlichste Sorgfalt und
einen frischzugigen Vortrag angedeihen, Ciaviersolist war Hr.
Freund aus Zürich, welcher £ule seine Stücke wahrhaft voll-
endet ausführte und nach vollstem Verdienst gefeiert wurde.
In den Triumphen, die er sich erspielte, unterstützte ihn ein
ganz ausgezeichneter Blüthner-Flügel. Der Conoertdirection
febührt Dank für die zwar recht verspätete, nunmehr aber
och erfolgte Vorführung dieses vortrefflichen Pianisten. Sie
sollte überhaupt öfter, als ihr Brauch ist, Solisten heranziehen,
die, wie Hr. Freund, nicht zu den Modekünstlem zählen,
trotzdem sie solchen in rein -musikalischer Beziehung nicht
nachstehen. Zu besonderem Verdienst würde ihr dies bei den
Geigern gereichen, von denen mancher ausgezeichnete Künst-
ler (Heermann, Halir, Wünsch u. A.) noch gar nicht zum
Auftreten an dieser Stelle gelangt ist, während Viele (Bar-
cewicz, Deecke, Hohlfeld, Kes, Lauterbach, Petri, Schradieck,
Frau Soldat-Boeger, Walter, Wilhelmj, Zajic u. A.) gern
wieder einmal daselbst gehört werden würden. Der unver-
gessliche de Ahna ist über dem sehnlichsten Warten auf ein
Wiederengagement gestorben. — Die 4. Kammermusik prä-
sentirte im Mittelpunct des Programms eine Novität von Carl
Eeinecke: das kürzlich erschienene Octett für Flöte, Oboe
und je zwei Clarinetten, Fagotte und Homer, das, durch die
HH. Schwedler, Hinke, iCessner, Heyneck, Freitag,
Göpel, Gumpert und Müller unter des Componisten Lei-
tung zu exquisiter Ausführung gelangend, sich in allen seinen
vier Sätzen einer äusserst warmen Aufnahme zu erfreuen hatte
und als 216. Werk eines Achtundsechszigjährigen allerdings
auch eine Frische und Lebendigkeit in der Empfindung auf-
weist, auf die mancher Zwanzigjährige neidisch zu werden
Grund hätte. Nach erfinderischer Seite gibt kein einziger Satz
neue Aufschlüsse über den Componisten und ebensowenig in
Betreff der Klangmischung, in welcher Beinecke stets mit
grosser Feinfühligkeit verfahren ist. Eine gefährliche Um-
gebung hatte das Novum in der Cmoll-Clavier^Violinsonate
von Beethoven und dem Eä dur-Streichquartett von Gherubini,
i
indem dieselben mit ihrem Reicbthum originaler Ideen und
deren stets im höchsten Qrade fesselnder Verarbeitung die
seringe Individualität, welche das Octett besitzt, um so auf-
Hlliger erscheinen lieesen. Dem Vortrage der Sonate wäre
im Ciavierpart eine der ansgezeichn'.t von Hrn. Prill ge-
spielten Violinatimme gegenülier decentere imd auch technisch
befriedigendere Behandlung, als ihr widerfuhr, zu wünschen
eewesen, in dem Streichquartett lieferten die HH, Prilt,
Bother, Unkenstein und Wille «ine entschieden clasai-
Bche Leistung, die im Scherzo den Beifall des Publicum» zu
einem unwiderstehlichen da capo-Ruf dieses herrlichen Satzes
steigert«. — Der «weit« Populäre Kammerrouaikabend von
641
Das Clavierqnartett von H. v. Herzogenberg, welches durch
die obeiwen. UH. Inatrum entalisten und Hm. Klesse als
vorzüglichen Bratschisten eine liebevolle, vielleicht aber in
der Temponahme nicht ganz unanfechtbare Wiedergabe er-
fulir, ist erfreulich knapp in dar Form seiner einzelnen Sätze
und von selbstverständlich meisterhafter Auaarheitung , aber
zu auffallend Brahmsisch angehaucht, als dasa man ihm eine
grössere selbständige Bedeutung beimessen könnte. Die
Schlusanummer, das Mozart'sche Quintett unter Ftthrung des
Hrn. Payne, haben wir leider nicht abwarten können, — Das
Eircbenconcert des Hm. Pfannstiehl wies musikalischer-
seits in dessen ausgezeichneten Orgel vortragen (Passacaglia
Franz Rummel.
Hrn. V. Böse. Frl. Rob-inson und Hrn. Kiesling, den
wir leider zu oeauchen verhindert waren, ist nach anderen
Berichten sehr anregend verlaufen. Als Haup tun mraer in Be-
treff packender Austtthrung wird uns Rubinst«in'a Sonate für
Ciavier und Bratsche bezeichnet, und zwar dank der ausser-
ordentlichen, in ihrer Leidenschaftlichkeit auch den Pianisten
mit sich fortreissenden Leistung des als Gast mitwirkenden
Hrn. Capellmeister Sitt am Bratschenpult. Die übrigen rait
gut«m Erfolg vorgetragenen Werke waren Schumann's Cla-
vierquintett (unter Mitwirkung der HH. A. Wille und Sitt)
und Moiart's Bdur-Claviertrio. — Das reichhaltige Programm
des Kammermusik Vereins begann mit einer trefflichen Aus-
führung von Votkmann's genialem B moU-Claviertrio durch die
HH. Tramm, Beyer und Hansen, die weiteren Kammer-
musikwerke waren ein neues Ciavierquartett von H. v. Her-
zogenberg und ein im 12. Leben^ahre des Componisten ent-
standenes B dnr-Streichquintett von Mozart: zwischeninne
sang Hr. Glömme mit recht monotonem Ausdruck ond nicht
einnandirei in der Intonation den musikalisch mehr anem-
pfundenen, als direct aus dem Herzen herausgefühlten Cjklus
„Etiland" von W. Bereer nnd einige weitere ebenfalls nicht
gerade hervorragende Lieder von M. Beidrich und J- Technitz.
und Fuge von S. Bach und Pastoralsunate von Rheinberger,
seine bedeutendsten Bestandtheile aus. Von dem mitwirken-
den „Röthig'schen gemischten Soloquartett fürKirchengesang"
— so lautet die lange Bezeichnung des Quartetts — der Frau
Röthig, des Frl. Handrich und der HH. Röthig und
Waldvogel freut es uns sagen zu können, d aas dasselbe zwei
geistliche Lieder von A. Becker und noch drei andere Stücke
bei allerdinga niuht glanzvollem Stimmmaterial in küiistleri ech-
treff lieh er Weise zum Vortrag brachte. Wenig haben nnsda-
g^en die Violin vortrage des Hm. Hopf in ihrer Unreinheit
behagt. Den Hauptmagnet für das Concert schien die erste
öffentliche Vorfilhrung derneuen Gümbel'schen Saiten orgel
(in einem Pianinomodell aus der HofpianofortefabriH von
Julius Fe urich, hier) gebildet zu haben, denn die Kirche war
gestopft voller Zuhörer. Dieses ingeniöse Instrument machte,
wo ea nicht gleichzeitig den Ciavierton mit hören tiess, welche
Klangcombination möglich ist, eine ganz vorzügliche Wirkung
in seinem an Streichinstrumente erinnernden Klangcharakter
und der gut«n Tragähigkeit des Tons. Die Glümbersche Idee
hat durch die genannte altberühmt« Ciavierfabrik bereits eine
praktische Ausftkhrung erlangt, die sie, wie dies die Vorfüh-
rung des Instrument« durch die Hfl. Arthur Muller (Solii
642
und Pfannstiehl (Begleitung) in diesem Goncerte zeiste,
künstlerischen Zwecken in gesteckten Grenzen dienstoar
macht. Eine grössere Bedeutune; als Klangorgan wird die
Saitenorgel sicher erlangen, sobald man sie zu der von ver-
sohiedentlichen Seiten (u. A. auch von Julius Bluthner) an-
strebten Vollkommenheit gebracht haben wird. Der Ton
ist zu werthvoll, als dass man sich in diesem Streben nicht
alle Mühe geben sollte.
Königsberg i. Pr.» 3. Dec. Mein erster Monatsbericht
über das Musikleben der alten preussischen Krönungsstadt
kann aus mancherlei Gründen aui Vollständigkeit keinen An-
spruch erheben j zumal da ich die hiesige Oper noch nicht
Msuchen konnte. In anderen grossen S^ten pflegen unter
den Goncerten die Symphonieconcerte die grösste Anziehungs-
kraft auf das Publicum auszuüben, und zwar mit vollem
Rechte, da nur in ihnen die bedeutendsten musikalischen
Schöpfungen zu G^hör gebracht werden können. Anders in
Königsberg, wo sich die von dem yortrefflichen Musiker Hm.
Max Brode geleiteten Symphonieconcerte nicht so grosser
Frequenz erfreuen, wie die von Hm. Hübner (Inhaber der
Kunsthandlung Hübner & Matz) arrangirten Künstlerconcerte.
Das Programm des am 12. Nov. stattgehabten Künstler-
concertes wurde von der S&n^rin Fn. Louise Heymann
und dem Pianisten Josef Sliwinski bestritten. Frl. Hey-
mann sang ausser einigen Liedern die bekannte Arie der
Bosine aus dem „Barbier von Sevilla** und die furchtbar
trivialen Proch^schen Variationen und bekundete in beiden
Nummern eine ansehnliche Kehlfertigkeit. Weniger gut e;e-
langen ihr die Lieder, mit Ausnahme des n^<^^^ ^^ Walde"
von Taubert, das die Künstlerin mit grosser Frische vortrug.
Den Haupterfolg des Abends hatte der polnische Pianist, dem
eine emmente Technik und ein wundervoller Anschlag zu
Gebote stehen. Wenn er die Tempi der zu Anfing gespielten
Sonate Op. 31, No. 3, von Beethoven nicht immer getroffen (das
Menuett nahm der Künstler entschieden zu schnell), so bot er
später, namentlich im Vortrage von Schumann's „Papülons**,
Ghopin's Cismoll-Scherzo und der „Robert** -Phantasie von
Liszt geradezu vollendete Leistungen. Ohne Zweifel gehört
Sliwinski zu den bedeutendsten Pianisten der Gegenwart,
der keine Goncurrenz zu scheuen braucht. — Wenige Tage
SAter trat im Symphonieconcert Hr. Stavenhagen auf.
ass er Beethoven's Omoll-Concert technisch tadellos spielte,
hat nicht viel zu sagen, musikalisch vornehm war jedenfEills
sein Vortrag nicht durong&ngig; im ersten Satze störte vor
Allem die scharfe Hervorhebung des Viervierteltaktes. Auch
die Solonummem fNoctume in Fdur von Chopin und 12.
Rhapsodie von Liszt) bewiesen eine gewisse Härte im An-
schlf^^, die dem Künstler früher nicht eigen war. Von den
Leistungen des Orchesters verdient die gelungene Wieder-
gabe von Mozart's Gmoll-Symphonie rühmend hervorgehoben
zu werden. In Schumann's ixerrlicher ^Manfred** -Ouvertüre
zeigte sich der Bläserchor den Schwierigkeiten nicht recht
gewachsen.
Am Sonnabend vor dem Todtenfeste führte die Musi-
kalische Akademie unter Leitung des Hm. Robert
Schwalm Brahms* Deutsches Requiem auf. Ueber die
Leistungen des Chors lässt sich nur Gutes berichten; dagegen
Hessen die beiden Soli ii^ Bariton und Sopran recht Viel zu
wünschen Übrig, auch das Orchester that nicht immer in der
gewünschten Weise seine Schuldigkeit.
Das Brode'sche Streichquartett eröffnete die Reihe
seiner dieswinter liehen Soir6en mit Werken der drei Classiker
Haydn, Mozart und Beethoven, von denen namentlich des
Letzteren EmoU- Quartett aus Op. 69 auf die' nicht allzu
zahlreiche Zuhörergemeinde einen tiefen Eindruck hinterliess.
Einen in jeder Beziehung glänzenden Verlauf nahm das
vierte Künstler concert, das unter Mitwirkung von Clotilde
Kleeberg, Raimund von Zur- Mühlen imd dem jungen
Geiger Rezsö Kemöny am vorigen Dienstag stattfand.
Letzterer hatte neben so routinirten Künstlern gewiss keinen
leichten Stand, zudem liess er sich an diesem Abende in
Königsberg, wo er sich seit Kurzem als Lehrer niedergelassen,
zum ersten Male als Solist hören. Um so höher ist der grosse
Erfolg anzuschlagen, den er mit Wieniawski's DmoU-Concert
erzielte. Wenn nicht Alles trügt, so steht Hr. Kem6ny, welcher
seine künstlerische Ausbildung Jenö Hubay und Jos. Joachim
verdankt, am Anfange einer glänzenden Laufbahn. Ueber
Frl. Kleeberg's Spiel etwas Neues zu sagen, ist schwer. Wer
Beethoven's „Eroica" -Variationen und Schuniann's „Kinder-
sceuen" technisch und musikalisch so durchaus gerecht zu
werden versteht, der hat die höchste Künstlerschafb erreicht;
nur in dieser Künstlerin können wir eine würdige Nach-
folgerin der Frau Clara Schumann erblicken. Hr. von Zur-
Mimlen^s Stimme hat erfreulicherweise (wohl infolge seiner
unlängst in Italien wieder aufgenommenen Studien) an Stärke
bedeutend zugenommen. Wundervoll war der Vortrag von
vier Romanzen aus „Magelone" von Brahms; dagegen hätten
wir gern auf die Arie des Vasco aus der „Afrikanerin" ver-
zichtet, so schön sie. auch gesungen wurde. Hr. von Zur-
Mühlen wurde von Hm. Hans Scmnidt aus Riga am Clavier
aufs Feinfühligste begleitet. Dr. Joh. Merkel.
Conoertumsohau.
Aachen. 63. Stiftungsconc. des Männergesangver. „Con-
cordia" (Kube) unt. Solist. Mitwirk, der Frau Mensing-Odrich
V. hier: Kaiser-Marsch f. Orch. m. Schlusschor v. Wagner,
«Loreley "-Vorspiel v. Bruch, -Pizzicati** v. Delibes, „An
das Meer" f. Sopransolo, Männerchor, Orch. u.Org.v. C. Hirsch,
„Das Fest der Rebenblüthe"^ f. Männerchor u. Orch. y. H. Zöll-
ner^ Männerchöre a capella von F. Hegar („Todtenvolk''),
F. Langer („Am Ammersee**) u. Schumann, Sopranlieder v.
Weber, Kubinstein („Es blinkt der Thau**) u.M. Blumner
(„Frühling und Liebe**).
Angers. Abonn.-Concerte der Association artist. (Fr6-
maux): No. 6. Seines hongroises v. Massenet, „Fidelio*'-
Ouvert. V. Beethoven, jOortege ViUageois" v. Ch. Lefebvre,
Violoncell vortrage des Hrn. Loeb a. x^aris (Conc. v. Saint-
Saöns, sowie And. u. Rondo v. E. Bernard). No. 6. Symph.
„Im Sommer" v. J. Raff, Ouvertüre zur „Fingalshöhle" v.
Mendelssohn, Ungar. Tänze v. Brahms-Parlow, Ciavier-
vorträge des Hrn. Delafosse a. Paris (Amoll-Rhapsodie von
Liszt etc.).
Annaberg. 4. Mnseumsconc. (Stiehler): 8. Svmph. von
Mendelssohn, Ouvertüren v. Gluck u. Reinecke („Friedens-
feier**), „Charfreitagszauber" a. „Parsifd" v. Wagner, G^e-
sangvorträge des Hm. Kirchner a. Leipzig („Nur einmal möcht
ich dir" v. H. Kann, „Der letzte Gruss" v. Levi, „Im
Wunderbuch" v. A. Förster, „Geküsst" v. H. Hof mann etc.).
Arnstadt. Conc. des Ghesangver. f. gem. Chor am 4. Dec!:
„Clärchen auf Eberstein** f. Chor u. Soli v. Rheinberg er,
„Prinzessin Edelweiss" f. Soli u. Frauenchor von A. Tott-
mann.
Baden-Baden. 1 . Svmph.-Conc. des städt. Curorch. (Hein)
m. Compositionen v. Beethoven: 3. Symph., „Fidelio"-Ouvert.,
1. Satz a. dem Violinconc. (Hr. Bletzer) u. Yariat ans dem
Streich^uart Op. 18, No. 6. — 1. Abonn.-Conc. des städt.
Curconutö: Ouvertüre Op. 124 v. Beethoven, Ungar. Marsch
V. Schubert-Liszt, Balletmusik a. „Gioconda" v. Ponchielli,
Solovorträge des Frl. Saak a. Dresaen (Ges., Arie a. „Der Cid"
V. Massenet, „Widmung" v. R. Franz, „Blumenorakel" v.
Mascagni etc.) u. des Hm. Sauer von •bendaher (Clavier,
FmoU-Conc. v. Henselt, Romanze eig. Comp. etc.).
BPOOklyn. 1. Conc. des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
Emoll-Symph. v. Tschaikowsky, „Sakuntala"-Ouvert. von
C. Gold mark, Vorspiel und „Isoldens Liebestod" a. „Tristan
und Isolde" v. Wagner, Gesangyorträge des Frl. Juch.
Constanz. Abonn.-Symph.-Concerte des Hm. Handloser:
No. 1. 8. Symph. v. Beethoven, Onvert. „Mein Heim" von
Dvofäk, Balletmusik a. „Boabdil" v. Moszkowski, zwei
Sätze a. uem Streichquart. „Die schöne Müllerin" von Raff,
Violoncell vortrage des Hrn. Becker a. Frankfurt a. M. (Conc.
von Havdn, Menuett eig. Comp., „Perpetuum mobile" von
Fitzennagen etc.). No. 2. Esdur-Symph. v. Haydn, „Sieg-
fried-Idyll** V. Wagner, ,jKönig Lear"-Ouvert. v. Berlioz,
Rhaps. „Espana" v. Chabrier, Gesangvorträge des Hm. Gura
a. München (Balladen v. Löwe u. Balladen „Der Kühne** u.
„Odysseus" u. Lieder „Röslein, wann blühst du auf*, „SteU-
dichein" u. „Grabschrift" v. H. Sommer).
Dortmund. 8. u.4. Symph.-Conc. des Hm Hüttner: Sym-
phonien V. Goldmark („Ländliche Hochzeit") u. Beethoven
(No. 8), div. ältere Ouvertüren, Vorspiele zu den „Meister-
singern" V. Wagner u. „Die Hexe** v. Enna, „Mor^nständ-
chen der Neuvermählten" v. Lacombe, 1. Ungar. Khaj^. v.
Liszt, „Wonnetraum" v. Meyer- Heimund, Balletmusik a.
„Carmen" v. Bizet, zwei Motive (?) a. „Benvenuto Cellini" v.
Berlioz, Solovorträge der HH. Thiem a. Münster (Harfe) u.
Müller (Yiol., Romanze v. Svendsen). — 1. Kammermusik-
abend: Dmoll-Claviertrio v. Mendelssohn, Clav.- Violinsonate
Op. 30, No. 2, V. Beethoven, Soli f. Ges. v. Löwe u. Corne-
643
lius (Brantlieder), f. Viol. v, Bich. Wagner (-Albumblatt")
n. Sarasate („Zapateado") u. f. Violonc. (Ausinhrende: Frl.
Tilly [Ges.] u. HH. Janssen v. hier [Clav.], Sahla a. Bücke-
barg u. Hegyesi a. Göln [Streicher].)
FreibeFg 1. S. Conc. des „Phönix" am 16. Nov.: Orch.-
Seren. v. Moszkowski, Ouvertüren v. Weber u. Ga de (Lust-
spielouvert.) , Solovorträge des Frl. Martini a. LeipzigJGes.,
„Marie" v. Franz, „Barbarazweige" v. Bei necke, „Was ist
der Wuchs der Pinie" von J. Böntgen. Schlummerlied von
B. Wagner u. „Vergessen" u. „Wenn lustig der Frühlings-
wind" V. P. Umlauft) u. des Hm. Scholz a. Dresden (Clav.,
De8dur-„Gonsolation" v. Liszt, Liebesgesang u. „Burleske"
eig. Oomp. etc.).
Gotha. 8. Yereinsconc. des Musikver.: Clav.-Yiolinson.
Od. 47 V. Beethoven, Soli f. Ges. v. Grieg („Der Lauf der
Welt" u. „Ein Traum"), Cornelius (drei Brautlieder), Liszt
(„Gomment disaient-ils"), H. v. Koss (Winterlied) u. A. u. f.
Viol. V. Wieniawski (Polon,), Bies („Perpetuum mobile")
n. A. (Ausftihrende: Frl. Berg a. Nürnberg [Ges.l und HH.
Prof. Tietz v. hier [Clav.] u. Arasselt a. Baden-Baden [Viol.].)
Hamburg. Wohlthätigkeitsconc. des Gesangvereins von
1880 (Prof. Bödecker) am 12. Nov.: Chörev. Bitter („Advent"),
Grell (Motette) u. Löwe, Duo f. Hom u. (!Jlav. v. Schubert,
Soli f. Ges. V. Ph. zu Eulenburg (BosenUeder) u. A., f. Clav.,
f. Harmon. u. f. Hom v. Bödecker(Bomanze). (Mitwirkende:
Frauen Ehrhardt u. Voth-Albrecht, Frl. Faller u. HH. Hinzer
u. Kugelberg.) — 2. Philharmon. Conc. (Prof. v. Bemuth):
Symph. Suite f. Orch. v. J. L. Nicod6, 2. Ouvert. zu „Leo-
nore" v. Beethoven, „Norwegisch" u. „Erstes Begegnen" für
Streichorch. v. Grieg, Violinvortrl^ des Hm. fiirö a. Cöln
(1. Conc. V. Bruch u. „Faust"-Phant. v. Wieniawski^. —
1. Abonn.-Oonc. des Gaecilien-Ver. (Spengel): Zigeunerlieder
f. gem. Chor u. Clav. v. Brahms, gem. Chöre a capella von
S. Bach, Bubinstein („Die erwachte Böse") u. J. Spengel
(„In dem Himmel ruht die Erde" u. „Frühüngsgezwitscher"),
Frauenchöre ^ wiegesang" u. BrautUed v. B. Kahn, Gesang-
vorträge des Hm, v. Zur-Mühlen a. Berlin („Jung Dietrich"
V. G. Henschel, „Warum" v. P. Tschaikowsky, „Ständ-
chen" V. B. Strauss etc.). — 1. Abend des Quartettver. der
HH. Marwege, Schmahl, Oberdörffer u. Klietz: Streichquar-
tette V. Haydn (Cdur), Bazzini (Gdur) u. Beethoven (Op. 95).
— 3. Abonn.-CJonc. unt. Leit. des Hrn. Dr. v. Bülow : Sympho-
nien V. Haydn (CmoU), Mozart (Gmoll) u. Beethoven (No. 9
ohne Schlusssatz). — 1. Kammermusikabend der HH. Zajic,
Löwenberg, Schloming u. Gowa: Streichquartette v. Mendels-
sohn (Ddur) u. Beethoven (Op. 18, No. 1), Violinciacona v.
Vitali. — Ciavierabend des Hm. d' Albert am 30. Nov. mit
Compositionen v. S. Bach-d' Albert (Prael. u. Fuge in Ddur),
Beethoven (Sonate Op. 109), Brahms (Bhaps. Op. 79, No. 2),
Chopin (Noct. Op. 9, No. 8, u. HmoU-Son.), Baff ((^i^ mit
Vanat. a. Op. 91), Bubinstein (Amoll-Barcarolle), Liszt
(Desdur-Petrarca-Sonett u. „Feux foUets") u. Strauss-Tausig
(Walzer „Man lebt nur einmal").
Heidelberg. Abonn.-Concerte des Bach- Vereins (Prof.
Wolfrum): No. 1 m. Solovortr&gen des Frl. Barbi (Ges^ »Ver-
gebliches Ständchen" v. Brahms, „Im Herbste" v. Franz,
„Ich liebe dich" v. Grieg etc.) u. des Hrn. Prof. UzieUi (Clav.).
No. 2. Harold-Symph. v.'Berlioz(oblig.Violaalta: Hr. Prof.
Bitter a. Würzburg). „Fierrabras" -Ouvert. v. Schubert, Solo-
vorträge der HH. Plank a. Carlsruhe (Ges., „Die drei Zigeu-
ner" V. Liszt etc.) u. des Hrn. Prof. Bitter (Suite v. S. Bach-
Bitter). (Wie ein dortiges Blatt schreibt, hat Hr. Professor
Wolfrum mit der Aufführung der Berlioz*schen Symphonie
„wieder ein kleines Wunder vollbracht", es sei eine vollendete
Wiedergabe gewesen, für welche dem Dirigenten wie dem
Orchester in allen Theilen die aufrichtigste Bewunderung
auszusprechen sei.)
Leipzig. 2. Popul. Elammermusikabend v. Hrn. v. Böse
(Clav.), Frl. Bobinson u. Hrn. Kiesling (Streicher) unt. Mit-
wirk, der HH. A. Wille u. Sitt (Streicher): Clavierquint. von
Schumann, Bdur-Claviertrio v. Mozart, Clav.-Bratschenson. v.
Rubinstein.— 169. Kammermusikaufführ. im Biedel- Verein:
Quint, f. Clar. u. Streichinstrumente v. J. Brahms, Esdur-
Streichquart. v. Cherubini, Streichquart. „In memoriam" v.
R. V. Proch&zka. (Ausfuhrende: HH. Prill, Bother, Unken-
stein u. Wille [Streicher], sowie Hr. Kessner [Clar.].) — - Conc.
des kleinen Pianisten Raoul Koczalski am 7. Dec: Ungar.
Phant. f. zwei Cla viere v. Liszt (2. Clav.: Hr. v. Böse), Cla-
viersoli v. S. Bach (GmoU-Gavotte), Mozart (Amoll-liondo),
Schubert (Hmoll-Menuett), Chopin (Fmoll-Conc, 2. u. 3. Satz,
u. Emoll- Walzer), Bubinstein (Bomanze No. 1 a. Op. 44) u.
Baoul Koczalski (Gavotte Op. 48 und Valse Op. 46). —
9. Abonn.-Conc. im Neuen Gewandhaus (Prof. Dr. Beinecke)
m. Compositionen v. Brahms unt. solist. Mitwirk, der Frau
Matz-LangsdorfP v. hier (Ges.) u. des Hrn. Freund a. Zürich
(Clav.): 2. Symphonie, Gesangsoli „Gestillte Sehnsucht", Geist-
liches Wiegenlied, „Feldeinsamkeit", „Der Tod, das ist die
kühle Nacht" u. „Meine Liebe ist grün" (die beiden Ersten m.
oblig. Bratsche [Hr. Thümer]), 1. Conc. sowie HmoU-Bhaps.
u. zwei Ungar. Tänze f. Clav. — Wohlthätigkeitsconcert im
Alten Gewandhaus am 9. Dec., veranstaltet vom Gesanglehrer
Hm. F. Benner m. Schülern desselben u. unt Mitwirk, von
Mitgliedern der Singakad. u. der Liedertafel: „Der Böse Pil-
germhrt" v. Schumann (m. Clav.: Hr. Hauschud), Duett aus
„Lohengrin" v. Wagner (Frl. Melching u. Hr. Wünschmann),
Gesangsolovorträge der Frls. Melching "(„otändchen" v. B r a h m s,
Wiegenlied v. Petri, „Klein Anna Kathrin" v.F. v. Holstein
etc.) u. Fuchs (Arie a. „Carmen" v. Bizet, „Hingegeben" v.
Sitt u. „Bückkehr" v. Pfohl) und des Hm. Meyer („Archi-
bald Douglas" y. Löwe). — - 4. Kammermusik im Neuen Ge-
wandhaus: Octett f. Blasinstrumente Oja. 216 v. Beinecke,
Esdur-Streiohquart. v. Cherubini, Clav.-VioÜnson.'Op. 30,No.2,
V. Beethoven. (Ausführende: HH. Prof. Dr. Beinecke [Clav.],
Prill u. Gen. [Streicher], Schwedler, Hinke, Kessner, Heineck,
Freitag, Gönel, Gumpert u. Müller [Bläser].) — Matinöe der
Frls. P. Hofmann a. München (Clav.) u. B. Paghelli a. Berlin
(Qea.) im Saale Blüthner am 11. Dec. m. Soli f. Gesang von
F. Neumann (Arie a. „Irmela"), B. Wagner („Träume"),
Kienzl („Die verschwiegene Nachtigall"), Bungert („Auf
der Bleiche"), Behm („Die Spröde") u. A. u. f. Olavier von
Beethoven (Son. Op. 109), Saint-Saäns (Gbivotte), Jadas-
80 hn (Frühlingslied), Moszkowski (Taranteile) u. A. —
i. Kirchenconc. des Bach-Yer. (Sitt) m. S. Bach's Weihnachts-
oratorium unt. Mitwirk, des Frl. Martini, der Frau v.Knapp-
Btaedt und der HH. Mann a. Dresden und Hungar (Gesang-
soUsten), des Hm. Homeyer (Org.) u. des Gewandhausorch. —
3. Akad. Orch .-Conc. (Prof. Dr. Kretzschmar) m. Compositionen
V. Beethoven unter Mitwirk, des Frl. Strauss-Kurzwelly , der
Frau Geller a. Magdeburg u. der HH. Dierich u. Schelper (Ges.),
des Hm. v. Böse (Clav.) u. des Biedel- Ver.; Ouvert. Op. 124,
Chorphant. u. 9. Symph. — Abendunterhaltungen im k; Gon-
servat. der Musik: 22. Nov. CmoU-Orgelflon. v. Bheinber-
ger = Hr. Eckert a. Leipzig. Clav.-Yiolinsonate ()p. 77 von
Bheinberger= Frl. Birgfeld a. Hamburg u. Hr. Listemann I.
a. Boston, Arie m. oblig. V iol. a. dem „Zweikampf" v. Herold
= Frl. Steckhan a. Leipzig (Ges.) u. Hr. Lauboeck a. Wun-
siedel (Viol.), Phant. f. Clav. u. Viol. Op. 160 v. Beinecke
= Frl. Spittel a. Gotha u. Hr. Listemann I. , Cmoll-Clavier-
trio V. Mendelssohn = Frl. Vosburgh a. Clinton (Jowa) und
HH. Wille a. Greiz und Haagman/a. Botterdam. 25. Nov.
Phant. u. Fuge in Gmoll f. Org. v. S. Bach = Hr. Fey aus
Neumünster, Cdur-Streichquart. von Mozart = HH. Lie aus
Christiansand (Norwegen), Babe a. Bergen, Barchewitz aus
Schweidnitz u. Hammig a. Leipzig, Concertino f. Clar. von
Weber = Hr. Loth a. Abtnaundonb. Leipzig, Bdur-Clayier-
conc. 2. u. 3. Satz, v. Mozart =r Frl. Genney a. Grimsby
(England), Violoncellconcert v. Schumann = Hr. Hammig,
Fismoll-(-)lavierconcert v. Beinecke = Frl. Grahn a. Leipzig.
29. Nov. Hmoll-Orgelfuge v. C. Piutti = Hr. Thomas aus
Leipzig , Clav.-Violinson. Op. 12, No. 2, v. Beethoven = Frl.
Buchbinder a. Leipzig u. Hr. Werner a. Tauscha, Arie a. «Der
Widerspänstigen Zähmung" v. H. Goetz » Frl. Schmiat a.
Leipzig-Beudnitz, Clav.-Violinson. Op. 12, No. 3, v. Beethoven
= HH. Farmer a. London \md Listemann L, Esdur-Quint.
f. Clav. u. Blasinstrumente v. Mozart =: Frl. Freyer a. Naun-
hof i. S. u. HH. Kämpfe a. Leipzig-Beudnitz, Pathe a. Gröb-
zig (Anhalt), Andrae a. £[lein-t)orDetha und Neidhardt aus
Leipzig.
London« SaturdavPop. Concerts: 12. Nov. Streichquart.
Op. 18, No. 1, V. Beetnoven, Fdur-Claviertrio v. Schumann,
Soli f. Viol. V. Saint-Saöns (Introd. u. Bondo capricc.)u. A.
u. f. Clav. V. Beethoven (Son. Op. 110) u. A. (Ausführende:
Frau Hallö, HH. Whitehouse u. (Jen. [Streicher] u. Frl. Davies
[Clav.].) 19. Nov. Dmoll-Streichquart., Clavierson. Op. 164 u.
Lieder v. Schubert. (Ausführende: Frl. Fillunger [Gesang],
Frau Hall6, Hr. Hall6 [Clav.] u. A. m.) 26. Nov. Fdur-
Streichquart v. Schumann, Ciaviertrio Op. 8 voi^ Brahms,
Soli f. Ges. u. f. Violonc. (Ausführende: Frau Gomez [Ges.],
Hr. Borwick [Clav.]. Frau Hall6, Hr. Piatti [Violonc] u.A.m.)
— Monday Pop. Concerts: 14. Nov. F dur-Streichquartett v.
Schumann, Cdur-Claviertrio v. Haydn, Soli f. Ges., f.Clav. u.
f. Violonc. (Ausführende: Frau Hall6, Hr. Piatti, Fri. Davies
644
u. Hr. Blaok |Ges.|.) tJl.N-iv. Araoll-Streichquart. v.MendeU-
8ohn, Claviertrio Op. 70, Nu. 3, v. Beethoven, „Liebealieder"-
Walzer T. J. Brahma, Ciaviersoli. (ÄuafÜhrende: Khepaar
HeuBchel, Frl. Janson u. Hr. Shakespeare [Ges.], Hr. Borwick,
Frau Hall6 u. Gea. 2S. Nov. Esdur-Streichquart. v. DvorÄk,
D moU-CIav.- Violinson. v, Brtihms, Polon. f. Clav. u. Violonc.
V, Chopin Soli f. Gesane ii. f. CUvier. (ÄuBfilhrende: Frls.
Mackintosh [Ges.] u. Davley, Frau Hallö, Hr. Piattiu.A.m.) —
Gyetal Palace Couc. (Man^is) am 26. Nov.: 9. Symphonie v.
SchHmann, symphon. Dicht. „The Paasins of Beatrice" von
W. Wallace, Ouvert. zu ,Iphigenie in Auüb" und „Beigen
seliger Geister" a. Orpheus" v. Gluck, Solovorträge der Damen
BavogU (Q«3.) u. de Lara iClav., Eisdur-Conc. v. Beethoven, '
„Legende" v. Paderen-ski a. Esdur-Scherzo v. Brahms).
— 2. Kammermusikconc. der HH. Kann: Quintett Op. 168 v.
Schubert, Gdur-Claviertriu v, Haydn, C moll-CIav.- Violinson.
v. Saint-Saens, Soli f. Ges. v. Brahms u. Cellier. (Aus-
fahrende: Fri. Barnard |G.'S,>.HH. Hann U.Gen. [Streicher],)
— Kainmertunsik des Royal College of Music am 33. Nov.:
Clarinetteiiquinl. v. Brahms (Hr. Draper, Frls. Grinaon u.
Wright u. HH. Fowles ii. Ludwig), Streichquartett Op. IR,
No. 4, V. Beethoven, Amall-Romanze f. Viol. v. Bruch (Frl.
Mott.u) etc.
New-Yopk. Wohlthfttigkeiteconc. des „Arion" (van der
Stnckeu) am '60. Out.; „Kay Blas" -Ouvert. v. Mendelssohn,
Chöre m. Orchester v. Schubert (Psalm 23), G. Baldamus
(„Weihe de« Liedes") u. Ruhinetein („Der Morgen") und
a capella v. Rheinberger(^DiB verfallene Mühle"), Jüngst
(„Braun Maideleiu"), M. Spicker („Im Grase thaute"),
C. Girschuer („Hüte difh"), E. Kremser (Altniederlftndi-
sches Lied) und W. Bunte (Minnelied), Solovortrftge der
Dameu Blauvelt (Ges., Arie a. „Les Pteheurs de Perles" von
Bizet, sowie „Seligkeit" u. Seren, v. F. van der Stucken)
u. M. Powell (Viol., 1. Couc. v. Bruch u. Introd. u. Rondo
capr. V. C. Saint-aaiinBl. — 1. Conc. der Symph. Society
(Damrosch): 3. Symph. v. Beethoven, Suite „Aus Holberg^s
Zeit" V. Grieg, Bacchan^ile a. „TannhÄuser" in der Pariser
Bearbeitung v. Wagner, Gesangvortr&ge der Frau Belle Cole.
Paris. Colonne-Conc. am 20. Mov.: 1. Symph. V. Schu-
..jiiaun, „Le Rouet d'Omphale" v. Saint-Sa&ns, „Impiessions
4'ltalie" v. G. Charpentier, BtuchetQcke aus „Sigurd" von
,E. Koyer n. a. „LoheiiKrin" v. Wagner, „Penthesilte" von
A. Brnneau, gea. v. Fri. BrÖval. — Lamoureux-Conc. am
20. Nov.: Esdur-Syiiipli. v. Schumann, Vorspiel zum 1. Act
u. „Isoldeng Liebes'tod" (Frl. Langlois) a. „Tristan und Isolde"
u. „Walkürenritt" V. Wagner, Scdovorträge der Damen Lang-
lois (Ges., Arie a. „Oherun" v. Weber) u. JaSll (Clav-, Phant.
„AfricA" v. Saint-Sa6ns).
Engagements und Gäste in Oper und Concert.
Bayreuth. Die Aufführung des „Liederkranzes" gelegent-
lich dessen 48, StiftungatWfis, deren Hauptwerk H. Hofinann's
wirkungsvolle „Johanna von Orleans" war, wurde verechöut
durch die Mitwirkung iUt Leipziger Sängerin Frl. Heinig,
welche sowohl in diesem Werke, als in Liedern als eine
stiuimbegabte und fpinfiililige Künstlerin sich hew&hrte. —
Leipzig. Nach langer Pause durfte unser Opempublicum am
letzten Sonntag Frau Suclier auf unserer Bühne, auf der sie
ihre ersten Triumphe als Wagner-Sängerin erlebte, wieder
begröfisen. Die mittlerweile zu einer weltberühmten Sängerin
fediehene grosse Kiin&tlerin interpretirte die Brünnhilde in
er „Giittcrdäniiiieruiig" miil wurde enthusiastisch gefeiert.
Hr. Sl«6geroann hatte din Aufführung des hehren Werkes
dadurch populär zu maclu-n versucht, daes er die Preise der
Plätze bedeutend erhöhte. Er versteht sich auts Geschäft.—
Nürnberg. In dem letzten Concert des Phitbarmonischon
Vereins war Hr. Julius Klengel aus Leipzig als Solist thfttig
und errang mit seinem uniibertrefFlichen Violoncellapiel einen
sensationellen Erfolg. — Schwerin. Hr. Kammersänger
Heinrich Ernst ist nach einem ungemein glänzenden Gast-
spiel an unserem Hofthealer auf längere Zeit für dasselbe als
stÄndiges Mitglied engagirt worden, sodass das Fach des
Heldentenors nunmehr wieder in guten Händen sich befindet.
— Stuttgart. Im 4. AI lounementconcert unter der ausge-
zeichneten Leitung des Hrn. Znmpe hatten wir Gelegenheit,
den jungen Violinvirtuosen Hm. A. Krasselt wieder zu be-
gegnen und ims an seinem sich mehr und mehr vertiefen-
deu Spiel zu erfreuen. Die Aufnahme, welche er mit seinen
prächtigen Vorträgen fand, war eine äusserst animirte. We-
niger reussirte, wohl infolge von Indisposition, FrauBeuss
mit ihrem Gesang. — Worms. Das Eammerrousikcoucert,
welches jüngst die Casino- und Musik-Glesellscbaft veranstal-
tete, wurde ausgeführt von dem Streichquartett der HB,
Schuster und Gen. aus Mannheim, der Sängerin Frl. Pol-
scher aus Leipzig und unserem Mufiikdirector Hm. Eiebit:i
am Claviar. Nahm das Publicum die Quartette mit vollem
Dank für die gediegene Kost entgegen, eo kam es doch m:t
dem Beifall erst recht in den Zug durch die Violin- undGe-
sangsoli, besonders aber war es Frl. Polscher, die auf du
Herzlichste und Feurigste gefeiert wurde.
Kirchenmusik.
Penig. Siadtkircbe: ImDecember 18U1. „Macht hochdie
Thür" V. M. Hauptmann. Jesuslied „Schönster Herr Jesu"
V. Tb. Schneider. Becitativ „Da Jesus geboren ward", Ter-
zett -Wo ist der neugeborene König" u. Chor „Ea wird ein
Stern" a. -Christus" v. Mendelssohn. Drei althöhmische Weib-
nachtsheaer „Freu dich, Erd und Sternenzelt", „Die Engel
und die Hirten" u. Lasat Alle Gott uns loben" v. C. Riedel.
—Im Jan. 1892. „Alles, was dein Gott dir gibt" v. E.F.Hicbtaf.
Das Volk, das im Finstern wandelt" v. D. H, Engel. „Herr,
deine Güte" v. E. Grell. — Im Februar. „Ich bete an die
Macht der Liebe" v. Bortniansky. „Da machst arm und du
machst reich" v. E. F. Richter. — Im März. „Wenn Alle
untreu werden" v. W. Stade. Psalm 31 „Lohet den Herrn"
V.Gläser.— Im April. (Einweihung der restaurirten Kirche.)
Psalm 43 „Richte mich, Gott" v. Mendelssohn. „Wenn ich
einmal soll scheiden" a. der Matthäus-Passion v. J. S. Bach.
„Gloria" a. der Messe Op. 80 v. M. Hauptmann. — Im M»i,
„Salvum fac r^em" v. M. Hauptmann. „Lobet den Herrn"
V. C. Stein. „Heil und Freude" v. Bach- Cornelius. — Im
Juni. „Komm, heiiger Geist" v. M. Hauptmann. „Hold wie
der Tauben Flügel" v. E. F. Richter. „Die Dreieinigkeit",
altdeutsches geistl. Lied v. W. Stade. „0 Herr, wess soll ich
mich nun trösten" von E. Rühhng. „Herr, hilf tragen" voü
E. F. Bichter, — Im Juli, „0, wie er freundlich ist" vun
E. F. Bichter. „Ich und mein Haus" v. M. Hauptmann. -
Im August. „Lehen in Gott" von M. Hauptmann. — Im
Seplember. Gott, der Weltschöpfer „Zu Gott flieg auf uieiü
schallender Gesang" f. Chor m. Org. u. Streichorchester von
F. Schubert. „Gross ist der Herr" von C. Eungenhageii. —
Im October. „0 du, der du die Liebe bist" v. N. W. Gade.
„Ich danke dem Herrn von ganzem Herzen" v. Hauptmann.
— Ira November. „Gottes Edelknabe" v. C. Riedel. „Sslig
sind die Todten" v. D. H. Engel.
OpernsuffUhrungen.
November.
Coburg. Hoitheater: 1. Robert der Teufel. «. Die Kö-
nigin von Saba. 10. Die Zigeunerin. 13. u. 20. Titus, 1'
Hamlet. 25. Don Juan. 27. Lohengrin. 29. TannhtLoser,
AufgefUlirte NovitSten.
Barnett (J. F.), Cant*te „The Ancient Mariner", (ßrisiul
Conc. der B, Musical Association am 29. Oot.)
Brahms (J.), Orchestervariat. üb. ein Haydn'sches Thera»
(Mannheim, S. Akad.-Conc.)
Clarinettenquint u. Clarinettentrio. (New-York, C^tuc
der String Quartet Society am L. Nov.)
GmoU-Clavierquart. (Shefiield, l. Kammermusik «*
Hrn. Reynolds.)
Adur-Clavierquart. (Glasgow, 3. Conc. des Gla&g'»''
Quartet.)
Streichquart. Dp. 51, No. 9. (London, 3. Concert li"
Musical Guild.)
Claviertrio Op. 8 (neue Bearbeitung). (Brüssel, 1. Kam-
mermusik der HH. Colyns, Jacob u. de Greef.)
Claviertrio Op. 101. (London, Saturday Pop. Conc. am
5. Nov.)
Clav.- Violinson. Dp. 100. (Edinburgh, Conc. des &ic-
paares Hallö am 5. Nov. Manchester, Gentlemen'sCou<:'.
646
Bruch (M.), „Odysseus" f. Soli, Chor u. Orch. (Mühlhaußen
i. Th., 25jähr. Stiftungsfest des Allgem. Musikver.)
Dvoi&k (A.), 4. Symph. (Bradford, Subsc.-Conc. am 28. Oct.
Liverpool, Conc. der Philharm. Society am 22. Nov.)
— — Gdur-Symph. (Manchester, 1, Conc. des Hm. Hall6.)
— — Triple-Ouvert. „Natur, Leben und Liebe**, sowie „Te
Deum**. (New- York, Antrittsconc. des Comp.)
— — „Stabat mater". (Devonport, Conc. der Stoke Musical
Society.)
Gernsheim (F.), „Römische Leichenfeier" f. Männerchor u.
Orch. (Züi-ich, Conc. des Männerohors Zürich am 6. Nov.)
Godard (B.), Fdur-Claviertrio. (Wiesbaden, l. Quartettsoir6e
der HH. Nowak u. Gen.)
Goldmark (C), Ouvert. „Im Frühling". (Mannheim, 2. Akad.-
Conc.)
Grieg (Edv.), „Peer Gynt"-Suite. (Marseille, Conc. der Asso-
ciation artist. am 6. Nov. New- York, L Conc. v. Soüsa's
New Marine Band.)
Amoll-Clavierconc. (New-York, Conc. des German Con-
servatory am IL Nov.)
1. Clav.-Violinson. (St. Louis, Mo., Conc. der HH. Bau-
semer u. Heeiich am 10. Nov.)
— —-2. Clav.-Violinson. (Edinburgh, Conc. des Ehepaares
Halle am 5. Nov.)
Hof mann (H.), „Johanna von Orleans" f. Männerchor, Soli
u. Orch. (Zürich, Conc. des Männerchors Zürich am 6 Nov.)
Klughardt(A.), B dur-Claviertrio. (Dessau, 2. Kammermusik-
abend.)
Liszt (F.), „Die flunnenschlacht". (St. Louis, Mo., Conc. am
28. Oct.)
— — Jites Pr61udes". (Baltimore, 1. Conc. des Symph. Orch.)
„Torquato Tasso". (New-York, 1. Pop. Sonntagabend-
Conc. des Hrn. Damrosch u. 1. Damrosen Sunday Conc.)
— — „Angelus" f. Streichorch. (Chicago, 1. Symph.-Conc.)
Litolff (H.), „Robespierre"-Ouvert. (Wmterthur, 1. Abonn-
Conc. des Musikcollegiums.)
Masse net (J.), „Phädra"- Ouvert. (Mannheim, 1. Akad.-Conc.)
Moszkowski (M.), Vorspiel etc. a. „Boabdil". (Chicago,
1. Symph.-Conc.)
Parker (H. W.), Concertstück f. Org., Op. 17. (New-York,
2. Orgjm Recital des Comp.)
Parry (C. H. H.), Ode „Biest Pair of Sirens". (Cheltenhan),
Conc. der Ch. Festival Society am 8. Nov.)
Prout (E.), 4. Symph. (Birmingham, Conc. der B. Amateur
Orchestral Society am 12. Nov.)
Raff (J.), Ital. Suite f. Orch. (Mannheim, 1. Akad.-Conc.)
Rheinberger (J.), „Wallenstein*s Lager" a. der „Wallen-
stein"-Symph. (Baltimore, 1. Conc. des Symph. Orch.)
Orgelsonate Op. 182. (New-York, 2. Organ Recital des
Hrn. Parker.)
Ruhinstein (A.), DmoU-Claviertrio. (Bristol, Conc. der HH.
Bemard u. Gen. am 18. Nov.)
Saint-Saens (C), „ Phaeton" . (Marseille, Conc. der Association
artist. am 6. Nov.)
C moU-Clavierconc. (Manchester, l.Conc. desHm.Hall6.)
Strauss (R.), „Wanderers Sturmlied" f. Mäunerchor u. Orch.
(Aachen, 2. städt. Abonn.-Conc.)
Sullivan (A.), „The Martyr of Antioch" f. Soli, Chor u. Orch.
(Cheltenham, Conc. der Ch. Festival Society am 8. Nov.)
Tschaikowsky (P.), Suite a. dem Ballet „Casse noisette".
(Chicago, 1. Symph.-Conc. New-York, Conc. des Geigers
Hrn. Diaz Albertmi am 10 Nov. 1. Sonntagabend-CSnc.
des Hrn. Damrosch. 1. Seidl Pop. Conc.)
Wagner (R.), „Waldweben", Vorspiel u. „Isoldens Liebes-
tod" a. „Tristan und Isolde" u. A. m. (New-York,
2. Sonntagabend-Conc. des Hrn. A. Seidl.)
— — Vorspiel u. Bacchanale a. „Tannhäuser" (Pariser Be-
arbeit.). (Aachen, 2. städt. Abonn.-Conc.)
„Siegfried-Idyll". (New-York, Conc. des Hrn. D. Alber-
tini am 10. Nov.)
Vermischte Mittheilungen und Notizen.
* Nachdem der Stadtrath von Angers die der dortigen
Association artistique bisher gewährte Subvention von
4000 Frcs. für die Folge gestrichen hat, wird diese für
das Kunstleben der Provinz so wichtige musikalische Station
mit Ende dieser Saison zu bestehen aufhören. Nati\r-
licherweise wird das Theater, welchem, wie bereits mit-
getheilt, die Gesellschaft das vorzügliche Orchester geliefert,
auch darunter leiden.
Hr. G. Henschel hat für seine Londoner Goncerte auch
ei nen Chorverein begründet, welch er dem nächst zum ersten
Male mitwirken wird.
* Im Stadttheater zu Nürnberg ging nach längerer Pause
kürzlich die „V^alki\re" von B.Wagner in Scene, und stellte
die Auftlihrung sowohl dem neuen Capellmeister Hm. Prill,
als den Ausführenden ein ehrenvolles Zeugniss aus.
* Die neue Oper „Frauenlab" von Beinhold Becker ge-
langte in vor. Woche im Hoftheater zu Dresden nut ent-
schiedenem Erfolg zur ersten Aufführung.
* Die Oper „Die Hexe" von A. Enna fand bei ihrer am
27. Novbr. stattgehabten ersten Auffiihrung im Stadttheater
zu Magdeburg eine sehr freundliche Aufnahme.
* Leone avallo 's Oper „Der Baiazzo", deren ausserordent«
liehe dramatische Wirksamkeit sich bereits bei den Wiener
Aufführungen des Werkes (s. den Bericht unseres verehrten
dortigen Mitarbeiters Hm. Dr. Th. Helm in No. 45 d. Bits.)
gezeigt hat, fand auch bei ihrer Premiere im Hofopemhaus
zu Berlin eine begeisterte Aufnahme, die den anwesenden
Componisten über ein Dutzend Mal vor die Bampe rief. —
Als weitere Novität wurde am selben Abend Mozart*s „Ba-
sti en und Bastienne" geboten.
* Mascagni's Oper „Die Bantzau" hat in Bom, wo
sie kürzlich erstmalig in Scene ging, nicht den grossen Er-
folg gehabt, wie vorher bei ihrer Premiere in Florenz.
* Das Stadttheater zu Lübeck brachte als schon etwas
ältliche Novität jüngst Geldmarkts „Königin von Saba" zu
gut wirkungsvoller Aufführung.
* Aus Stockholm wird die kürzlich erfolgte Erstauf-
tührung der neuen romantischen Oper „Granada's Tochter**
von Ivar Hallström gemeldet, eines Werkes von ziemlich
antiquirtem Habitus.
* In Eiber feld ging kürzlich eine Novität, ,jCodrillo"
von Bud. Wurmb,< erstmalig unter freundlicher Aufnahme in
Scene.
* Di j von uns in No. 47 als Novität bezeichnete einactige
Oper „Unter Bäubern" von Bubinstein ist, wie man uns
berichtigend mittheilt, kein neues Product, sondern bereits im
Herbst 1883 in Hamburg in Scene gegangen.
* Die neue einactige Oper „Vardhämana" von Bruno
0 eisner, deren Existenz wir vor einiger Zeit erwähnten,
hat nunmehr den ersten Schritt über die Bretter in Cassel
mit gutem Erfolg gethan.
* Das Bossini-Theater in Venedig gab dieser Tage vor
reichbesetztem Hause erstmalig die neue Oper „Atenaide"
von Pier Adolfe Tirindelli, welcher Com ponist mit diesem
Werke zum ersten Male die weltbedeutenaen Bretter, und
zwar mit gutem Erfolg, betrat. Günstig aufgenommen wurde
ferner in Guastalla die neue Oper „Osmano in Candia" von
Angelo Corti, dagegen fiel im Fossati-Theater in Mailand
Mantegna mit seiner Oper „Chavigny" durch.
* Im Nationaltheater in Buenos Ayres wurde mit Er-
folg „n Leone di Venezia", Musik von Enea Verardini
und Corradino d*Agnillo aufgeführt.
* Hr. Hofcapellmeister Prof. J. Hellmesberfirer gibt
aus Altersrücksicnten die Jahrzehente hindurch rtuimlichst
innegehabte artistische Leitung des Wiener Conservatoriums
auf.
* Der gefeierte Pianist Hr. Paderewski ist von einer
längeren Krankheit, die ihn befallen hatte, vollständig ^-
nesen und am 6. d. Mts. zum ersten Mal wieder öffentlich
in London aufgetreten, und zwar mit grossartigem Erfolg.
Noch in diesem Monat reist er nach Amerika ab, um dort
60 Concerte zu geben.
* Die musikalische Abtheilung der französischen Aka-
demie der Schönen Künste hat Hrn. Peter Tschaikowsky
zu ihrem correspondirenden Mitgliede ernannt.
* Hr. Musikdirector Anton Krause in Barmen wurde
mit dem preussischen Kronenorden decorirt.
* Hr. Stadttheaterdirector Staegemann in Leipzig er-
hielt das fürstlich Schwarzburg -Sonaershausener Ehrenkreuz
2. Classe verliehen. I|ie Ursache ist uns nicht bekannt.
•46
Todtmllste. Ed. fiorak, tüchtiger Clavierpftdaf^og,
Gründer und Inhaber der Horak'schen Mosikscholen zn Wieu,
t, 69 Jahre alt, am 6. Dec. daselbst. — Prof. Heinrich de
Ahna, k. Concertmeister, Lehrer an der k. Hochschule für
Musik und Mitglied des Joacliim-Quartetts in Berlin, Einer
der bedeutendsten Violinisten der Gegenwart und prächtigsten
Menschen, f im noch nicht vollendeten 5^. Lebensjahre am
1. Nov.
Berlehtigung. In No. 60, S. 628, Sp. 2, drittletzte Zeile
der Erwiderung von E. W. Fritzsch ist Erkennung statt
Erklärung zu lesen.
Offener Sprechsaal.
Bin Preis»ns«ehrelben.
In einigen Zeitungen prangt eine Bekanntmachung,
die Bewerbunj^ um den Micmi^ Beer'schen Preis betreffend.
JEb erben sich Gesetz und Hecht wie eine ewge Krankheit
fort'' musB man angesichts dieses Preisausschreibens aus-
rufen« Die Aufgabe ist folgende: „Die Composition eines
mehra&tzigen iTe Deumc a capella, dessen Hauptsätze acht-
stimmig sind und in dem minaestens zwei fugirte Sätze vor-
kommen. ** Welcher talentvolle junge Künstler (denn um
junge handelt es sich doch, da ein Lebensalter von 22—32
Jahren gefordert wird) wira seine Schafienskraft einer sol-
chen Au%abe zuwenden? Wird ihn nicht Ekel erfsissen,
wenn er ein paar Worte bis zum Ueberdruss durch die
Stimmen einer Vocalfuee jagen muss und nicht Einer allein,
sondern gar Zweier? £t das ein würdiger Vorwurf flLr einen
Tonkünstler? — den ich wohl zu unterscheiden bitte vom
Componisten (das Wort ist sehr bezeichnend: componere
heisst „zusammensetze^*'!). Wird sich ein wirklich begabter
Tonkünstler, dem es daran liefi;t, nicht die alten ausgetretenen
Geleise neu zu befEibren, sonoem neue, wenn auch vorläufig
nicht zu entlegene Pfade zu betreten, mit solch einer Au^
gäbe befassen? Vermag er das überhaupt ? Wird er nicht
vielmehr die Zeit dazu verwenden, wozu er Lust und Liebe
besitzt?
Was wird also durch dieses Preisausschreiben erreicht?
Dass Einer, der fleissig Contrapunct studirt hat, der alle
Schliche desselben kennt, aber, wie so oft bei solchen Contra-
punct-Luminibus, mit einer nur minimalen Erfindungsgabe
oedacht ist, den Preis wegen seiner „regelrechten** Arbeit
einheimst. Wer es heutzutage in jungen Jahren fertig bringt,
seine Zeit mit einer Vocalfuge todtzuscblagen — NB. wenn
er die Lehrzeit hinter sich hat — , von dessen tondichte-
rischer Begabung kann ich nicht viel halten.
Und wozu ist der glückliche Sieger im Kampf noch ver-
pflichtet? Er muss eine Studienreise nach Italien
machen, sich acht Monate in Rom aufhalten (warum gerade
in Rom?); ja nicht genug: er muss sogar Lust und Stimmung
erzwingen, dort Neues zu componiren, das er seinen Berichten
über seine Studien beifügen muss. Doch ich veimss: der
Sieger in diesem Elampf bedarf ja nicht der Lust und
Stimmung zu ferneren „Arbeiten**.
Michael Beer ist meines Wissens 1838 gestorben, also
zu einer Zeit, wo noch die Meinung herrschte — und wohl
theilweise berechtigt war — , dass Italien die unumgängliohe
Schule des Musikers sei, der Born wahrer Musik, aus dem
jeder Oomponist schöpfen müsste, um seinen G^eschmack zu
bilden. Heute hat sich aber das Verhältmss umgedreht; die
Italiener sind nicht mehr tonangebend in Bezug auf Opem-
stil, sondern die Deutschen (Wagner hat den Schwerpunct
veiTückt), und nicht aasschliesslich maassgebend in Bezug auf
Gesangskunst (hierin haben wir Deutsche jetzt unsere eigene
Schule).
Was für Studien soll also der Gomponist heute in
Italien machen?
Aber, wirft man mir ein, die Bedingungen sind vom
Stipendiumstifber so gestellt, und daran können wir nicht
rütteln. Warum nicht? Sind Gesetze ewig? Soll ein Gesetz
nicht geändert werden, wenn es nicht mehr in unsere Zeit
hineinpasst? Ich möchte behaupten, dass M. Beer heute zeit-
ge mäss e Bedingungen stellen würde. Weg also mit demBucb-
staben, und es lebe der Geist! Fort mit dem Stillstand, fort
mit seohzigährigen Regeln, die nicht mehr stichhaltig sind!
Stiftungen iiir schaffende Künstler sollten nur den Zweck
haben, unbemittelte Talente für eine Zeit lazig der Nahrungs-
sorgen zu überheben, damit sie sLdi ungestörtdem Schaffen von
Kunstwerken widmen können. Stellt daher keine „Angaben**,
die den Schaffenstrieb hemmen, sondern wartet abTois ein
Talent auftaucht, das sich aus der Masse erhebt; dem gebt
den Preis, unbekümmert darum, in welchem StU, in welcher
Form es schaift, ob als Symphoniker, als Dramatiker oder
als Lyriker! Q^bt Preise den Würdigsten! Der Preise gibt
es ja genug, um auch mehreren gleichzeitig auftretenden
Talenten benilf lieh zu sein. Dann feilt das „Arbeiten** um
Geld weg, es ffibt keine nutzlosen Reisen mehr, es herrscht
kein Zwane, der dem schaffenden Künstler stets hinderlich
ist, wenn dieser ihn sich nicht selbst auferlegt.
Doch da habe ich mich in Ideen hineingeredet und nicht
bedacht, dass nirgends mehr als im Musiktreiben das physi-
kalische Gesetz der Trägheit herrscht und nirgends mehr als
in Deutschland das Cliquen- und Partei wesen in Kunst-
sachen. Th. Graff
X* i e ria
Af. G, in N. Wohl ist uns das Programm des 1. Sym-
Shonieconcertes der Stadtcapelle zugegangen, doch ist aus
emselben weder der Tag, noch das Jahr des Goncertes zu
erkennen. Ist denn bei Innen die Druckerschwärze so theuer,
dass man sogar das Datum auf den Programmen sparen muss,
an den Abdruck der Gesangstexte gar nicht zu denken!
P, F, in H. Durch Ihre fr. Anfrage wurden wir erst
darauf aufmerksam gemacht, dass die Todesnachricht über
den edlen Berliner Künstler in unserem Blatte noch gar nicht
& s t e IX.
gestanden hatte resp. s. Z. infolge einer Satzumstellung in
letzter Stunde irrthümlicherweise wieder aus demselben ver-
schwunden war.
W, H. D, in H. Der Nachgefragte ist Client der HH.
Gnevkow & Sternberg, Berlin, Linkstr. 31.
C. L. Schönen Dank für die übersandte No. der „M. A.**,
doch hat bereits Hr. College L. in B. den in derselben enthal-
tenen kritischen Kohl über Berlioz hinlänglich unter Wasser
gesetzt, sodass es dabei sein Bewenden haben kann.
Anzeiflren.
kel. säcks. Hof-
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Glavier) mit Dijrectionsstimme 2 50
«Violine und Clavler 1 —
♦Violine, Olavier und Harmonium 1 20
♦Violine, Ciavier, Harmonium \md 2. Violine ... 1 60
♦Violine, Ciavier, Harmonium (ad libit.: 2. Violine,
Viola und 2 Violoncelli) 2 —
♦Flöte, Violine, Ciavier oder Harfe (ad Hb.: Violon-
cell, Harmonium oder Ciavier) 1 80
♦♦Clavler su tt Htoden . . . . . ... 80
♦♦Clavler bu 4 HUnden 1 20
♦♦Ciavier und Harmonium 1 —
♦♦Vloloncell und Ciavier 1 —
t*Vlol» und Ciavier 1 —
t^S^opran und Clavler 1 —
•(•♦Sopran, Ciavier und Harmonium oder Orgel ... 1 —
■f^ Sopran, 2 Violinen, Viola, Violoncell, Bass und Har-
monium oder Orgel . . 2 —
t*Alt und Clavler 1 —
•j-^Alt, Ciavier und Harmonium 1 20
♦ übertragen von Josef Venzl.
♦♦ übertragen von Hermann Ley.
t mit neu untergelegtem Text [1607.]
VoptFagsstüek ebenso für Künstler wie Dilettanten I
Jßeueüarfs Sranz^SUßum.
Zwei Bände gr. 8^ geheftet.
Erster B^^d enthaltend: 24 Lieder (Op. 9, 84, 35 und 86)
für eine Singstimme mit Pianoforte von Bobert Franz.
Text deutsch und englisch netto Ji 8,—.
Zweiter Band (Neues Franz- Album) enthaltend: 28 Lieder
Op. 48, 50, 51 und 6 altdeutsche Volkslieder) für eine Sing-
stimme mit Pianoforte von Robert Franz netto Ji 8, — .
lAh ^ahfiQt R<li»h zwanzig «relstllche Ueder
dVllt lijVVdiSl« DllOlly für eine Singstimme mit Piano-
forte, ausgearbeitet von Robert Franz. Gr. 8^ Geheftet
Ji 2 netto, gebunden Ji 8,50 netto. [1508.]
Verlag von F. £]• O. ILieixckAirt in Leipzig.
Orgeloompositionen
verdienen es, endlich in Deutschland gekannt und ge-
würdigt zu werden! [1509b.]
.(Kothe & Forohhammer, Führer durch die Orgel-Litteratur.)
Kataloge verlange man gpratis und franco von
Otto Junne, Musikverlag, Leipzig,
Wichtig für Orchestervereine.
Fortsetzung des Orchester-Sammelwerkes:
«ino, Lie%. 7S und ^
Favoritstücke a. d. Oper
Casino, Lie%. 7S und 73,
Favoritstücke a. d. Oper
ZweiXönige (£a SiasocAe)
Andri Messager.
von
Uebertrag^n nach der Original-Partitur von Herrn. Ley.
Inhalt der Liefg. 72: Intr<muction, Pastorale, Couplets XV,
Villanello, Entr'acte, Passepied. Preis 10 Mark.
Inhalt der Liofg. 73: Couplets XII u. XVII f, Romanze und
Arie. Preis 8 Mark. [1510.1
MOncheiii Jos. AibI Verlag.
Conipositionen
für
Hänn^ehor und (ür gemischten Cbor
von
Catl Bitsoh.
No. 1. Zwei Grabgesänge: „Trost*' von E, Dunker.
„Nicht die Thräne kann es sagen" von PeterCor-
nelius (für Männerchor). Op. 71 . . . Jt 1,55.
Partitur 75 j^. Jede Stimme 20 j^.
No. 2. Deutsches Beiterlied, von A« A. Naaf (f. Männer-
chor, 2 Trompeten and Pauken). Op. 79 . Jt 1,65.
Partitur 60 /i^. Jede Stimme 15 /^.
No. 3. Der welke Kranz, von Wilhelm Hertz (für
gem. Chor, Sopran, Alt, Tenor und Bass). Op. 80.
Ji 1,55. Partitur 75 .4. Jede Stimme 20 /^.
No. 4. Auf der Wacht, von Carl Stiel er (ffir Männer-
chor), Op. 81a . . . Jt 1,20.
Partitur 60 /^. Jede Stimme 15 /^.
No. 5. Die Soldatenbraut, von Martin Greif (für
Männerchor). Op. 81b .^1,10.
Partitur 50 /^. Jede Stimme 15 /^.
No. 6. Begrüssung, von Friedr. Rhoda (für Männer-
chor). Op. 82a .^1,55.
Partitur 75 j^. Jede Stimme 20 /^.
No. 7. Frühling, von V. Blüthgen (för Männerchor).
Op. 82b Jt 1,95.
Partitur 75 /^. Jede Stimme 30 /^.
No« 8. Am Ammersee, von Ernst Ziel (für Männer-
chor). Op. 83 Jt 2,20.
Partitur 1 Jt. Jede Stimme 30 ^.
No. 9. Drei Volkslieder: „Deanderl, wo hast denn dei
Kammerl?" — „A' Göscherl muasst bahn*' — „Ei, du
liebs Engelein!" (für Männerchor bearbeitet). Jt 1,85.
Partitur 65 /^. Jede Stimme 30 /^.
rIGuU jVlDuGril6u6r 15 Lieder für eine und zwei
Singstimmen mit Pfte. Ji 2,50.
Das Partiturspiel
in einem geordneten Lehrgange
dargestellt von
!Dr. Ang^nst KelssmaDii.
Gr. 8. Pr. 6 Jt no. [I6ia.]
Leipzig. Fr. Kistner.
Für den Weihnachtstisch!
Hey, Julius,
Blau cartonnirt mit flchöno.m künstlerischen Titelbild.
.H 3,—, [15131). I
Eine sohmucke und gediegene Weihnachtsgabe!
Neuer Verlag von Breitkopf 4 Häiiel, Leipzig.
^
Verlag von Ries 4 Erler In Berlin.
Lieder-Mbums tiir 1 Singstimme mit Clavier.
Reinhold Becker-Album. 3 m .,
Emil Götze -Album. sHn.
Carl RelneckeAlbum. 3m .
Marcella Sembrich-Album. 3 m ,
Franz Ries -Album. 4y,M„. """'
Meyer-Helmund-Album. Bd. 1 1/, m ..
Meyer-Helmund-Album. sd n 3m„
I Neuer Verlag von BFOltkopf & Hftrtal, Uifüf. j
lilszt-IKriefe,
I gesammelt von [1515.] =
LaMara.
i 2 Bil iil)«r 50 Bgn. 8'. geh. 12 Jl, geb. U Jt. =
I [lir SBinmInng der Briefe Liszt's bietet ein |
ItryiiP-: SpiBgelbitd von dem Lebensreichtbiune =
I lind tU'i liinraissenden Persönlichkeit dieses ge- =
IniHleii KiiQBtlera und liebewerthen Menschen,!
1 eine letiendige fast lückenloee Selbstbiographie, f
Neuester Verlag von B. Sohott's Sfihne in Mainz.
[1516.]
Riiffüiero Leoncavallo:
4 Melodies
pour une voix avec aoo. de Piano.
No. 1. Kiijisodia primavevile ^S — ,hH.
No. 2. Mfidftine avisez-y JL—,lö.
No. 3. C'est la renouveau ma Suzuii! ^ 1,— .
No. 4. Si c'cat aimer Jt 1,—.
Vollständige Ausbildung fOr Oper n. Concert
En Bombl e-üebnogen. RDlIenatadlom.
Von mir niis^bildete Schüler: Magdalena Jahne, Selraa
Schoder, t'arl .Scheidemantel u. A. m. [1617—.]
Leipzig Bodo Borchers.
GeH;%nelebrer.
Id meineni Husikinstitut ist die Stelle einea
Lehpers
fiir Violine (und womöglich Violoncell), sowie Elementar-
unterricht iin Olavierspiel von Anfang 189.1 ab sofort zu
Der Bewerber muss die Fähigkeit besitzen, als Vio-
linist oder Violoncellist an Aufführungen von Kammer-
musikwerken tbeilnehmcn zu können. Jahreseinkommen
ca. 1400 Mitrk und Nebenverdienst. Alles Nähere durch
[1618.1
Hermann Telbler's concess. Musiklehranstalt,
ADBsig a. Elbe (Böhmen).
Verlag von E. W. Frltzsch In Leipzig.
11519)
Aitbökisclio Besänge
für gemischten Chor,
beraaBgegeben von
Carl Riedel.
Heft I.
No. 1. Oeaang der Kelcbner. „Herr mein Qott, Ueber
alles Outen". No. 3. Feldgetang der Taboritcn. „Krie-
i;er des Herrn". No. i). Altböhmiscbes Horgentied. „Dem
die Sternenheere'*. Partitnr n. Stlramen JtS,— . (Part.
Jk 1,— . Stimmen & .A — ,15. tind Jk —,25.)
HeTt II.
Drei altböhmische Weihnachtelleder; l. „Freu dich.Erd
nnd Sternenzelt". 3. Die Eng^l and die Hirten. „Kum-
met, ihr Hirten". 3. „Lasat Alle Gott udb loben".
Partitnr nnd Stimmen Jk 2,&0. (Partitnr .fi \,—.
Stimmen k Jk —,38.)
Soeben erscbien:
[ism]
8
StalieniseAes JBiederßucü
nacb Paul Heyse
~.Mp-eme Singatimme-and Clawier.
I. Dnod. Preis: ..* 4,50 nO.
Mainz. B. Scholt'a 55hne.
Verlag von E. W. Pritzsoh in Lei iziR,
üompoeitioneii
von [1521.]
Willy Rehberg.
Sonate (Ddur) ftlr Fianoforte und Violine, Op. 10.
I Rom>inzefUrVioloncellmitPianoforte,Op. 12. M.1,50.
Ausgabe imr Violine mit Fianoforte, bearbeitet 1
Jitt.
1,50.
I Concertwalzer für Ciavier, Oji 18. M. 2,40.
Fe8tmarsohfürClavi6rzuvi6rMauden,Op.I4. M.2,— .
I Barcarole für Clavier, Op. 16. M. 1,80.
I Geistliches Lied „Glücklich, wer auf (rott vertraut"
i\ii gemischten Chor. Part. u. Stimmen M. 1,50.
Part. M. 1,—. Stimmen k Iß Ff.
KflDhunUimg, sowiu
Beim JabreswecU
Choral-Notette fOr Chor a
ALBERT ßECKER.
[1522b.] Op. 67.
Partitur .* 1,—. Stimmen je 30 ■\,-
Den €)esancTereinen beatems cMiprohlen!
Neuer Verlag von Brettkopf & HUftel in Leipzig.
fS^ulius 'ßlütAner, ^eippj»
KUM Säclstsclie Ü Hof-FiiOfortiiraM.
Bedeutendste Piauoforte-Fabrlfc Enropaal
Flügel und Pianinos
v-on anerkannt un1il>ei*t:i*o£renei* HAltbarlceit
undl ecUeiu, sang^ireiolieui ITon.
-y^'x/l/m, "Verl
Die Fabrik besteht teit 7. November 1853.
Soeben erschien;
Verlag von E. W. Fritzsch Id Leipzig.
Stietiard Wagner:
„Die MeistersiDger von Nürnberg".
Ciavierauszug zu Kwel Händen
(eileichteii« Ausgabe)
mitHinzurugungdus Gesangstextes und der sconischeit
Bemerkungen
Richard Kleinmichel.
GrosB-OctÄT. Preis: Ji 10,—. no.
_L
J_
W. Auerbach Nachf.,
MusIkalien-VersandgeschSft u. Leihanstalt.
Leipzig, Nenmarkt 82. [^''^«t.0
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Ein Cyklus für eine Singstimme mit Pianoforte-
begleitung,
von [16S7.1
Peter Cornelius.
Op. 8.
No. I. je"«»»"»!-
No. 2. pic Strien.
No. 3. 5ie #5atgc.
No. 1 Siw»"n-
No. ö. g^riaiuB bex ^tn&erfre«n&.
No. 6. J^riaUUn».
(Mit deiitacher und ODglUchor Teitnnterloge.)
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Soeben erschien:
I Baftit die UadiBblüth. I
Lied für eine Singstimme
Arno Kleffel.
; Hoch. Preis ä M —,80. Tief, j
Verlag von Stern & Ollendorff. Berlin W.
Allen Singenden sei diese tiefempfundene, höchst j
^ dankbare neue Liederecböpfung des beliebten Com-
I ponisten irtlrmstens empfohlen.
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Die Sciilllssel- d. Transpositions-Lehre.
Vertag der Schweiz. Verlags-Druckerei in Basel.
Auslieforungs-Ijagor : L. Fernau in Leipxig.
Preis 1 Mark. [lB28g]
Cyrill Kistler: „Sehr empfehlenswerth. Praktisch".
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650
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Hof-Musikalienhandlung in Breslau,
sind erscliienen: [1530,]
Compositionen
für Violine und Pianoforte.
Jenö Hubay, Opus :!0. Blumenleben. Seciis iha-
raktonstiache Stücke. Erläuternde Gedichte von G(;7.'a
Graf Zichy. No. \, A k Ji 1,25, No. 2. .M \,lb.
No. Z, b h. Ji 2,—. No. ß. Jt 1,50.
— — Seines de la Csärda.
OpuB 32. Hejre Kati ^2,25.
Opus 33. HulUmzo Balaton . . . . Ji 2,25.
Oi>us 34. SiSrga CserebogA .* ?,,—.
P. E. Lange-Maiiep, Opus 39. Drei Phantasie-
stücke Ji 6,-.
Emil Sjögren, Opus 24. Sonate No. 2 (Emoll).
Jt C),h(i.
— — Opus 27. Zwei Phantasiestücke . .». .-!.-,
Mit den Portraits uud Biographien von S. Jadaa-
r söhn, Carl Attenhofer, Edvard GrJeg, August Bünj^rt,
1 Graf Geza Zichy und Paul von Janko, sowie mit einer
\ Coiicertumschau von Dr. Hngo Riemann und einem
ca. SÖ.TOO Adressen enthafienden Adressbuche.
Sl Biig«D kl. S". ekgiDt sebnndei 1 ^ SO z^.
Der Freuadeskrcia von Max Hrae'ä VrultcKem
J KaJendfr ist mit Jeclflm JaLre giuflser geworden. Kunt
Jahre&ug wird gen-iBs wiojerum «.llgamoinan Baitall
i (Mlufe ReieMmMgktit da ItUtaUt, trhöne AiuOoliui
nAaiKl und thr blUigrr VmU tind Me rortUgt
lutiker-
Zn li
1 ilurcli jeilt) Huüb- nnd Müh
'•Convepsations-Lexikon.
In über 100,000 Exemplaren verbreitet. 11. Aufl.
HtrM^tKeben <«B Prof. t. Bnalanr. Eleg. geh. 5 J(.
[1638!.] Verlag: von J. Sehnberth & Co., Leipzig.
Pianinos
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I Btattang, sind wegen
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I zu herabgesetzten Preisen zu verkaufen. 9
[1534—.] |~
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. Sohwalbaoh, ReichaBtruse 24, Lelpzl0.
Soeben ersohienen:
.««
Ferdinand Pfohl.
■ Pianoffopte zu 2 HInden. Compl. f» Jt
Daraus einzeln:
Meeresleuchten — Wellenjagd Jl 2, — .
In deD Dtlnen „ — ,W.
Haide-Idyll
Auf de« Friedhof der Namenlosen
Taat-j'em-Glaat. (Thal der Küsse.)
Friesische Tanzscene
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Wiegenlied
Ugo Äfferni.
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Für Vfolonoell und Pianoforte . .
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Leipzig und Baden-Baden.
I IjmA Teehnliche Htndlen fttr Plano-
LISZT. fort©, la Heft« b. Jt 8,-.
I bivfc«! ^g£j -^ Doppelheft JI 6,—.)
Diese Studien sind in den bedeutendsten CoosM-vaterien des
In- nnd Auslandes eingeführt. [15S6b.]
Verlag von J. Schubflrth & Co., Lelpz^.
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1 empfiehlt sich zur schnellen prompten Besorgung von £
) ■aslkallen, maslkallschen Sohrtrten etc. — Kataloge i»
und Answahlaendnngen stehen zn Diensten. [1537— .) •
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Band i/il [i688b.]
(anth. 20 OFlglnaleom Positionen von Bott, Hanser etc.).
Preis broch. k M. 3,—, geb. mit Oolddrook h H. 8,80.
Verlag von J. Schuberth & Co. in Leipzig.
661
Äusgeiählte Gomposifionen
von
CARL EBNER.
VerL-No.
2717.
2721.
2722.
2706.
2712.
2723.
2724.
2725.
2726.
2727.
2728.
2707.
2708.
2749a n.b.
2760aii*l>'
2751.
Op. 4. A rHongrrolse. Für Violoncellu. Ciavier
Op. 5. 1¥ieffenlied. Für Violine u. Streich-
orchester (ad lib. Harfe) . . . .
— — Für Violoncell und Streichorchester
(ad Kb. Harfe)
— — Für Violine und Ciavier . . .
— — Für Violoncell und Ciavier . .
— — Für Flöte und Ciavier ....
— — Für Violine und Harmonium
— — Für Violoncell und Harmonium
— — Für Flöte und Harmonium . .
— — Für Ciavier zu 2 H&nden . . .
— — Für Ciavier zu 4 Händen . . .
Op. 6a. Trftamerei. \ Für Violoncell u.
Op. 6b. Hunoresjce. J
2 —
2 —
2 —
1 20
1 20
1 20
Op. 7a. Im Walde.
Op. 7b. Llebesgrrnss.
Ciavier
Für Männer-
chor
1
1
1
1
1
1
2
20
20
20
20
20
f 1 20
l 2-
(a capella)
(Partitur — 40
Stimmen — 60
Partitur —40
Stimmen — 60
Op. 8. Concert-Polonaise. Für Violoncell u.
Ciavier 2 50
2752. — — Für Violine und Ciavier .... 2 50
2709. Op. 9, No. 1. Ein Lieaehen.l Für Violoncell ] 1 —
2710. Op. 9, No. 2. Ländler. J und Ciavier 1 1 30
2711. Op. 10. Cz&Fdas No. 1. Für Violoncell und
Ciavier
2758a iLb. Op. 13. 's Hlmmelsbleamerl. Lied im Volks-
ton fftr 1 Singstimme mit Ciavier.
a) Für hohe Stimme . j . . .
b) Für tiefe Stimme. . . .
2759. Op. 14. Cx&rdas No. 2. Für Violoncell u.
Ciavier 2 —
1 50
— 80
- 80
Verl.-No.
2760.
2761.
276i*.
2763» ii.b
2729.
2764.
2765.
2766.
2767.
2768.
2769.
2770a- c.
2772.
2773.
2774.
2775.
2776.
2777.
Jk 4
Op. 14. Csardas No.2. Für Vlolineu. Ciavier 2 —
— — Für Militärmusik 4 —
Op. 15. Harienlied. Für Sopran mit Orgel
oder Ciavier . , — 80
Op. 27. Der Mirzl ihr Beichtvater (nieder-
österr.) Für Männerchor mit Ciavier.
a) Partitur 1 —
b) Stimmen — 60
Op. 28. liarffo. Für Violoncell und Ciavier
oder Orgel 1 20
Op. 30. Cs&rdas No. 8. Für Violoncell und
Ciavier 2 —
Op. 32. Zwei Lieder für Bariton und Ciavier.
No. 1. Dein Auge — 80
— — No. 2. Ich geh oft Nachts vorüber l —
Op. 33. Im Rosenbuseh die Liebe sehlief.
Liedchen für 1 Singstimme u; Ciavier.
«(In Form eines Blumeokorbes) . . 1 —
Op. 36. B^Terie, Für Violoncell mit C»avier 1 50.
— — Für Violine und Glavier .... il 60,
Op. 87. Sehnsucht. Lied für 1 Singstimme
und Ciavier 1 20
a) hoch; b) mittel; o) tief.
*0p. 38. Postillon jd*amour. Gavolrf».
Für Orchester . . . . . netto 2 -—
— — Für Ciavier zu 2 Händen .... 1 20
*0p. 39. Capriecio. Für Violoncell-Solo . . 1 —
*0p. 40. MOnehner Rindin. Walzer.
Für Orchester netto 3 -^
— — Für Ciavier zu 2 Händen .... 1 60
— — Für Ciavier zu 4 Händen .... 2 —
* Erscheinen am 1. Januar 1893.
Soeben erschienen:
Symplionieii von J. Haydn,
für Olavier zu z^vei Händen
übertragen von
Tiieodor Klreimer.
No. 1 (DmoU— Ddur). No. 2 (Bdur). No. 3 (Cmoll). No. 4 (Esdur). No. 5 (Gdur). No. 6 (I>dur).
Billige Ausgabe. Jede Symphonie Mk. 1,20 netto.
<=^ 3os. 9U61 Verlag in SnUncäen. mi^
[1539.]
Clara Polscher
(Mezzosopran und Sopran).
L«lpzig| Hohe Strasse 49. [1540f.]
Vertretung: Hermann WolfT, Berlin. Carlsbad 19.
Mimi Naber.
Conoert- und Oratoriens&ngerln (hoher Sopran).
Cöln-Diii-en. [1541t.]
3frma SSettega,
Concert- und Oratoriensängerin (All).
Leipzifli Hebe Strasse 36, H. [1542a.]
CoBcert- and OratoriensftiiBerin (Sopran).
Leipzig, Hohe Strasse 26'* IL |1543o.]
Fritz Higgen,
Cwioert- und Oratoriensinger (hoher Baritor).
Bremephafen, Deich 16. [ig&i-.[
Adolf S]lsinanii,
Vlolln-Vlrtuos. [i652h,]
Dresden-A. Ätaalienstr. lO, II.
Concert- und Oratoriensänger,
Bass-Bariton. [isrisu]
Leipzig, An der Pleisse ll| H-
Alfred KLrasselt.
Baden-Badeo.
ir>64— .] Veitr. R. iRTolfr. Berlin.
Franzisca Gondar, zOtUy U^^h^va,
ratorlen- n. C««e«rtSHiiKerin (Mezzosopran n. Alt). 4 t i^r
Oratorien- n. C«ne«rtsftnKerin (Mezzosopran n. Alt).
Ijelpzlg, Pfaffendorfer Strasse 22 I.[i544r.]
Sonde nifaansen, Friedricbat. 21. [15461.]
|l0tte« Polfl«, ,15»,]
Anna Münch,
Concert- und Oratorlencftnxerln (Sopran).
Leipzig, Beethoven-Strosse fi"'. [1647m.)
Vertretung: Uerm&nn Wolff, Am Carlsbad 19, Berlin W.
Clara Hoppe,
Conoort-. und Oratorienaftnoerln (Sopran).
[15481] Frankftirt a. Oder.
Anna Schimon-Regan, '"''>
Lehrerin für Sologesang an der h. Akademie der Tonkunst,
erlaubt sich die Veränderung ihrer Adreaee anzuzeigen:
München, Jägerstrasse 8, III.
Hedwig Bernhardt,
Concert- und Oratoriensängerin
(Alt und Hezzosopran), [l'>-''>Og-]
Schülerin Stockhausen's,
empßelilt eicli den geehrten Concertdirectionen.
Concertvertretnne H. Wolff. Berlin, Am Carlsbad 19.
Eigene Adresse: Breslau, Kaiser Wilhelm-Str. 10, part.
hersogL s&ohs. Ho^iaDist, Profeueor anpörienr am OonBerTatorinm
m flenf (Sohweii). [lBti5— .]
Ck>ncert- Vertretung: Hermann WolfT, Berlin.
Eduard Mann,
Oratorien.- «. Ooncertsämger,
Lehrer am k. Oonservaborium,
empfiehlt aich für hohe Tenorpartien und als Vertreter der
[l&5Sh.] Bach'schen Evangelietea.
Dresden, Ostra-Alle 23.
VertreUrr Hermann Wolff, Berlin W., Am Carisbad 19.
Alle geschäftlichen Anfragen, den Hofpia
Alfl-ed «rttnfeld
betrofiend, bittet man zu adresairen an [ll>'''''y'!
Impresario Ludwig: GrOnfeld,
Wienl, (Jetreidemarkt 10.
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CoDcert- ond Oratoriensäiiger
(Bariton). {V^-'t^
Leipzlg-Reudnitz. Senefelderstr. 22 III
Zur Uebernahme von Harfenpartien in Opern, Clior-
werken, Symphonien, Oratorien etc. empfiehlt sich
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Dresden-A. Harfenspielerin,
Grnnaerstrasse früher Mitglied der königl. Hofoper
No, 49 pt. zu Dresden.
Verlag ^
I £2. y/V, Fi-itassch
74 Kinderlieder
Leipzig.
fOp eine Singstimm« mit
Clavlerhegleitung
von [lü""
Guido Nakonz.
Bünde ä 3 M. nett«.
finek TOD C. u. Bäder in Lalpiig.
Leipzig, am 22. December 1892.
Uta üMiiici. Bill-, um miimiiiiaUBiiTOiiiiu
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lirgk all! FWiail» ti
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'^«^^►'^ für Musiker jmdjlusikfreunde. ^J^
V Verantwortlicher Redacteur nnd Verleger; ty
S. W. FritsBoh,
Leiprjg, Königsstraase 6.
Dm MusihaliBche Wochenblatt erauhsint jährlich in 5S Nummom. Der Abonnementabetnw
filr das Quartal von 18 Nummern ist 3 Mark; eine einielnc Nummer kostet 40 Pfennif^e. Bei
_— --- f L -| directer franiirter K reu iban dien düng treten nachstehende vierteljihrliche Abonnements- ^.^
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: L&nder den Allgemeineu Postiereine. — Jahreaabonunmenta werden unter
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_i Opar nnd Oonoan. — Rirob "■ ir— .^— t». Bii»k.ii .• m..i — ir-i.i^i.... ..i ou.i... — a a.\.^tt — —
i. Alfred Sohttz und Pblltpp SplHk -
An die geehrten Abonnenten.
9ba9 „,M,Vi3ihaMs6h« if^ohanhlait" wird, umferstüizt von den lewährtesten aeitheri^en, aowi«
neugewonnenen gediegenen JCiiarheiiern am 29. ^eeemier d. J.
seinen vierundzwanzigsten 9aßrgang
ie^innan. Sendern und Sieichltaltig^eii , lOJine äussere Aussta,tlw)ig Ufid ^.^oHnementpreis werdei-. keine
•Aendemng erfahren. Sier dinier zeiehneie erhUted auch für den neuen faKrgan^ seines flaues die
ffunsi der i^WAöt" wnd des musi-hoMsciken 9'ublicums und siehi zafiZreieken ge/alHg^ vtionnetneni-
ieattMum^en , die man mogliehst iald anirin^en möge, zuversiohiUoK entgegen.
^ie geehrten Meaer , welche das „JlusihaMsohe '^oehenblaM" durch S'osiahonnement beziehen,
werde?!, im besonderen darav/f oMfm^rhaam, gemacht, dass es zum ununteriroehenen und volleiändigen ^ezug
der J^urnm^em ihrer zuvorigen ausdriiehlichen irhldrung und der Vor auahe Zahlung des
•Aiannem-entietrages l>edarf, und daaa hei spaterer, aehon in das begonnene Quartal Zollender
SesteUung die hereits erschienenen Jfv,niynem, soweit sie nooh zu beschaffen sind, nur auf auadrüoh'
liches VerTahgcn uibd gegen eine ^esiellgehühr von iO ^/enaiigon von der MaiaerUchen 9oat nach-
geliefert werden. ^3ea ^'eiteren wird denseHen hemerht, dass das JCaiaerUche ifosia?nt die Jfo. f nicht
am, Sage deren &rao?i,einens, sondern erat anfangs Januar expedirt.
k 14^. FRITZSCH.
r
Hermann Behn.
MainK.
Kritik.
Lieder und OesAnge. Schott's 8öhn(
Wt^Dn Arthur Seidl tn seiner verdienst vollen Schrift
„Jim Wa^er eine Schule hinterlassen?" (Kiel und
ljei[>z\g, Verlag von Lipsius und Tischer) fiber die Art
und Weise, wie das musikalische Drama auf das Lied
zurückgewirkt hat, sich ausspricht und hierbei Hans
Sommer, Richard Strausa, vor Allen aber Hugo Wolf er-
wähnt als Solche, die in Anwendung des „Uotivs" auf
die Lyrik mittelst einer reicheren Polyphonie und ge-
wisse nhafleren Harmonik das Lied auf seinen einfach-
klarsten Ausdruck zuriickföhrten und in Form wie Ton
atilvoU KU „treffen" suchten, so hatte er Hermann
Behn nicht vergessen dürfen. Auch er gehört der
Wagner'scben Schule an und macht ihr alle Ehre.
Die 1 8 Gesänge , welche in den vier bei Scbott'a
Sohiu^ erschienenen Heften enthalten sind, erweisen ein
schönes, gläcklichea Talent, das theils in einfachen Tönen,
wie in den drei ersten Liedera („Gefunden", Minnelied,
Wiegenlied) sich in liebenswürdiger, edler Weise aus-
spricht, theils aber in tief bedeutenden Aensserungen, so
in dem „Gebet" von Hebbel, dem „Gewitter" (Test von
Itehm, der „Sapphischen Ode" (Worte ebenfalls von Behn),
t\i-ui „Ritt in den Tod" und dem „Heiligen Peuer" (Dich-
tuiiy^' LI von Conrad Ferd. Meyer), eine in den Hüben wie
Tiell'u der Kunst kundige Schaffenskraft verräth.
GeheimnisB vollen Zauber atbmet die Musik zu kleinen
Liedirn von Heine, Goethe, Geibel, Conrad Ferd. Meyer.
Wir verweisen auf „Im Ehein" von Heine, woselbst mit
(iliiil-: die Stimmung für das alte heilige Cöln durcb die
dini > !ii! Tonart gefunden ist. Bei dem Lied von Heine,
„lit 1- l'itbtenhaum und diePalme", würden wir gewünscht
hHlii'n, die Husik hätte sich der epigrammatischen Kürze,
welche das Gedicht berühmt gemacht, eng angeschlossen.
Ulis Vorsjiiel zu dem Goetbe'schen „Ueber allen Gipfeln"
bereitet die Seele auf den göttlichen Naturfrieden vor
durch ein allmähliches Verstummen der Vögel und des
Aht^iidwindes — wie das Nachspiel mit seinem fernen
Wiildhomklang noch einen Blick auf die stille Abend-
lHjitlsi:haft gestattet. Ist dabei nicht zu viel Musik ge-
iji.ulif und der tiefen Symbolik des Gedichtes zu wenig
Ki'i/Iiiiung getragen? Geihel's schöne Worte „Nun die
Sili.itti'a dunkeln" sind oft in Mnsik übertragen worden;
nir -■• glücklich und überzeugend, wie in der vorliegenden
t dl!,' (isition. Nicht weniger reizend ist das vierte Lied
(ii- . rslen Heftes, „Liebesflämmchen" von C. F. Meyer,
cU'v Entstehung nach aber Eines der jüngsten Lieder
Ilehii's; die flammende Leidenschaft wie Schalkhaftigkeit
i^iud hier glucklich in einander verwoben. Endlich ist
<hi^ ricTst empfundene dieser kleinen Lieder „Am Uim-
!<.. ! iLiir" ebenfalls von Conrad Ferd, Meyer ein dem er-
»< In 'trnden Gebalte des wunderbaren Gedichtes durchaus
Hdai|uatea Musikstück.
Letztgenanntem Dichter bringt der Componist über-
iiaiipt ein volles VerstilndniBs entgegen und weiss die
beim Dichter durch allzuviel Reflexion oft verdunkelte,
echt lyrische Stimmung mit seiner Musik ans Licht zu
erheben. So viel im Einzelnen. Im Ganzen ist an
Bebn'a Liedern besonders anmulhend die glückliche Ver-
einigung einer durchaus sangbaren Melodie mit einer in
Wagaer'schem Sinne streng motivisch sich entwickelnden
Rclbsilliidigen Begleitung. Davon auszunehmen sind die
drei ersten Lieder des ersten Heftes, welche ohne Zweifel
einer früheren Zeit angehören.
Tadellos ist die Dectamation, was bei einem Künstler,
der sich an Wagner herangebildet hat, als selbstverstAnd-
lich erscheint. Er erreicht in ainniger Weise eine voll-
kommene Declamation mitunter durch Kreuzung der
Taktart. In dem bedeutendsten seiner Gesänge , dem
„Heiligen Feuer", ergeht sich die Singstimme im ^/^-Takt,
während die Begleitung den 'j^-Takt festhält.
Wird der Tondichter sich erst mit grösseren Ton-
formen beschäftigen, so darf gehofft werden, dass ein
gewisser Ueberachwang des Gefühls, eine zu grosse
Breite, von welcher seine Muse nicht ganz fVeizusprecben
ist, einem ruhigeren Pathos, einer grösseren Objectivität,
einer präciseren Kurze der Ausdrucksweise weichen wird.
Damit soll nicht gesagt sein, dieses Uebermaase sei ein ge-
machtes. Behn gibt sein innerstes Empflnden ohne Ueber-
legung, wie es nun wirken werde. Verharre er nur bei
dieser Scbaffensartl Er wird dann später, bei noch rei-
cherer, innerer Entwickelung ebenso absichtslos voU-
gereifte Früchte darreichen, entsprossen einem nicht
minder ehrlichen Künetlerherzen, als seine heutigen
Werke. Dr. E. Kanffmann.
Tagesgeschichte.
Bericht.
Leipzig. Wie ISee und 1890, so veranstaltete auch in
diesem Jahre der Bach-Verein unter Hm. Sitt'a warm-
blütiger Leitung kurz vor dem Feste eine Aufführung von
S. Bach's Weibnachtsoratorium, der eine andächtig lauschende
Zuhöi-erschaft beiwohnte, eine der Anzahl nach erfrenlich
grössere, ala man sonst leider in den Kirohonconcerten dieeee
Vereins zu finden gewohnt ist. Es stand diese neueste Vor-
führung des gomüth erhebenden Werkes ihren Vorgängerinnen
nicht nach, im Gegentheil wollte es uns dünken, als sei der
Gbor diesmal voller im Klang gewesen, als sonst. Von seinem
excelletiten Dirigenten auf das Sorgfältigste vorbereitet, bot
der Verein auch diesmai vorzügliche Leistungen, er sang mit
sieghafter Sicherheit und innigfelebtem Ausdruck. DasSolisteu-
quartett bestand aus Frl. Martini und Frau v.Knappstaedt
von hier und den HH. Mann aus Dresden und Mungsr von
hier. Frl. Martini und Hr. Mann standen schon früher an dem-
selben Platz, und war es von ßeiden die Sopranistin, welche
mit ihrem klaren und klanggesättigten Organ und sinnigen
Vortrag sich in die Hemen der Zuhörer hineinsang, während
Hr. Mann stimmlich nicht so giit disponirt erschien, wie bei
früheren Begegnungen mit ibm. Ganz ausgezeichnet erfüllte
Frau V. Knappstaedt ihre Aufgabe, trotzdem sie erst in letzter
Stunde Tdr die erkrankte Frau Metzler eingetreten war und
sich hierdurch ein doppeltes Verdienst um die Aufführung
erwarben hatte. Ihr pastoses Organ war überall von präch-
tigster Wirkung und die Auffassung schlicht und ergreifend.
Hr. Hungar schien wie Hr. Mann etwas gegen körperliche
Indisposition ankämpfen zu müssen, was jedoch der schOnen
Eindrucka&higkeit seines Gesanges kaum Abbruch that. I>as
mitwirkende öewandhausorchester, in welchem sich nament-
lich die obligaten Blasinstrumente rühmlichst hervorthaten,
sowie der an der Orgel seines Amtes wattende Oewandhaos-
organist Hr. Homeyer vervollständigten nach vollsten Kräften
den befriedigenden Gesa mmteind ruck der Aufführung des köst-
lichen Werkes.
Im Saale Blüthn er liessan sich am 11. December in einer
Matinöe die Sängerin Frl. Eosa Paghelli aus Berlin und
die Pianistin Frl. PoUy Hofmann ans München zum ersten
Mal in unserer Stadt hören. Beiden jungen Damen ist ein
eutea Zeugniss Ober die gebotenen Leistungen, so weit wir
denselben beiwohnen konnten, auszustellen. Frl. Paghelli be-
sitzt hübsche stimmliche Mittel, die sie technisch sicher be-
655
herrscht, nnd ihr Vortrag erfreut ebenso durch geistige In-
telligenz, wie durch gesunde Empfindung, sodass man sich
ungestört dem Genüsse desselben hingeben konnte, der nur
durch den gutturalen Beisatz, der dem Organ stellenweise an-
eignet, getrübt wurde. In den Leistungen des Frl. Hofmann
überwiegt vorläufig noch das Technisch-Exacte das Spirituelle,
d. h. die letztere Seite ist ent wickelungsbedürftiger, als die
Fertigkeit der Hände, obgleich auch hierin noch Ausgleichun-
gen (vor Allem grössere Kräftigune; der linken Hand) nöthig
erscheinen. Nichtsdestoweniger geuing ihr auch nach Seiten
des Ausdrucks Manches sehr hübsch* überraschend wirkte
namentlich das Variationenthema in Beethoven^s grosser, im
(ranzen über ihre geistige Kraft hinausgehender £ dur-Sonate.
Frl. Pa^helli lernten wir in einer sehr epigonenhaften Arie von
Franz Neumann und Liedern von R. Wagner und Schubert
kennen, deren Glavierbegleitung aufmerksam Hr. von Böse
ausführte. Der benutzte Flügel war in der Schönheit und
Weichheit des Tons ein Prachtinstrument.
Concertumschau.
Barmen. Festconc. zur 25 jähr. Jubelfeier des^Quartett-
ver. (Wicke) unt. sollst. Mitwirk, des Frl. Nathan a. Frank-
furt a. M. u. der HH. Kirchner a. Berlin u. Hungar a. Leip-
zig (Ges.), sowie des Hrn. Kalthofi' v. hier (Org.): Symph. f.
Org. u. Orch. v. Guilmant, Prolog v. Herzog, „Die Schöpf-
ung" V. Haydn. — 1. Kammermusiksoir6e der HH. v. Dameck,
Allner, Körner u. Schmidt: Streichquartette v. Haydn (Gdur)
u. Beethoven (Op. 59, No. 3), Cla vier vortrage des Hrn. Heuser
a. Cöln (Seren^ Märchen, Capriccio u. Valse brill. eig. Comp.).
Berlin, zwei Ciavierabende des Frl. Kleeberg m. Com-
positionen v. Beethoven (Variat. u. Fuge Op. 35 u. Son. Op.
31, No. 8) u. A. m. — Symph. -Concerte des Philharm. Orcn.
(Herfurth) am 22. u. 29. Nov.: Symphonien von Beethoven
(No. 7) u. Schubert (Cdur), Violinconc. v. Brahms (Hr. Ei-
dering) u. a. Repertoirestücke. — CJonc. der Pianistin Emma
Koch unter Mitwirkung der Sängerin Frl. Rumpp a. Mün-
chen u. des Phiiharm. Orch. unt. Leit. des Hrn. Moszkowski
am 24. Nov.: Clavierconcerte in Fmoll v. Chopin u. in Bdur
V. Brahms, sowie kürzere Ciaviersoli von Schubert, Mosz-
kowski („Etincelles") u. Liszt (8. Ungar. Rhaps.), (3^sang-
soli v. Lessmann („Meine Matter hats gewollt"), E. E. Tau-
bert (Toskan. Mel.), Liszt („Bist du") u. A. — Concert des
Pianisten Hrn. Liebling unt. Mitwirk, des Philharm. Orch.
(Herfurth) am 25. Nov.: „Hebriden"-Ouvert. v. Mendelssohn,
„Le Rouet d'Omphale" v. Saint-Saens, Clavierconcerte von
Tschaikowsky (Bmoll) u. Liszt (Esdur), sowie kürzere
Claviersoli. — Conc. des Violinisten Arno Hilf unt. Mitwirk,
des Philharm. Orch. (Herfurth) am i6. Nov.: Ouvertüre „Die
Heimkehr aus der Fremde" v. Mendelssohn, „Anitra's Tanz"
a. der „Peer Gyn t" -Suite v. Grieg, „TJne nuit ä Lisbonne"
V. Saint-SaÖns. Concertallegro f. Viol. v. Bazzini, Amoll-
Violinconc. v. Molique u. ConcertaUegro f. Viol. v. Paganini. —
4. Philharm. Conc. f Maszkowski) : Symphonien von Schubert
(Hmoll) u. Beethoven (No.8), Solovorträge der HH. vonZur-
Mühlen (Ges.) u. Gregore witsch (Viol.).
Boston. Concerte des Boston Symph. Orch. (Nikisch):
No. 4. Symphonien v. Saint-Saöns (AmoU) u. Beethoven
(Ddur), „Humoreske" f. Orch. v. E. Humperdinck, Violin-
conc. V. Ernst (Hr. Adamowski). No. 5. 3. Symphonie von
Brahms, „Taseo" v. Liszt, „Irrlichter" u. Sylphentanz v.
Berlioz, AmoU-Clavierconc. v. Mac-Do well (der Comp.).
No. 6. Cdur-Symph. v. R. AI. Schumann, Ouvert. „Husitska"
V. Dvof&k, Orcnesterlegende „Zorahayda" von Svendsen,
3. Violoncellconc. v. Davidoff (Hr. A. Schröder).
Bremerhaven. 1. Conc. des Gesangver. (Spielter) mit
Haydn's „Jahreszeiten" unt. Solist. Mitwirk, des Frl. Busjaeger
u. der Hfl. Scheuten u. Piechler a. Bremen.
Breslau. 4. Abonn.-Conc. des Bresl. Orch.Ver. (Masz-
kowski): Cdur-Symph. v. Haydn, „ Ben venuto Cellini" -Ouvert.
V. Berlioz, „Parsifal" -Vorspiel v. Wagner, Violinvorträge
des Hm. OndrÜek (Romanze eig. Comp., Seren, neapol. von
Sgambati, „Perpetuum mobile" v. Ries etc.). — 1. Soir6e
des Ludwig*schen Musikzirkels: Adur-Clavierquint. v. Dvo-
rak, „Italienisches Liederspiel" f. vier Singstimmen u. Clav.
V. Am. Krug, Soli f. Ges. v. Ad. Jensen („MeinHerz ist im
Hochland", „Wenn durch die Piazetta", „John Anderson",
Wiegenlied und „Morgens am Brunnen"), M. Plüdde-
mann („Meine Lebens.rcit verstreicht", „Nicht mit trister
Miene" \ind „Lieben ohne Maass entflammt"), Saint-Saöns
(Lied aus „Samson und Dalila"), He üb erger („Der Spiel-
mann) u. Rubinstein („Neue Liebe"), f. Clav. u. f. Violine.
(Ausführende ; Frauen Springer u. Peiper und HH. Paul u.
Staritz [Ges.J, Frl. Neumann u. Hr. R. Ludwig [Clav.], HH.
Sobotka, Wittenberg, W. Ludwig u. Kaupert [Streicher].)
Brunn. 3. Ordentl. Conc. des MusiKver. (Kitzler) imter
Solist. Mitwirk, der Sängerin Frl. v. Sicherer a. München:
Bdur-Symph. v. Schubert, Caecilien-Ode v. Händel, „Loreley"-
Finale v. Mendelssohn, Gesangsoli v. Brahms („Feldeinsam-
keit" u. „Ständchen") u. A. — 1. Vereinsabend des Kammer-
musik ver.: Adur-Clavierquint. v. Dvorak, Gmoll-Streich-
quart. v. R. Wickenhause r. (Ausführende : HH. Dr. Rotten-
berg [Clav.], C. Koretz, jjdara, Juda u. Dr. Koretz [Streicher].)
Carlsruhe. 1. Conc. des Philharm. Ver. (Rübner) mit
Handelns „Alexander's Fest" unt. Solist. Mitwirk, der Frau
Reuss u. der HH. Rosenberg u Plank.
Chemnitz. Am 16. Nov. Aufführ, der „Faust" -Scenen v.
Schumann durch den Musikver. (Mayerhoif) unt. solist. Mitwirk
der Frau Wittich a. Dresden, des Frl. Rockstroh v. hier, der
Frau Stöbe a. Halberstadt u. der HH. Trautermann a. Leip-
zig, Plank a. Carlsruhe u. Hartmann v. hier. (Die Auffüh-
rung, auf welche unser dortiger Hr. Referent ausführlicher
zurück kommen wird, findet von anderen Seiten die lebendste
Anerkennung.)
Coblenz. 2. Abonn.-Conc des Musikinstitutes (Heubner)
m. Mendelssohn*s „Elias" unt. solist. Mitwirk, der Frls. Mar-
tini a. Leipzig u. Haas a. Mainz u. der HH. Doerter a. Mainz
u. Sistermans a. Berlin.
Crefeld. 2. Abonn.-Conc. der Ooncertgesellschafb (Grü-
ters): 1. Symph. v. Brahms, „Euryanthe"-Ouvert. v. Weber,
„Tantum ergo" u. „Die Allmacht" f. gem. Chor m. Orch. v.
Schubert, Olaviervorträge des Hrn. Rummel a. Berlin (Noct.
V. L. Brassin, Taranteile v. Liszt etc.).
Darmstadt. 2. CJonc. des Musikver. (de Haan) m. Schu-
mann's „Das Paradies und die Peri" unt. solist. Mitwirk, der
Frls. Nathan a Frankfurt a. M. u. Höf ken a. Cöln u. der HH.
Litzinger a. Düsseldorf u. Müller a. Frankfurt a. M.
Dresden. Am 18. Nov. Aufführ. v. Handelns „Messias"
durch die Dreissig'sche und Rob. Schumann'sche Singakad.
u. den Neustädter Chorgesangver. unt. Leit. des Hrn. Baum-
felder u. Solist. Mitwirk, der Frls. Strauss-Kurzwelly a. Leip-
zig u. V. Graba a. Berlin u. der HH. Riese u. Seitz v. hier.
(Neben Hm. Riese behauptete sich, wie ein dortiges Blatt
schreibt, „mit Glanz und Ehren Frl. Clara Kurzwelly aus
Leipzig , die den ihr vorangehenden Ruf vollständig recht-
fertigte. Begabt mit einer glanzvollen und ausgibigen Sopran-
stimme, trefflich geschult, vermag sie nach Seiten des Vor-
trags allen, selbst höchsten Anforderungen als Oratoriensän-
gerin zu genügen".)
Düsseldorf. 2. Conc. des städt. Musikver. (Buths) unt.
fesangsolist. Mitwirk, der Frls. Plüddemann a. Breslau und
lützeler v. hier u. der HH. Francke-Förster a. Cöln u. Bütt-
ner a. Coburg: „Freyhir" f. Soli, Chor u. Orch. v. Em. Ma-
thieu, „Frühlingsphantasie" f. Soloquart., Clav. (Hr. Buths)
u. Orch. V. Gade (unt. Leit. des Hrn. Zerbe), Gesangsoli v.
Hofmann (Arie des Simon Dach a. „Aennchen vonTharau"),
M. Plüddemann („Die Himmel rühmen"), Franz („Horch,
wie still") u. Grieg („Solvejg^s Lied").
Erfurt. Conc. des Erfurter Musikvereins am 18. Nov.:
„Les Pr61udes" v. Liszt, „Hebriden"-Ouvert. v. Mendelssohn,
Frauenchöre v. Arn. Krug („Die Maikönigin", mit Orch.) u.
Bargiel („Frühlingsnacht" u. „An den Frühling"), Violin-
vorträge des Hrn. Arasselt a. Baden-Baden (FismolKConc. v.
Ernst, Berceuse v. Faur6 u. „Perpetuum mobile" v. Ries).
Frankfurt a. M. Museumsconcerte (Kogel): No. 3.
4. Symph. v. Beethoven, symph. Dicht. „Tod und Verklärung"
V. K. ötrauss, Ouvertüren v. t^chumannu.Wagn er („Tann-
häuser"), Violinvorträge des Hm. Ondriftek („II moto perpe-
tuo" V. Raff etc.). No. 4. Harold-Symph. v. Berlioz (obfig.
Viola alta: Hr. Prof. Ritter a. Würzburg), Ddur-Orchester-
suite V. S. Bach, Ouvert. „Meeresstille und glückliche Fahrt"
V. Mendelssohn, Adagio u. And. a. der Musik zu „Die Ge-
schöpfe des Prometheus" v. Beethoven, Ciaviervorträge des
Hm. Siloti a. Paris (Cdur-Phant. v. Schubert-Liszt, Romanze
V. Tschaikowsky, Basso ostinato v. Arensky, 14. Ungar.
Rhaps. V. Liszt etc.).
Gera. Conc. des Musikal. Ver. (Kleemann) am 23. Nov.:
Cdur-Symph. v. Haydn, Vorspiel zu „Boabdil" v. Moszkows-
ki, Chorphant. v. Beethoven ?Clav.: Hr. v. Böse a. Leipzig),
Altdeutscher Schlachtgesang f. Männerchor u. Orch. v. Kietz,
Solovorträge des Frl. Robinson a. Leipzig (Viol., 1. Cono. v.
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Brach, Romanze v. Svendeen u. „Hejre Kati" v.Hubay)
u. des Hj-d. V. Böse (Emoll -Ballade v. Reinecke □. Thäme
var. V. Paderewaki).
Guben. Am 18. Not. Aufführ. v. T. Ochs' Requiem f.
,Soli,Choru.Orch. durch den Chorgesang-n.GesaiiKver.ünt.Leit.
des Comp. u. solist. Mitwirk, der Frls. Trutwin v.hier u. Burand
a. Berlin u. der HH. Hintzehuaiia u. Ad. Schulze a. Berlin.
(Manschreibt ans: Das Requiem für Soli, Chor und Orchester,
ein mit Spannung erwartetes Werk von Traugott Ochs, wel-
cher berufen erscheint, das Feuer musikalischer Begeisterung
ia unserer Stadt mächtig anzuschüren, ist am IS. Nov. hier
zur Aufführung gelangt. Es hat die gehegten Erwartungen
gerechtfertigt und unserem sonst sehr zähen Publicum voUen
Beifall abgenötbigt Die Chöre sind sangbar, frisch und äin-
dnicksvoU, am ansprechendsten wirkte das „Lacrimosa". Mit
besonderer Liebe Sind die Soli ausgearbeitet, in deren Erfin-
liuug der Componist auch am glücklichsten war. Als die Krone
des Ghmzen ist wohl das „Hostias" [Soloterzett] zn bezeichnen,
welches so beifUli^ aufgenommen wurde, dass sich der Com-
ponist, der zugleich Dirigent war, zu einer Wiederholung
veiSi«hen musste. Die Aufführung der Compusition gab
Zeiigniss davon, mit welchem Ernst der Dirigent seine Auf'
gaben anfasst,- und gereicht ihm zur Ehre. Möge dem Com-
ijoiiisten die Genugthuung zu Theil werden, dass auch andere
Vereine das Werk zur Aufführung bringen; sie werden ea
nii'ht zu bereuen haben.)
iDtlSbrnek. a. Mit^ederconc. des Musikver. (Pembaur):
S. S3'mph. V.Beethoven, Ungar. Marsch u. Sylphentanz v. ßer-
lioz, Orgelvorträge des Hrn. Homeyer a. Leipzig (Conc. m.
Orch. T. Gailmant u. GmoU-Son. v. 0. PiuttiJ. (Der be-
rühmt« Leipziger Orgelmeister hat, trefflich von dem schönen
Werke des Siaatsaales unteretötzt, mit seinen glänz- imd geist-
vollen Vorträgen wahre Begeisterung hervorgerufen undmusste
verschiedenen Hervorrufen seitens des Publicums Folge lei-
sten. Das Novum von C. Piutti wird ala als Eine der werth-
vollsten Erscheinungen auf diesem Gebiete, der Beachtung
aller Orgelspieler im höchsten Grade werth, gepriesen.)
Leipzig. 2. Cone. des kleinen Pianisten Raoul Koczalaki
m. Compositionen v. Mendelssohn (1. Conc), Mozart (Dmoll-
Phtuit.), Rubinstein (Balletmuaik a. „Feramors"), Schubert-
Liszt („Slftndchen"), Godard (Mazurka), Chopin (Romanze a.
dem EmoU-Conc, Walzer in Emollu. Desdur), E-Koczalski
(NocL u. Rhaps. polon.) n. Liszt (13. Ung.Khaps.}. (2. Clav.
in den Concertsfttzen : Hr. v. Boae.) — 10. Abonn.-Conc. im
Neaen Gewandhaus (Prof. Dr. Beinecke): Jupiter-Symph. v.
MoHHl, drei Bilder a. der geistl. Oper „Moses v. A. Euhin-
stein (unt. Leit. des Comp. n. Solist. Mitwirk, der Frau Wil-
belaij a. Wiesbaden, des Frl. Carus v. hier u. der HH. Kauf-
mann a, Basel, Trautermaun, Pinka. C. Müller, Schelper,
Neldel, E. Schneider u. Leideritz v. hier). — 4. Musikabend
des Eammermnsikver. m. Compositionen v. A. Rubinstein:
Quint. f. Clav. u. Blasinstrumente Op. 55, Clav. -Violinsonate
Op. 98, Phont. f. zwei ClaviereOp. (3, Ballade „Der Harfner"
u. Baritonlieder „Waldeinsamkeit", „Die drei Zigeuner" und
„Die Waldhese". (Ausführende: Ehepaar Paur [Clav.], HH.
Griffith u. Seitz a. Dresden [Ges.], Hilf [Viol.], Schwedler,
Kessner, Rudolph u. Wünsch [Bläser] v, hier.) (Dem Coucert
hängte der Componist noch eine ^anze Reihe Ciaviervorträge an.)
Magdeburg. 2. Harmonieconcert (Kauffmann); Suite
„L'ArlöaieQne" v. Bizet, „Meistersinger"- Vorspiel v. Wag-
ner, Solovortr&ge des Frl. Pläddemann a. Breslau (Qesang,
-Solvojg's Lied" v. E. Grieg, „Im Maien" v. J. Schäffer,
Altdeutsches Volkslied v. M. Fiüddemann etc.) u. des Hm.
Dr. Jedliczka a. Berlin (Clav., Amoll-Conc. v. Schumann etc.).
— Am 30. Nov. Aufführ. v. Brahms' Deutschem Requiem
durch den Kirchengesangver. (Rebling) unt. Solist. Hitwirk,
des Frl. Wehe u. des Hrn. Heüigtag v. hier.
Merseburg. Aoffiihr. v. Brahms' Deutschem Requiem
durch den Gesangver. (Schumann) am 20. Nov. im Dom.
Plauen l. V. Geistl. Oonc. in der Hauptkirche, ausgef.
unt, Leit. des Hm. Riedel vom Kirohenchor. Lehrergesang-
ver. n. Musikver., Prl. Strauss-Kurzwelly a. Leipzig (Ges.) u,
Tin. Fiedler a. Görlitz (Ges.) und Schnackenberg (Orgel) am
•M, Nov.: „Domacene" f Orch. ii. Orgel v. C. A. Fischer,
Ein deutsches Requiem v. Brahms.
Potsdam. Am 26. Nov. Aufführung von Hendelssohn's
.Elias" durch den Gesangver. f. dass. Musik (Oehhardt) unt.
aolist. Mitwirk, der Frle. Oberbeck u. Nittsohalk u. der HH.
Kirchner a. Rolle.
Rostock, l.Orch.-Conc. des Ver. Rostocker Musiker (Dr.
Thierf eider) unt. Mitwirk, des Sängers Hm. Severin a. Berlin:
Symph. Dicht. „.Julinacht" v. 0, Riem.'nschneider, Fest-
marsch f. Orch. V. E. Lassen, „Die Ruinen von Athen" v.
Beethoven, Monolog a. „Aennchen von Tharau" v. H. Hof-
Rotterdam. Conc. v. Rotte's Mannenkoor (Vorhey) am
an. Nov.: Chöre v. Gernsheim („Salamis", m. Clav.). W. de
Haan („De Zee") u. C. T. Konradin („Die Nacht ist hehr
und heiter"), „Zigeunerheder" v. Brahma (Frau Haase-ßosso,
Frl. Lüning u. HH. Bakkes u. Stoon), Solovorträge der Frau
Haase-Bosse (Arie a, „Der Widerspänstigen Zähmung" von
Goetz, „Tandaradei" v. Stange, „Die stille Rose" v. M.
Ruthen u. Zonnelied v. C. van Sennes).
Rudolstadt. 2. Kammermusik der HH. Gott^chalk, Bött-
fir. Bloss o, Brand (Streicher) unt. Mitwirk, der Sängerin Frl.
er!a. Sondershausen : Streichquartette v. Mendelssohn (Emoll)
u. Schumann (Fdur), Gesangsoli v. R. Wagner (a, „Lohen-
grin" u. „Tannhäuser"), Ad. Jensen („0, lass dich halten"),
Schubert n. Bruch (Seren.).
Schaff hausen. 1. Abonn.-Conc. des Mnsik-CoHeg. (Flit-
uer): 3. Symph. v. Beethoven, „rell"-Ouvert. v. Bo^ni, Solo-
vorträge der Frau Gmür-Harloff a. Bergen (Ges., Bolero von
Massö, „Stille Sicherheit" v. Franz, „Maria, önadenmutter"
v. Sinding, „Blumenorakel" v. Maecagni etc.) u. des Hrn.
Naumann (Viol., Concert-Allegro v. Bazzini, Intermezzo a.
„Gavalleria rusticans" v. Mascagni u. Mazurka v. Zar-
zycki).
Strassburg 1. E. Conc. des Frl. v. Münchhauaen (Oes.)
u. des Hm, Bbert- Buchheim (Clav.) unt«r Mitwirk, der HH.
Layer-Popelka (Viol.) u. Dr. Kaiser (Declaro.) am 12. Nov.:
Soli f. Qes. V. Grieg (Wiegenlied), Brahms („Es liebt sich
so liebhch"), Ebert-Buchneim (Abendlied u. „Herz, mein
Herz"), Liszt („Loreley") n. A., f. Clav. v. Beethoven (Son.
Op. 101), Caiopin, Erb (Valse-Impromptu), Reinecke (Emoll-
ßallade) u. Liszt (9. Ungar. Rhaps.) u. f. Viol. v. Spohr u.
Bazzini (Kondo des Liitins), declam. Vorträge.
Wernigerode. 40. Stiftungsfest des Ge^tngver. f g. M.
(Ebrhardt) am 23. Nov. m. Mendelssohn'a „Elias" unt. aolist.
Mitwirk, des Prl. Martini a. Leipzig, der Frau Stöbe a. Hat-
berstadt u. der HH. Trautermann a. Huugar a. Leipzig.
Wiesbaden. 3. Eünstlerconc. des Curorch. (LOstner):
Ddur-Symph. v. Haydn, Gmoll-Conceri»uvert. v.J. Joachim,
zwei linear. Tänze v. Brahms, Violinvorträge des Hm. Prof.
Dr. Joachim a. Berlin.
Zeitz. 11. Stiftungsfest des Gem. Chors (Löbus) mit
H. Hofmann's „Ediths" f Soli, Chor u. Orch. unter solist.
Mitwirk, der Frls. Brange u. Bettega a. Leipzig u. der HH.
Glömme a, Dresden u. Hauachild v, hier,
Zerbst. Conc. des Kirchenchors (Preita) unt. soliat Mjt-
wirk, der Frauen Toberentz u. Preitz (Ges.) u, des Hm. Heer-
haber (Org.) am 30. Nov.: Gem. Chöre von OrÜger, Gallns,
S. Bach u. Fasch („Requiem aeternam" f. achtstimm. Chor u.
acht Solostimmen), Männerchäre v, Mendelssohn u. H.Franke
(„Ich hebe meine Äugen auf"), „Mache mich selig, o Jasa"
f. Sopransoio u. vier Knabenstimmen m, Org. v. A. Becker,
Altsolo „Verlaas mich nicht" m. Org. v, N. v. Wilm, Orgel-
soli V. Mendelssohn, J. G. Töpfer (Choral Vorspiel „Was Gott
thut") u. Merkel (Adagio).
• ViralliU Fros;ra.
n Ort u
Engagements und GSste in Oper und Conceri.
Berlin. Gegenwärtig übt in der k. Oper Hr. Emil Götze |
mit seinem süssen Gesang eine seltene ma^etische Kraft auf
das Publicum aus. Derselbo soll bereite, wie es heisst auf des
Kaisers Wunsch, als festes Mitglied ^r das Institut gewonnen >
worden sein. — BrQssel. Frl. Barbi hac mit ihrem vor-
trefflichen Gesang hier grossen Eindruck gemacht, nament-
lich in italienischen und deutschen Liedern. Reicher Beifall i
wurde ihr zu Theil. — Copenhagen. Hr.Edvard Grieg und !
seine Frau , die mit ihrem echt poetisch inspirirt^n Gesang •'
wahrhaft packend wirkt, gaben hier Ende v. Mts. ein stark f
besuchtes und mit Begeisterung aufgenommenes Concert. Im f
1. Philharmonischen Concert war Frau Moran-Olden der
enthusiastisch gefeierte solistisohe Gast. — LOttlch. Ueber
alles Lob erhaben waren die Gesangvorträge des Frl. Barbi,
ausgezeichnet durch Geschmeidigkeit der reichen Stimme,
empfindunga vollen Vortrag und vortreffliche Deolamation.
Von den zwei Brahms'schen Liedern wurde das „Vergebliche |
Ständchen" mit Begeisterung aufgenommen und musste
657
wiederholt werden. — TPiest. Die Operntruppe, welche Im-
presario Strakosch fiir die . nächste Saison des Communal-
theaters engagirt hat, besteht aus den folgenden Künstlern:
den Damen Bellincioni, Careta, French, Reid, Boe-
lants, Mozzoli-Orini und Strakosch, sowie den HH.
Stagno, Lhörie, Sammarco, Rover^ und Monchero,
über welche Hr. Vanzo als Dirigent schalten wird. Ausser
der Oper sollen noch zwei Ooncerte, ein solches mit Wagneri-
schen Werken unter Hans Richter 's, ein anderes mit fran-
zösischen Werken unter Colonne's Leitung, stattfinden. —
Wien. Frau Klaf sky, welche auf Engagement in der k. k.
Hofoper, als event. Nachfolgerin der Frau Matema, gastirt,
debutirte als Fidelio, ohne jedoch den Erwartungen, £e man
an ihr Auftreten geknüpft hatte, voll zu entsprechen. Der
Wirkungskraft ihrer Darstellung stand namentlich die Massig-
keit des Stimmvolumens entgegen. Der Erfolg war aber
immerhin ein grosser. — Zeitz. "In dem letzten Concert des
„Gemischten Chorvereins" wirkte in dem Chorwerk „Editha"
von H. Hof mann solistisch u. A. Frl. Else 6 ränge aus Leip-
zig mit, welche, in noch höherem Maasse als bei einem
früheren Auftreten in unserer Stadt, das Publicum mit ihrem
reizvollen ü-esang und der innigen Empfindung ihres Vortrags
entzückte.
Kirchenmusik.
Leipzig. Thomaskirche: 17.Dec. „Macht hoch die Thür"
V. Hauptmann. „Es ist ein Ros entsprungen" v.O. G.Reissiger.
Vermischte Mitthellungen und Notizen.
"* Die Mozart-Stiftung zu Frankfurt a. M. vergibt am
1. Sept. 1893 von Neuem ein Stipendium an einen jungen
Musiker, der sich in der Composition ausbilden will, be-
stehend in einer Freistelle am Dr. Hoch'schen Conservatorium
zu Frankfurt a. M. und einem jährlichen Geldbeitrag von
1500 Ji. Der Umstand, dass ein zweijähriger Besuch gen.
Musikschule Bedingung für den Stipendiaten und an derselben
ein so conservativer Musiker, wie Hr. Dr. B. Scholz der Haupt-
lehrer für Composition ist, dürfte manchen Kunstjünger ab-
halten, sich um dieses Stipendium zu bewerben. Die Bewer-
bungen haben bis zum 31. Januar 1893 zu geschehen. Näheres
über die weiteren Bestimmungen ist vom Yerwaltungsaus-
schuss der Stiftung zu erfahren.
* Die sogenannten Concerts-Conferences, von denen
wir neulich aus Paris berichteten, haben in Epernay und
Nancy, begleitet von lebhaftem Erfolg, ihren Anfang ge-
nommen.
* Die erste Production desBrodsky-Quartetts oder viel-
mehr des Symphony String Quartett inNew-Yorkin diesem
Winter war ein Hocngenuss, wie er selten vorkommt. Grössere
Schönheit, Zartheit und Adel, als die Streicher im langsamen
Satz von Beethoven's Op. 132 entwickelten, Hess sich kaum
ahnen.
* Wagner's „Götterdämmerung" ging am 10. Dec. erst-
malig über die Bretter des k. Opernhauses zu Budapest und
erregte eine tiefe "Wirkung auf das Auditorium. Unbeschreib-
lichen Jubel erregte das Werk bei seiner am 18. Dec. unter
Klughardt's Führung vortrefflich verlaufenen Premiöre im
Hoftheater zu Dessau.
* Im Krolltheater zu Berlin hat auch die zweite italie-
nische Novität, „Mala Vita** von U. Giordano, einen ent-
schiedenen Erfolg gehabt, allerdings zum TheU mit infolge
der glanzvollen Mitwirkung der Damen Bellincioni und
Moran-Olden.
* Am 9. Dec. wurde in der Grossen Oper zu Paris die
s. Z. aus dem Concours Cressent preisgekrönt hervorgegangene
einactige Oper „Stratonice" von Aux Fournier erstmalig
aufgeführt.
* Eine der im Concours Sonzogno preisgekrönten Opern,
-Rudello" von Vincenzo Ferroni, hatte kürzlich im Carcano-
Theater in Mailand einen nicht unbestrittenen Erfolg, wohl
in Folge mangelhafter Aufführung.
* Das Th6ätre des Arts in Bouen hat mit den Opern
„H^rodiade^ und „Manon" von Massenet grosse Erfolge ge-
habt, ebenso hat die erstere Oper in Bei ms volle Häuser
gemacht.
* Hr. Dr. v. Bülow ist seit einiger Zeit leidend, sodass
er verhindert war, das 5. Abonnementconcert in Hamburg zu
leiten. An seiner Stelle erschien Hr. Theatercapellmeister
Mahler, der sich nach den „H. N." bei diesem Anlass als
ganz ausgezeichneter Dirigent erwiesen hat.
* Das berühmte Wiener Hofopernorchester soll nach
dortigen Zeitungsmittheilungen am Hungertuche nagen, in-
dem nur 28 Mitglieder der 108 Köpfe zählenden Elitecapelle
sich eines 760 Gulden übersteigenden jährlichen Einkommens
zu erfreuen hätten. Das wäre allerdings eine Bezahlung, wie
man sie an anderen Hof- und besseren Stadttheatern nur
selten antreffen wird.
* Der ausgezeichnete Violinist Hr. Prof. Halir in Wei-
mar hat soeben eine grössere, überall aufs Bühmlichste für
ihn ausgefallene Concertreise über Frankfurt a. M., Trier,
Bremen, Strassbur^ i. E., Mannheim, Bestock, Kiel, Hamburg,
Hildesheim, Düsseldorf, Prag, Eisenach etc. vollendet.
* Der Leipziger Theaterpächter Hr. Staegemann hat so-
eben nachfolgenden höchst charakteristischen Ukas an die
Mitglieder des Stadtorchesters, das seinen Weltruhm bekannt-
lich der Mitwirkung in den Gtewandhausconcerten, nicht aber
dem Theaterdienst verdankt, höchsteigenhändig erlassen:
„Den geehrten Mitgliedern des Stadtorchesters hierdurch zur
Kenntniss, dass diejenigen Herren, welche sich bei irgend
welchen Mitwirkungen in Concerten etc. als Gewandhau s-
Orchestermitglieder bezeichnen oder bezeichnen lassen,
statt sich des omciell vom Rath eingeführten Namens »Mit-
glieder des Stadtorchesters« zu bedienen, auf keinerlei
Urlaub weder für hiesige, noch auswärtige Concerte etc. vom
Unterzeichneten zu rechnen haben."
* Hr. Prof. M. Bruch erhielt den bayerischen Maximi-
liansorden für Wissenschaft und Kunst verliehen.
Todtenliste. FrauChartondeMeur, vortrefiliche Büh-
nensängerin, auf verschiedenen französischen und fremden
Bühnen zu Kuf gelangt, f am 30. Nov., 68 Jahre alt, in Paris.
— Frau Kriete- Wüst, k. Hofopemsängerin a. D. in Dresden,
die erste dortige Darstellerin der Irene in Wagner's „Bienzi",
t, 78 Jahre alt, am 13. Dec.
Kritischer Anhang.
Zwanglose BUcherschau.
Von Df. Arthur Seidl.
(Fortsetzung.)
In einem ähnlichen Sinn veraltet oder doch wenigstens
altmodisch in der ^nzen Form berührt uns auch — so kurz
es erst erschienen ist — ein Werk wie
-Die Geheimnisse der Tonkunst" von Dr. Alfred
Schüz (Stuttgart 1891, J. B. Metzler'scher Verlag),
veraltet und altmodisch, weil es uns wie eine unmoderne,
unzeitfi^emässe Auferstehung der Schubart, Hand, Schilling,
auch Lemcke und Consorten anmuthet, die wir wahrlich
nach den neueren Forschungsresultaten endlich überwimden
glaubten. Es scheint für einen Leserkreis wie den der ehe-
maligen Tonger*schen Musikzeitung („Wer Vieles bringt" etc.)
berechnet zu sein und hat sich dcunit sein TJrtheil eigentlich
selbst gesprochen. Es will zu viel in sich vereinigen, nandelt
über Omnia et quaeque alia; Trivialität und Oberflächlichkeit
ist seine Signatur, und wenn wir das Facit über das Ganze
ziehen wollen, so müssen wir mit einem beliebten Ausdruck
der politischen Journalistik leider von ihm sagen: „es ent-
behrt jeder Begründung". Sein Hauptfehler ist vor Allem
der , dass sein Verfasser — ähnlich wie jene braven Leute,
aber schlechten Philosophen, die in jedem Naturvorgang schon
das „Wunder" sehen — allüoerall „Geheimnisse" wittert, und
zwar besondere „Geheimnisse der Musik", dieser Kunst vor
allen Anderen specifisch eigenthümliche, aber doch schliess-
lich immer nur dasjenige (xeheimniss dabei meint und dann
nicht einmal aufdeckt, welches eben das psvchophysische
Gebiet unserer Wissenschaft überhaupt noch ieute umgibt.
r
658
SchoD die Schilderung des „Doppelwesens der Musik" (die
im Mittelpunct des Ganzen at«ht und aaf die sich der Ver-
fasser oiaeDtlioh etwas znguM thut), d, h. die gleich-
werthige Annahme der Musik als .Tonspiel" und als „Ton-
sprache", verräth einen h&chst bMenklichen, gftnzKcn nn-
frxtchtbaren Eklekticismus , der sich u. E. im weiteren Ver-
laufe des Werkes schlieaalich bis zur wissenschaftlichen
Charakterlosigkeit auewächst. Aber auch im Einzelnen —
ungeachtet so mancher treffenden oder anregenden Aper9us
— vermag es ernstgemeinter, wiBsenscbaftlicher Betrach-
tung nicht zn genügen. Kurz, ^gen das Buch Uesee sich
so viel sagen, dass ica hier ear nicht erst anfangen und mich
auf Einzelheiten n&her einlassen kann. Ich meine nur un-
maassgehlich, es konnte eben so gut auch ungeschrieben
bleiben. Jedenfalls wUrde durch Nichtbeachtung desselben
keinerlei Lücke in unserer Fachästhetik entstanden sein, und
zum mindesten steht för mich wieder so viel fest: daaa wir
doroh die vier im Obigen besprochenen Studien, also in den
letzten 9—3 Jahren, leider wieder einmal nm keinen einzigen,
ernstlichen Schritt in der Lösung des musikphilosophiscnen
Problems vom Flecke gekommen sind. Auch die letzt-
erwähnte Schrift vorsagt ja wieder durchaus da, wo sie Über
die Psychologie in Sonderheit des musikalischen Schaffens
EtwtkS zu geben versucht. Mit um so grösserer Spannung
sehen wir daher einem neuen, grundlegenden Werke in diesem
Sinne aus der berufenen Feder Fr. von Hausegger's entgegen,
das — wie mir private Mittheilung ward — sich mit dem
_Jen.si3it6 des Künstlers" vornehmlich beschäftigen will und
di4mit gerade das Hauptproblem der Musikästhetik (nach dem,
was wir von dem Autor im Hinblick auf seine bisherieen
werthvollen Beiträge stets zu erwarten haben} zweifelsohne
um ein Bedeutendes weiter filrdern wird.
Den üebergang von der ästhetischen zur historischen
Forsi'liimg vermitteln uns
Philipp Spitta's Sechszehn Anfsätze „Zur Musik";
Berlin, 1892,
wt^L'h'' mit ihren beiden ersten Capiteln „Kunstwissenschaft
u)]i| Kirnst", sowie ,,Vom Mittleramte der Poesie" noch an
r:i,-ii diu Gebiet participiren. Dass auch diese beiden Essais
^iir Kimstwissenschaft der musikalischen Aesthetik keinen
!!■ !!■ II. pioductiven Weg zu zeigen vermögen, das wird dem-
Ji^Tii^;. ir sofort einleuchten, der nach dem oben Gesagten darin
im. !il-..-t, wie Über die Selbstbeobachtung dee Künstlers,
des'i.ii eiKene Aussagen über den Schaffensvorgang in ihm,
viiiri Ver&sser genrtheilt wird. Wie wir gesehen haben,
u'i.rl' II gerade diese Selbstbeurtheilung imd Selbstschau, diese
Iii'k< iinrnisse des Künstlers aus seiner eigenen Werkstätte
lii.'i.'ii~ tür die Zukunft der Schlfkssel zur tieferen Erkennt-
□.!■-'■ ili't' I'ntstehung eines schönen Eindruckes werden können.
Aber auch sonst Hflnde ich mich dem Werke und seinem
vomebmen Doctrinarismus gegenüber in einer ganz eigen-
thümlichan Yerfassnn^ und bin leider so ketzerisch, von mir
bekennen zn müssen, dass mich das voluminöse, in so apart«m
grossen Format erschienene Buch mitunter — recht sehr
gclang^veilt hat. Auch kann ich mir nun einmal nicht helfen:
K. Wagner in seinen kurzen Darlegungen und Mittheilnngen
über SpoDtini, Spohr und Weber war fÖr mich interessanter
oder doch wenigstens lichtvoller, als Hr. Professor Spitta
in den bezüel. Abhandlungen; auch Brendel mit seiner geist-
vollen Parallele Bach-Händel gab mir eigentlich mehr und
Neueres, als der Hr. Bach -Biograph und Herausgeber der
Schütz'schen Werke in seinem (^d&chtniss- Artikel „Händel-
Bach und Schutz" es gethan; ja, sogar der begeisterte, ebenso
Schwung- wie überaeugunKSvolle Aufruf des verstorbenen
L. Nohl über das gleiche Thema (erschienen in den „Bayr.
Blättern" 1886) war mir schliesslich doch lieber, als die
akademischen Betrachtungen Über eine möghche „Wieder-
belebung protestantischer Musik auf geschichtlicher Grandlage"
bei unserem Hm. Ver&saer — ein solch räudiges undfär
die strenge Musikwissenschaft (will sagen: sburren Histori-
cismus) verlorenes Schaf bin ich nun einmal! Und auch das
ist nur zu charakteristisch: der Name B. Wagner wird in
dem ganzen voluminösen Bande vielleicht vier oder Auf Hai,
höchstens kurz gestreift — eine solch brennende Frage,
eine so sehr die Zeit bewegende und die G«mllther be-
schäftigende Erscheinung! Alles Andere* erscheint dam Em.
Gelehrten wichtiger, a& gerade dieses. Kurzum, um es
ganz dentlich zn sagen: mein Standpunct ist es — trotzdem
ich dereinst einmal Hörer der Collegien Spitta's an der Ber-
liner Universität war — nicht, den der Hr. Verfikaser ver-
tritt; kaum begreife ich, seit ich ins Leben hin ausgetreten
bin, überhaupt noch mehr, dass ihn Jemand vertreten kann.
Indees möclite ich trotz dieser meiner, derjenigen des Buches
völlig diametral entgegengesetzten Bichtung keineswM« ver-
kennen, dass es für Leser eben jener Bichtung manch Wertb-
voUes und Eigenartiges, Belehrendes sowohl als Anregendes
bieten mag, wie denn auch die besondere, zurückhaltend vot^
sichtige Form des Auadrackes, die grosse (nur all zn grosse)
Objectivitftt. die manchmal so feine Ironie und nicht zuletzt
die erstaunliche Belesenheit des Hm. Autors immer eine
Eigenart dee Werkes begründen wird, sodass Jene, es zu
lesen, hierdurch nicht etwa sich abhalten lassen wallen. An
Besonderheiten wäre ausserdem vielleicht noch zu vermerken,
dass Betrachtungen, wie diejenigen über Qoethe's Verb<-
niss zur Musik nur für den ersten Augenblick mit ihren
Ergebnissen den Schein der Richtigkeit tut sich erwecken
dürf^«n, aber, da sie — wiewohl geistvoll und neu — das
Verhältniss geradezu auf den Kopf stellen, bei näherer Prü-
fung als durchaus verkehrte una schon im YoraussetzuLgs-
kerne verfehlte alsbald doch verworfen werden müssen. Und
das ist nicht etwa Standpuncts- oder Auf&ssungssache, son-
dern läset sich zufell^ auch „historisch" gar wohl erweisen.
Diesmal scheint die Historie eben ihrem Meister einmal gründ-
lich durchgebrannt zu sein. Ob reine Becensionen und Be-
sprechungen (wie die über E. Pohl'a Haydn - Biographie,
Nottebohm's „Beethoveniana" oder gar über die „Todten messe"
von Herzogenberg — diese unter dem etwas gewagten, weil
mehr versprechenden Titel; Musikalische Seelenmessen) aja
würdig, der Zeitschrii'ten -Vergessenheit entrissen und in
eine solche Sammlung mit aufgenommen ku sein, empfanden
werden , überlassen wir dem privaten Ermessen eines jeden
einzelnen Leeers; allerdings aber bedurfte die Aufnahme des
Aufsatzes über Riesemaon gar sehr der besonderen Becbt-
fertigung, und bleibt selbst darauf hin noch nicht ohue
Einwand.
(Fortsetzung folgt.)
^, y. in X. Geduldieen Sie sich bis zum Januar;
jetzt positiv unmöglich, aas Proeramm-Material in der gew.
schnellen Weise zu verwerthen. TJnd nur Conoertumscbau zu
bringen, geht doch eret recht nicht!
IK G. in M. Es bleibt uuter allen Umständen eineUn-
gebörigkeit, vom Concertbesucher noch eine Extrasteuer für
" iadertextezuerheben.resp, ihm dieselben vorzuenthalten.
B I- i e T^s. asten.
Nebensache ist, nicht zu zahlen Lost hat. So viel wir
wissen, ist Hr. Hermann Wolff in Berlin der Entdecker dieser
modernen Geldquelle und deren eifrigster Nutzniesser. Sein
Beispiel ahmen die kleineren Leute seiner Branche tapfer nach.
N. S. in C, Wir haben noch von keinem berähmten
Pianisten gehört, dass er sich des bezeichneten gymnastischen
Hilfsmittab bedient habe, so zweckdienlich dasselbe in man-
r den geforderten Betrag, dessen Höhe dabei vollstiQ- eben Fällen gewiss auch sein wird.
Anzeiareit.
Fr. Liszt,
Teelmlsclie Studien für Piano-
forte. 13 Heft« ä J( 3,—,
(Heft X. Doppelheft Jt 6,—,)
Stadien sind in den bedeutendsten Conservatorien des
In- und Auslandes eingeführt, [1561a.]
Verlag von J. Schuberth tt Co., Leipzig.
Verlag v
1 £!. TT. Fz-itstsola
74 Kinderlieder
Leipzig,
far eine Slngatlmme mit
ClavleFbegleftung
Guido Nakonz.
S eleg. cartonnirte Bände ii S M. netto.
659
Jo». AibI Verlag in MO neben.
pmT" -^^
OoinpositiorLen
von
Hans voD Bfllow.
YerL-No. Ji ^
2643. Op. 6. Fünf Lieder ftir eine hohe Bass-
stimme mit Glavierbegleitong. Dritte Aus-
gabe. No. 1. Freisinn (Goethe): „Lasst mich
nur". No. 2. Der Fichtenbaum (Heine) : „Ein
Fichtenbaum steht**. No. 3. Wunsch (Meiss-
ner): „0 könnte doch". No. 4. Nachts
(H. Grimm): „Blüthen öf&ien". No. 5. Volks-
lied (Immermann): „Die schönste Böse** . . 2 —
Op. 20. Nirwana! Orchester - Phantasie in
Ouverturen-Form.
2888a. Partitur netto 6 —
2388b. Orchesterstimmen 12 —
2889. Glavierauszug zu 4 Händen', übertragen von
Rieh. Sleinmichel 5 —
2292. Op. 27. Lacerta. Impromptu pour le Piano.
Seconde Edition soi^eusement revue . . 2 50
2477. Pour Violon avec accompagnement de Piano
par L. Abel 8 —
2398. Op. 28. Königsmarsch. Für Ciavier zu
2 H&nden vom Componisten 2 50
2409. Für Glavier zu 2 H&noen leicht eingerichtet
von Bich. Kleinmichel 2 60
2407. Für Ciavier zu 8 Händen eingerichtet von
J. v.Vögh 4 —
1926. Der König von Thule (Gk)ethe): „Es war
ein König", im Volkston componirt fiir
eine Stimme mit Ciavierbegleitung ad lib. 1 —
1 922. B o m a n z e für Tenorstimme mit Clavierbeglei-
tung: ^ahin sind nun die Leidensstun-
den". Zum. dritten Act von Hal6vy's:
„Musketiere der Königin" comp — 60
Bayerische Volkshymne. GMicht von
M. Oechsner. In Es für einstimmigen
Chor oder für eine Singstimme allein:
2394e. Singstimmen ä netto — 5
In Es für vierstimmigen gemischten Chor:
2394b. Singstimmen ä netto — 6
2894a. Ciavierauszug netto — 20
In G fär vierstimmigen Männerchor:
2894d. Singstimmen ä netto — 5
2394c. Ciavierauszug netto — 20
Für Blechmusik allein oder als Begleitung:
2394f. In Es. Partitur netto — 20
2394g. In G. Partitur netto — 20
2379. Drei schottische Lieder für 1 Singstimme
mit Ciavierbegleitung. No. 1. An Marie,
die Verklärte (Gedicht von Bob. Burns).
Text deutsch und englisch. Deutsche
TJebersetzung von E. Spitzweg. No. 2.
Hell ^eht die Sonn in FranliTeich auf
rJacobiten-Lied). No. 3. Die schnee weise
Böse (Jacobiten-Lied) 1 60
Für den Weihnachtstisch!
Hey, Julius,
Blau cartonnirt mit schönem künstlerischen Titelbild.
J( 3,—. [1664a.]
Eine schmucke und gediegene Weihnaehtsgabe!
Neuer Verlag von Breitkopf & HSrtei, Leipzig
Verlag von E. W. Fritzseh in Leipzig.
DliAinKAittfVAit I Op- ^- n^^<^i^^^^^**' Ck>ncertskizze
MtjlllVOrgCr, Jt9 f&r das Pianoforte. Jt 2,—. [1566.]
ImVerlage von E.W. FritxscliL in Leipzig erschien unlängst :
Richard Wa^er's geistige Entwici^elimg.
Versuch einer Darstellung der Weltanschauung
Richard Wagner's
mit Bücksichtnahme auf deren
Verhältniss zu den philosophischen Bichtungen
der Junghegelianer und Arthur Schopenhauer's
von
Hugo Dinger.
Band I. Die Weltanschauung Richard Wagner's In
den GrundzUgen ihrer Entwicicelung.
Vorwort. [1566.]
Bichard Wagner's Persönlicheit.
Erstes Capitel. Die Periodisirung des Entwickelungsgan-
ges Bichard Wagner's.
Zweites Capitel. Die erste Hauptperiode (1813—1849).
I. Allgemeines.
§ 1. Die metaphysisch-religiösen Anschauungen Wag-
ner's während der ersten Hauptperiode.
§ 2. Die ethischen Anschauungen Wagner's.
§ 8. Die politischen Anschauungen Wagner's während
der ersten Hauptperiode.
n. Charakteristik der fimzelperioden.
§ 4. Die Periode der rein conventioneilen Nachahmung.
1. Von den ersten künstlerischen Versuchen his
zur Vollendung der Oper „Die Feen".
2. Wagner im Gefolge des Jungen Europa*'.
8. „Bienzi**.
§ 6. Künstlerische Emancipation.
§ 6. Beformationsbestrehungen.
1. Versuch einer Beformation der „deutschen
Oper«.
2. Wagner im Conflict mit seiner Thätigkeit am
Honheater zu Dresden.
8. Wagner's Eintritt in die politisch-socialen Be-
wegungen der vierziger Jahre.
A. Eintritt in den Ideenkreis der Junghege-
lianer imd der „Demokraten". Vereinigung
von künstlerischen und politischen Postu-
laten. Aufsatz über Devrient's Geschichte
der Schauspielkunst.
B. Wagner im Anschlüsse an die politischen
Parteibestrebuneren der „demokratischen
Partei". „Die Vaterlandsvereins-Bede".
Drittes Capitel. Bichard Wagner und der Mai-Aufstand
zu Dresden.
Viertes Capitel. Zwei bisher unbekannt gebliebene Auf-
sätze Wagner's für die „Volksblätter".
Fünftes Capitel. Die zweite Hauptperiode (1849—1888).
I. Wagner unter dem Einflüsse der Philosophie der
Junghegelianer.
§ 1. A&gemeine Charakteristik dieser Periode.
§ 2. Die metaphysischen und religiösen Anschauungen
Wagner's während der Junghegel'schen Periode.
§ 3. Die ethischen Anschauungen Wagner's wfiJirend
der Junghegel'schen Periode.
§ 4. Wagner's politische Anschauungen während der
Junghegel'schen Periode.
§ 6. Kunstlehre Wagner's in der Junghegel'schen
Periode.
II. Wagner unter dem Einflüsse der Philosophie Schopen-
hauer's.
§ 6. üebergang zu Schopenhauer. Allgemeine Cha-
rakteristik dieser Periode.
§ 7. Die metaphysisch-religiösen Anschauungen Wag-
ner's in der letzten HiEiuptperiode seines Lebens.
§ 8. Ethik.
§ 9. Politische Anschauungen.
§ 10. Kunsttheorie.
Tabellarische Uebersicht über die Entwickelung der Welt-
anschauung Bichard Wa^er's.
Verzeichniss der Varianten zwischen den Originalausgaben der
Wagner'schen theoretischen Schriften und dem Abdruck der
zweiten Auflage der G^esammelten Schriften u. Dichtungen.
Litteratur- Verzeichniss.
Preis broch. M. 6,— •; K^h. M. 7950.
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Ilmr HaJ. der Kaiserin ron Deotaeliland nnd ESnigin ron PreniaeQ,
Ihrer Haj. 4er Königin von England,
Sr. Kalserl. nnd KOnigl. Hoheit des Kronprinzen von Deutschland und
Sr. KSnigl. Hoheit des Prinzen Friedrich Carl von Preassen,
Sr. KSnigl. Hoheit des Herzogs von Edinburgh.
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Bei Jos. AibI Verlag in München ist erschienen:
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(„Ave Maria", neu untergelegter Text) von
W. A. MOZART.
Herausgegeben von JOS. VENZL.
-* 4
'Kleines zwölfstimm. Orchester (ad libitum Harfe od.
Ciavier) mit Directionsstimme 2 60
■Violine nnd Ciavier I —
'Violine, CJavier und Harmonium 1 20
•Violine, Ciavier, Harmonium und S. Violine . . . 1 öO
•Violine, Clavior, Harmonium (ad libit.; 2. Violine,
Viola und 2 Violoncelli) 2 —
*F10te, Violine, Ciavier oder Harfe (adlib.: Violon-
cell, Harmonium oder Ciavier) 1 80
**ClaTler ku S HKnden — 80
■* eis vier KU 4 HKoden 1 30
•*CIavier und Harmonium 1 —
**Violoncell und Ciavier 1 —
t'VIol« und Ciavier 1 —
-)-■ Sopran und CI«Tler 1 —
■fSopran, Ciavier und Harmoninm oder Orgel ... I —
■j-'Sopran, 3 Violinen, Viola, Violoncell, Bass und HoT'
monium oder Orgel 2 —
t'Alt und Clavler 1 —
t'Ält, Ciavier und Harmonium 1 20
* übertragen von Josef Venzl.
•• übertragen von Hermann Ley,
t mit neu untergelegtem Text. [1B79.1
IV Vortragsstflck ebenso für KUnstler wie Dilettanten I
Verlag von E. W. Fritzsch injieipzig.
Eduard de ^?' ^^' Hanemtanz. (La Danse des Sabote.)
u>_»A« Charakterskizze für Violonc«ll mit Pianoforto
nanog, ,^ 2^50. [i67a.i
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Soeben erschien:
[1574-.]
aIHesse'sDeBtsclle^MBte^Kaleflde^tMi
Mit den Portraits und Biographien von S. Jadas-
sohn, Carl Attenhofer, Edvard Grieg, August Bangert,
Grat Gessa Zichy und Paul von Jankö, sowie mit einer
Concertumschau von Dr. Hugo Riemann und einem
ca. 26,000 Adressen enthaltenden Adressbuche.
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Kalender ist mit jedem Jahre grösser geworden, auch der neue
Jahrgang wird gewiss wiederum allgemeinen Beifall Ünden. —
QrOsate ReiehhaUigheit des Itthatts, Bchöne AuBaUtUutig, äauer^
hafter JBÜnband und aetiT hüligev Frei» sind die Vormüge
dieaet Kalendera,
Zu beziehen durch jede Buch- und Musikalienhandlung.
Max Hesse'« Verlag in Ijeipmig^
Eilen burgepstr. 4.
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19. Auflage. Gebunden 1 Ji. [ 15761. |
Verlag von J. Schaberth A Co., Leipzig.
Soeben erschien
WM ff I
Lied für eine Singstimme
mit Pianoforte
von
[1576b.]
Christian Sinding.
Hoch, mittel, tief.
Pr. 60 Pf.
Von Frau Anna Hildach mit is^rossem £r-
folfl: Kesans^en.
Leipzig, bei Rob. Forberg.
Christiania, bei GebrQder Hals.
Im Verlage von Julius Hainauer,
kgl. Hof-Musik; ilienhandlung in Breslau,
sind erscliienen: [1577.]
£ieder und 9esänge
mit Begleitung des PianffTorte
von
Jenö Hubay.
Opus 8. FOnf Lieder für eine Singstimme mit deutschem
und ungarischem Text. Ausgaben für hohe und für
tiefe Stimme. No. 1, 2, 3, 5 a 75 /Ä. No.4 1 U»
Opus 29. Fünf Gedichte von Carmen §ylva für eine
Singstimme. 2 J(>
Opus 31. Fünf Petöfl- Lieder in ungarischem Stil
für eine, Singstimme. Ausgaben für hohe und für
tiefe Stimme. No. 1, 2, 4 i 1 ^, No. 3, 5 ä 75 /^.
Opus 36. Lieder einer Rose. Für eine Singstimme.
No. 1, 2, 3, 4 4 75 4.
Jos. AibI Verlag in Miinchen.
Nicolai von Wilm.
Op. 49.
Dp. 53.
Op. 20. Drei instructive Sonatinen für Clavier zu
2 Händen:
No. in C, No. 2 in DmoU, No. 3 in D . . ä
Neue Ausgabe mit Fingersatz.
Op. 31. Völker und Zelten Im Spiegel ihrer
Tänze.
17 Original-Glavierstücke. 5 Hefte . . . . k
Dieselben zu 4 Händen. 5 Hefte. (Inhalt: siehe
Kataloge) ä
Deux Capriees pour Piano. No. 1. Fdur.
No. 2. Amoll k
Eine Nordlandfahrt. Suite No. 4 für
Clavier zu 4 Händen.
No. 1. Meerfahrt und" Landuug . .
Bei den Hirten
Holzschuhtanz
Mitternachtssonne
Blick auf die stillen Seen . .
Abschied und Heimkehr . . .
Complet in 1 Heft .
Phantasie (Fmoll) für Pianoforte.
Heft 1. No. 1. Praeludium und Recitativ.
No. 2. Intermezzo
Heft 2. No. 3. Adagip cantabile e soste-
nuto. No. 4. Finale
Complet in l Heft
Drei eharakteristische Märsehe f Cla-
vier zu 4 Händen.
No. 1. Feierlicher Marsch
„ 2. Trauermarsch
„ 8. Einzugsmarsch . . . . . .
Op. 74. Stimmungen. Vier Ciavierstücke.
Heft 1. AUegro giocoso. Andante con sentimento
Heft 2. Allegro scherzando. Allegro con alterezza
Op. 83. Sonate No.l(Ddur) für Pianoforteu. Violine
Op. 86. Walzersuite(Cdur)fPianofortezu4Händen
r,
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Ji
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2.
3.
4.
5.
6.
Op. 68.
Op. 70.
Ji 1,80.
J6 1,60.
Ji 2,20.
J6 1,50.
» 1.80
„ 1,80
»-,80
„-,80
n 2,-
» ^,~
» 2, — .
» 8,50.
» 1.20.
n 1,20.
„ 1,20.
„ 2,-.
„ 3,50.
Soeben erschienen:
Nicolai von WUm.
Op. Hl.
Sonate in imoll für Clavier und YioIoncelL
Verl.-No. 2738. u« 8,— .
[1578.]
Soeben erschienen:
Nicolai von Wilui. Op. US.
; STene {Spielsachen.
Eine Weihnachtsgabe für die Jugend, 10 leichte charak«
teris tische Stücke für Clavier zu 2 Händen.
Heft 1:
Kletternder Affe.
Wiegenlied der neuen Puppe.
Bleierner Kosak.
Schaukelpferd.
Hampelmännchen.
Ji 1,80.
Heft 2:
Mit Schwert und Schild.
Ueber dem Bilderbuche.
Jäger und Hund.
Hirt und Heerde.
Des Kindes Dank.
Ji 1,80.
Jos. AibI Verlag in Mflnchen.
Verlagsbuchhandlung von Georg Maske in Oppeln,
Vor Kurzem erschien: [1579b.]
Deber das DarstellungsvemSgen der Musik.
Eine Untersuchung an der Hand von
Prof. Ed. Hansllek's Buch „Vom Musikalisch -Schönen'*
von
Paul Schneider.
Preis brochirt 3 Mark.
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9 C. Schwalbach, Reichsstnuse 24, Leipzig.
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Wilhelm Hansen's Musik-Verlag, Leipzig.
Neue Kammermusik- Werke:
in Hmoll
für 2 Violinen. Viola und Vloloncell
Joseph Miroslav Weber.
[1&84.]
7 Mark.
Verlag von F. E. C Leucliaj-t in Leipzig.
Wlelinns von taauen,
altniederllindisches Volkslied
für
Bapüon mit Pianofopte
bearbeitet von
Eduard Kremser.
(Adb Kremser's beräbmten „Secbs altniederl an di sehen
Völkaliedem",)
[1681.] Preis «O PfeiuUee.
In den Concerteii der Amsterdamer Sängergesellscbatt
erreKto dieses Lied den gröasten Beifall, die ergreifendste
Wirkung übte es bei der Wittenberger Luther-Feier
(Bei dem Intern ationalen Streich quartett-ConCUrs
kammermuslk- Gesellschaft in St. Petersburg
durch Urtheilsspruch der Preisrichter Herren P. TsohaF-
kowsky, E. Näpravnik, N. Rimsky-Korsakow und
H. Laroche am 6./18. März 1892 mit dem ersten
Preise gekrönt.)
Erste Aufführung in St. Petersburg: am 15./27.
April 1892. Ausführende: HH. Albrecht, Hille, Hllde-
brand und Wierzbilowics.
Quartett
in Fmoll für 2 TioUneD, VioU Tind
Tioloncwll von
6 Mapk.
Aufgeführt mit grossem Beifall in Copenhagen.
Soeben erschien
; Bull@t dl@ Iilid@ablith.
Lied fUr eine Singstimme
Arno Kleffel.
! Hoch. Preis & Jt —,80. Tief. {
I Verlag von Stern & OllendorfT. Berlin W.
Allen Singenden ^i diese tief empfundene, höchst i
_ dankbare neue Liederschöpfung des beliebten Com-
I ponisten warmstens empfohlen
reitkopf & Härter
len: [16(
Loewe,
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1893. Album für Sopran « 3,—,
1303. Album für Tenor „ 3,—,
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Badinerie. Zum Goncertvortrage nach der neuen Münchener Ausgabe für die Aufftührnngen in Berlin und Ham-
burg (1892) überarbeitet und vervollständigt von Hans von Bülow.
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BeethoTen. Ij. Tan, Op. 80. Phantasie für Pianoforte, Orchester und Chor. Für zwei Piano forte zum Concertvortrag
bearbeitet von Hans von Bülow. M. 6, — .
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Bronsart, H. von, Op. 1. Trio in GmoU für Pianoforte, Violine und Violoncell. M. 10,—.
Bülow, H. Ton, Op. 20. Nirwana. Orchester-Phantasie in Ouverturen-Form.
Partitur M. 6, — netto, Orchesterstimmen M. 12, — .
Chilard, A. H«, Ouvertüre zu der Oper „Die Hermannsschlacht''. Für grosses Orchester (mit Directionsstimme). M. 8,—.
Für kleines Orchester (mit Directionsstimme). „ 6,50.
Ouvertüre zu der Oper „Macbeth'*. Für grosses Orchester (mit Directionsstimme) „ 6,—.
Für kleines Orchester (mit Directionsstimme) „ 5,60.
Comeliiis, P., Ouvertüre zu dem lyrischen Drama „Der Cid". Partitur netto M. 4,—. Stimmen M. 10,—.
Pollinl, Ces., Op. 8. Suite für Pianoforte, Violine und Violoncell. Allegro non troppo. Largo espressivo. Tempo di
Menuetto. Mesto (a modo di Romanza). Presto. M. 5, — .
BalT, Joachim, Zwei Märsche ftü: Orchester zu „Bernhard von Weimar", Trauerspiel von W. Genast.
Partitur M. 6, — netto. Orchesterstimmen M. 12, — .
Bitter, Alex., Ouvertüre zu der Oper „Wem die Krone?« für Orchester.
Partitur netto M. 6, — . Stimmen M. 10, — .
Stranss, Frans, Op. 8. Coneert für Hom mit Clavierhegleitung. M. d,->.
t^trauss, Richard, Op. 2. Quartett (Adur) für 2 Violinen, Bratsche und Violoncell .... Partitur netto M. 4,60
Stimmen . . „6, —
Ciavierauszug zu 4 Händen von Rieh. Kleinmichel . . „ 6, —
Op. 6. Sonate (Pdur) für Violoncell und Ciavier „ 4,50
Op. 7. Serenade für Blasinstrumente (Esdur) Partitur M. 3,—. Stimmen „ 3,50
Ciavierauszug zu 4 Händen vom Componisten „ 1,80
Ciavierauszug zu 2 Händen, leicht „ 1,60
Op. 8, Coneert in Dmoll für Violine mit Orchesterbegleitung. Partitur und Stimmen in Abschrift.
Ausgabe mit Ciavierbegleitung vom Componisten M. 7,50
Solostimme „ 2,50
— Op. 11. Coneert für Waldhorn mit Orchester- oder Ciavier-Begleitung Partitur netto „ 7, —
Orchesterstimmen netto „ 8,—
Ciavierauszug (zugleich Directionsstimme) und Solostimme „ 4,—
Solostimme allein „ — ,80
— Op. 12. Symphonie (FmoU) für grosses Orchester. Partitur netto M. 25,—. Stimmen netto „ 25,—
Ciavierauszug zu 4 Händen vom Componisten „ 8,-
Op. 13. Quartett in CmoU (Allegro — Scherzo — Andante — Finale) für Pianoforte, Violine,
Viola und Violoncell. Ciavierauszug M. 8,—. Instrumentalstimmen (Göthe) „ 4,50.
Op. 14. „Wanderers Sturmlied*' für sechsstimmigen Chor (2 Soprane, 1 Alt, 1 Tenor und 2 Bässe)
und grosses Orchester Partitur netto „ 6,—.
Ciavierauszug mit Text „ 5,—.
Orchesterstimmen netto „ 10, — .
Singstimmen ä netto . „ — ,50.
Op. 16. Aus Italien. Symphonische Phantasie (Gdur) für grosses Orchester.
Partitur netto „ 25,—.
Orchesterstimmen . . . netto „ 30,—.
Clavieranszug zu vier Händen „ 8,—.
Op. 18. Sonate in Esdur für Violine und Ciavier »7,—.
* Improvisata einzeln daraus „ 2, — .
Op. 20. Don Juan. Tondichtung (nach Lenau) für grosses Orchester.
Partitur M. 25, — netto. Orchesterstimmen M. 25, — netto.
Op. 28. Macbeth. Tondichtung (nach Shakespeare) für grosses Orchester.
Partitur M. 26, — netto. Orchestei'Stimmen M. 25, — netto.
Op. 24. Tod und Verklärung. Tondichtung für grosses Orchester.
Partitur M. 25,— netto. Orchesterstimmen M. 25, — netto.
Werner, J., Op. 6. Quartett für 4 Violoncelle oder 3 Violoncello und Viola * . „ 3,—.
Wilm, N. von, Op. 88. Sonate No. 1 (Ddur) für Pianoforte und Violine. (Allegro. Poco Adagio. Con brio.) „ 6,—.
- Op. 111. Sonate (AmoU) für Pianoforte und Violoncell. (Allegro animato. Andante, ma non
troppo. Scherzo. Allegro con brio.) „ 8, — .
Wolfrnm, Ph., Op. 7. Sonate (Emoll) für Pianoforte und Violoncell - 4,60
[1687.]
Hlliielieiif Jos« AIM ¥erlagr#
664
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^on anerkannt umübeirtiTofieneir Haltbairkeit
und edlem, sangpreiolieni HTon.
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Oratorieii- n. Ooneertflängerln (Mezzosopran u. Alt).
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I^elpslK. Hohestrasse 28. ra Oenf (flohweu). [1600-.]
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Concert- und OratoriensSnger (hoher Bariton). Dresden-A. Harfenspielerin,
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All U.Ü1T v A XL. j tr r • • i. ^^^ °"r ausgebildete Schüler: Magdalena Jahns, Sei i
Alle geschaÄlichen Anfragen, den ^fpianisten Schoder, Carl Scheidemantel u. A. m. (1603- 1
Alfred Orunfeld d j ri -u
betreffend, bittet man zu adressiren an [1597x.] Lelpzio XjOCLO rifn*fi ll AT*R
Impresario Ludwig Grünfeltt, ä^x^^äx^ .■.^^^.^ ^/aaw.!. i^r
Wien I, Getreidemarkt 10. GreBanglehrer.
Dmok von C. (>. Köder in Leipsig.
Hierzu Titelbiatt und Inhaltsverzeiohniss zum 23. Jahrgang des „IMusilcaiischen Wochenbiattes".
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